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Sonderdruck aus

Studien zum Althochdeutschen •


Herausgegeben von der Kommission für das Althochde~tsche Wtir~erb~ch
der Akademie der Wissenschaften in Gtittingen. RedaktlOn: R. Schutzelchel
1

36: Michael FI6er 35: Hans Ulrich Schmid


Alter uuin -lih-Bildungen .(Historical Linguistics)
in niuuen belgin Vergleichende Untersuchungen zu Herkunft,
Entwicklung und Funktion eines althoch-
Studien zur Oxforder lateinisch-
deutschen Suffixes.
aIthochdeutschen Tatia na bsch rift.
1998. 671 Seiten, kartoniert
1999. 464 Seiten mit 9 Abbildungen, DM 165,- / iiS 1205,- / SFr 145,- bisher
kartoniert DM 120,- / iiS 876,- / SFr 108,- ISBN 3-525-20350-0
ISBN 3-525-20351-9 Zeitschrift für Vergleichende Sprachforschung
Das Werk untersucht erstmals den
Die Untersuchung befaBt sich erstmals
Gesamtbestand der althochdeutschen -
mit der vollstandigen Oxforder Ab- Begründet von Adalbert Kuhn
lih-Bildungen, wobei die Erstellung
schrift der lateinisch-althochdeutschen
einer tragfahigen Basis in den Quellen
Tatianbiligue, die der zweitumfang-
des Althoch-deutschen notwendig war,
reichste überlieferte Textzeuge eines
auBerdem die Heranziehung von Paral-
der wichtigsten Denkmaler der alt-
lelbildungen in den altgermanischen
hochdeutschen Literatur ist. Die Ab- In Verbindung mit Claus Haebler
Sprachen. Der lexikographische Teil
schrift wurde um 1600 nach einer ver-
umfaBt über tausend Ansatze, so daB herausgegeben von
schollenen Vorlage angefertigt und von
sich im ganzen mit den Vergleichs-
dem niederlandischen Gelehrten Fran-
belegen ein eindrucksvolles Panorama Alfred Bammesb~rger und Günter Neumann
ciscus Junius bearbeitet, kommentiert ,
ergibt. Die Analysen zeichnen den
und mit volkssprachigen Paralleltexten
Verlauf der Entwicklung des Wort-
versehen. Bisher war ungeachtet eini-
ger Bemühungen nicht geklart, ob ~ie
bildungstyps von seinen Ursprüngen 112. Band (1999)
bis ins hohe Mittelalter hinein nacho
Vorlage des Oxforder Textzeugen em
Die Darstellung ist so organisiert, daB 1. Heft
unmittelbarer Abkammling des Sankt
die Ergebnisse im ganzen und im ein-
Galler Originals der Bilingue (Cod.
zelnen überzeugend sichtbar werden.
Sango 56) war oder womaglich einem
Aus dem Reichtum und der Vielgestal-
eigenstandigen Überlieferungszweig
tigkeit des Gegenstandes ergeben sich
entstammte. Durch die Untersuchung
natürlicherweise weitere Fragen, was
aller aufweisbaren Variantentypen des
neue Forschungsanregungen bedeuten
althochdeutschen und des lateinischen
wird.
Textes, vor allem durch die besondere
Berücksichtigung des Bearbeitungsver-
fahrens des Franciscus Junius, wird die
Frage so weit wie maglich beantwortet.
Dabei tritt der Gelehrte Franciscus
Junius im Umfeld spathumanistischer
Bemühungen um die Volkssprachen
besonders hervor. va
Vandenhoeck
& Ruprecht
Vandenhoeck & Ruprecht in Gottingen

ISSN 0935-3518
2ur gallischen Inschrift von Sto -Germain -Sources-Seine 105

Motta, F. (1993): Die Namenfonneln im Altkeltischen, in: Lengua y cultura en la


Michiel de Vaan, The PIE root structure *Te(R)Dh- ................... 1 Hispania pm·romana. Actas del V Coloquio sobre lenguas y culturas prerromanas de
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Tryggve Skold, Finnisch pohja, ein indoiranisches Lehnwort......... 62
23552 Lübeck
Jaan Puhvel, The Mausoleum Ban of the Bronze Tablet: Hittite
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Trilingual of the Létoon .................................................................. 75
Miles C. Beckwith, Homeric (Su- )A.sAaaOV........................................ 78
Andreas Willi, Zur Verwendung und Etymologie von griechisch
8{!t- ...••••....•......••••••••••••.••••••••••.•••...••••.....•..••.•....•..•••.....•••.•••••.......••••..• 86
Johan Corthals, Zur gallischen Inschrift von St.-Germain-
Sources-Seine ..................................................................................... 101
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protokeltische Imperativ ................................................................... 106
Joseph F.Eska, Rex E. Wallace, The linguistic milieu of
*Oderzo 7 .......................................................................................... 122
Irene Balles, Zum germanischen Namen der Mistel ........................ 137
Torbjorn K. Nilsson, An Old Polish Sound Law and the Ety-
mology of Polish trwoga and t:Jwaé and Russian trevóga .............. 143
Joachim Matzinger, Albanisch atj 'dort' .......................................... 160
Karl Horst Schmidt, Zur Personalflexion des finiten Verbums in
den Kaukasussprachen ..................................................................... 166

Beitrage werden an Pro! Dr. A/fted Bammesbergel; Riehard-Strauíl-Str. 48, D-850n Eiehstatt, oder
Pro! DI; Giintel' Neumaml, Thüringer Str. 20, D-97078 Würzburg, erbeten. Prof. Neumann
redigiert Band 112-114. Bespreehungen konnen nur solchen Werken zugesiehert werden,
welche ein Herausgeber erbeten hato

Abbestellungen konnen nur berüeksiehtigt werden, wenn sie bis zum 1.12. vorliegen.

Diese Zeitsehrift und aIle in ihr enthaltenen einzelnen Beitrage und Abbildungen sind urheberreeht-
lieh gesehützt. Jede Verwertung auílerhalb der engen Grenzen des Urheberreehtsgesetzes bedarf der
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Gedruckt mit Unterstützung der Maximilian Bickhoff-Universitatsstiftung. Eichstatt.


Herstellung: Hubert & Co., Gottingen
Das keltiberische Verb und der protokeltische Imperativ 107

1.2. Untermann hat diese Theorie für die Ausgabe der keltiberi-
sehen Texte im IV. Band der MLH übemommen, aber mit einer wieh-
tigen Ausnahme: Es gibt eine Zahl von Beispielen, wo ein intervokali-
sehes *s stimmlos zu bleiben seheint, z. B. soisum Gen. PI. des Demon-
Das keltiberische Verb und der protokeltische strativpronomens (cfr. ai. te~am), oder tiokenesos, Gen. des gr. EN
Imperativ1 ) LltoyÉVT]C;. Insofem ist es nur moglieh, eine klare Altemanz zwisehen
#Idl- - 101- in Formen wie taune - ti()aunei festzustellen; deshalb
zieht Untermann eine Umsehreibung <3 für den stimmhaften Laut vor.
1. Wie allgemein bekannt ist, besteht die letzte keltiberisehe In- Abgesehen VO)Il Problem des intervokalisehen -s- -Beispiele unter
sehrift, die in Botorrita gefunden wurde, vor allem aus einer langen [2]; ieh personlieh teile Untermanns Meinung-, moehte ieh hier die
und komplexen Namenliste (Beltrán, De Hoz & Untermann [1996]; neuen etymologisehen Mogliehkeiten dieses Wandels von intervokali-
K. 1. 3 bei MLH). Nur der Kopf der Insehrift bietet zwei Textzeilen, sehem idg. *_d(h)_ zu -0- hervorheben. Wenn wir Z. B. nieht sisonti
die wahrseheinlieh ein ganzer Satz sind: transkribieren, sondem ()i()onti (Beispiel [2. b]), bekommen wir eine
[1] risatioka lestera ia2 ) tarakuai noui()a au()anto ganz selbstverstandliehe Etymologie.
eskeninum tanioka-kue soisum albana.
[2] Villar [1995] Untermann [1997]
Diese Umsehriftkonventionen für die zwei Sibilantenzeiehen entspre- (s)=(s)=lsl<*-Ks-, *-s# (5) = (s) = Isl < *s
ehen der neuen Theorie über die keltiberisehen Zisehlaute, die früher (s) = (z) = Izl< (a) *- VsV-, *-RsV-
als (s) und (5) transkribiert worden sind. Sehon in [1993] erforsehte (b) *- Vd(h) V-, *_Rd(h) V- (s) = ('ó)1 01< *- Vd (h) V- J

Villar die Verteilung der beiden Sibilantenzeiehen und kam zu dem Er- *-Rd(h )V-
gebnis, da6 das (s) niemals in Anfangsstellung vorkommt, au6er in der (e) *-dlt# < *-dlt
reduplizierten Form (sisonti) (heute besser als ()i()onti zu sehreiben, cfr.
[2]). Die Folgerung ist von ihm in [1995 A : 17-82] ausführlieh darge- (a) Naeh Villar kabmeti (wenn Igabi-z-e-til), mit IzI < *-s-
stellt worden (cfr. aueh Villar [1995B: 21]): im Keltiberisehen wurde Naeh Untermann soisum, tiokenesos, mit I-s-I < *-s-, dannkabi-
das idg. *s intervokaliseh stimmhaftes Izl, in anderen Stellungen aber ()eti Ika m -bio-e-til
blieb es als stimmloses Isl ((s), heute mit einfaehem s transkribiert) er- (b) ()i()ont, mit Verallgemeinerung von () in der Reduplikationssilbe
halten. Das intervokalisehe stimmlose Isl des Keltiberisehen steht für Altemanz taunei Idauneil
A A
~ ti()aunei IV-oauneil
A A

kelt. -xs-, -ss-, Z. B. Usama (= Usama) gleieh dem Uxama der lateini- uei()os «Zeuge»? < *f:!ejd-
sehen Quellen. Dazu habe das stimmhafte IzI einen anderen Ur- (e) karalu(), (früher als -us transkribiert!), konte(r)bia(} AbI. sg.
sprung, namlieh idg. *d und *d h in Inlaut (nieht nur intervokaliseh, *-od- , *-ad ~

sondem aueh naeh Sonanten) und Auslaut. Das bereehtigt zu einer tekea (Luzaga) < *dek-e-t? *dhek-e-t?
neuen Transkription, z = altes s und s = altes s. 2.1. Kehren wir aber zu den ersten Zeilen von K.1.3. zurüek. Das
einzige Wort mit einem klaren Verbalansehein ist au(}anto, am Ende
1) Dieser Text fu.Bt auf einem Vortrag, der vom Verfasser im Indogermanisti- der ersten Zeile. Eine Beziehung zu au(}eti, in der zehnten Zeile der er-
schen Kolloquium der Universitat Bonn gehalten wurde. Die zugrundeliegende sten Botorrita-Insehrift (K.1.1), ist sehwer abzulehnen. Dieses au(}eti
Forschung ist mit einem postdoktoralen Stipendium des Spanischen Ministerio de
ist bisher als sigmatiseher Konjunktiv der Wurzel au- analysiert wor-
Educaci6n y Ciencia finanziert worden.
2) In Beltran, F., De Hoz, J. & Untermann, J. [1996: 46] wird lesteraia gelesen. den, so erklart es z.B. Meid [1995: 141]: au(}eti < *au-s-e-ti, von der-
Kurz nach der Ausgabe bemerkte Prof. Untermann eine schmale Trennung und so- selben Wurzel «helfen», die sieh in ai. av i , ütá- ávati, lat. auere, irI.
gar eine schwer lesbare Interpunktion; ich nehme hier diese Korrektur an, die er im con-ói usw. findet. Dabei sind zwei lautliehe Probleme zu bemerken:
VII. Kolloquium für Palaohispanische Sprachen und Kulturen im Marz 1997 zum zuerst mu6 man annehmen, da6 ein intervokalisehes -s- stimmhaft ge-
ersten Mal vorgestellt hato
worden ist, wozu es einige Gegenbeispiele gibt, wie sehon oben gezeigt
Bist. Sprachforsch. 112, 106-121, ISSN 0935-3518
© Vandenhoeck & Ruprecht 1999
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108 Francisco-] avier Rubio-Orecilla Das keltiberische Verb und der protokeltische Imperativ 109

worden ist; zudem würde eine set-Wul'zel in diesem Kontext eher ein au()ares in der sogenannten «Bronze RES» (KO.13, Zeile b.1-2), und
Sehwa aufweisen, d. h., *h2et:t:hr(h¡ )s-e-ti > urkelt. *at:t:aseti. Es ist die abgekürzte oder fragmentarisehe Form au()a, auf einem Keramik-
sehr wahrseheinlieh, daB das Sehwa im Keltiberisehen bewahrt wurde: stüek aus Albalate del Arzobispo (K2.1). Andere Beispiele sind leider
ein auffalliges Beispiel ware das Wort für «Toehter», wenn die etymo- noeh starker abgekürzt: letontu I au(): so() (KO.8), und besku au() ueti-
logisehe Identifizierung von Prof. Untermann zutrifft: *d hugh 2ter- > kubos (K5.1, Keramikstüek aus Caminreal), und so beweisen sie
*dugater > tuater /du(t:t: )ater-/, in K1.3 zweimal bezeugt: das intervo- niehts 3 ).
kalisehe -g- ist gesehwunden, aber man findet jedenfalls ein -a-, wie 2.3. Wenn man die Bildungsart von au()ares mit einer anderen Form
in gr. {}\)ya't~Q. Die gallisehe Entspreehung duxtir ist nieht so proble- auf -res wie kombalkores vergleieht, merkt man, daB aueh in diesem
matiseh: aueh in zwei so eng verwandten Spraehen wie Vediseh und Fall au()ares eine athematisehe Form in Opposition zur o-Flexion von
Altiraniseh findet sieh eine untersehiedliehe Vertretung desselben kombalkores zu sein seheint; unter [4] folgen wir Untermanns Vermu-
Wortes: ved. duhitár-, mit Sehwa, gegen ay. dugadar/duyoar-, ohne tung, kombalke() sei eine Verbalform:
Sehwa. Altere Erklarungen, wie au()eti < *aug-s-e-ti (z. B. K H.
Sehmidt, [1976]), sind nieht mehr annehmbar: au()eti, mit stimmhaf- [4] kombalke() (3. sg. indo prat.?) : kombalko-res
tem intervokalisehem Laut, kan n nie aus einem *aug-s-e-ti entstehen; au()-e-ti (3. sg. Konj.) : au()a-res
die Assimilation von Guttural + -5- ist im Keltiberisehen l'egelmaBig
mit dem anderen Sibilantenzeiehen wiedergegeben, wie die Praverben 2.4. Dazu ist es moglieh, das sehon erwahnte ()i()onti als Konjunktiv
es-, us- deutlieh zeigen: es-, us- < *exs, *uxs < *egs, *ups. derselben Art wie auoeti zu erklaren. Vediseh und Avestiseh geben uns
2.2. ]edenfallsmuB man aufgrund des syntaktisehen Kontextes au- gute morphologisehe Parallelen, vg1. besonders ay. daOan, daOatJti <
()eti als Konjunktiv erklaren, weil sieh eine solche Konstruktion in der *d(i/e)-d(h3 )/ dh(h¡ )-o-nt(i), mit Nullstufe der Wurzel statt der er-
Insehrift vielfaeh wiedel'findet: Unter [3] konnen wir sehen, daB Ver- warteten Vollstufe, z. B. bráv-a-t(i). Die Wurzel von ()i()onti -auf je-
balformen, die sieh besser als 3. sg. Konjunktiv erklaren lassen, wie- den Fall ein reduplizierter Prasensstamm- kann *dó- «geben» oder
derholt den bekannten Imperativen auf -tuo gegenüberstehen (s. De *dhe- «stellen» sein, denn in der Nullstufe waren beide Wurzeln im
Hoz [1983]): Keltisehen zusammengefallen. Diese Nullstufe, mit kurzem a als Er-
gebnis des vokalisierten Laryngals, lindet sieh noeh im Imperativ tatu()
[3] Vb.[A] Vb.[B]
/datüo/ < *dh3 tód und vielleieht in uertatos, wenn ma~ darin ein mit
(a) uta oskue() (... ) ambitiseti kamanom usabitu() (i)
uer- praverbiertes passives Partizip sieht. Andererseits ermoglieht die
o()as sues sailo kusta bi()etu() (ii)
Altemanz t-o, die in del' gut bekannten Infinitivreihe am Anfang der
(b) iom asekati (... ) stena (... ) matus tinbitu() (i)
ersten Botorrita-Insehrift zu beobaehten ist, diese Infinitive als praver-
neito tirikantam eni oisatu() (ii)
bierte und nieht-praverbierte Formen derselben Wurzel anzusehen:
(e) ios (... ) au()eti (... ) tekametam tatu()
(d) iomui (... ) ()i()onti, somui (i) [iom ar()nas bionti] [5] a.l ne-litom I a.2 ne-kue[:] tQ[v]ertaunei: litom= /-t:t:er-daunei/
(ii) [iom kustaikos ar()nas kuati] ne-kue: taunei: litom= /#daunei/
(iii) [ias o()ias U-ue T-ue robiseti] ne-kue:masnai: ti()aunei: litom = /df-oaunai/
saum tekametinas tatu()
Die einzige Kategorie, die Formen wie ambitiseti und asekat in dersel-
ben Gruppe vereinen kann, ist der Konjunktiv: sigmatiseher Konjunk-
tiv im ersten Fall, -a-Konjunktiv im zweiten. Mein Vorsehlag ist, daB 3) Sogar wenn man die zweite Inschrift, die keine Worttrennung zeigt, als besku
au()eti ein Konjunktiv ist, der dureh Thematisierung von einer sonst auou etikubos gegen Untermanns Lesung segmentiert, mit einem /auoü/ < *-0
1. sg. und einem Eigennamen, den man in Beziehung mit anderen in lateinischen In-
athematiseh flektierten Wurzel gebildet wird: au()anto ware dann der schriften bezeugten hispanokeltischen Namen wie Etobrico, Etommoq., Eturico set-
Beweis für die athematisehe Flexion. Andere Formen, die moglieher- zen k6nnte, würde sich eine vollstandige Verbalform ergeben, die auch kein -a- be-
weise demselben Stamm au()- angehoren, haben aueh ein -a-; so z. B. weisen k6nnte, vgl. lato 1. sg. amo, amas.
110 Francisco-] avier Rubio-Orecilla Das keltiberische Verb und der protokeltische Imperativ 111

taunei mit T-Zeichen kommt in Anfangsstellung und nach dem Pra- zierte und zugleich praverbierte Form bezeugt, und man konnte theo-
verb uer (vgI. a.8 uertatos-ue) vor; dagegen ist in ti()aunei dieser Laut retisch auch an ein gespaltenes Paradigma denken, wo die nicht redu-
intervokalisch und daher als lenierter Konsonant wiedergegeben. Wie- plizierten Formen nicht mehr dem Wurzelaoriststamm angehoren wür-
der einmal bieten das Indoiranische und das Griechische die besten den, sondem einem besonderen Stamm von der Art wie lat. do, das,
Parallelen: ved. daváne, gr. ooUVat < *OÓ8Vat, kypr. to-we-na-i [00f8- dare, heth. daMi, datti, dai. DaB man diese Ansicht allerdings ableh-
Vat], cfr. García-Ramón [1994]. nen muB, zeigen die allgemein anerkannten Übereinstimmungen des
keltischen Verbalsystems mit dem indoiranischen, S. U. a. Rix [1977],
2.5. Setzen wir alle diese Angaben zueinander in Beziehung, dann McCone [1986].
scheint die Etymologie vom Stamm auo(a)- klarer zu sein: meiner Mei- 2.7. Was SeP1antik und Syntax betrifft: auo- kommt mit Dativ sowie
nung nach gehoren die Formen, die auo(a)- enthalten, derselben Wur- mit Akkusativ vor: in [4.c] mit den koordinierten Akkusativen uran-
zel d (a)- an, mit einem Praverb au-, das in den indogermanischen tiom-ue aratim-ue, mit dem Pronomen soo in K.0.8 (oben § 2.2), ne-
Sprachen gut bezeugt ist: Z. B., lat. au-fero, au-fugio; ai. avi-, mit 10- ookim auoares in der Bronze Res, und mit dem Dativ uetikubos in der
kativischer Endung; schliemich auch die altirische Praposition ólúa, Inschrift aus Caminreal (K.5.1). Die erste Zeile von Botorrita III ist
die nach Hamp [1990: 173-175] aus *a!:f und nicht aus *apo- hervor- nicht einfach zu interpretieren, aber es ist moglich, im Relativum ia ei-
geht. Damit wage ich dieses Paradigma aufzustellen (s. auch Rubio nen neutro Nom. PI. als Subjekt von auoanto zu sehen, tarakuai scheint
Orecilla [1996]): ein Dativ fem. zu sein, und nouioa ein neutro Ac. PI. Diese Erganzung
durch Akkusative und Dative paBt gut zu der vorgeschlagenen Etymo-
[6] Mogliche Formen der Wurzel I dal im Keltiberischen logie, den n das semantische Feld des Gebens impliziert haufig solche
Einfache Praverbierte Erganzungen. Auch ware denkbar, mit der Wurzel *¿he- in der Be-
deutung «machen» zu arbeiten, weil die verkürzte Form auo auf Kera-
Redupl. 3. pI. acto oioonti < *di-d(h3 )-o-nti
mikscherben vorkommt, und in diesem epigraphischen Kontext ist
Wurzel Ind.: 3" pI. medo (au)-oanto < *dJynto diese Bedeutung passend: «x hat das (soo) für y (uetikubos) gemacht».
Konj.: 3" sg. acto (au)-oeti< *d(h3 )-e-ti
Die Perfektformen gallo 0808, lepo TeTu konnen etymologisch auch
Ipv.:3. sg. acto tatuo /datüiJ/ < *dJrtód
Infv. taunei / da u- / tioaunei /dr-iJaunei/ (oder Redupl. d'í-?)
zweideutig sein, aber *dhe- ist die ü~liche Erklarung: die lautliche Er-
to-[u]er-taunei (oder to-uerta-zmei?) klarung paBt gut fürs Gallische, und im Fall von TeTu erlaubt der
Kontext, Grabdenkmaler, die Entscheidung für dhe- im Sinne «stel-
Partizip uer-tatos (oder uerta-tos?) len, errichten». Jedenfalls ist die Wurzel *do- für das Keltische im Bri-
tannischen bezeugt: mbrit. ro, mkym. roi, alter rodilrooil «gebell» <
2.6. Dabei bleibt noch ein lautliches Problem: nach Villars Theorie *pro-do-.
wurden die stimmhaften Dentale und der Zischlaut spirantisiert oder 3.1. Die Einfügungvon audanto in ein Verbalparadigma ermoglicht
leniert, nicht nur in intervokalischer Stellung, sondem auch nach So- uns, noch weiter zu gehen. Es gibt noch eine andere Form auf -anto,
nanten: d. h. auch nach -ro Also muB man, um die vorliegende Analyse die bisher als nominal erklart wurde: in den ersten zwei Zeilen der
to-uer-taunei, uer-tatos zu halten, eine Unterbrechung der allophoni- Bronze RES (K.0.14 a. 1-2) liest man kuekuetikui: m;kue: eslooeres 11
schen Altemanz d-o nach der Morphemgrenze annehmen oder eine l).ekue: esianto: ainollikum. Hier sind zwei koordinierte Formen zu er-
altemative Etymologie mit altem stimmlosen Itl vorschlagen. Es ware kennen, nekue esooeres nekue esianto, beide mit dem Praverb es- ver-
dann an ein denominales a-Verb in Verbindung mit der Wurzel *!:fert-, stehen, die wahrscheinlich in der 3. pI. stehen: esooeres ahnelt dem er-
lato uertere zu denken; uertatos ware in diesem Fall ein sekundares Par- wahnten kombalkores von Botorrita 1, esianto ist offensichtlich paral-
tizip, wie lato amatus gebildet. Die Basis für ein solches Verb ist viel- lel zu auoanto. Leider ist der syntaktische Kontext nicht besonders
leicht auch in Botorrita 1 bezeugt: es ware die Form uertai, Dativ von klar: kuekuetikeui konnte das Subjekt sein und ist vielleicht ein Prono-
*uerta- (f.). Natürlich ist es ziemlich optimistisch, diese karge For- men, der Art von quicumque aber seine Morphologie ist leider nicht
mensammlung als «Paradigma» zu bezeichnen: leider ist keine redupli- durchsichtig. Meid [1994: 51-52] gibt der nominalen Erklarung den
112 Francisco-] avier Rubio-Orecilla Das keltiberische Verb und der protokeltische lmperativ 113

Vorzug: es ooere und es ianto werden dann als Genitive erklart; aber Keltiberisehen zwei Beispiele von Negationspartikel + mediale Sekun-
das ist kaum annehmbar, weil der normale Genitiv eines r-Stamms darendungen -to, -nto, und mindestens in einem der beiden Falle ist
(und im allgemeinen, jedes konsonantisehen Stamms) -os ist und nieht der Kontext klar und deutlieh hortativ. Bei auoanto findet sieh keine
-es, s. z. B. letontunos (Nom. sg. letontu), tuateros (Nom. pI. tuateres). Negation, aber ist es leieht annehmbar, daE der Inhalt dieses Kopfsat-
Das einzige Beispiel eines solchen Genitivs auf -es ist in einer kurzen zes der dritten Botorrita-Insehrift aueh hortative Nuaneen hat, als Be-
Insehrift bezeugt: aunir steniotes, (K.17.1). Dazu meint Meid loe. cit., sehreibung der Pfliehten oder Reehte der Personen der Liste: auoanto
daE es ooeres und es ianto prapositionale Syntagmen seien, mit es als ware dann als ein hortativer Injunktiv zu deuten 4 ).
Praposition und dem Genitiv «im ursprünglieh ablativischen Sinne». 3.3. Wenn wir diese morphologisehe Analyse von auoanto, esianto
Man erwartet das aber nieht in einer Spraehe mit gut entwiekeltem Ab- und ne-ito als Jnjunktive annehmen, müssen wir sie in die Rekonstruk-
lativ, und dazu muE man die Folge es uertai erwahnen, die in B. I. Zeile tion des Protokeltisehen integrieren. Denn die Rekonstruktion der En-
6 bezeugt ist: wenn die s nieht ein Fehler in der Worttrennung ist, dungen der dritten Personen des altirisehen Imperativs ist nieht unum-
seheint die Praposition in diesem Fall einen Dativ statt des zu erwar- stritten. Lautlieh kann man als Vorstufe für die Endungen des altiri-
tenden Ablativs zu regieren. Meiner Meinung naeh ist esianto eine sehen Imperativs nieht *-tod annehmen, obwohl dieses Morphem
Wurzelform von i «gehen» + Praverb es, d. h., «ausgehen». In beiden sehon im Keltiberisehen bezeugt ist: Der auslautende Konsonant
Fallen, esianto und auoanto, seheint es besser, das -a- nieht als Mo- sehützte den langen Vokal vor Apokope, und dazu findet Lenition
dalmerkmal (d.h. a-Konjunktiv), sondem als Vokalisation des Nasals naeh den entspreehenden Formen der Kopula, bad bat statt, v. Cowgill
der Endung zu erklaren: *-1J-to > -anto. [1975: 65]. AIso braueht man einen Vokal am Ende, wie in der Rekon-
3.2. Was diese Erklarung anziehend maeht, ist die negierende Kon- struktion [8] zu sehen ist.
junktion nekue in der Bronze Res: eine Sekundarendung wie -nto in [8] 1a pI. beram < *bhéromo(s)
Begleitung eines Negationselements laEt an einen Injunktiv denken. a
2 sg. be(i)r < *bhére 2 a pI. berid, -th < *bhérete
Und es gibt noeh einen anderen Fall im Keltiberisehen: das Wort neito, 3a sg. bered, -th < *bhéretV 3a pI. berat < *bhétont(V)
das üblieherweise entweder als eine Konjunktion oder als Genitiv eines
thematisehen Gottemamens erklart wird, konnte aueh getrennt wer- Cowgillloc. cit. und MeCone [1986: 241-242] nehmen eine der beiden
den: negierendes ne, in nebintor und in nelitom bezeugt, und ito, eine von Thumeysen erwahnten Moglid1:keiten an: die merkwürdige En-
Form, die als die entspreehende 3. sg. zu -ianto identifiziert werden dung *-to~, *-nto~, die nur vom Gotisehen unterstützt wird. Die ein-
konnte. Dieses ito ist direkt vergleiehbar mit ved. ma ita, upa ... ita, in zigen Zeugnisse dieser gotisehen Imperativendungen sind 3. sg. asstei-
JB bezeugt: ein medialer Injunktiv des Wurzelprasens von i «gehen». gadau %am~ú'tro, 3. pI. liugandau ya¡.tT)CHl'trooav; die anderen germani-
neito kommt im Satz [3.b] vor, s. oben: iom asekati usw. wird von einer sehen Spraehen haben keinen Beweis dafür; man muE hinzufügen, daE
Reihe Befehle gefolgt: Dureh ihre Endung sind die zwei Imperative tin- im Singular der Themavokal -a- von -adau irgendeine analogisehe
bituo und oisatuo erkennbar. Eine mogliehe Analyse des ganzen Satzes Umbildungvermuten laEt. Mastrelli [1967: 201]5) sehlagt eine analo-
ware folgende (Verbalformen unterstriehen): gisehe Kreuzung zwisehen *-tod oder *-tOm (ai. bharatam) und *-tu
vor, womit die Erklarung von Kieekers [1927: 193] (germ. *-00 + u
[7] iom asekati ambitinkounei stena (... ) matus tinbituo; (a)
Partikel) neu formuliert wird. Man muE mit dem Gewieht von Formen
ne ito tirikantam eni, (b)
des pass. Opto auf -au reehnen; der Weehsel des Themavokals bei der
oisatuo (e)
sg. Endung -adau, wahrseheinlieh naeh dem Muster der 3. pI. -andau,
Zuerst ein Befehl, tinbituo, dann ein vemeinter Befehl, d.h., ein Ver- seheint auf einer sehr jungen analogisehen Entwieklung zu beruhen.
bot im Injunktiv, «moge er nieht in die *trikanta gehen», mit einer
wohl passenden Direktiverganzung, tirikantam eni (Postposition eni 4) Die gaIlische Form ¡agito e (Neris-les-Bains, L-6), faIls so zu lesen (vgl. Le-
+ Akk., gegenüber der Lokativbenutzung von tokoitei eni, eni + jeune, RIG n, S. 94: TOGl I TOl), scheint ein lmperfekt zu sein, vgl. Schmidt
Dat./Lok.); und sehlieBlieh ein dritter Befehl, oisatuo, moglieherweise [1986: 179]; d. h. ein lnjunktiv ohne Modalfunktion.
als adversatives Asyndeton zum vorangehenden ne ito. Fazit: es gibt im 5) Vgl. Szemerényi [1954: 937 n. 1].
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114 Francisco-Javier Rubio-OrecilIa Das keltiberische Verb und der protokeltische Imperativ 115

Dann ist der Ursprung der goidelischen Imperativendungen nicht in «le deuxieme -tu serait un ablatif -tu de *t6d "par ceci"?», fragt sich
got. -adau, -andau zu suchen. Eska [1992: 265] weist Cowgills und Fleuriot. Eska [1987] und [1989: 221] hat versucht, Verbindungen mit
McCones Ansicht mit Recht zurück, aber trotz Eskas Optimismus dem Italischen aufzuweisen, z.B. mit umbrischfutut0 7 ), aber eine un-
[1992: 269-270] leisten die übrigen inselkeltischen Sprachen keine abhangige Parallelentwicklung ist wohl wahrscheinlicher. Die itali-
Hilfe, diesen auslautenden Vokal zu finden; trotz der offensichdichen schen Formen sind aus einer analogischen Umbildung hervorgegangen:
Ahnlichkeit zu den entsprechenden altirischen Endungen (z. B. mkym. so ist Z. B. lato 2. pI. Ipv. Fut. agito te eine Hypercharakterisierung der
und mbret. 3. sg. Ipv. caret, 3. pI. carent) maskiert die Apokope den zu- 2.-3. sg. agito(d) durch die für die 2. pI. Ipv. Pras. übliche Endung -te.
grundeliegenden Vokal ebenso im Mittelkymrischen wie im Mittelbre- Und eventuell lassen sich auf gleiche Weise die oskisch-umbrischen
tonischen, und es scheint methodologisch nicht richtig zu sein, dieses Formen der 2.~3. pI. -tuto, -tutu, -tuta erklaren, die auf eine Endung
Schweigen als Unterstützungsargument für eine konkrete Rekonstruk- *-t/1 < *-téi zurückgehen 8 ) und in jedem Fall von der 2.3. sg. -tu aus-
tion zu benutzen. Dagegen bezeugt das Keltiberische die oben erwahn- gehen. Der Umstand, daB sie kein -nt- in der 3. pI. zeigen, schlieBt ei-
ten Injunktivformen auf -to, -nto, die eine okonomischere Erklarung nen direkten Vergleich mit dem Gallischen aus. Meiner Meinung nach
für die altirischen 3. sg. und pI. Ipv. ermoglichen, parallel zu den Im- lieBe sich an eine analogische Umbildung denken, ausgehend von ei-
perfektendungen: 3. sg. bered (Ipv.) : no· bered (Ipf.) aus einem (nicht nem dem altindischenahnlichen komplexen System. Man muB dann
markierten) Injunktiv *bhéreto und gleichfalls 3. pI. berat : no· berat < Verlust von auslautendem *-d im Gallischen annehmen, was nicht
*bhéronto, s. unten § 3.6. problematisch zu sein scheint, wenn man Etymologien wie so (Larzac)
3.4. Andererseits hat die gallische Bleitafel aus Larzac ein interes- a
< *sod oder sosio (Séraucourt Bourges) < *so-sjod 9 ). Das -d von -
santes Minimalparadigma geliefert, obwohl ihm eigene Schwierigkei- id in buet-id (Chamalieres, Lezoux) ist nicht ein altes erhaltenes *-d
ten nicht fehlen: siehe b(í)ietutu, b(í)iontutu unter [9]. aus der alten Pronominalform *id, sondern man muB eher die Erkla-
rung von Hamp [1979] für die altkymrischen Partikeln yt L = [ad], yd
[9] Seite 1.B = [ao] < *i-tH und *i-dhe annehmen: im Gallischen ist ein kurzer
6 banonias ne . incitas. biontutu in das mnas ueronadas brictas ...
9 elabi tiopritom biietutu sesm~ [
17
Vokal -e (*ide 10 ) > -id) geschwunden, parallel zur allgemein aner-
kannten Entwicklung -c < *-k!!e, was zeigt, daB dies im Gallischen
11 ne incitas biontutu~ ... dU[6)
relativ alt sein muB, mindestens früher als *k u > p. Wenn das Schwin-
Seite 2.A den von -d in gallischen Pronomina wie so < *sod (Larzac 1 a 4, vgI.
6 •••ne lisatim, ne licia f tim . ne reodatim . biont 18 utu semnanom Botorrita I a.2 soo) angenommen wird, dann kommt *-tod noch in
sagitiont 19 ias... -- - Frage für die Erklarung von -(n )tutu, pace Schmidt [1990: 22]; und
gegebenenfalls konnte man einen Schwund von auslautendem *-d nur
Seite 2.B (prima manus) nach langem Vokal zugeben.
7su ~iiontutu semnj 18 ano m ... 3.5. Wenn es neben dem im Keltiberischen bezeugten Imperativ auf

Abgesehen von orthographischen Varianten sind die Lesungen im


GroBen und Ganzen nicht problematisch. Eine Analyse der 3. sg. als 7) Schon Lejeune [1985: 138, n. 61] denkt an eine Beziehung mit umb.fututo.
bietu-tu, pI. biontu-tu ist selbstverstandlich und scheint besser als die 8) Besser als *-totad von Eska [1987]: Die Lautentwicklung *-a> -,l(:) > -o,
-u findet nur im absoluten Auslaut statt, S. Meiser [1986: 151-152]. So erscheint
Losung von Lambert (Lejeune [1985: 162]), der mit suffigierten Pro-
der Ab!. sg. der a-Stamme immer mit a: toutad, tuta, tota. JedenfalIs bleibt die Frage
nomina -utu arbeitet. Fleuriot (Lejeune [1985: 141]) hat seinerseits nach dem Ursprung der Anfügung dieses *-ta offen.
diese Endungen als Imperative auf *-tOd, *-ntod> gallo -tu-, -ntu- 9) Nach Lejeune [1980: 54 ],_aber eher ein Genitiv? Vg!. airo poss. Pronom. masc.
G
erklart, aber das zweite -tu bereitet ihm wesentlich groBere Probleme: aL < *esjo vs. fem. a , a h- < *esjas, mit ai. asyá : asyás, tásya : tásyas. Die keltibe-
rischen Formen soo, somui (analogische Umbildungen von *tod, *tosmoi) implizie-
ren dazu eine gute Erhaltung der Endungen des ererbten Paradigmas.
6) Von Fleuriot bei Lejeune [1985: 153] als biontutu s[in]do erganzt und seg- 10) Vg!. ISAAC [1996: 392], nach Hamp und Lambert bei Lejeune [1985: 163]
mentiert. *i-de, vg!. gr. oÉ; Schmidt [1986: 169] mittelkym. prinessid < -it + Voka!'
i
I
116 Francisco-Javier Rubio-Orecilla Das keltiberische Verb und der protokeltische Imperativ 117

*-ti5d im Urkeltischen die Endungen *-tu, *-ntu gab, dann lieBe sich [11] iomui (... ) oioonti, somui (... ) saum tekametinas tatuo
die Situation im Gallischen auch als eine Hypercharakterisierung die-
In den übrigen Korrelationen mit Konjunktiv neben Imperativ scheint
ser Formen verstehen; das ganze gemeinkeltische Paradigma der zu-
das Subjekt dasselbe zu sein, namlich eine 3. Sg.: ambitiseti ... usa~i­
grundeliegenden Formen des Imperativs laBt sich so rekonstruieren:
tuo, asekati ... tinbituo. Man künnte daher annehmen, daB -tuo 1m
[10]· Injllnktiv Imperativ 1 Imperativ 11 Keltiberischen einfa~die dritte Person des Imperativs bezeichnete,
3' sg. *-to [keltib. (ne ... +) '-to, *-tll [galI. -tll-(tll)] *-tod>pc. -tilo [keltib.-tu()] ohne die Numeri zu unterscheiden. Dieselbe Form tatuo erscheint in
air.lpv.] Korrelation mit auoeti, Sg. In diesem Fall hate das Keltische vielleicht
3' pI. *-nto [keltib. (ne ... +) -nto, *-ntll [gallo -ntll-(tu)] *-tod [keltib. -tu(),.s~ unten] niemals über eine 3. PI. *-nti5d verfügt, die an sich eine analogische
air.lpv.]
Neubildung nach clem Vorbild 3. sg. *-ti, *-to, 3. pI. *-nti, *-nto
darstellt (pace Szemerényi [1954: 3. Sg. *-et-ti5d, 3. pI. *-ont-ti5d<]
Meid [1995: 149] hat schon die gallischen Formen biietutu, bi(i)ontu-
und Forssman [1985] haplologische Lüsung 3. sg. *-ti5d < *-tu/*-to-
tu als eine Kombination beider Endungen erklart; das Nebeneinander
ti5d, 3. pI. *-nti5d < *-ntu/*-nto-ti5d). Andererseits hat das Gallische,
von Formen auf *-tu, *-ntu und auf *-tüd führte im Gallischen zur
statt eine dritte PI. *-nti5d analogisch nach *-ti5d zu bilden, eine nicht
Mischung beider Endungsreihen: -tu-tü(J), obwohl wir keine Sicher-
markierte Endung benutzt, um die anderen Endungen des Imperativs
heit erreichen künnen, ob auch einfachere Formen auf *-tu, *-ntu im
*-tu, *-ntu zu recharakterisieren.
Gallischen in Gebrauch blieben; das einzige Beispiel ware gallo nappi-
3.6. Natürlich ware der bessere Beweis für die Existenz dieser En-
setu (Thiaucourt), vielleicht /n( e) ad-pis-e-tu/ «er soll sehen» <
dungen im Urkeltischen ein nachweisbares Vorkommen von -u ~ls E~­
*kuis-e-tu cfr. Meid [1992: 52] (pace Fleuriot [1979: 131H.]: keine
dungsvokal der rekonstruierten inselkeltischen Protoforme~. L~lder 1st
Beziehung zu keltib. bioetuo [früher als PiseTus< umschrieben] <
das nicht der Fall: 1m Altirischen würde sich das Ergebms emes ur-
*b hid(h)_e_ti5d)ll). Diese Hypercharakterisierung laBt sich daraus er-
sprünglichen *bhéretu als * *berud oder * *beiriud (vgI. Eska [1992:
klaren, daB ursprünglich das Imperativmorphem *-ti5d nicht notwen-
268])und nicht bered zeigen. Um ein auslautendes kurzes u zu postu-
digerweise eine dritte Person Singularis bezeichnete. 1m Vedischen
lieren, müBte man mit einer zusatzlichen Hypothese arbeiten, namlich
wird -tiit normalerweise für Formen der zweiten Sg. benutzt, die
der Annahme einer früheren Apokqpe von -u, im ganzen parallel zur
manchmal auch als dritte Sg. fungieren und auch als 2.3. PI. und Du.
ersten i- Apokope, die als Erklarung des Unterschieds zwischen Abso-
Ebenso ist die griechische Variante für die 3. PI. -8'tülouveine analogi-
lut- und Konjunktendungen von Cowgill [1975: 51], [1985] und ahn-
sche Recharakterisierung einer unmarkierten Endung -eti5d durch die
lich von McCone [1979: 28-29], [1985] postuliert wird. Strukturell ge-
übliche Endung 3. pI. -OUV; vgI. auch die oben erwahnten italischen
sehen fallt diese Behauptung nicht ganz aus dem Rahmen, denn i und
Entwicklungen (§ 3.4). In diesem Sinne künnte die Folge [11] aus Bo-
u sind hohe Vokale, und eine solche Apokope künnte dann die beide.n
torrita 1 bedeutsam sein, wenn die syntaktische Segmentierung korrekt
hohen kurzen Vokale umfassen. Eska [1992: 268] behauptet, daB die
ise 2 ): Reihe von Imperativformen **biriud uSW. im Urgoidelischen vorhan-
den gewesen sei, danach aber durch analogische Umgestaltungen er-
11) Vielleicht ware es auch moglich, andere Formen auf -tu zu finden: Z. B. aritu setzt wurden. Aber er unterstützt diese These nur mit weiter rekonstru-
(Chamalieres, nach Kowal [1987: 253] und lungetu-tonid (Larzac l.a.617), acola- ierten Formen und nicht mit Hilfe der gallischen Formen, denn er setzt
tu-tanit (Larzac 2.a.10/ll); aber mindestens für die Formen von Larzac ist diese (Eska [1989: 220-222]) biietutu, bi(i)ontutu in Beziehung zu keltib.
Segmentierung nicht besonders wahrscheinlich (viel besser vielleicht lunget[ ut] u to-
nid, acolat[ut]u tanit, cfr. Schmidt [1990: 22]; über ris(s)un aritu oder ris (s)un-
aritu - t (s)unartiu, cfr. zuletzt Evans [1996: 14-15]. Schmidt loe. cit. denkt ein-
fach an eine «expressive Doppelung der Personalendung des Imperativs. 3 sg.», und tivsatze waren, würden wahrscheinlich die zwei ersten vom Pronomen singularis
er lehnt aus lautlichen Grunden ab, daB das zweite -tu aus *-ti5d zuruckzuführen somui abhangen; auch kan n man eventuell iom als Konj~nktion interpre~ieren, cfr.
seI. Z. B. Meid [1994: 24-25]. Gegen [1994: 25] übersetzt MeId [~995: 137] dIeses t~tuo
12) Abgesehen von den drei Relativ- oder Nebensatzen zwischen somui und als Plural: «Wem sie ... , dem sollen ... geben»; vgI. auch EIchner [1990: 37] uber
saum, vgI. § 2.2, [3.d] wo diese Satze zitiert worden sind; wenn es tatsachlich Rela- iom und [1990: 54] über die drei Nebensatze.
118 Francisco-J avier Rubio-Orecilla Das keltiberische Verb und der protokeltische Imperativ 119

-tuo < *-tod und nicht zu *-tu, *-ntu. Insofern als diese etymologi- chen würde. Vielleicht findet sich der Gebrauch des Injunktivs als Im-
sche Moglichkeit anscheÍnend das zweite -tu der gallischen Formen perativ im keltib. auoanto-allerdings am Satzende-, neben dem et-
unerkHirt 11íBt, scheint eine Analyse -en )tutu < Endung *-(n )tu + was besser bezeugten Gebrauch als Prohibitiv mit negierender Partikel
analogische Endung *-tod okonomischer zu sein. Damit gewinnen wir (ne-ito, nekue esianto, S. § 3.1-2). Trotz der natürlichen Unsicherheit
Hinweis auf urkelt. (nicht notwendigerweise urgoid.) Endungen *-tu, und der begrenzten Ergebnisse, die immer beim Vergleich zwischen in-
*-ntu, die, zusammen mit den injunktivischen -en )to-Formen im Kelt- sel- und festlandkeltischen Sprachen zustande kommen, erscheint das
iberischen, im GroBen und Ganzen mit dem komplexen Imperativ- dreifache Endungssystem (i) Inj. *-to/*-nto (Keltib., Air.), (ii) Imp.
und Injunktivendungssystem des Indoiranischen überstimmen13 ). Der *-tu/ *-ntu (Gall.), (iii) *-tod (Keltib., Gall.) dann wie eine sowohl
Kern des Problems besteht darin, daB die Imperativendungen keinen formale als alJch funktionale Übereinstimmung des urkeltischen Ver-
Unterschied zwischen Absolut- und Konjunktendungen kennen 14). balsystems mit dem System des Griechisch-Indoiranischen.
AuBerdem liegt eine auff1íllige Übereinstimmung mit der 3. Sg. des Im-
perfekts vor, die immer mit der Partikel no- als Konjunktform er-
scheint: no· bered < *nif bhéreto; über diese merkwürdige Benutzung Literatur
von no fast als Augment hat Watkins [1963: 14-15] eine klassische
Seite geschrieben. Die bessere Losung für die Endungen der 3. Perso- Beltrán, E, De Hoz, J. & Untermann, J., 1996: El tercer bronce de Botorrita (Con-
nen des altirischen Imperativs ist dann der Injunktiv: *bhéreto, *bhé_ trebia Belaisca), Zaragoza, Diputación General de Aragón.
Cowgill, Warren, 1975: "The Origins of the Insular Celtic Conjunct and Absolute
ronto > bered, berat, vgl. auch Meid [1963: 116] - besser als früh- Verbal Endings", Flexion und Wortbildung (AFIG 5, Hrg. Rix), Wiesbaden,
apokopierte *-(n ) tu-Formen - . Gegen das mit no prafigierte Imper- Reichert, 40-70.
fekt h1ítten die Formen des Injunktivs am Satzanfang sich zur exhorta- - 1985: "On the Origin of the Absolute and Conjunct Verbal Inflexion of Old
tiven Funktion spezialisiert; schon Cowgill [1975: 65] hatte bemerkt, Irish", Schlerath [1985: 109-118].
daB, insofern der Imperativ selbst eine Steigerungsform ist, er mogli- De Hoz Bravo, Javier, 1983: "Las lenguas y la epigrafía prerromanas de la Penínsu-
la Ibérica", Unidad y pluralidad en el mundo antiguo. Actas del IV Congreso
cherweise keine Intensivpartikel in Wackernagelscher Stellung brau-
Español de EECC, 1, Madrid, 393-396.
Eichner, Heiner, 1990: "Damals und heute: Probleme der ErschlieBung des Altkel-
tischen zu ZeuBens Zeit und in der d~genwart", Gedenkschrift K. Zeufi, Hrg.
13) Die auch von Eska [1989: 220] erwahnte Übereinstimmung von gall. lubites B. Forssman, 9-56.
(La Graufesenque) mit ai. - thas, airo Inj. > Ipv. 2. sg. Dep. -t(h)e (suidigthe «stel- Eska, Joseph E, 1987: "A Gallo-Italic dialectal formation", Die Sprache 33, 108-
le», cluinte «hore») ist, abgesehen von den Lesungsproblemen, blo~e auBerliche 111.
Ahnlichkeit: Man würde eher *-t(h)es > kelt. *-tfs erwarten. Jedenfalls vgl. 2. sg. - 1992:"The third person imperative desinences in Old Irish", KZ 105, 265-272.
Ipf. Deponens -suidigthea < *-tas < *-tehrs und nicht *-th 2 e-es (Rix 1976: 247)? Evans, D. Ellis, 1996: "The Gaulish inscription of Chamalieres", Die grójJeren Alt-
14) AuBer analogischen Ausgleichen konnte die Ausbreitung urspriinglicher Me- keltischen Sprachdenkmaler (Hrg. W. Meid & P. Anreiter), Innsbruck, 11-22.
dialendungen auf Kosten der Aktivendungen teilweise auf den minimalen Lautum- Forssman, Bemhard, 1985: "Der Imperativ im urindogermanischen Verbalsystem",
fang der Inj. akt. Endungen (*-t, *-nt) und den nachfolgenden Lautzerfall dieser Schlerath [1985: 181-197].
Formen zuriickzuführen sein; schon Meid [1963: 116] hatte bemerkt:« *bheret wa- García-Ramón, J. L., 1994: "Correspondencias y ecuables en la reconstrucción:
re mit dem Imp. *bhere lautlich zusammengefallen». Das Keltiberische bietet sei- chipr. to-we-na-i/dowenai/, véd. daváne, i. e. *da3uén- ", Quid ultra /adam,
nerseits keinen Beweis für aktive Injunktivendungen; die Form tekel'l (Luzaga- Madrid, 45-55.
Bronze, K.6.1, Z. 7), wenn verbal (s. Z. B. Villar [1995B: 18]), scheint eher ein Indi- Hamp, Eric P., 1990: "Two Etymologies", Celtica 21,173-177.
kativ Pr1íteritum zu sein. Vielleicht wurde der formale Zusammenfall von Injunktiv Isaac, Graham R, 1996: The Verb in the Book o/Aneirin, Tübingen, Niemeyer.
und Imperfekt im Urkeltischen mit einer geneuerten Verteilung (*-(n)t für das Pra- Kieckers, Emst, 1927: Handbuch der vergleichenden gotischen Grammatik, Mün-
teritum [Imperfekt, Aorist], *-(n )to für den injunktivischen Gebrauch) vermieden. chen, Hueber.
In diesem Kontext ist aber auch zu beachten, daB die einzige klare r-Form des Kowal, Béla, 1987: "Beobachtungen zur Inschrift von Chamalieres", IF 92, 243-
Keltiberischen gerade mit ne- bezeugt ist, ne-bintor (K.O.l A.I0); aber ne(-kue) 255.
muB nicht notwendigerweise mit einer Modalfunktion (wie ved. má) verbunden Lambert, Pierres-Yves, 1994: La langue gauloise, Paris, Errance.
sein, cfr. ne-litom ... nekue litom «(es ist) nicht erlaubt ... und nicht erlaubt ... » Lejeune> Michel, 1980: "Notes d'étymologie gauloise: V. - Les démonstratifs", EC
(K.0.1 A.1-2; litom /lixtom/ < *leikU-, airo léicid «lassen»?). 17,51-54.
'F

120 Francisco-Javier Rubio-Orecilla Das keltiberische Verb und der protokeltische Imperativ 121

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