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KR Pädiatrie Arbeitsblatt 9 1/4

STOFFWECHSELERKRANKUNGEN

1. Diabetes Mellitus, Typ 1, sog. juveniler Diabetes Mellitus, DMT1.


1) Was ist die Ursache von Diabetes mellitus Typ I (DMT1)?
• Genetisch, angeborene Krankheit.
• Die ß-Zellen, die die Insulin bilden in den Langerhans-Insel (Pankreas) sind zerstört.
• Es entsteht eine absolute Insulinemangel.

2) Wie muss DMT1 behandelt werden?


• Insulintherapie (durch Spritze oder Pumpe).

3) Was sind typische Komplikationen? Woran kann man diese erkennen?


• Hypoglykämie: Unruhe, Blässe, Zittern, Kaltschweiß, Krampfanfälle (Bewusstseinsstörung bis
Koma).
• Hyperglykämie: Aceton-Geruch (Übersäuerung), Kussmaul-Atmung, Mehrdurchblutung.
• Nierenschädigung.
• Polyurie.
• Diabetische Nieretherapie.
• Blindheit.
• Diabetische Mikroangiopathie (führt zur Amputation).
• Müdigkeit, Leistungsminderung.

4) Sie behandeln eine 12 Jahre alten Jungen mit DMT1. Was ist vor körperlicher Belastung
zu beachten?
• Blutzucker messen, Allgemeinzustand beobachten.
• Evtl. mehr essen oder weniger spritzen.
• Zielspiegel: 90 mg/dL.

5) Was können Ursachen für Unterzuckerung bei diesen Patienten sein?


• Zu viel Insulin.
• Zu viel Bewegung.
• Infekt.
• Zu wenig Essen.

6) Wie ist das Notfallmanagement bei Hypoglykämie bei Patienten mit insulinpflichtigem
DMT1?
• Schnell Zucker essen.
• Trinken.
• Ruhe.

7) Was sind langfristige Gefahren bei Patienten mit nicht ausreichend eingestelltem DM,
d.h.: chronisch zu hohem Blut-Glukose-Spiegel?
• Verstopfung der Arterien.
• Niereninsuffizienz.
• Augenprobleme (Blindheit).
• Mikroangiopathie.
• Amputation.
• Herzkreislaufprobleme.
• Schlechte Heilung der Wunden.
• Polyneuropathie.
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8) Bei welchen Erkrankungen können Sonderformen eines DM auftreten? Nennen Sie 2
Beispiele.
• Mukoviszidose (Pankreaserkrankung).
• Postinfektiös.
• Schwangerschaft Diabetes.
• Steroid Diabetes.

2. Diabetes Meilltus Typ 2, (DMT2)


1) Was sind die Ursachen?
• Insulinresistenz.
• Adipositas.
• Metabolisches Syndrom.
• Bewegungsmangel.

2) Was sind mögliche Folgen?


a. Akute Folgen.
• Hyperglykämie.
• Kollaps.
• Blutdruck Beschwerden.

b. Langfristige Folgen.
• Herzinfarkt.
• Verstopfung der Arterien.
• Niereninsuffizienz.
• Augenprobleme (Blindheit).
• Mikroangiopathie.
• Amputation.
• Herzkreislaufprobleme.
• Schlechte Heilung der Wunden.
• Polyneuropathie.

3) Was sind Aufgaben und Ziele in der Physiotherapie? Welche Besonderheiten sind zu
beachten?
• Bewegung / Sport.
• Motivation.
• Schulung / ADL (Lebensstill ändern).
• Keine Beschämung.

4) Sie betreuen einen 16 Jahre alten Jungen mit DMT2, Körpergewicht 96 kg, keine
Insulintherapie. Er klagt über Unwohlsein und befürchtet eine Hypoglykämie. Was tun
Sie?
• Er hat keine Hypoglykämie, weil es keine Insulintherapie gibt.
• Einfach weiter machen.

3. Hypothyreose, Schilddrüseunterfunktion
1) Was sind typische Symptome einer Hypothyreose beim Säugling?
• Trinkschwäche (Gedeihstörung).
• Obstipation.
• Lethargie.
• Muskuläre Hypotonie / Bewegungsmangel.
• Motorische Entwicklungsverzögerung.
• Kleinwuchs.
• Ikterus (= Prolongatus) = Abbauprodukte von Hämoglobine (macht Bilirubin).
• Große Zunge.
• Trockene / kalte Haut.
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2) Was sind mögliche Folgen einer unbehandelten Hypothyreose?


• Schwere Behinderung (entweder geistig oder körperlich).
• Intelligenz Minderung.
• Erwachsenen können sich von einer Hypothyreose komplett ausheilen, nicht die Säuglinge.

3) Was sind mögliche Symptome einer 40 Jahre alten Frau mit unerkannter und deshalb
auch nicht behandelter Hypothyreose?
• Depression.
• Trockene haut.
• Haare Ausfall.
• Schwäche / Müdigkeit.
• Gewicht Zunahme.
• Mit Behandlung hat die Frau keine Beschwerden bzw. Symptome mehr.

4) Wie kann es zu Jodid-Intoxikationen kommen und was sind die Folgen?


• Durch Jodhaltigen Desinfektionsmittel.
• Ingestion von Jodid (Medikamente z.B.)
• Folge:
- Blockierung der Schilddrüse.
- Gehirnreifung limitiert.

5) Warum ist die großflächige Anwendung von jodhaltigen Hautdesinfektionsmitteln im


Säuglingsalter verboten?
• Gefahr der Jodid-Intoxikation.
• => Blockierung der Schilddrüse.


4. Vitamin D-Mangel, rachitische Stoffwechsellage.


1) Was sind mögliche Folgen eines leichten bis mittelschweren chronischen Vitamin-D-
Mangels (= rachitische Stoffwechsellage)?
• Muskelschwäche / Hypotonie.
• Infekt Anfälligkeit (= Immunschwäche).
• Motorische Entwicklungsverzögerung.
• Retardierung (Mental, Größe, Gewicht).

2) Welche Organveränderungen bestehen beim schweren Vitamin-D-Mangel (= Vollbild


einer Rachitis) beim Kleinkind?
• Skelettdysplasie (zu wenig Mineralisation, Therapie: Calcium Therapie).
• Zahnschmelz Defekt.
• Muskelhypotonie.
• Immunschwäche.
• Bei schweren Fälle spricht man von Dystrophie.

3) Welche Patienten sind in besonderem Maße gefährdet eine rachitische Stoffwechsellage


zu entwickeln?
• Frühgeborene.
• Alle Säuglinge.
• Menschen mit dunkleren Hautfarben.
• Unterernährende Menschen.
• Menschen in Lände mit weniger Sonne.
• Epileptiker.
• Bettlägerig.
• Patient mit Leber- / Magenkrankheiten (Mukoviszidose / Morbus Crohn) = Resorptionsprobleme.
• Krebspatienten.
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4) Wie kann einer rachitischen Stoffwechsellage vorgebeugt werden?


• Sonne, frische Luft.
• Gute Ernährung, Fischöl.
• Frühgeborene: 1000IE Tablette.
• Nachreife Kinder: 500IE Tablette.