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KR Pädiatrie Arbeitsblatt 1 1/5

UNTERSCHIEDE: KINDER SIND KEINE KLEINEN ERWACHSENEN

1. Entwicklung des Skeletts:


Wie entwickelt sich das Skelett im Verlauf der Entwicklung bis zum Erwachsenenalter
(Grundprinzipien)?

Neugeborenes 6 Jahre 18 Jahre


• Fontanelle nicht zu
• Weiche Stirne • Milchzähne
• Keine Zähne • Schädel komplett • Definitive Zähne
Kopf / Kiefer
• Zunge füllt den verknöchert
Mundraum komplett • Mehr platz im Mund
aus

• Horizontales Verlauf • Mit der Aufrichtung senken sich die Rippen und
Brustkorb
der Rippen damit auch die Atemfrequenz

• Kleines Becken
Becken / Hüften • CCD Winkel groß • Verknöcherung in der Hüfte komplett
• Hüftkopf und Pfanne • Becken größer
nicht reif

Lange Röhrenknochen • Epiphysenfugen und Längenwachstum • Wachstum fertig

Hände • Handwurzelknöchen
am Ende der Pubertät
• Keine fertige • Reifen weiter aber verknöchert
Verknöcherung noch nicht ganz fertig
Füße • Fußwurzelknochen
zuletzt verknöchert

Körperschwerpunkt • Zw. Bauchnabel und


• Bauchnabel Symphyse • S1/S2

Verhältnisse von Kopf, • Becken viel kleiner als


Becken und den Kopf • Becken = Kopf • Relativ gleiche Größe
Brustkorb? • Brustkorb relativ groß

• Zähne wechseln
Zähne • Keine Zähne • Weißheitszähne
(Essen + Artikulation)

Wirbelsäule • C-förmige • S-förmige

Pyramiden
Bahnsystem • Noch nicht gereift • Gereift
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2. Wie verändert sich Atmung, Puls und Blutdruck in der Entwicklung vom Säugling zum
Erwachsenen?

• Puls: die Herzfrequenz geht runter mit dem Alter:


- Neugeborenes (130-140/min).
- Säugling (120/min).
- Ende 2. LJ (100/min).
- 10. Lj (90/min).

• RR: der Blutdruck geht hoch mit dem Alter:


- Neugeborenes (60/40mmHg).
- Pubertät (110/65mmHg).

• Atmung: die Atemfrequenz geht runter mit dem Alter:


- Neugeborenes (30-50/min).
- Säugling (20-40/min).
- Kleinkind (20-23/min).
- 10. LJ (12-20/min).

3. Schlafverhalten und Schlafdauer, Schlafposition.

1) Wie verändert sich die Schlafdauer im Verlauf des Lebens?


• Säugling: 16h (polyphasisch).
• Kleinkind: 11-13h (monophasisch).
• Schulkind: 8-10h (ab 6 Jahre kann man den Schlaf nachholen).
• Erwachsenen: 6h.


2) Was können Folgen von Schlafmangel bei Kindern sein?


• Aufmerksamkeitsstörungen.
• Wachstumsstörungen.
• Gedächtnisstörungen.
• Stoffwechselstörungen.
• gesteigerter Blutdruck.
• Infektionsgefahr.


3) Was ist die richtige Schlafposition bei Säuglingen? Warum?


RL in C-Form, da kein plötzlicher Säuglingstod durch Ersticken und Atemwege bleiben frei.

Am besten das Bett im Schlafzimmer der Eltern bei 19°C Zimmertemperatur plazieren. 


4) Als Physiotherapeut/in beraten Sie Eltern im Blick auf das Bett ihres Kindes. Was sind
Grundregeln? Was ist die Besonderheit für Säuglinge?
• Grundregeln: keine weiche Matratze, kein Kissen, und enge Gitterstäbe.
• Besonderheit: die Schlafposition ist die RL.

4. Wie entwickelt sich Bindung und Autonomie vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen?

1) Was sind Zeichen sicheren Bindung beim Säugling?


• Weinen bei Abwesenheit der Mutter, aber sofortige Beruhigung beim Wiedererscheinen.
• Mutterstatus als Regelgeber ist akzeptiert (schlimmste Regel: wenn du etwas machst, bekommst
du…).
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2) Was können Ursachen von Bindungsstörungen sein?
• Mutter und Kind sind nach der Geburt getrennt.
• Stillhindernisse, kein Blickkontakt beim Stillen.
• Problem in der Partnerschaft.
• Zu wenig Oxitocin, zu viel Cortison: durch Stress bei der Arbeit / Privat.
• Trauma; plötzliches Tod eines Eltern.
• Depression nach der Geburt.
• Behindertes Kind, die Eltern fühlen sich schuldig.


3) Was ist ein Übergangsobjekt und welche Funktion hat es? Wie gehen wir in der
Physiotherapie von Kindern damit um?
• Es ist ein Objekt, der Sicherheit zum Kind bringt.
• Aufgabe: Überbrückung der Abwesenheit der Mutter, oder ein primär Bezugsperson.
• Möglichkeit für Stressabbau ohne Konsequenzen (Teddys sind sehr geduldig).
• Übergangsobjekt muss immer in der Nähe sein.
• optimale Lösung: Übergangsobjekt in physiotherapeutische Übung integriert (aber sollte nicht mit
jemandem teilen).

4) Was sind Unterschiede zwischen Trotzalter und Pubertät?

Psychologie /
/ Körperveränderung Aufgabe
Psychosocial

• « Ich »
• Präfrontales Hirn
nicht gereift
• Alles was verboten • Ich in der Familie
• Wachstum ist, will gemacht (mehr Autonomie
• Laufen, Treppen werden aber abgegrenzt mit
Trotzalter (zw. 2-3 LJ) steigern
• Wiederspruch aber Regeln)
• Mundmotorik es ist netter als in • Eltern sollen klare
(« ich »)
der Pubertät, es ist Regeln stellen
spielerisch
• Nein um jede Preis
haben

• Wiederspruch (=
Kontradiktion)
• Präfrontales Hirn
wächst
• Sich von der Familie
• Brustwachstum • Hormone nehmen zu
trennen
• Stimmeveränderung (Mann oder Frau?)
• Selbstständigkeit
Pubertät • Körperveränderung • Sexuelle Trieb
erhöhen
(Wachstum) erhöht
• Für Eltern: um das
• Schambeharung • Anticipation aber
Kind los zu lassen
schlechte Kontrolle
(hohes Risiko)
• Elternsystem in
Frage stellen
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5) Ein Baby schreibt. Woran kann das liegen? Was hilft?


• Angst.
• Schmerz.
• Hunger.
• Überforderung.
• => Beruhigung durch Eltern oder Übergangsobjekt.


6) Unterschiede im Immunsystem.
• Neugeborene: Leihimmunsystem durch Antikörpergabe der Mutter, in den ersten Wochen
strenge Hygieneregeln haben.
• Kleinkind: Auseinandersetzung mit Bakterien und Vieren, um eine aktive Immunität zu
entwickeln.
• Gegen die besonders aggressive Krankheitserreger wurden Impfungen gemacht.

7) Unterschiede an der Atmungsorganen.


• Rippenform (horizontal bei den Neugeborenen; vertikalisierend beim Kleinkind).
• Nasenhöhlenverformung.
• Fehlende Surfaktor.
• Unreife Lunge.
• Trachea Verknorpelung.

5. Ernährung von Kindern.

1) Nennen Sie die Vorteile des Stillens (Muttermilchernährung). Bis zu welchem Alter
sollten Kinder gestillt werden?
Vorteil:
• Kostenlos.
• Ständig verfügbar.
• Optimale Temperatur.
• Optimale Zusammensetzung.

Bis zum 6. Monat weil:


• Muttermilch reicht nicht mehr (braucht mehr Fett und Vitamin).
• Erhöhtes Infektionsrisiko.
• Weiche Knochen.
• Enthalt viel Schadstoffe (z.B.: Nikotin).
• Kind-Mutter Beziehung brauchen eine Ende.

2) Wann darf frühestens Getreidebrei gegessen werden, warum?


Ab dem 4.-5. Monat, da es zuvor vom Darm nicht vertragen wird. 

Mais, Reis und Kartoffelmehl darf gegessen werden, da nicht einheimisch.


3) Was darf am ersten Geburtstag gegessen werden, was nicht?


• Nichts was aspiriert werden kann oder sehr salzig ist.
• Das Kind kann kauen, also alles.
• Am Tisch essen.

4) Auf welche Besonderheiten sollte in der Ernährung von Kleinkindern geachtet werden in
Bezug auf Zusammensetzung und Schadstoffbelastung der Nahrung?
• Wenig Salz.
• Nicht zu viel Fleisch.
• Täglich Obst und Gemüse.
• Wenig Zucker.
• Schadstoffe wie z.B. Plastik vermeiden.
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5) Vitamin D.
a. Was sind Folgen von Vitamin D-Mangel?
• Schlechte Knochenmineralisierung.
• Muskelhypotonie.
• Verminderte Aufmerksamkeit.
• Vermindertes Immunsystem.
• Schlechtes Schlaf.
• Osteoporose / Osteomalazie / Rachitis.

b. Welche Menschen haben einen erhöhten Bedarf?


• Krebs Patienten.
• Neugeborenen.
• Leute mit Nierenprobleme.
• Antiepileptiker.

c. Wie soll Vitamin D-Mangel behoben werden?


• Bio Fischöl.
• Vitamin D3 Substitution.
• => Calcium wird besser aus dem Essen aufgenommen.

6. Reifung des Immunsystems.

1) Grundprinzipien.
• Zuerst besteht das Neugeborene von der Immunität seiner Mutter durch Antikörpergabe (über
Nabelschnur).
• Er muss danach in Kontakt mit Bakterien und Viren sein, um eine aktive Immunität zu entwickeln.

2) Welche Patientengruppen sind besonders anfällig für Infektionen?


• Frühgeborene.
• Ältere Patienten.
• Immunsupprimierte Patienten.
• Stammzellen transplantierte Patienten.
• Kinder, die zu viel Schutz von Infektionen durch Eltern bekommen.
• Kinder, die zu viel Hygieneregeln durch Eltern bekommen.
• Einzelne Kinder.

3) Was sind Impfungen?


Impfungen sind entwickelt, um gegen agressive Krankheitserreger zu kämpfen.

a. Aktive Impfungen:
• Gabe von inaktive (= Todstoffen) oder virulenzabgeschwächte (= Lebensstoffen) Erreger.
• Aktive Auseinandersetzung des Organismus mit der Folge eine Antikörperbildung.

b. Passive Impfungen:
• Gabe von Antikörper, die aus Blutprodukte stammen. Es gibt keine Antikörperproduktion.
• Es besteht die Gefahr von Infektionsübertragung durch die Blutprodukte.
• Ein Kind in Deutschland bekommt 3x6+1 Impfung.