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Fight Back!

Antifaschistisches (Jugend) Info Braunschweig

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Nr. 41 Dezember 2008
Seite 2 Fight Back!
Neues Etikett - Stil und die Aufmachung der linken
Strukturen und von Linken bisher
aber immer noch agitierten Jugendkulturen, dabei
Gammelfleisch unter werden die bekannten Symbole und
Outfits mit unseren Inhalten besetzt
der Verpackung und in unserem Sinne interpretiert.
„Autonome Nationalisten“- ... Mittels dieses Auftretens besteht
Teil 1/2 die Möglichkeit sozusagen uner-
kannt, da dem bekannten Bild des
Wenn man durch Braunschweig ‚Faschisten‘ entgegen laufend, in
geht, könnte man schnell zu dem die bisher von gegnerischen Lagern
Schluss kommen, dass es hier beherrschte Gebiete vorzudringen,
keine Nazis gibt. Der Eindruck politisch und kulturell. Graffitis sprü-
täuscht. Die Zeiten, in denen man hen, unangepasst und ‚hip` sein
ihnen ihre menschenverachtende können nicht nur die Antifatzkes,
Haltung durch Kleidungsstil und sondern auch wir, damit erreichen
dergleichen ansah, sind weitestge- wir ein Klientel welches uns bis dato
hend vorbei. Man muß sie entweder verschlossen geblieben ist.“ (Zitat
kennen, sehr genau hinsehen oder von Axel Reitz, einem führenden
ihre Argumentationsweisen kennen, Nazi-Kader aus Köln)
um Nazis als solche auch zu auszu-
machen. Dieser Artikel widmet sich Mehr kann man dazu kaum sagen.
einer Naziströmung, die sich in Für die Nazis ist „autonom“ eine
den letzten Jahren entwickelt hat Worthülse, die sie je nach Bedarf
und mit ihrem Auftreten und ihrer mit dem füllen, was sie gerade als
Anti-Antifaarbeit für Aufmerksamkeit notwendig erachten. Auf Demon-
sorgte: die „Autonomen Nationalis- strationen kopieren sie den bekann-
ten“. ten schwarzen Block und sein
Auftreten, wie man es in etwa von
Häh?!? Autonome Nazis?! Wie geht der Antifa kennt. Sie benutzen das
das denn?! Antifa-Symbol oder andere Anti-
„Diese ‚Autonomen‘ kopieren den Nazi Symbole, verdrehen den Inhalt

Impressum: Fight Back!, Cyriaksring 55, 38118 Braunschweig


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oder denken sich was Eigenes aus. Steine Scherben (also erklärten
Selbst zu englischen Parolen gibt Nazi-Gegnern) auf ihren Demos
es mittlerweile keine Berührungs- gespielt werden.
ängste mehr. So wird aus dem
bekannten Hardcore-Logo „Good Sie sind in ihrem Auftreten, ihrer
Night White Pride (Gute Nacht vordergründigen Form also aus
Weißer Stolz)“ dann halt „Good ihrem Schattendasein als stumpfe
Night Left Side (Gute Nacht Linke Nazi-Skins quasi „rausgewachsen“.
Seite)“. Bediente die offen faschistische
Hetze früher eher ein Klientel, aus
Außerhalb von Demonstrationen dem nur sehr wenige in der Lage
sind Lifestyle und Modetrends waren, selbstständig (also über
der verschiedenen Jugend- und die bloßen Gewaltaktionen und
Subkulturen bei den Nazis ebenso das Herumgeeier auf Nazidemos
angesagt, wie bei nicht-rechten Ju- hinaus) zu denken und zu handeln,
gendlichen. Das Glatzen-Klischee so zeigt sich mittlerweile, dass der
wird ergänzt (und teilweise ersetzt) neue Nachwuchs aus sozialen
durch Baggys, Piercings, „Hello Schichten mit höherem Bildungs-
Kitty“-Accessoires, Pali-Tücher niveau stammt. Der hau-drauf
und andere modische Erschei- Nationalismus, Rassismus und Anti-
nungsformen, die früher immer
in Verdacht waren, einen
Widerspruch zu ihrem Ideal
des „ordentlichen Deutschen“
darzustellen. Auch in Fragen
der Musik ist der Nazige-
schmack vielfältiger geworden
und ist nicht mehr nur auf
den KlischeeRechtsrock oder
Marschmusik beschränkt. Punk,
Hardcore, Metal, HipHop, EBM,
Techno, Gothic und wat es nicht
alles gibt, stellen keinen Wider-
spruch zur „Nationalen Sache“
dar. Für die Nazis geht alles,
solange sie auch nur irgendwo,
irgendwie im Entferntesten
etwas finden, was ideologisch
auch nur annähernd zu ihnen
passt oder zumindest passen
könnte. Dies geht soweit, dass
sogar Songs von Bands wie
Nazi-Demo mit schwarzem Block
den Ärzten, Slime, ZSK oder Ton Markierung: Thor Steinar Jacke
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semitismus tritt (in der Propaganda) steht (egal ob NPD oder „Autonome
in den Hintergrund. Die eigenen Nationalisten“). Die Abschaffung
Positionierungen zu diesen Themen des Privateigentums (also die
werden geschickter ausformuliert Beseitigung des profitorientierten
und ans „Volk“ gebracht. Für die Unternehmertums als Ursache für
Nazis der „Autonomen National- Erwerbslosigkeit, Armut und Krieg)
isten“ steht der Anti-Antifa-Kampf lehnen sie, wie alle anderen Fa-
im Vordergrund. Selbst die Polizei schisten, kategorisch ab. Außerdem
war in Hamburg am 01.05.2008 sehen sie in den unterschiedlichen
überrascht, mit welcher Vehemenz sozialen Schichten die „Vielfalt“ der
der Block der „Autonomen Natio- Menschen. Wer also obdachlos auf
nalisten“ aus der polizeigeschützten der Straße sitzt und von dem Klein-
NPD-Demo ausbrechen wollte, geld vorbeiziehender PassantInnen
um die GegendemonstrantInnen lebt oder wegen Rationalisierungs-
anzugreifen. Nebenbei: auch diese maßnahmen eines Unternehmens
Entschlossenheit wär` für die Nazis erwerbslos wird, leistet einen Bei-
ziemlich in die Hose gegangen, trag zur „Vielfalt“ und bereichert so
waren sie an diesem Tag doch die Gesellschaft.... Sowas können
zahlenmäßig (wie sonst meistens auch nur Nazis ernst meinen.
auch) weit,weit unterlegen. Auch Letztlich wird hinter all den Übeln
liegt ihnen viel daran, sich selbst dieser Welt (von den schlechten
als „Kriegsgegner“ darzustellen Auswirkungen des Kapitalismus
oder als Sprachrohr der verarmten bis hin zum Krieg) nach wie vor die
und arbeitenden Massen. Das eine „Jüdische Weltverschwörung“ her-
untermalen sie mit so eindeutigen beigelogen. Überhaupt unterschei-
Parolen wie: „Nie wieder Krieg – den sich die „Autonomen National-
nach unserm` Sieg“. Das andere isten“ inhaltlich wenig bis gar nicht,
wird sehr schnell als platte Lüge von ihren traditionellen Kameraden
deutlich, wenn man bedenkt, dass in Kameradschaften und Parteien.
Zwangsarbeit für Erwerbslose bei
Nazis nach wie vor im Programm Man muß kein bewusst als Faschist

Lokales:
In Braunschweig hat sich mittlerweile eine Gruppe mit dem Namen
„Autonome Nationalisten Harz/Heide“ gegründet. Die Initiative ging von
Stephan „Gambo“ Lüdicke aus. Bisher traten sie lediglich ungestört
zwischen all den duseligen Deutschlandfahnenschwenkern bei den Pub-
licViewing Veranstaltungen während der EM `08 auf. So verteilten sie
während des EM-Spiels BRD-Kroatien nationalistische Flugblätter. Als
letztes fielen sie auf, als sie in einer Kneipe im Magniviertel Nazilieder
grölten und der Wirt sein Hausrecht nur durch die Polizei durchsetzen
konnte. Hierbei wurde Lüdicke mit Vorlagen für Hakenkreuzbuttons
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auftretender Mensch sein, um diese tische Gesellschaft als Weg ebnet,
Ideologie wenigstens in Teilen für weiterzugehen. Wenn man einem
richtig zu halten und wiederkauen Nazi also nicht mehr ansieht, ob er
zu können. Im Gegenteil werden einer ist und ein Baggy-tragendes-
einem doch schon durch die bür- gepierctes-Hello-Kitty-Täschchen-
gerliche Klassengesellschaft mit tragendes-Girlie nicht zwingend Teil
ihrer ständigen Konkurrenz die einer nicht-faschistischen oder gar
meisten Ideologien geliefert: Ras- linken Jugendkultur ist, wie kann
sismus, Nationalismus, Antisemi- man dann mit dem neuen Auftreten
tismus, Islamophobie, Sexismus, der Nazis umgehen? Man muss
Homophobie, Obrigkeitshörigkeit, sich mit der faschistischen Ideologie
Leistungsideologie, usw. sind keine auseinandersetzen, wissen, wenn
Erfindungen der Faschisten. Sie ge- in einem Gespräch faschistische
deihen überall auf dem Boden kapi- Gedanken und Argumente auf-
talistischer Konkurrenz. Die Fasch- tauchen. Man muss wissen, was
isten brutalisieren sie lediglich bis Faschismus ist. Ebenso müssen die
in ihre mörderische Konsequenz. führenden Köpfe bekannt sein, um
Diese als „Rechtsruck“ bezeichnete sie als solche bekanntzumachen.
Entwicklung vollzieht sich in allen Und es muss deutlich gemacht
Bereichen der Gesellschaft. In allen werden, dass der Faschismus keine
Parteien, in den Medien, in den Lösung für Armut und Krieg bietet,
Schulen, in den Betrieben und der auch wenn die modernen Faschis-
gewerkschaftlichen Arbeit, in den ten dieses gerne propagieren.
Universitäten und macht auch vor
den alternativen Jugend- u. Subkul- In der nächsten Ausgabe der Fight
turen nicht halt. Es ist also äußerst Back! wird es um das Verhältnis der
leicht, den Faschisten und ihrer „Autonomen Nationalisten“ zu den
Ideologie bewusst oder unbewusst Freien Kameradschaften und zur
auf den Leim zu gehen. Schließlich NPD gehen und eine historische
verlangt sie von uns selten mehr Einordnung dieser Nazi-Strömung
als das, was uns die kapitalis- vorgenommen.

erwischt und erwartet ein entsprechendes Verfahren.


Unter Führung des Dennis Dick wurde ebenso in Wolfenbüttel eine
Gruppe unter dem Namen „Autonome Nationalisten Salzgitter/Wolfenbüt-
tel“ gegründet. Von hier beteiligten sich einige an dem Naziaufmarsch
am 06.09.2008 in Dortmund, der weitestgehend von dem Spektrum der
„Autonomen Nationalisten“ geprägt war.

Genauere Rechercheinfos über die lokalen „Autonomen Nationalisten“


und andere Nazis mit Fotos und Namen findet ihr unter:
www.antifacafe.de.vu
Seite 6 Fight Back!
... und schwups lag der Nazidreck in
der Mülltonne

Aktion gegen NPD-Infostand in Wolfenbüttel am 8.11.2008

Die NPDler Andreas Molau, Patrick Kallweit und der Führer der „Nationalen
Kameradschaft Harz“ (NKH), Simon Basista, waren gerade noch dabei
einen Infostand in der Wolfenbütteler Innenstadt aufzubauen, da war dieser
auch schon umringt von etwa 20-30 Leuten, die gegen die Nazis protestier-
ten Ein Transparent wurde entrollt, auf dem zu lesen war: „Kein Dialog mit
Nazis“.

Nach wenigen Minuten kippte der Infostand um, die Nazis schauten betrübt
aus der Wäsche und das gesamte Infomaterial lag auf dem Boden ver-
streut herum. Schlauerweise hatte irgendwer bereits eine Altpapiertonne
besorgt und schwups lag der Nazidreck in der Mülltonne. Andreas Molau
versuchte noch etwas halbherzig Flugblätter an PassantInnen zu verteilen,
doch auch das wurde schnell behindert.

Nach einiger Zeit pack-


ten die Nazis ein und
fuhren von dannen.
Zuvor hatten sie bereits
in Goslar einen Stand
durchgeführt, gegen den
ca. 70 Leute protestier-
ten.

Natürlich tat die NPD


später wieder das, was
sie am besten kann: jam-
mern. Auf ihrer Internet-
seite jammerten sie über
„linke Schlägerbanden“,
die unter „den Augen
der zwei abgestellten
Polizisten den Infostand
der NPD“ zerschlugen.
Die „Gewalttäter“ seien
außerdem alle „ange-
reist“ gewesen.
Fight Back! Seite 7
Peine: „Thor Steinar“-Laden schließt

Vor einiger Zeit öffnete in Peine ein Laden, der


Nazimode der Marke „Thor Steinar“ verkaufte.
Dagegen gab es Proteste, u.a. wurden auch die
Schaufensterscheiben des Ladens eingeworfen.
Für Anfang November war eine Demonstration ge-
gen den Laden geplant, die jedoch abgesagt wurde,
nachdem der Ladenbesitzer verlautbaren ließ, er
werde denn Laden schließen, und der Mietvertrag
für die Räume gekündigt wurde. Inzwischen soll
der Laden, bis zum Auslaufen des Mietvertrages,
zeitweise wieder geöffnet sein.

Mehr Infos und Hintergründe zur Nazimarke „Thor Steinar“


gibt es hier:
In aller Kürze . . .

www.investigatethorsteinar.blogsport.de

www.stopthorsteinar.blogsport.de

Schulstreik

Auch in Braunschweig beteiligten sich am 12. November


SchülerInnen verschiedenster Schulen am bundesweiten
Aktionstag zum Schulstreik. Auf dem Rathausvorplatz gab
es eine Kundgebung mit anschließender Demo durch die
Stadt, die mit rund 10.000 TeilnehmerInnen die größte der
BRD war. Die Forderungen waren eine bessere Unterrichts-
versorgung, kleinere Klassen und ein besser organisierter
Lehrplan, aber auch die Abschaffung des dreigliederigen
Schulsystems. Das sorgte nun unter SchuldirektorInnen,
PolitikerInnen und Eltern für Aufregung. Das war doch jetzt
ein bisschen zu radikal. Wurden arme hilflose Kinder von
linksextremen Organisationen manipuliert? Einen an-
deren Grund konnte es in ihren Augen dafür nicht geben.
Dass Schüler-Innen selbstständig denken können und
Forderungen stellen wird lieber übersehen. Demokratie
und Mitbestimmung sind nur dann erlaubt, wenn sie sich in
vorgeschriebenen Bahnen bewegen und nach Schulschluss
geäußert werden.
Seite 8 Fight Back!
Gedenkspaziergang wegung; Gedenkstätte Schillstraße
> das KZ-Außenkommando Lager
am 9. November Schillstraße und der Umgang mit
dem Gedenken).
Mit einem Spaziergang gedachte
das Braunschweiger Bündnis gegen
Wer mehr über die geschichtlichen
Rechts am 9. November sowohl
Zusammenhänge des 9. Novem-
den Errungenschaften des Novem-
bers erfahren möchte, der/dem sei
beraufstandes 1918, als auch der
die aktuelle Broschüre des Anti-
Opfer des faschistischen Terrors,
faschistischen Plenums und der
der 1938 durch von den Nazis
Jugend Antifa Aktion (JAA) – auch
organisierte Angriffe auf jüdische
zu finden auf der Homepage
Synagogen, Geschäfte und Wohn-
www.antifacafe.de.vu – empfohlen.
häuser von der schrittweisen En-
trechtung zum generalstabsmäßig
organisierten Holocaust überging.
Vom Kohlmarkt starteten rund 100
Menschen zu Schlossfassaden und
Volksfreundehaus und beendeten
den Spaziergang schließlich an
der Gedenkstätte Schillstraße. An
den vier historischen Orten wurden
Redebeiträge zu verschiedenen
Themen verlesen (Kohlmarkt >
Machtübergabe 1933 und Enteig-
nung jüdischer Geschäfte; Schloss-
fassaden > der Novemberaufstand;
Volksfreundehaus > Terror der
Nazis gegen die ArbeiterInnenbe-

Kommt zur Jugend Antifa Aktion (JAA)!

G END Aktiv werden gegen Nazis,


JU
Staat und Kapital!
AN

Jeden Montag 19 Uhr


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A A KT Antifaschistisches Café - Cyriaksring 55


Fight Back! Seite 9
Braindead Politics
Heute: Anti-Speziesismus
Hatten wir euch vor einiger Zeit eine Strömung vorgestellt, deren
Anhänger in der kritiklosen Verteidigung des Staates Israel und in
der Forderung, seine Gegner militärisch zu bekämpfen, die ultima-
tive Form des Antifaschismus sehen, widmen wir uns heute solchen,
deren Politik zufolge wir uns ganz von dem Gedanken einer freien
Menschheit verabschieden und im Tierreich unser Heil suchen
sollten. Anti-SpeziesistInnen, kann man sagen, sind eine Extrem-
form von TierschützerInnen, denen jedoch nicht nur Bambi und Bello
besonders am Herzen liegen, sondern die sich mitunter selbst als
„menschliche Tiere“ bezeichnen.

„Speziesismus“ ist dabei ein Begriff, fen, bspw. bei der Feldarbeit, nein
der solchen wie „Rassismus“ und wir sollten sie auf die gleiche Stufe
„Sexismus“ nachgebildet ist, um heben wie uns Menschen, komplett
das damit gemeinte, nämlich eine mit eigenen Rechten und ihre „Be-
angebliche Unterdrückungsform, freiung“ gleichberechtigt mit der der
in diese Reihe mit aufnehmen zu Menschen erstreiten.
können.
Was ist daran nun falsch?
„Speziesismus“ meint, dass wir An der moralischen Haltung, Tieren
Menschen – rein biologisch betra- Leid ersparen zu wollen, ist nichts
chtet – zu den Säugetieren gehören falsch.
und uns fälschlicherweise für etwas Es spricht für das Mitgefühl von
besseres halten, unsere Spezies Menschen, wenn sie nicht nur mit
(biologisch für „Art“) also zu Unrecht ihresgleichen, sondern auch mit
aus der Menge der „anderen Tiere“ Tieren Mitleid empfinden. So zu tun
herausheben. Anti-SpeziesistInnen aber, als gäbe es keinen wesentli-
halten das für eine Form von Unter- chen Unterschied zwischen Men-
drückung. schen und Tieren, ist dumm und
gefährlich.
Ihrer Ansicht nach sollten wir nicht
nur damit aufhören Tiere, Entschul- Dumm zunächst, weil die Durchset-
digung, nichtmenschliche Tiere, zung von moralischen Werten nur
in allen erdenklichen Formen zu uns Menschen möglich ist.
benutzen, z.B. als Lebensmittel- Im Tierreich würden Anti-Spezies-
lieferanten (Fleisch, Eier, Milch istInnen am ersten Fleischfresser
usw.), Rohstofflieferanten (Wolle, scheitern, der ihnen über den
Leder, Insulin usw.) und Arbeitshil- Weg liefe. Wir Menschen sind und
Seite 10 Fight Back!
bleiben die einzigen zu einer Moral rechtsbewegung, Peter Singer, so
fähigen Lebewesen, genau das findet man in seinem Buch „Prak-
unterscheidet uns eben von Tieren. tische Ethik“ die Abstufung nach
„Bewusstsein“. Wenn die Interessen
Gefährlich ist diese Sichtweise der Eltern dafür sprächen, sei es
aber, weil sie eine „offene Flanke“ moralisch in Ordnung, behinderte
gegenüber einigen menschenver- Kinder oder solche mit vererbbaren
achtenden Ideologien hat. Wenn Krankheiten zu töten, gleiches gilt
zwischen Menschen und Tieren für alte, senil gewordene Menschen.
kein wesentlicher Unterschied Ein geistig schwer Behinderter wäre
besteht, dann entsteht ein neues demnach auch einem intelligenten
„Ranking“, das heißt, ein Mensch ist Tier für wichtige Versuche vorzu-
einem Tier gegenüber nicht mehr ziehen usw. Ihr seht, man kann
unbedingt bevorzugt zu behandeln. über die Aufhebung dieser moral-
Nimmt man zum Beispiel ischen Grenze schnell auf einer
einen der Vordenker üblen Ebene angelangen.
der Tier-
Wir wollen den Anti-Speziesist-
Innen, die sich selbst für Linke
halten, nicht unterstellen, dass sie
solche Gedanken unterstützen und
verbreiten wollen, schwierig wird
es jedoch, weil es bereits in den
Reihen der Faschisten welche
gibt, die eben das tun. Die „Au-
tonomen Nationalisten/ Harz
und Heide“ beispielsweise
vertreten auf ihrer Home-
page, dass „Tiere genauso
Lebewesen wie wir Men-
schen“ seien, und dass sie
für deren „selbstverständ-
lichen Rechte“ kämpfen
würden.

Wem sind „linke“ Anti-


SpeziesistInnen nun
näher? Den Nazis, die
für Tiere Rechte fordern
und für ihre Gegner und
andere unerwünschte
Menschen Konzentra-
tionslager? Oder den
Fight Back! Seite 11
Linken, die gleiche Rechte für alle einem System, das Mensch und
Menschen fordern, aber für Tiere Natur lediglich als verwertbares
nicht? Wo ist die Trennungslinie Material ansieht, nicht geschehen.
nach rechts? Darauf gibt die Ideolo- Nur ein Wirtschaftssystem, das
gie des „Anti-Speziesimus“ keine nicht auf Profit basiert, wird es über-
Antwort. haupt ermöglichen, Phänomene
wie Massentierhaltung und andere,
Wir sagen: Die Gleichsetzung von unnötige Formen von Tierquälerei
Menschen und Tieren durch die abzuschaffen. Klar kann sich jede
Ideologie des „Anti-Speziesismus“ und jeder, der gegen Ausbeutung
wertet nicht Tiere auf, sondern und Unterdrückung kämpft, dabei
Menschen ab. AntirassistInnen und dafür entscheiden, auf Fleisch,
Feministinnen sind – anders als Leder usw. zu verzichten und kann
Tiere – eben nicht darauf angewie- andere dafür zu gewinnen suchen.
sen, dass jemand nett zu ihnen ist, Die Gleichsetzung von Mensch und
sie führen ihre Kämpfe selbst. Tier zu fordern, geht aber, wie wir
Tiere hingegen sind darauf ange- gezeigt haben, in eine völlig falsche
wiesen, dass Menschen ihre Leiden Richtung. Wer die „Befreiung von
reduzieren und zwar nur den Teil, Mensch und Tier“ in einem Atemzug
der nicht von Natur aus zu ihrem und als gleichberechtigt fordert,
Leben dazugehört, wie bspw. die macht aus „Freiheit“ eine hohle
Nahrungskette. Das wird aber in Phrase.

Jeden Freitag ab 20 Uhr


Cyriaksring 55 • 38118 Braunschweig
www.antifacafe.de.vu
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Veranstaltungen, Filme, Flugblätter, Zeitschriften, Bücher,
Plakate, Aufkleber, T-Shirts, Anstecker, Aufnäher ...
20.12.08 - Schluss mit
Na(ht)zi-Scheiss in Eschede!
Fahrt mit uns zur Demo gegen die “Sonnen-
wendfeier” der Nazis
www.schlussmitnahtzischeiss.tk
Infoveranstaltung - 19.12.08 - 20 Uhr
Antifacafé Cyriaksring 55

02.01.09 - Überraschungsfilm
mit Popcorn - 20 Uhr
Antifacafé Cyriaksring 55

16.01.09 - Lecker Essen mit


Dessert - 20 Uhr Antifacafé
Cyriaksring 55