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Pennsylvania Dutch (Sprache)

Pennsylvania Dutch, auch


Pennsylvania German,
Pennsylvaniadeutsch („Deitsch“)
Pennsylvaniadeutsch, USA:
Pensilfaanisch, Gesprochen in
Pennsilfaanisch Deitsch, speziell Nord-Indiana; östlich-zentrales
Pennsilfaani oder Illinois, Südost-Pennsylvania, Zentral-
Pennsilveni-Deitsch Ohio
genannt, ist eine
hauptsächlich auf Kanada:

Kitchener-Waterloo-Region, Ontario

Belize:

Cayo

Sprecher 350.000–420.000 (2012)[1]


Linguistische
Klassifikation Indogermanisch

Germanisch

West-Germanisch

Deutsch

Westmitteldeutsch

Pennsylvaniadeutsch

Sprachcodes
ISO 639-1

ISO 639-2
gem (Germanisch (sonstige))

ISO 639-3
pdc

vorderpfälzisch/kurpfälzischen Dialekten aufbauende Sprachvariante der deutschen Sprache in Nordamerika.


Sie wird von mehreren hunderttausend Angehörigen der Pennsylvania Dutch bzw. ihren Nachfahren in
Sprachinseln heute vor allem in den US-Bundesstaaten Pennsylvania, Ohio und Indiana sowie im kanadischen
Ontario gesprochen. Zahlreiche Sprecher (vor allem Amische alter Ordnung und Mennoniten alter Ordnung)
gibt es auch in den Bundesstaaten Iowa, Kentucky, Michigan, Missouri, New York und Wisconsin. Einige
Sprecher leben auch in Kansas, Oklahoma, Minnesota, Montana und einigen weiteren Bundesstaaten.[2]

Das Pennsylvaniahochdeutsch stellt demgegenüber ein altertümliches Hochdeutsch auf der Grundlage des
18./19. Jahrhunderts dar, erweitert um Elemente und Strukturen des Pennsylvaniadeutschen und des
amerikanischen Englisch. Diese Variante wird nur noch von rund 5000 Sprechern aktiv genutzt. Die meisten
Sprecher kommen aus den Gruppen der Amischen alter Ordnung und der Mennoniten alter Ordnung und sind
Funktionsträger in ihren Gemeinden (Bischöfe, Prediger und Diakone).

Inhaltsverzeichnis
Bezeichnung
Geschichte
Heutige Situation
Charakteristika
Ähnlichkeiten mit dem Pfälzischen
Besondere Merkmale
Einfluss des amerikanischen Englisch auf den Wortschatz
Einfluss des amerikanischen Englisch auf Aussprache und Grammatik
Textproben
Siehe auch
Literatur
Filme
Weblinks
Einzelnachweise

Bezeichnung
Die Bezeichnung „Dutch“ ist ein Beispiel des sprachökonomischen Sprachwandels, wobei die
Pennsylvaniadeutsche Eigenbezeichnung „Deitsch“ von den Englischsprachigen als „Dutch“ (normalerweise
„Niederländer“) ausgesprochen wurde.[3][4][5] An sich war diese Entwicklung nicht ganz unlogisch, da
„Dutch“ und „Deitsch“ (wie auch Deutsch, Tysk, Duits und Diets) außer lautlichen Ähnlichkeiten auch einen
gemeinsamen Ursprung haben in dem urgermanischen Wort *þiudiskaz.[6][7][8]

Obwohl die Deutschstämmigkeit der Pennsylvania Dutch in der heutigen pennsylvaniadeutschen


Gemeinschaft außer Frage steht, nennt der Großteil der Pennsylvania Dutch sich im Englischen vor allem
„Dutch“ statt „German“. Historischer Hauptgrund dafür ist die nahezu fehlende deutsche Auswanderung nach
Amerika im Zeitraum 1760–1830. Die Deutschen, die im 19. Jahrhundert emigrierten, wurden von den
Pennsylvania Dutch als eng verwandt, aber unterschiedlich angesehen: Von den neu eingewanderten
Deutschamerikanern wurden die Pennsylvania Dutch als rückständig empfunden, da sie kein
Nationalbewusstsein hatten und das Hochdeutsch nicht oder kaum beherrschten. Demgegenüber waren die
Pennsylvania Dutch der Meinung, die neuen Deutschamerikaner seien elitär und herablassend. Ein klares
Beispiel für diesen Unterschied sind die damals übliche Bezeichnungen „Deitsche“ für Pennsylvania Dutch
und „Deitschlenner“ (wörtlich „Deutschländer“) für Deutsche, eine heute auch unter deutschsprachigen
Personen in Namibia und Rumänien gängige Bezeichnung für Deutsche aus Deutschland.[9]
Als die Deutschamerikaner sich während des 19. Jahrhunderts in der amerikanischen Gesellschaft
assimilierten, verschwand dieser Unterschied wieder und in der kontemporären pennsylvaniadeutschen
Sprache ist „Deitsche“ sowohl die kürzere Eigenbezeichnung als auch das Wort für Deutsche. Weiterer Grund
für die Erhaltung von „Dutch“ statt „German“ war die Deutschenfeindlichkeit unter Amerikanern während des
1. Weltkriegs, wobei eine anti-deutsche Hysterie entstand und deutschsprachige Amerikaner angefeindet
wurden und sich zur Assimilation gezwungen sahen. Heute ist es aber für viele Pennsylvania Dutch üblich,
sich (neben Pennsylvania Dutch) auch als Deutschamerikaner zu identifizieren; ebenso sind die Begriffe
Pennsylvania Dutch und Pennsylvania German völlig untereinander austauschbar.[10][11]

Geschichte
Um religiöser Verfolgung zu entgehen, wanderten vor allem im 18.
Jahrhundert Mitglieder verschiedener protestantischer Glaubensrichtungen
(Mennoniten, Schwarzenau Brethren, Schwenkfelder, Pietisten und
Mährische Brüder) nach Pennsylvanien aus. Viele stammten aus der
historischen Kurpfalz, aber auch aus den angrenzenden Gebieten in Baden,
Württemberg, der deutschsprachigen Schweiz und dem Elsass. Der Großteil
der Einwanderer kam nach 1710. Im 18. Jahrhundert existierten je nach
Bevölkerungszusammensetzung daher noch unterschiedliche Dialekträume,
wobei sich bereits auf lokaler Ebene ein Ausgleich zwischen den
verschiedenen mittelfränkischen, rheinfränkischen, schwäbischen, bairischen
und alemannischen Dialekten vollzog, wobei sich vor allem das Pfälzische
durchsetzte, in geringem Maße blieben auch Elemente des Alemannischen Die deutsche Population in
erhalten. Ab etwa 1800 kann man von einer überregionalen Angleichung der den Vereinigten Staaten im
Dialekte auf der Basis des Pfälzischen ausgehen und Pennsylvania Dutch als Jahre 1872
einheitliche Sprachvariante des Deutschen bezeichnen. 1938 einigte man sich
im Rahmen eines Orthografiekongresses auf die deutsche Orthografie, die
jedoch recht freizügig ausgelegt wird.

Heutige Situation
Pennsylvania Dutch erscheint manchen Sprachforschern
als eine bedrohte Sprache. Nur eine Minderheit der
deutschen Einwanderer des 18. Jahrhunderts hat die
Sprache bis heute weitergegeben. Bis zu den beiden
Weltkriegen war das Pennsylvania Dutch eine im
Südosten Pennsylvanias relativ weit verbreitete Sprache
mit etwa 800.000 Sprechern. Erst die antideutschen
Maßnahmen und repressiven Gesetze im Gefolge der
Weltkriege sowie der soziale Druck auf die Sprecher
führten dazu, dass die Sprache in vielen Fällen nicht
mehr an die folgende Generation weitergegeben wurde. Blau: die Countys mit höchstem Prozentanteil an
Lediglich die konservativen Täufergruppen, im Pennsilfaanischsprechern
Wesentlichen die Amischen und die Mennoniten alter Rot: die Countys mit höchster Anzahl an
Ordnung, widerstanden diesem Druck. Dazu kommen Pennsilfaanischsprechern
einzelne Familien außerhalb dieser Gruppen, die am
Dialekt festhalten. Bei den religiösen Gruppen, in denen
die Sprache bis heute lebendig ist, gibt es keine Anzeichen, dass sie aufgegeben werden könnte.
Heute wird Pennsylvania Dutch vor allem von den Amischen und den Mennoniten alter Ordnung an die
nächste Generation weitergegeben. Ursprünglich stellten diese Gruppen weniger als 10 % der Pennsylvania-
Dutch-Sprecher. Da die Amischen und Mennoniten sehr kinderreich sind, wächst die Zahl der Sprecher sehr
schnell. In diesen Gruppen, die untereinander ausschließlich Pennsylvania Dutch sprechen, führen zahlreiche
englische Lehnwörter zu einem Wandel des Wortschatzes.

In Bevölkerungsgruppen, die nicht zu den oben genannten Religionsgemeinschaften gehören, wird die
pennsylvaniadeutsche Mundart weitgehend nicht mehr gesprochen. Der Verlust der Sprache bei kleineren
Gruppen begann bereits in den 1830er Jahren, als z. B. ein Gesetz über das pennsylvanische Schulwesen
(1834) mittelfristig zu einer verstärkten Nutzung des Englischen führte. Dennoch war das
Pennsylvaniadeutsche bis zum Ersten Weltkrieg sehr lebendig. Mit dem Krieg setzten jedoch weitreichende
Unterdrückungsmaßnahmen gegen alles Deutsche ein, die sich im Zweiten Weltkrieg noch verstärkten. Seit
dieser Zeit wurde das Pennsylvaniadeutsche fast nur noch von Amischen und Mennoniten alter Ordnung an
die Kinder weitergegeben, so dass Sprecher außerhalb dieser Gruppen heute meist selten und sehr betagt sind.

Heutige Sprecher des Pennsylvaniadeutschen aus der Gruppe der Amischen und Mennoniten sollten in der
Lage sein, Hochdeutsch in Form von Bibeltexten zu lesen und zu verstehen, aber nur wenige beherrschen es
als Umgangssprache. Der Gottesdienst der Amischen wird in amischem Hochdeutsch gehalten, was letztlich
eine Mischung aus Bibelhochdeutsch und Pennsylvaniadeutsch ist.

Genaue Sprecherzählungen liegen nicht vor. Die meisten Angaben bewegen sich zwischen 300.000 und
350.000 Sprechern. Täglich gesprochen und aktiv genutzt wird die Sprache von mindestens 300.000
Menschen in den USA und mehr als 5000 in Kanada. Die meisten Sprecher leben in den Bundesstaaten
Pennsylvania (Berks County, Chester County, Crawford County, Lancaster County, Lebanon County, Lehigh
County, Mifflin County, Schuylkill County, Snyder County, Somerset County, Union County), Ohio (Holmes
County, Trumbull County, Tuscarawas County, Wayne County), Indiana (LaPorte County, St. Joseph County,
Starke County) und New York (Yates County) – siehe auch die nebenstehende Karte.

Die Mennoniten alter Ordnung haben mehrere 10.000 Sprecher. Hinzu kommen einige tausend Sprecher
anderer mennonitischer Gemeinderichtungen, Beachy Amish (nur teilweise von der älteren Generation sowie
den Old Beachy Amischen gesprochen), ebenfalls einige tausend Lutheraner, Unitarier und Katholiken. Der
weit überwiegende Teil der Sprecher lebt in den Vereinigten Staaten, die Zahl der Sprecher in Kanada liegt
erheblich niedriger. Durch Wanderungsbewegungen der Amischen und Mennoniten alter Ordnung gelangen
Sprecherpopulationen mit der Zeit immer weiter westwärts, weil dort Land günstiger zu erwerben ist. Kleine
Siedlungen von Mennoniten alter Ordnung existieren seit den 1970er Jahren in Belize, daneben gibt es in aller
jüngster Zeit Siedlungsversuche von Amischen neuer Ordnung in Bolivien und Paraguay.

Im Jahre 2003 wurde in Ober-Olm (Rheinhessen) der Deutsch-Pennsylvanische Arbeitskreis gegründet und in
ein deutsches Vereinsregister eingetragen. Er fördert den sprachlich-kulturellen Austausch zwischen dem
deutschen und dem pennsylvaniadeutschen Sprachraum. Seit März 2006 gibt es auch eine Wikipedia auf
Pennsylvaniadeutsch (siehe Abschnitt Weblinks).

Der Country-Sänger John Schmid singt seine Lieder unter anderem auch auf Pennsylvaniadeutsch.[12]

Charakteristika

Ähnlichkeiten mit dem Pfälzischen

Pennsylvania Dutch ähnelt in seiner Grundstruktur sehr stark dem Vorderpfälzischen und Kurpfälzischen
zwischen Mannheim, Ludwigshafen, Speyer und Neustadt,[13] aber unterscheidet sich davon in folgenden
Punkten:
Weitgehende Aufgabe des Dativs
Der unbestimmte Artikel ist immer „en“, also „en Mann“, „en Fraa“, „en Kind“ im Gegensatz zu
„en Mann“, „e Fraa“, „e Kind“ im Vorderpfälzischen
Kein Zusammenfallen von „sch“ und dem als „Ich-Laut“ ausgesprochenen „ch“
In Wörtern wie „kurz“, „dort“ erscheint der Vokal als „a“, und nicht als „oa“, also „katz“, „dat“, statt
„koatz“, „doat“
Das „r“ wird, wo es nicht am Silbenende wegfällt, entweder wie im amerikanischen Englisch
ausgesprochen oder als Zungen-r, jedoch nie als Gaumen-r wie verbreitet im heutigen
Deutschen
Der Doppellaut „au“ (soweit auf mittelhochdeutsch /ou/ zurückgehend) wird in vielen
Unterdialekten als langes „a“ gesprochen, ein Phänomen, das im Herkunftsgebiet mehr für die
Westpfalz prägend ist, wogegen es in der Vorderpfalz mit langem offenem „òò“ konkurriert
Bewahren alter Wörter, die im Vorderpfälzischen langsam verschwinden, wie seller „dieser,
jener“, ebbes „etwas“, ass (relativisch „das/was“) etc.
Keine aus dem Französischen abgeleiteten Lehnwörter wie „alla“ (von frz. „allez“). Entgegen
einer verbreiteten Meinung liegt dies wohl nicht daran, dass die Pfalz erst nach der großen
Auswanderungswelle französisch besetzt wurde.

Besondere Merkmale
Lehnwörter aus dem amerikanischen Englisch, die meist wie deutsche Wörter benutzt werden,
d. h. Verben und Adjektive werden deutsch flektiert (z. B. englisch „to farm“ erscheint als ich
hab gefarmt). Substantive erhalten einen deutschen Artikel und werden in Komposita mit
deutschen Substantiven benutzt (z. B.: carpenterarwett von Englisch „carpenter“ für „Schreiner“
und dem Pennsylvania-Dutch-Wort für „Arbeit“). Der Anteil an Lehnwörtern liegt um die 15
Prozent, wobei in den regionalen Varianten in Pennsylvania weniger Lehnwörter als im
Mittleren Westen der USA benutzt werden.[14]
teilweise Zusammenfall von Nominativ und Akkusativ-Formen, wie auch im Vorderpfälzischen
Abbau des Dativs, z. B. Akkusativ in geb mich sell Buch „gib mir dieses Buch“, aber nach wie
vor mit’m Buch „mit dem Buch“
häufige Verwendung der tun-Paraphrase, d. h. Verben werden in Kombination mit duh „tun“ als
Hilfsverb konjugiert, (z. B. ich duh Kieh melke für „ich melke Kühe“), wie auch verbreitet in
deutschen und südniederländischen Dialekten sowie der deutschen Umgangssprache[15][16]
Verwendung einer Verlaufsform (oder Progressiv) mit „am“ und Verb im Infinitiv, z. B. ich bin am
melke, wie auch in anderen deutschen Dialekten[17][18] sowie in der deutschen (vgl. am-
Progressiv) und niederländischen Umgangssprache.
Monophthong „e“ oder „ä“ für „ei“ in den regionalen Varianten des mittleren Westens (Däätsch
statt Deitsch)[19][20][21]

Einfluss des amerikanischen Englisch auf den Wortschatz


Lehnwörter (siehe oben)
Lehnübersetzungen oder semantische Entlehnungen (z. B. hod sich besser ausgedreht für
englisch „has turned out better“, was eigentlich „ging besser aus“ bedeutet)
Lehnbedeutungen, bei denen die Bedeutung eines ähnlichen englischen Wortes die
Bedeutung des deutschen Wortes beeinflusst (z. B. ich gleich für „ich mag“, beeinflusst von
englisch „to like“ und dem Adjektiv „like“; der Zusammenfall der Bedeutungen von „wissen“ und
„kennen“ in „wissen“, wie in englisch „to know“)
Einfluss des amerikanischen Englisch auf Aussprache und Grammatik
Aussprache von „r“ und „l“ wie im amerikanischen Englisch (in den regionalen Varianten in
Pennsylvania, jedoch nicht im Mittleren Westen)[22]
Beschleunigung des Dativ-Abbaus (nicht der Dativ-Abbau an sich, der auch in Dialekten ohne
Englisch-Kontakt stattfindet)[23]
die Futur-Hilfsverben figgere und zelle (statt „werden“), z. B. ich zell dich klobbe für „ich werde
dich schlagen“[24]
eventuell die Ausweitung der Verwendung von Progressiv-Konstruktionen (die Form des
Progressivs entspricht nicht dem amerikanischen Englisch)[24]

Textproben
Eine einheitliche Rechtschreibung für Pennsylvania Dutch hat sich
nie herausgebildet. Anfangs stand die Schreibung der Dialekttexte
nach den Regeln der damaligen deutschen Schriftsprache im
Vordergrund – mit all den Problemen (Phonem-Graphem-Relation),
mit denen auch die moderne Mundartdichtung in Deutschland
konfrontiert ist. 2004 gab es 80 bis 100 pennsylvaniadeutsche
Mundartautoren.

Einige wenige veröffentlichten Texte in speziellen Dialekt-Kolumnen


lokaler englischsprachiger Zeitungen, die Mehrheit publizierte in der
von Michael Werner gegründeten pennsylvaniadeutschen Zeitung
Hiwwe wie Driwwe. Seit 2011 vergibt die Jury des Pfälzischen
Mundartdichterwettstreits in Bockenheim an der Weinstraße als Aufkleber auf Pennsylvania Dutch:
Sonderpreis den „Hiwwe wie Driwwe Award“ für „Wir sprechen noch die
pennsylvaniadeutsche Literatur. Muttersprache“

Ein Beispiel für diese „deutsche Orthografie“ ist die folgende Fassung
des Vaterunser:

Unser Vadder im Himmel,


Dei Naame loss heilich sei,
Dei Reich loss komme,
Dei Wille loss gedu sei,
uff die Erd wie im Himmel.
Unser deeglich Brot gebb uns heit,
Un vergebb unser Schulde,
wie mir die vergewwe wu uns schuldich sinn.
Un fiehr uns net in die Versuchung,
awwer hald uns vum ewile.
Fer Dei is es Reich, die Graft,
un die Hallichkeit in Ewichkeit.
Amen.

Daneben hat sich, bedingt durch den engen Kontakt zum Englischen,
eine teilweise „englische Orthografie“ entwickelt. Vor allem der
Pennsylvaniadeutsche Zeitung
Zeitungsverleger Edward H. Rauch trug mit seiner zweisprachigen Hiwwe wie Driwwe
Publikation Pennsylvania Dutchman zur Verbreitung dieser Variante
bei. Einen typischen Eindruck vermittelt das Vorwort der Erstausgabe
vom Januar 1873:
Der Pennsylvania Dutchman is net yusht intend
for laecherlich un popular lehsa shtuff for olly
de unser Pennsylvanish Deitsh – de mixture fun
Deitsh un Aenglish – fershtehn, awer aw for usefully
un profitlichy instruction for olly de druf ous sin
bekannt tsu waerra mit der shproch, un aw mit em
geisht, character un hondlunga fun unserm fleisicha,
ehrlicha und taahlreicha folk in all de Middle un Westlicha Shtaata.

The Pennsylvania Dutchman is not only designed


to furnish amusing and popular reading matter for all
who understand the peculiar dialect or compound of
German and English known as „Pennsylvania Dutch“, but also profitable
and interesting instruction for all who may desire
to become familiar with this language, and the
customs and peculiarities of the Pennsylvania
Germans, constituting a very numerous, substantial and
worthy class of People of the Middle and Western States.

Siehe auch
Geschichte der Deutschen in den Vereinigten Staaten
Wortliste Englisch–Pennsilvania Dutch–Hochdeutsch (Wikipedia in Pennsilvania Dutch)

Literatur
Grammatiken und Übersichten

A. F. Buffington, P. A. Barba: A Pennsylvanian German Grammar. Schlechter’s, Allentown


1954.
Ernst Christmann: Das Pennsylvaniadeutsch als pfälzische Mundart. Dümmler, Bonn 1950.
J. William Frey: A Simple Grammar of Pennsylvania Dutch. 3. Auflage. Brookshire Lanc 1985.
Earl C. Haag: A Pennsylvania German Reader and Grammar. Pennsylvania State University,
University Park und London 1982, ISBN 978-0-271-02142-3.
Silke Van Ness: Pennsylvania German. In: Ekkehard König, Johan van der Auwera (Hrsg.):
The Germanic Languages. Routledge, London / New York 1994, S. 420–438.

Wörterbücher

C. Richard Beam: Revised Pennsylvania German dictionary, English to Pennsylvania Dutch. 2.


Auflage. Brookshire Lanc 1994, ISBN 1-880976-00-5.

Spezialuntersuchungen

Lotti Arter-Lamprecht: Deutsch-englischer Sprachkontakt. Die Mehrsprachigkeit einer Old


Order Amish Gemeinde in Ohio aus soziolinguistischer und interferenzlinguistischer Sicht (=
Schweizer Anglistische Arbeiten, 117). Francke, Tübingen/Basel 1992.
Karl-Heinz Bausch: In other words – was gschwind in English ded’s mena? Beobachtungen
zum Pennsylvaniadeutsch heute. In: Sprachreport. Heft 4, 1997, ISSN 0178-644X (https://zdb-k
atalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220178-644X%22&key=cql), S. 1–6.
Heinrich P. Kelz: Phonologische Analyse des Pennsylvaniadeutschen. Buske, Hamburg 1971.
Mark L. Louden: Grundzüge der Pennsylvaniadeutschen Satzstruktur. In: Erhard Eggers,
Jürgen Erich Schmidt, Dieter Stellmacher (Hrsg.): Moderne Dialekte – Neue Dialektologie.
Akten des 1. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen
2003. ZDL Beihefte. Franz Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08762-1, S. 253–265.

Filme
Das Pennsylvania Dutch, seine Grammatik und Syntax, seine Geschichte, Literatur und
Verbreitung sind Thema eines Filmessays mit dem Titel „Penn’a Du“, den der deutsche
Regisseur Georg Brintrup 1981/82 in den Vereinigten Staaten gedreht hat.
Im Jahr 2017 filmten die pfälzischen Produzenten Benjamin Wagener und Christian Schega in
Pennsylvania und der Pfalz die Dokumentation Hiwwe wie Driwwe – Pfälzisch in Amerika. Es
handelt sich um eine filmische Umsetzung des publizistischen Ansatzes der Zeitung Hiwwe
wie Driwwe. Mitglieder des Redaktionsteams wirken vor der Kamera mit – vor allem Co-Editor
Douglas Madenford, welcher der Protagonist der Dokumentation ist. Im Jahr 2018 soll der Film,
von dem Ausschnitte am 15. Oktober 2017 auf dem 12. Deutsch-Pennsylvanischen Tag
gezeigt wurden, in die Kinos kommen.

Weblinks
Wikipedia auf Pennsylvania-Deutsch
Pennsylvania Dutch. (http://www.gameo.org/encyclopedia/contents/D5351ME.html) In: Global
Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online. (englisch)
Deutsch-Pennsylvanischer Arbeitskreis e. V. (http://dpak.wordpress.com/)
Hiwwe wie driwwe. (http://hiwwewiedriwwe.wordpress.com/) Deutsch-Pennsylvanische
Zeitung
Zeitungskolumne auf Deutsch und Englisch (http://www.pgs.org/archive.asp), endet 2007
Aussprache-Beispiele (Ton-Aufnahmen): Mark Louden: A website dedicateted to the
documentation of the Pennsylvania Dutch (http://padutch.net/recordings/). Abgerufen am
11. Januar 2021.

Einzelnachweise
1. Steven Hartman Keiser: Pennsylvania German in the American Midwest, 2012.
2. Steven Nolt: A History of the Amish. Good Books, Intercourse Pa 2003, ISBN 1-56148-393-1,
S. 337.
3. Hughes Oliphant Old: The Reading and Preaching of the Scriptures in the Worship of the
Christian Church, Volume 6: The Modern Age. Eerdmans Publishing, 2007, S. 606.
4. Mark L. Louden: Pennsylvania Dutch: The Story of an American Language. JHU Press, 2006,
S. 2.
5. Irwin Richman: The Pennsylvania Dutch Country. Arcadia Publishing, 2004, S. 16.
6. W. Haubrichs: Theodiscus, Deutsch und Germanisch - drei Ethnonyme, drei
Forschungsbegriffe. Zur Frage der Instrumentalisierung und Wertbesetzung deutscher Sprach-
und Volksbezeichnungen. In: H. Beck et al.: Zur Geschichte der Gleichung „germanisch-
deutsch“ (2004), S. 199–228
7. Etymology Online Dictionary. (http://www.etymonline.com/index.php?l=d&p=20)
8. Merriam Webster. (https://www.merriam-webster.com/)
9. Mark L. Louden: Pennsylvania Dutch: The Story of an American Language. JHU Press, 2006,
S. 3–4
10. Jürgen Müller: Rezension von: Deutsch-Amerikaner im Ersten Weltkrieg (http://www.sehepunkt
e.de/2008/03/13134.html). In: sehepunkte, Ausgabe 8 (2008), Nr. 3, 15. März 2008, abgerufen
am 27. Oktober 2019.
11. Mark L. Louden: Pennsylvania Dutch: The Story of an American Language. JHU Press, 2006,
S. 255
12. Marion Hahnfeldt: Country mal anders: „Hoscht du meh deitsche Lieder?“ (https://www.welt.de/
kultur/pop/article181232912/Der-US-Country-Star-John-Schmid-singt-Lieder-in-einer-schraege
n-deutschen-Mundart.html) In: www.welt.de. 19. August 2018, abgerufen am 19. August 2018.
13. Steven Hartman Keiser: Language Change Across Speech Islands. Dissertation, Ohio State
University 2001, S. 105.
14. Claudia Blank: Der Einfluss des amerikanischen Englisch auf das Lexikon des Pennsylvania
German der Old Order Amish in Lancaster County; Pennsylvania. Dissertation Universität
Regensburg. Regensburg 1994. Helga Seel: Lexikologische Studien zum
Pennsylvaniadeutschen. Wortbildung des Pennsylvaniadeutschen.
Sprachkontakterscheinungen im Wortschatz des Pennsylvaniadeutschen. F. Steiner, Stuttgart
1988, ISBN 3-515-05100-7.
15. Christian Schwarz: Die tun-Periphrase im Deutschen (http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltext
e/1759/pdf/tun-Periphrase.pdf) (PDF), Magisterarbeit Ludwig-Maximilians-Universität.
München 2004, S. 15–18.
16. Nils Langer: Linguistic purism in action – how auxiliary tun was stigmatized in Early New High
German. Studia linguistica Germanica. Band 60. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001,
ISBN 3-11-017024-8.
17. Melanie Schwarz: Die Verlaufsform in der deutschen und englischen Sprache. Ein Vergleich.
Magisterarbeit, Universität Bamberg. Bamberg 2002.
18. Ulrich Groenke: Aspekt in einem deutschen Dialekt und im Isländischen. Vergleichbare
Strukturfacetten des Kölschen und Isländischen. In: NOWELE. Odense 21–22.1993, S. 151–
158, ISSN 0108-8416.
19. Barbara Meister Ferré: Stability and change in the Pennsylvania German dialect of an old order
Amish community in Lancaster County. F. C. W. Vogel, Stuttgart 1994.
20. Albert F. Buffington, Preston A. Barba: A Pennsylvania German Grammar. Schlechter,
Allentown 1965.
21. Jörg Meindl: Pennsylvania German in Kansas. Language Change or Loss? In: Mathias
Schulze, David G. John, Grit Liebscher, Sebastian Siebel-Achenbach, James M. Skidmore
(Hrsg.): German Diasporic Experiences – Identity, Migration, and Loss. Wilfrid Laurier
University Press, Waterloo 2008, ISBN 978-1-55458-027-9, S. 431–442.
22. Steven Hartman Keiser: Language change across speech islands, the emergence of a
midwestern dialect of Pennsylvania German. Dissertation Ohio State University 2001. UMI,
Ann Arbor 2002, S. 13.
23. William D. Keel: Reduction and Loss of Case Marking in the Noun Phrase in German-
American Speech Islands. Internal Development or External Interference? In:
Sprachinselforschung. Eine Gedenkschrift für Hugo Jedig. Peter Lang, Frankfurt am Main
1994, ISBN 3-631-46969-1, S. 93–104.
24. Mark L. Louden: Grundzüge der Pennsylvaniadeutschen Satzstruktur. In: Erhard Eggers,
Jürgen Erich Schmidt, Dieter Stellmacher (Hrsg.): Moderne Dialekte – Neue Dialektologie. ZDL
Beihefte. Franz Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08762-1, S. 257.

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