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Beispiel eines angeordneten, aber

nicht-archimedisch angeordneten Körpers


Thomas El Khatib
16. November 2007

Motivation
Es blieb unklar, ob Anordnung in einem Körper in jedem Fall auch archimedische
Anordnung dieses impliziert, vor allem, weilnur wenige
√ angeordnete
Körper vorgestellt
wurden - R, Q und Q[x]/(x2 − 2)Q[x] = a + 2 · b | a, b ∈ Q . Stattdessen wurde
auf Literatur (Behrends) verwiesen, die dem Autor zu dem Zeitpunkt der Niederschrift
dieses Artikels nicht zur Verfügung stand (und er zu faul war, sie sich aus der Biblio-
thek auszuborgen).
Außerdem finden sich bei der Untersuchung des hier betrachteten Körpers viele Be-
griffe und Konzepte aus den Lehrveranstaltungen zur Analysis und zur Linearen Al-
gebra der ersten Wochen des ersten Semesters wieder. Es ist sogar so, dass die Kon-
struktion dieses Beispiels sich vollständig auf diesem Kenntnisstand durchführen lässt,
wovon sich die LeserIn überzeugen sollte.

Hauptteil
Erinnerung
Es wird als bekannt vorausgesetzt, dass (K[x], +, ·) für einen Körper K die struk-
turierte Menge aller Polynome mit Koeffizienten aus K darstellt und als solche ein
kommutativer, nullteilerfreier Ring mit Einselement ist.

Definitionen
Naive Grundmenge
Im Folgenden wird der (Funktionen-)Körper der rationalen Funktionen konstruiert/untersucht.
Wir beginnen mit der vermeintlichen Grundmenge:
Definition. Es sei  
p
R= | p, q ∈ Q[x], q 6= 0
q
also die Menge aller Paare von rationalen Polynomen, wobei die zweite Komponente
nicht das Nullpolynom sein darf.
Man beachte, dass die Schreibweise als Bruch rein suggestiv ist und an die Kon-
struktion der rationalen Zahlen erinnern soll, a priori aber noch nichts über die Struktur
auf R aussagt.

1
Partitionierung der Ausgangsmenge
Man könnte dem Körper zwar R zu Grunde legen, müsste sich dann aber mit Zwei-
deutigkeiten beschäftigen oder diese gekonnt ignorieren. Im Zuge des Versuchs der
sauberen Definition, wird dieses „Hinwegsehen“ über gleiche „Brüche“ so formalisiert,
wie man es auch bei den rationalen Zahlen tun sollte.
Zu dem Zweck wird die Äquivalenzrelation ∼ wie folgt definiert:
Definition. Seien r, s ∈ R mit r = pq , s = p̃q̃ , dann sei
r∼s ⇔ p · q̃ = p̃ · q̃
Wir lüften hier also das Geheimnis um die Schreibkonvention mit dem Bruchstrich
und sehen solche rationalen Funktionen als äquivalent an, die sich durch „Kürzen“ und
„Erweitern“ auf dieselbe Form bringen lassen.
∼ ist eine Äquivalenzrelation, weil sie auf der Gleichheitsrelation basiert. Hier nur der
Nachweis der Transitivität:
p1 p2 p3
Beweis. Seien r1 = q1 , r2 = q2 , r3 = q3 ∈ R mit r1 ∼ r2 und r2 ∼ r3 , d.h.
p1 · q2 = p2 · q1 ∧ p2 · q3 = p3 · q2
Daraus lässt sich folgern
q3 6=0
p1 · q2 = p2 · q1 ⇔
q3 · p1 · q2 = q3 · p2 · q1 ⇔
(p1 · q3 ) · q2 = q1 · (p2 · q3 ) ⇔
(p1 · q3 ) · q2 = q1 · (p3 · q2 ) ⇔
Nullteilerfreiheit
(p1 · q3 ) · q2 = (p3 · q1 ) · q2 ⇒
p1 · q3 = p3 · q1
also r1 ∼ r3 .
∼ induziert eine Partitionierung von R in paarweise disjunkte Äquivalenzklassen.
Für r, s ∈ R gelte also
[r] = [s] ⇔ r ∼ s
Definition. Man definiert nun den Grundmenge des Körpers der rationalen Funktionen
als Menge der Äquivalenzklassen von R
K = R/ ∼= {[r] | r ∈ R}
Der Bequemlichkeit halber verwenden wir weiterhin die von R gewohnte Schreibkon-
vention. Mit r ∈ K ist also im Folgenden immer [r] ∈ K gemeint.

Operationen
Definition. Es sei
+: K ×K →K
 
p r p·s+r·q
, 7→
q s q·s
die Addition auf K.

2
Beweis. Es wird gezeigt, dass die Operation abgeschlossen und wohldefiniert ist.
(K, +) ist abgeschlossen, denn es ist p · s + r · q ∈ Q[x] und q · s ∈ Q[x]∗ wegen der
Nullteilerfreiheit von Q[x].
+ ist wohldefiniert:
Seien pq = p̃q̃ und rs = r̃s̃ , dann gilt

(p · s + r · q) · (q̃ · s̃) = p · s · q̃ · s̃ + r · q · q̃ · s̃
= (p · q̃) · s · s̃ + (r · s̃) · q · q̃
= (p̃ · q) · s · s̃ + (r̃ · s) · q · q̃
= p̃ · s̃ · (q · s) + r̃ · q̃ · (q · s)
= (p̃ · s̃ + r̃ · q̃) · (q · s)

und damit
p·s+r·q p̃ · s̃ + r̃ · q̃
=
q·s q̃ · s̃

Definition. Weiterhin sei

·: K ×K →K
 
p r p·r
, 7→
q s q·s

die Multiplikation auf K.

Beweis. Es ist auch hier die Abgeschlossenheit und Wohldefiniertheit zu zeigen:


(K, ·) ist abgeschlossen, denn es ist p · r ∈ Q[x] und q · s ∈ Q[x]∗ wegen der Nullteil-
erfreiheit von Q[x].
+ ist wohldefiniert:
Seien pq = p̃q̃ und rs = r̃s̃ , dann gilt

(p · r) · (q̃ · s̃) = (p · q̃) · (r · s̃)


= (p̃ · q) · (r̃ · s)
= (p̃ · r̃) · (q · s)

und damit
p·r p̃ · r̃
=
q·s q̃ · s̃

Die rationalen Funktionen bilden einen Körper


Körperaxiome
Beweis. Nun werden die Körperaxiome gezeigt:

3
A1 Seien pq , rs , t
u ∈ K, dann gilt
 
p r t p·s+r·q t
+ + = +
q s u q·s u
(p · s + r · q) · u + t · (q · s)
=
(q · s) · u
p·s·u+r·q·u+t·q·s
=
q·s·u
p · (s · u) + q · (r · u + t · s)
=
q · (s · u)
p r·u+t·s
= +
q s·u
 
p r t
= + +
q s u

A2 Seien pq , r
s ∈ K, dann gilt

p r p·s+r·q r·q+p·s r p
+ = = = +
q s q·s s·q s q

0 p
A3 1 ∈ K ist Nullelement, denn es gilt für alle q ∈K

p 0 p·1+0·q p
+ = =
q 1 q·1 q

p −p
A4 Sei q ∈ K, dann ist q ∈ K sein additives Inverses:

p −p p · q + (−p) · q p · q + (−(p · q)) 0 0


+ = = = =
q q q·q q·q q·q 1
Das letzte Gleichheitszeichen begründet sich durch

0 · 1 = 0 = 0 · (q · q)

M1 Seien pq , rs , t
u ∈ K, dann gilt
 
p r t p·r t
· · = ·
q s u q·s u
(p · r) · t
=
(q · s) · u
p · (r · t)
=
q · (s · u)
p r·t
= ·
q s·u
 
p r t
= · ·
q s u

4
M2 Seien pq , r
s ∈ K, dann gilt

p r p·r r·p r p
· = = = ·
q s q·s s·q s q

1 p
M3 1 ist das Einselement, denn es gilt für alle q ∈K

p 1 p·1 p
· = =
q 1 q·1 q

p p q
M4 Sei q ∈ K mit q 6= 01 , also p 6= 0, dann ist p ∈ K sein multiplikatives Inverses:

p q p·q p·q 1
· = = =
q p q·p p·q 1
Das letzte Gleichheitszeichen begründet sich durch

p·q·1=p·q =1·p·q

D Seien pq , rs , t
u ∈ K, dann gilt
 
p r t p r·u+t·s
· + = ·
q s u q s·u
p · (r · u + t · s)
=
q · (s · u)
p·r·u+p·t·s
=
q · (s · u)
p·r·u+p·t·s 1
= ·
q · (s · u) 1
p·r·u+p·t·s q
= ·
q · (s · u) q
(p · r · u + p · t · s) · q
=
q · (s · u) · q
p·r·u·q+p·t·s·q
=
(q · s) · (q · u)
p·r·q·u+p·t·q·s
=
(q · s) · (q · u)
p·r p·t
= +
q·s q·u
p r p t
= · + ·
q s q u

Jetzt können wir tatsächlich vom Körper K der rationalen Funktionen sprechen und
diesen auf weitere Eigenschaften untersuchen.

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Leitkoeffizientenfunktion
Definition. Von zentraler Bedeutung für die folgende Anordnung des Körpers ist λ,
sozusagen die „Leitkoeffizientenfunktion“ auf dem Ring der rationalen Polynome:

λ : Q[x] → Q
λ(a0 + a1 · x + . . . + an · xn ) = an

Satz. Diese Funktion hat folgende Eigenschaften:


1. Wenn deg(p) = deg(q), dann ist

λ(p + q) = λ(p) + λ(q)

2. Wenn andererseits deg(p) < deg(q), dann ist

λ(p + q) = λ(q)

3. Für die Multiplikation gilt

λ(p · q) = λ(p) · λ(q)

Bemerkung. λ ist also ein Gruppenhomorphismus zwischen (Q[x], ·) und (Q, ·).
Beweis. Seien p, q ∈ Q[x].

1. Wenn deg(p) = deg(q), dann sind p, q also von der Form

p = p0 + p1 · x + . . . + pn · xn
q = q0 + q1 · x + . . . + qn · xn

für ein n ∈ N. Nach Definition der Polynomaddition gilt

p + q = (p0 + q0 ) + (p1 + q1 ) · x + . . . + (pn + qn ) · xn

und damit
λ(p + q) = pn + qn = λ(p) + λ(q)

2. Wenn deg(p) < deg(q), dann sind

p = p0 + p1 · x + . . . + pn · xn
q = q0 + q1 · x + . . . + qn · xm

mit n, m ∈ N und n < m. Nach Definition der Polynomaddition gilt

p+q = (p0 +q0 )+(p1 +q1 )·x+. . .+(pn +qn )·xn +qn+1 ·xn+1 +. . .+qm ·xm

und damit
λ(p + q) = qm = λ(q)

6
3. Seien

p = p0 + p1 · x + . . . + pn · xn
q = q0 + q1 · x + . . . + qn · xm

dann ist nach Definition der Multiplikation


n+m k
!
X X
p·q = pi · qk−i · xk
k=0 i=0

also
n+m
X
λ(p · q) = pi · qn+m−i = pn · qm = λ(p) · λ(q)
i=0

Positivbereich
n o
p λ(p)
Behauptung. Durch P = q ∈K| λ(q) > 0 ist ein Positivbereich von K definiert.

Beweis. Vorab muss geklärt werden, dass eindeutig entschieden werden kann, ob pq im
Positivbereich ist oder nicht (Wohldefiniertheit).
Es ist klar, dass λ(p)
λ(q) ∈ Q, weil q 6= 0 und somit λ(q) 6= 0.
Sei pq = rs , d.h. p · s = r · q. Betrachte pq ∈ P , der andere Fall pq 6∈ P verläuft analog.
Es ist also
λ(p)
>0
λ(q)
Angenommen
λ(r)
<0
λ(s)
dann gälte
λ(r) λ(p)
<
λ(s) λ(q)
also

λ(r) · λ(q) < λ(p) · λ(s) ⇔


λ(r · q) < λ(p · s) ⇒
r · q 6= p · s
p r
was einen Widerspruch zu q = s darstellt.

Es sind nun die beiden Eigenschaften des Positivbereichs zu zeigen


p p 0 λ(p)
P1 Sei ein Element q ∈ K mit q 6= 1 gegeben, dann gilt entweder λ(q) > 0 oder
−λ(p)
− λ(p) λ(p)
λ(q) > 0 (weil Q angeordnet ist). Es ist − λ(q) = λ(q) = λ(−p)
λ(q) . D.h. es gilt
entweder pq ∈ P oder −p p
q = −q ∈ P.

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P2 Seien pq , r
s ∈ P , d.h.
λ(p) λ(r)
> 0, >0
λ(q) λ(s)
Für die Addition unterscheidet man zunächst:
1. Fall: λ(p), λ(q), λ(r), λ(s) > 0 oder λ(p), λ(q), λ(r), λ(s) < 0, in beiden
Fällen ist λ(p · s) > 0, λ(r · q) > 0 und λ(q · s) > 0, und damit folgt

λ(p · s)
>0
λ(q · s)

und
λ(r · q)
>0
λ(q · s)
2. Fall: λ(p), λ(q) > 0 und λ(r), λ(s) < 0, oder λ(p), λ(q) < 0 und λ(r), λ(s) >
0. Dann ist λ(p · s) < 0, λ(r · q) < 0 und λ(q · s) < 0, also ebenfalls

λ(p · s)
>0
λ(q · s)

und
λ(r · q)
>0
λ(q · s)
Wenn also deg(p · s) < deg(r · g), dann gilt also

λ(p · s + r · q) λ(r · q)
= >0
λ(q · s) λ(q · s)

Auch wenn deg(p · s) > deg(r · g), gilt

λ(p · s + r · q) λ(p · s)
= >0
λ(q · s) λ(q · s)

Aus der Anordnung von Q folgt auch

λ(p) λ(r)
+ >0 ⇔
λ(q) λ(s)
λ(p) · λ(s) + λ(r) · λ(q)
>0 ⇔
λ(q) · λ(s)
λ(p · s) + λ(r · q)
>0
λ(q · s)

Wenn deg(p · s) = deg(r · q), dann gilt eben

λ(p · s + r · q) λ(p · s) + λ(r · q)


= >0
λ(q · s) λ(q · s)

In allen Fällen gilt also


p r p·s+r·q
+ = ∈P
q s q·s

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Für die Multiplikation kann man direkt folgern
λ(p) λ(r)
· >0 ⇔
λ(q) λ(s)
λ(p) · λ(r)
>0 ⇔
λ(q) · λ(s)
λ(p · r)
>0
λ(q · s)
p r p·r
d.h. q · s = q·s ∈ P.

Ungültigkeit des Archimedischen Axioms


Kommen wir also zum Kern der Untersuchung, der einem im Vergleich zur geleisteten
Vorarbeit kaum Anstrengung abverlangt.

Natürliche Zahlen
Jeder angeordnete Körper enthält die natürlichen Zahlen, also auch unser K. Da unser
Körper auch die rationalen Zahlen umfasst, sind die natürlichen Zahlen sogar identisch
mit denen aus den rationalen Zahlen:
n
1 2 n X1
1 := , 2 := , . . . , n := = , ...
1 1 1 1
k=1

also nn o
NK = | n ∈ NQ
1
wobei mit n das Polynom vom Grad 0 mit dem Leitkoeffizienten n ∈ NQ gemeint ist.

Beweis. NK ist die kleinste induktive Teilmenge von K, denn es gilt


1
1. 1 := 1 ∈ NK .
p
2. Wenn m = q ∈ NK , also p ∈ NQ und q = 1Q , dann ist auch
p 1 p 1 p·1+1·1 p+1
m+1= + = + = = ∈ NK
q 1 1 1 1 1
weil p + 1 ∈ NQ .
1
3. Betrachte eine beliebige induktive Menge M . Weil M induktiv ist liegt 1 in M
und damit auch
Pn Pn
n 1·1 1
X 1 k=0 k=0 n
= Q n = = ∈M
1 1 1
k=0 1
k=0
für alle n ∈ NQ .
Also liegen alle n1 in M , d.h. NK ⊆ M . Da M beliebig war, ist somit gezeigt,
dass NK kleinste induktive Menge ist.

Wir können also im Folgenden schreiben: NK = N.

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Beschränktheit der natürlichen Zahlen im Körper der rationalen Zahlen
x
Behauptung. 1 ∈ K ist obere Schranke von N ⊂ K.
n
Beweis. Sei 1 ∈ N gegeben, dann gilt

λ(n) n
= =n>0
λ(1) 1

also n1 ∈ P .
Es gilt auch:
λ(x) 1
= =1>0
λ(1) 1
und damit x1 ∈ P .
Betrachte nun
x n x  n  x −n
− = + − = +
1 1 1 1 1 1
x · 1 + (−n) · 1 x + (−n)
= =
1 1
Es gilt
λ(x + (−n)) 1
= =1>0
λ(1) 1
Und somit nach Schreibkonvention
x n
>
1 1
x
Damit ist gezeigt, dass 1 obere Schranke von N ist.

Fazit
Damit ist also gezeigt, dass (K, +, ·, P ) ein angeordneter Körper ist, in dem das Archimedis-
che Axiom nicht gilt.

Ausblick
Vollständigkeit
Ein weiterer kritischer Punkt der Art und Weise, auf die der Stoff in den bisheri-
gen Lehrveranstaltungen zur Analysis eingeführt wurde, ist die Definition der Voll-
ständigkeit über Dedekind’sche Schnitte.

Erinnerung
Definition. Sei (K, +, ·, P ) ein angeordneter Körper und A, B ⊂ K, sodass gilt
i) A ∩ B = ∅
ii) A ∪ B = K

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iii) Für alle x ∈ A und y ∈ B gilt: x < y.
dann heißt (A, B) Dedekind’scher Schnitt von K. Falls ein x0 ∈ K existiert mit

x ≤ x0 ≤ y

für alle x ∈ A und y ∈ B, so nennt man x0 Schnittzahl von (A, B).


In der Vorlesung wurde definiert:

Definition. Ein angeordneter Körper (K, +, ·, P ) heißt vollständig, wenn jeder Dedekind’sche
Schnitt (A, B) eine Schnittzahl x0 ∈ K besitzt.
Es wurde gefolgert
Satz. In einem vollständigen Körper gilt das Archimedische Axiom.

Fragen
Die obige Definition wirft gleich mehrere Fragen auf:
1. Gibt es Körper, die nicht vollständig, aber archimedisch angeordnet sind?
2. Gibt es Körper, die nicht angeordnet, aber - im Sinne der Anschauung - voll-
ständig sind?

3. Gibt es Körper, die zwar angeordnet, aber nicht archimedisch angeordnet und -
im Sinne der Anschauung - vollständig sind?

Antworten
1. Ja, den Körper der rationalen Zahlen, wie man leicht nachrechnen kann.

2. In der Tat, sogar einer der beiden wichtigsten Körper in der Analysis, der Körper
der komplexen Zahlen C wird überlichweise als vollständig angesehen, obwohl
er nicht vernünftig angeordnet werden kann und somit eine der Grundvorausset-
zungen für das Dedekind’sche Schnittaxiom wegfällt.
3. Wenn man den in diesem Artikel vorgestellten Körper aus reellen statt aus ratio-
nalen Polynomen konstruiert, wird er anschaulich vollständig.

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