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Mathematik-Arbeit

Thema: Stochastik

Grundsätzliches:
Wir dürfen unter den momentan etwas erschwerten Bedingungen in ein neues Thema einsteigen.
Deshalb ist es wichtig, dass ihr unbedingt Fragen per Rocket.chat stellt, wenn Euch etwas nicht klar
ist. Jede Diskussion dort im Chat kann den anderen helfen, einen Gedanken zu verstehen. Ich werde
also Eure Beteiligung im Chat mit in die laufende Kursarbeit einfließen lassen.

Wichtig ist auch, dass Abgaben als Word-Dokumente erfolgen mit dem Dateinamen
DATUM_Name_Fach. (DATUM : Jahr,Monat,Tag, Beispiel 20200404) Andere Dateien nehme ich nicht
an, außer es liegen berechtigte Gründe vor, die mit mir einzeln zu klären sind.

Ich versuche Euch dann schnellstmöglichen individuelle Feedbacks zu geben.

Inhaltliches:

Das Thema Stochastik wird aus den folgenden Unterthemen aufgebaut sein.

1. Zunächst werden wir die Grundaxiome der Wahrscheinlichkeitsrechnung kennenlernen.


Damit verbunden, was ist eine Wahrscheinlichkeit mathematisch gesehen.

2. Dann werden wir uns kurz mit der Kombinatorik befassen, um die Anzahl von Mengen
schnell ausrechnen zu können.

3. Danach werden wir uns mit bedingten Wahrscheinlichkeiten befassen. Dazu gehören auch
der Satz von Bayes, Vierfeldertafeln, Marginalwahrscheinlichkeiten und am Rande mit
Unabhängigkeit.

4. Das nächste Kapitell wird sich mit Wahrscheinlichkeitsverteilungen befassen. Neben der
Binomialverteilung werden wir auf jeden Fall die Gleichverteilung und die Normalverteilung
(da e-Niveau) behandeln.

5. Anschließend wird es sich um bewertende Stochastik drehen. Das wird beginnen mit dem
Konfidenzintervall und der Sigma-Regel. Den letzten Part dazu, die Hypothesentests
behandeln wir dann eher in S3 bzw. S4.

So nun habt ihr erstmal eine Übersicht mit den Grundbegriffen. Ich hoffe diese Übersicht hilft Euch
bei der Struktur.
Stiegen wir also ein in die Welt der Stochastik.

Wahrscheinlichkeitsrechnung basiert auf dem mathematischen Prinzip der Funktion. Ereignissen


werden Wahrscheinlichkeiten zugeordnet. Ich hoffe ihr seht jetzt, warum in 11 so sehr der Begriff der
Funktion gelehrt wurde und die enge Verbindung der Stochastik zur Analysis.

1. Zur Wiederholung: Nenne die Definition für ein Funktion.

Axiome nach Kolmogorov

Axiome sind in der Mathematik die Basisvoraussetzungen für das Funktionieren des Systems. Man
kann ein Axiom also nicht beweisen! Ohne ein Axiom wurde aber das mathematische System nicht
mehr stabil sein. Also die Rechnungen würden zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Hier nun die drei Axiome, auf die die gesamte Wahrscheinlichkeitsrechnung aufgebaut ist.

a. 𝑃(𝐸) ≥ 0

b. 𝑃(Ω) = 1

c. 𝑃(𝐴 ∪ 𝐵) = 𝑃(𝐴) + 𝑃(𝐵) 𝑓ü𝑟 𝐴 ∩ 𝐵 = ∅ 𝑢𝑛𝑑 𝐴, 𝐵 ⊂ Ω

2. Übersetze die mathematische Schreibweise der Axiome in einen für Schüler verständlichen
Satz.

Für jeden hoffentlich sofort sichtbar, hier geht es um Mengenlehre.

Zur Hilfe gibt es der untenstehenden Tabelle einige Definitionen.

Warum benutzt man die Mengenschreibweise in der Wahrscheinlichkeitsrechnung? Indirekt haben


wir das oben schon angesprochen. Es gibt bei Funktionen die Definitionsmenge und die
Wertemenge. Das P in den Axiomen ist die Wahrscheinlichkeitsfunktion. Und besonders die
Definitionsmenge ist in der Stochastik wichtig, da es hier eine knifflige Wortkonstellation gibt. Die
Definitionsmenge besteht aus Ereignissen. Das sind alle möglichen Teilmengen der Ergebnismenge
Ω.

Ich versuche es euch am Beispiel zu erklären. Bei einem Würfel (Hexaeder) können 6 Ergebnisse
geworfen werden (1,2,3,4,5,6). Es gibt aber viel mehr möglich Ereignisse. Zum Beispiel eine ungerade
Zahl zu würfeln {1,3,5} oder eine Zahl größer als vier zu würfeln {5,6}. Das Ergebnis 5 wäre sowohl
Teil des Ereignisses „ungerade Zahl“ wie auch „größer 4“. Besteht ein Ereignis nur aus einem Element
von

In der Stochastik wird jedem Ereignis eine Wahrscheinlichkeit zugeordnet. Das Ereignis besteht aber
zumeist aus mehreren möglichen Ergebnissen. Diese Unterscheidung hört sich etwas kleinkariert an,
ist aber zum Verständnis sehr hilfreich.
Eine kurze Begriffsdefinition der Symbole:

Symbol Begriff Erläuterung

𝐴, 𝐵 Mengen Mengen werden mit großen Buchstaben bezeichnet. Eine


Menge besteht aus eindeutig unterscheidbaren Elementen.

Zum Beispiel 𝐴 = {1,2,3} oder B= {5,4,3, 2}

|𝐴| Mächtigkeit der Die Mächtigkeit der Menge ist definiert durch die Anzahl an
Menge Elementen in der Menge

Beispiel: |𝐴| = 3 oder |𝐵| = 4

𝐴∪𝐵 Vereinigungsmenge Diese Menge enthält alle Elemente, die in A oder in B sind. Da
jedes Element nur einmal vorkommt, hat diese
Vereinigungsmenge 5 Elemente

Beispiel : 𝐴 ∪ 𝐵 = {1,2,3, 4, 5}

𝐴∩𝐵 Schnittmenge Diese Menge enthält alle Elemente, die in A und in B


enthalten sind. Somit enthält die Schnittmenge 2 Elemente.

Beispiel: 𝐴 ∩ 𝐵 = {2,3}

Ω Ergebnismenge Die Ergebnismenge besteht aus allen möglichen Ergebnissen.

Beispiel: Ω = {1,2,3, 4, 5, 6}

𝐵⊂Ω B ist enthalten in Ω Die Menge B enthält nur Elemente, die auch in Ω
vorkommen. Im Extremfall kann B auch mit Ω
B ist Teilmenge von Ω übereinstimmen.

∅ Leere Menge Die leere Menge ist eine Menge ohne ein Element. Sie ist so
etwas wie die 0 der Mengenlehre.

Beispiel: dem Ereignis „würfel eine 7“ bei einem Hexaeder


würde man die leere Menge zuordnen.

𝐴̅ Komplement von A Die Menge 𝐴̅ enthält genau die Elemente aus Ω, die A nicht
enthält.

Beispiele:

𝐴 = {1,2,3} ⇒ 𝐴̅ = {4,5,6} oder B= {2,3,4,5} ⇒ 𝐵̅ = {1,6}


Mengen stellt man gerne in Venn-Diagrammen dar, wie untenstehende Abbildungen zeigen.

Folgende Folgerungen ergeben sich aus den Axiomen:

• 𝑃(𝐴) ≤ 1

• 𝑃(𝐴̅) = 1 − 𝑃(𝐴)

• 𝐴 ⊂ 𝐵 ⇒ 𝑃(𝐴) ≤ 𝑃(𝐵)

• 𝑃(𝐴 ∪ 𝐵) = 𝑃(𝐴) + 𝑃(𝐵) − 𝑃(𝐴 ∩ 𝐵)

3. Formuliere zu jeder Folgerung einen für Schüler verständlichen Satz und füge ein Beispiel
anhand eines sechsseitigen Würfels dazu.

4. Zuletzt zeichne ein Venn-Diagramm für das Ereignis 𝐴 ∩ 𝐵 ∩ 𝐶, nenne die Wahrscheinlichkeit
analog zur vierten Folgerung aus den Axiomen, begründe deine Antwort und konstruiere ein
Beispiel mit einem 20-seitigem Würfel.