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Jahrgangsstufe 8

Fach: Mathematik Lineare Funktionen in Anwendungen

1. Einleitung

Viele Schülerinnen und Schüler haben im Mathematikunterricht sehr großen Respekt vor
Text- und Anwendungsaufgaben. Die Schwierigkeit besteht häufig darin, dass man die
Aufgabe zunächst nicht ganz versteht und bei den einzelnen Teilaufgaben nicht weiß, was
man nun machen soll. Viele Textaufgaben enthalten aber meistens „Schlüsselwörter“, an
denen man erkennen kann, was man berechnen soll. Die folgende Tabelle kann nicht alle
„Schlüsselwörter“ erfassen. Sie gibt aber einen guten Überblick über „typische“
Formulierungen, die man auch in anderer Form in Text- und Anwendungsaufgaben finden
kann:

Mögliche Mathematische Bedeutung Vorgehensweise


Textformulierung/Signalwörter
Wann kommt ....auf dem Boden Nullstelle(n) gesucht Ansatz: f(x) = 0 und dann die
auf../Ist der Tank wieder leer../Wann Gleichung nach x umformen
ist etwas komplett heruntergebrannt..?
Welche Höhe wird nach x Minuten..../ Zu einem x-Wert wird der da- x-Wert in die Funktionsgleichung ein-
Wie viel Liter sind nach x km..../ zugehörige y-Wert gesucht setzen und y berechnen
Wie hoch ist der Gewinn nach x Mo-
naten
Nach welcher Zeit hat.....eine Höhe Zu einem y-Wert wird der y-Wert in die Funktionsgleichung ein-
von y/...einen Gewinn von y Euro... passende x-Wert gesucht setzen, Gleichung nach x umformen
und y berechnen.

Natürlich kann man Text- und Anwendungsaufgaben auch im Vorfeld mit


innermathematischen Aufgaben wie z. B. Steckbriefaufgaben verbinden.

2. Beispielaufgabe: Kerze

Das Herunterbrennen einer Kerze lässt sich durch eine lineare Funktion h mit der
Funktionsgleichung h(t ) = m ⋅ t + b , wobei t die vergangene Zeit in Stunden und h(t) die
Höhe der Kerze in cm beschreiben. Man weiß, dass die Kerze nach 4 Stunden eine Höhe
von 21 cm und nach 12 Stunden eine Höhe von 13 cm besitzt. Die Kerze brennt gleichmäßig
runter.

a) Bestimme rechnerisch die Funktionsgleichung der Funktion h.

Du kennst zwei Wertepaare d. h. zwei Punkte, die auf dem Graphen der linearen Funk-
tion liegen. Das sind die Punkte (4/21) und (12/13). Es ist also eine Steckbriefaufgabe
zu bearbeiten (Typ II mit zwei Punkten):

13 − 21 − 8
m= = = −1
12 − 4 8

Wähle dann z. B. den Punkt (4/21)

21 = (−1) ⋅ 4 + b
21 = -4 + b |+4
25 = b

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Damit lautet die Funktionsgleichung, mit der man für einen beliebigen Zeitpunkt t direkt die
Höhe h(t) berechnen kann:

h(t ) = −t + 25

b) Berechne die Höhe der Kerze vor dem Anzünden.

Die Zentrale Formulierung ist hier „..vor dem Anzünden“. Wenn die Kerze nicht angezündet
wurde, dann ist noch keine Zeit vergangen. Wenn noch keine Zeit vergangen ist, setzt man
also einfach für t = 0 ein:

h(0) = −0 + 25 = 25

Antwort: Am Anfang hatte die Kerze eine Höhe von 25 cm.

c) Berechne die Höhe der Kerze nach 17 Stunden.

Die Zentrale Formulierung ist hier „.Höhe nach 17 Stunden“. Es wird also zu einem x-Wert
der passende y-Wert gesucht. Man setzt also für t = 17 ein:

h(17) = −17 + 25 = 8

Antwort: Nach 17 Stunden hat die Kerze eine Höhe von 8 cm.

d) Ermittel rechnerisch nach wie vielen Stunden die Kerze eine Höhe von 20 cm besitzt.

Die Zentrale Formulierung ist hier „nach wie vielen Stunden“. Es wird also zu einem y-Wert
der passende x-Wert gesucht. Man setzt also für h(t) = 20 ein und löst dann die Gleichung
nach t auf:

20 = −t + 25 |-25
-5 = -t | :(-1)
5=t

Antwort: Nach 5 Stunden hat die Kerze eine Höhe von 20 cm.

e) Berechne nach wie vielen Stunden die Kerze vollständig heruntergebrannt ist.

Die Zentrale Formulierung ist hier „..vollständig heruntergebrannt“. Wenn die Kerze
vollständig heruntergebrannt ist, dann hat sie eine Höhe von 0 cm. Es wird also die Nullstelle
der linearen Funktion gesucht.

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0 = −t + 25 | -25
-25 = -t | : (-1)
25 = t

Antwort: Nach 25 Stunden ist die Kerze vollständig heruntergebrannt.