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THEMA: Krankenversicherungen Hauptsache gesund

I. Alle für einen: GESETZLICHE KRANKENVERSICHERUNG / GKV/!!!


Hier gilt das Motto: Die Starken unterstützen die Schwachen.

Als erste Sozialversicherung wurde in Deutschland unter Reichskanzler Bismarck im Jahr 1883
die Krankenversicherung eingeführt. Die gesetzliche Krankenversicherung
übernimmt medizinische Leistungen und Kosten zur Gesundheitsvorsorge. Sie wird
aus Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gemeinsam finanziert. Beide zahlen
jeweils 7,3 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens des
Arbeitnehmers. Die Krankenkassen können jedoch von den Arbeitnehmern einen Zusatzbeitrag
erheben, derzeit liegt er bei durchschnittlich 1 Prozent . Arbeitnehmer mit einem Einkommen
unterhalb der sogenannten Versicherungspflichtgrenze von 59.400 Euro brutto im Jahr 2018
sind in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Gleiches gilt für
Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Rentner, landwirtschaftliche Unternehmer, Heimarbeiter,
Studierende, bestimmte Berufsgruppen bei Selbstständigen sowie
Bundesfreiwilligendienstleistende.
Die gesetzliche Krankenversicherung beruht auf dem  SOLIDARPRINZIP. Das bedeutet, dass
Arbeitnehmer mit einem höheren Einkommen höhere Beiträge zahlen, Arbeitnehmer mit
einem niedrigeren Einkommen entsprechend niedrigere. Ehepartner, die nicht berufstätig sind,
und Kinder sind kostenfrei mitversichert. Unabhängig davon, wie hoch der finanzielle Beitrag
des Einzelnen ist, erhalten alle Mitglieder die erforderlichen medizinischen Leistungen.

II. Jeder nach dem persönlichen Risiko: PRIVATE KRANKENVERSICHERUNG /PKV/ !!!!!!

Wer so viel verdient, dass das Einkommen die genannte Versicherungspflichtgrenze übersteigt,
kann nach einem Jahr wählen, ob er sich freiwillig gesetzlich oder privat versichern möchte.
Auch Selbstständige oder Beamte können sich privat krankenversichern. 2018 waren rund neun
Millionen Menschen komplett privat krankenversichert. Die private Krankenversicherung
finanziert sich über Prämien, also Beiträge der Versicherten. Die Höhe der Prämie richtet sich
nicht nach dem Einkommen, sondern ist vom individuellen Krankheitsrisiko, vom Alter und
Geschlecht sowie vom gewählten Umfang des Versicherungsschutzes abhängig.
Privatversicherte, die den vollen Leistungskatalog finanzieren können, erhalten jede von ihnen
gewünschte Gesundheitsleistung.
Bei der privaten Krankenversicherung findet also kein sozialer Ausgleich statt. Jeder zahlt für
sich selbst nach persönlichem Risiko und Bedürfnissen. Das nennt man ÄQUIVALENZPRINZIP Je
jünger und gesünder man bei Versicherungsabschluss ist, desto niedriger fallen die Prämien
aus. Das ist vor allem für jüngere und gesunde Menschen attraktiv. Es gibt jedoch auch
Nachteile: Familienmitglieder sind nicht automatisch mitversichert. Arzt- und Krankenkosten
müssen zunächst vom Patienten selbst beglichen und von der Kasse zurückgefordert werden.
Die Leistungen sind vertraglich fest vereinbart, dies gilt jedoch nicht für die zu zahlenden
Prämien. Wenn die Kosten steigen, reagieren die Versicherer darauf mit Beitragserhöhungen.
III. Das bietet die gesetzliche Krankenversicherung

 Gesundheitliche Prävention: Um die Kosten für Krankheitsfälle möglichst gering zu


halten, bieten die gesetzlichen Krankenkassen gesundheitliche Vorsorge an: Sportkurse,
Kurse zu gesunder Ernährung, kostenfreie Untersuchungen im Kindes- und Jugendalter und
Früherkennungsuntersuchungen auf Krebserkrankungen. Darüber hinaus unterstützen die
Krankenkassen Unternehmen bei der betrieblichen Gesundheitsförderung. Dadurch werden
gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen geschaffen, von denen die Beschäftigten und
letztlich auch die Unternehmer profitieren.

 Finanzielle Absicherung: Bei langwierigen Krankheiten bekommt der Arbeitnehmer vom


Arbeitgeber in der Regel sechs Wochen lang seinen Lohn weitergezahlt. Danach überweisen
die Krankenkassen Krankengeld. Es beträgt 70 Prozent des Bruttoarbeitslohns.
 Sozialversichert bei Krankheit: Auch wenn man Krankengeld erhält, endet der soziale
Schutz nicht. Wie der Arbeitnehmer zahlt auch der Krankengeldbezieher seinen Anteil an
den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung.

IV. Die gesetzliche Krankenversicherung stabilisieren

Aufgrund der alternden Gesellschaft und des technischen Fortschritts in der Medizin steigen
die Gesundheitskosten stetig. Die Bundesregierung hat deshalb in den vergangenen Jahren
mehrere Reformen auf den Weg gebracht, um die Finanzierung der gesetzlichen
Krankenversicherung zu sichern. Einzelne Leistungen wurden gekürzt oder gestrichen. Brillen
und Sehhilfen müssen heute überwiegend aus eigener Tasche bezahlt werden, für Zahnersatz
zahlen die Kassen lediglich Zuschüsse. Seit dem Jahr 2009 gibt es außerdem
einen Gesundheitsfonds, in den die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber fließen. Der
Beitragssatz ist einheitlich, egal welche Krankenkasse der Versicherte gewählt hat. Aus dem
Gesundheitsfonds erhalten die Kassen für jeden Versicherten einen pauschalen Betrag sowie
ergänzende Zu- und Abschläge, die sich jeweils nach Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen
der Versicherten richten.

Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt derzeit bei 14,6
Prozent (Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils 7,3 Prozent). Wenn die Kassen mit dem Geld
nicht auskommen, dürfen sie Zusatzbeiträge von den versicherten Arbeitnehmern erheben. Die
Zusatzbeiträge liegen im Jahr 2018 bei durchschnittlich 1 Prozent. Der Arbeitgeberanteil bleibt
dabei unangetastet. Kostensteigerungen müssen also die Arbeitnehmer tragen. Am 1. Januar
2019 tritt jedoch ein Versichertenentlastungsgesetz in Kraft. Um die Arbeitnehmer zu entlasten,
wird dann der von den Krankenkassen erhobene Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen von
Arbeitgebern und Arbeitnehmern gezahlt.
Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung 2017

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Bundesministerium für Gesundheit, Gesetzliche Krankenversicherung, Kennzahlen und Faustformeln, Stand:
Juni 2018
 

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