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Klausurersatzleistung – PoWi GKQ1Zt – Rida Mohammad

Aufgabe 1:

Dierk Borstel ist ein Politikwissenschaftler, der seine Meinung zur Parteienverbotsdebatte der AfD in
einem Interview mit der Zeit Online preisgibt. Dieses Interview wurde von Astrid Geisler am 22.
November 2020 auf der Webseite Zeit online veröffentlicht.

Als man das Parteienverbot der NPD im Jahre 2017 ausgehängt hat, wurden zwei klare Kriterien, um
dieses Verbot auszuhängen festgelegt. Das erste Kriterium ist, dass die Partei eine reale
Machtposition zur Durchsetzung ihrer Ziele haben muss. Dies erfüllt sich bei der AfD auf
Bundesebene ganz.

Das zweite Kriterium ist, dass die Ideologien und die Ziele der Partei sich deutlich gegen das
Menschenbild des Grundgesetzes lehnen muss. Die AfD hat laut Dierk Borstel momentan keine klare
Haltung, weshalb ein Verbot dieser Partei noch nicht durchsetzbar wäre. Außerdem hat sich der
rechtsextreme Flügel dieser Partei noch nicht in allen Bundesländern durchgesetzt, weshalb noch
eine Chance zur Besserung besteht.

Für Borstel wäre ein Teilverbot eher denkbar. Dieser wäre in den Bundesländern Brandenburg und
Thüringen durchsetzbar, da die AfD zurzeit dort am meisten die Kriterien des Parteienverbots erfüllt.
Wenn man die AfD mit der NPD vergleicht, ist deutlich eine stärkere Macht bei der AfD sichtbar, da
sie vor allem eine breitere Wählerschicht hat, deren Gedankengut sich auf Menschenfeindlichkeit
oder sogar völkischen Nationalismus bezieht. Dadurch, dass die AfD ihren Anhängern eine
Karriereoption anbieten ist die Lage viel gefährlicher als bei der NPD damals.

Borstel ist der Meinung das ein Parteienverbot nicht sinnvoll erscheinen würde, da dies die Partei nur
stärker würde, da die AfD anschließend in die Opferrolle übersteigen kann. Laut Dierk Borstel wäre es
eine bessere Entscheidung eher die Anhänger, statt die Partei selbst zu bekämpfen. Dies hat man
außerdem durch die anderen Länder wie zum Beispiel USA gelernt. Momentan ist in Deutschland
noch eine bewegliche politische Mitte vorhanden, weshalb noch eine Möglichkeit besteht diese
rechtsextreme Haltung zu bekämpfen, jedoch wird das wesentliche Problem, nämlich die Spaltung
der Gesellschaft oft in unserem Land übersehen.

Insgesamt kann man sagen, dass sich Dierk Borstel größtenteils gegen diesen Parteienverbot lehnt.
Klausurersatzleistung – PoWi GKQ1Zt – Rida Mohammad

Aufgabe 2:

Ist ein AfD-Parteienverbot sinnvoll?

Die AfD ist eine rechtspopulistische, aber auch rechtsextreme politische Partei. Sie hat eine sehr
verfassungsfeindliche Haltung, weshalb man einen Parteienverbot in Betracht ziehen sollte. Die Frage
ist aber ob ein Parteienverbot überhaupt sinnvoll wäre und ob es überhauptetwas nützen würde,
denn durch den Parteienverbot der NPD im Jahr 2017 haben wir einiges dazu gelernt.

Wir wissen, dass sich die Partei gegen die deutsche Verfassung lehnt und Ziele verfolgt, die auf die
Beseitigung unserer Grundordnung gerichtet sind.

Wir leben in einer wehrhaften Demokratie und haben das Recht uns gegen unsere Feinde zu wehren,
denn die Feinde sollen niemals die Möglichkeit bekommen die Demokratie abzuschaffen. Um dies zu
verhindern kann auch ein Parteienverbot ausgehängt werden, wozu zuerst der Verfassungsschutz
aktiv wird, was auch bei der AfD nun der Fall ist.

Die AfD hat sich in kurzer Zeit von einer national-konservativen in eine rechtsextreme Partei
verwandelt, weshalb es dringend notwendig ist diese zu beseitigen.

Wir müssen aber beachten, dass die Beseitigung der AfD zwar die Partei beseitigen würde, aber was
ist mit den Menschen die Anhänger dieser Partei sind. Das rechtsextremistische Gedankengut dieser
Menschen würde auch trotz des Parteienverbots verbleiben. Außerdem würde es dadurch zu einer
Spaltung der Gesellschaft kommen.

Würde aber die Partei nicht mehr existieren, dann hätten die anderen Parteien eine höhere
Handlungsfähigkeit, die bei den AfD-Anhängern ein Umdenken erregen könnten, wobei man die
Gedanken der Menschen nicht verbieten kann. Die Menschen müssten selbst zu der Erkenntnis
kommen, dass die AfD nicht die richtige Partei ist, der man sich zugehören sollte.

Wir können nun sehen, dass es ziemlich schwierig ist eine klare Meinung zu diesem Thema zu fassen,
da sich vieles ineinander widerspricht. Wir schauen uns mal weitere Argumente an, die uns helfen
können, eine klare Meinung zu bilden.

Das Parteienverbot ist aber auch dazu da, um weitere Radikalisierungen zu stoppen und wieder
Frieden in das Land zu schaffen. Falls man Erfolg haben würde, würde ein deutsches Zeichen gegen,
die den Rechtsextremismus gesetzt werden, sowohl in Deutschland als auch im Außenland.

Obwohl wir wissen, dass die Partei sich gegen unsere Verfassung lehnt können wir noch kein
Parteienverbot verordnen, da dies allein noch nicht reicht. Die AfD befindet sich zurzeit in einer
Position zwischen demokratisch vereinbar und extremistisch, weshalb sie die freiheitlich-
demokratische Grundordnung nicht in Frage stellt. Es muss vielmehr eine aktiv kämpferische,
aggressive Haltung gegenüber der bestehenden Ordnung zu erkennen sein, um eine Partei verbieten
zu können. Dies trifft bei der AfD noch nicht komplett zu, wurde bzw. noch nicht nachgewiesen.

Insgesamt können wir also sehen, dass es viele gute Gründe gibt, welche ein Parteienverbot der AfD
rechtfertigen könnten. Aus juristischer Sicht macht es jedoch keinen Sinn ein solches Verbot
anzustreben, da die Kriterien nicht erfüllt sind. Deshalb hätte man bei der Umsetzung dieses
Verbotes wenig bzw. keinen Erfolg.
Ich persönlich bin der Meinung, dass durch das Verbot das wirkliche Problem, also das Gedankengut
der Menschen, nicht verschwinden wird und ein Verbot nur eine zeitliche Aufschiebung des Problems
wäre. Eine angemessene politische Reaktion auf das Problem der AfD wäre zuerst weitere
Auseinandersetzungen mit dieser Partei zu führen.

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Quellen:

 „Die AfD verbieten? Das ist kein Politikersatz“ | FAZ


abgerufen am 22.12.2020 um 13:12 Uhr

 „Parteiverbot der AfD – ein sinnvolles Bestreben?“ | Diskursbothe


abgerufen am 24.12.2020 um 15:56 Uhr

 „Pro und Kontra zum AfD-Parteitag: Blockieren oder nicht?“ | taz


abgerufen am 24.12.2020 um 13:20 Uhr