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KR Pädiatrie Arbeitsblatt 5 1/7

ENTZÜNDLICHE ERKRANKUNG DES ZNS

I. Akute Erkrankung in der Kinderneurologie

1. Meningitis
= Hirnhautentzündung

1) Nennen Sie mögliche Frühsymptome bei einer eitrigen Meningitis des


Kleinkindesalters. Was sind Frühzeichen einer Meningitis? Was wird geprüft?
Frühsymptome:
• schlechter Allgemeinzustand.
• Fieber.
• Erbrechen.
• Kopfschmerzen.
Frühzeichen:
• Nackensteifigkeit.
Diagnostik durch:
• Lumbalpunktion (Liquor).

2) Wie ist die Prognose einer eitrigen Meningitis im Kleinkindesalter?


Die Prognose ist abhängig von dem Erreger und dem Behandlungsbeginn.
• Bei frühzeitiger Diagnose + Behandlung = gute Prognose.
• Ohne frühzeitiger Diagnose + keine Behandlung = schlechte Prognose + Behinderung und kann
zum Tof führen.

2. Encephalitis
= Hirnparenchym Entzündung.

1) Was können typische Symptome einer Enzephalitis sein? 3 Beispiele.


• Fieber.
• Übelkeit.
• Erbrechen.
• Diffuse Schmerzen.
• Bewusstseinsstörung.
• Apathie.
• Neurologische Ausfallserscheinungen (Ataxie, Parese, Nystagmus).

2) Was sind mögliche Ursachen einer Encephalitis?


• Infektion durch Viren (z.B. Herpes, Masern, Polio, Zeckenbiss für das FSME-Virus).

3) Wie ist die Prognose einer FSME-Enzephalitis?


• Kindesalter: völlige Ausheilung mögliche = gute Prognose
• Erwachsene über 30 Jahre: schwere bleibende Defekte (= Lähmung), manchmal bis zum Tod.

4) Wie kann einer FSME-Enzephalitis vorgebeugt werden?


• FSME-Impfung.

5) Was kann zum Schutz vor Zeckenstichen getan werden?


• Geschlossene Schuhe mit langen Hosen / Strümpfe.
• Absuchen des Körpers nach Wald- und Wiesenspaziergängen.

6) Wie muss eine Zecke entfernt werden?


• Mit einer Pinzette komplette Entfernung inklusive Kopf (drehen + hochziehen).
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7) Was versteht man unter einer Spätenzephalitis? Nennen Sie ein Beispiel mit Symptomen
und Verlauf.
• Hirnentzündung langer Zeit nach das Anstecken.
• z.B. die SSPE (= Subakute Sklerosierende Panenzephalitis) nach persistierender Masern-Virus-
Infektion.
• Symptome: statomotorische Probleme + mentaler Abbau.
• Verlauf: Tod (zw. Diagnose und Tod 18-20 Monaten).

3. Was ist eine Borreliose? Welche Organe können betroffen sein?


• Bakterielle Erkrankung, die durch übertragene Zecken übertragt.
• Die Organe, die betroffen sind:
- Gelenke.
- Haut.
- Herz (Herzmuskel Entzündung).
- Hirnhautentzündung.
- Lymphknoten.

II. Schädel-Hirn-Trauma

1. Ein 4 Jahre altes Kind ist vom Klettergerüst gefallen.


1) Welche Verletzungen könnte es sich zugezogen haben und wie prüfen Sie das?
• Man prüft die Verletzung über das Glasgow-Koma-Skala:
- Reaktionen wie Augen öffnen.
- Sprachliche Antworten.
- Motorische Reaktionen auf Ansprache und Schmerzreize.
• Die Verletzung könnte sein:
- Weichteilverletzung (Inspektion + orthopädische Tests).
- Periphere Fraktur (Bewegung? Schwellung? Hämatome?).
- Wirbelsäulefraktur (Sensibilitätsstörung?).
- Schädelprellung (neurologische Zeichen?).

2) Ein Kind ist auf den Kopf gefallen und hat ein Hämatom an der Stirn, keine weiteren
sichtbaren Verletzungen.
a. Bei welchen klinischen Zeichen würden Sie den Notarzt rufen?
• Bewusstlosigkeit über 15min.
• Erbrechen.
• Neurologische Störung.
• Epileptischer Anfall.
• Kopfschmerzen.
• Sehstörung (egal welche).
• Amnesie:
- Anterograde (= ich weisse nicht was gerade ist!).
- Retrograde (= « was ist passiert? »).

Initiale Bewusstlosigkeit (Verlauf bei normalen Fälle):


- Kurz nach Unfall (30s/1min).
- Bewusstlosigkeit aber danach war alles gut.
Falls: nach 30s kann man noch kein Kontakt erstellen oder länger als 30s.
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Schädelprellung Commotio Cerebri Contusio Cerebri

• Gefährliche Verletzung.
• Notruf + im Krankenhaus
Überwachung.
• 1 commotionel Zeichen also in
der Klinik 2 Tage ohne • Kritische Verletzung.
• Harmlose Prellung. Lebensgefahr. • Notruf.
• Wenn ihm nicht gut geht =>
Intensivstation.
• Evtl. in den nächsten Monaten
kann er Epilepsieanfälle haben.

• Immer Eltern bescheid sagen, mit Symptome Erklärung.


• Falls ein Symptom => Notarzt.
• Im Notfall sinnvoll handeln.

b. Bei welchen klinischen Zeichen würden Sie die Eltern informieren und zur stationären
Überwachung raten?
Immer die Eltern gut informieren:
• Neurologische Symptome.
• Erbrechen.
• Gleichgewichtsprobleme.
• Bewusstseinsstörung.
• Retrograde Amnesie.
• Sehstörungen.
• Kopfschmerzen.
• => bei Auftreten eines dieser Symptome sofort ins Krankenhaus gehen.

c. Was muss sichergestellt sein, damit Sie sich auf eventuelle Schmerzbekämpfung beschränken
können?
• Eis.
• Paracetamol.
• Kind Nacht aufwachen (um gucken, ob er noch bewusst ist).
• Pupille Reaktion.

d. Was können Spätfolgen einer Contusio cerebri sein (3 Beispiele)?


• Gedächtnisstörungen.
• Epilepsie.
• Sprachstörungen.
• Neurologische Defekte.
• Hydrocephalus (durch Hirnblutung).
• Chronische Kopfschmerzen (also Handy + Fernsehe Verbot wegen schnelle Augenbewegung).
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III. Syndrome

1. Down Syndrom, Trisomie 21


1) Was sind typische Zeichen und Symptome? 5 Beispiele.
• Trinkschwäche.
• Muskelhypotonie.
• Intelligenzminderung.
• Überstreckbarkeit der Gelenke (Hypermobilität durch Bänderlaxizität).
• Mongoloides Aussehen (4 Finger Furche, lange Hand Furche, Augenabstand größer als die
Norme).
• Herzfehler.
• Epilepsie.

2) Welche besonderen Probleme bestehen im 1. Lebensjahr und wie werden sie in der
Physiotherapie behandelt? 2 Beispiele.
• Muskelhypotonie: mit Bobath.
• Motorische Entwicklungsverzögerung: mit Bobath.
• Trinkschwäche, Mundmotorik: mit Castillo Morales Konzept.

3) Was sind typische motorische Probleme bei Klein- und Schulkindern und wie werden sie
behandelt? 2 Beispiele
• Plattfuße: Muskelkette arbeiten, Muskelstimulation.
• Muskelhypotonie (führt zur Fehlhaltung): Rückenschule, motorische Aktivierung.

2. Nennen Sie zwei weitere Beispiele einer Syndromerkrankung durch eine


Chromosomenstörung.
• Cri-Du-Chat-Syndrom (Deletion eines Chromosoms).
• Rett-Syndrom (Mutation eines Chromosoms).
• Turner Syndrom (nur ein X Chromosom).

3. Vorgeburtliche Schäden
1) Nennen Sie 4 Beispiele einer vorgeburtlichen Schädigung mit Ursachen und typischen
Symptomen.
• Alkohol / Medikamente => Symptome: Entwicklungsstörung.
• Nikotinkonsum in der Schwangerschaft => Symptome: untergewichtiges Kind.
• Radioaktive Strahlen => Symptome: chromosome Fehlbildung.
• Folsäure (Vitamin B9) Mangel => Symptome: Spina Bifida, Lippen / Gaumen Spaltbildung.
• Trauma mit Hirnblutung => Symptome: Hydrocephalus.

IV. Kindliche Epilepsien

1. Was tun Sie wenn ein Patient erstmals in Ihrer Praxis einen Grand-Mal-Anfall erleidet?
Warum?
• Der Patient auf den Boden hinlegen.
• Alle umliegende Umstände wegmachen, damit er sich nicht verletzt.
• Notarzt anrufen.
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2. Ein 6 Jahre altes Kind kommt wegen einer orthopädischen Erkrankung zur
Physiotherapie. Es leidet an einer Epilepsie und ist nicht anfallsfrei. Was müssen Sie
beachten?
• Wann war der letzte Anfall? (Anfall ab 1 Jahr)
• Medikamente bei sich haben.
• Spurt er die Epilepsie vor Symptome? Was verursacht die Anfälle?
• Keine Wassergruppe, kein Trampoline.
• Kleine Kletterwand benutzen.
• Nimmt er Notfallmedikamente? Wenn ja, wie?
• Telefonnummer der Eltern.

3. Ein Säugling mit cerebraler Vorschädigung fällt durch globale Beuge- und
Streckmyoklonien auf. Die Mutter berichtet, er würde oft so unvermittelt „erschrecken“.
1) Um welche Erkrankung könnte es sich handeln?
• BNS Symptome: Blitz-Nick-Salaam-Anfälle (West-Syndrom).

2) Wie ist die Prognose?


• Abhängig von der zugrunde liegenden Hirnschädigung.

3) Was muss veranlasst werden?


• Bei Verdacht in der Physiotherapie: zum Arzt schicken.
• Kinderneurologie behandeln.
• EEG (Elektroencephalographie).

4) Ein Patient berichtet Ihnen im Erstgespräch, dass er an einer Epilepsie leidet. Was muss
vor Beginn der Behandlung geklärt werden?
• Ist der Patient anfallsfrei? Anfallsart?
• Nimmt er Dauermedikation oder nur Medikamente zur Notfall (Diazepam)?
• Falls keine freie Periode: Umgang mit Notfall Medikamente abklären.

5) Was ist ein Status Epileptikus? Wie muss er behandelt werden?


• Lebensgefährliche Notfall.
• Die epileptische Anfall dauert mehr als 30min (Patient ist nicht mehr bewusst).
• Keine endender epileptische Anfall.
• Notfallmedikamente falls er nicht aufgehört (bei Notarzt gegeben).

6) Fieberkrämpfe.
a. Was ist das?
• Nur die Kinder sind betroffen: klonische oder tonisch-klonische Anfälle.
• Fieberanstieg + Krampfanfälle.
• Die Anfälle dauern nur wenige Minuten (ist nicht schlimm).
• Es kann sich in Epilepsie entwickeln (bei komplizierten Fieberkrämpfe oder Familieanamnese).

b. In welchem Lebensalter treten Fieberkrämpfe auf?


• Es tritt bei Kindern zw. 6 Monate und 5 Jahre (bei 2-5% der Kinder) auf.

c. Was ist zu tun?


• Notarzt bei schweren Krampfanfälle, sonnst Hausarzt.
• Ruhe bewahren (90% der Anfälle enden ohne therapeutische Maßnahmen).
• Bei Krampfanfall: Medikamente (Diazepam).
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V. Nennen Sie zwei Beispiele von nicht epileptischen Anfällen und


beschreiben Sie kurz deren Symptome.

• Affektkrämpfe (= Gelegenheitskrampe, zw. 2. und 4. LJ): aus Wut, Trotz, Aufregung oder Angst
schreien die Kinder laut auf, schlagen wild um sich, verdrehen die Augen und halten bei
Ausatmung die Luft an. Es kann auch zu einem Grand-Mal ähnlichen Verlauf kommen.
• Psychogener Krampfanfall: der ist auf einem emotionalen Konflikt basiert. Es kann von Zittern
über leichtem Muskelzucken bis hin zum generalisierten Krampfanfall reichen.

VI. Missbildungen.

1. Was können Ursachen für Missbildungen sein?


• Chromosome Störung.
• Genetisch bedingt.
• Toxoplasmose.
• Medikamente während Schwangerschaft.
• Toxische Ursache.
• Folsäure Mangel (Antiepileptika führen zur Folsäure Mangel.

2. Spina Bifida:
1) Was sind typische neurologische Auffälligkeiten?
• Hydrocephalus.
• Motorische + sensible Ausfälle abhängig des betroffenen Segments.
• Arnold-Chiari-Syndrom (Kleinhirn Fehlentwicklung).

2) Was sind typische orthopädische Probleme?


• Skoliose (neurogene Skoliose).
• Hohes Risiko einer Hüftgelenksluxation (da Hüftgelenk nicht belastet ist).
• Klumpfüße.

3) Was sind typische urologische Probleme?


• Rezidivierende Harnwegsinfektionen.
• Schlaffe Lähmung der Blase (Überlaufblase).

4) Was sind typische psychosoziale Probleme?


• Soziale Integration erschwert.
• Pflegebedürftigkeit.
• Elternschuldgefühl.

5) Was sind typische Komplikationen an der Haut?


• Dekubitus durch lange Sitzen.
• Irritationen.
• Fußpilze.

3. Hydrocephalus:
1) Was sind mögliche Ursachen? 3 Beispiele.
• Hirnblutung (häufigste).
• Infekt / Trauma.
• Spina Bifida.
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2) Wenn ein Hydrocephalus mit einem Shunt versorgt ist. Welche Komplikationen können
auftreten? 2 Beispiele.
• Infektion => Meningitis.
• Ventildefekt => Anstieg des Hirndrucks => Hirnschädigung.
• Verdacht eine Shunt-Infektion / Dysfunktion:
- Erbrechen.
- Kopfschmerzen.
- Sehstörung.

VII. Muskelerkrankungen.

1. Muskeldystrophie Typ Duchenne?


1) Wie ist der Verlauf auf Lebenszeit? Was sind mittel- und langfristige Komplikationen?
Nennen Sie 5 Beispiele.
• Rascher progredienter Verlauf zw. 8 und 15 LJ:
- Oft bronchopulmonale Komplikationen.
- Herzinsuffizienz.
- Atemprobleme.
- Aspiration.
- Einschränkungen.
- Kontrakturen.
• Zw. 18 und 26 LJ:
- Vital Kapazität fällt runter.
- Infektionen.
- Aspiration.
- Diaphragma Aktivität fällt runter.

2) Was muss in der Physiotherapie beachtet werden?


• Aufwärmephase ist wichtig.
• Keine Überförderung (es beschleunigt den Muskelabbau).
• Keine Kräftigung (es beschleunigt den Muskelabbau).
• Keine kausale Therapie.
• Frühzeitige Physiotherapie.
• ATG: Diaphragma führt zur Aufrichtung.
• Diaphragma Kette Arbeit.
• Wenn keines Gehen möglich => Umgang mit dem Rollstuhl.
• Hilfsmittel, ADL.
• Solange wie möglich die Funktionen erhalten.