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KR Pädiatrie Arbeitsblatt 7 1/7

ATEMWEGSERKRANKUNGEN

1. Nennen Sie die Unterschiede der Atemwege und Lunge beim Kind im Vergleich zum
Erwachsenen.
• Erhöhte Atemfrequenz.
• Unreife Immunsystem.
• Obstruktionsgefahr erhöht + Sekretbildung.
• Kleinere Alveoläre Austauchsfläche.
• Atemwege sind kürzer.
• Nasenatmung bei Neugeborenen + Säuglingen.

2. Schnupfen.
1) In welchem Lebensalter kann Schnupfen lebensgefährlich sein? Warum?
• Bei Neugeborenen und Säuglinge, weil sie nur durch die Nase atmen können, und die
Mundatmung wird erst während die erste Lebensmonate gelernt.

2) Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Was ist verboten?


• Nasentropfen, Nasensauger, viel Flüssigkeitszufuhr.
• NaCl Spülung.
• keine ätherischen Öle (wegen allergische Reaktion).

3. Ein 4 Jahre altes Kind entwickelt bellend hohlen Husten und Heiserkeit. Sie vermuten
das Vorliegen eines Krupp-Syndroms (= stenosierende Laryngitis).
1) Nennen Sie typische Symptome.
• Inspiratorischen Stridor.
• Einziehungen.
• Dyspnoe.
• Angst.
• Tachypnoe.
• Tachykardie.

2) Was ist zu tun bei Stadium II, bellend hohler Husten, inspiratorischer Stridor? Was ist
verboten? Warum?
• Kühle, feuchte Luft.
• Trinken.
• Ruhe.
• Sitzen.
• Inhalation mit abschwellenden Medikamenten (Cortison).
• Pulskontrolle.
• Verboten: keine Racheninspektion (wegen Vagus Reiz bei Verdacht auf Epiglottitis,
reflektorischer Atemstillstand möglich).

4. Aspirationen.
1) In welchem Lebensalter treten häufig Fremdkörperaspirationen auf? Was ist bei einer
Fremdkörperaspiration zu tun?
• Zw. 2. und 3. LJ.
• Bei nicht lebensgefährlichen Fälle: Ruhe => zur Klinik gehen => Bronchioskopie.
• Bei lebensgefährlichen Fällen:
- Bei Baby: Schlag zwischen Schulterblätter (=> kein Erfolg: Notarzt).
- Bei Erwachsene + Kinder (älter als 1 Jahr): heimlich Eingriff.
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2) Was kann zur Unfallverhütung getan werden?


• Am Tisch essen.
• Auf dem Kind aufpassen.
• Kinder sichere Umgebung.
• Aufpassen mit Süssigkeiten, Nüsse, Karotten / Apfel Stückchen.

3) Bei welchen Erkrankungen treten häufig Aspirationen auf? Warum?


• Bei neurologischen Krankheiten mit Schluckprobleme (z.B.: spastische Cerebralparese,
Muskelerkrankung wie Duchenne Muskeldystrophie), weil diese Patiente den Schlucken nicht
koordinieren könnnen.

5. Sie behandeln ein 4 Jahre altes Kind mit einer akuten Pneumonie.
1) Was ist zu sehen?
• Einziehungen.
• Nasenflügeln.
• Tachypnoe.
• Blasse Haut.
• Müdigkeit.
• Schlechter Allgemeinzustand.

2) Was ist zu hören?


• Husten (Rasselgeräusch) => primäre trockene, sekundär feucht.
• Atemgeräusche.

3) Was ist zu fühlen?


• Fieber.
• Einsatz Atemhilfsmuskeln.
• Perkussion: gedämpfte Klopfschal.

6. Was sind akute und langfristige Komplikationen bei einem Pleuraerguss bei Kindern?
• Akut:
- Schmerzen weil die Pleurablätter sehr hoch innerviert sind.
- Verklebungen (=> Atmung ist schmerzhaft).
- Atemnot.
- Abszess Bildung.

• Chronisch:
- Funktionseinschränkungen (Verklebungen der Fascien, Schonhaltung,
Skoliose).

7. Sie behandeln ein 10 Jahre altes Kind mit Asthma bronchiale.


1) Welche Krankheitszeichen (Symptome und Befunde) sind möglicherweise zu erwarten?
Nennen Sie 6 Beispiele.
• Chronischer Husten, evtl. mit Auswurf.
• Dyspnoe.
• Atemgeräusche (z.B. exspiratorischer Stridor).
• verlängertes Exspirium.
• Überblähung.
• Thorax-/ Haltungsveränderungen (Fassthorax).
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2) Welche Komplikationen an den Atemorganen können auftreten? Nennen Sie 4 Beispiele.
• Cor Pulmonal.
• Status Asthmaticus.
• Emphysem.
• Bronchiektasen.
• Atelektasen.
• Infektionen.

3) Was sind typische Auslöser für Verschlechterungen beim Asthma bronchiale? Nennen
Sie 5 Beispiele.
• Kälte.
• Anstrengung, Psyche.
• Hyperventilation.
• Infekte.
• Rauchen (unspezifische Auslöser).
• Allergene.
• Nahrungsmittel.

4) Was ist ein Peak-Flow-Meter? Wie wird es angewandt? Welche Information bekommen
Patienten und Therapeuten durch die Peak-Flow-Messung?
• Messung der maximalen forcierten Ausatmung.
• Anwendung: Patient sitzt gerade, maximale Inspiration der Peak-Flow-Meter waagerecht in den
Mund, und dann maximale schnelle Exspiration.
• Information über:
- aktuellen Zustand der Atemwege.
- Wirkung eines Medikaments
- Allgemeine Veränderung

5) Was sind die physiotherapeutischen Schwerpunkte beim Asthma bronchiale. d.h.: was
soll wir erreicht werden? 4 Beispiele.
• Normale Körperleistung.
• Atmung.
• Thorax Mobilisation (z.B. Giraffe, Hasensprung, die Schraube).
• Umgang mit Peak-Flow / Inhalationsgeräte (Schulung: Eltern und Kindern).
• Schleimdrainage.
• Entspannung.

6) Welche Gefahren drohen beim Gebrauch von Dosieraerosolen?


• Tachykardie (durch Schlucken statt Einatmen).
• Mundsoort (Pilze im Mund).
• Heiserkeit (bei Cortison).
• Koordinationsproblem: bei falsche Inhalation geht diese Medikamente in die falsche Organe.

7) Wie funktionieren Inhalierhilfen, warum werden sie eingesetzt?


• z.B. bei 3 JA:
- Spacer zw. Dosieraerosol und Mund:
• Bessere Disposition, kein Verlust der Stoffen, erhöhte Koordination.
• Erleichterung der Inhalation.
• 5 JA:
- Mundstuck.

a. Impaktion.
b. Sedimentation. Siehe KG Innere
c. Difusion.
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8) Ein 12 Jahre altes Kind wird von Ihnen wegen seines Asthma bronchiale betreut.
a. Was können Zeichen einer sich anbahnenden Verschlechterung sein, (Prodomi)?
• Atemgeräusche.
• Rippen in inspiratorischen Stellung blockiert.
• Erschwerte Ausatmung.
• Peak-Flow Werte sind schlecht.
• Einsatz der Atemhilfsmuskulatur.
• Tiefstand des Zwerchfells.
• spontane Lippenbremse.
• Angst.


b. Was ist dann zu tun?


• Dosier-Aerosol (bei ausreichend offenen Atemwegen).
• Inhalation.
• atemerleichternde Stellung (z.B. Kutscher Sitz, Lippenbremse).
• Beruhigung.
• Langsame Ausatmung.

c. Was sind Zeichen eines akuten Asthmaanfalls?


• Pfeifend.
• Hustenanfälle.
• Kurzatmigkeit bis zur Atemnot.
• Schulterhochstand.
• Einsatz der Atemhilfsmuskulatur.

d. Was ist beim akuten Asthmaanfall zu tun?


• Beruhigung.
• Notmedikamente (Bronchiodilatatoren).
• Notarzt.
• Atemerleichternde Maßnahmen.

e. Wie lagert man einen Patienten im akuten Asthmaanfall?


• Aufrechter Sitz.
• => Zwerchfell besser beweglich (Atmung ist verbessert), die Bauchorgane drücken nicht drauf.

f. Was sind Ziele der Physiotherapie im Intervall?


• Alltagsverbesserung.
• Belastbarkeit Erhöhung.
• Entspannungstechniken (z.B. Bauchatmung).
• Schulung (Inhalationstechniken, atemerleichternde Stellungen).
• Erhalt der Zustand:
- Soziale Kontakt erhöhen.
- Selbstvertrauen erhöhen.

g. Nennen Sie Beispiele für Physiotherapeutische Techniken beim symptomfreien Patienten mit
Asthma Bronchiale.
• ATG.
• Thorax Mobilisation (Drehübungen).
• Dehnung.
• Ausdauer.

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8. Mucoviscidose.
1) Welche Organe sind bei der Mukoviszidose betroffen und welche pathophysiologischen
Veränderungen finden an diesen Organen statt?

Organe Veränderungen
• Zu zähes Schleim.
Lungen
• Dystelektasen / Bronchiektasen / Atelektasen.
• Zerstörung der Langerhans-Insel also Entwicklung in einer Insulmangel
Pancreas
Diabetes (Diabetes Mellitus Typ 3).

• Mekoniumileus (Darmverschluss durch zu zähes Mekonium).


Darm
• Hypocalorie Diät.
• Männer: Infertilität.
Gonaden
• Frauen: Empfangsmöglichkeiten fällt.
Nase • Polypen Vergrößerung.

Es ist eine multisysteme Erkrankung.

2) Was sind die typischen Lungenprobleme bei Mukoviszidose im Verlauf (4 Beispiele)?


• Pneumonie.
• Pneumothorax.
• Atelektasen.
• Emphysem.
• Cor pulmonale.

3) Was sind physiotherapeutische Ziele bei Mukoviszidose (4 Beispiele)?


• => Intensive Physiotherapie ab Diagnosestellung.
• Lösen der Sekret.
• Verbesserung / Erhaltung der Thorax Beweglichkeit.
• Ventilation + Perfusion Verbesserung.
• Atelektasen öffnen.
• Hustentechnik beibringen.
• Patient motivieren (ohne Übung stirbt den Patient).
• Verbesserung / Erhaltung der Lebensqualität.
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4) Was sind typische akute Notfallsituationen / Komplikationen bei Mukoviszidose? Woran
sind sie zu erkennen? Was ist dann zu tun?

Typischer Notfall Zeichen Was tun?

• Allgemeinzustand plötzlich Beruhigen.



schlecht.
• Hochlagerung, hinsetzen.
• Atemnot, Husten, Zyanose. Möglichst nicht Husten.

Pneumothorax • Hypersonorer Klopfschall.
• Krankenhaus.
• O2 Sättigung fällt. Sauerstoffgabe.

• Tachykardie Notarzt.

• Angst.

• Allgemeinzustand plötzlich
schlecht, im Zusammenhang mit • Hochlagerung, ggf. Atelektase
Schleimdrainage. oben.
Atelektase • Dyspnoe. • Befreiungstechnik.
• Tachykardie. • Husten versuchen.
• Angst. • Sauerstoffgabe.
• Zyanose. • Notarzt.
• Dumpfe Kopfschal.

• Allgemeinzustand plötzlich
schlecht.
• Dyspnoe.
• Tachykardie. • Notarzt schnell!!
Lungenbluten • Angst. • Sauerstoffgabe.
• Zyanose. • Hochlagerung.
• Husten / spucken mit blutigem
Auswurf.
• « Hitzegefühl » im Brustkorb.

• Entsteht schleichend. • Keine akute O2 Therapie.


• Müdigkeit. • Blutgasanalyse.
CO2-Narkose
• Hypoventilation. • Klinik.
• Zyanose. • O2 nur mit Pulsoxymeter.

• Allgemeinzustand schlecht.
Akutes Cor Tachykardie. • Sauerstoffgabe.

Pulmonales Kurzatmigkeit. • Hochlagerung.

Zyanose. • Notarzt.

• Verstopfung der Nahrung, die nicht


verdaut sind. • Keine Colonmassage.
Distales Obstruktions-
• Starke Bauchschmerzen « harter • Wärme: wenn schlechter in die
syndrom
Bauch ». Klinik.
• Abwehrspannung.

Neugeborene • Fehlende Mekoniumgang in die • Ärztliche Therapie.


Mekoniumileus erste 24 Stunden. • OP.
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5) Welche besonderen Hygieneregeln gelten bei der Behandlung von Mukoviszidose-
Patienten?
a. Für den Umgang mit dem Inhaliergerät?
• Jeder Patient hat sein eigenes Inhalationsgerät.
• Nach Gebrauch:
- Auseinander schrauben.
- Abwaschen.
- Trocken föhnen.
- In sauberes Tuch einlegen.
- Keine Desinfektion mit Desinfektionsmittel.
• Keine Feuchtigkeit wegen Pseudomonas (Bakterien, die Infektion von Wunden, Atem- und
Harnwegen, Lungenentzündung sowie Sepsis und Herzerkrankungen verursachen).

b. Für die Händedesinfektion?


• Hände waschen und trocknen.
• Desinfizieren.
• Nicht wieder die Hände waschen, da dies H2O nicht keimfrei ist.

c. In der Gruppentherapie?
• Eigene Matte.
• Eigenes Gerät.
• Eigene Nierenschale (mit Deckel + Name).
• Keine Taschentücher.

d. Bei eigenen Erkrankungen des Therapeuten?


• Mundschutz.
• Handschutz.

e. Was versteht man unter Resistenzentwicklung bei Bakterien? Was sind die Ursachen?
• Keine Antibiotikatherapie mehr möglich, weil die nicht mehr helfen.
• Ursache:
- Falsche Antibiotika Ansatz.
- Zu viel Antibiotika Ansatz mit falscher Indikation, meistens an der Station oder
auch Hausarzt.

9. Fallbeispiel:
Ein 16 Jahre alter Patient mit Mukoviszidose wird regelmäßig von Ihnen betreut. Die
Erkrankung ist schon weit fortgeschritten. Es geht im plötzlich schlechter. Woran denken
Sie, was klären Sie? Was tun Sie?
• Probleme:
- Pneumothorax.
- Atelektase.
- Lungenbluten.
- Akuter Cor Pulmonale.
- CO2-Narkose.
• Was tun?
- Beruhigung.
- Bei Atelektase: Husten.
- Andere: Arzt + O2 Therapie.
- Perkussion: hohl (Pneumothorax) oder dumpf (Atelektase) ?
- Siehe Tabelle 8.4).