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De Gruyter Studium

Martin Krause

Hebräisch
Biblisch-Hebräische Unterrichtsgrammatik

Herausgegeben von
Michael Pietsch und Martin Rösel

4. Auflage

De Gruyter
ISBN 978-3-11-044966-2
e-ISBN (PDF) 978-3-11-045044-6

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Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet
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© 2016 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Druck: Hubert & Co. GmbH & Co. KG, Göttingen


♾ Gedruckt auf säurefreiem Papier

Printed in Germany

www.degruyter.com
Vorwort

Die gegenwärtige Situation in der Hebraistik ist auf der einen Seite durch
eine Vielzahl von sprachwissenschaftlichen Einzeluntersuchungen be-
stimmt, die sich den vielfältigen linguistischen und sprachgeschichtlichen
Problemen des Hebräischen widmen. Sie bedürfen dringend einer syste-
matischen Zusammenstellung und Auswertung im Rahmen einer großen
wissenschaftlichen Grammatik der hebräischen Sprache. Auf der anderen
Seite stellt die Praxis des Hebräischunterrichts an Schulen und Hochschu-
len die Lehrenden stets neu vor die Schwierigkeiten der Auswahl, Darstel-
lung und didaktischen Vermittlung derjenigen Wissensbestände, die für
die philologische und exegetische Arbeit mit den Texten des Alten Testa-
ments unverzichtbar sind.
Die vorliegende „Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik“ weiß
sich, wie der Titel bereits andeutet, letzterem Anliegen verpflichtet. Sie ist
aus der jahrzehntelangen Lehrtätigkeit ihres Verfassers am Fachbereich
Evangelische Theologie der Universität Hamburg hervorgegangen. Ihr
Ziel ist es, den Lehrenden und Lernenden des Biblisch-Hebräischen eine
übersichtliche und verständliche Grundlage für den Sprachunterricht an
die Hand zu geben. Sie kann und will keine umfassende wissenschaftliche
Grammatik der hebräischen Sprache ersetzen, sondern versteht sich als
ein Unterrichtswerk, das eine klare und verlässliche Orientierung in den
Grundstrukturen der hebräischen Sprache vermitteln und zu eigenständi-
ger Weiterarbeit anregen möchte.
Konzeption und Darstellungsprinzipien der Unterrichtsgrammatik
sind sämtlich vom Verfasser entwickelt worden, der auch den materialen
Teil des Werkes in allen Teilen verfasst hat. Die Herausgeber haben bei
der didaktischen Umsetzung und der Gestaltung der einzelnen Paragra-
phen mitgewirkt und das Manuskript in eine Druckvorlage umgesetzt. Ein
besonderer Dank gebührt in diesem Zusammenhang Herrn stud. theol.
Oliver Erckens / Rostock, der sich um die elektronische Erfassung des
Manuskripts und die vielfältigen Probleme des Layouts verdient gemacht
hat. Frühere Versionen der Unterrichtsmaterialien waren von Prof. Dr.
Corinna Dahlgrün / Jena und PD Dr. Uwe Gleßmer / Hamburg erstellt
worden. Darüber hinaus haben wir Herrn Dr. Hans Schmoldt / Hamburg
für seine unermüdliche Mithilfe bei der Last der Korrekturen zu danken.
Die Realisierung des Projektes wäre nicht möglich gewesen ohne die Be-
VI Vorwort

reitschaft des Verlages Walter De Gruyter, das Werk in seine Reihe „de
Gruyter Studienbuch“ aufzunehmen. Unser Dank gilt besonders Herrn
Dr. Albrecht Döhnert, der das Projekt stets mit großem Interesse und
sachkundigen Hinweisen begleitet und gefördert hat.
Mehr als Worte es zu sagen vermögen, verdankt dieses Buch jedoch
den ungezählten Studierenden, Tutorinnen und Tutoren an den Universi-
täten in Hamburg und Rostock, die durch ihre Fragen und Hinweise ent-
scheidend zu seiner Anlage und Weiterentwicklung beigetragen haben. Es
ist unser Wunsch, dass dieses wechselseitige Gespräch mit der Veröffent-
lichung des Werkes nicht abreißt, sondern lebendig bleibt und weitere
Kreise zieht, um der Förderung und Vermittlung des Hebräischen zu
dienen. Für jegliche Hinweise zur Korrektur oder Verbesserung sind wir
daher sehr dankbar.

Hamburg / Rostock, Januar 2008 Michael Pietsch


Martin Rösel

Vorwort zur vierten Auflage


Es freut uns, dass die Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik vieler-
orts als nützliches Hilfsmittel für den Hebräischunterricht Aufnahme ge-
funden hat, sodass inzwischen eine vierte Auflage nötig geworden ist.
Nachdem bereits in der letzten Auflage die Anzahl der Beispielsätze für
eigene Übersetzungsübungen deutlich erhöht und das Vokabular um eine
Übersicht zu idiomatischen Wendungen erweitert worden war, haben wir
für die vierte Auflage den Text erneut durchgesehen und vor allem bei
den Tabellen und den Paradigmen des Schwachen Verbs teilweise ergänzt.
Weiterhin sind wir für alle Rückmeldungen und Hinweise dankbar.

Martin Krause
Hamburg / Neuendettelsau / Rostock, Juni 2015 Michael Pietsch
Martin Rösel
Inhaltsverzeichnis
Vorwort ................................................................................................................ V
Inhaltsverzeichnis ............................................................................................VII
Einführung ........................................................................................................ IX
Abkürzungsverzeichnis.................................................................................. XIII
§ 0 Allgemeines .................................................................................................... 1
0.1 Zur Sprache ........................................................................................... 1
0.2 Zur Schrift ............................................................................................. 3
§ 1 Das Alphabet ................................................................................................. 5
1.1 Schreibung und Aussprache ............................................................... 6
1.2 Konsonantengruppen .......................................................................... 8
§ 2 Die Vokalbuchstaben .................................................................................10
§ 3 Die Punktation ............................................................................................11
3.1 Die Vokalzeichen ...............................................................................12
3.2 Die Aussprachezeichen .....................................................................21
3.3 Die Lese- und Betonungszeichen ....................................................26
3.4 Textkritische Zeichen ........................................................................33
§ 4 Lautwandel und Vokalisation ....................................................................36
4.1 Konsonanten-Veränderungen ..........................................................36
4.2 Vokale – Entstehung und Wandel ...................................................40
4.3 Vokal-Veränderungen ........................................................................43
4.4 Problem- und Sonderfälle .................................................................54
§ 5 Text, Satz, Wort und Element ..................................................................57
5.0 Vorbemerkung ....................................................................................57
5.1 Text .......................................................................................................59
5.2 Satz ........................................................................................................64
5.3 Wort und Element .............................................................................77
§ 6 Nomen und Pronomen ..............................................................................91
6.1 Allgemeines .........................................................................................91
6.2 Zur Herkunft der Nomina ................................................................92
6.3 Kasus ....................................................................................................94
6.4 Constructus-Verbindung ...................................................................95
VIII Inhaltsverzeichnis

6.5 Zur Determination .............................................................................98


6.6 Numerus ............................................................................................101
6.7 Genus .................................................................................................102
6.8 Suffixe am Nomen ...........................................................................103
6.9 Nomen-Analysehilfe ........................................................................104
§ 7 Nomina mit veränderlichen Vokalen, Nomina besonderer
Bildung und Zahlwörter ...........................................................................106
7.1 Segolata ..............................................................................................106
7.2 Nomina mit zwei veränderlichen Vokalen ...................................109
7.3 Nomina mit verdoppeltem Endkonsonanten ..............................110
7.4 Nomina mit einem veränderlichen Vokal in
der vorletzten Silbe ...........................................................................111
7.5 Nomina mit einem veränderlichen Vokal in der letzten
oder einzigen Silbe ...........................................................................111
7.6 Nomina besonderer Bildung ..........................................................112
7.7 Zahlwörter .........................................................................................114
§ 8 Das Verb ....................................................................................................117
8.1 Allgemeines .......................................................................................117
8.2 Präformativ- und Afformativkonjugationen ................................119
8.3 Zum Gebrauch der Konjugationen ...............................................120
8.4 Zu den Nominalformen ..................................................................124
8.5 Die Modi ............................................................................................128
8.6 Die Stämme .......................................................................................130
8.7 Die Suffixe am Verb ........................................................................133
§ 9 Verba laryngalis bzw. ‫ ר‬............................................................................139
9.1 Verba Primae (I) laryngalis ..............................................................139
9.2 Verba Mediae (II) laryngalis bzw. ‫ ר‬...............................................140
9.3 Verba Tertiae (III) laryngalis ............................................................141
9.4 Zusammenfassung .............................................................................143
§ 10 Das Schwache Verb ................................................................................145
10.1 Die Verbklassen und ihre Hauptkennzeichen ............................145
10.2 Verba Primae (I) ’álæf = ‫ פ"א‬..........................................................148
10.3 Verba Primae (I) nun = ‫ פ"נ‬............................................................150
10.4 Verba Primae (I) yod/waw = ‫ו‬/‫ פ"י‬...............................................154
10.5 Verba Mediae (II) geminatae bzw. vocalis = ‫ ע‬- Verben ..........160
10.6 Verba Tertiae (III yod/he) infirmae = ‫ ל"ה‬...................................170
10.7 Verba Tertiae (III) ’álæf = ‫ ל"א‬......................................................178
10.8 Doppelt schwache Verben ............................................................179
10.9 Faustregeln zum Erkennen schwacher Verbformen..................184
Einführung IX

Auflösungen zu den Formbestimmungen....................................................189


Texte ..................................................................................................................209
1. Einführungstexte .................................................................................210
2. Basistexte................................................................................................213
3. Unpunktierte Texte ..............................................................................218
4. Folge- und Übungstexte ......................................................................220
5. Paralleltexte zum notetischen Vergleich ...........................................229
6. Codex Leningradensis: Genesis 21,33 – 22,12.................................230
Vokabular...........................................................................................................233
1. Vokabular zur Grammatik und zu den Texten ...............................233
2. Sondervokabular ..................................................................................277
2.1 Partikeln in alphabetischer Reihenfolge .................................277
2.2 Sprachliche Wendungen ...........................................................281
3. Alphabetisches Vokabular...................................................................297
Tabellen..............................................................................................................333
Stichwortverzeichnis und Glossar .................................................................362
Einführung

Die vorliegende Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik versucht, den


Lernstoff in größeren Zusammenhängen darzustellen. Sie unterscheidet
sich damit von anderen Unterrichtsbüchern, in denen der Grammatikstoff
– portionsweise aufgeteilt – in Lektionen dargeboten wird.
Die hier gewählte Konzeption geht von folgenden Voraussetzungen aus:
– Das eigentliche Lernziel des hebräischen Sprachstudiums ist nicht
das Beherrschen der hebräischen „Sprachgesetze“, sondern der
Erwerb der Fähigkeit, biblische Texte übersetzen und verstehen zu
können.
– Dieses Ziel wird kaum im „Trockenbecken“ der Grammatik und
(präparierter) Übungssätze erreicht, sondern sinnvoll nur – und
dann auch mit mehr Freude – in der direkten Auseinandersetzung
mit authentischen Texten.
– Beim Unterrichten mit den hier vorgelegten Materialien hat es sich
bewährt, dass die Lehrenden nahezu von Unterrichtsbeginn an die
Studierenden dazu anleiten, grammatische Phänomene an be-
stimmten Texten zu beobachten und diese dann festzuhalten. Da-
zu sind die beigefügten Einführungs- und Basistexte vorgesehen.
Im Ansatz wird so der „funktionalen“ Lern- und Unterrichtsmethode
gefolgt (D. Vetter/J. Walther, Hebräisch funktional. Beschreibung
operationalen Verfahrens, Stuttgart 1973). Da sich diese aber in
ihrer „reinen“ Form kaum durchführen lässt – dem steht allein
schon die vorgegebene Lernzeit im Wege –, hat sich seit langem
eine „Mischmethode“ bewährt: In einem (ersten) Teil der Unter-
richtseinheit wird ein Passus der „normativen“ Grammatik darge-
stellt bzw. vor- oder nachgearbeitet, in einem anderen die Textbe-
obachtungen durchgeführt.
Bei der Gestaltung des Unterrichtsmaterials war das oberste Ziel, das Lehren
und das Lernen – aber auch späteres Wiederholen und Wiedereinarbeiten
– so gut wie möglich zu erleichtern und den unterschiedlichen Lehr- und
Lerntypen entgegenzukommen:
– Es wurde versucht, den Lehrenden für die Unterrichtskonzeption
viele eigene Gestaltungsmöglichkeiten zu lassen. Das gilt etwa für
die relativ große Auswahlmöglichkeit bei den Einführungs- und
Folgetexten, für die Wahl der grammatischen Termini (meist wer-
XII Einführung

den mehrere eingeführt: Impf. und PK, Nif‘al und N-Stamm usw.),
teils auch für die der Paradigmen (‫ כתב‬oder ‫)קטל‬. Es ist möglich,
die Reihenfolge der Behandlung des grammatischen Stoffes zu va-
riieren (erst das Verb und dann das Nomen oder umgekehrt) oder
das Material in einem vorhandenen Lektionskonzept einzusetzen.
Entsprechendes gilt natürlich auch für die zeitliche Aufteilung des „Lernstoffes“. Als
Beispiel sei genannt:

1. Tag : Alphabet - Schreibübung


2. Tag : Einordnung des Hebräischen ins Semitische, Konsonantengruppen
3. Tag : Übung (Buchstabieren), Vokalbuchstaben
4. Tag : Vokalisation, Übung, Gen 1,1 (Buchstabieren, Lesen in der Gruppe, Beobach-
tungen, Übersetzen)
Wochenende
5. Tag : Vokalisation, šewā’, Übung, Gen 1,1–2a
6. Tag : dāgeš , Buchstabier- und Leseübung (einsilbige Vokabeln § 6.2)
7. Tag : Lese- und Betonungszeichen, Gen 1,1–2a (Wiederholung, so nahezu täglich),
Gen 22,1a
8. Tag : Textkritische Zeichen, TAB XIII (Sep. Personalpronomen, l und b mit Suff.)
9 .Tag : Partikeln 3 und 4 (‫ )את‬und ‫ סוּס‬masc. Sg. mit Suffixen, Gen 1,1–2a; 22,1
Wochenende
10. Tag̣: § 6.1-4, TAB XIII ( ‫ סוּס‬fem. Sg. mit Suff.), Gen 22,1
11. Tag: § 6.5-7, TAB XIII ( ‫ אל‬und ‫ על‬mit Suff.), Gen 22,1–2
12. Tag: TAB XII ( ‫ סוּס‬Pl. und sonstige Partikeln mit Suff.), Gen 22,1–2
13. Tag: TAB XIV und TAB I AK (Perf.), Gen 22,1–2
14. Tag: TAB XV und TAB I PK (Impf.), Gen 22,1–2
Wochenende
Dieses Beispiel stammt aus einem Kurs, für den täglich zwei Unterrichtsstunden zur Ver-
fügung standen. So konnte schon sehr früh eine intensive Wiederholungs- und Überset-
zungsphase durchgeführt werden. Stehen weniger Stunden zur Verfügung, ist es unprob-
lematisch, den Unterrichtsstoff zeitlich gedehnter zu verteilen.

– Die §§ 4 und 5 sollen als Übersichtsdarstellungen dienen, die ganz


oder teilweise in verschiedenen Stadien eines Kurses besprochen
werden können. Übungen sollen auch hier das Durcharbeiten
strukturieren und den Lernerfolg sichern.
– Weiterhin wurde versucht, den Studierenden zahlreiche Lernhilfen an
die Hand zu geben. Dazu gehören die übersichtliche Strukturie-
rung des Stoffes, die Mehrfarbigkeit und die vielfältigen Kästelun-
gen. Für diejenigen, die mit mehr Lernstoff und Übungen arbeiten
wollen, wurden die nicht für den direkten Unterricht gedachten
Einführung XIII

„Formensammlungen, Wendungen und Sätze“ (mit Auflösungen


im hinteren Buchteil) beigefügt.
Ein besonderes Problem stellt oft das Vokabellernen dar. Generell
wird davon ausgegangen, dass die Vokabeln im Textzusammen-
hang gelernt werden sollten. Dennoch wurde auch hier versucht,
zusätzliche Hilfe durch die Gestaltung des „Textvokabulars“ und
vor allem des „Alphabetischen Vokabulars“ mit seinen Angaben
zur Häufigkeit der betreffenden Vokabeln zu geben.

Drei Hinweise:

1. Für Studierende, die nur eine in das Hebräische einführende Lehrveran-


staltung besuchen können, ist diese Unterrichtsgrammatik ursprünglich
nicht konzipiert. Dennoch lässt sie sich auch in diesem Falle gut benutzen,
wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert, und das wäre:
– Buchstabier- und Lesefähigkeit erreichen (§ 1- § 3),
– In TAB I (Qal ),
– und in TAB XIII die Formen aufsuchen und identifizieren können,
– „Das schwache Verb. Die Verbklassen und ihre Hauptkennzei-
chen“ (§ 10), d.h. die fünf Faustregeln anwenden können und
– möglichst viele ***-Vokabeln kennen.
Als Textbasis kommen Gen 1,1–2a und einer der Basistexte in
Frage.

2. Für „Wiedereinsteiger“ ins Hebräische wird empfohlen, mit einem Ba-


sistext und dem dazugehörigen Textvokabular die Arbeit zu beginnen und
sich von den festgestellten Defiziten aus den Grammatikteil neu zu er-
schließen.

3. Als weiterführende Literatur seien genannt:

– Die wissenschaftlichen Grammatiken von


W. Gesenius - E. Kautzsch, Hebräische Grammatik, 28. Aufl., Leipzig
1909 (und Nachdrucke) (Referenzgrammatik, die – auch in Über-
setzungen – wohl noch immer am häufigsten benutzt und zitiert
wird).
F. E. König, Historisch-kritisches Lehrgebäude der hebräischen
Sprache, Leipzig 1881-1897 (und Nachdrucke) (Diese Grammatik
bietet die vollständigste Sammlung an Belegstellen).
R. Meyer, Hebräische Grammatik, Unveränderter photomechani-
scher Nachdruck, Berlin 1992 (Grammatik, die besonders im semi-
tistischen Bereich wertvoll und für Lernende gut handhabbar ist).
XIV Einführung

P. Joüon - T. Muraoka, A Grammar of Biblical Hebrew, I-II, Rev.


Ed., Rom, 2006 (In dieser Grammatik wird die neueste wissen-
schaftliche Literatur berücksichtigt).

– Zur Syntax
B.K. Waltke - M. O’Connor, An Introduction to Biblical Hebrew
Syntax, Winona Lake 1990 (Ausführlichste Darstellung der und
Belegsammlung zur hebräischen Syntax).
D. Michel, Grundlegung einer hebräischen Syntax, Teil 1: Sprach-
wissenschaftliche Methodik, Genus und Numerus des Nomens,
1977=2004, Teil 2: Der hebräische Nominalsatz, Neukirchen 2004
(Wichtigster deutschsprachiger Versuch zur Syntax des Hebräi-
schen).

– Die wissenschaftliche Fachzeitschrift „Zeitschrift für Althebra-


istik“ (ZAH; Stuttgart u.a. seit 1988) informiert über neueste Ent-
wicklungen (und Textfunde) auf dem Gebiet der Hebraistik
– Einzeluntersuchungen
R. Bartelmus, HYH. Bedeutung und Funktion eines hebräischen
„Allerweltswortes“, St. Ottilien 1982.
W. Groß, Doppelt besetztes Vorfeld: syntaktische, pragmatische
und übersetzungstechnische Studien zum althebräischen Verbal-
satz, Berlin u.a., 2001.
E. Jenni, Die hebräischen Präpositionen. Bd.1: Die Präposition
Beth, Stuttgart u.a. 1992; Bd. 2: Die Präposition Kaph, Stuttgart
u.a. 1994; Bd. 3: Die Präposition Lamed, Stuttgart u.a. 2000.
P.H. Kelley; D.S. Mynatt; T.G. Crawford, Die Masora der Biblia
Hebraica Stuttgartensia, übersetzt von M. Rösel, Stuttgart 2003.

Rechte:
Für die Erteilung der Abdruckerlaubnis von Texten und Bildern sei folgenden Institutio-
nen gedankt:
Ancient Biblical Manuscript Center, Claremont, CA, USA: S. 231: Abbildung der S.
12recto des Codex Leningradensis
Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart: S. 30: Akzent-Übersicht der Biblia Hebraica Quinta
(Biblia Hebraica quinta editione cum apparatu critico novis curis elaborato, ed. Adrian
Schenker et al., © 2004ff. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart); Bibeltexte der Einfüh-
rungs- und Basistexte mit Apparat der BHS (Stuttgarter Elektronische Studienbibel,
© 2004 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart).
Abkürzungsverzeichnis

adhort. adhortativum HK Hauptkennzeichen


AK Afformativkonjugation H-Stämme Kausativstämme
akt. aktiv
Anm. Anmerkung i. K. Kontext(form)
App. Apparat Impf. Imperfekt
aram. aramaisierend Impt. Imperativ
Art. Artikel indet. indeterminiert
AT Altes Testament Inf. Infinitiv
Aufl. Auflage inter. interrogativ(um)
i. p. Pausa(lform)
BHK Biblia Hebraica, ed. R. Kittel IVS invertierter Verbalsatz
BHQ Biblia Hebraica Quinta
BHS Biblia Hebraica Stuttgartensia K Konsonant; K etîb
k kurz
com. communis KF Kurzform

dag. dāgeš lat. lateinisch


dat. eth. dativus ethicus LF Langform
det. determiniert
D-Stamm Doppelungsstämme, sog. masc. maskulin
Intensivstämme Med. Mediae
Du. Dual MT masoretischer Text

ellipt. elliptisch Narr. Narrativ


energ. energicum Neg. Negation
Nif. Nif‘al
f./ff. folgende(r) nordsyr. nordsyrisch
fem. feminin NS Nominalsatz
N-Stamm Nif‘al
griech. griechisch
G-Stamm Grundstamm = Qal o. oben; oder
gem. geminatae
P Präformativ
Håf. Håf‘al Part. Partizip
hebr. hebräisch Pass./pass. Passiv
Hif. Hif ‘il Pers. Person
Hištaf. Hištaf ‘el Personenk. Personenkennzeichen
Hit./Hitp. Hitpa‘el Pf./Perf. Perfekt
XVI Einführung

Pi. Pi‘el Sg. Singular


Pil. Pilpel sog. sogenannt
PK Präformativkonjugation st. abs. status absolutus
Pl. Plural st. cons. status constructus
PNS Partizipialer Nominalsatz
poet. poetisch Tab Tabelle
Pol. Polel od. Polal tl tonlang
Pp Personalpronomen
Prim. Primae u. und; unten
Pu. Pu‘al
V Vokal
Q Q erê V. Vers
voc. vocalis
Rad. Radikal VQ Vortonqāmæṣ
s. siehe VS Verbalsatz; Vortonsêrê
S. Seite vs. versus
Sf./Suff. Suffix
§ 0 Allgemeines

0.1 Zur Sprache


1. Das Hebräische ist die Sprache des Alten Testaments (AT). Nur wenige
(jüngere) Texte des Alten Testaments sind in Aramäisch abgefasst, jener
mit dem Hebräischen eng verwandten Sprache, die im Vorderen Orient
bereits im 8. Jh. v. Chr. als Diplomatensprache diente (→ 2 Kön 18,26),
dann zur internationalen Handels- und Verkehrssprache wurde
(„Reichsaramäisch“) und schließlich das Hebräische als Umgangssprache
verdrängte; letzteres blieb jedoch noch als Literatur- und Gelehrten-
sprache im Gebrauch.

Aramäische Texte im AT Dan 2,4b – 7,28;


Esr 4,8 – 6,18; 7,12–26
und Jer 10,11;
Gen 31,47 (2 Wörter)

2. Das Hebräische hat aber eine über das Alte Testament hinausgehende
Geschichte, deshalb wird gemeinhin unterschieden zwischen:

Biblisch- bzw. (etwa ab 1200 v. Chr.) Sprache des Alten Testaments,


Alt-Hebräisch einiger Inschriften, Ostraka und Papyri
Mittel-Hebräisch (etwa ab dem 2. Jh. v. Chr.) Sprache der jüngsten
Schriften des Alten Testaments (z.B. Koh), der meisten
Texte von Qumran und (etwa ab dem 2. Jh. n. Chr.) die
Sprache der Mischna und anderer rabbinischer Werke *
Neu-Hebräisch (ab dem 19. Jh.) In der Neuzeit wiederbelebtes
(Ivrit) Hebräisch; seit 1948 die offizielle Sprache des Staates
Israel
* Bisweilen wird schon das mischnische Hebräisch als Neuhebräisch bezeichnet und Ivrit
dann als „Modernhebräisch“ eingeordnet.
2 § 0 Allgemeines

3. Das Hebräische gehört zur semitischen Sprachfamilie, die grob in folgende


Sprachen und Dialekte eingeteilt werden kann:

Babylonisch
Ost-Semitisch Akkadisch
Assyrisch

Eblaitisch*
Nordwest-Semitisch
Ugaritisch*

Phönizisch-Punisch
Kanaanäisch Hebräisch
Moabitisch u.a.
West-Aramäisch:
Nabatäisch u.a.
Aramäisch
Ost-Aramäisch:
Syrisch u.a.
Nord-Arabisch
Süd(west)-Semitisch Arabisch
Süd-Arabisch

Äthiopisch

* Die Einordnung der Sprachen von Ebla und Ugarit ist noch umstritten.

4. Eines der vielen gemeinsamen Kennzeichen der semitischen Sprachen


ist, dass die Grundbedeutung eines Wortes an einer nur aus Konsonanten
(meist sind es drei) bestehenden Wortbasis haftet. Man nennt diese
Wortbasis Wurzel (radix) oder Lexem und die dazugehörigen Wurzel- bzw.
Basiskonsonanten Radikale.
Die einzelnen Wörter und Wortformen entstehen durch Verbindung der
Wurzel mit feststehenden Vokalfolgen und (konsonantischen) Bildungs-
elementen.
2. Zur Schrift 3

Wortbildungselemente Beispiel Bedeutung/ deutsch


Übersetzung etwa:
Wurzel   
 š* m r im Auge Schmiere
behalten, (stehen)
Radikale (šāmár )**
(be)wachen

z.B. aber:

āá šāmár er hat bewahrt Schmarren


 o  é  šomér Wächter (part.) Schimäre
euấ e
š murấ Augenlid schmoren
hi  ā́  æ  ́ ær
hiššām hüte dich! schmieren
mi  ǽ  æt mišmǽræt Wache, Dienst schimmern
usw. usw.
* š = sch; zu den anderen Zeichen → S. 233.
** durch ´ wird die Betonung angezeigt.

0.2 Zur Schrift


1. In der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. wurde im syrisch-phöni-
zischen Raum die Buchstaben- bzw. Konsonantenschrift entwickelt, deren
früher Spross die alt-hebräische Schrift ist und die zur Mutter aller
Alphabetschriften wurde.

2. In der Alphabetschrift gilt das Prinzip: Ein Schriftzeichen steht für einen
Laut (im Semitischen: einen Konsonanten)!
Da der wesentliche Lautbestand einer Sprache begrenzt ist, kommt die
Alphabetschrift mit relativ wenigen Schriftzeichen aus und ist damit den
verschiedenen zeichenreichen Wort- und Silbenschriften (Keilschrift,
Hieroglyphenschrift) überlegen.
4 § 0 Allgemeines

3. Bei der Entwicklung der Alphabetschrift folgte man weitgehend dem


Prinzip der Akrophonie (griech. ἄκρος äußerster = erster): Genannt wird
ein Wort, gemeint aber ist nicht dieses Wort, sondern nur der erste Laut
bzw. Buchstabe dieses Wortes (vgl. das beim Funken benutzte
Buchstabieralphabet „alpha, bravo, charlie…“). Als Schriftzeichen wurde
dann für diesen Laut meist ein stilisiertes Bild des mit dem Wort gemein-
ten Gegenstandes benutzt (→ unten).
Die Form der Schriftzeichen hat sich im Laufe der Zeit erheblich
verändert. Der heute in allen hebräischen Drucken verwendete Schrifttyp
(die Quadratschrift; → unten) hat sich in einer langen Geschichte aus der
aramäischen Schrift herausgebildet und wurde etwa ab 100 n. Chr. in
standardisierter Form für die „heiligen“ Texte verwendet.

Alt-hebr. Name Laut- Bedeutung Griech./Lat.- Laut- Quadrat-


Zeichen wert Zeichen wert schrift
z.B. **

’álæf ’* Rinder(kopf) A a ‫א‬

kaf k Hand(fläche) K k ‫כ‬

mem m Wasser M m ‫מ‬

‘ájin ‘* Auge O o ‫ע‬

resch r Kopf P/R r ‫ר‬

* → dazu § 1
** Die Buchstabenrichtung spielte eine untergeordnete Rolle.
§ 1 Das Alphabet

Quadrat- Um- Name Aussprache/Lautwert Zahl


schrift schrift wert
‫א‬ *** ’* ’álæf ** leichter Stimmansatz (Knacklaut) wie
1
„Spiegel’ei“ bzw. „Ur’instinkt“
‫ב‬ b bet wie w (ḇ *) ‫ בּ‬wie b 2
‫ג‬ g gímæl wie g 3
‫ד‬ d dálæt wie d 4
‫ה‬ h he wie h 5
‫ו‬ w waw wie englisches w 6
‫ז‬ z zájin stimmhaftes s wie in „lesen“ (franz. z) 7
‫ח‬ ḥ ḥet wie ch in „ach“ 8
‫ט‬ ṭ ṭet (emphatisches) t 9
‫י‬ y/j yod wie j 10
‫כ‬ ‫ך‬ k kaf wie ch in „machen“ (ḵ *) ‫ כּ‬wie k 20
‫ל‬ l lámæd wie l 30
‫מ‬ ‫ם‬ m mem wie m 40
‫נ‬ ‫ן‬ n nun wie n 50
‫ס‬ s sámæḵ stimmloses s 60
‫ע‬ ‘ ‘ájin Knacklaut (vgl. ‫)א‬ 70
‫פ‬ ‫ף‬ p pe wie f (p̄/f * ) ‫ פּ‬wie p 80
‫צ‬ ‫ץ‬ ṣ ṣadé (emphatisches) s wie ts 90
‫ק‬ q/ḳ qof (emphatisches) k (vgl. ‫)כ‬ 100
‫ר‬ r reš wie r 200
‫שׂ‬ ś śin stimmloses s (vgl. ‫)ס‬ 300
‫שׁ‬ š šin wie sch
‫ת‬ t taw wie t (vgl. ‫)ט‬ 400
* Umschrift; zur Umschrift der Vokale vgl. S. 233
** durch ´ wird die Betonung angezeigt
*** so am Wortende
6 § 1 Das Alphabet

1.1 Schreibung und Aussprache


1. Hebräisch wird von rechts nach links geschrieben und gelesen.

2. Die hebräische Schrift ist eine Konsonantenschrift, d.h., ursprünglich


bestand die Schrift nur aus Konsonanten; erst später wurden Zeichen für
die Vokale hinzugefügt. Dementsprechend besteht das Alphabet nur aus
Konsonanten, und zwar aus 22; wenn zwischen ‫ ( שׂ‬ś ) und ‫ ( שׁ‬š ) unter-
schieden wird, aus 23 Konsonanten und deren Zeichen.

3. Die hebräische Schrift ist eine Druckschrift, d.h., die Buchstaben stehen
unverbunden nebeneinander und weisen immer jeweils dieselbe Form auf.
Lediglich ‫כ‬, ‫מ‬, ‫נ‬, ‫ פ‬und ‫ צ‬haben am Wortende als Schluss- bzw.
Finalbuchstaben eine besondere Form:

‫( ך‬k ), ‫( ם‬m ), ‫( ן‬n ), ‫ ( ף‬p ), ‫( ץ‬ṣ ) Finalbuchstaben

4. Die heute in allen Drucken verwendete Schriftform nennt man


Quadratschrift, da sich die meisten Zeichen gut in ein Quadrat einpassen
lassen; z.B.

‫ב‬ (b ), ‫ה‬ (h ), ‫כ‬ (k ).

Aber:
‫ג‬, ‫ו‬, ‫ז‬, ‫י‬, ‫ נ‬/ ‫ן‬ sind nur ein halbes Quadrat breit
‫ ק‬und ‫ך‬, ‫ן‬, ‫ף‬, ‫ץ‬ gehen über die untere Linie hinaus
‫ל‬ setzt über der oberen Linie an

5. Beim Schreiben der einzelnen Zeichen beginnt man meist links oben in
dem gedachten Quadrat und geht dann nach rechts unten; z.B.
1

‫ר‬ ‫ס‬ ‫ת‬


2
3
(r ), (s ), (t ).
1. Schreibung und Aussprache 7

Deutlich zu unterscheiden sind:


‫( ד‬d ) ‫( ה‬h ) ‫( ס‬s ) ‫( ב‬b ) ‫( ג‬g ) ‫( ג‬g ) ‫( צ‬ṣ )
‫( ר‬r ) ‫( ח‬ḥ ) ‫( ם‬m ) ‫( נ‬n ) ‫( נ‬n ) ‫( ז‬z ) ‫)‘( ע‬
‫( ת‬t ) ‫( כ‬k ) ‫( ו‬w )

6. Die heute übliche Aussprache der Konsonanten ist an der des


gesprochenen Hebräisch (Ivrit) orientiert, d.h., sehr stark durch die
europäischen Sprachen beeinflusst. Dadurch wird die Aussprache
erheblich erleichtert, andererseits gehen aber wesentliche ursprüngliche
Unterscheidungsmerkmale verloren; so die „emphatische“ (vom Gaumen-
segel her bzw. mit dem Zungenrücken zu ihm hin gebildete) Aussprache
von:

‫ט‬ (ṭ ) ‫ת‬ (t )
‫צ‬ (ṣ ) im Unterschied zu ‫ס‬/‫שׂ‬ (s/ś )
‫ק‬ (q/ḳ ) ‫כּ‬ (k )

und so auch die typisch semitische Aussprache von:

‫)‘( ע‬ („ein Knacklaut wie der, der kurz vor dem


Erbrechen hörbar wird“)
im Unterschied zu
‫)’( א‬ (ein leichter Stimmansatz → Übersicht S. 5)

Ein Bemühen um Lautdifferenzierung – das gilt auch für ‫( כ‬ḵ ) und


‫( ח‬ḥ ) – erleichtert das Vokabellernen erheblich.

7. Als Zahlzeichen werden die Konsonanten des Alphabets erst in späterer Zeit verwendet
und begegnen als solche nicht im fortlaufenden Text der Bibel. Zu den
Einzelzeichen → Übersicht S. 5. Weiterhin gilt: ‫ = יא‬11; ‫ = יב‬12 usw. (aber: ‫ = טו‬15
[9+6] und ‫ = טז‬16 [9+7], um eine Verwechslung mit den Abkürzungen des als heilig
angesehenen Gottesnamens ‫ →[ יהוה‬dazu § 3.4.2 ] auszuschließen). ‫ = כא‬21 usw.; ‫= קיא‬
111 usw.; ab 500 werden die Hunderter addiert (‫ = תק‬500 usw.) oder die Finalbuchstaben
(‫ = ך‬500 usw.) verwendet. ‫א‬
ׄׄ = 1000; ׄׄ‫ = ב‬2000 usw.
8 § 1 Das Alphabet

1.2 Konsonantengruppen
Einige Konsonantengruppen weisen bei der Aussprache bzw. bei der
Formenbildung Besonderheiten auf. Die wichtigsten sind:

1.2.1 Die Verschlusslaute (Explosiva)

‫ב‬ die (mit Punkt = dāgeš ) eine „harte“ (explosive)


Aussprache haben. Die „weiche“ Aussprache ist
‫ג‬ heute nur noch gebräuchlich bei:
‫ד‬
‫( ב‬ḇ ) wie w
‫כ‬ ‫( כ‬ḵ ) wie ch
‫פ‬ ‫( פ‬p̄/f ) wie f
‫ת‬
Merk(kunst)wort: b egadk efat .

1.2.2 Die Laryngale bzw. Gutturale (Kehllaute) und ‫ר‬

‫א‬
die häufig einen a-Laut ( ‫ א‬einen ä-Laut) bei
‫ה‬ sich haben und nicht „verdoppelt“, d.h., nicht
‫ח‬ zweimal unmittelbar hintereinander gesprochen
‫ע‬ bzw. nicht gelängt werden können
‫ר‬ (→ § 3.2.2; 3. Anm.).
2. Konsonatengruppen 9

1.2.3 Die Halb- bzw. Semivokale , die Vokalbuchstaben , die


Wandelkonsonanten , die Bildungskonsonanten, Morpheme 

   die an bestimmte Vokale anklingen (→ § 2);


‫א‬ ‫א‬ ‫א‬
 die auch als Zeichen für Vokale stehen
‫ב‬ können (→ § 2);
‫ה‬ ‫ה‬ ‫ה‬
 die bestimmten Veränderungen unterliegen
‫ו‬ ‫ו‬ ‫ו‬ ‫ו‬ (→ § 4.1)
‫י‬ ‫י‬ ‫י‬ ‫י‬ Merkwort: *ta’ awâ nih eyâ ‫תאוה נהיה‬
‫כ‬
Erfülltes Verlangen (tut der Seele gut! Prov 13,19)
‫ל‬ 
die als Wurzelkonsonanten (Radikale) gebraucht
‫מ‬
werden, aber auch zur Bildung grammatischer
Elemente (Morpheme) dienen können
‫נ‬ ‫נ‬ (→ § 6.2)
‫שׁ‬
Merksatz:
‫ת‬ ‫ת‬
*w ehammǽlæḵ š elomoh ’āhaḇ š etáyim nāšîm
‫והמלך שׁלמה אהב ]שׁתים[ נשׁים‬
Aber der König Salomo liebte zwei Frauen
(vgl. 1 Kön 11,1f.; danach waren es mehr).

Immer zur Wurzel gehören dagegen:

‫קרשׂ‬ ‫עפצ‬ ‫חטס‬ ‫גדז‬

* Zu den Zeichen der Umschrift → Übersichten § 1 und § 3.1.


** ‫ שׁ‬wird vielleicht zu Unrecht als Bildungskonsonant aufgeführt, denn als solcher begeg-
net ‫ שׁ‬nur an einer einzigen, ganz speziellen Stelle (s. dazu ‫ § → חוה‬10.6.3; sieht man
einmal von der seltenen sog. Relativpartikel ֶ‫ שׁ‬ab).

Übungsbeispiele

Eigen- und Buchstaben-Namen


‫סמך‬ ‫אדם‬ ‫אסתר‬ ‫אלף‬ ‫דוד‬ ‫כנען‬ ‫ירדן‬
‫דלת‬ ‫נתן‬ ‫דניאל‬ ‫למד‬
‫גת‬ ‫בנימן‬ ‫כף‬ ‫אברהם‬ ‫עין‬ ‫וו‬ ‫ישׂראל‬
‫לבן‬ ‫כלב‬ ‫גלגל‬ ‫זין‬

Weiteres Material zu Buchstabierübungen → Einführungstexte, S. 210.


§ 2 Die Vokalbuchstaben

Eine reine Konsonantenschrift ist mehrdeutig und deshalb unpraktisch.


So benutzte man schon in früher Zeit (ab ca. 1000 v. Chr.) die lineare
Vokalisation, d.h., man setzte auf einer Linie mit den Konsonanten
Lesehilfen (matres lectionis) für bestimmte Vokale.
Als Lesehilfen wurden keine neuen Zeichen verwendet, sondern die
Halbvokale ‫ ו‬und ‫ ; י‬dann ‫ ה‬und (im Hebräischen selten) auch ‫ א‬. Diese
stehen dann nicht als Konsonanten, sondern als Vokalbuchstaben.
In der Biblia Hebraica werden die Lesehilfen (fast ausschließlich für lange
Vokale) wie folgt verwendet:

‫ו‬ für u, o, dem ‫ו‬


homogene (artverwandte) Vokale
‫י‬ für i, e, æ, dem ‫י‬
‫ה‬ nur am Wortende eines Wortes (für a, æ, e, o),

‫א‬ für jeden langen Vokal

‫ א‬steht im Hebräischen nur in ganz seltenen Fällen als echte Lesehilfe


(mater lectionis). Meistens dagegen begegnet es als Vokalbuchstabe dort, wo
es auch etymologisch berechtigt ist. So verliert z.B. silben- und wort-
schließendes ‫ א‬nahezu regelmäßig seine konsonantische Funktion, bleibt
aber meistens als Vokalbuchstabe erhalten (→ dazu § 4.1.4). Man sagt
dann: ‫ א‬quiesziert (ruht) in dem vorangehenden Vokal; z.B.
Jehu ‫יהוא‬
Da die Lesehilfen nicht konsequent gesetzt worden sind, unterscheidet
man Defektiv-Schreibung (scriptio defectiva), d.h., Schreibung ohne eine
Lesehilfe, wo man sie erwartete, von Plene-(Voll-)Schreibung (scriptio
plena), d.h., Schreibung mit einer solchen; z.B.
David ‫( דוד‬defektiv) ‫( דויד‬plene)
§ 3 Die Punktation 11

Übungsbeispiele

Eigen- und Buchstaben-Namen


‫הא‬ ‫יוסף‬ ‫נון‬ ‫דויד‬ ‫בית‬ ‫עמוס‬ ‫ירושׁלם‬
‫מים‬ ‫חית‬ ‫יונתן‬ ‫רות‬ ‫פא‬ ‫לוט‬ ‫גימל‬
‫מואב‬ ‫אדום‬ ‫אדם‬ ‫יוד‬ ‫קוף‬ ‫שׁין‬ ‫מיכאל‬
‫משׁה‬ ‫שׂרה‬ ‫טית‬

Weiteres Material zu Buchstabierübungen → Einführungstexte, S. 210.

§ 3 Die Punktation

Auch durch das Setzen von Vokalbuchstaben wurde der Konsonantentext


nicht völlig eindeutig. Um hier Abhilfe zu schaffen und um das Lesen der
Texte in der Synagoge zu erleichtern – als Umgangssprache war das
Hebräische ausgestorben –, entwickelten ab dem 5./6. Jh. n. Chr. die
Masoreten, jüdische Gelehrte, die sich um die Überlieferung (Masora) des
Textes kümmerten, verschiedene Zeichensysteme. Diese Systeme zeigten
mit Hilfe von Punkten und Strichen, die zu den Konsonanten gesetzt
wurden, die Vokale, die Betonung und anderes an.
Durchgesetzt hat sich das tiberische Punktationssystem, das zwischen dem 8.
und 10. Jh. n. Chr. von der Masoretenschule Ben Ašer in Tiberias (Israel)
entwickelt worden ist. Der so punktierte Text der Biblia Hebraica wird als
MT (Masoretischer Text) bezeichnet.
12 § 3 Die Punktation

3.1 Die Vokalzeichen


Das tiberische Vokalisationssystem enthält Zeichen für Vollvokale, Murmelvokale
(reduzierte Vokale) und für Vokallosigkeit.

Vollvokale

Zei- Um- Beispiel kurz Name


chen schrift mit ‫מ‬/‫ה‬ /lang
ִ i ‫ ִמ‬mi k/ l ́
ḥîræq * [ ‫ירק‬
ֶ ‫] ִ֜ח‬
ֵ e ֵ‫ מ‬me l** ṣêrê [‫ירי‬
ֵ ֵ‫]צ‬
ֶ æ ֶ‫ מ‬mæ k/ l e
s gôl [‫] ְסגוֹל‬
ַ a ַ‫ מ‬ma k pátaḥ [‫] ֜ ַפּתַ ח‬
ָ ā ָ‫ מ‬mā l ́ æṣ
qām [‫] ָ֜קמֶ ץ‬
ָ å ָ‫ מ‬må k ́ æṣ ḥāṭûp̄
qām [‫]חָ טוּף‬
(in unbetont geschlossener Silbe)
ֹ o ֹ‫ מ‬mo l** ḥốlæm [‫]חוֹ ֜לֶ ם‬
ֻ u ֻ‫ מ‬mu k/ l qibbûṣ [‫] ִקבּוּץ‬
‫וּ‬ û ‫ מוּ‬mû l** šû́ræq [‫]שׁוּ ֶ֜רק‬

Murmelvokale
ְ e
‫ ְמ‬m e k š ewā’ mobile [‫] ְשׁוָא‬ š ewā’ simplex
ֱ æ
ֱ‫ ה‬h æ k ḥāṭep̄-s egôl [‫]חָ טֵ ף‬
ֲ š ewā’
a
ֲ‫ ה‬h a k ḥāṭep̄-pátaḥ
compositum
ֳ å
ֳ‫ ה‬h å k ́ æṣ
ḥāṭep̄-qām

Vokallosigkeit
ְ ‫ ְמ‬m š ewā’ quiescens š ewā’ simplex
(am Silbenschluss)
* Zu den Zeichen der Umschrift → Übersicht § 1.
** = meistens.
1. Die Vokalzeichen 13

3.1.1 Die Vollvokale

Die Vokalzeichen stehen nur für die Lautqualität (Klangfarbe) der einzel-
nen Vokale. Diese entspricht in etwa der der deutschen Vokale. Die Laut-
quantität (Kürze/Länge) dagegen ist grundsätzlich nicht festgelegt, doch
ergibt sich diese teilweise aus der lautgeschichtlichen Entwicklung, so auch
die allermeist lange Aussprache von e und o.

Besonderheiten:

1. ָ qām
́ æṣ (ā /å )

Das Zeichen ָ ist zweideutig: Einerseits steht es für langes ā, andererseits


́ æṣ ḥāṭûp̄ (flüchtiges qām
als qām ́ æṣ ) für kurzes å (wie o in „Post“). Als
Hauptleseregel gilt:

Ein ָ (qām ́ æṣ ) in einer unbetont geschlossenen Silbe wird als


́ æṣ ḥāṭûp̄ (å ) gelesen.
qām

1. Anm.: Da die betonte Silbe normalerweise durch einen Akzent angezeigt wird, ist auch
die unbetonte (akzentlose) Silbe leicht zu erkennen (weiter → § 4.3.1).

Geschlossen ist eine Silbe, die auf einen Konsonanten endet. Offen ist eine Silbe, die auf einen
Vokal oder Vokalbuchstaben ausgeht.

Da im Hebräischen einerseits jede Silbe mit einem Konsonanten beginnt, auf den ein
Vokal folgen muss, andererseits doppelt geschlossene (auf zwei Konsonanten ausgehende)
Silben selten sind und nur am Wortende begegnen, ist die Silbentrennung relativ leicht
durchzuführen (weiter → § 4.3.1); z.B.
‫חָ ְכ ֜ ָמה‬ ḥåḵ ¦ mâ Weisheit ( ‫ ה‬ist Vokalbuchstabe)
14 § 3 Die Punktation

́ æṣ ḥāṭûp̄ lautet:
2. Anm.: Eine weitere Regel für die Aussprache des ָ als qām

́ æṣ ḥāṭûp̄ wird ein unbetontes qām


Als qām ́ æṣ ( ֳ )
́ æṣ  vor einem ḥāṭep̄-qām
oder  vor einem weiteren qāḿ æṣ ḥāṭûp̄ gelesen.

z.B.
 ֹ‫עלו‬
ֳ ָ‫פּ‬ på ‘ å lố sein Werk ( ‫ ו‬ist Vokalbuchstabe )
 ‫י ָָר ְבעָ ם‬ yå råḇ ‘ām (der König ) Jerobeam

3. Anm.: Die Zweideutigkeit des qām ́ æṣ -Zeichens erklärt sich aus unterschiedlichen
Aussprachetraditionen. In der aschkenasischen (d.h., die der deutsch-polnischen Juden) wird
́ æṣ – kurz oder lang – ḥāṭûp̄ ausgesprochen.
jedes qām
Durchgesetzt aber hat sich in den Grammatiken und auch im heute gesprochenen
Hebräisch (Ivrit) die oben wiedergegebene sefardische Aussprachetradition (d.h., die der
spanisch-portugiesischen Juden).

́
2. ‫ וּ‬šûræq (û )

Der Punkt in dem ‫ ו‬ist ein älteres Zeichen für u. Da es sich nur dort
gehalten hat, wo ‫ ו‬als Vokalbuchstabe für u stand, ist es meistens als langes
u (û) zu lesen; z.B.
‫סוּס‬ sûs Pferd

3.1.2 Zur Stellung der Vokalzeichen

Die Vokale stehen unter den Konsonanten, nach denen sie gesprochen
werden; z.B.
‫קָ טַ ל‬ qā ṭal töten, er hat getötet

Ausnahmen und Besonderheiten:

1. ַ pátaḥ furtivum ( a )
Das pátaḥ furtivum, ein kurzes unbetontes a, wird vor dem Konsonanten
gesprochen, unter dessen Zeichen es leicht nach rechts versetzt steht. Das
pátaḥ furtivum (heimliches pátaḥ ) wird geschrieben und gelesen, wenn
1. Die Vokalzeichen 15

 den wortschließenden Laryngalen bzw. Gutturalen ‫ע‬, ‫ ח‬und ‫הּ‬


(→ § 1.2.2)
 kein a-Laut unmittelbar vorausgeht.
Dieser Gleitlaut fällt wieder fort, wenn der Laryngal nicht mehr das Wort
schließt, sondern eine neue Silbe eröffnet; z.B.
+ ‫רוּ ַח‬ rû aḥ Wind, Geist, Hauch; aber
nur  ‫רוּ ִחי‬ rû ḥî mein Geist

2. ֹ ḥốlæm (o )
Ein ḥốlæm steht links oben an dem Konsonanten, nach dem es gesprochen
wird; z.B.
‫משֶׁ ה‬
ֹ mo šæh Mose
‫שׁפֵ ט‬
ֹ šo p̄eṭ Richter, Retter
Quieszierendes ‫ § →( א‬2) und ‫( ו‬als Konsonant oder Vokalbuchstabe) ziehen
den zum vorangehenden Konsonanten gehörenden ḥốlæm-Punkt an sich,
und zwar auf ihre rechte Seite*; z.B.
‫צ ֹאן‬ ṣo’n Kleinvieh; aber ‫’ ֹאזֶן‬ó zæn Ohr
‫עוֹד‬ ‘ôd noch; aber ‫‘ עָ ו ֹן‬ā won Schuld
* Diese Unterscheidungshilfe wird in modernen Bibelausgaben, nicht aber in allen Lexika
gegeben.

3. In die Finalbuchstaben ‫ ך‬und ‫ ן‬wird das qām ́ æṣ-Zeichen (bei ‫ ך‬auch


š wā’ quiescens: ‫ )ְך‬eingesetzt; z.B.
e

‫סוּסיָך‬
ֶ֜ sû sæ̂́ ḵā deine (m.) Pferde
‫ֶ ֜דּ ֶרְך‬ dǽ ræḵ Weg, Wandel
4. Bei ‫ ד‬und ‫ ו‬und ‫ ר‬stehen die Vokalzeichen unter dem Schaft; z.B.
‫ְדּבָ ִרים‬ d e ḇā rîm Worte

5. Vokalbuchstabe und Vokalzeichen


Da zur Zeit der Punktation der Buchstabenbestand des Textes als unver-
änderbar galt, konnten auch die alten Vokalbuchstaben (→ § 2) nicht
mehr getilgt werden. Dennoch setzten die Masoreten auch dort, wo
bereits ein Vokalbuchstabe stand, zusätzlich noch ihr Vokalzeichen, so
16 § 3 Die Punktation

dass der entsprechende Vokal nun zweifach angezeigt wird.


Für ‫ ו‬und ‫ י‬als Vokalbuchstaben ergaben sich durch Kombination mit den
Vokalzeichen folgende Möglichkeiten, z.B. mit ‫מ‬:

ֹ‫ מו‬mô ‫ ִמי‬mî
‫ מוּ‬mû ‫ מֵ י‬mê
‫ מֶ י‬mæ̂

Man spricht bei diesen Kombinationen auch von ḥîræq- ́ , ṣêrê-, s egôl- und
́
ḥốlæm- magnum, bei ‫ וּ‬von šûræq (Umschrift: î , ê , æ̂ , ô , û ).

6. ‫ו‬, ‫י‬, ‫ה‬, ‫ – א‬Vokalbuchstabe oder Konsonant?

Hilfen zur Unterscheidung:

‫ ו‬und ‫י‬

Haben ‫ ו‬und ‫ י‬ kein Vokalzeichen bei sich und ist ihnen
 der vorausgehende Vokal homogen ( ‫ = ו‬u , o ; ‫ = י‬i , e , æ ),
so sind sie Vokalbuchstaben (sonst Konsonanten).

Umschrift: û , ô , î , ê , æ̂

z.B. + ‫י ִָדי‬ yā dî meine Hand; aber


nur  ‫י ַָדי‬ yā day meine Hände

Aus- Eine Ausnahme bildet die häufig vorkommende Endung


nahme ‫( ָיו‬3. masc. Sg. am Pl. des Nomens); zu lesen ist âw.

‫ = ָיו‬âw

z.B. ‫י ָָדיו‬ yā dâw seine Hände


1. Die Vokalzeichen 17

‫ה‬

‫ה‬ ist nur am Wortende Vokalbuchstabe (für a, æ, e, o)


(sonst Konsonant).
Umschrift: â , æ̂ , ê, ô

‫הּ‬ Steht ‫ ה‬am Wortende als Konsonant, erhält es einen Punkt,


mappiq : ‫( הּ‬he mappiqatum → § 3.2.3).

z.B. ‫סוּסָ ה‬ sû sâ Stute; aber:


‫סוּסָ הּ‬ sû sāh ihr Pferd

‫א‬

Hat ‫ א‬kein Vokalzeichen bei sich, ist es Vokalbuchstabe für


jeden langen Vokal (sonst Konsonant).
Umschrift: ā’ usw.
Beachte:  Steht der ḥốlæm-Punkt rechts bei ‫א‬, gehört er
nicht zum ‫א‬, sondern zum vorangehenden
Konsonanten (→ § 3.1.2).
 Dem ‫ א‬nachfolgendes ‫ וּ‬gehört zum ‫א‬.

z.B. ‫בָּ ָרא‬ bā rā’ schaffen, er (Gott) hat geschaffen aber:


‫אָ ב‬ ’āḇ Vater

 ‫ל ֹא‬ lo’ nicht

 ‫שָׁ אוּל‬ šā ’ûl Saul


18 § 3 Die Punktation

Übungsbeispiele

Eigennamen und (Lern-) Vokabeln (→ Alphabetisches Vokabular)


‫חָ ם‬ ‫שֵׁ ם‬ ‫נ ַֹח‬ ‫֜ ֶהבֶ ל‬ ‫ַ֜קיִ ן‬ ‫עֵ֜ ֶדן‬ ‫אָ ָדם‬
‫אוּר‬ ‫לוֹט‬ ‫הָ ָרן‬ ‫נָחוֹר‬ ‫֜ ֶתּ ַרח‬ ‫בָּ בֶ ל‬ ‫ֶי֜פֶ ת‬
‫יוֹאָ ב‬ ‫ָדּוִ ד‬ ‫ִמיכַ ל‬ ‫יוֹנָתָ ן‬ ‫שָׁ אוּל‬ ‫הָ גָר‬ ‫שָׂ ַרי‬
‫נַחוּם‬ ‫ִמיכָ ה‬ ‫עָ מוֹס‬ ‫יוֹאֵ ל‬ ‫הוֹשֵׁ ַע‬ ‫נָתָ ן‬ ‫צָ דוֹק‬

‫רוּח‬
ַ ‫צ ֹאן‬ ‫עוֹד‬ ‫סוּס‬ ‫ל ֹא‬ ‫אָ ב‬ ‫בֵּ ן‬
‫ֶז ַ֜רע‬ ‫כּסֶ ף‬
ֶ֜ ‫ֶ֜א ֶרץ‬ ‫ֶ ֜דּ ֶרְך‬ ‫בָּ ָרא‬ ‫קָ טַ ל‬ ‫שָׁ מַ ר‬
‫שָׁ ם‬ ‫חָ ְכמָ ה‬ ‫שֹׁפֵ ט‬ ‫עָ ו ֹן‬ ‫ֹ֜אזֶן‬
Weiteres Übungsmaterial → § 3.2.3.

3.1.3 Das š ewā’ – Vokallosigkeit und Murmelvokal

Das ְ š ewā’ (Nichts) zeigt eine Leerstelle an, d.h., das Fehlen eines bedeu-
tungsunterscheidenden Vokals. Es wurde von den Masoreten in doppelter
bzw. dreifacher Funktion gesetzt: Als

1. š ewā’ quiescens

Das š ewā’ quiescens (ruhendes, stummes š ewā’ ) steht am Silbenschluss


zur Kennzeichnung der Vokallosigkeit eines Konsonanten. Es entfällt
beim letzten Buchstaben eines Wortes.

z.B. ‫אַ ְב ָרהָ ם‬ ’aḇ rā hām Abraham

‫חֵ ְטא‬ ḥeṭ’ Sünde


1. Die Vokalzeichen 19

Ausnahmen:

– š ewā’ quiescens wird in ein Schluss-kaf ( ‫ ) ך‬gesetzt, wohl um es


besser vom Schluss-nun ( ‫ ) ן‬unterscheiden zu können; z.B.
‫֜ ֶמלֶ ְך‬ mǽ læḵ König; aber ‫ צ ֹאן‬ṣo’n Kleinvieh
– š ewā’ steht bei dem letzten Konsonanten eines Wortes, wenn
dieses auf zwei vokallose Konsonanten endet. Solche doppelt ge-
schlossenen Silben sind selten und begegnen nur am Wortschluss
(→ S. 51f.); z.B.
‫קָ טַ ְל ְתּ‬ qā ṭalt du ( fem.) hast getötet

2. š ewā’ mobile

Das š ewā’ mobile (bewegliches, lautbares š ewā’ ) steht zur


Kennzeichnung eines schwachen Vokalanstoßes, eines Murmellautes,
der in etwa dem e im englischen „the“ (vgl. deutsches „heute“)
entspricht.
z.B. ‫ְבּ ִרית‬ b e rît Bund, Verpflichtung

1. Anm.: Der Murmellaut ist entweder durch Reduktion eines Vollvokals in offener Silbe
entstanden oder (seltener) zur Auflösung einer ursprünglichen Doppelkonsonanz
eingeschoben worden (→ § 4.3.2).

2. Anm.: Die Silbe, in der ein Murmelvokal steht, wird Vorschlagsilbe genannt. Einer
Vorschlagsilbe muss immer eine volle Silbe folgen, d.h., zwei Vorschlagsilben können
nicht hintereinander stehen (→ § 4.3.2.2).
20 § 3 Die Punktation

š ewā’ mobile oder š ewā’ quiescens? – Hilfen zur Unterscheidung:


š ewā’ mobile ist:
 das š ewā’ beim ersten Konsonanten eines Wortes, da auf einen silbener-
öffnenden Konsonanten ein Vokal folgen muss; z.B.
‫ ְבּ ִרית‬b erît Bund, Verpflichtung

 das zweite š ewā’, wenn innerhalb eines Wortes zwei š ewā’ unmittelbar
hintereinander stehen, da zwei Vorschlagsilben nicht aufeinander
folgen können und eine doppelt geschlossene Silbe innerhalb des
Wortes nicht möglich ist; z.B.
‫ יִ ְק ְטלוּ‬yiq ṭ elû sie (masc.) werden töten

 das š ewā’ bei einem Konsonanten mit dāgeš, da dāgeš, ein Punkt im
Konsonanten, in dieser Funktion die Verdoppelung des Konso-
nanten anzeigt (→ unten § 3.2.2). Somit entspricht dieser Fall
dem vorausgehenden;
z.B. ‫ ִל ְמּדוּ‬lim m edû sie haben gelehrt

 das š ewā’ nach einem langen Vokal bzw. mǽtæg. Wegen der
Schwierigkeit, zwischen kurzem und langem Vokal zu unterschei-
den, ist diese Regel in der Anwendung problematisch. Doch hilft
hier weiter, wenn man sich merkt:
Nach e, o oder einem plene geschriebenen Vokal oder nach
einem mǽtæg ist ein š ewā’ meistens als mobile zu lesen.
(mǽtæg ist ein kleiner senkrechter Strich links neben dem Vokal,
der einen Nebenton anzeigen kann [→ unten § 3.3.4]);
z.B. ‫שׁ ְפ ִטים‬
ֹ šo p̄ e ṭîm Richter (Pl.)
‫כּ ְתבָ ה‬
ֽ ָ kā t eḇâ sie hat geschrieben
Bisweilen entscheidet nur die Kenntnis in der Formenbildung
und die Kontextinformation, ob ein š ewā’ als mobile zu lesen ist.

š ewā’ quiescens ist


immer dann zu lesen, wenn keiner der genannten Gründe für die
Annahme eines š ewā’ mobile spricht;
z.B. ‫’ אַ ְב ָרהָ ם‬aḇ rā hām Abraham
2. Die Aussprachezeichen 21

3. ḥāṭep̄ – Zeichen = š ewā’ compositum

Die ḥāṭep̄ – Zeichen (eine Kombination von š ewā’ und einem Vokal-
zeichen) stehen bei den Laryngalen ( ‫א‬, ‫ה‬, ‫ח‬, ‫ ;ע‬ganz selten auch bei anderen
Konsonanten) an Stelle eines einfachen š ewā’ (š ewā’ simplex), um eine
deutlichere Aussprache der Laryngale zu bewirken. Als ḥāṭep̄ -Vokale begeg-
nen:
ֲ ḥāṭep̄ - pátaḥ ֱ ḥāṭep̄ - s egôl ֳ ́ æṣ
ḥāṭep̄ - qām

z.B. ‫אנִ י‬
ֲ ’ anî ich
‫ֹלהים‬
ִ ‫א‬ ֱ ’ ælohîm Gott, Götter
‫ח ִלי‬
ֳ ḥ ålî Krankheit

3.2 Die Aussprachezeichen


Um die unterschiedliche Aussprache ein und desselben Buchstabens fest-
zuhalten, haben die Masoreten zusätzliche Kennzeichen verwendet. Die
wichtigsten der tiberischen Tradition sind: dāgeš lene, dāgeš forte und
mappîq, jeweils ein Punkt in bestimmten Konsonantenzeichen.

3.2.1 dāgeš lene

dāgeš lene (sanfte, leichte Schärfung) steht nur in den b egadk efat (→
§ 1.2.1), also in den Konsonanten ‫ב‬, ‫ג‬, ‫ד‬, ‫כ‬, ‫פ‬, ‫ת‬. Es bezeichnet die
explosive, „harte“ Aussprache der Konsonanten (also: b, g, d, k, p, t ).
Ein Aussprache-Unterschied (explosiv/„hart“, spirantisch/„weich“) wird
heute nur bei den drei folgenden Konsonanten gemacht:

explosiv / „hart“ spirantisch / „weich“

‫ ( בּ‬b ) wie b ‫ ( ב‬ḇ ) wie w

‫ ( כּ‬k ) wie k ‫ ( כ‬ḵ ) wie ch

‫ ( פּ‬p ) wie p ‫ ( פ‬p̄ ) wie f


22 § 3 Die Punktation

Die anderen drei Konsonanten ( ‫ג‬, ‫ד‬, ‫ ) ת‬werden auch ohne dāgeš lene
explosiv („hart“) ausgesprochen.

dāgeš lene steht:

 Wenn ein mit einem begadkefat beginnendes Wort


– am Anfang eines Satzes oder Teil-Satzes
– allein (z.B. im Lexikon) steht;
 wenn dem begadkefat ein vokalloser Konsonant, eine
geschlossene Silbe, vorausgeht;
z.B. ‫ֱֹלהים‬
ִ ‫ בָּ ָרא א‬ ‫אשׁית‬
ִ ‫ ְבּ ֵר‬

‫ ְתּ‬‫כָּ תַ ְב‬ kā taḇ t du ( fem.) hast geschrieben

1. Anm.: dāgeš lene findet sich in den präfigierten Partikeln ‫( ְבּ‬in, an, mit) und ‫( ְכּ‬wie,
gemäß, entsprechend, etwa) häufig auch dann, wenn diesen ein Vokal vorausgeht;
z.B. ‫וַיִּ ְק ְבּ ֻ ֜רהוּ ְבּבֵ יתוֹ ָבּ ָרמָ ה‬ way yiq b erú hû b eḇê tô bā rā mâ
und sie begruben ihn in seinem Haus in Rama

2. Anm.: Nicht selten begegnet der Fall, dass sich nach einem vokallosen Konsonanten
(das š ewā’ bei ihm ist dann als quiescens zu bestimmen) ein b egadk efat ohne dāgeš lene
findet, wo ein solches nach der oben stehenden Regel zu erwarten wäre; z.B.
‫מַ ְלכֵ יכֶ ם‬ mal ḵê ḵæm eure Könige (‫ ֜ ֶמלֶ ְך‬mæ læḵ König)
‫ִכּ ְתבוּ‬ kit ḇû schreibt! (‫ ְכּ ֹתב‬ke toḇ schreibe!)
‫אֶ ְתכֶ ם‬ ’æt ḵæm euch

Solche Fälle erklären sich weitgehend durch die im Laufe der Zeit voranschreitende
Spirantisierung, die vor allem dazu geführt hat, dass innerhalb eines Wortes kein
dāgeš lene gesetzt wurde, wenn das dem begadkefat vorausgehende š ewā’ quiescens erst bei
der Formenbildung (durch Ausstoßung eines Vokals) entstanden war (→ aber auch
§ 4.4.3).
Bisweilen ist vermutet worden, hier liege ein š ewā’ medium vor, d.h., ein š ewā’, das zwar
die Silbe schließe, aber dieses nicht so stark, dass ein folgender begadkefat dāgeš lene
erhalten könnte. Da es zur Stützung einer solchen Annahme kein hinreichendes
Belegmaterial und auch keine Hinweise bei den Masoreten darauf gibt, sollte man allenfalls
zur Umschreibung des Sachverhaltes (kein dāgeš lene in einem begadkefat nach š ewā’
quiescens) von einem sogenannten š ewā’ medium sprechen.
2. Die Aussprachezeichen 23

3. Anm.: Bei den begadkefat, die heute auch ohne dāgeš lene explosiv/„hart“ ausgesprochen
werden, ist als spirantische/„weiche“ Aussprache anzunehmen:
‫ג‬ wie norddeutsches g in „Tag“,
‫ד‬ wie stimmhaftes englisches th in „father“,
‫ת‬ wie stimmloses englisches th in „thank“.

3.2.2 dāgeš forte

dāgeš forte (starke Schärfung) kann in allen Konsonanten außer den


Laryngalen (‫א‬, ‫ה‬, ‫ח‬, ‫ )ע‬und ‫ ר‬stehen. Es zeigt die Längung bzw.
Verdoppelung (Gemination) eines Konsonanten an.

dāgeš forte steht:

 bei Assimilation eines vokallosen Konsonanten (meistens handelt es


sich um ‫ ) נ‬an den folgenden;

z.B. ‫יִ תֵּ ן‬ yit ten ← yin ten er wird geben

 aus grammatischen Gründen bei der Wortbildung (sog.


Intensivbildung → § 8.6.2)

z.B. ‫ִלמֵּ ד‬ lim med er hat gelehrt; aber


‫לָ מַ ד‬ lā mad er hat gelernt

 statt Doppelschreibung eines Konsonanten

z.B. ‫ָתנּוּ‬
ַ֜ ‫נ‬ nā tán nû wir haben gegeben

Die Setzung von dāgeš forte unterbleibt:

– beim letzten Konsonanten eines Wortes, wenn dieser vokallos ist,


z.B.
‫עַ ם‬ ‘am ← ‘amm Volk; aber
‫עַ ִמּים‬ ‘am mîm Völker
24 § 3 Die Punktation

– in den Präformativen ְ‫ ( י‬y e ) und ‫( ְמ‬m e ) – Silben, die bei der


Formenbildung regelmäßig wiederkehren; z.B.
‫ַויְ ִהי‬ und es / er geschah, war, wurde; aber
‫ַו ֜יּ ֹאמֶ ר‬ und er / es sprach ( ּ ‫ = ַו‬Zeichen für
den Narrativ)
– häufig auch sonst bei einem Konsonanten mit š ewā’ ; z.B.
‫הַ ְללוּ־יָהּ‬ preiset Jah(wä); aber
‫הַ לֵּ ל‬ preise!
In den letzten beiden Fällen wird konventionellerweise meist so gelesen,
als stünde dāgeš forte, also: way (y) ehî und hal (l) elû yāh.

dāgeš lene oder dāgeš forte?

Zur Unterscheidung gilt:

 Ist ein dageschierter Buchstabe kein begadkefat, liegt dāgeš forte vor.
Ansonsten hilft die Faustregel:
 dāgeš forte steht immer, dāgeš lene nie nach einem Vokal.

1. Anm.: dāgeš forte schließt dāgeš lene, also die explosiv/„harte“ Aussprache, ein.
2. Anm.: Die dem dāgeš forte vorausgehende Silbe wird geschärfte Silbe genannt. Da es eine
doppelt geschlossene Silbe im Wortinneren nicht gibt, muss der dageschierte Konsonant
die eine Silbe schließen und die folgende eröffnen. Das š ewā’ bei einem Konsonanten mit
dāgeš ist somit immer mobile; z.B.
‫ִל ְמּדוּ‬ lim m edû sie haben gelehrt
3. Anm.: Die Laryngale und meist auch ‫ ר‬erhalten kein dāgeš forte. Müsste nun aus
grammatischen Gründen ein Laryngal oder ‫ ר‬verdoppelt (dageschiert) werden, so tritt
entweder Ersatzdehnung (compensatio) oder virtuelle Verdoppelung (dāgeš forte implicitum) ein
(→ § 4.2.2).
2. Die Aussprachezeichen 25

Ersatzdehnung:
Der dem Laryngal vorausgehende Vokal, der jetzt in einer offenen Silbe steht, wird
gedehnt, und zwar
Normal-Form ‫ר‬/Laryngal-Form

a > ā ‫קַ טֵּ ל‬ ‫בָּ ֵרְך‬


i > e ‫ִקטֵּ ל‬ ‫בֵּ ַרְך‬
u > o ‫קֻ טַּ ל‬ ‫בּ ַרְך‬
ֹ

Dieses ist der Fall immer vor ‫ר‬, meistens vor ‫א‬, oft vor ‫ע‬, selten vor ‫ ה‬und ‫ח‬.

Virtuelle Verdoppelung
Eine scheinbare Verdoppelung nimmt man in den Fällen an, in denen in dem Laryngal
zwar kein dāgeš forte steht, aber der vorausgehende Vokal nicht verändert wird. Die
Vokalisation entspricht also der Normal-Form, nur das dāgeš forte fehlt; z.B.

Normal-Form ‫ר‬/Laryngal-Form
‫קַ טֵּ ל‬ ‫ַרחֵ ם‬
‫ִקטֵּ ל‬ ‫ִרחַ ם‬
‫קֻ טַּ ל‬ ‫ֻרחַ ם‬

Dieses ist meist der Fall bei ‫ ח‬und ‫ה‬, selten bei den anderen Laryngalen.

4. Anm.: dāgeš forte euphonicum: Neben dem oben beschriebenen dāgeš forte, das aus
grammatischen Gründen steht (dāgeš forte necessarium), gibt es noch ein dāgeš forte, das
nur aus klanglichen Gründen gesetzt worden ist, das dāgeš forte euphonicum.

Man unterscheidet:
– das dāgeš forte coniunctivum, das zwei Wörter eng miteinander verbindet. Es kann
nur stehen, wenn das erste Wort auf einen Vokal (meist ָ oder ֶ ) ausgeht und das
zweite (mit dāgeš forte coniunctivum) einsilbig oder vorn betont ist; z.B.

‫ְתּנָה ִלּי‬ tenāllî gib mir doch

– das dāgeš forte dirimens, das trennende dāgeš forte, das dazu dient, die Lautbarkeit
eines š ewā’ zu unterstreichen; z.B.

‫יִ ְקּ ֵרְך‬ yiqq ereḵ es wird dich treffen; aber


‫יִ ְק ֵרנִ י‬ yiqrénî es wird mich treffen
26 § 3 Die Punktation

3.2.3 mappîq

Soll ‫ ה‬am Schluss eines Wortes nicht Vokalbuchstabe, sondern Kon-


sonant sein, so erhält es einen Punkt, mappîq : ‫;הּ‬

z.B. ‫מַ ְלכָּ הּ‬ malkāh ihr (der Frau) König; aber


‫מַ ְלכָּ ה‬ malkâ Königin

Buchstabier- und Leseübungen:

‫סוּסָך‬
ְ ‫סוּסַ י‬ ‫סוּסי‬
ִ ‫סוּסָ הּ‬ ‫סוּסָ ה‬ ‫מַ ְלכָּ הּ‬ ‫מַ ְלכָּ ה‬
‫ָשׁים‬
ִ ‫אנ‬
ֲ ‫עֳנִ י‬ ‫א ֲָדמָ ה‬ ‫אָ ָדם‬ ‫סוּסָ יו‬ ֹ‫סוּסו‬ ‫סוּסֶ יָך‬
‫֜חנוּ‬
ְ ‫א ַנ‬
ֲ ‫אָ נ ֹ ִכי‬ ‫אֲנִ י‬ ‫ֳלי‬
ִ ‫ח‬ ‫ַ ֽמעֲשֶׂ ה‬ ‫ֱֹלהים‬
ִ ‫א‬

Hebräische Namen der biblischen Bücher:

‫תוּבים‬
ִ ‫ְכּ‬ ‫יאים‬
ִ ‫נְ ִב‬ ‫תּוֹרה‬
ָ :‫ך‬ ‫נ‬ ‫ת‬
‫שׁ ְֹפ ִטים‬ ‫יְ הוֹשֻׁ ַע‬ ‫ְדּבָ ִרים‬ ‫ְבּ ִמ ְדבַּ ר‬ ‫וַיִּ ְק ָרא‬ ‫ְשׁמוֹת‬ ‫ְבּ ֵרא ִשׁית‬
‫יוֹאֵ ל‬ ‫הוֹשֵׁ ַע‬ ‫יְ חֶ זְ קֵ אל‬ ‫יִ ְר ְמ ָי֜הוּ‬ ‫יְ שַׁ ְע ָי֜הוּ‬ ‫ְמלָ ִכים‬ ‫ְשׁמוּאֵ ל‬
‫ְצפַ נְ יָה‬ ‫חֲבַ קּוּק‬ ‫נַחוּם‬ ‫ִמיכָ ה‬ ‫יוֹנָה‬ ‫עֹ בַ ְדיָה‬ ‫עָ מוֹס‬
‫ִמ ְשׁלֵ י ְשֹׁלמֹה‬ ‫ִאיּוֹב‬ ‫ְתּ ִה ִלּים‬ ‫מַ ְלאָ ִכי‬ ‫זְ כַ ְריָה‬ ‫חַ גַּי‬
‫ָדּנִ יֵּאל‬ ‫אֶ ְסתֵּ ר‬ ‫אֵ יכָ ה‬ ‫ֹהלֶ ת‬
ֶ֜ ‫ק‬ ִ ‫ִשׁיר הַ ִשּׁ‬
‫ירים‬ ‫רוּת‬
‫ִדּ ְב ֵרי הַ יּ ִָמים‬ ‫נְ חֶ ְמיָה‬ ‫עֶ זְ ָרא‬
Weiteres Übungsmaterial → Einführungstexte, S. 210.

3.3 Die Lese- und Betonungszeichen

3.3.1 Zur Betonung

Im Hebräischen ist – wie in anderen Sprachen auch – die Betonung (der


Aussprache-Druck) innerhalb des Wortes und des Satzes nicht gleich-
mäßig verteilt.
3. Die Lese- und Betonungszeichen 27

Nach dem tiberischen Punktationssystem liebt das Hebräische die


Abfolge:

nebenbetont → unbetont → (haupt)betont.

Ursprünglich trug im Hebräischen vor allem die vorletzte Silbe, die


Pänultima, den Aussprache-Druck. Nach Fortfall alter Flexionsendungen
(Fall- und Personenkennzeichnungen) wird im Biblisch-Hebräischen über-
wiegend die letzte Silbe, die Ultima, betont.

Besonderheiten:

Pänultimabetonung findet sich im Biblisch-Hebräischen:


– bei der Nomen-Klasse der Segolata (benannt nach dem s egôl,
erkennbar an der Betonung der vorletzten Silbe, → § 7.1).
Hier ist der Vokal in der letzten Silbe nur ein Hilfsvokal, mit dem
die vormals doppelt geschlossene Silbe aufgesprengt worden ist
und der nicht den Ton tragen kann (→ § 4.3.2.3); z.B.
u Nominativ
‫֜ ֶמלֶ ְך‬ König < mal k < málk i Genitiv
└ ▲æ a Akkusativ

– bei bestimmten Verbformen, bei denen sich die ursprüngliche


Pänultimabetonung gehalten hat; z.B.
ָ‫כָּ ֜ ַת ְבתּ‬ du (masc.) hast geschrieben
‫כָּ ֜ ַת ְב ִתּי‬ ich habe geschrieben
– beim Narrativ (Erzähltempus), wenn  die letzte Silbe
geschlossen und  die vorletzte Silbe offen ist; z.B.
 
‫ַו ֜יּ ֹאמֶ ר‬ way yó’ mær und er sprach / da sagte er
‫ַו ֜ ָיּקָ ם‬ way yā́ qåm und er erhob sich / da stand er auf
– auch sonst noch regelmäßig bei bestimmten Verb- und Nominal-
formen (→ § 10.2.5; § 10.3.1).
Das Erkennen der Pänultimabetonung bereitet aber keine grundsätzlichen
Schwierigkeiten, da durch die Akzente deutlich gemacht wird, welche Silbe
zu betonen ist.
28 § 3 Die Punktation

3.3.2 Die Akzente

Für den gesangartigen Vortrag der Texte haben die Masoreten ein um-
fangreiches Akzentuationssystem geschaffen. Nahezu jedes Wort hat
einen Akzent, der in der tiberischen Version unter oder über dem Konso-
nanten und links (nur bei ḥốlæm rechts) neben dem Vokalzeichen steht.
Man unterscheidet trennende (distinctivi oder domini) und verbindende (con-
iunctivi oder servi) Akzente sowie zwei Systeme:
a) das allgemeine oder prosaische System (in 21 Büchern verwendet) mit
18 Trennern und 9 Verbindern und
b) das poetische System (Ps, Hi, Prov) mit 12 Trennern und 9 Verbindern.

Für uns haben die Akzente eine zweifache Funktion:


Die Akzente dienen als

 Betonungszeichen da sie meist bei der (Haupt-) Tonsilbe stehen,

 Interpunktionszeichen (Satzzeichen), da sie durch Trennung und


Verbindung von Wörtern auf die syntaktischen
Gliederungen hinweisen.

Die wichtigsten Akzente sind:

1. Trenner

‫ֽ׃‬ sillûq ( ֽ ) mit sôp̄ pāsûq ( ‫) ׃‬ (z.B. ‫)הָ ָ ֽא ֶרץ׃‬,

der das Versende kennzeichnet. Der sillûq (als Zeichen identisch mit dem
mǽtæg → 3.4) steht bei der letzten (Haupt-) Tonsilbe des Verses.

֑ ’atnāḥ (z.B. ‫)א ֑וֹר‬,

der innerhalb des Verses die stärkste Zäsur setzt und häufig so den Vers
in zwei Vershälften teilt.
3. Die Lese- und Betonungszeichen 29

֥ ֫ ‘ôlæh ( ֫ ) w eyôred ( ֥ ) (z.B. ‫) ְר ֫ ָשׁ ִ ֥עים‬,

der nur im poetischen System steht; dort teilt er längere Verse in zwei
Hälften. Der ’atnāḥ folgt häufig dann als Haupttrenner der zweiten Vers-
hälfte.

Weitere stark trennende Akzente sind: zāqep̄ qāṭôn ֔ (z.B. ‫) ָו ֹ֔בהוּ‬,


r eḇîa‘ ֗ (z.B. ‫ )וְ הָ ָ֗א ֶרץ‬und tip̄ḥā’ ֖ (z.B. ‫שׁית‬
֖ ִ ‫) ְבּ ֵרא‬.

2. Verbinder

֣ mûnāḥ (z.B. ‫) ְפּנֵ ֣י‬

und

֥ mêreḵā’ (z.B. ‫) וְ ֵ ֥את‬,

die die enge Verbindung mit dem nachfolgenden Wort andeuten, etwa
beim status constructus oder bei attributiver Wortstellung (→ § 6.4)

Beispiel

BHS-Text: Gen 1,1-5


30 § 3 Die Punktation

Akzent-Tabelle der BHQ für die prosaischen Texte

1. Anm.: Einige Akzente stehen unabhängig von der Tonsilbe, drei jeweils am Wortanfang
(praepositivi) und vier am Wortende (postpositivi). Der wichtigste der postpositivi ist
der ֙ pašṭā’ (z.B. ‫)לָ אוֹ ֨ר‬. Steht dieser bei einem Wort mit Pänultima-Betonung, so wird er
regelmäßig bei der Tonsilbe wiederholt (z.B. ‫) ֹ֨תּה ֨וּ‬.
Ein Verzeichnis aller Akzente liegt der Biblia Hebraica bei (siehe Abbildung).
2. Anm.: In wissenschaftlichen Veröffentlichungen werden die Versteile mit a (vor dem
’atnāḥ bzw. ‘ôlæh w eyôred ) und b zitiert und bisweilen je nach den nächsten stärker trenn-
enden Akzenten noch weiter untergliedert in α, β usw., vgl. Gen. 2,4a.
3. Die Lese- und Betonungszeichen 31

3.3.3 Die Pausa

Die stark trennenden Akzente führen zu einer besonders kräftigen


Betonung der entsprechenden Tonsilbe, die meist einen Satz oder Satzteil
schließt. Diese besondere Betonung (Satzbetonung) nennt man Pausa. Die
Pausa bewirkt häufig eine

veränderte Vokalisation und Kontextform Pausalform


Betonung: (iK*) (ip*)
1. Ein kurzer Vokal kann
gedehnt werden: z.B.
a und æ → ā ‫֜ ַמיִ ם‬ Wasser ‫ָמ֑יִ ם‬
‫ֶ֜א ֶרץ‬ Erde ‫ָא֑ ֶרץ‬

a→e ‫י ֹאכַ ל‬ er wird essen ‫י ֹא ֵכ ֑ל‬

2. Ein durch Flexion verloren ‫יִ ְשׁ ְמרוּ‬ sie werden ‫מרוּ‬ֹ ֑ ‫יִ ְשׁ‬
gegangener Vokal und Ton behüten (vgl. ‫)יִ ְשׁמֹר‬
wird wiederhergestellt,
– dieser Vokal wird bisweilen ‫ָ ֽק ְטלָ ה‬ sie hat ‫קָ ָט ֑לָ ה‬
auch gedehnt getötet (vgl. ‫)קָ טַ ל‬
3. Auch sonst kann der Ton
verlagert werden
– zum Anfang des Wortes hin, ‫אַ תָּ ה‬ du (m.) ‫ ַא֑תָּ ה‬/‫ָא֑תָּ ה‬
– zum Ende des Wortes hin ‫ַו ֜ ָיּמָ ת‬ und er starb ‫מת‬
ֹ ֑ ‫ַו ָיּ‬
* iK = im Kontext, Normalform; ip = in pausa; hier gekennzeichnet durch ֑ .

3.3.4 mǽtæg

mǽtæg (Zaum, Zügel – andere: Zaun) ist ein kleiner senkrechter Strich
links neben dem Vokalzeichen; bei ḥốlæm und sû́ræq steht er unter dem
dazugehörigen Konsonantenzeichen.
32 § 3 Die Punktation

mǽtæg steht bei mehrsilbigen Wörtern und Wortverbindungen vor allem


als

Nebenton-Zeichen

In langen Wörtern kann mǽtæg auch zweimal vorkommen; z.B.


‫יכם׃‬
ֽ ֶ ֵ‫ֹֽמ ְשׁ ֹֽבת‬ eure (masc.) Wohnsitze
Gemeinhin ist ein dem mǽtæg nachfolgendes š ewa’ als š ewa’ mobile zu
lesen (→ § 3.1.3.2); z.B.
‫ָ ֽא ְכלָ ה‬ ’ā ḵ e lâ sie hat gegessen; aber
‫אָ ְכלָ ה‬ ’åḵ lâ Speise
1. Anm.: Von der Wortbedeutung her (Zaum, Zügel) lässt sich vermuten, dass mǽtæg
ursprünglich nur ein Stop- oder Achtungszeichen war. Die Regeln, nach denen mǽtæg gesetzt
worden ist, sind nicht sicher bestimmbar. Vielfach scheint die Anwendung schwankend zu
sein. Zum obigen Beispiel ‫ משׁבתיכם‬aus Lev 21,31 vgl. im gleichen Kapitel V. 3 (nur ֹ‫) ֽמו‬,
V. 14 (nur ֹֽ‫ )ב‬und V. 21 (kein ֽ dafür ein Verbindungsakzent ֥ bei ‫ב‬
ֹ ֥ ).

2. Anm.: In der BHK ist mǽtæg, wo man es erwartete, es aber nicht stand, von dem
Herausgeber rechts neben dem Vokalzeichen ergänzt worden (sog. Kittel-mǽtæg)

3.3.5 maqqep̄

maqqep̄ (Verbinder) ist ein waagerechter Bindestrich, der oben zwischen


zwei oder auch drei Wörtern steht. Zwischen diesen Wörtern schafft der
maqqep̄ eine

Betonungseinheit

Nur das letzte der so verbundenen Wörter trägt den (Haupt-)Ton.


Die dem maqqep̄ unmittelbar vorausgehenden (meist einsilbigen) Wörter
werden „enttont“, d.h., sie haben dann keinen eigenen Akzent mehr, und
der maqqep̄ bewirkt, wo das möglich ist, eine
4. Textkritische Zeichen 33

Verkürzung der Vokale ohne maqqep̄ mit maqqep̄


z.B.
e→æ ‫„ אֵ ת‬Akkusativ“- ‫אֶ ת־‬
Zeichen
o→å ‫ כֹּל‬Gesamtheit, ‫כָּ ל־‬
jeder, alle

z.B. ‫ל־עֽשֶׂ ב‬
ֵ ָ‫אֶ ת־כּ‬ (hiermit gebe ich euch) alles Kraut
1. Anm.: Ein mǽtæg kann dem Wort vor dem maqqep̄ einen Nebenton und so den langen
Vokal sichern; z.B.
‫פה‬
ֹ ‫שׁב־נָא‬
ֵֽ bleib doch hier!
2. Anm.: Um das Aufeinandertreffen zweier (Haupt-) Tonsilben im Satz zu vermeiden, ist
entweder maqqep̄ gesetzt (s.o.), oder aber es tritt n esigâ (Zurückweichen [des Akzents]) ein,
d.h., der erste Ton weicht auf die vorausgehende Silbe zurück, wenn diese offen ist; z.B.
‫קָ ָ ֜רא‬, aber: ‫ָ֜ק ָרא לָ֜ יְ לָ ה‬ nannte er (sie) Nacht

3.4 Textkritische Zeichen

3.4.1 k etîḇ (K) und q erê (Q)

Zur Zeit der Masoreten durfte der überlieferte Konsonanten-Text nicht


mehr verändert werden. Wenn nun, aus welchen Gründen auch immer,
die Masoreten forderten, dass anstatt des in dem Konsonanten-Text
geschriebenen Wortes ( ‫[ ְכּ ִתיב‬das] Geschriebene; vgl. ‫ )כָּ תַ ב‬ein anderes
Wort zu lesen sei ( ‫[ ְק ֵרי‬das] zu Lesende bzw. Gelesene; vgl. ‫)קָ ָרא‬, dann
behalfen sie sich folgendermaßen:

Das k etîḇ (Geschriebene) erhielt einen ֯ (Circellus) und die Vokale


des q erê (zu Lesenden).

An den Rand schrieben die Masoreten in kleiner Schrift ׄ‫ )קרי =( ק‬und die
Konsonanten des zu lesenden Wortes.
34 § 3 Die Punktation

Man kann also den ֯ als ein Plus-Zeichen auffassen. Es gilt so die
masoretische Gleichung:

Vokale im Text + Konsonanten am Rand = zu lesendes Wort.

Beispiel:
1 Sam 22,17 steht im Konsonanten-Text ( ‫ אזנו ) ְכּ ִתיב‬sein Ohr (eigentlich
zu vokalisieren: ֹ‫) אָ זְ נו‬. Nach Meinung der Masoreten aber ist zu lesen
( ‫ אזני ) ְק ֵרי‬mein Ohr (vokalisiert: ‫) אָ זְ נִ י‬. So steht nun
im Text am Rand
‫אָ ְ֯זנִ ו‬ ‫אזני‬
ׄ‫ק‬

In der BHK, BHS und BHQ wird auf die Ketiv-/Qere-Lesungen auch im
kritischen Apparat aufmerksam gemacht.

3.4.2 q erê perpetuum

Bei einigen häufig vorkommenden Wörtern, die nach Auffassung der


Masoreten immer anders als das k etîḇ zu lesen waren (q erê perpetua), haben
die Masoreten auf den ֯ und die Randbemerkung verzichtet:

beim heiligen Gottesnamen, dem Tetragramm

‫יהוה‬ yahwæ̂ YHWH

Vokalisiert wurde ‫ יהוה‬nach dem q erê ‫דנָי‬ ֹ ‫א‬


ֲ (HERR) oder, wenn ‫ יהוה‬im
Text unmittelbar neben ‫דנָי‬ ֹ ‫א‬
ֲ steht, nach der Ersatzlesung ‫ֱֹלהים‬ִ ‫( א‬Gott).
Die Vokalisation wurde jedoch meist verändert: Statt š ewā’ compositum
steht š ewā’ simplex, und meist ist auch der ḥốlæm-Punkt weggelassen; also:
‫יְ הוָה‬ (selten: ‫)יְ הוָֹה‬ q erê: ’ adonāy

‫דנָי יְ הוִ ה‬
ֹ ‫א‬
ֲ (selten: ‫ י ֱהוִ ה‬/ ‫ יְ הוִֹ ה‬/ ‫) י ֱהוִֹ ה‬ q erê: ’ adonāy ’ ælohîm

Die meisten Exegeten folgen einer aus griechischen Umschriften


erschlossenen Aussprache und lesen yahwæh (‫)*י ְַהוֶה‬.
4. Textkritische Zeichen 35

 beim Stadtnamen

‫ ירושׁלם‬y erûšālem

Vokalisiert wurde nach dem q erê y erûšāláyim als ‫יְ רוּשָׁ לַ ִם‬
Auch hier folgt man meistens dem k etîḇ und liest: y erûšālem (‫)*יְ רוּשָׁ לֵ ם‬.

 beim Personalpronomen „sie“ (3. fem. Sg.)

‫ ִהוא‬hî’

Vor allem im Pentateuch wurde ‫( הוא‬hû’ „er“), wo es für die 3. fem. Sg.
„sie“ steht, nach dem q erê ‫ ִהיא‬als ‫ ִהוא‬vokalisiert.
Hier wird das q erê gelesen: hî’ (‫) ִהיא‬.

1. Anm.: Die Unkenntnis der q erê - perpetuum-Regelung hat bei ‫ יְ הוָֹה‬zu der falschen
Lesung Jehova geführt.

2. Anm.: Gelegentlich wird, von der Vokalisation ‫ יְ הוָה‬ausgehend – gemäß der samaritani-
schen Tradition –, das aramäische ‫( ְשׁמָ א‬der Name) als q erê für das Tetragramm vermutet.
Einer solchen Annahme steht aber neben dem oben Gesagten die Vokalisation der
Partikeln in Verbindung mit ‫ יהוה‬entgegen; z.B.

3. Anm.: Übersicht zur Verbindung von ‫ יהוה‬mit ‫ ְל‬, ‫ ְבּ‬, ‫ ִמן‬und ְ‫ ו‬vgl. auch § 4.3.2.2

Vokalisation k etîḇ (ist zu lesen als:) q erê

‫לַ יהוָה‬ l eyahwæh la’donāy


‫בַּ יהוָה‬ b eyahwæh ba’donāy
‫מֵ יְ הוָה‬ miyyahwæh me’ adonāy
‫ַויהוָה‬ w eyahwæh wa’donāy
§ 4 Lautwandel und Vokalisation

Als die Masoreten die Aussprache des Hebräischen mit Hilfe der Punktationszeichen
festzulegen begannen, standen sie vor der schwierigen Aufgabe, häufig zwischen dem Ist-
Bestand (der ihnen überlieferten Aussprache) und dem Soll (dem von ihnen entworfenen
System für die Aussprache) entscheiden zu müssen. Es liegt auf der Hand, dass es dabei
auch zu problematischen, inkonsequenten, teilweise uns heute falsch erscheinenden
Entscheidungen kam, dass bisweilen Kompromisse eingegangen werden mussten und man
bei einigen Punkten nicht einmal zu einer einheitlichen Meinung gelangen konnte (→ §
4.4.2 und die Akzentsetzung in Dtn 5,6f.).

Misslich ist, dass man bei der Darstellung der Lautlehre in ein ähnliches Dilemma gerät. Es
gilt, einerseits den vormasoretischen Lautwandel und dessen Gesetzmäßigkeiten
festzuhalten und andererseits die masoretische Arbeit darzustellen. Das eine lässt sich aber
nur selten sauber von dem anderen trennen, und zudem liegen keineswegs für alle
Erscheinungen der Lautlehre gesicherte Erkenntnisse vor.

Dann kommt noch das didaktisch-methodische Problem hinzu: Wie viele und welche
Regeln sind für das Erlernen des Hebräischen eigentlich notwendig? Wann muss man sich
diese einprägen, vorab oder erst, wenn die entsprechenden Sachverhalte in der Formlehre
auftreten? – Diese Fragen werden sehr unterschiedlich beantwortet. Deshalb soll mit
diesem Paragraphen nur ein zusammenfassender Überblick (in dem versucht wird, Vor-
masoretisches [vor allem 1. und 2.] und Masoretisches [vor allem 3.] möglichst auseinander
zu halten) über die wichtigsten Erscheinungen der Lautlehre gegeben werden, auf den
dann später zurückgegriffen werden kann.

Einige Sachverhalte, die bereits in § 1-3 behandelt worden sind, werden in diesem
Paragraphen nicht mehr aufgeführt, dagegen aber – das gilt natürlich auch für das hier
Dargestellte – meist dort wiederholt, wo sie in der Formenlehre relevant werden.

4.1 Konsonanten-Veränderungen
Da die Bedeutung eines Wortes sich im Hebräischen primär aus den
Konsonanten ergibt, sind Veränderungen von Konsonanten sehr selten.
Die Konsonanten, die durch Lautkombination bzw. Stellung am
Silbenanfang oder -ende doch abgewandelt werden können, sind vor allem
die, die auch als Vokalbuchstaben stehen können, und zusätzlich ‫ נ‬und ‫ת‬.
Also: ’alæf, he, yod und waw; nun und taw!
1. Konsonanten-Veränderungen 37

‫ת נ י ו ה א‬

Merkwort: ‫אוָה נִ ְהיָה‬


ֲ ַ‫( תּ‬ta’ awâ nih eyâ ) ‚Erfülltes Verlangen‘
(tut der Seele gut! Prov 13,19)

4.1.1 Lautwandel

Ursprüngliches ‫ ו‬ist am Wortanfang zu ‫ י‬geworden;

z.B. *wšb → ‫ָישַׁ ב‬ sich setzen, sitzen, bleiben, wohnen


*wld → ‫ָילַ ד‬ gebären, (er)zeugen
Ausnahme:
Die Partikel ְ‫‚ ו‬und‘ stellt eine regelmäßige Ausnahme dar.
Sonst siehe noch ‫‚ וָו‬Nagel, Haken‘ und ‫( וָלָ ד‬1mal) ‚Kind‘ (dafür sonst ‫) ֶי֜לֶ ד‬.

4.1.2 Assimilation

 Vokalloses ‫ נ‬wird dem nachfolgenden Konsonanten assimiliert;


letzterer wird dann geminiert, d.h., er erhält dāgeš forte ;
z.B. yin ten → ‫יִ תֵּ ן‬ er wird geben ( ‫) נתן‬
nātán tî → ‫נ ֜ ַָת ִתּי‬ ich habe gegeben ( ‫) נתן‬

Ausnahmen:
– Bei nachfolgendem Laryngal unterbleibt normalerweise die Assimilation des ‫ ;נ‬z.B.
‫יִ נְ הַ ג‬ er wird treiben, führen (‫)נהג‬

– Das ‫ ל‬von ‫‚ לקח‬nehmen‘ wird behandelt wie ein ‫ →( נ‬10.3.2); z.B.


‫יִ קַּ ח‬ er wird nehmen (‫)לקח‬
38 § 4 Lautwandel und Vokalisation

 Das ‫ ה‬der Suffixe der 3. masc. Sg. ( ‫הוּ‬-) und der 3. fem. Sg.
( ָ‫ה‬-) (→ § 8.7.2) kann vorausgehendem vokallosem ‫ ת‬oder ‫נ‬
(energicum → § 8.7.4) assimiliert werden;
z.B. q eṭālat hû → ‫ ְקטָ לַ תּוּ‬sie hat ihn getötet

yiqṭ elæn hâ → ‫ יִ ְק ְטלֶ֜ ָנּה‬er wird sie töten

 Das ‫ ת‬der Vorsilbe -‫ ִהת‬des Hitpa‘el wird nachfolgendem


d- oder t-Laut assimiliert (→ § 8.6.2);

z.B. hit ṭaher → ‫ ִהטַּ הֵ ר‬sich reinigen (‫)טהר‬


hit ṭamme’ → ‫ ִהטַּ מֵּ א‬sich verunreinigen (‫)טמא‬

mit dabber → ‫ ִמ ַדּבֵּ ר‬sich besprechen (‫)דבר‬

4.1.3 Metathesis (Transpositio)

Das ‫ ת‬der Vorsilbe -‫ ִה ְת‬des Hitpa‘el vertauscht zur leichteren Aus-


sprache seinen Platz mit nachfolgendem s-Laut (→ § 8.6.2);

z.B. hit šammer → ‫ ִה ְשׁתַּ מֵּ ר‬sich hüten (‫)שׁמר‬

Dabei kann es zur partiellen (selten zur totalen) Angleichung an den


vorhergehenden Konsonanten kommen; so wird unter dem Einfluss
von ‫ צ‬das ‫ ת‬zu ‫ ;ט‬z.B.
hit ṣaddeq → ‫ ִה ְצטַ ֵדּק‬sich rechtfertigen (‫)צדק‬

4.1.4 Elision

 ‫ ה‬wird häufig elidiert (ausgestoßen), wenn es nach oder


zwischen Vokalen steht
1. Konsonanten-Veränderungen 39

– Das ‫ ה‬des Artikels wird regelmäßig nach den präfigierten


Partikeln -‫ ְל‬, -‫ ְבּ‬, -‫ ְכּ‬elidiert (→ § 6.5); z.B.
‫הַ ֜ ֶמּלֶ ְך‬ + ‫ְל‬ → ‫ לַ ֜ ֶמּלֶ ְך‬für den König

‫הָ ָ֜א ֶרץ‬ + ‫ְבּ‬ → ‫ בָּ ָ֜א ֶרץ‬im Land, auf der Erde

‫הֶ עָ פָ ר‬ + ‫ְכּ‬ → ‫ כֶּ עָ פָ ר‬wie der Staub

– Das ‫ ה‬der H-Stämme (Hif‘il, Håf‘al ; vgl. Hitpa‘el ) wird regel-


mäßig nach einer Präformativsilbe elidiert (→ § 8.6.2); z.B.
ya haqṭîl → ‫ַי ְק ִטיל‬

ya huqṭal → ‫ ָי ְקטַ ל‬bzw. ‫ֻי ְקטַ ל‬

– Das ‫ ה‬der Suffixe der 3. masc. Sg. ( ‫הוּ‬-) und 3. masc./fem. Pl.
(‫הֶ ם‬-/‫הֶ ן‬-) wird häufig elidiert (→ § 6.8); z.B.
sûsāh́ û → sûsâw → ֹ‫ סוּסו‬sein Pferd (‫)סוּס‬
‫אָ ִ֜ביהוּ‬ neben ( häufigerem) ‫ אָ ִביו‬sein Vater (‫)אָ ב‬
‫בּוֹריהוּ‬
֜ ֵ ִ‫גּ‬ neben ( häufigerem) ‫בּוֹריו‬
ָ ִ‫ גּ‬seine Helden (‫)גִּ בּוֹר‬
‫סוּסוֹֽ תֵ יהֶ ם‬ neben ‫ סוּסוֹתָ ם‬ihre Stuten (‫)סוּס‬

 ‫ו‬, ‫ י‬und ‫ נ‬werden häufig elidiert, vor allem, wenn sie am


Wortanfang (oder zwischen Vokalen) stehen.

Dieses ist besonders bei bestimmten Verbklassen von Bedeutung (→ die


verba I waw und I nun; vgl. III yod); z.B.
‫שֵׁ ב‬ bleib! ( ‫) ישׁב‬
‫גַּשׁ‬ komm her! ( ‫) נ גשׁ‬
Das ‫ ל‬bei dem Ausnahme-Verb ‫„ לקח‬nehmen“ wird wie ein ‫ נ‬behandelt
(→ § 10.3.2); z.B.
‫קַ ח‬ nimm! ( ‫)לקח‬
40 § 4 Lautwandel und Vokalisation

 ‫ א‬wird am Silben- und Wortschluss elidiert.

‫ א‬verliert dann seine konsonantische Funktion, bleibt aber meist als


Vokalbuchstabe erhalten (→ § 2). Der dem ‫ א‬vorausgehende Vokal, in
dem ‫ א‬quiesziert (ruht), wird in der nun offenen Silbe gedehnt (→ § 4.2.2);
z.B.
‫מָ צָ א‬ er hat gefunden; vgl. ‫קָ טַ ל‬

4.1.5 Gemination

Zur Verdoppelung bzw. Längung eines Konsonanten → § 3.2.2.

4.2 Vokale – Entstehung und Wandel


Das Vokal-System lässt sich für die Vollvokale nach Anzahl und
Verhältnis zueinander schematisch wie folgt darstellen:

offen a
æ å
e o
geschlossen i u
hell dunkel

4.2.1 Die Grundvokale

Als ursprünglich (ursemitisch) gelten nur die drei

Grundvokale
a i u die kurz und lang vorkamen.

1. Die langen Grundvokale


Die langen Grundvokale sind als solche erhalten geblieben.
Sie werden auch „unveränderliche“ oder „naturlange“ Vokale genannt
und in diesem Paragraphen – abweichend von der sonst verwendeten Um-
schrift – durch ^ gekennzeichnet (â, î, û ), um sie von den nur „tonlangen“
2. Vokale – Entstehung und Wandel 41

(tl), d.h., veränderlich langen, bzw. kurzen (k) Vokalen zu unterscheiden.

Ausnahmen:
Wenn betont, wurde durch Lautverschiebung im Hebräischen meist:
â → ô ; z.B. šalâm → ‫שָׁ לוֹם‬ Heil, Friede, (Wohl)ergehen

Nur im Auslaut (am Wortende) wurde bisweilen


î → æ̂ ; z.B. pî → ‫פֶּ ה‬ Mund

2. Die kurzen Grundvokale


Die kurzen Grundvokale unterlagen vielfältigen Veränderungen. Die
wichtigsten sind:

 Kurze Vokale am Wortende fielen ab.

z.B. qa ṭál a → ‫ קָ טַ ל‬töten, er hat getötet

da bár u → ‫ ָדּבָ ר‬Wort, Sache, Ereignis

 In der (Haupt-) Tonsilbe (→ § 3.3.1) wurden die kurzen


Vokale gedehnt.

k tl Beispiele
a → ā da bar → ‫ ָדּבָ ר‬beim Verb hat sich das kurze a
gehalten:
‫( קָ טַ ל‬aber in Pausa: ‫)קָ טָ ל‬
i → e sip̅r → ‫ ֵ֜ספֶ ר‬Buch, Brief

ka bid → ‫ כָּ בֵ ד‬schwer, angesehen (sein)


u → o qa ṭun → ‫ קָ טֹ ן‬klein, gering sein

kull → ‫ כֹּ ל‬Gesamtheit, alle, jeder, ganz

Diese gedehnten Vokale sind nur tonlange Vokale, d.h., beim Fortrücken
des Tons unterliegen sie erneut Veränderungen (→ § 4.3.2).
42 § 4 Lautwandel und Vokalisation

 Gelegentlich fand ein Lautwandel statt.

So wurde in unbetont geschlossener Silbe (→ § 4.3.1.2) kurzes


a → i; z.B. yak túb → ‫ יִ ְכתֹּב‬er wird schreiben;
in (neben-) betonter geschlossener Silbe (→ § 4.3.1.2) kurzes
i → a; z.B. bint → bitt → ‫בַּ ת‬ Tochter
ka bíd ta → ָ‫ כָּ ַ֜ב ְדתּ‬du bist (warst)
geehrt

4.2.2 Neue Langvokale

Neue unveränderliche Langvokale entstanden durch:

 Kontraktion (Monophthongierung)

Am Silbenende wurden sog. Diphthonge (Vokal mit nachfolgendem ‫י‬


oder ‫ו‬, den Halbvokalen) kontrahiert:

Beispiele
a + y → ê hay ṭib → ‫הֵ י ִטיב‬ (‫ יטב‬gut sein)
bay t(u) → ‫בֵּ ית‬ Haus des …
a + w→ ô haw šib → ‫הוֹ ִשׁיב‬ (‫ ← ישׁב‬wšb )
maw t(u) → ‫מוֹת‬ Tod des …
i + y → î yiy ṭab → ‫יִ יטַ ב‬ (‫)יטב‬
i + w→ î ra ṣiw ta → ָ‫ָר ִ֜צית‬ (‫ ָרצָ ה‬Gefallen haben an)
u + w→û huw šab → ‫הוּשַׁ ב‬ (‫ ← ישׁב‬wšb )

Bisweilen sind aber auch die sog. Diphthonge erhalten geblieben; z.B.
‫סוּסָ יו‬ sûsâw seine Pferde (‫)סוּס‬
‫אָ ִביו‬ ’aḇîw sein Vater (‫)אָ ב‬
3. Vokal-Veränderungen 43

 Ersatzdehnung (compensatio)

Wo silbenschließendes ‫ א‬als Konsonant elidiert (ausgestoßen) worden


war, wurde – wohl auch schon vormasoretisch – der dem ‫ א‬vorausgehen-
de Vokal (ersatz-)gedehnt (→ auch § 3.2.2; 3. Anm.):

Beispiele
a → â ra’ šim → ‫ָרא ִשׁים‬ Häupter (Sg. ‫)ר ֹאשׁ‬
i → ê ṣi’ t(u) → ‫צֵ את‬ hinausziehen (‫)יָצָ א‬
u → ô bu’ r(u) → ‫בּ ֹאר‬ Brunnen (häufiger ‫ בּוֹר‬o. ‫) ְבּאֵ ר‬

Die durch  Kontraktion oder  Ersatzdehnung entstandenen Vokale


sind wie die langen Grundvokale unveränderlich lang.

4.3 Vokal-Veränderungen
Durch Tonverlagerung und durch Veränderung des Silbenbaus bei
Anfügungen von grammatischen Elementen kommt es im Hebräischen zu
Vokalveränderungen; z.B.
‫) וְ ( ָדּבָ ר‬ ‫) וּ ( ְדּבַ ר־‬ ‫ְדּבָ ִרים‬ ‫ִדּ ְב ֵרי‬

(und ein) Wort (und ein/das) Wort des... Worte Worte des...
Die beiden übergeordneten Fragen, mit denen man sich dem Problem,
diese Vokalveränderungen zu verstehen, nähern kann, sind:
– Welche Vokale stehen in welchen Silbentypen?
– Nach welchen Regeln vollziehen sich die Vokalveränderungen
(Vokalismusregeln)?

4.3.1 Die Silbe und ihre Vokale

1. Silbenanlaut
Jede Silbe – und somit jedes Wort – beginnt mit einem Konsonanten (K),
auf den ein Vokal (V) folgen muß.
44 § 4 Lautwandel und Vokalisation

Ausnahme: ‫וּ‬
Die präfigierte (vorn an ein Wort gesetzte) Partikel ְ‫‚ ו‬und‘ wird fast immer als ‫וּ‬
vokalisiert, wenn sie
 vor den Labialen (Lippenlauten) ‫( פ מ )ו( ב‬Merkwort: bûmap̄ )
oder
 vor einem Konsonanten mit š ewā’ steht.
‫ וּ‬bildet eine Silbe für sich, nachfolgendes š ewā’ ist deshalb als š ewā’ mobile zu
lesen (→ § 3.1.3.2).

z.B.  ‫ בָּ נִ ים וּבָ נוֹת‬Söhne und Töchter

 ֹ‫וּשׁמו‬
ְ und sein Name
2. Silbenauslaut und Betonung
Man unterscheidet bei den Silben nach: Sonderfälle
geschlossene (KVK)* – doppelt geschlossene (KVKK)
/ – geschärfte (dageschierte) (KVK ‿K)
1. Silbenauslaut (-qualität)
\
offene (KV)** Vortonsilbe

unbetonte Vorschlagsilbe
/
2. Betonung (Silbenquantität)
\
betonte
* Auslaut: Konsonant (K)
** Auslaut: Vokal – auch mit Vokalbuchstabe – (V)

– In der offenen Silbe steht meist ein langer Vokal; z.B.


‫ִדּ ְב ֵרי‬ -rê Worte des / eines
– In der unbetonten (auch nebenbetonten) geschlossenen Silbe steht immer
ein kurzer Vokal; z.B.
‫ְדּבַ ר־‬ -ḇar Wort des / eines … ‫ ִדּ ְב ֵרי‬diḇ-

– In der betonten geschlossenen Silbe steht häufiger ein langer Vokal; z.B.
‫ָדּבָ ר‬ -ḇār ‫ְדּבָ ִרים‬ -rîm,

selten ein kurzer Vokal; z.B.


ָ‫ַ֜ק ְמתּ‬ qam- ; vgl. aber ‫ קוּם ( קָ ם‬aufstehen, sich erheben)
3. Vokal-Veränderungen 45

3. Sonderfälle der offenen Silbe:


– Die Vortonsilbe ist eine unbetonte offene Silbe unmittelbar vor dem
(Haupt-)Ton. In ihr stehen die ehemals kurzen Vokale (nur a oder
i) gedehnt zu:

ָ = Vortonqāmæṣ oder ֵ = Vortonṣêrê

z.B.
‫ָדּבָ ר‬ -dā ‫ ְדּבָ ִרים‬-ḇā- ‫עֵ צָ ה‬ ‘e-

Rückt der Ton weiter, tritt Vokalreduktion ein, d.h., der Vokal
wird zu š ewā’ ;
z.B.
‫ָדּבָ ר‬ dā- → ‫ ְדּבַ ר־‬d e-; ‫‘ עֵ צָ ה‬e- → ‫ֲעצַ ת־‬ ‘ a-

‫ְדּבָ ִרים‬ -ḇā → ‫ ִדּ ְב ֵרי‬-ḇ- (→ § 4.3.2.2)

– Die Vorschlagsilbe ist eine unbetonte offene Silbe mit einem Murmel-
vokal, auf die eine Silbe mit einem Voll-Vokal folgen muß, d.h.:
  Die Vorschlagsilbe kann nicht für sich allein stehen, und
  zwei Vorschlagsilben können innerhalb eines Wortes
nicht aufeinander folgen (→ weiter § 4.3.2.2); z.B.
‫ְדּבַ ר־‬ d e- ‫ ְדּבָ ִרים‬d e-

  ‫; ְלכוּ‬ aber ‫לֵ ְך‬  statt d eḇ e- ‫ ִדּ ְב ֵרי‬diḇ-

– Zur offenen Silbe mit kurzem Vokal bei virtueller


Verdoppelung → § 3.2.2; 3. Anm.
– Zur Aufsprengungssilbe (Nachschlagsilbe) → § 4.3.2.4.
4. Sonderfälle der geschlossenen Silbe
Zu den geschlossenen Silben gehören auch
– die doppelt geschlossene Silbe (KVKK), die sich nur am Wortende
und auch dort nur sehr selten findet (→ § 3.1.3), und
– die dageschierte (geschärfte) Silbe (KVKKV), die nur im Wortinneren
begegnet. (Der Konsonant mit dāgeš forte schließt die eine Silbe
und eröffnet die folgende; → § 3.2.2).
Hinsichtlich der Laut-Quantität werden diese Silben weitgehend wie die
„normal“-geschlossenen behandelt.
46 § 4 Lautwandel und Vokalisation

4.3.2 Vokalismusregeln

1. Die nur tonlangen Vokale verändern sich, wenn der Ton


weiterrückt (zur Ausgangsform → § 4.2.1):

a) In geschlossener Silbe tritt eine Kürzung des Vokals ein.

tl k Beispiele
ā → a ‫ ָדּבָ ר‬-ḇār → ‫ ְדּבַ ר־‬-ḇar Wort des/eines…
e → i ‫ ֵ֜ספֶ ר‬se- → ‫ ִס ְפ ִרי‬sip̄- mein Brief / Buch
→ æ ‫ בֵּ ן‬ben → ‫בֶּ ן־‬/‫ ִבּן־‬bin/bæn Sohn des/eines
‫ יְ בָ ֵרְך‬-reḵ → ‫ ַויְ ָ֜ב ֶרְך‬-ræḵ da segnete er…
→ a ‫ כָּ בֵ ד‬-ḇed → ‫ ְכּבַ ְדתֶּ ם‬-ḇad- ihr seid/wart
angesehen
o → å ‫ יִ ְשׁמֹ ר‬-mor → ‫ יִ ְשׁמָ ְרָך‬-mår- er wird dich
behüten
‫ כֹּ ל‬kol → ‫ כָּ ל־‬kål Gesamtheit
des/eines

b) In der geschärften (dageschierten) Silbe tritt der ursprüngliche


kurze Vokal wieder auf.

tl k Beispiele
ā → a ‘amm → ‫עַ ם‬/‫עָ ם‬ → ‫עַ ִמּי‬ mein Volk
e → i ‘imm → ‫אֵ ם‬ → ֹ‫ִאמּו‬ seine Mutter
o → u ḥuqq → ‫חֹק‬ → ‫חֻ ִקּים‬ Satzungen
→ å (selten) → ‫חָ ְקָך‬ (zum Fehlen
des dāgeš → § 3.2.2)

c) In offener Silbe tritt  Vokalreduktion (Murmelvokal) oder


 Vortondehnung (Vortonqāmæṣ, -ṣêrê ) ein;
3. Vokal-Veränderungen 47

z.B.
 ‫כָּ בֵ ד‬ -ḇed → ‫כּ ְב ָדה‬
ֽ ָ -ḇ e- ( ָ ist durch mǽtæg gesichert)

 ‫שָׁ מַ ר‬ šā- → ‫ ְשׁמַ ְרתֶּ ם‬š e-

 ‫ָדּבָ ר‬ dā- → ‫ ְדּבָ ִרים‬d eḇā ( ָ ist jetzt Vortonqāmæṣ )

2. Zwei Vorschlagsilben können nicht unmittelbar hintereinander


stehen.

Treffen nun – z.B. durch Fortrücken des Tons – zwei Vorschlagsilben


aufeinander, so gilt:

a) Die erste Vorschlagsilbe erhält einen vollen Vokal – meist i,


bei Laryngalen a – die zweite š ewā’ quiescens.

Ein nachfolgender begadkefat hat meist kein dāgeš lene; → § 3.2.1; 2.


Anm.; z.B.
‫ְדּבָ ִרים‬ → ‫ ִדּ ְב ֵרי־‬diḇ- (statt: deḇ e-)
‫ ְדּבָ ִרים‬+ ‫ְבּ‬ → ‫ ִבּ ְדבָ ִרים‬bid- (statt: b ed e-)
‫ ְחפֹר‬+ ‫ְל‬ → ‫ לַ ְחפֹּר‬laḥ- (statt: l eḥ e-)

Sonderfälle
 Die ePartikel ְ‫‚ ו‬und‘ wird vor š ewā’ mobile als ‫ וּ‬vokalisiert; nachfol-
gendes š wā’ ist bzw. bleibt mobile (→ § 4.3.1); z.B.
‫ ְדּבָ ִרים‬+ ְ‫ו‬ → ‫( וּ ְדבָ ִרים‬û d e-)

 Bei der Verbindung der Partikeln ‫ ְו‬, ‫ ְבּ‬, ‫ ְכּ‬oder ‫ ְל‬mit einem Wort, das
mit ְ‫ י‬anlautet, kommt es zur Kontraktion von i + y → î (→ § 4.2.2; vgl.
hierzu auch ‫ ;) ִמן‬z.B.
‫הוּדה‬
ָ ְ‫ י‬+ ‫ְבּ‬ → ‫הוּדה‬
ָ ‫ ִבּי‬biy → bî- (statt: b ey e-)
‫הוּדה‬
ָ ְ‫ י‬+ ְ‫ו‬ → ‫הוּדה‬
ָ ‫ וִ י‬wiy → wî- (statt: w ey e-)
‫הוּדה‬
ָ ְ‫ י‬+ ‫ִמן‬ → ‫הוּדה‬
ָ ‫ ִמי‬miy → mî- (statt: miyye-)
48 § 4 Lautwandel und Vokalisation

b) Hat eine der beiden Vorschlagsilben einen ḥāṭep̄ -Vokal,


erhält die erste den entsprechenden vollen Vokal (sonst → a).

z.B.
‫עמֹד‬
ֲ ‫ַי‬ → ‫ ַיעַ ְמדוּ‬-‘am- (statt: -‘ am e-)
‫חזַק‬
ֱ ‫ֶי‬ → ‫ ֶיחֶ זְ קוּ‬-ḥæz- (statt: -ḥ æz e-)
‫ א ֲִרי‬+ ‫ְכּ‬ → ‫ כַּ א ֲִרי‬ka’ a- (statt: -k e’ a -)
‫ אֱמֶ ת‬+ ‫ְבּ‬ → ‫ בֶּ אֱמֶ ת‬bæ’ æ- (statt: b e’ æ-)

Sonderfall
Bei der Verbindung der Partikeln ְ‫ו‬, ‫ ְבּ‬, ‫ ְכּ‬oder ‫ ְל‬mit ‫ֹלהים‬
ִ ֶ‫„ א‬Gott“ bzw.
‫דנָי‬
ֹ ‫א‬
ֲ „HERR“ (häufig auch bei ‫אדֹנִ י‬ ֲ ‚mein Herr‘) verliert ‫ א‬seine
konsonantische Funktion und den ḥāṭep̄ -Vokal. Dem quieszierenden ‫א‬
vorausgehendes æ wird in der nun offenen Silbe zu e (ersatz-)gedehnt; a
dagegen hält sich; z.B.
‫ֹלהים‬
ִ ‫א‬ ֱ + ְ‫ו‬ → ‫ֹלהים‬
ִ ‫ וֵא‬we’- (statt: wæ’ æ-)
‫דנָי‬
ֹ ‫א‬
ֲ + ‫ְבּ‬ → ‫דנָי‬
ֹ ‫ בַּ א‬ba’- (statt: ba’ a-)
Zur Verbindung von ‫ יהוה‬mit Partikel vgl. oben § 3.4.2; 3. Anm.

Auch bei der häufig gebrauchten Verbindung von ‫ ְל‬mit ‫( ֱאמֹר‬Inf. cons.
Qal von ‫„ אמר‬sagen, sprechen“) verliert ‫ א‬seine konsonantische Fun-
ktion:
‫אמֹר‬
ֱ + ‫ְל‬ → ‫ לֵ אמֹר‬le’- (statt: læ’ æ-)
vgl. dagegen aber: ‫ לֶ ֱאכֹל‬oder ‫ § →( בֶּ ֱאמֹר‬10.2).

3. Die ursprünglich doppelt geschlossene Silbe (KVKK)


wird durch einen Hilfsvokal (Sprossvokal) aufgesprengt
(segoliert). *
* Zu den wenigen Ausnahmen am Wortende s. unten.
3. Vokal-Veränderungen 49

Der Hilfsvokal (Aufsprengungsvokal) kann nicht den Ton tragen!


Achtung!
Ist die doppelt geschlossene Silbe als Grund für die Segolierung wegen der
Anfügung von Bildungselementen nicht mehr gegeben, tritt der kurze
(meist ursprüngliche) Vokal wieder auf.

a) Der Hilfsvokal (Aufsprengungsvokal) ist meist ein s egôl.

Aufgesprengt wird vor allem die Doppelkonsonanz der:

 Segolata (→ § 7.1)
Sie werden benannt nach dem s egôl und erkannt an der Pänultima-
betonung; z.B.
malk → málæ k → ‫( ֜ ֶמלֶ ְך‬der Hilfsvokal färbt auf das a ab)

sifr → sífæ r → ‫( ֵ֜ספֶ ר‬das i wird in offener Tonsilbe zu e


→ § 4.2.1.2)
qudš → qúdæ š → ‫( ֹ֜ק ֶדשׁ‬das u wird in offener Tonsilbe zu o
→ 4.2.1.2)
aber:
mal kî ‫ מַ ְל ִכּי‬mein König

sif rî ‫ ִס ְפ ִרי‬mein Buch

qåd šî ‫ קָ ְד ִשׁי‬mein Heiligtum, Heiliges

 Kurz-Formen (KF; apokopierte Formen),


das sind Verbformen, bei denen eine Doppelkonsonanz dadurch ent-
steht, dass der auslautende Vokal (plus ‫ )ה‬fortfällt (apokopiert wird).
Diese Formen begegnen unter bestimmten Bedingungen (Narrativ,
Jussiv, auch Imperativ) bei solchen Verben, die als Nachschlagewort /
Wurzel auf ein ‫ ה‬enden (→ § 10.6 zu den Verba tertiae yod/he); z.B.
‫יִ ְבנֶה‬ er wird bauen (‫ בָּ נָה‬bauen, er / es hat gebaut)
wayyíḇæ n → ‫ ו ִַ֜יּבֶ ן‬und er / es baute

aber:
wayyiḇ nû ‫ וַיִּ ְבנוּ‬und sie bauten
50 § 4 Lautwandel und Vokalisation

 Infinitive, die durch ‫ ת‬erweitert sind.


Sie werden von den Verben gebildet, deren Nachschlagewort/Wurzel
mit ‫ י‬bzw. ‫ נ‬beginnt (→ verba primae yod/waw bzw. nun). Das yod
bzw. nun ist im Infinitiv elidiert (→ § 4.1.4); z.B.
gášæ t → ‫ ֜ ֶגּשֶׁ ת‬sich nähern (‫)נגשׁ‬

šíḇæ t → ‫ שֶׁ֜ בֶ ת‬sich setzen, sitzen, bleiben, wohnen (‫)ישׁב‬

aber:
giš ti ‫ גִּ ְשׁ ִתּי‬mein Nahen

šiḇ ti ‫ ִשׁ ְב ִתּי‬mein Wohnen

b) Bei Laryngalen ist der Aufsprengungsvokal ein pátaḥ.

Man spricht dennoch von Segolierung bzw. Segolata; z.B.


– ná‘a r → ‫ ֜ ַנעַ ר‬Knabe, Knecht

– wayyá‘a l → ‫ ַו ֜ ַיּעַ ל‬da stieg er auf (‫)עָ לָ ה‬

– qaḥa t → ‫ ַ֜קחַ ת‬nehmen ( ‫ ;לקח‬Ausnahme)

c) Bei den Semivokalen ‫ י‬bzw. ‫ ו‬stehen die Aufsprengungs-


vokale i bzw. u.

Stand yod bzw. waw als zweiter Konsonant der doppelt geschlossenen Silbe,
diente der dem yod bzw. waw homogenste Vokal (also i bzw. u) als Auf-
sprengungsvokal.

aber:
i + y kontrahieren zu î;
u + w kontrahieren zu û (→ § 4.2.2); z.B.
– pari y → ‫ ְפּ ִרי‬Frucht (i.P. ‫) ֜ ֶפּ ִרי‬

wayyahi y → ‫ וַיְ ִהי‬und er / es geschah, war, wurde


(i.P. ‫ § → הָ יָה[ ַו ֜ ֶיּ ִהי‬10.6.3])
– tuhuw wa ḇuhuw → ‫ֹ֜תּהוּ ָו ֹ֜בהוּ‬

wayyaštáḥuw → ‫ וַיִּ ְשׁ ֜ ַתּחוּ‬da warf er sich nieder (‫→ חָ וָה‬


§ 10.6.3)
3. Vokal-Veränderungen 51

Der Kontraktionsvokal i zieht den Ton auf sich, der vorausgehende (Stamm-)
Vokal wird reduziert! Stand yod bzw. waw als erster Konsonant, so haben
bisweilen auch dann die Masoreten die ursprüngliche auslautende
Doppelkonsonanz aufgesprengt: Bei yod mit i, bei waw aber mit ṣ egôl ; z.B.
bayi t → ‫ ַ֜בּיִ ת‬Haus

mawæt → ‫ ֜ ָמ ֶות‬Tod

Doch begegnen in diesen Fällen bisweilen auch die vormasoretischen


Formen mit Kontraktionsvokalen (→ § 4.2.2):
a + y → ê; z.B.
layl → ‫ לֵ יל‬Nacht (häufiger dafür: ‫ ;לַ֜ יְ לָ ה‬auch ‫)לַ֜ יִ ל‬

a + w → ô; z.B.
yawm → ‫ יוֹם‬Tag

Regelmäßig finden sich Formen mit Kontraktionsvokalen, wenn das


entsprechende Nomen in einem Bezugsverhältnis (status constructus
→ § 6.4) und somit ohne Hauptton steht; z.B.
bayt → ‫ בֵּ ית‬Haus des / eines ...

mawt → ‫ מוֹת‬Tod des / eines ...

Ausnahmen
Am Wortende ist die doppelt geschlossene Silbe (KVKK) bei einigen
Formen bzw. Wörtern erhalten geblieben; und zwar

 normalerweise bei der 2. fem. Sg. der Afformativ-Konjugation (AK


→ § 8.2); z.B.
‫כָּ תַ ְב ְתּ‬ kā taḇt du (Frau) hast geschrieben
‫קָ טַ ְל ְתּ‬ qā ṭalt du (Frau) hast getötet
Zur Setzung von š ewā’ quiescens → § 3.1.3, zu der von dāgeš lene
→ § 3.2.1.

 häufig bei einigen Kurzformen (KF) der verba tertiae yod / he


(→ § 10.6.2); z.B.
‫ַו ַיּ ְשׁ ְק‬ way yašq und / da tränkte er (‫)שׁקה‬
‫ַו ֵיּ ְבְך‬ way yeḇk und / da weinte er (‫)בכה‬
52 § 4 Lautwandel und Vokalisation

 äußerst selten bei einigen Nomina; z.B.


‫ק ְשׁ ְט‬
ֹ qošṭ Wahrheit
‫ֵנ ְר ְדּ‬ nerd Narde (Duftstoff)
Die doppelt geschlossene Silbe ist immer betont und hat als letzten
Konsonanten einen begadkefat (→ § 1.2.1) bzw. ‫ ט‬oder ‫ק‬.
In Fällen, in denen der zweite Konsonant ein dāgeš hat, ist zu vermuten,
dass hier eine einfach geschlossene Silbe (KVK) vorliegt und der
nachfolgende Konsonant dāgeš forte dirimens (→ § 3.2.2; 4. Anm.) hat; so
im letzten Beispiel: ner d e und die Fälle unter .

Ist der letzte Buchstabe eines Wortes ein quieszierendes ‫ § →( א‬2; § 4.1.4),
handelt es sich nicht um eine doppelt geschlossene Silbe; dementspre-
chend erhält ‫ א‬auch kein š ewā’ quiescens; z.B.
‫ַויּ ְַרא‬ way yar’ und / da sah er (‫)ראה‬
‫חֵ ְטא‬ ḥeṭ’ Sünde, Verfehlung

4. Eine durch einen Laryngal (einfach) geschlossene Silbe


(KVK) wird – zur besseren Aussprache – aufgesprengt.

Man spricht dann von einer „Nachschlagsilbe“ bzw. „weichen Verbindung“.

a) Der Aufsprengungsvokal ist ein ḥaṭep̄ - Vokal (š ewā’ com-


positum).

Die Wahl des ḥaṭep̄ - Lautes ( ֲ oder ֱ oder ֳ ) richtet sich nach dem
vorausgehenden Vokal; z.B.
‫עמֹד‬
ֲ ‫ ַי‬ya‘ a- (statt: ya‘-) er/es wird/soll hintreten
‫אסֹר‬
ֱ ‫ ֶי‬yæ’ æ- (statt: yæ’-) " " (an)binden
‫עמַ ד‬
ֳ ‫ ָי‬yå‘ å- (statt: yå‘-) " " hingestellt werden
Zur Lesung des qāmæṣ als qāmæṣ-ḥaṭûp̄ → § 3.1.1.1; 2. Anm.
Aber:
z.B. ‫ֶי ְאסֹר‬ yæ’sor („harte Verbindung“)
3. Vokal-Veränderungen 53

b) Der Aufsprengungsvokal wird zu einem – dem ḥaṭep̄ -Laut


entsprechenden – vollen Vokal, wenn die nachfolgende Silbe
durch Fortrücken des Tones š ewā’ erhält.

(→ dazu § 4.3.2.2: „Zwei Vorschlagsilben ...“. Ein dem š ewā’ nachfolgender begadkefat
erhält meist kein dāgeš lene; → § 3.2.1; 2. Anm.);
z.B. ‫ַיעַ ְמדוּ‬ ya ‘am dû sie werden / sollen stehen
Bei s egôl findet häufig ein Wechsel zu pátaḥ statt; z.B.
‫ַיאַ ְסרוּ‬ ya ’as rû sie werden / sollen binden (→ oben)

5. Weitere Besonderheiten der Vokalisation bei den Laryngalen und ‫ר‬


– statt Verdoppelung (Dageschierung) tritt Ersatzdehnung
(compensatio) ein oder virtuelle Verdoppelung (dāgeš forte
implicitum) auf → § 3.2.2; 3. Anm.;

– statt š ewā’ simplex steht meist ein š ewā’ compositum (ḥaṭep̄-


Vokal) → oben und § 3.1.3.3;

– die Laryngale und ‫ ר‬haben meist einen a (æ)-Laut bei sich →


§ 1.2.2 und § 4.3.2.3b, (zum pátaḥ furtivum → § 3.1.2);

– ‫ ה‬wird häufig elidiert (ausgestoßen) → § 4.1.4; zu ‫ ה‬als Vokal-


buchstabe → § 2; zu ‫( הּ‬mit mappîq) → § 3.2.3;

– ‫ א‬wird am Silbenende meist, am Wortende immer elidiert, der


vorausgehende Vokal(ersatz-)gedehnt → § 4.2.2; zu ‫ א‬als
Vokalbuchstabe → § 2.
54 § 4 Lautwandel und Vokalisation

4.4 Problem- und Sonderfälle


Am Anfang des § 4 wurde darauf hingewiesen, dass bei der Festlegung der Aussprache des
Konsonantentextes die Masoreten auch Entscheidungen gefällt haben, die problematisch
bzw. inkonsequent sind – oder uns heute so erscheinen; ebenso, dass man in einigen Fällen
nicht einmal zu einer einheitlichen Meinung gelangen konnte und dann nur die
unterschiedlichen Auffassungen festgehalten hat (sog. „Mitternachtsentscheidungen“).
Einige solcher Problem- und Sonderfälle sollen hier aufgeführt werden:

4.4.1 Mischvokalisation
 Bei dem Zahlwort ‚zwei‘ ‫ ←( ְשׁ ֜ ַתּיִ ם‬šitt-) – dāgeš nach einem š ewā’ mobile – nimmt
man an, dass die Masoreten unterschiedliche Lesarten zulassen wollten: š etáyim
oder šittáyim oder aber auch (so heute im Ivrit) štáyim. (Entsprechendes gilt für
‫ ְשׁתֵּ י‬und teilweise auch für ‫ ְשׁ ַנ֜יִ ם‬bzw. ‫ § → ְשׁנֵי‬7.7).

 Beim Personalpronomen der 2. fem. Sg. („du“ ) ‫’ ←( אַ ְתּ‬atti ← ’anti ) – dāgeš forte
und š ewā‘ beim letzten Konsonanten eines Wortes – wurden möglicherweise
folgende Aussprachen akzeptiert: ’at oder ’atti oder ’att e.
Herkömmlicherweise (so auch im Ivrit) wird ’at gelesen.

 Ein ähnliches Problem wie bei  stellt sich auch bei einer Anzahl von Bildungen
der 2. fem. Sg. der Afformativ-Konjugation („du [Frau] hast …“ → § 9.3); z.B.
‫ שָׁ ֜ ַמעַ ְתּ‬du (Frau) hast gehört / hörtest (‫)שׁמע‬
‫ נָתַ ְתּ‬du (Frau) hast gegeben / gabst (‫)נתן‬

4.4.2 Doppelakzentuation und -vokalisation


Wohl wegen unterschiedlicher Auffassung über die Versabgrenzungen ist es in wenigen
Fällen zu einer doppelten Akzentsetzung und Vokalisation gekommen; so Ex 20,2ff. (vgl.
Dtn 5,6ff.; → auch Gen 35,22); z.B. V. 3
‫ פָּ נָ ֗ ֽיַ׃‬... d.h., entweder ‫פָּ נָ ֽי׃‬ (Versende, Pausalform)
oder ‫פָּ ֗ ַני‬ (nicht Versende, Kontextform)

4.4.3 Inkonsequenzen, Fehlpunktationen


Bisweilen ist – nach heutiger Auffassung – nicht konsequent oder sogar fehlerhaft
punktiert worden; so in den folgenden - hier nur das dāgeš betreffenden - Beispielen:
‫ִל ְצב ֹא‬ (Num 4,23) vgl. ‫ִל ְצבּ ֹא‬ (Jes 31,4)
‫( קָ ְרבָ ן‬Ez 40,43) vgl. ‫קָ ְרבָּ ן‬ (Lev 1,2 u.ö.)
‫ִמ ְקּ ָדשׁ‬ (Ex 15,17) vgl. ‫ִמ ְק ָדּשׁ‬ (Ex 25,8 u.ö.)
Manche Punktation aber, die heute als inkonsequent oder fehlerhaft eingeordnet wird, hält
nur eine bestimmte Aussprachetradition fest oder ist sogar gezielt als Hilfe gedacht; so
wohl das dāgeš in
‫ ( הַ ְרּ ִאיתֶ ם‬1 Sam 17,25 u.ö.)
zur Verdeutlichung, dass hier ein sog. ‫ ה‬interrogativum und nicht ein Hif ‘il (→ § 8.6.2)
vorliegt.
4. Problem- und Sonderfälle 55

Übung: Silbentyp und Vokalisation


(die Beispiele stammen alle aus § 4; die Silbenzählung erfolgt von links
nach rechts, beginnt also bei der meist betonten Endsilbe).

1. Ausgangsform: dăbăr(u) → § 4.2.1; §4.3.1.3 § 4.3.2.1a/c; § 4.3.2.2a


a) ‫ ָדּבָ ר‬ In der Tonsilbe wird a zu ā gedehnt.................
 Vortonsilbe, -qāmæṣ..........................................
b) ‫ דבר־‬ ...........................................................................
 ...........................................................................
c) ‫ ודבר־‬ ...........................................................................
d) ‫ דברים‬ ...........................................................................
 ...........................................................................
e) ‫ לדברים‬ ...........................................................................
f) ‫ דברי־‬ ...........................................................................
2. Ausgangsform: ‘amm(u) - ‘imm(u) - ḥuqq(u) → § 4.2.1; § 4.3.2.1b
a) ‫עם‬/‫ עמי → עם‬ ...........................................................................
 ...........................................................................
b) ‫ אמו → אם‬ ...........................................................................
 ...........................................................................
c) ‫ חקים → חק‬ ...........................................................................
 ...........................................................................
3. → § 4.3.2.2a/b
a) ‫כא ֲִרי‬ ...........................................................................
b) ‫באֱמֶ ת‬ ...........................................................................
c) ‫ביהוּדה‬
ָ ...........................................................................
d) ‫ואֹלהים‬
ִ ...........................................................................
e) ‫דנָי‬
ֹ ‫בא‬ ...........................................................................
4. hayṭib – hawšib → § 4.2.2
a) ‫היטיב‬
ִ ...........................................................................
b) ‫הושׁיב‬
ִ ...........................................................................
56 § 4 Lautwandel und Vokalisation

5. sifr(u) → § 4.2.1.2; § 4.3.2.3a


‫ ספר‬ ...........................................................................
 ...........................................................................

6. ‫מד‬
ֹ ‫ע‬
ֲ ‫ַי‬ → § 4.3.2.4b
‫יעמדוּ‬
ְ ...........................................................................
7. ra’šim → § 4.2.2
‫רא ִשׁים‬ ...........................................................................
8. kull(u) → § 4.2.1.2
‫כל‬ ...........................................................................
9. yinten → § 4.1.2
‫יתן‬ ...........................................................................
10. ‫יִ ְשׁמֹר‬ → § 4.3.2.1a
‫ יִ ְשׁמרָך‬ ...........................................................................

Punktations- und Vokalisationsübungen


(bitte ergänzen Sie die fehlende Punktation, Auflösung: S. 189)

‫באֱמֶ ת‬ ‫ובֵ ין‬ ‫ארץ‬


ֶ ‫הארץ‬
ֶ ‫באדֹנִ י‬ (‫א‬
‫ויהוּדה‬
ָ ‫לכים‬
ִ ‫ְמ‬ ‫כאֹלהים‬
ִ ‫האוֹר‬ ‫החֹשֶׁ ְך‬ (‫ב‬
‫מירוּשָׁ לָ יִ ם‬ ‫לאמֹר‬ ‫סוס‬ ‫כאֲשֶׁ ר‬ ‫רוּח‬ (‫ג‬
‫כל־מלכֵ י הָ אָ ֶרץ‬
ְ ‫מלֶ ְך‬ (‫ד‬
§ 5 Text, Satz, Wort und Element

5.0 Vorbemerkung

5.0.1 Zum Untersuchungsmaterial

1. Sprache ist ein Regelsystem, d.h., es werden bestimmte Signale (Zeichen) verwendet, die
nach festgelegten Regeln miteinander verbunden werden. Ein solches System ist kompli-
ziert und sensibel, seine Anwendung häufig mit Missverständnissen verbunden. Gilt Letz-
teres bereits für die Muttersprache, um wie viel mehr für eine Fremdsprache, gar eine
Sprache einer anderen Sprachfamilie!
Ein weiterer Schwierigkeitsgrad wird dann erreicht, wenn es sich bei der Sprache, mit der
man sich beschäftigen will, um eine „tote Sprache“ handelt, bei der keine Rückfragen mehr
an einen native speaker gestellt werden können. Uns fehlt in so einem Fall häufig die
Kompetenz zu entscheiden, ob diese Wendung sachgemäß gedeutet oder jene Regel
sprachgerecht erfasst worden ist.

2. Bei der Beschäftigung mit dem Biblisch-Hebräischen zeigen sich noch weitere
Schwierigkeiten, denn das Untersuchungsmaterial ist
– extrem mehrdeutig Diese Mehrdeutigkeit ergibt sich u.a. durch das Prinzip der
Konsonantenschrift. Die masoretische Vokalisation legt zwar
einen Deutungsweg fest, beseitigt jedoch nicht die grund-
sätzliche Offenheit des Textes. Bisweilen kann sich die
Punktation – so vor allem in poetischen Texten – sogar als
hinderlich erweisen;
– sehr uneinheitlich Es enthält Poesie und Prosa. Es wurde von den verschieden-
sten Personen (Idiolekt ) in unterschiedlichsten Zeiten und
Regionen (Dialekt ) in besonderen gesellschaftlichen Kreisen
(Soziolekt ) in bestimmter Absicht verfasst und tradiert.
– im Umfang äußerst gering. Im Wesentlichen handelt es sich um das Biblisch-
Hebräische, d.h. um ca. 1500 Buchseiten (BHS) bzw.
32.203 Verse.
Es ist also damit zu rechnen, dass mit dem überlieferten Material nur Ausschnitte der
hebräischen Sprache vorliegen.

3. Zur besseren Interpretation des Untersuchungsmaterials muss der Fragehorizont auf


den vorderorientalischen Kontext hin erweitert werden. Dazu sind Nachbar- bzw. Teildis-
ziplinen der alttestamentlichen Wissenschaft heranzuziehen, d.h. Sprach- und Kulturver-
58 § 5 Text, Satz, Wort und Element

gleiche vorzunehmen (Semitistik und Orientalistik), Ausgrabungs(be)funde auszuwerten


(Archäologie/Epigrafik), Bildmaterial zu deuten (Ikonografie) usw.

5.0.2 Zu den Untersuchungsmethoden

1. Ein so engmaschig vernetztes System wie eine Sprache lässt sich kaum begrifflich bzw.
metasprachlich hinreichend darstellen. Berücksichtigt man noch die eben genannten
zusätzlichen Schwierigkeiten, so können die unten vorgenommenen Zu- und Unterord-
nungen lediglich heuristische und didaktische Funktion haben, d.h., sie sollten vor allem
dazu anregen, den Fragehorizont zu erweitern, bzw. sich den jeweils eigenen „Fragestand-
punkt“ klarzumachen.
In dem folgenden schematischen Überblick zu den verschiedenen Fragemöglichkeiten wird
versucht, den grundlegenden Neuansatz der strukturalen Sprachwissenschaft (Linguistik) zu
berücksichtigen. Letzterer hat zur Entwicklung einer nahezu unüberschaubaren Anzahl
von Theorien und Modellen mit sehr unterschiedlichen Begriffsbestimmungen geführt. So
soll hier vorerst offen bleiben, was in Bezug auf das Hebräische – und dieses vor allem im
Anfangsunterricht – zu vertiefen ist, um die verschiedenen Problem-Ebenen sachgemäßer
zu verstehen und zu erfassen:

Frage-Größe Frage-Ebene Frage-Richtung


Graphem Zeichen langue/parole
Morphem („Grammatik“/Notetik) paradigma-/syntagmatisch
Lexem Bezeichnetes onoma-/semasiologisch
Wort (Semantik) synchron/diachron
Satz Gemeintes usw.
Text (Pragmatik)

2. Während die verschiedenen Untersuchungs-Größen in diesem Paragraphen noch


ausführlicher und speziell auf das Hebräische ausgerichtet behandelt werden, muss für die
unterschiedlichen Frage-Richtungen auf weiterführende Literatur verwiesen werden.
Entsprechendes gilt für die Frage-Ebene der Pragmatik, der Frage nach dem Gemeinten.
Die Ebene der Zeichen ist leicht überschaubar und relativ einfach zu handhaben. Die ihr
zugeordnete Methode ist die der Grammatik, d.h. hier „der Lehre von den Buchstaben“. In
ihr geht es erst einmal darum, Zeichen zu identifizieren und zu erfassen, dann – in der
Unterdisziplin Syntax/Syntaktik – darum die verschiedenen Zusammenstellungen bzw.
Anordnungsmöglichkeiten der Zeichen festzuhalten, und schließlich darum, diese
angemessen auszuwerten (Semantik).
Beobachtungen auf der Zeichenebene sind bei allen Größen nicht nur möglich, sondern
auch notwendig. Während die kleineren Einheiten im Hebräischen brauchbar erforscht
sind, klafft bei den größeren noch eine weite Lücke. Die Gründe dafür sind zahlreich:
Schon durch die Art des „Spracherwerbs“ werden nahezu notwendigerweise die kleineren
Größen in den Vordergrund gerückt. Dann geht es den meisten Exegeten verständlicher-
weise meist darum, möglichst schnell zu der Inhaltsseite zu gelangen, um das Gemeinte zu
1. Text 59

erheben. Für die Beschäftigung mit der Zeichenebene der größeren Einheiten (Satzfolge,
Text, Textfolge) bleibt dabei oft zu wenig Zeit. Und schließlich hat man sich
möglicherweise bei der Darstellung der hebräischen Grammatik auch zu sehr an den
anderen „klassischen“ Sprachen orientiert und dabei die oben genannte Besonderheit des
Untersuchungsmaterials zu wenig berücksichtigt, was wiederum dazu verführt, die Aus-
drucksseite zu schnell zu verlassen.
Ein erster Schritt, hier ein wenig Abhilfe zu schaffen und der Eigenart des Hebräischen
besser gerecht zu werden, könnte die Erweiterung der Erstübersetzung, der „Arbeitsüber-
setzung“, um die Notierung aller Besonderheiten auf der Zeichenebene sein (steht ‫ֱאֹל ִהים‬
mit „Artikel“ oder ohne, wird ‫ ֲאנִ י‬oder ‫ אָ ֹנ ִכי‬gebraucht, folgt auf ‫ ְל אָ מַ ר‬oder ‫ ? אֶ ל‬usw.).
Hier sollten dann auch Notierungen über weitergehende Beobachtungen (Gattungskenn-
zeichen, makrosyntaktische Merkmale, Besonderheiten bei der Formenbildung, nicht
zureichend geklärte grammatische Sachverhalte [wie Tempus-, Valenz-, Determinations-
fragen usw.]) gemacht werden. Als Methoden-Begriff für diesen zusätzlichen Arbeitsschritt
bietet sich das Wort Notetik an.

5.1 Text
Wer sich darum bemüht, Kenntnisse der hebräischen Sprache zu
erwerben, hat zu allermeist das Ziel vor Augen, biblische Texte exegesieren
d.h. sachgemäß auslegen zu können. Mit Text ist hier eine (meist) größere
in sich (relativ) geschlossene sprachliche (in unserem Fall schriftliche)
Äußerung gemeint (statt von Äußerung spricht man auch von Einheit oder
Überlieferung). Für eine angemessene Interpretation eines Textes ist das
Erkennen bzw. Herausarbeiten der je vorliegenden Gattung (Sorte, Art,
Form) eine der Grundvoraussetzungen. Dieser nicht ganz leichte
exegetische Arbeitsschritt kann erst in weiterführenden Lehrveranstal-
tungen (vor allem im Proseminar) vorgestellt und eingeübt werden.
Dennoch sollte schon beim Anlegen der Erst- bzw. Arbeitsübersetzung
auf einige wichtige Merkmale geachtet werden (s. zur Notetik).

5.1.1 Texttypen

Unterschieden werden hier Poesie und Prosa, die man bisweilen auch als
literarische „Großgattungen“ bezeichnet. Da im Hebräisch-Unterricht aller-
meist (und so auch in dieser Unterrichtsgrammatik) Prosatexte im Vorder-
grund stehen, seien hier vorab wenigstens einige Kennzeichen und Beson-
derheiten der hebräischen Poesie genannt.
60 § 5 Text, Satz, Wort und Element

① Das herausragende Kennzeichen der hebräischen Poesie ist der parallelismus


membrorum. Statt eines „Klang- bzw. End-Reimes“ findet sich in den
poetischen Texten der „Gedanken-Reim“. Seine einfachste Ausprägung wird
synonymer Parallelismus genannt. Der „Gedanke“ der ersten Vershälfte wird
dann mit anderen Wörtern in der zweiten wiederholt;
‫תוֹכיחֵ נִ י‬
ִ ‫ל־בּאַ ְפָּך‬
ְ ַ‫יְ הוָה א‬ YHWH, strafe mich nicht in deinem Zorn
‫וְ אַ ל־בַּ חֲ מָ ְתָך ְתי ְַסּ ֵרנִ י׃‬ und züchtige mich nicht in deinem Grimm! (Ps 6,2)
Der Parallelismus bzw. die poetische Struktur des Textes wird in den verschiede-
nen Bibelausgaben bereits durch den Ausdruck, d.h. durch die optische Tren-
nung der einzelnen Stichen (Sg. Stichos, Halbvers), deutlich gemacht.

Weiterhin ist davon auszugehen, dass die poetischen Texte einem bestimmten
Metrum folgen. Sieht man vielleicht einmal von dem Qina-(Leichenlied-)Metrum
(zwei unterschiedlich lange Stichen mit 3+2 Hebungen) und dem Maschal-
(Spruch-)Metrum (3+3, Doppeldreier) ab, ist es bisher leider nicht gelungen, die
der Metrik zugrundeliegenden Gesetzmäßigkeiten sicher zu erfassen.
Hingewiesen sei noch auf den Chiasmus, bei dem sich entsprechende Satzglieder
über Kreuz (wie der griech. Buchstabe Chi ) angeordnet sind:
‫שֹׁפֵ ְך ַדּם הָ אָ ָדם‬ Wer vergießt das Blut des Menschen:

‫בָּ אָ ָדם ָדּמוֹ יִ שָּׁ פֵ ְך‬ durch Menschen (eigtl. determiniert) soll sein Blut ver-
gossen werden. (Gen 6,2)
ֹ‫ִאם־ ַיעֲלֶ ה לַ שָּׁ מַ יִ ם ִשׂיאו‬ Wenn auch hinaufsteigt zum Himmel sein Stolz

‫וְ ר ֹאשׁוֹ לָ עָ ב יַגִּ יַע‬ und sein Haupt das Gewölk berührt. (Hi 20,6)

② Dann fällt – über die Stilistik hinausgehend – auf, dass in der Poesie
ּ ַ‫ה‬, die Determinationspartikel (Artikel),
‫אֵ ת‬/‫אֶ ת־‬, das „Akkusativ“-Zeichen,
‫אַ שֶׁ ר‬, die sog. Relativpartikel, und auch
ְ‫ו‬, die Partikel „und, aber, dann“
häufig dort fehlen, wo man sie – von den Prosatexten herkommend – erwarten
würde.

③ Selten werden in den poetischen Texten auch abweichende Formen gebraucht;


ֹ‫מו‬ statt ‫הֶ ם‬ Suffix der 3. masc. Pl. (s. Tab XIII)
‫עֲלֵ י‬ statt ‫עַ ל‬ „auf, über, wegen, gegen“ (ca. 36 mal), <* alay ; hier – bei
dem y – ist auch die Ursache zu suchen, warum an die Par-
tikel die Suffixe angefügt werden wie an eine Pluralform
(s.u. und Tab XIII); entsprechend
‫אֱלֵ י‬ statt ‫„ אֶ ל‬zu, nach“ (4 mal) und
‫ע ֲֵדי‬ statt ‫„ עַ ד‬bis, bis zu“ (11 mal).
1. Text 61

④ Bisweilen findet sich in den poetischen Texten auch ein besonderes Vokabular.
Mit aller Vorsicht seien hier einige in der Literatur angeführten Beispiele
genannt:
‫אֱנוֹשׁ‬ neben bzw. statt ‫אָ ָדם‬ „Mensch, Menschheit“,
‫ֹ֜א ַרח‬ neben bzw. statt ‫ֶ ֜דּ ֶרְך‬
„Weg, Wandel“,
‫ִמלָּ ה‬ neben bzw. statt ‫„ ָדּבָ ר‬Wort, Rede“,
‫ אָ תָ ה‬neben bzw. statt ‫„ בּוֹא‬kommen“,
‫ זוּ‬neben bzw. statt ‫„ ֶזה‬dieser“,
‫ בַּ ל‬neben bzw. statt ‫„ ל ֹא‬nicht“.

⑤ Generell muss damit gerechnet werden, dass in der Poesie ein abweichender
Zustand der Sprache bewahrt ist (vgl. unsere Gesangbuchlieder).

5.1.2 Textarten (Gattungen)

Um in einem Text das Gesagte bzw. Geschriebene nicht misszuverstehen,


muss man unbedingt die vorliegende Textart(-sorte), d.h. die Gattung
(Form), des Textes kennen (vgl. im Deutschen etwa Gebrauchsan-
leitungen mit Reklameanzeigen, Märchen mit Nachrichten, Todes- und
Hochzeitsanzeigen); nur dann können die überindividuellen, form-
typischen Merkmale (etwa im Deutschen: „Plötzlich und unerwartet ver-
starb im Alter von ...“) sachgemäß gedeutet werden.
Die Herausarbeitung der jeweiligen Gattung ist ein schwieriges Geschäft
und kann meist nicht im Hebräischunterricht selbst geübt und durchge-
führt werden. Hier soll nur dazu angeregt und angeleitet werden, auf
einige wichtige Text- bzw. Gattungssignale und makrosyntaktische
Zeichen zu achten und diese in der Erstübersetzung festzuhalten (s.o. zur
Notetik), um sie später bei den einzelnen exegetischen Arbeitsschritten
nutzen zu können.

Besonders ist zu achten auf


① die Eingangssituation eines Textes;
z.B. (Es werden hier nur wenige Beispiele aus den Basis- bzw. Folgetexten des
Textteils gegeben.):
‫וַיְ ִהי אַ חַ ר הַ ְדּבָ ִרים הָ אֵ לֶּ ה‬ Und es geschah nach diesen Ereignissen ... (Gen 22,1)
Mit dieser (Verbindungs-)Formel und ähnlichen (Ein-
gangs-)Formeln wird signalisiert, dass es sich bei dem
nachfolgenden Text um einen erzählenden handelt.
‫וַיִּ ְפשַׁ ע מוֹאָ ב ְבּיִ ְשׂ ָראֵ ל‬ Und es lehnte sich auf (?) Moab gegen Israel
‫ח ֵרי מוֹת אַ ְחאָ ב׃‬ ֲ ַ‫א‬ nach dem Tod Ahabs.
…‫וַיִּ פֹּל אֲחַ זְ יָה ְבּעַ ד הַ ְשּׂבָ כָ ה‬ Und es fiel Ahasja durch das Gittergeflecht (2 Kön 1,1f.).
62 § 5 Text, Satz, Wort und Element

Schon der Narrativ (s. § 8.3) allein kann bisweilen den


Eingang einer Erzählung bilden.
‫ֱֹלהים נִ סָּ ה אֶ ת־אַ ְב ָר ָה֑ם‬
ִ ‫וְ הָ א‬ Und der Gott versuchte Abraham ... (Gen 22,1)
Auch der zweite Satz eines Textes hat häufig eine
Signalfunktion. Hier weist der Nicht-Narrativsatz (IVS
s.u.) auf den Inhalt der Erzählung (Themenangabe) hin.
Die Aussagesituation eines Textes ist auf der Ausdrucksseite meist nicht
besonders gekennzeichnet. Sie wird vornehmlich auf der semantischen Ebene
bestimmt.

② Formeln und form(gattungs-)typische Wörter (hier aus dem Bereich der propheti-
schen Sprache):
‫כּה אָ מַ ר יְ ה ָוה‬
ֹ So hat YHWH gesprochen (2 Kön 1,4.6.15)
‫נְ אֻ ם יְ ה ָוה‬ (Das ist der) Ausspruch YHWHs (Gen 22,16)
‫ְשׁמַ ע ְדּבַ ר־יְ ה ָוה‬ Höre das Wort YHWHs (Am 7,16)
‫יַעַ ן‬ weil (Gen 22,16; 2 Kön 1,15)
‫לָ כֵ ן‬ darum, deshalb (2 Kön 1,4.6.15; Am 7,17)
‫ִכּי‬ denn, weil (2 Kön 1,4.6.15)

③ textgliedernde (makrosyntaktische) Signale wie:


‫ִהנֵּה‬ (und) siehe, da (s. Tab XIII), oft verbunden mit
Partizip oder Nominalsatz (Gen 22,13 (?); 28,12.15)
‫וְ עַ תָּ ה‬ (und) jetzt (Am 7,16)
‫וַיְ ִהי‬ Und es geschah/war (s.o.), auch zur Gliederung inner-
halb des Textes gebraucht (2 Sam 11,2)
‫וַיְ ִהי ִמקֵּ ץ י ִָמים ַר ִבּים‬ Und es geschah nach vielen Tagen (Jer 13,6)

oder Wechsel des Satztyps :


‫וְ ִהיא ִמ ְתקַ ֶדּשֶׁ ת ִמטֻּ ְמאָ ָתהּ‬ sie aber heiligte sich gerade von ihrer Unreinheit
(2 Sam 11,4: Verbalsatz [VS ]-VS-VS – partizipialer
Nominalsatz [NS ]-VS-VS )
‫וּמַ ְלאַ ְך יְ הוָה ִדּבֶּ ר‬ Der Bote YHWHs aber hatte zu Elija, dem Tischbiter,
‫אֶ ל־אֵ ִל ָיּה הַ ִתּ ְשׁ ִבּי‬ gesagt: (2 Kön 1,3: VS-VS-VS-Invertierter Verbalsatz
[IVS ])

oder Verweise innerhalb des Textes:


– anaphorisch (weist auf Erwähntes zurück [„hinauf“])
‫וַיְ ִהי בַּ יּ ִָמים הָ הֵ ם‬ Und es geschah in jenen (den erwähnten, bekannten)
Tagen: (Ex 2,11 separates Personalpronomen der 3. Person mit
„Artikel“ nachgestellt )
1. Text 63

‫וְ קָ נִ יתָ ְלָּך אֵ זוֹר‬ und kaufe dir einen Gürtel ...
‫וָאֶ ְקנֶה אֶ ת־הָ אֵ זוֹר‬ Und ich kaufte den Gürtel ... (Jer 13,1f. Verweis durch die
Determinationspartikel „Artikel“ )
‫אֶ ת־הַ ִמּזְ בֵּ ַח‬ ‫וַיִּ בֶ ן‬ und er baute den Altar. (Gen 22,9)
‫ִמזְ בֵּ ַח‬ ‫וַיִּ בֶ ן‬ dagegen: er baute einen Altar (Gen 12,7.8)
– kataphorisch (weist auf Folgendes hin [„hinab“]; ein gravierender Unterschied
zum Indogermanischen ist hier nicht erkennbar)
‫מר‬
ֹ ‫לֵ א‬ folgendermaßen, mit folgenden Worten (s. § 10.2.5)
‫כּה‬
ֹ So ...
‫מָ ה‬, ‫מֶ ה‬, ‫ִמי‬ Wer, was, wie? u.ä. (zu den Fragewörtern s.u.) wie
Leit-/Beziehungswörter in einem Text, vgl. Gen 22:
‫מּ ִריָּה‬
ֹ ַ‫ה‬ Morija (bzw. Hammorija, Wurzel ‫ ;ראה‬V. 2)
‫ַו ַיּ ְרא‬ und er sah, (V. 4)
ֹ‫ֱֹלהים יִ ְראֶ ה־לּו‬
ִ ‫א‬ Gott wird sehen für sich (sich ersehen), (V. 8)
‫ִכּי עַ תָּ ה י ַָד ְע ִתּי ִכּי־יְ ֵרא‬ denn jetzt weiß ich, dass fürchtend Gott
‫ֱֹלהים אַ תָּ ה‬
ִ ‫א‬ (ein Gottesfürchtender) du (bist). (V. 12)

Um sich bei der „Erstübersetzung“ in dem Text(gefüge) angemessen zurechtzufinden,


muss man
– möglichst alle (Kontext-)Informationen verwerten,
– (ganz wichtig!) mit einer kontrollierten Erwartungshaltung arbeiten und
– vom Bekannten zum Unbekannten bzw. vom Leichteren zum Schwierigeren
gehen, vgl. in Gen 22:
‫וַיְ ִהי אַ חַ ר הַ ְדּבָ ִרים הָ אֵ לֶּ ה‬ V. 1 Satztyp / Formel, Information: Es folgt eine
Erzählung,
‫ֱֹלהים נִ סָּ ה אֶ ת־אַ ְב ָרהָ ם‬
ִ ‫וְ הָ א‬ Satztyp (IVS ), Information: Themenangabe,
‫וַיּ ֹאמֶ ר אַ ְב ָרהָ ם‬ V.5 Satztyp / Satzart, vom Bekannten zum Unbekann-
‫אֶ ל־נְ עָ ָריו‬ ten ... „Und es sprach Abraham zu seinen Knechten“,
‫פּה ִעם־הַ חֲמוֹר‬
ֹ ‫ְשׁבוּ־לָ כֶ ם‬ Erwartungshaltung: Wörtliche Rede, Befehl (Impt. masc.
Pl.; Kontrolle Tab I und Bestätigung; Folgerung: Es
liegt eine schwache Verbform vor; s. § 10 Faustregel 3⑦),
‫ַואֲנִ י וְ הַ נַּעַ ר נ ְֵלכָ ה‬ Vom Bekannten zum Unbekannten: „Ich aber und der
Knabe...“ Erwartungshaltung: es folgt das Verb in der 1.
com. Pl. PK; Kontrolle Tab I und Bestätigung; (system-
immanente falsche) Folgerung: Das Lexem lautet ‫;לכה‬
Folgerung: ‫ ה‬ist Bildungsbuchstabe, es liegt eine 1. com.
Pl. PK mit ‫ ה‬- cohortativum vor ... weiter s. § 10 Faust-
regel 1② usw.;
‫כּה‬
ֹ ‫עַ ד־‬ „bis so“, hier ist mit einer Zeigebewegung (Deixis) zu
rechnen und mit „bis dorthin“ zu übersetzen...
64 § 5 Text, Satz, Wort und Element

5.2 Satz
Was ist ein Satz ? Das Hebräische kennt keine Satzzeichen in unserem
Sinne. Es werden zwar die „Akzente“ gesetzt (s. § 3.3.2), die sehr hilfreich
sein können bei der Suche nach den Satzgrenzen. Doch in unpunktierten
Texten fehlen diese Zeichen, und man ist auf andere Signale angewiesen.
Von diesen gibt es nur wenige. Das wichtigste Signal ist das ‫ו‬, eine
proklitische Verbindungspartikel, die meist mit „und“ (oder mit „da,
dann“, auch mit „aber“) wiedergegeben wird. Sie wird häufiger gebraucht
als das deutsche „und“ und kann – sehr vereinfacht gesagt – dazu dienen,
den Satz als den Bereich zwischen zwei Waws zu bezeichnen.
Weiteres s. bei den Satzarten.

5.2.1 Satztypen

Unterscheiden lässt sich der Verbalsatz von dem Nominalsatz.


1. Der Verbalsatz (VS)
Der Verbalsatz ist dadurch definiert, dass er eine finite Verbform enthält,
d.h. eine Verbform mit genauer Personenkennzeichnung (ausgenom-
men sind also die Partizipien und die Infinitive).
Die Funktion des Verbalsatzes ist, Handlungen und Vorgänge zu schildern.
Erzählende Texte werden durch narrative Verbalsätze bestimmt.
Der Narrativ (das „Erzähltempus“; auch Imperfectum consecutivum genannt)
wird gebildet durch

Waw mit pátaḥ und nachfolgendem dāgeš forte = Narrativ-


ּ ‫ַו‬ Kennzeichen
+ und
PK einer finiten Verbform in der Präformativ-Konjugation (PK;
s. § 8.3); z.B.
‫„ וַיּ ֹא֜ מֶ ר‬und er sprach“, „da sprach er“.
Der Narrativ steht immer in Erstposition eines Satzes, d.h., er eröffnet
den Satz, ihm kann im Satz nichts vorausgehen*;
‫ וַיּ ֹאמֶ ר אֵ לָ יו אַ ְב ָרהָ ם‬... und er sprach zu ihm: „Abraham!“
‫ וַיּ ֹאמֶ ר ִה ֵנּנִ י‬Und (d)er sprach: „Siehe, ich (höre)!“ (Gen 22,1a)
2. Satz 65

Wird das Subjekt zusätzlich genannt, steht es – meist direkt – nach dem
Narrativ;
‫בּקֶ ר‬
ֹ ַ‫ַשׁכֵּ ם אַ ְב ָרהָ ם בּ‬
ְ ‫ ַויּ‬Und es machte sich früh auf Abraham am
(nächsten) Morgen. (Gen 22,3)
Aber vgl. z.B. Gen 22,11 mit 15:
‫ וַיִּ ְק ָרא אֵ לָ יו מַ ְלאַ ְך יְ ה ָוה‬Und es rief (zu ihm, V. 11) der Bote YHWHs …

* Als Ausnahme werden Zeitbestimmungen diskutiert, doch lassen sich diese auch
als eigenständige Sätze (NS s.u.) bestimmen;

‫ישׁי וַיִּ שָּׂ א‬
ִ ‫בַּ יּוֹם הַ ְשּׁ ִל‬ Am dritten Tag (geschah es): Da erhob ... (Gen 22,4)

2. Der Nominalsatz (NS)


Der Nominalsatz enthält keine finite Verbform. Im Deutschen ist dann
allermeist eine Form der Verben „sein“ oder (seltener) „haben“ zu er-
gänzen.
Der Nominalsatz kann auf allen Zeitstufen (Gegenwart, Vergangenheit,
Zukunft) gebraucht sein. Die gemeinte Zeitstufe muss aus dem Kontext
erschlossen werden.
Besonders häufig kommt der NS in poetischen Texten und in der
Eingangssituation von Erzählungen vor.
Mit dem NS werden – vor allem im erzählenden Kontext – „Hinter-
gründe“, d.h. Zustände, Verhältnisse und Eigenschaften, geschildert.

Wichtiger als die Frage nach dem Satzbau, der Frage nach Subjekt und
Prädikat (bisweilen auch das „Bekannte“ = Mubtada‘ oder Thema und das
„Neue“ = Ḥabar oder Rhema genannt), dürfte die Frage nach der Deter-
mination der Satzteile sein. Denn hieraus ergibt sich:
Stimmen beide Nomina bzw. Nominalgruppen bei der Frage nach der
Determination überein (= beide sind determiniert oder – selten – beide in-
determiniert), handelt es sich um eine Identifikation,
‫ אֲנִ י יְ ה ָוה‬Ich (bin) YHWH. (Selbstvorstellungsformel)
(Gen 28,13)
‫אח ִֹתי ִהוא‬
ֲ Meine Schwester (ist) sie. (Gen 12,19)
Stimmen diese aber bei der Determinationsfrage nicht überein, handelt es
sich um eine Klassifikation,
‫ ִכּי־עָ פָ ר אַ תָּ ה‬denn (fürwahr) Staub (bist) du … (Gen 3,19)
66 § 5 Text, Satz, Wort und Element

oder um eine Qualifikation,


‫ טוֹב הַ ָדּבָ ר‬Gut (ist) das Wort (die Sache ist in Ordnung)!
(1 Kön 2,38)
Steht die proklitische Partikel ‫( ְל‬s.u.), wird ein Besitzverhältnis bzw. Vor-
handensein ausgedrückt,
‫וּל ִר ְבקָ ה אָ ח‬
ְ Und Rebekka (hatte) einen Bruder … (Gen 24,29)
Weitere Differenzierungen wären durchaus möglich, sind hier aber nicht
notwendig. Genannt werden aber sollte noch der
3. Partizipiale Nominalsatz (PNS)
Er steht meist – mit ‫ ו‬verbunden – in Zweitposition, d.h. nach einem
VS, und beschreibt einen gleichzeitigen Zustand oder eine andauernde
Handlung (Durativ) mit oft kontrastierendem Charakter. (Hier ist eine
gewisse Nähe zum invertierten Verbalsatz (s. unten) gegeben.)

‫ ַו ָיּבֹאוּ ְשׁנֵי הַ מַּ ְלאָ ִכים‬Und es kamen die zwei Boten nach Sodom am
‫ ְסדֹמָ ה בָּ עֶ ֶרב וְ לוֹט‬Abend, während Lot (gerade) im Stadttor
‫ר־סדֹם‬ ְ ַ‫ יֹשֵׁ ב ְבּשַׁ ע‬Sodoms saß. (Gen 19,1)
... ‫ וַיִּ ְשׁלַ ח ָדּוִ ד אֶ ת־יוֹאָ ב‬Und es sandte aus David Joab …
‫ וְ ָד ִו֖ד יוֹשֵׁ ב ִבּירוּשָׁ לָ ִם‬David (selbst aber) blieb in Jerusalem. (2 Sam 11,1)

Die Negation des NS ist ‫ ֵ֜אין‬/‫ אַ יִ ן‬das Nichtvorhandensein = „nicht (vorhan-


den) ist (als)“. Seltener wird die inhaltliche Opposition ‫ יֵשׁ‬das Vorhanden-
sein = „es ist (vorhanden)/es gibt“ verwendet.
‫ ו ְַתּ ַדבֵּ ר אֵ לָ יו‬Und sie sprach zu ihm:
‫„ מַ ה־זֶּה רוּחֲָך סָ ָרה‬Warum ist dein Geist verbittert (bist du verbittert)
‫ וְ אֵ ינְ ָך אֹכֵ ל לָ חֶ ם‬und bist du nicht (vorhanden als) ein Essender (und
isst keine) Speise?“ (1 Kön 21,5)
‫עקֹב ִכּי יֶשׁ־שֶׁ בֶ ר‬
ֲ ‫ ַויּ ְַרא ַי‬Und es sah Jakob, dass vorhanden (war) Getreide.
(Gen 42,1)
Zu achten ist auch auf solche Nominalsätze, die Verbformen von ‫ היה‬nur
als „Zeitmarker“ enthalten:
‫ כֶּ ֶרם הָ יָה ְלנָבוֹת‬Ein Weinberg gehörte Nabot … (1 Kön 21,1)
‫ וְ הָ אָ ֶרץ הָ יְ תָ ה‬Und die Erde war wüst und leer (Gen 1,2)
‫תהוּ ָובֹהוּ‬ ֹ
2. Satz 67

und solche die nur eingliedrig, bzw. elliptisch (= unvollständig) sind


‫וַיּ ֹאמֶ ר אֵ לָ יו‬ Und er sprach zu ihm:
‫אַ ְב ָרהָ ם‬ „Abraham (hörst du mich ? … o.ä.)“,
‫וַיּ ֹאמֶ ר‬ und (d)er sprach:
‫ִה ֵנּנִ י‬ „Siehe mich / hier (bin) ich (ja, ich höre).“ (Gen 22,1)

4. Der invertierte Verbalsatz (IVS)


Vieles im Zusammenhang mit dem invertierten Verbalsatz ist umstrit-
ten, sogar der Begriff selbst. Hier wird er wie folgt gebraucht:
Der invertierte Verbalsatz enthält eine finite Verbform, die aber nicht in Erst-
position im Satz steht. Der finiten Verbform geht ein Satzteil voraus, der
im „normalen“ Verbalsatz hinter dem Verb steht.
Das aber heißt: Sätze, in denen „zwangsweise“ nur ein Wort (z.B. ‫ל ֹא‬, ‫ ֹכּה‬, ‫כֵּ ן‬, wohl auch
‫ ) וְ עַ תָּ ה‬vor dem Verb steht, gelten nicht als IVS.

Die invertierten Verbalsätze unterbrechen im Erzählzusammenhang den


Erzähl- bzw. Handlungsfortschritt (= kein Progress! ) und haben so einen
hohen Aufmerksamkeitswert.

Sie stehen u.a. bei Inhalts-/Themenangaben,


‫ֱֹלהים נִ סָּ ה‬
ִ ‫ וְ הָ א‬Und Gott (mit Art.) versuchte (AK) Abraham.
‫( אֶ ת־אַ ְב ָרהָ ם‬Gen 22,1)
‫ֱֹלהים‬
ִ ‫אשׁית בָּ ָרא א‬ ִ ‫ ְבּ ֵר‬Am Anfang (ohne Art.) schuf (AK) Gott
‫ אֵ ת הַ שָּׁ מַ יִ ם וְ אֵ ת הָ אָ ֶרץ‬den Himmel und die Erde. (Gen 1,1)

bei Gleichzeitigkeit bzw. wenn zwei Handlungen als ein Handlungsakt


gesehen werden sollen („Parallelität“ ),
‫ֱֹלהים לָ אוֹר‬ִ ‫ ַויִּ ְק ָרא א‬Und es nannte Gott das (mit ‫ ) ְל‬Licht „Tag“,
‫חשֶׁ ְך קָ ָרא לָ יְ לָ ה‬
ֹ ַ‫ יוֹם וְ ל‬die (mit ‫ ) ְל‬Finsternis aber nannte (AK) er „Nacht“
(während er die Finsternis Nacht nannte). (Gen 1,5)
‫„ וַיִּ קַּ ח מֹשֶׁ ה ח ֲִצי הַ ָדּם‬Und es nahm Mose die Hälfte des Blutes,
‫ ַויָּשֶׂ ם בָּ אַ ָגּנֹת ַוח ֲִצי הַ ָדּם‬und er tat (goss*) es** in die Becken,
‫ ז ַָרק עַ ל־הַ ִמּזְ בֵּ ַח‬die (andere) Hälfte des Blutes aber sprengte (AK) er
über den Altar (während er die …)“. (Ex 24,6)
* Hier liegt ein gutes Beispiel vor, dass Vokabelgleichungen (‫ = ִשׂים‬setzen, stellen,
legen) nicht ohne Weiteres aufgehen und dass auch hier die „kontrollierte Phantasie“
eingesetzt werden muss.
** Das Objekt fehlt im Text. Es kann im Hebräischen, wenn es den Hörenden „vor Augen
steht“ – bes. bei ‫( ִשׂים‬vgl. auch Gen 22,6) – ungenannt bleiben.
68 § 5 Text, Satz, Wort und Element

wenn etwas betont (auch kontrastierend wiedergegeben) werden soll


‫ת־בּנְ י ִָמין א ֲִחי יוֹסֵ ף‬
ִ ֶ‫ וְ א‬Benjamin aber, den Bruder Josephs,
‫קב‬ ֹ ‫ע‬
ֲ ‫ ל ֹא־שָׁ לַ ח ַי‬sandte Jakob nicht mit seinen Brüdern ...
‫( אֶ ת־אֶ חָ יו‬Gen 42,4)
‫ ַויַּכֵּ ר יוֹסֵ ף אֶ ת־אֶ חָ יו‬und es erkannte Joseph seine Brüder,
‫ וְ הֵ ם ל ֹא ִה ִכּ ֻרהוּ‬sie aber erkannten ihn nicht. (Gen 42,8)
und bei einem Rückblick bzw. bei einer veränderten Handlungssituation:
‫ וּמַ ְלאַ ְך יְ הוָה ִדּבֶּ ר‬Aber der Bote YHWHs sprach zu Elia…
‫( אֶ ל־אֵ ִליָּה‬hatte zu Elia gesprochen). (2 Kön 1,3)
‫ ַוא ֲִבימֶ לֶ ְך הָ לַ ְך אֵ לָ יו‬Abimelech aber ging zu ihm… (war zu ihm ge-
gangen). (Gen 26,26)

5.2.2 Satzfolgen (Neben- und Unterordnung)

Der überwiegende Teil der erzählenden Texte wird beherrscht durch die
Parataxe (Nebenordnung), Ketten von Narrativ-Sätzen, die nur durch-
brochen werden durch
– makrosyntaktische Signale (wie oben genannt)
– direkte Rede (s. dazu unten) und
– die Unterordnungen (Hypotaxe) bzw. die Einbettungen, die ein-
geleitet werden durch nur wenige Partikeln, die aber meist viel-
deutig (polysem bzw. polyvalent ) sind, vor allem durch:

‫ אֲשֶׁ ר‬Relativpartikel- ‫ אֲשֶׁ ר‬ist unveränderlich (kann aber mit ‫ ְכּ‬, ‫ ְל‬, ‫ ְבּ‬, ‫ אֵ ת‬u.a. ver-
Ersatz bunden werden; spätere Form: präfigiertes ֶ‫ אֲשֶׁ ר ;) שׁ‬signali-
siert meist eine nähere Bestimmung oder eine Kommen-
(„wovon gilt“), tierung des vorangegangen Wortes. Von Haus aus hat ‫אֲשֶׁ ר‬
selten: dass einen lokalen Bezug. Es entspricht weitgehend dem um-
gangssprachlichen deutschen „Wo“ (Tucholsky: „Die Arbeit,
wo der Deutschen liebstes Kind ist“). In einer vorläufigen
Hilfsübersetzung kann man zunächst „wovon gilt“ be-
nutzen, um dieses durch die angemessene Relativpartikel zu
ersetzen;
‫אֲשֶׁ ר־אָ הַ ְבתָּ אֶ ת־יִ ְצחָ ק‬den du liebhast, den Isaak,
(...auf einem Berge,)
‫ אֲשֶׁ ר אֹמַ ר אֵ לֶ יָך‬den ich dir nennen werde;
(Gen 22,2)
2. Satz 69

‫ ִכּי‬ja, fürwahr ‫ ִכּי‬ist von Haus aus eine Bekräftigungspartikel. So steht sie
noch bisweilen, vor allem am Anfang einer wörtlichen Rede
(Und er sagte zu Nathan:
„So wahr YHWH lebt!)
‫ִכּי בֶ ן־מָ וֶת ָה ִאישׁ‬ Fürwahr, ein Sohn des
‫ הָ עֹ שֶׂ ה ז ֹאת‬Todes (indet.) (ist) der
Mann, der dieses getan hat“;
(2 Sam 12,5)

denn, weil, oft leitet ‫ ִכּי‬einen Kausal- oder einen Objektsatz ein
dass (... und tue ihm nicht
[Vetitiv s.u.] etwas an,)
‫ִכּי עַ תָּ ה י ַָד ְע ִתּי‬ denn nun habe ich erfahren,
‫ֱֹלהים‬
ִ ‫ִכּי־יְ ֵרא א‬ dass „gottesfürchtig“
‫ אַ תָּ ה‬du (bist); (Gen 22,12)

wenn seltener findet sie sich am Beginn eines Konditionalsatzes (s.


dazu u. § 5.2.3 bei den „Rechtssätzen“);

‫ ִאם‬wenn ‫ ִאם‬nennt die Voraussetzungen im Bedingungssatz, d.h., ‫ִאם‬


steht im Vordersatz eines Konditionalgefüges („wenn …,
dann …“);
‫ִאם־תַּ עֲלֶ ה‬ Wenn aufsteigt der
‫חֲמַ ת הַ מֶּ לֶ ְך‬ Zorn des Königs, und
‫וְ אָ מַ ר ְלָך‬ er sagt zu dir …,
‫וְ אָ מַ ְר ָתּ גַּם עַ ְב ְדָּך‬ dann sollst du sagen: „Auch
‫וּריָּה הַ ִח ִתּי מֵ ת‬ ִ ‫א‬ dein Knecht Uria, der Heti-
ter, ist tot.“ (2 Sam 11,20f.)
(zu ‫ ִאם‬im ellipt. Schwursatz und der Doppelfrage § 5.2.3).

‫ ִכּי ִאם‬sondern, ‫אֵ ין זֶה‬ Nichts ist dieser außer


außer ‫ֱֹלהים‬
ִ ‫ִכּי ִאם־בֵּ ית א‬ (nichts anderes ist dieser als)
das Haus Gottes (ohne Art.).
(Gen 28,17)
‫קב יֵאָ מֵ ר‬ ֹ ‫ע‬
ֲ ‫ל ֹא ַי‬ Nicht Jakob soll (wird)
‫עוֹד ִשׁ ְמָך‬ man deinen Namen weiter-
‫ִכּי ִאם־יִ ְשׂ ָראֵ ל‬ hin nennen, sondern Israel.
(Gen 32,29)

‫ פֶּ ן‬damit nicht, Die Negation ‫ פֶּ ן‬wird gemeinhin abgeleitet von ‫= פנה‬


dass nicht „Abwendung“.
(„Esst nicht von ihm…,)
‫־תּמֻ תוּן‬
ְ ‫ פֶּ ן‬damit ihr nicht sterbt!“
(Gen 3,3)
70 § 5 Text, Satz, Wort und Element

Weiterhin sind zu nennen:

‫ כַּ אֲשֶׁ ר‬wie, als, weil (vgl. ‫) ִכּי‬ ‫ ַי֜עַ ן אֲשֶׁ ר‬weil


‫ ְל ֜ ַמעַ ן‬um ... willen, wegen, dass ‫ בַּ עֲבוּר‬um ... willen, wegen, damit

Zu den Unterordnungen durch den Infinitiv mit einer Partikel ( ‫ ְל‬, ‫ ְבּ‬, ‫ ְכּ‬,
‫ ) ִמן‬oder durch ein Partizip (mit Artikel) s.u.

Einen besonderen Einschnitt markiert in Einzelfällen die wörtliche Rede.


Diese wird meist angekündigt durch Formen von Verben wie ‫( אָ מַ ר‬sagen,
sprechen), ‫( עָ נָה‬antworten), ‫( ִדּבֶּ ר‬reden).
Da es im Hebräischen keinen Doppelpunkt bzw. keine Anführungs-
zeichen gibt, gilt:
Für den Beginn der wörtlichen Rede ist besonders zu achten auf:

– ‫( לֵ אמֹר‬zur Form s. § 4.3.2.2), das auf den nachfolgenden Beginn


der wörtlichen Rede hinweisen kann. Übersetzt wird es mit Wen-
dungen wie „folgendermaßen, mit folgenden Worten, indem er/sie
sagte“ oder wird durch einen Doppelpunkt und Anführungs-
zeichen wiedergegeben;
‫ וַיְ ִהי ְדבַ ר־יְ הוָה אֵ לַ י‬Und es geschah das Wort YHWHs zu mir
‫מר‬ ֹ ‫ שֵׁ נִ ית לֵ א‬ein zweites Mal folgendermaßen: … (Jer 13,3)
‫ וּ ְדבַ ר־יְ הוָה הָ ָיה‬und das Wort YHWHs geschah zu ihm
‫מר‬ֹ ‫( אֵ לָ יו לֵ א‬Jesaja) mit folgenden Worten: … (2 Kön 20,4)
(Steht ‫ וַיּ ֹאמֶ ר‬direkt vor der wörtlichen Rede, haben die Masoreten
es meist als Pausalform vokalisiert: ‫) וַיּ ֹאמַ ר‬.

– Wortfolge und Kontext;


‫ליו אַ ְב ָרהָ ם‬ ָ ֶ֔ ֵ‫ … וַיּ ֹאמֶ ר א‬und er sprach zu ihm: „Abraham!“
‫ וַיּ ֹאמֶ ר ִה ֵנּנִ י‬Und (d)er sprach: „Siehe, hier (bin) ich (ja, ich
höre).“ (Gen 22,1)
‫ וַיּ ֹאמֶ ר קַ ח־ ָנא אֶ ת־ ִבּנְ ָך‬Und er sprach: „Nimm doch deinen Sohn,
‫ידָך … וְ לֶ ְך־‬ְ ‫ אֶ ת־יְ ִח‬deinen einzigen … und geh!“ (Gen 22,2)

– ein ‫ ִכּי‬, das bisweilen die wörtliche Rede eröffnet (s.o. 2 Sam 12,5);
2. Satz 71

– die erste Verbform, häufig ein Imperativ, auf den dann weitere
Imperative (z.B. oben Gen 22,2) oder w eqatal / ‫ו‬AK-Formen folgen;
‫ שׁוּב וְ אָ מַ ְרתָּ אֶ ל־ ִחזְ ִק ָיּהוּ‬Kehre um und sage zu Hiskijahu … (2 Kön 20,5)
‫ וְ אֶ ל־מֹשֶׁ ה אָ מַ ר עֲלֵ ה‬Zu Mose aber hatte er gesagt: „Steige hinauf
‫הרֹן‬
ֲ ַ‫ אֶ ל־יְ הוָה אַ תָּ ה וְ א‬zu YHWH, du und Aaron …
‫חק‬ֹ ‫ וְ ִה ְשׁתַּ חֲוִ יתֶ ם מֵ ָר‬und werft euch nieder (betet an) von ferne …“
(Ex 24,1)
In der wörtlichen Rede kann die erste Verbform bisweilen auch
eine „reine“ AK-Form (qatal) sein; z.B.
‫ כֹּה־אָ מַ ר יְ הוָה שָׁ מַ ְע ִתּי‬So hat YHWH gesprochen: „Ich habe
‫יתי אֶ ת־‬ ִ ‫ת־תּ ִפלָּ תֶ ָך ָר ִא‬
ְ ֶ‫ א‬dein Gebet gehört, ich habe deine Tränen (Sg.)
‫ ִדּ ְמעָ תֶ ָך ִהנְ נִ י רֹפֶ א לָ ְך‬gesehen, siehe, ich heile dich, …“ (2 Kön 20,5)
– bei den „Akzenten“ besonders auf den zāqep̄ qāṭôn, der auffällig
häufig vor dem Beginn der wörtlichen Rede steht (s. z.B. oben Gen
22,1).

– Innerhalb der Rede herrschen dann „auslösende Verbformen“,


Formen mit futurischer Konnotation vor, also Imperativ, Kohor-
tativ, Jussiv, „reine“ PK- (selten auch AK-)Formen (s. § 8.3.1).

5.2.3 Zu den Satzarten

1. Fragesätze
Fragesätze werden meist eingeleitet durch
das ‫ ה‬interrogativum die proklitische Partikel ‫ה‬
ֲ – auch ַ‫ ה‬und ֶ‫( ה‬mit oder ohne
dāgeš forte) kommen vor –
‫*הַ ְרּ ִאיתֶ ם אֲשֶׁ ר‬ Habt ihr gesehen, wen
‫בָּ חַ ר־בּוֹ יְ ה ָוה‬ gewählt hat YHWH …?
(1 Sam 10,24)
* dāgeš forte dirimens (§ 3.2.2, 4. Anm.), um eine Ver-
wechslung mit dem Hif. zu vermeiden.

‫ ִאם‬in der ‫המָ ֹלְך ִתּ ְמֹלְך עָ לֵ ינוּ‬


ֲ Willst du wahrlich König
‫שׁל בָּ נוּ‬ ֹ ‫ִאם־מָ שׁוֹל ִתּ ְמ‬ sein über uns oder wahrlich
Doppelfrage
uns beherrschen? (Gen 37,8)

‫ הֲל ֹא‬Negation ‫ר־לי‬


ִ ַ‫הֲל ֹא הוּא אָ מ‬ Hat nicht er selbst zu mir
‫ח ִתי ִהוא‬
ֹ ‫א‬
ֲ gesagt: „Meine Schwester ist
sie“? (Gen 20,5)
72 § 5 Text, Satz, Wort und Element

Fragewörter wie:
‫ ִמי‬wer? ‫ ִמי אַ ְתּ‬Wer (bist) du? (Ruth 3,9)
‫ ִמי‬wessen? ‫בַּ ת־ ִמי אַ ְתּ‬ Wessen Tochter (bist) du?
(Gen 24,23)
‫ ְל ִמי‬wem? ‫ְל ִמי־אַ תָּ ה‬ (Zu) wem (gehörst) du,
‫וְ אָ נָה תֵ לֵ ְך‬ und wohin gehst du, und
‫וּ ְל ִמי אֵ לֶּ ה ְלפָ ֶניָך‬ wem (gehören) diese vor
dir (was vor dir herzieht)?
(Gen 32,18)
‫ת־מי‬
ִ ֶ‫ א‬wen? ‫־מי עָ שַׁ ְק ִתּי‬
ִ ‫וְ אֶ ת‬ und wen habe ich unter-
‫צּוֹתי‬
ִ ‫־מי ַר‬ ִ ‫אֶ ת‬ drückt, wen misshandelt?
(1 Sam 12,3)
‫ מַ ה‬was? (mit oder ohne dāgeš forte), es kommen auch ‫ מָ ה‬und ‫מֶ ה‬
vor;
‫ית‬
ָ ‫מֶ ה עָ ִשׂ‬ Was hast Du getan?
(Gen 4,10)
(Und sie sagte zu Elija:)
‫־לּי וָלָ ְך‬
ִ ‫מַ ה‬ „Was (ist) mir und dir
‫ֱֹלהים‬
ִ ‫ִאישׁ הָ א‬ (gemeinsam/was habe ich
mit dir zu schaffen), Mann
Gottes? (determiniert)“
(1 Kön 17,18)
‫ מַ ה‬wie? ‫־נּוֹרא הַ ָמּקוֹם הַ ֶזּה‬
ָ ‫מַ ה‬ Wie furchtbar (Ehrfurcht
gebietend) ist dieser Ort!
(Gen 28,17)
‫ מַ ה־זֶּה‬warum? ‫מַ ה־זֶּה שַׁ ְבתֶּ ם‬ Warum seid ihr zurück-
gekehrt? (2 Kön 1,5)
‫ לָ מָ ה‬warum? auch ‫ לָ מָּ ה‬und ‫ לָ מֶ ה‬kommen vor;
‫עז ְַבתָּ נִ י‬
ֲ ‫אֵ ִלי אֵ ִלי לָ מָ ה‬ Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich ver-
lassen? (Ps 22,2)

Weitere Fragewörter sind:


‫ מֵ ַ֜איִ ן‬woher (von wo, ‫?) ַ֜איִ ן‬ ‫אֵ י‬/‫אַ יֵּה‬/‫ אֵ י־ ֶזה‬wo?
‫ אָ נָה‬wohin? ‫ מָ תַ י‬wann? ‫דּוּע‬
ַ ַ‫ מ‬warum?
2. Satz 73

2. Bedingungssätze, Konditionalgefüge
Konditionalgefüge werden auf verschiedene Weise ausgedrückt, meist
aber gilt:
‫ ִאם‬wenn ‫ ִאם‬weist auf die Voraussetzungen hin (s.o. § 5.2.2) und leitet
normalerweise den „Wenn-Satz“ (Protasis) ein.
ְ‫ ו‬dann, so Der Folgesatz (Apodosis) wird meist syndetisch, d.h. mit ‫ְו‬
(bisweilen auch asyndetisch) angeschlossen; z.B.
‫ִאם־תֵּ ְל ִכי ִע ִמּי וְ הָ לָ ְכ ִתּי‬Wenn du mit mir gehen
wirst, dann werde (auch)
ich gehen,
‫ וְ ִאם־ל ֹא תֵ ְל ִכי ִע ִמּי‬und wenn du nicht mit mir
‫ ל ֹא אֵ לֵ ְך‬gehen wirst, werde ich
(auch) nicht gehen. (Ri 4,8)

– Statt durch ‫ ִאם‬wird das Konditionalgefüge (der „Wenn-Satz“)


bisweilen auch eingeleitet durch:
‫ ִכּי‬,
‫ ִכּי ִת ְקנֶה עֶ בֶ ד ִע ְב ִרי‬Wenn du kaufst einen hebräischen Sklaven,
‫בד‬
ֹ ‫ע‬ֲ ‫( שֵׁ שׁ שָׁ נִ ים ַי‬dann) soll er sechs Jahre dienen. (Ex 21,2)
‫( לוּ‬Negation: ‫„ לוּלֵ י‬wenn nicht“ meist + AK) steht bei als irreal
gedachten Bedingungen, z.B.
‫ לוּ חָ פֵ ץ יְ הוָה לַ ה ֲִמיתֵ נוּ‬Wenn YHWH uns hätte töten wollen,
‫ ל ֹא־לָ קַ ח ִמיּ ֵָדנוּ עֹ לָ ה‬so hätte er nicht aus unserer Hand ein Brand-
opfer angenommen. (Ri 13,23)
– Bisweilen können aber auch Sätze, die nur durch (oder auch ohne)
ְ‫ ו‬verbunden sind, ein Konditionalgefüge ausdrücken;
‫ וְ יֵשׁ יְ הוָה ִעמָּ נוּ וְ לָ מָּ ה‬Und wenn YHWH mit uns (ist), warum hat
‫ ְמצָ אַ ְתנוּ כָּ ל־ז ֹאת‬dann uns all dieses getroffen? (Ri 6,13)
– Besonders häufig begegnen Konditionalgefüge in der Rechts-
sprache, und zwar bei den „Kasuistischen Rechtssätzen“.
In der Sekundärliteratur wird meist unterschieden zwischen dem Apodiktischen
Recht (z.B.: der Dekalog, formuliert im Prohibitiv = ‫ ל ֹא‬+ PK; s. dazu u.) und
dem Kasuistischen Recht, dem stärker differenzierten Einzelfallrecht.
Durch einen mit ‫„ ִכּי‬wenn“ eingeleiteten Satz wird der Fall (oder
Hauptfall) mitgeteilt:
‫ ִכּי ִת ְקנֶה עֶ בֶ ד ִע ְב ִרי‬Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst …
(Ex 21,2)
74 § 5 Text, Satz, Wort und Element

Oft wird der Hauptfall erweitert durch mit ‫„ ִאם‬falls“ angeschlos-


sene Unterfälle, so die Fortführung des eben zitierten Satzes:
‫ ִאם ְבּגַפּוֹ יָב ֹא ְבּגַפּוֹ יֵצֵ א‬Falls er allein gekommen ist (PK), soll er allein
ausziehen … (Ex 21,3)

3. Der elliptische Schwursatz


Der elliptische (unvollständige) Schwursatz ist ein Sonderfall des
Bedingungssatzes. Ein Schwursatz wird signalisiert durch Merkmale wie:
‫ שׁבע‬Nif. „schwören“
‫„ חַ י יהוה‬So wahr YHWH lebt …“ (lebendig ist)
(Schwurformel, Beschwörung),
(‫„ ְבּ) ַנ ְפ ִשׁי‬bei (meiner Seele/meinem Leben o.ä.)“
(Schwurgegenstand ),
‫כּה‬ ֹ „So möge YHWH mir tun …“ (s.u.)
(Selbstverfluchung, mit Zeigebewegung),
‫„ ִאם‬wenn ich …“ (s.u.) (Schwurinhalt );
Beispiel:
‫כּה‬ֹ ‫ַויִּ שָּׁ בַ ע ָדּוִ ד לֵ אמֹר‬ Und es schwor David folgendermaßen: „So
‫ֱֹלהים וְ כֹה‬
ִ ‫ה־לּי א‬ ִ ֶ‫ַיעֲשׂ‬ möge/wird mir Gott tun und so möge er fortfahren
‫־ל ְפנֵי בוֹא־‬
ִ ‫י ִֹסיף ִכּי ִאם‬ (mir zu tun) (Zeigebewegung), (wahrlich,) wenn vor
‫הַ שֶּׁ מֶ שׁ אֶ ְטעַ ם־לֶ חֶ ם‬ Sonnenuntergang ich Brot zu mir nehme oder irgend
‫ל־מאוּמָ ה‬ְ ָ‫אוֹ כ‬ etwas (sonst).“ (2 Sam 3,35)
Wohl aus Angst vor der Wirkmächtigkeit des ausgesprochenen Wortes
‫ ָדּבָ ר‬wird meist die Selbstverfluchung fortgelassen. Durch diesen Verzicht
(Aposiopese) wird dann im elliptischen Schwursatz mit

‫ = ִאם‬nicht ein negativer Schwurinhalt, mit


‫ = ִאם ל ֹא‬ja, o.ä. ein positiver, affirmativer Schwurinhalt eingeleitet.

Beispiele:
(Und es schwor Saul:)
‫־יוּמת‬
ֽ ָ ‫„ חַ י־יְ ה ָוה ִאם‬So wahr YHWH lebt, er wird nicht getötet werden!“
(1 Sam 19,6)
‫דנָי יְ הוִ ה‬
ֹ ‫א‬ֲ ‫ חַ י־אָ נִ י נְ אֻ ם‬So wahr ich lebe, Ausspruch des Herrn YHWH:
…‫חז ָָ֜קה‬ ֲ ‫ם־ל ֹא ְבּ ָי֨ד‬ ֠ ‫ ִא‬mit starker Hand … werde ich (gewiss)
‫יכם‬ֽ ֶ ֵ‫ אֶ ְמל֥ וְֹך עֲל‬König über euch sein (Ez 20,33)
2. Satz 75

4. Temporalsätze, Zeitgefüge
Auch das zeitliche Verhältnis zweier Sätze zueinander wird – wie das
konditionale – auf unterschiedliche Art und Weise ausgedrückt:
Häufig wird der Temporalsatz eingeleitet durch:

Bei Gleichzeitigkeit:
‫ כַּ אֲשֶׁ ר‬als, auch: ‫אשֶׁ ר‬ֲ ַ‫קב כּ‬
ֹ ‫ע‬
ֲ ‫וַיּ ֹאמֶ ר ַי‬ Und es sagte Jakob, als er sie
wenn, ‫ֱֹלהים ֶזה‬
ִ ‫חנֵה א‬ ֲ ַ‫ָראָ ם מ‬ (die Boten Gottes) sah:
nachdem „Gottes Heerlager (ist)
dieses (hier).“ (Gen 32,3)

‫ ִכּי‬wenn ‫בד אֶ ת־הָ א ֲָדמָ ה‬ֹ ‫ע‬ֲ ַ‫ִכּי ת‬ Wenn du den Acker bearbei-
(seltener) ‫כּ ָחהּ לָ ְך‬ ֹ ‫תסֵ ף תֵּ ת־‬ֹ ‫ל ֹא־‬ ten wirst, soll er dir seinen
oder Ertrag nicht mehr geben …
‫ ִאם‬wenn (Gen 4,12)

‫וַיְ ִהי‬ Häufig geht der Konjunktion ein ‫( וַיְ ִהי‬auch ‫ ) וְ הָ יָה‬voraus.
+ (selten) Da dieses dann als semantisch entleert gilt, wird vielfach vor-
geschlagen, in diesem Fall auf eine Übersetzung des ‫ וַיְ ִהי‬zu
‫וְ הָ יָה‬ verzichten. Hiervon wird dringend abgeraten, da dann die
makrosyntaktische Funktion des ‫( וַיְ ִהי‬s. dazu o.) leicht über-
sehen werden könnte. Zumindest aber sollte ein notetischer
Vermerk gemacht werden;
‫וַיְ ִהי כַּ אֲשֶׁ ר‬ Und es geschah: Als er sich
‫ח ֶנה‬
ֲ ַ‫קָ ַרב אֶ ל־הַ מּ‬ dem Lager näherte, da sah
‫ַו ַיּ ְרא אֶ ת־הָ עֵ גֶל‬ er das Kalb. (Ex 32,19)
‫וְ הָ ָיה‬ Und es geschah:
ֹ‫כַּ אֲשֶׁ ר י ִָרים מֹשֶׁ ה יָדו‬ Jedes Mal, wenn Mose seine
‫וְ גָבַ ר יִ ְשׂ ָראֵ ל וְ כַ אֲשֶׁ ר‬ Hand erhob, dann war Israel
‫ֲמלֵ ק‬
ָ ‫יח יָדוֹ וְ גָבַ ר ע‬ ַ ִ‫יָנ‬ stark, und wenn er seine
Hand sinken ließ, dann war
Amalek stark. (Ex 17,11)

‫ ְבּ‬, ‫ ְכּ‬mit Inf. cons. Oft drückt auch der Inf. cons. mit ‫ ְבּ‬oder ‫ ְכּ‬verbunden ein
als, wenn Zeitgefüge aus (s. dazu auch § 8.3 ):
‫ִכּי שָׁ ם נִ גְ לוּ אֵ לָ יו‬ … denn dort hatte sich ihm
ֹ‫ֱֹלהים ְבּבָ ְרחו‬ ִ ‫הָ א‬ (Jakob) Gott (+ Art.) offen-
‫ִמ ְפּנֵי אָ ִחיו‬ bart, als er floh vor seinem
Bruder. (Gen 35,7)

+ ‫וַיְ ִהי‬ ‫וַיְ ִהי ְכּב֥ וֹא אַ ְב ָרם‬ (Und es geschah,) als Abra-
‫ִמ ְצ ָריְ מָ ה ַויִּ ְראוּ‬ ham nach Ägypten kam, da
sahen sie … (Gen 12,14)
76 § 5 Text, Satz, Wort und Element

Bei Nachzeitigkeit:
(‫עַ ד־אֲשֶׁ ר ) ִאם‬ ‫עז ְָבָך‬
ֱ ֶ‫ִכּי ל ֹא א‬ Denn ich werde dich nicht
‫ד־כּי‬
ִ ַ‫ע‬ ‫יתי‬ ִ ‫עַ ד אֲשֶׁ ר ִאם־עָ ִשׂ‬ verlassen, bis dass ich getan
‫אֵ ת אֲשֶׁ ר־ ִדּבַּ ְר ִתּי לָ ְך‬ haben werde, das, was ich
bis, bis dass,
dir (zu-)gesagt habe.
solange bis (Gen 28,15)
‫ ) ְבּ( ֜ ֶט ֶרם‬ehe, bevor ‫וַיּ ֹאמֶ ר יִ ְשׂ ָראֵ ל‬ Und Israel sprach: „Ich
‫אֵ ְלכָ ה ְואֶ ְראֶ נּוּ ְבּטֶ ֶרם‬ will gehen, und ich will
‫אָ מוּת‬ ihn sehen, bevor ich ster-
ben werde.“ (Gen 45,28)

Bei Vorzeitigkeit:
‫אַ חַ ר אֲשֶׁ ר‬/‫אַ ח ֲֵרי‬ ‫ַויְ ִהי ִמיּ ִָמים ַר ִבּים‬ Und es geschah nach vielen
nachdem ‫יח יְ ה ָוה‬ ַ ִ‫ח ֵרי אֲשֶׁ ר־הֵ נ‬
ֲ ַ‫א‬ Tagen, nachdem YHWH
‫ְליִ ְשׂ ָראֵ ל ִמכָּ ל־ ֹאיְ בֵ יהֶ ם‬ Israel Ruhe verschafft hatte
‫ִמ ָסּ ִביב וִ יהוֹשֻׁ ַע ז ֵָקן‬ von allen seinen (Pl.) Fein-
‫בָּ א בַּ יּ ִָמים׃ ַויִּ ְק ָרא‬ den ringsum, und Josua alt
...‫יְ הוֹשֻׁ ַע ְלכָ ל־יִ ְשׂ ָראֵ ל‬ war, gekommen in die
Tage (Jahre), (dass er) da
rief Josua ganz Israel
zusammen. (Jos 23,1f.)

Bisweilen ist auch bei beigeordneten Sätzen ein Satzgefüge zu vermuten.


Hier gilt erneut, dass im Hebräischen stark auf den Kontext zu achten ist
(und mit kontrollierter Erwartungshaltung übersetzt werden muss);
‫ וְ ֹנ ַח בֶּ ן־שֵׁ שׁ‬Und Noah (war) ein Sohn von sechshundert Jahren
‫( מֵ אוֹת שָׁ ָנה וְ הַ מַּ בּוּל הָ ָיה‬Sg., 600 Jahre alt), als die Sintflut kam (als Wasser?
‫ מַ יִ ם עַ ל־הָ אָ ֶרץ׃‬s. BHS) über die Erde. (Gen 7,6f.)

5. Zu den Final-(Absichts-)Sätzen bzw. den Konsekutiv-(Folge-)


Sätzen und den Kausal-(Begründungs-)Sätzen sei erwähnt: Auch diese
– stehen bisweilen einfach (mit ְ‫ )ו‬beigeordnet,
– werden durch einen Inf. cons. mit präfigierter Partikel (s. dazu
§ 8.4.3.2) ausgedrückt oder aber
– mit einer Konjunktion eingeleitet (s. dazu auch o.):

final/konsekutiv kausal
‫ְל ֜ ַמעַ ן אֲשֶׁ ר‬ ‫ִכּי‬
‫אֲשֶׁ ר‬ damit, (um zu) ‫ ִכּי אֲשֶׁ ר‬/‫יַעַ ן‬ da, weil, denn, wegen
‫בַּ עֲבוּר‬ ‫עֵ קֶ ב אֲשֶׁ ר‬
‫ִכּי‬ ‫אֲשֶׁ ר‬/‫עַ ל ִכּי‬ (auch: darum dass)
3. Wort und Element 77

5.3 Wort und Element


Was ist ein Wort ? Auch hier ist die Antwort für das Hebräische nicht ganz
einfach, denn die Zwischenräume innerhalb eines Textes bzw. eines Satzes
geben nur einen sehr vagen Anhalt. Besser ist, man fragt nach dem
„Nachschlagewort “ bzw. dem Lexem (der Wurzel ). Zum Auffinden dieser
hilft vor allem die sichere Kenntnis
1. derjenigen Konsonanten, die immer zum Lexem (zur Wurzel)
gehören (s. § 1.2.3), also:
‫ק ר שׂ‬ ‫ע פ צ‬ ‫ח ט ס‬ ‫ ג ד ז‬und
derjenigen, die auch als Bildungskonsonanten (s. § 1.2.3) gebraucht
werden, also: ‫ א ה ו י מ נ ת‬und – in Anfangsposition – ‫;ב כ ל‬

2. des „Baukastensystems“ des Hebräischen:


Suffixe Afformative Lexem Präformative Präfixe
Verb Nomen Nomen Verb

‫י‬/‫ ִי‬/‫נִ י‬ §8 §6 §6 §8
‫ָך‬
‫ִמן‬
‫ְך‬ +
‫ו‬/‫הוּ‬ ‫מ‬
‫הּ‬/ ָ‫ה‬
III II I ‫ו‬
‫נוּ‬ : ּ ַ‫)הֶ הָ הַ ( ה‬ ‫ ְל‬+
‫כֶ ם‬ ‫ָה‬ ‫ְבּ‬
‫כֶ ן‬ ‫מ‬
‫ ֶת‬/‫ַת‬ ‫ְכּ‬
‫ם‬/‫הֶ ם‬ ‫ת‬
‫וֹן‬/‫ָן‬
‫ן‬/‫הֶ ן‬ ‫א‬
‫ יִ ת‬/‫וּת‬
. = hier kann das Wort beginnen
. = Nachschlagewort bzw. Wurzel
Alle Konsonanten der Präfixe, Präformative, Afformative und Suffixe sind Bildungskonso-
nanten und gehören zu den grammatischen Morphemen, hier auch nur Morpheme genannt.

(Extrem-)Beispiele ‫ ִממּוֹ ְשׁבוֹתֵ יכֶ ם‬und ‫וְ הַ עֲלֵ הוּ‬:


‫כֶ ם‬ ‫י‬ ֵ‫וֹת‬ ‫מּוֹשׁב‬
ְ ‫„ ִמ‬aus euren Wohnsitzen“ (Lev 23,17)
eure Pl. fem. Nachschlage- aus Lexem: ‫( ישׁב‬s. § 4.1.1)
Pl. wort
‫הוּ‬ ֵ‫עֲל‬ ַ‫ה‬ ְ‫„ ו‬und lasse ihn hinaufsteigen“ (Gen 22,2)
ihn Nachschlage- lasse und Lexem: ‫( עלה‬s. § 10.6)
wort (Hif. )
78 § 5 Text, Satz, Wort und Element

5.3.1 Worttypen

Es wäre möglich, anhand der oben genannten „Bausteine“ verschiedene


Worttypen zu unterscheiden. Sinnvoller ist aber erfahrungsgemäß auch
hier,
– mit der kontrollierten Erwartungshaltung zu arbeiten,
– sich zu fragen: Erkenne ich, wo das Verb steht? Welche Bildungs-
konsonanten sind erkennbar bzw. welche Morpheme lassen sich
abtrennen, welche Wortart könnte vorliegen und welches sind die
Lexem- bzw. Wurzelkonsonanten?

5.3.2 Wortarten

An Wortarten sind vor allem zu unterscheiden:


① Nomen,
② Verb,
③ Partikel.
Da das Nomen und das Verb und ihre verschiedenen „Klassen“ nachfol-
gend in mehreren Paragraphen dargestellt werden, stehen hier allein die
Partikeln im Vordergrund.
Die Partikeln
Der Begriff Partikel ist sehr weit gefasst. Er umschließt Konjunktionen,
Interjektionen, Präpositionen, Adverbien usw., das heißt vereinfacht:
Alles, was kein Nomen oder Verb ist, ist Partikel.
Die Partikeln sind im Lexikon relativ leicht nachschlagbar. Aber es
bereitet oft erhebliche Schwierigkeiten, sich innerhalb der einzelnen
Lexikonartikel schnell zu orientieren und eine angemessene Bedeutung für
die Übersetzung herauszufinden. Deshalb werden im Nachfolgenden zu
einigen Partikeln Anmerkungen als Übersetzungshilfen gegeben. Am
Ende des Buches werden die am häufigsten gebrauchten Partikeln alpha-
betisch als Vokabeln aufgeführt.
1. Die einkonsonantigen Partikeln (Präpositionen)
Die präfigierten (auch: proklitischen) Partikeln ‫ ְל‬, ‫ ְבּ‬und ‫ ְכּ‬können nicht
für sich alleine stehen, sondern werden nur mit einem Suffix verbunden
(s. dazu u.) oder – wie es der Begriff schon sagt – vorn an das folgende
Wort angelehnt (vgl. dazu § 4, bes. § 4.1.4; zu ‫ ו‬s. § 4.3.1.1).

‫ ְל‬und ‫ ְבּ‬sind die bei weitem am häufigsten gebrauchten Präpositionen im


Hebräischen, das im Vergleich mit dem Deutschen nur relativ wenige
3. Wort und Element 79

Präpositionen besitzt. Sie haben folglich einen sehr weiten Anwendungs-


bereich. Das heißt wiederum, dass die Beachtung des Kontextes auch hier
von größter Bedeutung ist, wenn es darum geht, die Beziehung (auch R,
Relation genannt) zwischen zwei Bezugsgrößen (auch x und y genannt),
die durch ‫ ְל‬bzw. ‫ ְבּ‬oder ‫ ְכּ‬dargestellt werden, genauer zu erfassen (für die
spezielleren Fragen kann auf die vorliegenden ausführlichen Unter-
suchungen zu den einzelnen Präpositionen verwiesen werden.)

‫„ ְל‬hinsichtlich, für, zu“ (auch Dativersatz )

Die Präposition ‫( ְל‬sie kommt mehr als 20.000 Mal vor) drückt eine wenig
spezifizierte, allgemeine Beziehung zwischen zwei Bezugsgrößen aus. Als
Hilfsübersetzung bietet es sich oft an, ‫ ְל‬erst einmal mit „hinsichtlich, in
Bezug auf“ o.ä. wiederzugeben, um dann unter Berücksichtigung der
weiteren im Text auf der x- und/oder y-Seite gegebenen Informationen,
nach einem angemesseneren deutschen Äquivalent zu suchen;
‫יטיב‬
ִ ֵ‫ וּ ְלאַ ְב ָרם ה‬Abram aber tat er (der Pharao) Gutes (IVS) um
ֹ‫ֲבוּרהּ וַיְ ִהי־לו‬
ָ ‫ בַּ ע‬ihretwillen, und er erhielt Kleinvieh und Rindvieh.
‫( צ ֹאן־וּבָ קָ ר‬Gen 12,16)
‫ כֶּ ֶרם הָ ָיה ְלנָבוֹת‬Ein Weinberg gehörte Nabot, dem Jesreeliter …
‫אלי‬
ִ ֵ‫( הַ יִּ זְ ְרע‬zu ‫ הָ יָה‬als Tempusmarker s. § 5.2.1.3); (1 Kön 21,1)
‫ וַיִ גְ ַדּ֣ל הַ יֶּלֶ ד ו ְַתּ ִבאֵ הוּ‬Und der Junge wurde größer, und sie (die Mutter)
‫ ְלבַ ת־פַּ ְרעֹ ה‬brachte ihn zu der Tochter des Pharaos. (Ex 2,10)
‫ … ו ְַתּ ִהי־לוֹ ְכּבַ ת‬und es (das Lamm) war für ihn wie eine Tochter.
(2 Sam 12,3)
‫ … וְ עַ תָּ ה ִה ְתי ְַצּבוּ ִל ְפנֵי‬und jetzt stellt euch hin vor YHWH nach euren
‫ יְ הוָה ְל ִשׁ ְבטֵ יכֶ ם‬Stämmen und nach euren Sippen (Tausendschaften).
‫( וּ ְלאַ ְלפֵ יכֶ ם׃‬1 Sam 10,19)

Weiteres:
– Sehr häufig begegnet der Inf. cons. mit präfigiertem ‫„( ְל‬zu, um zu,
damit“); s. dazu § 8.4.3.2.
– Nicht selten steht nach einem Imperativ ein ‫ ְל‬mit Suffix; man
nimmt hier meist einen dativus ethicus an, die handelnde Person solle
betont werden (im Deutschen können wir in so einem Fall den
Nominativ des Personalpronomens gebrauchen);
80 § 5 Text, Satz, Wort und Element

‫ת־בּנְ ָך‬
ִ ֶ‫וַיּ ֹאמֶ ר קַ ח־נָא א‬ Und er sprach: „Nimm doch deinen Sohn,
ָ‫ידָך אֲשֶׁ ר־אָ הַ ְבתּ‬ ְ ‫אֶ ת־יְ ִח‬ deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak,
‫אֶ ת־יִ ְצחָ ק וְ לֶ ְך־ ְלָך‬ und geh du zu dem Land (Ham-)Moriah.“
‫אֶ ל־אֶ ֶרץ הַ מּ ִֹר ָיּה‬ (Gen 22,2)
Es fällt allerdings auf, dass der sog. dat. eth. wie auch die Partikel ‫ נָא‬besonders
häufig bei einsilbigen bzw. zweikonsonantigen Imperativen begegnen. Es könnte
sich hier also auch um ein phonetisches oder metrisches Problem handeln.
Weiterhin geht es hier wahrscheinlich um sprachliche Nuancierungen (Abtönun-
gen), die wir heute kaum noch erheben können.

– Zu berücksichtigen ist auch, dass in einigen (meist späteren)


Textbereichen der Gebrauch der Partikel ‫ ְל‬zunimmt und bisweilen
eine andere Partikel (meist ‫ )אֶ ל‬durch sie verdrängt wird:
‫ וְ אֶ ת־בַּ ת־פַּ ְרעֹ ה הֶ עֱלָ ה‬Die Tochter des Pharaos aber führte Salomo
‫ ְשֹׁלמֹה מֵ ִעיר ָדּוִ יד לַ בַּ יִ ת‬herauf aus der Stadt Davids zu ( ‫ ) ְל‬dem Haus,
‫ אֲשֶׁ ר בָּ נָה־לָ הּ‬das er für sie gebaut hatte.
(2 Chr 8,11; anders 1 Kön 9,24)
Dagegen aber:
‫וַיּ ֹאמֶ ר שָׁ אוּל אֶ ל־נֹ שֵׂ א כֵ לָ יו‬ Und es sprach Saul zu ( ‫ )אֶ ל‬seinem Waffenträger.
(1 Chr 10,4). In dem parallelen Text 1 Sam 31,4 steht
‫ ; ְל‬ein weiteres Beispiel für die Notwendigkeit der
Notetik bei der Arbeitsübersetzung (s. S. 59).

‫„ ְבּ‬in, an, mit“ (auch instrumental )

Die Präposition ‫( ְבּ‬sie kommt mehr als 15.000 Mal vor) drückt vornehm-
lich eine Beziehung aus, die im Deutschen auf zwei Zielfragen hin
vierfach differenziert wiedergegeben werden kann:

in einem Raum (Dativ) in einen Raum (Akkusativ)


wo ? wohin ?
an einem Ort (Dativ) an einen Ort (Akkusativ)

‫הָ לוְֹך וְ קָ נִ יתָ ְלָּך אֵ זוֹר‬ Geh (Inf. abs.) und kaufe ( ‫ו‬AK) dir einen Gürtel
ֹ‫ִפּ ְשׁ ִתּים וְ שַׂ ְמתּו‬ (aus) Leinen und lege ihn ( ‫ו‬AK) auf deine Hüften,
‫עַ ל־מָ ְתנֶיָך וּבַ מַּ יִ ם‬ in (das) Wasser aber darfst du ihn nicht hineinbringen
‫ל ֹא ְת ִבאֵ הוּ׃‬ (IVS). (Jer 13,1)
3. Wort und Element 81

‫ וָאֵ לֵ ְך וָאֶ ְט ְמנֵהוּ ִבּ ְפ ָרת‬Und ich ging, und ich verbarg ihn am Euphrat,
‫אוֹתי׃‬
ִ ‫ כַּ אֲשֶׁ ר ִצוָּה יְ ה ָוה‬wie YHWH mir befohlen hatte. (Jer 13,5)
Ansonsten gilt auch hier, dass unter Heranziehung des Kontextes (der x-
und/oder y-Seite) – und das auch mit Hilfe des Lexikons – eine stimmige
Übersetzung gesucht werden muss;
‫ ִכּי־כֹה אָ ַמ֣ר עָ מוֹס‬Denn so hat Amos gesprochen: „Durch das Schwert
‫ בַּ חֶ ֶרב יָמוּת י ָָר ְבעָ ם‬wird sterben Jerobeam …“ (Am 7,11)
‫ֱֹלהים‬
ִ ‫ וְ ִהנֵּה מַ ְלאֲכֵ י א‬Und siehe (‫ ) וְ ִהנֵּה‬die Boten Gottes (ohne Art.)
ֹ‫ עֹ ִלים וְ י ְֹר ִדים בּו‬stiegen hinauf (Part.) und stiegen hinab (Part.) auf ihr
(masc.; gemeint ist die Himmelsleiter). (Gen 28,12)

Weiteres:
– Sehr häufig begegnet der Inf. cons. mit präfigiertem ‫„( ְבּ‬während,
als“); s. dazu § 8.4.3.2;
– Seltener (aber schwieriger zu erkennen) begegnet im Text ein ‫ ְבּ‬,
das als
‫ ְבּ‬- pretii (des Preises) „für/um/gegen“ oder
‫ ְבּ‬- essentiae (des Wesens) „als/in der Gestalt von“
zu interpretieren ist;
‫ָה־לּי‬
ִ ‫ ָואֹמַ ר לוֹ ְתּנ‬Und ich sprach zu (‫ )ל‬ihm: „Gib doch (adhort.)
‫ אֶ ת־כַּ ְר ְמָך ְבּכֶ סֶ ף‬mir deinen Weinberg für Geld (Silber).“
(1 Kön 21,6)
‫אֲנִ י יְ ה ָוה׃‬ Ich ( ‫( )אֲנִ י‬bin) YHWH.
‫וָאֵ ָרא אֶ ל־אַ ְב ָרהָ ם‬ Und ich bin erschienen ( ‫ )אל‬Abraham, Isaak
‫עקֹב‬ֲ ‫אֶ ל־יִ ְצחָ ק וְ אֶ ל־ ַי‬ und Jakob als El Schadday, aber (mit) meinem
‫וּשׁ ִמי יְ הוָה‬
ְ ‫ְבּאֵ ל שַׁ ָדּי‬ Namen YHWH habe ich mich nicht
‫נוֹד ְע ִתּי‬
ַ ‫ל ֹא‬ bekannt gemacht. (Ex 6,2f. )
– Zu ‫„( בַּ אֲשֶׁ ר‬weil, dadurch dass“), das nur selten begegnet, s.o. zu
‫אֲשֶׁ ר‬.
– Bisweilen steht kein ‫ ְבּ‬, wo man eines erwarten würde (bzw. es an
Parallelstellen auch steht);
‫א־תוֹסיף עוֹד‬
ִ ֹ ‫( וּבֵ ית־אֵ ל ל‬In) Bethel aber sollst du nicht länger fortfahren
‫ ְל ִהנָּבֵ א ִכּי‬zu prophezeien, denn … (Am 7,13)
‫ … וְ הוּא יֹשֵׁ ב פֶּ תַ ח־הָ אֹהֶ ל‬er aber saß (gerade) (in) der Öffnung des
Zeltes. (Gen 18,1; vgl. dagegen Gen 19,1)
Es gibt verschiedene Erklärungsversuche für dieses Phänomen. Am wahrschein-
82 § 5 Text, Satz, Wort und Element

lichsten ist die Vermutung, dass ‫ ְבּ‬in bestimmten (späteren?) Zeiten vor Labialen
(‫ב‬, ‫מ‬, ‫ )פ‬assimiliert und daher in der Verschriftung ausgelassen werden konnte.

‫(„ ְכּ‬vergleichsweise) wie, gemäß, entsprechend,


etwa“ (bei ungefähren Zahlangaben)

Die Präposition ‫( ְכּ‬sie kommt mehr als dreitausend Mal vor) drückt eine
Beziehung aus, die auf eine partielle Übereinstimmung zielt (d.h. x + y
werden in verschiedenem Umfang gleichgestellt):
‫ … וְ הַ ְרבָּ ה אַ ְרבֶּ ה אֶ ת־‬und ich werde wahrlich so zahlreich machen deine
‫וֹכבֵ י הַ שָּׁ מַ יִ ם‬
ְ ‫ ז ְַרעֲָך ְכּכ‬Nachkommenschaft (gleich/ähnlich) wie die Sterne
des Himmels. (Gen 22,17)
‫ ַויָּמָ ת ִכּ ְדבַ ר יְ הוָה‬Und er (Ahasja) starb gemäß (nach) dem Wort
‫ר־דּבֶּ ר אֵ ִליָּהוּ‬ִ ֶ‫ אֲשׁ‬YHWHs, das Elijahu geredet hatte. (2 Kön 1,17)
‫ ַויֵּלֶ ְך אַ ְב ָרם כַּ אֲשֶׁ ר‬Und es ging Abram, wie YHWH zu ihm
‫ ִדּבֶּ ר אֵ לָ יו יְ ה ָוה‬gesagt hatte … (Gen 12,4)
‫ וַיְ ִהי כַּ עֲשֶׂ ֶרת הַ יּ ִָמים‬Und es geschah nach etwa 10 Tagen,
‫ וַיִּ גֹּף יְ הוָה אֶ ת־נָבָ ל‬dass YHWH den Nabal schlug, so dass er starb.
‫מת‬ֹ ‫( ַו ָיּ‬1 Sam 25,38)
– Zu ‫ כַּ אֲשֶׁ ר‬als Konjunktion („als, weil“) s. oben zu ‫אֲשֶׁ ר‬.
– Zum Inf. cons. mit präfigiertem ‫„( ְכּ‬während, als“) s. § 8.4.3.2.
2. Die zweikonsonantigen, einsilbigen Partikeln (Präpositionen)
Die folgenden Präpositionen sind in ihrer Bedeutung spezialisierter und
„präziser“ als ‫ ְל‬, ‫ ְבּ‬und ‫ ְכּ‬. Die meisten sind an einem bestimmten Raum-
schema orientiert.

‫ אֶ ל‬zu, nach Zeigt die Richtung auf etwas hin an („auf … zu“, „nach …
hin“); z.B.
‫ְך־לָך אֶ ל־אֶ ֶרץ‬
ְ ֶ‫וְ ל‬ Und geh du zu dem Land
‫מּ ִר ָיּה‬
ֹ ַ‫ה‬ (Ham)Morija. (Gen 22,1)
‫־סיר ַהנָּזִ יד‬
ִ ‫וַיְ פַ לַּ ח אֶ ל‬ Und er schnitt (sie, die
Früchte) in den Esstopf.
(2 Kön 4,39)
Jüngere Belegstellen legen nahe, dass in späteren Zeiten die
Partikeln ‫ אֶ ל‬und ‫ עַ ל‬nicht (mehr) sicher unterschieden
wurden; s. z.B. Gen 22,12.
3. Wort und Element 83

‫ עַ ל‬auf, über Zeigt eine überragende bzw. überlegene Position an; z.B.
ֹ‫־מטָּ תו‬
ִ ‫וַיִּ ְשׁכַּ ב עַ ל‬ Und er legte sich auf sein
Lager. (1 Kön 21,4)

an, am, bei Bei niedriger gelegenen Objekten: „an, am, bei“ u.ä.; z.B.
‫וַתָּ שֶׂ ם ַבּסּוּף‬ Und sie (die Mutter) setzte
‫־שׂפַ ת הַ יְ ֹאר׃‬
ְ ‫עַ ל‬ (es) in das Schilf am Ufer
des Nils. (Ex 2,3)
‫וְ הוּא־עֹ מֵ ד עֲלֵ יהֶ ם‬ Er aber stand (Part.) bei
‫תַּ חַ ת הָ עֵ ץ וַיּ ֹאכֵ לוּ׃‬ ihnen unter dem Baum, und
sie aßen. (Gen 18,8)
Abraham steht, während sie sitzen; im Deutschen könnte
man statt bei auch vor sagen. Hebräisch ‫„ ִל ְפנֵי‬vor“ würde
aber beinhalten, dass alle sitzen; s. u.
wegen, gegen Oft in abgeleiteter, übertragener Bedeutung; z.B.
‫וַיּ ֹאמֶ ר לוֹ ִהנְּ ָך מֵ ת עַ ל‬ Und er (Gott) sprach zu ( ‫)ל‬
ָ‫הָ ִאשָּׁ ה אֲשֶׁ ר־לָ קַ ְחתּ‬ ihm (zu Abimelech): „Siehe
du bist des Todes (sterbend;
Part.) wegen der Frau, die du
genommen hast“ (Gen 20,3)
‫קָ שַׁ ר עָ לֶ יָך‬ Aufruhr hat gegen dich
‫עָ מוֹס ְבּקֶ ֶרב‬ Amos in der Mitte des Hau-
‫בֵּ ית יִ ְשׂ ָראֵ ל‬ ses Israel gestiftet. (Am 7,10)
In so einem Fall die angemessene Übersetzung zu finden ist
oft schwierig. Erneut hilft neben der „kontrollierten Fanta-
sie“ auch das Lexikon weiter.

‫ ִמן‬/ ֵ‫מ‬/ּ ‫ִמ‬ ‫ ִמן‬die Partikel der Scheidung und Unterscheidung (der
von ... aus Richtung von …) – mehr als siebentausend Mal gebraucht –
ist in mehrfacher Hinsicht ein Problemfall:
(gesehen), ① Die Partikel ‫ ִמן‬steht
von ... weg, – für sich oder durch maqqep̄ mit dem folgenden
wegen Wort verbunden; z.B.
Gen 22,11 ‫„ ִמן־הַ שָּׁ מַ יִ ם‬von/aus dem Himmel“
– mit assimiliertem Nun (und dāgeš forte); z.B.
Jer 13,6 ‫„ ִמקֵּ ץ י ִָמים ַר ִבּים‬nach vielen Tagen“ („von
dem Ende vieler Tage aus [gesehen]“);
Jes 53,5 ‫„ ִמ ְפּשָׁ עֵ נוּ‬wegen unserer Missetaten“;
– bei Laryngalen und ‫ ר‬meist mit compensatio; z.B.
Gen 22,4 ‫חק‬ ֹ ‫„ מֵ ָר‬von ferne“;
oder selten mit virtueller Verdopplung; z.B.
Gen 6,14 ‫„ ִמבַּ יִ ת וּ ִמחוּץ‬von (dr)innen und von
(dr)außen“;
84 § 5 Text, Satz, Wort und Element

– oder bei der Erstsilbe ‫ י‬mit Kontraktion (s. §


4.3.2.2); z.B.
Gen 49,10 ‫הוּדה‬ ָ ‫„ ִמי‬von Juda“;
– zu ‫ מֵ יְ הוָה‬s. § 3.4.2; 3. Anm.
② Die Partikel ‫ ִמן‬steht
(einer/etwas) partitivisch (zur Kennzeichnung nur eines Teils von …)
einige von z.B.
‫וַיִּ קַּ ח ֵמאַ ְבנֵי הַ ֶָמּקוֹם‬ Und er (Jakob) nahm einen
von den Steinen des Ortes.
(Gen 28,11)

③ Die Partikel ‫ ִמן‬steht


(größer u.ä.) komparativisch (zur Umschreibung der Steigerungs-
als formen, die das Hebräische nicht kennt); z.B.
ֹ‫ת־כּ ְסאו‬
ִ ֶ‫וִ יג ֵַדּל א‬ Und er (Gott) mache größer
‫ִמ ִכּ ְסאֶ ָך‬ seinen (Salomos) Thron als
deinen (Davids) Thron.
(1 Kön 1,47)
‫וְ אֶ ְתּנָה ְלָך תַּ ְחתָּ יו‬ Und ich will dir statt seiner
‫כֶּ ֶרם טוֹב ִממֶּ נּוּ‬ (deinem Weinberg) einen
besseren Weinberg als ihn
geben (gut von ihm aus
gesehen). (1 Kön 21,2)

④ Die Partikel ‫ ִמן‬steht selten auch


zu (groß u.ä.) elativisch (zur Umschreibung des Unvergleichbaren);
z.B.
‫כל‬ ֹ ‫א‬
ֱ ‫ַויּ ֹאמֶ ר קוּם‬ Und er sprach: „Stehe auf,
‫ִכּי ַרב ִמ ְמָּך הַ ָדּ ֶרְך׃‬ iss, denn zu weit für dich
(von dir aus gesehen) (ist)
der Weg“. (1 Kön 19,7)

⑤ Die Partikel ‫ ִמן‬steht selten auch


ohne privativ („weg/fern von …“ im Sinne „ohne,
(weg von) außer“); z.B.
‫ִכּי־אָ ז ִתּשָּׂ א פָ נֶיָך‬ Denn dann wirst du dein
‫ִממּוּם‬ Antlitz erheben (können)
ohne Makel. (Hi 11,15)

– Zum Inf. cons. mit ‫„( ִמן‬dass [nicht]“) s. § 8.4.3.2.


– Angemerkt sei noch, dass vermutet wird, dass die Partikel ‫ – ִמן‬sie fehlt z.B. im
Ugaritischen – (und eventuell auch ihre semantische Opposition ‫ )אֶ ל‬dem
Hebräischen erst relativ spät zugewachsen ist.
3. Wort und Element 85

Weitere häufig (ca. tausend bis mehr als vierhundert Mal) gebrauchte
Partikeln sind:

‫ עַ ד‬bis, bis zu ‫ עַ ד‬wird lokal, aber auch temporal gebraucht (das Ziel wird
meist als erreicht angesehen); z.B.
‫ַו ָיּבֹאוּ עַ ד־חָ ָרן‬ Und sie kamen bis Haran,
‫ֵשׁבוּ שָׁ ם‬
ְ ‫ַויּ‬ und sie wohnten dort;
(Gen 11,31)
‫עַ ד הַ יּוֹם הַ זֶּה‬ … bis zu diesem Tag;
(Gen 26,33)
‫ְל ִמן־עוֹלָ ם וְ עַ ד־עוֹלָ ם‬ … von Ewigkeit und bis zu
Ewigkeit. (Jer 7,7)

‫אֵ ת‬/‫ ִעם‬mit, bei ‫ ִעם‬und ‫ אֵ ת‬sind Partikeln der Gemeinschaft, der
Zusammengehörigkeit. Wesentliche Unterschiede in der
Bedeutung und im Gebrauch sind bisher nicht sicher
feststellbar.
‫ת־שׁנֵי‬
ְ ֶ‫וַיִּ קַּ ח א‬ Und er nahm seine zwei
ֹ‫נְ עָ ָריו ִאתּו‬ Knechte mit sich …;
‫וַיּ ֹאמֶ ר אַ ְב ָרהָ ם‬ … und es sprach Abraham
‫אֶ ל־נְ עָ ָריו ְשׁבוּ־לָ כֶ ם‬ zu ( ‫ )אֶ ל‬seinen Knechten
‫פּה ִעם־הַ חֲמוֹר‬ ֹ „Bleibt ihr hier mit/bei dem
Esel …“ (Gen 22,3.5)

Auffällig ist, dass in jüngeren Texten der Gebrauch von ‫ִעם‬


zu- der von ‫ אֵ ת‬aber abnimmt (möglicherweise hängt dieses
mit dem zunehmenden Gebrauch von ‫אֵ ת‬, der sog. nota
accusativi zusammen; s. dazu § 6.3).

3. Zweisilbige, dreikonsonantige Partikeln und solche, die aus einem


Nomen plus präfigierter Partikel bestehen.
Die wichtigsten sind:

‫ח ֵרי‬
ֲ ַ‫א‬/‫ אַ חַ ר‬nach(her), hinter ... her ‫( ִל ְפנֵי‬angesichts) vor*
‫ ֜ ַתּחַ ת‬unter(halb), anstelle von, statt
‫( ְבּ ֶ֜ק ֶרב‬Inneres) inmitten, mitten unter
‫תּוְֹך‬/‫( ִמ ֜ ָתּ ֶוְך‬Mitte) mitten aus ‫ ַ֜בּיִ ן‬/‫( בֵּ ין‬Zwischenraum), zwischen**

* ‫ ִל ְפנֵי‬setzt sich zusammen aus ‫„ פָּ נִ ים‬Gesicht, Oberfläche“ im st. cons. (s. § 6.7) und ‫ ְל‬.
** Im Hebräischen wird das „zwischen“ meist doppelt gesetzt: Gen 1,4 „und es trennte
Gott zwischen dem Licht und (zwischen) der Finsternis“; wichtig: ‫„ בֵּ ין‬zwischen“ und
‫„ בֵּ ן‬Sohn“ sind durch den Vokalbuchstaben ‫ י‬eindeutig unterschieden.
86 § 5 Text, Satz, Wort und Element

Hinzuweisen ist noch auf


① die relativ große Anzahl von Doppelpräpositionen, die anfangs bis-
weilen schwierig zu erkennen und zu übersetzen sind, z.B.:

‫ח ֵרי‬
ֲ ַ‫ מֵ א‬fort von hinter* ‫ מֵ עַ ל‬von auf (oben)
‫ מֵ אֵ ת‬von mit, vonseiten ‫ מֵ ִעם‬von bei, vonseiten
‫ ִמ ִלּ ְפ ֵני‬fort von vor ‫ ִמ ֜ ַתּחַ ת‬von unter

* Meist reicht für die Übersetzung das „von“ aus, es sollte aber in der Arbeitsübersetzung
unbedingt auch die „zusätzlich“ beschriebene lokale Richtung (das räumliche
Bezugsverhältnis) notiert werden.
Weiterhin könnte dieses Phänomen der Doppelpräpositionen auf etwas hindeuten, was sich
schon bei den meisten anderen Präpositionen nahelegte, dass nämlich im Hebräischen das lokale
Bezugssystem im Vordergrund zu stehen scheint, lokale Bezüge und räumliche Veränderungen
präziser als etwa im Deutschen festgehalten würden.
‫מּוֹר ִאים מֵ עַ ל‬
ְ ַ‫ וַיֹּ ְראוּ ה‬Und es schossen die Schützen auf (‫ )אֶ ל‬deine
‫ הַ חוֹמָ ה אֶ ל־עֲבָ ֶדָך‬Knechte von (auf) der Mauer ... (2 Sam 11,24)
‫ הַ ָדּבָ ר אֲשֶׁ ר הָ יָה‬Das Wort, das an Jeremia von (bei) YHWH her
‫ אֶ ל־יִ ְר ְמ ָיהוּ מֵ אֵ ת יְ ה ָוה‬erging (lautete) ... (Jer 7,1)
vgl. auch
‫ … ַו ַיּעֲקֹד אֶ ת־יִ ְצחָ ק ְבּנוֹ ַו ָיּשֶׂ ם‬und er fesselte (band) Isaak, seinen Sohn, und er legte
‫ אֹ תוֹ עַ ל־הַ ִמּזְ בֵּ ַח ִממַּ עַ ל‬ihn auf den Altar von oben auf ( ‫ ) ְל‬das Holz. (Gen 22,9)
‫לָ עֵ ִצים‬

② die Partikel ‫ ַ֜איִ ן‬/‫„ אֵ ין‬nicht (vorhanden) ist, es gibt nicht, nicht“, die
Partikel des Nichtvorhandenseins, der Nicht-Existenz* und die
Negation im Nominalsatz (s. auch dort); z.B.
‫ אֵ ין ִאישׁ ִעמָּ נוּ‬Wir haben keinen (Zeugen) (nicht ist vorhanden
ein Mann bei uns). (Gen 31,50)
‫ ו ְַתּ ִהי שָׂ ַרי עֲקָ ָרה‬Und Sarai war unfruchtbar, sie hatte kein Kind
‫( אֵ ין לָ הּ וָלָ ד‬nicht war ihr ein Kind **). (Gen 11,30)
* Die semantische Opposition ist ‫„ יֵשׁ‬es (ist) vorhanden, es gibt“ (s.o. zum Nominalsatz),
zum Teil auch ‫ ִהנֵּה‬.
** Zu ‫ ולד‬s. § 4.1.1.

③ ‫הֵ ן‬/‫„ ִהנֵּה‬siehe!“ steht vor allem als satzbildende Partikel (das
Suffix hat dann die Rolle des Subjekts), als Betonungszeichen und
als Interjektion, die den Textzusammenhang unterbricht bzw.
gliedert* (s. dazu oben § 5.1.2); z.B.
‫ וַיּ ֹאמֶ ר ִהנֵּנִ י‬Und er sprach: „Siehe, hier bin ich!“ (Gen 22,1)
3. Wort und Element 87

‫ֱֹלהים ִהנֵּה‬
ִ ‫ וַיּ ֹאמֶ ר א‬Und es sprach Gott: „Siehe, ich habe euch
‫ נָתַ ִתּי לָ כֶ ם‬gegeben …“ (Gen 1,29)
* Achtung! ‫ ִהנֵּה‬ist kein Imperativ, sondern eine Partikel (bisweilen steht allerdings ‫ ְראֵ ה‬in
entsprechender Funktion).

5.3.3 Element / Morphem

Unter Element/Morphem wird hier nur ein Teil eines Wortes verstanden,
und zwar der, der eine grammatische Funktion besitzt. Oder anders
gesagt: Mit Monem wird oft die kleinste bedeutungstragende Einheit
bezeichnet; hier wird ein grammatisches Monem Morphem genannt.
Um ein Morphem möglichst schnell als ein solches identifizieren zu
können, hilft (worauf bereits oben – § 1.2.3 – unter etwas anderem
Blickwinkel hingewiesen wurde) weiter:
① Die Fähigkeit, sicher die „Nur-Lexem-(Wurzel-)Konsonanten“ von
den „Auch-Bildungs-(Morphem-)Konsonanten“* unterscheiden zu
können, also:
Morphem-Konsonanten** Lexem-Konsonanten
oder Lexem-Konsonanten gehören immer zur Wurzel
‫א‬ ‫ג‬
‫ה‬ ‫ד‬
‫ו‬
‫ז‬
‫י‬
‫כ‬ ‫ח‬
‫מ‬ ‫ט‬
‫ס‬
‫נ‬
‫ת‬
‫ע‬
‫פ‬
‫צ‬
in Anfangsposition

‫ב‬ ‫ק‬
‫כ‬ ‫ר‬
‫ל‬
‫ש‬
* Im Deutschen kommen wohl alle Buchstaben (abgesehen von „y“) als Bildungs-
Buchstaben (Morpheme) vor.
** S. dazu auch § 1.2.3.
88 § 5 Text, Satz, Wort und Element

② Die ganz sichere Kenntnis der verschiedenen Morpheme, die bei


den einzelnen Wortarten auftauchen (s.o. zum „Baukasten-
system“).
Da zu Nomen und Verb noch eigene Paragraphen (§ 6 bis 8) folgen, geht es
hier nur um die Morpheme der Partikeln, das heißt: um die Suffixe (die
„Nachsilbe(n)“; lat.: suffigere „anheften“). Letztere begegnen andererseits
aber auch beim Nomen (dort als Possessivpronomen: „mein, dein“ usw.)
oder beim Verb (dort als Personalpronomen im Akkusativ: „mich, dich“
usw.).
Die Suffixe sind von den separaten Personalpronomina (Pp) abgeleitet (zu
diesen und vor allem zur Form der Suffixe s. Tab XIII).

Einige Anmerkungen seien noch gemacht:

1. Zu den selbstständigen Personalpronomina:


① Das selbstständige Pp („ich, du“ usw.) steht unveränderlich, für
sich alleine, im Nominativ. Verbunden wird es nur mit ְ‫„ ו‬und“, der
proklitischen Fragepartikel ַ‫( ה‬dem ‫ה‬-interrogativum) und ganz
selten mit ֶ‫( שׁ‬der sog. Relativpartikel).
② com./c. steht für communis, d.h. „gemeinsam“ für fem. und masc.
③ Achtung! Bei der 2. Person maskulin und feminin („du“ bzw.
„ihr“) gibt es – im Gegensatz zum Deutschen – kein communis,
sondern unterschiedliche Formen.
④ ‫אנִ י‬
ֲ „ich“, wird selten gebraucht; es begegnet vor allem in
späteren Texten (ist sprachgeschichtlich aber alt).
⑤ ‫„ אַ תָּ ה‬du“ masc., mit dāgeš forte, hier wurde wahrscheinlich ein ‫נ‬
assimiliert.
⑥ ‫„ אַ ְתּ‬du“ fem., das dāgeš forte ist wohl ein dirimens (s. dazu § 3.2.2);
die Ausgangsform ist ‫( אַ ִתּי‬vgl. etwa Ri 17,2; 1 Kön 14,2 und
§ 8.7.2 zur 2. fem. AK). Konventionellerweise wird es aber gelesen
als: ’at.
⑦ ‫„ ִהוא‬sie“ (hi’ ) ist Qere perpetuum; s. dazu § 3.4.2.
⑧ Im Hebräischen wird beim Genus (Geschlecht) nur feminin und
maskulin unterschieden, nicht aber neutrum (sächlich), d.h., ein „es“
gibt es nicht.
⑨ ‫„ ַנ ְחנוּ‬wir“, hier gilt das zu ④ Gesagte entsprechend.
⑩ ‫„ אַ ֜ ֵתּ ָנה‬ihr“ fem., ist extrem selten gebraucht.
3. Wort und Element 89

2. Zu den Suffixformen und den Partikeln mit Suffixen


(vgl. Tab XIII)
① Dass die Suffixe von dem selbstständigen Personalpronomen abge-
leitet sind, ist gut erkennbar. Zu achten aber ist bei der 2. Pers.
( fem./masc. und Sg./Pl.) auf den Wechsel zwischen ‫ ת‬und ‫כ‬.
② Da einerseits das sichere Erkennen der Suffixe für das Übersetzen
sehr wichtig ist, sich andererseits die Suffixformen so isoliert
schlecht lernen lassen, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
1. Die Pp lernen wie Vokabeln.
2. Die Pp wie zum Aufsagen lernen.
3. Die Partikeln mit Suffixen solange einprägen, bis man (ganz
wichtig!) das deutsche Äquivalent mithört, dieses gilt v.a. für ‫( ְבּ‬Nr.
2, Tab XIII) und ‫( ְל‬Nr. 1, Tab XIII), dann aber auch für
③ ‫( אֵ ת‬Nr. 3, Tab XIII) das „Akkusativ-Zeichen“ (sog. nota accusativi );
bei Suffixformen („mich, dich“) usw., ist die Ausgangsform ’ot (s.
§ 6.3; 1. Anm.), dieses gilt aber nicht bei der 2. Pl. (selten auch bei der
3. Pl.).
④ ‫(„ אֵ ת‬zusammen) mit, bei“ (Nr. 4, Tab XIII), hier ist bei den
Suffixformen auf das dāgeš forte im ‫ ת‬und auf das „i“ in der ersten
Silbe zu achten.
⑤ ‫אֶ ל‬/‫ עַ ל‬haben Suffixformen wie das Nomen im Plural (s. § 6.7),
d.h. mit dem typischen ‫ י‬vor dem Suffix. Das ‫ י‬gehörte bei diesen
beiden Partikeln zum ursprünglichen Lexem (z.B. * ‫)עלי‬.
⑥ ‫„ ִל ְפ ֵני‬vor“ ist das Nomen ‫„ פָּ נִ ים‬Gesicht“ im st. cons. (s. § 6.4;
§ 6.7) verbunden mit der Partikel ‫„( ְל‬angesichts von ...“).
⑦ ‫ח ֵרי‬ ֲ ַ‫„ א‬hinter, nach“ bildet die Suffixform wahrscheinlich in
Analogie zu ‫ ִל ְפ ֵני‬.
⑧ ‫„ ִמן‬von … aus“ bildet die Suffixformen von einer reduplizierten,
verdoppelten Wortbasis (minmin ) aus. Besondere Beachtung ver-
dient die 3. masc. Sg. (hier = 1. com. Pl.).
⑨ ‫„ ְכּ‬wie“ hat bei einigen Suffixformen eine um ein ma (mo) erweiter-
te Ausgangsform.
⑩ ‫„ ַ֜איִ ן‬nicht ist“, die Suffixformen werden von ‫ אֵ ין‬aus – bisweilen
erweitert durch ein aen – gebildet. Besondere Beachtung verdient
wiederum die 3. masc. Sg. (hier = 1. com. Pl.).
⑪ ‫„ ִה ֵנּה‬siehe (hier ist)“, hier ist vor allem die Suffixform der 1. com.
Sg ‫ ִהנְ נִ י‬/ ‫( ִה ֶנּ֜נִ י‬i.p.: ‫ ) ִה ֵנּ֜נִ י‬zu beachten.
‫‪90‬‬ ‫‪§ 5 Text, Satz, Wort und Element‬‬

‫)‪Formensammlung (zur Auflösung s. S. 189‬‬

‫ְבָּך‬ ‫אֹתָ הּ‬ ‫ִאתּוֹ‬ ‫בָּ כֶ ן‬ ‫לָ כֶ ם‬ ‫א(‬


‫לינוּ‬
‫עָ ֜ ֵ‬ ‫לָ ְך‬ ‫ְלפָ נַי‬ ‫עֲלֵ יהֶ ם‬ ‫אֵ לָ יו‬ ‫ב(‬
‫כָּ ֜מוָֹך‬ ‫ִהנְ נִ י‬ ‫עָ לָ יו‬ ‫אַ ח ֲֵריכֶ ם‬ ‫ִמ ֜ ֶמּנּוּ )‪(2x‬‬ ‫ג(‬
‫אֵ י ֶנ֜נּוּ )‪(2x‬‬ ‫ְלפָ נָיו‬ ‫ִאתָּ ם‬ ‫יה‬
‫ל ָ‬‫עָ ֜ ֶ‬ ‫ֵ ֽאינְ ָך‬ ‫ד(‬
‫‪Seltenere Formen‬‬
‫אתנוּ‬
‫ִל ְק ָר ֜ ֵ‬ ‫עוֹדנִּ י‬
‫ֶ֜‬ ‫תַּ ְחתָּ יו‬ ‫ִעמָּ ִדי‬ ‫ִע ִמּי‬ ‫ה(‬
‫ֶשָׁך‬
‫י ְ‬ ‫עֲלֵ י‬ ‫ְלבַ דּוֹ‬ ‫לָ מוֹ‬ ‫נֶגְ דּוֹ‬ ‫ו(‬
‫‪Vokabeln (§ 5) und Formen unterschiedlicher Herkunft‬‬
‫ְל ֜ ַמעַ ן‬ ‫ִאם‬ ‫פֶּ ן‬ ‫ִכּי‬ ‫כּה‬
‫ֹ‬ ‫ז(‬
‫מָ תַ י‬ ‫לָ מָּ ה‬ ‫הֲל ֹא‬ ‫ִמי‬ ‫ַי֜עַ ן אֲשֶׁ ר‬ ‫ח(‬
‫מֵ אֵ ת‬ ‫ְבּ ֶ֜ק ֶרב‬ ‫ִמתּוְֹך‬ ‫ְבּ ֜ ֶט ֶרם‬ ‫בַּ עֲבוּר‬ ‫ט(‬
‫ְבּשֶׁ ְלּ ִמי‬ ‫ְמ ֹאד‬ ‫בַּ ע ֲָדם‬ ‫י ְַח ָדּו‬ ‫אָ ז‬ ‫י(‬
‫)‪Wendungen und Sätze (vorausgesetzt wird die Kenntnis von TAB XIII‬‬
‫בַּ יּוֹם הַ זֶּה‬ ‫וְ נַעַ ר קָ טֹן‬ ‫ִאישׁ צַ ִדּיק‬ ‫ִאישׁ חָ כָ ם‬ ‫כ(‬
‫בַּ יּוֹם הַ הוּא‬ ‫אַ חַ ר הַ ְדּ ָב ִרים הָ אֵ לֶּ ה‬ ‫ל(‬
‫כָּ ל־מַ ְל ֵכ ֣י הָ ָ֔א ֶרץ‬ ‫יכם׃‬
‫ִכּ֣י קָ ֔דוֹשׁ א ֲִנ֖י יְ הוָ ֥ה אֱֹלהֵ ֶ ֽ‬ ‫מ(‬
‫תּוֹר֣ה הַ ֔זּ ֹאת‬
‫ָ‬ ‫כל ֙ הַ‬
‫ְכּ ֹ‬ ‫לְך‬
‫כ ַח גָּדוֹל ֙ ֔ ָ‬
‫ם־ר֣ב אַ ֗ ָתּה וְ ֤ ֹ‬
‫ַ‬ ‫עַ‬ ‫נ(‬

‫)פ"נ ;ל"ה ;פ"י‪/‬ו ‪Zur Wiederholung (vorausgesetzt werden die Verbklassen‬‬


‫כּה אָ ַמ֣ר יְ הוָ ֑ה‬
‫ל־דּ ִו֔ד ֖ ֹ‬
‫ָ‬ ‫ֵלְ֤ך וְ ָ ֽאמַ ְרתָּ ֙ אֶ ל־עַ ְב ִ ֣דּי אֶ‬
‫ביִ ת ְל ִשׁ ְב ִ ֽתּי׃‬
‫ֶה־לּי ַ ֖‬
‫הַ אַ ָתּ֛ה ִתּ ְבנ ִ ֥‬
‫אתי ֵח֖ן ְבּעֵ ינֶ ֑יָך‬
‫צ ִ‬‫ליו ִאם־נָ ֛א מָ ָ ֥‬
‫וַיֹּ֣אמֶ ר אֵ ֔ ָ‬
‫תּה ְמ ַד ֵבּ֥ר ִע ִ ֽמּי׃‬
‫שׂיתָ ִלּי ֙ א֔ וֹת שָׁ אַ ָ ֖‬
‫וְ עָ ִ ֤‬
‫ה ֣רֹ ג אֶ ת־מֹ ֶשׁ֑ה‬
‫ת־ה ָדּ ָב֣ר הַ ֔ ֶזּה וַיְ בַ ֵ ֖קּשׁ לַ ֲ‬
‫ַ‬ ‫וַיִּ ְשׁ ַמ֤ע פַּ ְרעֹ ה ֙ אֶ‬
‫ץ־מ ְדיָ ֖ ן וַיֵּ ֥שֶׁ ב ַ ֽעל־הַ ְבּ ֵ ֽאר׃‬
‫משֶׁ ה ֙ ִמ ְפּנֵ ֣י פַ ְרעֹ֔ ה וַיֵּ ֥שֶׁ ב ְבּ ֶ ֽא ֶר ִ‬
‫וַיִּ ְב ַר֤ח ֹ‬
‫רם ָא ָ֑תּה‬
‫ו ַ֕יּ ֹאמֶ ר ִמ ֚י ִה ִגּ ֣יד ְל ָ֔ך ִ ֥כּי עֵ י ֖ ֹ‬
‫ל־מ ֶמּ֖נּוּ אָ ָ ֽכ ְלתָּ ׃‬
‫ִ‬ ‫יתיָך ְל ִב ְל ִ ֥תּי אֲכָ‬
‫ה ֲִמן־הָ עֵ֗ ץ א ֲֶשׁ֧ר ִצוִּ ִ ֛‬
§ 6 Nomen und Pronomen

6.1 Allgemeines
Hat man ein Nomen oder Pronomen als solches erkannt, gibt es beim
Nachschlagen meist keine Schwierigkeiten mehr.*
Wichtig zum Erkennen des Wortes aber ist, dass man die einzelnen
Morpheme (die grammatischen Elemente) sicher identifizieren kann.
* Achtung aber bei Wörtern mit i, e, æ und u, o! Diese können plene oder defektiv
geschrieben sein (s. § 3.1.2.5 ); z.B.
Gen 22,4 ‫חק‬ ֹ ‫ מֵ ָר‬im Lexikon unter ‫ָרחוֹק‬

Übersicht zum Aufbau des Nomens

Suffixe Affixe Nachschlagewort Präfixe / pro-


Endungen klitische Elemente
s. § 5.3 Sg. fem. masc. Afformative Präformative s. § 5.3
u. ‫ ָה‬/‫ ָת‬/‫ֵת‬
TAB XIII st. abs. ‫– ָה‬ ‫וֹן‬/‫ָן‬
‫מ‬
st. cons. ‫– ַת‬ ‫ ִית‬/‫וּת‬
Lexem ‫ת‬
‫ *י‬Pl.
‫א‬
st. abs. ‫ִים וֹת‬ ‫וֹם‬/‫ָם‬
st. cons. ‫וֹת‬ ‫ֵי‬ (‫ִי)ת‬
z.B. ‫„ ִמזְ ְבּ ֽחוֹתֵ יכֶ ם‬eure Altäre“
‫י כֶ ם‬ ‫וֹת‬ ‫זְ בֵ ַח‬ ‫ִמ‬
* „Pluralzeichen“
92 § 6 Nomen und Pronomen

6.2 Zur Herkunft der Nomina

6.2.1 Besonders häufig werden die einsilbigen, zweikonsonantigen


Nomina gebraucht, und zwar:

‫אָ ב‬ Vater ‫ָדּם‬ Blut(tat)


‫אָ ח‬ Bruder ‫הַ ר‬ Berg, Gebirge
‫אֵ ל‬ Gott ‫ָיד‬ fem. Hand
‫אֵ ם‬ Mutter ‫יָם‬ Meer
‫אַ ף‬ Nase, Zorn ‫כָּ ל־‬/‫כֹּל‬ Gesamtheit, alle, jeder, ganz
‫אֵ שׁ‬ Feuer ‫כַּ ף‬ Hand(fläche)
‫בֵּ ן‬ Sohn ‫לֵ ב‬ Herz
‫עָ ם‬ Volk ‫שַׂ ר‬ Oberster, Befehlshaber
‫עֵ ץ‬ Baum, Pl. Holz(stücke) ‫שֵׁ ם‬ Name
‫עֵ ת‬ Zeit(punkt)

mit Vokalbuchstabe:
‫ גּוֹי‬Volk ‫ִעיר‬ fem. Stadt
‫ פֶּ ה‬Mund ‫קוֹל‬ Stimme, Laut, Geräusch
‫ צ ֹאן‬Kleinvieh (Schafe, Ziegen) ‫ר ֹאשׁ‬ Kopf, Gipfel
‫ טוֹב‬gut, Schönheit ‫רוּח‬
ַ fem. Hauch, Geist, Wind
‫ יוֹם‬Tag

6.2.2 Die Mehrzahl der Nomina wird von einer Verbal-Wurzel (einem
Lexem) her gebildet, und zwar:

 direkt aus dem Lexem (der Wurzel)


‫( * מלְך‬König sein/werden, → ‫ ֜ ֶמלֶ ְך‬König
herrschen)
‫( דבר‬reden, sprechen) → ‫ ָדּבָ ר‬Wort, Sache
* Ist ein Lexem unvokalisiert, spricht man es ā – a aus, also mālaḵ, lāmad usw.
oder
2. Herkunft der Nomina 93

 durch Zufügung eines Präformativs


– vor allem durch ein ‫( מ‬das man auch Nomenkennzeichen nennen
kann); z.B.
‫( זבח‬schlachten, opfern) → ‫ ִמזְ בֵּ ַח‬Altar (‫ מ‬loci )
‫( אכל‬essen, fressen) → ‫ מַ א ֜ ֲֶכלֶ ת‬Messer (‫ מ‬instrumenti )
‫( אכל‬essen, fressen) → ‫ מַ אֲכָ ל‬Speise (‫ מ‬obiecti );

– seltener durch ‫ ;ת‬z.B.


‫( למד‬lernen) → ‫ תַּ ְל ִמיד‬Schüler;

– noch seltener durch ‫ ;א‬z.B.


‫( שׁמר‬bewahren, bewachen) → ‫ אַ ְשׁ ֹ֜מ ֶרת‬Nachtwache;

 durch Zufügung eines Afformativs


– ‫ וֹן‬oder ‫ ; ָן‬z.B.
‫( זכר‬sich erinnern) → ‫ זִ כָּ רוֹן‬Gedenken
‫( קרב‬nahe sein, sich nähern) → ‫ קָ ְרבָּ ן‬Opfergabe
oder
– ‫ ִית‬oder ‫ ;וּת‬z.B.
‫( ר ֹאשׁ‬Haupt, Gipfel) → ‫אשׁית‬
ִ ‫ ֵר‬Anfang, Erstes
‫( ֜ ֶמלֶ ְך‬König) → ‫ מַ ְלכוּת‬Königtum

 durch besondere Afformative wie


– ‫ ָם‬, ‫( וֹם‬wahrscheinlich eine alte Adverbial-Endung); z.B.
‫ יוֹמָ ם‬bei Tage, ‫ ִח ָנּם‬umsonst, vergeblich, ohne Grund, ‫אוּלָ ם‬
dagegen, jedoch: ‫ ִפּ ְת ֹאם‬plötzlich;
– ‫ ִי‬, ‫( ִית‬das i der Zugehörigkeit oder Herkunft und Gentilizium- oder
nisbe-Endung); z.B.
‫( ִמ ְצ ַ ֜ריִ ם‬Ägypten) → ‫ ִמ ְצ ִרי‬ein Ägypter; ‫ הַ ִמּ ְצ ִרי‬der Ägypter,
‫ ִמ ְצ ִרית‬eine Ägypterin, ägyptisch (→ § 7.7, Ordinalzahlen),
‫( ֶ ֜רגֶל‬Fuß) → ‫ ַרגְ ִלי‬Fußgänger, Fußvolk; (so besonders nach
Zahlen).
94 § 6 Nomen und Pronomen

6.3 Kasus
Nach Abfall der alten Kasus-Endungen
unbetontes u für Nominativ, i für Genitiv, a für Akkusativ gilt:

 Der Nominativ bleibt unbezeichnet.


 Der Genitiv wird durch die Constructus-Verbindung ausgedrückt
(→ § 6.4).
 Der Dativ wird durch die Partikel ‫ ְל‬umschrieben (einen „eigent-
lichen“ Dativ gibt es im Hebräischen nicht).
 Der Akkusativ wird in Prosa, wenn das Nomen determiniert
(bestimmt) ist, meist durch ‫אֵ ת‬, ‫( אֶ ת־‬die sog. nota accusativi bzw. das
Akkusativ-Zeichen ) gekennzeichnet.

1. Anm.: Wahrscheinlich ist ‫ אֵ ת‬auf eine Hervorhebungs-Partikel zurückzuführen, die ein


betontes (Pro-)Nomen anzeigen sollte. Diese Herkunft könnte auch erklären,
– warum es eine Reihe von Belegstellen gibt, in denen auf ‫ אֵ ת‬kein Akkusativ folgt (z.B.
2 Sam 11,25: „Es soll nicht böse sein in deinen Augen diese Sache“ ‫)אֶ ת־הַ ָדּבָ ר הַ זֶּה‬,
und
– warum in den poetischen Texten (und der älteren Prosa) die nota accusativi seltener
gebraucht wird.
2. Anm.: Selten wird das direkte Objekt auch mit ‫ ְל‬verbunden; z.B. Jes 11,9: „Wie die
Wasser, die das Meer bedecken“ ‫כַּ ֜ ַמּיִ ם לַ יָּם ְמכַ ִסּים‬.

 Durch das an das Nomen angehängte sog. ‫ה‬-locale (ein unbetontes


‫ ) ָה‬wird ein Richtungsweiser (Richtungsakkusativ? ) gebildet; z.B.
‫ ֶ֜א ֶרץ‬Erde → ‫ ַ֜א ְרצָ ה‬zur Erde (indet.), zu Boden
‫ ַ֜א ְרצָ ה ִמ ְצ ַ ֜ריִ ם‬zu dem Land Ägypten (det.)
‫ יָם‬Meer → ‫ ָי֜מָּ ה‬meerwärts, nach Westen
‫ לַ֜ יִ ל‬Nacht → ‫ לַ֜ יְ לָ ה‬nachts, Nacht (temporal)
‫ שָׁ ם‬dort → ‫ שָׁ֜ מָּ ה‬dorthin (abgenutzt: dort).
4. Constructus-Verbindung 95

6.4 Constructus-Verbindung

6.4.1 An Stelle der Genitiv-Verbindung steht im Hebräischen die Con-


structus-Verbindung. Eine solche besteht aus mindestens zwei (bisweilen
drei oder vier) Nomina, die unverbunden aufeinander folgen.
Das letzte Wort einer Constructus-Verbindung steht im status absolutus
(st. abs.), d.h., unverändert, so wie es auch im Lexikon bzw. Vokabular
zu finden ist. Der st. abs. trägt den Hauptton, und
allein am st. abs. entscheidet sich, ob die Constructus-Verbindung als
ganze als determiniert oder indeterminiert zu gelten hat.

Die vorausgehenden Nomina stehen jeweils im status constructus (st. cons.),


d.h., sie lehnen sich an den st. abs. an. Sie
– werden, wenn möglich, in der Aussprache verkürzt und verlieren
dabei den Hauptton,
– können nicht mit dem Artikel verbunden werden bzw. ein
Eigenname sein
– und erhalten zum Teil besondere Endungen (→ TAB XIII );

Constructus-Verbindung
Leserichtung

st. abs. st. cons. st. cons. st. cons.


und eine Tochter eines Priesters (Lev
‫כֹּהֵ ן‬ ‫וּבַ ת־‬
22,12)
‫שָׁ אוּל‬ ‫בַּ ת‬ die Tochter Sauls (1 Sam 18,20)
‫יְ ה ָוה‬ ‫ְדּבַ ר־‬ das Wort YHWHs
und das Blut (der Gesamtheit der =)
‫יְ ה ָוה‬ ‫עַ ְב ֵדי‬ ‫כָּ ל־‬ ‫וּדמֵ י‬
ְ
aller Knechte YHWHs (2 Kön 9,7)

1. Anm.: In der Sekundärliteratur werden oft – von der lateinischen Grammatik


herkommend – die Begriffe Nomen rectum für den st. abs. und Nomen regens für den st. cons.
verwendet.
2. Anm.: Abgesehen von der Determinations-Frage (s. Anm. 3), ist bisher das Bestim-
mungsverhältnis innerhalb der Constructus-Verbindung nur unzureichend bestimmt
(handelt es sich um einen Genitivus subjectivus [das Wort des HERRN], Gen. objectivus [die
Ehrfurcht vor dem Herrn] oder Gen. epexegeticus, der eine nähere Erläuterung gibt zum
Material, Namen, Zweck usw. [vgl. ähnliche Unbestimmtheiten im Deutschen z.B. bei
Schoß-/Schäfer-Hund, Apfel-/Husten-Saft, Feuer-/Bundes-Wehr]).
96 § 6 Nomen und Pronomen

3. Anm.: Ist der st. abs. determiniert und soll der st. cons. indeterminiert bleiben, so kann
das nicht durch die Constructus-Verbindung ausgedrückt werden, sondern wird durch
einen ‫אֲשֶׁ ר‬-Satz oder mit ‫ ְל‬umschrieben (z.B. 1 Sam 16,18: „… Siehe, ich habe einen Sohn
Isais gesehen …“ ‫יתי ֵבּ֣ן ְליִ שַׁ י‬ ִ ‫) ִה ֵנּה ָר ִ ֜א‬
4. Anm.: In einigen (meist späteren) Texten begegnet auch sonst statt einer Constructus-
Verbindung eine Konstruktion mit ‫ ; ְל‬z.B.: 1 Sam 14,16: „Und es schauten die Späher
Sauls ...“ (‫ ) וַיִּ ְרא֤ וּ הַ צּ ִֹפים ֙ ְלשָׁ א֔ וּל‬oder 2 Kön 1,17: „... im zweiten Jahr Jorams ...“ ( ‫ִבּ ְשׁנַת‬
‫יהוֹרם‬
ָ ‫) ְשׁתַּ יִ ם ִל‬.
5. Anm.: Selten – vor allem in poetischen Texten – findet sich an ein Partizip oder einen
st. cons. angefügt das sog. ‫ י‬oder ‫ ו‬compaginis ( ‫ י‬bzw. ‫ ו‬der Beziehung ); z.B. Gen 49,11:
„(Ein Bindender = Part.) Er wird seinen Esel an ( ‫ ) ְל‬den Weinstock binden und an ( ‫ ) ְל‬die
Rebe das Füllen ( Jungtier ) seiner Eselin“ ( ֹ‫רה וְ לַ ֹשּׂ ֵרקָ ה ְבּנִ י ֲא ֹתנו‬
ֹ ‫) ֹא ְס ִרי לַ גֶּפֶ ן ִעי‬.

6.4.2 Stehen zwei Nomina im st. abs. nebeneinander, handelt es sich


nicht um eine Constructus-Verbindung, sondern um ein appositionelles
Verhältnis.

…‫ וְ נָתָ ן הַ נּ ִָביא‬Und Natan, der Profet … ;


…‫כּהֵ ן‬
ֹ ַ‫ וְ צָ דוֹק ה‬und Zadok, der Priester, … (1 Kön 1,8)
‫ … וְ ִה ֵנּה־שָׁ ם ִאשָּׁ ה אַ ְלמָ נָה‬und siehe dort (war) eine Frau, eine Witwe (eine
‫ ְמקֹשֶׁ שֶׁ ת עֵ ִצ֑ים‬verwitwete Frau), die sammelte (Part.) Hölzer.
(1 Kön 17,10)

Ganz entsprechend wird das Adjektiv attributiv gebraucht, es steht nach


dem Nomen und stimmt mit diesem in der Determination (bestimmt
oder unbestimmt), aber auch beim Numerus (Sg./Pl.) und Genus
(masc./fem.) überein.

‫ וְ יִ ְק ְבּצוּ אֶ ת־כָּ ל־אֹכֶ ל‬Und sie sollen sammeln die ganze Nahrung der
‫טּ ֹ֔בת הַ בָּ ֹ֖את‬
ֹ ַ‫ הַ שָּׁ נִ ים ה‬guten Jahre, die jetzt kommen werden (der Jahre, der
‫ הָ אֵ לֶּ ה‬guten, der kommenden [Part.], [nämlich] dieser [+ Art.]).
(Gen 41,35)

Dieses Beispiel zeigt auch, dass das (Demonstrativ-)Pronomen (‫זֶה‬


„dieser“, ‫„ ז ֹאת‬diese“, ‫„ אֵ לֶּ ה‬diese [Pl.]“) wie ein Adjektiv gebraucht wird;
z.B.
‫ וַיּ ֹאמֶ ר אָ כֵ ן יֵשׁ יְ הוָה‬Und er (Jakob) sprach: „Fürwahr, YHWH ist
‫ בַּ מָּ קוֹם הַ זֶּה‬anwesend an diesem Ort …“ (an dem Ort, [nämlich]
diesem); (Gen 28,16)
4. Constructus-Verbindung 97

‫ וַיּ ֹאמֶ ר ְלז ְַרעֲָך אֶ תֵּ ן‬Und er (YHWH) sprach: „Deiner Nachkommen-


‫ אֶ ת־הָ אָ ֶרץ הַ זּ ֹאת‬schaft werde ich dieses Land geben …“ (Gen 12,7)
Wird auf bereits Bekanntes oder Genanntes zurückverwiesen (Hilfs-
übersetzung: jener, jene, jenes), dann meist mit der 3. Person des
Personalpronomens (+ Artikel nachgestellt, Sg.: ‫הַ הוּא‬, ‫ ;הַ ִהיא‬Pl.: ‫הָ הֵ ם‬,
‫ ;)הָ ֜ ֵה ָנּה‬z.B.
‫ וַיְ ִהי בָּ עֵ ת הַ ִהוא‬Und es geschah in jener Zeit ... (in der Zeit, [nämlich]
der bekannten; zur Punktation s. § 3.4.2); (Gen 21,22)

‫ וַיְ ִהי בַּ יּ ִָמים הָ הֵ ם‬Und es geschah in jenen Tagen ... (Ex 2,11)

6.4.3 Stimmen Adjektiv und Nomen vor allem bei der Determination
(bestimmt oder unbestimmt?) nicht überein, so ist das Adjektiv prädikativ
gebraucht. Meist steht das Adjektiv voraus (entsprechendes gilt wieder
für das [Demonstrativ-]Pronomen; vgl. o. auch zum Nominalsatz);

‫ וַיּ ֹאמֶ ר ִשׁ ְמ ִעי לַ מֶּ לֶ ְך‬Und es sprach Schimi zu dem König: „Gut (ist) das
‫ טוֹב הַ ָדּבָ ר‬Wort! ...“ (1 Kön 2,38)
‫ ז ֹאת ִאי ָזבֶ ל‬Diese (ist/war) Isebel; (2 Kön 9,37)
‫ אֵ לֶּ ה ְבּנֵי גִ ְלעָ ד‬Dies(e) (sind) die Söhne Gileads. (Num 26,30)
98 § 6 Nomen und Pronomen

6.5 Zur Determination

Determiniert (näher bestimmt) ist ein Nomen (bzw. Pronomen)

 durch den Artikel (die Determinationspartikel),


 als Eigenname
 durch ein Suffix (s. oben und TAB XIII),
 wenn das letzte Glied einer Constructus-Verbindung, der status
absolutus, determiniert ist (s.o. § 6.4).

Zur Form: Der Artikel ist unveränderlich (vgl. engl. „the“). Er steht pro-
klitisch und hat die Form:

ּ ַ‫ ה‬mit nachfolgendem dāgeš forte (< han* ?) z.B.:


= Normalform; ‫הַ ֜ ֶמּלֶ ְך‬ der König
ַ‫ ה‬ohne dāgeš forte meist vor ‫ה‬, ‫ = ח‬virtuelle ‫הַ הוּא‬ jener (s.o.)
Verdoppelung (s. § 3.2.2; 3. Anm.) ‫הַ חָ ְכמָ ה‬ die Weisheit
ָ‫ ה‬meist vor ‫א‬, ‫ר‬, ‫ = ע‬compensatio, Ersatz- ‫ֹלהים‬
ִ ‫א‬ ֱ ָ‫ה‬ Gott (+ Art.)
dehnung ‫הָ ראֹ שׁ‬ das Haupt
‫הָ ִעיר‬ die Stadt
ֶ‫ ה‬vor ‫ ה‬und ‫ ע‬mit unbetontem qām ́ æṣ und ‫הֶ עָ ִרים‬ die Städte
vor ‫ ח‬mit jedem qām ́ æṣ, nicht aber mit ‫הֶ הָ ִרים‬ die Berge
qāḿ æṣ ḥāṭûp̄ = Ablautung ‫הֶ חָ ג‬ das Fest
(Ähnlich sind die Formen des ‫ ה‬interrogativum, S. 71.)
Ausnahmen: Die wichtigsten sind:
‫( הָ הָ ר‬der Berg, das Gebirge), ‫הָ ֜ ֵהמָּ ה‬, ‫הָ הֵ ם‬, ‫„( הָ ֜ ֵהנָּה‬jene“ Pl.).

Einige Wörter haben nach dem Artikel eine leicht veränderte Vokalisation („Pausalform“):
‫ֶ֜א ֶרץ‬ aber ‫ הָ ָ֜א ֶרץ‬die Erde, das Land
‫עַ ם‬ aber ‫ הָ עָ ם‬das Volk
‫הַ ר‬ aber ‫ הָ הָ ר‬der Berg, das Gebirge
‫חַ ג‬ aber ‫ הֶ חָ ג‬das Fest
‫אֲרוֹן‬ aber ‫ הָ אָ רוֹן‬die Lade

In Verbindung mit den Partikeln ‫ ְל‬, ‫ ְבּ‬, ‫ ְכּ‬gilt: Das ‫ ה‬des Artikels wird
elidiert (ausgestoßen), und die Partikel erhält die Vokalisation des Artikels!
z.B.
‫ הָ ָ֜א ֶרץ‬+ ‫ בָּ ָ֜א ֶרץ ְבּ‬im Land, auf der Erde; aber: ‫ ְבּ ֶ֜א ֶרץ‬in einem Land
* Weitere Beispiele s. § 4.1.4.
5. Determination 99

Zur Funktion:

 Der Artikel ist dem Hebräischen erst relativ spät zugewachsen. Er


fehlt wohl deshalb auch sehr häufig in der (älteren) Poesie an
Stellen, wo er in Prosa-Texten stehen würde.

 Ursprünglich hatte der „Artikel“ demonstrative Bedeutung; diese


hat sich bisweilen noch gehalten; z.B.
‫ הַ יּוֹם‬der Tag ≈ dieser Tag ≈ heute
‫ הַ לַּ֜ יְ לָ ה‬die Nacht ≈ diese Nacht ≈ heute Nacht
‫ הַ ֜ ַפּעַ ם‬das Mal ≈ dieses Mal

 „Doppeldetermination“ wird im Hebräischen strikt vermieden (weil nur


so die Constructus-Verbindung funktionieren kann). Dennoch
begegnet der Artikel bisweilen bei Eigennamen, dieses erklärt sich
folgendermaßen:
– Gentilizia (s.o. § 6.2.2) werden wie Adjektive behandelt und können
so auch den Artikel haben; vgl. z.B.
‫ … בָּ א־אֵ לַ י‬gekommen ist zu mir
‫ה ִע ְב ִרי‬
ֽ ָ ‫ הָ עֶ בֶ ד‬der hebräische Knecht (der Knecht, [nämlich] der …;
(Gen 39,17)
aber: vgl. Gen 39,14: ‫( ִאישׁ ִע ְב ִרי‬ein hebräischer Mann).

– Landschafts- und Ortsnamen haben häufig den Artikel, vor allem dann,
wenn sie von Appellativen (Gattungsbezeichnungen) bzw. von
Konkreta abgeleitet werden können (vgl. im Deutschen etwa „die
Mauer“ in Berlin); z.B.
Flüsse/Orte/ ‫ הַ יְ אֹר‬Nil (der Fluss); ‫ הַ יּ ְַר ֵדּן‬Jordan (der Hinabsteigende?)
Landschaften: ‫ הָ ָרמָ ה‬Rama (die Anhöhe); ‫ֹריָּה‬
֜ ִ ‫ הַ מּ‬Morija (er/sie ‫ראה‬, ‫)?ירא‬

 Der Artikel wird im Hebräischen – abweichend vom Deutschen –


auch gebraucht:
– beim Vokativ (Kasus [Fall] der Anrede: „Oh König!, Du Herr-
scher!“); z.B.
‫ … וַיְ ַדבֵּ ר אֵ לָ יו‬und er sagte zu ( ‫ )אֶ ל‬ihm:
‫ֱֹלהים‬
ִ ‫(„ ִאישׁ הָ א‬Du/Oh) Mann Gottes, der König hat gesagt:
‫‚ הַ מֶּ לֶ ְך ִדּבֶּ ר ֵר ָדה‬Steige doch herab!‘ “ (2 Kön 1,9)
Anm.: Fehlt der Artikel bei der Anrede, dürfte das interpretationsrelevant sein
(wie z.B. Am 7,12 bei ‫ח ֶזה‬
ֹ ).
100 § 6 Nomen und Pronomen

– beim Superlativ; z.B.


‫ וַיִּ ְק ָרא אֶ ת־עֵ שָׂ ו‬Und er rief Esau, seinen ältesten Sohn (seinen
‫ ְבּנוֹ הַ ָגּדֹל‬Sohn, den großen) … (Gen 27,1)
Anm.: Da es im Hebräischen keine „Steigerungsformen“ des Adjektivs gibt (im
Deutschen: „groß, größer, am größten“ und „sehr groß“), wird
- der Komparativ mit ‫ ִמן‬umschrieben (s. § 5.3.2.2 ),
- der Superlativ wie oben oder bisweilen auch durch Wendungen ausgedrückt,
wie 2 Chr 21,17: ‫„ ְקטֹן בָּ נָיו‬der kleine (= der jüngste) seiner Söhne“ ( Gen.
partitivus ) oder Hld 1,1: ‫„ ִשׁיר הַ ִשּׁ ִירים‬das Lied der Lieder“ (= das beste,
schönste Lied [Paronomasie ]);
- der Elativ (= ohne Vergleich) oft durch nachgestelltes ‫„ ְמ ֹאד‬sehr“ gekenn-
zeichnet, wie Ez 37,10: ‫ד־מ ֹאד‬ְ ‫„ ֜ ַחיִ ל גָּדוֹל ְמ ֹא‬ein sehr, sehr großes Heer“.

– bei Stoff- und Gattungsbezeichnungen, auch Abstrakta wie „Silber


und Gold, Feuer und Wasser, Schnee, Blindheit usw.“; z.B.
‫ … וַתַּ ְח ְמ ָרה בַ חֵ מָ ר‬und sie verpichte es (das Kästchen) mit Pech
(+ Art.); (Ex 2,3)
‫ … ַויּ ִַצּתוּ עַ ְב ֵדי‬und es verbrannten (‫ )! יצת‬die Knechte
‫ אַ ְבשָׁ לוֹם אֶ ת־‬Absaloms das
‫ הַ חֶ ְלקָ ה בָּ אֵ שׁ׃‬Feldstück mit Feuer (+ Art.). (2 Sam 14,30)

– Auch sonst ist es ganz wichtig, auf die Frage der Determination und
dabei auf die Verwendung des Artikels zu achten. Notetische Bemer-
kungen (wie oben) können hier weiterhelfen.
6. Numerus 101

6.6 Numerus

Das Hebräische unterscheidet drei Numeri : Singular, Plural


und – selten – Dual.

 Der Dual begegnet nur bei Zeit- und Maßangaben und paarweise
vorkommenden Dingen, vor allem bei Körperteilen, z.B.
‫ עַ֜ יִ ן‬Auge ‫( עֵ י ַנ֜יִ ם‬zwei) Augen (st. cons. = wie beim Pl. ‫;)עֵ ינֵי‬

‫ָתיִ ם אַ ַח֥ר הַ מַּ ֽבּוּל‬


֖ ַ ‫ ְשׁנ‬Zwei Jahre (‫ )שָׁ נָה‬nach der Sintflut …
(Gen 11,10)
Zu den grammatischen Endungen und weiteren Beispielen s. TAB
XIII u. XIV!

 Der Singular steht für eine Einheit bzw. Einzahl, bisweilen auch
für ein Kollektivum (eine Mehrzahl wird zu einer Einheit zusammen-
gefasst); z.B.
‫ אָ ָדם‬Mensch, Menschheit ‫ ְפּ ִרי‬Frucht, Früchte
‫ בָּ קָ ר‬Rindvieh ‫ צ ֹאן‬Kleinvieh, Schafe u. Ziegen
‫ עוֹף‬Geflügel, Vögel ‫( ֶ ֜רכֶ ב‬Streit-)Wagen(zug);

weiterhin findet sich häufig der Singular bei Volksbezeichnungen


(Gentilizia s. § 6.2), d.h., eine Einzelperson steht für eine Gruppe
bzw. ein ganzes Volk (corporate personality):
‫ ַויָּב ֹא עֲמָ לֵ ק וַיִּ לָּ֜ חֶ ם‬Und es kam Amalek (die Amalekiter), und er
‫ידם‬
ִ ‫ ִעם־יִ ְשׂ ָראֵ ל ִבּ ְר ִפ‬kämpfte mit Israel (den Israeliten) in Refidim.
(Ex 17,8)

 Der Plural wird für eine Mehrheit bzw. Mehrzahl gebraucht, bis-
weilen aber auch für ein (deutsches) Kollektivum; z.B.
‫ זְ קוּנִ ים‬Alter(szeiten) ‫עוּרים‬
ִ ְ‫ נ‬Jugend(zeiten);
weiterhin bei dem sog. Hoheitsplural; z.B.
‫ֱֹלהים‬
ִ ‫( א‬der) Gott (Ist der Plural „Götter“ gemeint, erkennt man das an
der Verbform bzw. an nachgestellten näheren Bestim-
mungen wie ‫„ אֲחֵ ִרים‬andere“);
‫ אָ דוֹן‬Herr das mit Suffixen – auch für den Sg. – immer im Pl.
gebraucht wird; die einzige Ausnahme ist m. W. ‫דנִ י‬
ֹ ‫א‬
ֲ
„mein Herr“; (s. auch § 3.4.2).
102 § 6 Nomen und Pronomen

6.7 Genus

Das Hebräische unterscheidet zwei Genera: männlich (masc.) und weiblich


(fem.); sächlich (neutr.) gibt es nicht.

Es gibt
 ein natürliches Genus, das ohne besondere Genuskennzeichnungen
auskommt;
z.B. fem.: ‫ אֵ ם‬Mutter
‫ בַּ ת‬Tochter;
feminin sind im Hebräischen meist auch:
Städte (vgl. auch ‫„ ִעיר‬Stadt“), Länder (vgl. auch ‫„ ֶ֜א ֶרץ‬Land, Erde“),
Abstrakta (z.B. ‫„ עֵ ת‬Zeit“), Werkzeuge (z.B. ‫„ ֶ֜אבֶ ן‬Stein“) und
Körperteile (z.B. ‫„ ֜ ֶנפֶ שׁ‬Kehle, Seele, Lebenskraft“);

 ein grammatisches Genus, d.h., es sind besondere Genuskennzeich-


nungen gegeben:
masc. fem.
Sg. st. abs. – ‫ָה‬
st. cons. – ‫ַת‬
Pl. st. abs. ‫ִים‬ ‫וֹת‬
st. cons. ‫ֵי‬ ‫וֹת‬
1. Anm.: Zum Dual s.o. und TAB XIII.
2. Anm.: Die Endung ‫( ת‬at bzw. ot ) dürfte älter sein als die Endung ‫ ָה‬. Letztere diente
wahrscheinlich ursprünglich (auch) als Vereinzelungsendung, d.h., zur Kennzeichnung
eines Einzeldinges (nomen unitatis ), und wurde erst später mit der fem.-Endung gleichgesetzt;
z.B. ‫ ֜ ֶצ ֶדק‬gemeinschaftsgemäßes Verhalten ‫ ְצ ָדקָ ה‬gemeinschaftsgemäße Tat
‫ ִשׁיר‬Lied(er), Gesang ‫ירה‬ ָ ‫ ִשׁ‬einzelnes Lied.
Von dieser Annahme her ließe sich auch erklären, warum im Hebräischen relativ viele
Nomina einen doppelten Plural haben (beachte aber auch die 3. Anm.!) bzw. bisweilen zu
einem masc. Wort ein fem. Plural und zu einem fem. Nomen ein masc. Plural gebildet wird.
(Das gilt übrigens nicht für die Adjektive.);
z.B. ‫ שֵׂ עָ ר‬Behaarung, Haar ‫ע ָרה‬ֲ ַ‫ שׂ‬ein einzelnes Haar
(‫ שַׂ עֲרוֹת ר ֹא ִשׁי‬die (einzelnen) Haare meines
Kopfes);
‫ אָ ב‬Vater ‫ אָ בוֹת‬Väter
‫ ִאשָּׁ ה‬Frau ‫ָשׁים‬ ִ ‫ נ‬Frauen
‫ בָּ קָ ר עָ לוֹת‬säugendes Rindvieh ‫ בָּ קָ ר ְבּ ִר ִאים‬gemästetes Rindvieh
3. Anm.: Möglicherweise sind im Hebräischen aber auch grammatische Kategorien wie
Sg./Pl. und fem./masc. großzügiger gebraucht worden als im Deutschen.
8. Suffixe 103

6.8 Suffixe am Nomen

 Suffixe am Nomen bezeichnen die Zugehörigkeit (Possessiv-


pronomen „mein, dein, sein“ usw.).
 Suffixe determinieren das Nomen (s. auch § 6.4)
 Zur Form der Suffixe → Tab XIII
 Unterschiede in der Form der Suffixe am Singular und Plural
finden sich in der 3. masc. und fem. Sg. und Pl.:

am Sg. am Pl.
3. masc. Sg. ֹ‫ו‬ ‫ָיו‬
3. masc. Pl. ‫ָם‬ ‫ֵיהֶ ם‬
3. fem. Sg. ‫ָהּ‬ ָ‫ֶיה‬
3. fem. Pl. ‫ָן‬ ‫ֵיהֶ ן‬

 Für das Nomen im Singular gilt:


Beim Femininum werden die Suffixe an die Endung ‫( ַת‬st. cons.)
́ æṣ gedehnt.
angefügt. In der offenen Silbe wird das pátaḥ zu qām
‫ סוּסָ ִתי‬meine Stute

 Für das Nomen im Plural gilt:
Das Kennzeichen des Plurals (masc. und fem.) ist das ‫( י‬Vokalbuch-
stabe) vor dem Suffix.
‫סוּסֵ ינוּ‬/ ‫ סוּסוֹתֵ ינוּ‬unsere Pferde/Stuten
Ausnahme 1. com. Sg. ‫סוּסי‬ ִ (sûsî ) mein Pferd; aber:
‫( סוּסַ י‬sûsay ) meine Pferde
Beim Femininum werden die Suffixe an die Endung ‫ וֹת‬angefügt.
‫ סוּסוֹתֵ ינוּ‬unsere Stuten

 Unterschieden werden die schweren Suffixe (‫־כֶ ן‬/‫ ־כֶ ם‬und ‫־הֶ ן‬/‫)־הֶ ם‬,
die stets den Ton tragen, von den leichten Suffixen (alle weiteren).
104 § 6 Nomen und Pronomen

6.9 Nomen-Analysehilfe (vgl. oben zu § 6.1)

Nach-
Suffixe und Endungen schlage- Proklitische Elemente
wort
Sg. 1. com. ‫ ִי‬/ ‫ַי‬ fem. Sg.: ְ‫ )וּ( ו‬und;
2. masc. ‫ָך‬ st. abs.: ‫ָה‬ ‫ה‬
ֲ ([ ּ ] ַ‫ ה‬/ ֶ‫= ) ה‬
2. fem. ‫ְך‬ st. cons.: ‫) ָ( ַת‬ ‫ ה‬interrogativum;
3. masc. ֹ‫ו‬/‫ָיו‬ ‫ה‬-locale: ‫ָה‬ ּ ַ‫ הַ ( ה‬/ ָ‫ ה‬/ ֶ‫ )ה‬Artikel;
3. fem. ‫ ָהּ‬/ ָ‫ה‬ ‫ל‬/
ְ ‫כּ‬/
ְ ‫ ְבּ‬Präpositionen;
Pl. 1. com. ‫נוּ‬ Pluralkennzeichen: ּ ַ‫ ל‬Art. + Präp.: usw.
2. masc. ‫כֶ ם‬ (bei Suffixen) ‫י‬
2. fem. ‫כֶ ן‬ fem. st. cons.: ‫וֹת‬ ‫ = מ‬Partizip
3. masc. ‫ ָם‬/‫הֶ ם‬ masc. st. abs.: ‫ִים‬ ּ ‫)מן =( )מֵ ( ִמ‬
ִ
3. fem. ‫ ָן‬/ ‫הֶ ן‬ masc. st. cons.: ‫ֵי‬ von … aus gesehen

Analysebeispiele (Leserichtung von rechts nach links)

1. ‫ ִמן = ִמ ָדּמָ הּ‬+ Nachschlagewort ‫ ָדּם‬Blut + ‫ ָהּ‬ihr ( fem. Sg.)


2. ‫וְ = וְ אַ ְד ָ ֽמ ְתָך‬ + Nachschlagewort ‫ ֲא ָדמָ ה‬Land + ‫ ת‬st. cons.
+ ‫ ָך‬dein (masc. Sg.)
3. ‫וְ = וְ לַ אֲבוֹתֵ יהֶ ם‬ + ‫ ְל‬+ Nachschlagewort ‫ אָ ב‬Vater + ‫( וֹת‬unregel-
mäßiger) Plural +
‫ י‬Plural-Kennzeichen +
‫ הֶ ם‬ihr (masc. Pl.)

4. ‫וּבעֲוֹנוֹתֵ ינוּ‬
ֽ ַ = ְ‫ו‬ + ‫ ְבּ‬+ Nachschlagewort ‫ עַ ו ֹן‬Sünde, Strafe + ‫וֹת‬
+ ‫ י‬+ ‫ נוּ‬unser
‫‪9. Analysehilfe‬‬ ‫‪105‬‬

‫‪Zur Übung: Beispiele aus Gen 22, 1-6‬‬


‫‪1.‬‬ ‫‪ִ ................................................................................................‬בּנְ ָך‬
‫‪2.‬‬ ‫חמוֹרוֹ‬ ‫‪ֲ ................................................................................................‬‬
‫‪3.‬‬ ‫‪ ................................................................................................‬נְ עָ ָריו‬
‫‪4.‬‬ ‫‪ִ ................................................................................................‬אתּוֹ‬
‫‪5.‬‬ ‫‪ ................................................................................................‬עֲצֵ י‬
‫‪6.‬‬ ‫‪ ................................................................................................‬הַ מָּ קוֹם‬
‫‪7.‬‬ ‫‪ֽ ֵ ................................................................................................‬מ ָרחֹק‬
‫‪8.‬‬ ‫‪ ................................................................................................‬אֲלֵ יכֶ ם‬

‫)‪Vokabel- und Formensammlung (zur Auflösung s. S. 190‬‬


‫כּוֹל‪/‬כָּ ל‬ ‫יוֹם‬ ‫יָם‬ ‫ִאישׁ‬ ‫אֵ שׁ‬ ‫א(‬
‫אַ ף‬ ‫ִעיר‬ ‫צ ֹאן‬ ‫רוּח‬
‫ַ‬ ‫ר ֹאשׁ‬ ‫ב(‬
‫יוֹמָ ם‬ ‫ָי֜מָּ ה‬ ‫סוּסוֹתֵ יכֶ ן‬ ‫סוּסַ י‬ ‫סוּסי‬
‫ִ‬ ‫ג(‬
‫ְמאֹד‬ ‫כַּ ֜ ַמּיִ ם‬ ‫זִ כָּ רוֹן‬ ‫הַ הוּא‬ ‫טוֹבַ ת‬ ‫ד(‬

‫‪Vokabeln und Formen unterschiedlicher Herkunft‬‬


‫עֵ י ַנ֜יִ ם‬ ‫אֵ י ֶנ֜נּוּ‬ ‫נְ עָ ָריו‬ ‫ְצ ָדקָ ה‬ ‫֜ ֶצ ֶדק‬ ‫ה(‬
‫קוֹמָך‬
‫ִמ ְמּ ְ‬ ‫סוּסוֹתֵ יהֶ ן‬ ‫ְכּמוֹהֶ ם‬ ‫ִעמָּ ִדי‬ ‫מֵ ָרחוֹק‬ ‫ו(‬

‫‪Wendungen und Sätze‬‬


‫טּוֹב֖ה הַ ֽזּ ֹאת‬
‫ָ‬ ‫אֶ ת־הָ ָא ֶ֥רץ הַ‬
‫ֱֹלה֖ינוּ‬
‫יְ הוָ ֥ה א ֵ‬
‫ת־דּבָ ִ ֣רי הַ ֔טּוֹב‬
‫אֶ ְ‬
‫ִ ֖אישׁ ִמ ֵבּ֣ית לֵ ִו ֑י‬
‫ל־שׂ ַפ֥ת הַ יְ ֹֽאר‬
‫ְ‬ ‫בַּ סּ֖ וּף עַ‬
‫ִ ֽכּי־כָ ֵב֥ד הָ ָר ָע֖ב בָּ ָ ֽא ֶרץ‬
‫ִא ָשּׁ֥ה יְ פַ ת־מַ ְר ֶא֖ה ָ ֽא ְתּ‬
‫ֹרים‬
‫חמ ִ ֔‬
‫*וַ ֽ יְ ִהי־ל֤ וֹ צ ֹאן־וּבָ קָ ר ַו ֲ‬
‫פנָה וָנֶ ֑ גְ בָּ ה‬
‫יָ ֥מָּ ה ו ֵ ָ֖ק ְדמָ ה וְ צָ ֣ ֹ‬
‫בָּ ֨רוְּך עַ ִ֜מּי ִמ ְצ ַ ֗ריִ ם וּמַ ע ֲֵשׂ֤ה י ַָדי ֙ אַ ֔שּׁוּר וְ ַנחֲלָ ִ ֖תי יִ ְשׂ ָר ֵ ֽאל‬
‫‪ vgl. § 5.3.2‬וַיְ ִהי־לוֹ ‪* hier: "es gehörten ihm", zur Übersetzung von‬‬
§ 7 Nomina mit veränderlichen Vokalen,
Nomina besonderer Bildung
und Zahlwörter

Bei den Nomina gibt es relativ wenig Probleme zu bewältigen (vorausge-


setzt allerdings, Tab XIII wird beherrscht), da das „Nachschlagewort“ im
Konsonantenbestand weitestgehend erhalten ist und man sich so beim
Übersetzen leicht mit guten Vokabelkenntnissen oder – mit einer gekonn-
ten Nachschlagetechnik – über das Lexikon weiterhelfen kann. Deshalb
wird in diesem Paragraphen nur auf die zentralen Phänomene der
wichtigsten Nomenklassen aufmerksam gemacht.

7.1 Segolata (Tab XIV)


① Die am häufigsten gebrauchte Klasse dieser Nomina ist die der
Segolata (nach dem s egôl benannt, an der Pänultimabetonung er-
kannt – s. § 3.3.1 u. § 4.3.2.3). Sie lässt sich in folgende Typen
untergliedern:
qaṭl qiṭl quṭl * mit Laryngal II (mediae) waw/yod III (tertiae) yod
* Benannt nach dem Verb-Paradigma ‫ קטל‬und einem der ursemitischen Vokale a, i,
u (s. § 4.2.1) als „Stammvokal“.

② Zur Entstehung der Segolata:

u (Nominativ)
Ausgangsform war z.B. málk i (Genitiv)
a (Akkusativ)

Nach Abfall der alten Kasus-Endungen entstand eine doppelt geschlos-


sene Silbe (s. § 4.3.1), die zur deutlicheren Aussprache der Konsonanten
„aufgesprengt“ wurde, besser: bei der sich ein Hilfs- bzw. Sprossvokal
einschlich, nämlich das s egôl . Dieses wiederum bewirkte, dass der
1. Segolata 107

Stammvokal
a zu æ abgelautet, z.B. malk → ‫( ֜ ֶמלֶ ְך‬st. abs. u. cons.)
i zu e in der offenen Silbe šibṭ → ‫( שֵׁ֜ בֶ ט‬ -"- )
u zu o gedehnt wurde qudš → ‫( ֹ֜ק ֶדשׁ‬ -"- )
Achtung̣: Die Pänultimabetonung bleibt bestehen!

– Der Bildungstyp qiṭl ist seltener; er wurde meist durch qaṭl ersetzt.
Gelegentlich kommt es bei der Formbildung zu Vermischungen:
‫( ֜ ֶנ ֶדר‬Gelübde) neben ‫ ֜ ֵנ ֶדר‬, daher: ֹ‫נִ ְדרו‬.
– Bei den Segolata mit einem Laryngal als zweitem Konsonanten ist
der Hilfsvokal meist kein s egôl , sondern ein pátaḥ. Der Stamm-
vokal a bleibt so erhalten; z.B. ‫( ֜ ַנעַ ר‬Knabe, Knecht).
– Bei den II (mediae) waw/yod erinnert nur noch das Nachschlagwort
(Sg. st. abs.) mit der Pänultimabetonung an die Segolata; z.B.
‫( ֜ ָמ ֶות‬Tod); ‫( * ֜ ַזיִ ת‬Olive).
Ansonsten gilt, da a + waw zu unveränderlich langem ô (‫)מוֹת‬
und
a + yod zu unveränderlich langem ê (‫) ֵזית‬
kontrahieren (s. § 4.2.2),
dass alle weiteren Formen gebildet werden wie beim unveränder-
lichen Nomen.
* Der Hilfsvokal ist wegen des yod ein i (s. § 4.3.2.3)
– Bei den III (Tertiae) yod war die Ausgangsform z.B. bei ‫ ְפּ ִרי‬páry
(u/i/a). Die doppelt geschlossene Silbe wurde wegen des Semi-
vokals yod mit i, dem homogensten Vokal, „aufgesprengt“. Das i
kontrahierte dann mit dem yod zu unveränderlich langem i. Da der
Kontraktionsvokal aber den Ton auf sich zog, wurde der voraus-
gehende Stammvokal a reduziert (s. § 4.3.2.3.c; s. dort auch zu den
seltenen III waw Segolata).
③ Bei den Formen mit Suffixen hält sich im Singular* der ursprüng-
liche Stammvokal, also das a, das i oder das u**, da ja die doppelt
geschlossene Silbe gar nicht entsteht; z.B.:
‫;מַ ְל ִכּי → ֜ ֶמלֶ ְך‬ ‫ ִשׁ ְב ְטָך → שֵׁ֜ בֶ ט‬.
* Entsprechendes gilt für
– die Dualform, z.B. ( ‫ ֶ ֜רגֶל‬, Fuß) → ‫ ֹ֜א ֶזן( ; ַרגְ ֜ ַליִ ם‬, Ohr) → ‫אָ זְ ֜ ַניִ ם‬. Vgl. auch
‫כּיִ ם‬ַ ֜ ‫( ִבּ ְר‬Knie) mit der Nachschlageform ‫ ֶ֜בּ ֶרְך‬, die vom üblichen Muster ab-
weicht.
– die Formen mit dem sogenannten ‫ה‬-locale, z.B. ‫( ֶ֜א ֶרץ‬Erde, Land) → ‫ַ֜א ְרצָ ה‬
‫( ַ֜בּיִ ת‬Haus) → ‫ ֵ֜בּיתָ ה‬.
** Bei den quṭl -Formen steht meist nicht das ursprüngliche u, sondern ein qām ́ æṣ
ḥāṭûp̄ .
108 § 7 Nominalbildungen und Zahlwörter

④ Problematischer ist der Plural.

Im status absolutus und vor den leichten Suffixen* ist die Ausgangsform um
eine Silbe erweitert**; z.B.
malk šibṭ qudš ’arṣ
aber ‫ְמלָ ִכים‬ ‫ְשׁבָ ִטים‬ ‫ָ ֽק ָד ִשׁים‬ ‫א ֲָרצוֹת‬
und ‫ְמלָ כַ י‬ ‫ְשׁבָ טַ י‬ ‫ָ ֽק ָדשַׁ י‬
* Als „leicht“ gelten alle Suffixe außer ‫כֶ ם‬/‫ כֶ ן‬und ‫הֶ ם‬/‫הֶ ן‬.
** Möglicherweise handelt es sich um eine Analogiebildung zu der Klasse der Nomina mit
zwei veränderlichen Vokalen, also z.B. zu ‫( ְדּבָ ִרים‬s. dazu u.).

Im status constructus und vor den schweren Suffixen* findet sich dagegen die
(erwartete) Ausgangsform; z.B.
malk šibṭ qudš ’arṣ
‫מַ ְלכֵ י‬ ‫ִשׁ ְבטֵ י‬ ‫קָ ְדשֵׁ י‬ ‫אַ ְרצוֹת‬
* Also ‫כֶ ם‬/‫ כֶ ן‬und ‫הֶ ם‬/‫הֶ ן‬, s.o.

⑤ Häufig vorkommende Segolata


‫ ֶ֜אבֶ ן‬fem. Stein ‫כּסֶ ף‬
ֶ ֜ Silber, Geld
‫ אֹ֜ הֶ ל‬Zelt ‫לחֶ ם‬
ֶ ֜ Brot, Speise, Nahrung
‫ ֶ֜אלֶ ף‬Rind, Tausend(schaft) ‫לַ֜ יִ ל‬/‫ליְ לָ ה‬
ַ ֜ Nacht, nachts
‫ ֶ֜א ֶרץ‬fem. Erde, Land ‫ ֜ ָמוֶת‬Tod
‫ ֶ֜בּ ֶגד‬Kleid(ung) ‫ ֜מַ ִ יִ ם‬Wasser
‫ ַ֜בּיִ ת‬Haus ‫ ֜ ֶמלֶ ְך‬König
‫ ַ֜בּעַ ל‬Besitzer, Herr, Ehemann, ‫֜ ַנעַ ר‬ Junge, Knecht, Knabe
Baal (Gott) ‫ֶנ֜פֶ שׁ‬ fem. „Seele“, (Kehle,
‫ֶ ֜דּ ֶרְך‬ Weg, Wandel Schlund), Leben(skraft)
‫ֶז ַ֜רע‬ Same, Saat, Nach- ‫֜ ֶעבֶ ד‬ Knecht, Diener
kommenschaft ‫֜ ַעיִ ן‬ fem. Auge, Quelle
‫חֹ֜ ֶדשׁ‬ Neumond, Monat ‫ ְפּ ִרי‬Frucht, Früchte
‫ ֜ ַחיִ ל‬Kraft, Vermögen, ‫ֹ֜ק ֶדשׁ‬ Heiliges, Heiligtum
Heer
‫ ֶ֜ק ֶרב‬Inneres, Mitte
‫ ֜ ֶחסֶ ד‬Güte, Gnade,
‫ ֶ ֜רגֶל‬Fuß
Treue, Loyalität
‫שׁבֶ ט‬
ֵ֜ Stab, Stamm
‫ ֜ ֶח ֶרב‬fem. Schwert
‫שׁעַ ר‬
ַ֜ (Stadt-)Tor
‫ֶי֜לֶ ד‬ Kind, Junge
‫ ֜ ָתּוְֶך‬Mitte
‫ ְכּ ִלי‬Gefäß, Werkzeug, Waffe
2. Nomina mit zwei veränderlichen Vokalen 109

7.2 Nomina mit zwei veränderlichen Vokalen (Tab XIV)


① Diese Klasse des Nomens wurde ausführlich in § 4.3.1f. behandelt.
Folgendes nur zur (Nach-)Hilfe:
Ausgangsform ist ein Nomen mit zwei kurzen (d.h., veränderlichen) Vokalen
(hier vom Typ qaṭal ), z.B.
u
dabar i Nach Abfall der Kasusendungen wird
a
– ́ æṣ,
das 1. a in offener Vortonsilbe zu einem Vortonqām
– das 2. a in der (Haupt-)Tonsilbe zu qāḿ æṣ gedehnt; → ‫ ָדּבָ ר‬,

– rückt der Ton weiter (beim st. cons. oder bei Anfügung von Suf-
fixen), wird
1. der Vortonvokal zu š ewa’ reduziert und
2. der Tonsilbenvokal in geschlossener Silbe zu einem kurzen
Vokal ( pátaḥ ) verkürzt; → ‫ְדּבַ ר־‬
in offener Silbe zu Vortonqām ́ æṣ gedehnt; → ‫; ְדּבָ ִרי‬
– rückt der Ton abermals weiter (im st. cons. Pl. und im Pl. bei den
„schweren“ Suffixen), kämen zwei Vorschlagsilben hintereinander
zu stehen. Um das zu vermeiden (s. dazu § 4.3.2.2), erhält
die 1. Silbe einen vollen Vokal, meist i,
die 2. Silbe š ewa’ quiescens (bzw. sog. š ewa’ medium) → ‫ ִדּ ְב ֵרי‬.

② Bei Nomina dieser Klasse, die als zweiten Vokal ein e haben (qaṭil-
Nomina), taucht dieses e nur dort auf, wo beim qaṭal -Typ in der
zweiten Silbe das qām ́ æṣ steht (ansonsten sind diese Formen in der
Vokalisation weitgehend identisch); z.B.
‫( ָזקֵ ן‬Sg. st. abs.) aber ‫( זְ קַ ן‬st. cons.);
‫( זְ קֵ נִ ים‬Pl. st. abs.) aber ‫( זִ ְקנֵי‬st. cons.).

③ Bei den III (tertiae) yod/he dieser Klasse wird ay (so noch in der
Poesie, z.B. ‫ )שָׂ ַדי‬meist zu ‫ ֶה‬kontrahiert (im st. cons. zu ‫) ֵה‬, an-
sonsten aber elidiert, ausgestoßen; z.B.
‫( שָׂ ֶדה‬Sg. st. abs.) und ‫( ְשׂ ֵדה‬st. cons.); aber
‫( שָׂ דוֹת‬Pl. st. abs.) ‫( ְשׂדוֹת‬st. cons.).
110 § 7 Nominalbildungen und Zahlwörter

④ Häufig vorkommende Nomina dieser Klasse


‫ אָ ָדם‬Mensch, Menschheit ‫ צָ בָ א‬Heer; Pl. Heerscharen
‫ בָּ קָ ר‬Rindvieh ‫ קָ הָ ל‬Versammlung, Gemeinde
‫ בָּ שָׂ ר‬Fleisch
‫ ָדּבָ ר‬Wort, Sache, Ereignis Verbaladjektive wie:
‫זָהָ ב‬ Gold ‫ כָּ בֵ ד‬schwer
‫ לֵ בָ ב‬Herz ‫זָקֵ ן‬ alt, Ältester
‫ חָ כָ ם‬weise, Weiser ‫חָ זָק‬ fest, stark, hart

7.3 Nomina mit verdoppeltem Endkonsonanten


(Tab XIV)
Hier gilt es nur, zwei Sachverhalte zu beachten (s. § 3.2.2 u. § 4.3.2b),
① bei allen Formen – abgesehen von dem Nachschlagewort, das im
Sg. st. abs. steht – taucht der dritte Radikal (wenn er kein Laryngal
oder ‫ ר‬ist) als dāgeš forte wieder auf und mit ihm
② der ursprüngliche kurze Vokal; z.B.
‫עָ ם‬/‫ עַ ם‬Volk aber ‫( עַ ִמּי‬ā → a; auch → i)
‫ עֵ ת‬Zeit ‫( ִע ִתּים‬ē → i)
‫ חֹק‬Satzung ‫( חֻ קַּ י‬ō → u; auch → å)

③ Häufig vorkommende Nomina dieser Klasse


‫ אֵ ם‬Mutter ‫ כַּ ף‬Hand(fläche)
‫ אַ ף‬Nase, Zorn (Du. ‫אַ ֜ ַפּיִ ם‬, auch: ‫ לֵ ב‬Herz
Angesicht) ‫עָ ם‬/‫עַ ם‬ Volk
‫ הַ ר‬Berg, Gebirge ‫עֵ ת‬ Zeit(punkt)
‫ חַ י‬lebendig, lebend ‫ַרב‬ viel, zahlreich, groß
‫חַ יִּ ים‬ Leben ‫רב‬
ֹ Menge
‫ חֹק‬Satzung, Festgesetztes ‫רע‬/‫ע‬
ָ ‫ַר‬ schlecht, böse
‫יָם‬ Meer ‫שַׂ ר‬ Oberster, Befehlshaber,
‫כָּ ל־‬/‫ כֹּ ל‬Gesamtheit, alle, jeder, ganz Beamter
4. Nomina mit einem veränderlichen Vokal in der vorletzten Silbe 111

7.4 Nomina mit einem veränderlichen Vokal


in der vorletzten Silbe (Tab XIV)
① Bei dem veränderlichen Vokal in der vorletzten Silbe handelt es
sich meistens um ein Vortonqām ́ æṣ (VQ), seltener um einVortonṣêrê
(VS). So gibt es eigentlich nur das Problem, dass man wissen muss
(s. § 4.3.1.3), dass der Vortonvokal bei weiterrückendem Ton* zu
š ewa’ (simplex oder compositum) reduziert wird; z.B.
‫ קָ דוֹשׁ‬Heilig(er) aber ‫ ָ ( ְקדוֹשׁ‬VQ → ְ )
‫ מֵ ִקים‬Aufstellend(er)** aber ‫ ֵ ( ְמ ִקים‬VS → ְ )
* Also bei allen Formen außer dem Nachschlagewort, dem Sg. st. abs.
** Part. Hif. von ‫( קוּם‬s. § 10.5.2 )

② Häufig vorkommende Nomina dieser Klasse


‫ אָ דוֹן‬Herr, Gebieter ‫ קָ רוֹב‬nahe, Nächster
‫גָּדוֹל‬ groß, Großer ‫ָרחוֹק‬ fern, Ferne
‫ כָּ בוֹד‬Gewicht, Ansehen, ‫שָׁ לוֹם‬ Heil, Friede, Wohlergehen
Herrlichkeit, Ehre
‫ לָ שׁוֹן‬Zunge, Sprache vgl. auch Nomina wie
‫יח‬
ַ ‫ מָ ִשׁ‬Gesalbter, gesalbt ‫זִ כָּ רוֹן‬ Andenken, Gedächtnis, Ge-
‫נ ִָביא‬ Prophet denken
‫ סָ ִביב‬Umkreis, ringsum ‫ בָּ רוְּך‬gesegnet, gepriesen
(Part. Pass. Qal → ‫)ברְך‬
‫עָ ו ֹן‬ Sünde, Schuld, Unheil
‫ מָ קוֹם‬Ort, Stelle, Platz
‫ קָ דוֹשׁ‬Heilig(er)

7.5 Nomina mit einem veränderlichen Vokal


in der letzten oder einzigen Silbe (Tab XIV)
① Qāḿ æṣ ( ָ ) wird bisweilen zu pátaḥ ( ַ ) verkürzt (so meist im Sg. st.
cons. und vor den „schweren“ Suffixen) oder zu š ewā’ reduziert
(so im Pl. st. cons. und vor den „schweren“ Suffixen); z.B.
Sg. st. cons. Pl. st. cons.
‫ִמ ְשׁפָּ ט‬ aber ‫ִמ ְשׁפַּ ט‬ aber ‫) ְ → ַ → ָ ( ִמ ְשׁ ְפּטֵ י‬
‫ָדּם‬ aber ‫ ַדּם‬aber ‫ְדּמֵ י‬
② Ṣêrê ( ֵ ) wird meist zu š ewā’ reduziert, seltener zu s egôl ( ֶ ) oder
112 § 7 Nominalbildungen und Zahlwörter

́
auch ḥîræq ( ִ ) verkürzt;
Pl. st. cons. mit Suffix
‫ֹישֵׁ ב‬ * aber ‫ֹי ְשׁבֵ י‬ aber ‫ֹישֶׁ ְבכֶ ם‬
‫שֵׁ ם‬ * aber ‫ְשׁמוֹת‬ aber ‫ִשׁ ְמכֶ ם‬
* So auch Sg. st. cons.

③ S egôl in der letzten Silbe weist auf die Herkunft von Verba
Tertiae (III) he/yod hin; → dort § 10.6.2;
Sg. st. cons. Pl. st. abs.
‫ראֶ ה‬
ֹ aber ‫רֹאֵ ה‬ aber ‫ר ִֹאים‬

④ Häufig vorkommende Nomina dieser Klasse


‫ אוֹיֵב‬Feind ‫עוֹלָ ם‬ Ewigkeit; unbestimmte, ferne
‫ ָדּם‬Blut; Pl. Blut, Blutschuld Zeit
‫יָד‬ fem. Hand, Gewalt ‫עֵ ץ‬ Baum, Bäume; Pl.
Holz(stücke)
‫ כֹּהֵ ן‬Priester
‫ פָּ נִ ים‬Gesicht, Oberfläche
‫ ִמ ְדבָּ ר‬Wüste, Steppe
‫ קָ ְרבָּ ן‬Darbringung, Opfergabe
‫ ִמזְ בֵּ ַח‬Altar
‫רֹאֶ ה‬ (Part.) Seher, Sehend(er)
‫ מַ ְלאָ ְך‬Bote, Engel
‫רֹפֵ א‬ (Part.) Arzt, Heilend(er)
‫ ִמ ְספָּ ר‬Zahl
‫שֵׁ ם‬ Name
‫ ִמ ְשׁפָּ ט‬Gericht, Recht(ssache), (das)
Wesenseigene, -gemäße ‫שָׁ נָה‬ Jahr
‫עוֹלָ ה‬ (Brand-)Opfer ‫שֹׁפֵ ט‬ (Part.) Richter, Retter

Anm.: Abschließend sei noch einmal darauf hingewiesen, dass


- hier nur eine Auswahl der Nomen-Klassen erwähnt wurde,
- man die Klassifizierung und die Beschreibung der Details der Vokalisation noch
erheblich erweitern könnte. Darauf wurde bewusst verzichtet, da andere Lernstoffe
von erheblich größerer Bedeutung sind.

7.6 Nomina besonderer Bildung (Tab XV)


Diese Nomina sind sehr häufig, im Kontext aber bisweilen nur schwer zu
erkennen. Es ist deshalb von besonderer Wichtigkeit, dass
– diese Nomina als Vokabeln (hauptsächlich 15) sicher beherrscht
werden und
– man sich zusätzlich einige Formen (ca. 30) wie Vokabeln einprägt.
① ‫„ אָ ב‬Vater“; der st. cons. endet merkwürdigerweise auf ein î *: ‫א ִבי‬
ֲ
6. Nomina besonderer Bildung 113

(dagegen ‫„ אָ ִבי‬mein Vater“; ‫ – אָ ִביו‬auch ‫„ – אָ ִ֜ביהוּ‬sein Vater“); der


Plural hat die Endung ôt**: ‫„ אָ בוֹת‬Väter“.
* Die Herkunft dieses î wird unterschiedlich erklärt (zu einem Versuch s. § 6.4; 5.
Anm. „î compaginis“).
** Entsprechendes gilt für die Endung ôt (s. § 6.7; 2. Anm. „Vereinzelungsendung“).

② ‫„ אָ ח‬Bruder“ wird im Sg. wie ‫ אָ ב‬gebildet, also: st. cons. ‫א ִחי‬ֲ (dage-
gen ‫„ אָ ִחי‬mein Bruder“); der Pl. aber lautet ‫( אַ ִחים‬st. cons. ‫)אֲחֵ י‬.

③ ‫„ אָ חוֹת‬Schwester“; der Pl. st. abs. ist nicht belegt. Er müsste aber
‫ *אַ ְחיוֹת‬lauten, wie aus den Suffixformen leicht zu erschließen ist,
z.B. ‫אַ ְחיוֹתֵ ְך‬.

④ ‫„ בֵּ ן‬Sohn“; als st. cons. begegnet entweder ‫ בֶּ ן‬oder ‫ ; ִבּן‬der Pl. st.
abs. hat ein Vortonqām ́ æṣ (‫)בָּ נִ ים‬, dementsprechend der st. cons. ein
šewā’ (‫) ְבּנֵי‬. Wie zu erwarten (s.o. bei den Segolata) werden die
„leichten“ Suffixe an die Form des st. abs. angefügt (‫)בָּ נַי‬, die
„schweren“ dagegen an die Form des st. cons. (‫) ְבּנֵיכֶ ם‬.

⑤ ‫„ בַּ ת‬Tochter“ geht auf bînt* zurück. Das assimilierte nun taucht


bei den Formen mit Suffix im Singular als dāgeš forte auf (‫) ִבּ ִתּי‬. Der
́ æṣ (‫)בָּ נוֹת‬, der st. cons. folglich ein
Pl. st. abs. hat ein Vortonqām
šewā’ (‫) ְבּנוֹת‬.

⑥ ‫„ ִאישׁ‬Mann“ bildet den unregelmäßigen Pl. ‫ָשׁים‬


ִ ‫אנ‬
ֲ , st. cons. ‫אַ נְ שֵׁ י‬.

⑦ ‫„ ִאשָּׁ ה‬Frau“. Das dāgeš forte weist auf ein assimiliertes nun hin.
Unregelmäßig werden der st. cons. (‫ ֵ֜אשֶׁ ת‬, mit Suffix ֹ‫„ ִא ְשׁתו‬seine
Frau“) und der Pl. (‫ ָנ ִשׁים‬, st. cons. ‫ § → נְ שֵׁ י‬6.7; 2. Anm.) gebildet.

⑧ ‫„ ַ֜בּיִ ת‬Haus“ (st. cons. ‫ )בֵּ ית‬hat den merkwürdigen Pl. ‫בָּ ִתּים‬
(qām ́ æṣ, das oft durch mǽtæg gesichert wird, und dāgeš forte im
taw ; vgl. den st. cons. ‫)בָּ תֵּ י‬. Vorsicht! Pluralformen werden oft mit
‫( בַּ ת‬Tochter) verwechselt.

⑨ ‫„ ִעיר‬Stadt“ bildet ebenfalls den Pl. mit qām


́ æṣ ‫עָ ִרים‬, ‫עָ ֵרי‬.

⑩ ‫„ יוֹם‬Tag“ hat im Pl. auch ein qām ́ æṣ (‫) ָי ִמים‬, dieses aber ist ein Vor-
tonqāḿ æṣ ; der st. cons. lautet also ‫יְ מֵ י‬, mit ‫ § → ְבּ‬4.3.2.2a ‫„ ִבּימֵ י‬in
den Tagen des …“ (vgl. dagegen ‫„ יָם‬Meer“, Pl. ‫) ַי ִמּים‬.

⑪ ‫„ פֶּ ה‬Mund“ bildet den Sg. st. cons. auf î: ‫( ִפּי‬die Form mit Suffix
114 § 7 Nominalbildungen und Zahlwörter

der 1. com. Sg. ist gleichlautend!).

⑫ ‫„ ֜ ַמיִ ם‬Wasser“, der st. cons. lautet ‫ מֵ י‬oder redupliziert (so immer
vor Suffixen) ‫מֵ ימֵ י‬.

⑬ ‫„ שָׁ ֜ ַמיִ ם‬Himmel“ hat (entsprechend zu ‫ ) ֜ ַמיִ ם‬den st. cons. ‫ ְשׁמֵ י‬.

⑭ ‫„ ר ֹאשׁ‬Haupt, Gipfel, Spitze“ bildet (wie ⑧ u. ⑨) einen Pl. mit


́ æṣ : ‫אשׁים‬
qām ִ ‫ ָר‬.

⑮ ‫„ אָ מָ ה‬Magd“ (nicht zu verwechseln mit ‫„ אַ מָּ ה‬Elle“) hat den un-


regelmäßigen Pl. ‫אֲמָ הוֹת‬.

7.7 Zahlwörter (Tab XVI)


Das Zählsystem des Hebräischen ist etwas befremdlich, ziemlich
kompliziert und sehr variantenreich. Auf Details einzugehen ist daher
nicht hilfreich.

① Wichtig ist, dass man die Zahlen 1 bis 10 (besser bis 12) wie die
***-Vokabeln beherrscht und diese auswendig aufsagen kann (am
leichtesten lernt sich die dritte Kolumne Tab XVI).

② Die hebräischen Zahlwörter sind Abstrakt-Nomina („Dreiheit,


Vierheit“ usw.) und können dementsprechend im st. abs. oder st.
cons. gebraucht sein und Suffixe haben (z.B. ‫„ ְשׁנֵיהֶ ם‬ihre Zwei-
heit, sie beide“, Gen 22,6.8).
Ausnahmen gelten für „eins“ und „zwei“: Nachgestelltes ‫אֶ חָ ד‬/‫ אַ חַ ת‬ist oft betont:
„ein(e) einzige(r)“; z.B. ‫ ְבּנֵי ִאישׁ־אֶ חָ ד‬Söhne eines einzigen Mannes (Gen 42,13);
‫( ִאשָּׁ ה אַ חַ ת‬und es warf) eine einzige Frau (Ri 9,53);
‫ ְשׁ ֜ ַניִ ם‬/‫ ְשׁ ֜ ַתּיִ ם‬sind Abstrakt-Duale (zur Vokalisation und
den Aussprachemöglichkeiten → § 4.4.1).

③ Merkwürdigerweise steht bei den Zahlwörtern ab 3


– ein „feminines“ Zahlwort, wenn das Gezählte maskulin ist und
umgekehrt
– ein „maskulines“ Zahlwort, wenn das Gezählte feminin ist; z.B.:
‫„ ְשֹׁלשָׁ ה בָ נִ ים‬drei Söhne“ (eine Dreiheit, näml. Söhne)
‫„ בָּ נוֹת שָׁ לוֹשׁ‬drei Töchter“ (Töchter, näml. eine Dreiheit)
7. Zahlwörter 115

Diese Merkwürdigkeit erklärt sich möglicherweise über die Annahme, dass die
sog. Feminin-Endung ‫ת‬/‫ ה‬ursprünglich (auch) als Vereinzelungsendung diente (
→ § 6.7; 2. Anm.). Da beim Zählen beispielhaft „vereinzelt“ wird, gilt, dass in der
Verbindung von Zahlwort und Gezähltem ein Vereinzelungssignal auftauchen
muss. Entweder steht das Signal (‫ת‬/‫ )ה‬beim Zahlwort oder aber beim Gezählten.

④ Die Verbindung von Zahlwort und Gezähltem wird unterschied-


lich realisiert:
1. das Zahlwort steht im st. cons.; z.B.
‫„ ְשׁ ֹ֜לשֶׁ ת י ִָמים‬drei Tage“ (eine Dreiheit von Tagen)
2. das Gezählte ist Apposition
‫„ ְשֹׁלשָׁ ה בָ נִ ים‬drei Söhne“ (eine Dreiheit, näml. Söhne)
3. das Zahlwort ist Apposition
‫„ בָּ נוֹת שָׁ לוֹשׁ‬drei Töchter“ (Töchter, näml. eine Dreiheit)

⑤ Die Zahlen größer als 10 lassen sich meist erschließen bzw. errech-
nen. Wissen muss man noch:
1. Zu den Normalformen von 11 und 12 gibt es je eine Variante:
11 (‫ אַ חַ ד עָ שָׂ ר‬bzw. ‫)אַ חַ ת עֶ ְשׂ ֵרה‬: ‫ עַ ְשׁתֵּ י עָ שָׂ ר‬bzw. ‫עַ ְשׁתֵּ י עֶ ְשׂ ֵרה‬
12 (‫ ְשׁנֵים עָ שָׁ ר‬bzw. ‫) ְשׁתֵּ ים עֶ ְשׂ ֵרה‬: ‫ ְשׁנֵי עָ שָׂ ר‬bzw. ‫ְשׁתֵּ י עֶ ְשׂ ֵרה‬
2. Die Zahlwörter lauten für:
20 ‫ →( עֶ ְשׂ ִרים‬dazu unten),
100 ‫( מֵ אָ ה‬Pl. ‫)מֵ אוֹת‬
1.000 ‫ֶ֜אלֶ ף‬ (Pl. ‫)אֲלָ ִפים‬
10.000 ‫ְרבָ בָ ה‬ (auch (‫) ִרבּוֹ)א‬

3. Die Pluralbildung ‫ ִים‬entspricht im Deutschen „…zig“,


z.B. ‫„ ִשׁ ִשּׁים‬sechzig“
4. 200 (‫אתיִ ם‬
ַ ֜ ָ‫ )מ‬und 2.000 (‫ )אַ ְל ֜ ַפּיִ ם‬werden jeweils mit dem Dual
gebildet. (Das dürfte wohl auch für 20 gelten, sodass mit ‫ עֶ ְשׂ ִרים‬möglicher-
weise eine Fehlvokalisation für ‫ עֶ ְשׂ ַ ֜ריִ ם‬vorliegt).

⑥ Die Ordinalia („erstens, zweitens, usw.“)


1. werden nur von den Zahlen 1 bis 10 gebildet, und zwar durch
2. das ‫( ִי‬fem. ‫ ) ִית‬der Zugehörigkeit (→ § 6.2.2) und einem î vor
dem
letzten Konsonanten, z.B. (‫„ ח ֲִמי ִשׁי)ת‬fünfter (fünfte)“.*
3. Nur für „erster, erste“ wird eine eigene Vokabel gebraucht
‫ ִראשׁוֹן‬/‫( ִראשׁוֹנָה‬auch für „frühere, vormalige, erstere“).
* ‫שֵׁ נִ י‬/‫ שֵׁ נִ ית‬haben nur die Endung der Zugehörigkeit, ‫ שֵׁ נִ ית‬steht auch als
Abkürzung für „ein zweites Mal“ (z.B. Gen 22,15).
‫‪116‬‬ ‫‪§ 7 Nominalbildungen und Zahlwörter‬‬

‫⑦‬ ‫‪Sonstiges:‬‬
‫‪1. Das Gezählte steht meist im Plural. Einige im Zusammenhang‬‬
‫‪ „Tag“,‬יוֹם ‪ִ „Mann“,‬אישׁ ‪mit Zahlen häufig benutzte Wörter wie‬‬
‫“‪ֶ ֜ „Seele, Leben‬נפֶ שׁ ‪ַ ֜ „Mal“ und‬פּעַ ם ‪ „Jahr“,‬שָׁ נָה ‪ֹ֜ „Monat“,‬ח ֶדשׁ‬
‫‪bleiben im Singular, vgl. im Deutschen „tausend Mann“.‬‬
‫‪ְ „je zwei“ (Gen‬שׁ ַנ֜יִ ם ְשׁ ַנ֜יִ ם ‪2. Man beachte noch Wendungen wie:‬‬
‫‪ְ „unge-‬כּעֶ֜ שֶׂ ר שָׁ נִ ים ;)‪ „sieben Mal“ (Gen 33,3‬שֶׁ֜ בַ ע ְפּעָ ִמים ‪7,9),‬‬
‫‪fähr zehn Jahre“ (Ruth 1,4).‬‬
‫)‪Vokabel- und Formensammlung (zur Auflösung s. S. 191‬‬
‫יוֹם‬ ‫יָם‬ ‫ְדּבָ ֶ ֜ריָך‬ ‫יאים‬
‫הַ נְּ ִב ִ‬ ‫יח‬
‫מָ ִשׁ ַ‬ ‫א(‬
‫ִבּ ִתּי‬ ‫חוֹתי‬
‫א ִ‬ ‫ֲ‬ ‫אָ בוֹת‬ ‫י ִָמים‬ ‫י ִַמּים‬ ‫ב(‬
‫֜ ַפּעַ ם‬ ‫אַ נְ שֵׁ י‬ ‫ָשׁים‬
‫נ ִ‬ ‫ֶ֜אלֶ ף‬ ‫בָּ תֵּ י‬ ‫ג(‬
‫זִ ְקנֵי‬ ‫א ָרצוֹת‬
‫ֲ‬ ‫אָ זְ ַנ֜יִ ם‬ ‫ֹלשׁים‬
‫ְשׁ ִ‬ ‫מֵ אוֹת‬ ‫ד(‬
‫‪Seltenere Formen und Vokabeln‬‬
‫ָ ֽראשֵׁ יהֶ ם‬ ‫וַ ֽ עֲבָ ַדי‬ ‫אַ ֜ ַפּיִ ם‬ ‫אַ ְחיֹתָ יו‬ ‫ְבּ ִלבָּ ם‬ ‫ה(‬
‫ְבּ ָ ֽע ֵריהֶ ם‬ ‫אַ ְלמָ נָה‬ ‫עַ ְלמָ ה‬ ‫אֲמָ הוֹת‬ ‫אַ מּוֹת‬ ‫ו(‬
‫‪Vokabeln und Formen unterschiedlicher Herkunft‬‬
‫ְמלָ ֜ ֵכינוּ‬ ‫מַ ְלכָּ ה‬ ‫מַ ְלאֲכֵ י‬ ‫עַ ִמּים‬ ‫ִעמָּ ם‬ ‫ז(‬
‫ִמ ְדּבַ ר‬ ‫ִמ ְדבָּ ר‬ ‫בֵּ ינִ י‬ ‫ְבּנִ י‬ ‫ִמ ְמָּך‬ ‫ח(‬
‫‪Wendungen und Sätze‬‬
‫בַּ יּ ִָמ֣ים הָ ֔ ֵהם חָ ָל֥ה ִחזְ ִקיָּ ֖הוּ לָ מ֑ וּת‬ ‫יכם׃‬
‫א ֹֽבתֵ ֶ ֽ‬
‫ימ֥י ֲ‬
‫יכם וְ ִ ֖אם ִבּ ֵ‬
‫ִבּימֵ ֔ ֶ‬

‫אָ נ ִֹכי ֙ מָ גֵ ֣ ן לָ֔ ְך ְשׂכָ ְרָך֖ הַ ְר ֵבּ֥ה ְמ ֹֽאד׃‬ ‫תּם‬


‫שׁי־בָ נָ ֛יו ִא ָ ֖‬
‫וּשׁ ֹ֧לשֶׁ ת נְ ֵ ֽ‬
‫וְ ֵא֣שֶׁ ת ֹ֗נ ַח ְ‬

‫ָהב׃‬
‫רם כָּ ֵב֣ד ְמ ֹ֑אד בַּ ִמּ ְק ֶנ֕ה בַּ ֶכּ֖סֶ ף וּבַ זּ ָ ֽ‬
‫וְ אַ ְב ָ ֖‬
‫)פ"נ ;ל"ה ‪Zur Wiederholung (vorausgesetzt werden die Verbklassen:‬‬
‫חד׃‬
‫ת־אמּ֑ וֹ וְ ָד ַב ֣ק ְבּ ִא ְשׁ ֔תּוֹ וְ הָ י֖וּ ְלבָ ָשׂ֥ר אֶ ָ ֽ‬
‫ִ‬ ‫ָב־אישׁ אֶ ת־אָ ִ ֖ביו וְ אֶ‬
‫עז ִ ֔‬
‫עַ ל־כֵּ ן ֙ יַ ֽ ֲ‬
‫ן־תּ ְשׁ ִע֥ים שָׁ נָ ֖ה וְ ֵת֣שַׁ ע שָׁ ִנ ֑ים‬
‫וַיְ ִה֣י אַ ְב ָ ֔רם בֶּ ִ‬
‫ישׁי וַיִּ שָּׂ֨ א אַ ְב ָר ָה֧ם אֶ ת־עֵ ינָ ֛יו וַיַּ ֥ ְ רא אֶ ת־הַ מָּ ק֖ וֹם מֵ ָר ֹֽחק׃‬
‫בַּ יּ֣וֹם הַ ְשּׁ ִל ִ֗‬
‫י־חיִ ל׃‬
‫ל־א֖לֶּ ה אַ נְ שֵׁ ָ ֽ‬
‫ֵ‬ ‫וַ ֽ יִּ ְפּלוּ ֙ ִמ ִבּנְ י ִָ֔מן ְשׁמֹנָ ֽה־עָ ָשׂ֥ר ֶא֖לֶ ף ִא֑ישׁ אֶ ת־כָּ‬
‫ת־תּ ִפלָּ ֔ ֶתָך‬
‫ְ‬ ‫ֹֽכּה־אָ ַמ֤ר יְ ה ָוה ֙ אֱֹלהֵ י ֙ ָדּ ִו ֣ד אָ ִ֔ביָך שָׁ ֨ ַמ ְע ִתּי ֙ אֶ‬
‫ישׁי תַּ ע ֲֶל֖ה ֵבּ֥ית יְ הוָ ֽה׃‬
‫רפֶ א לָ֔ ְך בַּ יּוֹם ֙ הַ ְשּׁ ִל ִ֔‬
‫ת־דּ ְמעָ ֶתָ֑ך ִהנְ נִ י ֙ ֣ ֹ‬
‫יתי אֶ ִ‬
‫ָר ִ ֖א ִ‬
§ 8 Das Verb

8.1 Allgemeines

Das Verb („Zeitwort, Tätigkeitswort“) wird meist unterteilt in:


 transitive Verben, d.h., solche Verben, die ein Akkusativobjekt
„fordern“ und die in das Passiv transformiert werden können
(z.B. „schlagen“, „suchen“), und
 intransitive Verben, d.h., solche Verben, die nicht „zielorientiert“
sind, also keinen Akkusativ „fordern“ und kein persönliches
Passiv bilden können (z.B. „blühen“, „gehen“).
Für das Hebräische ist es sinnvoll, eine weitere Unterscheidung vorzu-
nehmen, die zwischen den genannten Handlungsverben* (Qal I) und den

 Zustandsverben** (Qal II) wie ‫„ כָּ בֵ ד‬schwer, angesehen sein/


werden“, ‫„ זָקֵ ן‬alt sein/werden“. Solche Verben werden im
Deutschen meist durch ein Adjektiv und eine Form der Hilfs-
verben „sein/werden“ ausgedrückt.
* Diese Verben werden bisweilen auch fientische Verben genannt.
** Die Bezeichnung „Zustandsverben“ zielt im Hebräischen auf eine andere Gruppe
von Verben (→ dazu u. § 8.3) als im Deutschen (z.B. „wissen, verstehen“); deshalb
spricht man besser von stativischen Verben.
118 § 8 Das Verb

8.1.1 Übersicht zum Aufbau einer Verbform

Suffixe Affixe Afformative Lexem* Präformative Präfixe


s. § 5.3 nur Personen- (Wurzel) Stammes- proklitische Elemente
u. beim kennzeichen III. II. I. kennzeichen
Tab Part. ‫ה‬ ‫נ‬ s. § 5.3; abgesehen
XIII s. ‫ת‬ Radikal ‫ה‬ von ‫ ו‬und ‫ה‬-inter.
§ 6.1 ‫ִתי‬ ‫הת‬ kommen diese nur
‫וּ‬ (‫**מ)ת‬ bei den Nominalfor-
‫תֶ ן‬/‫תֶ ם‬ Personenk.*** men (Inf. und Part.)
‫נוּ‬ ‫י‬ vor.
‫ִי‬ ‫ת‬
‫וּ‬ ‫א‬
‫נָה‬ ‫נ‬

z.B. ‫( וַיִּ ְמשָׁ חֲָך‬1. Sam 15,17); ֹ‫וּמשַׁ ְחתּו‬


ְ (1. Sam 9,16)
‫ך‬ ‫משׁח‬ ‫י‬ ‫ו‬
‫ו‬ ‫ת‬ ‫משׁח‬ ‫ו‬
* Im Lexikon unvokalisiert.
** Nur beim Part.
*** Alle Personenkennzeichen + ‫ = ת‬Stamm-Hitpa‘el.

8.1.2 Das Nachschlage„wort“ und die Zitationsform

Das Nachschlagewort (Lexem, Wurzel) besteht in der Regel aus drei


Konsonanten (Radikalen), die meist ohne Vokale aufgeführt werden. Wird
die Wurzel vokalisiert, so geschieht dieses nach der 3. masc. Sg. der
Afformativkonjugation (s. dazu u.); z.B. das Lexem
‫„ כ ת ב‬schreiben“ (vokalisiert: ‫„ כָּ תַ ב‬er hat geschrieben“);
oder: ‫ל‬ ‫ט‬ ‫„ ק‬töten“ (vokalisiert ‫„ קָ טַ ל‬er hat getötet“).
III. II. I. Radikal
2. PK und AK 119

8.2 Präformativ- und Afformativkonjugationen (PK und AK)


Das Hebräische hat zwei Konjugationen. Eine bezeichnet die Person (er,
sie, du, ich …) vor allem durch ein Element vor der Wurzel (Präformativ).
Terminus: Präformativkonjugation (PK)
(herkömmliche Bezeichnung: Imperfekt).
Die andere durch ein Element, das hinter der Wurzel steht (Afformativ).
Terminus: Afformativkonjugation (AK*)
(herkömmliche Bezeichnung: Perfekt).
* Bisweilen auch SK (Suffixkonjugation) genannt; die Begriffe „Suffixe, Afformative“
werden dann anders als hier verwendet.

Übersicht über die finiten Verbformen (Formen mit Personenbezeich-


nung):
PK Imperativ AK
Sg.
3. masc. er xxx ‫י‬ xxx
3. fem. sie xxx ‫תּ‬ ‫ ָה‬xxx
2. masc. du xxx ‫תּ‬ **(‫)ה‬xxx ***(‫ תָּ )ה‬xxx
2. fem. du *(‫ י)ן‬xxx ‫תּ‬ ‫ י‬xxx ‫ ְתּ‬xxx
1. com. ich xxx ‫א‬ ‫ ִתּי‬xxx

Pl.
3. masc. sie *(‫ וּ)ן‬xxx ‫י‬ com. ‫ וּ‬xxx
3. fem. sie ‫ נָה‬xxx ‫תּ‬
2. masc. ihr *(‫ וּ)ן‬xxx ‫תּ‬ ‫ וּ‬xxx ‫ תֶּ ם‬xxx
2. fem. ihr ‫ נָה‬xxx ‫תּ‬ ‫ נָה‬xxx ‫ תֶּ ן‬xxx
1. com. wir xxx ‫נ‬ ‫ נוּ‬xxx

* nun paragogicum = Endungs-nun. Die Funktion dieses nun ist weitgehend unbekannt.
Es findet sich vor allem bei Pausal-Formen in altertümlichen oder altertümelnden
Texten.
** Zum sog. he- paragogicum vgl. § 8.2 + 8.5.3+4
*** Besonders bei der 2.m.Sg. Qal von ‫ נתן‬und entsprechenden Formen der ‫ ל"ה‬Verben,
aber auch sonst gelegentlich findet sich statt ָ‫ תּ‬das Afformativ ‫תָּ ה‬.
120 § 8 Das Verb

8.3 Zum Gebrauch der Konjugationen (PK/AK)

8.3.1 Übersetzungs- und Analysehilfe

Bislang ist weitgehend nicht zureichend geklärt, was durch die Präfomativ-
und Afformativkonjugation ausgedrückt werden soll*. Als Übersetzungs-
hilfe kann vor allem für erzählende Texte** folgende Übersicht dienen:

Form Beispiel Bezeichnung (herkömmlich) Wiedergabe


PK + ּ ‫ַו‬ ‫וַיִּ ְקטֹל‬ Narrativ Imperfekt / Perfekt
(Impf. + ‫ו‬-consecutivum)
PK + ְ‫ו‬ ‫וְ יִ ְקטֹל‬ PK + ְ‫ו‬ Futur / Präsens
(Impf. + ‫ו‬-copulativum)
(x)PK ‫יִ ְקטֹל‬ PK (Impf.) Futur / Präsens
‫ו‬AK ‫וְ קָ טַ ל‬ ‫ו‬AK „Folgetempus“
(Perf. + ‫ו‬-consecutivum In Anlehnung an das
+ ‫ו‬-copulativum) vorausgehende bzw.
übergeordnete Verb
(x)AK ‫קָ טַ ל‬ AK Perfekt/Plusquamperfekt/
(Perf.) Imperfekt

1. Anm.: (*) Es wird immer wieder versucht, durch neue Fragestellungen und feinere
Kategorisierungen die „Tempusfrage“ für das Hebräische besser zu klären. In den folgen-
den Abschnitten werden einige Differenzierungen erwähnt; hier sei aber schon darauf
hingewiesen, dass es sehr sinnvoll ist, bei dem Gebrauch von PK bzw. AK zu unter-
scheiden (wie das auch in anderen Sprachen geschieht) zwischen
Hauptfunktion, z.B. im Deutschen „Du trinkst (gerade Tee)“, Gegenwart, unabge-
das Präsens schlossen;
Nebenfunktion „Du trinkst (jetzt die Milch, oder Du …)“‚
Zukunft, direktiv/imperativ;
Leerlauffunktion „Du trinkst“, Gewohnheit, Beruf, genereller,
allgemeingültiger Sachverhalt usw.; extratemporal,
unabgeschlossen.
In der hier gegebenen Übersicht geht es zunächst nur um die Hauptfunktion.

2. Anm.: (**) Mit der Prosa wird nur eine der Großgattungen (s. § 5.1.1 Texttypen, s. dort
auch zur Poesie) herausgegriffen. Doch auch hier ist auf mehr als nur auf den AK-/PK-
Gebrauch zu achten, z.B. auf die besonderen Signale für die Gattung (s. § 5.1.2 Textart ),
bzw. die einzelnen Sprechakte (1. Wird dar- bzw. festgestellt? [repräsentativ, darstellend ]; 2.
3. Zum Gebrauch der Konjugationen 121

Wird gebeten, befohlen oder geraten? [direktiv, auslösend ]; 3. Wird gedroht, versprochen
oder gelobt? [kommissiv ]; 4. Wird gedankt, beglückwünscht oder entschuldigt? [expressiv ];
oder fallen 5. Sprechhandlung und Wirklichkeit zusammen? [deklarativ ; s.u. zum
Koinzidenzfall ]).
Auf jeden Fall sind die gegebenen Hintergrundinformationen zu berücksichtigen und ist
mit einer kontrollierten Erwartungshaltung dem Text(gefälle) zu folgen. Im Zweifelsfalle
sollte man auf die Notetik (s. S. 59) zurückgreifen und die un- bzw. missverständlichen
Sachverhalte notieren.

8.3.2 Zur Übersetzung der Konjugationen

 Narrativ (Narr.) wird das Erzähltempus – im Deutschen Imperfekt


(umgangssprachlich auch Perfekt) bzw. Präteritum – genannt.
Weiterhin drückt der Narrativ den Progress – also den Handlungs-
bzw. Erzählfortschritt – in der Vergangenheit aus.
Wichtig: Ein Narr. steht regelhaft in Erstposition im Satz, d.h., dem
Narr. kann im Normalfall kein Satzteil vorausgehen. So gibt es
auch keinen verneinten Narr.; an seine Stelle tritt ein Satz mit
(x)AK.

 Die Bezeichnungen Imperfekt (Impf.) und Perfekt (Perf./Pf.) finden


sich vor allem in der älteren Sekundärliteratur, aber auch in den
wichtigsten Lexika. Sie beziehen sich auf die „ältere Aspekt-
theorie“, die annimmt, dass im Hebräischen durch AK und PK ur-
sprünglich an erster Stelle nicht die Tempora, die Zeitstufen (Gegen-
wart, Vergangenheit, Zukunft), sondern die Aspekte unabgeschlossen
(Imperfekt) oder abgeschlossen (Perfekt) bezeichnet werden sollten.
Die Frage nach dem Aspekt (den Zeitablaufverhältnissen) bleibt
weiterhin von großer Bedeutung. Zusätzlich bezeichnet in der
älteren Terminologie consecutivum die Folge (Folgetempus) und
copulativum die Aneinanderreihung oder Verbindung.

 Bei PK + ְ‫ ו‬wird diskutiert, ob dadurch eine „zeitliche/logische


Folge“ („sodass, damit“) ausgedrückt werden kann oder soll; z.B.
‫ל ֹא ִאישׁ אֵ ל וִ יכַ זֵּב‬ Nicht ein Mensch ist Gott, dass er lüge,
‫וּבֶ ן־אָ ָדם וְ יִ ְתנֶחָ ם‬ und (nicht) ein Menschenkind, dass er anderer Meinung
würde. (Num 23,19a)
Diese Frage ist wahrscheinlich
– nur im Zusammenhang mit der (PK) Langform (LF)- /
Kurzform (KF)-Debatte (s. dazu unten) und
– vor allem der nach der Ein- und Zuordnung des Unter-
suchungsmaterials (s. § 5.0.1) zu klären.
122 § 8 Das Verb

 (x) PK (das x steht für jeden beliebigen Satzteil, der vor dem Verb
steht) wird in Nebenfunktion für die wiederholte Handlung (den
Iterativ bzw. Frequentativ)* gebraucht, dieses dann extratemporal,
also auf allen drei Zeitstufen. Der Satz mit (x)PK wird meist durch
einen Satz mit ‫ו‬AK fortgesetzt; z.B.
‫ַויּ ְַרא וְ ִהנֵּה ְבאֵ ר ַבּשָּׂ ֶדה‬ Und er (Jakob) schaute, und siehe (da war) ein Brun-
‫וְ ִהנֵּה־שָׁ ם ְשֹׁלשָׁ ה עֶ ְד ֵרי‬ nen auf (‫ ) ְבּ‬dem Feld, und siehe, dort lagerten (Part.)
‫יה ִכּי‬ ָ ֶ‫צ ֹאן רֹ ְב ִצים עָ ל‬ drei Kleinvieh-Herden an ( ‫ )עַ ל‬ihm; denn von jenem
‫ַשׁקוּ‬ ְ ‫ִמן־הַ ְבּאֵ ר הַ ִהוא י‬ Brunnen tränkten sie (x PK = pflegten sie zu tränken)
‫הָ ע ֲָד ִרים … וְ נֶאֶ ְספוּ־שָׁ מָּ ה‬ die Herden … Und es versammelten sich ( ‫ו‬AK )
‫כָ ל־הָ ע ֲָד ִרים‬ dorthin alle Herden …“ (Gen 29,2f.)
* Entsprechendes gilt auch für die andauernde (durative) Handlung (die aber häufiger –
wie auch oben – durch ein Partizip ausgedrückt wird). (x)PK steht auch nach ‫֜ ֶט ֶרם‬
„noch nicht“ und meist auch bei generellem bzw. allgemeingültigem Sachverhalt; z.B.
‫אוָה נִ ְהיָה תֶ ע ֱַרב ְלנָפֶ שׁ‬
ֲ ַ‫תּ‬ Erfülltes Verlangen tut der Seele gut … (Prov 13,19)

Weiterhin wird die PK in Neben- bzw. Leerlauffunktion in modaler


Bedeutung („wollen, sollen, können, dürfen usw.“) gebraucht, z.B.
ֹ‫ֶוא ֱִלישָׁ ע ָחלָ ה אֶ ת־חָ ְליו‬ Elisa aber war erkrankt an (‫ )אֶ ת־‬der (seiner) Krank-
ֹ‫אֲשֶׁ ר יָמוּת בּו‬ heit, an (‫ ) ְבּ‬der er sterben würde / sollte (PK).
(2 Kön 13,14)
‫ַויַּעַ שׂ לוֹ שָׁ ם ֻסכָּ ה ַויֵּשֶׁ ב‬ … und er (Jona) baute sich dort eine Hütte, und er
‫תַּ ְחתֶּ יהָ בַּ צֵּ ל עַ ד אֲשֶׁ ר‬ setzte sich in sie (‫ ) ֜ ַתּחַ ת‬in den Schatten, bis dass er
‫יִ ְראֶ ה מַ ה־יִּ ְהיֶה ָבּ ִעיר‬ sähe (PK), was geschehen würde (PK) mit/in (‫ ) ְבּ‬der Stadt.
(Jon 4,5)
Auch nach ‫„ אָ ז‬damals, dann“ – hier wohl in der Funktion des
Narrativ-Kennzeichens – steht häufig die PK; z.B.
‫מה ָבּמָ ה‬
ֹ ‫אָ ז יִ ְבנֶה ְשֹׁל‬ Damals baute Salomo eine Kulthöhe … (1 Kön 11,7)

 ‫ו‬AK ist wohl die problematischste, aber auch interessanteste Form,


die noch sehr viel Forschungsarbeit verlangen dürfte. Quasi als
Übergangslösung wird hier empfohlen, ‫ו‬AK als Folgetempus zu
nehmen. ‫ו‬AK ist dem Kontext entsprechend (also wie die voraus-
gehende Verbform, oder wie es der übergeordnete Satz erwarten
lässt) temporal und auch modal zu übersetzen (s. schon oben zum
Iterativ). Allermeist ist die Zeitstufe Präsens/Futur z.B.
‫ְשׁמַ ע יִ ְשׂ ָראֵ ל יְ ה ָוה‬ Höre (Impt.), Israel, YHWH (ist)
‫אֱֹלהֵ ינוּ יְ הוָה אֶ חָ ד׃‬ unser Gott, YHWH allein.
‫וְ אָ הַ ְב ָתּ אֵ ת יְ הוָה‬ Und du sollst liebhaben ( ‫ו‬AK) YHWH
‫אֱֹלהֶ יָך‬ deinen Gott … (Dtn 6,4f.)
3. Zum Gebrauch der Konjugationen 123

Bei weitem seltener ist Vergangenheit die Zeitstufe; z.B.


‫ת־ח ְל ִקיָּהוּ‬
ִ ֶ‫וַיְ צַ ו הַ ֶמּלֶ ְך א‬ Und es befahl (Narr.) der König (dem) Hilkijahu, …
‫הוֹציא מֵ הֵ יכַ ל יְ ה ָוה‬
ִ ‫ְל‬ hinauszubringen aus dem Tempel YHWHs
‫אֵ ת כָּ ל־הַ כֵּ ִלים‬ alle Geräte …
‫ַויִּ ְשׂ ְרפֵ ם וְ נָשָׂ א‬ und er verbrannte sie (Narr.) … und er trug (‫ו‬AK)
‫אֶ ת־עֲפָ ָרם בֵּ ית־אֵ ל׃‬ ihre Asche (nach) Bethel. (2 Kön 23,4)

 (x)AK* unterbricht im erzählendem Kontext den Erzählfortschritt


(Progress) z.B. bei
– Sätzen mit ‫„ ל ֹא‬nicht“ (zu anderen Partikeln, die der AK
vorausgehen s. § 5.2.1.4) und vor allem beim
– IVS (invertierter Verbalsatz, hierzu s. § 5.2.1.4).
* Reine AK, d.h., AK in Erstposition des Satzes begegnet in narrativen Texten nur in der
direkten (wörtlichen) Rede; z.B.
‫ַויַּעַ שׂ יְ הוָה ְתּשׁוּעָ ה גְ דוֹלָ ה‬ … und es vollbrachte YHWH eine große Rettungstat für
‫ְלכָ ל־יִ ְשׂ ָראֵ ל ָר ִאיתָ ו ִַתּ ְשׂמָ ח‬ ganz Israel; du hast (es) gesehen (AK) und (dann) dich
gefreut … (1 Sam 19,5)

In Neben- bzw. Leerlauffunktion steht (x)AK


– im sog. Koinzidenzfall – Sprechakt und Handlung fallen in eins
zusammen (Deutsch z.B. „Hiermit eröffne ich das Büfett!“); z.B.
‫ח ֹגר מָ ְתנֶיָך‬ ֲ ֹ‫וַיּ ֹאמֶ ר לו‬ Und (Elisa) sprach zu ( ‫ ) ְל‬ihm: „Gürte (Impt.) deine
‫וְ לָ קַ ְחתָּ פַ ְך־הַ שֶּׁ מֶ ן‬ Hüften … und nimm ( ‫ו‬AK) die Ölflasche, und gieße
ֹ‫וְ יָצַ ְקתָּ עַ ל־ר ֹאשׁו‬ (‫ו‬AK) (sie) aus über ( ‫ )עַ ל‬seinem Haupt, und sprich
‫כּה־אָ מַ ר יְ הוָה‬ ֹ ‫וְ אָ מַ ְר ָתּ‬ (‫ו‬AK): ‚So hat YHWH gesprochen:
‫ְמשַׁ ְח ִ ֥תּיָך ְלמֶ לֶ ְך אֶ ל‬ ‚Hiermit salbe ich dich (AK) zu einem König für ( ‫)אֶ ל‬
‫־יִ ְשׂ ָראֵ ל‬ Israel …‘ “ (2 Kön 9,1.3)
Der Koinzidenzfall (auch deklarativer Sprechakt oder performa-
torische Rede genannt) kommt besonders häufig im Zusammen-
hang mit folgenden Verben vor:
‫ משׁח‬salben ‫ שׁבע‬Nif. schwören
‫ נתן‬geben ‫ ברְך‬Pi. segnen
‫„ ידע‬erkennen, wissen, erfahren“; hier ist besonders auf den
Kontext zu achten, denn die Schritte von „ich habe er-
kannt, erfahren“ zu „ich weiß“ und dann zu „ich wusste“
sind klein (s. z.B. u. zu Gen 27,1f.).

– bei dem seltenen Irrealis (dem Modus des Unwirklichen, des


Unerfüllbaren; im Deutschen „Konjunktiv“), häufig verbunden mit
einer Form von ‫היה‬, z.B.
124 § 8 Das Verb

‫ִכּי זָקַ נְ ִתּי ִמ ְהיוֹת ְל ִאישׁ‬ Denn ich bin zu (§ 5.3.2.2) alt (AK s.u.), um für einen
‫ֶשׁ־לי ִת ְקוָה‬
ִ ‫אָ מַ ְר ִתּי י‬ Mann (da) zu sein. (Selbst) wenn ich dächte (AK),
‫יתי הַ לַּ יְ לָ ה ְל ִאישׁ‬
ִ ִ‫גַּם הָ י‬ ich bin (noch) hoffnungsvoll, (und sogar) auch (da) wäre
‫וְ גַם יָלַ ְד ִתּי בָ נִ ים הֲלָ הֵ ן‬ (AK) dieselbe Nacht für einen Mann, und (dann)
‫ְתּשַׂ בֵּ ְרנָה עַ ד אֲשֶׁ ר יִ גְ ָדּלוּ‬ sogar Söhne gebären würde (AK), würdet ihr warten
(PK) auf sie (mit App.), bis sie groß geworden (PK)
wären …?“ (Rut 1,12f.)
Wichtig ist noch: Bei den stativischen Verben (auch Zustandsver-
ben genannt; s.u. Qal II) wird durch die AK der Zustand in allen
drei Zeitstufen ausgedrückt; z.B.
‫וַיְ ִהי ִכּי־זָקֵ ן יִ ְצחָ ק‬ (Und es geschah), als Isaak alt (geworden) war (AK)
‫וַיּ ֹאמֶ ר ִהנֵּה־נָא ז ַָקנְ ִתּי‬ … Und er sprach: „Siehe, ich bin alt (geworden) (AK);
‫מוֹתי‬
ִ ‫ל ֹא י ַָד ְע ִתּי יוֹם‬ nicht kenne (AK) ich den Tag meines Todes“. (Gen 27,1f.)

 Nochmals: Vieles bleibt bei der „Tempusfrage“ noch zu klären,
darauf weisen auch
– der bisweilen unterschiedliche AK=PK-Gebrauch in Parallel-Texten
(2 Chr 22,6 AK = 2 Kön 8,29 PK; Jes 37,34 AK = 2 Kön 19,39
PK; vgl. auch Lev 4,31 AK = 4,35 PK; Lev 11,5 AK mit 11,6 PK);
oder PK = Part.-Gebrauch (2 Chr 9,1 PK = 1 Kön 10,1 Part.)
– das noch nicht gelöste Problem, welche (Eingangs-)Elemente in
der Poesie fortfallen können: Nur das ‫ ו‬vor dem Narrativ oder auch
das ‫ ו‬vor AK? (s. z.B. Ps 31,6; s. auch § 5.1.1)
– anzunehmende sprachgeschichtliche Entwicklungen innerhalb des
Hebräischen (vgl. u.a. die Abnahme des Gebrauchs des Narr.
zugunsten der ‫ו‬AK).

8.4 Zu den Nominalformen


Als Nominalform begegnen im Hebräischen die Partizipien (aktiv und
passiv) und die Infinitive (absolutus und constructus).

8.4.1 Das Partizip

1. Zur Form
Das Partizip (Mittelwort) ist ein Mittelding zwischen Verb und Nomen, es
partizipiert an beidem („lesend, ein Lesender“).
4. Nominalformen 125

Das Partizip aktiv des Grundstammes (G-Stamm oder Qal I genannt) hat
als
Hauptkennzeichen ein ô (unveränderliches langes o) nach dem 1. Radikal
‫קטֵ ל‬
ֹ ‫ֹֽק ְטלָ ה‬
nach dem 2. Radikal steht e, das bei Anfügungen zu š ewā’ verflüchtigt
wird.
Die Afformative (Endungen für st. abs. und st. cons., für fem. und masc., Sg. und Pl.) und
die Suffixe entsprechen beim Part. akt./pass. denen des Nomens (s. Tab XIII und XIV).

Das relativ seltene Partizip passiv des G-Stammes (Qal I) hat als
Hauptkennzeichen ein û (=Passiv-Vokal) nach dem 2. Radikal
‫קָ טוּל‬ ‫ְקטוּלָ ה‬
nach dem 1. Rad. steht ā, das bei Anfügungen zu š ewā’ verflüchtigt wird.

2. Zum Gebrauch
 Das Partizip drückt u.a. die andauernde Handlung (Durativ) aus –
dies theoretisch auf allen drei Zeitstufen, meist aber gleichzeitig zu
der des erzählten Sachverhalts. Der Aspekt ist imperfektiv; z.B.
‫וְ ִהיא ִמ ְתקַ ֶדּשֶׁ ת ִמטֻּ ְמאָ ָתהּ‬ … sie aber heiligte sich (gerade) von ihrer Unreinheit
(2 Sam 11,4); weitere Beispiele s. o. § 5.2.2 (PNS)
‫ְשׁאַ ל מָ ה אֶ תֶּ ן־לָ ְך‬ (Gott sprach zu Salomo): „Bitte, was ich dir geben soll!“
‫וְ נָתַ תָּ ְלעַ ְב ְדָּך לֵ ב‬ (Und Salomo sprach): „Du mögest deinem Knecht ein
‫פּט אֶ ת־עַ ְמָּך‬ ֹ ‫שֹׁמֵ ַע ִל ְשׁ‬ verständiges (hörendes) Herz geben, zu richten dein Volk“
(1 Kön 3,5b.9)
‫רוֹע נְ טוּיָה‬
ַ ְ‫וּבז‬
ִ ‫חזָקָ ה‬
ֲ ‫וּביָד‬
ְ Und mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm …
(Dtn 4,34)
 Häufig – vor allem, wenn es (durch den Artikel oder ein Suffix)
determiniert ist – ist das Partizip relativisch zu übersetzen; z.B.
‫וַיִּ בֶ ן שָׁ ם ִמזְ בֵּ ַח לַ יהוָה‬ Und er (Abraham) baute dort einen Altar für YHWH,
‫הַ נִּ ְראֶ ה אֵ לָ יו‬ der ihm (dort) erschienen war. (Gen 12,7)
 Nicht selten ist das Partizip zu einem Nomen erstarrt (wiederum
ist aber auf den Gebrauch des Artikels zu achten); z.B.
‫ רֹפֵ א‬Arzt, ‫ רֹעֶ ה‬Hirte, ‫ הַ יּ ֹשֵׁ ב‬der Bewohner, ‫חזֶה‬
ֹ Seher.
 In Nebenfunktion kann das Partizip (vor allem nach ‫ ִהנֵּה‬, meist
verbunden mit der 1. com. Sg.) einen unmittelbar bevorstehenden
Sachverhalt ( futurum instans) ausdrücken; z.B.
‫ִהנֵּה אָ נ ִֹכי שֹׁ לֵ ַח ַמ ְלאָ ְך‬ Siehe, ich schicke einen Boten vor dir her, um dich zu
‫ְלפָ נֶיָך ִל ְשׁמָ ְרָך ַבּ ָדּ ֶרְך‬ bewahren auf dem Weg … (Ex 23,20)
126 § 8 Das Verb

8.4.2 Der Infinitivus absolutus

1. Zur Form
Der Inf. abs. hat im G-Stamm (Qal I), in dem er besonders häufig begeg-
net, zwei
Kennzeichen: ein ô nach dem 2. Radikal und ein ā nach dem 1. Radikal ;
‫ *כָּ תוֹב‬schreiben ‫ *קָ טוֹל‬töten
* Auch defektive Schreibung kommt vor.

2. Zum Gebrauch
Der Inf. abs. steht absolut, d.h., er kann mit „nichts“ verbunden werden,
ausgenommen sind ‫„ ו‬und“ und die Fragepartikel ‫( ה‬s. § 5.2.3.1). Was
durch den Inf. abs. ausgedrückt werden soll, lässt sich bisher nicht präzise
erfassen; wiederum ist der Kontext sorgfältig zu beachten.
Häufig geht der Inf. abs. einer finiten Verbform gleicher Wurzel unmittel-
bar voraus (man spricht von einer figura etymologica). Er bestimmt dann die
Aussage der finiten Verbform näher. In welche Richtung diese Näher-
bestimmung geht, muss der Kontext zeigen. Übersetzungshilfen sind u.a.
„gewiss, bestimmt“, in einer Frage „etwa, gar“, modal „können, dürfen“.
Als Hilfe für die Erstübersetzung sei „wahrlich“ vorgeschlagen; z.B.
‫כֹּל אֲשֶׁ ר־יְ ַדבֵּ ר בּוֹא יָבוֹא‬ … alles, was er (der Gottesmann) sagt, trifft wahrlich ein.
(1 Sam 9,6)
‫ָדוֹע נ ֵַדע ִכּי י ֹאמַ ר‬
ַ ‫הי‬ ֲ Konnten wir denn wissen, dass er sagen würde:
‫הוֹרידוּ אֶ ת־א ֲִחיכֶ ם‬ִ „Bringt euren Bruder herab“? (Gen 43,7)
 Einem aus gleicher oder anderer Wurzel gebildeten Verb nachge-
stellt, drückt der Inf. abs. oft ein andauerndes, wiederholtes, auch
nachhaltiges Tun aus; z.B.
‫וַיִּ סַּ ע אַ ְב ָרם הָ לוְֹך‬ Und es zog Abram immer weiter
‫ָסוֹע הַ ֶנּגְ בָּ ה‬
ַ ‫וְ נ‬ und weiter in Richtung Negeb. (Gen 12,9)
‫רג‬
ֹ ָ‫הָ ְרגֵנִ י נָא ה‬ „… töte mich doch (lieber) ganz!“ (Num 11,15)
 Bisweilen kann der Inf. abs. eine finite Verbform (häufig einen
Impt.) oder ein Nomen ersetzen. In diesem Fall ist die Kontext-
situation meist eindeutig; z.B.
‫כּה־אָ מַ ר יְ הוָה אֵ לַ י‬ ֹ So hat YHWH zu mir gesprochen:
‫הָ לוְֹך וְ קָ נִ יתָ ְלָּך‬ „Geh und kaufe dir ( ‫ו‬AK) …“ (Jer 13,1)
‫כל ְדּבַ שׁ הַ ְרבּוֹת‬
ֹ ָ‫א‬ Essen von zu viel Honig ist
‫ל ֹא־טוֹב‬ nicht gut … (Prov 25,27)
 Bisweilen ist der Inf. abs. zu einem Adverb erstarrt; z.B.
‫( הַ ְרבֵּ ה‬Hif.) viel, in Fülle ‫( מַ הֵ ר‬Pi.) eilends
4. Nominalformen 127

8.4.3 Der Infinitivus constructus

1. Zur Form
Der Inf. cons. hat im G-Stamm (Qal I), in dem er besonders häufig
begegnet, zwei
Kennzeichen: ein o nach dem 2. Radikal und ein š ewā’ nach dem
1. Radikal;
‫תב‬ֹ ‫ ְכּ‬schreiben ‫טל‬ֹ ‫ ְק‬töten

2. Zum Gebrauch
Der Inf. cons. wird ähnlich gebraucht wie der Infinitiv im Deutschen,
bisweilen als Nomen, bisweilen als Verb: „(ein) Schreiben, (zu) schreiben“.
Besondere Aufmerksamkeit bedarf
– der Gebrauch des Inf. cons. mit Suffixen. In nominaler Verwen-
dung bezeichnet dann das Suffix den Genitiv, in verbaler Verwen-
dung den Akkusativ (s. dazu u.),
– der Gebrauch des Inf. cons mit den Partikeln ‫ ְל‬, ‫ ְבּ‬, ‫ ְכּ‬und ‫ ; ִמן‬als
Übersetzungshilfe gilt
für ‫ ְל‬: vor dem Inf. cons.: „um zu, zu“ (zum Ausdruck vor
allem von Final- und Konsekutivsätzen); auch „indem“
(zur näheren Bestimmung des vorangehenden Verbs);
für ‫ ְבּ‬, ‫ ְכּ‬: „als, wenn“ (zum Ausdruck von Temporalsätzen),
für ‫ ִמן‬: „dass“ (zum Ausdruck von Objektsätzen); auch „so
dass nicht“ (bei verneintem Konsekutivsatz); z.B.
‫ֱֹלהים‬
ִ ‫וַיּ ֹאמֶ ר יְ הוָה א‬ Und YHWH Gott sprach: „(Es ist) nicht gut (das
‫ל ֹא־טוֹב הֱיוֹת ָהאָ ָדם‬ Sein des Menschen für sich allein), dass der Mensch
ֹ‫ְלבַ דּו‬ alleine sei …“ (Gen 2,18)
‫מֵ יְ הוָה יָצָ א הַ ָדּבָ ר‬ … von YHWH ist dieses (die Sache) ausgegangen;
‫ל ֹא נוּכַ ל ַדּבֵּ ר אֵ לֶ יָך‬ wir vermögen nichts dir zu sagen (Pi.),
‫ַרע אוֹ־טוֹב׃‬ (weder) Böses noch Gutes. (Gen 24,50)
‫יתי‬
ִ ֵ‫ַואֲנִ י אָ בוֹא אֶ ל־בּ‬ Ich aber soll hineingehen in ( ‫ )אֶ ל‬mein Haus
‫לֶ אֱכֹ ל וְ ִל ְשׁתּוֹת‬ um zu essen und zu trinken …?! (2 Sam 11,11)
‫חָ ִלילָ ה ִלּי מֵ יהוָה ִמ ִתּ ִתּי‬ Fern sei es mir bei ( ‫ ) ִמן‬YHWH, dass ich gebe
‫לְך‬ֽ ָ ‫בתַ י‬
ֹ ‫א‬
ֲ ‫אֶ ת־ ַנחֲלַ ת‬ dir den Erbbesitz meiner Väter. (1 Kön 21,3)
‫וַיְ ִהי ִכּי־זָקֵ ן יִ ְצחָ ק‬ Und es geschah, als Isaak alt war
‫ו ִַתּ ְכהֶ ין ָ עֵ ינָיו מֵ ְראֹ ת‬ und seine Augen schwach geworden waren, so dass er
nicht (mehr) sehen konnte. (Gen 27,1)
Zu weiteren Beispielen (auch zu ‫ ְבּ‬und ‫ ְכּ‬vor dem Inf. cons.) s. § 5.2.3.4.
128 § 8 Das Verb

8.5 Die Modi


Im Hebräischen sind – abgesehen von dem Imperativ – nur noch Reste
alter Modusformen erhalten. Diese finden sich nur im PK-Bereich.

8.5.1 Imperativ

Der Imperativ des G-Stammes (Qal ) wird gebildet wie die 2. masc./fem.
Sg./Pl. der Präformativkonjugation (PK) ohne das Präformativ, z.B.
PK Impt.
Sg. masc. ‫ִתּ ְכתֹּב‬ ‫ְכּתֹב‬ „schreib!“ vgl.: ‫טל‬
ֹ ‫ְק‬
fem. ‫ִתּ ְכ ְתּ ִבי‬ ‫* ִכּ ְת ִבי‬ ‫ִק ְט ִלי‬
Pl. masc. ‫ִתּ ְכ ְתּבוּ‬ ‫ִכּ ְתבוּ‬ „schreibt!“ ‫ִק ְטלוּ‬
fem. ‫ִתּ ְכּ ֹ֜תּ ְבנָה‬ ‫ְכּ ֹ֜ת ְבנָה‬ ‫ְק ֹ֜ט ְלנָה‬
* Zu dem i unter dem ersten Radikal s. § 4.3.2.2 (vgl. § 3.1.4; 2. Anm.).

8.5.2 Jussiv

Der Jussiv ist ein Modus der Aufforderung, des Befehls und des Wun-
sches, der nur von der 2. (und selten der 3.) Person gebildet wird.
Zu Form und Gebrauch
Der Jussiv steht in der Kurzform (KF) der PK. Da aber beim starken Verb
die Langform (LF) und die Kurzform im Lauf der Zeit identisch geworden
sind (Ausnahme PK Hif‘il = H-Stamm s.u.), lässt sich an der Form nicht
mehr erkennen, ob ein Jussiv oder normale PK (Indikativ) vorliegt; z.B.
‫יִ ְכתֹּב‬ kann also „er wird schreiben“ oder
„er soll schreiben“ bedeuten.
Erkennbar ist der Jussiv an der Negation.
Im Hebräischen kann der Imperativ nicht verneint werden. An die Stelle
des verneinten Imperativs tritt entweder:
‫ אַ ל‬+ Jussiv ‫אַ ל ִתּ ְקטֹל‬ töte nicht! (Vetitiv) oder
‫ ל ֹא‬+ PK ‫ל ֹא ִתּ ְקטֹל‬ du tötest nicht*; du wirst nicht töten;
du sollst nicht töten! (Prohibitiv).
* Eine ähnliche Konstruktion wendet man im Deutschen oft bei Kindern an (statt Impt.).
5. Modi 129

‫ל־תּ ְשׁלַ ח י ְָדָך אֶ ל־‬


ִ ַ‫א‬ Strecke deine Hand nicht aus in Richtung auf (App: gegen)
‫הַ ַנּעַ ר וְ אַ ל־תַּ עַ שׂ לוֹ ְמאוּמָּ ה‬ den Knaben und tue ihm nichts (nicht irgendetwas).
(Gen 22,12)
‫ל ֹא ִתּ ְר ָ ֽצח׃‬ Du sollst nicht morden.
‫ל ֹא ִתּנְ ָ ֽאף׃‬ Du sollst nicht ehebrechen.
‫ל ֹא ִתּגְ ֽ ֹנב׃‬ Du sollst nicht stehlen. (Ex 20,13-15)

8.5.3 Kohortativ

Durch ein an die 1. Person Sg./Pl. betont angefügtes ‫ה( ָה‬-cohortativum )


wird ein Modus der Selbstaufforderung bzw. Selbstermunterung gebildet.
Der PK-Vokal – also der Vokal beim 2. Radikal – verflüchtigt sich (wie
bei den Formen mit vokalischem Afformativ):
‫תּב‬
ֹ ‫אֶ ְכ ְתּבָ ה → אֶ ְכ‬ ich will schreiben
‫תּב‬ֹ ‫נִ ְכ ְתּבָ ה → נִ ְכ‬ lasst uns schreiben, wir wollen schreiben
‫וְ אֶ ְשׁ ְמעָ ה מַ ה־יְ צַ וֶּה יְ הוָה לָ כֶ ם‬ … und ich will hören, was YHWH euch befehlen wird.
(Num 9,8)
‫ה־בּ ִפיו‬
ְ ַ‫וְ נִ ְשׁ ְמעָ ה מ‬ … und lasst uns hören, was er zu sagen hat
(was in seinem Munde ist). (2. Sam 17,5)
Nicht selten begegnet die Kohortativ-Form der 1. com. Sg. auch im Narrativ (gelegentlich
als ‫ה‬-paragogicum bezeichnet). Ein Bedeutungsunterschied zur „Normal-Form“ (KF) lässt
sich nicht erkennen; z.B.:
‫וָאַ ְכ ִרתָ ה אֶ ת־כָּ ל־אֹיְ בֶ יָך‬ … Und ich habe ausgerottet alle deine Feinde
‫ִמפָּ נֶיָך‬ vor dir … (2. Sam 7,9)

8.5.4 Adhortativ

Auch die Grundform des Imperativs (2. masc. Sg.) kann durch ein betont
angefügtes ‫ה( ָה‬-adhortativum bzw. paragogicum) erweitert werden, z.B.:
‫→ ְכּתֹב‬ ‫כָּ ְתבָ ה‬ schreibe doch!
Auffällig und wichtig zum Erkennen der Form ist, dass beim 1. Radikal
́ æṣ ḥāṭûp̄ (< aus u/o) steht, eine sog. Qåtl-Form (der Stammvokal ist
ein qām
von der zweiten zur ersten Silbe vorgerückt; beim Stammvokal a steht in
der ersten Silbe ein i [< aus a]).
Die Übersetzung des Adhortativs mit „doch“ ist eine traditionelle. Es geht
hier wohl um eine Nuancierung (Abtönung) innerhalb des Textes (s. dazu
§ 5.3.2.1 zu ‫ ;) ְל‬z.B.:
‫ידי‬
ִ ֵ‫קוּם־נָא ְשׁבָ ה וְ אָ ְכלָ ה ִמצּ‬ … (steh) auf doch, setze dich (doch) und iss (doch) von
meinem Wildbret! (Gen 27,19)
130 § 8 Das Verb

Achtung! Die Form des Adhortativs ist leicht mit der Form der 3. fem. Sg.
AK zu verwechseln (zu achten ist auf mǽtæg und natürlich auf den
Kontext); z.B.:
‫וְ ָ ֽא ְכלָ ה אַ ְר ְמנוֹת יְ רוּשָׁ לַ ם‬ … und es (das Feuer, fem.) wird fressen die Paläste
Jerusalems. (Jer 17,27)

8.6 Die Stämme


8.6.1 Die Bedeutung der Stämme
Im Hebräischen finden sich neben dem Grundstamm, dem Qal, noch
weitere Stämme, die die Bedeutung des Lexems (der Wurzel) in je typi-
scher Weise modifizieren (vgl. im Deutschen etwa: krank sein – kränken –
kränkeln; fahren – führen; sitzen – setzen; trinken – tränken). Diese „ab-
geleiteten“ Stämme sind durch bestimmte Präformative, Veränderungen
in der Vokalisation und „Verdoppelung“ von Konsonanten gekennzeich-
net. Unverändert aber bleiben die Personen- und Tempuskennzeichen.
Benannt werden die Stämme entweder nach dem alten Paradigma ‫פעל‬
(„tun, machen“) jeweils in der 3. masc. Sg. AK oder nach ihrem „Haupt-
kennzeichen“ (HK): N-Stamm, HK ein ‫( נ‬nun) im Präformativ; D-Stämme
= Doppelungs-Stämme, HK die „Verdoppelung“ des mittleren Lexem-
Konsonanten; H-Stämme, HK ein ‫( ה‬he) im Präformativ. (Ausgenommen
ist von dieser Art der Benennung das Qal [hebr.: „leicht“] auch G-Stamm
= Grundstamm genannt.)

Die gebräuchlichsten 7 Stämme sind:


G-Stamm N-Stamm D-Stämme (3) H-Stämme (2)
Qal Nif‘al Pi‘el Hif‘il
(aktiv) manifestativ resultativ kausativ
(passiv/reflexiv) (faktitiv/sukzessiv)
Part. pass. Pu‘al Hå/uf‘al
Passiv des Pi. Passiv des Hif.
Hitpa‘el
reflexiv

1. Anm.: Das Qal drückt entweder eine Handlung ( Qal I) oder einen Zustand ( Qal II) aus.
Näheres s.u.
2. Anm.: (Zu dieser und den folgenden Anm. s. E. Jenni, Aktionsarten und Stammformen
im Althebräischen, ZAH 13, 2000, S. 67-90). Zum Nif ‘al (Nif. ): Manifestativ meint: Der
6. Stämme 131

Urheber (das Agens) einer Handlung tritt in den Hintergrund. Der Vorgang wird so
dargestellt, als ob er keinen Urheber hätte, d.h., der Vorgang manifestiert sich am Objekt,
das nun zum Subjekt wird. Da es im Deutschen keine exakte Entsprechung zum
Manifestativ gibt, müssen wir uns mit Ersatzkonstruktionen (passiv, reflexiv, reziprok,
tolerativ, inchoativ u.a.) behelfen; z.B.
‫ראה‬ Qal „sehen“ Nif. „gesehen werden“ (passiv) oder
„sich sehen lassen, erscheinen“ (tolerativ);
‫שׁפט‬ Qal „richten“ Nif. „ sich (miteinander) einen Rechtsstreit
liefern, rechten“ (reziprok);
‫חלה‬ Qal „krank sein“ Nif. „erkranken“ (inchoativ).
3. Anm. : Die Bedeutung der D-Stämme ist schwierig zu bestimmen. Die früher gemachte
Annahme, die (Haupt-)Funktion des Pi‘el (Pi.) sei die Intensivierung des Verbalbegriffes –
man sprach deshalb auch von „Intensivstämmen“ – hat sich nicht bewahrheitet. In-
zwischen kann man davon ausgehen, dass, wie beim Nif‘al der Urheber einer Handlung
(das Agens) in den Hintergrund tritt, so beim Pi‘el der Hergang einer Handlung nicht
betont wird. Das Resultat der Handlung steht im Vordergrund. Bei Zustandsverben (verba
stativa) mit kausativem Hif ‘il hat das Pi. faktitive, bei Handlungsverben, die schon vom
Lexem her kausativ sind, resultative Bedeutung. Letztere Verben haben kein Hif., wie
andererseits jene bedeutende Gruppe von Verben, die bereits vom Lexem her auf das
Resultat der Handlung zielen, so gut wie nie im Pi. vorkommen (‫„ נתן‬geben“, ‫לקח‬
„nehmen“, ‫„ אמר‬sagen“ usw.).
Eine besondere Gruppe bilden die sog. „komplexen Handlungsverben“ – wiederholte Be-
wegungen des Körpers oder seiner Teile („hüpfen, tanzen, lachen, zittern“ u.ä.), wieder-
holte Äußerungen von Lauten („schreien, singen, klagen, jubeln“ u.ä.). Diese (intransitiven)
Verben, die im Qal und Pi. vorkommen, bezeichnen wohl im Pi. die Summe der sukzes-
siven einzelnen Bewegungen bzw. Laute. Zu dieser Gruppe sind möglicherweise auch ‫הלְך‬
„gehen“ (Pi./Hitp. „umhergehen, wandeln“) und die Verben des Wünschens, Hoffens,
Erwartens usw. zu rechnen; z.B.
‫גדל‬ Qal „groß sein/werden“ Pi. „groß machen/ziehen“ (faktitiv),
„für groß erklären“ (deklarativ);
‫דבר‬ (denominiert von ‫) ָדּבָ ר‬ Pi. „Worte machen, reden“ (faktitiv);
‫רפא‬ Qal „heilen“ Pi. „veranlassen, dass etwas gesund wird,
gesund machen“ (resultativ);
‫רנן‬ Qal „in Jubel ausbrechen“ Pi. „jubeln“ (sukzessiv).
4. Anm.: Das Hif ‘il (Hif.) hat kausative Bedeutung, d.h., das Subjekt veranlasst oder
bewirkt am Objekt eine Handlung, bei der – anders als im Pi. – der Hergang der Handlung
bis zum Erreichen des Handlungszieles mit ausgedrückt wird; z.B.
‫וְ הַ עֲלֵ הוּ שָׁ ם ְלעֹ לָ ה‬ … und lasse ihn hinaufsteigen (opfere ihn; mit Suffix) dort
als Brandopfer … (Gen 22,2);
‫חזֵק ִמ ְל ַח ְמ ְתָּך אֶ ל־הָ ִעיר‬ֲ ַ‫ה‬ … lasse stark werden (Hif. ) deinen Kampf gegen ( ‫ )אֶ ל‬die
‫וְ הָ ְרסָ הּ וְ חַ זְּ קֵ הוּ׃‬ Stadt und reiße sie nieder und mache ihn ( Joab) stark (Pi.)!
(2 Sam 11,25)
Die Bedeutungsangabe bei den einzelnen Stämmen ist äußerst vage. Oft
132 § 8 Das Verb

muss die nähere Bedeutung eines Stammes eines bestimmten Lexems im


Lexikon nachgeschlagen werden. Weiterhin ist es keinesfalls so, dass von
jedem Verb alle sieben Stämme gebräuchlich wären (s. schon oben die
3. Anm.). Im Gegenteil: Es gibt lediglich 8 Lexeme in der Biblia Hebraica,
von denen alle sieben Stämme (teilweise mit nur wenigen Formen) belegt
sind! Von diesen wiederum haben nur vier außerdem auch das Part. pass.
(ein Relikt des alten Qal-Passiv-Stammes). Diese vier sind: ‫„ גלה‬ent-
blößen, fortgehen müssen“, ‫„ ידע‬erkennen, wissen erfahren“, ‫„ ילד‬ge-
bären, erzeugen“ und ‫„ פקד‬suchen, besuchen, heimsuchen“.

8.6.2 Kennzeichen der Stämme

„Eckformen“
Qal Nif ‘al Pi‘el Pu‘al Hitpa‘el Hif‘il Håf ‘al
AK ‫קָ טַ ל‬ ‫נִ ְקטַ ל‬ *‫ִקטֵּ ל‬ ‫קֻ טַּ ל‬ ‫ִה ְתקַ טֵּ ל‬ ‫ִה ְק ִטיל‬ ‫הָ ְקטַ ל‬
PK ‫יִ ְקטֹל‬ ‫יִ קָּ טֵ ל‬ ‫יְ קַ טֵּ ל‬ ‫יְ קֻ טַּ ל‬ ‫יִ ְתקַ טֵּ ל‬ ‫ַי ְק ִטיל‬ ‫ָי ְקטַ ל‬
Impt.** ‫ְקטֹל‬ ‫ִהקָּ טֵ ל‬ ‫קַ טֵּ ל‬ – ‫ִה ְתקַ טֵּ ל‬ ‫הַ ְקטֵ ל‬ –
Part. ‫קֹטֵ ל‬ ‫נִ ְקטָ ל‬ ‫ְמקַ טֵּ ל‬ ‫ְמקֻ טָּ ל‬ ‫ִמ ְתקַ טֵּ ל‬ ‫מַ ְק ִטיל‬ ‫מָ ְקטָ ל‬
* aber: ‫ ִדּבֶּ ר‬, ‫ ִכּפֶּ ר‬, ‫ִכּבֶּ ס‬ ** = Inf. cons., aber im Hif. ‫הַ ְק ִטיל‬.

 Qal (G-Stamm):
– Beim ersten Radikal steht ā oder š ewā’ (zum Part. s.o. § 8.4.1).
– In der PK steht i in der (durch den ersten Radikal) geschlossenen
Präformativsilbe.
– Der Stammvokal in der PK ist o (bei Qal II a).

 Nif‘al (N-Stamm):
– AK und Partizip haben das Präformativ ִ‫ נ‬Die Präformativsilbe ist
geschlossen.
– PK, Imperativ und Infinitiv haben ein dāgeš forte im ersten
Radikal. Die Vokalfolge ist i – ā – (e).
Der Imperativ (und der Infinitiv) haben ein ‫ ה‬als Präformativ.

 sog. Intensivstämme (D-Stämme):
Bei allen D-Stämmen steht ein dāgeš forte im mittleren Radikal.
(Das dāgeš forte kann bei einem Konsonanten mit š ewā’ ausfallen.)
Weiterhin gilt die „Hörprobe“: Höre ich 1. kein „Hit-jit-tit“ o.ä., 2.
kein „u“ beim ersten Radikal, so handelt es sich um ein Pi.!
7. Suffixe am Verb 133

– Pi‘el : Beim ersten Radikal steht i (in der AK) oder a (bei allen
anderen Formen).
– Pu‘al : Beim ersten Radikal steht durchgängig u.
– Pi‘el und Pu‘al : Die PK hat ein š ewā’ mobile im Präformativ.
(1. Pers. Sg.: ֲ )
– Hitpa‘el : Alle Formen haben als Präformativ ‫) ִה(ת‬
Achtung! Bei einem S-Laut als erstem Radikal tauschen der S-Laut
und das ‫ ת‬die Position (→ § 4.1.3 Metathesis/Transpositio).

 Kausativstämme (H-Stämme):
– Die Präformativsilbe ist in allen Formen geschlossen.
AK, Imperativ und Infinitiv haben ein ‫ ה‬im Präformativ.
– Hif ‘il: In der geschlossenen Präformativsilbe steht i (in der AK) oder
a (bei allen anderen Formen).
– Hå/uf ‘al: In der geschlossenen Präformativsilbe steht in allen For-
men å oder u.

8.7 Die Suffixe am Verb (Tab II)

8.7.1 Bedeutung

Suffixe am Verb bezeichnen das pronominale Akkusativ-Objekt (= nota


accusativi + Suffix). z.B.
ֹ‫ְקטָ לו‬ er hat ihn getötet (nie: er hat sich getötet)
Suffixe befinden sich deshalb – von Ausnahmen abgesehen – nur in den
aktiven Stämmen Qal, Pi‘el und Hif‘il.
Suffixe am Infinitiv können das Objekt oder das Subjekt der Handlung
bezeichnen. Ein Unterschied in der Form des Suffixes findet sich nur bei
der 1. com. Sg.:
‫*קָ ְט ִלי‬ mein Töten ‫ *קָ ְטלֵ֜ נִ י‬mich zu töten
́ æṣ ist ein qām
* Das qām ́ æṣ ḥāṭûp̄.

8.7.2 Form

 Suffixe am Verb haben die gleiche Form wie Suffixe am Nomen.


(s. Tab XIII) Nur das Suffix der 1. com. Sg. lautet ‫( נִ י‬statt ‫) ִי‬.
134 § 8 Das Verb

 Findet sich ein Bindevokal zwischen der Verbform und dem


Suffix, so ist dieser a in der AK vor Suffixen der 1. und 3. Pers.; e
oder æ in allen anderen Fällen.

 Die Suffixe:
‫ָך‬ (2. masc. Sg. bei afformativlosen Formen)
‫כֶ ם‬ (2. masc. Pl. schweres Suffix)
ֹ‫ ו‬/ ‫ִיו‬ (3. masc. Sg.
kontrahierte Suffixe)
‫ָהּ‬ (3. fem. Sg.
tragen den Ton. Sonst wird der Vokal vor dem Suffix betont.

 Veränderungen am Verb
Vor Suffixen haben sich alte Verbformen erhalten (Beispiele vom
Qal ):

AK Form ohne Suffix alte Verbform Form vor Suffix


3. fem. Sg.: ‫ָ ֽק ְטלָ ה‬ < qaṭalat > …‫ְקטָ לַ ת‬
2. fem. Sg.: ‫קָ טַ ְל ְתּ‬ < qaṭalti > …‫ =( ְקטַ ְל ִתּי‬1. com. Sg.)
2. masc. Pl.: ‫ְקטַ ְלתֶּ ם‬ < qaṭaltu > …‫( ְקטַ ְלתּוּ‬kein fem. belegt)
PK
Für die 3. und 2. fem. Pl. wird vor Suffixen die Form ‫ ִתּ ְק ְטלוּ‬ge-
braucht.

 kontrahierte Suffixformen:
Suffixe der 3. masc. Sg. und 3. fem. Sg. kontrahieren bisweilen mit
dem Afformativ- bzw. Bindevokal:

Dieses kommt vor bei der/beim


‫ָהוּ‬ → ֹ‫ו‬ 3. masc. Sg. und 2. masc. Sg. AK; Inf.
‫ִהוּ‬ → ‫ִיו‬ 1. com. Sg. AK
ָ‫) ֶ( ָה‬ → ‫ָהּ‬ 3. masc. Sg., 2. masc. Sg. AK, 3. masc. Sg.
PK; Inf. u. Impt.;
‫) ְַת(הוּ‬ → ‫ַתּוּ‬ 3. fem. Sg. AK
selten
ָ‫) ְַת(ה‬ → ‫ַתָּ ה‬ 3. fem. Sg. AK

7. Suffixe am Verb 135

8.7.3 Zur Bestimmung des Stammes

 Hif‘il
Die Vokalisation entspricht der des Verbs ohne Suffixe (s. aber
Impt. masc. Sg. und Jussiv: i statt e).

 Pi‘el
Der Vokal beim ersten Radikal ist regelmäßig erhalten.
Der Vokal beim zweiten Radikal, der ja meist dageschiert ist,
– entspricht in der AK dem des Verbs ohne Suffix (s. aber
3. masc. Sg.), z.B.: ‫) ִק ְטּלוֹ( ִקטַּ ְל ֜ ַתּנִ י‬
– ist in der PK, im Inf. und Impt. verflüchtigt, z.B.: ‫יְ קַ ְטּלֵ֜ הוּ‬
– ist bei den afformativlosen Formen vor ‫ ָך‬und ‫ כֶ ם‬zu s egôl
geworden; z.B. ‫ ִקטֶּ ְלָך‬.
 Qal
– In der AK
ist das Vorton-qām ́ æṣ beim 1. Radikal verflüchtigt.
Beim 2. Radikal steht qām ́ æṣ (Qal II: ṣêrê ) in offener, pátaḥ in
geschlossener Silbe.
– In der PK
ist vor leichten Suffixen der Stammvokal verflüchtigt.
Vor den Suffixen ‫ ָך‬und ‫ כֶ ם‬ist der Stammvokal zu qām ́ æṣ ḥāṭûp̄
verkürzt. (Gleiches gilt für den Inf.)
‫ יִ ְק ְטלֵ֜ נִ י‬aber ‫יִ ְקטָ ְלָך‬

– Im Qal II ist der Stammvokal regelmäßig als qām ́ æṣ erhalten.


(Gleiches gilt für den Impt. und den Inf.); z.B.
‫ יִ ְלבָּ שֵׁ֜ נִ י‬und ‫יִ ְל ָ ֽבּ ְשָׁך‬

– Infinitiv und Imperativ masc. Sg. Qal I werden wie der Adhortativ
(s. § 8.5.4) mit qāḿ æṣ ḥāṭûp̄ gebildet; z.B.:
ֹ‫ קָ ְטלו‬und ‫קָ ְט ְלָך‬ (aber daneben ‫; ְקטָ ְלָך‬
vgl. dazu die PK)
136 § 8 Das Verb

8.7.4 Nun energicum

Bei afformativlosen Formen der PK wird bisweilen (vor allem i.p.) zwi-
schen Suffix und Verbalform ein ‫ נ‬als Zeichen eines alten modus energicus
eingefügt. Es wird entweder an das folgende Suffix assimiliert (+)
oder das ‫ ה‬des folgenden Suffix wird an das ‫ נ‬assimiliert (, bei  mit
zusätzlichem ‫ ה‬als mater lectionis). Ein Bedeutungsunterschied zu den ent-
sprechenden Suffixformen ohne Nun energicum ist nicht erkennbar.

Übersicht über die Formen mit ‫נ‬-energicum:

 ‫ נִ י‬+ ‫ֶנ‬ → ‫ֶנִּ י‬ (1. Sg.)

 ‫ ָך‬+ ‫ֶנ‬ → ָ‫ֶךּ‬ (2. masc. Sg.)

 ‫ הוּ‬+ ‫ֶנ‬ → ‫ֶנּוּ‬ (3. masc. Sg.)

 ָ‫ ה‬+ ‫ֶנ‬ → ‫ֶ ָנּה‬ (3. fem. Sg.)

Als Faustregel gilt: dāgeš forte im Suffix = ‫נ‬-energicum; z.B.


ָ‫וַיִּ ְבחָ ֶרךּ‬ … und er (YHWH) hat dich erwählt (Jes 49,7).
‫ִכּי ִת ְד ְרשֶׁ נּוּ ְבּכָ ל־‬ … wenn du ihn suchen wirst mit deinem ganzen
‫וּבכָ ל־נ ְַפשֶׁ ָך׃‬
ְ ‫ְל ָב ְבָך‬ Herzen und deiner ganzen Seele. (Dtn 4,29)
‫‪Formensammlung‬‬ ‫‪137‬‬

‫)‪Formensammlung Starkes Verb (Auflösung: S. 191‬‬

‫יוֹשֵׁ ב‬ ‫שׁ ְמעוּ‬
‫ָֽ‬ ‫בָּ רוְּך‬ ‫ְכּתֻ ִבים‬ ‫וְ אָ מַ ְר ָתּ‬ ‫א(‬
‫רשׁ‬
‫ָדּ ֹ‬ ‫עֹ ְמ ִדים‬ ‫יִ ְשׂ ְמחוּ‬ ‫ִל ְשׁמוֹר‬ ‫וַיִּ ְמֹלְך‬ ‫ב(‬
‫ִתּ ְשׁ ַבּת‬ ‫כר‬
‫זְ ֹ‬ ‫ִתּגְ ַדּל‬ ‫ִתּזְ ָר֑עוּ‬ ‫וְ יִ ְצקוּ‬ ‫ג(‬

‫ְל ִהלָּ חֵ ם‬ ‫וְ נִ ְכ ְר ָתה‬ ‫ִהנָּבֵ א‬ ‫יִ קָּ ֵרא‬ ‫נִ ְשׁבַּ ע‬ ‫א(‬
‫כּ ְשׁלוּ‬
‫יִ ָ ֽ‬ ‫נִ ְב ָה֑לוּ‬ ‫הַ נִּ ְמצָ א‬ ‫יִ כָּ ֵרת‬ ‫נִ ְפלָ אוֹת‬ ‫ב(‬
‫הַ נִּ ְשׁאָ ִרים‬ ‫נִ ְכבָּ ד‬ ‫נִ ְמ ָשׁ ְ֑ל ָתּ‬ ‫ִתּזָּכַ ְרנָה‬ ‫יִ כָּ ֵת֑בוּ‬ ‫ג(‬

‫וַיִּ ְתחַ זֵּק‬ ‫ְמבַ ְקּ ִשׁים‬ ‫יֻלַּ ד‬ ‫ז ְַמּרוּ‬ ‫ַדּ ֵבּר‬ ‫א(‬
‫יִ ְת ַק ְדּשׁוּ‬ ‫ִס ְפּרוּ‬ ‫וַיְּ שַׁ ְלּחוּ‬ ‫יִ ְתהַ לֵּ ל‬ ‫יְ מַ לֵּ א‬ ‫ב(‬
‫ְלקַ ֵדּשׁ‬ ‫וִ יקַ טֵּ ר‬ ‫ִה ְתהַ ְלּכוּ‬ ‫ַואֲשַׁ לֵּ ם‬ ‫ְל ִה ְתפַּ לֵּ ל‬ ‫ג(‬

‫ִה ְק ִ ֜דּישׁוּ‬ ‫ַשׁאֵ ר‬


‫וְ ִה ְרכַּ ְבתֶּ ם נ ְ‬ ‫לכֶ ת‬
‫מֻ ְשׁ ֜ ֶ‬ ‫תַּ ְל ִבּישׁ‬ ‫א(‬
‫ַויּ ְַק ֵרב‬ ‫ל ְכ ָתּ‬
‫ִה ְשׁ ֜ ַ‬ ‫ַשׁ ִ֜כּימָ ה‬
‫נ ְ‬ ‫אַ ְשׂ ִ֜כּילָ ה‬ ‫מַ ְשׂ ִכּיל‬ ‫ב(‬
‫הָ ְשׁ ְלמָ ה‬ ‫הַ ְק ִ֜שׁיבָ ה‬ ‫ל ְמנוּ‬
‫הָ ְכ ֜ ַ‬ ‫הָ ְר ָע ֑לוּ‬ ‫וְ ִה ְכ ַ ֜ר ִתּי‬ ‫ג(‬
‫ִהגְ ִדּל‬ ‫אַ זְ ִכּיר‬ ‫ְלהַ ְשׁ ִחית‬ ‫מַ ְק ִטירוֹת‬ ‫הַ מֻּ ְפ ָק ִדים‬ ‫ד(‬
‫‪Formen unterschiedlicher Stämme:‬‬
‫תּב‬
‫ו ִַתּ ְכ ֹ‬ ‫ַויּ ְַק ִ ֜ריבוּ‬ ‫היִ מָּ לֵ ט‬
‫ֲ‬ ‫ִדּ ֶבּר‬ ‫כּ ְשׁלוֹת‬
‫ֹ‬ ‫א(‬
‫יסים‬
‫מַ ְכ ִע ִ‬ ‫ִמ ַדּ ֵבּר‬ ‫נִ ְב ְרכָ ה‬ ‫נִ ְט ָמ֑אָ ה‬ ‫הַ ְס ֵתּר‬ ‫ב(‬
‫הַ ְשׁ ִ֜מיעוּ‬ ‫ָדּ ַר ְשׁנוּ‬ ‫ִה ָ ֽבּ ְדלוּ‬ ‫כּן‬
‫ִתּ ְשׁ ֹ‬ ‫נִ ְצטַ ָדּ֑ק‬ ‫ג(‬
‫ָואֶ ְשׁתַּ ֵמּר‬ ‫וְ לַ נִּ ְשׁ ֶ֜בּ ֶרת וָ ֽאַ ְכ ִרית‬ ‫ְבּ ִהקָּ בֵ ץ‬ ‫וַיְּ ַד ֵבּר‬ ‫ד(‬
‫‪Suffixe am starken Verb: Qal‬‬
‫ָ ֽמ ְלאָ ה‬ ‫וּקשַׁ ְרתָּ ם‬
‫ְ‬ ‫וּקבַ ְר ֜ ַתּנִ י‬
‫ְ‬ ‫יְ לָ ַ ֜דתּוּ‬ ‫ְר ָדפ ֜וּנִ י‬ ‫א(‬
‫וּכתַ ְבתָּ ם‬
‫ְ‬ ‫ְפּקָ ֜דוָּך‬ ‫יְ ָדעוֹ‬ ‫ְבּחָ ֜ ַננִ י‬ ‫יְ כָ ְל ִתּיו‬ ‫ב(‬
‫ְפּ ַר ְצ ֜ ָתּנוּ‬ ‫ְמצָ א֜ וָּך‬ ‫ְבּלָ ְמ ִדי‬ ‫ְשׁפַ ְט ִתּיְך‬ ‫וּלכָ ָדהּ‬
‫ְ‬ ‫ג(‬
‫‪138‬‬ ‫‪§ 8 Das Verb‬‬

‫‪Suffixe am starken Verb: Pi‘el, Hif‘il‬‬


‫אזַמֶּ ְרָך‬
‫ִבּקַּ ְשׁ ִ֜תּיהוּ ֲ‬ ‫יִ ְסּ ַ ֜רתּוּ‬ ‫ִה ְשׁ ַבּ ִתּיְך‬ ‫תַּ ְכ ִריתֵ ְך‬ ‫א(‬
‫יע ָ֑ך‬
‫ִה ְשׁ ִבּ ֶ‬ ‫גִּ ְדּלוֹ‬ ‫ִשׂמַּ ְח ֜ ַתּנִ י‬ ‫ִדּ ְבּרוֹ‬ ‫ִה ְכבַּ ְד ִתּים‬ ‫ב(‬
‫‪Suffixe am starken Verb: Qal, Pi‘el oder Hif‘il‬‬
‫ִה ְב ַדּ ְלתָּ ם ְבּחַ נְ ִתּים‬ ‫ִתּ ְל ְק ֜ ֻטהוּ‬ ‫אֶ ְס ְפּ ֵרם‬ ‫וְ חַ זְּ ֵ֜קנִ י‬ ‫א(‬
‫לנּוּ‬
‫אג ְַדּ ֜ ֶ‬
‫ַו ֲ‬ ‫ִתּ ְצ ְפּנֵם‬ ‫ְבּ ַח ְר ִ֜תּיָך‬ ‫וַיְ אַ ְבּ ֵדם‬ ‫עָ ְב ִרי‬ ‫ב(‬
‫ז ְָכ ֵ ֜רנִ י‬ ‫וַיִּ ְר ְדּ ֜ ֵפהוּ‬ ‫יכהוּ‬
‫ַשׁ ִל ֜ ֵ‬
‫נ ְ‬ ‫שׁנּוּ‬
‫ִתּ ְד ְר ֜ ֶ‬ ‫וַיִּ ְבחָ ֶרךָּ‬ ‫ג(‬
‫‪Wendungen und Sätze‬‬
‫ל־דּ ִו ֑ד‬
‫ָ‬ ‫ָתן אֶ‬
‫וַיִּ ְשׁ ַל֧ח יְ הוָ ֛ה אֶ ת־נ ָ ֖‬
‫ל־דּ ְב ֵר֣י יְ הוָ ֑ה אֶ ל־הָ עָ֕ ם‬
‫מוּאל ֵא֖ת כָּ ִ‬
‫וַיּ ֹ֣אמֶ ר ְשׁ ֵ֔‬
‫ת־דּ ִו֥ד ִבּנְ ָך֖ א ֲֶשׁ֥ר בַּ ֽצּ ֹאן׃‬
‫ָ‬ ‫וַיִּ ְשׁ ַל֥ח שָׁ א֛ וּל מַ ְלאָ ִ ֖כים אֶ ל־יִ ָשׁ֑י ו ַ֕יּ ֹאמֶ ר ִשׁ ְל ָח֥ה אֵ ַל֛י אֶ‬

‫ל־לָך֛ ְשׁנֵ ֽי־לֻ ֹ֥חת אֲבָ ִנ֖ים כָּ ִראשׁ ִֹנ ֑ים וְ כָ תַ ְב ִתּי ֙‬
‫ְ‬ ‫וַיּ ֹ֤אמֶ ר יְ ה ָוה ֙ אֶ ל־מֹשֶׁ֔ ה * ְפּסָ‬
‫עַ ל־הַ לֻּ ֹ֔חת אֶ ת־הַ ְדּבָ ִ ֔רים א ֲֶשׁ֥ר הָ י֛וּ** עַ ל־הַ לֻּ ֹ֥חת הָ ִראשׁ ִֹנ֖ים א ֲֶשׁ֥ר ִשׁ ַ ֽבּ ְרתָּ ׃‬

‫)היה ‪* hauen (Impt.); ** die gewesen sind (3. com. Pl. AK Qal‬‬

‫)פ"א ‪ und‬ל"ה ‪,‬ע"ו‪/‬י ‪Zur Wiederholung (vorausgesetzt werden die Verbklassen‬‬


‫ת־שׁ֖בַ ע ט֑ וֹב אָ נ ִֹ֕כי א ֲַד ֵבּ֥ר עָ ֶל֖יָך אֶ ל־הַ ֶ ֽמּלֶ ְך׃‬
‫ֶ‬ ‫ַתּ ֹאמֶ ר בַּ‬
‫ו ֥‬
‫א ֵכ ֑לָ ה‬
‫ה־לי מַ ְטעַ ִ ֖מּים וְ ֹ‬
‫ִ֥‬ ‫לּי ַצ֛יִ ד ַועֲשֵׂ‬
‫הָ ִ֨ביאָ ה ִ ֥‬
‫מוֹתי׃‬
‫ִֽ‬ ‫ַואֲבָ ֶר ְכ ָכ֛ה ִל ְפנֵ ֥י יְ הוָ ֖ה ִל ְפנֵ ֥י‬
‫֥ית ְל ִ ֽאישׁ׃‬
‫תּ וְ הָ ִי ָ ֽ‬
‫ד ֶרְך כָּ ל־הָ ָא ֶ֑רץ וְ חָ ז ְַק ָ ֖‬
‫אָ נ ִֹכ֣י הֹלֵ֔ ְך ְבּ ֶ ֖‬
‫וּמ ֽמּוֹלַ ְד ְתָּך֖‬
‫ְך־לָך֛ מֵ אַ ְר ְצָך֥ ִ‬
‫ְ‬ ‫וַיּ ֹ֤אמֶ ר יְ ה ָוה ֙ אֶ ל־אַ ְב ָ ֔רם לֶ‬
‫וּמ ֵבּ֣ית אָ ִב֑יָך אֶ ל־הָ ָא ֶ֖רץ א ֲֶשׁ֥ר אַ ְר ֶ ֽאךָּ ׃‬
‫ִ‬
§ 9 Verba laryngalis bzw. ‫ר‬

Die Gutturale /Laryngale und ‫ר‬


 können nicht verdoppelt werden,
 haben gerne einen a-Laut vor oder nach sich und
 statt š ewā’ simplex (mobile oder quiescens) meist ein š ewā’ com-
positum (ḥāṭep̄ -Laut) bei sich (vgl. § 4.3.2.5).

9.1 Verba Primae (I) laryngalis (Tab III)

 In der PK und im Impt. und Inf. cons. Nif. tritt statt der
Verdoppelung des 1. Radikals stets Ersatzdehnung (compen-
satio) ein (§ 4.2.2), d.h., statt i steht e im Präformativ.
PK Nif. ‫יִ קָּ טֵ ל‬ aber ‫ֵיעָ מֵ ד‬
Inf. cons./Impt. Nif. ‫ִהקָּ טֵ ל‬ aber ‫הֵ עָ מֵ ד‬

Die Vokalfolge e → ā → (e) ist jetzt besonderes Stammeskennzeichen


(sogenannte Séparée-Formen)!
 Statt i steht in der durch den 1. Radikal geschlossenen Präfor-
mativsilbe ă oder æ.
Das ist der Fall in der PK Qal, in der AK und im Part. Nif‘al. und
im ganzen Hif‘il.
Die geschlossene Präformativsilbe (= harte Verbindung) wird häu-
fig durch den dem Präformativvokal entsprechenden ḥāṭep̄ -
Vokal aufgesprengt (= weiche Verbindung; vgl. § 4.3.2.4).
– In der PK Qal steht
bei dem Stammvokal u/o (= Qal I) meist der Präformativvokal ă
(selten æ); z.B.
‫ יִ ְקטֹל‬aber ‫עמֹד‬
ֲ ֽ ַ‫י‬
140 § 9 Verba laryngalis bzw. ‫ר‬

bei dem Stammvokal ă (=Qal II) immer der Präformativvokal æ,


der aber häufig bei fortrückendem Ton zu a wird; z.B.
‫ יִ ְכבַּ ד‬aber ‫חזַק‬
ֱ ֽ ֶ‫י‬
–- In der AK und im Part. Nif. und in der AK Hif. steht meist æ,
selten ă als Präformativvokal; z.B.
‫ נִ ְקטַ ל‬aber ‫נֶ ֽעֶ מַ ד‬
‫ ִה ְק ִטיל‬aber ‫הע ֱִמיד‬
ֶֽ

 Statt š ewā’ mobile steht beim 1. Radikal ḥāṭep̄-pátaḥ


(bei ‫ א‬häufig ḥāṭep̄-s egôl ); z.B.
‫ ְקטַ ְלתֶּ ם‬aber ‫עמַ ְדתֶּ ם‬
ֲ
Inf. cons./ Impt.
‫ ְקטֹל‬aber ‫עמֹד‬
ֲ und ‫אמֹר‬
ֱ

1. Anm.: Wird bei fortrückendem Ton der Vokal beim 2. Radikal verflüchtigt, erhält bei
weicher Verbindung der 1. Radikal den vollen Vokal des ḥāṭep̄-Vokals (§ 4.3.2.4); z.B.:
‫מד‬
ֹ ‫ע‬
ֲ ‫ַי‬ aber ‫ַיעַ ְמדוּ‬
2. Anm.: Ein qām ́ æṣ, das vor einem qām ́ æṣ ḥāṭûp̄ oder einem ḥāṭep̄-qām
́ æṣ steht, wird als
qāḿ æṣ ḥāṭûp̄ gelesen (§ 3.1.1; 2. Anm.); z.B.:
Håf. ‫ מָ ֳעמָ ד‬må’ åmād

9.2 Verba Mediae (II) laryngalis bzw. ‫( ר‬Tab IV)

 In den Intensivstämmen (D-Stämmen) tritt statt der Verdoppe-


lung des mittleren Radikals
– bei ‫ ר‬immer, bei ‫ א‬und ‫ ע‬meist Ersatzdehnung (compensatio)
– bei ‫ ה‬und ‫( ח‬selten bei ‫ א‬und ‫ )ע‬virtuelle Verdoppelung ein.
Die Vokalfolge ist jetzt besonderes Stammeskennzeichen! z.B.:
Ersatzdehnung virtuelle Verdopplung
Pi. ‫ִקטֵּ ל‬ i→e ‫ בֵּ ַרְך‬aber ‫נִ חַ ם‬
‫קַ טֵּ ל‬ ă→ā ‫ בָּ ֵרְך‬aber ‫ַנחֵ ם‬
Hitp. ‫ִה ְתקַ טֵּ ל‬ ‫ ִה ְתבָּ ֵרְך‬aber ‫ִה ְת ַנחֵ ם‬
Pu. ‫קֻ טַּ ל‬ u→o ‫בּ ַרְך‬
ֹ aber ‫ֻנחַ ם‬
3. Verba Tertiae (III) Laryngalis 141

 Der Stammvokal der PK Qal ist stets ă (= wie Qal II); z.B.

‫ יִ ְקטֹל‬aber ‫יִ ְשׁחַ ט‬


Die Infinitive werden auf o gebildet; z.B.
‫חט‬
ֹ ‫( ְשׁ‬Inf. cons.) ‫חט‬
ֹ ָ‫( שׁ‬Inf. abs.)
Der Imperativ wird dagegen auf ă gebildet; z.B.: ‫ְשׁחַ ט‬

9.3 Verba Tertiae (III) laryngalis (Tab V)

Zu dieser Gruppe gehören nur die Verben, die als 3. Radikal ein ‫הּ‬, ‫ח‬
oder ‫ ע‬haben.
 Statt š ewā’ simplex steht meist ein ḥāṭep̄-pátaḥ beim 3. Radikal;
z.B.

‫ט ְלָך‬
ֽ ָ ‫ ְק‬aber ‫חָך‬
ֲ ‫ל‬
ֽ ָ ‫ְשׁ‬
ָ‫ קָ טַ ְלתּ‬und ָ‫שָׁ לַ ְחתּ‬

 Die „doppelt geschlossene“ Silbe der 2. fem. Sg. AK wird durch


pátaḥ aufgesprengt (§ 4.3.2.3); z.B.

‫ קָ טַ ְל ְתּ‬aber ‫שָׁ לַ֜ חַ ְתּ‬


Dāgeš und š ewā’ bleiben dennoch erhalten. Dieses und vor allem
dass als „Aufsprengvokal“ in der Nachschlagsilbe ַ nicht aber ֲ
verwendet wird, weist darauf hin, dass die 2. fem. Sg. von den
Masoreten nicht als „doppelt geschlossene“ Silbe verstanden
wurde. Vielmehr ist das dāgeš in dem ‫ ת‬ein dāgeš forte dirimens
und das š ewā’ dann ein mobile; und da zwei Vorschlagsilben
nicht hintereinander stehen können, enthält die erste Silbe einen
vollen Vokal, hier ַ (→ § 4.3.2.2b).
 Der Stammvokal der PK Qal ist stets a (= wie Qal II); z.B.

‫ יִ ְקטֹל‬aber ‫יִ ְשׁלַ ח‬


Nur die Infinitive werden auf o gebildet; z.B.:
‫( ְשֹׁל ַח‬Inf. cons.) ‫שָׁ לוֹ ַח‬ (Inf. abs.)
Der Imperativ dagegen auf ă; z.B.: ‫ ְשׁלַ ח‬.
142 § 9 Verba laryngalis bzw. ‫ר‬

 Steht der Laryngal am Ende der Form, muss ihm ein a-Laut
vorausgehen.
a) Entweder wird ein pátaḥ furtivum eingeschoben, das ist der Fall
nach den unveränderbaren Vokalen o, u, i und nach e bei den
Pausal-Formen des finiten Verbs, beim Inf. abs. und beim Part.
im st. abs.; z.B.:
‫ קָ טוּל‬aber ‫( שָׁ לוּ ַח‬Part. pass. Qal )
‫ י ְַק ִטיל‬aber ‫ַשׁ ִלי ַח‬
ְ ‫( י‬PK Hif.) (aber ‫ַשׁלַ ח‬
ְ ‫) ַויּ‬
‫ קֹטֵ ל‬aber ‫( שֹׁלֵ ַח‬Part. akt. Qal )
b) oder es wird der dem Laryngal vorausgehende Vokal durch a
verdrängt.
Das ist der Fall bei e in den oben nicht genannten Formen,
d.h. den Kontextformen des finiten Verbs, beim Part. in st. cons.
und beim Inf. cons. – hier oft neben Formen mit unverdrängtem
e; z.B.
‫ ִקטֵּ ל‬aber ‫( ִשׁלַּ ח‬AK Pi.)
‫ ִה ְתקַ טֵּ ל‬aber ‫( ִה ְשׁתַּ לַּ ח‬AK Hitp. [mit transpositio])
‫ ִהקָּ טֵ ל‬aber ‫( ִהשָּׁ לַ ח‬Impt./Inf. cons. Nif.;
als Inf. cons. auch ‫)השָּׁ לֵ ַח‬
ִ

Anm.: Bisweilen wird ein e oder æ auch dann durch ein a verdrängt, wenn der Laryngal
nicht am Wortende steht; z.B.:
‫תַּ ְק ֜ ֵט ְלנָה‬ aber ‫ל ְחנָה‬ַ ֜ ‫תַּ ְשׁ‬ (PK Hif .)
‫ֹטלֶ ת‬ ֶ֜ ‫ק‬ aber ‫לחַ ת‬ ַ֜ ‫שׁ‬
ֹ (Part. fem. Qal )
‫ִקטֶּ ְלָך‬ aber ‫חָך‬ֲ ַ‫ִשׁלּ‬ (AK Pi. + Suffix)
4. Zusammenfassung 143

9.4 Zusammenfassung

Bei den Verben, die einen Laryngal (‫ע‬, ‫ח‬, ‫ה‬, ‫ )א‬oder ‫ ר‬enthalten, finden
sich einige Besonderheiten bei der Vokalisation. Die wichtigsten dieser
Besonderheiten sind:
 Der Stamm-Vokal in der PK Qal ist a, wenn der 2. oder 3.
Radikal ein Laryngal oder ‫ ר‬ist; z.B.

‫ יִ ְקטֹל‬aber ‫ יִ ְשׁחַ ט‬und ‫יִ ְשׁלַ ח‬

 Statt š ewā’ simplex (mobile oder quiescens) steht meist ein š ewā’
compositum (ḥāṭep̄ -Laut); z.B.:

‫ יִ ְקטֹל‬aber ‫עמֹד‬
ֲ ‫( ַי‬PK Qal )
‫ ְקטֹל‬aber ‫אמֹר‬
ֱ und ‫עמֹד‬
ֲ (Impt./Inf. cons. Qal )
‫ ָ ֽק ְטלָ ה‬aber ‫חטָ ה‬
ֲ ָ‫( שׁ‬AK Qal )

 Ist der 1. Radikal ein Laryngal, steht im PK Qal, AK Nif‘al und


dem AK Hif‘il statt i ein a oder æ im Präformativ; z.B.:

‫ יִ ְקטֹל‬aber ‫עמֹד‬
ֲ ‫ ַי‬und ‫חזַק‬
ֱ ‫( ֶי‬PK Qal )
‫ נִ ְקטַ ל‬aber ‫ֶנעֱמַ ד‬

 Müsste dāgeš forte in dem Laryngal stehen, tritt entweder


– Ersatzdehnung (der vorausgehende Vokal wird gedehnt:
ă → ā, ī → ē, ŭ → ō ) oder
– virtuelle Verdoppelung ein (es steht kein dāgeš forte, die Vokali-
sation bleibt unverändert); z.B.:
‫ יִ קָּ טֵ ל‬aber ‫( ֵיעָ מֵ ד‬PK Nif. )
‫ קַ טֵּ ל‬aber ‫ בָּ ֵרְך‬aber ‫( מַ הֵ ר‬Impt./Inf. cons. Pi.)
Das ist beim starken Verb der Fall im Nif‘al (im 1. Radikal) und
in den sog. Intensivstämmen (D-Stämmen) (im 2. Radikal).
‫‪144‬‬ ‫ר ‪§ 9 Verba laryngalis bzw.‬‬

‫)‪Formensammlung (Auflösung: S. 198‬‬

‫‪Verba primae (I) laryngalis‬‬


‫שׁ ְב ִתּי‬
‫נ ְֶח ֜ ַ‬ ‫ח ֲָד֑לוּ‬ ‫פְך‬
‫ה ֹ‬
‫ַו ַיּ ֲ‬ ‫ַיא ֲִמין‬ ‫חשַׁ ְב ֜ ֻנהוּ‬
‫ֲ‬ ‫א(‬
‫בֶּ אֱמָ ְרכֶ ם‬ ‫תֵּ אָ ֵסר‬ ‫עז ְָבָך‬
‫אֶ ֱ‬ ‫יַעַ ְב ֶ ֜דנּוּ‬ ‫ישׁי‬
‫הַ חֲ ִר ִ‬ ‫ב(‬
‫בשׁ‬
‫ח ֹ‬
‫וַתַּ ֲ‬ ‫תַּ חֲ ִרים‬ ‫הָ עֹ ְב ִרים‬ ‫וְ הַ אֲבַ ְד ִ֜תּיָך‬ ‫הֶ חֱזִ יק‬ ‫ג(‬
‫ל ְתהוּ‬
‫אֲכָ ֜ ַ‬ ‫י ָ ֵֽא ְספוּ‬ ‫תֶּ אֱבַ ל‬ ‫הַ א ֲִ֜זינָה‬ ‫ַויַּעַ ְמדוּ‬ ‫ד(‬

‫ר ‪Verba mediae (II) laryngalis und‬‬


‫גּ ְֵרשָׁ ה‬ ‫ֲלנִ י‬
‫ְלבַ ה ֜ ֵ‬ ‫וְ נִ חַ ְמ ִתּים‬ ‫וּגְ אָ לֵ נִ י‬ ‫וּבֵ ַר ְכ ִתּיָך‬ ‫א(‬
‫מַ הֲרוּ‬ ‫וְ ַזעֲקוּ‬ ‫וַיְ מָ אֲנוּ‬ ‫וְ ִה ְת ַנחֲלוּם‬ ‫נִ ְלחֲמוּ‬ ‫ב(‬
‫יְ עָ ֜ ֻצהוּ‬ ‫וַיְ כַ הֵ ן‬ ‫ו ִַתּ ְבחַ ר‬ ‫וְ ִט ֜ ַה ְר ִתּי‬ ‫וַיִּ נְ הֲגוּ‬ ‫ג(‬
‫בָּ ע ֲָרה‬ ‫וּבחָ נוּנִ י‬
‫ְ‬ ‫חמָ ה‬
‫וְ ִ ֽנלָּ ֲ‬ ‫יְ ֻרחַ ם‬ ‫ְצ ֜ ַע ְקנָה‬ ‫ד(‬

‫‪Verba tertiae (III) laryngalis:‬‬


‫וְ יִ מָּ נַע‬ ‫הַ ְצלַ ח‬ ‫יע‬
‫ְלהַ ְשׁ ִבּ ַ‬ ‫ִתּזּ ַָרע‬ ‫ִתּזְ ַבּח‬ ‫א(‬
‫בּ ַ ֜רחַ ת‬
‫ֹ‬ ‫ר ַע‬
‫ִמ ְכּ ֹ‬ ‫יענִ י‬
‫ִה ְשׂ ִבּ ֜ ַ‬ ‫יְ ַדעֲנוּם‬ ‫וְ נִ ְטעוּ‬ ‫ב(‬
‫בּוֹטֵ ַח‬ ‫ֹלע‬
‫ִל ְב ַ‬ ‫יע‬
‫תַּ ְכנִ ַ‬ ‫וַיְ ַנגַּע‬ ‫ִתּ ְפ ַר ְ֑חנָה‬ ‫ג(‬
‫ָיגַעַ ְתּ‬ ‫יע‬
‫מַ ְפגִּ ַ‬ ‫וַיִּ ְבקַ ע‬ ‫יִ ְמ ָשׁ֑חוּ‬ ‫ב ַהּ‬
‫ִכּגְ ֹ‬ ‫ד(‬
‫‪Wendungen und Sätze‬‬
‫וַיִּ ְשׁ ְל ֨חוּ ַויַּאַ ְס ֜פוּ אֶ ת־כָּ ל־סַ ְרנֵ ֣י ְפ ִל ְשׁ ִ֗תּים‬
‫ֱֹלה֤י יִ ְשׂ ָראֵ ל‬
‫אמרוּ ֙ שַׁ ְלּ ֞חוּ אֶ ת־א ֲ֨רוֹן א ֵ‬
‫ו ַֽיּ ֹ ְ‬
‫כוֹכ ֵב֣י הַ שָּׁ ֔ ַמיִ ם‬
‫עָך ֙ ְכּ ְ‬
‫ִ ֽכּי־בָ ֵרְ֣ך אֲבָ ֶר ְכ ָ֗ך וְ הַ ְר ָ֨בּה אַ ְר ֶבּ֤ה ֶ ֽאת־ז ְַר ֲ‬
‫ת־דּ ַב֣ר יְ ה ָו֔ה וַיִּ ְמאָ ְסָך֖ ִמ ֶ ֽמּלֶ ְך‬
‫ַי֗עַ ן מָ ַ֨א ְסתָּ ֙ אֶ ְ‬
‫ָעד׃‬
‫עוֹל֥ם ו ֶ ֽ‬
‫ְבּכָ ל־י֥וֹם אֲבָ רֲ ֶכ ֑ךָּ ַואֲהַ ְל ָל֥ה ִ֝שׁ ְמ ָ֗ך ְל ָ‬
‫ֹכי ְמלַ ֵמּ֥ד אֶ ְת ֶכ֖ם‬
‫ל־החֻ ִקּים ֙ וְ אֶ ל־הַ ִמּ ְשׁפָּ ִ֔טים א ֲֶשׁ֧ר ָ ֽאנ ִ ֛‬
‫ַֽ‬ ‫וְ עַ ָתּ֣ה יִ ְשׂ ָר ֵ֗אל ְשׁ ַמ֤ע אֶ‬
‫*לַ עֲשׂ֑ וֹת‬
‫)עשׂה ‪ְ von‬ל ‪* zu tun/erfüllen (Inf. cons. Qal +‬‬
§ 10 Das Schwache Verb

10.1 Die Verbklassen und ihre Hauptkennzeichen

10.1.1 Definition

Als schwach gilt


 ein Verb, das nur zwei Radikale (Wurzelkonsonanten) aufweist
oder
 ein drei-radikaliges Verb, bei dem durch die Formenbildung
(Flexion) ein Wurzelkonsonant als solcher „verloren geht“ (d.h.,
elidiert, assimiliert oder kontrahiert wird → § 4).

10.1.2 Die Verbklassen und ihre Benennung

Übersicht
‫ל‬ ‫ע‬ ‫פ‬
hinten innen vorne
‫ל"א‬ ‫ל"ה‬ ‫י‬/‫ע"ו‬ ‫ע"ע‬ ‫ו‬/‫פ"י‬ ‫פ"נ‬ ‫*פ"א‬
Verba Tertiae (III) Verba Mediae (II) Verba Primae (I)
’àlæf ***infirmae u, o, i **geminatae yod/waw nun ’álæf
= III yod/he = Hohle = III=II
Wurzel
Paradigmata Paradigmata Paradigmata
‫מָ צָ א‬ ‫גָּלָ ה‬ ‫ִשׂים‬ ‫סבב‬ ‫יטב‬ ‫נפל‬ ‫אמר‬
‫קוּם‬ ‫ישׁב‬
* " ist Abkürzungszeichen.
** verdoppelt (lat. gemini = Zwillinge).
*** schwach.
146 § 10 Das Schwache Verb

Die Schwäche eines Verbs wurde herkömmlicherweise durch die Radikale


des Paradigmas ‫( פעל‬tun, machen) benannt. Ist z.B. der erste Radikal (= ‫)פ‬
schwach und dieser ein ‫נ‬, spricht man von einem pe-nun-Verb (geschrieben
‫ ;)פ"נ‬ist der dritte Radikal (= ‫ )ל‬schwach und dieser ein ‫א‬, handelt es sich
um ein lámæd-’álæf-Verb (‫)ל"א‬. Zunehmend setzt sich stattdessen die
Bezeichnung „Verba primae (I) nun“ bzw. „tertiae (III) ’álæf “ usw. durch.

10.1.3 Die 22 am häufigsten gebrauchten schwachen Verben

‫אכל‬ essen, fressen ( ‫) ו ַ֜יּ ֹאכַ ל‬


‫אמר‬ sagen, sprechen ( ‫) ו ַ֜יּ ֹאמֶ ר‬
‫ָנשָׂ א‬ erheben, tragen, nehmen ( ‫) וַיִּ שָּׂ א‬
‫נתן‬ geben, (ein)setzen ( ‫) וַיִּ תֵּ ן‬
‫ )!( לקח‬nehmen ( ‫ = פ"נ → ) וַיִּ קַּ ח‬I nun
‫ידע‬ erkennen, wissen, erfahren ( ‫) ַו ֜ ֵיּ ַדע‬
‫ילד‬ gebären, (er)zeugen ( ‫) ַו ֜ ֵיּלֶ ד‬
‫ָיצָ א‬ hinausgehen, -ziehen ( ‫;) ַו ֵיּצֵ א‬
Hif. herausführen ( ‫) ַויֹּ צֵ א‬
‫ירד‬ hinabgehen, -steigen ( ‫;) ַו ֜ ֵיּ ֶרד‬
Hif. hinabführen, -steigen lassen ( ‫) וַיּ֜ וֹ ֶרד‬
‫ישׁב‬ sich setzen, sitzen bleiben, wohnen ( ‫) ַו ֜ ֵיּשֶׁ ב‬
‫ )!( הלְך‬gehen ( ‫ = פ"ו → ) ַו ֜ ֵיּלֶ ְך‬I waw
‫בּוֹא‬ kommen, hineingehen ( ‫ ;) ַו ָיּב ֹא‬Hif. bringen ( ‫) ַו ָיּבֵ א‬
‫מוּת‬ sterben ( ‫) * ַו ֜ ָיּמָ ת‬
‫קוּם‬ aufstehen, sich erheben ( ‫) * ַו ֜ ָיּקָ ם‬
‫ִשׂים‬ setzen, stellen, legen ( ‫) ַו ֜ ָיּשֶׂ ם‬
‫שׁוּב‬ umkehren, zurückkehren ( ‫) * ַו ֜ ָיּשָׁ ב‬
‫הָ ָיה‬ sein, werden, geschehen ( ‫) וַיְ ִהי‬
‫עָ לָ ה‬ hinaufgehen, -steigen ( ‫) ַו ֜ ַיּעַ ל‬
Hif. hinaufführen, -steigen lassen ( ‫) ַו ֜ ַיּעַ ל‬
‫עָ שָׂ ה‬ tun, machen ( ‫) ַו ֜ ַיּעַ שׂ‬
* In der letzten Silbe steht ָ -ḥāṭûp̄ → § 3.1.1.
1. Die Verbklassen und ihre Hauptkennzeichen 147

‫צָ ָוה‬ Pi. befehlen, beauftragen ( ‫) ַויְ צַ ו‬


‫ָראָ ה‬ sehen ( ‫) ** ַויּ ְַרא‬
Nif. sich sehen lassen, erscheinen ( ‫) ַויּ ֵָרא‬
‫קָ ָרא‬ rufen, nennen, lesen ( ‫) וַיִּ ְק ָרא‬
** Zu lesen ist: wayyar’ → § 2; § 4.3.2.3.

10.1.4 Erste Faustregeln zum Erkennen schwacher Verbformen

Formen mit Präformativ

 Dāgeš forte im ersten sichtbaren Radikal = I nun = ‫פ"נ‬, z.B.


‫וַיִּ שָּׂ א‬ → ‫ָנשָׂ א‬
 ָ in offener Präformativ-Silbe = II schwach = ‫ע‬-Verb
Nachschlagefolge:
1. II waw = ‫ ע"ו‬z.B. ‫ַו ֜ ָיּקָ ם‬ → ‫קוּם‬
2. II yod = ‫ע"י‬ ‫ַו ֜ ָיּשֶׂ ם‬ → ‫ִשׂים‬
3. III = II = ‫ע"ע‬ ‫ַו ֜ ָיּסָ ב‬ → ‫סבב‬
 Treffen  und  nicht zu = III he
oder
Vorne stark, hinten schwach, d.h., die Präformativsilbe bzw. der
1. Radikal ist vokalisiert wie beim starken Verb = III he = ‫ל"ה‬,
z.B.
‫וַיְ גַל‬ → ‫גָּלָ ה‬

Formen ohne Präformativ

 Zweiradikalige Formen
– (Impt.) I nun = ‫פ"נ‬, z.B. ‫גַּשׁ‬ → ‫נגשׁ‬
oder I yod/waw = ‫ו‬/‫ ;פ"י‬z.B. ‫שֵׁ ב‬ → ‫ישׁב‬
– 3. masc. Sg. AK (Part.) = ‫ו‬/‫ע"י‬, z.B. ‫בָּ א‬ → ‫בּוֹא‬

 Unbedingt die 22 häufigsten Verben (→ 10.1.3) kennen!

Weitere Faustregeln zum Erkennen schwacher Verbformen → § 10.9.


148 § 10 Das Schwache Verb

10.2 Verba Primae (I) ’álæf = ‫( פ"א‬Tab VI)

Merkmale der schwachen Formen:


 In der PK Qal quiesziert das ‫ א‬im Präformativvokal o.
 Die Verba I ’álæf sind als solche immer erkennbar, da
das ‫ א‬im Schriftbild erhalten ist.
Ausnahme: regelmäßig die 1. com. Sg. PK Qal, z.B.
‫אֹמַ ר‬ ich werde sagen

10.2.1 Nur folgende Verben bilden regelmäßig schwache Formen:

‫אמר‬ ‫אָ בָ ה‬ ‫אָ פָ ה‬ ‫אכל‬ ‫אבד‬


sagen wollen backen essen zugrunde gehen
(Merksatz: Er sagte, er wolle backen, essen und zugrunde gehen.)

Außerdem begegnen bei einigen Verben neben starken auch schwache


Formen, so bei:
‫אחז‬ ‫אסף‬ ‫אהב‬
ergreifen sammeln liebhaben

10.2.2 Schwache Formen finden sich nur in der PK Qal. Dort verliert
silbenschließendes ‫ א‬seine konsonantische Funktion (→ § 4.1.4) und
quiesziert (→ § 2) im Präformativvokal o. Der Thema- bzw. Stammvokal
ist a, seltener e (so vor allem bei den Pausalformen); z.B.

‫י ֹאכַ ל‬ i.P. ‫י ֹא ֵכ ֑ל‬ Narr. ‫ו ַ֜יּ ֹאכַ ל‬


Herkömmliche Ableitung: ya’kul > yā kul > yo kōl > Vokaldissimilation zu > yō kal bzw.
yō kel, um die Vokalfolge o-o zu vermeiden; oder: < yāū kel < yāō kel.

10.2.3 In der 1. com. Sg PK Qal fällt das ‫ א‬meist auch bei der Schreibung
aus; z.B.

‫( ֹאכַ ל‬für ‫)א ֹאכַ ל‬ i.P. ‫ =( ֹאכֵ ל‬Part.)


2. Verba Primae (I) ’álæf = ‫פ"א‬ 149

10.2.4 Sonst werden die ‫פ"א‬-Verben wie die Verba Primae laryngalis
gebildet (→ § 9.1); z.B.
Inf./Impt. Qal: ‫אמֹר‬ ֱ AK Nif‘al: ‫אמַ ר‬
ֱ ֽ ֶ‫נ‬
AK Hif‘il: ‫א ִמיר‬
ֱ ‫ה‬ ֶֽ PK Nif‘al: ‫יֵאָ מֵ ר‬

10.2.5 Verben mit Besonderheiten

‫אמר‬ „sagen, sprechen“


a) Im Narrativ Qal steht bei den Formen mit Tonzurücknahme
(→ § 3.3.1) als Stammvokal æ; z.B.
‫ו ַ֜יּ ֹאמֶ ר‬ aber ‫( וַיּ ֹאמַ ר‬i.P.); ‫( ָואֹמַ ר‬1. com. Sg.)
b) Der Inf. cons. Qal mit ‫ ְל‬wird schwach gebildet:
‫לֵ אמֹר‬ (statt ‫ § → לֶ ֱאמֹר‬4.3.2.2)
‫ לֵ אמֹר‬steht meist zur Einführung der wörtlichen Rede und kann dann mit
Wendungen wie „folgendermaßen“, „mit folgenden Worten“, „indem
er/sie sagte“ oder nur durch Doppelpunkt und Anführungszeichen wie-
dergegeben werden (vgl. § 5.1.2).
Formensammlung (Auflösung: S. 201)
‫כל‬
ֹ ‫א‬
ֱ ֶ‫ל‬ ‫ִא ְמ ִרי‬ ‫ֹאב ֑ד‬
ֵ ‫תּ‬ ‫נ ֹאמַ ר‬ ‫ו ַ֜תּ ֹאמֶ ר‬ (‫א‬
‫ֶנאֱחַ ז‬ ‫ַו ֜תּ ֹאכַ ל‬ ‫ָואֹהַ ב‬ ‫ֹאמ ְרנָה‬
ַ ֜ ‫וַתּ‬ ‫יֵאָ מֵ ר‬ (‫ב‬
‫ָואֹמַ ר‬ ‫לֵ אמֹר‬ ‫ֹאב ָדה‬
ְ ‫נ‬ ‫ַויּ ֵָא֑סֶ ף‬ ‫ֹחזֶת‬
ֶ֜ ‫א‬ (‫ג‬
‫אֱכָ ל־‬ ‫ֹאמ֑ר‬
ַ ‫וַיּ‬ ‫ֹאמרוּ‬
ְ ‫וַיּ‬ ָ‫אָ ֜ ַה ְבתּ‬ ‫אֹהֵ ב‬ (‫ד‬

Seltenere Formen
‫אֻ ָכּ ֑ל‬ ‫הֵ אָ כֹל‬ ‫הֲי ֹאבֶ ה‬ ָ ‫ֹאמ ְרן‬
ַ ֜ ‫וַתּ‬ ‫ֹאמרוּן‬
ְ ‫תּ‬ (‫ה‬
‫הֶ אֱכַ ְל ִתּיְך‬ ‫מֵ הָ אֹכֵ ל‬ ‫אהֲבַ י‬
ֹ ‫ְל‬ ‫וְ אָ ְכלָ ה‬ ‫הֵ ָ ֽא ְס ִפי‬ (‫ו‬

Wendungen und Sätze


‫ֱֹלה֑ים‬
ִ ‫וְ הַ נָּחָ שׁ ֙ הָ יָ ֣ה עָ ֔רוּם ִמכֹּל ֙ חַ יַּ ֣ת הַ שָּׂ ֶ ֔דה א ֲֶשׁ֥ר עָ ָשׂ֖ה יְ הוָ ֣ה א‬
‫ֱֹלהים‬
ִ֔ ‫ל־ה ִ֣אשָּׁ֔ ה אַ ֚ף ִ ֽכּי־אָ ַמ֣ר א‬
ָ ֶ‫ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר ֙ א‬
‫כּל ֵע֥ץ הַ גָּ ֽ ן׃‬
ֹ ֖ ‫אכ ֔לוּ ִמ‬
ְ ֹ ‫ל ֹא ֽת‬
֣
‫ֹאכל׃‬
ֽ ֵ ‫ה ִא ָשּׁ֖ה אֶ ל־הַ נּ ָָח֑שׁ ִמ ְפּ ִ ֥רי ֵעֽץ־הַ גָּ ֖ ן נ‬
ֽ ָ ‫ַתּ ֹאמֶ ר‬
֥ ‫ו‬
… ‫אכלוּ ֙ ִמ ֔ ֶמּנּוּ‬
ְ ֹ ‫ל ֹא ֽת‬
֤ ‫ֱֹלהים‬
ִ֗ ‫וּמ ְפּ ִ ֣רי הָ עֵ ץ ֮ א ֲֶשׁ֣ר ְבּתוְֹך־הַ ָגּן ֒ אָ ַמ֣ר א‬
ִ
150 § 10 Das Schwache Verb

10.3 Verba Primae (I) nun = ‫( פ"נ‬Tab VII)

Merkmale der schwachen Formen:


 Dāgeš forte im 1. sichtbaren Radikal (= assimiliertes nun).
 Zweiradikaliger Impt. Qal (meist mit a; z.B. ‫)גַּשׁ‬.
 Zweiradikaliger Inf. cons. Qal mit ‫ ת‬erweitert.

10.3.1 Schwache Formen finden sich (vgl. ‫) פ"ו‬:


 überall dort, wo der 1. Radikal die Präformativsilbe schließen
müsste, also in der PK Qal, in der AK und bei dem Part. Nif‘al,
im ganzen Hif‘il und Håf‘al.
Hier wird das nun dem 2. Radikal assimiliert; dieser erhält dāgeš
forte (→ § 4.1.2); z.B. von ‫ נפל‬/ ‫ נגשׁ‬:
PK Qal: yin‿pol → ‫יִ ֹפּל‬ AK Hif.: hin‿giš → ‫ִהגִּ ישׁ‬
yin‿gaš → ‫יִ ַגּשׁ‬ PK: yan‿giš → ‫ַיגִּ ישׁ‬
AK Nif. : nin‿gaš → ‫נִ ַגּשׁ‬
* AK Håf.: hun‿gaš → ‫הֻ ַגּשׁ‬
Part.: nin‿gāš → ‫נִ ָגּשׁ‬ PK: yun‿gaš → ‫ֻי ַגּשׁ‬

 im Impt. und Inf. cons. Qal der Verben mit dem PK-Stamm-
vokal a.
Hier ist das nun elidiert (→ § 4.1.4)**; z.B. Impt. Qal von ‫נגשׁ‬
‫גַּשׁ‬ (‫)גְּ שָׁ ה‬ ‫גְּ ִשׁי‬ ‫גְּ שׁוּ‬ ‫֜שׁנָה‬
ְ ‫*** ַגּ‬
Der Inf. cons. Qal wird durch ‫ ת‬erweitert und segoliert; z.B.
gaš > gašt > gašæ t > ‫ֶגּ֜שֶׁ ת‬
mit ‫ ְל‬: ‫ § →( לָ ֶג֜שֶׁ ת‬4.3.2.1)
mit Suff.: ‫ § →( גִּ ְשׁ ִתּי‬4.3.2.3)
Dagegen lautet der Impt. bzw. Inf. cons. Qal beim PK-Stammvokal
o < u wie beim starken Verb; z.B.
‫ נְ פֹל‬von ‫נפל‬ aber: PK Qal : ‫יִ ֹפּל‬
* = AK Pi.
** Bei einigen I nun-Verben ist auch von einer zweiradikaligen Basis auszugehen.
*** Das dāgeš ist ein dāgeš lene.
3. Verba Primae (I) nun = ‫פ"נ‬ 151

10.3.2 Verben mit Besonderheiten

 ‫„ נתן‬geben“
a) In der AK Qal wird auch das vokallose nun des 3. Radikals vor
konsonantischem Afformativ assimiliert:
ָ‫ָתתּ‬
ַ ֜ ‫נ‬/‫ָתתָּ ה‬
ַ ֜ ‫נ‬, ‫נָתַ ְתּ‬, ‫ָת ִתּי‬
ַ ֜ ‫נ‬, ‫נְ תַ תֶּ ם‬, ‫ָתנּוּ‬
ַ֜ ‫נ‬
b) Der Stammvokal der PK Qal ist e < i; z.B.
PK: ‫יִ תֵּ ן‬, ‫ ִתּתֵּ ן‬usw. Narr.: ‫וַיִּ תֵּ ן‬
Impt.: ‫) ְתּנָה( תֵּ ן‬, ‫ ְתּנִ י‬, ‫ ( ְתּנוּ‬fem. Pl. ist nicht belegt.)
Inf. cons.: ‫ <( תֵּ ת‬tint); mit: ‫ ְל‬: ‫ ;לָ תֵ ת‬mit Suff.: ‫ § →( ִתּ ִתּי‬4.3.2.1)
c) Bei den als PK Håf. vokalisierten Formen handelt es sich um das
alte Pass. Qal; z.B.
‫„ יֻתַּ ן‬gegeben werden“

 ‫„ לקח‬nehmen“
a) ‫ לקח‬wird in Analogie zu ‫ נתן‬gebildet, d.h., das ‫ ל‬wird wie das ‫נ‬
der Verba I nun behandelt (§ 4.1.2); z.B.
PK Qal: ‫יִ קַּ ח‬, ‫ ִתּקַּ ח‬usw. Narr.: ‫וַיִּ קַּ ח‬
Impt.: ‫) ְקחָ ה( קַ ח‬, ‫ ְק ִחי‬, ‫ְקחוּ‬ ( fem. Pl. ist nicht belegt.)
Inf. cons.: ‫ ; ַ֜קחַ ת‬mit ‫ ְל‬: ‫;לָ קַ חַ ת‬ mit Suff.: ‫קַ ְח ִתּי‬
b) AK Pu. (‫ )לֻ קַּ ח‬bzw.
PK Håf. (‫ = ) יֻקַּ ח‬Pass. Qal „genommen werden“

 Verben ohne Assimilation


a) Bei den verba mediae (II) laryngalis wird das nun nicht assimiliert
(§ 1.2.2), d.h., die entsprechenden Formen werden stark gebildet;
z.B. ‫„ נהג‬treiben, führen“
PK Qal: ‫יִ נְ הַ ג‬ Impt.: ‫נְ הַ ג‬
b) Auch sonst begegnen bei einigen Verben Formen ohne, neben
solchen mit Assimilation bzw. Elision;
z.B. ‫„ נטר‬zürnen“
PK Qal: ‫יִ נְ טֹר‬ neben ‫יִ טֹּר‬
aber auch: ‫ִל ְק ִחי‬ neben ‫ְק ִחי‬ s.o.
152 § 10 Das Schwache Verb

10.3.3 Häufig vorkommende Verben

‫נתן‬ geben, (ein)setzen


‫לקח‬ nehmen
‫נשׂא‬ erheben, tragen, nehmen
‫נגד‬ Hif. mitteilen, berichten
‫נטה‬ ausstrecken, neigen, abbiegen; Hif. = Qal und: beugen
‫נכה‬ Hif. (er)schlagen
‫נפל‬ fallen
‫נצל‬ Hif. entreißen, retten
‫נבא‬ Nif. profezeien, als Profet auftreten; Hit. sich als Profet
gebärden
‫נבט‬ Hif. blicken, ansehen
‫נגע‬ berühren, schlagen
‫נגשׁ‬ herantreten, sich nähern; Hif. herbei-, darbringen
‫נדר‬ geloben
‫נחל‬ Besitz erhalten/nehmen/verteilen
‫נחם‬ Pi. trösten; Nif. sich trösten, bereuen
‫נטע‬ (be)pflanzen
‫נכר‬ Hif. (er)kennen
‫נסע‬ herausreißen, aufbrechen, weiterziehen
‫נצב‬ Hif. hinstellen; Nif. sich hinstellen, stehen
‫נצר‬ bewachen, bewahren
‫נקה‬ Nif. frei/schuldlos sein, straflos bleiben
‫נקם‬ (sich) rächen
‫נשׂג‬ Hif. erreichen, einholen
‫פ"נ = ‪3. Verba Primae (I) nun‬‬ ‫‪153‬‬

‫)‪Formensammlung (Auflösung: S. 202‬‬


‫ְלהַ ִצּיל‬ ‫ַו ַיּגֵּד‬ ‫לָ תֵ ת‬ ‫ַויִּ קַּ ח‬ ‫ַו ֻיּגַּד‬ ‫א(‬
‫לָ ַ֜קחַ ת‬ ‫מֻ צָּ ב‬ ‫לָ ֶג֜שֶׁ ת‬ ‫אֶ תֵּ ן‬ ‫יִ נְ אַ ף‬ ‫ב(‬
‫נִ גְּ שׁוּ‬ ‫וְ י ִַ֜גּידוּ‬ ‫ִתּבֹּל‬ ‫קַ ח‬ ‫*וַיִּ ְשׂאוּ‬ ‫ג(‬
‫וַיִּ ְתּנוּ‬ ‫ְלהַ גִּ יד‬ ‫וָאֶ קַּ ח‬ ‫וַיִּ ְתּנֵם‬ ‫וָאַ גִּ יד‬ ‫ד(‬

‫‪Seltenere Formen‬‬
‫ִה ִפּילֻ הוּ‬ ‫* ִתּ ְשׂאוּן‬ ‫*יִ ְקחוּ‬ ‫וּמַ ִפּיל‬ ‫ְלקַ ח‬ ‫ה(‬
‫תַּ ִצּילֶ֜ נּוּ‬ ‫֜ידי‬
‫הַ ִגּ ִ‬ ‫וְ נִ גְּ שָׁ ה‬ ‫תַּ צֵּ ל‬ ‫ה ֹנטַ ע‬
‫ֲ‬ ‫ו(‬

‫‪Formen unterschiedlicher Herkunft‬‬


‫יֵאָ מֵ ר‬ ‫נ ֹאמַ ר‬ ‫אַ ֜ ֵתּנָה‬ ‫אֶ תֵּ ן‬ ‫ִהנֶּנּוּ‬ ‫ז(‬
‫‪e‬‬
‫‪* Dāgeš forte kann bei Konsonaten mit š wā’ ausfallen (→ § 3.2.2).‬‬

‫‪Wendungen und Sätze‬‬


‫ָה־לּי ֶ ֽאת־כַּ ְר ְמ ָ֜ך‬
‫ִ֨‬ ‫ַויְ ַד ֵבּ֣ר אַ ְח ָא֣ב אֶ ל־נָב֣ וֹת לֵ אמֹר ְתּנ‬
‫… וְ אֶ ְתּנָ ֤ה ְלָך ֙ תַּ ְח ֔ ָתּיו ֶכּ ֶ֖רם ט֣ וֹב ִמ ֶמּ֑נּוּ‬
‫ָה־לָך֥ ֶכ֖סֶ ף ְמ ִ ֥חיר* ֶז ֽה‬
‫ְ‬ ‫ִא ֚ם ט֣ וֹב ְבּעֵ י ֶנ֔יָך אֶ ְתּנ‬
‫וַיּ ֹ֥אמֶ ר נָב֖ וֹת אֶ ל־אַ ְח ָא֑ב חָ ִל֤ילָ ה ִלּי ֙ ֵ ֽמיה ָו֔ה‬
‫לְך׃‬
‫ֹתי ָ ֽ‬
‫אב ַ ֖‬
‫ֲל֥ת ֲ‬
‫תּי אֶ ת־ ַנח ַ‬
‫ִמ ִתּ ִ ֛‬
‫‪Eigennamen: Ahab, Nabot‬‬
‫‪ְ = Kaufpreis‬מ ִחיר *‬
154 § 10 Das Schwache Verb

10.4 Verba Primae (I) yod/waw = ‫ו‬/‫( פ"י‬Tab VIII)

Merkmale der schwachen Formen:


 Bildungen nach dem Muster e-e (‫ יֵשֵׁ ב‬/ ‫ ) ַו ֜ ֵיּשֶׁ ב‬bzw.
i-a (‫יִ יטַ ב‬/ ‫)וַיִּ יטַ ב‬
 Zweiradikaliger Impt. Qal (meist mit e; z.B. ‫)שֵׁ ב‬.
 Zweiradikaliger Inf. cons. Qal mit ‫ ת‬erweitert.
 Präformativvokale meist plene geschrieben:
ô (Nif./Hif. I waw) î (Qal I yod )
û (Håf. I waw) ê (Hif. I yod )

10.4.1 Verba primae (I) yod = ‫פ"י‬

1. Als eigentliche verba primae yod gelten nur die folgenden 5 (sog.
Säuglings-) Verben:
‫יקץ‬ ‫( ילל‬Hif. ) ‫ינק‬ ‫( ימן‬Hif. ) ‫יטב‬
aufwachen heulen saugen sich nach gut sein
rechts wenden

2. Schwache Formen sind nur belegt für die PK Qal und das ganze
Hif‘il. Hier kontrahieren der Präformativvokal und das yod (→ § 4.2.2):
In der PK Qal * Im ganzen Hif‘il
i+y→î a+y→ê z.B.
PK: ‫ < יִ יטַ ב‬yiyṭab AK : ‫ < הֵ י ִטיב‬hayṭib
**

Narr.: ‫***וַיִּ טַ ב‬ PK: ‫ < ֵיי ִטיב‬yayṭib


Narr.: ‫ַו ֜ ֵיּיטֶ ב‬
* Der PK-Stammvokal ist a.
** In der AK ist es das ursprüngliche, in der PK das noch vorhandene a des Präformativs.
*** Ohne Tonzurücknahme gegen § 3.3.1.
4. Verba Primae (I) yod/waw = ‫ו‬/‫פ"י‬ 155

10.4.2 Verba Primae (I) waw = ‫פ"ו‬

1. Wurzelanlautendes ‫ ו‬ist in ‫ י‬übergegangen (→ § 4.1.1), d.h., die Verba


Primae waw sind (wie die I yod ) im Lexikon unter ‫ י‬als 1. Radikal aufzu-
suchen; z.B.
*wšb → ‫ ָישַׁ ב‬sich setzen, sitzen, bleiben, wohnen
*wbš → ‫ ָיבֵ שׁ‬trocken sein, vertrocknen, verdorren

2. Schwache Formen finden sich (vgl. ‫)פ"נ‬


 überall dort, wo der 1. Radikal die Präformativsilbe schließen
müsste, also in der PK Qal, in der AK und dem Part. Nif‘al, im
ganzen Hif‘il und Håf‘al.
In der PK Qal sind zwei Bildungsweisen zu unterscheiden:
Verben
mit PK-Stammvokal a* mit PK-Stammvokal e < i**
werden wie die Verba haben ein unveränderlich
Primae yod gebildet; langes ê im Präformativ;
z.B. von ‫יָבֵ שׁ‬ z.B. von ‫ישׁב‬
‫ יִ יבַ שׁ‬/ ‫וַיִּ יבַ שׁ‬ ‫ ֵישֵׁ ב‬/ ‫ַו ֜ ֵיּשֶׁ ב‬

In der AK und dem Part. Nif ‘al und dem ganzen Hif ‘il kontra-
hieren der Präformativvokal*** und das waw (→ § 4.2.2):
a+w→ô
z.B. Nif ‘al Hif ‘il
AK: ‫ < נוֹשַׁ ב‬nawšab AK: ‫ < הוֹ ִשׁיב‬hawšîb
Part: ‫ < נוֹשָׁ ב‬nawšāb PK: ‫ < יוֹ ִשׁיב‬yawšîb
Narr.: ‫וַיּ֜ וֹשֶׁ ב‬

Im ganzen Håf ‘al kontrahieren der ursprüngliche Präformativ-


vokal und das waw (→ § 4.2.2):

u+w→û
z.B.
AK: ‫ < הוּשַׁ ב‬huwšab PK: ‫ < יוּשַׁ ב‬yuwšab
156 § 10 Das Schwache Verb

 Im Impt. und Inf. cons. Qal der Verben mit dem PK-Stamm-
vokal e < i.
Hier ist das waw elidiert (→ § 4.1.4)*; z.B. Impt. Qal von ‫ישׁב‬
‫) ְשׁבָ ה( שֵׁ ב‬, ‫ ְשׁ ִבי‬, ‫ ְשׁבוּ‬, ‫שֵׁ֜ ְבנָה‬
Der Inf. cons. Qal wird durch ‫ ת‬erweitert und segoliert; z.B.
šeb > šebt > šebæ t > ‫שֶׁ֜ בֶ ת‬
mit ‫ ְל‬: ‫ § →( לָ שֶׁ֜ בֶ ת‬4.3.2.1)
mit Suff.: ֹ‫ § →( ִשׁ ְבתּו‬4.3.2.3)
Dagegen lautet der Impt. bzw. Inf. cons. Qal beim PK-Stammvokal a wie bei den
Verba primae yod bzw. wie beim starken Verb ( Qal II);
z.B. ‫ יְ בַ שׁ‬bzw. ‫יְ בֹשׁ‬
* Möglicherweise handelt es sich hier bei einigen Verben um eigentliche Verba Primae yod.
** Wahrscheinlich ist bei diesen Verben von einer zweiradikaligen Basis auszugehen:
PK Qal < yašib.
*** In der AK ist es das ursprüngliche, in der PK Hif. das noch vorhandene a des Prä-
formativs.

3. Alle anderen Formen werden stark gebildet, wobei in der PK Nif.


(bisweilen auch im Hitp.) das waw als Konsonant erhalten ist; z.B.
PK Nif.: ‫יִ ָוּשֵׁ ב‬ Inf. cons./Impt. Nif.: ‫ִה ָוּשֵׁ ב‬

10.4.3. Verben mit Besonderheiten

 ‫„ הלְך‬gehen“
‫ הלְך‬wird in der PK, im Impt., Inf. cons. Qal und im ganzen Hif.
wie ein Verb I waw (Stammvokal e < i) gebildet; z.B.
PK Qal: ‫ֵילֵ ְך‬ Narr.: ‫ַו ֜ ֵיּלֶ ְך‬
Impt.: ‫) ְלכָ ה( לֵ ְך‬, ‫ ְל ִכי‬, ‫ ְלכוּ‬, ‫לֵ֜ ְכנָה‬
Inf. cons.: ‫;לֶ֜ כֶ ת‬ mit ‫ ְל‬: ‫לָ לֶ֜ כֶ ת‬
AK Hif.: ‫הוֹ ִליְך‬
PK: ‫;יוֹ ִליְך‬ Narr.: ‫וַיּ֜ וֹלֶ ְך‬
4. Verba Primae (I) yod/waw = ‫ו‬/‫פ"י‬ 157

 ‫„ ידע‬erkennen, wissen, erfahren“


‫ ידע‬hat in der PK Qal (wegen des Laryngals) den Stammvokal a,
wird aber wie ‫ ישׁב‬gebildet; z.B.
PK Qal: ‫ֵי ַדע‬ Narr.: ‫ַו ֜ ֵיּ ַדע‬
Impt.: ‫) ְדּעָ ה( ַדּע‬, ‫ ְדּ ִעי‬, ‫ ( ְדּעוּ‬fem. Pl. ist nicht belegt.)
Inf. cons.: ‫ַ ֜דּעַ ת‬ mit ‫ ְל‬: ‫לָ ַ ֜דעַ ת‬
AK Hif.: ‫יע‬ ַ ‫הוֹד‬
ִ
PK: ‫יע‬
ַ ‫יוֹד‬ִ

 ‫„ ירשׁ‬in Besitz nehmen, (be)erben“


‫ ירשׁ‬hat im Qal den PK-Stammvokal a, bildet aber einen
schwachen Impt. und Inf. cons. Qal; z.B.
PK Qal: ‫ירשׁ‬ ַ ִ‫י‬ Narr.: ‫ירשׁ‬
ַ ִ‫וַיּ‬
Impt.: ‫ֵרשׁ‬
Inf. cons.: ‫)לָ ( ֶ ֜רשֶׁ ת‬

 ‫כל‬ֹ ‫„ ָי‬können, vermögen, überlegen sein“


‫ ָיכֹל‬hat in der PK (Pass.?) Qal ein unveränderliches u im Präfor-
mativ; z.B. ‫יוּכַ ל‬. Besonderheiten der Formbildung:
AK:
3. masc. Sg. AK Qal: ‫ָיכֹל‬ 3. com. Pl. AK Qal: ‫ָי ְכלוּ‬
PK:
3. masc. Sg. PK Qal: ‫יוּכַ ל‬ 2. masc. Sg. PK Qal: ‫תּוּכַ ל‬
1. masc. Sg. PK Qal: ‫אוּכַ ל‬
3. masc. Pl. PK Qal: ‫ֻי ְכלוּ‬ 1. com. Pl. PK Qal: ‫נוּכַ ל‬

 Verben mit ‫ צ‬als 2. Radikal


Einige Verben – vor allem solche mit ‫ צ‬als 2. Radikal – bilden
Formen in Analogie zu den Verba Primae nun, d.h., mit dāgeš forte
im 1. sichtbaren Radikal; z.B.
a) ‫צּק‬ ֹ ִ‫*י‬ 3. masc. Sg. PK Qal ‫(„ יצק‬aus)gießen“
b) ‫צּר‬ ֹ ֶ‫ א‬1. com. Sg. PK Qal ‫„ יצר‬formen, bilden, schaffen“
c) ‫ ִהצַּ ִתּי‬1. com. Sg. AK Hif. ‫„ יצת‬anzünden, verbrennen“
* Achtung, bisweilen fehlt dāgeš forte, d.h., es werden Formen ohne Verdoppelung
(Längung) gebildet.
158 § 10 Das Schwache Verb

 Von ‫„ יהב‬geben“ sind nur Formen des Imperativs belegt:


‫) ֜ ָהבָ ה( הַ ב‬, ‫ה ִבי‬,
ָ ‫ ( הָ בוּ‬fem. Pl. ist nicht belegt.)
Diese sind häufig nur als Interjektion (auf!, wohlan!, vgl. Gen 11,4)
zu übersetzen.

 Zu ‫„ יצא‬hinausgehen, -ziehen“ und ‫(„ י ֵָרא‬sich) fürchten, ehr-


fürchtig sein“ → § 10.8.2.

10.4.4 Häufig vorkommende Verben

1. Eigentliche Verba Primae yod; z.B. Qal ‫יִ יטַ ב‬, Hif. ‫יטיב‬
ִ ֵ‫ה‬
‫ילל‬ Hif. heulen, weh- ‫ימן‬ Hif. sich nach
klagen rechts wenden
‫יקץ‬ aufwachen ‫יטב‬ gut sein/gehen,
‫ינק‬ saugen; Hif. säugen gefallen; Hif. gut
(‫יָשֵׁ ן‬ schlafen; ohne Hif. )
handeln/machen
(‫הפי‬ schön sein; vgl. § 10.8)

2. Eigentliche Verba Primae waw; z.B. Qal ‫יֵשֵׁ ב‬, Hif. ‫הוֹשׁיב‬
ִ
‫ישׁב‬ sich setzen, sitzen, ‫ילד‬ gebären, erzeugen
bleiben, wohnen ‫יצא‬ hinausgehen,
‫הלְך‬ gehen -ziehen
‫ידע‬ erkennen, wissen, ‫ירד‬ hinabgehen,
erfahren
-steigen

3. Verba Primae waw/yod; Qal wie I yod, Hif. usw. wie I waw
‫ ָיכֹל‬können, vermögen, überlegen sein
‫ יסף‬Qal/Hif. hinzufügen, fortfahren
‫ י ֵָרא‬fürchten, sich fürchten, ehrfürchtig sein
‫ ירשׁ‬in Besitz nehmen, (be)erben; Hif. vertreiben, in Besitz
nehmen
‫ ישׁע‬Hif. helfen, retten
‫ יָבֵ שׁ‬trocken sein, vertrocknen, verdorren (etymologisch wohl ‫)פ"י‬
‫פ"י‪/‬ו = ‪4. Verba Primae (I) yod/waw‬‬ ‫‪159‬‬

‫‪ Hif. preisen, loben, bekennen, danken; Hit. bekennen‬ידה‬


‫‪ Pi. züchtigen, zurechtweisen‬יסר‬
‫‪ raten, beraten, Planen‬יעץ‬
‫‪ (aus)gießen‬יצק‬
‫‪ formen, bilden, schaffen‬יצר‬
‫‪II Hif. lehren, unterweisen‬ירה‬
‫‪ Nif. übrig sein/bleiben; Hif. übrig haben/lassen‬יתר‬

‫)‪Formensammlung (Auflösung: S. 203‬‬


‫הֵ יטֵ ב‬ ‫ַויֵּצֵ א‬ ‫אוֹבישׁ‬
‫ִ‬ ‫ַו ֜ ֵיּ ֶרד‬ ‫ֵשׁבוּ‬
‫ַויּ ְ‬ ‫א(‬
‫יָ ְֽל ָדה‬ ‫וָאֵ ַדע‬ ‫נוּכַ ל‬ ‫מוֹכי ַח‬
‫ִ‬ ‫וְ י ַ ָ֜ד ְע ִתּי‬ ‫ב(‬
‫אֵ ֵרד‬ ‫יוּצַ ר‬ ‫הוֹליד‬
‫ִ‬ ‫ילי‬
‫יל ִ‬
‫הֵ ִ֜‬ ‫נוֹעָ ִצים‬ ‫ג(‬
‫לָ לֶ֜ כֶ ת‬ ‫וְ יִ ַרשׁ‬ ‫נֵלֵ ְך‬ ‫ַתּלֶ ד‬
‫ו ֵ֜‬ ‫ינ֜יקָ ה‬
‫הֵ ִ‬ ‫ד(‬

‫‪Seltenere Formen‬‬
‫הָ בוּ‬ ‫ִהוָּ ְֽלדוֹ‬ ‫הוֹעיל‬
‫ִ‬ ‫יֻלַּ ד‬ ‫ְל ַד ְעתָּ הּ‬ ‫ה(‬
‫הַ ְלי ְָרשֵׁ֜ נוּ‬ ‫הֲיִ וּ ַָדע‬ ‫יְ לָ ַ ֜דתּוּ‬ ‫ירשׁוּ֜הָ‬
‫יִ ָ‬ ‫יְ סַ ְדתּוֹ‬ ‫ו(‬

‫‪Formen unterschiedlicher Herkunft‬‬


‫וּע‬
‫מַ ֜דּ ַ‬ ‫ַדּע‬ ‫ִאישָׁ הּ‬ ‫ִאשָּׁ ה‬ ‫ִאישַׁ ן‬ ‫ז(‬
‫יֹשֶׁ֜ בֶ ת‬ ‫ַו ֹ֜יּסֶ ף‬ ‫אֹכֵ ל‬ ‫אוּכַ ל‬ ‫צַ ק‬ ‫ח(‬

‫‪Wendungen und Sätze‬‬


‫עקֹב ֮ ִמ ְשּׁנָתוֹ ֒ ו ַ֕יּ ֹאמֶ ר אָ כֵ ן ֙ יֵ ֣שׁ יְ ה ָו֔ה בַּ מָּ ק֖ וֹם הַ זֶּ ֑ה‬
‫יקץ ַי ֲ‬
‫וַיִּ ַ ֣‬
‫ל ֹא י ָ ָֽד ְע ִתּי׃‬
‫ֹכי ֥‬
‫וְ אָ נ ִ ֖‬
‫ה־נּוֹרא הַ מָּ ק֣ וֹם הַ זֶּ ֑ה‬
‫ָ֖‬ ‫ֹאמר מַ‬
‫ירא ֙ וַיּ ֔ ַ‬
‫וַיִּ ָ‬
‫ֱֹלהים וְ ֶז ֖ה ַשׁ֥עַ ר הַ שָּׁ ָ ֽמיִ ם׃ …‬
‫ם־בּ֣ית א ִ֔‬
‫ֵא֣ין ֶז֗ה ִכּ ֚י ִא ֵ‬
‫ֱֹלהים ִעמָּ ִ ֗די‬
‫ע ֹ֖קב נֶ ֣ ֶ דר לֵ א ֹ֑מר ִאם־יִ ְה ֶי֨ה א ִ֜‬
‫דּר ַי ֲ‬
‫וַיִּ ַ ֥‬
‫דּ ֶרְך הַ ֶזּה ֙ א ֲֶשׁ֣ר אָ נ ִֹכ֣י הוֹלֵ֔ ְך‬
‫וּשׁמָ ַ ֨רנִ י ֙ בַּ ֶ ֤‬
‫ְ‬
‫וּבגֶד ִל ְל ֹֽבּשׁ׃‬
‫כל ֶ ֥‬
‫א ֹ֖‬
‫ן־לי ֶל֛חֶ ם לֶ ֱ‬
‫וְ נָ ֽתַ ִ ֥‬
‫אֹלהים׃‬
‫ִֽ‬ ‫לי לֵ‬
‫… וְ הָ יָ ֧ה יְ הוָ ֛ה ִ ֖‬
‫‪Eigenname: Jakob‬‬
160 § 10 Das Schwache Verb

10.5 Verba Mediae (II) geminatae bzw. vocalis


= ‫ – ע‬Verben (Tab IX/X)

Gemeinsame Merkmale:
 a) Gedehnter Präformativvokal
überall dort, wo der 1. Radikal die Präformativsilbe schließen
müßte, also in der PK Qal, in der AK und dem Part. Nif‘al,
im ganzen Hif‘il und Håf ‘al.

Vorton
ָ < a* in der PK Qal; AK (+ Part.) Nif.
PK (+Impt. und Inf.) Hif.;
ֵ <i in der PK Qal II; AK (+ Part.) Hif.
‫ < וּ‬u im ganzen Håf.

b) Reduzierter Präformativvokal ֲ (bzw.) ְ bei fortrückendem


Ton.
 Vokalische Afformative sind unbetont angefügt.
 Vor konsonantischen Afformativen steht meist ein betonter
Infixvokal.
ô ( ֹ‫ ) ו‬in der AK æ ( ‫ ) ֶי‬in der PK und im Impt.

* Ursprüngliches oder noch vorhandenes a.

10.5.1 Verba Mediae (II) geminatae (III=II) = ‫( ע"ע‬Tab IX)

Besondere Merkmale:
 Verdoppelter 2. Radikal (dāgeš forte).
 Der Stammvokal ist in der PK Qal I o, im ganzen Nif‘al a und
im ganzen Hif‘il e (Merkwort: Tomate).
5. Verba Mediae (II) geminatae bzw. vocalis = ‫ ע‬- Verben 161

10.5.1.1. Die Verba Mediae geminatae haben eine zweikonsonantige Basis


mit kurzem Vokal und gelängtem, d.h., verdoppeltem 2. Radikal (*sabb).

10.5.1.2. Durch Wiederholung des 2. Radikals werden starke Formen


gebildet

 in den Doppelungsstämmen, in denen dann der 2. Radikal dreifach


begegnet; z.B.
Pi. ‫ִהלֵּ ל‬ Pu. ‫הֻ לַּ ל‬ Hit. ‫ִה ְתהַ לֵּ ל‬
 in den Parallelstämmen, die häufig anstelle der Doppelungsstämme
verwendet werden; z.B.
Polel Polal Hitpolel
‫סוֹבֵ ב‬ ‫סוֹבַ ב‬ ‫ִה ְסתּוֹבֵ ב‬
→ zur Metathesis vgl. § 4.1.3
 im Inf. abs. und Part. Qal; z.B.
Inf. abs. Part. akt. Part. pass.
‫סָ בוֹב‬ ‫סֹבֵ ב‬ ‫סָ בוּב‬
 bisweilen in der 3. Sg. und Pl. AK Qal (meist Qal I); z.B.
‫סָ בַ ב‬ ‫ָ ֽס ְבבָ ה‬ ‫ָ ֽס ְבבוּ‬

10.5.1.3. Alle anderen Formen sind schwach und weisen die oben
genannten Merkmale auf.

Der Stammvokal entspricht dem Vokal, der beim starken Verb beim
2. Radikal steht;

Ausnahmen: PK (+ Impt.) Nif‘al und das ganze Hif‘il.

In der PK Qal I steht in der unbetonten geschärften Silbe [→ § 4.3.2.1] u, im Hif ‘ il i, das in
der betonten Silbe zu a werden kann [→ § 4.2.1.2].
162 § 10 Das Schwache Verb

Paradigma: ‫ סבב‬/ ‫קלל‬


Qal I Qal II Nif ‘al Hif‘il Håf ‘al

AK 3. masc.* ‫קַ ל‬ ‫נָסַ ב‬ ‫הֵ סֵ ב‬ ‫הוּסַ ב‬


2. masc.** ָ‫סַ ֜בּוֹת‬ ָ‫קַ ֜לּוֹת‬ ָ‫נְ סַ ֜בּוֹת‬ ָ‫ה ֲִס ֜בּוֹת‬ ָ‫הוּסַ ֜בּוֹת‬
Pl. 3. com. ‫ַ֜קלּוּ‬ ‫נ ַָ֜סבּוּ‬ ‫הֵ ַ֜סבּוּ‬ ‫הוּסבּוּ‬
ַ֜
PK 3. masc.* ‫ָיסֹב‬ ‫ֵיקַ ל‬ ‫יִ סַּ ב‬ ‫ָיסֵ ב‬ ‫יוּסַ ב‬
Pl. 3. fem.** ‫ְתּסֻ ֶ֜בּינָה‬ ‫ְתּקַ לֶּ֜ ינָה‬ ‫ִתּסַּ ֶ֜בּינָה‬ ‫ְתּ ִס ֶ֜בּינָה‬ ‫תּוּסַ ֶ֜בּינָה‬

Narr. ‫ַו ֜ ָיּסָ ב‬ ‫ַו ֜ ֵיּקַ ל‬ - ‫ַו ֜ ָיּסֶ ב‬ ‫וַיּ֜ וּסַ ב‬

Impt. ‫סֹב‬ ‫קַ ל‬ ‫ִהסַּ ב‬ ‫הָ סֵ ב‬ -

Inf. cons. ‫)לָ (סֹב‬ ‫ְלקַ ל‬ ‫ִהסֵּ ב‬ ‫הָ סֵ ב‬ -

Part. ‫קַ ל‬ ‫נָסָ ב‬ ***‫מֵ סֵ ב‬ ‫מוּסָ ב‬


* Kein dāgeš forte im letzten Konsonanten (→ § 3.2.2), d.h., bei den afformativ- und
suffixlosen Formen.
** Der Infixvokal trägt den Ton; Ausnahme: 2. masc./fem. Pl. AK.
*** Das Partizip ist der AK (und nicht der PK) entsprechend gebildet.

10.5.1.4 Problemformen

 Vor allem in der PK Qal, Hif‘il und Håf‘al ist bisweilen – wie im
Aramäischen, aber auch in anderen semitischen Sprachen - nicht
der zweite, sondern der erste Radikal dageschiert *. Man spricht dann
von sog. aramaisierenden Formen; z.B.
„normal“ „aramaisierend“
Qal ‫יָסוֹב‬ ‫סּב‬ֹ ִ‫ → י‬I nun; Nif. II vocalis
Hif. ‫יָסֵ ב‬ ‫ → ַיסֵּ ב‬I nun im Jussiv
Håf. ‫יוּסַ ב‬ ‫ → ֻיסַּ ב‬I nun
* Möglicherweise wollten die Masoreten hier durch Sicherung des kurzen
Präformativvokals auf Bedeutungsunterschiede aufmerksam machen.
 PK Nif. ‫ → יִ סַּ ב‬I nun
 Narr. Qal II {Nebenf.} ‫ → ַו ֜ ֵיּקֶ ל‬I waw und III yod/he
 AK Qal II ‫ → קַ ל‬Impt. Qal I nun und
Pi. III yod/he
5. Verba Mediae (II) geminatae bzw. vocalis = ‫ ע‬- Verben 163

 Nicht selten begegnen Formen mit Reduplikation der zweikon-


sonantigen Basis; z.B. ‫ גלל‬rollen, wälzen
Pilpel Hitpalpel
‫גִּ ְלגַּל‬ ‫ִה ְתגּ ְַלגֵּל‬

10.5.1.5 Häufiger vorkommende Verben

‫ הלל‬Pi. loben, preisen; Hitp. sich rühmen


‫ חלל‬Pi. entweihen
‫ חנן‬gnädig sein
‫ מדד‬messen
‫ מרר‬bitter sein
‫ סבב‬umgeben, umgehen, sich wenden; Hif. wenden
‫ פלל‬Hitp. beten
‫צרר‬I zusammenschnüren, eng sein; Hif. bedrängen
‫ קלל‬gering/schnell/leicht sein; Pi. verfluchen, für verflucht
erklären
‫ רנן‬jubeln, jauchzen
‫ רעע‬schlecht / böse sein; Hif. schlecht handeln, schaden
‫ שׁמם‬verödet sein, sich entsetzen
‫ תמם‬vollständig / fertig sein, ein Ende nehmen

Formensammlung (Auflösung: S. 204)


‫ַו ָיּ ֹ֜בזּוּ‬ ‫וּלהַ לֵּ ל‬
ְ ‫וַיִּ סֹּב‬ ‫ַ֜קלּוּ‬ ‫ַו ֜ ָיּמָ ד‬ (‫א‬
‫לָ רֹב‬ ‫ַו ֜ ֵיּצֶ ר‬ ‫וָאֶ ְתפַּ לֵּ ל‬ ‫ְסבָ ב ֜וּנִ י‬ ‫ְכּחֹם‬ (‫ב‬
‫תֹּם‬ ‫ַו ֜ ָיּ ַרע‬ ‫רנִּ י‬
ֹ֑ ‫ַו ֜ ֵיּ ַרע‬ ‫֜ ָמ ָרה‬ (‫ג‬
‫חָ ֵנּ֜נִ י‬ ‫ְתּסוֹבֵ ב‬ ‫ַוהֲצֵ ֹ֜ר ִתי‬ ‫ַו ָיּ ֹ֜סבּוּ‬ ‫ה ְלל ֜וּיָהּ‬
ַֽ (‫ד‬

Seltenere Formen
ָ‫וְ ִחלַּ ְלתּ‬ ‫יִ מַּ ד‬ ‫וְ גִּ ְלגּ ְַל ִ֜תּיָך‬ ‫קּ ִ֜תיְך‬
ֹ ַ‫ח‬ ‫ה ְל ִלי‬
ֽ ַ ‫ִתּ ְת‬ (‫ה‬
ָ‫יְ הַ לֲלֶ֜ ךּ‬ ‫וּכהָ צֵ ר‬
ְ ‫אֶ ְשׁתַּ עֲשַׁ ע‬ ‫ָיחֹם‬ ‫יִ חַ ם‬ (‫ו‬
164 § 10 Das Schwache Verb

10.5.2 Verba Mediae (II) vocalis (û, ô, î) = ‫י‬/‫( ע"ו‬Hohle Wurzeln) (Tab X)

Besondere Merkmale der Verba Mediae û:


 Zitationsform ‫( קוּם‬Inf. cons. Qal ). AK Qal: ‫קָ ם‬, ‫ ָ֜קמָ ה‬, ָ‫ַ֜ק ְמתּ‬
usw.
 Der Stammvokal ist in der PK Qal u, im ganzen Nif‘al o und
im ganzen Hif‘il i (Merkwort: Utopie).

10.5.2.1 Die verba mediae vocalis haben eine zweikonsonantige Basis mit
von Haus aus langem Vokal.

Da die mediae û, ô, î in der 3. masc. Sg. AK Qal nicht voneinander zu


unterscheiden sind ( ‫קָ ם‬, ‫בָּ א‬, ‫)שָׂ ם‬, werden sie im Inf. cons. (= Impt.)
zitiert: ‫קוּם‬, ‫בּוֹא‬, ‫ ִשׂים‬usw.
1. Anm.: Bisweilen geht man auch von einer dreiradikaligen Wurzel aus, in der das waw/yod
schwach geworden sei (*qwum → qûm ).
2. Anm.: Verben mit konsonantischem waw/yod als zweitem Radikal (z.B. ‫„ קָ וָה‬hoffen“,
‫„ הָ יָה‬sein, werden, geschehen“) gehören nicht zu den Verba Mediae vocalis.

10.5.2.2 Starke Formen werden nur in den Parallelstämmen zu den Doppe-


lungsstämmen, die selbst kaum gebräuchlich sind, gebildet (→ II gemi-
natae); z.B.
Polel Polal Hitpolel
‫קוֹמם‬
ֵ ‫קוֹמם‬
ַ ‫ִה ְתקוֹמֵ ם‬

10.5.2.3 Alle anderen Formen sind schwach und weisen die oben genannten
Merkmale auf. (Der Infixvokal vor konsonantischem Afformativ findet
sich allerdings fast nur in der AK Nif. und Hif. und in der PK Qal und
Hif.)
Der lange Stammvokal ist vor konsonantischem Afformativ ohne Infix-
vokal gekürzt; das Håf‘al wird in Analogie zu den verba I waw mit kurzem
Stammvokal gebildet.
5. Verba Mediae (II) geminatae bzw. vocalis = ‫ ע‬- Verben 165

Paradigma: ‫קוּם‬
Qal Nif‘al Hif‘il Håf‘al
AK 3. masc. ‫קָ ם‬ ‫נָקוֹם‬ ‫הֵ ִקים‬ ‫הוּקַ ם‬
2. masc. ָ‫ַ֜ק ְמתּ‬ ** ָ‫קוּמוֹת‬
֜ ְ‫נ‬ * ָ‫ימוֹת‬
֜ ‫ה ֲִק‬ ָ‫הוּק ְמתּ‬
ַ֜
Pl. 3. com. ‫ָ֜קמוּ‬ ‫נָקוֹ ֜מוּ‬ ‫הֵ ִ֜קימוּ‬ ‫הוּֽ ְקמוּ‬

PK 3. masc. ‫ָיקוּם‬ ‫יִ קּוֹם‬ ‫ָי ִקים‬ ‫יוּקַ ם‬


Pl. 3. fem. ‫קוּמינָה‬
ֶ ֜ ‫ְתּ‬ ‫ִתּ ֹ֜קּ ְמנָה‬ ‫ימינָה‬
ֶ ֜ ‫ְתּ ִק‬ ‫תּוּקַ ְמנָה‬

Impt. ‫קוּם‬ ‫ִהקּוֹם‬ ‫הָ קֵ ים‬

Inf.cons. ‫קוּם‬ ‫ִהקּוֹם‬ ‫הָ ִקים‬


***
Part. ‫קָ ם‬ ‫נָקוֹם‬ ‫מֵ ִקים‬ ‫מוּקָ ם‬
* Der Infixvokal trägt den Ton; Ausnahme: 2. masc./fem. Pl. AK.
** In der 2. masc./fem. Sg. und 1. com. Sg./Pl. Nif. wird wegen des Infixvokals o der Stamm-
vokal zu u (Dissimilation).
*** Das Part. ist der AK (und nicht der PK) entsprechend gebildet.

Im Qal und Hif. werden in der PK für den Jussiv und Narrativ Formen
ohne den typischen langen Vokal gebildet (Kurzformen [KF]); z.B.

PK Qal: ‫יָקוּם‬ KF (Jussiv): ‫קם‬


ֹ ‫ָי‬ Narr.: ‫ַו ֜ ָיּקָ ם‬
PK Hif.: ‫י ִָקים‬ KF (Jussiv): ‫ָיקֵ ם‬ Narr.: ‫ַו ֜ ָיּקֶ ם‬

10.5.2.4 Besonderheiten der Verba Mediae ô und î

Besonderheiten begegnen vor allem im Qal:


 Bei den verba mediae ô, die sehr selten sind (‫ אוֹר‬hell werden,
leuchten; ‫ בּוֹשׁ‬sich schämen, zuschanden werden; ‫ טוֹב‬gut sein
[nur AK; zum PK → ‫ ;]יטב‬zu ‫ → בּוֹא‬6.), ist der Stamm- bzw.
Themavokal im Qal durchgängig o, der Präformativvokal e; z.B.
AK Qal: ‫ =( בּוֹשׁ‬Impt./Inf./Part.)
PK Qal: ‫יֵבוֹשׁ‬ Narr.: ‫ַו ֵיּא ֹר‬
166 § 10 Das Schwache Verb

 Die Verba Mediae î bilden die AK und das Part. Qal wie die
Mediae û; z.B.
‫ =( שָׂ ם‬Part.), ‫שָׂ֜ מָ ה‬, ָ‫ שַׂ֜ ְמתּ‬usw.
Selten begegnen auch Formen mit i wie z.B. ‫ ִבּי ֹ֜נ ִתי‬.
In der PK, im Impt. und Inf. cons. Qal ist der Stamm- bzw.
Themavokal i, der Präformativvokal ā (vgl. die Mediae û im Hif.);
z.B.
PK Qal: ‫י ִָשׂים‬ KF (Jussiv): ‫ָישֵׂ ם‬ Narr.: ‫ַו ֜ ָיּשֶׂ ם‬
Impt.: ‫ִשׂים‬ Inf. cons.: ‫( ִשׂים‬aber auch ‫)שׂוּם‬

10.5.2.5 Problemformen

 ‫קָ ם‬ 3. masc. Sg. AK Qal = Part. Qal


 ‫ָ֜קמָ ה‬3. fem. Sg. AK Qal; dagegen aber: ‫ קָ מָ ה‬fem. Part. Qal
 ‫ָ֜קמוּ‬ 3. com. Pl. AK Qal; dagegen aber: ‫ → קָ מוּ‬III yod/he
 ‫קוּם‬ Impt. = Inf. cons. = (selten) Part. Pass. Qal
 ‫קוֹם‬ Inf. abs. Qal → Inf. cons. Qal Med. geminatae
 ‫ָיקֹם‬ Jussiv (KF) Qal → PK Qal Med. geminatae
‫יָקֵ ם‬Jussiv (KF) Hif. → PK Hif. Med. geminatae
 ‫יִ קּוֹם‬3. masc. Sg. PK Nif. → PK Qal Prim. nun oder
Med. geminatae (aram. Form)
 Gelegentlich (vor allem im Hif.) begegnen wie bei den Verba
Mediae geminatae sog. aramaisierende Formen, d.h., Formen mit
dageschiertem ersten Radikal und kurzem Präformativvokal in der
geschärften Silbe. Bei diesen ist mit einer von der „Normalform“
abweichenden Bedeutung zu rechnen (→ § 10.1.4.1);
z.B. ‫נוּח‬
ַ im Hif.:
AK: ‫יח‬ ַ ִ‫הֵ נ‬ PK: ‫יח‬ַ ִ‫„ יָנ‬Ruhe verschaffen“
‫יח‬
ַ ִ‫ִהנּ‬ ‫יח‬
ַ ִ‫„ ַינּ‬stellen, setzen, legen, (be)lassen“
 Bisweilen finden sich wie bei den Verba Mediae geminatae
Stämme mit Reduplikation der zweikonsonantigen Basis;
z.B. von ‫„ כּוּל‬fassen, versorgen“:
Pilpel Pulpal
‫ִכּ ְלכֵּ ל‬ ‫כֻּ ְלכַּ ל‬
5. Verba Mediae (II) geminatae bzw. vocalis = ‫ ע‬- Verben 167

Auch sonst sind die Verba Mediae vocalis bisweilen nicht von
den Verba Mediae geminatae zu unterscheiden. So bei den
afformativ- und suffixlosen Formen im Narr. Qal und Hif. im
ganzen Håf. und im Impt. und Inf. Hif. Hier helfen nur Voka-
belkenntnisse bzw. Nachschlagen in der Reihenfolge
1. ‫( קום‬II waw) 2. ‫( קים‬II yod) 3. ‫( קמם‬III=II)
weiter (→ Faustregeln, § 10.9).

10.5.2.6 Verben mit Besonderheiten

 ‫„ בּוֹא‬kommen, hineingehen“
a) In der AK und dem Part. Qal steht a in der Stammsilbe; z.B.
AK: ‫בָּ א‬ Part.: ‫בָּ א‬
‫ָ֜בּאָ ה‬ ‫בָּ אָ ה‬
b) In der PK, im Impt. und Inf. cons./abs. Qal steht o in der
Stammsilbe, als Präformativvokal aber a ; z.B.
PK: ‫ָיב ֹא‬ Narr.: ‫ַויָּב ֹא‬ Impt./Inf.: ‫בּוֹא‬

 ‫„ מוּת‬sterben, tot sein“


‫ מוּת‬wird wie ‫ קוּם‬gebildet; nur in der AK und dem Part. Qal steht
e in der Stammsilbe; z.B.
AK: ‫מֵ ת‬ Part.: ‫מֵ ת‬
‫֜ ֵמתָ ה‬ ‫מֵ תָ ה‬
(‫֜ ַמתָּ )ה‬ (zum a → § 4.2.1)

 Laryngal-Verben
a) Bei den Verba Primae laryngalis kommen in der AK Hif. Formen
vor, die pátaḥ anstelle von ḥāṭep̄-pátaḥ haben;
z.B. von ‫ עוּד‬Hif.: ‫„ הַ ִעי ֹ֜ד ִתי‬als Zeugen anrufen“

b) Bei den Verben mit einem Laryngal oder ‫ ר‬als Endkonsonanten


wird im Narr. und Jussiv Qal und Hif. der Stammvokal durch a
verdrängt; dadurch kommt es hier zu identischen Formen;
z.B. von ‫נוּח‬
ַ „ruhen“
PK Qal: ‫ָנוּח‬ ַ ‫י‬
KF (Jussiv): ‫ ָי ַנח‬Narr.: ‫ַו ֜ ָיּ ַנח‬
PK Hif.: ‫יח‬ ַ ִ‫יָנ‬
168 § 10 Das Schwache Verb

10.5.2.7 Häufig vorkommende Verben

‫ בּוֹא‬kommen, hineingehen, (von der Sonne:) untergehen;


Hif. bringen
‫ מוּת‬sterben, tot sein; Hif. sterben lassen, töten
‫ קוּם‬aufstehen, sich erheben; Hif. aufstellen, erstehen lassen
‫שׂוּם‬/‫ ִשׂים‬setzen, stellen, legen
‫ שׁוּב‬um-, zurückkehren, etwas wieder tun
‫ כּוּן‬Nif. fest stehen / sein, Bestand haben, bereit sein
‫( סוּר‬ab)weichen, sich wenden, einkehren;
Hif. entfernen, abschaffen
‫ רוּם‬hoch/erhaben sein, sich erheben;
Hif. erheben, erhöhen, aufrichten
‫ אוֹר‬hell werden, leuchten
‫ בּוֹשׁ‬sich schämen, zuschanden werden
‫ טוֹב‬gut sein (PK → ‫)יטב‬
‫ ִבּין‬verstehen, einsehen, (be)merken; Hif. verstehen, belehren
‫ גּוּר‬sich als Schutzbürger aufhalten, weilen
‫ גִּ יל‬jubeln, jauchzen
‫ ִדּין‬Recht schaffen, Gericht halten
‫לוּן‬/‫ ִלין‬übernachten, wohnen
‫נוּח‬
ַ ruhen; Hif. Ruhe verschaffen (‫יח‬
ַ ִ‫ ;)הֵ נ‬stellen, setzen, legen,
(be)lassen (‫יח‬
ַ ִ‫) ִהנּ‬
‫ נוּס‬fliehen
‫ עוּד‬Hif. als Zeugen anrufen / bestellen, bezeugen, ermahnen
‫ עוּר‬wach sein, sich regen; Pol. / Hif. (auf)wecken, erregen
‫ פּוּץ‬sich ausbreiten / zerstreuen; Hif. zerstreuen
‫ רוּץ‬laufen
‫ ִריב‬einen Rechtsstreit führen, streiten, hadern
‫ ִשׁיר‬singen
‫ ִשׁית‬setzen, legen, machen zu
‫‪ - Verben‬ע = ‪5. Verba Mediae (II) geminatae bzw. vocalis‬‬ ‫‪169‬‬

‫)‪Formensammlung (Auflösung: S. 205‬‬


‫תָּ ִלין‬ ‫נָכוֹן‬ ‫ְלהָ ִאיר‬ ‫֜בּ ֹאוּ‬ ‫ַו ֜ ָיּגָר‬ ‫א(‬
‫ה ִס ֹ֜ר ִתי‬
‫ַו ֲ‬ ‫וָאָ בוֹא‬ ‫ַו ֜ ָיּסַ ר‬ ‫ַו ָיּ ֹנ֑ס‬ ‫כּוֹנֵן‬ ‫ב(‬
‫קוּ ִ֜מי‬ ‫אֶ מּוֹט‬ ‫נָמוּת‬ ‫לָ ִדין‬ ‫תֵּ בוֹ ִ֜שׁי‬ ‫ג(‬
‫יוּמ֑ת‬
‫ָ‬ ‫יבה‬
‫ִר ָ֜‬ ‫הַ ִע ֹ֜ד ִתי‬ ‫ָנ ֹ֜מגוּ‬ ‫נ ִָג֜ילָ ה‬ ‫ד(‬

‫‪Seltenere Formen‬‬
‫מֻ ִלים‬ ‫ֲתהוּ‬
‫מת ֜ ֵ‬
‫א ֹ‬
‫ַו ֲ‬ ‫֜ ָנסָ ה‬ ‫יְ בֹאוּן‬ ‫ָפצוּ‬
‫ַויּ ֜ ֻ‬ ‫ה(‬
‫הַ זָּב‬ ‫הֲטוֹב‬ ‫ָיגֵל‬ ‫נוֹח‬
‫וּכ ַ‬‫ְ‬ ‫גוּרי‬
‫וְ ִ‬ ‫ו(‬

‫‪Formen mit unterschiedlicher Herkunft‬‬


‫וַיְ ִשׁ ֵ֜בנִ י‬ ‫וְ הֵ סֵ ב‬ ‫הֵ יטֵ ב‬ ‫בֵּ י ֵנ֜ינוּ‬ ‫ִ֜בּינוּ‬ ‫ז(‬
‫ֲקלּוּ‬
‫ה ַ֜‬ ‫וְ הַ קּוֹל‬ ‫לָ֜ נוּ‬ ‫ִ֜לינוּ‬ ‫וִ ישַׁ ְבתֶּ ם‬ ‫ח(‬

‫‪Wendungen und Sätze‬‬


‫אוֹרְ֑ך …‬
‫ֵ‬ ‫וֹרי ִכּ֣י ָב֣א‬
‫וּמי א֖ ִ‬
‫ק֥ ִ‬
‫י־ב֣א הַ שֶּׁ֔ מֶ שׁ‬
‫וַיִּ ְפ ַגּ֨ע בַּ מָּ ֜קוֹם וַיָּ ֤לֶ ן שָׁ ם ֙ ִכּ ָ‬
‫אשׁ ָֹת֑יו וַיִּ ְשׁ ַכּ֖ב בַּ מָּ ק֥ וֹם הַ ֽהוּא׃‬
‫וַיִּ קַּ ח ֙ מֵ אַ ְבנֵ ֣י הַ מָּ ֔קוֹם וַיָּ ֖שֶׂ ם ְמ ַ ֽר ֲ‬
‫וַיָּ ֥בֶ ן ָדּ ִו֖ד ִכּ֣י ֵמ֣ת הַ יָּ ֑לֶ ד‬
‫ֹ֥אמרוּ ֵ ֽמת׃‬
‫ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר ָדּ ִו֧ד אֶ ל־עֲבָ ָד֛יו ה ֲֵמ֥ת הַ יֶּ ֖לֶ ד וַיּ ְ‬
‫דל הַ זֶּ ֑ה‬
‫וַיּ ֹ֣אמֶ ר מֹשֶׁ֔ ה אָ ֻ ֽס ָרה־נָּ ֣א וְ אֶ ְר ֶ֔אה אֶ ת־הַ מַּ ְר ֶא֥ה הַ ָגּ ֖ ֹ‬
‫וּע ל ֹא־יִ ְב ַע֥ר הַ ְסּנֶ ֽה׃‬
‫מַ ֖דּ ַ‬
‫‪Eigenname: Mose‬‬
‫‪ְ Dornbusch‬סנֶה *‬
170 § 10 Das Schwache Verb

10.6 Verba Tertiae (III yod/he) infirmae = ‫( ל"ה‬Tab XI)


Merkmale der schwachen Formen:
 Vorne stark, d.h., die Präformativsilbe und der 1. Radikal
sind vokalisiert wie beim starken Verb (→ aber zu den
Kurzformen).
 Vokalische Afformative sind betont direkt an den 2. Radikal
angefügt (→ dagegen II vocalis).
 Vor konsonantischen Afformativen steht ‫ י‬als Vokal-
buchstabe für i oder e in der AK, für æ in der PK und im
Impt.
 Der Inf. cons. hat die Endung ‫וֹת‬.

10.6.1 Die Verba Tertiae infirmae (‫ )ל"ה‬waren ursprünglich starke Verben


mit ‫ י‬als 3. Radikal (oder auch ‫ו‬, das zu ‫ י‬geworden ist; vgl. § 4.1.1). Dieses
wird noch sichtbar:
 an der einzig regelmäßig stark gebildeten Form, dem Part. pass.
Qal; z.B. von ‫גָּלָ ה‬
‫גָּלוּי‬ ‫גְּ לוּ ָיה‬
 an den Formen mit konsonantischem Afformativ, bei denen das ‫י‬
noch als Vokalbuchstabe steht; z.B.
ָ‫גּ ִָ֜לית‬ ‫ִתּגְ לֶ֜ ינָה‬
 an der Nomenbildung, bei der das ‫ י‬ebenfalls häufig als
Vokalbuchstabe (bisweilen auch als Konsonant) steht; z.B.
‫ ְפּ ִרי‬Frucht, vgl. ‫ פָּ ָרה‬fruchtbar sein
‫ ע ֲִל ָיּה‬Obergemach, vgl. ‫ עָ לָ ה‬hinaufgehen
 im sprachgeschichtlichen Vergleich (z.B. mit dem Ugaritischen
oder Moabitischen).

10.6.2 Das ursprüngliche ‫( י‬bzw. ‫ )ו‬wurde elidiert oder kontrahiert (→


§ 4.1.4 und § 4.2.2), so dass nun – bis auf das Part. pass. – alle Formen
schwach, also zweiradikalig gebildet werden.
6. Verba Tertiae (III yod/he) infirmae = ‫ל"ה‬ 171

Da die Vokalisation der Präformativsilbe und des 1. Radikals (und die


Dageschierung des 2. Radikals in den D-Stämmen) der des starken Verbs
entspricht, die Schwäche also nur das Formenende betrifft, ergibt sich ein
sehr systematischer (vielleicht auch sekundär vereinheitlichter) Aufbau des
Paradigmas: Was für einen Stamm gilt, gilt für alle Stämme.
 Vokalische Afformative treten betont direkt an den 2. Radikal (ent-
sprechend die Suffixe mit ihren Bindevokalen); z.B.
Qal Nif‘al Pi‘el
‫גָּלוּ‬ ‫נִ גְ לוּ‬ ‫גִּ לּוּ‬
‫ִתּגְ ִלי‬ ‫ִתּגּ ִָלי‬ ‫ְתּג ִַלּי‬
(Suffixformen z.B. ָ‫יַגְ לֶ֜ ה‬, ‫)יַגְ לֵ ם‬
Einen Sonderfall stellt die 3. fem. Sg. AK dar: Sie wird mit der
älteren Femininendung ‫ ת‬gebildet (z.B. ‫גָלָ ת‬, so immer vor
Suffixen → § 8.7.4), an die dann noch zuallermeist die Endung ‫ָה‬
angefügt ist; z.B.
‫גָּ ֽ ְלתָ ה‬ ‫נִ גְ ְלתָ ה‬ ‫גִּ ְלּתָ ה‬

 Konsonantische Afformative haben das ursprüngliche ‫ י‬als Vokalbuch-


staben mit einem dem yod homogenen Vokal vor sich. Dieser
betonte Vokal ist:

Qal Nif‘al Pi‘el


‫ִי‬ ‫גּ ִָ֜לי ָת‬ ‫נִ גְ ִ֜לי ָת‬ ‫גִּ ִ֜לּי ָת‬
oder in der AK
‫ֵי‬ ‫נִ גְ לֵ֜ י ָת‬

in der PK ‫ִתּגְ לֶ֜ ינָה‬ ‫ִתּגָּלֶ֜ ינָה‬ ‫ְתּגַלֶּ֜ ינָה‬


‫ֶי‬
im Impt. ‫גְּ לֶ֜ ינָה‬ ‫ִהגָּלֶ֜ ינָה‬ ‫גַּלֶּ֜ ינָה‬
172 § 10 Das Schwache Verb

 Die afformativlosen Formen haben das ‫ ה‬als Vokalbuchstaben* für


einen jeweils typischen auslautenden langen Vokal**. Dieser Vokal
ist:

Qal Nif‘al Pi‘el


in der AK ‫גָּלָ ה‬ ‫נִ גְ לָ ה‬ ‫גִּ לָּ ה‬
‫ָה‬
im Part. fem. ‫גֹּלָ ה‬ ‫נִ גְ לָ ה‬ ‫ְמגַלָּ ה‬
in der PK*** ‫יִ גְ לֶ ה‬ ‫יִ גָּלֶ ה‬ ‫יְ גַלֶּ ה‬

‫ֶה‬
im Part. masc. ‫גֹּלֶ ה‬ ‫נִ גְ לֶ ה‬ ‫ְמגַלֶּ ה‬
st. abs.
im Impt. ‫גְּ לֵ ה‬ ‫ִהגָּלֵ ה‬ ‫גַּלֵּ ה‬

‫ֵה‬
im Part. masc. ‫גֹּלֵ ה‬ ‫נִ גְ לֵ ה‬ ‫ְמגַלֵּ ה‬
st. cons.
‫וֹת‬ im Inf. cons. ‫גְּ לוֹת‬ ‫ִהגָּלוֹת‬ ‫גַּלּוֹת‬
* Verben mit ‫ ה‬als Konsonanten (z.B. ‫ )גבהּ‬sind starke Verben (verba tertiae laryngalis).
** Bisweilen wird wegen des langen Vokals (analog zu II voc.) hier eine Verbklasse III
vocalis angenommen.
*** Besondere Kohortativ- bzw. Adhortativformen sind so gut wie nicht belegt (→ aber ).

Der Inf. cons. ist durch die Endung ‫ וֹת‬erweitert.


Der Inf. abs. endet auf ‫( ֹה‬Qal, Nif., Pi., Pu.) oder ‫( ֵה‬Nif., Pi., Hit.,
Hif., Håf.) und selten auf ‫( ָה‬Hif.).
 Bei den afformativlosen Formen der PK und des Impt. finden
sich neben den genannten Langformen (LF) sog. apokopierte
Formen, Kurzformen (KF), bei denen der auslautende Vokal und
das ‫ ה‬fortgefallen (apokopiert) sind; z.B.
Qal Nif‘al Pi‘el
PK ‫יִ גְ ְל‬ ‫יִ גָּל‬ ‫יְ גַל‬
Impt. ‫גַּל‬
6. Verba Tertiae (III yod/he) infirmae = ‫ל"ה‬ 173

Die Kurzformen der PK sind vor allem als Narr. und Jussiv
verwendet worden.
Das Nebeneinander von LF und KF beim Impt. und das nicht
seltene Vorkommen gerade der 1. com. Sg./Pl. LF im Narr. könn-
ten möglicherweise darauf hinweisen, daß auch bei den III
yod/he – jedenfalls teilweise – zwischen Formen mit und ohne ‫ה‬
cohortativum bzw. adhortativum unterschieden worden ist.
Im Qal und Hif‘il entsteht durch den Fortfall des ‫ ה‬eine doppelt
geschlossene Silbe (Typ a), die meist aufgesprengt ist (Typ b; →
§ 4.3.2.3). Bisweilen – beim Qal – wurde auch nur der Präfor-
mativvokal gedehnt (Typ c; → § 4.2.1.2), oder aber es finden sich
beide Veränderungen (Typ d); z.B.
KF/Narr. Qal Hif‘il
a) ‫וַיִּ גְ ְל‬ ‫ַויַּגְ ְל‬
b) ‫ו ִַ֜יּ ֶגל‬ ‫* ַו ֶיּ ֶגל‬
c) ‫ַו ֵיּגְ ְל‬
d) ‫ַו ֜ ֵיּ ֶגל‬
* Zum s egôl im Präformativ → § 4.3.2.3 Segolata; § 7.1.

10.6.3 Verben mit Besonderheiten

 Verba Primae laryngalis


a) Der Aufsprengungsvokal bei den KF ist a (→ § 4.3.2.3.b); z.B.
‫ַו ֜ ַיּעַ ל‬ ‫ַו ֜ ַיּעַ שׂ‬
b) Wenn in der PK Qal der Präformativvokal a ist (auch æ und i
kommen vor*), sind die Formen der PK Qal und der PK Hif‘il
weitgehend identisch; z.B. ‫עלה‬
PK KF/Narr. KF/Impt.
Qal ‫** ַיעֲלֶ ה‬ ‫ַו ֜ ַיּעַ ל‬ -
Hif. ‫ַיעֲלֶ ה‬ ‫ַו ֜ ַיּעַ ל‬ ‫֜ ַהעַ ל‬
* Z.B. ‫חזֶה‬
ֱ ‫ ֶי‬oder ‫ ו ִַ֜יּחַ ן‬bzw. ‫( ו ִַ֜יּחַ ר‬vgl. dazu I yod; z.B. ‫ וַיִּ טַ ב‬ohne Tonzurück-
nahme; → § 10.4.1).
** Zur „weichen Verbindung“ bzw. „Nachschlagsilbe“ → § 4.3.2.4.
174 § 10 Das Schwache Verb

 ‫„ היה‬sein, werden, geschehen“; ‫„ חיה‬leben, am Leben bleiben“


a) In der PK Qal (und der AK Nif.) ist der Präformativvokal (trotz
des Laryngals) i; z.B.
PK Qal: ‫יִ ְהיֶה‬ AK Nif.: ‫נִ ְהיָה‬
‫יִ ְחיֶה‬
b) Bei den Kurzformen wird – wegen des Semivokals yod – als Auf-
sprengungsvokal i verwendet (→ § 4.3.2.3.c), das mit dem yod zu
langem î kontrahiert (→ § 4.2.2) und den Ton auf sich zieht.
Letzteres bewirkt, daß der kurze Präformativvokal zu š ewā’
reduziert wird (vgl. auch § 10.5); z.B.
KF/Jussiv + ‫ו‬ KF/Narr. KF i.P.
yahi y → ‫יְ ִהי‬ ‫וִ י ִהי‬ ‫וַיְ ִהי‬/‫* ָוא ֱִהי‬ ‫֜הי‬
ִ ‫ֶי‬
yaḥi y → ‫יְ ִחי‬ ‫יחי‬ִ ִ‫ו‬ ‫וַיְ ִחי‬ ‫֜חי‬ִ ‫ֶי‬
* bzw. LF ‫וָאֶ ְהיֶה‬
c) Anlautendes ‫ ה‬bzw. ‫ ח‬hat statt š ewā’ simplex meist ḥātep̄ s egôl ;
z.B. ‫היה‬
AK Inf. cons. Impt.
‫היִ יתֶ ם‬
ֱ ‫היוֹת‬ ֱ ‫היֵה‬
ֱ
In der Verbindung mit ְ‫ו‬, ‫ ְבּ‬, ‫ ְל‬oder ‫ ִמן‬steht (im Gegensatz zu
§ 4.3.2.2.b) meist š ewā’ simplex bei dem Laryngal und i bei der
Partikel (Ausnahme: ְ‫ ו‬beim Impt.); z.B.
‫ו‬AK Inf. cons.+‫ְל‬ Impt.+‫ו‬
‫וִ ְהיִ יתֶ ם‬ ‫ִל ְהיוֹת‬ ‫ו ְֶהיֵה‬
d) ‫ חיה‬bildet in der 3. masc. Sg. AK Qal neben ‫ חָ יָה‬auch eine den
Verba Mediae geminatae entsprechende Form: ‫חַ י‬

 ‫(„ חוה‬sich) beugen, sich niederwerfen, anbeten“


a) ‫ חוה‬begegnet nur in dem Stamm Hištaf‘el, der im Hebräischen
allein im Zusammenhang mit ‫ חוה‬vorkommt; z.B.
AK PK (LF) Inf.cons.(+‫)ל‬
‫חוָה‬
ֲ ַ‫ִה ְשׁתּ‬ ‫חוֶה‬
ֲ ַ‫יִ ְשׁתּ‬ ‫) ְל( ִה ְשׁתַּ חֲו ֹת‬
Bevor die Wurzel bzw. der Stamm durch andere semitische Sprachen bekannt wurde, hat
man (so noch in den älteren Grammatiken und Lexika) die entsprechenden Formen als
Hitpa‘el (mit Metathesis → § 4.1.3) der vermuteten Wurzel ‫ שׁחה‬bestimmt.
6. Verba Tertiae (III yod/he) infirmae = ‫ל"ה‬ 175

b) Bei den Kurzformen wird wegen des Semivokals waw als Auf-
sprengungsvokal u verwendet (→ § 4.3.2.3.c), das mit dem waw
zu langem û kontrahiert (→ § 4.2.2.1). Der Ton bleibt auf der
vorletzten Silbe; z.B.
KF/Narr. 3. masc. Pl. Narr.
wayyištaḥuw → ‫ וַיִּ ְשׁ ֜ ַתּחוּ‬aber ‫וַיִּ ְשׁתַּ חֲווּ‬

 ‫„ ראה‬sehen“; Nif. „sich sehen lassen, erscheinen“; Hif. „sehen


lassen, zeigen“
a) In der PK Qal begegnen Kurzformen mit unterschiedlichem
Präformativvokal (a oder e) und mit æ als Aufsprengungsvokal;
z.B.
PK (LF) KF/Narr. (masc.) KF/Narr. (fem.)
‫יִ ְראֶ ה‬ ‫ = ַויּ ְַרא‬Hif. ‫ַתּ ֶרא‬ֵ֜ ‫ו‬
b) Das Nif‘al und Hif‘il wird (unter Berücksichtigung der Beson-
derheiten der verba primae laryngalis) regelmäßig gebildet; z.B.
AK PK (LF) KF/Narr.
Nif. ‫נִ ְראָ ה‬ ‫י ֵָראֶ ה‬ ‫ַויּ ֵָרא‬
Hif. ‫הֶ ְראָ ה‬ ‫י ְַראֶ ה‬ ‫ַויּ ְַרא‬
Zum Vergleich zwischen Formen von ‫ ראה‬und ‫ → ירא‬Tab XII.

 ‫„ קרה‬begegnen, (an)treffen“
Zwischen den Verba III yod/he und III ’álæf ist es zu zahlreichen
Formangleichungen gekommen, so zwischen ‫ קרה‬und ‫קרא‬
„rufen, nennen, lesen“; das wichtigste Beispiel ist ‫ִל ְק ַראת‬
(Inf. cons. Qal + ‫ ל‬von ‫)קרה‬, das als Adverb „entgegen“
gebraucht wird; z.B.
mir ... dir (masc.)... ihm ... ihr entgegen
‫אתי‬
ִ ‫ִל ְק ָר‬ ‫אתָך‬
ְ ‫ִל ְק ָ ֽר‬ ֹ‫ִל ְק ָראתו‬ ‫ִל ְק ָראתָ הּ‬
176 § 10 Das Schwache Verb

10.6.4. Häufig vorkommende Verben

‫ היה‬sein, werden, geschehen


‫ עלה‬hinaufgehen, -steigen; Hif. hinaufführen, -steigen lassen
‫ עשׂה‬tun, machen
‫ צוה‬Pi. befehlen, beauftragen
‫ ראה‬sehen; Nif. sich sehen lassen; Hif. sehen lassen, zeigen
‫( בנה‬auf)bauen
‫ גלה‬aufdecken, entblößen, fortgehen müssen
‫ חוה‬Hištaf. (sich) beugen, sich niederwerfen, anbeten
‫ חיה‬leben, am Leben bleiben; Pi./Hif. am Leben erhalten
‫ כלה‬fertig sein / werden, aufhören, enden
‫ענה‬I antworten, (die Stimme) erheben, erhören
‫ענה‬II elend / gebeugt sein; Pi. bedrücken, Gewalt antun
‫ רבה‬zahlreich sein / werden; Hif. zahlreich machen, vermehren
‫ שׁתה‬trinken
‫ שׁקה‬Hif. tränken, zu trinken geben
‫( בכה‬be)weinen
‫ הרה‬schwanger sein / werden, empfangen
‫ זנה‬huren, Hurerei treiben
‫ חזה‬schauen, erblicken
‫ חלה‬krank sein / werden
‫ חנה‬sich lagern
‫ חרה‬entbrennen, heiß / zornig werden
‫ כסה‬Pi. bedecken
‫ פדה‬loskaufen, auslösen
‫ פנה‬sich wenden
‫ קוה‬Pi. hoffen, warten
‫ קנה‬kaufen, erwerben
‫ל"ה = ‪6. Verba Tertiae (III yod/he) infirmae‬‬ ‫‪177‬‬

‫‪ begegnen, (an)treffen‬קרה‬
‫‪ hart / schwer sein; Hif. verhärten‬קשׁה‬
‫‪ weiden, hüten‬רעה‬
‫‪ Gefallen haben an‬רצה‬
‫‪ gefangen wegführen‬שׁבה‬

‫)‪Formensammlung (Auflösung: S. 206‬‬

‫ַו ֜ ַיּעַ ל‬ ‫כָּ לוּ‬ ‫ִ ֽבּ ְהיוֹת‬ ‫וַתֵּ ְב ְךּ‬ ‫ו ִַ֜יּבֶ ן‬ ‫א(‬


‫ַויּ ֵָרא‬ ‫ֶנע ֱָשׂ֑תָ ה‬ ‫ו ִַ֜יּחַ ר‬ ‫ַתּהַ ר‬
‫ו ַ֜‬ ‫צַ ו‬ ‫ב(‬
‫וַיִּ ְראוּ‬ ‫ַויּ ְַרא‬ ‫וּפָ ִנ֜יתָ‬ ‫וַיִּ ְשׁ ֜ ַתּחוּ‬ ‫ְתּאַ וֶּה‬ ‫ג(‬
‫ֹתהּ‬
‫ְבּהַ ְקשׁ ֜ ָ‬ ‫וַתַּ ְשׁ ְק‬ ‫ִצ ָוּ֜הוּ‬ ‫תַּ עֲשׂוּן‬ ‫חָ ִז֜יתָ‬ ‫ד(‬

‫‪Seltenere Formen‬‬
‫וְ נִ ְר ֵ֜אהוּ‬ ‫יתנוּ‬
‫הֶ ע ֱִל ֜ ֻ‬ ‫וַיָּ ֑חַ ל‬ ‫ִתּזְ ֶנ֜ינָה‬ ‫הֲיִ י‬ ‫ה(‬
‫היְ תָ ה‬
‫הֶ ָ ֽ‬ ‫ֲלוֹתי‬
‫וּבהַ ע ִ֜‬
‫ְ‬ ‫וְ תֵ עָ שׂ‬ ‫יְ כַ ֶ֜סּךָּ‬ ‫ְלחַ יֹּ ֜ ֵתנוּ‬ ‫ו(‬

‫‪Formen unterschiedlicher Herkunft‬‬


‫ֹ֜גּלּוּ‬ ‫גִּ לּוּ‬ ‫ִגּ֜ילוּ‬ ‫וְ אַ תָּ ה‬ ‫וְ אָ תָ ה‬ ‫ז(‬
‫ַ֜בּנְ תָּ ה‬ ‫ִל ְבנוֹת‬ ‫בָּ ִז֜ינוּ‬ ‫בַּ זּ֜ וֹנוּ‬ ‫ָגּלוּ‬ ‫ח(‬

‫‪Wendungen und Sätze‬‬


‫וַיַּ ֥ ְ רא יְ הוָ ֖ה ִכּ֣י ָס֣ר* ִל ְרא֑ וֹת‬
‫ֱֹלהים ִמתּ֣ וְֹך הַ ְסּ ֶנ֗ה וַיּ ֹ֛אמֶ ר מ ֶֹשׁ֥ה מ ֶֹשׁ֖ה וַיּ ֹ֥אמֶ ר ִהנֵּ ֽ נִ י׃‬
‫וַיִּ ְק ָרא ֩ אֵ לָ֨ יו א ִ֜‬
‫ל־בּנֵ ֣י יִ ְשׂ ָראֵ ל ֒‬
‫ְ‬ ‫ֱֹלהים ִה ֵנּ֨ה אָ נ ִֹכ֣י בָ א ֮ אֶ‬
‫ל־הא ִ֗‬
‫ָֽ‬ ‫ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר מֹשֶׁ֜ ה אֶ‬
‫יכ ֑ם‬
‫יכ֖ם ְשׁלָ ַח֣נִ י אֲלֵ ֶ‬
‫ֱֹלה֥י אֲבוֹתֵ ֶ‬
‫וְ אָ מַ ְר ִתּ֣י לָ ֔ ֶהם א ֵ‬
‫הם׃‬
‫ה־שּׁ ֔מוֹ ָמ֥ה א ַֹמ֖ר אֲלֵ ֶ ֽ‬
‫ְ‬ ‫רוּ־ל֣י מַ‬
‫ִ‬ ‫וְ ָ ֽא ְמ‬
‫ֱֹלהים ֙ אֶ ל־מֹשֶׁ֔ ה ֶ ֽא ְהיֶ ֖ה א ֲֶשׁ ֣ר ֶ ֽא ְהיֶ ֑ה‬
‫וַיּ ֹ֤אמֶ ר א ִ‬
‫יכם׃‬
‫כּה ת ֹאמַ ר ֙ ִל ְבנֵ ֣י יִ ְשׂ ָר ֵ֔אל ֶ ֽא ְהיֶ ֖ה ְשׁלָ ַח֥נִ י אֲלֵ ֶ ֽ‬
‫ו ַ֗יּ ֹאמֶ ר ֤ ֹ‬
‫תַּ אֲוָ ֣ה נִ ְ֭היָה תֶ ע ֱַר֣ב** ְלנָ ֑פֶ שׁ‬
‫‪* Subjekt: Mose‬‬ ‫**‬ ‫‪ III‬ערב‬ ‫‪süß/angenehm sein‬‬
‫ְסנֶה ‪Dornbusch:‬‬
178 § 10 Das Schwache Verb

10.7 Verba Tertiae (III) ’álæf = ‫ל"א‬

Merkmale der schwachen Formen:


Die Verba III ’álæf sind als solche meist erkennbar, da das ‫ א‬normaler-
weise im Schriftbild erhalten ist.

10.7.1 Die von Haus aus starken Verba Tertiae ’álæf bilden schwache Formen
überall dort, wo der 3. Radikal, das ‫א‬, die Silbe schließen müsste, d.h.
 bei den afformativlosen Formen und
 bei den Formen mit konsonantischem Afformativ.
Hier verliert das ‫ א‬seine konsonantische Funktion (→ § 4.1.4) und
quiesziert (→ § 2).

10.7.2 Der dem quieszierenden ‫ א‬vorausgehende Vokal ist


 der des starken Verbs bei den afformativlosen Formen;
allerdings wird in der nun offenen Endsilbe a zu ā gedehnt. Der
Stammvokal der PK Qal ist a (entsprechend den verba III
laryngalis).
 e in der AK* (und im Part.), æ in der PK (und im Impt.) bei den
Formen mit konsonantischem Afformativ; z.B.

Qal Nif‘al Pi‘el Hif‘il


**
AK ‫מָ צָ א‬ ‫שָׂ נֵא‬ ‫נִ ְמצָ א‬ ‫ִמצֵּ א‬ ‫ִה ְמ ִציא‬
* ָ‫צאת‬
ָ ֜ ָ‫מ‬ ָ‫שָׂ ֵנ֜את‬ ‫את‬
ָ ‫נִ ְמ ֜ ֵצ‬ ָ‫צּאת‬
ֵ ֜ ‫ִמ‬ ָ‫ִה ְמ ֜ ֵצאת‬
PK ‫יִ ְמצָ א‬ wie Qal I ‫יִ מָּ צֵ א‬ ‫יְ מַ צֵּ א‬ ‫י ְַמ ִציא‬
‫ִתּ ְמ ֜ ֶצאנָה‬ ‫ִתּמָּ ֜ ֶצאנָה‬ ‫צּאנָה‬
ֶ ֜ ַ‫ְתּמ‬ ‫תַּ ְמ ֜ ֶצאנָה‬

Impt. ‫ְמצָ א‬ ‫ִהמָּ צֵ א‬ ‫מַ צֵּ א‬ ‫הַ ְמצֵ א‬


‫ְמ ֜ ֶצאנָה‬ ‫ִהמָּ ֜ ֶצאנָה‬ ‫צּאנָה‬
ֶ ֜ ַ‫מ‬ ‫הַ ְמ ֜ ֶצאנָה‬

Part. masc. ‫מֹצֵ א‬ ‫נִ ְמצָ א‬ ‫ְממַ צֵּ א‬ ‫מַ ְמ ִציא‬


fem. ‫מֹצֵ את‬ - ‫ְממַ צֵּ את‬ ‫מַ ְמצֵ את‬
* Ausnahme: AK Qal I; hier steht ā vor dem quieszierenden ‫! א‬
** Formgleich mit dem Partizip.
8. Doppelt schwache Verben 179

10.7.3. Häufig vorkommende Verben


*‫קרא‬ rufen, nennen, lesen; Nif. gerufen / genannt werden
‫ חטא‬sündigen, sich fehlverhalten
‫ מָ לֵ א‬voll sein, (er)füllen; Pi. füllen, voll machen
‫ מצא‬finden, antreffen; Nif. gefunden werden, sich finden lassen
‫( ברא‬er)schaffen
‫ טָ מֵ א‬unrein sein / werden; Pi. verunreinigen; Hit. sich
verunreinigen
‫ פלא‬Nif. wunderbar sein
‫ רפא‬heilen
‫ שָׂ נֵא‬hassen, Hass haben auf
* Zu ‫ § → ִל ְק ַראת‬10.6.3 zu ‫קרה‬.

10.8 Doppelt schwache Verben (Tab XII)

Merkmale der doppelt schwachen Formen:


 Faustregel: Ist nur ein Radikal sichtbar und sonst kein beson-
deres Merkmal vorhanden, handelt es sich um ein I nun und
III yod/he Verb (‫ פ"נ‬+ ‫)ל"ה‬
 Ansonsten gilt die Addition der genannten Merkmale
schwacher Formen

10.8.1 Doppelt schwache Verben weisen die Eigentümlichkeiten zweier


schwacher Verbklassen auf, deren Merkmale sozusagen „addiert“ werden;
180 § 10 Das Schwache Verb

z.B. ‫( נכה‬Merkmale  Hif‘il +  I nun +  III yod/he)

Bildungselemente/Merkmale/Form AK PK Impt.

 Hif‘il ‫ִה‬ ‫ַי‬ ַ‫ה‬


 + dāgeš forte im 1. sichtbaren
Radikal (= assimiliertes nun) im ‫כּ‬ ‫כּ‬ ‫כּ‬
„starken“ Konsonanten (Wurzel)
+ typischer auslautender
 ‫ָה‬ ‫ֶה‬ ‫ֵה‬
Vokal + ‫ה‬

= Langform ‫ִהכָּ ה‬ ‫ַיכֶּ ה‬ ‫הַ כֵּ ה‬


= Kurzform *‫יְַך‬ *‫הַ ְך‬

* Dāgeš forte steht nicht im letzten Konsonanten eines Wortes, wenn dieser vokallos ist;
→ § 3.2.2.

Nach diesem Verfahren lassen sich auch die meisten Formen anderer doppelt schwacher
Verben erklären. Da sie oft aber nicht ohne weiteres erkennbar sind, helfen – neben der
Merkmalbeobachtung – vor allem gute Vokabelkenntnisse weiter.

10.8.2 Häufig vorkommende Verben und Formen

 Verba I nun und III yod/he (‫ פ"נ‬und ‫)ל"ה‬


a) ‫ נכה‬Hif. „(er)schlagen“
b) ‫„ נטה‬ausstrecken, neigen, abbiegen“; Hif. = Qal u. „beugen“
Qal PK: ‫יִ טֶּ ה‬, ‫יֵט‬, ‫ַויֵּט‬
Impt.: ‫נְ טֵ ה‬
Inf. cons.: ‫) ִל( נְ טוֹת‬
Part. pass.: ‫נָטוּי‬, ‫נְ טוּיָה‬
Hif. AK: ‫ ִהטָּ ה‬, ‫ִהטּוּ‬
PK: ‫יַטֶּ ה‬, ‫ ַויַּט‬, ‫אַ טֶּ ה‬, ‫וָאַ ט‬
Impt.: ‫הַ טֵּ ה‬, ‫הַ ט‬
Inf. cons.: ‫) ְל(הַ טּוֹת‬
8. Doppelt schwache Verben 181

c) ‫ נקה‬Nif. „frei, schuldlos sein“; Pi. „ungestraft lassen“


Nif. AK: ‫נִ קָּ ה‬, ‫נִ ְקּתָ ה‬, ָ‫נִ ִ֜קּית‬
PK: ‫יִ ָנּקֶ ה‬
Pi. PK: ‫יְ נַקֶּ ה‬
Impt.: ‫נַקֵּ ה‬

 Verba I yod/waw und III yod/he (‫ו‬/‫ פ"י‬und ‫)ל"ה‬


a) ‫ ידה‬Hif. „preisen, loben, bekennen, danken“; Hitp. „bekennen“
Hif. AK: ‫ =( הוֹדוּ‬Impt.)
PK: ‫אוֹדה‬
ֶ , ‫יוֹדוּ‬
Inf. cons.: ‫) ְל (הוֹדוֹת‬
Hit. AK: ‫ִה ְתו ַָדּה‬
PK: ‫וָאֶ ְתו ֶַדּה‬
b) ‫ ירה‬I „werfen, schießen“
Qal AK: ‫יתי‬
ִ ‫י ִ ָ֜ר‬
Inf. cons.: ‫יְ רוֹת‬, + ‫ ְל‬: ‫ִלירוֹת‬
Hif. PK: ‫יוֹרה‬
ֶ , ‫וַיּוֹר‬
Part.: ‫מוֹרה‬
ֶ
c) ‫ ירה‬II Hif. „lehren, unterweisen“
Hif. AK: ‫יתי‬
ִ ‫הוֹר‬
ֵ֜
PK: ‫יוֹרה‬
ֶ , ‫ֹרךָּ ;וַיֹּ ֵרנִ י‬
֑ ֶ ‫יוֹרוּ ;וְ ת‬
Inf. cons.: ‫) ְל(הוֹרֹת‬
Part.: ‫מוֹרה‬
ֶ

 Verba I ’álæf und III yod/he (‫ פ"א‬und ‫)ל"ה‬


a) ‫„ אבה‬willig sein, wollen“
Qal PK: ‫תּ ֹאבוּ ;י ֹאבֶ ה‬
182 § 10 Das Schwache Verb

b) ‫„ אפה‬backen“
Qal AK: ָ‫אָ ִ֜פית‬, ‫אָ פוּ‬
PK: ‫י ֹאפוּ‬, ‫ֹפהוּ‬
ֵ ֜ ‫( ַותּ‬3. fem. Sg. + Sf. 3. masc. Sg.)
Part.: ‫אֹפֶ ה‬, ‫א ִֹפים‬

 Verba I nun und III ’álæf (‫ פ"נ‬und ‫)ל"א‬


a) ‫„ נשׂא‬erheben, tragen, nehmen“
Qal AK: ‫אתי‬
ִ ָ֜‫נָשׂ‬, ‫( נָ ְֽשׂאוּ‬einmal: ‫)וְ נָשׂוּ‬
PK: ‫ → יִ ְשׂאוּ ;יִ שָּׂ א‬zum Fehlen des dageš
§ 3.2.2; ‫( ִתּשֶּׂ֜ אינָה‬zweimal: ‫)ו ִַתּשֶּׂ֜ נָה‬
Impt.: ‫ְשׂאוּ ; ְשׂ ִאי ;שָׂ א‬
Inf. cons.: ‫ ְשׂאֵ ת‬, + ‫ ְל‬: ‫לָ שֵׂ את‬, + ‫ ְבּ‬: ‫ִבּ ְשׂאֵ ת‬
b) ‫ נבא‬Nif. „prophezeien“
Nif. AK: ‫את ;נִ בָּ א‬
ָ ‫( נִ ֵ֜בּ‬einmal: ‫ית‬
ָ ‫נִ ְבּאוּ ;)נִ ֵ֜בּ‬
PK: ‫ִתּנָּבֵ א ;יִ נָּבֵ א‬
Impt.: ‫ִהנָּבֵ א‬
Inf. cons.: ‫) ְל( ִהנָּבֵ א‬
Part.: ‫נִ ְבּ ִאים ;נִ בָּ א‬

 Verba I yod/waw und III ’álæf (‫ו‬/‫ פ"י‬und ‫)ל"א‬


a) ‫„ יצא‬hinausgehen, -ziehen“
Qal AK: ‫יָצָ א‬, ‫את‬
ַָ ‫ָצ‬
ָ֜ ‫י‬
PK: ‫יֵצֵ א‬, ‫וַתֵּ ֜ ֶצאנָה ; ַו ֵיּ ֽ ְצאוּ ; ַויֵּצֵ א‬
Impt.: ‫ְצאוּ ; ְצ ִאי ;צֵ א‬
Inf. cons.: ‫לָ (צֵ את‬/‫) ְל‬
Part.: ‫י)וֹ(צֵ א‬, ‫י)וֹ(צֵ את‬, ‫יֽ )וֹ( ְצ ִאים‬
Hif. AK: ‫הוֹציא‬
ִ ; ָ‫הוֹצאת‬
ֵ֜
PK: ‫יוֹציא‬
ִ , ‫י ֹ)וֹ( ִ֜צאוּ ;וַיּ ֹ)וֹ(צֵ א‬
Impt.: ‫הוֹציאוּ ;הוֹצֵ א‬
ִ֜
Inf. cons.: ‫הוֹציא‬
ִ ( ‫) ְל‬
‫‪8. Doppelt schwache Verben‬‬ ‫‪183‬‬

‫)‪b‬‬ ‫“‪ „fürchten, sich fürchten, ehrfürchtig sein‬י ֵָרא‬


‫‪Qal‬‬ ‫‪AK:‬‬ ‫אתי ;י ֵ ָ֜ראתָ ;י ֽ ְָראָ ה ;י ֵָרא‬
‫י ֽ ְָראוּ ;י ֵ ָ֜ר ִ‬
‫‪PK:‬‬ ‫ירא‬
‫ירא ;וַיִּ )י( ָרא ‪,‬יִ ָ‬
‫יר ִאי ;)אַ ל־( ִתּ ָ‬
‫)אַ ל־( ִתּ ְ‬
‫‪Impt.:‬‬ ‫יְ ראוּ ;יְ ָרא‬
‫‪Inf. cons.:‬‬ ‫)לֵ ר ֹא ‪,‬יְ ר ֹא ‪ְ ) (je einmal:‬ל(יִ ְראָ ה‬
‫‪Part.:‬‬ ‫יְ ֵר ִאים ;י ֵָרא‬
‫‪Nif.‬‬ ‫‪PK:‬‬ ‫ִתּוּ ֵָרא‬
‫‪Part.:‬‬ ‫נוֹרא‬
‫ָ‬
‫‪) – → § 10.5.2.6.‬ל"א ‪ und‬ע"ו ( ‪ kommen – II ô und II ’álæf‬בּוֹא ‪Zu‬‬

‫)‪Formensammlung (Auflösung: S. 207‬‬


‫יר ִאי‬
‫)אַ ל־( ִתּ ְ‬ ‫הַ ט‬ ‫ַויַּט‬ ‫ַויֵּט‬ ‫אֵ צֵ א‬ ‫א(‬
‫ְבּצֵ אתָ ם‬ ‫יוֹרה‬
‫ֶ‬ ‫יוֹדוָּ֜ך‬ ‫י ְָצאוּ‬ ‫ו ִַתּשָּׂ א‬ ‫ב(‬
‫רת‬
‫וּלהוֹ ֹ‬
‫ְ‬ ‫וְ נִ שָּׂ א‬ ‫אוֹדךָּ‬
‫ֶ֜‬ ‫וָאֶ שָּׂ א‬ ‫יְ ֵראתֶ ם‬ ‫ג(‬

‫‪Seltenere Formen‬‬
‫ַטּנּוּ‬
‫י ֶ֜‬ ‫ִה ֜ ָטּהוּ‬ ‫ִהטַּ תּוּ‬ ‫ִהטּוּ‬ ‫הַ טּוּ‬ ‫ד(‬
‫אתנוּ‬
‫צֵ ֜ ֵ‬ ‫וְ י ֵֹרם‬ ‫ְליַדּוֹת‬ ‫נ ֵַ֜קּנִ י‬ ‫ִהנּ ִָקי‬ ‫ה(‬

‫‪Formen unterschiedlicher Herkunft‬‬


‫יִ ְראוּ‬ ‫תֵּ ט‬ ‫תֵּ ן‬ ‫וֹדה‬
‫תּ ָ‬ ‫וֹדךָּ‬
‫תּ ֶ֜‬ ‫ו(‬
‫מוֹשׁבֹתֵ יהֶ ם‬
‫ְ‬ ‫נְ ִביאָ ה‬ ‫וּנְ ִביאֵ ם‬ ‫יראוּ‬
‫יִ ְ‬ ‫ז(‬
‫וּכ ִה ְתוַדּוֹתוֹ‬
‫ְ‬ ‫ח(‬

‫‪Wendungen und Sätze‬‬


‫רע ְבּעֵ ינֵ ֣י יְ הוָ ֑ה‬
‫וַיֹּ ִ֨ספוּ ֙ ְבּנֵ ֣י יִ ְשׂ ָר ֵ֔אל לַ עֲשׂ֥ וֹת הָ ַ ֖‬
‫וַיְ חַ ֨ ֵזּק יְ ה ָו֜ה אֶ ת־עֶ גְ ל֤ וֹן ֶ ֽמלֶ ְך־מוֹאָ ב ֙ עַ ל־יִ ְשׂ ָר ֵ֔אל‬
‫ת־בּנֵ ֥י עַ מּ֖ וֹן ַועֲמָ ֵל ֑ק‬
‫ְ‬ ‫א ֹ֣סף אֵ לָ֔ יו אֶ‬
‫רע ְבּעֵ ינֵ ֥י יְ הוָ ֽה׃ ַו ֶיּ ֱ‬
‫ַע ֛ל ִ ֽכּי־עָ שׂ֥ וּ אֶ ת־הָ ַ ֖‬
‫ת־ע֥יר הַ ְתּמָ ִ ֽרים׃‬
‫ִ‬ ‫ירשׁ֖ וּ אֶ‬
‫ַו ֗ ֵיּלֶ ְך ַו ַיְּך ֙ אֶ ת־יִ ְשׂ ָר ֵ֔אל ו ִ ַֽיּ ְ‬
‫רה שָׁ נָ ֽה׃ וַיִּ זְ עֲק֣ וּ‬
‫ְך־מוֹאב ְשׁמוֹנֶ ֥ה עֶ ְשׂ ֵ ֖‬
‫ָ֔‬ ‫ַויַּעַ ְב ֤דוּ ְבנֵ ֽי־יִ ְשׂ ָראֵ ל ֙ אֶ ת־עֶ גְ ל֣ וֹן ֶ ֽמלֶ‬
‫בֶּ ן־גּ ֵָרא ֙‬ ‫אֶ ת־אֵ ה֤ וּד‬ ‫יע‬
‫מוֹשׁ ַ‬
‫ִ֗‬ ‫לָ ֜ ֶהם‬ ‫יְ ה ָו֨ה‬ ‫ַויָּקֶ ם‬ ‫ְבנֵ ֽי־יִ ְשׂ ָראֵ ל ֮ אֶ ל־יְ ה ָוה ֒‬
‫ינ֔י…‬
‫בֶּ ן־הַ יְ ִמ ִ‬
‫)‪ Palme‬תָּ מָ ר ;‪(Seltenere Eigennamen: Eglon, Moab, Amon, Amalek, Ehud, Gera‬‬
184 § 10 Das Schwache Verb

10.9 Faustregeln zum Erkennen schwacher Verbformen


Die Verba I und III ’álæf (‫ פ"א‬und ‫ )ל"א‬bleiben hier unberücksichtigt, da
‫ א‬meist im Schriftbild erhalten bleibt und so die jeweilige Wurzel leicht
erkennbar ist (Wichtige Ausnahme: ‫[ אֹמַ ר‬statt ‫„ ]א ֹאמַ ר‬ich werde sagen“).
Verweise mit → beziehen sich auf Abschnitte innerhalb dieser Übersicht.

1. Formen mit Präformativ (P)

Typ Erkennungszeichen Wurzel

 ‫וַיִּ ֹפּל‬ Dāgeš forte im ersten ‫נפל‬


sichtbaren Radikal = I nun (‫)פ"נ‬
seltener:
‫יִּ סֹּב‬ PK Qal (sog.
‫יַסֵּ ב‬ PK Hif. aramaisierende = III = II (‫)ע"ע‬ ‫סבב‬
‫יֻסַּ ב‬ PK Håf. Formen)
‫יִ סַּ ב‬ PK Nif.

‫יִ קּוֹם‬ PK Nif. = II waw (‫)ע"ו‬ ‫קוּם‬


‫יִ גָּל‬ PK Nif. (KF )* = III yod/he (‫)ל"ה‬ ‫גָּלָ ה‬
‫יִ צֹּק‬ in Angleichung an die I nun (‫ )פ"נ‬werden einige
verba I yod/waw (‫ו‬/‫ )פ"י‬gebildet. ‫יצק‬

 ‫ָו ֜ ָיּקָ ם‬ ָ (ā) in der offenen P-Silbe = II schwach


a) (‫ע‬-Verben) ‫קוּם‬

Nachschlagefolge:
1. ‫ קוּם‬II waw (‫)ע"ו‬
2. ‫ ִקים‬II yod (‫)ע"י‬
3. ‫ קמם‬III = II (‫)ע"ע‬
‫וַיָּ ֑עַ ל‬ = III yod/he ( ‫ )ל"ה‬I laryngalis in Pausa (→ auch ) ‫עָ לָ ה‬
9. Faustregeln zum Erkennen schwacher Verbformen 185

b) ‫ַו ֜ ֵיּשֶׁ ב‬ ‫( ֵי‬e/ê) in der offenen P-Silbe = I waw ( ‫)פ"ו‬ ‫ישׁב‬


seltener:
‫֜ ֵיגֶל‬ PK Qal (KF*) ‫גָּלָ ה‬
= III yod/he ( ‫)ל"ה‬
‫י ֵָרא‬ PK Nif. (KF) I laryngalis ‫ָראָ ה‬

‫יֵקַ ל‬ PK Qal II = III = II ( ‫)ע"ע‬ ‫קלל‬


‫הֵ סֵ ב‬ AK Hif. ‫סבב‬

‫הֵ ִקים‬ AK Hif. = II waw ( ‫)ע"ו‬ ‫קוּם‬


‫ ַו ֜ ֵיּיטֶ ב‬/ ‫יטיב‬
ִ ֵ‫ ה‬ganze Hif. = I yod ( ‫)פ"י‬ ‫יטב‬

c) ‫נוֹשַׁ ב‬ ֹ‫( ו‬o/ô) in der offenen P-Silbe = (AK Nif.)Iwaw


‫הוֹ ִשׁיב‬ (ganze Hif.) ( ‫)פ"ו‬ ‫ישׁב‬

d) ‫יִ יטַ ב‬ ‫( ִי‬i/î) in der offenen P-Silbe = (PK Qal II)


auch ‫יִ טַ ב‬ I yod/waw (‫ו‬/‫)פ"י‬ ‫יטב‬

‫הוּשַׁ ב‬ ‫ישׁב‬
e) ‫הוּקַ ם‬ ‫( וּ‬u/û) in der offenen P-Silbe = (Håf.) I waw
/ II gem. bzw. voc. (‫ פ"ו‬/ ‫ע‬-Verben) ‫קוּם‬
‫הוּסַ ב‬ ‫סבב‬

f) ‫** ֜ ֶיגֶל‬ ֶ (æ) in der offenen P-Silbe = (Hif. KF)


III yod/he ( ‫)ל"ה‬ ‫גָּלָ ה‬

 ‫יִ גְ לֶ ה‬ Treffen  und  nicht zu = III yod/he ( ‫)ל"ה‬.


‫וַיְ גַל‬ oder: vorne stark, hinten schwach, d.h., die Prä-
formativsilbe bzw. der 1. Radikal ist vokalisiert
wie beim starken Verb = III yod/he ( ‫)ל"ה‬ ‫גָּלָ ה‬
‫ַו ֜ ַיּעַ ל‬ oder: pátaḥ – pátaḥ – pátaḥ = III yod/he ( ‫)ל"ה‬
(Narr. Qal/Hif. I laryngalis) ‫עָ לָ ה‬
* KF = Kurzform
** Bei ְ oder ֲ in der offenen P-Silbe → 3. Weitere Merkmale.
186 § 10 Das Schwache Verb

2. Formen ohne Präformativ

Typ Erkennungszeichen Wurzel

 ‫ ַגּשׁ‬Zweiradikalig mit (a) = Impt. Qal


I nun ( ‫ ;)פ"נ‬Pl. ‫גְּ שׁוּ‬ ‫נגשׁ‬

Selten:
‫ גַּל‬Impt. Pi. (KF) = III yod/he (‫)ל"ה‬ ‫גָּלָ ה‬
‫ קַ ל‬3. masc. Sg. AK Qal II = III=II (‫)ע"ע‬ ‫קלל‬

 ‫ שֵׁ ב‬Zweiradikalig mit (e) = Impt. Qal I waw


( ‫ ;)פ"ו‬Pl. ‫ְשׁבוּ‬ ‫ישׁב‬
selten:
‫ תֵּ ן‬Impt. Qal
nur von ‫נתן‬
‫ תֵּ ת‬Inf. cons. Qal
‫ מֵ ת‬3. masc. Sg. AK/Part. Qal nur von ‫מוּת‬

 ‫סב‬
ֹ Zweiradikalig mit (o/ô) = Impt./Inf. cons. III
= II ( ‫)ע"ע‬ ‫סבב‬
selten:
‫ בּוֹשׁ‬Impt./Inf. (3. masc. Sg. AK/Part.) Qal = II waw (‫)ע"ו‬ ‫בּוֹשׁ‬
‫ קוֹם‬Inf. abs. Qal = II waw/yod (‫י‬/‫)ע"ו‬ ‫קוּם‬

 ‫ קָ ם‬Zweiradikalig mit (ā) = 3. masc. Sg. AK/Part.


Qal II waw ( ‫)ע"ו‬ ‫קוּם‬
selten:
‫ שָׂ ם‬3. masc. Sg. AK/Part. Qal = II yod ( ‫)ע"י‬ ‫ִשׂים‬
 ‫ קוּם‬Zweiradikalig mit û = Impt./Inf. cons. (Part. Pass.)
Qal II waw ( ‫)ע"ו‬ ‫קוּם‬
 ‫ ִשׂים‬Zweiradikalig mit î = Impt./Inf. cons. (Part. Pass.)
Qal II yod ( ‫)ע"י‬ ‫ִשׂים‬
 ‫ ֶגּ֜שֶׁ ת‬Zweiradikalig mit ‫ת‬ = Inf. cons. Qal I nun (‫)פ"נ‬
(+ Suff. ‫)גִּ ְשׁ ִתּי‬ ‫נגשׁ‬
‫ שֶׁ֜ בֶ ת‬I waw (‫( )פ"ו‬+ Suff. ‫) ִשׁ ְב ִתּי‬ ‫ישׁב‬
selten:
‫ ַגּ֜עַ ת‬Inf. cons. Qal (III laryngalis) = I nun ( ‫)פ"נ‬ ‫נגע‬
9. Faustregeln zum Erkennen schwacher Verbformen 187

3. Weitere Merkmale (Formen mit oder ohne Präformativ)

Typ Erkennungszeichen Wurzel

 ‫וֹת‬
ָ ‫ סַ ֜בּ‬Dāgeš forte im zweiten Radikal = III = II (‫)ע"ע‬ ‫סבב‬
seltener: ‫ית‬
ָ ‫ גִּ ִ֜לּ‬Pi. = III yod/he (‫;)ל"ה‬
→ aber  und 2.1 ‫גָּלָ ה‬
 ‫( וֹ סַ ֜בּוֹ ָת‬o/ô) vor konsonantischem Afformativ =
(AK) II schwach (‫ – ע‬Verben) ‫סבב‬
 ‫( ֶי‬æ/æ̂) vor konsonantischem Afformativ =
‫קוּמינָה‬
ֶ ֜ ‫( ְתּ‬PK; vgl. Impt.) II schwach (‫ע‬-Verben)
und III yod/he ( ‫)ל"ה‬ ‫קוּם‬
auch: ‫( = ִתּגְ לֶ֜ ינָה‬PK/Impt.) III yod/he (‫ → ;)ל"ה‬aber 1.3. ‫גָּלָ ה‬

 ‫ ֵי גּ ִָ֜לי ָת‬/ ‫ ִי‬vor konsonantischem Afformativ =


(AK) III yod/he ( ‫)ל"ה‬ ‫גָּלָ ה‬
 ‫ ַ֜ק ְמ ִתּי‬Konsonantisches Afformativ unbetont direkt am
2. Radikal* = (AK Qal vgl. Håf. ) II waw/yod
(‫י‬/‫ )ע"ו‬betont ‫קוּם‬
 ‫ ָ֜קמוּ‬Vokalisches Afformativ unbetont direkt am
2. Radikal* = II waw/yod ( ‫י‬/‫)ע"ו‬ ‫קוּם‬

 ‫ גָּלוּ‬Vokalisches Afformativ betont direkt am


2. Radikal* = II yod/he ( ‫)ל"ה‬ ‫גָּלָ ה‬
auch:
‫גְּ שׁוּ‬ Impt. Qal = I nun ( ‫ → ;)פ"נ‬2.1 ‫נגשׁ‬
‫ְשׁבוּ‬ Impt. Qal = I yod/waw ( ‫ו‬/‫ → )פ"י‬2.2 ‫ישׁב‬
 ‫גָּ ֽ ְלתָ ה‬ Doppeltes Afformativ nach dem 2. Radikal
= 3. fem. Sg. AK III yod/he ( ‫)ל"ה‬ ‫גָּלָ ה‬

 ‫ וֹת גְּ לוֹת‬direkt am 2. Radikal


= Inf. cons. III yod/he ( ‫)ל"ה‬ ‫גָּלָ ה‬
 ‫( וֹ סוֹבֵ ב‬o/ô) nach dem 1. Radikal = (sog. Intensiv-/
D-Stämme) II schwach ( ‫ע‬-Verben) ‫סבב‬
‫ ִכּ ְלכֵּ ל‬Verdoppelung zweier Radikale =
II schwach ( ‫ע‬-Verben) ‫כּוּל‬
* … ohne dass ein weiteres Erkennungszeichen gegeben wäre.
188 § 10 Das Schwache Verb

4. Doppelt schwache Formen und ‫ הלְך‬und ‫לקח‬

Typ Erkennungszeichen Wurzel

 ‫ ַו ַיְּך‬Nur ein Radikal ist sichtbar* = I nun ( ‫ )פ"נ‬und


III yod/he ( ‫)ל"ה‬ ‫נָכָ ה‬
auch:
‫ תֵּ ת‬Inf. cons. Qal nur von ‫נתן‬
 ‫„ ַו ֜ ֵיּלֶ ְך‬gehen“ wird wie ein I waw ( ‫ )פ"ו‬Verb gebildet ‫הלְך‬
‫ לֵ ְך‬Impt. Qal; → 2.2
‫ לֶ֜ כֶ ת‬Inf. cons. Qal; → 2.7
‫הוֹליְך‬
ִ (AK) Hif.; → 1.2 c

 ‫„ וַיִּ קַּ ח‬nehmen“ wird wie ein I nun ( ‫ )פ"נ‬Verb gebildet ‫לקח‬


‫ קַ ח‬Impt. Qal → 2.1
‫ ַ֜קחַ ת‬Inf. cons. Qal → 2.7
‫ וַיִ קַּ ח‬Narr. Qal → 1.1

* … und sonst ist kein weiteres Erkennungszeichen gegeben.

Analyseübung (Auflösung: S. 208)


‫וַיּ ֹא֜ מֶ ר‬ ‫וְ צֵ א‬ ‫ַו ֜ ָיּמָ ת‬ ‫קַ ח‬ ‫ַו ַיּגֵּד‬ (‫א‬
‫אֶ תֵּ ן‬ ‫בָּ א‬ ‫ַו ֜ ֵיּ ֶרד‬ ‫ַו ֜ ַיּעַ ן‬ ‫ֵנלֵ ְך‬ (‫ב‬
‫ַויֵּצֵ א‬ ָ‫עָ ִ֜שׂית‬ ‫הָ יוּ‬ ‫וַיִּ שָּׂ א‬ ‫ַויּ ְַרא‬ (‫ג‬
‫הוֹשַׁ֜ ְב ִתּי‬ ‫ַויַּט‬ ָ‫ַ֜ק ְמתּ‬ ‫בָּ נוֹת‬ ‫ִל ְבנוֹת‬ (‫ד‬
‫שֻׁ֜ בוּ‬ ‫וַיְ צַ ֵ֜וּנוּ‬ ‫יְ סֻ ֜בּוּהוּ‬ ‫תּוֹס ִפי‬
ִ֜ ‫ֶ ֜רשֶׁ ת‬ (‫ה‬
‫ַ ֜דּעַ ת‬ ‫ַו ֜ ָיּשֶׂ ם‬ ‫וַיּ֜ וֹלֶ ְך‬ ‫יּוֹשׁ ִבים‬
ְ ַ‫ה‬ ‫לָ תֵ ת‬ (‫ו‬
Auflösungen zu den Formbestimmungen*

1. Auflösung zu § 4
‫בֶּ אֱמֶ ת‬ ‫וּבֵ ין‬ ‫אֶ ֶרץ‬ ‫הָ אָ ֶרץ‬ ‫בַּ אדֹנִ י‬ (‫א‬
‫יהוּדה‬
ָ ִ‫ו‬ ‫ְמלָ ִכים‬ ‫אֹלהים‬
ִ ֵ‫כּ‬ ‫הָ אוֹר‬ ‫הַ חֹשֶׁ ְך‬ (‫ב‬
‫ִמירוּשָׁ לָ יִ ם‬ ‫לֵ אמֹר‬ ‫סוּס‬ ‫כַּ אֲשֶׁ ר‬ ‫רוּה‬
ַ (‫ג‬
‫כָּ ל־מַ ְלכֵ י הָ אָ ֶרץ‬ ‫מֶ לֶ ְך‬ (‫ד‬

2. Auflösung zu § 5

‫ ד – א‬s. Tab XIII Partikeln mit Suffixen


‫ה‬ ‫ ִעם‬mit, bei + 1. com. Sg.
‫ ִעם‬mit, bei (Nebenform)
‫ ֜ ַתּחַ ת‬unter(halb), an Stelle von + 3. masc. Sg.
‫ עוֹד‬noch(mals), wieder, weiter(hin) + 1. com. Sg.
‫ ְל ְק ַראת‬entgegen (→ ‫)קרה‬ + 1. com. Pl.
‫ו‬ ‫ ֜ ֶנגֶד‬vor, gegenüber, von + 3. masc. Sg.
‫( ְל‬poetisch) + 3. Pl.
‫ ְלבַ ד‬allein, für sich (→ ‫)בַּ ד‬ + 3. masc. Sg.
‫ עֲלֵ י‬poetisch für ‫עַ ל‬
‫( יֵשׁ‬Vorhandensein), es ist vorhanden, es gibt + 2. masc. Sg.

‫ ח – ז‬s. Alphabetisches Vokabular


‫ט‬ ‫ עֲבוּר‬Ertrag + ‫ְבּ‬ um … willen/zu; damit, wegen
‫ ֜ ֶט ֶרם‬noch nicht + ‫ְבּ‬ ehe, bevor
‫ תָּ וְֶך‬Mitte + ‫ִמן‬ mitten aus …
‫ קֶ ֶרב‬Inneres, Mitte + ‫ְבּ‬ inmitten, mitten unter
‫( אֵ ת‬zusammen) mit, bei + ‫ִמן‬ von (her)
‫י‬ ‫ אָ ז‬damals, dann
‫ ַי֜חַ ד י ְַה ָדּו‬zusammen, (erstarrt; urspr. + 3. masc. Sg.)
miteinander
* Es werden nur in der BHS belegte Formen aufgeführt.
190 Auflösungen

‫ ַ֜בּעַ ד‬für, hinter, durch + 3. masc. Pl.


‫( ְמאֹ ד‬Kraft) sehr
‫ ִמי‬+ ‫ ְל‬+ ּ ֵ‫ שׁ‬+ ‫ ְבּ‬: durch das, was (Extrembeispiel Jon. 1,7)
Wendungen und Sätze: → 2 Sam 13,3; Gen 6,9; 1 Sam 20,35; Gen 7,11;
Gen 22,1; Gen 15,18; Lev 19,2; 1 Kön 5,14; Jos 17,17; Dtn 4,8
→ 2 Sam 7,5; Ri 6,17; Ex 2,15; Gen 3,11

3. Auflösung zu § 6
‫ ב – א‬siehe Alphabetisches Vokabular
‫ג‬ ‫ סוּס‬Pferd masc. Sg. + 1. com. Sg.
‫ סוּס‬Pferd masc. Pl. + 1. com. Sg.
‫ סוּס‬Pferd fem. Pl. + 2. fem. Pl.
‫ יָם‬Meer masc. Sg. + sog. ‫ה‬-locale: „meerwärts“
‫ יוֹם‬Tag masc. Sg. + Adverbial-Endung: „bei Tage“
‫ד‬ ‫ טוֹב‬gut fem. st.
cons.
‫ הוּא‬er 3. masc. Sg. + Art. nachgestellt: „jener“
‫ זִ כָּ רוֹן‬Gedenken, Erinnerung
‫ ֜ ַמיִ ם‬Wasser + ‫ ְכּ‬+ Art.
‫ ְמאֹ ד‬sehr (meist nachgestellt)
‫ה‬ ‫ ֜ ֶצ ֶדק‬gemeinschaftsgemäßes Verhalten
‫ ְצ ָדקָ ה‬gemeinschaftsgemäße Tat
‫ נְ עָ ָריו‬Knabe, Knecht masc. Pl. + 3. masc. Sg.
‫ אֵ י ֜ ֶנּנוּ‬nicht (vorhan- + 3. masc. Sg./1. com. Pl.
den) sein
‫ עֵ י ֜ ַניִ ם‬Augen masc. Dual
‫ו‬ ‫ ָרחוֹק‬fern, Ferne + ‫ִמן‬
‫ ִעם‬mit, bei + 1. com. Sg.
‫ ְכּ‬wie, gemäß, etwa + 3. masc. Pl.
‫ סוּס‬Pferd Pl. fem. + 3. fem. Pl.
‫ מָ קוֹם‬Ort, Platz, Stelle + ‫ ִמן‬+ 2. masc. Sg.
Wendungen und Sätze → Auszüge aus: Dtn 4,22; 6,4; Jer 29,10; Ex 2,1; 2,3;
Gen 12,10.11.16; 28,14; Jes 19,25
3. Auflösung zu § 7 191

4. Auflösung zu § 7
‫ א‬Gesalbter; gesalbt; die Propheten; deine Worte; Meer; Tag
‫ ב‬Meere; Tage; Väter; meine Schwester; meine Tochter
‫( ג‬die) Häuser von …; tausend, Rind; Frauen; (die) Männer von …; Mal;
Schritt
‫ ד‬hundert (Pl.); dreißig (30); Ohren (Dual); Länder; (die) Ältesten von …
‫ ה‬in ihrem Herz; seine Schwestern; Nase, Zorn, Gesicht (Dual); und meine
Knechte; ihre Häupter (Köpfe)
‫ ו‬Ellen; Mägde; junge Frau; Witwe; in ihren Städten
‫ ז‬mit ihnen; Völker; (die) Boten von …; Königin; unsere Könige
‫ ח‬von dir aus …; mein Sohn; zwischen mir …; Wüste, Steppe; von (dem) Wort
von …

Wendungen und Sätze → Joel 1,2; 2 Kön 20,1; Gen 7,13; Gen 15,1; Gen 13,2
→ Gen 2,24; 17,1a („Und es war Abram 99 Jahre alt [ein Sohn von 90 Jahr + 9
Jahren]); Gen 22,4; Ri 20,44; 2 Kön 20,5a

5. Auflösung zu § 8
Mit * werden mögliche zusätzliche Lernvokabeln gekennzeichnet, die im
Vokabular nicht als Lernvokabel aufgeführt sind.

1. Qal

‫א‬ 2. masc. Sg. ‫ו‬AK Qal ‫אמר‬ sagen, sprechen


Part. masc. Pl. pass. Qal ‫כתב‬ schreiben
Part. masc. pass. Qal ‫ברְך‬ segnen
3. com. Pl. AK Qal ‫שׁמע‬ hören
Part. masc. Sg. Qal ‫ישׁב‬ sitzen, bleiben,
wohnen
‫ ב‬3. masc. Sg. Narr. Qal ‫מלְך‬ König s./w.,
herrschen
Inf. cons. Qal + ‫ל‬ ‫שׁמר‬ bewahren,
beobachten,
(be)hüten
3. masc. Pl. PK Qal ‫*שׂמח‬ sich freuen
Part. masc. Pl. Qal ‫עמד‬ hintreten, ste-
hen, -bleiben
192 Auflösungen

Inf. abs. Qal ‫ דרשׁ‬fragen, fordern


‫ג‬ Impt. Pl. Qal + ‫ו‬ ‫ יצק‬gießen, aus-
gießen
2. masc. Pl. PK Qal i.P. ‫ זרע‬säen
3. fem./2. masc. Sg. PK Qal ‫ גדל‬groß s./w.
Inf. cons. Qal ‫ זכר‬denken an, sich
o: Impt. masc. Sg. erinnern
3. fem./2. masc. Sg. PK Qal ‫ *שׁבת‬ruhen, aufhören

2. Nif‘al

‫א‬ 3. masc. Sg. AK Nif. ‫ שׁבע‬schwören


3. masc. Sg. PK Nif. ‫ קרא‬rufen, nennen,
lesen; Nif.: pass.
Inf. cons./abs. Nif. ‫ נבא‬weissagen,
o: Impt. masc. Sg. prophezeien
3. fem. Sg. ‫ו‬AK Nif. ‫ כרת‬abhauen, ab-
schneiden;
Nif.: pass.
Inf. cons. Nif. + ‫ל‬ ‫ לחם‬kämpfen
‫ ב‬Part. fem. Pl. Nif. ‫ *פלא‬wunderbar sein
(Wunder)
3. masc. Sg. PK Nif. ‫ כרת‬s.o.
Part. masc. Sg. Nif. + Art. ‫ מצא‬finden, antref-
fen, Nif. sich
finden lassen
3. com. Pl. AK Nif. i.P. ‫ בהל‬sich
erschrecken
3. masc. Pl. PK Nif. ‫ כשׁל‬straucheln
‫ג‬ 3. masc. Pl. PK Nif. i.P. ‫ כתב‬schreiben;
Nif.: pass.
3./2. fem. Pl. PK Nif. ‫ זכר‬denken an, sich
erinnern
2. masc. Sg. AK Nif. i.P. ‫ *משׁל‬herrschen
Part. masc. Sg. Nif. ‫ כָּ בֵ ד‬schwer, ange-
sehen sein;
Nif.: pass.
Part. masc. Pl. Nif. + Art. ‫ שׁאר‬übrigbleiben
4. Auflösung zu § 8 193

3. Pi‘el, Pu‘al, Hitpa‘el

‫א‬ Inf. cons./abs. Pi. ‫ דבר‬reden


o: Impt. masc. Sg.
Impt. masc. Pl. Pi. ‫*זמר‬ spielen, singen
3. masc. Sg. AK Pu. ‫ילד‬ gebären
Part. masc. Pl. Pi. ‫בקשׁ‬ suchen
3. masc. Sg. Narr. Hitp. ‫חזק‬ stark/fest sein,
Hitp. sich stark
machen
‫ ב‬3. masc. Sg. PK Pi. ‫מָ לֵ א‬ voll sein, erfül-
len, Pi. füllen
3. masc. Sg. PK Hitp. ‫*הלל‬ loben, rühmen,
Hitp. sich
rühmen
3. masc. Pl. Narr. Pi. ‫שׁלח‬ senden, Pi. ent-
lassen
3. com. Pl. AK Pi. ‫ספר‬ zählen, Pi.
erzählen
3. masc. Pl. PK Hitp. ‫קדשׁ‬ heilig sein, Hitp.
sich heiligen
‫ג‬ Inf. cons. Hitp. + ‫ל‬ ‫פלל‬ beten, bitten
1. com. Sg. PK Pi. + ‫ו‬ ‫שָׁ לֵ ם‬ ersetzen, ver-
gelten
3. com. Pl. AK Hitp. ‫הלְך‬ gehen, Hitp.
o: Impt. masc. Pl. wandeln
3. masc. Sg. PK Pi. +‫ו‬ ‫*קטר‬ opfern, in
Rauch aufgehen
lassen
Inf. cons. Pi. +‫ל‬ ‫קדשׁ‬ Pi. weihen,
heiligen

4. Hif‘il, Håf‘al, Huf‘al

‫א‬ 3. fem./2. masc. Sg PK Hif. ‫ לָ בֵ שׁ‬anziehen, Hif.


bekleiden
Part. fem. Sg. Huf. ‫ שׁלְך‬werfen, wegtun;
Håf. pass
2. masc. Pl. ‫ו‬AK Hif. ‫ *רכב‬reiten, fahren,
Hif. reiten
lassen
194 Auflösungen

1. com. Pl. PK Hif. ‫ *שׁאר‬übrig lassen


3. com. Pl. AK Hif. ‫ קדשׁ‬heilig sein, Hif.
weihen, heiligen
‫ ב‬Part. masc. Sg. Hif. ‫ *שׂכל‬klug, einsichtig
sein, -handeln
1. com. Sg. PK Hif. + ‫ה‬-coh. ‫ שׂכל‬s.o.
1. com. Pl. PK Hif. + ‫ה‬-coh. ‫ שׁכם‬sich früh auf-
machen
2. masc. Sg. AK Hif. ‫ שׁלְך‬s.o.
3. masc. Sg. Narr. Hif. ‫ קרב‬sich nähern, Hif.
nähern lassen
‫ג‬ 1. com. Sg ‫ו‬AK Hif. (mit Assimilation ‫ כרת‬abhauen, Hif.
des ‫)ת‬ ausrotten
3. com. Pl. AK Håf. i.P. ‫ רעל‬schwanken,
Håf. geschwun-
gen werden
1. com. Pl. AK Håf. ‫ כלם‬sich schämen,
Håf. beschämt
werden
Impt. masc. Sg. Hif. + ‫ה‬-adhor. ‫ *קשׁב‬aufmerken, auf-
merksam hören
3. fem. Sg. AK Håf. ‫ שׁלם‬s.o. Håf. ver-
golten/bezahlt
werden
‫ ד‬Part. masc. Pl. Huf. + Art. ‫ פקד‬heimsuchen,
besuchen, Håf.
bestellt werden
Part. fem. Pl. Hif. ‫ קטר‬opfern, Hif. in
Rauch aufgehen
lassen
Inf. cons. Hif. + ‫ל‬ ‫ *שׁחת‬verderben, zer-
stören, schlecht
handeln
1. com. Sg. PK Hif. ‫ זכר‬gedenken, Hif.
erwähnen,
preisen
3. masc. Sg. AK Hif. ‫ גּ ֵָדל‬groß sein/wer-
den, Hif. etwas
groß machen
4. Auflösung zu § 8 195

5. Formen unterschiedlicher Stämme

‫א‬ Part. fem. Pl. Qal ‫ *כשׁל‬straucheln,


wanken
3. masc. Sg. AK Pi. ‫ דבר‬reden, sprechen
3. masc. Sg. PK Nif. + ‫ה‬-inter. ‫ *מלט‬retten, Nif. sich
retten
3. masc. Pl. Narr. Hif. ‫ קרב‬sich nähern,
Hif. bringen
3. fem./2. masc. Sg. Narr. Qal ‫ כתב‬schreiben
‫ ב‬Inf. abs. Hif. ‫ *סתר‬verbergen,
o: Impt. masc. Sg. verstecken
3. fem. Sg. AK Nif. i.P. ‫ טָ ֵמא‬unrein s./w.,
Nif. sich verun-
reinigen
1. com. Pl. PK Qal + ‫ה‬-cohor. ‫ ברְך‬segnen
Part. masc. Sg. Hitp. ‫ דבר‬s.o. (→ § 4.1.2)
Part. masc. Pl. Hif. ‫ *כעס‬kränken, be-
leidigen
‫ג‬ 1. com. Pl. PK Hitp. (transp.) i.P. ‫ צדק‬gerecht sein,
Hitp. sich recht-
fertigen
3. fem./2. masc. Sg. PK Qal ‫( שׁכן‬be)wohnen,
sich niederlas-
sen
Impt. masc. Pl. Nif. ‫ *בדל‬trennen, Nif.
sich trennen
1. com. Pl. AK Qal ‫ דרשׁ‬fragen, fordern
Impt. masc. Pl. Hif. ‫ שׁמע‬hören, Hif.
hören lassen
‫ ד‬3. masc. Sg. Narr. Pi. ‫ דבר‬s.o.
Inf. cons. Nif. + ‫ב‬ ‫( קבץ‬ver)sammeln,
Nif. sich ver-
sammeln
Part. fem. Sg. Nif. + ‫ ל‬+ ‫ ו‬+ Art. ‫ *שׁבר‬zerbrechen
1. com. Sg. Narr. Hif. ‫ כרת‬s.o.
1. com. Sg. Narr. Hitp. (transp.) ‫ שׁמר‬beobachten,
(be)hüten
196 Auflösungen

6. Qal mit Suffixen

‫א‬ 3. com. Pl. AK Qal + 1. com. Sg. ‫ *רדף‬verfolgen (mit


‫)אַ ְח ֲֵרי‬
3. fem. Sg. AK Qal + 3. masc. Sg. ‫ ילד‬gebären
2. masc. Sg. ‫ו‬AK Qal + 1. com. Sg. ‫ קבר‬begraben
2. masc. Sg. ‫ו‬AK Qal + 3. masc. Pl. ‫ *קשׁר‬sich verschwö-
ren
3. fem. Sg. AK Qal ‫ מָ לֵ א‬voll sein, erfül-
len
‫ ב‬1. com./2. fem. Sg. AK Qal + 3. masc. Sg. ‫ ָיכֹל‬können, ver-
mögen
3. masc. Sg. AK Qal + 1. com. Sg. ‫ *בחן‬untersuchen,
prüfen
3. masc. Sg. AK Qal + 3. masc. Sg. ‫ ידע‬erfahren,
wissen
3. com. Pl. AK Qal + 2. masc. Sg. ‫ פקד‬heimsuchen,
besuchen
2. masc. Sg. ‫ו‬AK Qal + 3. masc. Pl. ‫ כתב‬schreiben
‫ג‬ 3. masc. Sg. ‫ו‬AK Qal + 3. fem. Sg. ‫ לכד‬fangen, einneh-
men
1. com. Sg. AK Qal + 2. fem. Sg. ‫ שׁפט‬richten
Inf. cons. Qal + ‫ ב‬+ 1. com. Sg. ‫ למד‬lernen
3. com. Pl. AK Qal + 2. masc. Sg. ‫ מצא‬finden, errei-
chen
2. masc. Sg. AK Qal + 1. com. Pl. ‫ *פרץ‬reißen, einreißen

7. Pi‘el, Hif‘il mit Suffixen

‫א‬ 3. fem./2. masc. Sg. PK Hif. + 2. fem. Sg. ‫ כרת‬abhauen, ab-


schneiden, Hif.
ausrotten
1. com. Sg. AK Hif. + 2. fem. Sg. ‫ שׁבת‬ruhen, aufhö-
ren, Hif. ruhen
lassen
3. fem. Sg. AK Pi. + 3. masc. Sg. ‫ *יסר‬züchtigen, er-
mahnen
1. com./2. fem. Sg. AK Pi. + 3. masc. Sg. ‫ בקשׁ‬suchen
1. com. Sg. PK Pi. + 2. masc. Sg. ‫ זמר‬spielen, singen
‫ ב‬1. com./2. fem. Sg. AK Hif. + 3. masc. Pl. ‫ כָּ בֵ ד‬schwer, ange-
sehen sein
4. Auflösung zu § 8 197

3. masc. Sg. AK Pi. + 3. masc. Sg. ‫ דבר‬reden


2. masc. Sg. AK Pi. + 1. com. Sg. ‫ שׂמח‬sich freuen, Pi.
erfreuen, fröh-
lich machen
3. masc. Sg. AK Pi. + 3. masc. Sg. ‫ גּ ֵָדל‬groß s./w., Pi.
erziehen
3. masc. Sg. AK Hif. i.P. + 2. masc. Sg. ‫ שׁבע‬schwören, Hif.
schwören
lassen

8. Qal, Pi‘el oder Hif‘il mit Suffixen

‫א‬ Impt. masc. Sg. Pi. + 1. com. Sg. + ‫ו‬ ‫ חזק‬stark sein; Pi.
stark machen
1. com. Sg. PK Qal + 3. masc. Pl. ‫ ספר‬zählen
2. masc. Pl. PK Qal + 3. masc. Sg. ‫ לקט‬auflesen, sam-
meln
2. masc. Sg. AK Hif. + 3. masc. Pl. ‫ בדל‬trennen
1. com./2. fem. Sg. AK Qal + 3. masc. Pl. ‫ בחן‬untersuchen,
prüfen
‫ ב‬Inf. cons. Qal + 1. com. Sg. ‫ עבר‬überschreiten,
durchziehen
3. masc. Sg. Narr. Pi. + 3. masc. Pl. ‫ אבד‬verloren gehen
1. com. Sg. AK Qal + 2. masc. Sg. ‫ בחר‬wählen, erwäh-
len
3. fem./2. masc. Sg. PK Qal + 3. masc. Pl. ‫ צפן‬verbergen, auf-
bewahren
1. com. Sg. PK Pi. + 3. masc. Sg., +‫ו‬, ‫ גּ ֵָדל‬groß s./w.,
+ ‫נ‬-energ. Pi. erziehen
‫ג‬ 3. masc. Sg. Narr. Qal + 2. masc. Sg. ‫ בחר‬wählen,
+ ‫נ‬-energ. erwählen
3. fem./2. masc. Sg. PK Qal + 3. masc. Sg. ‫ דרשׁ‬suchen, fragen,
+ ‫נ‬-energ. fordern
1. com. Pl. PK Hif. + 3. masc. Sg. ‫ שׁלְך‬werfen, weg-
legen
3. masc. Sg. Narr. Qal + 3. masc. Sg. ‫ רדף‬verfolgen (mit
‫)אַ ְח ֲֵרי‬
Inf. cons. Qal + 1. com. Sg. ‫ זכר‬gedenken
o: Impt. masc. Sg.
Wendungen und Sätze → 2 Sam 12,1; 1 Sam 8,10; 1 Sam 16,19; Ex 34,1
→ 1 Kön 2,18; Gen 27,7; 1 Kön 2,2; Gen 12,1
198 Auflösungen

6. Auflösung zu § 9

1. Verba Primae (I) laryngalis

‫א‬ 1. com. Pl. AK Qal + 3. masc. Sg. ‫ *חשׁב‬denken, für


etw. halten
3. masc. Sg. PK Hif. ‫ אמן‬Bestand haben,
treu sein;
Hif. glauben
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫ *הפְך‬umkehren, ver-
wandeln
Impt. masc. Pl. Qal i.P. ‫ *חדל‬aufhören,
ablassen
1. com. Sg. AK Nif. ‫ חשׁב‬s.o.
‫ ב‬Impt. fem. Sg. Hif. ‫ חרשׁ‬Hif. schweigen,
o: Inf. cons. Hif. + 1. com. Sg. untätig bleiben
3. masc. Sg. PK Qal + 3. masc. Sg. ‫ עבד‬arbeiten, dienen
+ ‫ נ‬energ.
1. com. Sg. PK Qal + 2. masc. Sg. ‫ עזב‬verlassen, los-
lassen
3. fem./2. masc. Sg. PK Nif. ‫ *אסר‬binden, anbin-
den; Nif. pass.
Inf. cons. Qal + 2. masc. Pl. + ‫ב‬ ‫ אמר‬sagen, sprechen
‫ג‬ 3. masc. Sg. AK Hif. ‫ חזק‬stark sein; Hif.
ergreifen, fest-
halten
1. com. Sg. ‫ו‬AK Hif. + 2. masc. Sg. ‫ אבד‬zugrunde ge-
hen, Hif. zu-
grunde richten
Part. masc. Pl. Qal + Art. ‫ עבר‬s.o.
3. fem./2. masc. Sg. PK Hif. ‫ *חרם‬weihen, bannen
3. fem./2. masc. Sg. Narr. Qal ‫ חבשׁ‬satteln
‫ ד‬3. masc. Pl. Narr. Qal ‫ עמד‬stehen, hin-
treten
Impt. masc. Sg. Hif. + ‫ ה‬adhort. ‫ אזן‬aufmerken,
hinhören
3. fem./2. masc. Sg. PK Qal ‫ *אבל‬trauern
3. masc. Pl. PK Nif. ‫ אסף‬sammeln
3. fem. Sg. AK Qal + 3. masc. Sg. ‫ אכל‬essen
5. Auflösung zu § 9 199

2. Verba Mediae (II) laryngalis und ‫ר‬

‫א‬ 1. com. Sg. ‫ו‬AK Pi. + 2. masc. Sg. ‫ ברְך‬segnen, preisen


Impt. masc. Sg. Qal + 1. com. Sg. + ‫ו‬ ‫ *גאל‬erlösen, ein-
lösen, retten
1. com./2. fem. Sg. ‫ו‬AK Pi. + 3. masc. Pl. ‫ *נחם‬Mitleid haben,
Pi. trösten
Inf. cons. Pi. + 1. com. Sg. + ‫ל‬ ‫ *בהל‬schrecken, er-
schrecken
3. fem. Sg. AK Pi. ‫ גרשׁ‬vertreiben
‫ ב‬3. com. Pl. AK Nif. ‫ לחם‬kämpfen
3. com. Pl. ‫ו‬AK Hitp. + 3. masc. Pl. ‫ נחל‬in Besitz neh-
men, erben
3. masc. Pl. Narr. Pi. ‫ *מאן‬sich weigern
Impt. masc. Pl. Qal + ‫ו‬ ‫ זעק‬schreien
Impt. masc. Pl. Pi. ‫ מהר‬eilen
‫ג‬ 3. masc. Pl. Narr. Qal ‫ *נהג‬treiben, führen
1. com. Sg. ‫ו‬AK Pi. ‫ טהר‬rein sein, Pi.
reinigen
3. fem./2. masc. Sg. Narr. Qal ‫ בחר‬wählen,
erwählen
3. masc. Sg. Narr. Pi. ‫ כהן‬als Priester
dienen
3. com. Pl. AK Qal + 3. masc. Sg. ‫ *יעץ‬raten, be-
schließen
‫ ד‬Impt. fem. Pl. Qal ‫ צעק‬schreien
3. masc. Sg. PK Pu. ‫ *רחם‬sich erbarmen,
Pu. Erbarmen
finden
1. com. Pl. PK Nif. + ‫ ה‬coh. + ‫ו‬ ‫ לחם‬s.o.
Impt. masc. Pl. Qal + 1. com. Sg. + ‫ו‬ ‫ בחן‬untersuchen,
o: 3. com. Pl. ‫ו‬AK prüfen
3. fem. Sg. AK Qal ‫ *בער‬brennen, ver-
brennen
200 Auflösungen

3. Verba Tertiae (III) laryngalis


‫א‬ 3. fem./2. masc. Sg. PK Qal ‫ זבח‬schlachten,
opfern
3. fem./2. masc. Sg. PK Nif. ‫ זרע‬säen, gesät
werden
Inf. cons. Hif. + ‫ל‬ ‫ שׁבע‬schwören, Hif.
schwören
lassen
Impt. masc. Sg. Hif. ‫ צלח‬gelingen, Hif.
gelingen lassen
3. masc. Sg. PK Nif. + ‫ו‬ ‫ מנע‬zurückhalten,
Nif. sich
zurückhalten
‫ ב‬Impt. masc. Pl. Qal + ‫ו‬ ‫ *נטע‬pflanzen
1. com. Pl. AK Qal + 3. masc. Pl. ‫ ידע‬kennen, er-
fahren, wissen
3. masc. Sg. AK Hif. + 1. com. Sg. ‫ שׂבע‬satt s./w., Hif.
sättigen
Inf. cons. Qal + ‫ִמן‬ ‫ *כרע‬sich beugen,
straucheln
Part. fem. Qal ‫ ברח‬fliehen
‫ג‬ 3./2. fem. Pl. PK Qal i.P. ‫ פרח‬sprossen, aus-
schlagen
3. masc. Sg. Narr. Pi. ‫ נגע‬schlagen,
berühren
3. fem./2. masc. Sg. PK Hif. ‫ כנע‬sich demütigen,
Hif. unter-
werfen
Inf. cons. Qal + ‫ל‬ ‫ בלע‬verschlingen,
verderben
Part. masc. Sg. Qal ‫ *בטח‬vertrauen
‫ ד‬Inf. cons. Qal + ‫כ‬ ‫ נבהּ‬hoch, erhaben
sein
3. masc. Pl. PK Qal i.P. ‫ *משׁח‬salben
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫ בקע‬spalten
Part. masc. Sg. Hif. ‫ פגע‬auf/an etw.
stoßen,
angreifen
2. fem. Sg. AK Qal ‫ ינע‬sich bemühen,
ermüdet sein
Wendungen und Sätze →1 Sam 5,8; 1 Sam 5,11; Gen 22,17; 1 Sam 15,23; Ps.
145,2; Dtn 4,1
6. Auflösung zu § 10 201

7. Auflösung zu § 10

zu § 10.2 Verba Primae (I) ’álæf = ‫פ"א‬

‫א‬ 3. fem./2. masc. Sg. Narr. Qal ‫אמר‬


1. com. Pl. PK Qal ‫אמר‬
3. fem./2. masc. Sg. PK Qal i.P. ‫אבד‬
Impt. fem. Sg. Qal ‫אמר‬
Inf. cons. Qal +‫ל‬ ‫אכל‬
‫ ב‬3. masc. Sg. PK Nif. ‫אמר‬
3./2. fem. Pl. Narr. Qal ‫אמר‬
1. com. Sg. Narr. Qal ‫אהב‬
3. fem./2. masc. Sg. Narr. Qal ‫אכל‬
3. masc. Sg. AK Nif. ‫אחז‬
‫ ג‬Part. fem. Sg. Qal ‫אחז‬
3. masc. Sg. Narr. Nif. i.P. ‫אסף‬
1. com. Pl. PK Qal + ‫ ה‬coh. ‫אבד‬
Inf. cons. Qal +‫ל‬ ‫אמר‬
1. com. Sg. Narr. Qal ‫אמר‬
‫ ד‬Part. masc. Sg. Qal ‫אהב‬
2. masc. Sg. AK Qal ‫אהב‬
3. masc. Pl. Narr. Qal ‫אמר‬
3. masc. Sg. Narr. Qal i.P. ‫אמר‬
Impt. masc. Sg. Qal ‫אכל‬
‫ ה‬2. masc. Pl. PK Qal + ‫ נ‬parag. ‫אמר‬
3./2. fem. Pl. Narr. Qal ‫אמר‬
3. masc. Sg. PK Qal + ‫ ה‬interr. ‫אבה‬
Inf. abs. Nif. ‫אכל‬
Part. masc. Sg. Pu. (Sonderform) ‫אכל‬
o: masc. pass. Qal i.P.
‫ ו‬Impt. fem. Sg. Nif. ‫אסף‬
Impt. masc. Sg. Qal + ‫ ה‬adh. + ‫ו‬ ‫אכל‬
Part. masc. Pl. Qal + 1. com. Sg. + ‫ל‬ ‫אהב‬
Part. masc. Sg. Qal + ‫ מן‬+ Art. ‫אכל‬
1. com. Sg. AK Hif. + 2. fem. Sg. ‫אכל‬

Wendungen und Sätze → Gen 3,1–3a


202 Auflösungen

zu § 10.3 Verba Primae (I) nun = ‫( פ"נ‬Tab VII)

‫א‬ 3. masc. Sg. Narr. Håf. ‫נגד‬


3. masc. Sg. Narr. Qal ‫לקח‬
Inf. cons. Qal +‫ל‬ ‫נתן‬
3. masc. Sg. Narr. Hif. ‫נגד‬
Inf. cons. Hif. +‫ל‬ ‫נצל‬
‫ ב‬3. masc. Sg. PK Qal ‫ נאף‬ehebrechen
1. com. Sg. PK Qal ‫נתן‬
Inf. cons. Qal +‫ל‬ ‫נגשׁ‬
Part. masc. Sg. Håf. ‫נצב‬
Inf. cons. Qal +‫ל‬ ‫לקח‬
‫ ג‬3. masc. Pl. Narr. Qal ‫נשׂא‬
Impt. masc. Sg. Qal ‫לקח‬
3. fem. /2. masc. Sg. PK Qal ‫ נבל‬welken, zerfal-
len
3. masc. Pl. PK Hif. +‫ו‬ ‫נגד‬
3. com. Pl. AK Nif. ‫נגשׁ‬
‫ ד‬1. com. Sg. Narr. Hif. ‫נגד‬
3. masc. Sg. Narr. Qal + 3. masc. Pl. ‫נתן‬
1. com. Sg. Narr. Qal ‫לקח‬
Inf. cons. Hif. +‫ל‬ ‫נגד‬
3. masc. Pl. Narr. Qal ‫נתן‬
‫ ה‬Impt. masc. Sg. Qal ‫לקח‬
Part. masc. Sg. Hif. +‫ו‬ ‫נפל‬
3. masc. Pl. PK Qal ‫לקח‬
2. masc. Pl. PK Qal + ‫נ‬-parag. ‫נשׂא‬
3. com. Pl. AK Hif. + 3. masc. Sg. ‫נפל‬
‫ ו‬Part. masc. Sg. Qal + ‫ה‬-interr. ‫נטע‬
2. masc. Sg. Juss. Hif. ‫נצל‬
3. fem. Sg. ‫ו‬AK Nif. ‫נגשׁ‬
Impt. fem. Sg. Hif. ‫נגד‬
3. fem./2. masc. Sg. PK Hif. + 3. masc. Sg. ‫נצל‬
+ ‫נ‬-energ.
‫ז‬ Tab. XIII
1. com. Sg. PK Qal ‫נתן‬
Tab. XIII
1. com. Pl. PK Qal ‫אמר‬
3. masc. Sg. PK Nif. ‫אמר‬

Wendungen und Sätze → 1 Kön 21,2–3


6. Auflösung zu § 10 203

zu § 10.4 Verba Primae (I) yod/waw = ‫פ"י‬/‫( ו‬Tab VII)

‫א‬ 3. masc. Pl. Narr. Qal ‫ישׁב‬


3. masc. Sg. Narr. Qal ‫ירד‬
1. com. Sg. PK Hif. ‫יָבֵ שׁ‬
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫יצא‬
Impt. masc. Sg. Hif. ‫יטב‬
o: Inf. abs.
‫ ב‬1. com. Sg. ‫ו‬AK Qal ‫ידע‬
Part. masc. Sg. Hif. ‫ יכח‬Hif. richten
1. com. Pl. PK Qal ‫ָיכֹל‬
1. com. Sg. Narr. Qal ‫ידע‬
3. fem. Sg. AK Qal ‫ילד‬
‫ ג‬Part. masc. Pl. Nif. ‫יעץ‬
Impt. fem. Sg. Hif. ‫ילל‬
3. masc. Sg. AK Hif. ‫ילד‬
3. masc. Sg. PK Håf. ‫יצר‬
1. com. Sg. PK Qal ‫ירד‬
‫ ד‬3. fem. Sg. AK Hif. ‫ינק‬
3. fem. Sg. Narr. Qal ‫ילד‬
1. com. Pl. PK Qal ‫הלְך‬
3. masc. Sg. PK Qal + ‫ו‬ ‫ירשׁ‬
Inf. cons. Qal + ‫ל‬ ‫הלְך‬
‫ ה‬Inf. cons. Qal + ‫ ל‬+ 3. fem. Sg. ‫ידע‬
3. masc. Sg. AK Pu. ‫ילד‬
o: Pass. Qal
3. masc. Sg. AK Hif. ‫ יעל‬Hif. helfen, nüt-
o: Inf. cons. zen
Inf. cons. Nif. + 3. masc. Sg. ‫ילד‬
Impt. masc. Pl. Qal ‫יהב‬
‫ ו‬2. masc. Sg. AK Qal + 3. masc. Sg. ‫ יסד‬gründen
3. masc. Pl. PK Qal + 3. fem. Sg. ‫ירשׁ‬
3. fem. Sg. AK Qal + 3. masc. Sg. ‫ילד‬
3. masc. Sg. PK Nif. + ‫ ה‬interr. ‫ידע‬
Inf. cons. Qal + ‫ ה‬interr. + ‫ל‬ ‫ירשׁ‬
+ 1. com. Pl
‫ז‬ 1. com. Sg. PK Qal ‫יָשֵׁ ן‬
Tab XV
Tab XIII
Impt. masc. Sg. Qal ‫ידע‬
§ 5.2.3.1 warum?
‫ ח‬Impt. masc. Sg. Qal ‫יצק‬
1. com. Sg. PK Qal ‫ָיכֹל‬
1. com. Sg. PK Qal i.P. ‫אכל‬
o: Part. masc. Sg.
204 Auflösungen

3. masc. Sg. Narr. Hif. ‫יסף‬


o: 3. masc. Sg. Narr. Qal ‫( אסף‬nur 2 Sam 6,1)
Part. fem. Sg. Qal ‫ישׁב‬

Wendungen und Sätze → Gen 28,16–17.20–21

zu § 10.5 Verba Mediae (II) Geminate bzw. Vokalis = ‫ – ע‬Verben

1. Verba mediae (II) geminatae (III=II) = ‫( ע"ע‬Tab IX)


‫א‬ 3. masc. Sg. Narr. Qal ‫מדד‬
3. com. Pl. AK Qal ‫קלל‬
3. masc. Sg. Narr. Qal sog. aram. ‫סבב‬
Inf. cons. Pi. + ‫ ו‬+ ‫ל‬ ‫הלל‬
3. masc. Pl. Narr. Qal ‫בזז‬ plündern
‫ ב‬Inf.cons. Qal + ‫כ‬ ‫חמם‬ warm sein
3. com. Pl. AK Qal + 1. com. Sg. ‫סבב‬
1. com. Sg. Narr. Hitp. ‫פלל‬
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫צרר‬
Inf. cons. Qal + ‫ל‬ ‫רבב‬ zahlreich sein
‫ ג‬3. fem. Sg. AK Qal ‫מרר‬
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫רעע‬
Impt. fem. Sg. Qal i. P. ‫רנן‬
3. masc. Sg. Narr. Hif. ‫רעע‬
Inf. cons. Qal ‫תמם‬
‫ ד‬Impt. masc. Pl. Pi. + ‫( יְ ה ָוה‬KF) ‫הלל‬
3. masc. Pl. Narr. Qal ‫סבב‬
1. com. Sg. ‫ו‬AK Hif. ‫צרר‬
3. fem./2. masc. Sg. PK Pol. ‫סבב‬
Impt. masc. Sg. Qal + 1. com. Sg. ‫חנן‬
‫ ה‬2. fem. Sg. PK Hitp. ‫הלל‬
1. com. Sg. AK Qal + 2. fem. Sg. ‫חקק‬ einritzen
1. com. Sg. ‫ו‬AK Pilp. + 2. masc. Sg. ‫גלל‬ rollen, wälzen
3. masc. Sg. PK Nif. ‫מדד‬
2. masc. Sg. ‫ו‬AK Pi. ‫חלל‬
‫ ו‬3. masc. Sg. PK Qal sog. aram. ‫חמם‬ warm sein
3. masc. Sg. PK Qal ‫חמם‬ warm sein
1. com. Sg. PK Hitpal. (mit transp.) ‫שׁעע‬ erfreuen
Inf. cons. Hif. + ‫ ו‬+ ‫כ‬ ‫צרר‬
3. masc. Sg. PK Pi. + 2. masc. Sg. ‫הלל‬
+ ‫ נ‬energ.
6. Auflösung zu § 10 205

2. Verba Mediae (II) vocalis (û, ô, î) = ‫ע"ו‬/‫( י‬Tab X)


‫א‬ 3. masc. Sg. Narr. Qal ‫גּוּר‬
Impt. masc. Pl. Qal ‫בּוֹא‬
Inf. cons. Hif. + ‫ל‬ ‫אוֹר‬
3. masc. Sg. AK Nif. ‫כּוּן‬
o: Part. masc. Sg.
3. fem. Sg. PK Qal ‫ִלין‬
‫ב‬ 3. masc. Sg. AK Pol. ‫כּוּן‬
3. masc. Sg. Narr. Qal i.P. ‫נוּס‬
3. masc. Sg. Narr. Hif. ‫סוּר‬
1. com. Sg. Narr. Qal ‫בּוֹא‬
1. com. Sg. ‫ו‬AK Hif. ‫סוּר‬
‫ג‬ 2. fem. Sg. PK Qal ‫בּוֹשׁ‬
Inf. cons. Qal +‫ל‬ ‫ִדּין‬
1. com. Pl. PK Qal ‫מוּת‬
1. com. Sg. PK Nif. ‫מוּט‬ wanken
Impt. fem. Sg. Qal ‫קוּם‬
‫ד‬ 1. com. Pl. PK Qal + ‫ה‬-coh. ‫גִּ יל‬
3. com. Pl. AK Nif. ‫מוּג‬ schwanken
1. com. Sg. AK Hif. ‫עוּד‬
Impt. masc. Sg. Qal + ‫ה‬-adh. ‫ִריב‬
3. masc. Sg. PK Håf i.P. ‫מוּת‬
‫ה‬ 3. masc. Pl. Narr. Qal ‫פּוּץ‬
3. masc. Pl. PK Qal + ‫נ‬-parag. ‫בּוֹא‬
3. fem. Sg. AK Qal ‫נוּס‬
1. com. Sg. PK Pol. + ‫ ו‬+ 3. masc. Sg. ‫מוּת‬
Part. masc. Pl. pass. Qal ‫מוּל‬ beschneiden
‫ו‬ Impt. fem. Sg. Qal +‫ו‬ ‫גּוּר‬
Inf. cons. Qal +‫ו‬+‫כ‬ ‫נוּח‬
ַ
3. masc. Sg. Juss. Qal (PK-KF) ‫גִּ יל‬
Inf. abs. (cons.) Qal + ‫ה‬-interr. ‫טוֹב‬
Part. masc. Sg. Qal + Art. ‫זוּב‬ fließen, triefen
‫ז‬ Impt. masc. Pl. Qal ‫ִבּין‬
o: ‫ בֵּ ין‬/‫בַּ יִ ן‬ + 1. com. Pl. zwischen
Inf.abs. Hif. ‫יטב‬
3. masc. Sg. ‫ו‬AK Hif. ‫סבב‬
3. masc. Sg. Narr. Hif. + 1. com. Sg. ‫שׁוּב‬
‫ח‬ 2. masc. Pl. ‫ו‬AK Qal ‫ישׁב‬
Impt. masc. Pl. Qal ‫ִלין‬
3. com. Pl. AK Qal ‫ִלין‬
+ ‫ ו‬+ Art. ‫ קוֹל‬Stimme
3. com. Pl. AK Qal + ‫ה‬-interr. ‫קלל‬

Wendungen und Sätze → Jes 60,1a; Gen 28,11a; 2 Sam 12,19; Ex 3,3
206 Auflösungen

zu § 10.6 Verba Tertiae (III yod/he) infirmae = ‫( ל"ה‬Tab XI)

‫ א‬3. masc. Sg. Narr. Qal ‫בנה‬


3. fem./2. masc. Sg. Narr. Qal ‫בכה‬
Inf. cons. Qal + ‫ב‬ ‫היה‬
3. com. Pl. AK Qal ‫כלה‬
3. masc. Sg. Narr. Qal/Hif. ‫עלה‬
‫ב‬ Impt. masc. Sg. Pi. ‫צוה‬
3. fem. Sg. Narr. Qal ‫הרה‬
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫חרה‬
3. fem. Sg. AK Nif. i.P. ‫עשׂה‬
3. masc. Sg. Narr. Nif. ‫ראה‬
‫ג‬ 3. fem./2. masc. Sg. PK Pi. ‫ אוה‬Pi. wünschen
3. masc. Pl. Narr. Hištaf. ‫חוה‬
2. masc. Sg. ‫ו‬AK Qal ‫פנה‬
3. masc. Sg. Narr. Qal/Hif. ‫ראה‬
3. masc. Pl. Narr. Qal ‫ראה‬
‫ד‬ 2. masc. Sg. AK Qal ‫חזה‬
2. masc. Pl. PK Qal + ‫נ‬-parag. ‫עשׂה‬
3. masc. Sg. AK Pi. + 3. masc. Sg. ‫צוה‬
3. fem./2. masc. Sg. Narr. Hif. ‫שׁקה‬
Inf. cons. Hif. + ‫ ב‬+ 3. fem. Sg. ‫קשׁה‬
‫ה‬ Impt. fem. Sg. Qal ‫היה‬
3./2. fem. Pl. PK Qal ‫זנה‬
3. masc. Sg. Narr. Qal i.P. ‫חלה‬
2. masc./fem. Pl. AK Hif. + 1. com. Pl. ‫עלה‬
1. com. Pl. PK Qal + ‫ ו‬+ 3. masc. Sg. ‫ראה‬
‫ו‬ Inf. cons. Pi. + ‫ ל‬+ 1. com. Pl. ‫חיה‬
3. masc. Sg. PK Pi. + 2. masc. Sg. ‫כסה‬
+ ‫נ‬-energ.
3.fem./2. masc. Sg. Juss. Nif. (KF) + ‫ו‬ ‫עשׂה‬
Inf. cons. Hif. + ‫ ו‬+ ‫ב‬ ‫עלה‬
+ 1. com. Sg.
3. fem. Sg. AK Qal + ‫ה‬-interr. ‫היה‬
‫ז‬ 3. masc. Sg. ‫ו‬AK Qal ‫ אתה‬kommen
Tab XIII +‫ו‬
Impt. masc. Pl. Qal ‫גִּ יל‬
3. com. Pl. AK Pi. ‫גלה‬
Impt. masc. Pl. Qal ‫ גלל‬rollen, wälzen
‫ ח‬3. com. Pl. AK Qal ‫גלה‬
1. com. Pl. AK Qal ‫ בזז‬plündern
1. com. Pl. AK Qal ‫ בזה‬verachten
Inf. cons. Qal + ‫ל‬ ‫בנה‬
6. Auflösung zu § 10 207

o: Tab XV ‫ בַּ ת‬Tochter
2. masc. Sg. AK Qal ‫ִבּין‬

Wendungen und Sätze → Ex 3,4.13f.; Prov 13,19a

zu § 10.8 Doppelt schwache Verben (Tab XII)

‫א‬ 1. com. Sg. PK Qal ‫יצא‬


3. masc. Sg. Narr. Qal ‫נטה‬
3. masc. Sg. Narr. Hif. ‫נטה‬
Impt. masc. Sg. Hif. (KF) ‫נטה‬
2. fem. Sg. Juss. Qal ( + Neg.) ‫י ֵָרא‬
‫ ב‬3. fem./2. masc. Sg. Narr. Qal ‫נשׂא‬
3. com. Pl. AK Qal ‫יצא‬
3. masc. Pl. PK Hif. + 2. masc. Sg. II‫ידה‬

3. masc. Sg. PK Hif. ‫ירה‬


Inf. cons. Qal + ‫ ב‬+ 3. masc. Pl. ‫יצא‬
‫ ג‬2. masc. Pl. AK Qal ‫י ֵָרא‬
1. com. Sg. Narr. Qal ‫נשׂא‬
1. com. Sg. PK Hif. + 2. masc. Sg. II‫ידה‬

+ ‫נ‬-energ.
3. masc. Sg. ‫ו‬AK Nif. ‫נשׂא‬
Inf. cons. Hif. +‫ו‬+‫ל‬ II‫ירה‬

‫ ד‬Impt. masc. Pl. Hif. ‫נטה‬


3. com. Pl. AK Hif. ‫נטה‬
3. fem. Sg. AK Hif. + 3. masc. Sg. ‫נטה‬
3. masc. Sg. AK Hif. + 3. masc. Sg. ‫נטה‬
3. masc. Sg. PK Hif. + 3. masc. Sg. ‫נטה‬
+ ‫נ‬-energ.
‫ ה‬Impt. fem. Sg. Nif. ‫נקה‬
Impt. masc. Sg. Pi. + 1. com. Sg. ‫נקה‬
Inf. cons. Pi. + ‫ל‬ I‫ידה‬

3. masc. Sg. PK Hif. + ‫ ו‬+ 3. masc. Pl. II‫ירה‬

Inf. cons. Qal + 1. com. Pl. ‫יצא‬


‫ ו‬3. fem. Sg. PK Hif. + 2. masc. Sg. II‫ידה‬

+ ‫נ‬-energ.
o: ‫וֹדה‬
ָ ‫ תּ‬Danklied
Impt. masc. Sg. Qal ‫נתן‬
2. masc./3. fem. Sg. Juss. Qal (KF) ‫נטה‬
3. masc. Pl. PK Qal ‫ראה‬
‫ז‬ 3. masc. Pl. PK Qal ‫י ֵָרא‬
1. com. Pl. PK Hif. + ‫ ו‬+ 3. masc. Pl. ‫בּוֹא‬
208 Auflösungen

‫ נְ ִביאָ ה‬Prophetin
Pl. + 3. masc. Pl. ‫ מוֹשָׁ ב‬Wohnsitz
‫ ח‬Inf. cons. Hitp. + ‫ ו‬+ ‫כ‬ II‫ידה‬

+ 3. masc. Sg.

Wendungen und Sätze → Ri 3,12-15aα

zu § 10.9 Faustregeln

‫א‬ 3. masc. Sg. Narr. Hif. ‫נגד‬


Impt. masc. Sg. Qal ‫לקח‬
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫מוּת‬
Impt. masc. Sg. Qal + ‫ו‬ ‫יצא‬
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫אמר‬
‫ ב‬1. com. Pl. PK Qal ‫הלְך‬
3. masc. Sg. Narr. Qal/Hif. ‫ענה‬
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫ירד‬
3. masc. Sg. AK Qal ‫בּוֹא‬
o: Part. masc. Sg.
1. com. Sg. PK Qal ‫נתן‬
‫ ג‬3. masc. Sg. Narr. Qal./Hif. ‫ראה‬
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫נשׂא‬
3. com. Pl. AK Qal ‫היה‬
2. masc. Sg. AK Qal ‫עשׂה‬
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫יצא‬
‫ ד‬Inf. cons. Qal + ‫ל‬ ‫בנה‬
Pl. von ‫בַּ ת‬ Tochter
2. masc. Sg. AK Qal ‫קוּם‬
3. masc. Sg. Narr. Hif. ‫נטה‬
1. com. Sg. AK Hif. ‫ישׁב‬
‫ ה‬Inf. cons. Qal ‫ירשׁ‬
2. fem. Sg. PK Hif. ‫יסף‬
3. masc. Pl. PK Qal + 3. masc. Sg. ‫סבב‬
3. masc. Sg. Narr. Pi. + 1. com. Pl. ‫צוה‬
Impt. masc. Pl. Qal ‫שׁוּב‬
‫ ו‬Inf. cons. Qal +‫ל‬ ‫נתן‬
Part. masc. Pl. Qal + Art. ‫ישׁב‬
3. masc. Sg. Narr. Hif. ‫הלְך‬
3. masc. Sg. Narr. Qal ‫ִשׂים‬
Inf. cons. Qal ‫ידע‬
Texte
Vokabulare
Tabellen
‫‪Texte‬‬

‫‪1. Einführungstexte‬‬
‫̄‪In den Einführungstexten werden nur die Akzente ’atnāḥ und sillûq/sôp‬‬
‫‪pāsûq‬‬ ‫֜ ‪gesetzt (§ 3.3.2). Pänultima-Betonungen (§ 3.3.1) werden durch‬‬
‫‪mitgeteilt.‬‬

‫‪GENESIS‬‬ ‫בראשית‬

‫‪Gen 1,1–5‬‬
‫ֱֹלה֑ים אֵ ת הַ שָּׁ ֜ ַמיִ ם וְ אֵ ת הָ ָ ֽא ֶרץ׃‬
‫אשׁית בָּ ָרא א ִ‬
‫‪ְ 1‬בּ ֵר ִ‬

‫ל־פּנֵי ְתה֑ וֹם‬


‫ְ‬ ‫‪2‬וְ הָ ָ֜א ֶרץ הָ יְ ָתה ֹ֜תהוּ ָו ֹ֜בהוּ וְ ֹ֜חשֶׁ ְך עַ‬

‫ל־פּנֵי הַ ָ ֽמּיִ ם׃‬


‫ְ‬ ‫ֱֹלהים ְמ ַר ֜ ֶחפֶ ת עַ‬
‫רוּח א ִ‬
‫וְ ַ‬

‫י־אוֹר׃‬
‫ֱֹלהים יְ ִהי א֑ וֹר וַ ֽ  יְ ִה ֽ‬
‫‪3‬ו ַ֜יּ ֹאמֶ ר א ִ‬

‫ֱֹלהים‬
‫ת־האוֹר ִכּי־ט֑ וֹב ַויּ ְַב ֵדּל א ִ֔‬
‫ָ‬ ‫ֱֹלהים אֶ‬
‫‪ַ 4‬ויּ ְַרא א ִ ֛‬

‫וּבין הַ ֹֽחשֶׁ ְך׃‬


‫בֵּ ין הָ אוֹר ֵ‬

‫ֱֹלהים לָ אוֹר ֔יוֹם וְ לַ ֹ֜חשֶׁ ְך ָק ָרא ָ֜ל ֑יְ לָ ה‬


‫‪5‬וַיִּ ְק ָרא א ִ‬

‫י־ע ֶרב וַ ֽ  יְ ִהי־ ֹ֜ב ֶקר יוֹם אֶ ָ ֽחד׃‬


‫וַ ֽ  יְ ִה ֜ ֶ‬

‫‪Textfortsetzung siehe S. 213.‬‬


‫‪1. Einführungstexte‬‬ ‫‪211‬‬

‫‪Gen 22,1–3‬‬
‫‪ 1‬וַיְ ִהי אַ חַ ר ַה ְדּבָ ִרים הָ ֵ֜אלֶּ ה וְ הָ א ִ‬
‫ֱֹלהים‬

‫נִ סָּ ה אֶ ת־אַ ְב ָר ָה֑ם ו ַ֜יּ ֹאמֶ ר אֵ לָ יו אַ ְב ָרהָ ם ו ַ֜יּ ֹאמֶ ר ִהנֵּ ֽ נִ י׃‬

‫ידָך אֲשֶׁ ר־אָ ֜ ַה ְבתָּ‬


‫ת־בּנְ ָך אֶ ת־יְ ִ ֽח ְ‬
‫ִ‬ ‫‪ 2‬ו ַ֜יּ ֹאמֶ ר ַקח־נָא אֶ‬

‫ֲלהוּ שָׁ ם‬
‫ל־א ֶרץ הַ מֹּ ִריָּ ֑ה וְ הַ ע ֜ ֵ‬
‫ֶ֜‬ ‫ְך־לָך אֶ‬
‫ְ‬ ‫אֶ ת־יִ ְצ ָחק וְ לֶ‬

‫ליָך׃‬
‫ְלעֹ לָ ה עַ ֚ל אַ חַ ד ֶ ֽההָ ִרים אֲשֶׁ ר ֹאמַ ר אֵ ֶ ֽ‬

‫חמֹ רוֹ וַיִּ קַּ ח‬


‫בשׁ אֶ ת־ ֲ‬
‫ח ֹ‬ ‫‪ַ 3‬ויּ ְ‬
‫ַשׁכֵּ ם אַ ְב ָר ֜ ָהם בַּ בֹּ֜ קֶ ר וַ ֽ   ַיּ ֲ‬

‫ת־שׁנֵי נְ עָ ָריו ִאתּוֹ וְ אֵ ת יִ ְצחָ ק ְבּנ֑וֹ וַיְ בַ ַקּע עֲצֵ י עֹ לָ ה‬


‫ְ‬ ‫אֶ‬

‫ֱֹלהים׃‬
‫ר־א ַמר־לוֹ הָ א ִ ֽ‬
‫ָֽ‬ ‫ַו ֜ ָיּקָ ם ַו ֜ ֵיּלֶ ְך אֶ ל־הַ ָמּקוֹם אֲשֶׁ‬

‫‪Gen 28,10–13‬‬

‫קב ִמ ְבּאֵ ר ָשׁ֑בַ ע ַו ֜ ֵיּלֶ ְך ָח ָ ֽרנָה׃‬


‫ע ֹ‬
‫‪ַ 10‬ויֵּצֵ א ַי ֲ‬

‫שּׁ ֶמשׁ וַיִּ קַּ ח מֵ אַ ְבנֵי‬


‫‪ 11‬וַיִּ ְפגַּע בַּ ָמּ ֜קוֹם ַו ֜ ָיּלֶ ן שָׁ ם ִכּי־בָ א הַ ֜ ֶ‬

‫אשׁ ָֹת֑יו וַיִּ ְשׁכַּ ב בַּ מָּ קוֹם הַ ֽהוּא׃‬


‫הַ מָּ קוֹם ַו ֜ ָיּשֶׂ ם ְמ ַ ֽר ֲ‬

‫יע‬
‫‪ 12‬וַ ֽ   ַיּחֲֹלם וְ ִהנֵּה סֻ לָּ ם מֻ צָּ ב ַ֜א ְרצָ ה וְ ר ֹאשׁוֹ מַ ִ֜גּ ַ‬

‫ֱֹלהים עֹ ִלים וְ י ְֹר ִדים ֽבּוֹ׃‬


‫הַ שָּׁ ָמ֑יְ מָ ה וְ ִהנֵּה מַ ְלאֲכֵ י א ִ‬

‫‪ 13‬וְ ִהנֵּה יְ ה ָו֜ה נִ צָּ ב עָ לָ יו וַיּ ֹאמַ ר ֒ אֲנִ י יְ הוָה אֱֹלהֵ י‬

‫שׁכֵ ב‬
‫אַ ְב ָרהָ ם אָ ִ֜ביָך וֵאֹלהֵ י יִ ְצ ָח֑ק ָה ָ֜א ֶרץ אֲשֶׁ ר אַ ָתּה ֹ‬

‫ליהָ ְלָך אֶ ְתּ ֜ ֶננָּה וּ ְלז ְַר ֶ ֽעָך׃‬


‫עָ ֜ ֶ‬

‫‪Textfortsetzungen siehe S. 214 bzw. 215.‬‬


‫‪212‬‬ ‫‪Texte‬‬

‫‪PSALMI‬‬ ‫תהלים‬

‫‪Psalm 22, 2a‬‬


‫‪ 2‬אֵ ִלי אֵ ִלי לָ מָ ה ֲעז ְַב ָתּ֑נִ י…‬
‫‪Psalm 96,1–6‬‬
‫‪ִ֜ 1‬שׁירוּ לַ יהוָה ִשׁיר חָ ָד֑שׁ ִ֜שׁירוּ לַ יהוָה כָּ ל־הָ ָ ֽא ֶרץ׃‬

‫וֹם־ליוֹם יְ שׁוּעָ ֽתוֹ׃‬


‫ְ‬ ‫‪ִ֜ 2‬שׁירוּ לַ יהוָה בָּ רֲ כוּ ְשׁמ֑ וֹ בַּ ְשּׂרוּ ִמיּֽ‬

‫אוֹתיו׃‬
‫ל־העַ ִמּים נִ ְפ ְל ָ ֽ‬
‫ָֽ‬ ‫בוֹדוֹ ְבּכָ‬
‫‪ 3‬סַ ְפּרוּ בַ גּוֹיִ ם ְכּ ֑‬

‫ֱֹלהים׃‬
‫נוֹרא הוּא עַ ל־כָּ ל־א ִ ֽ‬
‫וּמהֻ לָּ ל ְמ ֑ ֹאד ָ‬
‫‪ִ 4‬כּי גָדוֹל יְ הוָה ְ‬

‫שׂה׃‬
‫יל֑ים וַ ֽ יהוָה שָׁ ֜ ַמיִ ם עָ ָ ֽ‬
‫אֹלהֵ י הָ עַ ִמּים א ֱִל ִ‬
‫‪ִ 5‬כּי כָּ ל־ ֱ‬

‫‪ 6‬הוֹד־וְ ָה ָדר ְלפָ נָ ֑יו עֹ ז וְ ִת ְפ ֶ֜א ֶרת ְבּ ִמ ְק ָדּ ֽשׁוֹ׃‬

‫‪Textfortsetzung siehe S. 216.‬‬

‫‪Psalm 117‬‬
‫ל־גּוֹי ֑ם שַׁ ְבּ ֜חוּהוּ כָּ ל־הָ אֻ ִ ֽמּים׃‬
‫ִ‬ ‫‪ֽ ַ 1‬ה ְללוּ אֶ ת־יְ הוָה כָּ‬

‫לינוּ חַ ְסדּוֹ וֶ ֽ אֱמֶ ת־יְ הוָה ְלעוֹלָ ם ַ ֽה ְללוּ־יָ ֽהּ׃‬


‫‪ִ 2‬כּי גָבַ ר עָ ֜ ֵ‬

‫‪Psalm 136,1–9‬‬
‫ִכּי ְלעוֹלָ ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫‪ 1‬הוֹדוּ לַ יהוָה ִכּי־ט֑ וֹב‬

‫ִכּי ְלעוֹלָ ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ֱֹלה֑ים‬


‫אֹלהי הָ א ִ‬
‫ֵ‬ ‫ל‬
‫‪ 2‬הוֹדוּ ֵ ֽ‬

‫ִכּי ְלעֹ לָ ם חַ ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫אד ִֹנ ֑ים‬


‫דנֵי הָ ֲ‬
‫א ֹ‬
‫‪ 3‬הוֹדוּ לַ ֲ‬

‫ִכּי ְלעוֹלָ ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫‪ְ 4‬לעֹ שֵׂ ה נִ ְפלָ אוֹת גְּ דֹ לוֹת ְלבַ ֑דּוֹ‬

‫ִכּי ְלעוֹלָ ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫‪ְ 5‬לעֹ שֵׂ ה הַ שָּׁ ֜ ַמיִ ם ִבּ ְתבוּנָ ֑ה‬

‫ִכּי ְלעוֹלָ ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫‪ְ 6‬לרֹ ַקע הָ ָ֜א ֶרץ עַ ל־הַ ָמּ֑יִ ם‬
‫‪2. Basistexte‬‬ ‫‪213‬‬

‫ִכּי ְלעוֹלָ ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫אוֹרים גְּ ד ִֹל֑ים‬


‫‪ְ 7‬לעֹ שֵׂ ה ִ‬

‫ִכּי ְלעוֹלָ ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫שׁלֶ ת בַּ יּ֑וֹם‬


‫שּׁמֶ שׁ ְלמֶ ְמ ֜ ֶ‬
‫‪ 8‬אֶ ת־הַ ֜ ֶ‬

‫ת־היּ ֵָר ַח וְ כוֹכָ ִבים ְלמֶ ְמ ְשׁלוֹת בַּ ָלּ ֑יְ לָ ה ִכּי ְלעוֹלָ ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬
‫ַ‬ ‫‪ 9‬אֶ‬
‫‪Textfortsetzung siehe S. 217.‬‬

‫‪2. Basistexte‬‬

‫‪GENESIS‬‬ ‫בראשית‬

‫‪Gen 1,1–13‬‬
‫מיִ ם וְ ֵא֥ת ָה ָ ֽא ֶרץ׃ וְ הָ ָ֗א ֶרץ‬
‫‪2‬‬
‫ֱֹלהים ֵא֥ת הַ שָּׁ ַ ֖‬ ‫אשׁית ָבּ ָר֣א א ִ ֑‬ ‫‪a‬‬
‫‪ְ 1‬בּ ֵר ִ ֖‬
‫ל־פּנֵ ֥י‬
‫ְ‬ ‫ֱֹלהים ְמ ַר ֶח֖פֶ ת עַ‬ ‫וּח א ִ֔‬ ‫־פּנֵ ֣י ְתה֑ וֹם וְ ֣ר ַ‬ ‫חשֶׁ ְך עַ ל ְ‬ ‫תה ֹ֨תהוּ ֙ ָו ֹ֔בהוּ וְ ֖ ֹ‬ ‫הָ יְ ָ ֥‬
‫ֱֹלהים אֶ ת־‬ ‫וַיַּ ֧ ְ רא א ִ ֛‬ ‫‪4‬‬
‫י־אוֹר׃‬ ‫הי א֑ וֹר וַ ֽ  יְ ִה ֽ‬ ‫ֱֹלהים יְ ִ ֣‬ ‫הַ ָ ֽמּיִ ם׃ וַיֹּ֥אמֶ ר א ִ ֖‬ ‫‪3‬‬

‫וּבין הַ ֹֽחשֶׁ ְך׃ וַיִּ ְק ָ ֨רא‬


‫‪5‬‬
‫ֵ֥‬ ‫בּין הָ א֖ וֹר‬ ‫ֱֹלהים ֵ ֥‬ ‫הָ א֖ וֹר ִכּי־ט֑ וֹב ַויּ ְַב ֵדּ֣ל א ִ֔‬
‫בקֶ ר י֥וֹם‬ ‫י־ע ֶ֥רב וַ ֽ  יְ ִהי־ ֖ ֹ‬ ‫חשֶׁ ְך ָ ֣ק ָרא ָל ֑יְ לָ ה וַ ֽ  יְ ִה ֶ‬ ‫ֱֹלהים׀ לָ אוֹר ֙ ֔יוֹם וְ לַ ֖ ֹ‬ ‫א ִ֤‬
‫יה֣י מַ ְב ִ ֔דּיל‬ ‫יע ְבּת֣ וְֹך ַה ָמּ֑יִ ם וִ ִ‬ ‫ֱֹלהים יְ ִ ֥הי ָר ִ ֖ק ַ‬ ‫וַיֹּ֣אמֶ ר א ִ֔‬ ‫‪6‬‬
‫אֶ ָ ֽחד׃ פ‬
‫בּין הַ ֨ ַמּיִ ם ֙ אֲשֶׁ ר ֙‬ ‫יע֒ ַויּ ְַב ֵ ֗דּל ֵ ֤‬ ‫ֱֹלהים ֮ אֶ ת־הָ ָר ִק ַ‬ ‫מיִ ם לָ ָ ֽמיִ ם ׃ וַיַּ ֣עַ שׂ א ִ‬
‫‪7 a‬‬
‫בּין ַ ֖‬ ‫ֵ֥‬
‫רא‬ ‫י־כן ׃ וַיִּ ְק ָ ֧‬
‫‪8‬‬ ‫‪a‬‬
‫יע וַ ֽ  יְ ִה ֵ ֽ‬
‫‪a‬‬
‫וּב֣ין הַ ֔ ַמּיִ ם א ֲֶשׁ֖ר ֵמ ַע ֣ל לָ ָר ִ ֑ק ַ‬ ‫יע ֵ‬ ‫ִמ ַתּ ַ֣חת לָ ָר ִ֔ק ַ‬
‫פ‬ ‫בקֶ ר י֥וֹם שֵׁ ִ ֽני׃‬ ‫י־ע ֶ֥רב וַ ֽ  יְ ִהי־ ֖ ֹ‬‫יע שָׁ ָמ֑יִ ם וַ ֽ  יְ ִה ֶ‬ ‫ל ָר ִ ֖ק ַ‬
‫ֱֹלהים ָ ֽ‬ ‫א ִ֛‬
‫ֱֹלהים יִ קָּ ֨ווּ הַ ֜ ַמּיִ ם ִמ ַתּ֤חַ ת ַהשָּׁ ֨ ַמיִ ם ֙ אֶ ל־מָ ק֣ וֹם אֶ ֔ ָחד וְ תֵ ָר ֶ ֖אה‬
‫‪a‬‬
‫‪9‬וַיֹּ֣אמֶ ר א ִ֗‬
‫וּל ִמ ְקוֵ ֥ה הַ ַמּ֖יִ ם‬ ‫ֱֹלהים׀ לַ יַּבָּ שָׁ ה ֙ ֶ֔א ֶרץ ְ‬ ‫י־כן‪b‬׃ ‪10‬וַיִּ ְק ָ ֨רא א ִ ֤‬ ‫הַ יַּבָּ ָשׁ֑ה וַ ֽ  יְ ִה ֵ ֽ‬
‫שׁא ָה ָ֨א ֶרץ ֙‬ ‫ֱֹלהים ַ ֽתּ ְד ֵ ֤‬ ‫י־טוֹב׃ וַיֹּ֣אמֶ ר א ִ֗‬ ‫‪11‬‬
‫ֱֹלהים ִכּ ֽ‬ ‫קָ ָר֣א י ִַמּ֑ים וַיַּ ֥ ְ רא א ִ ֖‬
‫יע ֔ ֶז ַרע ֵע ֣ץ ְפּ ִ ֞רי ֹ֤עשֶׂ ה ְפּ ִרי ֙ ְל ִמינ֔ וֹ א ֲֶשׁ֥ר ז ְַרעוֹ־ב֖ וֹ‬
‫‪c‬‬ ‫‪b‬‬
‫‪֔ ֶ a‬דּשֶׁ א עֵ ֚שֶׂ ב‪ a‬מַ זְ ִ ֣ר ַ‬
‫יע ֨ ֶז ַרע ֙ ְל ִמי ֵנ֔הוּ‬ ‫ַתּוֹצא הָ ָ֜א ֶרץ ֠ ֶדּשֶׁ א ֵע ֣שֶׂ ב מַ זְ ִ ֤ר ַ‬ ‫י־כן׃ ‪12‬ו ֨ ֵ‬ ‫עַ ל־הָ ָא ֶ֑רץ וַ ֽ  יְ ִה ֵ ֽ‬
‫י־טוֹב׃ וַ ֽ  יְ ִהי־‬
‫‪13‬‬
‫ֱֹלהים ִכּ ֽ‬ ‫ה־פּ ִ ֛רי א ֲֶשׁ֥ר ז ְַרעוֹ־ב֖ וֹ ְל ִמינֵ ֑הוּ וַיַּ ֥ ְ רא א ִ ֖‬ ‫ְ‬ ‫וְ ֵע ֧ץ עֹֽ שֶׂ‬
‫ישׁי׃‬ ‫י־בקֶ ר י֥וֹם ְשׁ ִל ִ ֽ‬ ‫ֶע ֶ֥רב וַ ֽ  יְ ִה ֖ ֹ‬

‫‪Cp 1, 1 a Orig Βρησιθ vel Βαρησηθ (—σεθ), Samar bār̀ āš́ it || 6 a huc tr 7a–a cf G et 9.11.15.20.24.30 || 7 a–a cf 6a; ins‬‬
‫‪ 10 || b G ad καὶ‬מקוה המים ‪ִ cf‬מ ְקוֶה = ‪ cf 4.10.12.18.21.31 et 8 (G) || 9 a G συναγωγήν‬וירא אלהים כי־טוב‬
‫וַיִּ קָּ ווּ הַ מַּ יִ ם ִמתַּ חַ ת הַ שָּׁ מַ יִ ם = ‪συνήχθη τὸ ὕδωρ τὸ ὑποκάτω τοῦ οὐρανοῦ εἰς τὰς συναγωγὰς αὐτῶν καὶ ὤφθη ἡ ξηρά‬‬
‫ל־מ ְקוֵיהֶ ם וַתֵּ ָרא הַ יַּבָּ שָׁ ה‬
‫ִ‬ ‫‪ cf 12 || c prb dl cf 12‬וְ עץ ‪ || b l c pc Mss @GSTV‬דשׁא ‪ c‬עשׂב ‪ || 11 a–a GV cj‬אֶ‬
‫‪214‬‬ ‫‪Texte‬‬

‫‪Gen 22,1–19‬‬
‫‪a‬‬
‫ֱֹלהים נִ ָסּ֖ה אֶ ת־אַ ְב ָר ָה֑ם‬ ‫‪1‬וַיְ ִ֗הי אַ חַ ר ֙ הַ ְדּ ָב ִ ֣רים הָ ֵ֔אלֶּ ה וְ ָה֣א ִ֔‬
‫ת־בּנְ ָך ֙ אֶ ת־‬ ‫ִ‬ ‫הם וַיֹּ֥אמֶ ר ִהנֵּ ֽ נִ י׃ ‪2‬ו ַ֡יּ ֹאמֶ ר ַקח־ ָ֠נא אֶ‬ ‫ליו אַ ְב ָר ָ ֖‬ ‫וַיֹּ֣אמֶ ר אֵ ֔ ָ‬
‫ל־א ֶרץ הַ מּ ִֹריָּ ֑ה וְ הַ ע ֲֵל֤הוּ‬
‫‪a‬‬
‫ֶ֖‬ ‫ְך־ל ָ֔ך אֶ‬ ‫ְ‬ ‫ידָך֤ אֲשֶׁ ר־אָ ֨ ַה ְבתָּ ֙ אֶ ת־יִ ְצ ֔ ָחק וְ לֶ‬ ‫יְ ִ ֽח ְ‬
‫כּם אַ ְב ָר ֜ ָהם‬ ‫ַשׁ ֨ ֵ‬ ‫ַויּ ְ‬ ‫‪3‬‬
‫ליָך׃‬ ‫ֲשׁר ֹא ַמ֥ר אֵ ֶ ֽ‬ ‫לה עַ ֚ל אַ ַח֣ד ֶ ֽההָ ִ ֔רים א ֶ ֖‬ ‫שָׁ ם ֙ ְלעֹ ֔ ָ‬
‫ת־שׁנֵ ֤י נְ עָ ָריו ֙ ִא ֔תּוֹ וְ ֵא֖ת יִ ְצ ָח֣ק ְבּנ֑וֹ‬ ‫ְ‬ ‫ֹרוֹ וַיִּ ַ֞קּח אֶ‬‫חמ ֔‬ ‫חבֹ שׁ ֙ אֶ ת־ ֲ‬ ‫בַּ בֹּ֗ קֶ ר וַ ֽ   ַיּ ֲ‬
‫ֱֹלהים׃‬ ‫ר־אמַ ר־ל֥ וֹ הָ א ִ ֽ‬ ‫ָֽ‬ ‫לה וַיָּ ֣ קָ ם ַו ֔ ֵיּלֶ ְך אֶ ל־הַ ָמּק֖ וֹם אֲשֶׁ‬ ‫וַיְ בַ קַּ ע ֙ ע ֲֵצ֣י עֹ ֔ ָ‬
‫שּׂא אַ ְב ָר ָה֧ם אֶ ת־עֵ ינָ ֛יו וַיַּ ֥ ְ רא אֶ ת־הַ ָמּק֖ וֹם מֵ ָרחֹֽ ק׃‬ ‫ישׁי וַיִּ ֨ ָ‬ ‫‪4‬בַּ יּ֣וֹם הַ ְשּׁ ִל ִ֗‬
‫פּה ֙ ִ ֽעם־הַ חֲ ֔מוֹר ַוא ֲִנ ֣י וְ ַה ֔ ַנּעַ ר‬ ‫‪5‬ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר אַ ְב ָר ֜ ָהם אֶ ל־נְ עָ ָ ֗ריו ְשׁבוּ־לָ ֶכ֥ם ֹ‬
‫יכם׃ ‪6‬וַיִּ ַ֨קּח אַ ְב ָר ֜ ָהם אֶ ת־ע ֲֵצ֣י‬ ‫חוֶ ֖ה וְ נָשׁ֥ וּבָ ה אֲלֵ ֶ ֽ‬ ‫ד־כּה וְ ִ ֽנ ְשׁ ַתּ ֲ‬ ‫ֹ֑‬ ‫נ ְֵל ָכ֖ה עַ‬
‫ת־המַּ א ֲֶכ ֑לֶ ת‬ ‫ַֽ‬ ‫לה ַו ֨ ָיּשֶׂ ם ֙ עַ ל־יִ ְצ ָח֣ק ְבּ ֔נוֹ וַיִּ ַ ֣קּח ְבּי ָ֔דוֹ אֶ ת־הָ ֵ ֖אשׁ וְ אֶ‬ ‫הָ עֹ ֗ ָ‬
‫ֵיהם י ְַח ָ ֽדּו׃ ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר יִ ְצ ֜ ָחק אֶ ל־אַ ְב ָר ָה֤ם אָ ִביו ֙ וַיֹּ֣אמֶ ר אָ ִ֔בי‬ ‫‪7‬‬
‫ַויּ ְֵלכ֥ וּ ְשׁנ ֶ ֖‬
‫לה׃‬ ‫וַיֹּ֖אמֶ ר ִהנֶּ ֣ ִ ֽ נּי ְב ִנ ֑י ו ַ֗יּ ֹאמֶ ר ִהנֵּ ֤ה הָ אֵ שׁ ֙ וְ ָה֣עֵ ִ֔צים ְואַ יֵּ ֥ה הַ ֶשּׂ֖ה ְלעֹ ָ ֽ‬
‫ֵיהם‬ ‫ֱֹלהים יִ ְראֶ ה־לּ֥ וֹ הַ ֶשּׂ֛ה ְלעֹ ָל֖ה ְבּ ִנ ֑י ַויּ ְֵלכ֥ וּ ְשׁנ ֶ ֖‬ ‫‪8‬ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר ֙ אַ ְב ָר ֔ ָהם א ִ֞‬
‫ֱֹלהים ֒ ו ִַ֨יּבֶ ן ָשׁ֤ם אַ ְב ָרהָ ם ֙‬ ‫ל־המָּ קוֹם ֮ א ֲֶשׁ֣ר ָ ֽא ַמר־ל֣ וֹ הָ א ִ‬ ‫ַ‬ ‫י ְַח ָ ֽדּו׃ ‪ַ 9‬ו ָיּ ֹ֗באוּ ֶ ֽא‬
‫קד ֙ אֶ ת־יִ ְצ ָח֣ק ְבּ ֔נוֹ וַיָּ ֤שֶׂ ם ֹאתוֹ ֙‬ ‫ע ֹ‬ ‫אֶ ת־הַ ִמּזְ ֵ֔בּ ַח וַ ֽ   ַיּע ֲ֖רֹ ְך אֶ ת־הָ עֵ ִצ֑ים וַ ֽ   ַיּ ֲ‬
‫עַ ל־הַ ִמּזְ ֵ֔בּ ַח ִמ ַמּ֖עַ ל לָ עֵ ִ ֽצים׃ ‪10‬וַיִּ ְשׁ ַל֤ח אַ ְב ָרהָ ם ֙ אֶ ת־י ָ֔דוֹ וַיִּ ַ ֖קּח‬
‫ליו מַ ְל ַאְ֤ך יְ ה ָוה ֙ ִמן־הַ שָּׁ ֔ ַמיִ ם‬ ‫ת־בּנֽ וֹ׃ ‪11‬וַיִּ ְק ָ ֨רא אֵ ֜ ָ‬ ‫ְ‬ ‫חט אֶ‬ ‫ת־המַּ א ֲֶכ ֑לֶ ת ִל ְשׁ ֖ ֹ‬ ‫ַֽ‬ ‫אֶ‬
‫ל־תּ ְשׁ ַל֤ח יָ ֽ ְ דָך ֙‬ ‫ִ‬ ‫וַיֹּ֖אמֶ ר אַ ְב ָר ָה֣ם׀ אַ ְב ָר ָה֑ם וַיֹּ֖אמֶ ר ִהנֵּ ֽ  נִ י׃ ו ַ֗יּ ֹאמֶ ר אַ‬
‫‪12‬‬

‫ֱֹלהים ֙‬ ‫ל־תּעַ שׂ ל֖ וֹ ְמא֑ וּמָּ ה‪ִ b‬כּ֣י׀ עַ ָתּ֣ה י ַ ָ֗ד ְע ִתּי ִ ֽכּי־יְ ֵר֤א א ִ‬ ‫ַ֥‬ ‫אֶ ל‪a‬־הַ ֔ ַנּעַ ר וְ אַ‬
‫שּׂא אַ ְב ָר ֜ ָהם אֶ ת־‬ ‫ידָך֖ ִמ ֶ ֽמּנִּ י׃ ‪13‬וַיִּ ֨ ָ‬ ‫ת־בּנְ ָך֥ אֶ ת־יְ ִח ְ‬ ‫ִ‬ ‫ל ֹא ָח ַשׂ ְ֛כתָּ אֶ‬ ‫ַ֔אתָּ ה וְ ֥‬
‫ֱחז בַּ ְסּ ַבְ֖ך ְבּ ַק ְרנָ ֑יו וַיֵּ ֤לֶ ְך אַ ְב ָרהָ ם ֙‬ ‫‪b‬‬
‫ֵה־איִ ל אַ ֕ ַחר ֶנא ַ ֥‬
‫‪a‬‬
‫ַ֔‬ ‫עֵ י ֗ ָניו ַו ַיּ ְרא ֙ וְ ִהנּ‬
‫שׁם־‬ ‫רא אַ ְב ָר ָה֛ם ֵ ֽ‬ ‫תּ ַחת ְבּנֽ וֹ׃ וַיִּ ְק ָ ֧‬
‫‪14‬‬
‫ת־ה ַ֔איִ ל ַו ַיּע ֲֵל֥הוּ ְלעֹ ָל֖ה ַ ֥‬ ‫ָ‬ ‫וַיִּ ַ ֣קּח אֶ‬
‫הר יְ הוָ ֖ה י ֵָר ֶ ֽאה ׃‬
‫‪c‬‬ ‫‪b‬‬
‫הַ מָּ ק֥ וֹם הַ ה֖ וּא יְ הוָ ֣ה׀ יִ ְר ֶא֑ה אֲשֶׁ ר ֙ יֵאָ ֵמ֣ר הַ יּ֔ וֹם ְבּ ַ ֥‬
‫‪a‬‬

‫ן־השָּׁ ָ ֽמיִ ם׃ ו ַ֕יּ ֹאמֶ ר ִ ֥בּי‬


‫‪16‬‬
‫‪15‬וַיִּ ְק ָר֛א מַ ְל ַאְ֥ך יְ הוָ ֖ה אֶ ל־אַ ְב ָר ָה֑ם שֵׁ ִנ֖ית ִמ ַ‬
‫ל ֹא חָ ַשׂ ְ֖כ ָתּ‬ ‫ת־ה ָדּ ָב֣ר הַ ֔ ֶזּה וְ ֥‬ ‫ַ‬ ‫בּ ְע ִתּי נְ אֻ ם־יְ הוָ ֑ה ִ֗כּי ַי ֚עַ ן א ֲֶשׁ֤ר עָ ִ֨שׂיתָ ֙ אֶ‬ ‫נִ ְשׁ ַ ֖‬
‫עָך ֙‬ ‫ֲב ֶר ְכ ָ֗ך וְ ַה ְר ָ֨בּה אַ ְר ֶבּ֤ה ֶ ֽאת־ז ְַר ֲ‬ ‫ידָך ׃ ִ ֽכּי־בָ ֵרְ֣ך א ָ‬ ‫‪17‬‬ ‫‪a‬‬
‫ת־בּנְ ָך֥ אֶ ת־יְ ִח ֶ ֽ‬ ‫ִ‬ ‫אֶ‬

‫= ’‪ cf T, S ‘mwrj‬הַ מַּ ְראֶ ה = ‪ @ ḥzjth, σ´(V) τῆς ὀπτασίας‬המוראה @ ‪ || 2 a‬אַ ְב ָרהָ ם ‪Cp 22, 1 a prb ins c 2 Mss GV‬‬
‫אמ ִֹרי‬
‫‪—ָ cf GS‬ז ‪ || b pc Mss Edd‬אֶ חָ ד ‪— || 13 a l c mlt Mss @GST‬וּמָ ה ‪ || b sic L, mlt Mss Edd‬עַ ל ‪ || 12 a @GV‬הָ ֱ‬
‫יחידָך ִממֶּ נִּ י ‪ cf SV sed cf a 16 a prb l c @GSV‬יִ ְראֶ ה ‪ sed cf c || b G53.75 (STTV) ad τούτῳ || c prp‬י ֵָראֶ ה ‪|| 14 a prp‬‬
‫ְ‬
‫|| ‪cf 12‬‬
‫‪2. Basistexte‬‬ ‫‪215‬‬

‫שׁעַ ר‬ ‫ֲָך ֵ ֖את ַ ֥‬


‫ל־שׂ ַפ֣ת הַ יָּ ֑ם וְ יִ ַר֣שׁ ז ְַרע ֔‬ ‫ְ‬ ‫כוֹכ ֵב֣י הַ שָּׁ ֔ ַמיִ ם וְ כַ ֕חוֹל א ֲֶשׁ֖ר עַ‬ ‫ְכּ ְ‬
‫ֹלי׃‬
‫כּל גּוֹיֵ ֣י הָ ָא ֶ֑רץ ֕ ֵעקֶ ב א ֲֶשׁ֥ר שָׁ ַמ ְ֖עתָּ ְבּק ִ ֽ‬ ‫ֹאיְ ָ ֽביו׃ וְ ִה ְתבָּ רֲ כ֣ וּ ְבז ְַרע ֔‬
‫ֲָך ֖ ֹ‬ ‫‪18‬‬

‫ל־בּ ֵא֣ר ָשׁ֑בַ ע וַיֵּ ֥שֶׁ ב‬


‫ְ‬ ‫דּו אֶ‬ ‫ָקמוּ ַויּ ְֵלכ֥ וּ י ְַח ָ ֖‬
‫‪19‬וַיָּ ֤שָׁ ב אַ ְב ָרהָ ם ֙ אֶ ל־נְ עָ ָ ֔ריו ַויּ ֻ ֛‬
‫שׁבַ ע׃ פ‬ ‫הם ִבּ ְב ֵ ֥אר ָ ֽ‬‫אַ ְב ָר ָ ֖‬

‫‪Gen 28,10–22‬‬
‫ֲקב ִמ ְבּ ֵא֣ר ָשׁ֑בַ ע וַיֵּ ֖לֶ ְך חָ ָ ֽרנָה׃‬ ‫ַויּ ֵֵצ֥א ַיע ֖ ֹ‬ ‫‪10‬‬

‫שּׁמֶ שׁ וַיִּ קַּ ח ֙ ֵמאַ ְבנֵ ֣י הַ ָמּ ֔קוֹם וַיָּ ֖שֶׂ ם‬ ‫י־ב֣א הַ ֔ ֶ‬ ‫‪11‬וַיִּ ְפ ֨ ַגּע בַּ ָמּ ֜קוֹם וַיָּ ֤לֶ ן שָׁ ם ֙ ִכּ ָ‬
‫ֲֹלם וְ ִהנֵּ ֤ה סֻ לָּ ם ֙ מֻ ָצּ֣ב ַ֔א ְרצָ ה‬ ‫ְמ ַ ֽראֲשֹׁ ָת֑יו וַיִּ ְשׁ ַכּ֖ב בַּ מָּ ק֥ וֹם הַ ֽהוּא׃ ‪12‬וַ ֽ   ַיּח ֗‬
‫לים וְ י ְֹר ִ ֖דים ֽבּוֹ׃‬ ‫ֱֹלהים עֹ ִ ֥‬ ‫֣יע הַ שָּׁ ָמ֑יְ מָ ה ְו ִה ֵנּה ֙ ַמ ְלא ֲֵכ ֣י א ִ֔‬ ‫וְ ר ֹאשׁ֖ וֹ מַ ִגּ ַ‬
‫ֵאֹלהי‬
‫ֵ֖‬ ‫‪13‬וְ ִה ֵנּ֨ה יְ ה ָו֜ה נִ ָצּ֣ב עָ לָ יו ֮ וַיּ ֹאמַ ר ֒ א ֲִנ ֣י יְ ה ָ֗וה אֱֹלהֵ י ֙ אַ ְב ָר ָה֣ם אָ ִ֔ביָך ו‬
‫וּלז ְַר ֶ ֽעָך׃ ‪14‬וְ הָ יָ ֤ה‬ ‫יה ְלָך֥ אֶ ְתּנֶ ֖ נָּה ְ‬ ‫ל ָ‬ ‫שׁ ֵכ ֣ב עָ ֔ ֶ‬ ‫יִ ְצ ָח֑ק הָ ָ֗א ֶרץ א ֲֶשׁ֤ר אַ תָּ ה ֙ ֹ‬
‫פנָה וָנֶ ֑ גְ בָּ ה וְ נִ ְב ֲרכ֥ וּ ְבָך֛‬ ‫תּ יָ ָ֥מּה ו ֵ ָ֖ק ְדמָ ה וְ צָ ֣ ֹ‬ ‫עָך ֙ כַּ ע ֲַפ֣ר הָ ָ֔א ֶרץ וּפָ ַר ְצ ָ ֛‬ ‫ז ְַר ֲ‬
‫כל‬ ‫וּשׁמַ ְר ִ֨תּיָך ֙ ְבּ ֣ ֹ‬ ‫וּבז ְַר ֶ ֽעָך ׃ וְ ִה ֨ ֵנּה אָ ֹנ ִ֜כי ִע ֗ ָמְּך ְ‬ ‫‪15‬‬ ‫‪a‬‬
‫חת הָ א ֲָד ָמ֖ה ְ‬ ‫ל־מ ְשׁ ְפּ ֥ ֹ‬ ‫ִ‬ ‫כָּ‬
‫עז ְָב ָ֔ך עַ ֚ד א ֲֶשׁ֣ר‬ ‫ל ֹא ֶ ֽא ֱ‬ ‫ֹתיָך אֶ ל־הָ א ֲָד ָמ֖ה הַ זּ ֹ֑את ִכּ ֚י ֣‬ ‫שׁב ִ ֔‬
‫הִ֣‬ ‫לְך ַו ֲ‬ ‫אֲשֶׁ ר־תֵּ ֔ ֵ‬
‫אמר אָ כֵ ן ֙‬ ‫קב ֮ ִמ ְשּׁנָתוֹ ֒ ו ַ֕יּ ֹ ֶ‬ ‫ע ֹ‬ ‫יקץ ַי ֲ‬ ‫לְך׃ וַיִּ ַ ֣‬ ‫‪16‬‬
‫בּ ְר ִתּי ָ ֽ‬ ‫ר־דּ ַ ֖‬
‫יתי ֵ ֥את אֲשֶׁ ִ‬ ‫ִאם־עָ ִ֔שׂ ִ‬
‫ה־נּוֹרא‬ ‫ָ֖‬ ‫ֹאמר מַ‬ ‫ירא ֙ וַיּ ֔ ַ‬ ‫ל ֹא י ָ ָֽד ְע ִתּי׃ וַיִּ ָ‬
‫‪17‬‬
‫יֵ ֣שׁ יְ ה ָו֔ה בַּ ָמּק֖ וֹם הַ זֶּ ֑ה וְ אָ ֹנ ִ ֖כי ֥‬
‫כּם‬ ‫ַשׁ ֨ ֵ‬
‫ֱֹלהים וְ ֶז ֖ה ַשׁ֥עַ ר הַ שָּׁ ָ ֽמיִ ם׃ ַויּ ְ‬
‫‪18‬‬
‫ם־בּ֣ית א ִ֔‬ ‫הַ מָּ ק֣ וֹם הַ זֶּ ֑ה ֵא֣ין ֶז֗ה ִכּ ֚י ִא ֵ‬
‫ֹתהּ מַ צֵּ ָב֑ה‬ ‫ֹתיו וַיָּ ֥שֶׂ ם א ָ ֖‬ ‫אשׁ ֔ ָ‬ ‫ר־שׂ֣ם ְמ ַ ֽר ֲ‬ ‫ָ‬ ‫ת־ה ֶ֨אבֶ ן ֙ אֲשֶׁ‬ ‫ָ‬ ‫ע ֹ֜קב ַבּ ֹ֗בּ ֶקר וַיִּ ַ ֤קּח אֶ‬ ‫ַי ֲ‬
‫ית־א֑ל‬ ‫ֵ‬ ‫ם־המָּ ק֥ וֹם הַ ה֖ וּא ֵ ֽבּ‬ ‫ַ‬ ‫ת־שׁ‬
‫ֵֽ‬ ‫ֹאשׁהּ׃ וַיִּ ְק ָר֛א אֶ‬ ‫‪19‬‬
‫שׁ ֶמן עַ ל־ר ָ ֽ‬ ‫צק ֶ ֖‬ ‫וַיִּ ֥ ֹ‬
‫אמר ִאם־יִ ְה ֨ ֶיה‬ ‫קב נֶ ֣ ֶ דר לֵ ֑ ֹ‬ ‫ע ֹ֖‬
‫אוּל֛ם ל֥ וּז שֵׁ ם־הָ ִ ֖עיר לָ ִראשֹׁנָ ֽה׃ וַיִּ ַ ֥דּר ַי ֲ‬
‫‪20‬‬
‫ָ‬ ‫וְ‬
‫ן־לי ֶל֛חֶ ם‬ ‫הוֹלְך וְ נָ ֽתַ ִ ֥‬ ‫ֵ֔‬ ‫דּ ֶרְך הַ ֶזּה ֙ א ֲֶשׁ֣ר אָ ֹנ ִכ֣י‬ ‫וּשׁמָ ַ ֨רנִ י ֙ בַּ ֶ ֤‬ ‫ֱֹלהים ִע ָמּ ִ ֗די ְ‬ ‫א ִ֜‬
‫לי‬ ‫ל־בּ֣ית אָ ִב֑י וְ הָ יָ ֧ה יְ הוָ ֛ה ִ ֖‬ ‫ֵ‬ ‫וּבגֶד ִל ְל ֹֽבּשׁ׃ וְ שַׁ ְב ִ ֥תּי ְבשָׁ ל֖ וֹם אֶ‬ ‫‪21‬‬
‫כל ֶ ֥‬ ‫א ֹ֖‬ ‫לֶ ֱ‬
‫כל ֙‬ ‫ֱֹלה֑ים וְ ֹ‬ ‫ר־שׂ ְמ ִתּי ֙ מַ צֵּ ָ֔בה יִ ְהיֶ ֖ה ֵבּ֣ית א ִ‬ ‫ַ֨‬ ‫אֹלהים׃ וְ הָ ֶא֣בֶ ן הַ ֗זּ ֹאת אֲשֶׁ‬ ‫‪22‬‬
‫ִֽ‬ ‫לֵ‬
‫לְך׃‬ ‫רנּוּ ָ ֽ‬ ‫ן־לי עַ ֵשּׂ֖ר אֲעַ ְשּׂ ֶ ֥‬ ‫א ֲֶשׁ֣ר ִתּתֶּ ִ֔‬

‫|| ‪Cp 28,14 a frt add cf 12,3 18,18‬‬


‫‪216‬‬ ‫‪Texte‬‬

‫‪PSALMI‬‬ ‫תהלים‬

‫‪Psalm 96‬‬
‫ל־ה ָ ֽא ֶרץ׃‬ ‫ָ‬ ‫ליה ָו֗ה כָּ‬ ‫שׁירוּ ֝ ַ‬ ‫‪b‬‬
‫‪ִ ba 1‬שׁ֣ירוּ לַ ֭יהוָה ִשׁ֣יר חָ ָד֑שׁ ִ ֥‬
‫וֹם־לי֗וֹם‪ c‬יְ שׁוּעָ ֽתוֹ׃‬ ‫ְ֝‬ ‫‪ִ a 2‬שׁ֣ירוּ לַ ֭יה ָוה בָּ רֲ כ֣ וּ‪ְ b‬שׁמ֑ וֹ‪ a‬בַּ ְשּׂ ֥רוּ ִמיּֽ‬
‫אוֹתיו׃‬
‫ל־העַ ִ֗מּים נִ ְפ ְל ָ ֽ‬ ‫ָ֝ ֽ‬ ‫בוֹדוֹ‪ְ a‬בּכָ‬ ‫גּוֹי ֣ם‪ְ b‬כּ ֑‬ ‫‪a 3‬סַ ְפּ ֣רוּ בַ ִ‬
‫ֱֹלהים׃‬ ‫נוֹרא‪֗֝ a‬הוּא עַ ל־כָּ ל־א ִ ֽ‬ ‫וּמהֻ ָלּ ֣ל ְמ ֑ ֹאד ָ ֥‬ ‫‪֥ ִ 4‬כּי ָג ֤֘דוֹל יְ הוָ ֣ה ְ‬
‫שׂה׃‬ ‫מיִ ם עָ ָ ֽ‬ ‫יל֑ים וַ ֽ ֝יה ָו֗ה שָׁ ַ ֥‬ ‫ֱֹלה֣י הָ עַ ִמּ֣ים א ֱִל ִ‬ ‫כּי׀ כָּ ל־א ֵ‬ ‫‪ִ֤ 5‬‬
‫דר ְלפָ נָ ֑יו ֹ֥עז ‪a‬וְ ִ֝ת ְפ ֶ֗א ֶרת ְבּ ִמ ְק ָדּ ֽשׁוֹ‪a‬׃‬ ‫‪ 6‬הוֹד־וְ ָה ָ ֥‬
‫ליה ָו֗ה כָּ ב֥ וֹד וָעֹֽ ז׃‬ ‫מּים הָ ב֥ וּ ֝ ַ‬ ‫‪ 7‬הָ ב֣ וּ לַ ֭יהוָה ִמ ְשׁ ְפּח֣ וֹת עַ ִ ֑‬
‫רוֹתיו‪a‬׃‬ ‫באוּ ְלחַ ְצ ָ ֽ‬ ‫וּ־מנְ ֗ ָחה וּ ֥ ֹ‬ ‫‪ 8‬הָ ב֣ וּ לַ ֭יהוָה ְכּב֣ וֹד ְשׁמ֑ וֹ ְשׂ ֽא ִ֝‬
‫־ק ֶדשׁ‪֥ ִ b‬חילוּ‪ִ֝ c‬מפָּ ָנ֗יו‪ d‬כָּ ל־הָ ָ ֽא ֶרץ׃‬ ‫חו֣וּ לַ ֭יהוָה ְבּ ַה ְד ַרת‪ֹ ֑ a‬‬ ‫‪ִ 9‬ה ְשׁ ַתּ ֲ‬
‫‪c‬‬
‫ל־תּמּ֑ וֹט‬ ‫ִ‬ ‫ף־תּכּ֣ וֹן‪ d‬תֵּ ֭בֵ ל בַּ‬ ‫ִ‬ ‫לְך‪c a‬אַ‬ ‫גּוֹים׀ יְ ה֘ וָ ֤ה מָ ֗ ָ‬
‫‪ִ a 10‬א ְמ ֤רוּ‪ b‬בַ ִ֨‬
‫‪e‬י ִ ָ֥דין ֝ ַע ִ֗מּים ְבּמֵ ישָׁ ִ ֽרים‪e‬׃‬
‫וּמל ֹֽאוֹ׃‬ ‫‪ 11‬יִ ְשׂ ְמח֣ וּ הַ ֭שָּׁ מַ יִ ם וְ תָ גֵ ֣ל הָ ָא ֶ֑רץ ִ ֽי ְר ַע֥ם ֝ ַה ֗ ָיּם ְ‬
‫ֲֹלז‪ a‬שָׂ ַ֭די‪ b‬וְ כָ ל־אֲשֶׁ ר־בּ֑ וֹ ָא֥ז יְ ַ֝רנְּ ֗נוּ כָּ ל‪c‬־עֲצֵ י־יָ ֽעַ ר‪d‬׃‬ ‫‪ַ 12‬יע ֣‬
‫פּט‪ָ ֫ c‬ה ָ ֥א ֶרץ‬ ‫‪ִ 13‬ל ְפנֵ ֤י‪ a‬יְ ה ָו֨ה׀ ִ֬כּי ָ֗בא ‪֥ ִ b‬כּי בָ א ֮‪ִ b‬ל ְשׁ ֪ ֹ‬
‫בל ְבּ ֶצ ֶ֑דק וְ ֝עַ ִ֗מּים בֶּ אֱמוּנ ָֽתוֹ‪d‬׃‬ ‫‪d‬יִ ְשׁ ֹֽפּט־תֵּ ֵ ֥‬

‫‪Ps 96, 1 a G pr ὅτε ὁ οἶκος ᾠκοδομεῖτο μετὰ τὴν αἰχμαλωσίαν· ᾠδὴ τῷ Δαυιδ || b–b > 1 Ch 16,23 || 2 a–a > 1 Ch 16,23‬‬
‫‪ || 4 a nonn Mss ST‬אֶ ת־ ‪ || 3 a–a > G || b mlt Mss et 1 Ch 16,24 ad‬אֶ ל־יום ‪|| b SV pr cop || c mlt Mss et 1 Ch 16,23‬‬
‫;לפָ נָיו ‪ || 8 a pc Mss et 1 Ch 16,29‬וְ חֶ ְדוָה ִב ְמקֹמוֹ ‪ || 6 a–a pc Mss et 1 Ch 16,27‬וְ נ׳ ‪et 1 Ch 16,25‬‬ ‫‪ְ pc Mss T pr‬‬
‫ילי = ‪ cf GS et 29,2 || c G(S) σαλευθήτω‬קָ ְדשׁוֹ ‪ְ || b l‬בּחַ ְצ ַרת = ‪ְ || 9 a G(S) ἐν αὐλῇ‬לפָ נָיו‬ ‫‪ִ || d mlt Mss et 1 Ch‬ח ִ‬
‫)‪ || c–c prb dl (ex 93,1) || d G(σ´ST Hier‬וְ יאֹ׳ ‪ִ || 10 a–a > pc Mss; 1 Ch 16,31 tr post 11a || b 1 Ch 16,31‬מ ְלּפָ נָיו ‪16,30‬‬
‫‪ || c > pc‬הַ שָּׂ ֶדה ‪ַ || b pc Mss et 1 Ch 16,32‬יעֲֹלץ ‪ִ cf 93,1c || e–e > 1 Ch 16,31 || 12 a 1 Ch 16,32‬תּכֵּ ן = ‪κατώρθωσεν‬‬
‫‪ִ || b–b > mlt Mss S et 1‬מלּ׳ ‪ || 13 a 1 Ch 16,33‬הַ יְּ עָ ִרים ‪, Ms V‬הַ יּ׳ ‪Mss et 1 Ch 16,33 || d nonn Mss et 1 Ch 16,33‬‬
‫‪ || d–d > 1 Ch 16,33‬אֶ ת־ ‪Ch 16,33, cf 98,9 || c nonn Mss et 1 Ch 16,33 ad‬‬

‫‪Psalm 117‬‬
‫ל־גּוֹי ֑ם ֝שַׁ ְבּ ֗חוּהוּ כָּ ל־הָ אֻ ִ ֽמּים ׃‬
‫‪b‬‬
‫ִ‬ ‫‪ֽ ַ a‬ה ְלל֣ וּ אֶ ת־יְ ֭הוָה כָּ‬ ‫‪1‬‬

‫עוֹלם ‪ֽ ַ a‬ה ְללוּ־יָ ֽהּ‪a‬׃‬


‫לינוּ׀ חַ ְס ֗דּוֹ וֶ ֽ אֱמֶ ת־יְ הוָ ֥ה ְל ֗ ָ‬‫ִ ֥כּי ָג ַ֘ב֤ר עָ ֨ ֵ‬ ‫‪2‬‬

‫‪ְ || 2 a–a ut 116,19a–a‬לאֻ ִמּים ‪; prp‬הָ עַ ִמּים ‪Ps 117, 1 a mlt Mss cj c 116 || b Ms‬‬
‫‪2. Basistexte‬‬ ‫‪217‬‬

‫‪Psalm 136‬‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫הוֹדוּ לַ יהוָ ֣ה ִכּי־ט֑ וֹב‬ ‫‪֣ 1‬‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫ֱֹלהים‬‫אֹלה֣י הָ א ִ ֑‬ ‫ֵ‬ ‫ל‬ ‫‪ 2‬ה֭וֹדוּ ֵ ֽ‬
‫ְלעֹ ָל ֣ם חַ ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫אד ִֹנ ֑ים‬ ‫אדֹנֵ ֣י הָ ֲ‬‫‪ 3‬ה֭וֹדוּ לַ ֲ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪b‬‬
‫‪ְ 4‬לעֹ֘ ֵשׂ֤ה נִ ְפלָ א֣ וֹת גְּ דֹ ל֣ וֹת‪ְ a‬לבַ ֑דּוֹ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ְ 5‬לעֹ ֵשׂ֣ה הַ ֭שָּׁ ַמיִ ם ִבּ ְתבוּנָ ֑ה‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ְ 6‬לרֹ ַ ֣קע הָ ֭אָ ֶרץ עַ ל־הַ ָמּ֑יִ ם‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬
‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫אוֹרים גְּ ד ִֹל֑ים‬ ‫‪ְ 7‬ל ֭עֹ שֵׂ ה ִ ֣‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ 8‬אֶ ת־הַ ֭שֶּׁ מֶ שׁ ְלמֶ ְמ ֶשׁ֣לֶ ת בַּ יּ֑וֹם‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫ת־היּ ֵָר ַ֣ח וְ ֭כוֹכָ ִבים‪ְ a‬למֶ ְמ ְשׁל֣ וֹת‪ b‬בַּ ָלּ ֑יְ לָ ה‬ ‫ַ‬ ‫‪ 9‬אֶ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫יה֑ם‬‫כוֹר ֶ‬ ‫‪ְ 10‬למַ ֵכּ ֣ה ִמ ְ֭צ ַריִ ם ִבּ ְב ֵ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫תּוֹכ ֑ם‬
‫ַיּוֹצ֣א יִ ֭ ְשׂ ָראֵ ל ִמ ָ‬ ‫‪ 11‬ו ֵ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫וֹע נְ טוּיָ ֑ה‬ ‫וּבזְ ֣ר ַ‬‫חזָקָ ה ִ‬ ‫‪ְ 12‬בּיָ ֣ד ֲ ֭‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ְ 13‬ל ֹג ֵז֣ר יַם־ס֭וּף ִלגְ ז ִ ָ֑רים‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬
‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ 14‬וְ הֶ ע ֱִב֣יר יִ ְשׂ ָר ֵא֣ל ְבּתוֹכ֑ וֹ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪b‬‬
‫‪ 15‬וְ ִנ ֵ֘ע ֤ר פַּ ְר ֹ֣עה וְ חֵ יל֣ וֹ‪ְ b a‬ביַם־ס֑ וּף‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫מוֹל֣יְך עַ ֭מּוֹ בַּ ִמּ ְד ָבּ֑ר‬ ‫‪ְ 16‬ל ִ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬
‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ְ 17‬ל ֭מַ כֵּ ה ְמלָ ִכ֣ים גְּ ד ִֹל֑ים‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬
‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫ירים‬ ‫הרֹג ְמלָ ִכ֣ים אַ ִדּ ִ ֑‬ ‫‪ 18‬וַ ֽ֭ ַיּ ֲ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ְ 19‬ל ִ֭סיחוֹן ֶמ֣לֶ ְך הָ אֱמֹ ִ ֑רי‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ 20‬וּ ְ֭לעוֹג ֶמ֣לֶ ְך הַ בָּ ָשׁ֑ן‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪a‬‬
‫ֲל ֑ה‬ ‫‪ 21‬וְ נ ַָת֣ן אַ ְר ָצ֣ם ְל ַנח ָ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ַ 22‬נ֭חֲלָ ה ְליִ ְשׂ ָר ֵא֣ל עַ ְב ֑דּוֹ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ 23‬שֶׁ ְ֭בּ ִשׁ ְפלֵ נוּ‪ָ a‬ז֣כַ ר ָל ֑נוּ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ 24‬וַיִּ ְפ ְר ֵ ֥קנוּ ִמצָּ ֵר֑ינוּ‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ 25‬נ ֵֹת֣ן לֶ ֭חֶ ם ְלכָ ל־בָּ ָשׂ֑ר‬
‫עוֹל ֣ם ַח ְס ֽדּוֹ׃‬ ‫ְל ָ‬ ‫ִ ֖כּי‬ ‫‪ 26‬ה֭וֹדוּ ְל ֵא֣ל הַ שָּׁ ָמ֑יִ ם‬

‫‪— || 15 a frt dl m cs cf b–b || b–b frt dl m cs cf‬שֶׁ לֶ ת ‪Ps 136, 4 a > G2017 SaLp || b > Ms || 9 a prb dl || b nonn Mss Vrs‬‬
‫שׁ ‪ ut 135,12 || 23 a T om‬נ׳ ‪a || 21 a nonn Mss‬‬
‫‪218‬‬ ‫‪Texte‬‬

‫‪3. Unpunktierte Texte‬‬

‫‪GENESIS‬‬ ‫בראשית‬

‫‪Gen 1,1–13‬‬
‫‪1‬בראשית ברא אלהים את השמים ואת הארץ והארץ היתה תהו‬
‫‪2‬‬

‫ובהו וחשך על פני תהום ורוח אלהים מרחפת על פני המים‬


‫‪ 3‬ויאמר אלהים יהי אור ויהי אור ‪ 4‬וירא אלהים את האור כי טוב‬
‫ויבדל אלהים בין האור ובין החשך ‪ 5‬ויקרא אלהים לאור יום‬
‫ולחשך קרא לילה ויהי ערב ויהי בקר יום אחד ‪6‬ויאמר אלהים יהי‬
‫רקיע בתוך המים ויהי מבדיל בין מים למים ‪7‬ויעש אלהים את‬
‫הרקיע ויבדל בין המים אשר מתחת לרקיע ובין המים אשר מעל‬
‫לרקיע ויהי כן ‪ 8‬ויקרא אלהים לרקיע שמים ויהי ערב ויהי בקר‬
‫יום שני ‪ 9‬ויאמר אלהים יקוו המים מתחת השמים אל מקום אחד‬
‫ותראה היבשה ויהי כן ‪ 10‬ויקרא אלהים ליבשה ארץ ולמקוה המים‬
‫קרא ימים וירא אלהים כי טוב ‪ 11‬ויאמר אלהים תדשא הארץ דשא‬
‫עשב מזריע זרע עץ פרי עשה פרי למינו אשר זרעו בו על הארץ‬
‫ויהי כן ‪ 12‬ותוצא הארץ דשא עשב מזריע זרע למינהו ועץ עשה‬
‫פרי אשר זרעו בו למינהו וירא אלהים כי טוב ‪ 13‬ויהי ערב ויהי‬
‫בקר יום שלישי‬

‫‪Gen 22,1–19‬‬
‫‪ 1‬ויהי אחר הדברים האלה והאלהים נסה את אברהם ויאמר אליו‬
‫אברהם ויאמר הנני ‪ 2‬ויאמר קח נא את בנך את יחידך אשר אהבת‬
‫את יצחק ולך לך אל ארץ המריה והעלהו שם לעלה על אחד‬
‫ההרים אשר אמר אליך ‪ 3‬וישכם אברהם בבקר ויחבש את חמרו‬
‫ויקח את שני נעריו אתו ואת יצחק בנו ויבקע עצי עלה ויקם וילך‬
‫אל המקום אשר אמר לו האלהים ‪ 4‬ביום השלישי וישא אברהם את‬
‫עיניו וירא את המקום מרחק ‪ 5‬ויאמר אברהם אל נעריו שבו לכם‬
‫פה עם החמור ואני והנער נלכה עד כה ונשתחוה ונשובה אליכם‬
‫‪ 6‬ויקח אברהם את עצי העלה וישם על יצחק בנו ויקח בידו את‬
‫האש ואת המאכלת וילכו שניהם יחדו ‪ 7‬ויאמר יצחק אל אברהם‬
‫‪3. Unpunktierte Texte‬‬ ‫‪219‬‬

‫אביו ויאמר אבי ויאמר הנני בני ויאמר הנה האש והעצים ואיה‬
‫השה לעלה ‪ 8‬ויאמר אברהם אלהים יראה לו השה לעלה בני‬
‫וילכ֥ ו שניהם יחדו ‪ 9‬ויבאו אל המקום אשר אמר לו האלהים ויבן‬
‫שם אברהם את המזבח ויערך את העצים ויעקד את יצחק בנו‬
‫וישם אתו על המזבח ממעל לעצים ‪ 10‬וישלח אברהם את ידו ויקח‬
‫את המאכלת לשחט את בנו ‪ 11‬ויקרא אליו מלאך יהוה מן השמים‬
‫ויאמר אברהם אברהם ויאמר הנני ‪ 12‬ויאמר אל תשלח ידך אל‬
‫הנער ואל תעש לו מאומה כי׀ עתה ידעתי כי ירא אלהים אתה ולא‬
‫חשכת את בנך את יחידך ממני ‪ 13‬וישא אברהם את עיניו וירא והנה‬
‫איל אחר נאחז בסבך בקרניו וילך אברהם ויקח את האיל ויעלהו‬
‫לעלה תחת בנו ‪ 14‬ויקרא אברהם שם המקום ההוא יהוה׀ יראה‬
‫אשר יאמר היום בהר יהוה יראה ‪ 15‬ויקרא מלאך יהוה אל אברהם‬
‫שנית מן השמים ‪ 16‬ויאמר בי נשבעתי נאם יהוה כי יען אשר עשית‬
‫את הדבר הזה ולא חשכת את בנך את יחידך ‪ 17‬כי ברך אברכך‬
‫והרבה ארבה את זרעך ככוכבי השמים וכחול אשר על שפת הים‬
‫וירש זרעך את שער איביו ‪ 18‬והתברכו בזרעך כל גויי הארץ עקב‬
‫אשר שמעת בקלי ‪ 19‬וישב אברהם אל נעריו ויקמו וילכו יחדו אל‬
‫באר שבע וישב אברהם בבאר שבע‬
‫‪220‬‬ ‫‪Texte‬‬

‫‪4. Folge- und Übungstexte‬‬

‫‪GENESIS‬‬ ‫בראשית‬

‫‪Gen 12,1–20‬‬
‫וּמ ֵבּ֣ית‬ ‫וּמ ֽמּוֹלַ ְד ְתָּך֖ ִ‬ ‫ְך־לָך֛ מֵ אַ ְר ְצָך֥ ִ‬ ‫ְ‬ ‫‪ 1‬וַיֹּ֤אמֶ ר יְ ה ָוה ֙ אֶ ל־אַ ְב ָ ֔רם לֶ‬
‫ֲשׁר אַ ְר ֶ ֽאךָּ ׃ ‪2‬וְ ֶ ֽאעֶ ְשָׂך ֙ ְלג֣וֹי גּ ָ֔דוֹל ַוא ֲָב ֶ֣ר ְכ ָ֔ך‬ ‫אָ ִב֑יָך אֶ ל־הָ ָ ֖א ֶרץ א ֶ ֥‬
‫וּמקַ לֶּ ְלָך֖ אָ ֑ ֹאר‬
‫‪a‬‬
‫ֲברֲ כָ ה ֙ ְמ ָב ְ֣ר ֔ ֶכיָך ְ‬ ‫אג ְַדּ ָל֖ה ְשׁ ֶמָ֑ך ו ְֶהיֵ ֖ה‪ְ a‬בּ ָר ָ ֽכה׃ ַוא ָ ֽ‬
‫‪3‬‬
‫ַו ֲ‬
‫ֲשׁר ִדּ ֶבּ֤ר אֵ לָ יו ֙‬ ‫חת הָ א ֲָד ָ ֽמה׃ וַיֵּ ֣לֶ ְך אַ ְב ָ ֗רם כַּ א ֨ ֶ‬
‫‪4‬‬
‫כּל ִמ ְשׁ ְפּ ֥ ֹ‬ ‫וְ נִ ְב ְרכ֣ וּ ְב ָ֔ך ֖ ֹ‬
‫יְ ה ָו֔ה וַיֵּ ֥לֶ ְך ִאתּ֖ וֹ ל֑ וֹט וְ אַ ְב ָ ֗רם בֶּ ן־חָ ֵמ֤שׁ שָׁ נִ ים ֙ וְ ִשׁ ְב ִע֣ים שָׁ ָנ֔ה ְבּצֵ את֖ וֹ‬
‫מֵ חָ ָ ֽרן׃ ‪5‬וַיִּ ַ ֣קּח אַ ְב ָרם ֩ אֶ ת־שָׂ ַ ֨רי ִא ְשׁ ֜תּוֹ וְ אֶ ת־ל֣ וֹט בֶּ ן־אָ ִ֗חיו וְ אֶ ת־כָּ ל־‬
‫לכֶ ת ֙ ַא ְ֣רצָ ה‬ ‫א ֶשׁ֣ר ָר ֔ ָכשׁוּ וְ אֶ ת־הַ נֶּ ֖פֶ שׁ אֲשֶׁ ר־עָ שׂ֣ וּ ְבחָ ָר֑ן ַויּ ְֵצא֗ וּ לָ ֨ ֶ‬ ‫ְרכוּשָׁ ם ֙ ֲ‬
‫בר אַ ְב ָרם ֙ בָּ ָ֔א ֶרץ עַ ֚ד ְמק֣ וֹם ְשׁ ֔ ֶכם ַע֖ד‬ ‫‪a‬‬
‫ע ֹ֤‬‫באוּ ַא ְ֥רצָ ה ְכּנָ ֽעַ ן׃ ַו ַיּ ֲ‬
‫‪6‬‬
‫ְכּ ַנ֔עַ ן ַו ָיּ ֖ ֹ‬
‫אמר‬ ‫מוֹר֑ה וְ ַ ֽה ְכּ ַנע ֲִנ֖י ָ ֥אז בָּ ָ ֽא ֶרץ׃ ַויּ ֵָר֤א יְ ה ָוה ֙ אֶ ל־אַ ְב ָ ֔רם ו ַ֕יּ ֹ ֶ‬
‫‪7‬‬
‫ֶ‬ ‫אֵ ל֣ וֹן‬
‫ליו׃‬ ‫תּן אֶ ת־הָ ָא ֶ֣רץ ַהזּ ֹ֑את ו ִַיּ ֤בֶ ן שָׁ ם ֙ ִמזְ ֵ֔בּ ַח לַ יהוָ ֖ה הַ נִּ ְר ֶ ֥אה אֵ ָ ֽ‬ ‫ְל ֨ ַז ְרע ֲָ֔ך אֶ ֵ ֖‬
‫אהלו‬
‫קׄ‬ ‫ית־א֤ל ִמ ָיּם ֙‬ ‫ֵ‬ ‫ית־א֖ל וַיֵּ ֣ט אָ ֳ֯ה ֹ֑לה ֵ ֽבּ‬ ‫ֵ‬ ‫שּׁם הָ ֗ ָה ָרה ִמ ֶ ֛קּ ֶדם ְל ֵ ֽב‬ ‫‪ַ 8‬ויּ ְַע ֨ ֵתּק ִמ ֜ ָ‬
‫שׁם יְ הוָ ֽה׃ ‪9‬וַיִּ ַסּ֣ע אַ ְב ָ ֔רם‬ ‫ליה ָו֔ה וַיִּ ְק ָ ֖רא ְבּ ֵ ֥‬ ‫ן־שׁ֤ם ִמזְ ֵ֨בּ ַח ֙ ַ ֽ‬ ‫וְ הָ ַע ֣י ִמ ֶ֔קּ ֶדם ו ִ ַֽיּבֶ ָ‬
‫וֹע הַ נֶּ ֽ גְ בָּ ה׃ פ‬ ‫הָ ל֥ וְֹך וְ נָס֖ ַ‬
‫בד‬ ‫שׁם ִ ֽכּי־כָ ֵ ֥‬ ‫רם ִמ ְצ ַ ֨ריְ ָמה ֙ לָ ג֣וּר ֔ ָ‬ ‫‪10‬וַיְ ִ ֥הי ָר ָע֖ב בָּ ָא ֶ֑רץ ַו ֨ ֵיּ ֶרד אַ ְב ָ ֤‬
‫ֲשׁר ִה ְק ִ ֖ריב לָ ב֣ וֹא ִמ ְצ ָר֑יְ מָ ה ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר ֙ אֶ ל־‬ ‫הָ ָר ָע֖ב בָּ ָ ֽא ֶרץ׃ ‪11‬וַיְ ִ֕הי כַּ א ֶ ֥‬
‫כּי ִא ָשּׁ֥ה יְ פַ ת־מַ ְר ֶא֖ה ָ ֽא ְתּ‪a‬׃ ‪12‬וְ הָ ָי֗ה ִ ֽכּי־‬ ‫שָׂ ַר֣י ִא ְשׁ ֔תּוֹ ִהנֵּה־נָ ֣א י ַ ָ֔ד ְע ִתּי ִ ֛‬
‫תְך יְ חַ יּֽ וּ׃‬ ‫ֹתי וְ ֹא ָ ֥‬ ‫יִ ְרא֤ וּ ֹא ָתְך ֙ הַ ִמּ ְצ ִ ֔רים וְ אָ ְמ ֖רוּ ִא ְשׁתּ֣ וֹ ז ֹ֑את וְ ָה ְרג֥וּ א ִ ֖‬
‫לְך׃‬ ‫שׁי ִבּגְ לָ ֵ ֽ‬ ‫תה נ ְַפ ִ ֖‬ ‫ֲבוּרְך וְ חָ יְ ָ ֥‬
‫ב־ל֣י בַ ע ֵ ֔‬ ‫ִ‬ ‫ח ִתי ָא ְ֑תּ ְל ֨ ַמעַ ן ֙ ִ ֽייטַ‬ ‫א ֹ֣‬‫‪ִ 13‬א ְמ ִרי־נָ ֖א ֲ‬
‫ָפה‬ ‫שּׁה ִ ֽכּי־י ָ ֥‬ ‫ת־ה ִ֣א ֔ ָ‬ ‫ָ‬ ‫רם ִמ ְצ ָר֑יְ מָ ה וַיִּ ְרא֤ וּ הַ ִמּ ְצ ִרים ֙ אֶ‬ ‫‪14‬וַיְ ִ֕הי ְכּב֥ וֹא אַ ְב ָ ֖‬
‫ַתּ ַ ֥קּח‬ ‫תהּ אֶ ל־פַּ ְר ֹ֑עה ו ֻ‬ ‫ִ ֖הוא ְמ ֹֽאד׃ ‪15‬וַיִּ ְרא֤ וּ ֹא ָתהּ ֙ שָׂ ֵר֣י פַ ְרעֹ֔ ה ַויְ ַ ֽה ְלל֥ וּ ֹא ָ ֖‬
‫‪a‬‬
‫ֲבוּר֑הּ וַ ֽ  יְ ִהי־ל֤ וֹ צ ֹאן־וּבָ קָ ר ֙‬ ‫יטיב בַּ ע ָ‬ ‫רם הֵ ִ ֖‬ ‫וּלאַ ְב ָ ֥‬‫בּית פַּ ְרעֹֽ ה׃ ‪ְ 16‬‬ ‫הָ ִא ָשּׁ֖ה ֵ ֥‬
‫ת ֹנ֖ת וּגְ ַמ ִ ֽלּים׃ וַיְ ַנ ַגּ֨ע יְ הוָ ֧ה׀ אֶ ת־פַּ ְר ֹ֛עה‬ ‫‪17‬‬
‫א ֹ‬ ‫וּשׁפָ ֹ֔חת ַו ֲ‬ ‫ֲב ִדים ֙ ְ‬ ‫ֹרים ַוע ָ‬ ‫חמ ִ ֔‬ ‫ַו ֲ‬
‫‪b‬‬ ‫‪b a‬‬
‫רא‬ ‫רי ֵ ֥אשֶׁ ת אַ ְב ָ ֽרם׃ וַיִּ ְק ָ ֤‬
‫‪18‬‬
‫בר שָׂ ַ ֖‬ ‫ל־דּ ַ ֥‬ ‫לים וְ אֶ ת־בֵּ ית֑ וֹ עַ ְ‬ ‫נְ ג ִָע֥ים גְּ דֹ ִ ֖‬

‫וּמקַ ְללֶ יָך ‪ || 3 a l c Cpc Mss @G SV‬וְ הָ יָה ‪ cf 17.1a; prp‬והוי @ ‪Cp 12, 2 a‬‬
‫|| ‪ְ || 6 a G ad εἰς τὸ μῆκος αὐτῆς cf 13,17‬‬
‫|| ‪ || 17 a G ad καὶ πονηροῖς || b–b prb add cf 20,17‬וחמרים ‪ || b @ huc tr‬כבד מאד מקנה ‪ || 16 a @ ad‬אתי @ ‪11 a‬‬
‫‪4. Folge- und Übungstexte‬‬ ‫‪221‬‬

‫ֹא־הגַּ ֣ ְ דתָּ ִ֔לּי ִ ֥כּי‬


‫פַ ְרעֹ ה ֙ ְלאַ ְב ָ ֔רם ו ַ֕יּ ֹאמֶ ר מַ ה־זּ ֹ֖את עָ ִשׂ֣יתָ ִלּ֑י לָ ֚מָּ ה ל ִ‬
‫לי ְל ִא ָשּׁ֑ה וְ עַ ֕ ָתּה‬‫ח ִתי ִ֔הוא וָאֶ ַ ֥קּח ֹא ָת֛הּ ִ ֖‬ ‫ִא ְשׁ ְתָּך֖ ִ ֽהוא׃ ‪19‬לָ ָמ֤ה אָ ֨ ַמ ְרתָּ ֙ ֲ‬
‫א ֹ֣‬
‫אנ ִָשׁ֑ים וַ ֽ  יְ שַׁ ְלּח֥ וּ אֹת֛ וֹ וְ אֶ ת־‬
‫צו עָ ָל֛יו פַּ ְר ֹ֖עה ֲ‬ ‫ָלְך׃ ‪20‬וַיְ ַ ֥‬
‫ִהנֵּ ֥ה ִא ְשׁ ְתָּך֖ ‪֥ ַ a‬קח ו ֵ ֽ‬
‫ר־לוֹ‪a‬׃‬
‫ֽ‬ ‫ִא ְשׁתּ֖ וֹ וְ אֶ ת־כָּ ל־אֲשֶׁ‬
‫וְ לוֹט ִעמּוֹ ‪ְ || 20 a @G ad‬לפָ נֶיָך = ‪19 a G ad ἐναντίον σου‬‬

‫‪EXODUS‬‬ ‫ואלה שמות‬

‫‪Ex 2,1–21‬‬
‫‪b‬‬ ‫‪b‬‬
‫שּׁה‬ ‫ַתּ ַהר הָ ִא ָ ֖‬ ‫‪1‬וַיֵּ ֥לֶ ְך ִ ֖אישׁ ִמ ֵבּ֣ית לֵ ִו ֑י וַיִּ ַ ֖קּח אֶ ת ־בַּ ת ־לֵ ִ ֽוי׃ ו ַ ֥‬
‫‪2‬‬ ‫‪a‬‬ ‫‪a‬‬

‫ֹלשׁה יְ ָר ִ ֽחים׃ ‪3‬וְ ל ֹא־‬ ‫ו ֵַתּ֣לֶ ד ֵבּ֑ן ו ֵַתּ ֶ֤רא אֹ תוֹ ֙ ִכּי־ט֣ וֹב ֔הוּא וַ ִֽתּ ְצ ְפּנֵ ֖הוּ ְשׁ ָ ֥‬
‫מר וּבַ זָּ ֑פֶ ת‬ ‫רה בַ חֵ ָ ֖‬ ‫י ְָכ ָל ֣ה עוֹד ֮ הַ ְצּ ִפינוֹ ֒ ו ִ ַֽתּ ַ ֽקּח־לוֹ ֙‪ֵ a‬תּ֣בַ ת ֹ֔גּמֶ א וַתַּ ְח ְמ ָ ֥‬
‫אחֹת֖ וֹ‬ ‫ל־שׂ ַפ֥ת הַ יְ אֹֽ ר׃ ‪4‬וַתֵּ ַת ַצּ֥ב‪ֲ a‬‬ ‫ְ‬ ‫ַתּשֶׂ ם בַּ סּ֖ וּף עַ‬ ‫ו ַָתּ֤שֶׂ ם בָּ הּ ֙ אֶ ת־ הַ ֔ ֶיּלֶ ד ו ָ ֥‬
‫חץ עַ ל־הַ יְ אֹ֔ ר‬ ‫שׂה ֽלוֹ׃ ו ֵַתּ ֶ֤רד בַּ ת־פַּ ְרעֹ ה ֙ ִל ְר ֣ ֹ‬ ‫‪5‬‬
‫חק ְל ֵד ֕ ָעה מַ ה־יֵּעָ ֶ ֖‬ ‫מֵ ָר ֑ ֹ‬
‫ת־התֵּ בָ ה ֙ ְבּ ֣תוְֹך הַ ֔סּוּף ו ִַתּ ְשׁ ַל֥ח‬ ‫ַ‬ ‫כת עַ ל־יַ ֣ד ַהיְ ֑ ֹאר ו ֵַתּ ֶ֤רא אֶ‬ ‫ה ְל ֖ ֹ‬ ‫תיהָ ֹ‬ ‫וְ ַנעֲרֹ ֶ ֥‬
‫‪c‬‬ ‫‪b‬‬
‫ת־ה ֔ ֶיּלֶ ד וְ ִהנֵּה־נַ ֖עַ ר בּ ֶֹכ ֑ה‬ ‫ַ‬ ‫תהּ ו ִַתּ ָקּ ֶ ֽחהָ ׃ ו ִַתּ ְפתַּ ח ֙ ו ִַתּ ְר ֵא֣הוּ אֶ‬
‫‪a‬‬ ‫‪6 a‬‬
‫ֲמ ָ ֖‬
‫אֶ ת־א ָ‬
‫‪d‬‬
‫־בּת־‬ ‫אחֹתוֹ ֮ אֶ ל ַ‬ ‫ַתּ ֹאמֶ ר ֲ‬ ‫די ָ ֽה ִע ְב ִ ֖רים ֶזֽה׃ ו ֣‬
‫‪7‬‬
‫ליו ו ַ֕תּ ֹאמֶ ר ִמיּ ְַל ֵ ֥‬ ‫מל עָ ֔ ָ‬ ‫וַתַּ ְח ֣ ֹ‬
‫אתי לָ ְך ֙ ִא ָשּׁ֣ה מֵ י ֔ ֶנ ֶקת ִ ֖מן הָ ִע ְב ִר ֹיּ֑ת וְ תֵ ִינ֥ק ָלְ֖ך אֶ ת־‬ ‫ר ִ‬ ‫לְך וְ קָ ָ ֤‬ ‫פַּ ְרעֹ ה ֒ הַ אֵ ֗ ֵ‬
‫ַתּלֶ ְך ֙ ָ ֽהעַ ְל ֔ ָמה ו ִַתּ ְק ָ ֖רא אֶ ת־‬ ‫ר־ל֥הּ ַבּת־פַּ ְר ֹ֖עה ֵל ִ֑כי ו ֨ ֵ‬ ‫ָ‬ ‫הַ יָּ ֽלֶ ד׃ ‪8‬ו ַֽתּ ֹאמֶ‬
‫יכי‪ a‬אֶ ת־הַ יֶּ ֤לֶ ד הַ ֶזּה ֙‬ ‫יל ִ‬ ‫ַתּ ֹאמֶ ר ָל ֣הּ בַּ ת־פַּ ְרעֹ֗ ה הֵ ִ֜‬ ‫‪9‬ו ֧‬ ‫ֵ ֥אם הַ יָּ ֽלֶ ד׃‬
‫‪c‬‬ ‫‪b‬‬
‫יקהוּ ׃‬ ‫ת־שׂכָ ֵרְ֑ך ו ִַתּ ַ ֧קּח הָ ִא ָשּׁ֛ה הַ יֶּ ֖לֶ ד ו ְַתּנִ ֵ ֽ‬ ‫ְ‬ ‫וְ הֵ ינִ ִ ֣קהוּ ִ֔לי ַוא ֲִנ֖י אֶ ֵתּ֣ן אֶ‬
‫‪b‬‬
‫רא ְשׁמוֹ ֙‬ ‫י־ל֖הּ ְל ֵב֑ן ו ִַתּ ְק ָ ֤‬ ‫‪10‬וַיִ גְ ַדּ֣ל‪ a‬הַ ֗ ֶיּלֶ ד ו ְַתּ ִב ֵ֨אהוּ ֙ ְלבַ ת ־פַּ ְרעֹ֔ ה וַ ֽ  יְ ִה ָ‬
‫הי׀ בַּ יּ ִָמ֣ים הָ ֗ ֵהם‬ ‫‪11‬וַיְ ִ ֣‬ ‫יתהוּ׃‬ ‫מּיִ ם ְמ ִשׁ ִ ֽ‬ ‫אמר ִ ֥כּי ִמן־הַ ַ ֖‬ ‫שׁה ו ַ֕תּ ֹ ֶ‬ ‫מ ֶ֔‬
‫ֹ‬
‫ֹלת֑ם ַויּ ְַרא ֙ ִא֣ישׁ ִמ ְצ ִ ֔רי מַ ֶכּ֥ה‬ ‫משֶׁ ה ֙ ַויּ ֵֵצ֣א אֶ ל־אֶ ֔ ָחיו וַיַּ ֖ ְ רא ְבּ ִס ְב ָ‬ ‫וַיִּ גְ ַדּ֤ל ֹ‬
‫כּה ֙ ָו ֹ֔כה וַיַּ ֖ ְ רא ִכּ֣י ֵא֣ין ִא֑ישׁ ַו ַיְּך ֙ אֶ ת־‬ ‫ישׁ־ע ְב ִ ֖רי מֵ אֶ ָ ֽחיו׃ ו ִַיּ ֤פֶ ן ֹ‬
‫‪12‬‬
‫ִ‬ ‫ִא‬
‫ָשׁים ִע ְב ִ ֖רים‬ ‫אנ ִ ֥‬ ‫הַ ִמּ ְצ ִ ֔רי וַ ֽ  יִּ ְט ְמנֵ ֖הוּ בַּ ֽחוֹל׃ ַויֵּצֵ א ֙ בַּ יּ֣וֹם הַ שֵּׁ ִ ֔ני וְ ִהנֵּ ֛ה ְשׁנֵ ֽי־ ֲ‬
‫‪13‬‬

‫‪ || 5 a sic L, mlt‬ו ִַתּ ְתיַצַּ ב @ ‪ִ || 4 a‬אמּוֹ ‪Cp 2, 1 a desunt frt nom propria cf 6,20 || b–b G τῶν θυγατέρων || 3 a @G ad‬‬
‫= הליכי‪ || 9 a C‬בת פרעה ‪ cf GV || c G(V) ad ἐν τῇ θίβει || d @G ad‬וַתֵּ ֶרא ‪—ָ || b @TT‬חֶ הָ @ ‪ || 6 a‬׃ ‪Mss Edd‬‬
‫ַתּינ׳ @ ‪ || c‬את ‪ (sic TT)? G(V) διατήρησόν μοι, S(T) h’ lkj = en tibi || b @TT ad‬הֹליכי‬
‫‪ || 10 a sic L, mlt Mss Edd‬ו ֵ‬
‫|| אל בת @ ‪ || b‬ויּג׳‬
‫‪222‬‬ ‫‪Texte‬‬

‫שׂ ְמ ָ֞ך ְל ִ ֨אישׁ ַשׂ֤ר‬ ‫מי ָ ֽ‬ ‫֥מּה תַ ֶכּ֖ה ֵר ֶ ֽעָך׃ ‪ַ֠ 14‬ויּ ֹאמֶ ר ִ ֣‬ ‫שׁע ָל ָ‬ ‫ל ָר ֔ ָ‬‫נִ ִצּ֑ים ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר ֙ ָ ֽ‬
‫‪b‬‬
‫ירא‬‫לינוּ הַ ְלהָ ְר ֵג֨נִ י ֙ אַ ָתּ֣ה ֹא ֔ ֵמר כַּ א ֲֶשׁ֥ר הָ ַ ֖רגְ ָתּ אֶ ת־הַ ִמּ ְצ ִ ֑רי וַיִּ ָ ֤‬ ‫שׁפֵ ט ֙‪ a‬עָ ֔ ֵ‬ ‫וְ ֹ‬
‫‪c‬‬
‫ת־ה ָדּ ָב֣ר הַ ֔ ֶזּה‬ ‫ַ‬ ‫נוֹדע הַ ָדּ ָ ֽבר׃ וַיִּ ְשׁ ַמ֤ע פַּ ְרעֹ ה ֙ אֶ‬
‫‪15‬‬
‫ַ֥‬ ‫ֹאמר אָ ֵכ֖ן‬ ‫משֶׁ ה ֙ וַיּ ֔ ַ‬ ‫ֹ‬
‫משֶׁ ה ֙ ִמ ְפּנֵ ֣י פַ ְרעֹ֔ ה וַיֵּ ֥שֶׁ ב ְבּ ֶ ֽא ֶרץ ־‬
‫‪a‬‬ ‫‪a‬‬
‫מ ֶשׁ֑ה וַיִּ ְב ַר֤ח ֹ‬ ‫וַיְ בַ ֵ ֖קּשׁ לַ הֲ ֣רֹ ג אֶ ת־ ֹ‬
‫לנָה‬ ‫וּלכ ֵֹה֥ן ִמ ְדיָ ֖ ן ֶשׁ֣בַ ע בָּ נ֑וֹת וַתָּ ֣ב ֹאנָה ו ִַתּ ְד ֗ ֶ‬ ‫ְ‬ ‫‪16‬‬
‫ִמ ְדיָ ֖ ן וַיֵּ ֥שֶׁ ב ַעֽל־הַ ְבּ ֵ ֽאר׃‬
‫באוּ הָ רֹ ִ ֖עים‬ ‫ַו ָיּ ֥ ֹ‬ ‫‪17‬‬
‫יהן׃‬ ‫֥צ ֹאן א ֲִב ֶ ֽ‬ ‫‪a‬‬
‫ת־ה ְ֣רהָ ִ֔טים ְלהַ ְשׁק֖ וֹת‬ ‫ָ‬ ‫לּא ָנה ֙ אֶ‬ ‫ו ְַתּמַ ֨ ֶ‬
‫עוּאל‬‫ל־ר ֵ ֖‬ ‫ַתּ ֕ב ֹאנָה אֶ ְ‬ ‫֣וֹשׁ ֔ ָען וַיַּ ְ֖שׁ ְק אֶ ת־צ ֹאנָ ֽם׃ ו ָ‬
‫‪18‬‬
‫משֶׁ ה ֙ ַויּ ִ‬ ‫ קם ֹ‬ ‫וַיְ ג ְָרשׁ֑ וּם וַיָּ ֤ ָ‬
‫ֹאמ ְרן ָ ִא֣ישׁ ִמ ְצ ִ ֔רי‬ ‫וַתּ ֕ ַ‬ ‫‪19‬‬
‫תּן ֖בּ ֹא הַ יּֽ וֹם׃‬ ‫וּע ִמהַ ְר ֶ ֥‬ ‫אמר מַ ֛דּ ַ‬ ‫יה֑ן ו ַ֕יּ ֹ ֶ‬ ‫א ֲִב ֶ‬
‫֥אמר‬ ‫ת־ה ֽצּ ֹאן׃ וַיּ ֹ ֶ‬
‫‪20‬‬
‫ַ‬ ‫לנוּ וַיַּ ְ֖שׁ ְק אֶ‬‫ַם־דּ ֹ֤לה ָדלָ ה ֙ ֔ ָ‬ ‫יל֖נוּ ִמיַּ ֣ד הָ רֹ ִע֑ים וְ ג ָ‬ ‫ִה ִצּ ָ‬
‫לחֶ ם׃‬ ‫עז ְַב ֶתּ֣ן אֶ ת־הָ ִ ֔אישׁ ִק ְר ֶ ֥אן ל֖ וֹ וְ י ֹ֥אכַ ל ָ ֽ‬ ‫תיו וְ אַ יּ֑וֹ ָל֤מָּ ה ֶזּה ֙ ֲ‬ ‫ל־בּנֹ ָ ֖‬
‫ְ‬ ‫אֶ‬
‫שׁה ׃‬
‫‪a‬‬
‫מ ֶֽ‬ ‫ת־צפֹּ ָ ֥רה ִב ֖תּוֹ ְל ֹ‬ ‫ִ‬ ‫שׁה לָ ֶשׁ֣בֶ ת אֶ ת־הָ ִא֑ישׁ וַיִּ ֵתּ֛ן אֶ‬ ‫מ ֶ֖‬ ‫ַויּ֥וֹאֶ ל ֹ‬ ‫‪21‬‬

‫וּלשׁ׳ @ ‪14 a‬‬ ‫= ’’‪? || 15 a–a S w’zl l’r‬הֲכֵ ן = ‪ || c G(V) εἰ οὕτως‬אֶ ְתמוֹל = ‪ְ || b G(SV) et Act 7,28 Jub 47,12 ad ἐχθές‬‬
‫‪ְ cf SV‬ל ִאשָּׁ ה ‪ || 21 a @G ad‬את ‪ cf G || 16 a @T ad‬וַיִּ לֶ ְך אֶ ל־א׳‬

‫‪DEUTERONOMIUM‬‬ ‫אלה הדברים‬

‫‪Dtn 6,4–15‬‬
‫ֱֹלהינוּ יְ הוָ ֥ה׀ אֶ ָ ֽחד׃ ‪5‬וְ ָא֣הַ ְב ֔ ָתּ ֵ ֖את יְ הוָ ֣ה‬
‫יִ ְשׂ ָר ֵא֑ל יְ הוָ ֥ה א ֵ ֖‬ ‫‪a‬‬
‫‪ְ 4‬שׁ ַ ֖מע‬
‫ל־מ ֹא ֶ ֽדָך׃ ‪6‬וְ הָ י֞וּ הַ ְדּבָ ִ ֣רים‬ ‫ְ‬ ‫וּבכָ‬
‫ְ‬ ‫וּבכָ ל־נ ְַפ ְשָׁך֖‬ ‫ְ‬ ‫ל־לבָ ְבָך֥‬ ‫ְ‬ ‫ֱֹלה֑יָך ְבּכָ‬ ‫א ֶ‬
‫תּ‬
‫ל־לבָ ֶ ֽבָך׃ וְ ִשׁנַּנְ ָתּ֣ם ְלבָ ֶנ֔יָך וְ ִד ַבּ ְר ָ ֖‬
‫‪7‬‬
‫ְ‬ ‫ֲשׁר אָ ֹנ ִ ֧כי ְמצַ וְּ ָך֛ הַ יּ֖וֹם עַ‬ ‫הָ ֵ֗אלֶּ ה א ֨ ֶ‬
‫‪c‬‬ ‫‪b‬‬
‫תּם‬ ‫וּקשַׁ ְר ָ ֥‬ ‫קוּמָך׃ ְ‬
‫‪8‬‬
‫וּב ֶ ֽ‬ ‫ְ‬ ‫וּבלֶ ְכ ְתָּך֣ בַ ֶ ֔דּ ֶרְך וּֽ ְבשָׁ ְכ ְבָּך֖‬ ‫יתָך ֙ ְ‬
‫‪a‬‬
‫ָבּ֑ם ְבּ ִשׁ ְב ְתָּך֤ ְבּבֵ ֨ ֶ‬
‫זוּז֥ת‬
‫ל־מ ֹ‬ ‫ְ‬ ‫וּכתַ ְב ָתּ֛ם עַ‬
‫‪a‬‬
‫ְ‬ ‫‪9‬‬
‫בּין עֵ ינֶ ֽיָך׃‬ ‫פת ֵ ֥‬ ‫ְלא֖ וֹת עַ ל־י ֶָדָ֑ך‪ a‬וְ הָ י֥וּ ְלטֹטָ ֖ ֹ‬
‫‪c‬‬ ‫‪b‬‬
‫ֱֹלהיָך אֶ ל־‬ ‫‪10‬וְ הָ ָי֞ה ִ ֥כּי יְ ִביאֲָך֣ ׀ יְ הוָ ֣ה א ֗ ֶ‬ ‫וּב ְשׁעָ ֶ ֽריָך ׃ ס‬ ‫ִ‬ ‫יתָך‬
‫בֵּ ֶ ֖‬
‫קב ָל ֶ֣תת ָל ְ֑ך‬ ‫ע ֹ֖‬ ‫אב ֶֹת֛יָך ְלאַ ְב ָר ָה֛ם ְליִ ְצ ָח֥ק וּֽ ְל ַי ֲ‬ ‫ֲשׁר נִ ְשׁ ַבּ֧ע לַ ֲ‬ ‫הָ ָ֜א ֶרץ א ֨ ֶ‬
‫ְמלֵ ִא֣ים כָּ ל־טוּב ֮‬ ‫‪a‬‬
‫וּב ִ֜תּים‬ ‫ָ֨‬ ‫‪11‬‬
‫ית׃‬
‫ֲשׁר ל ֹא־בָ ִ ֽנ ָ‬ ‫בת א ֶ ֥‬ ‫ט ֹ֖‬ ‫ד ֹ֥לת וְ ֹ‬ ‫עָ ִ ֛רים גְּ ֹ‬
‫‪b‬‬
‫ֵיתים‬ ‫ֹא־ח ֔ ַצ ְבתָּ ְכּ ָר ִ ֥מים וְ ז ִ ֖‬ ‫ָ‬ ‫ֲצוּבים ֙ א ֲֶשׁ֣ר ל‬ ‫רת ח ִ‬ ‫בֹ֤‬ ‫ֹא־מלֵּ אתָ ֒ וּ ֹ‬‫א ֲֶשׁ֣ר ל ִ‬
‫ן־תּ ְשׁ ַכּ֖ח אֶ ת־‬ ‫ִה ָשּׁ֣מֶ ר ְל ָ֔ך פֶּ ִ‬ ‫‪12‬‬
‫תּ וְ שָׂ ָ ֽב ְעתָּ ׃‬ ‫א ֲֶשׁ֣ר ל ֹא־נ ָָט ְ֑עתָּ וְ אָ כַ ְל ָ ֖‬
‫אֶ ת־יְ הוָ ֧ה‬ ‫‪13‬‬
‫בּית עֲבָ ִ ֽדים׃‬ ‫הוֹציאֲָך֛ מֵ ֶא ֶ֥רץ ִמ ְצ ַ ֖ריִ ם ִמ ֵ ֥‬ ‫ִֽ‬ ‫א ֶשׁ֧ר‬ ‫יְ הוָ ֑ה ֲ‬

‫@‪ cf 11,19c || 8 a mlt Mss C‬ב׳ ‪ cf 11,19b || c pc Mss @V‬ב׳ @ ‪ cf 11,19a || b‬בבית )‪4 a G pr nonn vb || 7 a @G(G pl‬‬
‫‪ || 12 a T 2 pl || b‬ברות ‪ || b @GV‬ב׳ ‪ cf G (2 pl) V || 11 a @GV‬ושׁ׳ ‪ || 9 a G pl || b @GS pl cf 11,20c || c V 69‬ידיך‬
‫|| אלהיך ‪mlt Mss @GS ad‬‬
‫‪4. Folge- und Übungstexte‬‬ ‫‪223‬‬

‫‪b‬‬
‫ֲרי‬ ‫ל ֹא ֵ ֽת ְל ֔כוּן אַ ח ֵ ֖‬ ‫וּב ְשׁמ֖ וֹ ִתּשָּׁ ֵ ֽב ַע׃ ‪֣ a14‬‬
‫בד‪ִ a‬‬ ‫ע ֹ֑‬
‫ירא וְ אֹת֣ וֹ ַת ֲ‬ ‫ֱֹלה֛יָך ִתּ ָ ֖‬
‫א ֶ‬
‫ִכּ֣י ֵ ֥אל קַ נָּ ֛א‬ ‫‪15‬‬
‫יכם׃‬ ‫ֲשׁר ְס ִביבוֹתֵ ֶ ֽ‬ ‫ֲח ִ ֑רים מֵ אֱֹלהֵ י ֙ ָ ֽהעַ ִ֔מּים א ֶ ֖‬ ‫ֱֹלה֣ים א ֵ‬‫א ִ‬
‫֣יד ָ֔ך‬ ‫ֱֹלהיָך ֙ ָ֔בְּך וְ ִה ְשׁ ִמ ְ‬
‫ֱֹלהיָך ְבּ ִק ְר ֶבָּ֑ך פֶּ ן־ ֶ֠יחֱ ֶרה אַ ף־יְ הוָ ֤ה א ֨ ֶ‬
‫‪a‬‬
‫יְ הוָ ֥ה א ֶ ֖‬
‫מֵ ַע֖ל ְפּנֵ ֥י הָ א ֲָד ָ ֽמה׃‬
‫יחר @ ‪ || 15 a‬ולא ‪ ex 10,20 || 14 a dl (pl)? || b CG‬וּבוֹ ִת ְדבַּ ק ‪13 a pc Mss G ad‬‬

‫‪SAMUEL II‬‬ ‫שמואל ב‬

‫‪2 Sam 11,1 – 12,7a‬‬


‫שׁוּבת הַ שָּׁ ֜ ָנה ְל ֵע ֣ת׀ ֵצ֣את הַ מַּ ְלאֿ ִ֗כים וַיִּ ְשׁ ַל ֣ח ָדּ ִ ֡וד‬
‫‪a‬‬
‫‪1‬וַיְ ִהי ֩ ִל ְת ַ֨‬
‫‪b‬‬
‫ת־בּנֵ ֣י עַ ֔מּוֹן‬‫ְ‬ ‫ַשׁ ִ֨חתוּ ֙ אֶ‬ ‫ֲב ָ ֨דיו ִע ֜מּוֹ וְ אֶ ת־כָּ ל־יִ ְשׂ ָר ֵ֗אל ‪ַ b‬ויּ ְ‬ ‫אֶ ת־יוֹאָ ב ֩ וְ אֶ ת־ע ָ‬
‫הי׀ ְל ֵע ֣ת הָ ֗ ֶע ֶרב‬ ‫ל ִם׃ ס וַיְ ִ ֣‬
‫‪2‬‬
‫יוֹשׁב ִבּירוּשָׁ ָ ֽ‬ ‫ֵ֥‬ ‫ל־ר ָבּ֑ה וְ ָד ִו֖ד‬ ‫ַ‬ ‫ַויּ ָֻצ֖רוּ עַ‬
‫ַו ֨ ָיּקָ ם ָדּ ִו֜ד מֵ ַע ֤ל ִמ ְשׁכָּ בוֹ ֙ וַיִּ ְתהַ לֵּ ְך ֙ עַ ל־גַּ ֣ג בֵּ ית־הַ ֔ ֶמּלֶ ְך וַיַּ ֥ ְ רא ִא ָשּׁ֛ה‬
‫טוֹב֥ת מַ ְר ֶא֖ה ְמ ֹֽאד׃ ‪3‬וַיִּ ְשׁ ַל ֣ח ָדּ ִ ֔וד וַיִּ ְד ֖רֹ שׁ‬ ‫ַ‬ ‫שּׁה‬ ‫חצֶ ת ‪a‬מֵ ַע ֣ל הַ גָּ ֑ג‪ a‬וְ ָה ִ֣א ֔ ָ‬ ‫ר ֶ֖‬
‫ֹ‬
‫אוּריָּ ֥ה הַ ִח ִ ֽתּי׃‬ ‫ִ‬ ‫יעם ֵ ֖אשֶׁ ת‬ ‫ת־שׁ ַ֣בע ַבּת־א ֱִל ֔ ָ‬ ‫ֶ‬ ‫אמר הֲלוֹא־ז ֹאת ֙ בַּ‬ ‫ל ִא ָשּׁ֑ה ו ַ֗יּ ֹ ֶ‬ ‫ָֽ‬
‫‪4‬וַיִּ ְשׁלַ ח ֩ ָדּ ִ ֨וד מַ ְלאָ ִ֜כים וַיִּ קָּ ֗ ֶחהָ וַתָּ ב֤ וֹא אֵ לָ יו ֙ וַיִּ ְשׁ ַכּ ֣ב ִע ֗ ָמּהּ וְ ִ ֥היא‬
‫‪b‬‬ ‫‪a‬‬ ‫‪a‬‬

‫ַתּ ַהר ָ ֽה ִא ָשּׁ֑ה ו ִַתּ ְשׁלַ ח ֙‬ ‫יתהּ׃ ‪5‬ו ַ ֖‬ ‫ל־בּ ָ ֽ‬


‫ֵ‬ ‫ַתּשָׁ ב אֶ‬ ‫דּשֶׁ ת ִמטֻּ ְמאָ ָת֑הּ ו ָ ֖‬ ‫ִמ ְת ַק ֶ ֖‬
‫לי‬ ‫ל־יוֹאב ְשׁ ַל ֣ח אֵ ֔ ַ‬
‫‪a‬‬
‫ָ֔‬ ‫ַתּ ֹאמֶ ר הָ ָ ֥רה אָ ֽ ֹנ ִכי ׃ וַיִּ ְשׁ ַל֤ח ָדּ ִוד ֙ אֶ‬
‫‪6 a‬‬ ‫‪a‬‬
‫וַתַּ גֵּ ֣ד ְל ָד ִו֔ד ו ֖‬
‫אוּריָּ ֖ה‬ ‫ִ‬ ‫ָב ֹא‬ ‫ל־דּ ִ ֽוד׃ ַויּ ֥‬
‫‪7‬‬
‫ָ‬ ‫וּריָּ ֖ה אֶ‬ ‫ת־א ִ‬ ‫ֽ‬ ‫יוֹא֛ב אֶ‬ ‫ָ‬ ‫תּי וַיִּ ְשׁ ַל֥ח‬ ‫וּריָּ ֖ה הַ ִח ִ ֑‬ ‫ת־א ִ‬ ‫ֽ‬ ‫אֶ‬
‫אֵ ָל ֑יו וַיִּ ְשׁ ַא֣ל ָדּ ִו֗ד ִל ְשׁל֤ וֹם יוֹאָ ב ֙ וְ ִל ְשׁל֣ וֹם הָ ֔ ָעם וְ ִל ְשׁל֖ וֹם הַ ִמּ ְלחָ ָ ֽמה׃‬ ‫‪a‬‬

‫וּר ָיּה ֙ ִמ ֵבּ֣ית‬ ‫וּר ַח֣ץ ַרגְ ֶל ֑יָך ַויּ ֵֵצ֤א ֽא ִ‬ ‫יתָך֖ ְ‬ ‫וּר ֗ ָיּה ֵ ֥רד ְלבֵ ְ‬ ‫‪8‬וַיֹּ֤אמֶ ר ָדּוִ ד ֙ ְלא֣ ִ‬
‫אוּר ֗ ָיּה פֶּ ֚תַ ח ֵבּ֣ית‬ ‫ִ‬ ‫ֲריו מַ ְשׂ ַא֥ת הַ ֶ ֽמּלֶ ְך׃ ‪ַ 9‬ויִּ ְשׁ ַכּ ֣ב‬ ‫צא אַ ח ָ ֖‬ ‫ַתּ ֵ ֥‬
‫הַ ֔ ֶמּלֶ ְך ו ֵ‬
‫ַויּ ִַגּ֤דוּ ְל ָד ִוד ֙‬ ‫‪10‬‬
‫יתוֹ׃‬ ‫ָרד אֶ ל־בֵּ ֽ‬ ‫ל ֹא י ַ ֖‬ ‫אדֹנָ ֑יו וְ ֥‬ ‫הַ ֔ ֶמּלֶ ְך ֵ ֖את כָּ ל ־עַ ְב ֵד֣י ֲ‬
‫‪a‬‬

‫ל־אוּר ֗ ָיּה הֲל֤ וֹא‬ ‫ִ‬ ‫אוּריָּ ֖ה אֶ ל־בֵּ ית֑ וֹ ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר ָדּ ִ ֜וד אֶ‬ ‫ִ‬ ‫ָרד‬ ‫לֵ א ֹ֔מר ֽל ֹא־י ַ ֥‬
‫אוּר ֜ ָיּה‬‫ִ‬ ‫יתָך׃ ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר‬ ‫‪11‬‬
‫ָר ְד ָתּ אֶ ל־בֵּ ֶ ֽ‬ ‫ֽל ֹא־י ַ ֥‬ ‫‪a‬‬
‫וּע‬ ‫ִמ ֶ ֨דּ ֶרְך ֙ אַ ָתּ֣ה ָ֔בא מַ ֖דּ ַ‬
‫די‬‫יוֹאב וְ עַ ְב ֵ ֤‬ ‫ָ֜‬ ‫יהוּדה ֹי ְשׁ ִב֣ים בַּ סֻּ ֗כּוֹת וַאד ִ ֹ֨ני‬ ‫ָ֜‬ ‫ל־דּ ִ ֗וד ֠הָ אָ רוֹן וְ יִ ְשׂ ָר ֵ֨אל ִ ֽו‬ ‫ָ‬ ‫אֶ‬
‫כל וְ ִל ְשׁתּ֖ וֹת‬ ‫א ֹ֥‬‫יתי לֶ ֱ‬ ‫ח ִ ֔נים ַוא ֲִנ֞י אָ ב֧ וֹא אֶ ל־בֵּ ִ ֛‬ ‫ל־פּנֵ ֤י הַ שָּׂ ֶדה ֙ ֹ‬ ‫ְ‬ ‫אד ִ ֹ֨ני עַ‬ ‫ֲ‬

‫‪,‬המּלָ אכים ‪Cp 11, 1 a permlt Mss‬‬


‫ְ‬ ‫א ‪sic etiam Cad nota marg‬‬
‫‪— cf GL...TV Ps Hier Quaest,‬לכים ‪; mlt Mss‬יתיר ֹ‬
‫|| )‪S mlk’ (sg‬‬ ‫‪b–b‬‬
‫‪> Ms S || 2‬‬ ‫‪a–a‬‬
‫‪> S; L per porticum, T ‘l’jgr’, V ex adverso super solarium suum || 4‬‬ ‫‪a–a‬‬
‫‪G καὶ‬‬
‫‪εἰσῆλθεν πρὸς αὐτήν cf L. || > 2 Mss || 5‬‬
‫‪b‬‬ ‫‪a–a‬‬
‫‪ cf LSV || 9 a‬אל דוד ‪ || 7 nonn Mss‬ש]לחה ‪ || 6 Q‬אנוכי הרה ‪QG‬‬
‫‪a‬‬ ‫‪a‬‬

‫|| ‪ cf T‬ומ׳ ‪> G || 10 a nonn Mss‬‬


‫‪224‬‬ ‫‪Texte‬‬

‫בר הַ זֶּ ֽה׃‬ ‫ֱשׂה אֶ ת‪a‬־הַ ָדּ ָ ֥‬ ‫שָׁך ִ ֽאם־אֶ ע ֶ ֖‬ ‫תּי חַ ֨ ֶיָּך ֙ וְ ֵח֣י נ ְַפ ֔ ֶ‬ ‫ם־א ְשׁ ִ ֑‬ ‫וְ ִל ְשׁ ַכּ ֣ב ִע ִ‬
‫שׁב בָּ ֶז ֛ה גַּם־הַ יּ֖וֹם וּמָ ָח֣ר אֲשַׁ ְלּ ֶח֑ךָּ ַו ֨ ֵיּשֶׁ ב‬ ‫ל־אוּר ֗ ָיּה ֵ ֥‬ ‫ִ‬ ‫‪12‬ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר ָדּ ִ ֜וד אֶ‬
‫וּממָּ חֳ ָ ֽרת‪a‬׃ ‪13‬וַיִּ ְק ָרא־ל֣ וֹ ָד ִו֗ד וַיֹּ֧אכַ ל‬ ‫אוּריָּ ֧ה ִבירוּשָׁ ַל֛ ִם בַּ יּ֥וֹם הַ ה֖ וּא ִ ֽ‬ ‫ִ‬
‫ד ֔ ָניו‬ ‫א ֹ‬ ‫ְלפָ נָ ֛יו וַיֵּ ְ֖שׁ ְתּ וַ ֽ  יְ שַׁ ְכּ ֵר֑הוּ ַויּ ֵֵצ֣א בָ ֗ ֶע ֶרב ִל ְשׁ ַכּ֤ב ְבּ ִמ ְשׁכָּ בוֹ ֙ ִעם־עַ ְב ֵד֣י ֲ‬
‫ל־יוֹא֑ב‬ ‫ָ‬ ‫ספֶ ר אֶ‬ ‫תּב ָדּ ִו֛ד ֵ ֖‬ ‫הי בַ ֹ֔בּקֶ ר וַיִּ ְכ ֥ ֹ‬ ‫ל ֹא י ָ ָֽרד׃ ‪14‬וַיְ ִ ֣‬ ‫וְ אֶ ל־בֵּ ית֖ וֹ ֥‬
‫וּר ֗ ָיּה אֶ ל־‬ ‫ת־א ִ‬‫ֽ‬ ‫מר הָ ב֣ וּ אֶ‬
‫‪a‬‬
‫סּפֶ ר לֵ א ֑ ֹ‬ ‫תּב בַּ ֵ ֖‬ ‫אוּריָּ ֽה׃ וַיִּ ְכ ֥ ֹ‬
‫‪15‬‬
‫ִ‬ ‫וַיִּ ְשׁ ַל֖ח ְבּיַ ֥ד‬
‫ָמת׃ ס‬ ‫ֲריו וְ נִ ָכּ֥ה ו ֵ ֽ‬
‫‪c‬‬
‫תּם מֵ אַ ח ָ ֖‬ ‫ח ָז ָ֔קה וְ שַׁ ְב ֶ ֥‬
‫‪c‬‬
‫מוּל ֙‪ְ b‬פּנֵ ֤י הַ ִמּ ְלחָ מָ ה ֙ ַ ֽה ֲ‬
‫וּר ֔ ָיּה אֶ ל־הַ ָמּקוֹם ֙ א ֲֶשׁ֣ר‬ ‫־ה ִע֑יר וַיִּ ֵתּן ֙ אֶ ת־א֣ ִ‬ ‫יוֹאב אֶ ל‪ָ b‬‬ ‫ָ֖‬ ‫‪a‬‬
‫‪16‬וַיְ ִ֕הי ִבּ ְשׁמ֥ וֹר‬
‫פּל‬ ‫יוֹאב וַיִּ ֥ ֹ‬ ‫שׁם׃ ‪ַ 17‬ו ֨ ֵיּ ְצא֜ וּ אַ נְ ֵשׁ֤י הָ ִעיר ֙ וַיִּ לָּ חֲ מ֣ וּ אֶ ת־ ָ֔‬ ‫י־חיִ ל ָ ֽ‬ ‫י ַ ָ֔דע ִ ֥כּי אַ נְ שֵׁ ַ ֖‬
‫יוֹא֑ב ַויַּגֵּ ֣ד‬ ‫ָ‬ ‫אוּריָּ ֥ה ַה ִח ִ ֽתּי׃ וַיִּ ְשׁ ַל֖ח‬
‫‪18‬‬
‫ִ‬ ‫ן־ה ָע֖ם מֵ עַ ְב ֵד֣י ָד ִו ֑ד ַו ֕ ָיּמָ ת גַּ ֖ם‬ ‫ִמ ָ‬
‫מר‬ ‫ת־המַּ ְל ָ ֖אְך לֵ א ֑ ֹ‬ ‫ַ‬ ‫צו אֶ‬ ‫וַיְ ַ ֥‬ ‫‪19‬‬
‫רי הַ ִמּ ְלחָ ָ ֽמה׃‬ ‫ל־דּ ְב ֵ ֖‬ ‫ְל ָד ִו֔ד אֶ ת־כָּ ִ‬
‫ל־ה ֶ ֽמּלֶ ְך׃ וְ הָ ָי֗ה ִ ֽאם־‬ ‫‪20‬‬
‫ַ‬ ‫בּר אֶ‬ ‫מה ְל ַד ֵ ֥‬ ‫רי הַ ִמּ ְלחָ ָ ֖‬ ‫ל־דּ ְב ֵ ֥‬ ‫לּוֹת ָ֗ך ֵא֛ת כָּ ִ‬ ‫ְ‬ ‫ְכּכַ‬
‫ל־ה ִ ֖עיר ְל ִהלָּ ֵח֑ם‬ ‫ָ‬ ‫תּם אֶ‬ ‫ַשׁ ֶ ֥‬ ‫וּע נִ גּ ְ‬ ‫ח ַמ֣ת הַ ֔ ֶמּלֶ ְך וְ אָ ַמ֣ר ְל ָ֔ך ַמ ֛דּ ַ‬ ‫תַּ עֲלֶ ה ֙ ֲ‬
‫ימ֣לֶ ְך‬ ‫כּה אֶ ת־א ֲִב ֶ‬ ‫י־ה ֞ ָ‬
‫חוֹמה׃ ִ ֽמ ִ‬ ‫‪21‬‬
‫ָֽ‬ ‫הֲל֣ וֹא יְ ַד ְע ֔ ֶתּם ֵא֥ת אֲשֶׁ ר־י ֹ֖רוּ מֵ ַע֥ל הַ‬
‫חוֹמה ֙‬ ‫שּׁה ִה ְשׁ ִל֣יכָ ה עָ לָ יו ֩ ֨ ֶפּלַ ח ֶ ֜רכֶ ב מֵ ַע ֤ל ַ ֽה ָ‬ ‫א־א ֡ ָ‬ ‫בֶּ ן־יְ ֻר ֶ֗בּשֶׁ ת‪ a‬ה ֲֽלוֹ ִ‬
‫אוּריָּ ֥ה‬ ‫ִ‬ ‫חוֹמ֑ה וְ ָא֣מַ ְר ֔ ָתּ ֗ ַגּם עַ ְב ְדָּך֛‬ ‫ל־ה ָ‬ ‫ַֽ‬ ‫תּם אֶ‬ ‫ַשׁ ֶ ֖‬ ‫וַיָּ ֣מָ ת ְבּתֵ ֵ֔בץ ָל֥מָּ ה‪ b‬נִ גּ ְ‬
‫הַ ִח ִ ֖תּי ֵ ֽמת׃ ‪22‬וַיֵּ ֖לֶ ְך הַ ַמּ ְל ָאְ֑ך ַויָּבֹא ֙‪ַ a‬ויַּגֵּ ֣ד ְל ָד ִו֔ד ֵא֛ת כָּ ל־א ֲֶשׁ֥ר ְשׁלָ ח֖ וֹ‬
‫אוּ וירו‬ ‫ָשׁים ַויּ ְֵצ ֥‬ ‫אנ ִ֔‬‫לינוּ ֙ ָ ֽה ֲ‬ ‫ל־דּ ִו֔ד ִ ֽכּי־ג ְָב ֤רוּ עָ ֨ ֵ‬ ‫ָ‬ ‫יוֹאב׃ ‪23‬וַיֹּ֤אמֶ ר‪ a‬הַ מַּ ְלאָ ְך ֙ אֶ‬ ‫ָֽ‬
‫קׄ‬

‫המורים‬
‫‪a‬‬
‫מּוֹר ִאים‬ ‫וַיֹּ ְ ֯ראוּ הַ ְ ֯‬ ‫‪a24‬‬
‫שּׁעַ ר׃‬ ‫ד־פּ ַתח הַ ָ ֽ‬ ‫ֶ֥‬ ‫יהם עַ‬ ‫אֵ ֵל֖ינוּ הַ שָּׂ ֶד֑ה וַנִּ ְהיֶ ֥ה עֲלֵ ֶ ֖‬
‫אוּריָּ ֥ה‬ ‫ִ‬ ‫חוֹמה ַויָּמ֖ וּתוּ מֵ עַ ְב ֵד֣י הַ ֶמּ֑לֶ ְך וְ ֗ ַגם עַ ְב ְדָּך֛‬ ‫ָ֔‬ ‫ֲב ֶ ֨דָך ֙‪ b‬מֵ ַע ֣ל הַ‬ ‫אֶ ל־ע ָ‬
‫קׄ‬

‫ֹאמ֤ר אֶ ל־יוֹאָ ב ֙‬ ‫אמר ָדּ ִו֜ד אֶ ל־הַ מַּ ְל ָ֗אְך כֹּֽ ה־ת ַ‬ ‫ו ַ֨יּ ֹ ֶ‬ ‫‪25‬‬
‫הַ ִח ִ ֖תּי ֵ ֽמת׃ ס‬
‫ח ֨ ֵזק‬ ‫ֹאכ ֣ל הֶ ָח ֶ֑רב הַ ֲ‬ ‫ֵרע ְבּעֵ י ֶנ֨יָך ֙ אֶ ת ־הַ ָדּ ָב֣ר הַ ֔ ֶזּה ִ ֽכּי־כָ ֹז֥ה וְ כָ ֶז ֖ה תּ ַ‬ ‫‪a‬‬
‫אַ ל־י ַ ֤‬
‫וּר ֔ ָיּה ִכּי־‬ ‫ל־ה ִע֛יר וְ ָה ְר ָס֖הּ וְ חַ זְּ ֵ ֽקהוּ׃ ו ִַתּ ְשׁמַ ע ֙ ֵא֣שֶׁ ת ֽא ִ‬
‫‪26‬‬
‫ָ‬ ‫ִמ ְלחַ ְמ ְתָּך֧ אֶ‬
‫לח ָדּ ִו֜ד‬ ‫בר ָה ֵ֗אבֶ ל וַיִּ ְשׁ ֨ ַ‬ ‫ע ֹ֣‬ ‫ַו ַיּ ֲ‬ ‫‪27‬‬
‫להּ׃‬ ‫פּד עַ ל־בַּ ְע ָ ֽ‬ ‫ישׁ֑הּ ו ִַתּ ְס ֖ ֹ‬ ‫אוּריָּ ֣ה ִא ָ‬ ‫ִ‬ ‫ֵמ֖ת‬
‫ַתּלֶ ד ל֖ וֹ ֵבּ֑ן וַיֵּ ֧ ַ רע הַ ָדּ ָב֛ר אֲשֶׁ ר־‬ ‫שּׁה ו ֵ ֥‬ ‫ַויַּאַ ְס ָפ֤הּ אֶ ל־בֵּ יתוֹ ֙ ו ְַתּ ִהי־ל֣ וֹ ְל ִא ֔ ָ‬
‫עָ ָשׂ֥ה ָד ִו֖ד ְבּעֵ ינֵ ֥י יְ הוָ ֽה׃‬
‫‪b‬‬ ‫‪a‬‬
‫ליו וַיֹּ֤אמֶ ר לוֹ ֙‬ ‫ָב ֹא אֵ ֗ ָ‬ ‫ל־דּ ִו ֑ד ַויּ ֣‬ ‫ָ‬ ‫ָתן אֶ‬ ‫‪ 12‬וַיִּ ְשׁ ַל֧ח יְ הוָ ֛ה אֶ ת־נ ָ ֖‬ ‫‪1‬‬

‫‪11 a > 2 Mss cf 25a || 12 a LS ad 13 || 15 a G εἰσάγαγε cf L..., S ‘bdjhj (sg) || b > pc Mss GL...S || c–c > L. || 16 a pc‬‬
‫‪ cf 1 S 26,15a || 21 a G Ιεροβααλ/μ cf S (ndw)b’l et Jdc 7,1sqq || b pc Mss‬את ‪ cf Jer 36,23 || b nonn Mss‬כש׳ ‪Mss‬‬
‫> ‪— cf 14,31a 25 a‬דיך‪ || 24 a–a pc–nonn Mss ut Q || b permlt Mss C‬ויבא ‪ cf T || 22 a > 2 Mss S || 23 a 2 Mss pr‬ול׳‬
‫)‪ cf GS || b G ad ἀνάγγειλον δή μοι (τὴν‬הנביא ‪; sed etiam cf 1 S 20,13 || Cp 12, 1 a pc Mss ad‬אל ‪pc Mss, Ms‬‬
‫|| ‪κρίσιν ταύτην‬‬
‫‪4. Folge- und Übungstexte‬‬ ‫‪225‬‬

‫שׁיר וְ אֶ ָח֥ד ָ ֽראשׁ׃‬ ‫ָשׁים הָ יוּ ֙ ְבּ ִע֣יר אֶ ֔ ָחת אֶ ָח֥ד עָ ִ ֖‬ ‫אנ ִ֗‬


‫ְשׁנֵ ֣י ֲ‬
‫‪ְ 2‬לעָ ִ֗שׁיר הָ יָ ֛ה ֥צ ֹאן וּבָ ָ ֖קר הַ ְר ֵבּ֥ה ְמאֹֽ ד׃‬
‫שׂה אַ ַח֤ת ְקטַ ָנּה ֙ א ֲֶשׁ֣ר קָ ֔ ָנה‬ ‫ם־כּ ְב ֨ ָ‬
‫ִ‬ ‫וְ לָ ָר֣שׁ ֵ ֽאין־כֹּ֗ ל ִכּי ֩ ִא‬ ‫‪3‬‬

‫וּבחֵ יק֣ וֹ‬


‫וּמכֹּס֤ וֹ ִת ְשׁתֶּ ה ֙ ְ‬ ‫ֹאכל ִ‬‫דּל ִעמּ֛ וֹ וְ ִעם־בָּ נָ ֖יו י ְַח ָדּ֑ו ִמ ִפּ ֨תּוֹ ת ֜ ַ‬ ‫וַיְ חַ ֕ ֶיּהָ ו ִַתּגְ ַ ֥‬
‫‪a‬‬
‫כּב ו ְַתּ ִהי־ל֖ וֹ ְכּ ַ ֽבת ׃‬ ‫ִת ְשׁ ֔ ָ‬
‫וּמ ְבּקָ ֔רוֹ‬ ‫ַויָּ ֣ב ֹא הֵ לֶ ְך ֮ ְל ִא֣ישׁ ֶ ֽהעָ ִשׁיר ֒ ַויּ ְַח ֹ֗מל לָ ַ ֤ק ַחת ִמצּ ֹאנוֹ ֙ ִ‬ ‫‪4‬‬

‫ת־כּ ְבשַׂ ת ֙ הָ ִא֣ישׁ ָה ָ ֔ראשׁ‬ ‫ִ‬ ‫ֲשׂוֹת לָ אֹ ֵ ֖ר ַח הַ בָּ א־ל֑ וֹ וַיִּ ַ֗קּח אֶ‬ ‫לַ ע ֕‬
‫ליו׃‬‫ֲשׂהָ לָ ִ ֖אישׁ הַ ָבּ֥א אֵ ָ ֽ‬ ‫וַ ֽ   ַיּע ֔ ֶ‬
‫ָתן חַ י־יְ ה ָ֕וה ִכּ֣י בֶ ן־‬ ‫ר־אף ָדּ ִו֛ד בָּ ִ ֖אישׁ ְמ ֑ ֹאד ו ַ֨יּ ֹאמֶ ר ֙ אֶ ל־נ ֔ ָ‬ ‫ו ִ ַֽיּ ַח ַ ֥‬ ‫‪5‬‬

‫‪a‬‬
‫֗ ֵע ֶקב‬ ‫֔ ָמוֶת הָ ִ ֖אישׁ הָ עֹ ֶשׂ֥ה ֽז ֹאת׃ וְ אֶ ת־הַ ִכּ ְב ָשׂ֖ה יְ שַׁ ֵלּ ֣ם אַ ְר ַבּ ְע ָתּ֑יִ ם‬
‫‪6‬‬

‫֧אמר נ ָָת֛ן‬ ‫ת־ה ָדּ ָב֣ר הַ ֔ ֶזּה וְ ַע֖ל א ֲֶשׁ֥ר ֽל ֹא־חָ ָ ֽמל׃ וַיּ ֹ ֶ‬
‫‪7‬‬
‫ַ‬ ‫א ֲֶשׁ֤ר עָ שָׂ ה ֙ אֶ‬
‫‪a‬‬
‫ל־דּ ִו֖ד אַ ָתּ֣ה הָ ִא֑ישׁ‬ ‫ָ‬ ‫אֶ‬
‫‪ || 6 a G ἑπταπλάσιον(α), T ’rb‘jn || 7 a Mss interv‬לבת ‪3 a pc Mss citt‬‬

‫מלכים ב ‪REGUM II‬‬

‫‪2 Kön 1,1–8‬‬


‫רי מ֥ וֹת אַ ְח ָ ֽאב׃ ‪2‬וַיִּ ֹ֨פּל אֲחַ זְ ֜ ָיה ְבּ ַע ֣ד‬ ‫‪1‬וַיִּ ְפ ַשׁ֤ע מוֹאָ ב ֙ ְבּיִ ְשׂ ָר ֵ֔אל אַ חֲ ֵ ֖‬
‫שׁ ְמ ֖רוֹן וַיָּ ֑חַ ל וַיִּ ְשׁ ַל ֣ח מַ ְלאָ ִ֔כים וַיֹּ֤אמֶ ר אֲלֵ ֶהם ֙‬ ‫ֲשׁר ְבּ ֹ‬ ‫הַ ְשּׂבָ ֗ ָכה ַבּע ֲִליָּת֛ וֹ א ֶ ֥‬
‫ֳלי ֶזֽה׃ ס‬ ‫‪a‬‬
‫ֱֹלה֣י עֶ ְק ֔רוֹן ִאם־אֶ ְחיֶ ֖ה מֵ ח ִ ֥‬ ‫ְלכ֣ וּ ִד ְר ֗שׁוּ ְבּ ַב֤עַ ל זְ בוּב ֙ א ֵ‬
‫ֲלה ִל ְק ַ ֖ראת מַ ְלא ֲֵכ ֣י‬ ‫‪3‬וּמַ ְל ַאְ֣ך יְ ה ָ֗וה ִדּבֶּ ר ֙ אֶ ל־אֵ ִליָּ ֣ה הַ ִתּ ְשׁ ִ֔בּי ק֣ וּם ע ֔ ֵ‬
‫ֱֹלהים ֙ ְבּיִ ְשׂ ָר ֵ֔אל אַ תֶּ ם ֙‬ ‫שׁ ְמ ֑רוֹן וְ ַד ֵבּ֣ר אֲלֵ ֔ ֶהם ַ ֽה ִמ ְבּ ִל֤י אֵ ין־א ִ‬ ‫ֶ ֽמלֶ ְך־ ֹ‬
‫ֱֹלהי עֶ ְק ֽרוֹן׃ וְ לָ כֵ ן ֙ ֹֽכּה־אָ ַמ֣ר יְ ה ָ֔וה‬
‫‪4‬‬
‫בעַ ל זְ ב֖ וּב א ֵ ֥‬ ‫ֹֽה ְל ִ֔כים ִל ְד ֹ֕רשׁ ְבּ ַ ֥‬
‫מּנָּה ִכּ֣י מ֣ וֹת תָּ מ֑ וּת וַיֵּ ֖לֶ ְך אֵ ִליָּ ֽה׃‬ ‫א־ת ֵ ֥רד ִמ ֶ ֖‬ ‫ליתָ ָשּׁ֛ם ֽל ֹ ֵ‬ ‫הַ ִמּ ֞ ָטּה אֲשֶׁ ר־עָ ִ ֥‬
‫ֹאמ ֨רוּ‬ ‫יהם מַ ה־זֶּ ֥ה שַׁ ְב ֶ ֽתּם׃ וַיּ ְ‬
‫‪6‬‬
‫‪ַ 5‬ויָּשׁ֥ וּבוּ הַ מַּ ְלאָ ִ ֖כים אֵ ָל ֑יו וַיֹּ֥אמֶ ר אֲלֵ ֶ ֖‬
‫‪a‬‬
‫ל־ה ֶמּ֣לֶ ְך‬
‫ַ‬ ‫֣אמר אֵ לֵ ינוּ ֮ ְלכ֣ וּ שׁוּבוּ ֮ אֶ‬ ‫אתנוּ וַיּ ֹ ֶ‬ ‫ליו ִא֣ישׁ׀ עָ ָל ֣ה ִל ְק ָר ֗ ֵ‬ ‫אֵ ֜ ָ‬
‫ֱֹלהים ֙‬ ‫כּ֚ה אָ ַמ֣ר יְ ה ָו֔ה ַ ֽה ִמ ְבּ ִל֤י אֵ ין־א ִ‬ ‫ליו ֹ‬ ‫אֲשֶׁ ר־שָׁ ַל ֣ח אֶ ְתכֶ ם ֒ וְ ִד ַבּ ְר ֶתּ֣ם אֵ ֗ ָ‬
‫ֱֹלה֣י עֶ ְק ֑רוֹן ֠לָ כֵ ן הַ ִמּ ֞ ָטּה‬ ‫ֹל ַח‪ִ b‬ל ְד ֹ֕רשׁ ְבּ ַב֥עַ ל זְ ב֖ וּב א ֵ‬ ‫ְבּיִ ְשׂ ָר ֵ֔אל אַ ָתּ֣ה שׁ ֔ ֵ‬
‫מּנָּה ִ ֽכּי־מ֥ וֹת תָּ ֽמוּת׃ וַיְ ַד ֵבּ֣ר אֲלֵ ֔ ֶהם מֶ ֚ה‬
‫‪7‬‬
‫ליתָ ָשּׁ֛ם‪ֽ c‬ל ֹא־תֵ ֵ ֥רד ִמ ֶ ֖‬ ‫אֲשֶׁ ר־עָ ִ ֥‬

‫‪ || c > Ms G‬הֹלֵ ְך = ‪ || b G πορεύῃ‬הָ ִאישׁ ‪ cf Vrs || 6 a Ms S‬מֵ חָ ְליִ י ‪Cp 1, 2 a l‬‬


‫‪226‬‬ ‫‪Texte‬‬

‫ת־ה ְדּבָ ִ ֖רים‬


‫ַ‬ ‫יכם אֶ‬
‫את ֶכ ֑ם וַיְ ַד ֵבּ֣ר אֲלֵ ֔ ֶ‬
‫ִמ ְשׁ ַפּ֣ט הָ ִ ֔אישׁ א ֲֶשׁ֥ר עָ ָל֖ה ִל ְק ַר ְ‬
‫ליו ִא ֚ישׁ ַבּ֣עַ ל שֵׂ ֔ ָער וְ אֵ ז֥וֹר ע֖ וֹר אָ ז֣וּר ְבּמָ ְתנָ ֑יו‬ ‫הָ ֵ ֽאלֶּ ה׃ ‪8‬וַיּ ְ‬
‫ֹאמ ֣רוּ אֵ ֗ ָ‬
‫ֹאמר אֵ ִליָּ ֥ה הַ ִתּ ְשׁ ִ ֖בּי ֽהוּא׃‬
‫וַיּ ֕ ַ‬

‫ישעיה ‪JESAIA‬‬

‫‪Jes 5,1–7‬‬
‫דּוֹדי ְלכַ ְרמ֑ וֹ‬ ‫ירת ִ ֖‬ ‫ידי ִשׁ ַ ֥‬ ‫יד ִ ֔‬ ‫ירה ָנּא ֙ ִ ֽל ִ‬ ‫שׁ ָ‬ ‫‪1‬אָ ִ ֤‬
‫ן־שׁמֶ ן׃‬‫ידי ְבּ ֶ ֥ק ֶרן בֶּ ָ ֽ‬ ‫יד ִ ֖‬ ‫ֶכּ ֶ֛רם הָ יָ ֥ה ִ ֽל ִ‬
‫להוּ וַיִּ טָּ ֨ ֵעהוּ ֙ ֹשׂ ֵ ֔רק‬ ‫‪2‬וַ ֽ  יְ עַ זְּ ֵ ֣קהוּ וַ ֽ  יְ סַ ְקּ ֗ ֵ‬
‫תוֹכוֹ וְ גַם־יֶ ֖ קֶ ב חָ ֵצ֣ב בּ֑ וֹ‬ ‫ו ִַיּ ֤בֶ ן ִמגְ ָדּל ֙ ְבּ ֔‬
‫ָבים וַיַּ ֥עַ שׂ ְבּאֻ ִ ֽשׁים׃‬ ‫ענ ִ ֖‬ ‫וַיְ ַ ֛קו לַ עֲשׂ֥ וֹת ֲ‬
‫הוּד֑ה‬
‫ל ִם וְ ִא֣ישׁ יְ ָ‬ ‫יוֹשׁב יְ רוּשָׁ ַ ֖‬ ‫‪3‬וְ עַ ָתּ֛ה ֵ ֥‬
‫וּבין כַּ ְר ִ ֽמי׃‬ ‫ִשׁ ְפטוּ־ ָנ֕א בֵּ ִינ֖י ֵ ֥‬
‫יתי בּ֑ וֹ‬ ‫שׂ ִ‬ ‫ל ֹא עָ ִ ֖‬ ‫‪4‬מַ ה־לַּ עֲשׂ֥ וֹת עוֹד ֙ ְלכַ ְר ִ֔מי וְ ֥‬
‫ָבים וַיַּ ֥עַ שׂ‪ְ a‬בּאֻ ִ ֽשׁים׃‬ ‫ענ ִ ֖‬
‫֛יתי לַ עֲשׂ֥ וֹת ֲ‬ ‫וּע ִקוֵּ ִ‬ ‫מַ ֧דּ ַ‬
‫מי‬ ‫אוֹדיעָ ה־נָּ ֣א אֶ ְת ֔ ֶכם ֵא֛ת אֲשֶׁ ר־א ֲִנ֥י עֹ ֶשׂ֖ה ְלכַ ְר ִ ֑‬ ‫‪5‬וְ עַ ָתּה ֙ ִ ֽ‬
‫הָ ֵס֤ר‪ְ a‬משׂוּכָּ תוֹ ֙‪ b‬וְ הָ יָ ֣ה ְלבָ ֔ ֵער פָּ ֥רֹ ץ גְּ ֵד ֖רוֹ וְ הָ יָ ֥ה ְל ִמ ְר ָ ֽמס׃‬
‫ל ֹא יֵעָ ֵ ֔דר וְ עָ ָל֥ה שָׁ ִ ֖מיר ו ָָשׁ֑יִ ת‬ ‫ל ֹא יִ זָּמֵ ר ֙ וְ ֣‬ ‫יתהוּ בָ ֗ ָתה‪֤ a‬‬ ‫ֲשׁ ֵ ֣‬
‫‪ַ a 6‬וא ִ‬
‫טר׃‬ ‫וְ ַע ֤ל הֶ עָ ִבים ֙ אֲצַ ֶוּ֔ה מֵ הַ ְמ ִ ֥טיר עָ ָל֖יו מָ ָ ֽ‬
‫‪ִ 7‬כּ֣י ֜ ֶכ ֶרם יְ הוָ ֤ה ְצבָ אוֹת ֙ ֵבּ֣ית יִ ְשׂ ָר ֵ֔אל‬
‫ֲשׁוּע ֑יו‬
‫הוּדה נְ ַט֖ע שַׁ ע ָ‬ ‫וְ ִא֣ישׁ יְ ָ ֔‬
‫וַיְ ַ ֤קו ְל ִמ ְשׁפָּ ט ֙ וְ ִהנֵּ ֣ה ִמ ְשׂ ֔ ָפּח ִל ְצ ָד ָ ֖קה וְ ִהנֵּ ֥ה ְצעָ ָ ֽקה׃‬

‫וְ אַ ְשׁ ִבּיתֵ הוּ ‪) || 6 a–a prp‬שׂוך ‪ְ (a‬משׂוּכָ ׳ ‪ || b frt l‬אסיר ‪ || 5 a Q‬וישה ‪Cp 5, 4 a Q‬‬
‫‪4. Folge- und Übungstexte‬‬ ‫‪227‬‬

‫ירמיה ‪JEREMIA‬‬

‫‪Jer 13,1–11‬‬
‫ְלָּך ֙ אֵ ז֣וֹר ִפּ ְשׁ ִ֔תּים וְ שַׂ ְמתּ֖ וֹ‬ ‫לי הָ ֞לוְֹך ְוקָ ִנ֤יתָ‬ ‫‪ֹֽ 1‬כּה־אָ ֨ ַמר יְ ה ָו֜ה אֵ ֗ ַ‬
‫ל ֹא ְת ִב ֵ ֽאהוּ׃ ‪2‬וָאֶ ְקנֶ ֥ה אֶ ת־הָ אֵ ז֖וֹר ִכּ ְד ַב֣ר יְ הוָ ֑ה‬ ‫מּיִ ם ֥‬ ‫ל־מ ְתנֶ ֑יָך וּבַ ַ ֖‬
‫ָ‬ ‫עַ‬
‫הי ְדבַ ר־יְ הוָ ֛ה אֵ ַל֖י שֵׁ ִנ֥ית לֵ א ֹֽמר׃ ַ ֧קח‬
‫‪4‬‬ ‫‪a‬‬
‫שׂם עַ ל־מָ ְתנָ ֽי׃ ס וַיְ ִ ֧‬
‫‪3‬‬
‫וָאָ ִ ֖‬
‫שׁם‬ ‫ל־מ ְתנֶ ֑יָך וְ קוּם ֙ ֵל ְ֣ך ְפּ ָ ֔ר ָתה וְ טָ ְמנֵ ֥הוּ ָ ֖‬
‫‪a‬‬
‫ָ‬ ‫אֶ ת־הָ אֵ ז֛וֹר א ֲֶשׁ֥ר קָ ִנ֖יתָ א ֲֶשׁ֣ר עַ‬
‫אוֹתי׃ וַיְ ִ֕הי‬
‫‪6‬‬
‫ִֽ‬ ‫לְך וָאֶ ְט ְמנֵ ֖הוּ ִבּ ְפ ָר֑ת כַּ א ֲֶשׁ֛ר ִצוָּ ֥ה יְ הוָ ֖ה‬ ‫ִבּנְ ִ ֥קיק הַ ָ ֽסּלַ ע׃ ‪5‬וָאֵ ֕ ֵ‬
‫לי ק֚וּם ֵל ְ֣ך ְפּ ָ ֔ר ָתה וְ ַ ֤קח ִמשָּׁ ם ֙‬ ‫אמר יְ ה ָו֜ה אֵ ֗ ַ‬ ‫ִמ ֵ ֖קּץ י ִָמ֣ים ַר ִבּ֑ים ו ַ֨יּ ֹ ֶ‬
‫נוֹ־שׁם׃ וָאֵ ֵל ְ֣ך ְפּ ָ ֔רתָ ה וָאֶ ְחפֹּ֗ ר וָ ֽאֶ קַּ ח ֙‬ ‫‪7‬‬
‫ָֽ‬ ‫יתיָך ְלטָ ְמ‬ ‫ת־ה֣אֵ ֔זוֹר א ֲֶשׁ֥ר ִצוִּ ִ ֖‬ ‫ָ‬ ‫אֶ‬
‫‪a‬‬
‫ל ֹא‬ ‫תּיו ָשׁ֑מָּ ה וְ ִה ֵנּה ֙ נִ ְשׁ ַח֣ת הָ אֵ ֔זוֹר ֥‬ ‫ר־טמַ נְ ִ ֣‬
‫ְ‬ ‫ת־ה֣אֵ ֔זוֹר ִמן־הַ ָמּק֖ וֹם אֲשֶׁ‬ ‫ָ‬ ‫אֶ‬
‫כּה אָ ַמ֣ר יְ הוָ ֑ה ֠כָּ כָ ה‬ ‫יִ ְצ ַל֖ח לַ ֹֽכּל׃ פ וַיְ ִ ֥הי ְדבַ ר־יְ הוָ ֖ה אֵ ַל֥י לֵ א ֹֽמר׃ ֖ ֹ‬
‫‪9‬‬ ‫‪8‬‬

‫ל ִם הָ ָ ֽרב׃ הָ עָ ם ֩ הַ ֨ ֶזּה הָ ָ ֜רע‬


‫‪10‬‬
‫הוּד֛ה וְ אֶ ת־גְּ א֥ וֹן יְ רוּשָׁ ַ ֖‬ ‫אַ ְשׁ ִ֞חית‪ a‬אֶ ת־גְּ א֧ וֹן יְ ָ‬
‫ח ֵרי ֙‬ ‫ת־דּ ָב ַ ֗רי ‪a‬הַ ֹֽה ְל ִכים ֙ ִבּ ְשׁ ִר ֣רוּת ִל ָ֔בּם‪ַ a‬ויּ ְֵל ֗כוּ ַ ֽא ֲ‬ ‫וֹע אֶ ְ‬ ‫ַ ֽהמֵּ א ֲִנ ֣ים׀ ִל ְשׁמ֣ ַ‬
‫ֲשׁר‬ ‫יהי ֙ כָּ אֵ ז֣וֹר הַ ֔ ֶזּה א ֶ ֥‬ ‫‪b‬‬
‫חוֹ֣ת לָ ֶה֑ם וִ ִ‬ ‫וּל ִה ְשׁ ַתּ ֲ‬ ‫דם ְ‬ ‫ֲח ִ ֔רים ְלעָ ְב ָ ֖‬ ‫ֱֹלה֣ים א ֵ‬ ‫א ִ‬
‫ֵי־אישׁ ֵכּ ֣ן‬ ‫ִ֡כּי כַּ אֲשֶׁ ר ֩ יִ ְד ַ֨בּק הָ אֵ ֜זוֹר אֶ ל־מָ ְתנ ִ ֗‬ ‫‪11‬‬
‫ל ֹא־יִ ְצ ַל֖ח לַ ֹֽכּל׃‬
‫הוּדה ֙ נְ אֻ ם־יְ ה ָ֔וה‬ ‫ל־בּ֤ית יְ ָ‬ ‫ֵ‬ ‫ל־בּית יִ ְשׂ ָר ֵ֜אל וְ אֶ ת־כָּ‬
‫‪a‬‬
‫ֵ֨‬ ‫ִה ְד ַבּ ְ֣ק ִתּי ֠אֵ לַ י ‪a‬אֶ ת־כָּ‬
‫ל ֹא שָׁ ֵ ֽמעוּ׃‬‫וּל ִת ְפ ָא ֶ֑רת וְ ֖‬ ‫שׁם וְ ִל ְת ִה ָלּ֖ה ְ‬ ‫וּל ֵ ֥‬‫ִ ֽל ְהי֥וֹת ִלי ֙ ְל ֔ ָעם ְ‬

‫‪? || 11 a–a‬וַיְ הי ‪? cf 7b || 10 a–a > G* || b l‬נִ ְשׁחַ ת ‪ || 9 a l‬וְ לא ‪Cp 13, 3 a > Ms G* || 4 a α´ εἰς Φαραν || 7 a mlt Mss G534S‬‬
‫‪add‬‬

‫עמוס ‪AMOS‬‬
‫‪Am 7,10–17‬‬
‫שׁר‬ ‫אמר קָ ֨ ַ‬
‫ית־אל אֶ ל־י ָָר ְב ָע֥ם ֶ ֽמלֶ ְך־יִ ְשׂ ָר ֵא֖ל לֵ ֑ ֹ‬ ‫ֵ֔‬ ‫לח אֲמַ ְצ ָיה ֙ כּ ֵֹה֣ן ֵ ֽבּ‬ ‫‪10‬וַיִּ ְשׁ ֗ ַ‬
‫ְלהָ ִ ֖כיל‬ ‫ֹא־תוּכ ֣ל הָ ָ֔א ֶרץ‬
‫ַ‬ ‫ְבּ ֶ֨ק ֶרב ֙ ֵבּ֣ית יִ ְשׂ ָר ֵ֔אל ל‬ ‫ליָך עָ ֗מוֹס‬ ‫עָ ֜ ֶ‬
‫כה ֙ אָ ַמ֣ר עָ ֔מוֹס‬ ‫ל־דּ ָב ָ ֽריו׃ ִכּי־ ֹ‬
‫‪11‬‬
‫אֶ ת־כָּ ְ‬
‫ָֹלה יִ גְ ֶל֖ה מֵ ַע֥ל אַ ְדמָ ֽתוֹ׃ ס‬ ‫ח ֶרב יָמ֣ וּת י ָָר ְב ָע ֑ם וְ ִ֨י ְשׂ ָר ֵ֔אל גּ ֥‬ ‫בַּ ֶ ֖‬
‫הוּד֑ה‬ ‫ל־א ֶ֣רץ יְ ָ‬ ‫ֶ‬ ‫ח־לָך֖ אֶ‬
‫ְ‬ ‫ח ֶז֕ה ֵלְ֥ך ְבּ ַר‬ ‫ֲמ ְצ ָיה ֙ אֶ ל־עָ ֔מוֹס ֹ‬ ‫‪12‬וַיֹּ֤אמֶ ר א ַ‬
‫א־תוֹסיף ע֖ וֹד ְל ִהנּ ֵָב֑א‬ ‫ִ֥‬ ‫ית־אל ֽל ֹ‬ ‫ֵ֔‬ ‫וּב‬
‫ָבא׃ ‪ֽ ֵ 13‬‬ ‫לחֶ ם וְ ָשׁ֖ם ִתּנּ ֵ ֽ‬ ‫ל־שׁ֣ם ֔ ֶ‬ ‫ָ‬ ‫ֶואֱכָ‬
‫וַיַּ ֤עַ ן עָ מוֹס ֙‬ ‫‪14‬‬
‫ס‬ ‫וּבית מַ ְמלָ ָכ֖ה ֽהוּא׃‬ ‫שׁ־מלֶ ְך ֙ ֔הוּא ֵ ֥‬ ‫ֶ֨‬ ‫כּי ִמ ְק ַדּ‬ ‫ִ֤‬
‫‪228‬‬ ‫‪Texte‬‬

‫‪a‬‬
‫י־בוֹקר‬
‫ֵ֥‬ ‫ָביא אָ ֹנ ִ֑כי ִ ֽכּ‬ ‫ל ֹא בֶ ן־נ ִ ֖‬ ‫וַיֹּ֣אמֶ ר אֶ ל־אֲמַ ְצ ָי֔ה ל ֹא־נ ִָב֣יא אָ ֹ֔נ ִכי וְ ֥‬
‫֤אמר אֵ לַ י ֙‬ ‫צּ ֹאן וַיּ ֹ ֶ‬ ‫ֲרי ַה ֑‬ ‫וּבוֹל֥ס ִשׁ ְק ִ ֽמים׃ ‪15‬וַיִּ קָּ ֵח֣נִ י יְ ה ָ֔וה מֵ אַ ח ֵ ֖‬ ‫ֵ‬ ‫אָ ֹנ ִ֖כי‬
‫תּה ְשׁ ַמ֣ע ְדּבַ ר־יְ הוָ ֑ה אַ ָתּ֣ה‬ ‫יְ ה ָו֔ה ֵלְ֥ך ִה ָנּ ֵב֖א אֶ ל־עַ ִ ֥מּי יִ ְשׂ ָר ֵ ֽאל׃ וְ עַ ָ ֖‬
‫‪16‬‬

‫ל־בּית יִ ְשׂ ָ ֽחק׃ לָ ֞ ֵכן‬


‫‪17‬‬
‫ֵ֥‬ ‫ל ֹא תַ ִ ֖טּיף עַ‬ ‫ל ֹא ִתנָּבֵ א ֙ עַ ל־יִ ְשׂ ָר ֵ֔אל וְ ֥‬ ‫ֹא ֗ ֵמר ֤‬
‫כֹּה־אָ ַמ֣ר יְ ה ָ֗וה‬
‫ֹתיָך ֙ ַבּ ֶח ֶ֣רב יִ ֹ֔פּלוּ‬ ‫וּבנ ֨ ֶ‬
‫ִא ְשׁ ְתּ ָ֞ך בָּ ִע֤יר ִתּזְ ֶנה ֙ וּבָ נֶ ֤יָך ְ‬
‫וְ אַ ְדמָ ְתָך֖ בַּ ֶח֣בֶ ל ְתּחֻ ָלּ ֑ק וְ אַ ֗ ָתּה עַ ל־א ֲָד ָמ֤ה ְטמֵ אָ ה ֙ תָּ ֔מוּת‬
‫ָֹלה יִ גְ ֶל֖ה מֵ ַע֥ל אַ ְדמָ ֽתוֹ׃ ס‬ ‫וְ ִ֨י ְשׂ ָר ֵ֔אל גּ ֥‬
‫נוֹקֵ ד ‪Cp 10,14 a G αἰπόλος, frt l‬‬

‫קהלת ‪ECCLESIASTES‬‬

‫‪Koh (Eccl) 3,1–8‬‬


‫תּחַ ת הַ שָּׁ ָ ֽמיִ ם׃ ס‬ ‫ל־חפֶ ץ ַ ֥‬‫ֵ֖‬ ‫כּל זְ ָמ֑ן וְ ֵע֥ת ְלכָ‬ ‫‪ 1‬לַ ֖ ֹ‬
‫‪ֵ 2‬ע֥ת לָ ֶל ֶ֖דת וְ ֵע ֣ת לָ מ֑ וּת‬
‫וּע׃‬ ‫ֵע ֣ת לָ ֔ ַטעַ ת וְ ֵע֖ת לַ עֲק֥ וֹר נ ָֽט ַ‬
‫‪ֵ 3‬ע ֤ת לַ הֲרוֹג ֙‪ a‬וְ ֵע ֣ת ִל ְר ֔פּוֹא‬
‫ֵע֥ת ִל ְפ ֖רוֹץ וְ ֵע֥ת ִל ְבנֽ וֹת׃‬
‫‪ֵ 4‬ע ֤ת ִל ְבכּוֹת ֙ וְ ֵע ֣ת ִל ְשׂ ֔חוֹק‬
‫ֵע֥ת ְספ֖ וֹד וְ ֵע֥ת ְר ֽקוֹד׃‬
‫ליְך אֲבָ ִנ֔ים וְ ֵע֖ת ְכּנ֣וֹס אֲבָ ִנ ֑ים‬ ‫‪ 5‬עֵ ֚ת ְלהַ ְשׁ ִ ֣‬
‫חק ֵמחַ ֵ ֽבּק׃‬ ‫ח ֔בוֹק וְ ֵע֖ת ִל ְר ֥ ֹ‬ ‫ֵע ֣ת לַ ֲ‬
‫‪ֵ 6‬ע ֤ת ְל ַבקֵּ שׁ ֙ וְ ֵע ֣ת ְלאַ ֵ֔בּד‬
‫ֵע֥ת ִל ְשׁמ֖ וֹר ְו ֵע֥ת ְלהַ ְשׁ ִ ֽליְך׃‬
‫וֹע ֙ וְ ֵע ֣ת ִל ְת ֔פּוֹר‬ ‫‪ֵ 7‬ע ֤ת ִל ְק ֨ר ַ‬
‫חשׁ֖ וֹת ְו ֵע֥ת ְל ַד ֵ ֽבּר׃‬ ‫ֵע֥ת לַ ֲ‬
‫הב ֙ וְ ֵע ֣ת ִל ְשׂנֹ֔א‬ ‫א ֹ‬ ‫ל ֱ‬
‫‪ֵ 8‬ע ֤ת ֶ ֽ‬
‫ֵע֥ת ִמ ְלחָ ָמ֖ה ְו ֵע֥ת שָׁ ֽלוֹם׃‬

‫לַ הֲדוֹף ‪ vel‬לַ הֲרוֹס ‪Cp 3, 3 a prp‬‬


‫‪5. Paralleltexte zum notetischen Vergleich‬‬ ‫‪229‬‬

‫‪5. Paralleltexte zum notetischen Vergleich‬‬

‫‪1 Chr 10,1–7‬‬ ‫‪1 Sam 31,1–7‬‬


‫חמ֣ וּ ְביִ ְשׂ ָר ֵא֑ל וַיָּ   ֑נָס‬ ‫וּפ ִל ְשׁ ִ ֖תּים נִ ְל ֲ‬‫ְבּיִ ְשׂ ָר ֵא֑ל ‪ְ 1‬‬ ‫מים‬‫וּפ ִל ְשׁ ִ ֖תּים נִ ְלחָ ִ ֣‬ ‫‪ְ 1‬‬
‫ְפ ִל ְשׁ ִ֔תּים‬ ‫ִמ ְפּנֵ ֣י‬ ‫ִמ ְפּנֵ ֣י ִ ֽאישׁ־יִ ְשׂ ָראֵ ל ֙‬ ‫יִ ְשׂ ָראֵ ל ֙‬ ‫אַ נְ ֵשׁ֤י‬ ‫ַו ָיּ ֻנ֜סוּ‬
‫לים ְבּ ַה֥ר גִּ ְלבֹּֽ ַע׃‬ ‫הר וַיִּ ְפּל֥ וּ חֲלָ ִ ֖‬ ‫לים ְבּ ַ ֥‬ ‫ְפ ִל ְשׁ ִ֔תּים וַיִּ ְפּל֥ וּ חֲלָ ִ ֖‬
‫הַ גִּ ְל ֹֽבּ ַע׃‬
‫ֲרי שָׁ א֖ וּל‬ ‫ְפ ִל ְשׁ ִ֔תּים אֶ ת־שָׁ א֖ וּל ‪ַ 2‬ויּ ְַד ְבּק֣ וּ ְפ ִל ְשׁ ִ֔תּים אַ ח ֵ ֥‬ ‫‪ַ 2‬ויּ ְַד ְבּק֣ וּ‬
‫ְפ ִל ְשׁ ִ֗תּים‬ ‫ַויַּכּ֣ וּ‬ ‫וְ אֶ ת־ ָבּנָ ֑יו ַויַּכּ֣ וּ ְפ ִל ְשׁ ִ֗תּים אֶ ת־ וְ אַ ח ֲֵר֣י בָ נָ ֑יו‬
‫וְ אֶ ת־‬ ‫ָדב‬‫ָדב וְ אֶ ת־מַ ְל ִכּי־ אֶ ת־יוֹנ ָָת֧ן וְ אֶ ת־א ֲִבינ ָ ֛‬
‫יְ הוֹנ ָָת֧ן וְ אֶ ת־א ֲִבינ ָ ֛‬
‫וּע ְבּנֵ ֥י שָׁ ֽאוּל׃‬ ‫מַ ְל ִכּי־שׁ֖ ַ‬ ‫וּע ְבּנֵ ֥י שָׁ ֽאוּל׃‬ ‫שׁ֖ ַ‬
‫ַה ִמּ ְלחָ מָ ה ֙ עַ ל־שָׁ א֔ וּל‬ ‫ַה ִמּ ְלחָ מָ ה ֙ אֶ ל־שָׁ א֔ וּל ‪3‬ו ִַתּ ְכ ַבּ֤ד‬ ‫‪3‬ו ִַתּ ְכ ַבּ֤ד‬
‫מּוֹרים בַּ ָ ֑קּשֶׁ ת וַיָּ ֖חֶ ל‬
‫אנ ִָשׁ֣ים בַּ ָ ֑קּשֶׁ ת וַיִּ ְמצָ ֻא֖הוּ ַה ִ ֣‬
‫מּוֹרים ֲ‬
‫וַיִּ ְמצָ ֻא֥הוּ ַה ִ ֖‬
‫וֹרים׃‬
‫ִמן־הַ יּ ִ ֽ‬ ‫וֹרים׃‬ ‫וַיָּ ֥חֶ ל ְמ ֖ ֹאד ֵמהַ מּ ִ ֽ‬
‫ליו‬‫ֹשׂא כֵ ֜ ָ‬ ‫‪4‬וַיֹּ֣אמֶ ר שָׁ אוּל ֩ אֶ ל־נ ֨ ֵ‬ ‫ליו ְשׁ ֹ֥לף‬ ‫שׂא כֵ ֜ ָ‬ ‫‪4‬וַיֹּ֣אמֶ ר שָׁ אוּל ֩ ְל ֹנ ֨ ֵ‬
‫ָ֗בהּ‬ ‫ַח ְר ְבָּך֣ ׀ וְ ָד ְק ֵר֣נִ י‬ ‫ְשׁ ֹ֥לף‬ ‫חַ ְר ְבָּך֣ ׀ ְו ָד ְק ֵר֣נִ י ָ֗בהּ פֶּ ן־ ָ֠יבוֹאוּ‬
‫הָ ֵ֨אלֶּ ה ֙‬ ‫הָ ע ֲֵר ִל֤ים‬ ‫פֶּ ן־ ָי ֹ֜באוּ‬ ‫וּדקָ ֻ ֨רנִ י ֙‬
‫ְ‬ ‫הָ ֵא֤לֶּ ה‬ ‫הָ ע ֲֵר ִ֨לים‬
‫ֹשׂ֣א‬ ‫ל ֹא אָ בָ ה ֙ נ ֵ‬ ‫לוּ־בי וְ ֤‬ ‫ִ֔‬ ‫וְ ִה ְתעַ ְלּ‬ ‫ל ֹא אָ בָ ה ֙ ֹנ ֵשׂ֣א‬ ‫לוּ־בי וְ ֤‬ ‫ִ֔‬ ‫וְ ִה ְתעַ ְלּ‬
‫ָרא ְמ ֑ ֹאד וַיִּ ַ ֤קּח שָׁ אוּל ֙‬ ‫ליו ִ ֥כּי י ֵ ֖‬ ‫כֵ ֔ ָ‬ ‫ָרא ְמ ֑ ֹאד וַיִּ ַ ֤קּח שָׁ אוּל ֙‬ ‫ליו ִ ֥כּי י ֵ ֖‬ ‫כֵ ֔ ָ‬
‫ליהָ ׃‬
‫פּל עָ ֶ ֽ‬ ‫אֶ ת־הַ ֔ ֶח ֶרב וַיִּ ֖ ֹ‬ ‫ליהָ ׃‬
‫פּל עָ ֶ ֽ‬ ‫אֶ ת־הַ ֔ ֶח ֶרב וַיִּ ֖ ֹ‬
‫שׂא־כֵ ָל֖יו ִכּ֣י ֵמ֣ת שָׁ א֑ וּל‬ ‫שׂא־כֵ ָל֖יו ִכּ֣י ֵמ֣ת שָׁ א֑ וּל ‪5‬וַיַּ ֥ ְ רא ֹנ ֵ ֽ‬ ‫‪5‬וַיַּ ֥ ְ רא ֹנ ֵ ֽ‬
‫ל־ה ֶח ֶ֖רב ַו ָיּ ֹֽמת׃‬
‫ַ‬ ‫פּל גַּם־ה֛ וּא עַ‬ ‫פּל גַּם־ה֛ וּא עַ ל־חַ ְרבּ֖ וֹ וַיָּ ֥מָ ת וַיִּ ֥ ֹ‬ ‫וַיִּ ֥ ֹ‬
‫ִע ֽמּוֹ׃‬
‫בָּ ֔ ָניו‬ ‫וּשׁ ֹ֣לשֶׁ ת‬
‫ְ‬ ‫שׂא ‪6‬וַיָּ ֤מָ ת שָׁ אוּל ֙‬ ‫‪6‬וַיָּ ֣מָ ת שָׁ א֡ וּל ְ‬
‫וּשׁ ֹ֣לשֶׁ ת בָּ נָיו ֩ וְ ֹנ ֨ ֵ‬
‫דּו ֵ ֽמתוּ׃‬ ‫אנ ָָשׁ֛יו בַּ יּ֥וֹם הַ ה֖ וּא וְ כָ ל־בֵּ ית֖ וֹ י ְַח ָ ֥‬ ‫ליו גַּ ֧ם כָּ ל־ ֲ‬ ‫כֵ ֜ ָ‬
‫י ְַח ָ ֽדּו׃‬
‫‪ַ֠ 7‬ויִּ ְראוּ כָּ ל־ ִ ֨אישׁ יִ ְשׂ ָר ֵא֤ל אֲשֶׁ ר־‬ ‫אֲשֶׁ ר־‬ ‫שׁי־יִ֠ ְשׂ ָראֵ ל‬ ‫אַ נְ ֵ ֽ‬ ‫‪7‬וַיִּ ְרא֣ וּ‬
‫י־מ֖תוּ שָׁ א֣ וּל‬ ‫בָּ ֨ ֵע ֶמק ֙ ִכּ֣י ָנ֔סוּ וְ ִכ ֵ‬ ‫ְבּ ֵע ֣בֶ ר‬ ‫ְבּ ֨ ֵע ֶבר הָ ֜ ֵעמֶ ק ַוא ֲֶשׁ֣ר׀‬
‫באוּ‬
‫וּבָ נָ ֑יו ַויַּעַ זְ ב֤ וּ עָ ֵריהֶ ם ֙ ַו ָיּ ֻנ֔סוּ ַו ָיּ ֣ ֹ‬ ‫הַ יּ ְַר ֵ ֗דּן ִ ֽכּי־ ָנ֨סוּ ֙ אַ נְ ֵשׁ֣י יִ ְשׂ ָר ֵ֔אל‬
‫ֵשׁב֖ וּ בָּ ֶ ֽהם׃‬
‫ְפ ִל ְשׁ ִ֔תּים ַויּ ְ‬ ‫י־מ֖תוּ שָׁ א֣ וּל וּבָ נָ ֑יו ַויַּעַ זְ ב֤ וּ אֶ ת־‬ ‫וְ ִכ ֵ‬
‫באוּ ְפ ִל ְשׁ ִ֔תּים‬ ‫ַו ָיּ ֔ ֻנסוּ ַו ָיּ ֣ ֹ‬ ‫ֶ ֽהעָ ִרים ֙‬
‫וַיֵּ ְֽשׁב֖ וּ בָּ ֶ ֽהן׃‬
230 Texte

6. Codex Leningradensis: Genesis 21,33 – 22,12


Die gegenüberliegende Seite gibt einen Ausschnitt aus der Seite 12 recto
des Codex Leningradensis wieder. Auf dieser Handschrift basieren die
modernen Ausgaben BHS und BHQ. Wiedergegeben sind zwei von drei
Spalten der Seite. Der Text beginnt rechts oben mit den letzten drei
Zeilen von Gen 21 (Verse 33+34). Nach einem Einschnitt beginnt in der
vierten Zeile Kapitel 22. Da es zu jener Zeit – ca. 1008 n.Chr. – noch
keine Kapitel- oder Verszählung gab, wird der Neueinsatz durch die neue
Zeile und das nebenstehende Zeichen ‫( ֡ס‬seder = Ordnung, Reihenfolge)
signalisiert.
Am oberen Rand finden sich zwei sehr klein geschriebene Zeilen
hebräischer Schriftzeichen, die nicht punktiert sind. Es handelt sich
hierbei um Anmerkungen der Masoreten (Masora magna), die in den
meisten modernen Bibelausgaben nicht wiedergegeben sind. Am unteren
Blattrand stehen entsprechende Anmerkungen. Zwischen den Spalten des
Textes stehen die knappen Anmerkungen der Masora parva, die auch in
der üblichen Biblia Hebraica reproduziert sind.
Die Schrift lässt sich nach kurzer Eingewöhnungszeit recht gut lesen.
Allerdings fällt es oft nicht leicht, Punktation und Akzente voneinander zu
unterscheiden. Im Gegensatz zu den ordentlich gesetzten Bibelausgaben
herrscht ein gewisser Wildwuchs. So steht etwa beim ersten Buchstaben in
Gen 22,1, einem ‫ו‬, das pátaḥ nicht direkt unter dem Schaft des Konso-
nanten, sondern etwas zur Seite ausgerückt. Beim nächsten Wort ֙ ‫אַ חַ ר‬
geht der lange Hals des in der folgenden Zeile stehenden ֹ ‫ ל‬aus ‫ֱֹלהים‬ ִ֔ ‫וְ ָה֣א‬
durch das pátaḥ unter dem ‫א‬.
Im dritten Wort des Verses, ‫הַ ְדּבָ ִ ֣רים‬, fällt ein waagerechter Strich über
dem ‫ ב‬auf. Hierbei handelt es sich um ein masoretisches Punktations-
zeichen, das in modernen Ausgaben nicht wiedergegeben wird. Es heißt
rafe und gibt an, dass der fragliche Buchstabe ohne dāgeš gelesen wird. Am
Ende der Zeile sieht man undeutlich, dass ein moderner Leser mit „22,1“
die heutige Kapitelzählung ergänzt hat, dies allerdings auf der falschen
Seite. Am Ende der dritten Zeile von Gen 22 (= 6. Zeile von oben) sieht
man zwei undefinierbare Zeichen. Es handelt sich um Haken, die der
Schreiber eingefügt hat, damit das Schriftbild am Rand ruhiger wirkt
(Blocksatz). Solche Haken stehen mehrfach, vgl. etwa die letzte Zeile
dieser Spalte.
Es empfiehlt sich, zur Übung einige Verse in dieser Handschrift mit dem
vorne wiedergegebenen Biblia-Hebraica-Text von Gen 22 zu vergleichen.
6. Codex Leningradensis 231

Detail des Codex Leningradensis f. 12r. Abdruck mit freundlicher Genehmigung durch
West Semitic Research. Photograph by Bruce and Kenneth Zuckerman,
West Semitic Research, with the collaboration of the Ancient Biblical Manuscript Center.
Courtesy Russian National Library (Saltykov-Shchedrin).
Vokabular

1. Vokabular zur Grammatik und zu den Texten


Im ersten Teil des Vokabulars werden die Wörter transkribiert, damit die
eigene Aussprache kontrolliert werden kann. Die Transkription richtet sich
nach der in der „Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft“
(ZAW) verwendeten:
Konsonanten:
 ’ b g d h (auch mit Mappiq) w z ḥ ṭ y k l m n s ‘ p ṣ q r ś š t.
 dāgeš forte wird durch Doppelschreibung des Konsonanten ausge-
drückt.
Vokale:
 ́ æṣ ḥaṭup̄ : å ), ַ a, ֶ æ , ֵ e , ִ i , ֹ o , ֻ u , ‫ ָיו‬â w ;
ָ ā (qām
 mit Vokalbuchstaben: ‫ ֶי‬æ̂ , ‫ ֵי‬ê , ‫ ִי‬î , ֹ‫ ו‬ô , ‫ וּ‬û ; ‫ ָה‬â ;
 die Murmel-/ḥaṭef -Vokale: ֳ å, ֲ a, ֱ æ, ְ e;
 Paṭaḥ furtivum : a ;
abweichend von der ZAW wird
 die „weiche“, spirantische Aussprache von ‫ב‬, ‫כ‬, ‫ פ‬durch ḇ, ḵ, p̄
gekennzeichnet;
 dort, wo der Ton auf der vorletzten Silbe liegt (Pänultimabeto-
nung), das nicht-hebräische Zeichen ´ verwendet.
234 Vokabular

1.1 Zur Schrift- und Lautlehre

§ 1 – § 3.1.3 ‫ שָׁ ם‬dort šām

‫ שָׁ מַ ר‬beobachten, bewahren, ‫ פֹּה‬hier poh


(be)hüten šāmar
‫ ֶ֜א ֶרץ‬fem. Erde, Land ’ǽræṣ
‫ חָ ְכמָ ה‬Weisheit ḥåḵmâ
‫שָׁ ֜ ַמיִ ם‬ Himmel šāmáyim
‫חָ כָ ם‬ weise, Weiser ḥāḵām ‫כּ ֶסף‬
ֶ ֜ Silber, Geld kǽsæp̄
‫חָ כַ ם‬ weise sein/werden
‫זָהָ ב‬ Gold zāhāḇ
ḥāḵam
‫ ֜ ֶז ַרע‬Same, Saat, Nach-
‫ פָּ עַ ל‬tun, machen pā‘al
kommenschaft
‫ סוּס‬Pferd sûs zǽra‘
‫ קָ טַ ל‬töten qāṭal § 3.1.4 – § 3.2.3
‫רוּח‬
ַ Wind, Hauch, ‫ חֵ ְטא‬Sünde, Verfehlung ḥeṭ’
Geist rû aḥ
‫חָ טָ א‬ sündigen, sich fehlver-
‫ שֹׁפֵ ט‬Richter, Retter halten ḥāṭā’
šop̄eṭ
‫ ֜ ֶמלֶ ְך‬König mǽlæḵ
‫שָׁ פַ ט‬ richten šāp̄aṭ
‫מָ לַ ְך‬ König sein/werden,
‫ צ ֹאן‬Kleinvieh, Schafe und herrschen mālaḵ
Ziegen ṣo’n
‫מַ ְלכָּ ה‬ Königin malkâ
‫ עוֹד‬noch(mals), wieder,
weiter(hin) ‘ôd ‫ ְבּ ִרית‬fem. Bund, Verpflichtung
b erît
‫ אֹ֜ זֶן‬fem. Ohr ’ózæn
‫ לָ ַמד‬lernen; Pi. lehren
‫ עָ וֹן‬Sünde, Schuld, Unheil lāmad
‘āwon
‫ כָּ תַ ב‬schreiben kātaḇ
‫ ֶ ֜דּ ֶרְך‬Weg, Wandel dæræḵ
‫ אֲנִ י‬ich’ anî ; auch ‫’ אָ נ ִֹכי‬ānoḵî
‫ יָד‬fem. Hand yād
‫ֹלהים‬
ִ ‫א‬ ֱ (der) Gott, Götter
‫ בָּ ָרא‬schaffen, erschaffen ’  lohîm
bārā’
‫ ח ֳִלי‬Krankheit ḥ ålî
‫ בֵּ ן‬Sohn ben
‫חָ לָ ה‬ krank sein/werden ḥālâ
‫בַּ ת‬ Tochter bat
‫ ְבּ‬in, an, mit (präfigierte
‫אָ ב‬ Vater ’āḇ Partikel, die auf die Fra-
‫אֵ ם‬ Mutter ’em gen: wo(hin)? wann?
womit? wodurch?
‫ ל ֹא‬nicht lo’ antwortet) b e
1. Zur Grammatik und zu den Texten 235

‫ ְכּ‬wie, gemäß, entspre- ‫ ָרשָׁ ע‬Frevler, Gottloser,


chend (präfigierte schuldig rāšā‘
Partikel) k e
‫ ֜ ַמיִ ם‬Wasser máyim
‫ נָתַ ן‬geben nātan
‫ אָ כַ ל‬essen, fressen ’āḵal
‫ עַ ם‬Volk (Verwandter) ‘am
‫אָ ְכלָ ה‬ Essen, Speise ’åḵlâ
‫ וַיְ ִהי‬und es/er geschah, war,
‫ אַ ָתּה‬masc. du ’attâ
wurde way ehî
‫אַ ְתּ‬ fem. du ’at(t e) → § 4.4.1
‫הָ יָה‬ sein, werden, geschehen
hāyâ ‫הוּא‬ er hû’
‫ ִהלֵּ ל‬Pi. loben, preisen; ‫ִהיא‬ sie ( fem. Sg.) hî’
Hit. sich rühmen hillel
́ åt
‫ ַו ֜ ָיּמָ ת‬und er starb wayyām
‫ ֶָבּ ַרְך‬segnen, loben bāraḵ
‫מוּת‬ sterben mût
‫ אָ ָדם‬Mensch, Menschheit
’ādām ‫ מוֹשָׁ ב‬Wohnsitz môšāḇ

‫א ֲָדמָ ה‬ Ackerland, Erde ’ adāmâ ‫יָשַׁ ב‬ sich setzen, sitzen,


wohnen, bleiben yāšaḇ
‫ עֳנִ י‬Elend, Not ‘ ånî
‫שֵׁ ב‬ bleib! (Impt. masc. Sg.
‫ ִאישׁ‬Mann, ein jeder ’îš ‫ ) ישׁב‬šeḇ
‫אנ ִָשׁים‬
ֲ Männer ’ anāšîm ‫אֶ ת־‬/‫„ אֵ ת‬Akkusativ“-Zeichen
’et /’æt
‫ עָ שָׂ ה‬tun ‘āśâ
‫כָּ ל־‬/‫ כֹּל‬Gesamtheit, alle, jeder,
‫מַ עֲשֶׂ ה‬ Tat, Werk ma‘ aśæh
ganz kol /kål
‫א ַנ ְ֜חנוּ‬
ֲ wir ’ anáḥnû auch:
‫ קָ ָרא‬rufen, nennen, lesen
‫ ַנ ְ֜חנוּ‬náḥnû
qārā’
§ 3.3.1 – § 3.4.2 ‫ליְ לָ ה‬
ַ ֜ Nacht, nachts láylâ
ְ‫ ו‬und, aber (präfigierte ‫יוֹם‬ Tag yôm
Partikel) w e
‫ ַו ֜יּ ֹאמֶ ר‬und er sprach
§4
wayyó’mær ‫ יָלַ ד‬gebären, erzeugen
yālad
‫אָ מַ ר‬ sprechen, sagen ’āmar
‫ֶי֜לֶ ד‬ Kind, Junge yǽlæd
‫ ַו ֜ ָיּקָ ם‬und er erhob sich
wayyāq́ åm ‫וֹל ֶדת‬
ֶ֜ ‫מ‬ Verwandtschaft môlǽdæt
‫ לָ ַקח‬nehmen lāqaḥ
‫קוּם‬ aufstehen, sich erheben ‫יִ קַּ ח‬ er wird nehmen yiqqaḥ
qûm
‫וַיִּ ַקּח‬ und er nahm wayyiqqaḥ
‫ אוֹר‬Licht ’ôr
236 Vokabular

‫ טָ הֵ ר‬rein sein; Pi. reinigen, sāp̄ar


sich reinigen ṭāher
‫ֵ֜ספֶ ר‬ Schriftstück, Brief, Buch
‫טָ הוֹר‬ rein ṭāhôr sép̄ær
‫טָ מֵ א‬ unrein sein/werden; ‫ִמ ְספָּ ר‬ Zahl mispār
Pi. verunreinigen;
‫ כָּ בֵ ד‬schwer/angesehen
Hit. sich verunreinigen
sein/werden kāḇed
ṭāme’
‫כָּ בוֹד‬ Gewicht, Herrlichkeit,
‫ ָדּבָ ר‬Wort, Sache, Ereignis
dāḇār
Ehre, Ansehen kāḇôd
‫קָ טֹן‬ klein/gering sein qāṭon
‫ִדּבֶּ ר‬ Pi. reden dibbær
‫ יָטַ ב‬gut sein/gehen yāṭaḇ
‫ ֜ ֶצ ֶדק‬Gerechtigkeit, gemein-
schaftsgemäßes Verhal- ‫טוֹב‬ gut (sein) ṭôḇ
ten ṣǽdæq
‫ַרע‬ schlecht, böse ra‘
‫ְצ ָדקָ ה‬ Gerechtigkeit, gemein-
schaftsgemäße Tat ṣ edāqâ ‫ָרעַ ע‬ schlecht/böse sein rā‘a‘

‫צָ ַדק‬ gerecht, im Recht sein; ‫ ַ֜בּיִ ת‬Haus báyit ; st. cons. ‫בֵּ ית‬
Hit. sich rechtfertigen Haus des/eines ... bêt
ṣādaq ‫ ֜ ָמוֶת‬Tod māẃ æt ; st. cons.
‫ ְל‬hinsichtlich, für, (prä- ‫ מוֹת‬Tod des/eines ...
figierte Partikel der Ziel- môt
richtung, häufig als Dativ ‫ ַָרצָ ה‬Gefallen haben an rāṣâ
zu übersetzen) l e
‫ָרצוֹן‬ Wohlgefallen rāṣôn
‫ עָ פָ ר‬Staub ‘āp̄ār
‫ ר ֹאשׁ‬Kopf, Gipfel ro’š
‫ מָ צָ א‬finden, antreffen māṣā’
‫אשׁית‬
ִ ‫ֵר‬ Anfang, Erstes, Erstling
‫ שָׁ לוֹם‬Heil, Friede, Wohl- re’šît
ergehen šālôm
‫ יָצָ א‬hinausgehen, -ziehen
‫שָׁ לֵ ם‬ unversehrt/vollständig yāṣā’
sein/werden; Pi. vervoll-
ständigen, ersetzen, erfül- ‫ ְבּאֵ ר‬Brunnen, Wasserloch
len šālem b e’er

‫ פֶּ ה‬Mund pæh
‫ בָּ נָה‬bauen bānâ
‫ סָ פַ ר‬zählen; Pi. erzählen
1. Zur Grammatik und zu den Texten 237

1.2 Zu den Einführungs- und Basistexten

Durch + gekennzeichnete Wörter gelten nicht als „Lernvokabeln“. Zur


Umschrift und Betonung → S. 233.

ְ‫ ו‬und, aber (präfigierte


Gen 1, 1-13 Partikel) w e ; auch ‫ ָו‬oder
‫ וּ‬wā/û
V. 1 ‫ ְבּ‬in, an, mit (präfigierte
Partikel, die auf die Fra- V. 2 ‫היְ תָ ה‬
ֽ ָ sie war (3. fem. Sg. AK
gen: wo(hin)? wann? Qal ‫ ) היה‬hāy etâ