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AA

Herr Zorn ist ein 63-jähriger Patient in reduziertem Allgemeinzustand und adipösem
Ernährungszustand, der sich bei uns wengen seit zwei Tagen bestehender, langsam aufgetretener,
stechender, rechtsseitiger, thorakaler Schmerzen vorgestellt hat.
Die Schmerzen die bei 7 auf der Schmerzskala liegen wurden, wurden in den Rücken ausstrahlen
und würden sich durch Inspiration verstärken.
VA
Die vegetative Anamnese ergab produktive Tussis (gelblich/braunlich Auswurf), Pyrexie (38,8
grad Celsius), Schüttelfrost, Hyperhidrosis, Appetitlosigkeit und Insomnie (wegen Tussis).
Vorerkrankungen + VorOPs
An Vorerkrankungen ist Glaukom seit 15 Jahren bekannt.
Bislang ist keine Operation erfolgt.
Medikamente + Allergien
Der Patient nimmt ein Vitaminkomplex regelmäßig ein (einen Monat jeden 2 Monate).
Es sind keine Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten bekannt.
Noxen
Herzhorn trinke regelmäßig Alkohol (ein Glas Wein abends), sei Nichtraucher seit 20 Jahren
(früher hat er für 25 Jahre geraucht: 25 py). Drogenkonsum wurde verneint.
FA + SA
Familienanamnestisch ist erwähnenswert, dass bei der Mutter arterielle Hypertonie (mit 65)
bekannt ist.
Herr Zorn ist verheiratet, hat zwei gesunde Tochter und ist Radiolog von Beruf.
Meine Verdachtsdiagnose lautet Pneumonie.
Als Differentialdiagnose kommen die folgenden in Betracht:
 Bronchiolitis obliterans
 Lungenödem
 Sarkoidose der Lunge
 SARS-CoV-2 Infektion
 Tuberkulose
Zur weiteren Abklärung müssen wir die folgende Maßnahmen veranlassen
Korperliche Untersuchung
→ Erfassung der erweiterten Vitalzeichen: Blutdruck, Herzfrequenz, Atemfrequenz,
Körpertemperatur, Pulsoxymetrie
→ Inspektion und Palpation: Anstrengung bei Inspiration, Thorakale Einziehungen (jugular,
subcostal, intercostal), Nasenflügeln
→ Auskultation: Feinblasige, klingende Rasselgeräusche
→ Perkussion: eventuell gedämpfter Klopfschall
Labordiagnostik
1. Blut:
 Entzündungszeichen: Leukozytose, CRP↑
 Blutgasanalyse (BGA), um respiratorische Insuffizienz auszuschließen
 Ergänzendes Basislabor: Transaminasen, Quick/INR, Kreatinin, Harnstoff, Blutzucker
2. Blutkulturen
3. Sputum-Diagnostik: Sputumkultur
4. Bronchoalveoläre Lavage: Sekret aus den unteren Atemwegen
5. Pleurapunktion: Bei Vorliegen eines Pleuraergusses
6. Röntgen-Thorax:
 Lobärpneumonie: Großflächige auf den Lungenlappen begrenzte Verschattung
 Bronchopneumonie: Unscharf begrenzte, in der Lunge verteilte Infiltrate
 Interstitielle Pneumonie: Netzartige (retikuläre) Verschattung
7. CT-Thorax
8. Pleurasonographie
Therapie:
 Antibiotika – Bei einer bakteriellen Lungenentzündung
 Antitussiva (z.B. Codein, Dextromethorphan) dämpfen den Hustenreiz bei trockenem
Reizhusten
 Sekretolytika (Schleimlöser, zum Beispiel Acetylcystein, Bromhexin) erleichtern das
Abhusten bei produktivem Husten