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HNHALT GRENZGEBIETE

DER WISSENSCHAFT
ist eine Quartalsschrift für Ausbau
21.Jahrgang 1972 ° Heft ll/lll und Vertiefung des christlichen Welt-
und Menschenbildes durch Einbau
der Kenntnisse aus dem Bereich der
Grenzgebiete der für das Welt— und
Menschenbild bedeutsamen Wissen—
schaften.

Redaktion:
F. Zahlner
Prof. Dr. Dr. Andreas Resch
(Schriftleiter)
Kleines Lexikon der
Prof. Dr. Johann Schermann
Paranormologie 1—92 (: 241—332) Prof. P. Ferdinand Zahlner
(A-2801 Katzelsdorf 82)
Tel. 026 22/82 14
Vorwort .................... 3 A-6010 Innsbruck
Maximilianstraße 6, Postfach 8
Einleitung .................. 4 Telefon 0 52 222 29 59, Austria
Ständige Mitarbeiter:
Verzeichnis der Abkürzungen . 6 Dr. Dietmar Assmann, Innsbruck;
Dr. Jule Eisenbud, DenverÄColorado;
Prof. Dr. Fabriciano Ferrero, Ma—
Lexikon .................... 7
drid—Rom; Prof. P. Eduard Hosp,
Innsbruck; Dr. Horst Jacobi, Mainz;
Dr. I... K1ing, Strasbourg; Prof. Dr.
Erwin Nickel, Freiburg/Schweiz; Dr.
Peter Rohner, München; Prof. Dr._
Wolfdieter Theurer, Gars am Inn.
Verlag, Auslieferung, Anzeigenver-
waltung und Druck:
Josef Kral 8z Co.‚ D—8423 Abensberg
(Deutschland). Telefon 0 94 43 / 2 13.
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Erscheinungsweise: Vierteljährlich.
Nachdruck:
Nur mit Erlaubnis der Redaktion.
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Einzelhefte:
DM 3.—; ö S 21.—; sfr 3.50
Die Ansichten des Verfassers dek— US-Dollar 0.81
ken sich nicht notwendigerweise Manuskriptsendungen sind direkt an
mit der Auffassung der Redaktion. die Redaktion zu richten.
FERDHWUUDZAHLNER

KLEINES LEXIKON
DER
PARANORMOLOGIE

1972

VERLAG JOSEF KRAL, ABENSBERG


VORWORT

Ich hoffe, die volle Zustimmung der Leser von GW zu haben, wenn ich
GW II—III/72 (= 241——332) als „Kleines Lexikon der Paranormologie“ heraus-
gebe. Immer werden Stimmen nach einer Begriffserklärung laut, weil man
in den gängigen Wörterbüchern die gewünschte Auskunft nicht finden kann.
Ich habe mich daher selbst an die Erstellung eines „Lexikons der Paranormo-
logie“ gemacht und inzwischen bei 3000 Begriffe gesammelt, doch wird es
noch Jahre dauern, bis diese große Arbeit veröffentlicht werden kann. Daher
bin ich überaus erfreut, daß unser Redaktionsmitglied, der Regionalsekretär
von IMAGO MUNDI in Österreich und Leiter der „Arbeitsgemeinschaft für
Parapsychologie“ (AGP) an der „Wiener Katholischen Akademie“, Prof.
P. Ferdinand ZAHLNER, unter Mitarbeit von Dr. Otto BUZEK und Wilhelm
P. MULACZ in enger Zusammenarbeit mit mir dieses Wörterbuch erstellte.
Wie ZAHLNER in seiner Einleitung sagt, kann es sich hier nicht um eine
endgültige Arbeit handeln, sondern vielmehr um eine gediegene Grundlage,
auf der eine größere Arbeit aufbauen kann. Ich möchte daher alle Leser
ersuchen, der Redaktion von GW jedwede Form von Korrektur und Ergän-
zung mitzuteilen. Es sind nämlich viele Fragen noch offen, doch fehlen zu
ihrer Lösung vielfach die erforderlichen Unterlagen. Hierzu bedarf es einer
langjährigen Arbeit unter Heranziehung der verschiedensten Fachwissen-
schaftler. So darf ich Prof. ZAHLNER und seinen Mitarbeitern Dr. BUZEK
und Wilhelm P. MULACZ sowie der „Arbeitsgemeinschaft für Parapsycho—
logie“ (AGP) für diese äußerst wertvolle Arbeit meinen besonderen Dank
aussprechen und allen Benützern dieser Begriffssammlung die gesuchte Klar—-
heit wünschen.
Andreas R e s c h
Rom, Oktober 1972
EINLEITUNG

Schon seit langem macht sich — in Gesprächen, bei Vorträgen und auf
Tagungen — die bedrückende Not einer fehlenden gemeinsamen und inter-
national etablierten Terminologie auf paranormologischem Gebiet bemerk-
bar.

Zwar schufen Okkultisten, Spiritisten, Esoteriker der verschiedensten Rich-


tungen wie auch parapsychologisch arbeitende Akademiker eine Fülle von
Ausdrücken zur Bezeichnung der ungeheuren Vielfältigkeit der Para-
Phänomenik, doch fehlte bis heute eine brauchbare, zusammenfassende und
informative Übersicht der bisher auf diesem Sektor geleisteten Gedanken—
und Forschungsarbeit.

Um diesem wissenschaftlichen Notstand einigermaßen abzuhelfen, wurde im


Rahmen der „Arbeitsgemeinschaft für Parapsychologie“ (AGP) an der
WIENER KATHOLISCHEN AKADEMIE vorliegende Begriffssammlung
erstellt. Eine solche Sammlung von Fachausdrücken, die uns beim Studium
der einschlägigen Literatur immer wieder begegnen und die doch nur selten
eindeutig klar definiert werden, wurde schon vor Jahren von mir provisorisch
konzipiert. An ihrer Erweiterung haben nun in besonderer Weise Dr. Otto
BUZEK und Wilhelm Peter MULACZ gearbeitet. Trotzdem konnten nur die
wichtigsten und häufigsten Begriffsbestimmungen aufgenommen werden, da
eine allumfassende Begriffssammlung nicht nur den gesteckten engen Rah-
men dieses Doppelheftes unserer Zeitschrift sprengen würde, sondern auch
weil eine gediegene und groß angelegte Terminologie einer späteren Ver-
öffentlichung vorbehalten sein soll. Dafür scheint heute noch nicht die Zeit
gekommen zu sein, da die zu berücksichtigenden Standpunkte noch nicht
abgeklärt sind. Ich hoffe jedoch, daß vorliegende Arbeit als wegweisende
Diskussionsbasis dazu beitragen möge, daß in naher Zukunft eine allgemein
verbindliche und wissenschaftlich fundierte Fachsprache der Paranormologie
zustande kommen kann. Beim derzeitigen Stand der Forschung haftet den
meisten Begriffsbestimmungen eine gewisse unvermeidliche Vorläufigkeit '
und Unschärfestruktur aus historischen, weltanschaulichen und Wissenschafts—
theoretischen Gründen an. Aus diesen Überlegungen heraus möchte ich als
5

Kompilator die Bitte aussprechen — namentlich allen Lesern von GW gegen-


über — durch Mitteilen von Änderungsvorschlägen oder Korrekturen das
bestehende Begriffsgebäude ausbauen zu helfen. Es ist vielleicht auch ange—
bracht, in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, daß jede Gemein-
schaftsarbeit aus persönlichkeitsbedingten Gründen irgendwie einen Kompro-
miß darstellen muß, um eine terminologische Einigungsbasis zu erreichen.
Denn die Wirklichkeit —— und das gilt in besonderer Weise für die para-
normalen Phänomene, ihre Interpretation und Wertung —— ist perspektivisch,
d. h. in der Darstellung abhängig vom Gesichtswinkel des einzelnen Be—
trachters.

Inhaltlich wurde nicht nur das durch strenge, wissenschaftliche Forschung


gesicherte Vokabular aufgenommen, sondern daneben auch dem breiten
Strom esoterischer Tradition Rechnung getragen, ohne damit auch die Tatsäch-
lichkeit der von den betreffenden Begriffen intendierten Realität behaupten
zu wollen. Andererseits sollte jedoch auch eine unnötige Wiedergabe von
Fachausdrücken benachbarter Grenzgebiete vermieden werden, deren Ein-
ordnung in die Schulwissenschaften schon vollzogen wurde.

Dem Charakter einer Grenzwissenschaft gemäß wurden daher aus Theologie,


Philosophie, Psychologie und ähnlichen Wissensgebieten nur jene Begriffe
mithereingenommen, mit denen eine Kompetenzüberlappung vorkommt, bzw.
deren Aufnahme einer größeren und deutlicheren Klarstellung oder Abgren-
zung eines Para-Phänomens dient.

Schließlich möchte ich an dieser Stelle in Freude all jenen danken, die zur
Entstehung dieses „Kleinen Wörterbuches“ durch Rat und Tat mitgeholfen
haben.

In erster Linie gilt mein Dank dem 1969 verstorbenen Gründer der AGP,
Prof. Dr. Peter HOHENWARTER, dessen wissenschaftliches Vermächtnis in
den Besitz der WIENER KATHOLISCHEN AKADEMIE übergegangen ist.
Weiters dem derzeitigen Sekretär dieser Akademie, Herrn cand. theol. Klaus
PORSTNER, für die tatkräftige Mithilfe bei der Umgestaltung der AGP und
sonstiges Entgegenkommen; sowie Frl. Margit HOLLERER für die mühevolle
Schreibarbeit. Ein besonderer Dank gebührt namentlich meinem Stellvertreter
in der Leitung der AGP, Herrn Dr. Otto BUZEK, sowie Herrn Wilhelm Peter
MULACZ für ihre selbstlose Mitarbeit, durch die sie zum Entstehen dieses
Wörterbuches beigetragen haben.

Nicht zuletzt möchte ich herzlich meinem Freund und langjährigen Weg—
gefährten in der parapsychologischen bzw. paranormologischen Forschungs-
arbeit, Prof. P. DDr. Andreas RESCH, und seinen Mitarbeitern danken. Prof.
RESCH hat von Anfang an mit großem Interesse diese Arbeit unterstützt und
schließlich als Chefredakteur von GW die Herausgabe ermöglicht.

Prof. P. Ferdinand Z a h 1 n e r
Leiter der Arbeitsgemeinschaft für Parapsychologie (AGP)
an der Wiener Katholischen Akademie
VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN

Abkürzung LThK Lexikon für Theologie und


Kirche
altfranzösisch
MA Mittelalter
altgriechisch
mhd. mittelhochdeutsch
althochdeutsch
mlat. mittellateinisch
altindisch
Mehrzahl
Ausdr. f. = Ausdruck für
nhd. neuhochdeutsch
bes. besonders
NW Neue Wissenschaft
betr. betreffend
Proc. Proceedings
bzgl. bezüglich
Pseudonym
chem. chemisch
psych. psychisch
dgl. dergleichen
psychol. psychologisch
etymol. etymologisch
s. siehe
f. für, folgende
s. a. siehe auch
ff. folgende
sanskr. sanskrit
frz. französisch
s. d. siehe diese(s)
FW Fremdwort
syn. synonym
gegr. gegründet
u. U. unter Umständen
got. gotisch
vgl. vergleiche
gr. griechisch
vlat. vulgärlateinisch
GW Grenzgebiete der Wissenschaft
Vors. Vorsilbe
hebr. hebräisch
VP, Vp Versuchsperson
Hrsg. Herausgeber
wörtl. wörtlich
i. e. S. im engeren Sinn
ZfP Zeitschrift f. Parapsychologie
i. w. S. im weiteren Sinn
zit. zitiert
i. S. im Sinne
ZPGP Zeitschrift f. Parapsychologie
ital. italienisch
u. Grenzgebiete d. Psychologie
Jh. Jahrhundert
zur Zeit
Jtd. Jahrtausend

lat. = lateinisch
AASE Abweichung

AASE, Abk. f. allgemeine außersinnliche oder weniger ausgeschaltet ist. Vgl. Her-
Erfahrung, s. AASW, ASE, PE. absetzung des Bewußtseinsniveaus, Trance.

AASW, Abk. f. allgemeine außersinnliche Abnorm(al) (lat. ab—normis = von der


Wahrnehmung (engl. GESP = general Norm weg), normwidrig, auch krankhaft
extra sensory perception, frz. perception im Verhalten; vgl. anomal, anormal, pa-
extrasensorielle generale, ital. percezione ranormal.
extrasensoriale generale).
Abracadabra, aus der orientalischen Ma-
AASW-Test, nach J. B. RHINE eine Tech- gie stammendes Symbol-Zauberwort, das
nik, die das Auftreten außersinnlicher als sog. Schwindformel gegen Krankhei-
Wahrnehmung testet, wobei entweder ten gebraucht wurde. Es wurde elfmal
Telepathie, Hellsehen oder eine Kombina- untereinander in der Form aufgeschrie—
tion dieser Formen beteiligt sein können. ben, daß jeweils der letzte Buchstabe weg-
gelassen wurde, wobei das Wort 1024 mal
Abaissement du niveau mental, s. Herab- gelesen werden kann. Zum erstenmal in
setzung des Bewußtseinsniveaus. einem medizinischen Werk des gnostischen
Arztes Serenus SAMMONICUS (um 220 n.

Aberglaube (spät-mhd. abergloube, seit Chr.) vorkommend. Es soll angeblich auf


BASILIDES von Alexandrien (1' 138 n. Chr.)
15. Jh. im Sinne von „verkehrt“ verstan-
den, vielleicht aus dem niederl. „overge— zurückgehen und mit dem Geheimwort
loof“ ins Hochdeutsche übernommen als Abraxas (Abrasax) zusammenhängen. S.

„Überglaube“; lat. superstitio meint „ängst- Abraxas.


liche Scheu, Wahnglaube“, gr. deisidaimo-
nia = „Dämonenfurcht“), Abrasax, s. Abraxas.

1. A. im weitesten Sinn: Zuschreiben von


Abraxas, Jahresgott der Gnosis; bekannt
besonderen Kräften an Personen und Sa—
als Geheimwort der hellenistischen Zau-
chen, die diesen nicht zukommen.
berpapyri; sein Zahlenwert ergibt im
2. A. im weiteren Sinn: jede Entartung Griechischen 365 und symbolisiert als Zahl
der Gottesverehrung durch ungehörige der Tage des Jahres das Ganze, d. h. die
und falsche Kulte oder durch göttliche Gottheit (A = 1, B = 2, R = 100, A = 1,
Verehrung nichtgöttlicher Wesen (Götzen- X=60,A=1,S=200).
dienst).

3. A. im engeren Sinn (lat. vana obser- Abschnitt (engl. set), bei den quantitativ-
vantia = abergläubische Praktiken): alle qualitativen Psi-Tests eine Unterteilung
Übungen, die irgendwelche Wirkungen der Protokollseite, die als Treffereinheit-
mit Hilfe numinoser, unpersönlicher Mäch- für eine aufeinanderfolgende Gruppe von
te und Kräfte erreichen wollen, an die ASW-Einzelversuchen gilt, gewöhnlich bei
sich der Abergläubische in den Formen gleichem Zielmaterial (RHINE).
der Wahrsagerei, des Wahnglaubens und
der Zauberei quasi-religiös wendet. Vgl. Absinken der Leistung, bei ASW-Experi-
Magie, Mantik, Zauberei. menten zu beobachtende Tendenz des Ab-
sinkens der paranormalen Leistung inner-
Abgeschirmte Tippzuordnung (engl. scree— halb eines Versuchsganges. Der Grund
ned touch matching), nach J. B. RHINE dafür kann z.B. in einer mangelnden
ein ASW-Kartentest, in dem die VP da— Reizwirkung oder in psychischer Gewöh-
durch, daß sie bei jedem Versuch auf eine nung liegen.
von 5 Schlüsselkarten deutet, anzeigt, wel-
ches die jeweils oberste Karte in dem Absinkungseffekt (engl. decline effect, frz.
Päckchen ist, das der Experimentator hin— effet de declin, ital. effecto di declina-
ter einem Schirm nach unten gewendet zione), s. Absinken der Leistung.
hält.
Abweichung (engl. deviation, frz. ecart,
Abgezogenes Denken, ein von Emanuel ital. scarto), bei ASW-Tests die Höhe, in
SWEDENBORG (1688»4772) stammender der eine beobachtete Trefferanzahl oder
Ausdruck für einen Zustand absichtlich eine Durchschnittstrefferzahl von der
herbeigeführter Geistesabwesenheit, in mittleren Zufallserwartung oder dem zu-
welchem das Empfindungsvermögen mehr fälligen Durchschnitt abweicht. Eine A.
Abwesenheitstelepathie Alästhesie

kann insgesamt — für eine Serie von „mich“ = es kommt mich an), sozusagen
Versuchsreihen — oder im Durchschnitt ein schwacher Grad der Präkognition mit
pro Versuchsreihe angegeben werden Unschärfecharakter; kann auf Hellsichtig-
(RHINE). keit (s. Hellsehen) beruhen oder tele-
pathisch (s. Telepathie) induziert sein.
Ab wesenheitstelepathie, hypothetischer pa-l Vgl. auch den Bedeutungsumkreis: Böse
ranormaler Wissenserwerb bei vorgeblich Ahnung, Todes-Ahnung, Vorahnung (meist
spiritistischen seancen, in denen das Me- in diesem Sinn verstanden). Der Inhalt
dium das Bewußtsein oder das Unbewußte der A. hat meist tragischen Charakter.
abwesender Personen abzapft.

Akasha (auch Akascha, Akaga, sanskr.


Abzapfung, paranormaler Wissenserwerb
„Raum“), s. Akasha-Chronik
durch Entlehnen von Vorstellungen und
dergl. aus dem Bewußtsein oder Unbe-
wußten einer Person. Vgl. auch Tele- Akasha-Chronik, esoterischer Ausdr. f. das
pathie, Gedankenlesen. „Buch des Lebens“; nach Rudolf STEINER
(1861—1925) ist darunter das kosmische Ge—
Acaca, s. Akasha. dächtnis zu verstehen. Eliphas LEVI
(Ps. f. Abbe Alphonse Louis CON-
Adept (lat. adeptus = einer, der erhalten S'I‘ANT 1810—4875) nennt es „Astrallicht“.
bzw. erlangt hat), im Sinne der Esoterik Nach theosophischer Auffassung wären in
(bei Alchemisten, Freimaurern und Ro- diesem Weltgedächtnis alle vergangenen
senkreuzern) einer, der die Einweihungs- Bilder der Geschehnisse aufgezeichnet, die
stufe(n) erreicht hat bzw. allgemein ein in auf medialem Weg hellsichtig wieder ab-
der esoterischen Weisheit Erfahrener. Die gelesen würden. Die Annahme einer sol—
esoterischen Schriften unterscheiden ver- chen A. könnte manche paranormalen
schiedene Grade in der Laufbahn eines Phänomene erklären. In gleicher Linie
Eingeweihten (A. iunior, minor, maior liegt der von Eduard von HARTMANN
etc.). (1842—1906) geprägte Ausdruck vom „Tele-
phonanschluß im Absoluten.“ Vgl. auch
Adyar (sanskr. adiyati = wörtl. „das Weg- Allgeist, Kosmisches Gedächtnis.
genommene“), ein Vorort von Madras (In-
dien); seit 1882 Hauptsitz der Theosophi— Akoasma, s. Audition, Halluzination
schen Gesellschaft gleichen Namens; auch
Name theosoph. Zeitschrift.
Akupunktur (lat. acus = Nadel, punctura
Agent (engl.-frz. agent, ital. agente), wird = Strich), in der psychosomatischen Me-
dizin der Chinesen und Japaner ein Ver-
in der paranormologischen Literatur in
fahren zur Diagnose und Heilung von
mehrfachem Sinn gebraucht:
Krankheiten, wobei an bestimmten Kör—
l. In spontanen Fällen von Psi-Phänome-
perstellen (s. Meridiane; lange, dünne Na—
nen jene Person, die offensichtlich die
deln aus Gold, Silber oder rostfreiem
telepathische Kommunikation in die Wege
Stahl eingestochen werden. Erstmals an-
leitet.
geblich vom -chines. Arzt Huang TIUM '
2. Bei telepathischen Versuchen die als
(um 3000 v. Chr.) angewandt. Modern als
Sender fungierende Person, deren Zu-
Elektroakupunktur gebräuchlich. Neueren
stände vom Empfänger (s. Perzipient) auf-
Berichten (1971) aus Peking zufolge wird
genommen werden sollen.
A. auch zur Anästhesie bei Operationen
3. Bei Versuchen bzgl. allgemeiner außer-
— etwa durch Einführung von Nadeln in
sinnlicher Wahrnehmung (s. AASW) jene
die Handgelenke _ verwendet (Naturwis-
Person, die auf das Zielobjekt (= Stimu-
senschaftl. Rundschau 1972/1). Vgl. auch
1usobjekt, z. B. Kartensymbol) blickt. Vgl.
Headsche Zonen, Tobiskop, Yang und Yin.
auch Induktor, Perzipient.

AGP, Abk. f. „Arbeitsgemeinschaft für Akustische Phänomene, s. Klopftöne, Pol-


Parapsychologie“; 1958 von Prof. Dr. Peter tergeist, Raps
HOHENWARTER (1894—1969) an der Wie-
ner Katholischen Akademie begründet. Alästhesie (gr. aisthdnesthai = wahrneh—
men), Übertragung von Sinnesempfindun-
Ahnung (seit 17. J h., unbestimmtes Gefühl, gen, Wahrnehmungen und Schmerzemp-
Vermutung; vgl. mhd. „es anet mir“ bzw. findungen.
Alb Alpdrücken

Alb, s. Alp Aleuromantie (gr.c’:leuron = Weizenmehl),


s. Mantik ‘
Alchemie (etymologisch unklar; span. al-
quimia, aus arab. al—kimiya = Art. a1 +
Alkahest, Bez. für eine nicht näher be-
„Chemie“ oder arab. al— + gr. chemeia (=
kannte Substanz der Alchemisten: 1. Eli-
Fremdwort aus Altsemitischen oder Ägypt.
xier, das aus dem Stein der Weisen her-
‘kemi‘ = das Schwarze, nämlich Ägypten);
gestellt wurde. 2. Allgemeines Lösungs-
eventuell zusammenhängend mit gr. chy—
mittel (menstruum universale) für feste
mös = Saft bzw. gr. cheo = ich gieße;
Stoffe.
demnach also die Lehre vom Feuchten;
auch Alchimie, Alchymie; schwarze Kunst,
Allbeseelung, s. Panpsychismus
schwarze Magie), A. ist nach H. BUNTZ
eine „autonome Naturphilosophie, gekenn-
zeichnet durch eine enge und unlösbare Alleinheit, s. Monismus
Verbindung zwischen der praktischen Ar-
beit und der induktiven oder mystischen Allegorie (gr.-lat. allegoria, wörtl. „das
Spekulation“. Das älteste" Zeugnis sind Anderssagen“, aus gr. dllos = ein anderes,
wohl die Tabula smaragdina (11. Jh.). A. agoreüein = sprechen), sinnbildliche (alle-
diente bis in das 17. Jh. auch als allge- gorische) Darstellung eines abstrakten
meine Bezeichnung für die Wissenschaft Begriffes durch ein konkretes Bild, na-
der Chemie bzw. für das, was darunter mentlich eine Personifikation in Literatur,
verstanden wurde: die Kunst, Gold zu Kunst und Esoterik.
machen. Nach Dr. Wynn WESTCOTT zum
erstenmal vorkommend in den Schriften Allgeist (Erdgeist, Übergeist), nach der
des Junius Firmicus MATERNUS (zur Zeit animistischen Hypothese wird in einem A.
Kaiser Konstantins des Großen). Vor al- alles menschliche Erleben, Wissen und
lem durch Herstellung eines imaginären Erinnern in einer Art ‚überpersönlicher
„Steines der Weisen“ sollten Metalle ver— Zentrale‘ oder ‚Quelle‘ dauernd festgehal-
wandelt werden können. Dieser Traum ten. Ein Medium kann aus diesem Wis-
der mittelalterlichen Alchemisten ging —— sensreservoir irdische Ereignisse und
mit ganz anderen Methoden —— erst in der Wissensinhalte (z. B. fremde Sprachen)
Kernspaltung und Kernfusion durch die abzapfen, in sein Bewußtsein holen und
Atomphysiker in Erfüllung. — Grenzwis- sie so reproduzieren (nach Th. FECH-
senschaftliche Stellung im Berührungs- NER). S. Akasha-Chronik, Kosmisches
feld von Religion und Wissenschaft. Gedächtnis
Grundidee war der Läuterungsprozeß der
Sublimation, bezogen auf Geistig-Seeli-
Allopsychie (gr. dllos = ein anderer, psy—
sches, Körperliches (Allheilmittel Rote
che = Seele), von F. MOSER statt Tele-
Tinktur, Trinkgeld zur Lebensverlänge—
pathie gebrauchter Ausdruck für die
rung) und eigentlich nur peripher auf
Übertragung von Vorstellungen, Gedan—
Materielles (Umwandlung in Edelmetalle
ken, Gefühlen, Affekten.
durch den „Stein der Weisen“). Das natur-
wissenschaftliche Erbe wurde von der
Chemie übernommen, die weltanschauli- Alp, s. Alpdrücken, Elfe
chen Gedanken wurden in den Lehren der'
Theosophen, Rosenkreuzer und Freimau— Alpdrücken, Alptraum, 1. Volkskundlich:
rer weitertradiert. Durch tiefenpsycholo— nach dem Volksglauben der germanischen
gische Analysen erhalten sie jedoch heute Völker Ausdruck für die Belästigung
neue Beachtung. So sind nach C. G. JUNG durch ein dämonisches Wesen (Alb, Drud,
(1875—1961) die Aussagen der Alchemisten Nachtmännlein, Schröterlein) beim Ein—
bzgl. der chemischen Stoffe und ihrer schlafen oder während des Schlafens, wo-
Veränderungen als Projektionen unbe— bei Angstgefühle auftreten, als ob die
wußter seelischer Vorgänge zu deuten als Brust des Schlafenden zusammengedrückt
Analogie (Entsprechung) von chemischen würde. Vgl. Elfe, Nachtmahr, Drude, In-
und psychischen Prozessen. cubus, Succubus.
2. Psychologisch: beengende und beäng-
Alchemist (mlat. alchemista), einer, der stigende Erlebnisse im Schlaf bzw. Traum,
sich mit Alchemie beschäftigt; Goldma— deren Ursachen physiologischer und psy-
cher, Schwarzkünstler (Begriffsabwer- chologischer Natur sein können (Angst-
tungl). erlebnisse).
Alphitornantie Analogiezauber

Alphitomantie (gr. ölphiton = Gersten— in Baden-Baden. Von ihr wird in Form


mehl), s. Mantik von leihweise überlassenen Lehrbriefen
das „Geheimwissen“ gegen Bezahlung wei-
Alptraum, im Sinne des Alpdrückens ein tergegeben. Der A. selbst führt seinen
böser Traum b'zw. ein Traum eines kom- Ursprung auf eine Mysterienschule des
menden oder gegenwärtigen Ereignisses alten Ägyptens (unter AMENHOTEP IV.‚
mit unguter Vorbedeutung für den Träu- ca. 1350 v. Chr.) zurück. Vgl. Rosenkreu-
mer. zer.

Alraun(e) (auch Alraunichen, .Alrünken; Amputationstäuschung (lat. amputatio =


mhd. alrune, ahd. alrun(a); enthält das das Abschneiden), subjektives Körperge-
ahd. Bestimmungswort alb = Kobold, fühl, in dem von Esoterikern ein Beweis
Geist, Mahr; vgl. ahd. runen = flüstern, für die Existenz eines feinstofflichen Kör—
heimlich reden), in der magischen Kräu- perschemas (s. Astralleib) gesehen wird;
terkunde und im Volksaberglauben eines in zwei Modalitäten vorkommend:
der ältesten botanischen Amulette, das 1. positive Phantomempfindung: ampu-
schon den Ägyptern im 3. Jt. v. Chr. be— tierte Körperteile werden als noch vor-
kannt war. Auch Heckenmännlein, Gal— handen erlebt.
genwurze1‚.Erd- und Galgenmännlein ge- 2. negative Phantomempfindung: bestimm-
nannt. Botanisch ist sie die Wurzel eines te Körperteile werden als vom Körper
Nachtschattengewächses, der Atropa man- getrennt empfunden.
dragora. Im AT erwähnt: Gen. 30,14 ff
und Hoheslied 7, 10. Eine Abbildung findet Amulett (16. Jh. aus lat. amuletum; von
sich schon beim griech. Arzt DIOSCURI- lat. amoliri = abwenden, austreiben bzw.
DES im 1. Jh. n. Chr. (im Anicia-Juliana- vom gr. möly = Zauberkraut; syn. mit gr.
Codex der österr. Nationalbibliothek/Wien phylakterion; erstmals beim Schriftsteller
aus dem 6. Jh. n. Chr.). VARRO vorkommend), Sammelbegriff für
einen meist am Körper getragenen Ge-
Alter Ego (lat. = das andere Ich), ethnolo- genstand, der im Sinn eines magischen
gische Bezeichnung für die Vorstellungen Weltverständnisses oder einer abergläu—
mancher Naturvölker für die starke Ver- bischen Praxis feindliche Mächte oder
bundenheit —— als Schicksals— u. Lebens- Kräfte (z. B. den bösen Blick) abwehren
gemeinschaft —- von Menschen mit Tier soll. Das älteste bekannte A. ist der Ska-
und Pflanze, die als sein Zweites Ich rabäus der Ägypter. Davon theologisch zu
„tabu“ sind. Sonderform des Individual- unterscheiden sind die kirchlichen Analo—
totemismus besonders bei Jägervölkern. ga (gesegnete oder geweihte Gegenstände
Zugrunde liegt die Vorstellung einer Dop- der religiösen Praxis), die freilich auch
pelseele. abergläubisch verwendet werden können.
Eine moderne Form des A. ist das Mas—
Amnesie (gr. a— = Ohne, mnesis = Ge- kottchen. Vgl. Talisman.
dächtnis), zeitlich oder inhaltlich begrenz—
ter Erinnerungsverlust infolge organi- Analogie (gr. and = gemäß, lögos = Ver-
scher (Hirnschädigung), psychogener hältnis, Proportion), im 17. Jh. als wissen-
(Schockerlebnisse) oder hypnotischer Ur- schaftl. Ausdruck aus dem gr.-lat. ana-
sachen. Kann partiell oder total, retrograd logia übernommen. Allgemein eine Sach-
(= retroaktiv, bezogen auf die Zeit vor verhaltsähnlichkeit oder Übereinstimmung
dem traumatischem Geschehen) wie auch zwischen mehreren Gegebenheiten bzgl.
anterograd (= bezogen auf die Zeit nach Eigenschaft oder Struktur. S. Entspre-
dem Trauma) sein. chung.

AMORC, Abk. f. lat. Antiquus Mysticus Analogiedenken, das für alle esoterischen
Ordo Rosae Crucis, engl. Ancient Mystical Richtungen und magischen Praktiken cha-
Order of the Rosy Cross = Alter mysti— rakteristische Denken in Entsprechungen
scher Orden vom Rosen-Creutz. Eine von (Mikrokosmos —— Makrokosmos). S. Ana-

Dr. Spencer LEWIS (1883—1936) ca. 1916 in logiezauber, Entsprechung.


New York‘gegründete internationale eso-
terische Bruderschaft mit theosophischem Analogiezauber, magische Praxis, die sich
Gedankengut. Eine Großloge für die durch Nachahmungshandlungen (Imita-
deutschsprechenden Länder befindet sich tionsriten) nach dem Grundsatz „Ähnli—
Androgyn Anmelden

ches durch Ähnliches“ Erfolg von Sym- Animatismus (lat. anima = Seele),
pathickuren, Taiismanen, magischen Hand— religionsgeschichtliche Auffassung, wo-
hingen u. ä. erhofft. Auch die Höhlenbil- nach in der Vorstellungswelt der Primiti-
der der Jagdszenen des Homo sapiens sind ven auch alle außermenschlichen Dinge u.
im Sinne des Analogiedenkens zu verste— Wesen beseelt gedacht werden.
hen. S. Magie, Zauber.
Animismus (lat. anima = Seele, Lebens-
Androgyn (gr. andrögynos = mannweib— hauch), allgemein ein Seelenglaube ver-
lieh, zwitterhaft, Eunuch), ein mannweib- schiedenster Bedeutung:
liches Doppelwesen mit Symbolbedeutung, 1. religionsgeschichtlich: Frühstufe mensch—
besonders in Gnosis und Alchemie („chy- licher Religiosität, in welcher die Natur
mische Hochzeit“). mit geheimnisvollen Kräften seelischer
Art ausgestattet gedacht wird; Glaube an
Naturgeister.
Androide (gr. aner = Mann, Mensch,
-oides = ähnlich), Sammelbegriff für auto- 2. philosophisch: Lehre, daß die Seele das
matenhafte oder roboterartige Wesen von Prinzip des Lebens ist (vgl. Anima).
menschenähnlichem Aussehen. S. Golem, 3. parapsychologisch: Gegenbegriff und
Homunculus. von Alexander N. AKSÄKOW (Animis-
mus und Spiritismus 1898) eingeführte Ge-
Angelologie (gr. oggelos‚ lat. angelus = genhypothese zum Spiritismus. Demnach
Bote), theologische Lehre von den Engeln, ist A. eine Projektion psychischer Inhalte,
s. d. aus denen sich die paranormalen Phäno-
mene unter Ausschluß eines Geisterglau-
Anima (lat. = Seele), 1. in der spekulati- bens (s. Spiritismus) restlos erklären las-
sen. In der heutigen paranormologischen
ven Psychologie meint der Begriff A. das
des Menschen Forschung ist diese immanente Erklä-
gestaltgebende Prinzip
rungshypothese wohl die dominierende
(Substanz), sein geistiges Sein gegenüber
Schulmeinung.
der Leiblichkeit.
4. altes Synonym für animalen bzw. ani—
2. in der empirischen Psychologie Träger
der psychischen Erscheinungen. malischen Magnetismus, z. B. bei DUR-
VILLE, FEERHOW (Ps. f. DDr. Friedrich
3. tiefenpsychologisch von C. G. JUNG zu—
WEHOFER, 1888—1921); s. Mesmerismus.
sammen mit dem Gegenbegriff Animus
eingeführte Archetypen im Sinne seeli-
Animisten, Anhänger der Auffassungen
scher Organe oder Erlebnisschemata für
die einander entsprechenden Wirklichkei— von Animismus (s. d.). Parapsychologisch
I
ten: für das Weibliche (anima) beim Mann, nach E. MATTIESEN „jene, die all e me—
für das Männliche (animus) bei der Frau. tapsychischen Vorgänge auf besondere
Vgl. auch Seele, Geist. Kräfte Lebender oder auf über— bzw. un-
persönliche Tatsachen quasi-psychischer
Art zurückführen“ (I, XV). S. Animis-
Animalischer Magnetismus, s. Mesmeris-
mus 3.
mus.

Animus (lat. Seele, Lebenshauch), s. Ani-


Animalismus (lat. animal = Lebewesen,
ma 3.
Tier), Bezeichnung für die in Jägerkul-
turen herrschende Vorstellung, daß Tiere
beseelt und menschenähnlich oder sogar Anmelden, im paranormologischen Sinn
übermenschlich mächtig seien. Im A. liegt ein auch „Künden“ genannter Vorgang
die psychologische Wurzel des Totemis- paranormaler Informationsübertragung te-
mus und der Jagdmagie. lepathischer oder telekinetischer Art. Bei-
spielsweise durch das Stehenbleiben auf-
gezogener, funktionstüchtiger Uhren,
Anima mundi (lat. = Seele der Welt),
durch Klopfgeräusche, unerklärliches Her—
„Weltseele“ als Ausdruck für ein unper-
abfallen von Wandbildern, Auftreten von
sönliches, kosmisches Wesen, das, nach Lichterscheinungen. Häufig registriert bei
monistisch-pantheistischer Auffassung (z. oder nach Todesfällen nahestehender Per-
B. bei H. P. BLAVATSKY, 1831—1891), al- sonen, die diese Effekte durch ihre psy-
les durchdringt und belebt. Vgl. Pan- chische Grenzsituation (Unglück, Tod u. ä.)
psychismus. hervorrufen bzw. veranlassen-
Anomal Archetyp

Anomal (gr. anomalos = uneben), nicht weise bedingt durch biorhythmische Nicht-
normal, d. h. außerhalb der jeweiligen verwandtschaft zwischen bestimmten Per-
geltenden Gesetzlichkeit stehend; s. ab- sonen oder durch die individuelle, nicht
normal, a‘normal. bewältigte Erfahrung ungünstiger Erleb-
nisse in der Vergangenheit (psychisches
Trauma). Vgl. biorhythmische Verwandt-
Anomalien, psychische (gr. anömalos =
schaft, Sympathie.
ungleich, nicht entsprechend), 1. im wei-
teren Sinn: psychische Besonderheiten a1-
ler Art. Anwesenheitstelepathie, hypothetischer
2. im engeren Sinn: nach H.-L. WAHLE paranormaler Wissenserwerb namentlich
(Pädagog. Lex. I, 106) „all'e nicht krank— bei spiritistischen seancen, wobei das
haften seelischen Abweichungen von der Medium das Bewußtsein oder Unbewußte
Norm, auch als abnorme Spielarten seeli- der anwesenden Teilnehmer anzapft; s.
schen Wesens bezeichnet (= Normvarian- Abzapfung, Abwesenheitstelepathie, Tele-
ten)“. pathie
3. paranormologisch: alle A. des Bewußt—
seins, die durch Absinken des Wachsam- Apparition (frz. Erscheinung, von appa-
keitsspiegels, durch veränderte Bewußt- raitre = erscheinen), bei Astralexkur—
seinslage (Trance) u. ä. gekennzeichnet sionen, Visionen, Bilokationen und Spuk-
sind. — Die Definition von Anomalie steht fällen sich ereignende subjektive oder
oder fällt mit der jeweiligen Auffassung objektive Erscheinung Lebender oder
dessen, was unter „Norm“ bzw. „normal“ Verstorbener; s. Doppelgänger, Geister-
zu verstehen ist. erscheinung, Phantom.

Anormal (gr. a = ohne, lat. normitas = Apport-Phänomen (frz. apporter = her-


Regelhaftigkeit), ohne Regel, außerhalb beibringen), bei spiritistischen Sitzungen
einer bestimmten Norm; meist syn. mit und bei Spukvorgängen vorkommendes
abnorm(al), anomal; s. Anomalien. paranormales Phänomen des Herbeibrin-
gens von Objekten in einen geschlossenen
Anthroposophie (gr. dnthropos = Mensch, Raum, in dem sie vorher nicht waren.
gr. sophia = Weisheit). Die Bezeichnung Auch gebraucht für den apportierten Ge-
für diese 1902 von Rudolf STEINER (1861— genstand und für das Verschwinden des-
1925) gegründete esoterische Richtung geht selben. Nach W. MOUFANG (geb. 1895)
zurück auf das Werk „Anthroposophie soll das paraphysikalische Phänomen dar-
theomagica“ des Thomas VAUGHAN (Ps. auf beruhen, daß der apportierte Gegen-
Philalethes Eugene, 1622—1666), eines eng- stand an einem Ort materiell aufgelöst
lischen Rosenkreuzers und Alchemisten. (dematerialisiert) und an einem anderen
Durch die Gründung einer eigenen anthro- Ort wieder verstofflicht (rematerialisiert)
posophischen Gesellschaft (1913) löste sich wird. Nach J. F. K. ZOLLNER (1834—1882)
STEINER von der theosophischen Gesell- wären Apportphänomene durch die An-
schaft, ohne in der Zielsetzung von dieser nahme einer 4. Dimension zu verstehen.
wesentlich zu differieren. Seine Definition Die Hypothese höherdimensionaler Räu—
der A.: „A. ist die Erkenntnis, die vom hö— me wird heutzutage von H. BENDER (geb.
heren Selbst des Menschen selbst hervor— 1907) wieder diskutiert. Vgl. Knotenexpe-
gebracht wird.“ Ziel der anthroposophi— riment, vierte Dimension.
sehen Erkenntnis ist u. a. auch die Erfor-
schung der übersinnlichen, d. h. paranor- Archetyp (gr. arche = Anfang, typos =
malen Kräfte und Erscheinungen, vor Modell, Bild), aus dem Neuplatonismus
allem durch Lesen (Hellsehen) in der stammender, von C. G. JUNG (1875fi1961)
Akasha-Chronik (s. d.)‚ in der die Welt- wieder entdeckter Begriff, den er dem
ereignisse aufgezeichnet sind. Corpus Hermeticum (II, 140, 22. ed., Scott),
der Schrift des Dionysius AREOPAGITA
Antipathie (gr. antipc’xtheia, 1at.antipathia; „De divinis nominibus“ (cap. 2, par. 6), vor
gr. anti = [ent]-gegen, gr. pdthos : Leid allem aber den „ideae principales“ des h1.
[enschaft], Gemütsstimmung), Gegenbe- AUGUSTINUS (De diversis quaestionibus
griff zu Sympathie (s.d.). Besagt eine 83, qu. 46, 2) entnommen hat. Es sind dar-
instinktive, kaum motivierbare Abnei— unter die ererbten Kraftzentren und
gung bzw. einen Widerwillen gegen Per— Kraftfelder in der von uns unabhängigen
sonen, Sachen oder Einflüssen; möglicher- und unbeeinflußbaren Kontinuität und
Archetypische Erlebnisse Astralleib

Ordnung des Unbewußten zu verstehen, mende Fähigkeit bestimmter Menschen


also biologisch gesehen „jene Art und (Mystiker, Medien, Yogis), ohne Nahrung
Weise, nach der das Hühnchen aus dem lange Zeit auszukommen, ohne daß Hun-
Ei kommt“ und psychologisch gesehen je- gersymptome auftreten. Vgl. Inedie, Nah-
nes „Erlebnis von fundamentaler Bedeu- rungslosigkeit.
tung“, das, „wenn es sich in entsprechende
Symbole kleidet, was nicht immer der Aspekte (lat. aspectus = Anblicke, An-
Fall ist“, das Subjekt in den Zustand der sichten; syn. lat. radiationes, Ur. schema—
Ergriffenheit versetzt, „deren Folgen un- tismoi), bezeichnen in der Astrologie die
absehbar sein können“. Der letzthinige Positionen der Planeten zueinander und
Bedeutungskern der Archetypen läßt sich die dadurch bedingten Zeichen.
jedoch, weil sie dem Unbewußten ange—
hören, wohl umschreiben aber nicht be— Astral (lat. astralis : von den Sternen
schreiben. Der Terminus wurde nahege— herkommend bzw. auf die Sterne bezo-
legt durch die Ähnlichkeit der Traum- gen), häufig verwendetes Wort der esote-
symbole mit denen des Mythos und des risch-okkultistischen Literatur in nicht
Märchens. Die A. sind aufgrund der ge- immer klaren Zusammensetzungen; be-
meinsamen Erfahrung für eine bestimmte zeichnet eine Modalität zwischen der phy-
kulturelle Gruppe typisch und ihr ge- sischen und geistigen Sphäre. Nach
meinsam. Im einzelnen ein Urbild für ein MIERS ist das Astrale im wesentlichen
bestimmtes Ereignis oder einen Zustand die Bildungsebene alles dessen, was ma-
(z. B. schwarz für Trauer, Erscheinung der teriell ist. Jedes Wesen hat ein entspre—
Weißen Frau als archetyp. Bild des Weib— chendes Moment im astralen Bereich. S.
lichen). Astralebene, Astralleib.

Archetypische Erlebnisse, im Sinne des Astralaustritt, s. Astralprojektion.


Archetypus solche Erlebnisse, die zur all-
gemeinen Menschheitserfahrung gehören, Astraldouble, s. Astralkörper.
weil sie zu allen Zeiten und Orten er-
fahren werden. Astralebene, Astralplan, nach esoterischer
Auffassung die Welt zwischen der rein
Arkanum (lat. arca = Kasten, Lade, Kof— physischen und der mentalen Sphäre;
fer bzw. lat. arcanus = verschlossen, ge- auch Bezeichnung für die Daseinsform des
heim), Ausdruck für den Inhalt der My- Astralleibes (s. d.), der in etwa syn. ist
sterienkulte sowie für das durch eine mit dem Fluidal—, Odkörper und .feinstoff—
Arkandisziplin gegenüber Uneingeweih- lich‘ gedacht wird. Nach Annie BESANT
ten geschützte Wissen. — In der Alchemie (1847—1933), der Mitarbeiterin von H. P.
bedeutet A. auch den Stein der Weisen. BLAVATSKY (1831—1891) ist die A. „eine
bestimmte Region des Universums, wel-
Asana, Mz. Asanas (sanskr. as = ruhig che diephysische umgibt und durchdringt;
sitzen), Ausdr. f. die verschiedenen, na— sie ist aber nicht wahrnehmbar für unsere
mentlich von der Hatha-Yoga-Technik ge- gewöhnliche Beobachtung, da sie aus
lehrten Körperstellungen bzw. die erfor- einer anderen Materie besteht“ (zit. nach
derliche „rechte Sitzhaltung“ mit entspre- MIERS).
chender psychischer Wirkung.
Astrale Organe, s. Chakra.
ASE, Abk. f. „Außersinnliche Erfahrung“;
der die ASW vertretende Ausdruck wurde
Astralexkursion, s. Astralprojektion
von Rudolf TISCHNER geprägt (Einfüh—
rung in den Okkultismus, München 1921).
Der Grund dafür liegt nach Tischner in Astralkörper, s. Astralleib, Astralebene.
dem Umstand, daß der damit gemeinte
paranormale Wissenserwerb nicht den Astralleib, syn. mit dem von PARACELn
Charakter einer Wahrnehmung aufweist, SUS (1493—1541) geprägten Ausdruck ‚side—
sondern vielmehr in Form eines unan- raler‘ oder ‚siderischer‘ Leib für jene un—
schaulichen Wissens auftritt. S. ASW, Psi- sichtbare, den menschlichen Körper er-
Phänomene, PE. füllende und umschließende „Seelenhülle“
(: Perisprit). E. MATTIESEN (III, 155) be-
Asitie (gr. asitia = Fasten, Hungern), zeichnet den A. als ‚feinere‘ Leiblichkeit
Nahrungslosigkeit, eine selten vorkom- des Menschen, die unter bestimmten Be—
Astrallicht ASW
dingungen sichtbar werden kann. Der A. Astrolatrie (gr. latrefa = göttliche Vereh-
soll mit dem physischen Tod nicht zu rung), kultische Verehrung der Sterne.
Grunde gehen.
Astrologie (gr. östron bzw. lat. astrum =
Astrallicht, esoterisch vieldeutiger Aus- Stern, gr. logos = Kunde), ‚Sternkunde‘
druck: im Sinne des Versuches, den behaupteten
1. die unsere Erde umgebende, unsicht— Einfluß der Gestirne auf das irdische Le-
bare Region; ben zu deuten und vorherzusagen auf-
2. eine subtile, nur dem hellsichtigen Auge grund ihrer Stellungen bei der Geburt des
sichtbare Essenz; betreffenden Menschen.
3. Träger der kosmischen Lebenskraft; 1. praktische oder prognostische A.: ver-
4. kosmische Bildergalerie, in der die Er-
sucht, die Zukunft des Menschen nach
eignisse der astralen und physischen Ebe- den Sternenkonstellationen vorherzusa-
ne aufgezeichnet werden;
gen;
5. syn. mit dem ,siderischen Licht‘ des Pa-
2. esoterische A.: will den günstigsten
racelsus;
Zeitpunkt für gewisse magische Handlun—
s. Astralebene, Akasha-Chronik.
gen aus den Sternen bestimmen. Die
Stellung heutiger Wissenschafter und
Astralplan, s. Astralebene.
auch Parapsychologen zu den von der
herkömmlichen A. behaupteten astro—
Astralprojektion (Synonyma: Austritt, physischen und astropsychischen Einwir—
Astralaustritt, Astralexkursion, Astral- kungen auf das menschliche Leben und
wallen, Astralwanderung, Seelenreise, seine Entwicklung ist sehr kontrovers,
Verdoppelung u. a.; ähnlich auch engl. hat jedoch unter dem Namen Kosmobio-
travelling clairvoyance, ESP-projection logie (s. d.) eine wissenschaftliche Re—
(H. HART), Out-of-the-body-experience; naissance erfahren.
frz. sortie en astral; lat. astralis = hier:
die Astralebene bzw. den Astralleib be—
ASW, Abk. f. außersinnliche Wahrneh-
treffend, lat. proicere = vorwärtswerfen,
mung (engl. ESP = extra sensory percep—
hervortreten lassen, hinwerfen, proiectio
tion; frz. perception extra sensorielle;
= Hervorwerfen), meint eine vorüberge-
ital. percezione extra sensoriale), ein
hende Trennung des erlebenden Ichs mit
wahrscheinlich auf Gustav PAGENSTE-
seinem Astralleib vom physischen Körper
CHER (1855—1935, Außersinnliche Wahr—
mit oder ohne Bewußtseinsverlust und
nehmung, Halle 1924), zurückgehender und
nachfolgender Erinnerung; spontan auf—
von J. B. RHINE in die Terminologie
tretend oder induziert; je nach der Ent-
eingeführter Ausdruck für eine Wahrneh—
fernung des ‚feinstofflichen Körpersche-
mung außerhalb der uns bekannten Sin-
mas‘ vom materiellen Leib werden zwei
nesorgane als Sammelbezeichnung für
Stufen unterschieden:
Telepathie und Präkognition. RHINE
1. Exteriorisa’tion (lat. ‚Nach—außen-Ver-
selbst definiert ASW als „Gewahrwerden
legung‘): Trennung in der Nähe und im
eines äußeren Vorganges oder Einflusses
Umkreis des materiellen physischen Kör-
bzw. eine Reaktion darauf, der nicht auf
pers;
normalem Sinnesweg erfaßt wird“.
2. Exkursion (lat. ,Auslauf‘): das bewußte
Nach H. BENDER ist als neutralere Be-
Ich entfernt sich vom Leib in größerer
stimmung der ASW vorzuziehen: „Ant—
Distanz und kann in diesem Zustand
wort auf einen äußeren Vorgang, der
eventuell irgendwo als Phantom gesehen
durch kein bekanntes Sinnesorgan reprä—
werden. — Vgl. dagegen Hellsehen. — Zur
sentiert wird“ (Parapsychologie, 1966, 115).
Erklärung des Gesamtphänomens, das vor
— Die Termini östlicher Parapsychologen:
allem durch Prof. Hornell HART doku-
‚Bioinformation‘, ,Gehirnkommunikation‘,
mentiert wurde, wird u. a. die Existenz
‚Psychotronics‘ sind inhaltlich ungefähr
eines Doppelgängers oder Astralleibes
mit ASW synonym. Einige Parapsycholo—
bzw. Astralkörpers angenommen.
gen bestreiten einen eigentlichen Wahr-
nehmungsvorgang bei den ASW—Erschei-
Astralwanderung, s. Astralprojektion. nungen und möchten statt dessen nur eine
Entsprechung bestimmter Reaktionswei—
Astralvvelt, s. Astralebene. sen des Subj ekts mit bestimmten Umwelt-
ereignissen gelten lassen. Manche nehmen
Astralbiologie, s. Kosmobiologie. in solchen Fällen nur ein ,Erraten‘ an
ASW, wandernde Augur

bzw. lassen den ASW-Vorgang nur als tigen wahrgenommen und von der pho-
einen Begleitvorgang (Epiphänomen) eines tographischen Platte registriert wird (H.
anderen, simultan ablaufenden Prozesses GERLOFF). Vgl. Aura, Materialisation.
gelten (z. B. A. FLEW, S. D. KAI-IN u. a.).
Vgl. auch ASE, PE, Psi-Phänomene. Ätherisch, auf die Alchemisten zurückge—
hendes, von Äther in seiner Grundbe-
ASW, wandernde, s. Travelling clair- deutung abgeleitetes Wort für „besonders
voyance. fein glühendes Feuer“; allgemein auch
soviel wie feinstofflich, zart, nicht greif-
ASW-Karten, syn. Zenerkarten. parapsy- bar im Sinne des Ätherleibes. Der Aus-
chologisches Testmaterial mit je einem druck ist historisch ähnlich belastet wie
der fünf Symbole: Stern, Kreuz, Kreis, die Wortverbindungen mit „astral“.
Quadrat und drei parallele VVellenlinien.
Ein ASW-Kartenpäckchen (ESP—Pack) um- Ätherkörper, s. Ätherleib.
faßt 25 ASW—Karten zu je fünf gleichen
Symbolen. Dabei wird näher unterschie- Ätherleib (etwa syn. damit: Ätherkörper,
den: Bildekräfteleib, Eidolon, Doppelgänger,
1. verschlossenes Päckchen (closed pack): Lebensleib, Vitalseele; oft aber auch
aus je 5 mal 5 Symbolen zusammengesetzt; gleichbedeutend verwendet für Astral-
2. offenes Päckchen (open pack): besteht leib!)‚ nach esoterischer Ansicht besitzt
aus den in einer zufälligen Reihenfolge der Mensch einen aus zwei (oder mehre-
ohne Rücksicht auf Gleichverteilung aus- ren) Teilen bestehenden physischen Leib,
gewählten oben angeführten Symbolen. wozu neben dem dichten, physischen
Körper der Ä. gehört. Er gilt als Träger
ASW-Körper, s. Psi, Astralkörper. des Od—Magnetismus, der Lebenskraft und
der Chakras, ist mit den Lebensprozessen
ASW-Test, Untersuchung einer VP auf im materiellen Körper verbunden, ja er
Psi-Fähigkeit. bewahrt diesen vor dem Zerfall, löst sich
jedoch nach dem Tod ebenfalls auf; von
Aszendent (lat. ascendere = aufsteigen), Sensitiven in rötlich-blauer Farbe (zu—
der aufsteigende Punkt oder Grad der weilen in der Nähe von Gräbern) wahr—
Ekliptik. In der Astrologie Bezeichnung genommen. Vgl. auch Aura, Bioplasma-
jenes Zeichens des Tierkreises (Zodiakus), körper, Kirlian-Effekt.
das in der Minute der Geburt gerade über
dem Osthorizont aufsteigt. Es gibt somit Audition (lat. audire = hören), Phänomen
das erste Haus oder Feld an und ist von des paranormalen Hörens von Stimmen
Bedeutung für Charakter und Körperbau als Gehörshalluzination (Akoasma) oder
des betreffenden Menschen. Im Gegen- als subjektive Gehörswahrnehmung para-
satz dazu vertritt der Deszendent das Du normaler Art (innere Stimme). Vgl. Hallu-
im Gegensatz zum Ich des A. — Vgl. zination, Vision.
Astrologie.
Audition coloree (frz. = farbiges Hören),
Äther (gr. aither = das Glühende, Bren— Phänomen des Farbhörens als angebore-
nende; entl. aus lat. aether), nach alt— ne Art der Synästhesie, wobei gehörte
griechischer Vorstellung Bezeichnung für Töne zugleich subjektive Farbempfindun—
jene über der unteren, dicken Luftschicht gen hervorrufen; besser Phonopsie
liegend gedachte Zone äußerst feiner Art, (FEERHOW) genannt.
die als Wohnsitz der Götter galt. Poetisch
oft syn. für Firmament oder Sternenhim— Augendiagnose (Irisdiagnose), angebliche
mel gebraucht. Die früher von der Physik Fähigkeit, aus den Veränderungen der
angenommene Existenz eines kosmischen Regenbogenhaut (Iris) Krankheiten und
Äthers m als einer feinen, materiellen Krankheitsdispositionen zu erkennen.
Substanz, die das Weltall erfüllen sollte —
konnte wissenschaftlich nicht nachgewie- Augur, Mz. Auguren (lat. augures), alt-
sen werden. Zur esoterischen Auffassung römisches Priesterkollegium, das durch
des Ä. s. u. Ätherleib. bestimmte Riten, Beobachtungen von Vo—
gelzeichen, Himmelserscheinungen u. ä.
Ätherialisation, Vorstufe der Vollmate— den Willen der Götter bei wichtigen poli-
rialisation, die dem gewöhnlichen Auge tischen Handlungen zu erkunden trach-
nicht sichtbar ist, wohl aber von Hellsich- tete. Vgl. Haruspex, Mantik, Divination.
Aura Autolevitation

Aura (gr. aüra = Luft, Hauch), Aussage (engl. call; frz. reponse; appel;
1. medizinisch: symptomatische Empfin- ital. apello, chiamata), nach J. B. RHINE ein
dungen, welche epileptische, hysterische, ASW-Symbol, das die Vp nennt, wenn sie
asthmatische Anfälle einleiten (Angst, sich bemüht, ein Zielobjekt zu identifizie—
Zorn, Muskelzuckungen); ren.

2. paranormologisch: Bezeichnung für eine


Auspizien (lat. auspicia = Vogelschau),
im allgemeinen unsichtbare, feine Sub—
bei den Römern praktizierte Verfahren,
stanz, die Pflanzen, Tiere und Menschen
umgeben und ihnen entströmen soll. Nach
aus dem Vogelfiug die günstigsten Aus-
sichten für ein bestimmtes Vorhaben zu
G. FREI jene Ausstrahlung der Körper,
eruieren; s. Mantik.
die in Farbe und Form unmittelbar mit
deren seelischem Zustand zusammen-
Austritt des Ichs, s. Astralprojektion,
hängt. Nach G. WALTHER (Phänomeno-
logie der Mystik, 68 ff) ist die A. aufs Doppelgänger.
engste mit dem dazu gehörenden Men-
schen „verkoppelt“ und kann bei völliger Außergewöhnlich, s. paranormal.
Dunkelheit von sensitiven, medialen Men-
schen wahrgenommen werden. Nach ihr Außerkörperliche- Erlebnisse (engl. out-
ist dieses aurische Sehen verschieden vom of-the—body-experience), s. Astralprojek-
physischen Sehen; es ist kein optisches tion, Doppelgänger, Heautoskopie.
Nachbild, sondern sozusagen die Atmo-
sphäre, die innerseelische Färbung einer Außernatürlich, s. übernatürlich, .Natur.
Persönlichkeit. Nach MIERS sind in der
menschlichen Aura drei einander durch- Außersichsein, s. Astralprojektion, Bilo-
dringende Farbtypen zu unterscheiden: kation, Doppelgänger.
a) den Raum durchziehende, nebelartige,
ihn durchsichtig machende Farben; Außerzufällig (engl. extrachance), ein Er-
b) lichte Farben, die den Raum hell ma- eignis, das nicht dem Zufall (allein) zu-
chen; zuschreiben ist.
c) strahlende, funkelnde, in ständiger Be-
wegung sich befindende Farben;
Autogenes Training (wörtl. ,eigentätiges
3. physikalisch: nach J. BELOFF (Lex. Üben‘, gr. auto-genes = selbst hervorge-
Psych. I) auch verwendet für die Be— bracht; engl. train = üben), eine vom Ber—
schreibung normaler Feldkräfte, die einen liner Nervenarzt Dr. J. H. SCHULTZ (1884
elektromagnetischen Körper umgeben; — —1970) in die Psychotherapie eingeführte
s. a. Od‚Kilnerschirm‚ Kirlian—Effekt, Bio- Methöde der konzentrativen Selbstent-
plasmakörper, Effluviographie. spannung zur Behandlung von Verkram—
pfung und Erregbarkeit vegetativ labiler
Aurameter, s. Index. Personen.

Aureole (lat. aureola = kleine Aura, Autohypnose (gr. autös = selbst, hypnos
aurum = Gold), syn. mit Gloriole, Glo- = Schlaf), durch Autosuggestion herbei-
rienschein, Heiligenschein, Nimbus. geführter schlafähnlicher Zustand; vie1-
1. physikalisch: in mehreren Bedeutungen. fach auch durch konzentrierte Fixierung
im Zusammenhang mit Lichterscheinun- eines bestimmten, dazu geeigneten Ge-
gen gebraucht; vor allem als Bezeichnung genstandes hervorgerufen. S. Autosugge-
für den Lichthof der Sonne oder des stion, Hypnose, Kristallsehen.
Mondes durch Beugung der Lichtstrahlen
an feinen Wassertröpfchen; Autokinetisches Phänomen (gr. kinein =
2. in der christl. Kunst: Strahlenkranz, bewegen), besteht darin, daß. ein im dunk-
der die Gestalt oder das Haupt eines Hei- len Raum betrachteter fester Lichtpunkt
ligen umgibt, daher auch Heiligenschein sich zu bewegen scheint. Diese Bewe-
genannt; im 4. Jh. aus heidnischem gungstäuschung wurde in der Sozialpsy-
Brauchtum übernommen. Kann als mysti- chologie zur Bestimmung der Suggestibi—
sches Phänomen auch als Ausstrahlung lität verwendet.
der Aura verstanden werden. S. Aura.
Autolevitation (gr.-lat. = Selbsterhe-
Aurisches Sehen, s. Aura. bung),. s. Levitation, Hebeversuch.
Automatie Basilisk

Automatie (gr. autömatos = sich von Automatist, für das Zustandekommen


selbst bewegend, aus eigenem Antrieb), automatischer Phänomene entsprechend
1. physiologisch: die vom eigenen Willen begabte Person (Mal-, Schreib-‚ Sprech-
unabhängige Funktion eines Organs; medium). l
2. psychologisch: die vom eigenen Willen
unabhängige Handlung in Hypnose. Automatograph (gr. autömatos = von
selbst, grdphein = schreiben), ‚Selbst—
Automatisches Malen, Maltätigkeit in schreiber‘, syn. mit Autoskop; ein Gerät
einem seelischen Zustand ohne Willens- zum Nachweis paranormaler Kräfte; s.
kontrolle; s. Automatismus. Pendel, Wünschelrute, Planchette.

Automatisches Schreiben, Schreibtätig- Autophanie (gr.phainesthai = erscheinen),


keit ohne Kontrolle durch das Wachbe- ‚Selbsterscheinung‘, Gegenbegriff zu Hete—
wußtsein; s. Automatismus, Kryptogra- rophanie; gemeint ist eine Selbsterschei-
phie. nung im Sinne der Selbsterzeugung eines
Phantoms durch den Geist, den es dar-
Automatisches Sprechen, unbewußtes
stellen soll. Vgl. Heterophanie.
Sprechen medialer Personen in einer Art
seelischen Spaltungszustandes (W. MOU- Autopsie (gr. autös = selbst, öpsis = Se-
FANG). Je nach der Grundeinstellung in henx
der Interpretation paranormaler Phäno-
1. medizinisch: Leichenschau, Leichenöff-
mene werden automatisches Schreiben,
nung;
Malen, Sprechen u. ä. als Äußerungen
2. psychologisch: Selbstbeobachtung;
transzendenter Geistwesen (spiritistische
3. parapsychologisch: syn. mit Autoskopie
Hypothese) oder als Manifestation des
bzw. Heautoskopie.
Unbewußten bzw. als Aktivität eines
autonom gewordenen Persönlichkeitstei- Autoskopie (gr. skopein = sehen, beob-
les (animistische Hypothese) gedeutet. achten), paranormales ‚Sich-selbst-sehen‘
Vgl. Animismus, Spiritismus. als Wahrnehmung einer Halluzination
oder des eigenen Doppelgängers oder
Automatismus (gr. autö-matos = aus eige— Astralleibes; nach MENNINGER von
nem Antrieb), LERCHENTHAL besser als ‚Heautosko—
1. biologisch: spontan, d. h. ohne erkenn- pie‘ zu bezeichnen. Auch Ausdruck für
bare äußere Ursache ablaufende innere eine Form medialer Diagnose durch Heil-
Vorgänge (z. B. Herzschlag);
praktiker als Selbstschau des eigenen
2. psychologisch: Körpers.
a) endogene Automatismen: Reflex- und
Instinkthandlungen, die ohne Willenstä- Autosuggestion (gr.—lat. ,Selbsteingebung‘,
tigkeit selbsttätig ablaufen; ‚Selbsteinredung‘)‚ bewußt oder unbe-
b) erworbene A.: Bewegungsgestalten und wußt entstehende Selbstbeeinflussung;
Abläufe, die aus ursprünglich bewußt ge- Gegenbegriff zu Heterosuggestion; s. a.
setzten Willenshandlungen du‘rch Übung Autogenes Training, Suggestion.
oder Gewöhnung hervorgegangen sind.
Ihr biologischer Vorteil liegt in der Ent- Autotelephanie (gr. autös = selbst, tele =
lastung des Tagesbewußtseins. von fern, phainein : zeigen), Selbstaus-
3. paranormologisch: psychische Automa- gestaltung der eigenen Erscheinung eines
tismen medialer Art, die als Produktio— ,Verstorbenen‘ bei Spukerscheinungen
nen eines verselbständigten Persönlich— oder von Seance-Phantomen hinsichtlich
keitskomplexes oder als Äußerungen ihrer Kleidung u. ä.
eines psychischen Kollektivs aufgefaßt
werden können: a) motorische A.: auto— Axinomantie (gr. axine = Axt), Mantik
matisches Schreiben, Tischrücken, Glas- mit Hilfe eines locker gehaltenen Beiles,
rücken u. ä. das sich bei Nennung des Namens eines
b) sensorische A.: selbsttätig ausgelöste gesuchten Schuldigen zu bewegen be-
Sinneseindrücke auf optischem (Kristall- ginnt. S. Mantik.
sehen) oder akustischem Gebiet (Muschel—
hören). Basiligk (gr. basileüs : König), ein auch
R. TISCHNER (1879—1961) nannte die Schlangenkönig genanntes Fabelwesen; in
Automatismen in Anlehnung an R.BAER- der Alchemie auch allegorische Bezeich-
WALD „Steigrohre des Unterbewußten“. nung für den Stein der Weisen.
Bedeutungsbewußtsein Besessenheit

Bedeutungsbewußtsein, paranormales, An- mel, Zauberkreis u. a.), um deren Dienste


oder Abwesenheit des subjektiven Wis— für sich in Anspruch zu nehmen; ge-
sens oder der Erkenntnis um die Bedeu- schieht zum Teil unter mißbräuchlicher
tung, d. h. den Realbezug des erlebten Verwendung des Namens und der Macht
oder auftretenden paranormalen Ereig- Gottes. Aus der Bibel bekannt ist die Be-
nisses oder Zustandes; es ist weitgehend schwörung des Geistes Samuels vor Saul
für die subjektiven Reaktionen gegenüber durch die ‚Hexe von Endor‘; s. 1 Sam 28;
Para-Phänomenen entscheidend. 2 Könige 21, 6.
2. negative B.: Abwehr und Vertreibung
Bekanntheitstäuschung, Störung der Er- der bösen Geister oder deren Wirksam-
innerungsgewißheit in der Form, daß man keit. Als religionsgeschichtliches Phäno—
überzeugt ist, ein bestimmtes Erlebnis men schon aus der sumerischen Religion
schon einmal gehabt zu haben; kann in- bekannt. Vgl. Besprechen, Exorzismus.
folge Übermüdung oder emotioneller Zu—
stände auftreten und beruht wohl auf der Beschwörungsformel, Zauberformel oder
Ähnlichkeit der gegenwärtigen mit der vorgeschriebenes Ritual für die Beschwö-
früher erlebten Situation, die erlebnis- rung von Geistern oder magischer Mäch-
mäßig entsprechend ergänzt wird. Kritik— te. Theologisch legitime Verwendung im
los wurde in manchen solchen Erlebnissen Exorzismus. Die magischen Zauberfor-
ein Hinweis auf die Reinkarnation gese— meln sind meist verschlüsselt oder ver-
hen. S. Deja—vu-Erlebnis. stümmelt und enthalten Wortanleihen
aus alten Sprachen. Vgl. Abracadabra, Ho-
Berufen (mhd. beruofen), erhielt im kuspokus.
Volksaberglauben auch die Bedeutung
von ,beschwören‘, ,beschreien‘, d. h. durch Besessenheit (das Partizip des mhd. be-
unbedachtes Reden ein Unglück oder sezzen hat die Bedeutung ,besetzt‘, ‚be-
Geister herbeischreien. (Vgl. auch euphe- wohnt‘; ab 13. Jh. jedoch ‚vom Teufel be—
mistische Redewendungen wie ,Hals- und wohnt‘ in Übernahme antik-christlicher
Beinbruch‘ u. ä., wodurch der gegenteilige Vorstellungen), wird im nicht-metaphori—
positive Wunsch verschlüsselt ausgedrückt schen Sinn mit verschiedenem Bedeu-
werden soll; der gleiche Gedankengang tungsgehalt gebraucht:
liegt dem Partizip ,unberufen‘ zugrunde.) 1. theologisch: Ergriffen- u. Beherrscht-
Vgl. auch beschwören, beschreien. werden (lat. possessio) der psychischen
Kräfte und Funktionen des Menschen
Beschreien (mhd. beschrien = ins Gerede durch personale, menschen- u. gottfeind-
bringen, öffentlich anklagen), meint wie liche Wesen (Dämonen, Teufel). Die Be-
‚berufen‘ ein Unglück herbeischwören freiung erfolgt durch den Exorzismus,
durch unbedachtes Reden. Vgl. beschwö- wenn auch nicht immer sogleich und
ren, verschreien. zwangsläufig. Als theologisches Faktum
sicherlich de facto nur selten gegeben;
Beschwören (mhd. beswern, ahd. biswe- scheint jedoch als Erklärungshypothese
rian; ursprüngl. Bedeutung: ‚inständig, für manche paranormalen Phänomene na—
feierlich bitten‘, seit MA auch ‚durch Zau— heliegend. B. im weiteren Sinn ist die
berworte bannen oder rufen‘), Ausüben Umsessenheit, s. d.
der Beschwörung durch Herbeirufen oder 2. im psychiatrisch-parapsychologischen
Bannen von Naturmächten oder Geistern Sinn: Zustand des Auftretens von Spalt-
mittels bestimmter Beschwörungsformeln. persönlichkeiten des Ichs, wobei selb-
S. Beschwörung, Exorzismus, Magie, Zau- ständig gewordene Teiltendenzen der
berei. Psyche als personifiziert empfunden wer-
den. Es kann auch die fixe Idee vorliegen,
Beschwörung (lat. coniuratio), Praktik der besessen zu sein (Paranoia, Dämono-
aktiven Einflußnahme von gewissen Men- manie).
schen (Magier, Zauberer, Medizinmänner, 3. Spiritistisch: Inbesitznahme des Be-
Schamanen, Exorzisten) auf Geistwesen, wußtseins oder der ganzen Persönlichkeit
seien es Dämonen, Seelen Verstorbener durch Seelen Verstorbener; dieser Zu-
oder Elementargeister; in zwei Modalitä- stand kann oft durch Hypnotherapie zum
ten praktiziert: Verschwinden gebracht werden. (Vgl. da-
1. positive B.: Zitieren oder Herbeirufen zu Dr. Carl WICKLAND, Dreißig Jahre
von Geistwesen (lat. citatio daemonum) unter den Toten, Remagen 1957). —— Nach
nach einem magischen Ritual (Zauberfor- spiritistischer Auffassung liegt motori—
Besprechen Bezugsperson

sche B. dann vor, wenn ein von einem Aussage ein oder er ordnet umgekehrt die
Geistwesen besessener Mensch Handlun- Zielobjekte den jeweiligen Aussagen zu
gen ausführt, die er im normalen Zustand (J. B. RHINE).
niemals ausführen könnte (z. B. bei me-
dialer Malerei); eine solche plötzlich auf- Bewußt, s. Bewußtsein.
tretende oder durch Schulung verbesserte
Fähigkeit zu künstlerischen Leistungen Bewußtheit, 1. identisch mit Bewußtsein;
kann manchmal auch durch einen hypno- 2. Beziehung zwischen Ich und seinem
tischen Zustand induziert werden, wobei Bewußtseinsinhalt.
dem Betreffenden suggeriert wird, er sei
ein bestimmter Künstler. Man spricht in Bewußtsein (das Adj. ‚bewußt‘ ist das
diesem Fall auch von künstlicher Reinkar- zweite Partizip des frühnhd. ‚bewissen‘ =
nation. sich zurechtfinden; mhd. ‚beweten‘ = auf
etwas Sinnen, um etwas Wissen; gr.
Besprechen (eine Krankheit besprechen, syneidesis, lat. conscientia), l. philoso-
anreden = beschwören), Bezaubern, Ver- phisch: erkenntnismäßige Gegenwart
zaubern, Entzaubern —— besonders bei
eines Seienden im Sinn eines mehr oder
Viehkrankheiten —— durch Worte nach
weniger klaren Wissens darum. Der nä-
einem bestimmten Ritus, wobei medizini-
here Bedeutungsgehalt in der Literatur
sche Erfahrungen von naturnahen Perso-
ist oft erst aus der Kenntnis des jeweili-
nen mit magischen Formeln und christ-
gen Bezugspunktes zu ermessen.
lichem Gebet vermischt Heilung bringen
2. psychologisch: Ausdruck für die psychi-
sollen. Christlicherseits als heidnischer
sche Wachheit während eines psychischen
Brauch — oft vergebens — bekämpft
Zustandes oder einer Handlung. -.— Vom
(nach HAIN, LThK).
parapsychologischen Gesichtspunkt aus
interessiert vor allem das Verhältnis von
Betrug (bei seancen durch Medien),
B. und Unbewußtem: abgesunkene Ge-
l. bewußter B.: zum Zwecke der Täu-
schung anderer im Zustand des Vollbe- dächtnisinhalte, Schlaf-_. Trance- u. Eksta-
wußtseins vorgenommene betrügerische sezustände. Nach dem Grad der Bewußt—
Manipulationen (z. B. durch salonmagi- heit können verschiedene Bewußtseins-
sche Tricks, vorbereitete Requisiten usw.) schichten oder -stufen unterschieden wer-
2. unbewußter, medialer B.: schwindel— den. Vgl. dazu Unbewußtes, Oberbewußt—
haftes, oft plumpes Hervorbringen me- sein, Mitbewußtes, Vorbewußtes.
diumistischer Phänomene ohne Kontrolle
des Wachbewußtseins (im veränderten Be- Bewußtseinslage, Gesamtheit aller in
wußtseinszustand Trance) aufgrund der einem bestimmten Moment psychischen
Suggestion des Versuchsleiters. Da jedoch Lebens gegenwärtigen Bewußtseinsgege-
keine Täuschungsabsicht oder Gewinn- benheiten (z. B. Grad der Wachheit, Art
sucht vorliegt, sollte man hier sachge- der Erwartung, prinzipielle Einstellung u.
rechter —— nach einem Vorschlag von Pe— dgl.). Die Kenntnis der Struktur und
ter FISCHER in GW IV/68 —— vielmehr von Äußerungsweisen der individuellen B. ist
„unbewußter, medialer Verwechslung
für die Erforschung persongebundener
oder Verschiebung“ sprechen. Die in geg-
Para-Phänomene von besonderer Bedeu-
nerischen Kreisen kursierende Meinung, 7
tung, da das Auftreten vieler Erscheinun-
daß alle Medien bei betrügerischen
gen vom speziellen Bewußtseinszustand
Manipulationen entlarvt worden seien
abhängig ist; vgl. auch Herabsetzung des
(‚Medienentlarvung‘)‚ ist nicht nur eine
Bewußtseinsniveaus, Trance.
unzulässige Verallgemeinerung von be-
stimmten Fällen, sondern läßt sich auch
Bewußtseinsschwelle, modellhaftes Bild
historisch und methodisch nicht beweisen.
für den fließenden Grenzbereich zwischen
Bevorzugte Zuordnung (engl. preferential (Ober-)Bewußtem und Un(ter)bewußtem,
matching; frz. assortissement preferen- durch den hindurch sich psychische Aus-
tial; ital. appaiamento preferenziale), tauschvorgänge von bewußten und unbe-
auch Zuordnungsverfahren genannte Me- wußten Inhalten vollziehen.
thode, in ASW-Tests freies Aussagemate-
rial zu bewerten. Dabei stuft der Beur- Bezugsperson, ein im Zentrum eines pa-
teiler die Zielobjekte in Hinblick auf ihre ranormalen Geschehens oder Erlebnisses
Ähnlichkeit oder in Verbindung mit einer stehender Mensch, auf den sich die ent-
Bibliomantie Biozahlen

sprechenden Inhalte und Vorgänge bezie- FARIGOULE) in ,La Vision extra-retienne


hen. Zu unterscheiden von Agent und et 1e sens paroptique‘, Paris 1921. hinge—
Zielperson. wiesen. Tatsächlich war die Existenz des
extraretinalen Sehens schon um 1825 u.
Bibliomantie, s. Bibliomantik 1861 bekannt geworden. S. a. Dermo-opti-
cal-perceptien, .Eyeless sight, Sinnestrans-
Bibliomantik (gr. biblion : Büchlein; position.
manteia = Wahrsagerei), Divination aus
bestimmten Buchstellen, die aufs Gerate- Biomantie, Biomantik (gr. bios = Leben,
wohl aufgeschlagen und zur Situation des manteia = Wahrsagerei), Voraussagen der
Fragestellers in Beziehung gesetzt wer— vermeintlichen Lebensdauer eines Men-
den. Eine spezielle mantische Praxis ist schen aus körperlichen Zeichen oder Vor-
die Stichomantie (s. d.). gängen, wie etwa Handlinien. Puls u. ä.
s. a. Chiromantie.
Bildzauber (lat. invultuatio, von lat. vul-
tus = Gesicht; frz. envoütement). Art. des Biophysikalische Effekte, Abk. BPE, na-
Schadens- oder Liebeszaubers mit Hilfe turwissenschaftl. Ausdruck der sowjetruss.
von bildlichen, meist plastischen Darstel- Forschung für die Wünschelrutenphäno-
lungen (z. B. Wachsfigürchen) des zu be- mene.
einflussenden Objekts.
Bioplasmakörper (gr. bios = Leben, plds-
Bilokation (lat. bini = je zwei, locus = ma = Gebilde), nach Ansicht russischer
Ort), gleichzeitiges Erscheinen eines Men- Wissenschaftler ein unsichtbares Organi-
schen an zwei oder mehreren Orten (Mul- sationsschema, das sozusagen als ,Double‘
tilokation) in natürlicher. körperlicher Pflanzen, Tieren und Menschen zukommt;
Gestalt; christlicherseits von Heiligen und gilt als Ursache des Kirlianeffektes (s. d.).
Mystikern berichtet. Paranormologisch Vgl. auch Aura, Äther— u. Astralleib, Dop-
durch Aussenden des Astralkörpers bzw. pelgänger.
Doubles zu verstehen oder auch als eine
telepathisch veranlaßte Halluzination zu Biorhythmik (gr. bios : Leben, rhythmös
werten. Vgl. Doppelgänger, Astralprojek- = Gleichmaß der Bewegung, periodischer
tion. Wechsel), von dem Berliner Arzt Dr. Wil-
helm FLIESS begründete Lehre von (drei)
Bioelektronik, in der sowjetruss. Termi- endogenen Lebensrhythmen des Men-
nologie Bezeichnung für bestimmte para- schen, die das Auf u. Ab seiner Lebens-
normologische Forschungsobjekte; syn. kraft spiegeln u. wahrscheinl. Ausdruck
mit Gehirnkommunikation, Mental Radio. von stoffwechselphysiologisehen Vorgän-
gen sind. Man kennt heute drei, seit der
Biolnformation, in der sowjetruss. para— Geburt bzw. ab der Zeugung, parallel ver—
normologischen Forschung gebräuchlicher laufende Rhythmen von 23, 28 u. 33 Tagen
Ausdruck für jenen neuen Zweig der Na- pro Sinusschwingung. Die erste Hälfte je-
turwissenschaft, der mit Bionik, Physio- der Periode ist positiv, die zweite negativ
logie und paranormaler Informationüber- zu bewerten. Näheres dazu siehe die Fach-
tragung zusammenhängt. Syn. mit Bio- bücher (W. Fließ, Der Ablauf des Lebens,
telekommunikation, Biokybernetik. Wien, Leipzig, Deuticke 1906).

Biointroskopie (gr. ‚Lebensinnenschau‘), Biorhythmische Verwandtschaft, ist dann


paranormale Fähigkeit des allgemeinen gegeben, wenn die Differenz zwischen Bio-
Hautsehens bzw. des Lesens mit den Fin- zahlen (s. d.) zweierMenschen Null ist oder
gern ohne Zuhilfenahme des optischen nur wenige Tage beträgt. Sie soll angebl.
Sinnes. Syn. mit eyeiess sight, paraopti— Sympathie bedingen, Nichtverwandtschaft
scher Fähigkeit, Dermooptik, Rosa-Kule- dagegen Antipathie, auch wenn die Be-
schowa-Phänomen (benannt nach der rus- treffenden in verschiedenen Monaten und
sischen Sensitiven, an der dieses Phäno— Jahren geboren sind.
men studiert wurde). Auf die Existenz
dieses Phänomens, das auch Lesen mit Biozahlen, im Sinn der Biorhythmenlehre
dem Sonnengeflecht. genannt wird, hat die auf einen bestimmten Stichtag fallen-
schon Prof. Jules ROMAINS (PS. für Louis den bzw. errechneten Zahlen eines jeden
Blindversuch Chance

Rhythmus. Durch Korrelierung mit denen Versuchsanleitung zum Nachweis reinen

einer anderen Person erfährt man die Hellsehens, wobei die Vp die Karten
biorhythmische Verwandtschaft. eines gemischten Päckchens der Reihe
nach von oben nach unten geistig „durch—
Blindversuch, Kontrollverfahren zwecks bohren“, d. h. erkennen soll. s. DT.
Ausschluß unerwünschter Variablen (z. B.
suggestive Einflüsse) aus einem Experi- Böser Blick, vermeintlicher Schadenzau—
ment; hierher zählen vor allem die in der ber. der vom Blick gewisser Personen (z.

Medizin angewandten Placebos (Präpara- B. Hexen) ausgehen soll. Gegen eine sol-
te, von deren Wirkung die Testpersonen che angenommene unheilvolle Emana-
keine Kenntnis haben). Im Doppel-B. er— tionswirkung des menschlichen Auges
halten weder Versuchsleiter noch die Vpn. wurden besondere Abwehrzaubermittel
eine Information über die betreffenden eingesetzt: vgl. Amulett, Feige.
Variablen. Auch für parapsycnolog. Tests
von entscheidender Bedeutung. Botschaften, verteilte, s. Kreuzkorrespon—
denz
Blindzuordnung (engl. blind matching;
frz. Assortissement fortuit: ital. appaia— BPE, Abk. für Biophysikalische Effekte,

mento alla cieca), bei ASW—Tests ange- s. Wünschelrute

wandte Methode zur Feststellung von Psi-


vorkommen, wobei einem vorgeschriebe— Braidismus, s. Hypnose
nen Zielobjekt .‚blind“ (d. h. ohne sonstige-
Informationsmöglichkeit) Testobjekte zu— Brain Wave Synchronizcr, Gerät, das in
geordnet werden müssen. Nach RHINE ein variablen Abständen stroboskopartige
ASW-Kartentest, in dem die Vp. die um- Lichtblitze aussendet. Dies soll angeblich
gekehrt gehaltenen Karten in fünf Häuf— die EEG-Kurven beeinflussen können.
chen sortiert u. sie so den nicht erkenn- Vgl. EEG.
baren Schlüsselkarten zuzuordnen ver—
sucht. Büchertest (engl. book—test), von einer
Trancepersönlichkeit wird während einer
Blutende Hostien, s. Blutwunder seance einem Teilnehmer der Sitzung
eine bestimmte Buchstelie mitgeteilt, ohne
Blutsegen, magische Besprechungsformel daß das Medium oder der Teilnehmer zu-
zum Zweck des Aufhörens von Blutungen vor davon Kenntnis hatte. Vgl. Zeitungs-
bei Wunden, daher auch Wundsegen ge- test.
nannt; eine Art des Besprechens.
Buchstabieren, automatisches, spiritisti-
Blutwunder, paranormal auftretende Blu- sche Methode zwecks Erlangung angebli-
tungen u. blutartige Erscheinungen an cher Jenseitsbotschaften durch .Geister‘:
konsekrierten h1. Gestalten (Hostien u. ein Glas rückt automatisch auf einem mit
Wein) sowie an Bildern Christi. Hierher Buchstaben beschriebenen Tisch von Buch-
gehört auch das Phänomen der Verflüssi- stabe zu Buchstabe, sodaß dadurch Wör-
gung der Blutreliquien mancher Heiliger ter gebildet werden können; meist wird
(Januariuswunder in Neapel) zu bestimm- auch durch K10pflaute, die alphabetisch
ten Zeiten u. unter gewissen Umständen. entschlüsselt werden, eine ‚Verbindung
In den meisten Fällen ist -die historische herzustellen versucht. Vgl. auch Planchet—
Faktizität sowie der theolog. Wundercha- te, Automatismus.
rakter nicht gesichert. Zum Glauben an
blutende Hostien mag auch das Vorkom- BV, Abk. für Bohrversnch (s. d.).
men des Hostienpilzes (bacterium prodi-v-
giosum) beigetragen haben, der einen 1'0- Call, s. Aussage
ten Farbstoff, das Prodigiosin, ausschei-
det. Cantilever, Ausdr. von W. J. CRAWFOltD
(1887—1920) für den ektoplasmatischen
Bohrversuch (engl. down through; frz. de „Tragbalken“ bei telekinetischen Phäno-
haut en bas; ital. direttamente dall‘alto in menen. S. Pseudopodien.
basso), abgek. auch BV, DT. — Der Ter-
minus stammt von Rudolf TISCHNER. Chance s. Zufall
Chakra Conceptographie

Chakra, Mz. Chalzras (sanskr. ,Rad'), nach Christian Science (engl. = ‚Christliche
der Yoga-Psychologie die sieben Kraft- Wissenschaft‘), eine auch Szientismus ge-
zentren im geistigen Leib des Menschen, nannte, 1879 von Mary BAKER-EDDY
die nach westl. Auffassung möglicher— (1821—1910) gegründete, pantheistische
weise mit bestimmten Nervenzentren Glaubensgemeinschaft mit dem Ziel, durch
(z. B. Solarplexus) zu identifizieren sind. Vereinigung mit dem göttlichen Wesen
Sie Werden in Gestalt von Lotosblumen (mittels langer ‚Gebetskuren‘ in nahezu
vorgestellt und spielen in Theosophie und magisch verstandener Wirkungsweise)
Anthroposophie eine große Rolle. Auf der Heilung der Krankheiten zu erwirken.
Aktivierung und Weiterentwicklung die- Der sicherlich oft gegebene Heilungserfolg
ser inneren Organe soll die tibetanische dürfte jedoch weitgehend psychogen be-
Kunst des „tumo“ (s. d.) beruhen. dingt sein.

Chi—Quadrat (engl. chi square), in der Sta- Christl. Wissenschaft, s. Christian Science
tistik der Psi—Forschung von J. B. RHINE
verwendeter Ausdruck; verstanden als Chymische Hochzeit, in der alchemist.
eine Summe von Häufigkeiten. von denen Symbolik Bezeichnung für einen chemi-
jede eine durch einen Erwartungswert ge— schen oder geistigen Schöpfungsakt (in
teilte Abweichung ist. Auch Summe der dem sich die Gegensätze vereinen = coin-
Quadrate von Kritischen Werten. Vgl. cidentia opnositorum); s. a. Androgyn.
auch CR, Kritischer Wert.
(Ilairvoyance, engl.-frz. Ausdruck f. ‚Hell-
Chirognomie, Chirognomik, s. Chirologie sehen‘, Zweites Gesicht u. a Sammelbe-
griif für heute terminologisch geschiedene
Chirologie (gr. cheir = Hand, lögos = Phänomene wie Telepathie, Psychoskopie
Kunde, Wissenschaft), Diagnostik der usw.
Konstitution und des Charakters eines
Menschen aus Formen und Linien seiner Communion (frz. = ,Vereinigung‘), Aus»
Hände. Vgl. dagegen Chiromantie. druck des frz. Paragnosten Alexis DIDIER
für die Versetzung des Wesens des Para-
Chiromantie (gr. cheir = Hand, manteia = gnosten in jenes seines Konsultanten. Vgl.
Wahrsagung), Vorhersage der Zukunft auch Rapport.
eines Menschen (bzgl. Lebenserwartung.
Heiratsaussichten. Berufserfolg .usw.) Conceptographie (lat. conceptus = Begriff,
durch Deutung der Handlinien. Bei den Einfall, Vorstellung; gr. grdphein = schrei-
von mir — F. Z. — überprüften Fällen ben), syn. mit Psychographie, Gedanken—
ließen sich die behaupteten Aussagen be- photographie. Abbildung von unbewußten
treffs der Zukunft bisher nicht verifizie- und bewußten Gedanken, Vorstellungen,
ren; der Erfolg der Chiromanten erklärt Erlebnissen und Erfahrungen auf para-
sich häufig aus ihrer praktischen Men- normalem Weg. In den meisten diesbezügl.
schenkenntnis und der Erwartungssitua- Fällen geht es darum, da13 eine Person —
tion ihrer Konsultanten. gewöhnlich in einem veränderten Bewußt-
seinszustand wie Selbst— und Fremd-
Chiromantik, s. Chiromantie hypnose, Trance, Rausch oder starker
Konzentration — einen Film oder ein son—
Chirosophie (gr. cheir : Hand, sophn’a = stiges Medium der Bildaufzeichnung zu
Weisheit), alter Ausdruck für Handlese— beeinflussen sucht, indem sie ihre unbe-
kunst im Sinne von Chirologie oder Chi- wußte oder bewußte Vorstellung auf die
romantie. Kamera oder ein anderes Aufnahmegerät
richtet. Dieser Begriff „Conceptcgraphie“
Chirotesie (gr. their : Hand, thesis = Auf- wurde von A. RESCH (GRENZGEBIETE
legen), Praxis der Heilung von Krankhei- DER WISSENSCHAFT IV/1968, 358—60) ein—
ten durch Auflegen der Hände. geführt, da der Begriff „Psychische Pho—
tographie“ zu umfangreich und die Ben
Chresmologe (gr. chresmos = Orake1)‚Son- zeichnung „Thoughtographie“ internatio—
derform des antiken Mantis (Wundertä— nal zu schwierig ist. Die erste Nachricht
ters), der Orakel sammelt und deutet; vgl. über dieses Phänomen scheint von Wil-
Orakel, Mantik. iiam H. MUMLER zu stammen. der 1861
Conceptophonie Dämon

von solchen Photographien berichtete. In angenommenes kosmisches Bewußtsein:


neuester Zeit ist dieses Phänomen von Dr. vgl. auch Weltseele, Allgeist.
Jule EISENBUD (geb. 1908) mit 'l‘ed SE—
RIOS in Schrift, Funk und Fernsehen be- Coueismus, auf den frz. Apotheker Emile
kannt geworden (J. Eisenbud, The World COUE (1857—1926) zurückgehendes psycho-
of Tecl Serios. .Thoughtographie‘, Studies therapeutisches Verfahren, das auf Auto-
to an Extraordinary Mind, New York, suggestion beruht. Vgl. Autogenes Trai-
Morrow 1967); s. a. Extra ning.

Conceptophonie (lat. conceptus = Begriff, CR, Abk. f. Critical Ratio (x Kritisches

Iinfall, Vorstellung; gr. phone = Stimme, Verhältnis): s. d.

Laut), Erklingen von Stimmen, die unter


bestimmten Umständen, deren Eigenart Critical Ratio (engl, Abk. CR), im Sinne
noch nicht geklärt ist, auf einem Gegen- der RHINE‘schen ASW—Experimente' das
stand der Tonregistrierung, meistens Ton- Verhältnis zwischen der beobachteten Ab»
band, auf paranormalem Weg entstehen. weichung und der erwarteten (oder typi-
Dieser Begriff wurde von A. RESCH (in: schen) gibt einen Wert, den man in der
Welt, Mensch und Wissenschaft morgen, Statistik als CR (auch T-Wert, kritisches
Imago Mundi III, Schöningh, Paderborn Verhältnis oder kritischer Wert des Ver-
1972, 140, .150) eingeführt, da die Begriffe hältnisses) bezeichnet. Es ist das die Ab-
„paranormale Tonbandstimmen“, „Ton- weichung von der durch die Wahrschein—
bandstimmen“, „Stimmenphänomen“, „Pa- lichkeitsrechnung ermittelten durch-
rastimmen“ nicht den ganzen Bereich der schnittlichen Trefferanzahl, dividiert
Conceptophonie umfassen und internatio- durch die Standard-Abweichung. Je höher
nal unbrauchbar sind. Seit 1964 Friedrich die CR-Zahl, um so geringer die Wahr-
JURGENSON das Buch „Rosterna frön scheinlichkeit, daß die Ergebnisse auf rei-
Rymden“ (Stimmen aus dem All) veröf- nem Zufall beruhen.
ientlichte, ist die Frage nicht mehr ver-
stummt, ob es mittels der Technik von Cross-Correspondences, s. Kreuzbot-

heute möglich sei, in Dimensionen mensch- schaften

licher Stimmen oder sonstiger Laute vor-


zustoßen, die dem gewöhnlichen Ohr und Cumberlandismus, ein auch als ‚Muskel—
den heutigen technischen Empfangsgerä- lesen‘ bezeichnetes, auf Stuart CUMBER-

ten normalerweise nicht zugänglich sind. LAND (Ps. f. Charles Gardner) zurückge-
Dieses Phänomen wird von Dr. Konstan— hendes Pseudogedankenlesen durch ge-
tin RAUDIVE (Unhörbares wird hörbar, naue Beobachtung von Muskelbewegun-
1968), Ing. Franz SEIDL (Phänomen Trans- gen und sonstigen somatischen Ausdrucks-
zendentalstimmen, 1971), Prof. Alex zeichen.
SCHNEIDER (Die paranormalen Tonband-
stimmen, in: YVelt. Mensch und Wissen- Dactyliomantie (gr. doktylos = Finger
schaft morgen, Imago Mundi, Bd. III, bzw. daktylion = Ring, manteia = Weis-
19W), D. J. ELLIS (im Auftrag der Cam- sagung). griech. Ringweissagung der An-
bridge University) und einer Reihe ande— tike, wobei mit einem zwischen den
rer Forscher untersucht. Die Tatsächliche Fingern gehaltenen Ring w. analog dem
keit des Phänomens gilt als gesichert, heutigen siderischen Pendel (vgl. Gyro-
während bezüglich der Verursachung noch mantie) „4 über ein aufgeschriebenes
alle Fragen offen sind. SEIDL berichtet, Alphabet oder einer Wasserschale gepen-
daß es ihm gelungen sei, Tonbandstim- delt wurde; s. Mantik.
men auch ohne Mikrophon zu registrie-
ren. Vgl. Transzendentalstimmen. Dämmerzustand, traumähnlicher Zustand
mit herabgesetzter Bewußtseinslage; in
Corpus subtile (lat. = Hauchkörper), Be- Zusammenhang mit Epilepsie und Hyste-
zeichnung der Alchemisten für einen rie auftretend oder auch durch Drogen
,feinstcfflichen‘ Körper nach Art eines induziert.
Doppelgängers.
Dämon (gr. daimon : göttliches Wesen,
Cosmic reservmr, Ausdr. von William Teufel), vieldeutiger Ausdruck, der im
JAMES (1842—1910) für ein hypothetisch theolog. und volkskundl. Sinn vor allem
Dämonisch Dermographie

böse, unreine Geister meint bzw. allge- Decline-Effect, s. Absinkungseffekt


mein als Verpersönlichung des Bösen ge-
braucht wird. Vgl. Besessenheit, Exorzis— Defixionstafeln (lat. tabulae, tabellae de-
mus, Satan, Teufel. fixionum, von lat. defigere : anheften,
festbannen), s. Fluchtafeln
DämonisCh (zu Dämon), teuflisch, auf
einen Dämon bezogen, von ihm bewirkt Dejä. vu-Erlebnis (frz. = ‚schon einmal
usw. gesehen‘), Ausdruck für jenes merkwür-
dige, unerklärliche Gefühl, reale Gegeben-
Dämonismus, Bezeichnung für den Gei- heiten der Außenwelt schon früher ein-
sterglauben, der die Welt als von Dämo- mal wahrgenommen zu haben (z. B. ein
nen erfüllt und beherrscht betrachtet. Vgl. bestimmtes Landschaftsbild). Diese Art
dazu auch Animismus 1. der Bekanntheitstäuschung wird von un-
kritischen Menschen leicht als Beweis
Dämonistische Hypothese, syn. däm'ono- einer möglichen Reinkarnation gewertet.
logische H., Auffassung zur Interpretation Die Erklärung liegt möglicherweise in
mancher paranormaler Phänomene, deren Übertragungsvorgängen psychischen Er-
Zustandekommen auf dämonische Ver— lebens oder in gehirnphysiologischen Pro-
ursachung oder Beeinflussung zurückge— zessen, wonach ein Bewußtseinsinhalt
führt wird. Nach dem wissenschaftstheo— zwar unbewußt aufgenommen, jedoch erst
retischen ökonomieprinzip ist diese Er- kurze Zeit später voll bewußt wird und
klärungsweise nur dort angebracht, wo dadurch den Eindruck des Bekanntseins
andere mögliche Interpretationsweisen erweckt. Vgl. Bekanntheitstäuschung.
versagen. A. RESCH (in: Anzeiger für die
Kathol. Geistlichkeit, 72. Jg. 1963, Nr. 6; Dematerialisation (lat. Kunstwort, wörtl.
Herder) sagt von ihr: „Sie hat aber in der ‚Entstofflichung‘)‚Auflösung eines körper-
wissenschaftlichen Parapsychologie bei— haften Gegenstandes bis zur Unsichtbar—
nahe vollständig an Boden verloren. Da- keit. Namentlich bei seancen häufig be-
mit kann aber trotzdem nicht gesagt wer- obachtetes, paraphysikalisches Phänomen,
den, daß der Einfiuß des Teufels in allen das auch zur Erklärung von Apporten
Fällen auszuschließen sei. Sind auch die herangezogen wird. Gegensatz zu Rema-
Fälle einer tatsächlichen Besessenheit terialisation.
(obsessio) äußerst selten, so dürften doch
jene der Umsessenheit (circumsessio) bei Depersonalisation (lat. Kunstwort, wörtl.
den paranormalen Phänomenen, wie auch ,Entpersönlichung‘), Bezeichnung für jenes
sonst im Leben ab und zu vorhanden psychopathische Entfremdungserlebnis, für
sein.“ (Siehe diesbezügl. auch F. ZAHL- das eine Herabsetzung des Persönlich-
NER, Der Fall Maria Schnabel, GW II/ keits— und Wirklichkeitsbewußtseins cha-
1967). rakteristisch ist. Es kann das Gefühl der
Losgelöstheit vom eigenen Körper auf-
Dämonologie (gr. daimon =. Böser Geist, treten oder sogar auch die Überzeugung,
lögos = Darstellung, Kunde), theologische man sei bereits gestorben.
Lehre von den bösen Mächten personaler
Art, die zwar als gut von Gott geschaffen Dermal-optischer Sinn, Ausdruck von A.
doch durch eigene Schuld ‚gefallene. En— S. NOWOMEISKIJ (UdSSR), für das Phä-
gel‘ wurden. nomen der Biointroskopie; syn. Dermo—
optical-perception, Eyeless sight, Haut-
Dämonomagie, Magie durch Inanspruch— sehen. Form der Sinnestransposition (s.d.).
nahme von Dämonen; syn. mit ‚schwarze
Magie‘ (magia nigra); s. Magie. Dermographie (gr. derma = Haut, grä-
phein : schreiben), ,I—Iautschrift‘: 1. medi—
Dämonomanie (gr. mania = Wahn), im zinisch: Auftreten eines rötlichen. Strei-
Sinne der Psychopathologie die Einbil- fens auf der Haut nach Berührung mit
dung bzw. Wahnidee, von einem Dämon einem stumpfen Gegenstand; Zeichen ho—
besessen zu sein. Zu unterscheiden von her Gefäßerregbarkeit.
der Besessenheit im strengen Sinn. 2. paranormologisch: paranormales Auf-
treten von geröteten Hautstellen und
Dämonopathie, s. Dämonomanie Wunden verschiedener Art ohne ersicht-
Dermographismus Drude

liche äußere Ursache; bisweilen bei per- Dissoziation (frz. dissociation = Zerfall;
songebundenen Spukfällen beobachtet. Je aus lat. dis— : auseinander, socius z Ge-
nach den näheren Umständen ist in be— fährte), in der Psychopathologie Bezeich—
stimmten Fällen auch an dämonische Ein— nung für jenen psychischen Spaltungspro-
fiußnahme zu denken. zeß, in dem sich eine Auflösung des
Bewußtseinszusammenhanges bemerkbar
Dermographismus, s. Dermographie macht sowie eine Verselbständigung von
psychischen Tätigkeiten, die sich der Kon-
Dermo-optical-perception (engl. = ‚haut— trolle des Wachbewußtseins entziehen.
optische Wahrnehmung‘, Abk. DOP), pa— Begrifflich von Schizophrenie zu unter—
ranormale Erscheinung des Hautsehens, scheiden. Vgl. Persönlichkeitsspaltung.
d. h. des Sehens mit den Finger— und
Zehenspitzen. Dieses parabiologische Phä— Divination (lat. divin‘atio z: Ahnung, Se—
nomen wurde schon 1915 vom frz. Blinden— hergabe), Weissagen bzw. Wahrsagen
arzt J. ROMAINS untersucht. Syn. Bioin- künftiger Ereignisse durch verschiedene
troskopie, Dermal-optischer Sinn, Eyeless mantische Praktiken. Syn. gebraucht mit
sight (s. d.). Mantik (s. d.).

Deuteroskopie (gr. deüteros = zweiter,


Divinatorik, Theorie und Praxis der Divi-
skopein _= sehen), veralteter Ausdruck für
nation als Voraussagekunst.
‚Zweites Gesicht‘; s. Hellsehen.

DOP, Abk. für dermo-optical—perception


Dharana i(sanskr.), s. Yoga
(engl. = haut-optische Wahrnehmung),
Dhyana (sanskr.)‚ s. Yoga s.d.,

Diabolisch (lat. diabolus, gr. didbolos = Doppelgänger (frz. double), von Jean
Teufel, wörtl. ,Zwietrachtstifter‘, ‚Durch- PAUL geprägter Ausdruck für den sicht—
einanderwerfer‘), syn. mit dämonisch, bar gewordenen Äther- oder Astralleib;
teuflisch. daß es sich dabei nicht um telepathische
Halluzinationen handelt, zeigen das Phä-
Dicyaninblau, in Alkohol gelöster chem. nomen der Bilokation und die Objektivie-
Stoff, mit dem der sog. Kilner-Schirm rungen von Hornell HART. Vgl. Astral—
beschichtet ist, der in Gegenwart von projektion, Bilokation.
Sensitiven durch Aufleuchten die Aura—
Ausstrahlung sichtbar machen soll. Doppel-Ich, auf DAUMER zurückgehen-
der, von Max DESSOIR (1867—1947) in die
Dimension, vierte, des Raumes, s. Apport, Forschung eingeführter Begriff für die
Knotenexperiment, Vierte Dimension. Spaltung der menschlichen Persönlichkeit,
so daß im Doppel-Ich eine zweite Persön-
Dioptrische Beeinflussung (gr. dioptra = lichkeit unbewußter Art besteht. Etwa
Hindurchseher), aus der Hypnose bekann— syn. damit sind die Bezeichnungen: trans—
tes Phänomen: dem Hypnotisierten wird zendentales Subjekt (Carl du PREL), su—
suggeriert, auf einem leeren Blatt Papier bliminales Ich (MYERS), Reserve-Ich
ein'bestimmtes Bild zu erblicken. Wird (RICHET).
nun dieses Blatt unter gleiche andere ge-
misdit, so wird die Vp das Bild stets nur Double (frz. : ‚doppelt‘, von lat. duplex
auf demjenigen Blatt erblicken, auf dem z zweifach), syn. mit Doppelgänger.
es suggestiv angebracht wurde (nach
MATTIESEN III/160). Vgl. Imprägnierung. Down Through (engl. : ‚von oben nach
unten‘, nämlich ratend), s. DT-Technik,
Direkte Stimme, hauptsächlich bei spiri— Bohrversuch.
tistischen Seancen vorkommendes Phäno—
men, daß im Raum Worte gehört werden, DT-Technik, s. Bohrversuch
wobei die Schallschwingungen nicht vom
Medium ausgehen. Drude, Mz. Druden (mhd. trute, zu got.
truden = treten), auch Drute, Trude; nach
Disinkarnation, Gegenbegriff und Gegen— der germanischen Mythologie und. dem
satz zu Inkarnation (s. d.) Volksglauben ein meist bös aufgefaßter
Drudenfuß Eidologie

Nachtgeist, der den Menschen quält; vgl. Delta-Wellen (0,5—3,5 Hz), Theta-Wellen
Alpdrücken. (4—7 Hz), Gamma-Wellen (31—60 Hz). —
Die Elektroenzephalographie wird nicht
Drudenfuß (mhd. trutenvuoz : Fußab- nur zur Untersuchung neuro—physiologi-
druck der Drude), Fünfeck, Fünfstern, scher Vorgänge (Veränderungen bei Ge-
Pentagramm; magisches Zeichen verschie- hirnerkrankungen), sondern auch zur
dener Bedeutung; ursprünglich als Ab— Strukturanalyse des Beziehungsgefüges
wehrzauber gegen die Druden gebraucht. von ASW und zerebralem Erregungsge—
schehen sowie zur Untersuchung der
Drudenstein, ein im Wasser rundgeschlif— neuro-physiologischen Komponente ek-
fener Stein mit einem Loch; Abwehrzau— statischer Zustände verwendet (z.B. bei
ber gegen die Druden. Yoga—Meditationsstufen; Dr. Maryse
CHOISY 1952: N. DAS u. H. GASTAUT
Dunne-Effekt, nach John William DUNNE 1955).
(1875—1949) benannte} Ausdruck zur Be-
zeichnung proskopischer Träume mit Effluviographie (lat. effiuvium = Ausfluß,
fragmentarischer Kongruenz, d. h. mit Ausdünstung: gr. grophein = schreiben),
einer Übereinstimmung von Trauminhalt Methode des photochemischen Nachweises
mit dem zukünftigen, präkognitiv erfaß- einer menschlichen, feinstofflichen oder
ten Ereignis, das anstelle von Tagesresten energetischen Ausstrahlung; vgl. Emana-
als Traumauslöser fungiert. tion, Aura, Kilnerschirm, Kirlianeffekt.

Durchschnittliche Trefferhöhe, s. Durch— Eidetik (gr. eidos = Bild, Aussehen),


schnittsergebnis 1. philosophisch: Lehre vom ,Eidos‘, dem
Wesen oder der Grundgestalt (bei PLA—
Durchschnittsergebnis (engl. score aver- TON das Urbild, die Idee; bei ARISTOTE-
age; frz. resultat moyen; ital. risultato LES die Wesensform der Dinge; bei E.
medio, media), Durchschnittszahl der HUSSERL, 1859—1938, die Wesensschau im
Treffer in einer beliebigen Einheit von Gegensatz zum Faktum, der Tatsache); s.
Proben bei Psi-Tests. Vgl. Score. Phänomenologie.
2. psychologisch: von E. R. JAENSCH
Ebene, in der okkultistisch-esoterischen (1883—1940) geprägte Bezeichnung für jene
Literatur wird unter E. ein bestimmter zwischen Vorstellung und Wahrnehmung
Bewußtseinszustand oder eine eigene Welt liegende psychische Eigenart, früher Ge-
mit bestimmten Kräften und Eigengesetz- sehenes in subjektiven Anschauungsbil-
lichkeiten verstanden (z. B. psychische, dern gegenwärtig zu sehen, wobei in der
astrale E.); s. a. Sphäre. Vorstellung eine optische Wahrnehmung
wirklichkeitsgetreu reproduziert wird:
Edelsteine, nach esoterischer, magischer besonders bei Kindern und Jugendlichen
Weltauffassung werden kostbare Steine häufig. Wissenschaftlich von Viktor UR-
mit magischen oder astrologischen Zei— BANTSCHITSCH (1847—1921) 1907 beschrie—
chen als Schmuck, Talisman oder auch als ben, doch schon bei Jean PAUL als ‚Emp-
bloßes Zeichen für bestimmte Kräfte ge- findungsbilder‘ erwähnt. Nach Karl
tragen. Vgl. Talisman, Amulett. SCHMEING (Das Zweite Gesicht in Nie—
dersachsen 1937) findet sich eine eidetische
EEG, Abk. f. Elektroenzephalogramm, Begabung auffallend häufig an bestimmte
eine graphische Aufzeichnung (Hirnstrom— Landschaftsgebiete gebunden. Vgl. Spö-‘
bild, entdeckt von Hans BERGER, 1873— kenkieker, Zweites Gesicht.
1941) der bei Nerventätigkeit im Gehirn
entstehenden schwachen elektrischen Ak- Eidolon (gr. Abbild, Ebenbild, Spiegel—
tionsströme, die durch auf die Kopfober- bild), s. Eidetik
fläche aufgesetzte Elektroden abgeleitet
und von einem Elektroenzephalographen Eidos (gr. Schau, Bild, Erscheinung, Ge-
(Oszillograph, Mehrkanalschreiber) regi- stalt), s. Eidetik
striert werden. Nach ihrer Frequenz wer—
den diese Ausschläge des Meßgeräts in Eidologie (gr. eidos = Bild, lögos = Kun-
fünf Hauptgruppen eingeteilt: Alpha- de), nach Georg Friedr. DAUMER (1800——
Wellen (8—13 Hz), Beta-Wellen (14——30 Hz), 1875) die Lehre von der unmittelbaren
Einzelversuch Elixier

Selbstrealisations— und plastischen Selbst- Elemental (nach lat. elementum = Ele-


darstellungskraft der menschlichen Seele. ment, Grundstoff, Urstoff), ein als Natur-
S. a. Ideoplastik. kraft verstandener Geist niederer Ebene,
der nach der Esoterik einem der vier al-
Einzelversuch (engl. trial; frz. essai, ital. ten Elemente zugeordnet ist: Salamander
prova), bei den quantitativen ASW-Expe— (Feuer), Sylphen (Luft), Undinen (Wasser),
rimenten nach J. B. RHINE jeder Einzel- Gnomen (Erde). Nach magischer Vorstel-
versuch, ein Zielobjekt zu identifizieren. lung und Überlieferung können Elemen-
Bei PK-Tests jeder einzelne Wurf von tale von einem Magier herbeigerufen und
Würfeln oder anderen Gegenständen. gezwungen werden, ihm dienstbar zu sein.
Vgl. Familiar, Elementargeist.
Ekstase (16. Jh. aus gr. ek-stasis, lat. ec-
stasis = wörtl. das Aussichheraustreten,
Elementargeist (lat. elementarius = grund-
Begeisterung, Verzückung), hochgradiger,
legend, urwüchsig, naturbedingt), nach
seelischer Erregungszustand im Sinne
dem mittelalterlichen Volksglauben 1e-
einer Verzückung oder Entrückung; ist als
bende, jedoch unbeseelte Wesen, die ihren
Zustand des Nicht-bei-sich—seins meist mit
Wohnort in den vier Elementen der An-
Ausschaltung des klaren Bewußtseins und
tike (Erde, Wasser, Luft, Feuer) haben
dem Auftreten traumhafter Visionen ver-
und auch zum Menschen Verbindung auf-
bunden und so der Trance verwandt. For-
nehmen können. Von Elementargeistern
mal gesehen ein religiös-mystisches Phä-
ist bei TRITHEMIUS (1462—1516), AGRIP-
nomen als auch Folge von Drogeneinwir-
PA von Nettesheim (1486—4535) und beson—
kung. Vgl. Trance, Schamane, Mystik.
ders bei PARACELSUS (ca. 1493—1541) die
Ekstatik, Gesamtheit der ekstatischen Zu— Rede. Nach den Kabbalisten und anderen
Esoterikern Bezeichnung für bestimmte
stände und Erscheinungen, s. Ekstase.
spukhafte, erdgebundene Geistwesen ohne
Ektoplasma (aus gr. ektös = außen, außer- Unsterblichkeit. Häufig auch syn. ge-
halb; gr. plosma = Gebildetes, Geform- braucht mit Elemental (s. d.).
tes), in Analogie zum Ektoplasma der
Biologie von Ch. R. RICHET (1850—1935) in Elementarwesen, s. Elementargeist
die Fachsprache eingeführt;praktisch syn.
mit dem von SCHRENCK-NOTZING (1862 Elemente, Grundbausteine der Welt. In
bis 1929) geprägten Ausdruck Teleplasma der aristotelischen Philosophie die vier
(s. d.). Allgemein die aus dem Körper des Urqualitäten (gr. stoicheia) bzw. die aus
Mediums austretende, feinstoffliche Sub— ihnen abgeleiteten Körper (sömata); hinzu
stanz, welche das Substrat für die Mate— kommt noch als 5. Element (daher Quint-
rialisationsphänomene liefert. Es quillt als essenz —- von lat. quinta essentia = fünfte
weißes oder graues, schleierartiges Ge- Wesenheit) der inkommensurable Äther.
bilde aus verschiedenen Körperöffnungen — In der Astrologie sind die vier Ele—
von Materialisationsmedien, erweckt den mente den nach vier Trigonen geglieder-
Eindruck einer lebenden Substanz, die ten Zeichen des Zodiakus zugeordnet.
lichtempfindlich ist (daher Aufnahmen mit
Infrarot—Licht!) und sich kaum konservie- Elfe (18. Jh. entl. aus engl. elf; ahd. alb,
ren läßt. Sie kann sich unter Umständen alp für Nachtmahr; im schwed. ist hinge-
zu verschiedenen, autonomen Gestalten gen in ‚alf‘ — im Sinne von Wald- und

(s. Phantome) formen. bie ektoplasmati- Blumengeistern _ die ursprüngliche Be-


schen Gestalten sind auch ,schmerzemp— deutung festgehalten), aus dem germani-
findlich‘, d. h. eine schädigende Gewalt- schen Volksglauben stammende Bezeich-
anwendung ihnen gegenüber kann zu ge— nung für Naturgeister kindähnlicher Art,
sundheitlichen Beeinträchtigungen des be— die jedoch in christlicher Zeit dämonisiert
treffenden Mediums führen. Nach den wurden. Vgl. Alptraum, Alraun, Mahr.
Experimenten W. J. CRAWFORDS (188?—
1920) mit dem Medium Kathleen GOLIG- Elektroenzephalogramm, Elektroenzepha-
HER soll sich das Körpergewicht des Me— lographie, s. EEG
diums während einer seance um das
Gewicht der ausgeschiedenen Ektoplasma— Elixier (nach alchemistenlateinischem ‚eli-
substanz vermindern. Vgl. Teleplasma, xirium‘ = Heiltrank, aus arab. al—aichsir
Materialisation, Phantom. oder el-eschir 2: Stein der Weisen; dazu
Emanation Ephemeriden

gr. xerion = trockenes Heilmittel), ein lichen Fähigkeiten behielten. Vgl. Angelo-
meist in der Verbindung von Lebenseli- logie‚ Dämon,.Teufel, Satan, Schutzengel.
xier (Verjüngungsmittel) gebrauchtes
Wort der Alchemistensprache für einen Engramm (gr. en : in; grdmma = Buch-
Zaubertrank oder Heiltrank, der aus ‚ stabe, Geschriebenes),
einem alkoholischen Extrakt aus pflanz- 1. gehirnphysiologisch: hypothetisch an-
lichen Stoffen bestand und mit ätherischen genommene Veränderung des Nervenge-
Ölen, Zucker u. a. versetzt wurde. Vgl. webes als Folge länger dauernder oder
Alkahest. wiederholter Reizung (DREVER); nach H.
ROHRACHER müßten statt dessen spezi-
Emanation (lat. emanatio = Ausfiuß, Aus- fische Erregungskonstellationen angenom—

strömen), men werden, die dem bewußten Erleben


1. philos.: Ausfluß des Niederen aus dem zugrunde liegen.
Höheren, wonach die Welt durch Hervor- 2. paranormologisch: die einem Gegen-
gehen aus einer göttlichen Substanz ent- stand anhaftende Einprägung, die er von
standen sei (= Emanatismus); namentlich der Umgebung aufgenommen hat; s. men-
von Gnostikern und Neuplatonikern ver- tale Imprägnierung, Psychoskopie, Psy-
treten. chometrie, Induktor. — An eine Impräg-
2. psychologisch: Ausstrahlung seelischer nierung wäre auch bei der sog. radiästhe-
Energie, die eine persönliche Atmos- tischen ,Aufladung‘ zu denken und even—
phäre verbreitet. tuell auch beim lokal gebundenen Spuk.
3. parapsycholog. u. psychophysikalisch:
Entelechie (gr. entelecheia = das, was das
Ausstrahlung bzw. Ausströmung an Sub—
Ziel bzw. die Vollendung in sich trägt),
stanzen und am menschlichen Organismus,
1. philosoph.: nach ARISTOTELES (384/83—
die von Sensitiven wahrgenommen wer-
322/21 v. Chr.) das Prinzip einer Tätigkeit,
den kann. — Nach Naum KOTIK (1876——
welche die Vollendung gibt bzw. die Tä-
1920, Die Emanation der psychophysischen
tigkeit selbst; hauptsächlich vor allem als
Energie, 1908) gibt der menschl. Körper
Formkraft eines Seienden (z. B. Seele im
Energie in Form einer unbekannten Ema-
Leib).
nation ab. Vgl. dazu auch Aura, Bioplas-
2. naturphilosoph.-biologisch: nach Hans
makörper, Feinstoffliches, Kirlianeffekt,
DRIESCH (1867—1941) Ausdr. f. jenen un—
Od.
räumlichen, ganzheits- und ordnungsstif-
Empfänger, s. Perzipient
tenden Faktor im Lebensgeschehen, der
nicht restlos auf chemisch—physikalische
Empfindung (psycholog), eine nicht wei- Kausalität zurückgeführt werden kann.
ter auflösbare psychische Erscheinung, die Diese Konzeption einer Lebenskraft (vis
vitalis) ist jedoch nach den Ergebnissen
durch äußere, auf die Sinnesorgane wir-
kende Reize erzeugt wird und in ihrer der Molekularbiologie fraglich geworden
bzw. überholt. — Im paranormologischen
Intensität’ von der Reizstärke, in ihrer
Bereich erhebt sich die Frage nach einer
Qualität von der Art des Sinnesorgans
E. etwa beim Entstehen von Vollmate-
abhängt (Hubert ROHRACHER). Vgl. da-
rialisationen, die ein formgebendes im-
gegen Wahrnehmung, ASW, PE.
manentes oder transzendentes Prinzip
fordern.
Empfindungslesen, s. Psychometrie, Psy-
choskopie Entsprechung, akausale, alogische Bezie-
hungsstiftung zwischen zwei Geschehens—
Engel (ahd. engil; got. aggilus; frühe Ent-
abläufen oder Zuständen nach Art einer
lehnung aus gr. dggelos über lat. angelus
Analogie (s. d.); eine solche Auffassung
= Bote bzw. [christ1.] Bote Gottes), nach liegt dem magischen und mantischen Welt-
kathol. Glaubenslehre sind E. zu einem verständnis zugrunde. Vgl. Synchronizität,
nicht näher bestimmbaren ,Zeitpunkt‘ von Analogie.
Gott geschaffene personale, doch rein
geistige Wesen ohne Bindung an eine Kör— Ephemeriden (gr. epi = auf, für; hemera
perlichkeit; (von Gott ab-)gefallene‚ in : Tag), Nachschlagewerke und Tabellen
ihrer Willensausrichtung gott- und men— für den Stand der Sonne, des Mondes und
schenfeindliche E. heißen Dämonen, Teu- der Planeten um 12 Uhr mittags; für
fel, die jedoch ihre ursprünglichen natür- astrologische Horoskopberechnungen.
Epigenetische Theorie Erwartende Beobachtung

Epigenetische Theorie (gr. genesis = Er- malem Erleben als eine auf dem Rahmen
zeugung, Ursprung), besagt, daß nach den normal-psychischer Wahrnehmungsmög-
Vorstellungen der Ideoplastie (s. d.) das lichkeiten herausfallende Erlebnisform;
Organische (und im weiteren Sinn) die so meint z. B. paranormale E. (= PE) das
Materie als solche eine Schöpfung des gleiche wie ASW (s. d.), nur umfassender
Geistes darstellen. und nicht eingeengt auf die Wahrnehmung
als solche; vgl. ASE, parazeptiv, PE.
Epiphänomen (gr. epi = auf; phainomenon
: Erscheinung), Begleiterscheinung bzw. Erkenntnis (mhd. erkanntnisse = Erken-
Auswirkung eines Phänomens (s. d.). nung, Einsicht; ahd. Verbum irchenan =
inne werden, geistig erfassen, sich erin-
Erdstrahlen, durch Pendel und Wünschel- nern), Ausdr. f. die verschiedenen Weisen
rute angeblich nachweisbare Strahlungen der Erfahrung, des Wissens und Denkens,
_— besonders in sog. geopathischen Reiz- in denen sich die Identifikation eines Din—
zonen ä, die das Wachstum und das Ge- ges oder Sachverhaltes in seiner allge-
deihen der Lebewesen beeinflussen sollen meinen Bedeutsamkeit ereignet. Neben
(Vulgärinterpretation). dieser metaphysischen Auffassung der E.
oder des Erkennens (als Akt) hat diese
Erfüllungszwang,‘ durch Prophezeiungen, jedoch auch — im neuzeitlichen Verständ—
Wahrsagen u. ä. induzierte psychische nis — die Funktion, ein zunächst Unbe-
Reaktion oder Gegebenheit, wodurch be- kanntes in ein objektives Bedeutungsfeld
wußt oder unbewußt das Vorausgesagte einzuordnen (MULLER-HALDER).
eintrifft. Das eingetretene Ereignis ist also
nicht unbedingt als eine Verifikation einer Erlebnis (um 1800 im Sinne von ‚miterleb-
angeblichen Präkognition zu werten, son— tes Ereignis‘, ‚starker Eindruck‘; ur-
dern wird vom erlebenden Subjekt selbst sprüngl. Bedeutung von ,leben‘ = übrig-
in einer subjektiven Erwartungssituation bleiben), ursprünglicher Bewußtseinsvor-
(= Erfüllungserwartung) realisiert. Hierin gang, in welchem ein Ding oder Zustand
ist eine ernste Gefahr durch den Glauben der Innen- oder Außenwelt von einem
an mantische und sonstige ähnliche Sug— Subjekt in einer ihm entsprechenden Be-
gestionen gegeben. Vgl. Psychohygiene. deutsamkeit erfahren wird. Ist wie die
Erkenntnis (s. d.) eine spezielle Weise der
Erfahrung (mhd. ervarunge = Wahrneh— Erfahrung (s. d.). Die sog. ,okkulten‘ Er—
mung, Kenntnis, Durchwanderung, Erfor- lebnisse sind meist auf normalem Er-
schung; dazugehörige Verben: mhd. kenntnisweg gemachte Erfahrungen, ohne
ervarn; ahd. irfaran = (ursprüngl.) reisen, daß eigentliche paranormale Erfahrung
durchfahren; (später) erforschen, kennen- gegeben sein muß. Das Phänomen des
lernen), Paranormalen kann sich nicht nur in der
l. philosoph.: Sonderform einer Erkennt— Erlebnis— oder Erkenntnisform, sondern
nis, die im unmittelbaren Empfangen auch im Erlebnisinhalt manifestieren.
eines Gegebenen besteht und der auf- Daher möchte ich (F. Z.) unterscheiden
grund dieser Unmittelbarkeit eine sub- zwischen zwei Grundtypen paranormaler
jektive Evidenz eigen ist. Erlebnisse:
2. psycholog: Bezeichnung für Kenntnisse 1. paranormale Erlebnisse modal-formaler
und Verhaltensweisen, die durch Wahr— Art (maßgebend ist die Art und Weise des
nehmungen und Lernprozesse zustande Zustandekommens des Erlebnisses); s.
kommen. ASW, PE
a) äußere E.‚ die durch Sinnesorgane ent- 2. paranormale Erlebnisse intentional—
standenen Eindrücke als Wahrnehmungen materieller Art (maßgebend ist die dem
der Außenwelt oder des eigenen körper— Geschehen eignende, auf das Subjekt ge—
lichen Geschehens; richtete inhaltliche Bedeutsamkeit).
b) innere E.‚ Erfassen von eigenen oder
fremden seelischen Zuständen; dazu ge- Erscheinung, s. Phänomen, Vision, Vor-
hört auch der Bereich der religiösen Er- zeichen
fahrung (s. Mystik) als Innewerden über-
natürlicher Wirklichkeiten. Erwartende Beobachtung, bei wiederholu
3. parapsycholog. wird der Begriff E. ver- ten Spontanfällen (z. B". Spuk) angewandte
standen im Zusammenhang mit paranor— Forschungsmethode, ohne daß dabei in
Erwartungshalluzination Exteriorisation

den Geschehensablauf eingegriffen wird. ein von J. B. RHINE (geb. 1895) in die
— Im Gegensatz dazu werden bei einem parapsychologische Forschung eingeführ-
paranormologischen Experiment die Ver- ter Begriff; s. ASW, ASE, PE, Psi.
suchsbedingungen vorgezeichnet.
ESP-Projection (eng1.), Ausdr. von Hor-
Erwartungshalluzination, eine halluzina- nell HART (1888—1970) für die Ausschei-
torische Sinnestäuschung, die infolge einer dung des Doppelgängers; s. Astralprojek-
bestimmten inneren (bei Vorliegen eines tion.
sog. ‚effektiven Feldes‘, etwa bei person-
gebundenem Spuk) oder äußeren (objek- Exkursion (lat. excursio = Heräuslaufen,
tives Feld, z. B. Spukhaus) Erwartungs- Streifzug; frz. ‚excursion'), paranorrno-
situation im Hinblick auf ein Ereignis auf- logisch die Ausscheidung des Doppelgän-
tritt. Vgl. Halluzination, Erwartungssitu- gers im Ich-Austritt, daher oft auch ‚See-
ation. lenreise‘ genannt; 5.. Astralprojection,
Bilokation, Exteriorisation.
Erwartungssituation, paranormale, psy-
chische Verfassung oder äußere Gegeben— Exorzismus (gr. ep-orkizein = die Dämo-
heit (Burg, Schloß als Spukhaus u. ä), nen herbeirufen; in christl. Zeit umge—
welche das Eintreten einer Erwartungs— A bildet zu ex-orkizein = die Dämonen ab—
halluzination suggestiv begünstigt bzw. wehren), Teufelsbeschwörung im Sinne
echte Para-Phänomene induzieren kann eines im Namen Gottes an den Bösen
(mantische Erwartungssituation bei man- Geist gerichteten Befehls, Gegenstände,
tischen Praktiken, z. B. Kristallsehen Räume, Tiere und Menschen nicht zu
u. ä.). schädigen bzw. in Besitz genommene oder
dämonisch umlagerte Dinge und Menschen
Erwartungssuggestion, nach E. MATTIE-
zu verlassen. In der Praxis der katholi-
SEN eine vom Perzipienten selbsttätig be-
schen Kirche wird unterschieden zwischen
wirkte, dem Gewohnten entsprechende
dem einfachen und dem großen oder feier-
,Abrundung‘ oder Ergänzung eines hallu-
lichen Exorzismus, welch letzteren nur
zinatorischen Erlebnisses. Diese kann ein entsprechend bevollmächtigter Prie-
ihrerseits wieder eine Erwartungshallu—
ster bei echten Besessenheitsfällen aus-
zination auslösen oder bewirken, ohne daß
üben darf. Vgl. Besessenheit, Teufel, Be-
dem Erleben objektiv ein paranormales
schwörung.
Faktum zugrunde liegt.
Exoterik (gr. exoterikos = nach außen
Eschatologie (gr. eschaton = das Letzte,
gerichtet, öffentlich), Gegenbegriff zu
logos = Wissenschaft), theologische Re-
Esoterik; das allen zugängliche Wissen.
flexion über die menschlichen, übernatür—
lichen Zwischen— und Endzustände (die
Experiment (17. Jh. aus lat. experimentum
sog. vier letzten Dinge: Tod, Gericht,
= Versuch, Erfahrung, Probe; das Verbum
Himmel, Hölle).
experiri = versuchen, erproben steht im
Esoterik (gr. esoterikos : innerlich, ver» Bedeutungszusammenhang mit lat. peri-
borgen), allgemeiner Ausdruck für ‚Ge— culum : Gefahr), in der Parapsychologie
heimwissen‘, ,Geheimwissenschaft‘; ein wurden seit Beginn wissenschaftlicher
Forschungsarbeit neben dem Studium der
Wissensbereich, der nur einem bestimmten
Spontanphänomene Experimente (anfäng-
Kreis von Eingeweihten mitgeteilt wird
lich meist in spiritistischer Einkleidung
bzw. zugänglich ist. Im Gegensatz zur
mittels Planchette, Psychograph u. ä.) an-
Exoterik werden darunter etwa die Über-
gestellt. Doch erst mit J. B. RHINE und
lieferungen und Lehren von Kabbala,
seinen Mitarbeitern setzten statistisch
Alchemie, Rosenkreuzertum, Gnosis, Frei—
maurerei, Theosophie u. ä. zusammenge—
auswertbare Psi-Experimente großen Stils
ein, die der Parapsychologie zu inter—
faßt. Oft wird unter E. auch das seit
nationalem Ansehen verhalfen und die
altersher tradierte, aber von den offiziel-
len Wissenschaften nicht anerkannte Wis— animistische Position festigten.
sen verstanden.
Exteriorisation (lat. exterior = außen,
ESP, Abk. für (eng1.) extra—sensory per- nach außen), Hinausversetzung des Wahr—
ception = außersinnliche Wahrnehmung: nehmungs- und Empfindungsvermögens
Exteriorisationsphänomene Fegfeuer

aus dem menschlichen Organismus (vgl. einen mohammedanischen Bettelmönch


die Werke von Albert de ROCHAS d‘Aig- mit späterer Bedeutungsverschlechterung
lun, 1837—1914, Ausscheidung des Emp- zu ,Gaukler‘ für die indischen Asketen,
findungsvermögens und Ausscheidung des die jedoch nicht durchwegs mit Hilfe von
Bewegungsvermögens). Dabei kann es zur Tricks Scheinleistungen ausführen, son-
Ausscheidung ektoplasmatischer Gebilde dern auch echte paranormale Phänomene
bzw. auch des ganzen Fluidalkörpers hervorbringen (s. Yogi). Echte sachgerech—
kommen. Nach dem Vorschlag von Ing. tere Benennung wäre: Bairagi, Gosain,
Karl Eugen MÜLLER (geb. 1893) ist unter Sadhu, Sannjasin.
E. eine Astralprojektion (s. d.) innerhalb
des sog. Bandwirkungskreises (= engl. Familiar (Abk. f. lat. spiritus familiaris
cord activity range, ein von Sylvan = Hausgeist), nach esoterischer Überlie—
MULDOON geprägter Ausdruck) zu ver— ferung Bezeichnung für einen dem Nigro—
stehen. Wissenschaftlich untersuchten die manten oder Magier als persönlicher Die-
E.-phänomenik besonders Celia Elizabeth ner zur Verfügung stehenden Hausgeist
GREEN (geb. 1935) in Oxford; Hornell von gnomenähnlicher, koboldartiger oder
HART (1888—1970) in einem eigenen Insti— dämonischer Art (z. B. Mephistopheles
tut an der Duke University, N. C.‚ USA. bei Faust); s. Elementargeist, Dämon,
—— Syn. mit engl. Terminus ‚Out-of—the- Flaga.
body-experience‘; Gegensatz: Interiori-
sation.; vgl. auch Astralprojektion. Farbenhören, subjektive Farbwahrneh-
mungen beim Hören von Tönen oder
Exteriorisationsphänomene, zusammen- Musik; s. audition coloräe, Synästhesie.
fassender Ausdruck für all jene paranor-
malen Erscheinungen, die sich in einer
Fee (frz. fee : Fee, Zauberin; schon um
Exteriorisation (s. d.) manifestieren; vgl.
1200 mhd. fei(e); noch heute erhalten in
Kryptographie, Materialisation, Phantom,
der Bedeutung von ‚.feien“, ‚.gefeit“ d. h.
Spuk, Raps, Xenoglossie usw.
geschützt, nach mhd. veinen = nach Art
der Feen durch Zauber schützen; zurück—
Extra, Bezeichnung für eine auf unge-
gehend auf lat. fatua = Weissagerin, vul—
wöhnlichem Wege zustande gekommene
gärlat. Fata = Schicksalsgöttin), nach dem
photographische Aufnahme — etwa von
Volksglauben und der Vorstellungswelt
vergangenen Ereignissen oder verstor-
der Märchen Wesen weiblicher Art mit
benen Personen ——, die namentlich in Ge-
Zauberkräften, die zum Wohl oder zum
genwart eines als Katalysator wirkenden
Schaden des Menschen eingesetzt werden
Mediums zustande kommt, aber auch
können. — Psychoanalytisch als objekti-
spontan auf dem Film erscheint (als sog.
‚Geisterfoto‘); vgl. Conceptographie. Vierte Traumgestalten zu verstehen. Auf-
sehen erregten die ,photographierten
Extraretinales Sehen (lat. retina = Netz- Feen‘, von denen 1920 (im ‚Strand Maga—
haut; extra : außerhalb), s. Biointros- zine‘) Sir Arthur Conan DOYLE (1859——
kopie, Eyeless sight, Hautsehen. 1930) berichtete.

Eyeless sight (engl. = augenloses Sehen), Fegfeuer (mhd. vegeviur; vegen = reini-
paranormale Fähigkeit, ohne die Benüt- gen; Lehnübersetzung von mlat. ignis
zung des Auges zu sehen. Nach den Mes— purgatorius; lat. purgatorium), nach der
meristen eine Begleiterscheinung der tie- katholischen Dogmatik Ausdruck für je-
fen hypnotischen Trance. Synonyma: Bio- nen Reinigungs- oder Läuterungszustand,
introskopie, Dermo-optical perception in dem sich die ‚Armen Seelen‘ bis zum
(Hautoptische Wahrnehmung), extra- Eingehen in den Himmel befinden.
retinal sight, paraoptic sight, skinvision Manche Spontanphänomene spukhafter
(Hautsehen), Lesen mit den Fingerspitzen. Art sind wohl auch als „Armeseelen-Er-
_ Nach Leo TALAMONTI stammt ein erster scheinungen“ im weitesten Sinne zu deu-
Hinweis auf ein solches Phänomen aus ten, vor allem was den teleologischen
dem Jahre 1785. S. a. Biointroskopie, Charakter der Phänomene und die Moda-
Sinnestransposition. lität ihres Auftretens betrifft. Eine Ab-
sicherung gegenüber Phantomerscheinun-
Fakir (FW seit 19. Jh. von arab. ,faqir‘ gen und Visionen, Auditionen usw. psy-
= arm), ursprünglich Bezeichnung für chogenen Ursprungs ist ähnlich wie bei
Feige Flammenschrift

den mystischen Phänomenen schwer zu gische Kraft zugeschrieben wird. Der F.


treffen. wird stellvertretend für den betreffenden
Geist oder die Gottheit verehrt.
Feige (altprovenzalisch figa, fica, lat. fi-
cus), im Mittelalter sowie in Mittelmeer- Fetischismus, Fetischkult; seine modernen
kulturen häufig verwendetes Sexualsym— Versionen sind Talisman und Amulett
bol in Wort, Geste (zwischen Zeige- und (Maskottchen); s. Fetisch.
Mittelfinger der geschlossenen Hand
durchgesteckter Daumen) und Figur (als Feuerfestigkeit, von Polynesiern, Schama-
Amulett getragen); Abwehrzauber gegen nen und griechischen Feuerschreitern be-
Bösen Blick und Verhexung. Vgl. Amulett. zeugtes paraphysikalisches Phänomen, das
in der Unverletzlichkeit menschlichen
Feinstofflichkeit, die Frage nach der F. Hautgewebes durch Feuer, siedendes Was-
sollte ein aktuelles Zentralthema para- ser u. dergl. besteht. Zum Gelingen ist
normologischer Forschung sein: gibt es fast durchwegs ein Stadium der Ekstase
zwischen dem sog. grobstofflichen Körper oder tranceartiger Entrückung notwendig.
(Leib) und der Geistseele des Menschen Ob es sich jedoch interpretativ um ein
noch eine oder mehrere physische Zwi- Wunder im theologischen Sinn (vgl. dazu
schenschichten feinstofflicher Struktur, die Bibelstelle bei Daniel 3,1 ff.)‚ um eine
wie von der Esoterik seit altersher be- Bewirkung einer Mana-Kraft oder um
hauptet wird? Viele Para-Phänomene eine Auswirkung eines psychischen Feldes
legen die Hypothese eines solchen ,corpus handelt, läßt sich a priori nicht entschei-
subtile‘, eines normalerweise unsichtbaren den. Die Fähigkeit der Pyrobatik scheint
feinstofflichen Körpers nahe, ohne daß durch einen sog. Manaträger auch auf
derzeit bestimmt werden kann, worin dritte übertragen werden zu können.
sein Wesen besteht. Vgl. Astralkörper, Nach Hans NAEGELI (in GW IV/1969, 165)
Ätherkörper, Astralprojektion, Aura, Bi- ist bei dieser Mana-Übertragung an eine
lokation, Bioplasmakörper, Doppelgänger, _enorme Ausweitung des Ätherleibes vom
Kirlian-Effekt, 0d, Materialisation, Oche- Priester auf den Manaempfänger zu den-
ma. ken oder an eine induktive Veränderung
des Ätherleibes des durch das Feuer Ge-
Feld, in Analogie zum Feldbegriff der führten (analog den Induktionsströmen in
Naturwissenschaften und der Normalpsy- der Elektromechanik). F. tritt zuweilen
chologie wird auch paranormologisch von auch in spiritistischen seancen auf (z. B.
einem F. gesprochen, das durch seine Re— beim Medium Daniel Douglas HOME,
levanz für bestimmte paranormale Phäno- 1833—1886).
mene typisch ist, z. B. ein affektives F.
emotionaler Spannung für die Entstehung Feuergeist, s. Salamander
von persongebundenem Spuk. Nach Hans
DRIESCH (1867—1941) sei als Substrat der Feuerprobe, mittelalterliches Ordal zum
ASW—Kommunikation zwischen Agent und Erweis von Schuld oder Unschuld durch
Perzipient ein ‚Seelenfeld‘ anzunehmen, Feuer; dabei wurde dem Beschuldigten
das nach der polypsychistischen Theorie ein Stück glühendes Eisen auf die Hand
mit der Wirkungsweise eines kollektiven gelegt oder er mußte über einen glühen-
Bewußtseins gleichzusetzen ist. den Rost schreiten; im Fall der nachträg-
lichen Unversehrtheit wurde auf Unschuld
Fernbewegung, s. Telekinese, Psycho- erkannt. S. Gottesurteil.
kinese
Feuerschreiter (gr. Anastendria, Anaste-
Fernwirkung, s. Telekinese ndrides = die Seufzenden), s. Feuerfestig-
keit
Fetisch (18. Jh. aus frz. fetiche über por—
tug. feitico = Nachgemachtes, künstlich Flaga, Ausdr. von PARACELSUS r. Haus-
Zurechtgemachtes, Zaubermittel; zugrun- oder Familiengeister zu persönlichem
de liegt lat. factitius = nachgemacht, Dienst; vgl. Familiar, Nectromantie.
künstlich), künstlich verfertigter Gegen-
stand verschiedenen Materials (z. B. eine Flammenschrift,
Tierfigur aus Holz oder Stein), dem ma- 1. subjektiv: bei Medien auftretendes, be-
Fliegende Untertasse Gastromantie

wußtseinsimmanentes Spontanphänomen, Foppgeist (‚foppen‘ stammt aus der Gau—


bei dem in rascher Folge Buchstaben und nersprache; 15. Jh. in der Bedeutung von
Worte nach Art wandernder Lichtrekla- ‚lügen‘; seit 17. Jh. ,necken‘), primitives,
me am inneren, geistigen Auge vorbei— koboldartiges ,Geistwesen‘, dessen Tätig-
ziehen (etwa von Maria SILBERT, 1866— keit hauptsächlich im Belästigen und
1936, berichtet). Necken Anwesender zu bestehen scheint;
2. objektiv: außerhalb eines Subjekts auf- bei Spukfällen und in seancen in Erschei—
tretende Schriftzeichen spontaner Art, wie nung tretend; Deutung entsprechend der
etwa die Botschaft an den babylon. König Auffassung von Phantom und Materiali-
BELSASSAR (bei Daniel 5, 5 ff). sation; vgl. auch Poltergeist, Spuk.

Fliegende Untertasse (engl. fiying saucer), Formstrahlung, s. psychotronischer Gene-


s. UFO rator, Pyramideneffekt

Fluchtafeln, syn. Defixionstafeln, Form


Freiluftphantom, Bezeichnung für ein
des Schadenzaubers spätrömischer Zeit,
auch bei hellem Tageslicht an einem be-
wobei Metallplatten (meist aus Blei) mit
liebigen Ort spontan auftretendes Phan-
Verwünschungen beschrieben und in den
tom; s. d.
Häusern (oder auch Gräbern) persönlicher
Feinde vergraben wurden. Vgl. Bildzau-
Freimaurerei (lat. secta massonica; engl.
ber, Maleficium.
Freemasonry; frz. Franc-Magonnerie);
abgek. FM; weltweite Humanitätsbewe-
Fluidalkörper, feinstofflicher Körper le-
gung von Männern auf der Grundlage
bender Personen, syn. mit Astralkörper,
deistischer Weltanschauung, wobei die
Doppelgänger.
Mitglieder durch geheimnisvolle, esote-
risch tradierte symbolische Worte, Bilder,
Fluidum (lat. fiuidus = fließend, flüssig),
Griffe, Handlungen usw. in Anlehnung an
1. psycholog: die eine Person oder Sache
die kirchenbauenden Werkbünde des Mit-
umgebende „Ausstrahlung“, wodurch eine
telalters in diese Bruderschaftsbewegung
bestimmte geistige Atmosphäre entsteht;
stufenweise eingeführt werden. Geglie—
z. B. kann ein negatives Fluidum skepti—
dert in Logen (engl. lodge = Hütte, Bau-
scher Sitzungsteilnehmer bei parapsycho-
hütte, Haus) und Großlogen, deren erste
logischen Experimenten als eine die Para-
1717 in London gegründet wurde. Kirch—
phänomenik blockierende Kraft wirken
(Ausnutzung zur sog. ,Medienentlar— licherseits gilt FM als Sekte, doch ist eine
Beurteilung abhängig von der Einstellung
vungfl)
der Großlogen und ihrer einzelnen Mit-
2. paranormolog.: bisher nicht faßbare
glieder in den verschiedenen Ländern mit
Kraft oder Wirkung feinstofflicher Art,
verschiedener Zielsetzung. Nach dem
die von einer Person oder Sache ausgeht;
s. Aura, Od, Feinstofflichkeit. Zweiten Vatikanischen Konzil haben sich
allem Anschein nach die Beziehungen von
Kirche und FM etwas verbessert.
Fluktuationstheorie (lat. fluctuatio =
Schwanken, Wogen), zur Erklärung der
Fremderscheinung, s. Heterophanie
Psi-Phänomene aufgestellte Hypothese,
wonach ein Kraft- oder Energiefeld alles
Fremdsuggestion, s. Suggestion
durchdringt und damit zur Ursache para—
normaler Phänomene wird.
Führerpersönlidhkeit, syn. Kontrolle,
FM, Abk. f. Freimaurer(ei) Kontrollgeist; nach spiritistischer Inter-
pretation bei Seancen oder auch außer—
Fokal-Effekt (lat. focus = Brennpunkt), halb derselben auftretendes, höheres
bei ASW-Tests mit Karten auftretender ,Geistwesen‘ mit Kontrollfunktion über
Effekt, wobei bestimmte, äußerlich nicht die Tätigkeit des betreffenden Mediums
erkennbare Lieblingskarten bevorzugt er- (z. B. ‚Mika‘ bei Einer NIELSEN, ,Olga‘
kannt werden, als ob sie mit einer psychi- bei den Brüdern Rudi und Willy SCHNEI-
schen Markierung versehen wären (Expe— DER).
rimente von Milan RYZL (geb. 1928) mit
dem Prager Medium Pavel STEPANEK). Gastromantie (gr. gaster = Magen, Bauch
Vgl. Mentale Imprägnierung. bzw. Mittelteil einer bauchigen Wasser-
Gedächtnis Geist

Vase), Abart der Hydromantie als Wahr— Gedankenphotographie, syn. Psychogra-


sagen aus der spiegelnden Oberfläche phie (FEERHOW, PETER), paranormales
bauchiger Glasgefäße, die mit Wasser ge- Entstehen von nach außen projizierten,
füllt und von Lichtern umstellt wurden. sozusagen objektivierten Vorstellungen
S. Hydromantie, Mantik. durch Konzentration auf einem Film oder
einer photographischen Platte; s. Concep-
Gedächtnis (mhd. gedaehtnisse = Denken tographie.
an etwas, Erinnerung; ahd. kithehtnissi),
1. kollektives G.: Bezeichnung für die An- Gedankenübertragung, Überbegriff für
nahme, daß bestimmte gemeinsame Er- paranormale Kommunikationsformen und

fahrungs- oder Vorstellungsinhalte einer Informationsmöglichkeiten mittels Gedan-


Gruppe durch Vererbung der entspre- ken ohne Zuhilfenahme der gewöhnlichen
chenden ,Gedächtnisspuren‘ entstanden Übertragungsmedien; s. Telepathie, Ge-
seien (DREVER); vgl. Engramm, Arche- dankenlesen, Gedankenabzapfen.
typ, Gruppenseele.
2. kosmisches G.: s. Akasha-Chronik, Welt— Gehirn-Radio, s. Gehirnwellen

seele.
Gehirnwellen, vom ital. Psychiater F.
CAZZAMALLI angeblich experimentell
Gedankenabzapfen, aktive, paranormale
nachgewiesene elektromagnetische Strah-
Entnahme von Bewußtseinsinhalten oder
lung, die vom menschlichen Gehirn nach
von aus dem Unbewußten stammenden
Art der Radiowellen ausgehen soll (Vgl.
Informationen einer fremden Person
Ausstrahlung von ‚Gehirnwellen‘ bei tele-
durch einen ,Gedankenleser‘: vgl. Psi-
psychischen Versuchen, in ZfP I, 1 u. 2
Gamma—Telepathie, Hellseher, Gedanken-
1926). Diese zur Erklärung der Telepathie
lesen.
vorgeschlagene Strahlungshypothese konn-
te jedoch bis heute nicht bestätigt wer-
Gedankenlesen, Aufnahme fremdseeli— den; s. a. Mental Radio, Telepathie, Strah-
scher Vorstellungen und Gedanken ins 1ungshypothese, zerebrale Radiowellen.
eigene Bewußtsein auf telepathischem
Weg. Im Gegensatz zur Telepathie (als
Geist (engl. ghost; die Wurzel des west-
Psi-Gamma-Telepathie im Unterschied zur
german. Wortes (gheist) bedeutet ur—
Psi-Kappa—Telepathie) ist hier der Perzi-
sprüngl. ‚erregt, aufgebracht sein, schau-
pient aktiv, der Agent passiv. —— G. wird
dern‘; daraus entwickelten sich die Be-
oft mit dem Muskellesen begrifflich ver-
deutungen von „Seele“ wie auch von „Ge-
wechselt (s. Cumberlandismus); vgl. Psi,
spenst“; vgl. auch den Bedeutungskreis:
Telepathie.
gr. pneüma, lat. Spiritus; frz. esprit, engl.
spirit; vgl. Spiritismus), von den vielen
Gedankenbilder, s. Gedankenformen Sinnauffassungen hier nur die wichtig-
sten:
Gedankenformen (engl. thought-forms), 1. philosoph. (= subjektiver G.): immate-
vom theosophischen Schriftsteller Charles rielles, einfaches, substantielles Wesen,
Webster LEADBEATER (1847—1934) in die das zum Selbstbesitz durch Selbstbewußt—
Adyar-Theosophie eingeführter Begriff sein und freie Selbstbestimmung und zum
für bestimmte geometrische Muster, die Erfassen und Verwirklichen übersinnli-
eine telepathisch bzw. hellseherisch be- cher Werte veranlagt ist (W. BRUGGER).
gabte Person angeblich sehen soll, wenn 2. psycholog: allgemeine und umfassende
sich die Vp auf einen bestimmten Gedan- Bezeichnung für die Gesamtheit aller in
ken konzentriert. Die Existenz von G. sich und untereinander geordneten men-
konnte bis jetzt nicht erwiesen werden talen, d. h. psychischen Prozesse eines
und beruht möglicherweise auf einer Fik- Individuums (J. DREVER).
tion. Nach TENHAEFF fällt die Untersu- 3. paran’ormologisch (etwa im Sinne von
chung solcher nicht kontrollierbarer Ge— ,Geistererscheinung‘), dasjenige am und
dankenbilder nicht unter die parapsycho- im Menschen, das mit dem biologischen
logische Thematik. Zu unterscheiden sind Tod nicht zu sein aufhört und daher aus
davon die ‚objektivierten Gedankenfor- einer ‚jenseitigen‘ Welt (postmortalen Da-
men‘, wie sie sich in der Conceptographie seins) in das Diesseits (leibgebundener
zeigen (s. d.). Geistigkeit) hereinwirken kann und sich
Geistererscheinung Glasrücken

——— nach spiritistischer Ansicht w in Phan— bei AGRIPPA v0n NETTESHEIM (1486—
tomen, Spuk und anderen paranormalen 1535) in „De Occulta Philosophia“ (1.11, c.
Phänomenen manifestiert; s. Geisterer— 48) erwähnt. Vgl. Mantik.
scheinung, Spuk, Fegfeuer, Phantom usw.
Geomantischer Spiegel, ein aus 12 Feldern
Geistererscheinung, meist spontanes Auf- bestehendes Quadrat, das zur Auswertung
treten oder Sich—manifestieren mensch- der geomantischen Punkte (s. Geomantie)
licher oder menschenähnlicher Gestalten verwendet wurde.
unstofflicher oder feinstofflicher Art, wo—
bei solche Erscheinungen meist als un— GESP, Abk. f. (eng1.) General Extra-Sen—
heimlich erlebt werden. — Psychologisch sory Perception, s. AASW, PE
können sie als exteriorisierte Projektio- 1. als paranormales Erkennen eines ob-
nen aus einer subjektiven Erwartungs- jektiven Ereignisses, s. Hellsehen;
situation oder aus einem affektiven Feld 2. als paranormales Erkennen des psychi—
der Erregung und emotionaler Motiva- schen Zustandes einer anderen Person, s.
tion aufgefaßt werden. .— Nach spiritisti- Telepathie.
scher Deutung jedoch kommen diese G.
aus der Welt des Jenseits und werden Gespenst (ahd. gispensti : Verlockung,
meist als Gestaltwerdung bestimmter Ver- (teuflisches) Trugbild, Geistererscheinung;

storbener (z. B. als Arme Seelen) interpre- nach dem untergegangenen ahd. Wort
tiert. Vgl. Spuk, Spiritismus, Arme Seelen. spanan = locken, reizen), populäre Be-
zeichnung für ein nicht näher bestimmtes
Geistertransitorium (lat. transire = hin- phantomartiges Wesen, das meist nicht als
Seele eines Verstorbenen, sondern als
überwechseln), Wechsel in der Ausbil-
dungs- oder Erscheinungsgestalt von eigenständiges, körperloses Geistwesen
Phantomen, z. B. von Kugelgestalt in eine aufgefaßt wird. Vgl. Alp, Elfe, Fee, Mahr,
Tier- oder Menschenform. Geistererscheinung.

Geisteskrankheit, s. Psychose Gesundbeten, abergläubisches, religiös


verbrämtes Heilverfahren mittels ge—
Geistheilung (engl. spirit healing), angeb- schriebener oder gesprochener Worte, wo-
liches medizinisches Phänomen (paranor- nach die Gesundheit von Mensch und
Tier durch Beten — in falsch verstandener
malen oder supranaturalen Ursprungs) der
Heilung von Krankheiten durch Gebet und praktizierter Auffassung — geradezu
und verschiedene Riten ohne Anwendung erzwungen werden kann. Ausdruck einer
von Arzneien. Wird als Methode von ver- magischen Formel- und Zahlenfrömmig-
schiedenen Gemeinschaften offiziell be- keit (vgl. Kettenbriefe). Durch Mary
trieben oder auch von Einzelpersonen wie BAKER—EDDY (1821—1910) in der Sekte
Harry EDWARDS (geb. 1893) in England. der „Christian Science“ zum System erho—
Vgl. Christian Science. ben (Hauptwerk: Science and Health with
Key t0 the Scripture _— Wissenschaft und
Geistige Chirurgie (engl. psychic surgery), Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen
Schrift); vgl. Geistheilung, Christian
Heilungen und Operationen durch ‚Geist-
heiler‘ (engl. spiritual healer) mit angebl. Science.
Hilfe jenseitiger Helfer, die sich des Me-
diums bedienen: s. dazu paranormale Chi- Ginseng (chines. aus jen-shen = Weltwun—
rurgie. der), getrocknete Wurzel eines Efeuge-
wächses (Panax ginseng), die in der chines.
Geomantie (gr. ge = Erde, manteia = Volksheilkunde als ostasiatisches Gegen-
Wahrsagekunst), eine auch Punktierkunst stück zu unserer Alraune (s. d.) als Uni-
genannte (in großer Variationsbreite versalheilmittel ohne nachweisliche phar-
praktizierte) Form der Wahrsagerei; ur— mazeutische Sonderwirkung gebraucht
sprünglich wurden Münzen, Runenstäbe wird.
u. a. auf die Erde geworfen und entspre-
chend gedeutet oder es wurden aus 16 Glasrücken, automatistisch wirkender Vor-
Punktreihen in Sand, Wachs, Ton, Papier gang, bei dem ein oder mehrere Teilneh-
oder aus der Erscheinungsform des Erd- mer auf ein kleines Glas, das auf einer
bebens mantische Schlüsse gezogen. Schon mit dem Alphabet und den Ziffern 0—9
Glossolalie Greifversuch

beschriebenen Unterlage ruht, einen Fin- Goldmacherkunst, Kunst, aus unedlen Me-
ger legen. Durch das Umherrutschen des tallen durch alchemistische Prozesse (s.
Glases werden Worte gebildet, die nach Stein der Weisen) Gold herzustellen. Die
der Wirkungsweise eines psychischen Faktizität eines diesbezügl. Erfolges läßt
Automatismus aus dem Unbewußten des sich nicht nachweisen. S. Alchemie.
Teilnehmerkreises kommen, in spiritisti-
scher Deutung jedoch als ,Geisterbot— Golem (hebr. ,galam‘ :: zusammenfalten;
schaft‘ oder ‚Mitteilung aus dem Jenseits‘ daher wörtl. ‚das Unentwickelte, Halbier—
aufgefaßt werden. S. Planehette, Psycho— tige‘), nach kabbalistischer Sage soll es
graph, Tischrücken. manchem Rabbi gelungen sein, mit Hilfe
des Schöpferwortes (hebr. schem hampho-
Glossolalie (gr. glössa = Zunge, lalefn : rasch) aus Lehm geformte Figuren belebt
reden), ekstatisches ,Zungenreden‘ in zu haben. Nach der in der jüdischen My-
meist unverständlichen Lauten im Zu- stik herrschenden Vorstellung sollte die
stand religiöser Verzückung oder in richtige Aussprache des wahren Gottes-
Trance. Vgl. Xenoglossie, Zungenreden. namens Wunderbares wirken können (s.
Jahwe); diesem Gedankengang entspre-
Glyphe (gr. glyphe = Vertiefung, Einge- chend soll nach der legendären Überliefe—
grabenes), geometrisches Gebilde, das als rung 1580 der berühmte Prager Rabbi Je-
Talisman oder magisches Symbol angese- huda LÖW BEN BESALEL (1513—1609) eine
hen wird. menschenähnliche Tonfigur belebt haben,
indem er ihr einen mit dem ,richtigen‘
Gnom, Mz. Gnomen (gr. gnömon : Ken- Gottesnamen beschriebenen Pergament—
ner, Wächter), von PARACELSUS (1493— streifen in den Mund legte, nach dessen
1541) geprägter Ausdruck zur Bezeichnung Herausnahme sie wieder in den leblosen
bestimmter Elementarwesen (Erdgeist, Zustand verfiel. Vielleicht hängt die G.-
Kobold, Zwerg). Sage auch mit alchemistischen Vorstellun-
gen zusammen. Vgl. Androide, Homunku-
Gnosis (gr. ‚Erkenntnis‘, ,Heilswissen‘), lus.
1. theolog.: nach der H1. Schrift des Neuen
Testaments die Gabe des H1. Geistes, die Goniometer, Ausdr. f. ein von Ing. Theo-
eine tiefere Verbindung des Gläubigen dor RUDOLPH (Ulm) konstruiertes Gerät
mit Christus bewirkt. zur Aufnahme paranormaler Tonband-
2. religionsphilosophisch: synkretistische, stimmen (s. d.); s. Psychophon, Concepto-
spekulativ-mystische Denkweise im Chri— phonie, Transzendentalstimmen.
stentum des 2. Jh., wodurch die Kirche in
eine innere Krisis geriet. Kennzeichen: Gottesurteil, s. Ordal, Hexenprobe
die dualistische Lehre vom reinen Geist
(das Gute) und der Materie (das Böse), Gravierung, mediale (frz. graver : eine
Leugnung der Inkarnation des Logos im Furche ziehen, einritzen), bei Säancen u.
Christus, Vorherrschen von Zahlenmagie, auch außerhalb derselben vorkommendes
Wortmagie und Zahlenmystik. Gnosti— paraphysikalisches Phänomen, das sich
sches Gedankengut lebt geistesgeschicht- psychokinetisch (nach spiritist. Deutung
lich fort in den Lehren von Anthroposo- durch Einwirken von Geistwesen) als ‚Di-
phen, Theosophen und Alchemisten. rekte Schrift‘ auf verschiedenen Objekten
(z. B. Taschenuhren) manifestiert und sich
Gnostik, s. Gnosis bei genauerer Untersuchung deutlich von
Gravuren nicht—paranormaler Herkunft
Gnostizismus, Sammelbezeichnung für die unterscheidet.
einzelnen gnostischen Weisheitslehren u.
Systeme. Greifversuch (engl. picking experiment),
ein mit dem Platzexperiment (s. d.) ‘ge-
Goe'tie (gr. goeteia : Zauberei), alter Aus— koppeltes, exploratorisches Präkognitions—
druck für schwarze oder rote Magie (ma- experiment, wobei die Versuchsteilneh-
gia innaturalis, prohibita, diabolica) im mer vor der Veranstaltung Objekte aus
Sinne einer Beschwörung dämonis‘cher ihrem Besitz in ein Nebenzimmer des Ver-
Wesen; Geister— und Totenbeschwörung; suchsraurnes ablegen und nach dem Expe-
s. Nekromantie, Nigromantie. riment einen Gegenstand allein auswäh—
Grenzgebiete der Wissenschaft Halluzination

len sollen; sodann muß der Paragnost Guru (sankr. : ‚Lehrer‘), geistiger Lehrer
(s- d-) zusammen mit der Platzvoraussage oder Führer.
auch Angaben machen über eine bestimm-
te Zielperson oder über die Person, der Gyromantie (gr. gyros : Kreis, Rundung;
das ausgewählte Objekt gehören sollte. gyrös = rund; manteia = Wahrsagerei),
Wurde 1952 von W. H. C. TENHAEFF (geb. 1. mantisch: Schicksalsbefragung, die dar-
1894) mit Gerard CROISET positiv ausge- in bestand, daß der Auskunftsuchende
führt. Zeichen oder Objekte kreisförmig anord—
nete und dann solang im Kreis herumlief,
Grenzgebiete der Wissenschaft (Abk. GW), bis er an einer Stelle hinsank, wodurch
Titel der von DDr. Andreas RESCH her- die mantische Deutung gegeben wurde.
ausgegebenen Zeitschrift (Redaktion: A— 2. radiästhetisch: alte, heute ungebrauch-
6010 Innsbruck, Postf. 8), die vormals un- liche Ausdrucksweise für „Pendelkunde“;
ter Josef KRAL (1887—1965), ihrem Be- s. Radiästhesie.
gründer, ‚Verborgene Welt‘ hieß. Von der
Thematik her gesehen meint GW jenen in Halluzination (19./20. Jh. aus lat. (h)al(l)u-
den heutigen wissenschaftlichen Fächer- cinatio, von (h)al(l)ucinari : gedankenlos
kanon noch nicht integrierten bzw. noch sein; viell. aus gr. alyein = außer sich
nicht integrierbaren Bereich solcher Tat- sein), Trugwahrnehmung im Sinne einer
bestände und Vorgänge. die auf eine die Sinnestäuschung mit Wahrnehmungscha-
materielle Welt transzendierende Wirk- rakter, ohne daß ein adäquater Sinnesreiz
lichkeit hinweisen. Sie will sich der Klä- dafür in der Außenwelt vorliegt. Gewöhn-
rung und Erklärung jener Grenzbereiche lich im optischen Sinn verstanden; es gibt
menschlicher Erfahrung annehmen, die
jedoch auch akustische H. (= Akoasmen)
von anderen Wissenschaften thematisch sowie Geruchs-‚ Geschmacks- u. Berüh—
nicht zentral behandelt werden. GW ist
rungshalluzinationen. H. kommen häufig
somit dem Gegenstandsbereich nach um.— bei Geisteskranken vor, können aber auch
fassender als Parapsychologie und Para-
bei Gesunden hypnotisch oder durch Dro—
normologie, weil sie alle Randfragen aus gengebrauch induziert sein. Begrifflich
dem Überlappungsfeld von Physis, Bios,
davon zu unterscheiden sind die Pseudo-
Psyche und Geist umgreift; vgl. GW I/67.
halluzination und die Illusion. Nach Ent-
stehung und Auftreten lassen sich viele
Grenzsituation, in manchen paranormalen
Modifikationen unterscheiden:
Erlebnissen spiegeln sich existentielle
1. subjektive H.: vom Halluzinierenden
Grenzsituationen wider, weil in ihnen
selbst autosuggestiv erzeugt.
eine besondere psychische Motivation vor—
2. objektive H.: Umkehrung des natürli-
herrscht, die ihrerseits wieder ein affek—
chen Sehvorganges; beruht nach den
tives Feld bzw. eine effektive, emotionale
Selbstversuchen von Prof. Ludwig STAU-
Spannung hervorruft, was das Auftreten
DENMAIER (1865—1933) auf der Umkehr-
einer paranormalen Erfahrung (s. PE) be-
barkeit (Reversibilität) des Erregungsvor—
günstigen kann. Kasus-Analysen zufolge
ganges, stellt also eine Projektion vom Ge-
beziehen sich Psi-Ereignisse meist auf
hirn auf das Auge dar, so daß auf der
affektnegative, seltener auf affektpositive
Netzhaut ein Bild zustande kommt.
Realereignisse. Vgl. Stress.
3. induzierte = (übertragene) H.: von
Grimoire (verballhornt aus frz. ‚gram- außen durch normale oder telepathische
maire‘), Bezeichnung für populäre Zau- Suggestion ins Bewußtsein übertragen.
berbücher mit Beschwörungs- und Zau- 4. negative H.: Fehlen der Sinneswahr—
berformeln. nehmung trotz vorhandener Sinnesreize.
5. veridike H. (engl. veridical hallucina—
Grundtechnik (engl. Basic Technique, tion, frz. h. veridique): als paranormaler
abgek. BT), nach J. B. RHINE eine Hell- Informationsmodus dann gegeben, wenn
sehtechnik, bei welcher der Versuchsleiter ein der Halluzination entsprechender
jede Karte beiseite legt, nachdem die Vp wahrer Vorgang in der Ferne zugrunde
eine Aussage darüber gemacht hat. Die hegt
Auszählung geschieht am Ende der Ver- 6. autoskopische H.: syn. mit autoskopi-
suchsreihe. scher Vision; eine H.‚ die das Gefühl er—
zeugt, man könne sich selbst von einem
Gtümmo (tibet.)‚ s. Tumo Punkt außerhalb des eigenen Körpers be—
Halluzinieren Heiler, paranormaler

trachten (Dr. SOLLIER, Les phänomenes Hautsehen, s. Biointroskopie, Dermo-


d‘autoscopie, Paris 1903). Vgl. Heautosko- optical-perception.
pie, Astralprojektion.
Headsche Zonen, nach dem Londoner Neu-
Halluzinieren (lat. halucinari), einer Sin- rologen Sir Henry HEAD (1861—1940) be—
nestäuschung nach Art einer Halluzination nannte Hautbezirke, die bei Erkrankung
erliegen, was sicherlich bei einer gewissen bestimmter innerer Organe in Mitleiden-
Anzahl pseudoparanormaler Erlebnisse schaft gezogen werden, z. B. durch
anzunehmen ist, wenn keine Objektivie— Schmerzüberempfindlichkeit; möglicher-
rung und Verifizierung mittels subjekt— weise identisch mit den Meridianen (s. d.).
unabhängiger Medien gelingt.
Heautoskopie (gr. heautü = seiner selbst,
Halluzinogen (lat. hallucinatio = Sinnes- sich; skopein = blicken), nach MENNIN-
täuschung; gr. genesthai = werden, ent— GER von LERCHENTAL das Wahrnehmen
stehen), Mz. Halluzinogene, syn. Phanta- des eigenen projizierten Körperschemas.
stika; _ein Medikament oder eine Droge, Vgl. Astralprojektion.
durch deren Applikation Halluzinationen
entstehen. Dazu gehören z. B. das synthet. Hebeversuch, Quasi-Levitationsexperi-
LSD-25 (= Lysergsäure-Diäthylamid), Ha- ment zwecks Demonstration der angeb—
schisch, Marihuana, Psilocybin, Meskalin, lichen teilweisen Schwerkraftaufhebung
Harmin (= Banisterin) u. a. Halluzinogene durch psychische Einflüsse oder physiolo-
Drogen können u. U. auch den paranor— gische Vorgänge. Das pseudoparanormale
malen Psychismus eines Subjekts akti- Phänomen kann rein psychogenen Ur—
vieren, indem durch eine Veränderung des sprungs sein (Suggestivwirkung) oder von
Bewußtseinszustandes das Unbewußte physiologischen Gegebenheiten abhängen
enthemmt wird. (Sauerstoffanreicherung). Es wird ge-
wöhnlich so ausgeführt, daß die zu he-
Handlesekunst, s. Chirologie bende Person ruhig auf einem Stuhl sitzt,
während 2—4 Personen als Mitwirkende
Haruspex, Mz. Haruspices (lat.), etrus— rechts und links neben ihr stehen und im
kische und römische Wahrsager, die für gleichen Rhythmus mit dem langsam zäh-
ihre mantischen Aussagen die Eingeweide lenden und atmenden Versuchsleiter mit-
der Opfertiere benützten (Eingeweide- agieren, nachdem sie vorher ihre Hände
schau, Opferschauerkunst); wohl älteste in abwechselnder Reihenfolge gleichzeitig
aller Wahrsagetechniken; dürfte wahr- eine oder mehrere Minuten lang auf den
scheinlich um 700 v. Chr. von den Sume- Kopf des zu Hebenden gelegt hatten. Zu
rern und Akkadern an die Etrusker wei- einem schon vorher festgelegten Moment
tergegeben worden sein. Vgl. Mantik. (etwa bei einer bestimmten Zahl) wird
vom Versuchsleiter das Zeichen zum He-
Hauch, kühler, im Zusammenhang mit ben gegeben, worauf die betreffende Per-
spontanen Spukfällen und Seancen häufig son mit nur einem Finger pro Vp auf
bezeugtes Phänomen; oft Voranzeiger von einen anderen Stuhl gehob‘en wird, ohne
Phantomerscheinungen. daß dabei von den Hebenden eine beson-
dere Kraftanstrengung verspürt wird.
Hauptkontrolle, 1. Führerpersönlichkeit In jüngster Zeit wurden von Werner
2. bei Säancen ein das Medium kontrol— SCHIEBELER diesbezüglich physikalische
lierender Teilnehmer. Nebenkontrolle ist Messungen vorgenommen, aus denen her-
der die Hauptkontrolle kontrollierende vorgeht, daß während des Hebevorganges
Teilnehmer. das Gewicht des Hebeobjektes nicht aba
nimmt, sondern daß die Hebekräfte von
Hautoptische Wahrnehmung, s. Dermow den Zeigefingern der Vpn. wahrscheinlich
optical-perception, Eyeless sight, Bioin- durch die Mobilisierung der Leistungs-
troskopie. reserven infolge der besonderen Atem—
technik aufgebracht werden (vgl. GW IV/
Hautphänomen, paranormale dermogra— 1971). S. Levitation.
phische Erscheinung auf der menschlichen
Haut ohne erkennbare physiologisch adä- Heiler, paranormaler, s. Geistheilung, pa-
quate Ursache; s. Dermographie. ranormale Chirurgie
QHeiligenschein Heterophanie

Heiligenschein, s. Aura, Gloriole Hellseher, s. Hellsehen, Telepathie, Para-


gnost, Sensitiver, Spoekenkieker u. ä. —

Heilmagnetismus, s. Mesmerismus Der volkstümliche Ausdruck ‚Hellseher‘


weist in der Literatur und im allgemei-
nen Sprachgebrauch einen sehr variieren-
Hellhören, auditive Modifikation der ASW
den Begriffsumfang auf und meint als
bei Paragnosten gelegentlich des Muschel—
Oberbegriff einen Menschen, der über
hörens (s. d.); dabei werden Worte oder
paranormale Informationsmöglichkeiten
Sätze wahrgenommen, von deren Inhalt
verfügt, ohne näher zu unterscheiden, ob
der Hellhörende auf normale Art keine
diese telepathisch, psychoskopisch oder
Kenntnis haben kann.
rein hellseherisch erlangt werden.

Hellriechen, paranormal zustandekom—


Heniden, psychische Vorstadien klarer Be-
mende odorative Empfindung oder Wahr-
griffe, die zwischen Gefühl und Denken
nehmung, die durch eine Hyperästhesie
stehen und die man nur am Dagewesen-
des Geruchsrezeptors (sog. Hyperosmie)
sein erkennt. Bedeutsam im Tierreich,
oder durch eine Geruchshalluzination be-
beim Menschen im Unbewußten (Otto
dingt sein kann.
WEININGER, 1880—1903). gl. Psychonen,
Un(ter)bewußtes.
Hellsehen, paranormale Wahrnehmung
objektiver Sachverhalte, unabhängig von Herabsetzung des Bewußtseinsniveaus
einer Bewußtseinsvermittlung durch einen
(frz. abaissement du niveau mental), Aus-
anderen Menschen sowie unter Ausschluß
druck von Pierre JANET (1859—1947) für
sonstiger Kommunikationsmöglichkeiten.
einen tranceartigen, hypnogenen Zustand,
Im Gegensatz zur Telepathie ist beim H.
in dem das Auftreten parapsychischer
kein Agent vorhanden; jedoch übernimmt
Leistungen begünstigt wird.
der Induktor (s. d.) eine analoge Rolle
beim psychometrischen Hellsehen (s. Psy-
Hermetik, Ausdruck für die Lehren und
choskopie). In der älteren Literatur wird
H. öfters unter das mehrdeutige Wort Schriften, die angeblich auf den legendä-
„Clairvoyance“ subsumiert: als annähernd ren HERMES TRISMEGISTOS (gr. : ‚der
dreimal Größte‘, syn. mit dem ägypt. Gott
synonyme Termini kommen bisweilen
unter Implikation des Sachverhalts der der Weisheit Thoth) zurückgehen sollen,
Telepathie noch folgende Begriffe vor: tatsächlich jedoch in ihrer Mehrheit ge-
Metagnomie, Telepsychie, fälscht sein dürften.
Diapsychie
(Emile BOIRAC, 1851—1917); Telästhesie
(F. W. H. MYERS, 1843—1901); Telemnese Hermetisch (mlat. Adv. hermetice bei Pa—
(J. H. HYSLOP, 1854—1920); Kryptästhesie racelsus 1528 vorkommend), in der Alche-

(Charles RICHET, 1850—1935). — Die Ein- mistensprache verwendeter Ausdruck im


teilung der Hellseh-Arten erfolgt meist Sinne von ‚dicht verschlossen‘, ,luft— und

nach der zeitlichen ‚Lage‘ des paranormal wasserdicht‘; zurückgehend auf den ägypt.
empfangenen Sachverhalts: Weisen HERMES TRISMEGISTOS. Dieser
1. zeitliches H.: Information über einen soll angeblich die Kunst erfunden haben,
zukünftigen Sachverhalt, s. Präkognition ein Glasröhrchen mit einem geheimnis-
(bei heilsgeschichtlichen, theologischen vollen Siegel (sigillum Hermetis) luftdicht
(: hermetice) zu verschließen.
Aussagen spricht man von Prophetie,
s. d.); hellseherische Rückschau in die
Vergangenheit, s. Retrokognition. Hermetismus, 1. syn. mit Hermetik
2. räumliches H.: gegenwärtige. simultan 2. nach Eliphas LEVI (Ps. f. Abbe Alphon—
gegebene, jedoch ferne liegende Objekte se Louis CONSTANT, 1810—1875) eines der
werden hellseherisch erfaßt; z. B. Auf- drei okkulten Systeme neben Kabbalah
finden von Gegenständen oder Personen und Magie.
unbekannten Aufenthalts, s. Telästhesie.
Der Sonderfall des sog. ‚reisenden Hell— Heterophanie (gr. heteros : ein anderer,
sehens‘ kann nicht immer streng vom Sach- phainesthai = erscheinen), die durch einen
verhalt einer Astralprojektion im Sinne außenstehenden Dritten erzeugte Erschei-
einer Ich-Exkursion getrennt werden; s. nung einer bestimmten Person. Gegen-
Travelling clairvoyance. stück zu Autophanie.
Heteroskopie Hexensalbe

Heteroskopie (gr. heteros : ein anderer, magiae) auf Hexerei erbracht werden
skopein = untersuchen), Fähigkeit, innere sollte; praktiziert als Wasserprobe (die
Organe und. deren Befinden bei anderen Angeklagte wurde unter Wasser getaucht)
Menschen auf paranormale Weise wahrzu— oder als Feuerprobe (Berühren eines glü-
nehmen; syn. mit Xenoskopie. Gegensatz: henden Eisens); s. Ordal.
Autoskopie.
Hexenprozesse, Strafverfahren gegen die
Hexagramm (gr. hexa = sechs, grömma : Hexen als Folge eines epidemischen He-
Buchstabe, Schrift), ein aus zwei ineinan- xenwahns vom 14.—18. Jh.‚ wobei kirch-
der greifenden, gleichseitigen Dreiecken liche und weltliche Autorität zusammen-
gebildetes Sechseck; syn. mit Siegel Salo- wirkten, da die Anklage wegen des Ver-
monis, Schlüssel Salomons, Davidstern. brechens der Zauberei (crimen magiae)
Magisches Symbol in Alchemie und Kab— und des Teufelspaktes (crimen exceptum)
balah; symbolisiert im Emblem der Theo- zugleich den Tatbestand der Häresie er—
sophischen Gesellschaften den Makrokos- gab. Die ,Geständnisse‘ wurden durch
mos (als Verschränkung von Geist und ‚peinliche Befragung‘ (Folter) erreicht.
Materie). Theoretisch stand auf dem Vergehen der
Hexerei der Feuertod, praktisch jedoch
Hexe (etymolog. unklar: mhd. hecse, hes— wurde das Todesurteil meist durch Er-
se; ahd. hagzissa, hag(a)zus(sa); viell. von drosseln oder Enthauptung mit nachfol-
‘mhd. hag (= Dorngesträuch, Zaun, Hecke), gender Verbrennung der Leiche vollzogen.
eventuell zusammenhängend mit norw. Insgesamt dürften als Opfer des Hexen-
tysja = Elfe; oder auch mit sumerisch wahns in Europa in der Zeit von 1300—
‚Azu‘, akkadisch ‚Asu‘ (= Arzt) wurzel— 1700 ca. 1,5 Millionen Menschen hingerich-
verwandt), mit ausgehendem MA die Be- tet worden sein.
zeichnung für eine Frau, die aufgrund
eines angeblichen Teufelsbundes über ma- Hexensabbat, nach der Ideologie des He-
gische Kräfte schädigender Art verfügt; xenwahns ein angebl. Fest der Hexen in
stereotype Persönlichkeitsmerkmale kenn- der Samstagnacht (Walpurgisnacht, 30. Ap-
zeichnen sie nach dem Volksglauben als ril — 1. Mai) mit ausschweifendem Cha-
eine Frau mit zauberischem Ruf. In Ein- rakter, meist auf Bergeshöhen (Blocks-
zelfällen kann eine paranormale Bega- berg); zum ersten Mal bei einem Prozeß
bung vorhanden gewesen sein. Hexen in Toulouse 1353 erwähnt. Psychologisch
werden schon in der spätrömischen Lit. verständlich durch die Wirkungen der
erwähnt (sagae, striges, veneficiae, Hexensalbe (Auftreten von Halluzinatio-
lamiae). nen u. dergl.). Vgl. dazu die Erlebnisse im
LSD-trip (= Reise) heutiger Rauschgift-
Hexer, seltener in Erscheinung tretendes süchtiger. .
männliches Gegenstück zur Hexe; s. Hexe,
Magier, Zauberer. Hexensalbe, Narkotikum mit psychedeli-
schen Effekten; hergestellt durch Verko—
Hexenhammer (lat. malleus maleficarum), chen von bestimmten Pflanzen (Nacht-
Titel des von den Dominikanern Heinrich schattengewächse) mit Schweineschmalz.
INSTITORIS (KRÄMER) und J akob Nach Einreibung dieser Salbe in die Kör-
SPRENGER verfaßten Buches misogyner perhaut traten Halluzinationen und Träu-
Art, worin die entsprechende Behandlung me auf, in denen vor allem Flugerlebnisse,
der als Hexen verdächtigten Frauen vor- sexuelle Orgien, Tierverwandlungen vor-
geschrieben wurde (Straßburg 1487). Der herrschten. Unkritischen Beobachtern er-
H; förderte nicht nur den Gebrauch der schienen die Schilderungen solcher Rausch-
Folter zur Erzwingung von ‚Geständnis- und Traumzustände als objektive Wirk-
sen‘, sondern trug leider auch sehr zur lichkeit realer Erlebnisse. Von den Wir-
Popularisierung der dämonologischen Hy- kungen einer H. berichtet schon 1545 Dr.
pothese des Teufelspaktes seitens der He- Andrea LAGUNA (Leibarzt Papst Julius‘
xen bei. III.). In neuerer Zeit unternahmen S.
FERCKEL (1954) sowie Prof. W. E.
Hexenprobe, ein im Verlauf eines Hexen- PE'UCKERT (1960) Selbstversuche mit
prozesses angewandtes Ordal (Gottesurteil), einer H. Als physiologisch—psychische
durch das ein objektiver Hinweis (indicia Wirkfaktoren der H. sind vor allem die
Hexenverbrennung Homunkulus

Alkaloide der verwendeten Nachtschat- tigen Sprachgebrauch erstmals vorkom-


tengewächse anzusehen (Hyoscyamin, mend in einem Buchtitel aus dem Jahre
Scopolamin, Atropin). 1635: „Hocus Pocus Junior _ The Anato-
my of Legerdemain“. Vgl. Abracadabra.
Hexenverhrennung, Strafe des Feuertodes
bei Nachweis der angeblichen Hexerei; s. Hölle (mhd. helle, ahd. hell(i)a; bezeich—
Hexenprozesse. nete in altgerm. Zeit den Aufenthaltsort
der Toten; Hel = Name der germ. Todes-
Hierophant (gr. hierös = heilig; phainein göttin in der nordischen Mythologie),
= offenbaren), in die griech. Mysterien- nach heutiger theologischer Bedeutung ist
kulte (zu Eleusis) einführender Leiter; H. der Zustand der Verdammnis als eine
auch Titel der höchsten antiken Adepten. definitive Folge selbstverschuldeter, un—
Ungefähr bedeutungsgleich mit Mysta- widerruflicher Gottesferne durch die Tod-
goge (= Einführender in die Glaubens- Sünde, d. h. durch den Verlust der Gnade.
und Kultgeheimnisse). Berichte über Erscheinungen ‚verdammter
Seelen‘ sind mit entsprechender Reserve
Hieroskopie (gr. hierön = Opfer(tier); aufzunehmen. Vgl. jedoch dämonologische
skopein = untersuchen, prüfen), antike Hypothese, Besessenheit, Teufel. Positiver
Form der Divination aus den Vorgängen Gegenbegriff und eschatologisches Korre-
der Opferung eines Tieres; innerlich mit lat ist der Himmel.
der Weissagung aus den Eingeweiden zu-
sammenhängend; s. Haruspex, Mantik. Homöopathie (18./19. Jh. aus gr. homoios =
ähnlich, gleichartig, pdthos = Leid,
Himmel (mhd. himel; ahd. himil; Her- Krankheit). umstrittenes, medizinisches
kunft unklar, Deutung viell. nach indo- Heilverfahren, bei dem der Patient mit
germ. Wurzel als ‚Decke, Hülle, Steinge- kleinsten Dosen bestimmter Mittel behan-
wölbe‘), delt wird, die in höheren Dosen beim Ge—
1. religionswissenschaftlich: Wohnsitz des sunden ähnliche Krankheitsymptome her-
Höchsten Wesens und anderer überirdi- vorrufen würden. Zugrunde liegt das
scher Wesen; auch Symbol des Transzen— Prinzip der Gegensätzlichkeit, wonach
denten und Unendlichen. Die Himmels- Ähnliches oder Gleiches wiederum nur
vorstellungen variieren sehr bei den ein- durch seinesgleichen geheilt werden kann
zelnen Völkern je nach Weltbild und (lat. contraria contrariis bzw. similia
Weltanschauung. similibus curantur). Begründet von
2. christl.-theolog.: Ort und Zustand des Christian Friedrich Samuel HAHNE-
vollendeten Heilsereignisses des Menschen MANN (1755—1843) im ‚Organon der ratio—
als personaler Seligkeit und ewigen nellen Heilkunde‘ (1810; Neudr. 1955, 1959),
Glücks bei Gott durch Christus. Gegen— doch der Sache nach auf PARACELSUS
begriff: Hölle. zurückgehend. — Trotz vielfacher Bestäti-
gung der homöopathischen Grundsätze
Hippomantie (gr. hippos = Pferd; manteia sind sie für die Schulmedizin noch mit
= Weissagung), bei den Germanen ge- irrationalen Faktoren verknüpft und na-
bräuchliche Divinationsform durch Pferde, turwissenschaftlich noch ungenügend ob—
deren Verhalten (z. B. Wiehern) mantisch jektiviert. Gegensatz: Allopathie (normale
interpretiert wurde; s. Mantik. Patientenbehandlung).

Hokuspokus (lat. Verballhornung), Zau- Homunkulus (lat. homunculus : Mensch—


berformel der Taschenspieler und Salon- lein, Männlein als Verkleinerungsform zu ‚
magier; möglicherweise liegt ihr eine aus homo = Mensch), Bezeichnung für einen
dem 16. Jh. bezeugte pseudolat. Zauber- künstlich erzeugten Menschen; eine Art
formel (‚hax, pax, max, deus adimax‘) chem. Anweisung zu dessen Herstellung
fahrender Schüler zugrunde, die in meh— wird schon bei PARACELSUS in „De ge-
reren verstümmelten Variationen ge— neratione ratione rerum naturalium“ ge-
braucht wurde. Es könnte sich jedoch geben. Nach der Überlieferung soll angeb—
auch um eine verstümmelte, blasphemi- lich ALBERTUS MAGNUS (1193—1280) eine
sche Wiedergabe der Konsekrationsworte Art Roboter gebaut haben. Die Idee eines
der H1. Messe (der Kath. Kirche lat. Ritus) solchen Androiden wurde vor allem durch
handeln (‚hoc est corpus meum‘). Im heu— GOETHES „Faust“ popularisiert. Die glei-
Horoskop Hypomnesie

che Vorstellung liegt auch der Golem-Sage hypnotischem Einfluß auftretendes, ge—
zugrunde. Vgl. Androide, Mandragora, steigertes Erinnerungsvermögen an längst
Golem. H. ist ferner auch eine Bezeich- vergessene Inhalte des Unbewußten. Ge-
nung für mittelalterliche Zauberfigür- gensatz: Hypomnesie.
chen; s. Bildzauber.
Hypnoid (gr. hypnos = Schlaf; oides =
Horoskop (spätlat. horoscopium, gr. ho— ähnlich), dem hypnotischen Zustand ähn—
roskopeion = Stundenschauer, ein Instru- lich, nach Art einer Hypnose wirkend usw.
ment zur Ermittlung der Planetenkonstel-
lation zur Zeit der Geburt des Menschen), Hypnopädie (gr. hypnos = Schlaf; pai-
Schema einer astrologischen Charakten—, deüein = erziehen), pädagogisch-thera—
Zukunfts- und Schicksalsdeutung infolge peutische Methode des Schlaf-Lernverfah-
der Gestirnskonstellation zum genauen rens, wobei dem Schlafenden Unterricht
Zeitpunkt der Geburt eines Menschen; erteilt wird oder Suggestionen eingegeben
syn. mit Nativität, Kosmogramm. Das er- werden; wurde schon seit alters her von
ste (babylonische) H. stammt aus dem tibetanischen Mönchen praktiziert.
Jahr 410 v. Chr. Vgl. Astrologie.
Hypnopompe Zustände (gr. hypnos =
Hülsengebilde, von E. von HARTMANN Schlaf; pempein = begleiten), im halb-
(1842—1906) vertretene Ansicht, daß es sich wachen Zustand während des Aufwachens
bei den Materialisationen nur um Ober- auftretende, von äußeren oder inneren
flächenkörper aus menschenähnlich auf- Reizen mitbedingte Halluzinationen.
gebauten Stoffschichten handle. Die Phan-
tome seien demnach nur materielle, fein- Hypnose (gr. hypnos = Schlaf), künstlich
stoffliche ‚Seelenhüllen‘. herbeigeführter, schlafähnlicher Zustand,
erzeugt durch auto- oder fremdsuggestive
Hydromantie (gr. hydor = Wasser; man— Beeinflussung, wobei es beim Hypnotisier-
teia = Wahrsagekunst), babylonisch-per- ten unter Ausschaltung seines Wachbe—
sische Form der Mantik mit Hilfe von wußtseins vielfach zu Sinnestäuschungen
Wasser, Öl oder anderen spiegelnden und zur kataleptischen Starre (Verände—
Flüssigkeiten. Vgl. Mantik, Lekanomantie. rung des Bewegungsapparates) kommt.
Der Ausdruck wurde von James BRAID
Hylomantie (gr. hyle = Holz; manteia = (1795—1860) 1843 geprägt, nachdem dieser
Wahrsagen), 1841 in Manchester beobachtet hatte, wie
1. als mantische Praxis: Wahrsagen aus der franz. Magnetiseur LAFONTAINE
Stoffen, wie Holzstäbchen (s. Runen) u. ä. durch Anstarrenlassen einer Glaskugel
2. parapsycholog.: von Eugen BLEULER Versuchspersonen in einen hypnotischen
(1857—1939) anstelle des unpassenden Aus—- Zustand versetzte. Sensitive oder medial
veranlagte Personen können im hypno-
drucks ,Psychometrie‘ (s. d.) eingeführter
Begriff zur Bezeichnung paranormalen tischen Schlaf u. U. auch zu Uberleistun-
Erkennens (s. Hellsehen) von Sachverhal— gen paranormaler Art fähig sein.
ten, Eigenschaften oder Zuständen durch
Hypnotische Hypermnesie (gr. mnesis =
Vermittlung eines Induktor genannten
Erinnerung), Zustand eines teilweise her-
Gegenstandes. Vgl. Induktor, Psychosko-
abgesetzten Bewußtseinsniveaus bei psy-
pie.
chischer Passivität, in der sich die Repro—
duktionskapazität erhöht; vielfach werden
Hyperästhesie (gr. hyper = über hinaus;
dafür ‚magische Spiegel‘ (s. d.) als Induk-
aisthesis = Empfindungsvermögen), Über-
toren benützt. Vgl. Hypermnesie.
empfindlichkeit der Sinne (z. B. Hypera-
kusie = gesteigerte Gehörsempfindlich-
Hypnotischer Rapport, s. Rapport
keit) als solcher, aber auch gesteigerte Be-
rührungsempfindlichkeit (Gegensatz: Hy- Hypnotismus, Gesamtheit der hypno-
pästhesie). Durch Hyperästhesien erklär- tischen Phänomene bzw. die Lehre da-
bare Erscheinungen zählen nicht zu den rüber; s. Hypnose.
paranormalen Phänomenen.
Hypomnesie (gr. hypo = darunter; mnesis
Hypermnesie (gr. hyper = über hinaus; : Erinnerung), mangelhafte Erinnerungs-
mnesis = Erinnerung), besonders unter fähigkeit; Gegensatz: Hypermnesie.
Hypotaxe, Hypotaxie Ideorealgesetz

Hypotaxe, Hypotaxie (gr. hypötaxis = des persönlichen Überlebens des Todes


Unterordnung), leichter bzw. mittlerer (vgl. E. MATTIESENS Werke!)‚ obgleich
Grad der Hypnose ohne nachfolgende er im Einzelfall praktisch-subjektiv ge-
Amnesie. geben sein mag. Vgl. Phantom, Geister-
erscheinung, Doppel-Ich, Perisprit u. ä.
Iatrosophie (gr. iatrös = Arzt; sophia =
Weisheit), geheime, esoterische Weisheit Identitätsübertragung, Ausdr. von Hans
der Heilung von Krankheiten. DRIESCH für eine paranormale Über-
tragung eines psychischen Inhalts von
Ich (lat. ego; gr. egö), fachterminologisch einer Person auf eine andere, ohne daß er
von verschiedenem Sinn: dabei geändert wird.
1. psycholog:
a) empirisch: Beziehungspunkt und ‚In— Ideolalie, s. Idiolalie
nerstes‘ der Vorgänge des bewußten See-
lenlebens
Ideomotorisches Gesetz (gr. idea : Mei-
b) psychoanalytisch: nach S. FREUD
nung, Vorstellung; lat. movere = bewe-
neben „Es“ und „Über-1c “ eine der drei
gen), syn. Carpenter-Effekt (nach dem
psychischen Instanzen des Menschen
engl. Physiol. W. B. CARPENTER, 1813——
c) nach der komplexen Psychologie C.
1885); besagt, daß infolge affektgetönter
G. JUNGS der Gegenpol zur Unbewußt-
oder emotionaler Vorstellungen — beson-
heit des ,kollektiven‘ Seelengrundes und
ders in Zuständen der Geistesabwesenheit
seiner Archetypen
— Bewegungsabläufe ohne Willensbeteili—
d) strukturpsycholog.: personale Ab-
gung auftreten. Nach diesem ideomotori-
grenzung gegenüber einem Du
schen Prinzip des Nachvollzugs vorgestell-
2. philosoph.: substantieller Einheitsgrund
ter Bewegungen sind auch die Ruten- und
und Träger des menschlichen Selbstbe-
Pendelbewegungen zu verstehen (CAR-
wußtseins; in ihm ist die individuelle
PENTER 1852). Vgl. Ideorealgesetz.
Identität begründet.
3. paranormologisch: s. Doppel-Ich
Ideoplastie, s. Ideoplastik
Identifikation, s. Identifizierung
Ideoplastik (gr. idea = Urbild, Vorstel-
Identifizierung (zu lat. identitas : We- lung; plastike = Bildhauerkunst), Bezeich-
senseinheit), nung für ein unter dem Einfiuß einer
1. psychoanalytisch: Prozeß, in dessen Ver- formgebenden Idee körperlich gestalthaft
lauf sich ein Individuum mehr oder we- gewordenes Phantom. Im weiteren Sinn

niger unbewußt durch emotionale Bin- alle aufgrund einer Vorstellung entstehen-
dung an einen Mitmenschen in dessen den Wirklichkeiten außerhalb eines Sub-
Lage versetzt, um so wie die Bezugsper- jekts, wie z. B. hysterische Gebilde, Sche-
son zu denken oder zu handeln (DREVER). rnen, Tulkus, Materialisationen usw. Dem-
2. paranormologisch: Nachweis der Selbig- . nach wären die Phantome der Seancen
keit und Selbstgleichheit eines erscheinen- aber auch der Spukfälle als objektivierte,
den Phantoms (bei medialen Kundge- vom Unbewußten konzipierte Realgestal-
bungen oder Spontanerscheinungen) mit ten zu interpretieren. -— Der Terminus

dem Ich der Person, für die es sich ausgibt stammt vom polnischen Parapsychologen
oder ausgegeben wird; s. Identitätsbeweis. Prof. Julian OCHOROWICZ (1850—1917);
in: Tygodnik illustrowany, 1893).
Identitätsbeweis (lat. identitas : Selbig-
keit, Wesensgleichheit), empirischer Ver- Ideorealgesetz (gr. idea = Vorstellung; lat.
such, die als Spontanphänomene oder in realis : wirklich), besagt nach Willy
seancen auftretenden phantomalen Ge- HELLPACI—I (1877—-1955), daß subjektive
stalten bzw. ihre Äußerungen mit der ent- Erlebnisinhalte (Vorstellungen, Wahrneh-
sprechenden Persönlichkeit, die sie ver— mungen) zugleich den Antrieb zur objek-
körpern sollen, als individuell wesens- tiven Verwirklichung (Realisierung) ge-
gleich nachzuweisen. Entgegen der weit- ben; Ausweitung des ideomotorischen
verbreiteten Ansicht spiritistischerseits ist Prinzips auf das sozialpsychologische Feld
dieser „Beweis“ wissenschaftlich nicht (Nachahmung von Gebärden, Rhythmen
durchführbar im Sinne eines Nachweises usw); s. ideomotorisches Gesetz.
Idiolalie Imprägnation

Idiolalie (gr. idios = eigen, persönlich; lung einer im Kindesalter bevorzugten


lalein = sprechen), Phänomen der indivi- Person (meist ein Elternteil), die eine Art
duell geprägten oder erfundenen Sprache Leitbild für künftiges Verhalten abgibt
bei Kindern, aber auch bei Pseudosprech— (DREVER).
medien und Geisteskranken (Dyslalie); für
Außenstehende unverständlich. IMAGO'MUNDI, Bezeichnung der Inter-
nationalen Interessengemeinschaft für
Idiosynkrasie (gIL idios = eigentümlich; Grenzgebiete der Wissenschaft; am 1. Dez.
synkrasis = Vermischung), nach der Kra- 1958 vom Verleger Josef KRAL, Prof. Dr.
senlehre von Karl Freiherr von ROKI- Gebhard FREI und anderen Persönlich-
TANSKY (1804—1878) eine angeborene keiten als ‚Internationale Gesellschaft
Überempfindlichkeit oder Abneigung ge- katholischer Parapsychologen‘ (IGKP, s.
genüber bestimmten Stoffen, Umwelt- d.) gegründet und am 29. Sept. 1966 zu
reizen oder Personen physiölogisch- einer internationalen Interessengemein-
psychologischer Art ohne erkennbare Ur- schaft für Grenzgebiete der Wissenschaft
sache; s. Allergie. ausgebaut. — Auch Bezeichnung für die
von I. M. herausgegebene Schriftenreihe
I-Ging (chines. = ‚Buch der Wandlungen‘), bei Schöningh, Paderborn. — General-
auch I—king; chines. Orakelbuch (Wahr— sekretariat von IMAGO MUNDI: A-6010
sagen mit Schafgarbenstengeln); älteste Innsbruck, Postfach 8.
Teile stammen aus 7./6. Jh. V. Chr. Die
jüngeren Teile sind naturphilosophischer Imagospurius, durch magische Übungen,
Art und basieren auf dem Kräfte-Dualis- Konzentration, Imagination, Invokation
mus einer dunklen (Yin) u. einer lichten
usw. geschaffene ‚Kraft oder Wesenheit,
Urkraft (Yang); s. Akupunktur, Yin.
die nach außen auf einen beliebigen Ge-
genstand ,transsubstantiiert‘ wird (WINK- ’
IGKP, Abk. f. ‚Internationale Gesellschaft KELMANN). Verwandte Vorstellungen
Katholischer Parapsychologen‘; gegr. liegen dem Bildzauber, Besprechen und
1. Dez. 1958 von Josef KRAL (1887—1965), Bezaubern zugrunde; vgl. auch Tulku,
Gebhard FREI (1905—1967) u. a. Am 29. Elemental.
Sept. 1966 in München umbenannt in
IMAGO MUNDI (s. d.).
Immanenz (lat. in-manere = darin blei—
ben), philosophisch das, was sich innerhalb
Ignis fatuus (lat.)‚ s. Irrlicht
einer bestimmten Grenze befindet, sei es
im Bereich einer Handlung, einer Er—
Illusion (17./18. Jh. über frz. Vermittlung
kenntnis oder des Seins; auch Immanen-
aus lat. illusio = Verspottung, Täuschung),
tismus genannt. Beispielsweise können
syn. Pareidolie; Form der Fehl— oder
Para-Phänomene sowohl immanent als
Trugwahrnehmung, wobei objektiv vor—
auch transzendent interpretiert werden.
liegende Außenweltreize subjektiv umge—
Gegenbegriff: Transzendenz.
deutet werden; abhängig von der Beleuch-
tung der Objekte und der Stimmungslage
des Betrachters. Kann Anlaß für eine Be- Impersonation (lat. in = hinein; persona
obachtq pseudoparanormalen Inhalts = Maske, Person), gelegentlich einer
sein. — Auch für Gedächtnistäuschungen seance oder auch spontan auftretendes,
gebraucht, die sich in subjektiver Umge— „identifizierbares“ Phantom, dessen Per-
staltung äußern. son-Selbigkeit im Phantom sozusagen
phänomenologisch erkennbar ist; vgl. je-
Illusionist (frz. illusion = Täuschung), doch Identifizierung.
Taschenspieler, Zauberkünstler.
Imprägnation (lat. impraegnare = durch—‘
Imagination (1at.imaginatio = Einbildung, tränken, schwängern), paranormologisch
Vorstellung), Einbildungskraft, bildhaftes ist darunter die Markierung eines Objekts
Vorstellungsvermögen; wahrscheinl. zu- mit unsichtbaren, nur paranormal erkenn-
erst von E. COUE (1857—1926) verwendet. baren Spuren psychischer Inhalte zu ver-
stehen. Hinweis auf die Existenz f1uida1er,
Imago (lat. imago = Bild), psychoanalyt. feinstofflicher Körperlichkeit. Vgl. Fein-
Bezeichnung für die idealisierte Vorstel- stoffliches, Mentale Imprägnierung, Od.
Imprägnierung Intervention

Imprägnierung, s. Imprägnation, Mentale schlafen, um ein Tempelorakel zu erlan—


Imprägnierung. gen), im esoterischen Sinn der antike
Tempelschlaf zwecks Heilung von Krank-
Index, Mz. Indices (lat. = Anzeiger), in heit; dabei können sich hellseherische
der sowjetruss. Fachterminologie Aus— Träume einstellen. Vgl. Orakel.
druck für Wünschelrute und Pendel: syn.
mit Aurameter. Inkubus (lat. incubus, incuba = der Auf—
liegende), nach altröm. Vorstellung der
Induktor (lat. inducere : hinführen),
Dämon des Alpdrückens; s. Alp, Alp-
1. syn. mit psychometrischem Objekt: ein traum.—In der Hexenliteratur der männ—
Leitgegenstand, der im PsychoskOpisten liche Buhlteufel einer Hexe; Gegensatz:
außerpersönliche Assoziationen hervor— Sukkubus
ruft (natürliche Analogie: persönliche
Gedächtnisstützen, z. B. Knoten im Ta- Innern (vgl. mhd. er-innern, ahd. innaron
schentuch, wodurch sich persönliche Er- mit der Grundbedeutung: machen, daß
innerungen aufdrängen). Diese Tatsache, jemand einer Sache inne wird), Aufkomu
daß ein mit einer Person oder einem Er-
men fremden Gedankengutes im eigenen
eignis in Zusammenhang stehendes Ob— Bewußtsein aufgrund telepathischer Ge-
jekt die Aufnahme diesbezüglicher tele—
dankenübermittlung. Dabei kann ein kör—
pathisch .oder hellseherisch wahrgenom-
perlicher Kontakt mit dem Konsultanten
mener Bewußtseinsinhalte fördert, weist
oder die Verwendung eines Induktors
auf paranormale Beziehungen hin. Vgl.
(s. d.) die Leistung des Paragnosten (s. d.)
mentale Imprägnierung.
fördern. Nach TENHAEFF ,innert‘ dieser
2. In der sowjetruss. Terminologie Be-
die Wahrnehmungen, deren sich der Kon—
zeichnung für den telepathischen Agenten;
sultant erinnert.
s. Telepathie.

Inspiration (17. Jh. lat. inspiratio = Ein-


Inedie (lat. inedia = Hungern, Fasten;
hauchen, Eingeben),
edere z essen), Phänomen der Nahrungs-
1. theolog: göttliche Urheberschaft der
losigkeit; von Mystikern bezeugt; vgl.
H1. Schrift (Bibel) durch Zusammenwirken
Asitie.
göttl. und menschlicher Tätigkeit.

Initiation (lat. initiatio = Einweihung in 2. religionswissenschaftl.: Wissens- und


einen Geheimdienst), Einführung in eine Erkenntnisvermittlung durch göttl. oder
Wissenschaft, speziell die Einweihung in dämonische Eingebung.
die Mysterien der Esoterik; auch Auf— 3. psycholog: plötzliches Eintreten von
nahme(ritus) in einen religiösen Geheim— Ideen und Einsichten in das Bewußtsein
bund, wodurch der Eingeweihte ein Ini— ohne willentliche Steuerung. Meist geht
tiierter wird und dadurch Zugang zu den der I. jedoch eine intensive, wenn auch
Geheimnissen hat. Vgl. Adept. unbewußte Beschäftigung mit dem Ge-
genstand voraus.
Inkarnation (lat. incarnatio = Menschwer—
dung; caro = Fleisch), Inspirierte Technik (lat. inspirare = ein-
1. allgemein: die Verkörperung von etwas hauchen), nach spiritist. Auffassung die
Geistig-Ideellem. von einem ‚Geistwesen‘, auf ein Medium
2. theologz Menschwerdung des göttlichen übertragene motorische Tätigkeit.
Logos, d. h., die Annahme einer mensch-
lichen Natur durch die zweite göttliche Interiorisation (lat. interior = der innere),
Person Christi. Wiedereintreten des Astralkörpers in den
3. paranormologisch: Besitzergreifung physischen Leib dessen, der sich exterio-
eines menschlichen Leibes durch ein Geist— risiert hat; s. Astralprojektion, Exteriori-
wesen (Dämon, Seele eines Verstorbenen); sation.
s. Besessenheit. Auch Bezeichnung für das
Eintreten eines ,Geistwesens‘ (im spiri— Intervention (lat. intervenire : dazwi-
tistischen Sinn) in das Medium bei Säan— schenkommen, stören), im parapsycholo-
cen. Vgl. auch Re—Inkarnation. gischen Sprachgebrauch das Verhindern
des realen Eintritts eines präkognitiv
Inkubation "(lat. incubare z brüten, auf— geschauten Ereignisses, wobei die präkog-
1iegen; speziell: an einem heiligen Ort nitive Vision für den Visionär zum Anlaß
Interzeptor Kabbala

wird, die Erfüllung des zukünftigen Er- ISPK, Abk. für engl. „isolated spontaneous
eignisses zu verhindern (Untersuchungen psychokinesis“ = vereinzelt auftretende

von Louisa E. RHINE, geb. 1891). Psychokinese (s. d.).

Interzeptor (lat. interceptio = Wegnahme, Jahwe (hebr.‚ gespr. Jöchweh), hebräi-


Aufsaugung, Störung), Abfänger telepa— scher Gottesname, dessen vier Konsonan-
thischer Kommunikationen, eine von ten (= Tetragrammaton) die Vokalzeichen
russischen Forschern als experimenteller von hebr. Adondi (Herr) unterlegt wur-
Störfaktor bewußt eingeführte Person den, folglich Jehövah gesprochen. Da nach
mit dem Ziel, den Inhalt telepathischer 3 Moses 24, 16 der Gottesname als heilig
Übertragung abzufangen. Agent und Per- und unaussprechlich galt, kam es bei den
zipient besitzen von dessen Einschaltung Juden zur Vorstellung, daß die richtige
keinerlei Kenntnis. In die vom Perzipien— Aussprache Wunderkräfte auslösen könn—
ten telepathisch aufgenommenen Inhalte te; vgl. Golem, Kabbalah.
können auch die Vorstellungen und Ge-
danken des I. miteingeschlossen sein. Jenseits (mhd. jensit : jenseits; Substan—
tiv um 1800), dem Diesseits korrelativer
Introspektion (lat. introspicere = hinein- Begriff, worunter alle Orte, Vorgänge u.
schauen), Zustände fallen, die nicht im irdisch-
1. psycholog: Methode der Selbsterkennt— menschlichen, d. h. leibgebundenen Erfah—
nis durch Selbstbeobachtung; stellt rungs-, Lebens— und Seinsbereich liegen;
eigentlich nur einen unmittelbaren Rück- oder auch _— bezogen auf den Tod als
blick subjektiver Retrospektion dar. Schlußpunkt vorläufiger, unvollendeter
2. parapsycholog.: Innenschau des (eige- Existenz — das Leben nach dem Tode.
nen) Körpers bzw. der inneren Organe; Theologisch die definitiven eschatologi-
vgl. Autoskopie. schen Zustände des Heils- und Unheils—
vollzugs (Himmel, Hölle) sowie der Zwi—
Intuition (18. Jh. aus mlat. intuitio. = schenzustand des läuternden Wartens auf
unmittelbare Anschauung), unvermittelte die Seligkeit (Fegfeuer). Obgleich das
Einsicht in Wesenszusammenhänge analog Dilemma Animismus — Spiritismus bzw.
zur Inspiration. Gegensatz: durch diskur— das Spannungsfeld zwischen Transzendenz
sives Denken logisch erarbeitete Evidenz. und Immanenz parapsychologischer Er-
fahrung aus rein paranormaler Perspek-
Invokation (lat. invocatio : Anrufung), tive nicht auflösbar ist, kann andrerseits
1. theologz Anrufung des Namens Gottes doch vom philosophischen Standpunkt aus
und der Heiligen. — unter Einbeziehung theologischer Aus-
2. esoterisch: Herbeirufen oder Beschwö- sagen — von einigen, speziell gelagerten
ren nach der zeremoniellen Magie; vgl. Fällen angenommen werden, daß ihre
auch Evokation. Para-Phänomenik sinnvoll als Kundge-
bung oder Bewirkung einer solchen jen—
Iridologie, s. Augendiagnose seitigen, transzendenten Welt gedeutet
und gewertet werden kann. Vgl. Imma-
Irisdiagnostik (gr. Iris : Regenbogen— nenz, Transzendenz, Spiritismus.
(haut), s. Augendiagnose
Ka (ägypt.)‚ in der antiken ägyptischen
Irrlicht (17. Jh. aus lat. errare = schwan- Lehre die dem Menschen innewohnende
ken, umherirren), bläuliche Flämmchen in und ihn am Leben erhaltende Kraft bzw.
Sümpfen und Moorgeländen, entstanden sein —- als vom Menschen trennbar ge—
durch Selbstentzündung brennbarer Gase. dachtes — eigentliches Wesen.
Die Namensgebung dieser im Volksglau—
ben für Arme Seelen, herumirrende Gei- Kabbala (hebr. : Überlieferung), auch
ster u. ä. gehaltenen Lichter erfolgte Cabbalah, Qabbala;
wahrscheinlich nach der unruhigen Be- 1. allgemein: die Weitergabe einer Lehre,
wegung der Flämmchen. 2. spezifisch: die besondere mystische Ge-
heimlehre (Esoterik) des Judentums seit
Irrwisch (16. Jh. für späteres Irrlicht; der Spätantike.
mhd. wischen = sich schnell bewegen), s. 3. mystisch—theosophische Richtung des
Irrlicht ‘ MA. Nach K. SCHUBERT (LexThK) führ—
Kabbalistik Kettenbildung

ten die Kabbalisten (mequbbalim) selbst, Kartenaufschlagen, s. Kartenlegen


gestützt auf den pseudepigraphischen
Charakter der wichtigsten kabbalistischen Kartenlegen, vulgär-mantische Orakel-
Schriften, ihre Lehren und Traditionen praktik mittels Spiel- oder Tarotkarten
auf bedeutende Talmudgelehrte zurück, (s. d.). Die Hintergründe für das Eintre-
tatsächlich aber enstand die K. in der Pro— ten einer auf diese Weise vorausgesagten
vence zwischen 1150 und 1250, breitete sich Realsituation liegen meist in den psychi-
von dort nach Spanien aus und wurde schen Fähigkeiten der Kartenleger(innen)
Ende 16. Jh. zu einer weithin anerkannten _ dute Menschenbeobachtung und Erraten
religiösen Bewegung. des Wunschdenkens der Konsultanten —
seltener in einer echten medialen Bega-
Kabbalistik, Esoterik der Kabbala mit bung telepathischer oder hellsichtiger Art,
Verflechtung von Mystik und Magie (Zah— wofür dann das K. nur als mantische Ver—
len- und Buchstabenmagie, da die hebr. brämung dient. Vgl. Chiromantie, Mantik.
Buchstaben zugleich Zahlenwert besitzen);
s. Kabbala. Kartomantie, s. Kartenlegen

Kabinett (16./17. Jh. aus frz. cabinet = Katalepsie (gr. katdlepsis = Anfall einer
kleines Gemach, Nebenzimmer; afrz. ca-
Krankheit), Zustand der Starrsucht oder
bine = Spielhaus). bei spiritistischen Halbstarre bei Kranken (mit Geistes— oder
seancen ein, meist durch einen Vorhang
Nervenkrankheiten) und Gesunden (indu-
abgeschlossener, verdunkelter Raum vor ziert bei Hypnotisierten, spontan bei Me—
den Sitzungsteilnehmern, in dem die Sit-
dien), wobei die Gliedmaßen in einer be-
zungsphänomene in Anwesenheit des Me-
stimmten, willkürlich hergestellten Stel-
diums zustande kommen.
lung belassen werden (fiexibilitas cerea =
wächserne Biegsamkeit).
Kapnomantie (gr. kapnös = Rauch; man—
teia = Wahrsagen), Divination aus dem
Katatonie (gr. katötonos = abwärts ge—
Rauch des Brandopfers (= Pyromantie)
spannt), pathologischer Zustand schizo-
bzw. aus dem Rauch verbrannten Weih-
phrenen Spannungsirreseins mit den
rauchs (= Libanomantie); s. Mantik.
Symptomen der Katalepsie.

Kardiognosie (gr. kardia = Herz; gnosis


Katharsis (gr. kotharsis = Reinigung,
= Kenntnis), mystisches (paranormales
Läuterung),
bzw. auch übernatürliches) Phänomen der
1. philosoph.: bei ARISTOTELES die rei-
intuitiven Kenntnis fremden Seelenlebens,
nigende, läuternde Macht des Ästheti-
namentlich hinsichtlich religiöser Fragen.
schen (z. B. der Musik);
Vgl. Telepathie, Hellsehen, Mystik.
2. psychotherapeutisch: das Sich-Befreien
von unterdrückten Emotionen und Span-
Karma, Karman (altind. = die Tat), nach nungen.
der Karmalehre wird das Schicksal des
Menschen nach seinem Tod von seinem
Katoptromantie (gr. kotoptron = Spiegel;
vorgängigen Tun und Handeln in einer
manteia = Wahrsagen). Mantik mit Hilfe
bestimmten Daseinsform bestimmt. Nach
von Spiegeln oder spiegelnden Flüssigkei-
MIERS bedeutet K. nicht das Ergebnis der
ten; vgl. Hydromantie, magische Spiegel,
Taten, sondern das Wirken selbst. Vgl.
B—Iantik.
Reinkarnation, Wiedergeburt. —‚- Je nach
den verschiedenen (hinduistischen, bud-
dhistischen u. a.) Auffassungen wird der
Keimpunkt, ektoplasmatischer Ausgangs-
Karmabegriff verschieden verwendet und punkt der Bildung von Phantomen in Ma-
interpretiert. Er wurde vor allem von terialisationssitzungen.
Theosophie und Anthroposophie zur Er-
klärung der individuellen Schicksale der Kettenbildung, bei seancen und anderen
Menschen übernommen. Mit K. innig ver— spiritistischen Praktiken übliche Form des
flochten ist das Gesetz der Wiedergeburt Händehaltens der Teilnehmer zwecks Ver-
im Sinne einer ausgleichenden, vergelten- stärkung der medialen Kraft: vgl. auch
den Weltgerechtigkeit. Polypsychismus.
Kettenbriefe Kollektive Wahrnehmung

Kettenbriefe, abergläubische Praxis des Klopfgeist, nach spiritist. Auffassung das


Briefschreibens mit religiöser Verbrä- die paranormalen Klopfgeräusche (s. Raps)
mung, wobei der Adressant den empfan—' verursachende Wesen; s. Klopftöne.
genen Brief jeweils drei anderen Perso-
nen wortgetreu abgeschrieben übersenden Klopftöne (engl. raps), paranormal auf-
soll, in der Meinung, daß dies Glück brin- tretende Geräusche von wechselnder Art
gen wird. Im Fall der Verweigerung wird und Stärke; stereotyp für gewisse Para-
verschiedenes Unglück angedroht. —— In Phänomene; induziert auftretend bei Ex-
neuerer Zeit wurde dieses „Schneeball- perimentalsitzungen-und Säancen, spon-
system“ auch auf Geldspiele übertragen. tan beim Kunden (Anmelden Sterbender)
und bei Spuk vorkommend.
Kilnerschirm, von dem engl. Arzt Dr.
KnoteneXperiment‚ zur Demonstration der
Walter KILNER (1847—1920) zwecks Sicht-
sog. ‚vierten Dimension des Raumes‘ von
barmachung der menschlichen Ausstrah-
Friedrich ZÖLLNER (1834—1882) mit dem
lung angewandtes Hilfsmittel mit chemi-
amerikan. Zahnarzt Henry SLADE als
scher Imprägnierung durch Dicyanin; s.
Medium in Leipzig am 17. Dez. 1877 ausge-
Aura, Dicyanin, Kirlian-Effekt, 0d.
führtes Experiment; es bestand darin, daß
in einen endlosen Faden vier Knoten ge—
Kirlian-Effekt, Kirlian-Photographie; nach macht wurden. Von ZÖLLNER mit Leder-
den russischen Forschern Walentina und streifen wiederholt und von mehreren
D. Semjon KIRLIAN benanntes Biolumi- Zeugen gut belegt (vgl. Johann Karl
niszenzphänomen, das unter dem Hoch- Friedrich ZÖLLNER, Wissenschaftl. Ab-
frequenzmikroskop Art und Veränderung handlungen, Bd. III, Leipzig; Rudolf
des angebl. Energiekörpers erkennen las— TISCHNER, vierte Dimension und Okkul-
sen soll. Vgl. Bioplasmakörper, Aura, Kil- tismus).
nerschirm, 0d.
Kobold (mhd. köbolt, kobölt), ursprüngl.
KKAP-Apparat, Abk. f. ,Konduktivität lich wurde darunter ein guter Hausgeist
der Kanäle für Akupunkturpunkte-Appa- verstanden, später allgemein ein necki-
rat‘; ein von dem russ. Physiker Viktor scher Poltergeist. Zugrundeliegend viel—
ADAMENKO entwickeltes Gerät zur Re- leicht mhd. ,kobe‘ = Verschlag, Stall,
gistrierung des Energieflusses im mensch- Häuschen, und -hold (vgl. Unhold); der
lichen Organismus, der durch Bewußt- gleiche Name steckt im Wort Kobalt
seinsänderung und emotionale Zustände (Berggeist). Vgl. Familiar.
verursacht wird. Dabei werden die Elek—
troden an den Akupunkturpunkten der Koinzidenz (lat. coincidentia = Zusam-
Haut befestigt. An einer Nummernskala menfallen), auffällige Übereinstimmung
lassen sich die Variationen der bioplas- von Sachverhalten und Ereignissen in
matischen Energie ablesen. Der Apparat einer gemeinsamen Sinnhaftigkeit; s. Syn-
wurde in Moskau auch zur Erforschung chronizität.
der Telepathie eingesetzt, wobei es sich
gezeigt hat, daß die KKAP—Diagramme Kollektive Erscheinung (lat. collectivus =
der hypnotisierten Perzipienten entspre- gemeinschaftlich), gleichzeitiges Erschei-
chend den telepathischen Befehlen der nen mehrerer Phantome (= multiperso-
Agenten schwankten. Vgl. Bioplasma, nale Erscheinung).
Akupunktur, Yin.
Kollektives Unbewußtes, von C. G. JUNG
(1875—1961) eingeführter Terminus für sol-
Kledonomantie (gr. kledön = Rufen; man—
che unbewußte Inhalte der Psyche, die
teia = Wahrsagen), Orakel aufgrund von
einer bestimmten kulturellen Gruppe ge-
Aussprüchen bzw. ‚Orakel der aufgefan-
meinsam sind, weil sie einer für diese
genen Worte‘ (Willy SCHRÖDTER); s.
Gruppe spezifischen Erfahrung entstam-
Mantik, Bibliomantie.
men, die alle ihre Mitglieder betrifft; vgl.
Archetypus, Unbewußtes.
Kleromantie (gr. kleros = Los; manteia =
Wahrsagen), Losorakel mit Hilfe von ge— Kollektive Wahrnehmung, gleichzeitige
worfenen Zweigen, Hölzchen oder Stein— Wahrnehmung eines Phantoms durch
chen. mehrere Personen.
Kollektiv-Hailuzination Kreuzkorresp ondenzen

Kollektiv-Halluzination, eine Halluzina— ten. Vgl. Eduard von HARTMANN (1842g


tion, bei der mehrere Personen dasselbe 1906), „Telephonanschluß im Absoluten“;
zu sehen glauben; s. Halluzination, indi— s. Akasha-Chronik.
scher Seiltrick.
Kosmobiologie (gr. kösmos = Weltall; bios
Kollektivpsyche, polypsychistische Deu- = Leben; lögos = Kunde), syn. Astrobio—
tung der Materialisationsphänomene, wo— logie,
nach ein Phantom (bzw. eine ‚Persona— 1. wissenschaftl. Teilgebiet der Biologie
tion‘) aus unterbewußten Beiträgen des bz‘vv. der Astronomie, das sich mit den Be-
Mediums und der Sitzungsteilnehmer ent— dingungen bzw. dem Entstehen möglichen
stehen soll; s. Polypsychismus, Zirkelun- Lebens im außerirdischen Raum beschäf—
bewußtes. tigt.
2. moderne Bezeichnung für Astrologie,
Kommunikator, in seancen erscheinende welche die—Wissenschaftlichkeit dieser Ar-
Individualität, die als eine vom Medium beitsrichtung in den Vordergrund stellen
geistig und körperlich völlig verschiedene soll (R; EBERTIN); s. Astrologie.
Persönlichkeit auftritt (WINCKELMANN);
s. a. Führerpersönlichkeit, Kontrollgeist. Kraft, 1. psychologisch: jener Teil der
psychischen Phänomene, durch den sozu-
Konchylien-Audition, s. Muschelhören sagen ein Auftrag an die psychischen
Funktionen zur Aktivität gegeben wird;
Konsultant (lat. consultare = beraten), dazu gehören: Gefühle, Triebe, Interessen
diejenige Person, die einen Paragnosten und die Willenshandlungen.
(s. d.) konsultiert, ihm dabei aber mög- 2. religionswissenschaftlich: eine numinose
licherweise die eigenen Bewußtseinsin— Macht, der gegenüber bei den Naturvöl-
halte überträgt. kern religiöse Scheu gezeigt wird; s. Mana.

Kontrolle, syn. Kontrollgeist; nach spiri— Kraftfeld-Detektor‚ vom Amerikaner Da-


tist. Auffassung ein zwischen Medium und vid THOMSON erfundenes Gerät zur Mes-
der _‚Geisterwelt‘ vermittelnder Geist im sung und Aufzeichnung der unsichtbaren
Hinblick auf das Auftreten der verschie— Aura bzw. des Kraftfeldes des Menschen
denen Phantome, wobei die K. von dem aus der Entfernung; s. Aura.
normalen Bewußtsein des in Trance be—
findlichen Mediums Besitz ergreift (z. B. Kreuzkorrespondenzen (engl. cross-cor-
,Nell‘ bei M. SILBERT, ,Mika‘ bei E. respondences), syn. wechselseitige Ent-
NIELSEN, ‚Olga‘ bei den Brüdern sprechungen, verteilte Botschaften
SCHNEIDER); s. a. Hauptkontrolle. (Richard BAERWALD), Querentsprechun-
gen (Emil MATTIESEN). In der Gesell-
Konzentrative Selbstentspannung, s. Auto- schaft für Psychische Forschung ange-
genes Training wandtes parapsychologisches Verfahren:
ein und dasselbe Geistwesen, ein Verstor-
Konzeptegraphie, s. Conceptographie bener, versucht angeblich, verschiedene
Medien ohne deren Wissen zu beeinflus-
Konzeptophonie, s. Conceptophonie sen und berichtet durch sie Äußerungen,
Gedankenbruchstücke, die ihrerseits nur
Koskinomantie (gr. köskinon : Sieb), seit in der Ergänzung mittels anderer Mittei-
4. Jh. v. Chr. bezeugte mantische Praxis lungen verständlich werden, welche _— zur
mit Hilfe eines Siebes, dem Symbol der gleichen oder verschiedenen Zeit — an-
Magier; s. Mantik. derswo durch ein anderes Medium zu-
stande gekommen sind. — Manche For-
Kosmisches Gedächtnis (gr. kösmos = scher sahen darin einen Beweis für die
Weltall), s. Akasha—Chronik, Kosmisches These des Spiritismus (Kundgebungen
Reservoir, Weltseele transzendentalen, d. h. jenseitigen Ur-
sprungs); vgl. Jenseits, Spiritismus. —
Kosmisches Reservoir, Ausdruck von Wil- Neben dieser sog. komplementären Kreuz—
liam JAMES (1842—1910) für ein hypothe— korrespondenz gibt es auch die einfache
tisches Weltall-Bewußtsein, aus dem Sen— K. mit inhaltlicher Identität des von zwei
sitive ihre Informationen beziehen könn- Medien zu verschiedenen Zeiten und an
Krisentelepathie Lebenspanorama

verschiedenen Orten mit anderen Worten Schreiben zwischen versiegelten Schiefer—


Niedergeschriebenen. tafeln.

Krisentelepathie, Gedanken- und Vor- Kryptolalie (gr. kryptös = verborgen; 1a-


stellungsübertragung zwischen eng ver- lein = sprechen), mediales oder mystisch-
bundenen Menschen in bestimmten Kri— ekstatisches Reden in einer verborgenen,
sensituationen; Vgl. Stress. d. h. unbekannten Sprache oder in Laut-
gestalten, die eine Sprache vortäuschen;
Kristallomantie, s. Kristallsehen s. Xenoglossie, Glossolalie.

Kristallsehen (gr. krystallos 2 Eis, Berg- Kryptomnesie (gr. kryptös = verborgen;


kristall; lat. cristallus), syn. Kristallo— mnesis = Erinnerung),
mantie. Nach Hans BENDER (in NW 1965/1) 1. psychisches Phänomen, das alle mit dem
ein Sammelname für alle Arten der Erre— Erinnerungsvorgang zusammenhängenden
gung von Phantasmen durch das An- Erscheinungen (z. B. Amnesie, Erinne—
schauen leuchtender oder durchsichtiger rungsstörungen) umfaßt.
Körper. Durch eine solche Konzentration 2. identisch mit dem latenten Gedächtnis
auf einen leuchtenden Gegenstand kann als Summe aller nur im Unbewußten ru-
ein tranceartiger Zustand mit Visionen henden Erinnerungen, d. h. alles anscheia
von Personen und Ereignissen auftreten nend Vergessenen.
unter Implikation paranormaler Inhalte. 3. Syn. mit Hypermnesie als die Erinne-
Vgl. Katoptromantie, Hydromantie, Leka- rung an das nie bewußt Gewordene.
nomantie, Mantik.
Kryptoskopie (gr. kryptös = verborgen;
skopein = betrachten, sehen), ursprüng-
Kritischer Wert, syn. Kritisches Verhält- lich wurde darunter von Charles RICHET
nis, Kritischer Bruch; engl. Critical Ratio, (1850—1935) Telepathie und Hellsehen als
abgek. CR. Nach J. B. RHINE bei den ‚Wahrnehmung des Verborgenen‘ zusam-
ASW-Tests ein Maß, welches bestimmt, mengefaßt; doch findet man schon bei G.
'ob die beobachtete Abweichung signifi- W. Friedrich HEGEL (1770. 1881) die Un—
kant größer ist als die zu erwartende Ab- terscheidung zwischen Telepathie und
weichung vom Mittelwert. Er wird be- Hellsehen (Vgl. R. TISCHNER, Geschichte
rechnet, indem man die beobachtete Ab— der Parapsychologie, 108 f.). Allgemein als
weichung durch die Standardabweichung Sammelbegriff für alle Arten hellseheri-
teilt. Die Wahrscheinlichkeit eines be- scher ASW-Leistung gebraucht, daher oft
stimmten kritischen Bruches kann man syn. mit Telästhesie (Fernfühlen), Hell—
unter Verwendung der Tabellen für die sehen, Sinnestransposition (s. d.).
dazu gehörigen Wahrscheinlichkeiten er-
rechnen. S. a. Critical Ratio.
Künden, s. Anmelden

Kritisches Verhältnis, s. Kritischer Wert,


Lapis philosophorum (1at.)‚ s. Stein der
Critical Ratio
Weisen

Kryptästhesie (gr. kryptös = verborgen;


aisthesis = Empfindung), Latent (lat. latere = verborgen sein), im
1. eine sensorische Tätigkeit, die nur Unbewußten des Menschen verborgene,

kryptomnestisch (s. Kryptomnesie), d. h. auf unbestimmte Dauer gegenwärtige see-


latent in den Tiefenschichten des Bewußt- lische Zustände und Inhalte, die unter be-
seins Eindrücke (Engramme) hinterläßt. stimmten Umständen ins Oberbewußtsein
2. Wahrnehmung eines normalerweise un- steigen können u. damit manifest werden.
wahrnehmbaren Sachverhaltes, Zustandes
u. dergl. (nach Charles RICHET); syn. mit Lebenspanorama, bei plötzlicher Lebens-
ASE. gefahr auftretende außerordentliche Ge-
dächtnisleistung, wobei in kürzester Zeit-
Kryptographie (gr. kryptös = verborgen; spanne im Bewußtsein des Erlebenden
gröphein = schreiben), zur Zeit der klas- Erinnerungsvorstellungen aus seiner Ver-
sischen seance-Experimente häufig aufge- gangenheit in großer Zahl filmartig ab-
tretenes und spiritistisch interpretiertes laufen.
Leitvorstellung Magie

Leitvorstellung, der einer Autosuggestion Lügengeist, in vulgärspiritist. Seancen


zugrunde liegende dominierende Gedan- auftretendes Geistwesen, das sich fälsch—
kenkomplex. lich für die Seele eines anderen Verstor—
benen ausgibt. Vgl. Identifizierung, dämo—
Lekanomantie (gr. lekdne = Schüssel, nistische Hypothese.
Becken; manteia = Wahrsagen), Spielart
der Hydromantie u. Unterart der Gastro— Luminositäten (lat. lumen = Licht), in
mantie unter Benützung eines mit Flüs— Analogie zur Ausdrucksweise der Alche-
sigkeit gefüllten und beleuchteten Ge- misten ein von C. G. JUNG gebrauchter
fäßes, in das Edelsteine und Metallstück- Begriff zur Bezeichnung unbewußter
chen geworfen wurden (vgl. Bibel, 1 Mo- Komplexe mit Bewußtseinsähnlichkeit,
ses 44, 5); vgl. Mantik. d. h. mit gewissen ‚Helligkeiten‘ ausge-
stattet. Vgl. Tagesbewußtsein.
Lemuren (lat. lemures = Seelen der Ab-
geschiedenen), Lunatismus (lat. 1una = Mond), syn.
1. nach der röm. Mythologie die Geister Mondsüchtigkeit, Nachtwandeln; s. Som-
der Verstorbenen
nambulismus.
2. in der Esoterik eine eigene Klasse dä-
monenähnlicher Wesen.
Lung-gom-pa, tibetanischer Trance-Läu—
fer, der in kürzester Zeit angeblich weite
Lethargie (gr. lethe = Vergessenheit;
Strecken zurücklegt.
argia = Trägheit), in der Hypnose auftre-
tender, tranceähnlicher Zustand der Be-
wegungs-‚ Empfindungs- u. Vorstellungs- Luzid (lat. lucidus = hell, licht), psychisch
losigkeit des Hypnotisierten. gegenwärtig, weil ‚im Licht des Bewußt—
seins‘ stehend; z. T. Gegensatz zu „ok-
kult“ (= verborgen).
Leuchtplatte, mit phosphoreszierender
Substanz beschichtete Platte zur Orientie-
rung und Beobachtung im Dunkelraum Luzidität (lat. lucidus = hell), s. Hellsehen
bei seancen.
Lychnomantie (gr. lychnos : Leuchte),
Levitation (lat. levis = leicht), freies
vielleicht aus der Kapnomantie entwickel-
Schweben bzw. Emporgehobenwerden von
te Form des antiken Licht- oder Lampen-
Objekten und Personen entgegen der Gra—
zaubers, wobei nach magischer Auffas-
vitation als parapsychophysikalisches Phä- sung der in eine Lampe gebannte Dämon
nomen bei Säancen und in mystischen
dem Magier Auskunft geben muß.
Zuständen. Von mehreren Heiligen be-
zeugtes Phänomen, das jedoch —— auf-
grund des ambivalenten Charakters — Magie (gr. magia, mageia ,: Zauberei,
nicht als Wunderbeweis gilt. Vgl. Hebe- Blendwerk; Kunst der Magier), jene -—
versuch. schon seit dem Jungpaläolithikum der
Menschheit betriebene —— Praxis und die
Lilith (akkadisch ,lilu‘ = böser Geist), auf sie ermöglichende Denkform, mit unzu-
altorientalische Vorstellungen zurückge- reichenden Mitteln im Sinne einer Zau—
hender weiblicher Dämon. In der Bibel berkunst den Ablauf der Naturereignisse
bei Isaias 34,14 genannt. Vgl. Inkubus, sowie außer- und übermenschlich gedach-
Sukkubus te Wesen der eigenen Willensrichtung
entsprechend zu beeinflussen bzw. zu be-
Lithomantie (gr. lithos = Stein; manteia herrschen. Dem magischen Weltbild liegt
= Wahrsagen), Mantik mit Hilfe geschlif- ein paralogisches Denken (außerhalb der
fener Steine (Gemmen); s. Mantik. allgemein anerkannten logischen Formen)
in Entsprechungen (Analogien) zugrunde:
Lokal paradoxe Wahrnehmung, syn. se- dem Makrokosmos (Welt) entspricht der
kundäre, tertiäre Wahrnehmung; ein Mikrokosmos (Mensch). Die gleiche Vor-
Phantom erscheint über Wunsch des stellungsrichtung findet sich auch in Astro-
Wahrnehmenden unmittelbar darauf einer logie, Alchemie und Mantik. Typisch für
anderen, räumlich weit entfernten Person. magisches Denken und Handeln ist neben
Magier Mandala

dem Setzen aktionskräftiger Symbolik u. schaft Magnesia), eine die magnetische


dem Analogiedenken das Beharren auf Praxis übende und dadurch heilende Per-
einer nicht—reflektierten, prälogischen son; s. Mesmerismus, Magnetismus.
Bewußtseinsstufe in Antithese zum kau—
sal-rationalen Weltverständnis naturwis— Magnetismus, animalischer (Ausdruck
senschaftlicher Art. An magischen Ak- erstmals bei Athanasius KIRCHER SJ,
tionsformen werden unterschieden: 1602—1680), nach der Vorstellung von Dr.
1. schwarze Magie (lat. magia nigra), syn. med. Franz Anton MESMBR (1734—1815)
Schwarzkunst, schwarzer Zauber; vgl. je- Bezeichnung für jene Kraft oder Wirkung
doch Unterscheidung zwischen Nigroman- (die er selbst ‚magnetisches Fluidum‘ oder
tie und Nekromantie! Nach Bernhard animalischen Magnetismus nannte), die
I—IÄRING (Das Gesetz Christi, II, 231, 1961) den somnambulen Phänomenen zugrunde
erstrebt sie die Anrichtung von Schaden liege. Die heutigen Hypnotiseure, als de-
(Schadenszauber) bzw. das Erreichen von ren Vorfahren man die alten Magnetisten
Vorteilen für sich, selbst mit Hilfe des bzw. Mesmeristen betrachten kann, leh-
Teufels (Dämoncmagie). nen hinsichtlich der Hypnose eine Erklä-
2. ‚weiße Magie (lat. magia alba) ist hin— rung des Rapports durch Überfiießen ma-
gegen der Versuch, die Naturkräfte und gnetischer Impulse vom Hypnotiseur auf
den Gang der Geschichte durch — unserer den zu Behandelnden ab. Vgl. Mesmeris-
heutigen Naturerkenntnis nach — völlig mus, Hypnose.
ungeeignete Mittel zu beeinflussen und
'die Macht des bösen Geschickes abzuweh- Mahr, s. Nachtmahr
ren (z. B. durch Wahnbräuche, lat. vana
observantia, wie Talisman— und Amulett- Maleficium (lat. z Missetat, schädliches
gebrauch).vVg1. Aberglaube, Zauberei. Werk), Sammelbezeichnung für alle Ar-
ten von Schadenszauber und Verhexung;
Magier (18. Jh. aus lat. magus; gr. mdgos; z. B. maleficium ligaminis : ,Nestelknüp-
altpers. magusch = Weiser, Sternkundi— fen‘, eine Form des Analogiezaubers zur
ger), Verhinderung von Geburt und Fruchtbar-
1. im weiteren Sinn ein Mensch, der über keit.
magische Künste verfügt bzw. sich prak—
tisch mit ritueller Magie beschäftigt (Zau- Mana (polynes. — melanes., wörtl. „wirk-
berer, Medizinmann, Schamane). sam“), Bezeichnung für jene numinose,
imprägnierende oder anhaftende (Zauber-)
2. im engeren Sinn nach HERODOT eine
medische Berufsgruppe mit priesterlicher Kraft oder psychische Energie, die nach
Funktion, die später als Stern- u. Traumw der Vorstellung der Südseeinsulaner
deuter angesehen wurde (vgl. Bibel, NT, Menschen, Tieren und Dingen innewohnt
Matth. 2, 1 ff). und Außergewöhnliches bewirkt. Der Ter—
minus wurde erst durch die Schrift des
engl. Missionars R. H. CODRINGTON,
Magische Imagination (s. Magie, Imagina—
„The Melanesians“, Oxford 1891, popula—
tion), nach Emil MATTIESEN (III/206) Be-
risiert. — Syn. das „oki“ der Huronen, das
zeichnung für die ideoplastische Leistung
„megbe“ der afrikan. Pygmäen; vgl. auch
eines Materialisationsmediums (das Magi-
Orenda, Wakonda, Feuerschreiter.
sche liegt hier im Paranormalen).

Mandala (sanskr. *z Kreis), religiös ver-


Magische Spiegel, hypnotische Induktoren einigendes Symbol für das Selbst des
verschiedenster Art, die dazu verwendet Menschen als Zentrum seiner Persönlich-
werden, um die Vp in einen Enthem- keit, als archetypische Bilder verstehbar.
mungs— bzw. in einen Entspannungszu— Bei C. G. JUNG als Selbstdarstellung
stand zu bringen (glänzende Flächen und
eines psychischen Zentrierungsvorganges
Körper: Glaskugeln, Seifenblasen, Kri- aufgefaßt, der durch die Kreisform und
stalle, wassergefüllte Gefäße, Kaffeesatz
die symmetrische Anordnung der Zahl
usw.). S. a. Mantik, psychedelisch.
vier oder deren Vielfaches ausgedrückt
wird; auch als Meditationshilfe zum Er-
Magnetisieur (frz. nach gr. magnetis lithos kennen geistiger Zusammenhänge ver-
: Magnet, d. h. ein Stein aus der Land- wendet. Nach C. G. JUNG stellen Man-
Mandragora Mantik

dalas ein Ordnungsschema in durch Rat- Betreuung im Jenseits durch die Über-
losigkeit gekennzeichneten Situationen lebenden bedürfen; Voraussetzung des
dar in Form eines Fadenkreuzes oder vier- Ahnenkults.
geteilten Kreises (z. B. ägyptisch: Horus
und seine 4 Söhne; christlich: Christus Mantik (gr. manteia, manteion, mdnteuma
und die 4 Evangelisten). : Weissagen, Gabe der Weissagung, Ora-
kelspruch; mantike = Wahrsagekunst;
möntis = Seher; lat. divinatio), seit der
Mandragora (lat. semihominis, homini-
Antike geübte Form der Erkundung des
formis; gr. anthropömorphon), botan.
Zukünftigen und allgemein alles dessen,
Atropa Mandragora, syn. M. officinalis,
was den gewöhnlichen Erkenntnisformen
M. vernalis, die Pflanze der Alraunwur-
verschlossen bleibt. Meist wurden und
zel; s. Alraune.
werden auch heute noch Zeichen oder
Vorzeichen gewöhnlicher Art oder außer-
Manen (lat. manes; viell. euphemistisch gewöhnlichen Auftretens mit der gegen—
von altlat. manus : gut), Manes = röm. wärtigen oder zukünftigen Situation des
Ausdruck für die Totengeister, denen auch Fragestellers in Beziehung gesetzt und
der Schutz der Gräber anvertraut war; daraus akausal induktive Schlüsse gezo-
vgl. röm. Grabinschrift D.M. : Dis Mani- gen. Die mantische Erforschung des
bus = den guten Göttern. Schicksals bzw. des Willens der Götter ist
überaus mannigfach. M. T. CICERO unter-
scheidet in „de divinatione“ zwischen einer
Mangobaumwunder, ein auf Suggestion
natürlichen (: intuitiven) und einer
beruhendes indisches Fakirstück, in dem
kunstmäßigen (= induktiven) Mantik.
den Zuschauern in kürzester Zeit das
Folgende Zusammenstellung bringt eine
Wachsen und Früchtebringen eines Man-
Auswahl aus den weit über hundert —
gobäumchens demonstriert wird.
meist aus der Antike stammenden — man—
tischen Variationen, wobei Namensan—
Manismus (lat. manes = Totengeister), gaben ohne etymologische Erklärung un—
Totenkult aufgrund der Vorstellung, daß ter diesem Stichwort noch eigens ange-
die Verstorbenen am Geschick der Über- führt sind. Vgl. Divination, Haruspex,
lebenden der jeweiligen Sippe eines Na- Augur, Aberglaube, Magie, Prophetie,
turvolkes anteilnehmen und daß sie einer Sortilegium.

Mantische Praxis Mantisches Hilfsmittel


(Divinationsart) (z „mantisches Medium“)

Aeromantie (gr. aer : Luft, Dunst) Luft, Wolken


Alektoromantie, Alektryomantie über ein Alphabet verstreute Körner wer-
(gr. alektor, alektyön : Hahn) den von einem Hahn aufgepickt
Aleuromantie Weizenmehl
Alphitomantie Gerstenmehl
Arithmomantie (gr. arithmös = Zahl) Zahlenwert von Personen- und Götter-
namen
Astragalomantie (gr. aströgalos : Wirbel) Halswirbel, Knöchel
Astromantie (gr. dstron = Gestirn) Sterne, Sternbilder
Axinomantie Axt, Beil
Belomantie (gr. belos = Pfeil) Pfeil, Wurfgeschoß
Bibliomantik Stellen in Büchern
Cephaleomantie (gr. kephale : Kopf) Kopfbewegung eines Tieres (Esel)
Cheiromantie, Cheiroskopie Linien der menschl. Hand
Dactyliomantie Ring, Pendeln
Daphnomantie (gr. ddphne : Lorbeer- Lorbeer
baum)
Gastromantie wassergefüllte, bauchige Gefäße
Mantik Mantik

Mantische Praxis Mantisches Hilfsmittel

Geomantie Erdbeben, Objekte auf der Erde


Gyromantie kreisförmig verteilte Objekte
Hepatomantie‚-skopie (gr. hepar = Leber) Leberschau
Hieromantie, -skopie sakrale Gegenstände
Hippomantie Pferdewiehern
Hydromantie Wasser, spiegelnde Flüssigkeiten
Hylomantie Stoffe, Holzstäbchen (Runen)
Kapnomantie Opferrauch
Kartomantie Spielkarten
Katoptromantie Spiegel, spiegelnde Flüssigkeiten
Kledonomantie Worte, Sätze, die gehört werden
Kleromantie Loswerfen
Koskinomantie Sieb
Kraniomantie (gr. kranion = Schädel) Totenschädel
Kristallomantie Kristall, Glaskugel
Krithomantie (gr. krithe = Gerste) Gerstenkörner
Kybomantie (gr. kybos = Würfel) . Würfel
Lekanomantie Schüssel mit Wasser
Libanomantie (gr. lib’anos = Weihrauch) verbrennender Weihrauch
Lithomantie Stein, Edelstein
Lychnomantie Licht, Lampe
Metoposkopie (gr. metopon = Stirn) Stirn- und Augenpartien
Morphoskopie (gr. morphe = Gestalt) Gestalt, Figur, Aussehen
N ectromantie (PARACELSUS) Beschwörung der Flagae (Hausgeister)
Nekromantie Toten- und Geisterbeschwörung
Nekyomantie (gr. nekys = Leichnam) Totenbeschwörung durch ein Blutopfer,
wodurch sich der Leichnam aufrichtet
Nigromantie schwarz—magische Dämonenbeschwörung
Oneiromantie Traumweissagung
Onychomantie (gr. önyx = Nagel) Fingernägel, Krallen
Ooskopie (g. oön = Ei) Eier
Orneo-‚ Ornithomantie Vögel (vgl. Augur)
(gr. örneon, örnis = Vogel)
Pegomantie (gr. pege : Quelle) Wasser, Quellen
Phyllomantie (gr. phyllon = Blatt) (Palm) Blätter
Plumbomantie (lat. plumbum -_- Blei) Formen des im Wasser erstarrten Bleis
(vgl. Silvester-Bleigießen)
Pyromantie (gr. pyr = Feuer) Feuer, Opferrauch
Rhabdomantie (gr. rhöbdos = Stab) Stäbe (Runen), Wünschelrute
Rhapsodomantie (gr. rhapsodia = Gedicht) Gedichtverse (vor allem aus Homer)
Scyomantje (gr. skid : Schatten) Totenbeschwörung, wobei nur ein Schat-
tenbild erscheint (Spiritismus!)
Skapulamantik Schulterblatt eines Tieres
(lat. scdpula = Schulterblatt)
Spondylomantie (gr. spöndylos = Wirbel) Rückenwirbel
Stichomantie Stelle eines Buches
Teratoskopie ' auffallende Ereignisse, Wunderzeichen
'(gr. teratosköpos = Zeichendeuter)
Theomantie (gr. theös = Gottheit) vermeintl. göttliche Eingebung
Trapezomantie (gr. tröpeza = Tisch) Bewegung eines Tisches (Tischrücken!)
Tyrisko—‚ Tyromantie (gr. tyrös = Käse) Käse— und Brotessen als Gottesurteil
(Schluckenkönnen)
Xylomantie (gr. xylon = Holz) Holzstäbchen, Würfel, Zweige
Zeromantie (lat. cera = Wachs) Wachsgießen
Mantrams Medizinmann

Mantrams (sanskr.), Medianimes Glied, nach der Levitations-


1. im e. S.: Hymnen und Verse aus den theorie CRAWFORDS wird dem Medium
Sammlungen (samhitas) der indischen während einer Seance eine gewisse Mate-
Veden; riemenge entzogen, um daraus einen —
2. im w. S.: für Meditation, rituelle Magie für das menschliche Auge meist unsicht-
(Buchstabenmagie) verwendete religiöse baren —— Träger für die Levitation zu bil-
Texte, die rhythmisch wiederholt werden; den. Vgl. Cantilever, Pseudopodien.
z. B. „0m mane padme hum“ (altind.) =
Edelstein (= Buddha) im Lotus (-— Welt). Meditation (lat. meditatio = Nachsinnen,
Versenkung), meist im religiösen 0d. pseu-
doreligiösen Sinn mit verschiedener Ak—
Maskottchen, s. Amulett, Talisman
zentuierung gebrauchter Ausdruck für
einen ‚Weg nach innen‘, der zur Selbst-
Materialisation (lat.materia = Stoff),meist
findung und Selbsterkenntnis führen soll.
in seancen auftretendes paranormales
Unter Umständen kann dadurch ein ver-
Phänomen, wobei durch psychischen Im- änderter Bewußtseinszustand zustande
puls von seiten des Mediums und der
kommen mit parapsychischen Folgeer-
Sitzungsteilnehmer (animistische Deu- scheinungen.
tung) bzw. durch die ,Verstofflichung‘ der
sich manifestierenden Geistwesen (spiriti- Medium (lat. : Mittler), eine aus dem
stische Deutung) körperhaft geformte Ge- Spiritismus in die Parapsychologie einge-
stalten als Teil- oder Vollmaterialisatio- drungene Bezeichnung für eine Person,
nen zustande kommen. Nach R. TISCH— durch die außergewöhnliche Phänomene
NER berichtete BALLOU zum erstenmal zustandekommen. Zu unterscheiden 1. pa-
von M. (in „Modern Spirit Manifestations“, rapsycholog.: sensitive, paranormal be-
Liverpool 1853; bzgl. einer Teilmaterialisa- gabte Person;
tion von Händen 1850); OWEN berichtete 2. spiritistisch: Mensch mit angebl.Mittler-
1860 erstmals von Vollmaterialisationen. funktion zwischen Lebenden und Toten,
Nach H. BENDER handelt es sich um psy- Diesseits und Jenseits. Vgl. Animismus,
chische Dissoziationsartefakte, d. h. um Spiritismus, medial.
künstlich hervorgerufene Spaltungser-
scheinungen. — Vgl. Phantom, Spuk, Spi- Mediumismus, 1. die praktisch-theoreti-
ritismus; Gegensatz: Dematerialisation. sche Beschäftigung mit den paranormalen
Fähigkeiten der Medien;
Materialisationsmedium, ein Medium (s. 2. Bezeichnung für die Phänomenik der
d.), dessen besondere Begabung im Her- Medien.
vorbringen von Materialisationen liegt.
Mediumistische Psychose, syn. psychogra-
phische Psychose, krankhafter Zustand
Materialisationsphänomene, Erscheinun-
einer Person infolge effektiver Erlebnisse
gen der Ver- und späteren Entstofflichung
und mißbräuchlicher Beschäftigung mit
von Gegenständen und Personifikationen.
automatistischen Praktiken in oder außer-
halb spiritistischer Zirkeln. Psychiatrisch
Medial (lat. medius = mittel; zu Medium), von schizophrenen Psychosen zu unter-
1. wörtl.: die Eigenschaften und außerge- scheiden. Den funktionellen Zusammen-
wöhnlichen Fähigkeiten eines „Mediums“ hang mit psychischen Automatismen hat
besitzend. Zugrunde liegt die Vorstellung vor allem Hans BENDER herausgearbei—
der Mittlerfunktion zwischen diesseitigen tet. Ihre Diagnose und Therapie ist Auf-
Menschen und jenseitigen Geistwesen. gabe der Psychohygiene. Vgl. Psychose.
2. heute auch animistisch gebraucht als
‚die paranormalen Phänomene vermit— Mediumität (Kunstwort zu Medium), Sam-
telnd‘; in diesem Sinn auch soviel wie melbezeichnung für alle charakteristi-
,paranormal begabt‘. Vgl. Medium. schen, d. h. phänomenspezifischen Äuße-
rungen und Auswirkungen einer medialen
Medialität, Vorliegen einer paranormalen, Veranlagung oder Begabung.
persongebundenen Fähigkeit oder Bega-
bung in ihrer vielseitigen Wirkungsweise Medizinmann, bei den Naturvölkern eine
(z. B. Sprech-‚ Schreib-, Malmedialität mit magischen Praktiken arbeitende Per-
usw.). "V son; s. a. Schamane, Zauberer.
Mental Mitb ewußtes

Mental (lat. mens = Geist, Gesinnung), druck, der allerdings mißverständlich ist
psychisch, geistig als Gegensatz zu verbal, und sich nicht durchgesetzt hat; syn. mit
physisch .usw. Paragnost (s. d.).

Mentale Imprägnierung (lat. impraegnare Metagraphologie (gr. metö : nach, hinter;


= durchtränken, einprägen), Annahme, gröphein = schreiben; lögos = Kunde), im
daß bei bestimmten ASW-Experimenten Gegensatz zur wissenschaftlichen Hand-
die Bezugsobjekte paranormaler Aussagen schriftendeutung auf der Basis charakte-
von Vpn. eine Veränderung nicht-physi— rologischer Ausdruckskunde wird in der
kalischer oder nicht-chemischer Art erfah- M. die Handschrift der Untersuchungsper-
ren, die jedoch von der Vp erkannt wird. son vom Psychoskopisten als Induktor be-
Begrifflich von Hellsehen zu unterschei- nützt; syn. intuitive Graphologie (berühm-
den. Vgl. Imprägnation, Mana,Psychosko- tes histor. Beispiel: Raphael SCHER-
pie. MANN).

Mental Radio (Ausdr. v. Upton Beall Metakörper, s. Metaorganismus


SINCLAIR, geb. 1878), s. Gehirnwellen,
Telepathie. Metaorganismus (gr. metd : nach, hinter),
1. .paranormolog.: hypothetischer, fein-
Mentalsuggestion, suggestive Übertragung stofflicher Organismus: syn. Astralleib,
von bildlichen Vorstellungen vom Hypno- Aura, Aetherleib, Bioplasmakörper.
tiseur oder seinem Äquivalent auf eine 2. nach Freih. Lazar von HELLENBACH
andere Person ohne sinnliche Vermitt— (1827—1887) die Seele.
lung; Gegensatz: Verbalsuggestion; s.
Suggestion. Metapsychik (frz. Metapsychique), von
Charles RICHET 1905 in seiner ‚Presiden-
Meridiane (lat. meridianus = mittäglich), tial Adress‘ vor der SPR in London vor-
nach der Akupunkturlehre Bezeichnung geschlagener Terminus; RICHET unter-
für zwölf Kanäle oder Linien, welche die scheidet zwischen paranormalen Phäno-
Akupunkturpunkte (nach verschiedener menen subjektiver (= parapsychische) und
Zählung 365 bzw. 565) verbinden; durch sie objektiver Art (z paraphysikalische). Syn.
hindurch sollen die Energien Yin und mit Parapsychologie, Metapsychologie.
Yang fließen; auch Sonnenuhr genannt.
Durch Anstechen der auf diesen Meridia- Metapsychologie (gr. metd = nach, hinter),
nen liegenden Punkte soll als physiologi- nach G. van RIJNBERK (Les Metascien-
scher Effekt ein Gleichgewichtszustand ces, Paris, Adyar 1952) wurde der Aus-
dieser Energien im Organismus hergestellt druck von Joseph von GÖRRES (1776—
werden. Vgl. Headsche Zonen, Akupunk- 1848) 1837 geprägt; syn. mit Metapsychik,
tur, Yin. Parapsychologie.

Mesmerismus, Bezeichnung für-die von Metempsychose (gr. metempsychosis =


dem Magnetiseur und Arzt Dr. Franz An- Seelenwanderung), s. Reinkarnation, Wie—
ton MESMER (1734—1815) begründete Heil— dergeburt.
weise aufgrund eines hypothetisch ange-
nommenen Fluidums (= animaler, anima— Mimikry-Geräusche (engl. mimicry =
lischer, tierischer Magnetismus). Dieses Nachahmung; gr. mimesis), paranormal
Fluidum sei eine das Weltall durchdrin— entstehende, spukhafte Geräusche, die als
gende Kraft oder ein Stoff äußerster Fein- Nachahmung menschlicher oder tierischer
heit. Der M. war der historische u. metho- Tätigkeit wahrgenommen und —— in spiri—
dische Vorläufer des Hypnotismus, der tistischer Deutung — der Anwesenheit von
jedoch ein Fluidum materieller Art aus- Verstorbenen zugeschrieben werden; z. B.
schließt. Vgl. Hypnose, Magnetismus. Geldzählen nach Todesfällen geiziger Per—
sonen.
Metagnom (gr. Vorsilbe metc’: = hinter,
zwischen, nach; gnomon = Kenner, Be— Mitbewußtes, Bezeichnung für all jene
urteiler; gnöme = Erkenntnis), von Hans psychischen Inhalte, an die man sich nicht
DRIESCH (1867—1941) nach Vorschlag von erst durch besondere Gedächtnisanstren—
BOIRAC und OST_Y eingeführter Aus- gung erinnert, d. h. das nicht-reflexe
Mitbewußte Seelentätigkeit Mystik

Wissen um Gegebenheiten bzgl. der eige- Spukphänomene häufig in stereotyper


nen Person, der Lage usw. Nach Hubert Weise ablaufen im Sinne des dem Spuk
ROHRACHER „all das, wovon man weiß, individuell zugrunde liegenden prämor—
ohne daß man daran denkt, daß man es talen Erlebnisses oder Handlungsablau—
weiß“. Vgl. Bewußtsein, Unbewußtes. fes. Vgl. Mimikry-Geräusche.

Mitbewußte Seelentätigkeit (engl. cocon— Monomanie (gr. mönos : ein einziger;


scious mental activity), nach der Hypothese mania = Wahnsinn), s. Monoideismus 1.
des Mit- oder Ko-Bewußten laufen neben
den persönlichen Bewußtseinserlebnissen Multilokation (lat. Neubildung, multilo-
im Zentrum auch psychische Prozesse an catio : vielfache Ortung), Bezeichnung
der Peripherie des Erlebnisfeldes ab für eine gleichzeitige Anwesenheit an ver-
(z extramarginale Prozesse). Diese Hypo- schiedenen Orten zu gleicher Zeit. Rein
these wurde namentlich von Morton philosophisch-ontologisch zwar innerlich
PRINCE (1854—1929) herausgearbeitet unmöglich, jedoch unter Zuhilfenahme
(1921); s. a. Multiple Persönlichkeit. paranormologischer Hypothesen (s. Dop-
pelgänger, Astralprojektion) verständlich;
Mitogenetische Strahlung, nach einer von vor allem von Mystikern bezeugt; s. Bilo-
Alexander GURWITSCH (geb. 1874) auf— kation.
gestellten Hypothese senden alle leben—
den Zellen —— zumindest aber sich gerade Multipersonale Erscheinung, s. Kollektive
teilende _— kurzwellige UV—Strahlen aus, Erscheinung.
die eine Vermehrung der Kernteilungs-
figuren (Mitosen) anregen. Möglicherweise Multiple Persönlichkeit, durch Dissozia-
bestätigt der Kirlian-Effekt die Existenz tion der Persönlichkeit und simultane
solcher bioplasmatischer Kraftfelder oder Verselbständigung extramarginaler Pro-
Strahlungskräfte in Organismen. zesse oder Teiltendenzen des menschlichen
Ichs kann außer dem gewöhnlichen, sonst
Mitteiler, s. Kommunikator vorherrschenden Ich noch eine sekundäre,
tertiäre usw. Persönlichkeit entstehen.
Mittlere Zufallserwartung (engl. MCE z Normalerweise —— außer durch psychia-
Mean Chance Expectation), s. Zufallser- trische Intervention —— hat dabei die eine
wartung. Persönlichkeit von der Existenz der an-
deren keinerlei Kenntnis (vgl. Morton
Monadismus (Ausdr. von Hans DRIESCH), PRINCE, The Dissoziation of a Perso-
s. Spiritismus. nality, 1906, 1957). Vgl. Mitbewußte Seelen-
tätigkeit.
Monatsstein, dem einzelnen Monat des
Jahres — entsprechend den Tierkreiszei- Muschelhören, syn. Konchylien-Audition;
chen der Astrologie — zugeordneter Edel- Wahrnehmung eines Rauschens bei An—
stein, der als Amulett getragen Glück legen einer großen Muschelschale oder
bringen soll, daher auch Glücksstein ge- eines Schneckengehäuses an das mensch-
nannt; zurückgehend auf die babylonische _ liche Ohr, wodurch das Strömen des Blut-
Astrologie und die Edelsteine der Apo- kreislaufes verstärkt und somit hörbar
kalypse; die Reihenfolge im Jahreslauf wird. Dabei können —— wie beim optischen
ist jedoch nicht einheitlich. Parallelfall des Kristallsehens — paranor-
male Auditionen oder auch Visionen auf-
Monoideismus (gr. mönos = allein, einzig; treten. Demnach handelt es sich paranor-
idea = Vorstellung), mologisch um einen auditiven Induktor.
1. psychologisch: Bezeichnung für den Zu-
stand des Vorherrschens einer bestimm- Mystik (gr. myein = Augen oder Lippen
ten, fixen Idee und das Festhalten an ihr; schließen), Versuch der Begegnung mit
in diesem Sinn gleichbedeutend mit Mo- dem Absoluten (persönlicher Gott oder
nomanie. Auch Bezeichnung für die Kon— unpersönlicher Urgrund des Seins) unter
zentration auf einen einzigen Gegenstand Umgehung des rationalen Weges durch
während der Hypnose. Versenkung (Meditation) und innere Er-
2. paranormologisch: Interpretationshypo- fahrung (Intuition). Auch Bezeichnung für
these des Spuks lokaler Art, da diese die theoretische Reflexion über den my-
Nachtwandler Negatives Fluidum

stischen Erfahrungsbereich. Die Erkennt- weise kaum erklärbar. Paranormologisch


nis der letzten Geheimnisse von Mensch, wäre höchstens an eine Energie-Aufla-
Welt und Gott wird jedoch — im Gegen- dung des Organismus durch „kosmische
satz zur Magie — nicht durch aktive Ein- Vibrationskräfte“ (BUCHINGER 1935)
fiußnahme angestrebt, sondern in einer feinstofflicher Art („Prana“) zu denken.
Abkehr von der Außenwelt in gnaden- Vgl. Asitie, 'Inedie.
hafter Erfahrung durch göttliche Führung
und Erleuchtung geschenkt. Dabei können N-Strahlen, Bezeichnung für angeblich
im mystischen Erfahrungsraum religiöser vom tierisch-menschlichen Organismus
Art auch paranormale Phänomene auftre— ausgesandte Strahlen, die auf einem
ten, die jedoch nicht verabsolutiert wer- schwach leuchtenden Schirm Lichteffekte
den dürfen, sondern -— theologisch gese- hervorrufen und Metalle, Holz usw. durch-
hen — nur als Begleiterscheinungen des dringen können. Rene Prosper BLOND-
mystischen Weges der GotteSerkenntnis LOT (geb. 1849 in Nancy, daher N-Strah-
und Gottesvereinigung zu werten sind. len!) erhielt für diese seine Entdeckung
Wertvolle Beiträge zum paranormologi- unter Mitarbeit von CARPENTIER 1903
schen Aspekt der M. lieferten Gerda einen Preis von der Academie francaise.
WALTHER (Phänomenologie der Mystik, Nach FEERHOW eine Nachentdeckung des
Otto Walter, Olten 1955) sowie Herbert Reichenbach‘schen Ods. Vgl. Mitogeneti-
THURSTON SJ (Die körperlichen Begleit- sche Strahlung, Od.
erscheinungen der Mystik, Räber 8c Cie.‚
Luzern 1956). —— Von der echten, religiö- Natur (lat. natura, gr. physis; lat. nasci =
sen M. phänomenologisch zu unterschei- entstehen), von den verschiedenen philo-
den sind pseudomystische Erfahrungen sophischen Bedeutungsauffassungen inter-
natürlicher Art, wie sie etwa im Drogen- essiert den Paranormologen vor allem die
rausch auftreten. phänomenologische Abgrenzung gegen-
über Übernatur und Außernatürlichkeit
Nachtwandler, s. Noktambuler, Somnam- von Erscheinungen. Es läßt sich jedoch
buler nicht a priori feststellen, welche Para-
Phänomene zur Natur (des Menschen) ge-
Nachwirkungsphänomen, nach J. G. hören und daher als immanent anzuspre-
PRATT und J. L. WOODRUFF eine Art chen sind und welche außer- bzw. über-
Verlagerung der Zielsetzung bei PK- natürlichen Charakter aufweisen und da-
Tests infolge des Nachwirkens einer frü- her in die Transzendenz fallen. Vgl. auch
heren Zielsetzung (beispielsweise trifft Immanenz, Transzendenz, Animismus,
eine Vp, die in einer Serie auf eine be- Spiritismus.
stimmte Augenzahl des Würfels eingestellt
war, in einer anderen Serie mit anderem Natürliche Phänomene, negativ: alle jene
Zielobjekt das Zielobjekt der ersten Serie Erscheinungen, die nicht para- oder supra-
häufiger als das der zweiten). normal sind; positiv: jene Phänomene, die
mit den derzeitigen wissenschaftlichen
Nahrungslosigkeit, syn. Asitie, Inedie, lat. Erkenntnismitteln ausreichend im Sinne
ieiunium absolutum; grundsätzliche Ent— des wissenschaftstheoretischen Ökonomie—
haltung von Speisen beim Menschen auf prinzips erklärbar sind; s. Natur.
kürzere oder längere Zeit; demnach ist zu.
unterscheiden:
Nebenbewußt (engl. coconscious), nach
1. relative, transitorische N.: Nahrungs-
Morton PRINCE (1854—1929) Bezeichnung
enthaltung auf einige Wochen mit eintre-
für verselbständigte, nicht vollbewußte
tendem Gewichtsverlust (z. B. bei indi-
Gedankenabläufe, die er zu den unterbe-
schen Fakiren, die sich lebendig eingraben
wußten Vorgängen rechnet; s. mitbewußte
ließen). '
Seelentätigkeit.
2. absolute, permanente N.: mehrere Jahre
andauernde Nahrungsenthaltung, ohne
daß damit gesundheitliche Schädigungen Negative Erinnerungsstörung, das durch
oder ein Gewichtsverlust verbunden sind; Erinnern Reproduzierte wird manchmal
historisch von mehreren Heiligen und als solches nicht erkannt.
Mystikern bezeugt (z. B. von Therese
NEUMANN, 1898—1962) und natürlicher- Negatives Fluidum, s. Fluidum
Nekromantie Od
Nekromantie (gr. nekrös = tot; manteia = genstück zu den männl. Satyrn und Sile-
Wahrsagung), Totenorakel bzw. Totenbe- nen. Animistischer Vorstellung entspre-
schwörung durch Zitieren Verstorbener chend leben sie in Quellen und Gewässern
mittels magischer Handlungen und Riten. (Najaden), in Bergwäldern (Oreaden) und
Bei den Juden des Alten Bundes stand' Bäumen (Dryaden, Hamadryaden) oder
nach dem mosaischen Gesetz (Leviticus 19, werden als Meergottheiten (Nereiden, Or—
31 u. a.) darauf die Todesstrafe. Die Stelle keaniden) aufgefaßt. Vgl. Elfe, Mahr, Alp,
der Totenbeschwörerin von Endor ist Drude. '
interpretativ umstritten (1 Könige 1, 28).
Der kathol. Moraltheologe Bernhard HÄ— Oberbewußtsein, syn. Tagesbewußtsein,
RING rechnet zur N. auch die spirtisti— Wachbewußtsein; durch Wachheit u. psy—
schen Sitzungen und lehnt die spiritisti— chische Helligkeit ausgezeichnete Teil-
sche Erklärung dieser Phänomene — im schicht des menschlichen Bewußts‘eins
Sinne von Geistererscheinungen —— als bzw. nach der modellhaft räumlichen
Aberglaube ab (Das Gesetz Christi 11/224, Vorstellung Gegenbegriff zu Unterbe-
(1967). AGRIPPA von Nettesheim (1486— wußtsein.
1535) bringt in „De Occulta Philosophia“
(3. Buch, Kap. 42) eine Unterteilung der Objektiver Sachenraum, Ausdruck für die
N. in Scyomantie (Erscheinung eines Anpassung der Bewegung eines auftreten-
Schattenbildes) und Necyomantie (Auf- den Phantoms an die gegebenen räumli-
richtung des toten Körpers). Vgl. Nigro— chen Verhältnisse; vgl. Subjektiver Wahr—
mantie, Mantik. nehmungsraum.

Nekrophon (gr. nekrös‘ = tot; phone = Objektivität par’anormaler Phänomene,


Stimme), Bezeichnung eines elektroni- dann gegeben, wenn die Erscheinungen
schen Geräts zwecks Kommunikation mit objektiv dokumentierhar sind, d. h. nicht
jenseitigen Wesen (nach spiritist. Inter- nur im Subjektiven, sondern auch im
pretation); ein solches .‚Telephon zum Transsubjektiven eine raum-zeitliche
Jenseits“ wurde schon von Thomas Alva Wirklichkeit aufweisen (z. B. Photogra-
EDISON (1847—1931) konstruiert. Ist wie phien von Phantomen, Tonbandaufnah-
Psychophon, Goniometer u. a. ein „mecha- men von Geräuschen und Stimmen usw.).
nisches Medium“. Vgl. Conceptop‘honie, Demgegenüber besitzen innerpsychische
Paranormale Tonbandstimmen. Phänomene wie Halluzinationen, Visionen
und dgl. bloß subjektiven Wirklichkeits-
Neophyt (gr. neos = neu; phytos = ge— Charakter.
pflanzt, gewachsen), nach der Esoterik Be-
zeichnung für einen Postulanten od. Kan- Ochema (gr. öchema = Fahrzeug, Wagen;
didaten der Mysterienschulen oder sonsti- hier: „Seelenfahrzeug“), nach der Disser-
ger esoterischer Gemeinschaften. tation von Dr. Jakob J. POORTMAN (Phi-
losoph. Fakultät, Amsterdam 1954, „Ge-
Nigromantie (lat. niger = schWarz; gr. schichte und Sinn des hylischen Pluralis-
manteia = Wahrsagerei), schwarz-magi- mus“) Bezeichnung für das Feinstoffliche
sche Kunst der Beschwörung von Dämo— als substantielles Substrat für Leib und
nen (Dämonomagie); häufig syn. mit Ne- Seele, auf dem der menschliche Geist ‚da-
kromantie (etymolog. Fehldeutung). Bei herfährt‘. Nach POORTMAN wurde der
PARACELSUS die ‚Beschwörung der Ge- Terminus schon im 5. Jh. n. Chr. vom
stirngeister‘. Vgl. Mantik, Nekromantie. Neuplatoniker PROCLUS verwendet. Vgl.
Feinstofflichkeit, Astralleib, Ätherleib.
Noktambuler (lat. nox = Nacht; ambulare
= herumwandern), wörtl. Nachtwandler; 0d (Etymologie nach REICHENBACH:
dieser ursprüngl. Begriff wurde später ‘ Sanskritwurzel ,va‘ = wehn; lat. vadere
durch ,Somnambuler‘ ersetzt; s. Som‘nam- : eilen, dahinströmen; daher Wodan,
bulismus. ' Odin = der Allesdurchdringende), von
Dr. philfKarl Freih. von REICHENBACH
Nymphe (gr. nymphe = junge Frau, (1788—1869) eingeführter naturphilosophi-
Braut), nach dem griech. Volksglauben (in scher Begriff für ein alles durchdringen-
Antike und Gegenwart) weibliche Natur- des Fluidum,'das von entsprechend befä-
geister von menschenartiger Gestalt; Ge- higten Menschen (‚.Sensitiven“) an Gegen-
Odische Lohe Ordal

ständen und Lebewesen in Form eines früher als „wissenschaftlicher Okkultis—


Leuchtens oder einer schwach leuchtenden mus“ (Dr. Herbert FRITSCHE, 1911—1960)
Ausstrahlung, bisweilen auch farbig, ge- vom Vulgärokkultismus geschieden wur-
sehen werden kann. Er glaubte, damit ein de. Vgl. Parapsychologie, Paranormologie,
neues Erklärungsprinzip fast aller Natur- Grenzgebiete der Wissenschaft.
erscheinungen, besonders aber für die Er-
scheinungen des Magnetismus gefunden Okkultistisch, die okkulten Phänomene
zu haben. bzw. den Okkultismus betreffend; auf-
grund der erfahrenen Bedeutungsver-
0dische Lohe, das Leuchten des Ods; auch schlechterung (analog ,Okkultist‘) prak-
Titel einer Schrift von REICHENBACH tisch außer Gebrauch bzw. differenziert in
(Wien 1867). esoterisch—geheimwissenschaftlich und pa-
ranormologisch-grenzwissenschaftlich.
Odik, die Lehre vom 0d; nach Dr. Fritz
QUADE (1884—1944) jenes Teilgebiet des Omen, Mz. Omina (lat. : Vorzeichen), auf
Okkultismus, das sich auf die paranorma- magischer Naturauffassung beruhende
1en Phänomene im stofflichen (Odphysik) Deutung von Dingen und Ereignissen mit
und biologischen Bereich bezieht; s. Od. positiver oder negativer Vor-Bedeutung;
vgl. Mantik, Augur, Aberglaube.
Okkult (lat. occultus = geheim, verbor-
gen), Bezeichnung für jene Naturerschei- Oneiromantie (gr. öneiros = Traum), man-
nungen psychischer oder physischer Art, tische Traumdeutung bzw. Offenbarung
die sich einer natürlichen Erklärung ent— durch Träume, besonders im Zusammen-
ziehen wegen der ihnen anhaftenden fak- hang mit dem antiken Tempelschlaf (s.
tischen und theoretischen Ungreifbarkeit. Inkubation).
Ihre methodische Erforschung ist Aufgabe
der Paranormologie; s. Okkultismus,para- Ongon, burjat-mongolische Bezeichnung
normal, parapsychologisch. für Geisterdarstellungen (Idole); von D.
K. ZELENIN in die wissenschaftl. Termi—
Okkulte Phänomene, Vorgänge, Zustände nologie aufgenommen (in: Der Ongon-
und Erscheinungsweisen paranormaler Kult in Sibirien, Akademie der Wissen-
Art in physischen, psychischen und geisti- schaften der UdSSR, Moskau-Leningrad
gen Gegebenheiten; etwa syn. paranor- 1936).
male Phänomene.
Operator (lat. = Arbeiter, Helfershelfer),
Okkultismus (lat. occultus = geheim, ver- 1. in der russ. paranarmolog. Terminolo-
borgen), dem Sinn nach zuerst von gie Ausdruck für einen Rutengänger.
AGRIPPA von Nettesheim (1486—1535) in 2. spiritist.: Bezeichnung für ein in der
seiner Schrift „De occulta philosophia“ Experimentalsituation mittätiges, jensei-
gebraucht, wurde das Wort mit anderer tiges Geistwesen.
Sinngebung im 19. Jh. neu entdeckt und
vor allem durch Eliphas LEVI (Ps. für Opferschau, s. Haruspex, Hieroskopie,
ehem. Abbe Alphonse-Louis CONSTANT, Mantik.
1810—1875) und Carl KIESEWETTER (1854—.
1895) in den allgemeinen Sprachgebrauch Orakel (lat. oraculum : Orakelstätte,
eingeführt. Der Terminus meint einer- Orakelspruch), Hinweis einer vermeint-
seits die praktisch-theoretische Beschäfti- lichen göttlichen Macht auf gegenwärtiges,
gung mit dem Gesamtgebiet der Para— aber entferntes, sowie auf zukünftiges
Phänomene (s. Paranormologie), anderer- Geschehen, meist durch ein Medium (gr.
seits die sog. Geheimwissenschaften (Eso— mdntis = Seherin, z. B. Pythia); auch Aus—
terik, Magie, Mystik usw.) mit nicht im— druck für die Stätte der Auskunft (z. B.
mer klar präzisierbarem Material- u. For— Delphi). '
malobjekt. Im Lauf der letzten Jahrzehn—
te hat sich jedoch auf dem Gebiet des O. Ordal, Mz. Ordalien (angelsächs. ‚orddl‘ =
eine klärende Differenzierung und „Des- Urteil), Bezeichnung für das mittelalterl.
okkultisierung" zugunsten der aus dem O.' Gottesurteil oder Gottesgericht (lat. iudi-
historisch hervorgegangenen Para-For- cium Dei). Zugrunde liegt die Vorstellung,
schung vollzogen, die jedoch auch schon daß der Unschuldige bei der zu bestehen-‘
Orenda Paragnosie

den Wahrheitsprobe von Gott beschützt deren verschiedene Ausdrucksweisen Hell-


werde. Inder Bibel vorkommend: AT, sehen und Telepathie anzusehen wären.
Numeri 5, 11——18. Obwohl kirchlicherseits Von Waldemar von WASIELEWSKI (1875
vom Laterankonzil 1215 verboten, fanden bis ?) vorgeschlagener Terminus.
Ordalien namentlich bei Hexenprozessen
als Beweismittel Verwendung (s. Hexen— Panmneme (gr. pan = alles, mneme =
probe). Hauptarten: Losordal, Feuerprobe, Gedächtnis), syn. Allgedächtnis; s. Panto-
Kesselfang, Wasserprobe, Blutprobe mnesie
(Bahrgericht), Probebissen (iudicium
offae) usw. Panpsychismus (gr. pan = alles, ganz;
psyche = Seele),
Orenda (irokesisch), Ausdruck für eine 1. Lehre von der Beseelung alles Seien-
mystische, außerordentlich wirkende den, wonach eine Art Bewußtsein in allen
Kraft oder Macht in Mensch, Tier und Dingen anzunehmen sei. Vgl. Weltseele.
Dingen, der ungewöhnliche Leistungen_ 2. identisch mit Spiritualismus, wenn die-
ursächlich zugeschrieben werden; s. Mana, ses Seelische geistig, vernunftbegabt ver=
Wakonda. standen wird.

Ouija-board, s. Skriptoskop, Planchette Pansophie (gr. pan = alles; sophia =


Weisheit), Allweisheit; eine auf den Päd-
Out-of—the-body-experience (engl. = Ex— agogen Jan Amos COMENIUS (recte KO-
kursionserlebnis), s. Astralprojektion, Bi- MENSKY, 1592—1670) zurückgehende Be-
lokation, DOppelgänger‚ Exteriorisation. zeichnung für eine weltumfassende Huma—
Unter Prof. Hornell HART (1888—1970) nitätslehre mit Beziehungen zu Freimau-
wurde 1953 an der Duke-University in rerei und Rosenkreuzertum (Werk „Pan-
Durham/USA ein Forschungszentrum zum sophiae prodromus“, 1639).
Studium der ESP—Projection und der
Astralexkursion gegründet. In Oxford ar- Pantakel, gewisse Zeichen, die in der ze—
beitet Celia Elizabeth GREEN (geb. 1935) remoniellen Magie als Schutzmittel getra-
auf diesem Gebiet. Nach HART sind die in gen werden; vgl. Amulett, Talisman.
solchen Erlebnissen vorkommenden
Astralgestalten Lebender von den Erschei- Pantakel des Pythagoras, ursprünglich
nungen Toter (Phantome bei Spuk usw.) ein sechseckiger Stern mit den Bildern
nicht zu unterscheiden. Trotzdem scheinen von Adler, Stier, Löwe, Mensch; wurde
diese Aussendungen des Doppelgängers bei der Christianisierung mit den vier
wegen des gleichzeitigen Bestehens der Evangelisten in Beziehung gesetzt und als
ASW-Alternativhypothese wissenschaftlich christliches Symbol aufgenommen; vgl.
nicht stringent bewiesen zu sein. Mandala.

P (Abk. f. lat. probabilitas), Symbol für Pantomnesie (gr. pan = alles; mnesis =
Wahrscheinlichkeit, s. Probability. Erinnerung, Gedächtnis), hypothetische
Erweiterung der Kryptomnesie (s. d.) im
Paläopsyche (gr. palaiös : alt; psyche = Sinne eines latenten Behaltens aller auf-
Seele), evolutionstheoretische Annahme genommenen Gedächtnisinhalte. Dafür
einer ,Urseele‘ mit archaischen, paranor- spricht, daß durch Hypnose viele, wenn
malen Fähigkeiten. auch nicht alle vergessenen psychischen
Inhalte wiederum ins Bewußtsein gehoben
Palingenese (gr. pölin = wieder; genesis werden können. Vgl. Unbewußtes, Unter-
= Herstellung, Werden), bewußtes.
1. Wiedergeburt, s. Reinkarnation
2. Materialisationsvorgang eines verbrann- Paraffinabguß, durch Eintauchen in ge-
ten Gegenstandes aus seiner Asche (vgl. schmolzenes Paraffin erhaltene phantoma-
‚Phönix aus der Asche‘). tische Gliedmaßen-Gußformen bei Mate-
rialisationssitzung‘en.
Panästhesie (gr. pan = alles; aisthesis =
Empfindungsvermögen), syn. „seelisches Paragnosie (gr. Vors. pard = neben, über
Erfühlen“ (J. BOEHM); Bezeichnung für hinaus; gnösis = Erkenntnis), Sammelbe-
eine unbewußte seelische Fähigkeit, als griff für kognitive Erfahrung außerhalb
Paragnost Paranormologie

der uns derzeit bekannten Kommunika- aufzuweisen scheinen. Nach dem derzeiti-
tionswege (vor allem Telepathie und Hell- gen Erkenntnisstand scheinen sie über
sehen (W. H. C. TENHAEFF); vgl. PE. den dreidimensionalen Bereich der Wirk—
lichkeit hinauszugehen und _sind daher
Paragnost (zu Paragnosie), zu paranorma— nicht oder nur unzureichend in den aner-
ler Erkenntnis (ASW - PE) befähigte Per- kannten Schuldisziplinen der Wissenschaft
son (W. H. C. TENHAEFF). unterzubringen; s. okkulte Phänomene,
Paranormologie.
Parakinese, allgemeine Bezeichnung für
paranormale Bewegungserscheinungen (z. Paranormalität, Vorliegen eines paranor-
B. ungewöhnliche Flugbahnen levitierter malen Sachverhaltes, der außerhalb der
Objekte); s. Psychokinese, Telekinese. sich damit beschäftigenden paranormolo-
gischen Wissenschaft nicht in gewohnte
Paramnesie (gr. Vors. pard + mnesis = Begriffs- und Aussageweisen rationalen
Gedächtnis, Erinnerung), s. Bekanntheits- Weltverständnisses eingeordnet werden
täuschung, Dej ä—vu-Erlebnis kann.

Paranormal (gr. Vors. parc'i = neben, ent- Paranormale Tonbandstimmen, s. Concep-


gegen, über — hinaus; lat. norma = Maß, tophonie
Richtschnur, Norm), Bezeichnung für die
Eigenart jener Naturerscheinungen, die Paranormologie, die Wissenschaft von den
im Sinne der Paranormologie im Grenz- paranormalen Phänomenen. Dieser Be-
bereich zwischen dem Normalen und griff wurde 1969 von Andreas RESCH (geb.
Anormalen bzw. auch zwischen den Hori- 1934) eingeführt und weist folgende Zu-
zonten des Natürlichen und Außer- bzw. sammensetzung auf: „Paro“ (gr.) = neben,
Übernatürlichen liegen. Vgl. okkult, nor- entgegen; „Norma“ (1at.) = Gesetz, Regel-
mal. mäßigkeit, Richtschnur; „Lögos“ (gr.) =
Wort, Lehre, als allgemein übliche Be-
Paranormale Chirurgie, Bezeichnung für zeichnung der Wissenschaft eines be-
jene auf den Philippinen von sog. Geist- stimmten Gebietes. Der Begriff P. dient
heilern oder Wunderheilern praktizierte als Gesamtbezeichnung der Wissenschaft
Operationsweise, wobei angeblich mit blo- und Erforschung aller paranormalen Phä-
ßer Hand — unter Ausschluß der üblichen nomene und ist daher den Begriffen Para-
medizinischen Operationsinstrumente — physik und Parapsychologie übergeord-
operiert wird. Die Heilbehandlung erfolgt net, die nur für die paraphysischen bzw.
angeblich durch die mediale Kraft des parapsychischen Phänomene zutreffen.
„spirituellen Operateurs“ oder durch Mit- Der Begriff P. hingegen ist in jeder Hin—
Wirkung jenseitiger ,Ärzte‘. Dabei sollen sicht offen, sowohl in bezug auf die Deu-
Materialieationen, Apporte, totale tungsmöglichkeit ‘eines Phänomens als
Schmerzlosigkeit usw. vorkommen. Die auch in bezug auf die Wissenschaftswahl
wissenschaftliche Aufhellung dieser para- der Deutung. „Es gehört mit zur wissen-
normalen Heilmethodik und ihre Doku- schaftlichen Sachlichkeit, daß ein Phäno-
mentation steht erst in den Anfängen. men von der für dieses Phänomen zustän-
Allerdings wurden auch zahlreiche Be— digen Wissenschaft erforscht wird. Es
trügereien im Dunstkreis dieser hypothe- kann dabei sicher oft sein, besonders bei
tischen, spiritistisch eingekleideten Phä- den paranormalen Phänomenen, dal3 zur
nomene nachgewiesen. Klärung eines Phänomens mehrere Wis-
senschaften herangezogen werden müssen,
Paranormale Kognition, s. ASW, PE, Pa- um das ganze Phänomen in seiner Ge-
ragnosie ‘ samtstruktur möglichst objektiv zu erfor-
schen. Daher ist mit dem Begriff „P.“ auch
Paranormale Phänomene, sind formal ge— ausgeschaltet, daß irgend ein Wissen-
sehen jene Erscheinungen der Wirklich- schaftszweig sich schon aufgrund des Be-
keit, deren Erforschung Aufgabe der Pa—' griffes eine gewisse Ausschließlichkeit in
ranormologie ist, d. h. jene Naturerschei— der Erforschung deS‘Paranormalen zu-
nungen psychischer, physischer oder rein sprechen kann. Nicht die Wissenschaft hat
geistiger Art, die in modaler oder qualita- das Phänomen zu bestimmen, sondern das
tiver Hinsicht eine eigene Gesetzlichkeit Phänomen die Wissenschaft.“ (A. RESCH,
Paranormologisch Parazeptiv

GW IV/1969, S. 181) Somit fällt in den Be- kulten Phänomenen“ (Hans DRIESCH,
reich der Paranormologie die Gesamtheit 1867—1941) wurde von Dr. Max DESSOIR
der paraphysischen (Materialisation, Levi- (1867—1947) im Juni 1889 (in der theosoph.
tation, Tischehenrücken, Spuk usw.)‚ der Zeitschrift ,Sphinx‘ VII, 42) geprägt. DES-
parapsychischen (Telepathie, Hellsehen SOIR selbst sagt dazu (im Vorwort zur 1.
usw.) und der paranormalen geistigen Ausgabe des Werkes „Vom Jenseits der
Phänomene (Intuition, Prophetie usw.). Seele“, Stuttgart 1917): „Das Wort ist nicht
Vgl. dagegen Parapsychologie, Okkultis- schön, aber es hat m. E. den Vorzug, ein
mus, Grenzgebiete der Wissenschaft. bisher noch unbekanntes Grenzgebiet zwi-
schen dem Durchschnitt und den patholo-
Paranormologisch, die Paranormologie be- gischen Zuständen kurz zu kennzeichnen;
treffend, in ihrem Sinne. und mehr als den beschränkten Wert
praktischer Brauchbarkeit beanspruchen
Paraoptische Fähigkeit, s. Biointroskopie, ja solche Neubildungen nicht.“ Inzwischen
DOP, Hautsehen hat sich der Ausdruck eingebürgert, ohne
allgemeine Anerkennung gefunden zu ha-
Parapathie (gr. pöthos = Leiden, Ergrif- ben. Synonyme: Psychische Forschung
fenheit, Erfahrung), nach James Hervey (engl. Psychical Research), Metapsychik,
HYSLOP (1854—1920) die Entnahme aller Metapsychologie. Parabiologie (nach
Wissensinhalte bei medialen Kundgebun- WINCKELMANN), Grenzwissenschaftliche
gen lediglich aus dem Unbewußten der Forschung usw. — Von den vielen in der
Seanceteilnehmer. Literatur vorkommenden Definitionen
seien hier exemplarisch nur zwei ange—
Fata-Phänomene, Kurzform für paranor- führt. Nach Anton NEUHÄUSLER ist P.
male Phänomene. die Wissenschaft von den (noch) nicht ein-
ordenbaren Phänomenen, die nach den
Para-Phänomenik, die Gesamtheit der bisher bekannten Prinzipien der Natur-
Phänomene (= Phänomenik) paranorma- wissenschaft und Psychologie nicht zu er-
1er Art; s. paranormale Phänomene. klären sind. Nach Gebhard FREI ist P. die
wissenschaftliche Erforschung von Rand-
Paraphysik (gr. physike = Naturlehre), phänomenen besonders psychologischer
Bezeichnung für jenes Teilgebiet der Pa- Art, die sich nicht auf Bekanntes zurück-
ranormologie, das sich der Erforschung führen lassen. —— Vgl. jedoch die Begriffs-
der materiellen, physikalischen Para-Vor- erweiterung unter „Paranormologie“ und
gänge annimmt. Hierher gehören z. B. „Grenzgebiete der Wissenschaft“.
Aura, Odik, Radiästhesie, Pyramiden—
effekt (Formstrahler) usw. Parapsychologisch, im engen und eigent-
lichen Sinn die reflektierende Stellung-
Paraphysikalische bzw. paraphysische nahme zu den parapsychischen Phänome-
Phänomene, paranormale Erscheinungen, nen; oft jedoch bedeutungsgleich verwen-
die sich zwar in den Dimensionen von det wie „okkult“ und „paranormologisch“.
Raum und Zeit manifestieren, sich jedoch
nach den bisher bekannten Naturgesetzen Parapsychophysik, nach der Systematik
nicht erklären lassen. von Charles RICHET (1850—1935) die Ge—
samtheit aller extrapsychischen Phänome—
Parapsychische Phänomene, syn. intellek— ne paranormaler Art, z. B. Tele- und Psy-
tuelle Phänomene; paranormale Erschei— chokinese (Psi-Kappa), Materialisation
nungen, die im Gegensatz zu den para- (Psi-Epsilon), Spuk.
physikalischen mehr die psychisch—geistige
Komponente zum Ausdruck bringen. Von Parazeptiv, Ausdruck von Dr. Georg
P. P. spricht erstmals 1908 Emile BOIRAC KRÖNERT für die paranormale Art see-
(1851—1917) in „La Psychologie inconnue“. lischen Erfassens, die er wie folgt defi-
niert: „Parazeptiv möchte ich diejenigen
Parapsychologie (gr. pard = außer, neben, parapsychischen Aufnahmen, Aufträge,
über — hinaus; psyche = Seele; engl. pa- Aufspürungen nennen, die weder als nor-
rapsychology; frz. parapsychologie; ital. male Wahrnehmungen, als „Perzeptio-
parapsicologia), dieser Terminus zur Be— nen“, noch als Verbindungen solcher, die
zeichnung der „Wissenschaft von den ok- man im allgemeinen als „Apperzeptionen“
Pareidolie Personation

bezeichnet, auftreten.“ (NW 1952, H. 2/3: Pendeln, mit Hilfe des Pendels Diagnosen
Beiträge zur Psychologie der parazeptiven physischer oder psychischer Art stellen;
Funktionen.) dabei liegen den Schwingungen des Pen—
dels — der als Indikator dient _— unbe-
wußte Muskelkontraktionen zugrunde, die
Pareidolie (gr. eidolon = Abbild), s. Illu—
von der Zielvorstellung des Pendlers in—
sion
duziert sind. Der paranormale Informa-
tionsgewinn kann auf mehrere Weisen
Partialseelen (lat. pars = Teil), nach ani- angestrebt werden:
mistischer Deutung abgespaltene, verselb— 1. physikalisches Pendeln: auf reale Dinge
ständigte Persönlichkeitsteile, die als gerichtet (Wasser, Erzadern), paraphysio-
„Geistergestalten“ auftreten können. Vgl. logisch bedingt;
Selbstversuche Ludwig STAUDENMAIERS 2. mentales P.: auf Sachverhalte bezogen
(„Die Magie als experimentelle Naturwis- (Ortsangaben, Entscheidung über Leben
senschaft“) oder Tod einer bestimmten Person, Aus-
sagen über das Geschlecht eines' ungebo-
Pavlita-Generator, s. Psychotronischer Ge- renen Kindes usw.), rein paranormal;
nerator weitere Praktiken sind das astrologische
und das spirituelle P.

PE, Abk. f. paranormale Erfahrung (engl.


Penetration, auch Kompenetration (lat.
paranormal experience); dieser Begriff
penetrare = durchdringen), Durchdrin-
wurde 1972 von A. RESCH zur Bezeich-
gung fester Körper, s. Apport, Knoten-
nung aller Formen der paranormalen
experiment.
Kenntnisnahme, Wahrnehmung und Emp-
findung eingeführt, da die Begriffe ASW
Pentagramm (gr. pente = fünf, grömma =
(Außersinnliche Wahrnehmung, engl. ESP)
Schriftzeichen), syn. Fünfeck, Drudenfuß,
oder ASE (Außersinnliche Erfahrung) wis-
Drudenkreuz, Alpfuß, Alpkreuz, Maarfuß,
senschaftlich untragbar sind, weil sie eine
Pentalpha, Pentakel, Davidstern, David-
Kenntnis der Grenzen der Sinnestätigkeit
schild; in Form zweier in einem Zug zu
voraussetzen, die nicht gegeben ist. Der
zeichnender Dreiecke ohne Basis; als Ab-
Begriff PE läßt die Frage der Interpreta-
wehrzauber gegen dämonische Wesen und
tion offen.
Elementargeister verwendet, auch Symbol
des Mikrokosmos; s. Drudenfuß.
Pendel (lat. pendulum = Schwinggewicht;
pendere = herabhängen), der Pendel ist Peripsyche (gr. peri = um herum; psyche
ein an einem Faden hängender Körper, = Seele),
dessen Schwingungen in der Radiästhesie 1. ein von Bretislav KAFKA in seinem
zur Feststellung unbekannter Daten ma— Werk „Morgendämmerung“ geprägter
teriell-psychischer Art verwendet werden. Ausdruck für ein der Seele ähnliches, um
Das im radiästhetischen Sinn gebrauchte sie herum gelagertes Gebilde („Seelen-
Attribut „siderisch“ läßt sich vom gr. hülle“, syn. Perisprit). '
sidereos = eisern, bzw. vom lat. sidus = 2. veraltete Bezeichnung für angeblich
Stern ableiten. Die erste Erwähnung eines vom Gehirn ausgehende Strahlen, die
solchen Instruments findet sich beim rö- Träger einer gedanklichen Übermittlung
mischen Schriftsteller AMMIANUS MAR— sein sollen („Psychophysische Energie“
CELLINUS (330—390 n. Chr.) im 29. Buch Naum KOTIKS).
seiner „Rerum Gestarum“. — Je nach Ver-
wendungszweck und Auffassung werden Perisprit (frz.)‚ nach Allan KARDEC und
P. aus verschiedenem Material (Messing, den frz. Spiritisten der Astralkörper; vgl.
Silber) und verschiedener Form (Spiral— Peripsyche. Q
pendel, Mimosapendel, Füllpendel) ver—
wendet. Die Pendelpraxis ist zum Teil Personation (lat. persona = Maske; per-
noch mit magischen und mantischen Vor- sonare = durchtönen), Übernahme des
stellungen verknüpft und wissenschaftlich Persönlichkeitsstils einer Trancepersön—
noch nicht abgeklärt. Die Erfolge hängen lichkeit in seancen durch das Medium mit
von der Persönlichkeit des Pendlers ab. Angleichung im Gebärden- und Sprachstil
Vgl. Wünschelrute, Radiästhesie. usw.; vgl. Transfiguration.
Persönlichkeitserweiterung Photechie

Persönlichkeitserweiterung um das Du, hen, d. h. eine unverwechselbare Eigen-


vom deutschen Psychiater J. MARCI- tümlichkeit, wodurch das betreffende
NOWSKI geprägte Wortbildung zur Be- Phänomen eindeutig von anderen ähnli-
zeichnung jener Bewußtseinsgemeinschaft chen herausgehoben und unterschieden
eines Paragnosten mit bestimmten Men- wird (beispielsweise laufen Spukphäno-
schen, mit denen er durch einen Induktor mene immer wieder stereotyp ab, mit an-
in Beziehung tritt; vgl. Paragnosie, Psy- deren Worten: diese Phänomenspezifität
chometrie. ist also für sie „para-phänomenologisch“
charakteristisch).
Persönlichkeitsspaltung, bei gewissen For-
men geistiger Gestörtheit (s. Psychose) Phantasma (gr. phäntasma : Erscheinung,
auftretender Verlust der Persönlichkeits- Gespenst, Gaukelbild), Mz. Phantasmata
einheit durch Verselbständigung psychi- (besser als verdeutscht ,Phantasmen‘);
scher Funktionen bzw. unbewußter Kom- engl. Ausdruck für Phantom (s. d.).
plexe, die als zweite (sekundäre), dritte
(tertiäre) Persönlichkeit neben dem Nor- Phantasmagorie (gr.), Vorspiegelung; nach
mal-Ich auftreten, ohne daß dieses davon E. MATTIESEN Erzeugung eines wirk-
Kenntnis besitzt: syn. alternierendes Dop- lichkeitsgetreuen Trugbildes (I, 31); aber
pelbewußtsein. Nach Hans BENDER wä- auch Trugbild selbst, ja sogar ein trügeri-
ren die sog. ‚.Geistererscheinungen“ in sches System.
Seancen solche durch Dissoziation ent-
standene Trancepersönlichkeiten mit spi— Phantasmogenetisches Zentrum, s. Keim-
ritistischer Einkleidung. Vgl. Partial— punkt
seelen.
Phantom (18. Jh. aus frz. fantöme =
Perzipient (lat. percipiens = der Aufneh- Trugbild, Sinnestäuschung; vulgärlat. fan-
mende, Wahrnehmende; frz. u. engl. per- tauma; gr. phontasma = Erscheinung,
cipient, engl. auch „receiver“: ital. perci- Traumbild), spontan (bei Spuk) oder ex-
piente), Empfänger, Gegenstück zu Agent, perimentell (Seance) vorkommende, mate-
d. h. eine Person, die eine ASW-Informa- rialisierte Gestalt von verschiedener Aus-
tion erhält oder zu empfangen versucht. prägung und Wirklichkeitsnähe (Teil- und
Vollphantom); vgl. Tulku, Materialisa-
Phänomen (seit 17. Jh. aus lat. phaenome- tion.
non, gr. phainömenon; gr. phainein =
sichtbar machen; phainesthai = erschei- Phantomatik, Sammelbegriff f. alle phan-
nen), Erscheinung, erscheinungsmäßige tomartigen Erscheinungen.
Gegebenheit, Wahrnehmungsgefüge; s.
okkulte Phänomene, paranormale Phäno- Philtrum (gr. philtron, lat. Virus amato-
mene. rium, poculum amatorium, venenum),
Liebestrank, der nach dem Volksglauben
Phänomenik (zu Phänomen), Gesamtheit als Liebeszauber wirken sollte; schon in
aller einen Gegenstand oder einen Vor- der Antike bezeugt. Die Zubereitung von
gang betreffenden Erscheinungen. Philtren wurde den Hexen vorgeworfen.

Phänomenologie (gr. phainomenon = das Phonopsie (gr. phone = Stimme; öpsis =


Erscheinende; lögos : Lehre), allgemein Auge), s. Farbhören
die Lehre von den Erscheinungen (Phäno-
menen); das Wort hat als' philosophischer Photechie (gr. phos = Licht; echein = be-
Terminus verschiedenen Sinn; als philo- sitzen), Lichtspeicherung; Einwirkung be-
sophische Schule von Edmund HUSSERL stimmter Metalle oder organischer Sub-
(1859—1938) begründet. stanzen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt
wurden, auf die photographische Platte
Phänomenspezifisch, für ein bestimmtes oder einen Film. Dr. Paul DOBLER ent—
Phänomen typisch oder charakteristisch. wickelte im Zusammenhang damit eine
Darunter ist die Unaustauschbarkeit und Methode, mit Hilfe von Aluminium Erd-
Einmaligkeit einer‘Eigenschaft oder eines strahlen nachzuweisen („Physikalischer
Eigenschaftskomplexes hinsichtlich eines und photographischer Nachweis der Erd-
streng definierten Phänomens zu verste- strahlen“, 1934).
Photismus Post—mortem—Erscheinung

Photismus, subjektive, halluzinatorische 1959). Nach Untersuchungen des Neuropsy-


Lichtempfindungen, s. Farbhören. chiaters Alain ASSAILLY (geb. 1909) sind
transitorische Spukphänomene besonders
Photographie, paranormale, psychische; s. dort zu beobachten, wo zwei nicht inte—
Extra, Gedankenphotographie, Concepto- grierte Persönlichkeiten miteinander in
graphie, Psychographie engeren Kontakt treten, von denen sich
etwa die eine in der Pubertät, die andere
Physikalische Phänomene, s. Para- im Klimakterium befindet (Revue Meta—
(psycho)physik psychique, Juli/Aug. 1964).

Piktographischer Prozeß (lat. pictum = Poltergeist-Psychose, größere geistige Stö—


gemalt; gr. gröphein : schreiben), von rung von schizophrenem, jedoch vorüber-
James HYSLOP (1854—1920) geprägter Aus— gehendem Charakter; äußert sich in
druck für den Projektionsvorgang eines einem heftigen Ausbruch aggressiver Ge-
Bildes aus der Seele des Verstorbenen an mütsbewegungen aus dem Unbewußten,
den Ort der Phantomerscheinung; denn wobei ein Teil des geistigen Systems ab-
nach spiritistischer Deutung realisiert sich gesprengt wird und sich als eigener Per-
eine ins Jenseits mitgenommene Vorstel- sönlichkeitskomplex manifestiert. Der
ßlung an diesem Ort und in der betreffen- Ausdruck stammt von Nandor FODOR
den Form durch die magisch wirkende (The Psychiatrie Quarterly, April 1948).
Phantasie des Verstorbenen.
Polygraph (gr. poly = viel, grdphein =
PK, Abk. f. Psychokinese, s. d. schreiben), Mehrfachschreiber; ein Regi-
striergerät für mehrere Vorgänge, z. B.
Planchette (frz. = Brettchen; Verkleine- für Erregungskurven.
rungsform zu ‚planche‘ = Brett), in der
spiritistischen Praxis meist ein dreifüßi- Polymorphie (gr. poly = vie1; morphe =
ges, kleines Tischchen für mediales bzw. Gestalt), Vielgestaltigkeit, z. B. in der Er-
automatisches Schreiben, wobei ein Fuß scheinung eines Phantoms zu verschiede-
durch einen Bleistift ersetzt ist; syn. Oui— ner Zeit in abgewandelter Gestalt.
ja-board, Psychograph.
Polypsychismus (gr. poly = vie1; psyche
Platzexperiment, qualitatives Feldexperi- = Seele), nach der polypsychistischen Hy-
ment zur Untersuchung der Präkognitio‘n, pothese wirken die Psychen der Teilneh-
wobei ein Paragnost voraussagt, wer bei mer zum Gelingen des Phänomens zusam—
einer zukünftigen Versammlung, Veran- men (z. B. bei den verteilten Botschaften,
staltung und dergl. auf einen gewissen, beim Tischchenrücken usw.). Vertreten
durch das Los bestimmten Platz zu sitzen von William MACKENZIE (geb. 1877) in
kommen wird. (Derartige Experimente „Metapsichica moderne“, Rom 1923.
wurden mit Erfolg ’ ausgeführt von E.
Osty mit Pascal Forthuny; von H. Bender Positive Erinnerungsstörung, Art der Ge-
u. W. H. C. Tenhaeff mit G. Croiset; von dächtnisstörung, wobei Neues und Unbe-
Perrone mit A. Bajetto und Tino Menoz- kanntes plötzlich als erinnertes Bekanntes
7 zi). erscheint; s.Bekanntheitstäuschung‚ Dejä-
vu-Erlebnis.
Pneumatologie (gr. pneuma : Geist),
Lehre von den geistigen Wesenheiten. Posthypnotische Handlung, eine Aktion,
die dem Hypnotisierten während der
Poltergeist, Ausdruck für beiästigenden, Hypnose aufgetragen und von ihm nach
ortsgebundenen Spuk primitiv lärmenden dem Erwachen aus der Hypnose zum auf-
Charakters. Nach der von Nandor FODOR getragenen Zeitpunkt ohne Wissen um
(geb. 1895) aufgestellten Hypothese seien diesbezügliche Motive ausgeführt wird. „
die Poltergeist—Phänomene als unbewußte
Projektionen verborgener Konflikte Postkognition, s. Retrokognition; syn.
(Spannungen, „Pubertätsspuk“) in der Retroskopie.
Persönlichkeit des Spukmediums und als
aggressive Reaktion auf andere Personen Post-mortem—Erscheinung (lat. = nach dem
aufzufassen (The Haunted Mind, N ew York Tod), ein Vorgang physikalisch-psychi-
Präkognition‘ Pseudoparanormal

scher Art, der im Augenblick des Todes mantische Praxis hieß Teratoskopie (gr.
eines Menschen oder darnach auftritt und teras = Zeichen, Ungeheuer).
den Eindruck erweckt, als ob er von einem
Verstorbenen ausgehe bzw. durch ihn ver— Prodigiosusbazillen (Hostienpilz), s. Blut-
ursacht sei; vgl. Anmelden, Künden, Gei— wunder
stererscheinung.
Projektion (lat. proiectio = Hervorwer-
Präkognition (lat. prae = voraus; cognos— fen),
cere = erkennen; engl. precognition; frz. 1. psychologisch: Hinausverlegen der Emp—
präcognition, ital. precognizione), Voraus- findungs- und Wahrnehmungsinhalte in
wissen, Vorschau, Hellsehen in die Zu- die Außenwelt.
kunft als Ahnung oder Wissen um zukünf- 2. psychoanalytisch: Hineinverlegen der
tige Ereignisse, die in der gegenwärtigen eigenen positiven oder negativen Wunsch—
Situation weder erwartet noch aus ihr er— und Erkenntnisbilder in einen anderen
schlossen werden können. Anton NEU- Menschen oder in die Umwelt (Abwehr-
HÄUSLER spricht von ‚Entwürfen des Zu— mechanismus des eigenen Gefühlslebens).
künftigen‘, auf welche die Vorschau bezo— 3. parapsychologisch: Nachaußenverlegung
gen sei (in „Telepathie, Hellsehen, Präkog- subjektiver Erscheinungsbilder (Halluzi-
nition“, Bern 1957). Ähnliche Gedanken nationen, Träume) in bestimmten Erwar—
äußerte auch Hedwig CONRAD-MARTIUS tungssituationen (z. B. Spukschloß); auch
(1888—1966). Nach Friedbert KARGER liegt Austreten des Astralkörpers. Vgl. Astral-
eine paranormale Sinn-Koinzidenz psychi- projektion, Exteriorisation.
scher Vorgänge in einer Person mit einem
zukünftigen Ereignis vor (ZPGP 1965/3, Prophetie (gr. propheteia = Weissagung),
149). Vgl. Hellsehen, Zweites Gesicht. Präkognition im Rahmen der Heilsge-
schichte; syn. Prophezeiung: natürliches
Präkognitive Telepathie, s. Telepathie oder übernatürliches Vorherwissen freier
Zukunftsereignisse mit theolog. relevan-
Präkognostisch, syn. präkognitiv, s. Prä— tem Inhalt.
kognition
Proskopie, s. Präkognition
Prana (sanskr.)‚ allgemein ein kosmischer
Kraftstoff oder eine feinstoffliche Energie, Proskopischer Traum, syn. präkognitiver
die in allen Lebewesen und in der Luft Traum, Wahrtraum; Traum, der zukünf-
vorhanden sein soll. Der Ausdruck hat un— tige Ereignisse zeigt, bzw. nur Teile da-
terschiedliche Sinnbedeutungen und wird von (fragmentarische Kongruenz) oder
vor allem als Hypothese für die sog. gei- auch nur allegorische Andeutungen des
stige Ernährung (lat. nutritio spiritualis) Zukünftigen enthält; s. Traum.
herangezogen; vgl. Nahrungslosigkeit.
Ähnliche Vorstellungen liegen dem „Flui- Proxy-Sitzung (engl. proxy-sitting), Stell-
dum“ MESMERS, dem „Od“ REICHEN- vertreter—Sitzung im Sinne einer Säance,
BACHS und dem „Mana“ zugrunde. wobei an ihr jedoch nicht jene Menschen
teilnehmen, die eine Verbindung mit
Primcrdialsubstanz (lat. primordium = einem Verstorbenen suchen, sondern un-
Uranfang), Substanz, aus der sich eine beteiligte Dritte zur Ausschaltung von
Materialisation aufbaut; syn. Ekto- und Fehlerquellen.
Teleplasma.
Pseudohalluzination (gr. pseüdos = Lüge;
Probability (engl.), abgek. P, von lat. pro- lat. halucinari = träumen), eine auch bei
babilitas = Wahrscheinlichkeit (s. d.). gesunden Menschen besonders im Zustand
hochgradiger Ermüdung auftretende Trug—-
Prodigium (lat. Vorhergesagtes), Mz. Pro- wahrnehmung, wobei Erinnerungs— und
digien; in der römischen Staatsreligion d. Phantasievorstellungen auftreten.
Antike Wunder— bzw. Schreckenszeichen,
die als Ausdruck des Zornes der Götter Pseudoparanormal, Bezeichnung für jene
bzw. als Warnung davor gedeutet wurden Erscheinungen, die echte paranormale
(z. B. Blitzschlag, Sonnenfinsternis, Miß- Phänomene vortäuschen oder die in Un-
geburt). Die sich damit beschäftigende kenntnis des Kausalzusammenhanges phä-
Pseudopodien Psychisch

nomenologisch als solche interpretiert mene, die durch nicht—materielle Faktoren


werden (Analogie im theologischen Raum: in ihrem Auftreten bestimmt sind; unge-
pseudoreligiöse Erscheinungen, z. B. nicht fähr syn. mit psychischen (engl. psychic
anerkannte Privatoffenbarungen). phenomena) bzw. parapsychophysischen
Phänomenen. Nach der dualistischen Psi-
Pseudopodien (gr. pseüdos = Täuschung; Hypothese — welche allerdings später um
püs = Fuß), syn. astrale Glieder, Canti- Psi—epsilon erweitert wurde — sind es fol—
lever; bei Materialisationssitzungen auf- gende:
tretende, Vom Medium ausgehende ekto- 1. Psi-Gamma-Phänomene: sensorische Sei—
plasmatische Gebilde verschiedenster Ge— te der Psiphänomene, ASW’;
stalt, die sich wieder! auflösen bzw. in das 2. Psi-Kappa—Phänomene: motorische Sei—
Medium zurückkehren. te der Psiphänomene, PK.
Vgl. Außersinnliche Wahrnehmung, PE,
Psi, ein vom gr. Buchstaben „Psi“ (Ü) ab- Psychokinese, Telekinese.
geleiteter, allgemeiner Begriff zur Be-
zeichnung persönlicher paranormaler Be- Psi-Trailing (engl. trail : einer Fährte
wirkungen oder Prozesse, die nicht-physi- folgen), Heimfindevermögen verschiedener
kalischer Natur sind. Nach RHINE kommt Tiere aufgrund einer hypothetischen, ih—
er dem volkstüml. engl. Ausdruck “psy— nen innewohnenden psi-artigen Fähigkeit,
chic“ und dem wissenschaftlichen „para- falls jede andere Informationsquelle für
psychisch“ nahe. Vorgeschlagen von Dr. B. das betreffende Tier (Hund, Katze) aus-
P. WIESNER und Dr. R. H. THOULESS scheidet. Gesichertes tierparanormologi-
(The Present Position of experimental sches Phänomen.
Research into Telepathy and Related Phe-
Psi-Umkehreffekt (engl. Psi—Missing-Ef-
nomena; Proceedings SPR, 1942, Bd. 47,
fect), Psi-Manifestation in der Weise, daß
S. 1—19).
das zu treffende Zielobjekt von der Vp
Psi-epsilon (1,3/6) in der Psi-Terminologie konstant gemieden wird. Dabei erwies es
sich, daß positiv eingestellte Vpn. über-
die Bezeichnung für Materialisationsphä-
nomene. zufällige Ergebnisse erzielten, während
Zweifler unter der mittleren Zufallser—
Psi-Faktor, der hypothetische, einheitliche wartung blieben (nach RHINE).
Faktor, der alle Psi—Phänomene hervor-
Psychedelisch (gr. delosis = Enthüllung;
ruft.
engl. psychedelic = stimulierend, anre—
gend), von H. OSMOND (1955) geprägter
Psi-Feld, allgemeiner Ausdruck für den
und von T. LEARY (1970) übernommener
hypothetischen Bereich paranormaler
Terminus für einen tranceartigen Zustand
Wirklichkeit als Bedingung der Ermögli-
mit gesteigerter Wahrnehmungs— u. Erleb—
chung paranormaler Phänomene.
nisfähigkeit. Vgl. Halluzinogen, psycho—
trope Substanz. '
Psi-Gamma-Telepathie, Telepathie, bei
welcher der Perzipient der aktive Teil ist;
Psychic Research (engl), s. Psychische
s. Gedankenlesen, Gedankenabzapfen.
Forschung

Psi-Kappa-Telepathie, Telepathie, bei Psychische Energie, nach Hans BERGER,


welcher der Agent der aktive Teil ist; s. dem Entdecker der Hirnaktionsströme,
Gedankenübertragung. zwecks Erklärung der Gedankenübertra—
gung angenommenes Äquivalent der Bes
Psi-Kartentest, s. Zener-Karten wußtseinsvorgänge mit physischen Eigen—
schaften (Untersuchungen über die Tem-
Psi-Missing-Effect, s. Psi-Umkehreffekt peratur des Gehirns, Jena 1910; Psyche,
Jena 1940); schon vom russ. Forscher Naum
Psi-Modus, Modalität des Auftretens eines KOTIK vermutet (Die Emanation der psy-
Psi-Phänomens (z. B. psychokinetisch, chophysischen Energie, 1908); s. Gehirn-
präkognitiv usw.). wellen.

Psi-Phänomene, im Sinne von „Psi“ die Psychisch (engl. psychic), im engl. Sprach—
Gesamtbezeichnung für alle Para-Phäno- raum syn. mit parapsychologisch.
Psychische Forschung Psychokinese

Psychische Forschung (engl. psychic rese— Schreibgerät für automatisches Schreiben


arch), im engl. Sprachraum gebrauchter bzw. Buchstabieren.
alter Ausdruck für Parapsychologie; in
den USA teils schon durch .‚parapsycholo- Psychographie (zu Psychograph),
gy“ ersetzt. 1. theosoph.: nach MIERS das Schreiben
unter dem Diktat oder dem Einfluß der
Psychische Heilung (engl. psychic healing). eigenen Seelenkraft;
paranormale Heilung; s. paranormale Chi- 2. spiritist.: automatisches, mediales
rurgie, Geistheilung. Schreiben unter angebl. Einwirkung von
Geistern (,Geisterschriften‘): syn. Lumino-
Psychische Phänomene (engl. psychic phe- graphie; s. Tafelschrift; -
nomena), s. parapsychische Phänomene 3. Phänomen der Gedanken- und ,Geister‘-
Photographie: s. Conceptographie, Extra,
Psychischer Äther, nach der Hypothese Psychogramm.
von C. A. MACE und H. H. PRICE ein sich
durch mentale Wellen fortpflanzendes, Psychographische Psychose, s. Psychose,
substantielles Medium, in dem Spuren mediumistische
vergangener Ereignisse als dauerhafte,
dynamische Wesenheiten weiterwirken. Psychohygiene (gr. hygieinös : der Ge—
Vgl. Akasha—Chronik, Kosmisches Reser- sundheit dienlich), Teilgebiet der ange-
v01r. wandten Psychologie, das sich mit der Er—
forschung und Anwendung gesundheits—
Psychische Sättigung, Ausbleiben der Re- fördernder psychischer Maßnahmen und
sultate in Experimentalsituationen bei mit der Prophylaxe von Fehlanpassungen
nachlassender Spannung bzw. bei fehlen- und Fehlentwicklungen des Menschen be-
dem affektivem Feld. schäftigt. Paranormologisch gehört dazu
vor allem eine sachgemäße Information
Psychoholie (gr. psyche = Seele; hole, bö- über paranormale Phänomene sowie Ver—
los = Werfen, Wurf), Hypothese der tele- hütung und Therapie mediumistischer
pathischen Suggestion zur Interpretation Psychosen oder „okkulten Behaftungen“
von Vorhersagen (z. B. bzgl. der Platz- in Zusammenarbeit mit der Pastoralpsy—
experimente); aufgestellt von Dr. med. chologie. In Freiburg/Er. besteht unter
Angelos TANAGRAS (geb. 1875); danach Leitung von Prof. DDr. Hans BENDER das
soll die Präkognition nur vorgetäuscht Institut für Grenzgebiete der Psychologie
sein, da die Vp unter Ausschaltung und Psychohygiene.
menschlicher Einflüsse auf einen bestimm—
ten Platz zwangsweise zu sitzen kommt. Psychoid (gr. psyche ; Seele; -oides :
Reduktion der Präkognition auf telekine- ähnlich).
tische oder telepathische Leistungen des 1. allgemein: seelenähnliche, quasi-psychi-
Sensitiven. sche Wesen oder Elemente;
2. bei C. G. JUNG: Bezeichnung für die
Psychogramm (gr. psyche : Seele; grom- unanschauliche Tiefenschicht des kollek—
ma : Buchstabe), tiven Unbewußten bzw. für dessen arche-
l. auf paranormalem Weg entstandene typischen Inhalte.
Schrift, Zeichnung, Bild;
2. nach WINCKELMANN und FEERHOW Psychokinese (gr. kinein = bewegen)‚Abk.
Bezeichnung für „photographierte Gedan— PK (engl. psychokinesis, frz. psychokine—
ken“; s. Psychographie, Conceptographie. sie, ital. psicocinesi), Terminus von J. B.
3. im Pressedeutsch die Kurzdarstellung RHINE (The Psychokinetic Effect —— A
alles Wissenswerten über eine bestimmte Review, Journ. of Parapsychology, vol. 10,
Person. 1946); direkte BeeinfluSSung von Gegen—
ständen oder Systemen materieller Art,
Psychograph (gr. gröphein = schreiben), ohne daß physikalische Energien oder son-
wörtl. .‚Seelenschreiber“; Bezeichnung für stige Instrumente eingesetzt werden.
die in der spiritist. Praxis zum Zweck des Spontan auftretend (Spuk) oder induziert
sog. ‚Jenseitsverkehrs‘ verwendeten Vor— (Telekinesen bei Säancen); vgl. Telekine—
richtungen: z. B. Planehette, Oui-ja—Brett— se, Psi-Phänomene, Conceptographie, Con-
chen : Oui=ja-board; allgemein auch ein ceptophonie, ISPK, RSPK, Spuk.
Psychometer Pyramidenstrahlung

Psychometer (gr. metron = Maß), para- Psychose, mediumistische, psychographi-


gnostisch begabter Mensch, der aus einem sche; durch kritiklosen Gebrauch spiriti-
psychometrischem Objekt (= Induktor) stischer Praktiken (mittels des Psychogra-
auf paranormale Weise Informationen ab— phen) entstandene psychische Störung mit
lesen kann, die mit diesem in Berührung Persönlichkeitszerfall bis zu mediumisti—
oder Zusammenhang stehen; heute dafür scher Besessenheit mit Selbstmordabsicht.‘
Psychoskopist oder meist Paragnost ver- Nach Hans BENDER ist dabei die Patho-
wendet. genese (Krankheitsentstehung) wesentlich
von einer affektiven Erschütterung durch
Psychometrie (gr. : „Seelenmessung“),pa- mißverstandene „Jenseitserlebnisse“ be—
stimmt. Dabei können Spaltpersönlichkei-
ranormaler Wissenserwerb eines Sensiti—
ten auftreten, die in unkritischer Weise
ven an Hand eines psychometrischen Ob-
als fremde Intelligenzen gedeutet werden
jektes. Nach Hans BENDER erstmals er—
wähnt von J. B. MERIAN (1760); sicher je— (vgl. die gefährlichen Selbstversuche Lud-
doch schon von J. R. BUCHANAN (Jour— wig Staudenmaiers!) S. Psychohygiene,
nal of Man, Boston 1849) gebraucht. Stellt Partialseelen.
eigentlich eine spezielle Art des Hellse-
hens (BENDER: „induktives“ Hellsehen) Psychoskopie (gr. psyche = Seele, Geist;
dar. Rudolf TISCHNER schlug 1926 dafür skopein = schauen), s. Psychometrie
den besseren Terminus „Psychoskopie“
vor; vgl. Hylomantie. Psychotronische Energie, die den Psi—Phä-
nomenen nach Ansicht tschechoslowaki—
scher Forscher als Substrat zugrunde lie-
Psychometrisches (Rapport-)Objekt, s. In-
gende Energieform des Menschen; wird
duktor
als Ursache für paranormale Phänomene
angesehen.
Psychonen, nach der von W. W. CARING-
TON (1884«—1947) zur Erklärung der ASW- Psychotronischer Generator, syn. Pavlita-
Vorgänge entwickelten Hypothese beste- Generator (nach dem Entdecker Robert
hen die menschlichen Geist-Individuen PAVLITA), Objekt aus Metall, das angeb-
aus objektiven Komponenten (Gedanken, lich Bioenergie abziehen, speichern und
Empfindungen), die er Psychonen nennt. bei Aussendung psychokinetische Effekte
Solche Psychonensysteme können nach bewirken kann; vgl. Bioplasmakörper.
ihm assoziativ verschmelzen; vgl. Heniden.
Psychotrope Substanz, allgemeiner über-
Psychophon (gr. phone = Stimme), Name geordneter Begriff für eine Droge mit be-
des von Ing. Franz SEIDL (Wien) konstru— stimmter psychischer Wirkung; hierher
ierten_Geräts (Vorschaltanordnung an den gehörig die Halluzinogene mit bewußt-
Eingang eines Tonbandgeräts) zur Auf- seinsefweiternder Wirkung (engl. cons—
nahme paranormaler Stimmen; s. Concep- ciousness-expanding drugs), die Hans Carl
tophonie, Goniometer, Transzendental- LEUNER psycholytische Substanzen (psy-
stimmen, Paranormale Tonbandstimmen. chis’ch auflockernde S.) nennt. Symptoma-
tik: Veränderung des Zeit- und Raumge-
fühls und der Körperempfindungen, In-
Psychophysikalische Phänomene, s. Para-
tensivierung der Gefühle, Veränderung
psychophysik
des Denkablaufes sowie Auftreten von
Halluzinationen und Illusionen.
Psychorrhagische Diathesis (gr. regnymi =
ich breche hervor; didthesis = Stimmung, Punktierkunst, s. Geomantie
Zustand), Hypothese des „Ausbrechens der
Seele“ zur Erklärung der Telepathie von Purgatorium (lat. 2 Reinigungszustand
F. W. H. MYERS (1843—1901), wonach bei bzw. —ort), s. Fegfeuer
einer unbewußten Handlung seitens des
Agenten dessen Phantasma anderen Per- Pyramidenstrahlung, angeblich soll den
sonen sichtbar werden kann (Phantasms ägyptischen Grabgebäuden der Pharaonen
of the Living, 1886). Diese Ansicht führte eine eigene Formstrahlung mit mumifizie-
Nandor FODOR zur Theorie der Polter- render Wirkung usw. zukommen auf-
geist-Psychose (s. d.). grund ihrer nach den Himmelsrichtungen
Pyrobatik Reinkarnation

orientiertenForm (vgl. „Fluch der Pha— Rapport (frz. = Bericht), unmittelbarer,


raonen“). Ähnlicherweise sollen auch Mo— intensiver Kontakt zwischen zwei Men-
dellpyramiden (dehydrierend, Molekular- schen aufgrund der gemeinsamen Einstel—
struktur verändernd) wirken. Der be- lung, der Interessen usw. Im engeren
kannte Enzyklopädist des Okkulten, W’illy Sinn die Beziehung zwischen Hypnotiseur
SCHRÖDTER (1' 197l), bringt diesbezügl. und Hypnotisiertem, Psychoanalytiker u.
Angaben verschiedener Autoren auch für Patient, Medium und ,jenseitigem‘ Füh-
andere Körperformen (Halbkugeln usw.). rer. Vgl. Agent — Perzipient.
Die diesen Pyramiden nachgesagten Ef-
fekte sind wissenschaftlich noch nicht ve- Raps (engl. rap = Schlag, Anklopfen),
rifiziert. Vgl. Psychotronischer Generator. Klopflaute paranormalen Entstehens ohne
physische Bewirkung in der Nähe media-
Pyrobatik (gr. pyr = Feuer; bainein = 1er Menschen oder auch spontan (Spuk,
gehen), paranormales Phänomen des Anmelden). Spiritistischerseits (besonders
Schreitens über Feuer, ohne dadurch Ver— seit März 1848 durch die Geschwister Fox
brennungen zu erleiden; s. Feuerfestig— in Hydesville, New York) durch Verwen-
keit. dung eines Klopfalphabets zur Verständi-
gung mit der ‚.Geisterwelt“ verwendet.
Quabbalah, s. Kabbala
Raptologie, Lehre von den paranormalen
Qualitative Experimente, Para-Experi- Klopflauten; s. Raps.
mente mit Medien, Sensitiven, Paragno-
sten u. anderen paranormal Begabten. Raum, psychologisch gesehen der durch
den individuellen Erlebnishorizont be-
Quantitative Experimente, statistische grenzte Bereich psychischer Erfahrungen,
Untersuchungen über Psifähigkeit; s. der in Ausnahmezuständen paranormaler
ASW, Zenerkarten, Wahrscheinlichkeit. Art durchbrochen werden kann. Das
Raumerlebnis spielt bei vielen Para-Phä-
Radiästhesie (lat. radius = Strahl, gr. ais— nomenen eine entscheidende Rolle: Astral-
thanesthai = wahrnehmen), „Strahlenfüh- projektionen, Bilokation, Raumverände-
ligkeit“. Der Ausdruck „R.“ für 'Theorie u. rung unter Drogeneinwirkung, Trance,
Praxis des Pendelns und Rutengehens Ekstase, Apporte, Fernwirkungen usw.
stammt von Abbe M. L. BOULY (1930). In Eine nähere Analyse würde den Rahmen
. der Interpretation dieses Reaktionsver- vorliegender Arbeit sprengen. Zur Abklä—
mögens des Menschen auf „Erdstrahlen“, rung der Thematik müßte vorerst der
„geopathische Reizzonen“ und dgl. gibt Raumbegriff nach der modernen Physik
es physikalisch-physiologische und para— und der Philosophie erörtert werden. Vgl.
psychologische Hypothesen. Nach ersteren Knotenexperiment, Zeit.
fungieren Pendel und Rute nur als Detek—
toren (Anzeiger), während der menschli- Reinigungsort, Reinigungsweg, s. Fege—
che OrganiSmus (durch das vegetative feuer
Nervensystem?) als eigentlicher Strahlen—-
rezeptor anzusprechen ist. Die parapsy- Reinkarnation (lat. Vors. re = zurück,
chologische Erklärungshypothese weist wieder; caro = Fleisch), den gleichen
hingegen mehr auf die Inhalte des Un- Sachverhalt meinen auch die Ausdrücke:
bewußten und die Bedeutung der „Ein- Wiederverkörperung (gr. metensomoto-
stellung“ hin (z. B. Muten von Wasser od. sis), Wiederverleiblichung, Wiedergeburt,
Erzadern), wobei auch eine Erklärungs- Seelenwanderung (gr. metempsychosis),
möglichkeit durch Implikation von Psy- Wiederwerden (gr. palingänesis), Gebur-
choskopie und Hellsehen zu berücksichti- tenkreislauf (gr. kyklos tes geneseos) u. a.
gen ist. Die Frage nach den Auslösungs— Gemeint ist mit diesen — historisch-philo'
faktoren der auftretenden ideomotori- sophisch zum Teil vorbelasteten — Aus-
sehen Bewegungen ist wissenschaftlich drücken die Einkörperung der nach dem
noch kontrovers. Vgl. Pendeln, Wünschel- (ersten) Tod von ihrem (ersten) Leib ge-
rute, Erdstrahlen. trennten Seele in einen anderen Tier- 0d.
Menschenleib. Die nähere Deutung richtet
Radio des Gehirns, s. Mental Radio, Ge— sich je nach der religiösen Auffassung.
hirnwellen, Telepathie. Seitens der katholischen Dogmatik ist die
Reisendes Hellsehen Rosenkreuzer

Hypothese der R. mit der christlichen winternd — durch die tumo-Energie in-
Aussage über den Menschen unvereinbar. nerlich erwärmen; s. Tumo.
Wissenschaftlich unbeweisbar, da auch an-
dere, nicht ausschließbare Deutungen in Retrokognition (lat. retro = zurück; cog-
Frage kommen (vgl. Hellsehen, Deja-Vu- nitio : Erkenntnis); engl. post cognition;
Erlebnis, Astralprojektion). frz. postcognition; ital. posteognizione),
Hellsehen in die Vergangenheit; s. Hell-
Reisendes Hellsehen (engl. travelling sehen.
clairvoyance), s. Hellsehen
Retroskopie, syn. Retrokognition

Relationismus, philosophische Annahme,


Rigide Strahlen, s. Starre Strahlen
daß relativ zu unserer Welt eine Gegen—
überwelt besteht, nämlich die Welt der
Ritual (lat. ritus = heiliger Brauch),
Verstorbenen. Aus ihr zu uns herkom-
1. esoterisch: Sammlung magischer Zere-
mende Einwirkungen transzendentaler
monien mit Symbolen und Riten, nament—
Art (z. B. „Transzendentalstimmen“) wer-
lich für die zeremonielle Magie (Beschwö-
den von uns als paranormal gedeutet, weil
rungy
sie nicht unserem Weltbild entsprechen
2. theolog: ein für den Bischof bzw. Prie-
(z. B. von Konstantin RAUDIVE zur Er-
ster bestimmtes Zeremonienbuch für die
klärung der paranormalen Tonbandstim-
Spendung der Sakramente und Sakramen-
men postuliert. Aus animistischer Sicht
talien (z. B. Rituale Romanum).
würde hier ein Kryptospiritismus vor-
liegen).
Rituelle Magie, magische Praxis nach be-
stimmten, im Ritual oder in geheimer
Rematerialisation (lat. Vors. re = wieder-
Überlieferung vorgeschriebenen Riten (mit
um; materia = Stoff), Gegenbegriff zu Evokationen, Räucherungen usw.).
Dematerialisation: Rückführung eines in
seiner körperlichen Sichtbarkeit aufgelö-
Rose-Croix, frz. Ausdruck für das Symbol
sten (= dematerialisierten) Gegenstandes
der Rosenkreuzer; s. d.
in seinen vorgängigen materiellen Zu-
stand. Bei medialen Sitzungen und bei
Rosenkreuz, Abk. oft R + C, ein Kreuz
Spuk auftretendes, paraphysikalisches
mit einer oder mehreren Rosen; Symbol
Phänomen. Vgl. Materialisation, Apport.
der Rosenkreuzer mit verschiedener Sinn-
deutung.
Reperkussion (lat. repercutere = zurück-
schlagen, zurückstoßen), frz. choc de re- Rosenkreuzer, Bezeichnung für viele Ge-
tour; Bezeichnung dafür, da13 Empfindun- heimbünde esoterischer Art vom 17. Jh.
gen und Zustände am Phantom bzw. an
bis heute, die sich auf Christian ROSEN—
der materialisierten Form auf den physi- KREUTZ (1378—1484) zurückführen bzw.
schen Körper des betreffenden Menschen seine angeblichen Ideen propagieren. Der
‚zurückschlagen‘; bei Astralprojektion u. historische Ursprung ist verworren; jede
paraphysikalischen Phänomenen vorkom-
Rosenkreuzergemeinschaft betrachtet sich
mend (z. B. Sichtbarwerden materieller als die allein originäre. Nach WINCKEL-
Einwirkungen oder Nachwirkungen auf MANN wurde die Bezeichnung „R.“ zuerst
der Haut dieser Person). für eine Gruppe von Eingeweihten ver-
wendet, die —— im Besitz der hermeti-
Reperkussionsgeräusch, subjektives, audi- schen Tradition — 1429 den „Orden des
tives Phänomen bei der Astralprojektion, goldenen Vliesses“ gründeten; 1459 soll der
wobei beim Ich-Austritt oder bei der sagenhafte Chr. ROSENKREUTZ dessen
Rückkehr ein schlagartiges, einschnappen- Mitglied geworden sein. — Durch das
des oder zischendes, kurzes Geräusch im Anti-Freimaureredikt Joseph II. (1'785) er-
Kopfinnern lokalisiert wahrgenommen fuhren die R. einen Rückgang, erleben
wird. - jedoch seit 1900 eine Renaissance. — Für
die Mentalität der Rosenkreuzer charak-
Respa (wörtl.: die in Baumwolle Geklei- teristisch sind humanitär—ethische Ziele
deten), tibetanische Lamas, die sich — in bei Ablehnung konfessioneller Gebunden-
4000—5000 m hoch gelegenen Höhlen über- heit; Gedankengut von Kabbala, Alche-
Rotlicht Schutzgeist

mie, Spiritismus und gnostischer Lehren. Satan (hebr. = Widersacher), syn. lat. dia-
Vgl. AMORC. bolus, Teufel, Dämon; theologisch der
Böse Geist — ein gefallener, ehemals gu-
Rotlicht, zwecks Ausschaltung störender ter Geist — als Widersacher Gottes und
Einflüsse, jedoch unter Inkaufnahme der der Menschen.
leichteren Ermöglichung von Betrug wur—
de bei Seancen meist Rotlicht gewählt; es Satanismus, syn. Teufelskult; s. Dämono-
gab jedoch auch „Lichtmedien“ wie D. D. magie
HOME (1833—1886) und M. SILBERT (1866——
1936). Heute werden zur Kontrolle Infra- Satorformel, syn. Sator—Quadrat; eine
rot-Aufnahmen gemacht. Zauberformel (sog. Kryptogramm), die
aufgeschrieben ein magisches Buchstaben-
RSPK, Abk. für engl. „recurrent sponta- quadrat mit den als Anagramm (rückläu— .
neous psychokinesis“ = wiederholte spon- fig) gelesenen Wortes .‚Sator-Arepo—
tane Psychokinese; s. Spuk, ISPK. Tenet—Opera-Rotas“ ergibt. Viele Deutun-
gen möglich.
Rückerinnerung, subjektive Gedächtnis—
erscheinungen, die als „Beweis“ einer frü—
Satori, analog zum Samadhi des Yoga eine
heren, inkarnierten Existenz angesehen
Erlebnisstufe in der Zenmeditation.
werden; s. Reinkarnation, Deja-vu-Erleb-
nis, Retrokognition.
Schamane (tungusisch ‚saman‘, ,schaman‘;
Rückstrahlender Äther, s. Akasha—Chronik verwandt mit sankr. ,sramana‘ = Büßer,
Asket, Zauberer), Bezeichnung für eine
Ruminationstheorie (lat. ruminare = wie- kultische Person bei den Naturvölkern
derkauen), nach dieser „Wiederkäuertheo- Sibiriens und Zentralasiens mit paranor-
rie“ seitens gewisser Medienentlarver sol— malen Kräften; vereinigt in sich die Funk-
len die in seancen in Erscheinung treten— tionen des Priesters, Propheten und Ma-
den ektoplasmatischen Gebilde ver- giers.
schluckte Stoffe (z. B. Gazeschleier) sein,
die wieder herausgewürgt würden. Schamanismus, Gesamtbezeichnung für
alle religiös-sozialen Kulthandlungen und
Runen, Schriftzeichen und Begriffssym- Phänomene, die mit den Schamanen in
bole bei den germanischen Völkern vor Zusammenhang stehen.
der Übernahme der lat. Schriftzeichen;
dienten vor allem magisch-kultischen Schatten, nach der psychoanalytischen
Zwecken (Runen-Magie). In der Esoterik Deutung C. G. JUNGs der Ausdruck für
auch als Talismane verwendet. jenen archetypischen Inhalt des Unbe-
wußten, der zum Bewußtsein in kompen-
Rutengänger, syn. Rutengeher, Rutler; ein
satorischer Beziehung steht; manche „To-
Radiästhet, der sich für seine Aussagen tenerscheinungen“ unerlösten oder Süh-
der Wünschelrute als eines Detektors be- nenden Charakters können aus dieser
dient. Sicht als Personifizierung des unbewuß—
ten Schattenmenschen angesehen werden.
Salamander, Feuergeist, Symbol d. Flam-
me (nach dem Volksaberglauben soll der
Schemen (mhd. scheme = Schattenbild),
Salamander brennendes Feuer zum Erlö-
Gespenst, Trugbild
schen bringen, ohne selbst zu verbren-
nen); auch eines der Elementare.
Schutzengel, nach katholischem Glauben
Samadhi, auch Samadhy (nach MIERS aus der jedem einzelnen Menschen zum na-
sanskr. sam, a, dha = „fest-zusammenge— türlichen und vor allem übernatürlichen
fügt sein“), höchste Stufe der Erleuchtung Heil von Gott zugedachte Engel.
und Selbstmeisterung im indischen Yoga;
oft mit „Sammlung“ oder „Konzentration“ Schutzgeist, in spiritist. Sprachgebrauch
wiedergegeben; s. Satori, Yoga. Bezeichnung für den leitenden jenseitigen
Geist während einer Seance oder auch
Samsara (sankr.)‚ Kreislauf der Reinkar- als Führerpersönlichkeit für das Medium
nationen. als solches; s. Kontrolle.
Schweben Sinnestransposition

Schweben, s. Hebeversuch, Levitation Seelentausch, von tibetanischen Yogis be-


richtetes Phänomen eines angeblichen
Schwerkraftanomalie, s. Hebeversuch Austausches der psychischen Lebensprin-
zipien und damit auch der entsprechenden
Säance (frz. = Sitzung), syn. spiritistische Persönlichkeiten.
Sitzung, spirit. Zirkel; Zusammenkunft
mit einem Medium zum Zweck der Kon- Seelenwanderung, Vorstellung des Über-
taktaufnahme mit Verstorbenen bzw. gangs der Seele nach dem Tod in ein an-
allgemein mit „Jenseitigen“ (seance im deres Lebewesen nach dem Karmagesetz;
spiritist. Sinn) oder Zusammenkunft ohne s. Reinkarnation, Karma.
spiritist. Einkleidung zum Studium der—
dabei auftretenden paranormalen Phäno- Selbsterscheinung, s. Autophanie
mene (Experimentalsitzung). Für gewöhn-
lich schließen sich die Zirkelteilnehmer Sender, s. Agent
eng zusammen mit Handschluß (Erhöhung
der Kraft; s. Zirkelunbewußtes; aber auch Sensitiver (lat. sentire : fühlen, empfin-
zur Kontrollfunktion), wobei gebetet und den), eine überempfindsame Person, wel-
gesungen wird. Als Beleuchtung meist nur che die Fähigkeit zum Empfang paranor-
Rotlicht verwendet. Vgl. Sitzung, Spiritis- maler Information besitzt; s. Psychomev
mus, Medium. ter, 0d, Paragnost.

Second sight (engl), s. Zweites Gesicht Shin (hebr. Buchstabe), in der Terminolo-
gie von WIESNER und THOULESS (s. Psi)
Seele (gr. psyche; lat. anima; demnach statt des vorbelasteten Wortes „Seele“
Atem, Hauch, Lebenskraft; mhd. sele, ahd. (soul) verwendet.
se(u)1a‚ engl. soul, got. saiwala; demnach
etym. „die zum See Gehörende“ bzw. „von Siderischer Leib (lat. sideralis = zu den
ihm Abstammende“; denn nach german. Sternen gehörig), von PARACELSUS für
Auffassung war ein See der Aufenthalts- den ätherischen Leib verwendeter Aus-
ort der Ungeborenen und Toten), die Be— druck; nach seiner Ansicht wandle dieser
griffsbestimmungen richten sich je nach „Gestirnsleib“ als Doppelgänger und inne—
dem individuellen psychologischen, tiefen- res Spiegelbild des Menschen nach dem
psychologischen und philosophischen Tod umher und täusche so die Erschei—
Standpunkt. Die Erforschung der paranor- nung des Toten vor. Vgl. Astralleib,
malen Fähigkeiten der menschlichen Psy— Ätherleib.
che bringt eine Erweiterung des vom See-
lenbegriff geprägten und zum Teil auch Siderisches Pendel, s. Pendel
vorbelasteten Menschenbildes durch neu
entdeckte Dimensionen, wie etwa die re- Signifikanz (lat. significatio = Anzeige,
lative Leibunabhängigkeit der Seele, Äußerung, Bezeichnung), man bezeichnet
Überschreitung der Raum-Zeit-Schranke das Ergebnis einer Psi-Testreihe als signi-
durch die Psi-Phänomene u. ä. Vgl. Geist. fikant oder bedeutsam, wenn aufgrund d.
Wahrscheinlichkeitsrechnung angenom-
Seelenexkursion (lat. excurrere = heraus- men werden kann, daß es nicht durch den
laufen), s. Astralprojektion Zufall allein, sondern durch anderweitige
Einflüsse zustande gekommen ist. Der
Seelenteld, von Hans DRIESCH 1937 vor- Grad der Signifikanz läßt sich durch die
geschlagener Begriff zur Bezeichnung je- CR-Zahl ausdrücken (s. Critical Ratio,
nes psychischen Areals unräumlicher, Kritischer Wert). Nach J. B. RHINE wird
überpersönlicher Art, in dem sich tele- die in der parapsychologischen Forschung
pathische und hellseherische Wahrneh- gültige Signifikanzgröße bei einer Wahr-
mungen vollziehen aufgrund einer Ver— scheinlichkeit von 0,01 oder weniger ange—
bundenheit der Psychen auf unbewußter setzt, d. h. bei einer positiven oder nega-
Stufe; s. Feld, Kreuzkorrespondenz. ‘ tiven Abweichung, die so groß ist, daß der
CR—Wert 2,58 oder größer ist.
Seelenreise, nach Hornell HART eine
ESP-Projection; syn. Out—of—the-body- Sinnestransposition (frz. transposition de
experience; s. Astralproj ektion. sens), Ausdruck vom frz. Mesmeristen
Sinnesversetzung Spiegelphänomenik

PETETIN (Memoires sur 1a catalepsie et des Schlafes mit Amnesie nach dem Er-
1e somnambulisme, 1787) zur Bezeichnung wachen. Nach MIERS soll der Terminus
von Reizwahrnehmung durch unspezifi- von Marquis de PUYSEGUR bzw. von
sche Rezeptoren, die sinnesphysiologisch WILLERMOZ (laut van RIJNBERK) stam-
dafür nicht geeignet sind (z. B. Sehen mit men.
der Haut); vgl. Kryptoskopie, Hautsehen.
Somnambulismus, 1. spontaner S.: s. Som-
Sinnesversetzung, s. Sinnestransposition nambulie; syn. Lunatismus; 2. induzierter
S.: Bezeichnung für ein aktiveres, traum-
Sitzung (engl. session; frz. seance; ital. artiges Stadium des hypnotischen Schla-
seduta). fes, wobei der Hypnotisierte im Gegen-
1. im Sinne einer Seance die Zusammen— satz zur hypnotischen Lethargie gehen u.
kunft zum Zwecke spiritistischer-mediu- sprechen kann und eigene Einfälle hat.
mistischer Kundgebungen; s. Seance;
2. nach J. B. RHINE (engl. session) Be— Somnolenz (frz. = Schlaftrunkenheit),
zeichnung für die Einheit von PK- oder leichtes Hypnosestadium, in dem der zu
ASW-Tests mit allen Einzelversuchen Hypnotisierende den Suggestionen nur
während einer parapsychologischen Ver- noch mit Mühe widerstehen kann.
suchsreihe.
Sonnengeflecht, s. Solarplexus
Skotographie (gr. skötos = Finsternis;
grdphein = schreiben), syn. Conceptogra-
Spagirik, auch Spagyrik, Spagirie (mlat.
phie, Psychographie.
Bildung zu gr. spdein : ziehen, zerreißen,
oder spdgein = trennen; ageirein = sam-
Skriptoskop (lat. scriptum = Geschriebe-
meln), bei PARACELSUS vorkommende
nes; gr. skopex’n = schauen), s. Planchette,
Bezeichnung für die Alchemie und die
Psychograph.
Heilkunst mit Pharmaka (Chemiatrie); als
Society for Psychical Research, Abk. SPR hermetische Heilmethodik von DDr. Ch.
= Gesellschaft für Psychische Forschung; F. ZIMPEL (1800—1876) wiederentdeckt

in London gegründet 1882 durch Prof. (Handbuch der spagyrischen Heilkunst,


William BARRETT (1844—1925), Prof. Hen— Göppingen 1924); vgl. Elixier.

ry SIDGWICK (1838—1900) und J. ROMA-


NES. Sphinx, auch Sphynx, 1. Bezeichnung für
die riesigen ägyptischen Steinfiguren mit
Solarpleäus (lat. plexus solaris = Sonnen- Löwenleib und Menschenkopf; „Neb“ ge-
gefiecht), größtes Nervengeflecht des nannte Symbole des Sonnengottes; esote-
menschlichen Körpers, das zum sympathi- risch verschiedentlich gedeutet.
schen Anteil des autonomen (= vegetati- 2. in der griech. Mythologie ein Ungeheu-
ven) Nervensystems gehört u. unter dem er mit Löwenleib und Frauenkopf, das
Zwerchfell auf der Aortavorderseite liegt. jeden tötete, der sein Rätsel nicht lösen
Nach esoterischer Vorstellung geht vom S. _konnte, jedoch von öDIPUS überwältigt
die „Silberschnur“ weg, die den physischen wurde.
Körper mit dem Astralkörper nach dessen 3. Name der von Dr. HÜBBE-SCHLEIDEN
Austritt verbindet. Versuche mit Para— 1886 gegründeten theos'ophischen Zeit-
gnosten legen auch die Hypothese nahe, schrift, die jedoch 1896 wieder einging;
daß der S. irgendwie auch die Funktion fortgesetzt in der „Metaphysischen Rund-
eines „Hellsehorgans“ ausübt. schau“ und in der „Neuen metaphysischen
Rundschau“ bis 1917.
Somnambuler (lat. somnus : Schlaf; am-
bulare = umher gehen), wörtl. und ur- Sphäre, s. Ebene
sprüngl. „Schlafwandler“ und damit syn.
mit Noktambuler (Nachtwandler); heute Spiegel, magische, s. magische Spiegel
Bezeichnung für eine in tiefster Hypnose
befindliche Person. Spiegelphänomenik, 1. Gesamtheit aller
Para—Phänomene, die durch Verwendung
Somnambulie (lat. somnus = Schlaf; am— eines magischen Spiegels zustande kom-
bulare = wandeln), Schlaf- u. Nachtwan- men.
deln: Ausführung von Aktionen während 2. Bezeichnung von Christoph SCHRÖDER
Spiegelzauber Spontanphänomen

(1871—1952) für gewisse, paranormal auf Spiritistische Hypothese, Annahme des


Spiegeln und anderen Glasflächen ent- Hereinwirkens jenseitiger Mächte in das
standene Zeichnungen durch das Medium Diesseits bzw. der Beteiligung von Gei-
Frau VOLLHART (Ps. f. Fr. RUDLOFF). stern (Seelen Verstorbener) an manchen
Vgl. Ztschr. f. psych. Forschung 1927/28; Para-Phänomenen. Diese Hypothese läßt
Zeitschr. für Metapsychische Forschung sich wissenschaffstheoretisch weder be—
1938, 4, 6. weisen noch widerlegen; sie stellt — wie
die animistische Hypothese —— eine vom
Wissenschaftsbegriff der Phänomenologie
Spiegelzaub er, s. Katoptromantie
wie auch eine von der Weltanschauung
her bedingte Vorentscheidung dar. Gleich-—
Spiritismus (neulat. Bildung des 19. Jh., wohl kann diese Ansicht aus philoso-
engl. spirit; lat. Spiritus = Hauch, Atem, phisch—theologischen Erwägungen bei ge-
Geist, Seele), grundsätzlich ist bei diesem wissen Phantom— und Spukerscheinungen
„Geisterglauben“ zu unterscheiden zwi- nicht a priori in Abrede gestellt werden.
schen S. als pseudoreligiöser Erschei- Vgl. Arme Seelen, Besessenheit, Spiritis-
nungsform und als Erklärungshypothese mus.
paranormaler Phänomene: 1. S. als Ideo-
logie (= Offenbarungsspiritismus als Re- Spiritualismus (lat. spiritualis = geistlich;
ligion oder Religionsersatz): stellt eine s. Spiritismus). Mehrdeutige Ausdrucks-
geistige Bewegung dar aufgrund der An- weise fiir verschiedene weltanschauliche
nahme, daß durch bestimmte Mittelsper- Einstellungen:
sonen („Medien“) eine Verbindung (men— 1. philosoph.: eine — in verschiedener
taler, verbaler u. a. Art) mit den Seelen Sinnakzentuierung vertretene —— Richtung,
der Verstorbenen möglich sei. In seancen welche die Wirklichkeit und Wirksamkeit
(spiritistischen Sitzungen) erhofft man des Geistes betont, vor allem in der Auf—
sich durch mediale Praktiken (s. Plan- fassung der materiellen Dinge; verwandt
chette, Tischrücken) „Offenbarungen“ aus mit dem Idealismus; Gegensatz zu Mate-
dem Jenseits (: „Sommerland“). Beginn rialismus.
der spiritistischen Bewegung ist das Jahr 2. in Anlehnung oder falscher Übersetzung
1848, als im März dieses Jahres im Haus des engl. „spiritualism“ oft syn. mit Spi-
des Farmers John David FOX in Hydes- ritismus verwendet (unter teilweiser Ab-
ville, New York, Spukphänomene in Form lehnung der Reinkarnation).
von Klopfgeräuschen auftraten, die sich 3. in Distanzierung vom Vulgärspiritismus
um die Töchter Margret und Katie kon- eine Verquickung beider Ansichten. Vgl.
zentrierten. Ein Nachbar der Familie, Geistheilung, paranormale Chirurgie.
Isaac POST, erfand dazu das Klopf-Abc
zwecks Kommunikationsaufnahme, wobei Spoekenkieker (Spukseher, Geisterseher),
beim Aufsagen des Abc beim entsprechen- niederdeutscher Ausdr. f. Menschen mit
den Buchstaben ein Klopfton erfolgen hellseherischen bzw. präkognitiven Fähig-
sollte. — Historisch in zwei Richtungen keiten, die sich meist in der Voraussage
vertreten: Kardecismus und Umbandis- von Unglücksfällen manifestieren; re—
mus. Seitens der Katholischen Kirche gional auffällig vorkommend in Westfa—
werden alle spiritist. Praktiken als Gefahr len, Friesland, Schottland.
für Glauben sowie für körperliche und
geistige Gesundheit (vgl. Psychohygiene) Spontanes Psi-Erlebnis (engl. spontaneous
abgelehnt; doch ist die wissenschaftliche psi experience), Auftreten eines paranor—
Erforschung der Phänomene dadurch nicht malen Phänomens, das weder subjektiv
' getroffen. Strenge Vorbehalte und Kritik— erwartet noch in seinem Erscheinen oder
fähigkeit sind jedoch erforderlich, wie die Erleben durch eine innere oder äußere
Erfahrung zeigt. korrelative Situation induziert erscheint.
2. S. als Deutungsmöglichkeit paranorma- Da bei synchronistischen Phänomenen
ler Phänomene: Gegenhypothese zu Ani-
der Kausalzusammenhang nicht gegeben
mismus; s. spiritistische Hypothese. ist, zählen sie im weiteren Sinn ebenfalls
hierher; s. Spontanphänomen.
Spiritist, Anhänger des Spiritismus in der
Doppelbedeutung des Ausdrucks; Gegen- Spontanphänomen (spätlat. spontaneus =
satz zu Animist. frei, freiwillig; gr. phainömenon = Er-
SPR Stimulusobjekt

scheinung), allgemein ein paranormales I—II 1969). — Nur in seltenen Fällen liegt
Ereignis, das außerhalb eines wissen- theologisch die Annahme einer Um- oder
schaftlichen Experimentes auftritt, d. h. Besessenheit nahe. Vgl. Poltergeistpsy-
ohne durch eine innere oder äußere Er— chose, Raps, Phantom, Hauch, Telekinese,
wartungssituation oder Experimental-si— Apporte, Geistererscheinung.
tuation induziert zu sein. Doch können
Spontanereignisse paranormaler Art auch Standardabweichung (engl. Standard de-
periodisch auftreten und so vorausgesagt viation; abgek. SD; frz. ecart quadrati—
werden (z. B. Spuk zu bestimmter Zeit); que moyen; ital. scarto quadratico medio),
s. spontanes Psi-Erlebnis. in der Statistik die Wurzel der mittleren
quadratischen Abweichung (Wurzel der
SPR, Abk. für Society for Psychical Rese- Varianz), berechnet nach der Formel
arch (s. d.) n.p.q‚ wobei n die Anzahl der Einzelver-
suche, p die Erfolgswahrscheinlichkeit für
Spuk (ursprüngl. nur niederdt. u. niederl. einen Versuch und q die Wahrscheinlich—
bezeugt; 17. Jh. ins Hochdeutsche über- keit für einen Mißerfolg (q = 1—p) ist.
nommen; mnd. spok, spuk; niederl.
spook), s. Spukphänomene, RSPK, ISPK. Starre Strahlen, syn. rigide Strahlen, von
Julian OCHOROWICZ und später
Spuken (1600 aus mnd. spoken = als Geist SCHRENCK—NOTZING verwendete Er-
umgehen), Auftreten von Phänomenen klärung für Telekinese leichter Körper
mit Spukcharakter. durch erstarrte Ektoplasmafäden (bei den
Medien Stanislawa POPIELSKA und Sta-
Spukphänomene, spontanes Auftreten pa- nislawa TOMCZYK); s. Cantilever.
ranormaler Erscheinungen mit starkem pa—
rapysikalischen Einschlag; syn. Poltergeist— Stein der Weisen (lat. lapis philosopho-
Phänomene; manifestieren sich mit „emo- rum bzw. philosophieum, ultima materia),
tionaler Resonanz“ (H. BENDER) auf aku— in der Alchemie das legendäre Endpro-
stischem (Klopflaute, Schritte usw.)‚ opti- dukt eines Läuterungsprozesses in vier bis
schem (Geistererscheinung in Form von sieben Stufen, durch das sich unedle in
Phantomen, Werfen von Steinen, Apporte) edle Metalle umwandeln ließen. Die Her—
und haptischem Gebiet (kühler Hauch, stellung des Steines der Weisen hieß Ma-
Berührungen). Meist laufen die unge- gisterium (Meisterstück); s. Alchemie.
wöhnlichen Ereignisse monoton-stereotyp
ab oder steigern sich gelegentlich bis zur Stigmatisation (gr. stigma = Stich, Fleck,
Unerträglichkeit. Seit der Antike bezeugt Brandmal), Phänomen des Auftretens der
(etwa bei PLINIUS dem Jüngeren). Un- Leidensmale (Stigmata) Jesu Christi an
terscheidung nach Fanny MOSER: einem Menschen in äußerlich sichtbarer
l. lokaler (ortsgebundener) Spuk: anschei- oder bloß innerlicher Ausprägung. Ambi—
nend an einen bestimmten Platz gebun— valentes mystisches Phänomen, das auch
dene Spukphänomene (Spukhäuser: Klö- psychogen sein kann. Der Einzelfall erhält
ster, Burgen, Schlösser) mit oft lang- seine Wertung aus der Art der Gesamt-
dauernder Spuktradition mit längeren persönlichkeit des Stigmenträgers; s. My-
spukfreien Intervallen. Häufig liegen ge- stik.
waltsame Todesfälle oder sonstige Tragö-
dien zugrunde. Urheber sind nach spiri- Stimme, direkte, aus seancen bezeugtes
tistischer Deutung die früheren Bewohner akustisches Phänomen, daß eine Stimme
des Ortes. Animistisch wäre an eine hy- im Raum hörbar wird, ohne vom Medium
pothetische Imprägnierung der betreffen- oder den Sitzungsteilnehmern zu stam-
den Räumlichkeiten zu denken. men. Nach spiritist. Interpretation brin-
2. personaler (persongebundener) Spuk: gen sie jenseitige Geistwesen mittels eines
tritt meist in der Umgebung und bei An— künstlichen ektoplasmatischen Kehlkopfes
wesenheit eines oft unbewußt spukenden hervor. Vgl. Conceptophonie.
Mediums (z. B. Pubertätsspuk) auf, das
ein affektives Feld schafft bzw. Span- Stimulusobjekt (lat. stimulus = Stachel,
nungssituationen intrapsychischer Kon- Anreiz; engl. stimulus object; frz. objet
flikte auf diese Weise abreagiert (Vgl. stimulus; ital. oggetto-stimolo), syn. Reiz-
Spuk von Rosenheim; GW II—IV 1968, objekt; bei den Psi-Tests eine ASW-Karte,
Strahlen Symbol

eine Zeichnung oder ein anderer Gegen- ‚bis an die Schwelle reichend‘), Bezeich-
stand, von dem der Perzipient irgendein nung für unter der Bewußtseinsschwelle
kennzeichnendes Merkmal erfassen soll liegende psychische Inhalte; syn. cons-
(RI-IINE). ciousness (engl.) von F. W. I-I. MYERS; s.
Bewußtsein, Unbewußtes, Mitbewußtes.
Strahlen, im Vulgärokkultismus unkri—
tisch für alle möglichen Fernwirkungen Suggestibilität (lat. suggerere = eingeben,
verwendetes Wort ohne wissenschaftliche einflüstern), Bezeichnung für den indivi-
Aussage; s. Erdstrahlen, Strahlungshypo- duellen Grad der mehr oder weniger vor—
these. handenen Bereitschaft, sich durch Sugge-
stionen beeinflussen zu lassen. Die S.
Strahlungshypothese, Sammelbegriff für einer Person kann in verschiedenen Si-
alle Erklärungsmöglichkeiten der para- tuationen verschieden groß sein und
normalen Informationsübertragung (Tele- Grund für Subjektive, pseudoparanormale
pathie) mittels Wellen oder Strahlen; s. Erlebnisse sein.
Gehirnwellen, Mental Radio.
Suggestion (lat. suggestio = Eingebung,
Stress (aus engl. distress = Not, Bedrän- Einflüsterung), intensive Beeinflussung des
gung, Erschöpfung; lat. strictus = ver- seelisch-geistigen Erlebnisablaufes eines
wundet), in Medizin und Psychologie von Menschen durch Worte (Verbalsuggestion)
Dr. med. Hans SELYE (geb. 1907 in Wien) oder Gedanken (Mentalsuggestion). Unter-
eingeführte Bezeichnung für eine Be- scheidung in Selbst (= Autos.)- und Fremd
drängnisreaktion des Organismus (unter (= Hetero)—Suggestion; steigerungsfähig
Einfluß der Hypophyse und der Neben- bis zur Hypnose. Manche scheinbar para-
nierenrinde) in einer hochgradigen Bean— normalen Phänomene finden durch S. ihre
spruchungssituation, in der es zur Not— natürliche Erklärung (Sinnestäuschungen
fallsreaktion (Mobilisierung von Lei- u. ä.); s. Hypnose.
stungsreserven) kommt. In solchen Stress-
Situationen kann es u. U. auch zu para- Super-Ego (lat.), s. Über-Ich
normalen Leistungen kommen; vgl.
Grenzsituation. Supernatural (lat. = übernatürlich), über
die Möglichkeit der Naturordnung und
Subjekt (lat. subiectum; gr. hypokeime— ihre Gesetzlichkeit hinausgehend; theo-
non = das Darunterliegende; engl. sub- logisch: heilsgeschichtlich, gnadenhaft, die
ject; frz. sujet; ital. soggetto), Übernatur betreffend; s. übernatürlich.
1. philosoph.: Gegenstück und Gegenbe-
griff zu Objekt; Träger von Eigenschaften Supernormal (lat. super = über hinaus;
und Aussagen (Substanz). norma = Richtschnur), syn. veraltete Aus-
2. psychol.: syn. mit Ich, Person, Selbst; drucksweise für paranormal; vgl. super—
Träger der Wahrnehmungs—‚ Erkenntnis- natural.
u. Willensakte.
3. experimentalpsychol.: besonders im Supranatural (lat. : übernatürlich), s. Su-
Englischen identisch mit Versuchsperson pernatural
(s. d.).
Supranormal, s. supernormal
Subjektive Erwartungseinstellung, auf
starker Suggestibilität beruhende psychi- Sylphen (mlat. sylpha nach gr. sylphe :
sche Disposition, die für das Auftreten Schnake), bei PARACELSUS Bezeichnung
echter oder pseudo-paranormaler Phäno- für die männlichen Elementargeister der
mene bedeutsam sein kann (beispielswei— Luft; weibl. Parallele sind die Sylphiden;
se: Glaube an magische Effekte, schicksal— s. Elementargeist.
haftes Eintreten zukünftiger Ereignisse
durch mantische Ankündigung u. ä.); s. Symbol (lat. symbolum; gr. symbolon von
Erwartungssituation. symbollein = zusammenwerfen), Sinnbild
und Sinnzeichen; eigentlich und ursprüng-
Subliminal (engl. nach lat. sublimis = in lich ein zwischen Freunden vereinbartes
der Luft befindlich; limen = Schwelle Erkennungszeichen, z. B. die Hälften eines
bzw. limes = Grenzlinie; demnach wörtl. zerbrochenen Ringes. Ausdruck der Sinn—
Sympathische Mitbewegung Tattwas

erfahrung in konkreter Gestalt. In Alche- bloße Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse


mie, Astrologie, Freimaurerei und in allen darstellt“. (Synchronizität als ein Prinzip
esoterischen Gemeinschaften und ihren akausaler Zusammenhänge, in: JUNG—
Lehren spielen Symbole eine tragende PAULI, „Naturerklärung und Psyche“,
Rolle; sie können sich auch von der Art Rascher, Zürich 1952).
eines Archetypus als psychische Projek-
tionen paranormaler Art manifestieren Tabu (19. Jh. engl. taboo; frz. tabou:
(z. B. in Träumen, Visionen, Spukerleb- wörtl.: das stark Gezeichnete), aus der
nissen).
polynesischen EingeborenenSprache stam-
mender Ausdruck zur Bezeichnung von
Sympathische Mitbewegung (gr. sympa- Gegenständen der Sakralsphäre. die dem
theia = gleiche Empfindung), Bewegung profanen Zugriff entzogen sind. Vgl. To—
von Telekinesemedien synchron mit den tem.
bewegten Gegenständen (etwa bei Eusapia
PALLADINO, Willy SCHNEIDER).
Tafelschrift, auf geschlossenen, versiegel-
ten, unpräparierten Schiefertafeln kom-
Synchronie, paranormaler Art,
men auf paranormale Weise in direkter
l. motorische: im Zusammenhang mit
Schrift Worte oder Sätze zu stehen (Expe-
Materialisationsphänomenen führt das
rimente ZÖLLNERS mit Henry SLADE).
Medium Mitbewegungen zu den Bewe-
Vgl. Psychographie, Conceptographie.
gungen des Phantoms aus.
2. sensorische: das Medium empfindet an
sich selbst die dem Phantom zugefügten Tafeltest, s. Tafelschrift, Direkte Schrift.
Reize (Schmerzen usw.).
Tagesbewußtsein, Ausdruck für die Klar—
Synchronistische Halluzination, eine Hal- heit und Wachheit des normalen Bewußt-
1uzination, die mit einer äußeren Tatsache seins gegenüber allen tranceartigen, som-
im Sinne der Synchronizität korrespon- nambulen Bewußtseinszuständen; syn.
diert, ohne von ihr verursacht worden zu Wachbewußtsein, Oberbewußtsein.
sein; s. Halluzination.

Talisman (17. Jh. aus ital. talismano, die-


Synchronistische Phänomene, Erscheinun- ses aus arab. tilasm, Mz. tilisman :
gen im Bereich der Psyche oder der Na- Zauberbild; vgl. mittelgr. telesma = ge—
tur, die durch ideelle Gleichzeitigkeit und Gegenstand), glückbringender
weihter
Gleichsinnigkeit miteinander verbunden Gegenstand, der den Talismanträger ma-
sind. Deutungsmöglichkeit für jene para- gisch beschützen soll (z. B. Hufeisen,
normalen Phänomene, bei denen kein Glücksklee, Ring, Alraun); s.a. Amulett,
Kausalzusammenhang zu erkennen ist; s.
Maskottchen.
Synchronizität.

Tao (chines. : Weg. Ordnung, Sinn), in


Synchronizität (gr. Vors. syn = zusam-
der chines. Philosophie seit LAOTSE
men, mit, zugleich; gr. chrönos = Zeit),
(6. Jh. v. Chr.) Bezeichnung für den Ur-
von C. G. JUNG verwendeter Ausdr. zur
grund alles Seins, aber auch für den Weg,
Bezeichnung von Sinnzusammenhängen
der durch Meditation zu ihm hin führt.
(Koinzidenzen) in übereinstimmenden Er-
Es manifestiert sich im Yin und Yang,
lebnissen räumlich getrennter Bewußt-
den beiden Seinszuständen der Natur;
seinsträger. „Ich habe den Terminus ‚Syn-
vgl. I-Ging, Akupunktur.
chronizität‘ gewählt, weil mir die Gleich-
zeitigkeit zweier sinngemäß, aber akausal
verbundener Ereignisse als ein wesent- Tarock, Tarot (ital. tarocco aus arab. ta-
liches Kriterium erschien. Ich gebrauche raha), uraltes Kartenspiel zu 78 Karten
hier also den allgemeinen Begriff der mit esoterischer Symbolbedeutung.
Synchronizität in dem speziellen Sinne
von zeitlicher Koinzidenz zweier oder Tattwas (sanskr.), nach der indischen Eso-
mehrerer nicht kausal aufeinander bezo— terik fünf im Menschen existierende Ur—
gener Ereignisse, welche von gleichem schwingungskräfte, die sich in ihrem
oder ähnlichem Sinngehalt sind. Dies im Rhythmus alle zwei Stunden ändern sol-
Gegensatz zu Synchronismus, welcher die len.
Telästhesie Teufel

Telästhesie (gr. tele = in die Ferne; Telephanie (gr. phainein = sichtbar ma-
aisthesis = Wahrnehmung), von F. W. H. chen), „Fernerscheinung“, spontane Er-
MYERS (1843—1901) 1882 eingeführter Be- scheinung eines entfernt Lebenden außer-
griff für räumliches Hellsehen (= Hell— halb einer Seance.
sehen in die Ferne); s. Hellsehen.
Telephonanschluß im Absoluten (E. v.
Telebulie, s. Mentalsuggestion HARTMANN), s. Kosmisches Bewußtsein

Telekinese (gr. tele = in die Ferne; kinesis Teleplasma (gr. pldsma = Gebilde), mit
= Bewegung), Fernbewegung als Bewe- Ektoplasma syn. Bezeichnung für die
gung von Gegenständen ohne mittelbare ,feinstofflichen‘ Körperausscheidungen bei
oder unmittelbare Berührung; vgl. Psy- Medien (SCHRENCK-NOTZING); s. Ekto-
chokinese, Psi-Phänomene. plasma.

Telekryptoskopie (gr. tele = in die Ferne; Teleplastie (gr. plc’xssein : formen, bil-
kryptös = verborgen; skopein = sehen), den), nach SCHRENCK-NOTZING (1862—
selten gebrauchter Ausdruck für räum- 1929) die Lehre vom Teleplasma; s. Teleo
liches Hellsehen in die Ferne; s. Hell- kinese, Starre Strahlen, Materialisation.
sehen.
Teleplastik, das aus Teleplasma (= Ekto—
Telepathie (gr. tele : in die Ferne, aus plasma) aufgebaute, sichtbare und photo-
der Ferne; pöthos = Gemütsbewegung; graphierbare Phänomen; s. Ektoplasma,
engl. telepathy, frz. telepathie; ital. tele- Materialisation, Phantom.
patia), „Fernfühlen“, von F. W. H. MYERS
1883 eingeführter Terminus zur Bezeich- Telepyretik (gr. pyr = Feuer), paranor-
nung der Aufnahme fremder Bewußt- male Lichterscheinungen, spontan auftre-
seinsinhalte ohne sinnliche oder techni- tend oder durch ein Medium induziert.
sche Vermittlung. Wörtlich nach MYERS:
„Transmission of thought independently Teleradiästhesie, „Fernmutungen“ radiäst-
of the recognised channels of sense“ (= hetischer Art durch Pendel oder Wün-
Übertragung von Gedanken unabhängig schelrute (s. d.).
von den anerkannten sinnlichen Möglich-
keiten der Übermittlung). — Davon zu
Telergie (gr. ergdzesthai = arbeiten), pa—
unterscheiden ist die Rezeption subjekt-
raphysiologische Ausnützung des Gehirns
unabhängiger Vorgänge (s. Hellsehen).
oder anderer Organe des Mediums durch
Als Kommunikatoren des telepathischen
eine Trancepersönlichkeit.
Beziehungsgefüges fungieren Sender (s.
Agent) und/0d. Empfänger (s. Perzipient).
Telepathische Modifikationen: Tendenziöse Apperzeption, erwartungsab-
1. bewußte Telepathie: absichtlich (z. B. hängige Wahrnehmung im Psi—Test, wobei
im Experiment) herbeigeführte telepathi- „Schafe“ (= Gläubige) und „Böcke“ (=
sche Übertragung; Ungläubige) Gleiches verschieden wahr-
2. spontane T.: ungewollt zustande ge- nehmen.
kommene telepathische Information;
3. retrokognitive T. (TYRELL) und prä- Tetragramm, Tetragrammaton (gr. tetta-
kognitive T. beziehen sich auf einen in res = vier; grömma = Buchstabe), vier—
der Vergangenheit oder in der Zukunft buchstabiges Symbolwort magischer, kab-
liegenden psychisch repräsentierten Sach- balistischer Bedeutung, z. B. die Konso—
verhalt; s. Hellsehen. Vgl. Gedankenüber- nanten des hebr. Gottesnamens JHVH;
tragung, Mentalsuggestion, Psi-Gamma— s. Golem, Jahwe.
und Psi-Kappa-Telepathie.
Teufel (mhd. tiuvel, tiefel; ahd. tiufal;
Telepathischer Fernzwang, s. Psychobolie lat. diabolus, gr. didbolos = Verleumder,
Durcheinanderbringer), Prinzip des Bö-
Telepathischer Rapport, telepathische Be- sen persönlicher oder unpersönlicher Art;
ziehung (Kontakt) zwischen Sender und theolog. identisch mit dem Bösen Geist;
Empfänger. s. Satan, Dämon.
Teufelsbeschwörung Totenbeschwörung

Teufelsbeschwörung, s. Dämonomagie, ter ist als die Aufspaltung in PE und


Nigromantie, Magie. Zauberei- normale Sinneswahrnehmung.

Thaumatologie (gr. thaüma = Wunder; Tischrücken, in spiritistischen Zirkeln


lögos = Lehre), wissenschaftl. Reflexion praktiziertes Verfahren zwecks Erlangung
über das Wunder im theologischen Sinn. von „Jenseitsbotschaften“. Nach der ani-
mistischen Hypothese wäre es — wie das
Thaumaturgie (gr. ergözesthai = verfer- Glasrücken — als Äußerung des motori-
tigen), Macht, Wunder zu wirken. schen Automatismus zu betrachten, be—
dingt durch unbewußte Muskelbewegun-
gen mit intelligenter Steuerung oder auch
Theosophie (gr. theös = Gott; sophia = rein psychokinetisch hervorgebracht.
Weisheit), „Gottesweisheit“, auf indischen
Einflüssen beruhende mystische Weltan-
Tobiskop, ein von Dr. Michael Kusmitsch
schauung in Anlehnung an die buddhisti-
GAIKIN und Ing. Wladislaw MIKALEWS-
sche Lehre von der Seelenwanderung.
KIJ entwickeltes elektronisches Gerät ——
Nach H. P. BLAVATSKY (1831-==1891, Mit-
das auf der Basis der wechselnden elek-
begründerin der ersten Theosophischen
trischen Leitfähigkeit der Haut arbeitet —
Gesellschaft) ist T.: „die Grundlage und
zur Festlegung der Akupunktur-Punkte
der Extrakt aller Weltreligionen und Phi-
mit einer angeblichen Genauigkeit von
losophien, gelehrt und praktiziert von
0,1 mm; wurde von der UdSSR auf der
einigen Auserwählten, seitdem der
„Expo 67“ in Montreal ausgestellt. Vgl.
Mensch zu denken begann; in seiner prak—
Akupunktur.
tischen Bedeutung ist T. reine göttliche
Ethik; die Definitionen in den Wörterbü—
chern sind Unsinn“ (,Glossary of Theoso- Tod (mhd, tot, ahd. tod; got. daubus; engl.
phy‘, zit. nach MIERS); vgl. Adyar, An- death; schwed. död; lat. mors; gr. thdna-
throposophie. tos), radikale Grenzsituation (als Vorgang
des Sterbens), die häufig auch von para-
normalen Vorgängen begleitet ist. Biolo-
Tierischer Magnetismus, s. Magnetismus,
gisch ereignet sich im Tod ein irrever-
Mesmerismus
sibles Aufhören und Zum—Erlöschen—
Kommen der Lebensvorgänge (partiell od.
Tierparapsychologie (vgl. Parapsycholo— universell). Philosophisch-theologisch be-
gie), Wissenschaft von den paranormalen trifft dieses personale Ereignis die ganz-
Phänomenen im Tierreich; z. B. Psi-Trai— menschliche Existenz, worin vor allem
ling (s. d.), telepathische Kommunikatio— die Geistseele eine neue kosmische Bezie—
nen zwischen Tier und Mensch, Warnun- hung eingeht, die auch in der Interpreta-
gen durch Tiere, Tierphantome usw. tion mancher Para-Phänomene zu berück-
Doch müssen in der T. andere als in der sichtigen ist. Vgl. Fegefeuer, Jenseits,
Humanparapsychologie verwendete Me— Eschatologie.
thoden eingesetzt werden, vor allem etho-
logische. Ein Großteil der paranormal an-
Totbeten, Totsingen, als Gegenteil des
mutenden Phänomene im Tierverhalten
Gesundbetens vorkommende abergläubi-
dürfte sich jedoch aus der ungemein fei-
sche Praxis eines Vernichtungszaubers; s.
nen Ausbildung der Außenweltrezeptoren
Besprechen.
—— wovon einige dem Menschen fehlen —
erklären lassen. Von besonderer Beweis—
kraft für die Objektivität von Para-Phä— Totem (über engl. aus indian. —— Stamm
nomenen ist das Verhalten von Tieren ih- Odjibwä der Algonkin — „ototeman“; 0te
nen gegenüber, z. B. bei Spuk- und Phan— = Sippe, Clan), als Ahne verehrtes Ding
tomerscheinungen. Obwohl die T. (und oder Lebewesen, zu dem Einzelpersonen
ebenso die Tierparanormologie) erst in oder Gruppen in mystischer Dauerbezie—
den Anfangsstadien steht, ist sie doch hung stehen. Auch Bezeichnung für das
schon weiter als die analoge Arbeitsrich- entsprechende Emblem, das den tabuier—
tung in der Botanik. Manche Biologen u. ten Schutzgeist darstellt. Verbunden mit
Parapsychologen postulieren überhaupt Ahnenkult und Geisterglauben.

eine primäre Wahrnehmungsfähigkeit der


lebenden Zelle, welche phylogenetisch äl— Totenbeschwörung, s. Nekromantie
Trance Treffersumme

Trance (engl., afrz. transe = hinüberge- Transzendentalstimmen, Stimmen unbe-


hen von lat. transire : hinübergehen), kannter Herkunft, die paranormal auf
schlafähnlicher Zustand mit Bewußtseins- Tonband entstehen und von der Mehrzahl
einschränkung; etwa syn. mit Ekstase; der Experimentatoren in unkritischer
induziert oder spontan auftretend. Erste- Vorentscheidung spiritistisch oder dämo-
res bei Autosuggestion und Hypnose, nisch als „von drüben“ (transzendental)
letzteres bei Medien (meist als Besetzung kommend interpretiert werden, was wie-
des Ichs durch eine Fremdpersönlichkeit derum psychohygienisch gesehen bedenk-
erlebt). Der mediale Trancezustand läßt in liche Rückwirkungen auf die eigene Psy-
seinen Äußerungen die typischen, perso- che des Experimentators haben kann. S.
nifizierenden Tendenzen des Unbewußten Conceptophonie, Goniometer, Nekrophon,
erkennen. Vgl. Persönlichkeitsspaltung. _— Psychophon.
Nach einer von Dr. Nicola BRUNORI vor-
gebrachten Hypothese sei für den media- Traum, Bezeichnung für alle psychischen
len Schlafzustand neurophysiologisch das Geschehensabläufe während des Schlafes
Zwischenhirn verantwortlich, durch das oder eines schlafähnlichen Zustandes
der hemmende Einfluß der Großhirnrinde (Tagtraum), wobei halluzinatorische Vor—
und damit das Tagesbewußtsein ausge- stellungen oft verworrener Art auftreten.
schaltet würde („Apparizioni — Allucina- Im Gegensatz zur mantischen Traumdeu-
zioni _— Visioni“, in ,Metapsichica‘, 1956/1). tung versucht die Psychoanalyse das
Traumgeschehen aus Reizvorgängen wäh—
Trans, 1. lat. trans = hinüber, jenseits, rend des Schlafes, aus Tagesresten und
hindurch; in vielen Zusammensetzungen vor allem aus vergessenen und verdräng-
vorkommend; ten Bewußtseinsinhalten zu verstehen.
2. syn. mit Trance. Parapsychologisch sind Wahrträume (prä-
kognitive Träume oder Traumserien) von
Transbühne, in Seancen und in Hypnose Bedeutung. In dieser Hinsicht ist vor a1-
die erlebte Umgebung, in welcher sich das lem der Fall „Gotenhafen“ von BENDER
Erlebnis abspielt. und MISCHO dokumentiert und struktur-
analytisch untersucht worden (ZPGP 4,
Transdrama, nach Emil MATTIESEN eine 2/3, 1960/61). Religionsgeschichtlich wurden
emotionale Mitteilungsform der Trans- Träume schon seit der Antike als Offen-
persönlichkeit im geistigen Verkehr mit barungen Gottes angesehen (Vgl. dazu:
dem Medium, wobei die vermittelnde A. RESCH, Der Traum im Heilsplan Got-
Kontrollpersönlichkeit den Kommunika- tes, Freiburg 1964, Dissertation).
tor nicht nur in genau beschreibbarer,
äußerer Erscheinung vor sich sieht, son- Travelling Clairvoyance (engl.), reisendes
dern auch in dramatischer Bewegung be- Hellsehen, wandernde ASW, Reiseexperi-
griffen. ment; der Vp wird hypnotisch suggeriert,
da13 sie zu einem bestimmten Punkt ge-
Transfiguration (lat. transfiguratio = Ver- führt werde und dann angeben solle, was
klärung; figura = Gestalt), Verwandlung dort zu sehen sei. Als parapslychologisches
eines Mediums oder einer besessenen Per- Experiment schon 1886 von Ch. RICHET
son in der Art, daß deren Aussehen und mit der Vp ALICE durchgeführt. Metho—
Verhalten völlig dem Bild des Dargestell- disch nicht einwandfreies Experiment, da
ten gleicht. das Zielobjekf auch telepathisch aus dem
Wissen des Versuchsleiters od. des Agen-
ten hellsichtig erkannt werden kann. Vgl.
Transmutation (lat. trans = hinüber; mu-
tare = umwandeln), Exteriorisation, Hellsehen.
1. alchemistisch: Ausdruck für die Um-
wandlung eines Elements in ein anderes Treffersumme (engl. score), Anzahl der
(lat. transmutatio metallorum); s. Alche- Treffer pro Versuchsreihe:
mie 1. Gesamttrefferzahl: Summe der Treffer
2. spiritistisch: s. Transfiguration. für eine bestimmte Zahl von Versuchsrei-
hen (bei Psi—Tests);
Transtraum, Erlebnisse des Mediums im 2. durchschnittliche Trefferzahl, Durch-
. Trancezustand. schnittsergebnis: ergibt sich aus der Divi-
Trial Unbewußt

sion der Gesamttreffer durch die Anzahl Natur zwar seinsmäßig übersteigt, jedoch
der Versuchsreihen; s. Score. einer anderen Seinskategorie zukommen
kann. Philosophisch ist es von da her
Trial (engl. = Probe, Versuch; frz. essai; auch fraglich und a priori nicht entscheid-
ital. prova), in den ASW-Versuchen RHI— bar, ob der Gesamthorizont der Paraphä—
NES ein einzelner Versuch zur Identifi— nomenik als außernatürlich oder als na-
zierung eines Reizobjekts; in den PK- türlich, aber paranormal angeSprochen
Tests ein einzelner Wurf mit den Würfeln werden kann. In dieser Problematik zwi-
oder ähnlichen Objekten. schen Immanenz und Transzendenz, die
auch, aber nicht notwendig, übernatürlich
Trugwahrnehmun g, s. Halluzination, sein kann, sehen wir erst aus der Erfah-
Pseudohalluzination, Illusion. rung (s. PE) die paranormalen Fälle als
natürlich im Bereich einer zu erweitern—
Tulku, tulpa, in Tibet eine, durch beson— den Natur an.
ders intensive Gedankenkonzentration od.
magisches Ritual geschaffene, künstliche Übernormal, s. Paranormal, Supranormal
Form nach Art eines schemenhaften Ge-
spenstes. Animistisch interpretiert sind es Ubersinnlich, undifferenzierter Sammel-
autonome Phantome, die aufgrund einer begriff für alle Arten außer- bzw. über—
Objektivation und Projektion subjekti- natürlicher Ereignisse; inhaltlich oft syn.
ver, geistiger Erlebnisbilder entstehen mit paranormal.
können.
UFO, Mz. UFOS, Abk. für engl. „Uniden—
Tumo, tibetanisches Verfahren u. Übung tified Flying Obj ects“ = Unbekannte Flie-
des Tantra-Yoga zur Erzeugung einer von gende Objekte; syn. Flying Saucers (=
innen her psychisch wirksamen Wärme. Fliegende Untertassen), ein von Kenneth
So besteht die indo—tibetische Einwei— ARNOLD (Washington 1947) stammendes
hungsprüfung im Trocknen von kalten, Wort. Ob solche behauptete Flugkörper
nassen Tüchern am bloßen Leib. außerirdischen Ursprungs als objektiv—
reale und nicht bloß fehlgedeutete oder
Typtologisch (gr. typtein = klopfen), psychisch projizierte Phänomene wirklich
durch Klopflaute sich manifestierend existieren, ist derzeit noch kontrovers.
(.‚Klopfgeist“); s. Automatismus, Spiritis-
mus. Umbandismus (umbanda = Geisterbe-
schwörer, Hohepriester des Bantukults),
Über-Ich (lat. Super-Ego), 1. psychoana— Richtung des brasilianischen Spiritismus
lytisch: nach Sigmund FREUD jene dem als Synkretismus aus afrikanisch-indiani-
Ich und dem Es übergeordnete Persönlich- schen und christlich-religiösen Vorstellun-
keitsinstanz, die im Sozialisationsprozeß gen, verbunden mit magischen Praktiken.
entwickelt und in den Gesellschaftsnor— — Gegensätzlich in den Anschauungen ist
men sowie im Gewissensspruch offenbar der romanische Spiritismus, gegründet
wird. von Allan KARDEC, Ps. f. Hippolyte
2. paranormologisch: Annahme einer RIVAIL (1804—1869). Vgl. Spiritismus.
Weltseele (lat. anima mundi) oder eines
Weltbewußtseins (JAMES, OSTY), mit Unberufen, s. Berufen
dem die Partialseelen partizipieren und
daher wie aus einem „Kosmischen Reser- Unbewußt, im psychologischen Sprachge-
voir“ Kenntnisse überpersönlicher Art brauch mit mehrdeutigem Sinn: 1. allge-
schöpfen können. Vgl. Akasha—Chronik, mein jene nicht ins Bewußtsein kommen—
Kosmisches Bewußtsein. den psychische Vorgänge, weil sie entweder
grundsätzlich nicht wahrnehmbar sind
Uhernatürlich, theolog. all das, was über oder nicht zum phänomenalen Erlebnis-
die Ordnung, den Seins- und Wirkbereich bereich gehören (nach DREVER). Vgl.
des Natürlichen hinausgeht; positiv ge— Heniden.
sehen ist das der Bereich des Göttlichen 2. psychoanalytisch jene nicht-bewußten
und Gnadenhaften. Terminologisch davon psychischen Vorgänge, die zwar unter die
zu unterscheiden ist das Außernatürliche, Bewußtseinsschwelle verdrängt, jedoch in
das die Erfordernisse einer individuellen symbolischer oder sublimierter Form
Undinen Verschiebung

wieder aufsteigen und so das Verhalten Vampir (serbisch), auch ältere Schreib—
störend beeinflussen können. weise Vampyr; nach dem Volksaberglau—
ben der Balkanländer ein wiederkehren—
3. Im Sinne der psychischen Stratigraphie
(Schichtenbau der Persönlichkeit) die un- der Toter, der als blutsaugendes Nacht-
terste Schicht psychischer Inhalte, die all gespenst in Analogie zu den blutsaugen-
das enthält, was wir vergessen haben und den Fledermäusen den Menschen in der
Nacht das Blut aussaugen soll, die dann
daher willentlich nicht mehr ins Bewußt-
durch den Biß des Vampirs gleichfalls
sein heben können.
vampirisch werden.

Undinen (lat..unda = Welle), nach der


Vampirismus, die Vampire betreffenden
Esoterik weibliche Elementargeister des
Erscheinungen; heute oft auch für be-
Wassers; syn. Wassernixen, Wassernym-
stimmte Besessenheitsfälle verwendet, da
phen.
mit ihnen auch paranormal auftretende
Wunden und Bißspuren verbunden sind.
Universalbewußtsein (frz. conscience uni- Vgl. Dermographie.
verselle), von Eugene OSTY (1874—1938)
geprägter Ausdruck für ein Über-Bewuß— Vardögr-Phänomen, norwegischer Aus-
tes im Sinne einer Akasha-Chronik, aus druck für eine auditive Doppelgängerer-
dem ein Paragnost seine Informationen scheinung, die als Ankündigung der An—
beziehen kann. Vgl. Über-Ich, Kosmisches kunft eines Menschen verstanden wird.
Bewußtsein. Nach T. WEREIDE liege in diesem Vor—
aushören eine Verdoppelung des Zeitmo-
Unterbewußt, 1. syn. mit Unbewußt (s. 1. ments vor, was auf eine Relativierung
u. 2.) von Raum und Zeit im Bereich des Unbe—
wußten hinweise.
2. nach Albert HUTH (Diagnose der Per-
son, 1963, S. 13) jener psychische Bereich,
Verbalsuggestion, s. Suggestion; Gegen-
in dem sich all das befindet, woran wir
satz: Mentalsuggestion.
uns noch erinnern können, d. h. was wir
durch unseren Willen jederzeit ins Be-
Verdoppelung, s. Astralprojektion, Dop—
wußtsein heraufrufen können; s. Unbe—
pelgänger, Bilokation
wußt, Bewußtsein.
Veridike Erscheinung (lat. verum : das
Unverbrennbarkeit, s. Feuerfestigkeit Wahre; dicere = sagen), eine ganz oder
teilweise mit einem „wirklichen“ Vorbild
Unversehrtheit, s. Unverwesbarkeit übereinstimmende Erscheinung (MAT-
TIESEN).

Unverwesbarkeit, Unverweslichkeit, Un- Veridike Halluzination, dem halluzinier—


versehrtheit (Integrität), besonders von ten Sachverhalt entspricht ein tatsächli-
Heiligen bezeugtes paranormales oder ches Geschehen.
mystisches Phänomen der Konservierung
von Teilen des Leichnams oder des Leich- Verlagerung, s. Verschiebung
nams als ganzen durch längere Zeit, ver-
bunden mit Ausbleiben der Totenstarre Verschiebung (engl. displacement; frz. de-
(rigor mortis), Auftreten von Wohlgerü- placement; ital. spostamento), Bezeich—
chen, Blutausfluß nach dem Tod, Behal- nung für einen Experimentaleffekt hin-
ten der Körperwärme längere Zeit nach sichtlich signifikant auftretender ASW-
dem Sterben, ja sogar Bewegungen des Aussagen, die andere als die bei der Aus—
Leichnams u. ä. Die Erforschung des gan- sage intendierten Zielobjekte treffen;
zen Phänomenkomplexes ist weder von entdeckt von W. Whately CARINGTON
geologisch-chemischer noch von biolo- (1884—1947):
gisch—medizinischer Seite her in Angriff 1. rückläufige V. (backward displacement):
genommen worden. Herbert TI-IURSTON ASW-Aussagen für Zielobjekte, die den
SJ (Die körperlichen Begleiterscheinungen bestimmten Zielobjekten vorangehen,
der Mystik, Bäber, Luzern 1956) bringt 2. vorausgehende V. (forward d.): ASW-
aus der Zeit von 1400—1900 42 Fälle ein- Aussagen für Zielobjekte, die später als
schlägiger Art. die intendierten auftreten.
Verschreien Wahrscheinlichkeit

Verschreien, s. Berufen, Beschreien wöhnlichen Gegenstandes oder Sachver-


haltes mit transsubjektiver Verursachung.
Versehen von Schwangeren, Phänomen, Theologisch eine von Gott ausgehende
das sich durch Auftreten von Mißbildun— Offenbarung, die dem begnadeten Men-
gen am Fötus äußert, hervorgerufen durch schen (s. Mystik) bildlich-symbolisch ge—
Schreckerlebnisse der Mutter, denen die zeigt wird. Wegen der vielen subjektiven
Fehlbildungen auch gestalthaft entspre— Möglichkeiten einer Fehldeutung und
chen. eventueller Psychopathie ist der Echtheits-
Charakter theologisch sicher nur selten
Versuch, s. Experiment gegeben. (Vgl. E. BENZ, Vision, Stuttgart
1969).
Versuchsperson, Abk. Vp (engl. subject;
frz. sujet; ital. soggetto), die Person, mit Voodoo, s. Wudu
der paranormologisch experimentiert
wird; s. Agent, Perzipient. Vorschau, s. Präkognition, Prophetie

Versuchsreihe (engl. run; frz. Serie; ital. Vp, s. Versuchsperson


gruppo di prova, serie), Gruppe von Ein-
zelversuchen, z. B. das sukzessive Raten Wahrnehmung, 1. experimentalpsycholo-
eines Päckchens von 25 ASW-Karten oder gisch (nach H. ROHRACHER): eine kom-
Symbolen; bei PK—Tests 24 einzelne Wür- plexe psychische Erscheinung, die aus
felversuche unabhängig von der Anzahl Sinnesempfindungen und Erfahrungs-
der gleichzeitig verwendeten Würfel (nach komponenten besteht, räumlich lokalisiert
RHINE); s. Serie. wird und dadurch zur Auffassung von
Gegenständen in der Außenwelt führt.
Verteilte Botschaften, s. Kreuzkorrespon- 2. außersinnliche Wahrnehmung: s. ASW,
denz PE
3. simultan multisensuale Wahrnehmung:
Verwünschen, Art der bösartigen Zaube- ein Phantom wird von mehreren Perso-
rei; umfaßt den Bösen Blick und das Be— nen gleichzeitig durch verschiedene Sin-
rufen. neseindrücke wahrgenommen.
4. stereoskopische kollektive W.: ein
Vibratorische Telepathie (lat. vibrare = Phantom wird von mehreren Personen
schwingen), nach der Strahlungshypothese von verschiedenen Punkten her in so ver-
mancher Forscher (z. B. Georges LA— schiedener Gestaltung wahrgenommen,
KHOVSKY) sei die Gedankenübertragung wie sich ihnen ein wirklicher Körper un-
physikalischer Art. Nach den Experimen— ter gleichen Umständen darstellen müßte
ten Prof. Leonid WASSILIEWS (Lenin- (MATTIESEN).
grad) unter Verwendung Faradayscher 5. Sukzessionale kollektive W.: ein sich
Käfige ist jedoch eine Übertragungsmög- fortbewegendes Phantom wird von meh-
lichkeit mittels elektromagnetischer reren Personen unabhängig voneinander
Strahlung ausgeschlossen. Vgl. Gehirn- an mehreren Stellen seines Weges wahr-
wellen, Mental Radio, Telepathie. genommen (MATTIESEN).
6. sukzessional-stationäre kollektive Wahr—
Vierte Dimension des Raumes, nach An- nehmung: ein Phantom wird von mehre—
nahme vieler Paranormologen bestehe ren Personen unabhängig voneinander an
neben der dreidimensionalen Körperwelt der gleichen Stelle, jedoch in einem kur-
noch eine höherdimensionale Wirklichkeit, zen zeitlichen Abstand wahrgenommen
durch die Penetrationsphänomene (Durch- (MATTIESEN).
dringung der Materie, s. Apporte) erklärt
werden können. Vgl. Raum, Knotenex— Wahrsagen, s. Kartenaufschlagen, Mantik,
periment. Divination.

Vision (lat. visio = Gesicht, Schauung), Wahrscheinlichkeit, Abk. P (engl. proba—


1. im weiteren Sinn eine Sinnestäuschung, bility, lat. probabilitas), allgemein jenes
vor allem optischer Art; s. Halluzination. Ermöglichungsfeld eines bestimmten Er—
2. im engeren Sinn eine bildhafte, an- eignisses oder Zustandes zwischen den
schauliche Wahrnehmung eines außerge— Extremen der Gewißheit und der Unmög—
Wahrtraum Wunder

lichkeit. Ihre mathematische Feststellung Kosmisches Gedächtnis, Kosmisches Re—


ist für die statistischen Aussagen bzgl. der servoir.

parapsychologischen Tests und ihre Be—


wertung von entscheidender Bedeutung Werwolf (ahd. wer = Mann, verw. mit lat.
(Vgl. ASW- und PK—Tests von J. B. vir; volksetymol. Wehr- oder Bärwolf; gr.
RHINE!); s. Signifikanz. lykc’inthropos, lat. versipellis; frz. loup-
garou), im Volksglauben seit der Antike
Wahrtraum, ein durch eine objektive Er— vorkommende Vorstellung, wonach sich
füllungssituation bestätigter Traum, wo- zu bestimmten Zeiten bestimmte dämoni-
bei die darin empfangenen paranormalen sierte Menschen in einen Wolf verwan-
Informationen oft symbolisch verschlüs- deln könnten.
selt sein können; s. Traum.
Wichtelmännchen (mhd. wihtelmenlin;
Wakonda, indian. Ausdruck aus der Sioux- wihtel = kleiner Wicht; ahd. wiht = Ko—
Sprache; s. Mana, Orenda. bold, Kerl, Ding, Wesen), als Tabuwort
gebrauchte Bezeichnung für koboldartige,
Waldschrat, nach dem Volksaberglauben kleine Naturgeister (Zwerge), deren
ein im Wald lebender Geist als Riese oder eigentliche Namen man nicht aussprechen
Mensch in Tiergestalt, der die Menschen wollte. Heinzelmännchen der Sagen und
schreckt. i Märchen. Vgl. Kobold.

Wandergeisthypothese, nach Ansicht man- Wiedergänger, allgemeine Bezeichnung f.


cher Parapsychologen (DRIESCH, MAT- einen Verstorbenen, der in sichtbarer Ge-
TIESEN) „wandert“ das Bewußtsein des stalt erscheint und als Individuum er-
paranormal Perzipierenden an den Ort kannt wird; s. Spuk, Geistererscheinung,
des paranormal wahrgenommenen Ereig- Phantom.
nisses; s. travelling clairvoyance.
Wiedergeburt, esoterisch syn. mit Rein-
Wasserprobe, bei Hexenprozessen karnation, Metempsychose, Wiederver-
ange-
wandtes Ordal, s. d. körperung; vgl. auch Karma. Theologisch
auf die Sakramente (besonders Taufe) u.
die Gnade bezogen.
Weissagen, s. Divinatorik, Mantik, Orakel

Wudu (in der Sprache der Dahome-Afri-


Weissagung (ahd. wizzago = Prophet), s.
kaner „vodun“ = Geist), synkretistische
Prophetie
Volksreligion auf Haiti mit christlichen u.
afrikanischen Elementen, wobei vor allem
Weiße Magie, s. Magie
katholische Heilige mit afrikanischen
Gottheiten identifiziert werden. Besonde—
Wellenhypothese, Art der energetischen rer Akzent liegt auf der Geisterverehrung,
Übertragungshypothese bzgl. telepathi- die in einem besonderen Ritual‘(Tänze‚
scher Phänomene; s.Strah1ungshypothese‚ Blutopfer von Tieren) festlich gefeiert
Gehirnwellen, N-Strahlen, Vibratorische wird (= Wudu—Zauber). Ähnliche afro—
Telepathie (Vgl. Hildegard VAUBEL, Eine katholische Kulte (mit den typischen sub-
Wellenlehre für das biologische und psy- jektiven Besessenheitssymptomen durch
chische Naturgeschehen, Ulm 1962). die beschworenen Geister) gibt es auf
Kuba („santeria“), Trinidad („shango“),
Welthewußtsein, Bezeichnung für ein Brasilien (condpmble, xangö, macumba
plantragendes Weltsubjekt, nach E. OSTY und batuque).
„conscience universelle“; s. Weltseele,
Kosmisches Reservoir, Akasha-Chronik, Wunder (lat. miraculum; gr. thaüma; ahd.
Universalbewußtsein. wuntar : Verwunderung, Außerordentli-
ches), fällt als theologischer Begriff nicht
Weltseele (lat. anima mundi), hypothe— in den Kompetenzbereich paranormologi—
tisches, überindividuelles Bewußtsein per- scher Aussagen, die sich ja nur auf die
sonaler (= Gott) oder unpersönlicher Art, Phänomenik des Wunderbaren, nicht aber
an dem die Einzelseelen teilhaben. Vgl. auf die Urheberschaft (durch göttliche Be-
Akasha-Chronik, Universalbewußtsein, wirkung) bezieht. Doch kann die Kenntnis
Wunderheiler Yoga

paranormaler Kräfte und Ereignisse we- Helene Smith, das von Prof. Theodore
sentlich zur Scheidung von echten Wun- FLOURNOY, 1854—1920, studiert wurde).
dern und Scheinwundern beitragen. Modifikationen: 1. lebendige oder respon-
sive X.: fremdsprachige Wechselrede in
Wunderheiler, Menschen mit scheinbaren einer Sprache, die das Medium normal
oder echten paranormalen Fähigkeiten nicht kennt;
auf medizinischem Gebiet der Krank- 2. leblose, rezitative X.: fremdsprachiges
heitsheilung. Ihre Erfolge beruhen auf Nachsprechen eines dem Medium unbe-
psychogener Wirkungsweise (Suggestions- kannten, jedoch tatsächlich existierenden
heilung), auf tiefgründigen Kenntnissen Textes. Vgl. Glossolalie.
der Naturgesetze (Naturheiler) oder kom-
men durch wunderbares Eingreifen höhe- Xenographie (gr. Xenos = fremd; grö-
rer Mächte (Thaumaturgen) zustande. phein = schreiben), automatisches Schrei-
Geistheiler führen ihre Erfolge auf die ben in fremder Handschrift oder in einer
Tätigkeit jenseitiger Helfer zurück, für nicht gelernten Sprache.
die sie angeblich nur mediale Instrumente
sind. Vgl. Christian Science, Geisthei- Xenologie (gr. Xenos = Fremder; lögos =
lung, paranormale Chirurgie. Kunde), selten gebrauchte, allgemeine Be-
zeichnung für wissenschaftlichen Okkul-
Wünschelrute (ahd. wunsciligerta = tismus bzw. syn. mit dem modernen Aus-
Wunschgerte; lat. virgula divinatoria, druck „Paranormologie“.
mercurialis), syn. Glücksrute, Wickerute,
Wahrsagerute; Bezeichnung für einen ge- Xenoskopie (gr. skopein = schauen, er—
gabelten Zweig oder eine Metallschlinge, kennen), Schau i'n den fremden Organis-
der in den Händen sensitiver, strahlen- mus; Phänomen der medialen Diagnose
fühliger Personen (Rutengänger) über bei Paragnosten und Heilpraktikern; vgl.
Wasser- und Erzadern und anderen Reiz- Autoskopie.
zonen ausschlägt. Gegenstück zum Pendel.
Leider ist es auch heute noch immer nicht Yang, s. Yin
wissenschaftlich entschieden, wie der Wir-
kungsmechanismus abläuft, d. h. ob es Yantra (sanskr.), als Mittel zur Meditation
sich um ein normales Phänomen (z. B. Hy- gebrauchtes symbolisches Zeichen; s.
persensitivität des Rutengängers auf ge- Mandala.
ringe geoelektrische Anomalien) oder um
eine Äußerung paranormalen Wissens Yin-Yang, nach chinesischer Weisheits-
(mittels eines Detektors) im Sinne eines lehre das Prinzipien-Kräftepaar in der
.‚Hellfühlens“ (s. jedoch Telästhesie) han- Natur, wobei Yin (schlecht, negativ, auf
delt. Vgl. Index, Pendel, Radiästhesie. der Schattenseite) das weibliche, passive,
dunkle Prinzip, Yang (gut, positiv, auf der
Wünschelrutengänger, syn. Rutengänger, Sonnenseite) das männliche, aktive und
Butler; eine Person, die mittels der Wün- lichte Symbol darstellt. Als Zustände 0d.
schelrute Strahlenzonen, Wasseradern u. Seinsweisen des „Tao“ (s. d.) streben sie
dergl. aufspürt. einem Gleichgewicht (Homöostase) zu, das
jedoch faktisch nicht erreicht wird. In die—
Xenoglossie (gr. xenos = fremd; glössa = sem Dualismus kommt die Dynamik psy-
Zunge, Sprache), von Fanny MOSER so chisch—vitaler Vorgänge zum Ausdruck.
benanntes paranormales Phänomen der Vgl. Akupunktur, Meridiane.
Fremdsprachigkeit, wobei das Medium in
Trance oder Halbtrance in ihm unbekann- Yoga (sankr. : Anspannung, Joch, Ver-
ten Sprachen spricht. Erklärung gegebe— einigung), ein Fundamentalbegriff der in-
nenfalls durch Hypermnesie (durch gestei— dischen Religionen (Buddhismus, Hinduis-
gerte Erinnerungsfähigkeit an früher ge- mus, Lamaismus). Schriftlich erstmals
lernte, aber vergessene Sprachen oder fixiert in den Sutras des PATANJALI (um
Sprachreste). Bei Pseudoxenoglossie han- 200 v. Chr.). Der echte Yoga—Praktizieren-
delt es sich meist um eine Um- oder Neu- de strebt nach einer Beherrschung der
gestaltung sprachlicher Gebilde aus dem physischen und psychischen Vorgänge im
Unbewußten (berühmtes historisches Bei- Menschen als Vorbedingung für den inne-
spiel: „Marssprache“ des Genfer Mediums ren Fortschritt auf dem Heilsweg durch
Yogi Zen

Ausübung der verschiedenen Yoga-Übun- Umwelt zu gewinnen trachtet. Je nach


gen, wobei auch paranormale Phänomene Zweck werden viele Arten unterschieden,
auftreten können in Analogie zur mysti- so etwa Glücks-‚ Schaden-‚ Abwehr-‚
schen Erfahrung. In verschiedener Auffas— Jagd-, Wetter-, Liebeszauber usw. Zau-
sung gelehrt und praktiziert, in den letz— berartige Vorstellungen sind nicht nur bei
ten Jahrzehnten auch im Westen sehr Naturvölkern, sondern auch im Volks—-
propagiert. Nach PATANJALI hat der glauben tief verwurzelt.
8—gliedrige Yogapfad folgende Stufenhe-
zeichnungen (übers. nach Prof. Dr. J. W. Zauberei, Inanspruchnahme magischer
HAUER): Handlungen und Utensilien (= zeremo-
. Yama = allgemeine sittliche Zucht nielle Magie) zwecks Machtgewinnung
«J‘CätflßtH

. Niyama : Selbstzucht durch Hilfe persönlicher, böser Mächte


Asana = rechte Sitzhaltung oder in betrügerischer Absicht (Gaukel-
. Pranayama : Atemzügelung spiel). Mit Hexerei begrifflich nicht iden-
. Pratyahara = Einholung der Sinne tisch, da bei Zauberei kein Teufelspakt
Dharana = Konzentration (im weitesten Sinne) vorliegen muß; wur-
. Dhyana = Versenkung de vor allem den Hexen angelastet (s.
8. Samadhi = Einfaltung Hexenprozeß). Vgl. Magie, Nigromantie,
In der umfangreichen Lit. auch andere Goätie.
Einteilungen.
Zauberpilz, ein Pilz, dessen Genuß trance-
Yogi, auch Yogin; Yoga betreibende indi-
artige Zustände bewirkt; z. B. Psilocybe
sche Büßer und Asketen, die durch die Wirkung.
mexicana mit LSD-ähnlicher
jahrzehntelange Übung der diversen Tech—
Vgl. Halluzinogen.
niken auch zu paranormalen Leistungen
befähigt werden (Kontrolle des autono—
Zauberspiegel, s. Magische Spiegel
men Nervensystems).

Zahlenmagie, Verwendung von Zahlen zu Zeit, abgesehen von der naturwissen-


magischen und mantischen Operationen schaftlichen und philosophischen Inter—
(Verwandtschaft zur Buchstabenmagie, s. pretation des Zeitbegriffs (ideale-reale
Goleml). Ihre Wurzel dürfte in der alt- Existenz) sei hier nur auf die Durchbre-
orientalischen Verschränkung von Astro- chung der Zeitschranke (als nicht-norma-
nomie und Astrologie liegen aufgrund der les Verhalten des Menschen zu den drei
erkannten kosmischen Gesetzmäßigkeit, sukzessiven Zeitdimensionen) durch zeit-
die ihren Ausdruck in verabsolutierten lich paranormale Phänomene hingewie-
Zahlen fand. Charakteristisch für be— sen: etwa beim Hellsehen in die verflos-
stimmte Weltbilder und Kulturen sind sene (Retrokognition) und in die zukünf—
„Heilige Zahlen“. tige Gegenwart (Präkognition). Vgl. auch
Synchronizität, Akasha-Chronik.
Zahlenmystik, geheimnisvolle, religiös—
esoterische Deutung der einzelnen Zahlen Zen (auch zazen = „im Sitzen geübte Ver-
als Ausdruck des tieferen, intuitiv erfaß- senkung“; chines. „ch‘an“, chines.-japan.
baren Sinnes von Raum und Zeit. Histori— Übersetzung des sanskr. „dhyana“ = Ver—
scher Ursprung wohl im babylonischen senkung), östliche Meditationsform mit
Zahlenverständnis. Die mittelalterliche den vom indischen Yoga übernommenen
Zahlenmystik war stark mitbeeinflußt Praktiken (z. B. Lotossitz, Atemtechni-
von der Kabbala. ken); kam 520 n. Chr. von Indien nach
China und im 13. Jh. nach Japan, von wo
Zauber (mhd. zouber; ahd. zaubar, zau- aus sich diese Meditationspraxis nach
var = Zauberspruch, Zauberhandlung, Europa verbreitete und neuerdings auch
Zaubermittel; vielleicht zusammenhän- in die christliche Meditationsweise inte-
gend mit engl. tiver = Rötel, angelsächs. griert wird. Ihr Ziel ist die Wirklichkeits-
teafor = Mennige, Roteisenstein, da die erfahrung in der Erleuchtung durch das
Runen mit roter Farbe eingerieben wur- Absolute und in der Einheit mit dem
den), Gegenstände und Handlungen ma— Kosmos durch den Durchbruch zum trans—
gischer Art, mit deren Hilfe der Zauberer zendenten Selbst. Vgl. Satori, Samadhi,
(Magier) zwingend Einfluß auf Mensch u. Yoga, Mystik.
Zener—Karten Zweites Gesicht

Zener-Karten, nach Dr. Zener, einem Mit— nem Sinn gebraucht; in den quantitativen
arbeiter RHINES, benannter ASW—Kar- Psi—Experimenten wird darunter ein
tentest, wobei 5 Testsymbolkarten (Kreis, Komplex undefinierbarer Kausalfaktoren
Stern, Kreuz, Quadrat, Wellenlinien) zu verstanden, deren Gesamtheit für das
je 5 in einem Durchgang verwendet wer- jeweilige Versuchsziel —— aufgrund der
den. Vgl. Psi, ASW-Karten. Wahrscheinlichkeitsgesetze — irrelevant
ist. Die Signifikanzgröße ist dabei will-
Zerebrale Radiowellen, nach den vom kürlich gewählt. Je größer jedoch die
italienischen Neurologen Ferdinand CAZ— Zahl der Einzelversuche, um so unwahr-
ZAMALLI (T 1958) angestellten Versuchen scheinlicher ist es, daß signifikante Ab-
sendet das Gehirn des Menschen unter weichungen von der Zufallserwartung
bestimmten Umständen elektromagneti- rein zufällig auftreten, wenn annähernd
sche Strahlung kurzer Wellenlänge aus. ideale Zufallsbedingungen vorliegen. Nur
Die exakten Experimente Prof. Leonid dann kann beim Probanden die Annah-
WASSILIEWS (1891—1966) bzgl. Mental- me psi-wirksamer Faktoren gerechtfer-
suggestion unter Verwendung eines Fara- tigt erscheinen. Viele scheinbar zufällige
dayschen Käfigs widerlegen jedoch diese Ereignisse erweisen sich in psychologi-
Hypothese. Vgl. Gehirnwellen, Wellen— scher Sicht als synchronistische Phänome—
theorie, Strahlungshypothese. ne; vgl. Wahrscheinlichkeit.

Ziel (engl. target; frz. but; ital. bersaglio, Zufallserwartung (engl. chance expecta-
scopo), das Stimulusobjekt bei Hellseh— tion; frz. esperance mathematique; ital.
und Präkognitionstests, der psychische risultato probabile), mittlere Zufallser-
Zustand des Agenten bei Telepathie, bei wartung (engl. MCE = mean chance ex-
PK-Tests die Würfelseiten, welche die Vp pectation), die wahrscheinlichste, durch
durch den Akt des Werfens erscheinen reinen Zufall zu erwartende Zahl von
lassen will. Treffern.

Zielkarte (engl. target-card), jene Karte, Zufallsdurchschnitt (engl. chance aver-


die der Perzipient zu erfassen sucht, d. h. age), mittlere Zufallserwartung als Tref-
die er identifizieren oder sonst auf eine ferdurchschnittswert, gewöhnlich pro
Weise anzeigen will. Versuchsreihe angegeben.

Zielobjekt, s. Ziel, Zielkarte Zufällige Anordnung (engl. random 0r-


der; frz. ordre aleatoire; ital. ordine ca-
Zielpäckchen, ein Kartenpäckchen (s. Ze- suale), eine Reihe von Vorgängen, die
ner-Karten), dessen Reihenfolge die Vp keine Verbindung untereinander oder
zu identifizieren sucht. Regelmäßigkeit aufweisen, so daß keine
wechselseitige Abhängigkeit zwischen den
Zielseite (engl. target-face), jene Würfel- einzelnen Ereignissen besteht.
seite, auf deren Fallen sich die Vp psy-
chisch aktiv einstellt. Zungenreden (Glossolalie)‚ ein in media-
len Sitzungen öfters auftretendes Phäno-
Zirkel (lat. circulus = Kreis), meist syn. men des Redens in unbekannten Spra-
mit spiritist. Zirkel; Bezeichnung für chen, welches vielfach auf Äußerungen
einen mehr oder weniger engen Kreis des Unbewußten zurückgeführt werden
von spiritistisch orientierten und prakti- kann. Vgl. Xenoglossie, Glossolalie.
zierenden Menschen; s. seance, Sitzung.
Zweites Gesicht, in bestimmten Gegenden
Zirkelnnbewußtes, Summe der unbewuß- (z. B. Westfalen) stark verbreitete Fähig-
ten Ichinhalte aller Zirkelteilnehmer keit, in spontanen Halluzinationen Ge-
(z. B. während einer seance), die als Kol- schehnisse aus Gegenwart oder Zukunft
lektiv arbeiten; nach T. K. OESTER- bildhaft richtig zu erleben; s. Spöken-
REICH „Ichverschmelzung“; syn. Synpsy— kieker.
chismus; s. Polypsychismus.

Zufall (lat. casus, contingens; gr. tyche),


philosophisch-physikalisch in verschiede-
90

QUELLENNACHWEIS

Allgemeine Nachschlagewerke

BROCKHAUS, Enzyklopädie in 20 Bänden, 196617 ff. F. A. Brockhaus, Wiesbaden


BRUGGER WALTER SJ (Hrsg.): Philosophisches Wörterbuch, Herder, Freiburg 19576
DER GROSSE DUDEN: Bd. 5, Fremwörterbuch, 19662 — Bd. 7, Herkunftswörterbuch,
Etymologie, 1963. Bibliograph. Institut, Mannheim, Dudenverlag
DORSCH FRIEDRICH: Psychologisches Wörterbuch, R. Meiner Verlag, Hamburg —
H. Huber, Bern 19637
DREVER J. - FRÖHLICH W. D.: dtv—Wörterbuch zur Psychologie, Deutscher Taschen-
buch-Verlag, München 1968
KIENLE, RICHARD VON: Fremdwörterlexikon. Lizenzausgabe mit Genehmigung der
Keyserschen Verlagsbuchhandlung für Bertelsmann, Europäischer Buchklub 1965
KÖNIG FRANZ (Hrsg.): Religionswissenschaftliches Wörterbuch, Herder, Wien 1956
LEXIKON DER ALTEN WELT: Artemis Verlag, Zürich-Stuttgart 1965
LEXIKON DER PSYCHOLOGIE: I./II. Bd., Herder, Freiburg/Er. 1971i
LEXIKON FÜR THEOLOGIE UND KIRCHE: Herder, Freiburg/Er 19572 ff
MÜLLER M. - HALDER A. (Hrsg.): Kleines Philosophisches Wörterbuch, Herder, Frei-
burg/Br., Herderbücherei Bd. 398, 1971
NEUHÄUSLER ANTON: Grundbegriffe der philosophischen Sprache, Ehrenwirth Ver-
lag, München 1963
PÄDAGOGISCHES LEXIKON: 2 Bde, (Hrsg. v. W. Horney, J. P. Ruppert, W. Schultze;
Bertelsmann Fachverlag, Gütersloh 1970
ROHRACHER HUBERT: Einführung in die Psychologie, Urban 8c Schwarzenberg,
Wien - München - Berlin 197110
SURY, KURT VON: Wörterbuch der Psychologie und ihrer Grenzgebiete, Schwabe und
Co., Basel/Stuttgart 19673 (Stichwort ,Parapsychologie‘ von Prof. H. Bender)
WAHRIG GERHARD: Deutsches Wörterbuch, Bertelsmann Lexikon Verlag Reinhard
Mohn, Gütersloh 1968

Einschlägige Spezialwörterhücher

BIEDERMANN HANS: Handlexikon der magischen Künste, Akademische Druck— u.


Verlagsanstalt, Graz 1968
BÄCHTOLD-STÄUBLI H.: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Stuttgart
1927-41
BIOGRAPHICAL DICTIONARY OF PARAPSYCHOLOGY with Directory and Glossary
1964—1966, Garett Publications, New York 1964
FESTUGIERE A. J.: Corpus Hermeticum, Traduction (La Revelation d‘Hermes Tris—
meguiste), Paris 1945—49
GÖRRES, J. v.: Die christliche Mystik. Regensburg 1879—90. Ndr. Graz 1960
MIERS HORST E.: Lexikon des Geheimwissens. H. Bauer Verlag, Freiburg/Er. 1970
SELIGMANN K.: Das Weltreich der Magie. 5000 Jahre geheime Kunst (Nachw. F. F.
Hartlaub). Stuttgart 1958

WINCKELMANN JOACHIM: ABC der Geheimwissenschaften. Verlag Richard Schi-


kowskii, Berlin 1956 (Die magischen Handb. 4)
ZEDLER J. H. (Hrsg.): Großes vollständiges Universal-Lexikon aller Wissenschaften
und Künste etc. einschl. der Supp1.-Bde. Leipzig—Halle 1932—54. Ndr. Graz 1961—64
91

Besonders benützte Spezialwerke

AMADOU ROBERT: Das Zwischenreich. Vom Okkultismus zur Parapsychologie. Holle


Verlag, Baden-Baden 1957

BENDER HANS (Hrsg.): Parapsychologie. Entwicklung, Ergebnisse, Probleme. Bd. IV


‚Wege der Forschung‘, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 19712
DRIESCH HANS: Parapsychologie, die Wissenschaft von den okkulten Erscheinungen.
Methodik und Theorie. Rascher Verlag, Zürich 19432
FINDEISEN HANS: Sibirisches Schamanentum und Magie. Abhandlungen und Auf-
sätze aus dem Institut für Menschen— und Menschheitskunde 3, Augsburg 1953
FLOURNOY THEODOR: Spiritismus und Experimentalpsychologie. Mit Geleitwort von
Max Dessoir. Felix Meiner Verlag, Leipzig 1921
FREI GEBHARD: Probleme der Parapsychologie (Hrsg. Andreas Resch). Imago
Mundi II, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 19712
JUNG C. G.: Erinnerungen, Träume, Gedanken, aufgezeichnet und hrsg. von Aniela
Jaffe. Rascher Verlag, Zürich-Stuttgart 1962
KOCH KURT E.: Seelsorge und Okkultismus. Kurt Reith Verlag, Wüstenrot 1953
(evangel. Dr. theol. Dissertation, Tübingen)
MATTIESEN EMIL: Das persönliche Überleben des Todes, Bd. I—III, Walter de Gruyter
& Co.‚ Berlin 19622
MOSER FANNY: Okkultismus — Täuschungen und Tatsachen, 2 Bde.‚ Orell Füßli Ver-
lag, München-Zürich 1935
MOUFANG WILHELM: Magier, Mächte und Mysterien. Handbuch übersinnlicher Vor-
gänge und deren Deutung. Keyserscher Verlag, Heidelberg 1954
MYERS F. W. H.: Human Personality and its Survival of Bodily Death. Edited by Susy
Smith. With a Foreword by Aldous Huxley. University Books, Inc., New York
1961 (Originalpublikation 1903)
NEUHÄUSLER ANTON: Telepathie, Hellsehen, Präkognition. Francke Verlag, Bern
1957, Dalp-Taschenbücher 327
NIEDERMEYER ALBERT: Handbuch der speziellen Pastoralmedizin, 5. Bd.: Seelen-
leiden und Seelenheilung (Psychopathologie und Psychotherapie), Herder, Wien
1952
OSTRANDER SHEILA - SCHROEDER LYNN: PSI -— Die Wissenschaft. Erforschung und
prakt. Nutzung übersinnlicher Kräfte des Geistes und der Seele im Ostblock.
Scherz Verlag, Bern—München-Wien 1971
RHINE J. B. - PRATT J. G.: Parapsychologie, Grenzwissenschaft der Psyche. Das For-
schungsgebiet der außersinnlichen Wahrnehmung und Psychokinese. Methoden
und Ergebnisse. Francke Verlag, Bern-München 1962
RHINE LOUISA E.: Hidden Channels of the Mind. William Sloane Associates, New
York 1961

SCHMIDT PHILIPP SJ: Dunkle Mächte _ ein Buch vom Aberglauben einst und heute.
J. Knecht Verlag, Frankfurt/M. 1956
SCHRENCK—NOTZING, A. v.: Die physikalischen Phänomene der großen Medien. Eine
Abwehr. Union, Stuttgart 1926
TALAMONTI LEO: Die Welt des Okkulten, P. Neff Verlag, Wien-Berlin
TENHAEFF W. H. C.: Hellsehen und Telepathie. Außersinnliche Wahrnehmung in wis-
senschaftlicher Schau. Bertelsmann 1962
TISCHNER RUDOLF: Ergebnisse okkulter Forschung. Stuttgart 1950
—„—— Geschichte der Parapsychologie, Pustet, Tittmoning 1960
TYRELL G. N. M.: Mensch und Welt in der Parapsychologie. Broschek, Hamburg 1947
Weitere verwendete Literatur ist gelegentlich bei einzelnen Stichwörtern angegeben.
Es erübrigt sich hier, noch weitere eingesehene Werke anzufügen, da von der Redak-
Quellennachweis 92

tion der GW ohnehin geplant ist, in absehbarer Zeit eine Bibliographie der para-
normologischen Literatur des deutschen Sprachraums herauszubringen. Selbstverständ-
lich wurden auch die Fachzeitschriften — im Rahmen dieses Doppelheftes — berück—
sichtigt:
Esotera, Die Herrschaft des Geistes über die Materie, Hermann Bauer Verlag, Frei-
burg i. Br.
GRENZGEBIETE DER WISSENSCHAFT, Hrsg. Andreas Besch, Kral Verlag, 13—8423"
Abensberg
Journal of Parapsychology (seit 1937), Duke University Press, Durham, N. C.
Journal of the American Society for Psychical Research, 3 West 73rd Street, New York,
N. Y. 10023

Journal of the Society for Psychical Research, 1, Adam 8: Eve Mews, London W. 8

Metapsichica, Rivista Italiana di Parapsicologia, Hrsg. Ing. Dr. Ettore Mengoli,


Corso Firenze 8, I—16136 Genova
Neue Wissenschaft, Zeitschrift für Grenzgebiete des Seelenlebens (bis 1968 im Francke
Verlag, Bern-München)
Proceedings of the Societx for Psychical Research (seit 1882)
Revue Metapsychique, Instiut Metapsychique International, 1, Place Wagram, Paris
(XVIIe)
Tijdschrift voor Parapsychologie, Hrsg. W. H. C. Tenhaeff (seit 1930), Springweg 5,
Utrecht/Holland
Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie, Hrsg. Hans Bender
(von 1957—1968 im Francke—Verlag, Bern-München; seit 1970 im Walter Verlag,
Freiburg i. Br.‚ Postfach 1708)