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FoV_SS_2020

Immunologie

Dr. A. Gierens

1
Immunologie

immunis (lat.) = frei, unberührt

= die Wissenschaft des Abwehrsystems


von Lebewesen gegen fremde Substanzen
und Krankheitserreger

2
Wir sind nicht allein !

Bakterien

Parasiten

Würmer
Viren
Einzeller

3
Erste Befunde

•Thucydides (430 v. Chr.) beobachtete das Personen, die eine


Infektion überwunden hatten häufig vor einer Reinfektion geschützt
waren.

Ursachen der Erkrankungen waren damals unbekannt. Erst im 19.


Jahrhundert formulierte Pasteur die These, das Erkrankungen durch
Viren (virus lat. = Gift) ausgelöst werden.

4
Erste Immunisierungsversuche

 Mithridates VI, König von Pontos (132-63 v. Chr.)


nahm ansteigende Dosen eines Giftes

 Immunisierung gegen Pocken:


 Chinesen: schnupften Material von Pockenpusteln
 Türken: Impfung mit Pocken; hohe Sterblichkeit.

5
Ein Pocken Opfer

6
Der Beginn der Immunologie

Pocken Kuhpocken (Orthopoxvirus vaccinia) Ausrottung 1978

E. Jenner
1796

7
Immunisierung gegen Pocken

 1978: WHO Programm beendet

 “Pocken weltweit ausgerottet”


WHO 08.Mai 1980

8
Funktion des Immunsystems

Die zentrale Funktion des Immunsystems besteht darin,

den Organismus vor eindringenden Mikroorganismen

(Viren, Bakterien, Pilzen, Parasiten) und entarteten

Zellen zu schützen.

9
Definition: Immunsystem

Als Immunsystem werden Organe, Zellen und Eiweißkörper


zusammengefasst, deren Funktion in der Erhaltung der
Individualstruktur durch die Abwehr körperfremder
Substanzen und Krankheitserreger besteht.

10
Komponenten des Immunsystems

Lymphatische Organe

Immunzellen

11
Organe des Immunsystems

Primäre lymphatische Organe Sekundäre lymphatische Organe

Thymus
Nasenpolypen

Mandeln

Milz Lymphknoten

Milz

Knochenmark Peyersche Plaques

Blinddarm

Lymphgefäße

12
Lymphgefäßsystem
Lymphgefäßsystem
Erkrankung der Lymphgefäße

Blind endendes Lymphgefäß

13
Diapedese I

14
Birbaumer, 5.Aufl.
Diapedese II

15
Zellen des Immunsystems

Pluripotente hämatopoetische Stammzelle


-> im Knochenmark

Funktionen:
a. Teilung: zur Aufrechterhaltung
des Stammzellpooles

b. Differenzierung

Vorläuferzellen

16

Alle Zellen des Blutes


Zusammensetzung des Blutes

•Zusammensetzung des Blutes:

– 57% Flüssigkeit (Blutplasma)

• 90 % Wasser, 8 % Proteine,
2% andere gelöste Bestandteile

– 43% feste Blutanteile (Blutkörperchen)

• Blutplättchen (Thrombozyten)
–für die Blutgerinnung
• weiße Blutzellen (Leukozyten)
–für die Krankheitserregerabwehr
• rote Blutzellen (Erythrozyten)
–für den Sauerstofftransport 17
Zellen des Blutes

rote Blutzellen
(Erythrozyten)

weiße Blutzellen
(Leukozyten)

Blutplättchen
(Thrombozyten)

Mikroskopische Darstellung

Elektronenmikroskopische
18
Darstellung
Die weissen Blutzellen
(Leukozyten)

Der Mensch besitzt ca. 1.000.000.000.000 (1012 ) Leukozyten

19
Jeden Tag werden 109 Leukozyten neu gebildet
Leukozytensubpopulationen

Erythrozyten Thrombozyten

Leukozyten

Lymphozyten Granulozyten
Monozyten/
Makrophagen

Natürliche Killerzellen T-Zellen B-Zellen Neutrophile Basophile Eosinophile

T-Helferzellen Zytotoxische T-Zellen

20
Th1 Th2
Blutausstrich

Eosinophiler
Neutrophiler Granulozyt
Granulozyt
Monozyt

neutrophiler
Granulozyt

Lymphozyt

Lymphozyt
basphiler
Granulozyt
21
Wichtige Oberflächenmoleküle (CD)

22
CD= Cluster of differentiation
Wie funktioniert das Immunsystem ?

Wie schützen wir uns vor den

Krankheitserregern ?

23
Barrieren

Angreifer die erst gar nicht in den Organismus gelangen


müssen nicht vom Immunsystem bekämpft werden.

24
Physikalische Barrieren I - Haut

Haut

- Epidermis:
dünne äussere Schicht,
wasserdicht

- Dermis:
dicke innere Schicht,
Bindegewebe

-> Infektionen selten in der intakten Haut 25


Physikalische Barrieren II - Schleimhaut

Mukosa:

Auskleidung des Gastrointestinal-, Genitourinal- und Respirationstraktes

• Zwei Schichten: äussere Epithelien und inneres Bindegewebe

• Epithelialschicht sekretiert Schleim

• Weniger Schutz als die Haut

• Einige Mikroorganismen können die Mukosa durchdringen

26
Physikalische Barrieren III

– Tränen

– Speichel

– Schleim

– Nasenhaare

– Zilien

– Husten und Niessen

– Urinieren

– Vaginal Sekretion

– Epiglottis

27
Biochemische Barrieren

Zilien Mucus Mucus

• Talg
• pH Säure

• Schweiss Lunge
• Lysozym
• Magensaft Darm

Fett
säuren
Haut Norm. bakt. Flora
28
Barrieren - Zusammenfassung

Viele potentiell pathogene Keime können ferngehalten


werden aber:

nicht alle !!

=> weitere Verteidungsstragien sind zum Überleben


notwendig !

29
Immunitätsvarianten

angeborene Immunität erworbene Immunität

uralt 450 Mill. Jahre alt

30
Vergleich der beiden Arten der Immunität

angeborene Immunität erworbene Immunität

immer vorhanden muss ausgelöst werden

schnell (Stunden) langsam (Tage)

unspezifisch hoch spezifisch

kein Gedächtnis Gedächtnis


31
Komponenten der angeborene Immunität

Angeborene Immunität

G
M

Makrophagen + Granulozyten + ...

Komplement, ...
32
Komponenten des angeborenes Immunsystems

Funktion Eindämmung der


Infektion; Abwehr

Granulozyten

-Neutrophile
-Eosinophile
Zellen
-Basophile

Monozyten

NK Zellen

lösliche Faktoren - Komplement


- Zytokine
- CRP...
33
Die natürlichen Killerzellen

Lymphozytensubpopulation

Profikiller:

Erkennung und Einleitung der Apoptose


von virusinfizierten- und Tumorzellen

 „missing-self Hypothese“

34
Die Granulozyten
Neutrophiler: gelappter Zellkern; purpur anfärbare Granula

Knochenmark, ca. 6h im Blutstrom, in Kapillaren: haftet an Gefäßwand;


amöbenartige Struktur, krabbelt an Gefäßwand entlang, Diapedese,
krabbelt 5-6 Tage weiter durchs Gewebe, Tod
Funktion: aufspüren von Fremdkörpern; Phagocytose, Degranulation

Eosinophiler: 2 tropfenförmige Segmente im Kern, mit sauren Farbstoffen


anfärbbar

Knochenmark, ca. 1h im Blutstrom, Wanderung ins Gewebe


Funktion: Parasitenbekämpfung: zB. Inhalt ihrer Granula auf Würmer

Basophiler: Kern unregelmäßig begrenzt;

seltenste Zellen des Blutes


35
Funktion unbekannt
DieMAKROPHAGE
Monozyten/Makrophagen I

Makrophage: im Blut =Monozyt ( Aufenthalt ca. 3 Tage)

Diapedese

wachsen im Gewebe auf das 3-5 fache;

Differenzierung zum Makrophagen


(mehr Granula; mehr phagozytotische Kapazität)

a. sie wandern durchs Gewebe


b. sie verweilen; fixieren sich

36
Die Monozyten/Makrophagen II

Funktion: fressen alles; was nicht verdaut werden kann,


unverdauliche Reste werden ausgespuckt

- Antigenpräsentation 37
Phagozytose

1. Chemotaxis

2. Adhärenz

38
Immunantwort der akuten Phase (I)

= Veränderungen im Blut in der frühen Phase einer


Infektion

 dient der schnellen Eindämmung der Infektion

39
Immunantwort der akuten Phase (II)

C-Reaktive Protein/
Mannose-bindendes Protein:

-Opsonierung

-Komplementkaskade

40
Opsonierung I

41
Opsonierung II

42
Komplementkaskade
Das Komplement System: Gruppe von Serum-proteinen die u.a.
an der Lyse von fremden Zellen beteiligt sind.

Die zwei Wege der Komplement Aktivierung

1. Der klassische Weg: Immunkomplexe mit


Antikörpern.

2. Der alternative Weg: Komplementproteine


Interagieren mit zB CRP/MBP.

43
Der Membrane Attack Complex

44
Fremderkennung des angeborenen
Immunsystems I

Wie kann das angeborenene IS Strukturen als fremd erkennen ?

„Pattern“ Erkennung:
Strukturen/Muster werden erkannt, die im eigenen Organismus nicht
vorkommen aber häufig bei Mikroorganismen anzutreffen sind
- Breite Spezifität / Niedrige Affinität

Beispiel:

Lipid A Core / Variable Polysacharid

LPS-Rezeptoren des IS: CD14 + Toll-like-R4

45
Fremderkennung des angeborenen Immunsystems II

„Gefahr-Signale“

Prokariote Signalpeptide

Polysaccharide

LPS / Endotoxin / Lipid A

Andere Produkte von Pathogenen

Prokariote DNS

Verändertes / fehlendes „Selbst“


46
Angeborene vs. erworbene Immunität

Erkennung von Pathogen Nahezu unbegrenzte


nach bestimmten Pattern Erkennung von
wie Bakterien Lipide oder
verschiedenen Stoffen
Bakterien DNA

9-10 verschiedene Millionen verschiedener


Toll-Rezeptoren Antigen-Rezeptoren

angeborene Immunität erworbene Immunität

47
Zellen der beiden Arten der Immunität

Angeborene Immunität Erworbene Immunität

M G Th Tc

Makrophagen + Granulozyten
natürliche Killerzellen (NK)
B

Zytokine Komplement T und B Lymphozyten

48
Warum brauchen wir beide Arten der

Immunität ?

49
Wettlauf: B-Zelle gegen Bakterium

Erworbene Immunität

B-Lymphozyt Bakterium

Tox.
12 Std.
Tox. Tox.

Tox. Tox.

Tox.
Tox.
Tox.

2 B-Zellen 6x1010 Bakterien 50


Erworbene Immunität

zelluläre Immunität humorale Immunität

T-Lymphozyten B-Lymphozyten
Th Tc

Plasmazelle

produzieren Antikörper
51
Leukozytensubpopulationen

Erythrozyten Thrombozyten

Leukozyten

Lymphozyten Granulozyten
Monozyten/
Makrophagen

Natürliche Killerzellen T-Zellen B-Zellen Neutrophile Basophile Eosinophile

T-Helferzellen Zytotoxische T-Zellen

52
Th1 Th2
B-Lymphozyten
B-Zellen:
B = Bursa Fabricii (Organ bei Vögeln); Reifungsort der B-Zellen

= die Antikörper-produzierenden Zellen des Immunsystems

membrangebundener
Antikörper
= B-Zell Rezeptor

Aktivierung
+
Differenzierung

B-Zelle Antikörper
53
Spezifität

B Zelle Antigen

eine B-Zelle = ein Antikörpertypus


mit hoher Spezifität
54
Wir können alles erkennen

Immunsystem erkennt
fremde & eigene Antigene
...alle Eiweisse und viele
Zucker dieses Planeten
 109-1012 Strukturen
55
Variabilität der B-Lymphozyten I

Ca. 10 Millionen B Lymphozyten mit


voneinander verschiedenen Rezeptoren
56
Variabilität der B-Lymphozyten II

Antigen

Variable Domäne
L
H Konstante Domäne

Antikörper = Immunoglobulin (Ig) 57


Immunglobuline = Antikörper

• = Proteine

• erkennen spezifisch Antigene

• alle vorkommenden antigenen Strukturen


werden erkannt

• Ausnahme: körpereigene Strukturen

58
Aufbau eines Antikörpers

Fab

hypervariabler Teil mit

schwere Kette
schwere Kette
Disulfidbrücke Antigenbindungsstelle

konstante Region

Fc 59
Antikörperklassen (I)

• = Eine bestimmte B-Zelle kann nur AK


mit identischer variabler Region erzeugen

=> identische AG Bindungsstelle

• im laufe der Differenzierung der B-Zelle


kann die konstante Region (schwere
Kette) variieren

• 5 verschiedene schwere Ketten =>5


verschiedene Ig-Klassen
60
Antikörperklassen (II)
B Zelle

d IgD
Antigen
Differenzierung

m IgM
Variable Domäne

g
IgG
Konstante Domäne
Fc

a IgA

e IgE 61
Antikörperklassen (III)
B Zelle Isotyp Antikörper

d IgD IgD: ?
Differenzierung

m IgM IgM: Erstantwort,


Komplementbindung

g
IgG IgG: Phagocytosevor-
bereitung

a IgA IgA:
Pathogenagglutination

e IgE IgE: allergische Prozesse


62
Klonale Selektionstheorie
Macfarlane Burnet (1956)

B-Lymphozyten
Antigen

63
Macfarlane Burnet (1899-1985)

64
Differenzierung eines B-Lymphozyten

A n ti g e n

Klonale
Expansion
A n ti g e n

65
Gedächtnis B Zellen Plasmazellen sezernieren Antikörper
Antikörpermenge nach einer Immunisation

66
Funktionen der Antikörper

Neutralisation

Opsonierung

Komplement-
aktivierung
67
B-Lymphozyten - Zusammenfassung
B-Lymphozyten produzieren nach Aktivierung Antikörper = Immunglobuline

Rezeptor an B-Lymphozyten erkennt und bindet das Antigen


 Aktivierung, Teilungen und Differenzierungsvorgänge (ca. 5 Tage)
 Plasmazellen (überlebt nur wenige Tage)!;
 Bildung von Gedächtniszellen

Plasmazelle produziert Antikörper und gibt diese ab (ca. 2000 identische AK


pro Sekunde)  Neutralisation, Opsonierung, Auslösung der
Komplementkaskade

Klonale Selektionstheorie: Jeder B-Lymphozyt produziert nur einen


bestimmten, genau definierten Antikörper. Nur bei passendem Antigen
(Schlüssel-Schloß-Prinzip) kommt es zur Aktivierung (“Selektion” durch
Antigen)! 68
T-Lymphozyten

T-Zellen:
T = Thymus; Reifungsort der T-Zellen; dort lernen sie die
Unterscheidung „selbst-fremd“

T-Zellen: CD3

T-Helferzellen: CD3, CD4 Zytotoxische T-Zellen: CD3, CD8

Th1 Th2

69
T-Zellrezeptor
Antigenerkennung: über membrangebundenen T-Zellrezeptor;
jede T-Zelle besitzt einen ganz spezifischen TCR
bei Antigenerkennung: Stimulation, Proliferation

TCR

membrangebundener Rezeptor
= T-Zell Rezeptor V V

b-Kette a-Kette
C C

Plasma
T-Zelle Membran
70
T-Zellen

Wie erkennt die T-Zelle mit ihrem TCR

die Fremdsubstanz (Antigen) ?

71
Die Antigenpräsentation

Antigene werden der T-Zelle präsentiert !

Tablett: MHC-Moleküle
Major Histocompatibility Complex

72
MHC-Moleküle
=Haupthistokompatibilitätskomplex, Mensch: HLA Human Leucocyte Antigen,
Hauptverantwortlich für die Transplantatabstoßung
Typisierung= Analyse des Musters der MHC Moleküle

ca. 12 verschiedene MHC-Moleküle pro Individium;


in einer Population jedoch wesentlich mehr (ca. 1200)

je mehr MHC Moleküle bei Transplantat-Spender und -Empfänger identisch sind,


desto geringer ist die Gefahr einer Abstoßung.

Hauttransplantation

Akzeptanz Abstoßung73 73
74
MHC-Moleküle: Physiologische Funktion

-binden Peptide (Proteinfragmente) im Zellinneren und zeigen


diese den T-Zellen

Warum der Aufwand???


Warum erkennen die T-Zellen Antigene nicht direkt mittels
TCR???

MHC Moleküle erlauben dem Immunsystem ein Blick in die Zelle


- falls eine Zelle entartet/virusinfiziert ist werden Fremdproteine
im Zellinneren produziert
 hier kommt die T-Zelle nicht hin!!
75
MHC-Klasse I
Peptid-bindende
Region

ß2 Mikroglobulin

Zellmembran

Expression auf allen nahezu76Zellen 76


MHC-Klasse I - AG Präsentation

Antigene, die mit MHC KL.I


präsentiert werden

= Proteine, die in der Zelle


synthetisiert werden:

a. viraler Herkunft

b. zelleigener Herkunft

77
Tc-Zellen und MHC-Kl.I

MHC-Klasse I

- auf naheu allen Körperzellen vorhanden


- präsentiert Peptide die von der Zelle gebildet werden
- Peptide von 8-9 Aminosäuren
- Peptide binden im ER and MHC-Klasse I
- Peptide können „eigen“ oder „fremd“ sein
- Komplex wird zur Zellmembran transportiert
- MHC-KL.1 + eigen: muss von T-Zelle ignoriert
werden
- MHC-KL.1 + fremd: muss von T-Zelle erkannt werden
„Killer“- T- Zellen

78
Tc-Zellen und MHC-Kl.I
Cytotoxische T-Zelle

CD8+ T-Zelle

Gewebe Zelle 79
Aktivierung von Tc-Lymphozyten

Killer-Zelle (Tc) im Auftrag zum Töten

Ziel
Zelle
CD8 Killer
T-Zelle

80
80
Zytotoxizität: Perforin

Perforin

Homologie zu Komplement-
kaskade

formt Poren in Plasmamembran


81
Zusammenfassung MHC-Klasse I
Nahezu alle Körperzellen exprimieren auf ihrer Oberfläche MHC-Kl.I Moleküle

In der Zelle werden jeden Tag Proteine synthetisiert

Einige werden in kleine Fragmente abgebaut

Proteinfragmente verbinden sich mit MHC-Kl.I und werden auf die


Zelloberfläche gebracht

Zelle zeigt den Immunzellen was sie produziert

Körpereigene Proteinfragmente, die MHC-gebunden präsentiert werden, werden


von den Immunzellen ignoriert

Virusinfektion: Zelle produziert virale Proteine

MHC-KL.I bindet virale Proteinfragmente; Transport an die Zelloberfläche

Erkennung durch Tc Zelle


82
=> Abtöten der infizierten Zelle
MHC-Kl. I Antigenpräsentation

83
MHC-Klasse II
Expression auf
Antigen-
Peptid-bindende
präsentierenden Zellen
Region

Konstitutiv:
+++ Dendritischen Zellen
(Langerhans Zellen)
+ B-Zellen
(+) Monozyten /
Makrophagen

Alpha- Beta- Induziert (z.B durch g-IFN):


Kette Kette ++ B-Zellen / Monozyten
(+) Endothelzellen

Zellmembran

84
84
MHC-Klassen I + II

Warum gibt es MHC-Kl. I und MHC-Kl. II ?

Wie hängt dies mit T-Zellfunktionen zusammen?

85
Antigenpräsentierende Zellen
Dendritische Zellen:
verästelte Ausläufer
im ganzen Körper zu finden;
insbesondere in den Lymphknoten

Langerhanszellen
= dendritische Zellen der Haut

86
Antigen-Verarbeitung
zur Präsentation auf MHC-Klasse II

- Die invariante Kette bindet an MHC Klasse II und füllt die Peptidtasche
- Die Bindung von endogenen Peptiden im ER wird verhindert
- Phagozyt: Aufnahme von extrazellulärem Material (Vesikel)
Vesikel fusioniert mit MHC Kl. II Versikel: Bindung von aufgenommenen Peptiden
- Tansport an die Zelloberfläche 87
Th-Zellen und MHC-Kl.II

MHC-Klasse II

-präsentiert Peptide die von der Zelle


aufgenommen werden (Phagozytose
oder Pinozytose)

-Peptide von 13 und mehr


Aminosäuren

-Auf antigenpräsentierenden Zellen:


Rezeptor für CD4 + T-Zellen
(T-Helferzellen)
88
Antigenpräsentation

89
Herkunft der präsentierten Proteine

90
MHC Restriktion (I)

Die MHC-Restriktion
Antigene werden von T-Lymphozyten nur dann erkannt, wenn sie
zuvor aufbereitet und auf mittels MHC-Molekülen auf der
Zelloberflache präsentiert werden

MHC-Klasse I + Antigenfragment
 Erkennung durch zytotoxische T-Zellen (CD8)

MHC-Klasse II+ Antigenfragment


 Erkennung durch T-Helferzellen (CD4)

91
MHC Restriktion (II)

Helfer T Zelle Zytotoxische T Zelle

LFA-1 LFA-1

TcR TcR CD28


CD4
CD28
CD3 CD2
CD2 CD3

CD8 LFA-3
LFA-3
CD80 Class II Class I CD80
ICAM-1
ICAM-1

APC Zielzelle

92
MHC Restriktion (III)
T-Zellen erkennen beladene MHC-Moleküle und binden mit ihrem TCR

T-Zellen

T-Helferzellen Zytotoxische T-Zellen TOD


Hilfe

MHC-Kl. II MHC-Kl. I
auf best. phagozytierenden Zellen: auf allen Körperzellen:
Zelle die MHC-Kl.II + Fremdprotein Zelle die MHC-Kl.I + Fremdprotein
präsentiert präsentiert
= extrazelluläre Infektion = intrazelluläre Infektion/
Entartung
93
Psychoneuroimmunologie (PNI)

Psychologie

Neurologie

Immunologie

Medizin

Endokrinologie
94
94
Psychoneuroimmunologie (PNI)

Interdisziplinäre Forschungsrichtung mit Beteiligung der


Psychologie, Neurologie, und Immunologie, welche die Beziehung
zwischen psychologischen Einflußfaktoren und Erkrankungen
untersucht.

Psychoneuroimmunologie ist eine Disziplin, die physiologische und


pathobiologische Interaktionen zwischen dem Zentralnervensystem
und dem Immunsystem untersucht.

95
PNI - Interaktionen

Zentralnervensystem

Endokrines System Immunsystem

96
Hardware der Kommunikation

Organe des Immunsystems werden von


Nerven durchzogen

97
Innervation der Milz
Felten & Felten, 1994

98
Sympathische Nervenzellen ziehen in Immunareale (Milz einer Ratte)
Neuroendokrine Faktoren mit immunologischer Kompetenz
(nach Schedlowski & Tewes, (1996))

Hormone Zielzellen /Rezeptoren Wirkung

Glucocorticoide alle immunkompetenten Zellen - hemmt Zytokinproduktion


- inhibiert T-, B-, NK-Zellaktivität,
- allgemeine Immunsuppression
Adrenalin ß2 -Rezeptoren auf allen - hemmt T-Lymphozyten
Noradrenalin Lymphozytenpopulationen - stimmuliert NK-Aktivität
- stimmuliert Leukozytenmigration
- insbesondere NK_Zell Migration
ß-Endorphin Leukozyten - stimmuliert T-Zellreaktivität
- stimmuliert NK-Aktivität (auch
suppressive Effekte beschrieben)
ACTH mononukläre Leukozyten, - stimmuliert/inhibiert
Antikörperproduktion

weitere immunkompetente Hormone: Prolaktin, Wachstumshormone, Substanz P, Vasoaktives


99
intestinales Peptid (VIP), CRH, Neuropeptid Y,……
Gesicherte Zusammenhänge Psyche-Immunsystem

 Akuter Stress stimuliert (unspezifische) Abwehr

 Chronischer Stress reduziert Immunfunktionen

 Immunfunktionen sind konditionierbar

100
Die klassische Konditionierung

101
Konditionierung von Immunfunktionen (I)
Ader & Cohen, 1975

Trainingsdurchgang

Gruppe 1 = Kontrollgruppe Gruppe 2 = Experimentalgruppe

Placebo Cyclophosphamid
Wasser Wasser
+ +
Saccharin Saccharin

normaler Übelkeit
Zustand 102
Konditionierung von Immunfunktionen (II)
Ader & Cohen, 1975

Experiment

Gruppe 1 = Kontrollgruppe Gruppe 2 = Experimentalgruppe

Wasser Wasser
+ +
Saccharin Saccharin

normaler
Zustand 103
Konditionierung von humanen
Immunfunktionen

Ist die Aktivität von natürlichen Killerzellen konditionierbar ?

104
NK-Zytotoxizität
• Missing-self Hypothese • Tötungsmechanismus der NK-Zelle

105
NK-Zytotoxizitätstest
Messung der Fähigkeit von NK-Zellen, eine sensitive Zielzelllinie zu
lysieren;
Typische Targetzelle: K562 (myeloische Tumorzellinie)

106
Konditionierung von humanen
Immunfunktionen
Montag bis Donnerstag
1. Blutprobe Bonbon Adrenalin 2. Blutprobe
NK-Zellen
+

Aktivität
Zeit
1. Probe 2. Probe

Freitag
1. Blutprobe Bonbon Kochsalz 2. Blutprobe

+ NK-Zellen

Aktivität
Zeit
1. Probe 2. Probe
107
Immunkonditionierung: Ratten mit Herztransplantation
(King & Husband, 1996)

108
Stress und Immunsystem

109
Akuter Stressor
15.17 Autonomic Activation during a Stress Situation (Part 1)

110
Akuter Stressor – Immunantwort I

Baseline
10000 Unmittelbar nach
1h nach Sprung
8000
Zellen/µl

6000

4000

2000

0
Leukozyten Lymphozyten Granulozyten Monozyten
111
111
Akuter Stressor – Immunantwort II

2500 Baseline
Unmittelbar nach
2000 1h nach Sprung

1500
Zellen/µl

1000

500

0
CD3 /T-Zellen) CD4 CD8 CD6/CD56 NK
Zellen
112
113