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KR Pädiatrie Arbeitsblatt 2 1/6

SENSOMOTORISCHE ENTWICKLUNG

1. Was sind Unterschiede zwischen einem lernfähigen menschlichen Gehirn und einem
Computer?

Computer Gehirn

Energieversorgung • Strom • O2 / Glykose

Datenspeicherung / • Keine Änderung / Pause
 • Weiterverarbeitung 



Gedächtnis limitiert (offline-Modus)

Reparatur / Regeneration • Keine Regeneration/ • Keine Reparatur aber


Reparatur Regeneration

Zusammenspiel der einzelnen


Elemente

Bindung und Gefühle • Keine • Ja

Viren • Ja • Ja

Aufmerksamkeit • Konstant • Inkonstant

Lernprozesse • Begrenzt • Begrenzt

Folgen von Fehlern

Eigene Ideen • Nein (teilweise) • Ja

2. Von Bewegungen zu Funktionen


1) Primitiv Reflexe
a. Beschreiben Sie folgende Beispiele von Primitiv Reflexen, ihre Auslöser, das typische Muster
und deren Waltezeit. Durch welche Funktionen müssen diese Reflexe abgelöst werden?
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Primitiv Ablösende
Auslöser Muster Wartezeit
Reflexe Funktionen

• Tonische
Streckung der
ATNR Extremitäten • Bis zur
(= asym- der Ausreifung des • Hand-Hand-
metrische • Kopfdrehung zu Gesichtsseite PBS (bis 12.
Mund
einer Seite • Augen
tonischer (Beugung der Wochen nach
Koordination
Nackenreflex) Extremitäten Geburt)
am
Hinterhaupt)

• Paravertebralen
Streichen • Laterale Flexion
(unterhalb des des Rumpfes • Drehen
Galantreflex Bis zum 4. LM
unteren zur stimulierten • aufrichten
Schulterblattwin Seite
kels)

• Dorsale Flexion
• Streichen über Fuß • Bis zum freien
Babinskireflex den lateralen • Gehen
• Extension Gehen
Fußrand
Großzeh

• Finger in den
Saugreflex • Saugen • Bis zum 3. LM • Löffeln (5.LM)
Mund

• Berührung der
Hand • Bis zur
• Los lassen
Greifreflex der Schließung der Entfaltung der
Innenfläche von • (Hand muss
Hand Hand zur Faust Hand (ab 12.
der ulnaren auf)
Woche)
Seite

Selbstgewähltes
Beispiel:
 • Streichen über • Kopfdrehung
• Bis zum 3. LM
die Wange • Mundöffnung
Suchreflex
Selbstgewähltes
Beispiel:
 • Druck Mitte der • Augen
• Bis zum 3. LM
Stirn Schließung
Glabella Reflex

b. Bei welchen Erkrankungen persistieren Primitivreflexe über ihre Waltezeit hinaus oder tauchen
sie erneut auf?
• Krankheiten mit PyBa Schädigung, d.H.:
- Cerebralpaerese.
- Schlaganfall.
• Sauerstoffmangel.
• Druck.
• Ödem.

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2) General Movements, Globalmuster
a. Was sind General Movements? Welche physiologische Bedeutung haben sie in der
sensomotorischen Entwicklung des Menschen?
Definition: es ist die 1. spontane und autonome Bewegung von der menschlichen Embryo. Ab 7.
SSW: Kieffer / Nacken / Becken Bewegungen. AB 9. SSW gibt es die Globalmuster: sie sind
unwillkürlich, komplex, variabel, ganz körperlich, individuel. Sie bilden das Bewegungsinventar des
Kindes auf der Basis des Nervensystems.
=> Sie verändern sich im Verlauf der Entwicklung.

b. Was sind die diagnostischen Kriterien für die Qualität von Globalmustern?
Die Kriterien sind Gestalt (räumliches und zeitliches Muster).
• Räumlich: Komplexität.
• Zeitlich: Variabilität.

c. Welche Bedeutung haben Spiegelneurone im sensomotorischen Lernprozess des Menschen?


• Für die Imitation (im Broca Zentrum).
• Das Kind sieht und reproduziert was die Eltern machen.
• Es ist in unbewusstes Lernen, es gibt eine bessere Integration (Hormon Ausschüttung).

d. Wie entstehen sensomotorische Gewohnheiten?


Es sind Funktionen, die oft gespielt werden, es ändern sich danach in Gewohnheiten. Alle
Funktionen, die nicht benutzt werden, werden gelöscht.
• Es kommt durch Wiederholungen.
• Die Gewohnheit ist ein Bewegungsablauf der nicht mehr bewusst ist.

e. Warum ist es so schwer Gewohnheiten zu verändern und warum geht es doch?


• Weil sie automatisch und unbewusst sind (es gibt eine neuronale Vernetzung und die Strukturen
passen sich an).
• Sie entwickeln sich über einen langen Zeitraum und über viele Wiederholungen.
• Verändern durch: bewusst der Problem machen.

3. Bauchlage beim Säugling


1) Welche Bedeutung für die sensomotorische Entwicklung hat die Bauchlage bei
Säuglingen? Was wird dabei gelernt?
• Motorische Entwicklung: Stützfunktion der OE wird verbessert.
• Tonus Regulierung (vordere und hintere Kette).
• Entwicklung der Meilensteine.
• Schluckfunktion wird verbessert.
• Mund / Kieffer Muskulatur Aktivierung.

2) Nennen Sie 4 Beispiele für Meilensteine, die sich aus der Bauchlage entwickeln mit
ungefähren Zeitangaben und ihre Bedeutung für den aktuellen Entwicklungsschritt des
Kindes.
• Handstütz 4-6 LM.
• Drehen RL => BL 6 LM (Gleichgewicht, Balance, WS Mobilisation).
• Robben 7 LM.
• Krabbeln 8 LM.
• Sitzen 8 LM.
• Freies Gehen 18 LM.
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3) Was sind die Symptome eines Bauchlagemangels beim Säugling?
Es kann z.B. bei Plexus- und Brachialparese entstehen.
• Plagiocephalie.
• Motorische Entwicklungsprobleme (z.B.: Aufrichtungsmangel).
• Magen / Darmsstörungen.
• Meilensteile verspätet.

4) Welche Gefahren beinhaltet die Bauchlage? Welche Empfehlung leiten wir daraus ab?
• Gefahr des plötzlichen Säuglingstods (erhöhtes Risiko das Atmen zu vergessen).
• Empfehlungen:
- RL.
- Keine warme Zimmer.
- Kein Rauchen.
- Kein Kissen.
- Kein zu weichen Matratze.
- Stillen.
- Im Schlafsack, keine Mutze.
- Eigenes Bett aber im Zimmer der Eltern.


4. Rückenlage beim Säugling

1) Was wird dabei gelernt? Nennen sie typische Meilensteine und ihre Bedeutung.
• Hand / Hand / Mund / Augen Koordination (12 Wochen): wichtig damit das Kind seine
Körperachse findet (Körperentdeckung).
• Raumorientierung.
• Gesicht kennen.
• Gleichgewicht rechts / links.

2) Nennen Sie 3 Meilensteine der sensomotorischen Entwicklung aus Rückenlage mit


ungefähren Zeitangaben und deren Bedeutung für das spätere Leben.
• Hand / Hand / Mund / Augen Koordination (12 Wochen).
• Drehen RL => BL (6 LM).
• Seitsitz (12 LM), krabbeln, laufen.
• Später:
- Umgang mit der Mitte.
- Gehen.

5. Entwicklung der Handfunktionen (Greiffunktion und Stützfunktion)


1) Nennen Sie 4 Meilensteine der Handfunktion im ersten Lebensjahr mit ungefähren
Zeitangaben.
• Hand / Hand (10 Wochen).
• Hand / Mund (12 Wochen).
• Gezieltes Palmargreiffen (6 LM).
• Daumen / Zeigefinger werden gegeneinander geführt (9 LM).
• Scherengriff (8-10 LM).
• Pinzettengriff (10 LM).
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2) Nennen sie zwei Beispiele von Erkrankungen bei denen es erhebliche Probleme mit der
Entwicklung der Handfunktion gibt.
• Untere Plexusparese.
• Zentrale Parese (Level 4-5).
• Hypotonie.
• Trisomie.

6. Entwicklung der Mundmotorik


1) Wie entwickeln sich die Grundmuster der Mundmotorik im ersten Lebensjahr? Nennen
Sie die Grundmuster in ihrer zeitlichen Abfolge.
• Melkmuster: Lippenrollen, Wellenbewegung (ab Geburt).
• Löffelmuster: Ober-/Unterlippe machen verschiedene Bewegungen, Kopf beugt, Nacken wird
lang (ab 6 LM).
• Beißmuster: Kopf wird dabei balanciert (ab 12 LM).
• Saugmuster (ab 24 LM).
• Phonation + Schreien.

2) Beschreiben Sie kurz (!) die Sprachentwicklung von Kindern bis zum 4. Lebensjahr.
• Neugeborenes: Schreimodulation.`
• Ende 1 LM: kurze gutturale Laute.
• Ende 3 LM: spontanes vokalisieren.
• 5-6 LM: vokalisieren auf Ansprache.
• 9 LM: Silbenkette mit « A » (« wawa », « rara »).
• 12 LM: Doppelsilben mit « A » (« Mama », « Papa »).
• 18 LM: einzelne Worte mit zeigen verbunden (« Opa », « Ball »).
• 2 LJ: 2 Wort-Sätze.
• 3 LJ: spricht fließend + verständlich, kann einfache Ablaufe beschreiben.
• 4 LJ: versteht Präpositionen (vor / hinter), macht korrekte Sätze und Nebensätze. Das Kind kann
Konversationen am Telefon führen, und kennt die Hauptfarben.

7. Krabbeln
1) Warum ist Krabbeln in der statomotorischen Entwicklung wichtig? Was wird dabei
gelernt, das von großer Bedeutung für das spätere Leben ist?
• Längs- und Quergewölbung Entwicklung (= abrollen Vorfuß).
• Lernen der wechselnder Stütz.
• Koordination Schulter- / Beckengürtel.

2) Nennen Sie drei Beispiele für Handlingsfehler, die das Krabbelmuster erschweren und
über Kompensationen zu fehlerhaften Gewohnheiten führen.
• Zu enge Schuhe / Kleidung / Windeln.
• Schnuller.
• Unbewegliche Schuhe (über das OSG).
• Zu früh sitzen.

3) Nennen Sie zwei Beispiele von Erkrankungen bei denen die Kinder das Krabbelmuster
nicht alleine erarbeiten können und darum Physiotherapie brauchen.
• Spina Bifida
• Plexus Parese.
• Cerebralparese.

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8. Bärengang
1) Warum ist der Bärengang in der statomotorischen Entwicklung wichtig? Was wird dabei
gelernt, das von großer Bedeutung für das spätere Leben ist?
• Abrollen des Vorfußes (=> Gehen).
• Anteversion Becken (=> Sitzen).
• Koordination diagonale Bewegung (=> Gehen mit Armpendel).
• Kraft Entwicklung.

2) Nennen Sie zwei Beispiele für Handlingsfehler, die den Bärengang erschweren und über
Kompensationen zu fehlerhaften Gewohnheiten führen.
• Zu enge Schuhe / Kleidung / Windeln.
• Schnuller.
• Unbewegliche Schuhe (über das OSG).
• Zu früh sitzen.


9. Ist Lernen lustig oder « frustig » ?


1) Was versteht man unter dem „aha“-Effekt und warum ist er so wichtig?
Es ist wenn man etwas neues gelernt hat.
Das limbische System produziert Dopamin => Neugieriger, Wiederholungen, Belohnungen.

2) Was fördert nachhaltiges Lernen und Gedächtnisbildung? 3 Beispiele.


• Guter Schlaf / Ernährung.
• Zeit lassen.
• Wiederholung.

3) Was stört nachhaltiges Lernen und Gedächtnisfunktionen? 3 Beispiele.


• Schlafmangel.
• Überforderung.
• Stress.
• Beschämung.