Sie sind auf Seite 1von 3

Zahntechnik

Bleaching
Lernfeld 4 Datum:

Infotext – Was ist Bleaching?


Weiße Zähne – sie gelten als Sinnbild für Schönheit, Gesundheit und Jugend. Sie gehören für uns zu
einem gepflegten Erscheinungsbild, wir verbinden sie mit Erfolg und Kompetenz. Stars und Sternchen
strahlen deshalb in die Kameras und versuchen, ihr Publikum mit einem blendend-weißen Lächeln zu
betören. Wer nicht von Natur aus mit einem filmreifen Gebiss gesegnet ist und unter vermeintlich oder
tatsächlich gelben Zähnen leidet, lässt sich gerne von der ästhetischen Zahnmedizin helfen.
Schon seit Jahrhunderten versuchen die Menschen, ihre Zähne aufzuhellen. Viele setzten dabei auf Me-
thoden, die im besten Fall wirkungslos blieben, im schlechtesten Fall den Zähnen schadeten. Heute ha-
ben Zahnärzte, Drogerien und Apotheken eine große Produktpalette anzubieten, bei der deutlich weni-
ger Nebenwirkungen zu fürchten sind. Unter dem Etikett „Bleaching“ (vom englischen to bleach, blei-
chen) erobern sie den Markt. Von einer stetig wachsenden Kundschaft werden sie zur Aufhellung der
Zähne genutzt.
Doch noch immer kann eine zu sorglose Anwendung der Bleichmittel zu Schönheitsfehlern führen oder
Zähnen und Zahnfleisch nachhaltig schaden. Denn nicht jedes Bleaching-Verfahren ist auch für jeden
Mund geeignet. So unterscheiden Zahnärzte zwei Arten von Zahnverfärbungen: intrinsische und extrin-
sische. Bei intrinsischen Verfärbungen ist die innere Zahnschicht betroffen, bei extrinsischen der Zahn-
schmelz auf der Außenseite. Je nachdem welcher Teil der Zähne verdunkelt ist, kommen unterschiedli-
che Bleaching-Methoden zum Einsatz.
In jedem Fall sollten Interessierte im Vorfeld einen Fachmann zu Rate ziehen. Denn im Gegensatz zu
Zahnbelag, der durch Essensreste und Speichel entsteht, lassen sich Verfärbungen der Zähne leider
nicht so einfach wegputzen. Andersherum bedeutet das aber auch, dass dunklere Zähne nichts mit feh-
lender Hygiene zu tun haben. Denn zunächst einmal hat jeder von uns eine ganz individuelle Zahnfarbe.
Die ändert sich mit dem Alter und hängt von unseren Lebensgewohnheiten ab.
Nur in Ausnahmefällen deuten Zahnverfärbungen auf kranke Zähne oder andere gesundheitliche Prob-
leme hin. Meist sind färbende oder säurehaltige Lebens- und Genussmittel schuld, etwa bestimmte al-
koholische Getränke, Tee, Tabakrauch, Kaffee, Rotwein oder Fruchtsäfte. Aber auch einige Medika-
mente, Karies oder Mangelernährung können dafür verantwortlich sein, dass unsere Zähne ihr kindli-
ches Weiß mehr und mehr verlieren.
„Aus medizinischer Sicht“, so meint die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), „sollten Bleich-
verfahren zurückhaltend eingesetzt werden.“
Wer zweimal täglich seine Zähne putzt und täglich die Zahnzwischenräume reinigt, der kann schon viel
für das natürliche Weiß seiner Zähne tun.
Oft lassen sich auch mit der professionellen Zahnreinigung glänzende Erfolge erzielen. „Erst wenn das
nicht reicht, sollte man das Bleichen in Betracht ziehen“, so die KZBV.
Wege zum Zahnpasta-Werbespot-Lächeln gibt es viele. Dazu gehören Verfahren, die nur der Zahnarzt
vornehmen kann, solche, die der Zahnarzt vorbereitet und der Patient zuhause durchführt und wieder
andere, die jeder alleine anwenden kann. Die chemische Substanz, die dabei zum Einsatz kommt, ist
jedoch immer die gleiche: das sogenannte Karbamidperoxid. Es setzt sich zusammen aus Karbamid, ei-
nem geschmacksneutralen, farblosen Gel, und Wasserstoffperoxid (H2O2), das zum Beispiel auch zum
Haarefärben genutzt wird. Es löst die abgelagerten Farbpigmente nicht aus dem Schmelz heraus, son-
dern entfärbt sie nur.
Trotzdem kann das Bleichen einige Nebenwirkungen verursachen. Deshalb dürfen Präparate mit über
0,1 Prozent Wasserstoffperoxid nur vom Zahnarzt angewendet werden. Die im Handel frei erhältlichen
Mittel enthalten eine geringere Wirkstoffkonzentration. Doch auch ihr Einsatz ist nicht völlig unproble-
matisch und sollte vorher mit dem Zahnarzt abgeklärt werden. Bleaching kommt für Sie nicht in Frage,
wenn Ihre Zähne krank oder geschädigt sind, wenn Sie zum Beispiel unter Karies, Parodontose, Defekten
im Zahnschmelz, undichten Füllungen, Schmelzrissen oder freiliegenden Zahnhälsen leiden. Auch wenn
Sie schwanger sind oder stillen, dürfen Ihre Zähne nicht gebleicht werden.

1
Quellen: Zahn-Bleaching von Dr. Lisa Meyer, Medizinjournalistin; Veröffentlicht: 25.01.2018
Zahntechnik
Bleaching
Lernfeld 4 Datum:

Zähne bleichen beim Zahnarzt

Je nach Ursache der Verfärbung, der Farbe der Zähne und dem Grad der gewünschten Aufhellung kom-
men verschiedene Bleichtechniken und Wirkstoffkonzentrationen in Betracht. Ihr Zahnarzt kann beur-
teilen, welche Methode schonend ist und zugleich eine möglichst natürliche Optik erzeugt. Zur Auswahl
stehen: Power Bleaching, Walking Bleaching und Home Bleaching unter ärztlicher Aufsicht. Vor der Auf-
hellung wird er das Gebiss auf Zahn- und Zahnfleischschäden hin untersuchen. Eventuell müssen vor
Beginn des Bleachings Krankheiten wie Karies oder Zahnmarkentzündung (Pulpitis) behandelt werden.
Meist ist im Vorfeld auch eine professionelle Zahnreinigung nötig. Denn nur wenn die Zähne frei von
Belag sind, kann der Arzt ihre Farbe richtig beurteilen. Zahnbeläge verhindern außerdem, dass die
Bleichmittel gleichmäßig wirken. Kronen, Brücken und Füllungen verändern ihre Farbe beim Bleichen
nicht. Der Zahnarzt wird dies bei der Zahnaufhellung berücksichtigen und auf ein harmonisches Gesamt-
bild achten.

Zähne bleichen zu Hause

Wer eine lange Rechnung fürchtet, den Zahnarztbesuch scheut und trotzdem weiße Zähne möchte, fin-
det auch in Apotheken und Drogerien eine Reihe an Produkten zum Zähne bleichen. Doch auch dabei
gilt: Ein ärztliches Check-up ist unerlässlich. Zunächst muss abgeklärt werden, ob die Zähne überhaupt
gesund genug sind für eine solche Prozedur. Liegen die Zahnhälse frei, sind Füllungen defekt, tummelt
sich Karies am Zahn, dann könnten die Bleaching-Wirkstoffe ins Zahninnere vordringen und Entzündun-
gen verursachen. Bevor die Zähne aufgehellt werden können, braucht es außerdem eine professionelle
Zahnreinigung – auch hierfür ist der Gang zum Zahnarzt notwendig. Ein weiteres Problem der Drogerie-
Produkte: Viele haben nur gering dosierte Wirkstoffe und sind deshalb wenig effektiv. Hochdosierte
Bleichmittel aus dem Internet könnten ohne ärztliche Anleitung wiederum großen Schaden anrichten.
Alle Selfmade-Methoden sind deshalb mit großer Vorsicht zu genießen.

Bleaching Methode: Zahn-Bleaching mit Hausmitteln


So verlockend es sein mag, mit natürlichen Mittel aus dem heimischen Vorratsschrank die Zähne zu
weißeln: Das Bleaching mit Hausmitteln birgt einige Risiken. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische
Zahnmedizin (DGÄZ) etwa findet deutliche Worte: „Finger weg von Hausmitteln. Vor Zigarrenasche,
Salz, Erdbeermus, Zitronensaft oder Backpulver muss dringend gewarnt werden.“ Denn: Sie alle enthal-
ten entweder Säuren oder zu viele Schmirgelstoffe, die nicht nur den Zahnschmelz angreifen, sondern
auch dafür sorgen, dass die Zähne anfälliger für Karies werden. Backpulver zum Beispiel, kann irrepa-
rable Schäden verursachen. Durch seine enorme Schleifkraft werden die Zähne großflächig angegriffen
und Entzündungen verursacht. Der Bleicheffekt ist zudem nicht einmal ansatzweise mit dem eines pro-
fessionellen Bleachings zu vergleichen. Fazit: Beim Wohnungsputz mögen viele Hausmittel sehr wirksam
sein. Wenn es um Ihre Zähne geht, sollten Sie lieber die Finger davonlassen.

Wie lange hält der Effekt?


Wie lange sie sich an dem neuen Strahlglanz im Spiegel erfreuen können, hängt sehr stark von Ihren
Ess- und Putzgewohnheiten ab. Je öfter die Zähne mit färbenden Genussmitteln in Kontakt kommen,
desto schneller verblasst der Aufhellungseffekt. In der Regel können Patienten nach professionellen
Bleaching-Behandlungen beim Zahnarzt davon ausgehen, dass die Wirkung circa drei bis fünf Jahre
sichtbar bleibt. Wer raucht, seine Zahnpflege vernachlässigt oder viel Kaffee und Tee trinkt, wird sich
schneller wieder auf den Zahnarztstuhl legen müssen. Wird das Bleaching wiederholt, reicht aber meist
eine geringere Peroxid-Menge aus, um die Wirkung aufzufrischen. Bei den Do-it-yourself-Produkten ist
der Effekt unterschiedlich lange zu sehen. Auch hier kommt es vor allem auf das Ess- und Rauchverhal-
ten an. Grundsätzlich können Sie aber davon ausgehen, dass die Aufhellung der Zähne für ca. ein halbes
Jahr anhält.

2
Quellen: Zahn-Bleaching von Dr. Lisa Meyer, Medizinjournalistin; Veröffentlicht: 25.01.2018
Zahntechnik
Bleaching
Lernfeld 4 Datum:

Bleaching: Nachteile und Risiken


Bleaching ist heutzutage ein relativ sicheres und risikoarmes Vorgehen. Doch noch immer bergen die
Methoden verschiedene Nebenwirkungen. So können die Zähne nach der Behandlung empfindlicher
sein – eine Reaktion, die beim Zahnarzt in der Regel durch eine Fluoridierung der Zähne abgemildert
wird. Außerdem kann das Bleichmittel die Schleimhäute irritieren, wenn der Zahnfleischrand nicht aus-
reichend abgedeckt und geschützt wurde. Kontrovers diskutiert wird aber vor allem die Aktivierung von
Bleichmitteln durch Licht oder Laser. Diese Methoden stehen im Verdacht, das Zahnmark zu beschädi-
gen. Auch die langfristigen Auswirkungen von hochdosierten Bleichmitteln sind noch umstritten. Dane-
ben kann das Bleaching unter Umständen die Zahnstruktur schwächen und die Zahnsubstanz im Wur-
zelbereich angreifen. Viele Nebenwirkungen betreffen insbesondere die Produktpalette für zuhause:
Beispielsweise kann zu häufiges oder zu intensives Bleachen die Zahnhartsubstanz verändern. Vor allem
Aufheller, die Ablagerungen abschleifen (wie Pasten und Aktivkohle) können die Zähne nachhaltig schä-
digen. Die Bundeszahnärztekammer rät deswegen, Aufhellungsmethoden nicht mehrmals im Jahr an-
zuwenden. Die Hauptgefahr der Do-it-yourself-Behandlung ist, dass Vorerkrankungen eventuell unent-
deckt bleiben. Beim Home-Bleaching besteht daneben die Gefahr, das größere Mengen Gel verschluckt
und dadurch die Magen-Schleimhäute gereizt werden. Wird das Bleichmittel oder der Bleaching-Strei-
fen nicht richtig platziert, können auch die Zahnhälse sehr empfindlich reagieren. Zu hoch dosierte
Home-Bleaching-Produkte auf dem Markt können Zähnen und Zahnfleisch nachhaltig schaden.
Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung warnt außerdem vor Nebenwirkungen ästhetischer Art:
„Wenn Sie auf eigene Faust Bleichmittel anwenden, kann das zu unschönen Ergebnissen führen, die
besonders im Frontzahnbereich stark auffallen. Gegebenenfalls kann nur der Zahnarzt die Unregelmä-
ßigkeiten nachträglich beheben.“ Folienstreifen etwa bedecken meist nur die vordersten Zähne. „Jeder,
der gerne lacht und Zähne zeigt, sollte berücksichtigen, dass ein Bleichen nur der Frontzähne die Nach-
barzähne dunkler scheinen lässt, was zu einem unharmonischen Gesamtbild führen kann.“
Die FDI World Dental Federation, der Weltverband der Zahnärzte kommt deshalb zu dem Schluss: „Fach-
lich verifizierte Untersuchungen ergaben, dass peroxidhaltige Präparate als sicher und effizient gelten,
wenn die Produkte unter Aufsicht eines Zahnarztes und sachgemäß angewendet werden. Diese Technik
fällt in den Bereich der Zahnmedizin und sollte nicht von Personen angewendet werden, die keine Zahn-
ärzte sind. Aus Gründen der öffentlichen Sicherheit wird der freie Verkauf dieser Produkte nicht befür-
wortet.“

Zähne bleichen: Wieviel kostet ein Bleaching?


Da es sich beim Bleaching um eine rein ästhetische Maßnahme handelt, kommen weder gesetzliche
noch private Krankenkassen für die Kosten auf. Die können, je nach Umfang, Methode und Aufwand der
Behandlung, unterschiedlich hoch ausfallen. Wer das Bleichen selbst in die Hand nimmt, kommt natür-
lich günstiger weg als der Zahnarztpatient. Zwischen fünf und 100 Euro kosten handelsübliche Pasten,
Gels, Pulver, Streifen, Stifte oder Schienen aus Drogerien und Apotheken. Wenn der Profi Hand anlegt,
wird die Sache teurer. Jeder Zahnarzt legt die Kosten selber fest. Üblich sind Preise zwischen 250 und
800 Euro. Fertigt der Zahnarzt eine individuell angepasste Schiene an, damit der Patient die Zähne zu-
hause selber bleichen kann, kostet das zwischen 250 und 400 Euro. Lassen Sie sich im Vorfeld einen
detaillierten Kostenplan erstellen, indem auch Vorbehandlungen wie die professionelle Zahnreinigung
aufgeführt sind. So erleben Sie nachher keine bösen Überraschungen und haben allen Grund zu strah-
len.

Du triffst Petra 35 nach einigen Monaten wieder, Sie ist ganz begeistert von deinen Tipps und berichtet
dir, dass Sie sich hat entschlossen, die Zähne zu bleachen. Auf welche Punkte muss Petra in Ihrem Fall
hingewiesen werden.

Im weiten Gespräch erzählt dir Petra, dass Sie ein Kind erwartet. Welchen Ratschlag würdest Du Petra in dem Fall geben.
3
Quellen: Zahn-Bleaching von Dr. Lisa Meyer, Medizinjournalistin; Veröffentlicht: 25.01.2018

Das könnte Ihnen auch gefallen