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KR Pädiatrie Arbeitsblatt 4 1/4

CEREBRALPARESEN

1. Was können Ursachen von Cerebralparesen sein? Nennen Sie 3 Beispiele.


• Hirnblutung.
• O2 Mangel.
• Meningitis.

2. Nennen Sie die Grundformen der Cerebralparesen.


• Ataktische Cerebralparese 4%.
• Dyskinetische Cerebralparese 6%.
• Spastische Cerebralparese 90%:
- Bilaterale Spastizität.
- Unilaterale Spastizität.

3. Wie werden die Schweregrade von Cerebralparesen eingeteilt? Beschrieben Sie kurz die
unterschiedlichen GMFCS-Level.
• Level 1: laufen, rennen, Treppen frei, geringe funktionelle Störung in der Fein- / Statomotorik.
• Level 2: funktionelle Störung in der Fein- / Statomotorik, evtl. Gleichgewichtsstörungen, kein
springen, kein rennen, Treppen mit Gehländer, freies Sitzen + Gehen geht noch.
• Level 3: Geh- / Stehhilfe, Bewegungsübergänge nur mit Hilfe möglich, Gehen nur mit Gehhilfe,
Inkontinenz evtl. ab Level 3.
• Level 4: Gleichgewichts- / Aufrichtungsstörungen. Für kleine Strecke wird das Rollator als
Hilfsmittel genommen bzw. den elektrischen Rollstuhl für die große Strecke. Der Patient braucht
eine leichte Stutz am Kopf
• Level 5: keine willkürliche Kopf / Rumpf / Kiefer Kontrolle, motorische funktionelle Störungen.

4. Was sind typische Symptome bei einer spastischen Cerebralparese? (8 Symptome)


• Hypertonus.
• Massive Kokontraktion der Agonisten und Antagonisten.
• Eingeschränktes Bewegungsausmaß.
• Erschwerte Haltungskontrolle gegen die Schwerkraft.
• Ungleichgewicht der Muskelaktivität (= Sekundärschäden der Gelenkbeweglichkeiten
(Kontrakturen, Luxationen, Deformitäten).
• Funktionseinschränkungen (oft erschwerte Nahrungsaufnahme und Lautbildung, Atmung und
Darmfunktion sind beeinträchtigt).
• Tonische Haltemuster auf der Basis persistierender Neugeborenenreflexe erschweren das
Erlernen von Funktionen (z.B. Opistotonus).
• Der Dehnungswiderstand ist erhöht.

5. Was sind typische Syndrome bei einer atethotischen Cerebralparese? (3 Beispiele)


Es ist eine Störung des EPS. Atethose = langsame, ständig wechselnde, geschraubte
Bewegungen.
• Haltungsasymetrie.
• Schwere mimische Störung.
• Haltetonus Mangel.
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6. Mit welchen Begleitstörungen muss bei Cerebralparesen gerechnet werden?


• Kognition Störung.
• Verhalten Kontrolle.
• Retardierung der Meilensteine.
• Seh- / Hörstörung.
• Wahrnehmungsstörung.
• Aspirationspneumonie.
• Dekubitus.
• Epilepsie.

7. Was sind die Ziele in der Physiotherapie bei Patienten mit Cerebralparese? (Was wollen
wir erreichen?)
• Verbesserung und Erlernen von Funktionen (= Beweglichkeit + Stabilität).
• Selbstständigkeit.
• Stütz + Stabilität geht vor der Beweglichkeit.
• Beweglichkeit erhalten.
• Verbesserung der Atmung / Autonomie.
• Kontrakturen vermeiden.
• Umgang mit Hilfsmittel.

8. Welche Besonderheiten sind bei der Physiotherapie von spastischen Patienten zu


beachten?
• Früher Beginn (Plastizität des Gehirns ausnützen, je dünner desto besser).
• Vorsichtige langsame Bewegung.
• Möglich keine primitive Reflexe verursachen (z.B. ATNR, STNR, Babinski, Greifreflex usw.).
• Botox Therapie.
• Stabiles Material benutzen (Stütz geht vor Beweglichkeit).

9. Welche Besonderheiten sind in der Physiotherapie von Patienten mit einer dystonen
Cerebralparese (z.B. Atethose) zu beachten?
• Stabilität und Stütz besonders beachten! Stabiles, festes Material.
• Rhythmisches Intendieren.
• Augenkontrolle.
• Hemmung von Reflexen (= besser als nichts).
• Störungen durch zu viele parallel angebotene sensorische Reize vermeiden.
• Immer Mundmotorik mit berücksichtigen.
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10. Sie betreuen ein 12J. altes Mädchen mit unilateraler Cerebralparese rechts, GMFCS-
Level 3, spastische und atethotische Anteile.
1) Unterschiedliche Organe sind betroffen. Welche Probleme können auftreten?

Organe Probleme

An der Haut • Dekubitus

• Skoliose: Atmungsprobleme.
• Hüftgelenksdysplasie: Luxation.
Im Skelettsystem
• ISG Blockade.
• Füße / Hände Deformität.

• Gehen.
• Treppen.
Psychosozial
• Sociales Umfeld verbessern.
• Transfers.

Orthopädische Probleme: immer mit der Atmung arbeiten.


Atemwege Patienten: immer mit der Aufrichtung arbeiten.

2) Was sind bei dieser Patientin Ziele der Physiotherapie?


• Funktionelles Training: Autonomie verbessern.
• Bei Atethose: nur feste Unterlage und rhythmische Bewegung.
• Motorik, kognitive Fähigkeit, Aufrichtung, Atmung üben.

3) Welche Techniken sind sinnvoll?


« Nur was machen, was ich kann ».
• Vojta, Osteopathie, Bobath.
• Reziproke Hemmung.
• Lagerung.
• MT.

11. Sie betreuen einen 10 Monate alten Säugling wegen statomotorischer


Entwicklungsverzögerung. Unter der Geburt hatte ein Sauerstoffmangel stattgefunden.
APGAR Werte 3-5-9, Nabelschnur pH 6,9.
Was können Untersuchungsbefunde sein, die auf die Entwicklung einer Cerebralparese
hindeuten?
• Fehlende Meilensteine.
• Atmungsstörung.
• Gestörte Integration.
• Verminderung der Mimik.
• Muskeleigenreflexe sind erhöht.
• General Movements sind vermindert.
• Bindungsstörungen.
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12. Welche Folgeprobleme können im Rahmen einer bilateralen überwiegend spastischen
Cerebralparese, GMFCS-Level 5 im Verlauf auftreten?
1) Welche orthopädischen Folgeproblemen?
• Hüftgelenksmigration: Schmerzfrei wegen spastische ADD, entsteht langsam.
Therapie: Vertikalisation, Belastungserhöhung, Rotation im Hüftgelenk (=> je mehr Hüfte in der
Kugel desto weniger Luxationsgefahr).
• ISG Blockade.
• Skoliose.
• Brustkorbdeformität.
• Spitzfuß.
• HWS / LWS Schmerzen.
• Muskelverkürzung.

2) Welche Komplikationen an der Atemorganen?


• Lungenfibrose.
• Aspirationspneumonie.
• Vitale Kapazität (VK) ist vermindert.
• Atemfrequenz (AF) ist erhöht.

3) Welche Komplikationen an der Haut?


• Dekubitus.

4) Welche psychosozialen Probleme?


• Kommunikationsprobleme.
• Schuldgefühl von Eltern.
• Isolation.
• Höhe Pflegebedürftigkeit.
• Geschwister sind neidig (= Eltern kümmern sich mehr um das kranke Kind).