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Zusammenfassung SS19

Systematische Werkstoffauswahl (Karlsruher Institut für Technologie)

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Zusammenfassung Systematische Werkstoffauswahl


Kapitel 1: Einführung
Fertigung und Bauteilverhalten (FuB)
- Wechselwirkung bei mechanischen Beanspruchungen
- Verfahren:
• Wärmebehandlung (Härten v. Stählen, Einsatzhärten)
• Mech. Oberflächenbehandlung (Kugelstrahlen)
• Additive Fertigung (Oberflächenoptimierung)
• Postprocessing (nachbereiten Ergebnisse Computersimulation)

Werkstoff- Bauteilzustände
Prüfung: Röntgenographie, Thermische Analyse
Modellierung: Simulation der Mikrostrukturentwicklung (FEM), Verfestigungszustand
Werkstoff- Bauteileigenschaften
Prüfung: Statische/zyklische mechanische Prüfung, Verzug
Modellierung: Simulation der Oberflächen-verformung und Eigenspannungs-ausbildung
Psychologische Faktoren (unterschiedl. Wahrnehmung)
- Neben Funktionalität spielt Ästhetik eine wichtige Rolle
=> wird maßgeblich durch die Materialwahl mitbestimmt

• Haptisch (hart/weich oder warm/kalt)


• Optisch (Farbe, Reflektion, …)
• Akustisch (Eigenfrequenz, Dämpfung)

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Kapitel 2: Grundlagen der Werkstoffkunde

Wichtige Kennwerte!

Chemische Eigenschaften
Korrosion

- Ungewünschte Reaktion mit Atomen/Molekülen der Umgebung


- Grundvoraussetzung: System ist nicht in thermodynamischen GGW

Metalle (wenig stabile Stoffe in oxidierter Umgebung) -> Kunststoffe -> Keramiken sind am
korrosionsbeständigsten

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Lösung des Problems durch eine Passivierung

- Schutzschicht, welche die Oxidation des Metalls stark verlangsamt

Mechanische Eigenschaften
- Kennzeichnen WSverhalten ggüber äußeren Beanspruchungen
- Drei Stadien der Verformung: reversibel, irreversibel, Bruch

Martinsitbildung

- Überschreiten der kritischen Abkühltemperatur


- Ms (Martinsittemperatur) wird unterschritten
- Diffusionslose Bildung der Bainschen Konstruktion
➔ hohe Härte, hohe Festigkeit, geringe Duktilität

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E-Modul & Steifigkeit

Aus elastischer (reversibler) Verformung


➔ auf Veränderung der Atomabstände ggüber GGW-Lage zurückzuführen

Festigkeit

Verfestigungsmechanismen

- Korngrenzenverfestigung
- Kaltverfestigung/Versetzungsverfestigung
- Ausscheidungs-/Dispersionsverfestigung,
- Mischkristallverfestigung
- Orientierungsverfestigung (Verwechslungsgefahr mit Polymeren !!!)
➔ Grundlage ist Behinderung der Versetzungsbewegung

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Dauer/Wechselfestigkeit

- Dauerfestigkeitsschaubilder (Smith-/ Haighdiagramm)


- Spannungs-Wöhlerkurve ➔ Wechselfestigkeit

Härte

- Martens (Universalhärte)
- Rockwell (Kugel)
- Brinell (Kugel)
- Vickers (Diamantpyramide)

Risszähigkeit

Stabiles Risswachstum:
Zur Rissvergrößerung ist eine Zunahme der äußeren Belastung notwendig

Instabiles Risswachstum:
Riss breitet sich ab einer bestimmten Last spontan aus, wenn die
freiwerdende elastisch gespeicherte Energie bei Rissflächenzuwachs
größer oder gleich der erforderlichen ist.

Risszähigkeit = Widerstand des Werkstoffes gegen die instabile Ausbreitung von Rissen

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Kapitel 3: Auswahlprozeduren
Systematische Werkstoffauswahl nach Ashby

Leistungsindex
- Funktionsanforderungen F
- Geometrieparameter G
- Werkstoffeigenschaften M

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Kapitel 4: Randbedingungen & Querschnittformen


Bauraumbeschränkung
- Freie Variable oftmals beschränkt, z.B. durch Bauraum
➔ zusätzliche Randbedingungen (Screenig-Kriterien)
Form und Effizienz

- Zug: nur Querschnittsfläche wichtig


- Biege/Torsion/Druck: Querschnittsfläche & Querschnittsform wichtig
- Form des Bauteils hängt stark vom Werkstoff ab

Effizienz: geringster Werkstoffeinsatz bei größtmöglicher Bauteilfestigkeit/steifigkeit

Formeffizienz Biegesteifigkeit (für elastische Biegung):

Formeffizienz Biegefestigkeit (für Versagen unter Biegebeanspruchung):

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Zielkonflikte

- Leistungsfähigkeit vs. Wirtschaftlichkeit (Preis)


➔ Trade-off Diagramme
- relativer Wert zweier Kriterien bekannt-> Wertfunktion aufstellen -> eindeutige Wahl
- mehrfache Randbedingungen -> “schärfere” Randbedingung gefunden und beachtet werden
➔ kein Zielkonfliktvor!

Zielkonflikt und Kompromissfindung: Strategie 1

- Erstelle Trade-off-Diagramm
- Skizziere die Trade-off-Linie
(Nähe der “Trade-off”-Kurve sind gute Kompromisse)
➔ Wähle eine Lösung aufgrund der relativen Wichtigkeit

Zielkonflikt und Kompromissfindung: Strategie 2

- Erstelle Trade-off-Diagramm
- Skizziere die Trade-off-Linie
- Verwandle eines der Ziele in eine Randbedingung
➔ setze ein Limit

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Zielkonflikt und Kompromissfindung: Strategie 3

Austauschkonstante ist ein Maß für den Wert einer Leistung


(Hier: Wert einer Gewichtseinsparung von 1kg)

Kapitel 5: Verbunde, Schäume, Hybride

Optimale Crashabsorber

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Werkstoffverbunde: Aluminium Foam Sandwich

Kapitel 6: Hochtemperatureinsatz

E-Modul und Schmelztemperatur

- E-Modul und Schmelztemperatur sind über Bindungsenergie gekoppelt


- Gilt nur für kristalline porenfreie Werkstoffe bei T= 0K
- Wenn absolute Schmelztemperatur 𝑇𝑀 >> 300K gilt die Faustregel auch grob bei Raumtemp.
- E-Modul von Polymeren, Grafit, Gesteinen und mineralischen Werkstoffen liegt deutlich
tiefer

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Thermische Ausdehnung und Schmelztemperatur

- Ausdehnung und Schmelztemperatur sind über Bindungspotential gekoppelt

E-Modul und Temperatur

- Asymmetrie des Atombindungspotential


➔ E- Modul sinkt bei steigender Temperatur

Faustregel:

Schmelztemperatur – Dichte: hohe Schmelztemp. & Dichte niedrig: nur Keramiken


Problem: hohe Sprödigkeit

Schmelztemperatur – Festigkeit: Refraktärmetalle exzellente Warmfestigkeit aber mangelnde


Oxidationsfestigkeit ➔ Einsatz stark beschränkt

Refraktärmetalle (Nb,Tantal, Molybdän, Wolfram)

- Höchster Schmelzpunkt aller Metalle


- Höchster E-Modul aller Metalle
- Spröd-duktil-Übergang oberhalb Raumtemperatur
- Schlechte Oxidationsfähigkeit

Verfestigungsmechanismen

Mechanismen zur Erhöhung von Festigkeit und


Kriechbeständigkeit:

- Mischkristallhärtung
- Ausscheidungshärtung
- Dispersionshärtung
- Feinkornhärtung (nur für niedrige und mittlere
Temperaturen!)
- Einkristalline Werkstoffe (keine Korngrenzen)
➔ Ziel: Verhinderung/Einschränkung von
Hochtemperaturverformungsmechanismen

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Keramische Hochtemperaturwerkstoffe

Schneidkeramiken

- bruchzähe Keramiken
- kleine thermisch-mechanisch höchstbeanspruchte Komponenten
- z.B. Schneidplatten für spanende Bearbeitung

Pseudoduktile Faserverbundkeramik

- kleine thermisch-mechanisch höchstbeanspruchte Bauteile (Bremsscheibe)


- Pseudoduktilität durch gezieltes Grenzflächenengineering

Wärmedämmschichtsysteme

- Zyklische thermische und mechanische Lasten


➔ mechanische Dehnung im gesamten Verbund
- Langzeittemperaturbeanspruchung

Beachte thermische Spannungen!


Produkt aus Wärmeausdehnungskoeffizient und E-Modul ist entscheidend
niedriger Wert dieser Größe steht für geringe thermische Spannungen bei geg. Temperatur.

Kapitel 7: Fehlerhafte Werkstoffauswahl

Schaden: Bauteile können ihre vorgesehene Funktion nicht erfüllen, da


Beanspruchung B > Werkstoffwiderstand W

Probleme

- Keine versagensfreie Konstruktion möglich


- Werkstofffehler
- Werkstoffwiderstand für vereinfachte Bedingungen bestimmt
- Korrosion, Verschleiß, Schweißfehler, …
- B/W sind keine determinierten Größen ➔ erhebliche Schwankungen möglich

Ablauf Schadensanalyse Schadensarten

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Grundversagensarten

- Einsetzende plastische Verformung


- Überschreiten bestimmter plastischer Verformung (nicht mehr tolerierbar Maßänderung)
- Versagen durch einsetzenden Bruch (Rissbildung)
- Versagen durch einsetzende Instabilität

Einteilung der Brüche nach Beanspruchung

Phasen des Bruches

1.) Rissbildung: bleibende örtliche Trennung wo zuvor atomare Bindung war


2.) Stabile Rissausbreitung: mit bestimmter Rissgeschwindigkeit
3.) Bruchauslösung: Übergang zwischen stabiler/ instabiler Rissausbreitung
Bei Erreichen kritischer Beanspruchung/ Risslänge
4.) Instabile Rissausbreitung: breitet sich mit zunehmender Geschwindigkeit aus
5.) Trennung des Bauteils: Bauteilbruch

Rissauffangen: ein instabiler Riss wird zum Stillstand gebracht

Bruch erfolgt durch

- Spalten (Normalspannungen senkrecht von Spaltebenen


- Abgleiten (Scherspannungen längs von Gleitebenen)

Bruchausgangsort

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Gleitbruch als Gewaltbruch Sprödbruch als Gewaltbruch


makroskopische plastische Verformung keine makroskopische plastische Verformung
Geringer Energieverbrauch für Werkstofftrennung Geringer Energieverbrauch für Werkstofftrennung

Gekennzeichnet durch äußere/ innere Trennung erfolgt senkrecht zur größten


Einschnürung Hauptspannung

Mikroskopische Bruchmerkmale

- Tritt auf bei krz und hex metallischen Werkstoffen sowie zahlreichen intermetallischen
Verbindungen & bei Keramiken auf
- Spaltbrüche entstehen an Stellen, an denen die kristallographische Gleitung behindert wird
(Korngrenzen, Subkorngrenzen, blockierten Zwillingen, blockierten Gleitebenen und
Fremdteilen, spröden Korngrenzenausscheidungen)

Mikroskopischer Bruch erfolgt nach plastischer Verformung

Makroskopische Bruchmerkmale
- Mittels mechanischer Messmethoden sind keine bleibenden Verformungen festzustellen
- Glatte ebene Bruchfläche; „kristallines“ Aussehen
- Oft sind Bruchlinien zu erkennen, deren Verlauf auf den Bruchanfang hindeutet
- Bruchausgangwird durch Kerben oder lokale Spannungserhöher begünstigt (innere Kerben:
Einschlüsse, Lunker, Mikrorisse)
Makroskopischer Bruch erfolgt verformungslos

Schadensfälle durch Spaltbrüche


Problem: Werkstoff ist eigentlich duktil (Gleichtbruch) versagt aber durch verschiedene
Beanspruchungseinflüsse durch Spaltbruch
Ursache: Inhomogene Werkstoffzustände
➔ Wärmebehandlungsfehler
➔ martinsitische Werkstoffzustände
➔ aufhärtung in der Wärmeeinflusszone von Schweiverbindungen
➔ Seigerungen
➔ Schwächung der Korngrenzen -> Korngrenzenbruch

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Korrosion
„Korrosion ist die Reaktion eines metallischen Werkstoffes mit seiner Umgebung, die eine messbare
Veränderung der Oberfläche bewirkt und zu einer Beeinträchtigung der Funktion eines Bauteiles
oder eines ganzen Systems führen kann (zu einem Korrosionsschaden führen kann).“
Voraussetzung: reaktionsfähige Umgebung

Erscheinungsformen der Korrosion


1.) Gleichmäßig abtragende Flächenkorrosion
Passivierbarkeit: sehr dünner Oxidfilm auf Oberfläche verhält sich passiv gg. Angriffsmedium
➔ geringe Korrosionsgeschwindigkeit

2.) Muldenkorrosion
Abtrag von Ort zu Ort mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aufgrund
- Werkstoffinhomogenität
- Unterschiedliche Werkstoffe
- Ungleichmäßige Deckschichten

3.) Kontaktkorrosion
Bei Berührung unterschiedlicher Metalle wird das unedlere
Metall wird zur Anode und korrodiert

4.) Spaltkorrosion
- Folge von Konzentrationsunterschieden
im korrosivem Medium
- Je dünner der Spalt desto gefährlicher
- Sauerstoffarmut in Spalt verhindert
Aufbau einer ausreichenden Passivschicht

5.) Lochkorrosion
- bevorzugt an passiven Werkstoffen

6.) Selektive Korrosion


- Interkristalline Korrosion
- Entzinkung
- Korrosion entlang Sulfidzeilen

7.) Mikrobiologisch induzierte Korrosion


- Korrosion induziert durch Aktivität von
Mikroorganismen
- z.B.: Bakterien, Pilze, Algen, Flechten

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Liberty Schiffe
Ziel: einfache & günstige Schiffe -> Fertigung in 10 Tagen
Problem: Schiffe brechen in der Mitte durch
➔ erstmals komplett geschweißte Schiffe, vorher nur genietet
➔ minderwertige Stahlqualität (S und P Gehalt hoch)
➔ Versprödung Schweißnaht durch kaltes Salzwasser -> Kerbwirkung -> Sprödbruch
Lösung: Verbesserung des Schweißverfahrens
Verbesserung der Werkstoffqualität (S und P Gehalt verringert)

Kapitel 8: Fertigungseinflüsse
Regeln zur Herstellbarkeit
1. Wähle den Werkstoff eines Bauteils so, dass eine einfache Fertigung bei niedrigen
Gesamtkosten und ausreichender Funktionserfüllung möglich wird!

2. Wähle einfache Konzepte und Ausführungen, bei denen das Bauteil mit einer geringen Zahl
an Fertigungsschritten hergestellt werden kann!

3. Wähle bei einer Konstruktion möglichst einfache Konzepte und Ausführungen, sodass die
Verwendung von verfügbaren Marktlösungen möglich wird!

4. Wähle Bauteilausführungen, die mit möglichst effizienten Herstellprozessen erreichbar sind!

5. Wähle die Herstellprozesse gezielt auf eine beanspruchungsgerechte Gestaltung eines


Bauteils!

6. Konstruiere so, dass die benötigten Spann-, Referenz- und Prüfflächen des Bauteils seine
Herstellung und Prüfung vereinfachen!

7. Wähle Maß-, Form- und Lagetoleranzen sowie Oberflächenqualitäten so, dass die
nächstschlechtere Qualität die Funktion des Bauteils nicht mehr erfüllen kann!

8. Wähle den Werkstoff so, dass die aus der Funktion des Bauteils erwachsende
Beanspruchungsart berücksichtigt wird!

9. Erkenne die Besonderheiten, welche die Funktion eines Bauteils gewährleisten!

10. Erstelle den Ablauf der Bauteilfertigung, um kostenintensive Arbeitsschritte bei der Fertigung
zu erkennen!

11. Modifiziere das Bauteil, bis eine weit möglichst vereinfachte Herstellart erreicht ist!

Fertigungseinflüsse
- Können Werkstoffeigenschaften/ Bauteilgeometrie negativ beeinflussen
➔ Zerspanen -> Wärmeentwicklung -> Gefügeänderung
- Zur Herstellung eines Bauteils gibt es immer mehrere Möglichkeiten
➔ nicht jedes Fertigungsverfahren für jeden Werkstoff geeignet

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Fertigungsverfahren nach DIN 8580


- Urformen (Druckgießen, Sandgießen)
- Umformen (Sintern, Blechumformung)
- Trennen (Drehen, Fräsen)
- Fügen (Schweißen, Löten)
- Beschichten (Legierungen)
- Stoffeigenschaften ändern (Glühbehandlung, Härten, Anlassen)
Urformen
- Gusseigenspannungen entstehen durch ungleichmäßiges Aushärten
- Volumenfehler: Lunker, Schwindung
- Sehr teuer bei geringer Stückzahl
Urformen
- Schwindung in flüssiger Phase
- Werkstoffinhomogenität
- Porosität
Umformen
- Hohe Produktivität
- Gute Gefügequalität
- Umformeigenspannungen
Trennen
Beeinflusst werden:
- Oberflächentopographie
- Randgefügezone durch Temperatur
- Eigenspannungen in Randschicht
Fügen
- Eigenspannungen werden induziert
• Aufheizen: Druckspannungen in Schweißnahtzone & Zugspannungen im Werkstück
• Abkühlen: Zugeigenspannungen in Schweißnahtzone & Druckeigenspannungen in Werkstück
- In Schmelz- und Wärmeeinflusszone wird die Mikrostruktur verändert
➔ Änderung der Werkstoffeigenschaften

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Beschichten
- Möglichkeit der Funktionstrennung (aufgebrachte Schicht erfüllt Oberflächenschutz)
Stoffeigenschaften ändern
- Festigkeit, Härte, Zähigkeit können durch Wärmebehandlung beeinflusst werden
- Härten: Erzeugung eines harten, hochfesten Werkstoffes ABER spröde
- Anlassen: Erhöhung Duktilität, gute Bearbeitkeit, sinken der Härte, Abnahme der Festigkeit
durch Abbau der Tretagonalität von Martinsit und Ausscheidung von Karbiden
Unlegierter Stahl: hohe Randhärte, kleine Kernhärte ➔ Schalenhärtung
Legierter Stahl: gleichmäßige Härte über Querschnitt ➔ Durchhärtung

Kapitel 9: Prozesskette
Einsatzhärten

Ziel: Hohe Oberflächengüte und zäher Werkstoffkern


Verfahren: Aufkohlen der Randschicht und anschließendes Härten
Problem: Verzunderung und Randoxidation

Verzunderung
Oxidschicht infolge eines Wärmebehandelns in einer Atmosphäre mit hohem Sauerstoffangebot
(oder Sauerstoffpartialdruck). Dabei bildet sich die Oxidschicht mehr oder weniger geschlossen an
der Werkstückoberfläche und wächst überwiegend nach außen.

Randoxidation
innere Oxidation Ausscheidung von Oxiden innerhalb der Randschicht eines Werkstückes infolge
eindiffundierten Sauerstoffs.

Härteverteilung in der Einsatzhärtezone

An der Oberfläche liegt Martensit mit großer Härte und


geringer Zähigkeit vor. Im Kern ist je nach Bauteilabmessungen
(bzw. Abkühlgeschwindigkeit im Kern) und gewähltem Stahl
ein Gefüge mit relativ hoher Zähigkeit zu erwarten!

Induktives Randschichthärten
- Energieeinbringung in definierter Eindringtiefe -> lokale Erwärmung
- Kernfestigkeit muss vor der Wärmebehandlung vorhanden sein
- Einzelteilfertigung
- Meist bei Zahnrädern

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Kapitel 10: Nachhaltige Werkstoffauswahl und ökologisches Design


Ziele: Produktion von Materialien/ Produkten so umweltverträglich wie möglich zu machen
Ökologische und nachhaltige Auslegung von Materialien/ Produkten und Prozessen
Kriterien zur ökologischen Materialauswahl
Ziel: Umwelteinfluss eines Produktes zu minimieren
- welche Phase des Produktlebenszyklus den größten Einfluss hat Umwelt?
- wie kann dies minimiert werden?

Fazit
- Systematische Strategien, unter Verwendung von Materialindizes, optimieren die
Materialauswahl, um die Lebensenergie zu minimieren
- Die ökologisch fundierte Materialauswahl ist Teil des Ökodesign-Prozesses
- Ein Öko-Audit identifiziert die schädlichste Lebensphase und identifiziert Strategien zu ihrer
Bewältigung

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