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Abschläge und Aufschläge

Wird die Anleihe mit einem Preisabschlag gehandelt, erzielt der Käufer der Anleihe eine Rendite
sowohl aus dem Erhalt der Kuponzahlungen als auch aus dem Erhalt eines Nennwertes, der den für
die Anleihe gezahlten Preis übersteigt. Infolgedessen übersteigt die Effektivverzinsung einer
Anleihe, wenn diese mit einem Abschlag gehandelt wird, den Kuponzins. Aufgrund der Beziehung
zwischen Anleihepreisen und-renditen trifft das auch umgekehrt zu: Übersteigt die
Effektivverzinsung einer Kuponanleihe den Kuponzins, so ist der Barwert ihrer Cashflows bei der
Effektivverzinsung niedriger als ihr Nennwert und die Anleihe wird mit einem Abschlag gehandelt.

Eine Anleihe, auf die Kuponzahlungen geleistet werden, kann auch zu einem Wert über ihrem
Nennwert gehandelt werden. In diesem Fall verringert sich die Rendite des Anlegers aus den Kupons
durch den Erhalt eines Nennwertes, der niedriger ist als der für die Anleihe gezahlte Preis. Somit
wird eine Anleihe „über pari“ gehandelt, wenn ihre Effektivverzinsung geringer als ihr Kuponzins ist.

Wird eine Anleihe zu einem ihrem Nennwert entsprechenden Preis gehandelt, wird dies als „zu pari“
bezeichnet. Eine Anleihe wird zu pari gehandelt, wenn ihr Kuponzins gleich ihrer Effektivverzinsung
ist. Eine Anleihe, die mit einem Abschlag gehandelt wird, wird auch als „unter pari“ bezeichnet,
während eine Anleihe, die mit einem Aufschlag gehandelt wird, als „über pari“ bezeichnet wird.

Die meisten Emittenten von Kuponanleihen wählen einen Kuponzins, der so gestaltet ist, dass die
Anleihen zunächst zu oder beinahe zu pari, das heißt zum Nennwert, gehandelt werden. Nach dem
Ausgabedatum verändert sich der Marktpreis einer Anleihe gewöhnlich aus zwei Gründen im Laufe
der Zeit:
1. Die Anleihe nähert sich im Laufe der Zeit ihrem Fälligkeitstermin. Bleibt die
Effektivverzinsung der Anleihe fix, so verändert sich der Barwert der verbleibenden Cashflows, wenn
die Restlaufzeit abnimmt.
2. Änderungen der Marktzinssätze beeinflussen zu jedem Zeitpunkt die Effektivverzinsung
der Anleihe sowie deren Preis, also den Barwert der restlichen Cashflows.