Sie sind auf Seite 1von 16

Fight Back!

Antifaschistisches (Jugend) Info Braunschweig

Performance von

Nr. 40 MaI 2008


Seite 2 Fight Back!
Die Polizei und ihre Version vom
„sauberen“ Braunschweig
Zu dumm, um Nazis zu sein? Das Antifaschistische Plenum und die
Am 2. Januar diesen Jahres überfie- Jugend Antifa Aktion (JAA) deckten
len in Kralenriede zwei Nazihools ei- dann kurze Zeit später auf, dass sich
nen Mann aus Syrien. Unter rassisti- die Nazis durchaus selbst als solche
schen Parolen schlugen und traten sie einordneten, Fotos mit Hitlergruß und
auf ihn ein. Zwei Tage später wusste Hakenkreuz auf der Brust tauchten
die Braunschweiger Zeitung zu be- auf, Kontakte in Richtung Kamerad-
richten, unhinterfragt wie stets, dass schaften und NPD hatten bestanden
die Polizei die beiden nicht der rech- usw., das volle Programm. Die Polizei
ten Szene zuordne. Zwar hätten sie, räumte daraufhin – wieder über die BZ
so gibt die Polizei weiter an, schon – ein, dass die Rechercheergebnisse
mehrmals „Ausländer verprügelt“ und im Wesentlichen richtig seien, mit
sähen auch aus wie Nazis, doch es anderen Worten: sie wussten vieles
fehle ihnen „ganz einfach das politi- davon bereits. Die Art des Versuches,
sche Verständnis“, um richtige Nazis aus zwei Nazischlägern unpolitische
zu sein. Hooligans machen zu wollen, ist dabei
typisch für die Braunschweiger Poli-
Seit wann, so fragen wir uns, muss zei. Es wird zunächst einfach alles
man schlau sein, um als Nazi zu gel- Politische geleugnet, und wenn nötig,
ten? Muss man überhaupt irgend et- Stück für Stück zugegeben. Dabei
was dafür wissen? Ist es nicht viel- fallen Polizeisprecher Grande immer
mehr so, dass es immer die gleichen, wieder fantastische Gründe ein, war-
einfachen Glaubenssätze sind - Volk, um es sich bei Nazis nicht um Nazis
Vaterland und so -, die wir von Rech- handeln kann, die einer ähnliche er-
ten immer wieder zu hören bekom- drückenden Logik folgen, wie der vom
men? mangelnden IQ.
Impressum: Fight Back!, Cyriaksring 55, 38118 Braunschweig
Erscheint regelmäßig in einer Auflage von 1000 Exemplaren. Die Verteilung
erfolgt kostenlos an Schulen, Jugendzentren und in Kneipen. Der Inhalt der
einzelnen Artikel gibt nicht unbedingt die Meinung des gesamten Redaktions-
kollektivs wieder. Über den Abdruck von zugeschickten Artikeln, Terminen etc.
entscheidet das Redaktionskollektiv.
Eigentumsvorbehalt: Diese Zeitung bleibt bis zur Aushändigung an den Adres-
saten/die Adressatin Eigentum des Redaktionskollektivs. "Zur Habe-Name"
ist keine Aushändigung im Sinne dieses Vorbehalts. Nicht ausgehändigte Zei-
tungen sind unter Angabe des Grundes an das Redaktionskollektiv der Fight
Back! zurückzusenden.
V.i.S.d.P.: August Merges, Karl-Marx-Str. 2, 38104 Braunschweig
Fight Back! Seite 3
Imagepflege für Braunschweig zusammenschlug und bis zum Legen
auf dem Rücken von Naziopfern von Feuer ging, sondern auch noch
Zwei Beispiele seien genannt, die zu- versuchte diejenigen zu diskreditie-
gleich aufzeigen, welche Effekte sol- ren und vor Gericht zu zerren, die
che maßgeschneiderten Ermittlungs- darüber berichteten (s. Fight Back!
ergebnisse haben. Zunächst nach Nr. 34): Im Frühjahr 2006 war eine
Wenden: Nazigruppe in Braunschweig aktiv.
Sie schmierten Parolen, überfielen
Im Mai 2003 schmierten Unbekannte vermummt alternativ aussehende Ju-
an ein Haus in Wenden große Haken- gendliche in der Innenstadt, zündeten
kreuze. Sie wurden bei der Flucht einen Kleinbus der Organisation Die
gesehen, jedoch ergab sich für die Falken an und verübten einen Brand-
Polizei genau daraus, dass es sich bei anschlag auf den Jugendtreff des DGB.
den Tätern nicht um Nazis gehandelt Die Falken sammelten daraufhin Au-
haben könne, da einer der Geflüchte- genzeugenberichte Überfallener und
ten circa 1,95 Meter groß gewesen veröffentlichten eine Reihe von Über-
sein soll und das sei ungewöhnlich für fällen.
Nazis. Kein Scherz, das war die Be-
gründung. (s. Fight Back! Nr. 27) Und Die Polizei leugnete in der Presse
schon konnte Heidemarie Mundlos, nicht nur die Kenntnis von der Exi-
die CDU-Stadtteilbürgermeisterin, stenz der Nazigruppe, sie versuchte,
hinauströten, es gäbe in Wenden auch einen Teil der Überfälle dem „linken
gar keine Nazis und damit einen Effekt Spektrum“ anzuhängen. Die Nazis,
aufzeigen, den die Entpolitisierung so der Polizeisprecher, hätten nicht
von Naziaktivitäten durch die Ermitt- ausgesehen wie solche, sondern hät-
lungsbehörden mit sich bringt: das ten bei den Überfällen Sturmhauben
Image des Stadtteils, der Stadt wurde getragen - wieder ein eigentlich un-
verteidigt. Wir können diesen Reflex glaubliches „Ermittlungsergebnis“ .
vielfach in Deutschland beobachten, Ferner ermittelte die Polizei gegen die
dass im Sinne einer gepflegten Außen- Falken wegen der „Vortäuschung von
darstellung so viel vertuscht wird, wie Straftaten“, und behauptete, die Fal-
nur eben möglich. Darunter haben alle ken hätten sich die Überfälle ausge-
diejenigen zu leiden, die Angriffsziele dacht, um eine „Klima von Angst und
von Faschisten sind und die sich mit Schrecken“ zu verbreiten. Der einzi-
den „nicht existierenden“ Nazis her- ge Grund, den die Polizei für diese
umschlagen müssen. Verfolgung von Naziopfern angab war
der, dass die Überfälle nicht alle ange-
Das zweite Beispiel ist noch einmal zeigt worden waren, aber wen wundert
eine Spur härter, weil die Polizei hier- das, wenn man sich die typische Re-
bei nicht nur vertuschte, dass eine aktion der Braunschweiger Polizei auf
Nazigruppe in der Innenstadt Leute Naziüberfälle ansieht?
Seite 4 Fight Back!
Dass die Polizei die Nazigruppe kann- holkonsum motiviert“ dargestellt wer-
te, die die Überfälle verübten, gab sie den. Welche Wirkung diese durchge-
ein halbes Jahr zuvor bekannt: In hende Falschdarstellungen, die Ver-
einem Artikel der BZ vom 04. Mai 2005 tuschungen und Verdrehungen von
stand, dass ihr eine Gruppe rechtsex- Opfern und Tätern sowohl auf Nazis,
tremer „junger Männer“ „weitestge- wie auch auf diejenigen, die von die-
hend bekannt“ sei, die „Auseinander- sen bedroht, geschlagen und sonst-
setzungen“ suche. Zwei Nazis aus wie angegriffen werden, haben, mag
dieser Gruppe wurden später im Zu- sich jeder selbst ausmalen.
sammenhang mit anderen Straftaten
gefasst. Sie gaben den Brandanschlag Aus dem durchgängigen Handlungs-
auf den DGB-Jugendtreff zu, und muster der Polizei ergibt sich, wie
wurden dafür angeklagt. Das Gericht wichtig antifaschistische Arbeit ist.
folgte bereitwillig der Auffassung der Der Fall des zuletzt aus rassistischen
Polizei, dass der Anschlag „nicht po- Gründen überfallenen türkischen Ju-
litisch“ motiviert gewesen sei und die gendlichen zeigt auf, dass diese Ar-
Täter kamen dementsprechend milde beit Wirkung zeigen kann: Versuchte
davon. Dass die beiden zum Ka- die Polizei noch im Januar, einen
meradschaftsspektrum gehörten, in- Naziüberfall als unpolitische Schläge-
klusive Auftritten bei Nazidemos und rei hinzustellen, bezeichnete sie nun
Kontakt zur NPD, spielte dabei keine den „fremdenfeindlichen Hintergrund“
Rolle. als „eindeutig“ (neue braunschweiger
vom 13. März 2008). Wie lange diese
Sowas kommt von sowas Ehrlichkeit der Polizei bei der politi-
In ihren Verlautbarungen und ihrem schen Einordnung anhält, wird sich
Vorgehen verfolgt die Braunschwei- zeigen, einen Effekt hat die antifa-
ger Polizei die klare Linie, jeden Auf- schistische Öffentlichkeitsarbeit jeden-
tritt von Faschisten zu vertuschen oder falls gehabt. Wir raten daher allen, die
zu entpolitisieren. Das dient der Image- etwas von Naziaktivitäten mitbekom-
pflege der Stadt Braunschweig, die so men, oder Opfer von Nazis wurden,
auf dem Rücken der Opfer von Nazi- sich an antifaschistische Gruppen zu
überfällen stattfindet. Statt dessen wenden. Diese können dafür sorgen,
werden diejenigen zu Verbreitern von dass die Polizei mit ihrer übliche Stra-
„Angst und Schrecken“ erklärt, die tegie des Vertuschens und Ent-
von Überfällen berichten und mitunter politisierens nicht durchkommt.
sogar dafür verfolgt. Zu-
sätzlich kommt es den Na-
zis zugute, deren Taten
vor Gericht und in der
Öffentlichkeit als „unpoli-
tisch“ und „durch Alko-
Fight Back! Seite 5
Baskenland:
Ausnahmezustand mitten in Europa
Die baskische Linke zwischen Repression und Revolte
Vor den spanischen Parlamentswah- die spanische Regierung strebt ein
len am 9. März zog eine heftige Bündnis mit den baskischen Christde-
Repressionswelle über die Linke im mokraten (PNV) an, um die Mehrheit
Baskenland. Bereits Anfang Oktober im baskischen Parlament zu sichern.
2007 wurden auf Anordnung des spa- Deshalb versuchen sie aktuell alles,
nischen Untersuchungsrichters um die Linke zu illegalisieren.
Baltasar Garzón, vom Sondergericht
für Terror- und Drogendelikte, 23 Mit- Diese reagierte (trotz Verboten) mit
glieder der baskischen Linken verhaf- zahlreichen Kundgebungen und De-
tet. Es folgten weitere Festnahmen. monstrationen, einem Generalstreik
Ziel der Massenverhaftung war der der linken Gewerkschaft LAB und dem
Vorstand der linken Partei Batasuna Aufruf zum Wahlboykott. Als Reaktion
(Einheit), die 2003 mit der Begrün- auf die Verbote und Verhaftungen
dung sie sei der politische Arm der kam es im ganzen Baskenland zu
bewaffneten ETA, in Spanien verbo- breiten Protesten und mehrfach zu
ten wurde. Kurz vor den Wahlen er- militanten Auseinandersetzungen mit
folgte nun mit der Begründung das der Polizei.
enge Kontakte zu Batasuna bestünden
ein Verbotsverfahren gegen die Kom- Das Baskenland, ein Gebiet zwischen
munistische Partei EHAK und die an- Spanien und Frankreich, an der Atlan-
tifaschistische republikanisch-baski- tikküste beiderseits der Pyrenäen,
sche Acción Nacionalista Vasca gehört trotz der Repression des spa-
(ANV). Aber bereits vor den neuen nischen Staates ohne Zweifel zu den
Verboten war die Liste illegaler Orga- Regionen Europas mit der aktivsten
nisationen und Medien lang: Parteien, Linken. Die baskische Unabhängig-
Kommunale Wahlbündnisse, Jugend- keitsbewegung wird in den kommen-
gruppen, Zeitschriften, Radios und den Monaten weiter unter Druck gera-
Tageszeitungen wurden verboten. Der ten und der Konflikt im Baskenland
spanische Staat folgt einer Doppel- wieder verstärkt öffentliche Aufmerk-
strategie: Einerseits Verhaftungswel- samkeit erfahren. Das alles ist für uns
len gegen die ETA und anderseits Grund genug, sich mit der dortigen
unzählige Verbotsverfahren gegen die Situation, der Unabhängigkeits-
gesamte baskische Linke. Kurz vor bewegung und der Linken zu beschäf-
der Wahl sollten die politischen Geg- tigen.
ner erneut kaltgestellt werden. Denn
Seite 6 Fight Back!
Ein wenig Geschichte - „revolutionär-baskische Bewegung
„Unabhängigkeit und Sozialismus“ zur nationalen Befreiung“ und ver-
Diese zwei Worte haben die Linke suchten die baskische Sprache und
geprägt wie keine anderen und ziehen Kultur wieder zu beleben und den
sich wie ein roter Faden durch die Kampf gegen die spanische Vorherr-
Geschichte des Baskenlandes. Wäh- schaft aufzunehmen. Unter dem Auf-
rend der Franco-Diktatur entwickelte kommen einer kämpferischen Arbei-
sich in den 1950er Jahren die frühe terInnenbewegung in den 1960er Jah-
ETA (Euskadi ta Askatasuna – Bas- ren veränderte die ETA ihre Positio-
kenland und Freiheit), um im Unter- nen. Die vielen illegalen Streiks und
grund den Kampf gegen den spani- Demonstrationen, die vor allem von
schen Faschismus vorzubereiten. ArbeitsmigrantInnen getragen wurden,
Gegen die Unterdrückung der baski- brachten Arbeitskämpfe und Sozialis-
schen Sprache und Kultur durch den mus auch bei der ETA auf die Tages-
spanischen Staat bauten sie zunächst ordnung. Anstelle eines baskischen
mit kleinen Aktionen, wie Wandgemäl- Volkes, was sich über Kultur und Spra-
den in baskischer Sprache und später che definierte, erhielt verstärkt der
als bewaffnete Gruppe, den Wider- Begriff des „baskischen Arbeits-
stand auf. Dabei lehnten sie die rassi- volkes“ Einzug in die politischen Ar-
stischen und nationalistischen Posi- gumentationen. Um zu diesem „baski-
tionen der christlichen Baskischen schen Arbeitsvolk“ zu gehören waren
Nationalistischen Partei (PNV) eben- nicht Abstammung oder Herkunft ent-
so wie die Vorstellungen eines gesamt scheidend, sondern allein die Tatsa-
spanischen Reiches des Franco-Re- che im Baskenland zu leben und Wi-
gimes ab. Sie bezeichnete sich als derstand gegen das spanische Herr-

Kommt zur Jugend Antifa Aktion (JAA)!

Aktiv werden gegen


Nazis, Staat und
Kapital!

Jeden Montag 19 Uhr - Antifaschistisches Café - Cyriaksring 55


Fight Back! Seite 7
schaftssystem zu leisten. Ab Anfang tionellen Kulturalisten die ETA verlie-
der 1970er Jahre bestand etwa die ßen. Vereint waren die unterschiedli-
Hälfte der Bevölkerung des Basken- chen Strömungen dennoch im Kampf
landes aus MigrantInnen, überwie- gegen das Franco-Regime und das
gend aus Spanien, was die Stand- Baskenland bildete bis zum Tod Fran-
punkte der Unabhängigkeitsbewegung cos 1975 eine entscheidende Bastion
nachhaltig prägte. im Widerstand. Der durch Franco als
sein Nachfolger aufgebaute Minister-
Trotz der Veränderungen in den Posi- präsident Carrero Blanco wurde 1973
tionen der ETA, hielt sie an dem Kon- durch eins der spektakulärsten Atten-
zept der nationalen Befreiung fest. tate der ETA mit samt seiner Limousi-
ne 17 Meter in die Luft
gesprengt. Der Anschlag
beschleunigte das Ende
des faschistischen Re-
gimes. Der nahtlose
Übergang Spaniens hin
zu einer parlamentari-
schen Demokratie voll-
zog sich allerdings weit-
gehend ohne Bruch und
bis heute hat es nur eine
sehr begrenzte Ausein-
andersetzung mit der Ge-
schichte gegeben. Viele
der heutigen Politiker der
Nach internen Diskussionen spaltete spanischen Rechten bekennen sich
sich Mitte der 1960er Jahre die so als Franco-Anhänger und verehren
genannte ETA-Berri aufgrund ihrer offen das faschistische Regime.
Kritik an den dominierenden nationa-
listischen Ansichten ab und orientier- „Herri Batasuna“ und die
te sich künftig verstärkt an den Klas- baskische Linke
senkämpfen der ArbeiterInnen- Der Widerstand im Baskenland wurde
bewegung. Aber auch die verbliebene auch in Zeiten der formellen bürgerli-
ETA nahm in Folge der Debatten den chen Demokratie fortgesetzt. 1978
Sozialismus als Ziel des Kampfes in gründete sich die Partei Herri Batasuna
ihr Programm mit auf und organisierte (Volkseinheit) als Wahlbündnis aus
in den folgenden Jahren zusammen Gruppen der Unabhängigkeits-
mit Gewerkschaften illegale Streiks. bewegung, kommunistischer Gruppen
Dies führte dazu, dass die eher tradi- und Frauen- und Jugendorganisatio-
Seite 8 Fight Back!
nen. Ihr erklärtes Anliegen war, die gerte die Aktionen der ETA zu verur-
Ziele der ETA – Freiheit und Sozialis- teilen, solange über die alltägliche
mus – auf politischem Wege zu errei- Gewalt des spanischen Staates ge-
chen. Im Wesentlichen orientierte sich schwiegen würde. Die Regierung un-
Herri Batasuna an den Punkten die ter José Maria Aznar (1996-2004)
auch die ETA immer wieder als Grund- verstärkte die Repression gegen die
lagen für die Verhandlungen mit dem baskische Linke. 1997 wurde der
spanischen Staat vorgeschlagen hat. Parteivorstand von Herri Batasuna
Das sind: Vollständige Amnestie der verhaftet und viele Büros geschlos-
politischen Gefangenen, volle demo- sen. 2003 erfolgte das Verbot von
kratische Rechte, Verbesserungen für Herri Batasuna und anderen linken
ArbeiterInnen, Rückzug aller Gruppen aus der Unabhängigkeits-
Repressionskräfte aus dem spani- bewegung. Die Begründung war, dass
schen Teil des Baskenlandes, soforti- sie die politische Basis der ETA seien.
ge Gemeindewahlen, Ausübung des Im französischen Teil des Baskenlan-
Rechts auf Selbstbestimmung und des ist die Partei unter dem Namen
Selbstregierung (Autonomiestatus), Batasuna nach wie vor legal. Bei den
Einführung des Baskischen als öffent- vergangenen baskischen Kommunal-
liche Sprache und eine demokrati- wahlen im Mai 2007 traten viele
sche Staatsverfassung. Batasuna-Mitglieder, trotz Verbot ih-
rer Partei, als Kandidaten auf den
Bei ihrer ersten Wahlbeteiligung 1979 Listen der Kommunistischen Partei
erhielt Herri Batasuna auf Anhieb 170 EHAK an, die rund 15 % der Stimmen
000 Stimmen (13 %) in den autono- erhielt.
men baskischen Gemeinden. Bei der
EU-Wahl 1987 sogar 270 000. Der „Rock radical vasco“ und
Preis den Herri Batasuna und viele linke Jugendbewegung
Menschen im Baskenland dafür zahl- Bis Ende der 1970er Jahre wurde auf
ten war groß. Während der Regie- Veranstaltungen der baskischen Lin-
rungszeit der spanischen „Sozialisten“ ken fast ausschließlich traditionelle
unter Felipe Gonzáles wurden 1985 Musik gespielt. Anfang der 1980er
und 1989 die beiden linken Politiker änderte sich dies mit der Punkgruppe
Santi Brouard und Felipe Muguruza Kortatu und anderen Bands, die den
von staatlichen Todesschwadronen Begriff des rock radikal vasco für
ermordet. Schikanen, Drangsalierung baskischsprachige Rock- und Punk-
und Übergriffe durch die Polizei wa- musik prägten. Ihre Texte waren eng
ren für die ganze Bevölkerung an der an den Positionen von Herri Batasuna
Tagesordnung. Auch die politische angelegt und boten vor allem Jugend-
und juristische Verfolgung von Herri lichen Identifikation mit der linken
Batasuna nahm zu, weil sie sich wei- Unabhängigkeitsbewegung. Seit dem
Fight Back! Seite 9
gibt es eine ganze Reihe linker Punk- schlachten) mit der Polizei und zu
und Skabands, die auf baskisch oder vielen kleineren militanten Aktionen
auch spanisch, die militante Jugend- gegen Banken, Zeitarbeitsfirmen und
bewegung im Baskenland begleiten. andere Institutionen. Ein Mitte Okto-
Auch wenn es oftmals eher Ausdruck ber letzten Jahres geplanter Aufmarsch
eines Lebensgefühls oder einfache der faschistischen Falange (einst
Identifikation ist, die die Leute zum Staatspartei Francos) im baskischen
rock radical vasco bringt, so spielt er Donostia (San Sebastian), konnte nur
doch eine wichtige Rolle für die Ent- vor den Toren der Stadt stattfinden,
stehung und den Erhalt von politi- weil Tausende die Einfahrtstraßen
schem Bewusstsein unter Jugendli- blockierten und es in der ganzen Stadt
chen im Baskenland. Neben dem öf- zu heftigen Krawallen kam. Die radi-
fentlichen und parlamentarischen Weg kale Jugendbewegung spielt im Bas-
von Herri Batasuna und anderen Or- kenland eine wichtige Rolle und ist
ganisationen haben sich unter den neben den anderen Parteien, Organi-
Jugendlichen längst andere Formen sationen und der linken Gewerkschaft
des Kampfes verbreitet. Regelmäßig LAB ein zentraler Bestandteil des po-
kommt es zu kale borrokas (Straßen- litischen Kampfes.
Seite 10 Fight Back!
Verfolgung, Verhaftung reagierte bereits mit Anschlägen. Wie
und Widerstand sich der Konflikt in der nächsten Zeit
Als im Herbst letzten Jahres die erneu- entwickelt, ist schwer absehbar. Eine
te Verhaftungswelle gegen den Vor- militärische „Lösung“ egal von wel-
stand Batasunas einsetzte, gingen im cher Seite scheint kaum möglich.
Baskenland Zehntausende auf die
Straße. Noch während der Verhaftun- Sicher ist, dass die aktuelle
gen strömten Menschen vor ihre Häu- Repressionswelle ein Ausmaß wie zu
ser und griffen vor Wut über die Poli- Zeiten Francos erreicht hat. Systema-
zei deren Wagen an. In den folgenden tisch wird die baskische Linke ver-
Tagen kam zu Kundgebungen, De- folgt, weil sie sich weigert einseitig die
monstrationen und Krawallen. Der Gewalt der ETA zu verurteilen, ohne
Friedensprozess über den die spani- dass die spanische Staatsgewalt eben-
sche PSOE-Regierung und ETA bis so angeprangert wird. Welche inhalt-
Mitte 2007 verhandelten, entpuppte lichen Positionen sich innerhalb der
sich als wenig glaubwürdig, nachdem linken Unabhängigkeitsbewegung zu-
die Repression gegen die Linke wei- künftig durchsetzten, ob die Frage der
ter zu nahm. In Spanien befinden sich nationalen Eigenständigkeit des Bas-
aktuell über 700 Menschen aufgrund kenlandes überwiegt oder wieder ver-
des baskischen Konflikts im Gefäng- stärkt die sozialen Fragen an Bedeu-
nis, wovon heute ungefähr ein Drittel tung gewinnen und das derzeitige vage
nicht mehr aus der ETA, sondern aus Bekenntnis zum Sozialismus mit Le-
sozialen Bewegungen stammt. Regel- ben füllen, wird sich zeigen. Unabhän-
mäßig kommt es zu Übergriffen und gig davon wie man zur ETA und zu
Folterung durch die Guardia Civil. Es einzelnen Gruppen der baskischen
wird geschätzt, dass seit Beginn der Bewegung steht, sollte man nicht ver-
„Demokratisierung“ nach dem Tod gessen, dass der spanische Staat mit
Francos mehr als 7000 Menschen Unterstützung der rechten baskischen
durch spanische Polizisten oder Ge- PNV, mit Repression, Folter und Mord
heimdienste gefoltert wurden. gegen die Linke vorgeht und eine
ganze Region in den dauerhaften Aus-
Als Reaktion auf die anhaltende Ver- nahmezustand versetzt. Die kommen-
folgung beendete die ETA ihre Waf- den Monate werden zeigen wie sich
fenruhe im Juni 2007. Mit der derzei- der Konflikt inmitten Europas entwik-
tigen Verbots- und Verhaftungswelle keln wird. Eins ist aber klar, die bas-
hat die spanische Regierung der Mög- kische Linke kann jede interessierte
lichkeit eines Dialogs vorerst vermut- Öffentlichkeit und Solidarität dringend
lich den Gar ausgemacht. Die ETA gebrauchen!
Fight Back! Seite 11

○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
Binali ist raus aus dem Knast!
Binali Yildirim, der während eines Spanienurlaubs im Sommer 2007
festgenommen wurde, ist zurück in Deutschland. Binali wurde in
Spanien verhaftet, weil er in der Türkei als Kommunist verfolgt wurde
und wegen angeblicher Guerillaaktionen per Haftbefehl gesucht
wurde. Bis zu der Gerichtsverhandlung, bei der seine Auslieferung
an die Türkei geprüft werden sollte, sollte er inhaftiert bleiben. Da er
jedoch durch eine frühere Haftstrafe in der Türkei starke gesundheit-
liche Probleme hatte, beantragte sein Anwalt Haftverschonung.
Nachdem die spanischen Behörden sich monatelang stur gestellt
hatten, wurde dieser nach über acht Monaten stattgegeben und
Binali nutzte die Gelegenheit, um wieder zurück nach Deutschland
zu fliehen, wo er anerkannter Flüchtling ist.

Bad Lauterberg? Bad lauter Nazis!


In aller Kürze . . .

Am 19.01. fand in der Kleinstadt Bad Lauterberg im westlichen Harz


eine antifaschistische Demonstration statt, um auf die dort personell
stark vertretene Naziszene aufmerksam zu machen (weitere Infor-
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○

mationen dazu unter www.antifacafe.de.vu). Aus Braunschweig


fuhr ein Bus in Richtung Harz. Zum Treffen mit den Göttinger Bussen
auf halber Strecke gesellte sich ungebetenerweise die Polizei hinzu
und kündigte an, die Personalien aller DemonstrationsteilnehmerInnen
kontrollieren zu wollen. Dieser Plan konnte in Verhandlungen
abgewendet werden, jedoch durchsuchten die Cops die Busse und
beschlagnahmten eine Brotbox mit hartgekochten Eiern. Anschlie-
ßend ging es weiter zur Demonstration, an der rund 800 Leute
teilnahmen. Man ging die einzelnen Treffpunkte der Nazisszene ab,
in Redebeiträgen wurde auf aktive Nazis, Verbindungen zwischen
NPD und Kameradschaften und die Ignoranz der breiten Mehrheit
eingegangen.
Bereits im Vorfeld der Aktion hatten die Lokalzeitung eindeutig
Position bezogen und in mehreren Artikeln die antifaschistischte
Demonstration in Zusammenhang mit möglicher Randale gebracht.
Die Polizei verschaffte dann darauf aufbauend der Demonstration
den Anschein von Gefährlichkeit, indem sie die ganze Veranstaltung
mit doppelreihigem Spalier („Wanderkessel“) umgab. Die „gefähr-
lichen Randalierer“ brachten die Demonstration dann aber trotz
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○

Polizeiprovokation an ihr Ziel.


Fazit: Kraftvolle Demonstration, Bullenprovokationen wie immer und
die Gewissheit, dass in Bad Lauterberg noch jede Menge Engage-
ment nötig sein wird.
Seite 12 Fight Back!

○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
Demo gegen Abschiebung in
Hildesheim
Vor drei Jahren wurde die schwangere Gazale Salame auf Veran-
lassung der Hildesheimer Ausländerbehörde zusammen mit ihrer
einjährigen Tochter in die Türkei abgeschoben, während ihr Mann
die beiden älteren Töchter zur Schule brachte (Hintergrundinforma-
tionen findet ihr unter: www.papiere-fuer-alle.org/gazale-salame).
Am 9. Februar 2008 zogen nun ca. 300 DemonstrantInnen durch die
Hildesheimer Innenstadt, um das Schicksal der Familie nicht in
Vergessenheit geraten zu lassen. Die DemonstrationsteilnehmerInnen
setzten sich bunt zusammen aus Antifa-AktivistInnen, Mitgliedern
verschiedener Kirchenkreise, Familien mit Kinderwagen und fahnen-
schwenkenden Parteimitgliedern der Linken und Grünen. Dement-
sprechend „unkritisch“ bis heuchlerisch waren auch die Redebeiträ-
ge am Auftaktkundgebungsort - ging es doch meist nur um das
In aller Kürze . . .

Einzelschicksal der Familie, kaum aber um die rassistische Flüchtlings-


politik der BRD, die tagtäglich solche „Einzelschicksale“ hervor-
bringt.
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○

Um diesen Zusammenhang herzustellen gab es auf der anschließen-


den Demonstration einen ANTIRASSISTISCHEN BLOCK, an dem sich auch
die Jugend Antifa Aktion (JAA) beteiligte. Mit Transparenten, Sprech-
chören und Flyern, die an PassantInnen verteilt wurden, wurde hier
nicht nur die Rückkehr von Gazale Salame gefordert, sondern offene
Grenzen und Bleiberecht für alle!
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
Fight Back! Seite 13
Naziterror in Russland
Wer bisher dachte, dass es in Russland sind gezählte 37 Menschen in Folge
und anderen osteuropäischen Län- faschistischer Überfälle verstorben,
dern aufgrund der Erfahrungen mit zweidrittel davon in der russischen
dem deutschen Faschismus keine Hauptstadt. Dazu kommen unzählige
Nazis gäbe, wurde in den letzten Jah- Verletzte. Die moskauer Nicht-
ren eines besseren belehrt. Längst regierungsorganisation „SOVA“, wel-
sind die ehemaligen Ostblock-Staaten che Vorfälle mit rechtem Hintergrund
Schauplätze heftiger Naziübergriffe dokumentiert, zählte für die Zeit zwi-
und zahlreicher faschistischer Mor- schen Januar und Oktober 2007 ins-
de. Vielerorts herrscht eine regel- gesamt 436 faschistische Angriffe, 49
rechte Pogromstimmung und immer Menschen kostete der Naziterror das
wieder werden MigrantInnen, linke Leben.
Skins und andere AntifaschistInnen
oder Menschen, die einfach von der Was derzeit in Russland passiert, lässt
Norm abweichen, Opfer der Faschi- sich nicht mal mit den rassistischen
sten. Pogromen und Übergriffen Anfang
der 90er Jahre in der BRD verglei-
Am 16. März wurde eine Gruppe jun- chen. Wer in Russland nicht in das
ger Punks und AntifaschistInnen auf Weltbild der Nazi-Skins, rechten
dem Weg zu einem Konzert im Club Schläger und Hooligans passt, muss
“Art Garbage” im Zen-
trum Moskaus von Na-
zis angegriffen. Der
21-jährige Aleksej
Krilov stirbt noch vor
Ort. Auf ihn ist mehr als
30 mal eingestochen
worden. Der gezielte
Angriff auf ihn und
weitere Jugendliche
wurde zuvor in einem
Internetforum offen ge-
plant. Die Gewalt der
Faschisten in Russland
wird immer offener und brutaler. Allein mit dem Schlimmsten rechnen. Be-
im Februar diesen Jahres wurden sonders die Region Moskau und St.
mindesten 7 Menschen von Nazis er- Petersburg sind davon betroffen, da
mordet. Seit Anfang des Jahres 2008 hier die meisten der etwa 70.000 (!)
Seite 14 Fight Back!
rechten „Skinheads“ konzentriert sind. ten Bewegung“ nicht gesprochen
Dazu kommen vermutlich zahlreiche werden kann, weil die Polizei keine
andere, denn auch in Russland findet Verbindungen zwischen den Tä-
längst eine Abwendung vom Skin- tern erkenne. So verwundert es
Look statt. Nazimarken wie Thor- auch nicht, dass die Behörden statt
Steinar und andere auf sportlich und von einem rechten Hintergrund in
schick getrimmte Klamotten lösen die der Regel von „Hooliganismus“
übliche Erscheinung ab. Mit Thor- sprechen. Der Leiter der Polizei
Steinar ist es der russischen Nazi- zeichnete ein altbekanntes Bild von
Szene sogar gelungen bis weit in die perspektivlosen Jugendlichen, die
Hip-Hop-Subkultur vorzudringen, sich sauer über den Zuzug vieler „Aus-
dort breit zu machen und ihre Akzep- länder“ seien und an diesen ihre
tanz zu steigern. Wut ablassen (vgl: Jungle World
10/2008). Generell scheint die
Seit einiger Zeit ist auch der Staat von Meinung, dass die MigrantInnen
der Vielzahl rassistischer und natio- selber schuld seien, weit über die
nalistischer Übergriffe hellhörig ge- Nazikreise hinaus verbreitet. Dass
worden. Doch die Gewalt geht unver- der Staat entsprechende Maßnah-
mindert weiter und auch die breite men ergreifen solle, sehen auch
Öffentlichkeit wirkt nicht besonders 60 % der Bevölkerung so. Aller-
schockiert. Auch wenn in z.B. Gegen-
den wie dem südöstlichen Teil Mos-
kaus, wo viele der Übergriffen statt-
fanden, die Patrouillen der Polizei
verstärkt werden, kommt es regelmä-
ßig zu Angriffen. Obwohl es zu ersten
gerichtlichen Verurteilungen der Tä-
ter kam, wollen die Behörden in den
meisten Fällen nichts von einem poli-
tischen Hintergrund wissen.

In einer Sondersitzung der Stadt, ein-


berufen durch den stellvertretenden
Moskauer Bürgermeister, nahmen
neben dem Leiter der Polizei Wladi-
mir Pronin insgesamt 92 Vertreter der
in der Stadt ansässigen Minderheiten
teilnahmen. Pronin erklärte, dass es
bisher keinen Anlass zur Beunruhi-
gung gäbe, und von einer „organisier-
Fight Back! Seite 15
dings ist damit kein konsequentes sich dem Naziterror entgegenzu-
Vorgehen gegen die faschistischen stellen. Auf Hilfe von Staat und
Gruppen gemeint, sondern ein Polizei können sie dabei nicht bau-
Großteil möchte, dass die Zuwan- en, sondern müssen oftmals durch
derung weiter beschränkt wird. Eine physische Auseinandersetzungen
rasstische Grundstimmung, die und wirkungsvolle Öffentlichkeits-
gerade durch die meisten russi- arbeit, die Faschisten zurückdrän-
schen Medien bestärkt wird, die gen, was in Russland eine lebens-
ein durchweg abwertendes und gefährliche Aufgabe ist.
diskriminierendes Bild von
MirgantInnen zeichnen. Ein
grassierender staatlicher Na-
tionalismus heizt die Gewalt
zusätzlich an.

Aber auch in Russland orga-


nisieren sich viele der Betrof-
fenen, vor allem aus der Punk-
und Hardcore-Szene, in anti-
faschistischen Gruppen, um

Jeden Freitag ab 20 Uhr


Cyriaksring 55 - 38118 Braunschweig
www.antifacafe.de.vu
Antifaschistische Aktionen, Informationen, Diskussionen,
Veranstaltungen, Filme, Flugblätter, Zeitschriften, Bücher,
Plakate Aufkleber, T-Shirts, Anstecker, Aufnäher ...
Film: Globaler Kampf - 1. Mai international
Mit zahlreichen Bildern und kleinen Filmausschnitten gibt es einen Einblick in die weltweiten
Proteste und teilweise militanten Auseinandersetzungen am 1. Mai. Rund um den Globus
gehen Menschen auf die Straße, um für ein besseres Leben zu kämpfen. Weit über die
traditionellen Gewerkschaftsveranstaltungen hinaus, führt uns der Schnipsel-Film zum 1. Mai
in die Türkei, USA, Lateinamerika, Asien, BRD und andere Teile der Welt.
Freitag - 25. April 2008 - 20 Uhr
Antifaschistisches Café - Cyriaksring 55

Heraus zum 1. Mai 2008


GLOBAL KÄMPFEN STATT NATIONAL VERZICHTEN!
10:30 Uhr - Burgplatz

Film: „Es geht nicht nur um unsere Haut“ (BRD, 2007, 81 min.)
Ein Film über den Streik beim Bosch-Siemens-Hausgerätewerk in Berlin. Am 6. September
2006 kommt die Belegschaft des Werks in Berlin-Spandau zu einer Betriebsversammlung
zusammen, die 16 Tage dauern wird. Die Konzernleitung hatte angekündigt, das Spandauer
Werk zum Jahresende zu schließen. Die Betriebsversammlung ist der Auftakt zu einer Reihe
von Aktionen. In Interviews und Diskussion wird die Stimmung während des Streiks wiederge-
geben und deutlich, dass längst nicht alle ArbeiterInnen mit der Rolle der Gewerkschaft
zufrieden sind.
Freitag - 09. Mai 2008 - 20 Uhr
Antifaschistisches Café - Cyriaksring 55

Film: China Blue (Dokumentation, 2005)


In China gehen Millionen junger Frauen vom Land in die Städte, um in den Weltmarktfabriken
der Textil-, Spielzeug- und Elektronikindustrie zu arbeiten. Jasmin ist 17 Jahre alt und hat erst
vor kurzem ihr Dorf verlassen. Zwei Tagesreisen entfernt findet sie in einer Jeans-Fabrik eine
Stelle als Fadenabschneiderin. Der Film schildert detailliert und eindrücklich die harten
Bedingungen, unter denen Ausbeutung hier stattfindet und zeigt, dass sich die jungen Frauen
zu wehren wissen.
Freitag - 15. Mai 2008 - 20 Uhr
Antifaschistisches Café - Cyriaksring 55

Veranstaltung: Klassenkämpfe im Wirtschaftswunder - Sozialer Umbruch und


proletarische Kämpfe in China
Dienstag - 20.Mai 2008 - 19:30 Uhr
Gotrian - Zimmerstraße 24c