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Pandora von ausserhalb der USA empfangen

(Firefox)
Diese Seite beschäftigt sich mit dem Problem, dass der personalisierte Radioservice von Pandora von
ausserhalb der USA nicht mer empfangen werden kann und bietet eine Anleitung, wie diese Sperre
umgangen werden kann.

Das Problem
Am 2. Mai 2007 kündigte Pandora seinen Benutzern per E-Mail an, dass der Dienst aus
lizenzrechtlichen Gründen von nun an bis auf unbestimmte Zeit nur noch in den USA zur Verfügung
gestellt werden darf. Wer also mit einer IP Adresse, die von ausserhalb der USA stammt, auf
www.pandora.com zugreifen will, wird seither auf www.pandora.com/restricted umgeleitet, wo
einen nur noch eine Entschuldigung des Pandora-Gründers erwartet.
Wer Pandora kennt, weiss natürlich, dass man auf so einen grossartigen Service kaum mehr verzichten
kann. Viele verstörte Hörer haben deshalbt natürlich sofort versucht, diese Sperre zu umgehen. Die
offensichtlichste Möglichkeit ist, wie z.B. hier unter anderem vorgeschlagen wird, Pandora einfach
über einen (amerikanischen) Proxyserver zu laden. Diese Methode hat leider gleich zwei Haken: Wenn
man erst mal einen Server gefunden hat, der überhaupt funktioniert und schnell genug ist, um Pandora
zu streamen, und diesen in der Konfiguration des Browsers eingetragen hat, werden auch alle anderen
Seiten, auf denen man herumsuft über diesen Server geladen (wer - Gott bewahre - den Internet
Explorer benutzt, ändert damit sogar die Konfiguration des ganzen Systems). Da Proxyserver in der
Regel ziemlich langsam sind ist ein vernünftiges Surfen daraufhin ausgeschlossen. Dieses Problem
wäre zwar noch durch Verwendung eines sogenannten CGI-Proxies wie diesem zu umgehen. Der
zweite und entscheidende Nachteil an diesem Trick ist jedoch, dass er nicht einmal funktioniert. Hat
man alles richtig gemacht, wird man zwar nicht mehr nach "we are deeply, deeply sorry" umgeleitet
und der Player wird sogar geladen. Dann erscheint jedoch folgende Fehlermeldung:

Es sieht also so aus, als hätte man die Sperre ausgetrickst und das Radio liefe bloss aufgrund sonstiger
technischer Probleme gearde nicht. Wie ich auf einigen Seiten lesen und auch selber feststellen musste,
kommt dieser Fehler eben genau vom Zugriff über einen Proxy. Warum das so ist, weiss ich nicht.
Wer es weiss, kann mir schreiben.
Ein weiterer Versuch, von dem ich auf meiner verzweifelten Suche gelesen habe, ist der Einsatz von
OpenPandora. OpenPandora ist ein open source Programm, dass auch ohne IP Sperre ganz nützlich
wäre. Es öffnet den Pandora Player in einem eigenen Fenster, sodass er nicht mehr im Browser
geladen werden muss und auch in der Taskleiste versteckt werden kann. Was es speziell für unser
Problem interessant macht, ist die Möglichkeit, ebenfalls einen Proxyserver für die Verbindung
anzugeben. Zumindest bei mir tat es allerdings (mit und ohne Proxy) nicht mehr, als "Please wait,
Pandora is loading" anzuzeigen bis ich keine Geduld mehr hatte.
Schliesslich las ich von Tor (vgl. Wikipedia). Tor ist ein Netzwerk, das im Prinzip das Selbe tut wie
ein Proxyserver: Es leitet den Datenverkehr über andere Server um. Im Gegensatz zu den Proxies lässt
sich mit Tor aber Pandora hören, um schon mal soviel zu verraten (wiederum weiss ich nicht warum,
aber solange wir wieder gute Musik haben können wir trotzdem noch ruhig schlafen, oder ;D). Hier
findet man eine ziemlich praktische Anleitung zur allgemeinen verwendung von Tor zum Surfen. Eine
besonders schnelle Möglichkeit, das Tor-Netzwerk zu benutzen um endlich wieder in den Genuss
seiner persönlichen Radiostationen zu kommen, ist Torpark herunterzuladen. Torpark ist ein auf
Firefox basierender Browser, mit dem man sich ganz einfach mit dem Tor-Netzwerk verbinden kann.
Er lässt sich sogar ohne Installation und somit auch vom USB-Stick starten. Also einfach
herunterladen, starten und Pandora aufrufen. Unter Umständen muss man noch kurz das Flash Plugin
nachinstallieren aber dann sollte es funktionieren. Das Ganze wäre eine feine Sache aber soviel ich
weiss, kann man Torpark und den "normalen" Firefox Browser nicht gleichzeitig benutzen. Da ich
aber eigentlich auch während dem Musikhören nicht auf meinen gewohnten Browser mit allen
Einstellungen, Addons, Bookmarks etc. verzichten möchte, finde ich diese Methode immer noch
unzureichend. Nach einigem Weitersuchen und -probieren fand ich dann aber doch noch eine
Methode, die zwar die Installation und Konfiguration von ein paar Komponenten verlangt, danach aber
ziemlich komfortabel ist. Es folgt also eine - hoffentlich verständliche - Anleitung.

Anleitung
Ich beschreibe hier Schritt für Schritt, wie ich vorgegangen bin, um wieder (fast) wie gewohnt meine
Pandora-Stationen hören zu können. Ich benutze Windows XP und Mozilla Firefox Version 2.0.0.3
(Firefox ist zwingend für diese Methode; ob es mit tieferen Versionen klappt, weiss ich nicht). Die
Anleitung richtet sich folglich an Benutzer einer ähnlichen Konfiguration. Ich habe keine Ahnung, ob
das Ganze auch auf anderen Systemen funktioniert und übernehme natürlich auch keinerlei Haftung
für gar nichts... :)
1. Um uns mit dem Tor-Netzwerk verbinden zu können, müssen wir als Erstes Tor installieren.
Wir laden von dieser Seite unten aus der Tabelle das Tor & Privoxy & Vidalia-Paket
0.1.2.14 herunter.

2. Dann vidalia-bundle-0.1.2.14-0.0.11.exe ausführen. Nachdem wir die gewünschte Sprache


ausgewählt und noch einmal weiter geklickt haben, können wir die gewünschten Komponenten
auswählen.Wir brauchen Tor 0.1.2.14, Vidalia 0.0.11 und Privoxy 3.0.6. Torbutton 1.0.4-fx+tb
wählen wir ab und klicken weiter.
Dann noch Zielverzeichnis auswählen und das Programm wird installiert. Am Ende
"Installierte Anwendungen jetzt starten" ausgewählt lassen und fertig stellen.
3. Es öffnet sich nun Privoxy in einem neuen Fenster. Dieses können wir einfach schliessen und
so in der Taskleiste verschwinden lassen. Es sollten nun also zwei Symbole auf der Taskleiste
zu finden sein: Ein blauer Kreis mit weissem "P" für Privoxy und eine (grüne) Zwiebel für
Vidalia. Wir sind nun also eigentlich mit dem Tor Netzwerk verbunden. Ohne die
entsprechenden Einstellungen im Browser surfen wir aber immer noch über die normale
Verbindung. Zuerst müssen wir Tor aber noch so konfigurieren, dass es später seinen Dienst
möglichst gut verichtet. Tor leitet den Verkehr über mehrere Server um. Damit es nun so
aussieht, als ob wir uns in den USA befinden muss also der letzte Server in der Reihe auch
tatsächlich dort stehen. Ausserdem wollen wir natürlich eine möglichst schnelle Verbindung
und wählen dementsprechend die schnellsten unter den Amiservern aus. Wir können nun dem
Programm mitteilen, dass wir ebendiese Server am liebsten am Ende der Kette hätten. Diese
Angaben kommen in die Datei "torrc". In der Regel liegt diese im Verzeichnis C:\Dokumente
und Einstellungen\DeinBenutzername\Anwendungsdaten\Vidalia (DeinBenutzername
ist mit deinem Windows-Benutzernamen zu ersetzen...). Den genauen Ort erfährt man per
Rechtsklick auf das Zwiebelsymbol --> Einstellungen --> Fortgeschritten. Im Feld "Tor-
Konfigurationsdatei" ist der Pfad angegeben. Achtung: Der Ordner Andwendungsdaten ist in
Windows standardmässig versteckt. Man muss also eventuell zuerst die Einstellungen für
versteckte Elemente verändern (Im Windows Explorer auf Extras --> Ordneroptionen -->
Ansicht und dort in der Liste unter "Versteckte Dateien und Ordner" "Alle Dateien und Ordner
anzeigen" auswählen). Ausserdem muss man aufpassen, dass man die richtige torrc-Datei
erwischt. Es wird nämlich noch eine zweite Datei gleichen Namens an einem anderen Ort
angelegt, die aber eine Anleitung für das Programm enthält und nicht der Konfiguration dient.
Wenn wir also die Richtige gefunden haben öffnen wir sie mit dem Editor (Notepad) oder
WordPad und geben folgendes ein:

ExitNodes server1, server2, server3, ...

server1, server2 usw. ersetzen wir mit den Namen der gewünschten Server. Diese finden wir
folgendermassen: Rechtsklick auf die Zwiebel --> Netzwerk-Karte. Links sind alle
vorhandenen Server aufgelistet. Wir ordnen sie nach Land.

Das Symbol neben der Flagge steht für die Geschwindigkeit des jeweiligen Servers. Drei gelbe
Punkte heisst schnell. Uns interessieren also die Server mit USA-Flagge und drei Punkten. Von
diesen geben wir möglichst viele (für den Fall, dass einige nicht erreichbar sind) in torrc ein.
Auf die nächste Zeile schreiben wir noch folgendes:

StrictExitNodes 1

Diese zweite Zeile sorgt dafür, dass die ausgewählten Server nicht bloss bevorzugt werden,
sondern eben strikt ans Ende der Kette gesetzt werden. Es steht dann also z.B.:

ExitNodes desync, whistlersmother, lefkada, croeso, bettyboop, moobzilla,


sasquatch
StrictExitNodes 1

4.
ExitNodes desync, BostonUCompSci, whistlersmother, isctortwo, tritlax2, AoF, HTGN
EntryNodes poolTOR, Bellum, SEC, gpfTOR1, GeorgeBush, TorMiddleMan391, mfr,
bodengo
StrictExitNodes 1
StrictEntryNodes 1
Dann speichern wir, schliessen die Datei sowie die anderen Fenster und brauchen nie wieder etwas
mit ihnen zu tun zu haben :). Das war dann wahrscheinlich auch schon der mühsamste Teil von
allen.
5. Nun wollen wir natürlich noch tatsächlich über Tor verbinden und das wenn möglich nur für
Pandora, damit beim normalen Surfen die Geschwindigkeit nicht beeinträchtigt wird. Dazu
benötigen wir das Firefox Addon "FoxyProxy". Es erlaubt uns, genau für gewisse Seiten
bestimmte Proxyeinstellungen zu verwenden und lässt sich gewohnt einfach hier installieren.
Nach dem Neustart von Firefox ist es bereit zur Konfiguration. In der Statusleiste unten rechts
sollte nun "FoxyProxy Patterns" stehen. Darauf rechtsklicken und dann auf Options. Wir
wählen "Add New Proxy" und geben unter "General" als "Proxy Name" z.B. "tor" ein. Dann
wechseln wir auf die Registrierkarte "Proxy Details". "Host Name" ist localhost und bei
"Port" kommt 9050 rein.

Bei "SOCKS proxy?" kommt ein Häklein hin und dann wird "SOCKS v5" ausgewählt. Danch
wechseln wir zu "Patterns". Die Patterns geben an, für welche URLs diese Proxyeinstellungen
verwendet werden soll. Nun ist es so, dass die IP-Sperre von Pandora nicht für alle Dateien
gilt. In der Tat sind es sogar nur sehr wenige, die davon betroffen sind. Alle anderen Daten wie
Bilder, aus denen die Seite aufgebaut ist, und wie es scheint sogar die Musik selbst sind nicht
betroffen. Da Proxyserver wie bereits erwähnt eher langsam sind wollen wir logischerweise nur
gerade das Allernötigste über diese laden und für den Rest die gesamte Bandbreite unserer
normalen Verbindung ausschöpfen. Dies erreichen wir durch geschicktes Setzen der Patterns.
Insgesamt werden derer zwei benötigt. Wir klicken nun auf "Add New Pattern". Dann zuerst
einen beliebigen "Pattern Name" (z.B. Pandora1) und bei "URL pattern"
*pandora.com/

eingeben. "Whitelist" und "Wildcards" ausgewählt lassen und mit OK bestätigen. Das zweite
Pattern auf die gleiche Weise erstellen. Nur "URL pattern" ist nun:

http://www.pandora.com/radio/xmlrpc*

(Hinweis: Benutzer von "Pandora's Jar" brauchen noch eine dritte Wildcard mit "URL pattern"
*pandora.com/?cmd=mini)

Das Fenster "Proxy Settings" sollte nun etwa so aussehen:

Die beiden offenen Fenster dann mit OK bestätigen. Wen der orange Text stört, der neu in der
Statusleiste des Firefox angezeigt wird, kann diesen über Rechtsklick --> Options --> General
Settings ausblenden und z.B. so wie ich nur noch das kleine Fuchs-Icon anzeigen lassen,
welches sich dann dreht, wenn Daten über den Proxy geladen werden.
6. Das wärs! Von nun an muss bloss Vidalia (Zwiebel) laufen und man kann mit Firefox ganz
gewohnt auf www.pandora.com surfen und Musik hören. Standardmässig starten Vidalia und
Privoxy sowieso automatisch beim Systemstart. Man braucht sich also eigentlich um nichts
mehr zu kümmern.
Es kann vorkommen, dass man trotz korrekter Konfiguration umgeleitet wird. In diesem Fall ist man
wahrscheinlich nicht mit einem der angegebenen Server verbunden. Ein Rechtsklick auf das Vidalia-
Symbol und dann ein Klick auf "Neue Identität" behebt das Problem jedoch meistens schnell.
Ich hoffe diese Anleitung ist einigermassen nachvollziehbar und hilft euch, wieder ohne allzu grossen
Aufwand euer Lieblingsradio hören zu können. Wenn ihr Fehler auf dieser Seite findet, eine bessere
Methode oder Fragen habt, könnt ihr mir gerne schreiben!