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Landtagsklub

An den Präsidenten Süd-Tirol, am 22. März 2021


des Süd-Tiroler Landtages

Schriftliche Anfrage: Nasenbohrer-Tests an den Schulen.

Anfangs sprach man von einem Pilotprojekt, von freiwilligen Tests an den Schulen.
Nun werden nach den Osterferien alle Kinder, die nicht am sogenannten
Nasenbohrer-Test teilnehmen, von der Schule ausgeschlossen und mit
reduziertem Unterrichtsstoff in den Fernunterricht geschickt. Die
Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner sagte dazu unlängst in einem Medium:
„Es handelt sich nicht um eine Wahlmöglichkeit zwischen Präsenz- und
Fernunterricht je nach persönlichem Empfinden. Die Energie der Lehrerkräfte soll
in Präsenzunterricht gehen. Wir wollen keine Doppelbelastung, es wird also keinen
Livestream geben, über den man den Unterricht von zuhause mitverfolgen kann,
sondern es werden Materialien für das Lernen zuhause zur Verfügung gestellt und
es wird eine gelegentliche Kontaktaufnahme durch die Lehrer und Lehrerinnen
geben“

Diese Aussage lässt darauf schließen, dass alle Schüler, die sich keinem Test
unterziehen, mit einem „schlechteren“ Unterricht bestraft und benachteiligt
werden. Deshalb stellt die Süd-Tiroler Freiheit folgende Fragen:

1. Auf welchen wissenschaftlichen und gesetzlichen Quellen und


Dokumentationen basiert die Vorschrift, Schüler, die sich nicht einem Corona-
Test unterziehen, vom Präsenzunterricht auszuschließen? Es wird um
Erklärung sowie Übermittlung dieser Quellen und Dokumentationen ersucht.
2. Mit welchem Recht wagen es Landesrat Achammer bzw. die Landesregierung
und Landesschuldirektorin Falkensteiner, den Schülern im Fernunterricht ihr

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Recht auf einen qualitativ gleichwertigen Unterricht zu verwehren?
3. Inwieweit steht ein derartiges Vorgehen im Widerspruch zu den geltenden
Menschen- und Kinderrechten? Bitte um ausführliche Erläuterung.
4. Auf welchen wissenschaftlichen und gesetzlichen Quellen und
Dokumentationen basiert die Vorschrift, den Besuch des Unterrichts in
physischer Präsenz an die Teilnahmepflicht eines Covid-Testes zu knüpfen?
5. Wird durch das Durchführen der Tests in der Klasse und durch das
anschließende „Herausnehmen“ der positiv getesteten Schüler aus dem
Klassenraum vor den Augen aller Anwesenden nicht das Recht auf
Privatsphäre des Kindes bzw. der Familie verletzt?
6. Wer (Schuldiener, Lehrer, Covid-Beauftragte der Schule, Direktor/Direktorin,
Landesschuldirektorin) trägt für die Umsetzung der Vorschriften im
Zusammenhang mit der Durchführung der Nasenbohrer-Tests in den Schulen
welche Verantwortung?
7. Auf welchen wissenschaftlichen und gesetzlichen Quellen basiert die
Vorschrift, dass Personen
a) aufgrund eines positiven Nasenbohrer-Tests als „enge Kontakte“
eingestuft werden können?
b) aufgrund eines positiven Nasenbohrer-Tests in Quarantäne bzw.
vorsorgliche Quarantäne geschickt werden können?
c) aufgrund eines positiven Nasenbohrer-Tests zur Durchführung eines
PCR -Tests verpflichtet werden können?
8. Auf welchen wissenschaftlichen und gesetzlichen Quellen basiert die
Vorschrift, dass Mitbewohner der Schüler, die mittels nasalen Antigentest
positiv getestet wurden, bis zum Ergebnis des zur Bestätigung durchgeführten
PCR-Tests vom Departement für Gesundheitsvorsorge in vorbeugender
Quarantäne gestellt werden können?

L.-Abg. Myriam Atz Tammerle L.-Abg. Sven Knoll

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