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Sepulveda, Democrates alter

1550: Disputation von Valladolid

Juan Gines de Sepulveda (1490 - 1573; Dominikaner, Theologe und Historiker)


argumentiert gegen Bartolome de Las Casas (1484 - 1566; Dominikaner; Bischof in den
spanischen Kolonien in Amerika) über die zukünftige Behandlung der Indios.
Die Grundfrage war: Darf man die Indios unterdrücken und gegen sie Krieg führen?

Eines der Argumente Sepulvedas war folgendes:

Mares in1 feminas, viri in pueros, pater in 12 in + Akk.: hier: über


natura (Abl.): von Natur aus
filios imperium tenent. ... 3 quibus servis: für diese Sklaven

In genere humano alteri sunt natura2 domini, 45 sancio 4: festsetzen


liber Proverbiorum: Buch der Sprüche (AT)
alteri natura2 servi. Nam qui prudentia valent 6 abhorreo 2 a: hier: weit entfernt sein von …
et ingenio non autem corporis viribus, hi sunt 78 praesto
deposita
1: übertreffen (hier: virtute praestare)
feritate: nach Ablegen ihrer
natura2 domini; contra, tardi et hebetes, sed Wildheit
corpore validi ad obeunda necessaria munera, 9 virtutum = Genitiv!
servi sunt natura2.
Quibus3 servis non modo iustum est, sed etiam utile, ut serviant natura2 dominis.
Quod lege quoque divina sancitum4 esse videmus. Scriptum est enim in libro5
Proverbiorum: qui stultus est serviet sapienti: et tales sunt barbarae et
inhumanae gentes a vita civili et a mitioribus moribus abhorrentes6. Quibus
gentibus commodum est et a natura2 iustum, ut subicerentur imperio
humaniorum et virtute praestantium7 principum aut gentium, ut horum virtute,
legibus atque prudentia - deposita8 feritate - in vitam humaniorem, ad mitiores
mores, ad virtutum9 cultum redigerentur.
Quae si imperium recusent, armis cogi possunt: et id bellum iustum est lege
naturae.

 Warum verwendet Sepulveda in seiner


Gedankenführung wohl so auffällig oft die
Formulierung natura (= von Natur aus) oder
auch lex naturae? Was möchte er dadurch
unterstreichen?
 Welches weitere für damalige Menschen
wichtige Arguent bringt er in dem Satz: Quod
lege quoque divina sancitum esse videmus.?
 Wie stellt Sepulveda die Unterwerfung der
Indios als Wohltat diesen gegenüber dar?
 Was ist deine Meinung zu diesem Argument
Sepulvedas?
 Vergleiche die Aussagen Sepulvedas mit der
Erklärung der Menschenrechte! Welche
Unterschiede erkennst du?
Aus der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit
Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit
begegnen.

Artikel 2

Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten
ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache,
Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft,
Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.
Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen,
rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebiets, dem eine Person
angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine
Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Artikel 3

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Artikel 4

Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und


Sklavenhandel sind in allen ihren Formen verboten.

Artikel 5

Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender


Behandlung oder Strafe unterworfen werden.

Artikel 6

Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden

Artikel 7

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf
gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen
jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung
zu einer derartigen Diskriminierung.