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PS1

Schwingungen I
Version vom 20. Mai 2008
Inhaltsverzeichnis

0 Allgemeine Grundlagen 2
0.1 Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
0.2 Schwingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
0.3 Freie gedämpfte harmonische Schwingung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

1 Drehpendel 5
1.1 Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.1.1 Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.1.2 Grundlagen zum Drehpendel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.2 Aufgabenstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
1.3 Versuchsaufbau und Durchführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
1.4 Literaturangaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

2 Gekoppelte Pendel 8
2.1 Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2.1.1 Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2.1.2 Gekoppelte Schwingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2.2 Aufgabenstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.3 Versuchsaufbau und Durchführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.4 Literaturangaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

3 Dopplerverschiebung einer bewegten Schallquelle 13


3.1 Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
3.1.1 Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
3.1.2 Dopplereffekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
3.2 Aufgabenstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
3.3 Versuchsaufbau und Durchführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
3.4 Literaturangaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
PS1 Inhaltsverzeichnis

Lehr/Lernziele

• Schwingungen besser verstehen.

• Erlernen des Umganges mit der mathematischen Beschreibung für Schwingungen und
Wellen.

• Eigenschaften schwingender Systeme verstehen, interpretieren und erklären können.

• Messtechniken für zeitlich periodische Vorgänge kennen lernen und üben.

• Mit Überlagerungsphänomenen (Schwebung) bei Schwingungen experimentieren (ge-


koppelte Pendel).

• Erzwungenen Schwingungen verstehen und analysieren.

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PS1 0 Allgemeine Grundlagen

0 Allgemeine Grundlagen

0.1 Begriffe

Pendel, harmonische Schwingung, Amplitude, Kreisfrequenz, Phase, Schwingungsgleichun-


gen, Eigenfrequenz, Überlagerung harmonischer Schwingungen, Schwebung

0.2 Schwingungen

Abbildung 1: Funktionsgraph einer harmonischen Schwingung

Als Schwingung bezeichnet man eine zeitlich periodische Veränderung eines physikalischen
Zustandes. Es gilt also f (t+T ) = f (t) , wobei T Periodendauer oder Schwingungsdauer ist.
Folgt die zeitlich periodische Veränderung einer Sinus- oder Cosinusfunktion, so nennt man
sie eine harmonische Schwingung. Abbildung 1 zeigt den Funktionsgraphen einer solchen
Schwingung.

f (t) = A · cos(ωt + ϕ) (1)

Formelzeichen Einheit Bezeichnung


A Amplitude
ω s−1 Kreisfrequenz
ϕ rad Phasenkonstante

Das Argument der Winkelfunktion ωt + ϕ wird auch als Phase bezeichnet. Die Phase
bestimmt den momentanen Schwingungszustand.

-2-
PS1 0 Allgemeine Grundlagen

Abbildung 2: Schema eines Federpendels nach


c Sexl, Physik 2, 1994

Die Phasenkonstante ϕ beschreibt den Schwingungszustand zum Anfangszeitpunkt t=0.


Wie man sich ausgehend von Abbildung 1 vorstellen kann, „verschiebt“ die Phasenkonstante
eine Schwingungsfunktion entlang der t-Achse. Sie hat keine Auswirkung auf die Amplitude
oder die Frequenz.

Als Beispiel einer harmonischen Schwingung der Mechanik kann man sich die periodische
Bewegung eines Körpers der Masse m unter dem Einfluss einer Feder vorstellen: Die Feder
übt auf die Masse eine, der Auslenkung x proportionale rücktreibende Kraft (od. Rück-
stellkraft) F = −D · x aus. Diese Kraft ist gemäß dem 2. Newton’schen Axiom Ursache
einer Beschleunigung F = m · a = −D · x. Der Zusammenhang ist in Abb. 2 illustriert.

Wirken auf dieses System keine weiteren Kräfte, so spricht man von einer freien Schwin-
gung:

0.3 Freie gedämpfte harmonische Schwingung

Abbildung 3: Federpendel

-3-
PS1 0 Allgemeine Grundlagen

Die Differentialgleichung einer freien gedämpften harmonischen Schwingung lautet für ein
mechanisches Pendel:

m · ẍ + k · ẋ + D · x = 0 (2)

Formelzeichen Bezeichnung
x Amplitude
m Masse
k Reibungszahl
dx/dt Geschwindigkeit
Dx2 /2 potentielle Energie
mv 2 /2 kinetische Energie
δ = k/2m Dämpfungskonstante

Mit dem Lösungsansatz


x = x0 · sin(ωt) (3)
ergibt sich für den ungedämpften Oszillator, d.h. δ = 0 die Eigenfrequenz
r
D
ω0 = . (4)
m

p die gedämpfte Schwingung findet man eine Verstimmung zu kleinerer Frequenz ω0d =
Für
ω02 − δ 2 und die Lösung:
x(t) = x0 · e−δt cosωt. (5)
Man sieht daran, dass die Amplitude nach jeder Periode um einen konstanten Faktor
reduziert ist:
x(0) x(T ) x(nT )
= = ... = = eδT . (6)
x(T ) x(2T ) x((n + 1)T )
Daraus erhält man das logarithmische Dämpfungsdekrement Λ:

x(nT )
Λ = ln = δT (7)
x((n + 1)T )

Ist die Dämpfung sehr groß, so kann es sein, dass keine Schwingung mehr zustande kommt,
denn für δ 2 > ω 2 wird ω imaginär. Wir unterscheiden daher drei Fälle:

δ2 < ω2 Schwingfall
δ2 = ω2 aperiodischer Grenzfall
δ2 > ω2 Kriechfall

-4-
PS1 1 Drehpendel

Abbildung 4: links: Schwingfall, mitte: aperiodischer Grenzfall; rechts: Kriechfall; nach


c
Stöcker, DeskTop Physik, 1998

Lesen Sie dazu die Grundlagenvertiefung und sehen Sie sich das
Applet des Federpendels auf der eLearning Seite von PS1 an.

1 Drehpendel

1.1 Grundlagen

1.1.1 Begriffe

Erzwungene Schwingung, Resonanz, Dämpfung, Resonanzkatastrophe, Halbwertsbreite

1.1.2 Grundlagen zum Drehpendel

Wirkt auf das System eines Oszillators eine periodische äußere Kraft, so ist die Bewegungs-
gleichung inhomogen, Formel (0.3) muss erweitert werden.

Das System schwingt nun mit der gleichen Frequenz ω wie die äußere Kraft jedoch mit einer
Phasenverschiebung ϕ. Die Berechnung der Phasenverschiebung und der Amplitude A in
Abhängigkeit von der erzwungenen Frequenz ω lässt sich sehr anschaulich in der komplexen

-5-
PS1 1 Drehpendel

Ebene durchführen. Siehe Literaturangabe: Feynman, Vorlesungen über Physik, Band 1:


kω 2δω
x = A · ei(ωt+ϕ) mit tanϕ = 2 2
= 2 (8)
m(ω0 − ω ) ω0 − ω 2

Es ergibt sich eine Resonanzkurve der Form:

F02
A2 = (9)
m2 (ω02 − ω 2 )2 + k 2 ω 2

wie in der Abbildung 5 dargestellt.

Abbildung 5: Links: Resonanzkurve einer erzwungenen Schwingung für verschiedene


Dämpfungen δi . Rechts: die zugehörigen Phasenverschiebungen.

Für den halben Maximalwert der Resonanzkurve A2max /2 beträgt die Breite der Kurve für
kleine δ gerade ∆ω = 2δ. (= Halbwertsbreite). Im Experiment messen √ Sie jedoch nicht
A2 sondern A. Daher wird die Breite der Resonanzkurve bei Amax / 2 bestimmt. Als
wichtige Größe wird der Gütefaktor Q definiert: Er ist ein Maß für den Energieverlust
eines schwingenden Systems

mittlereGesamtenergie
Q = 2π · (10)
EnergieverlustineinerP eriode

Für gute Oszillatoren mit scharfer Resonanz gilt Q = ω0 /2δ = ω0 /∆ω.

1.2 Aufgabenstellung

Für zwei Dämpfungen (erfragen Sie die Stromwerte für den Elektromagneten beim Assis-
tenten!) sind folgende Aufgaben zu erfüllen:

-6-
PS1 1 Drehpendel

1. Bestimmen Sie die Eigenfrequenz ω0 des Pendels.

2. Bestimmen Sie die Dämpfungskonstante δ und das zugehörige logarithmische Dekre-


ment Λ.

3. Nehmen Sie die Amplitudenresonanzkurve für eine Erregerfrequenzbereich 0.2 −


0.9 Hz auf.

4. Bestimmen Sie die Dämpfungskonstante δ aus der Halbwertsbreite der Resonanzkur-


ve und vergleichen Sie das Ergebnis mit dem von Aufgabe 2.

5. Bestimmen sie Q für beide Dämpfungen und vergleichen sie die Werte.

1.3 Versuchsaufbau und Durchführung

Der Oszillator ist eine Kupferscheibe, die unter der Wirkung einer Spiralfeder Drehschwin-
gungen ausführt. Sie kann von einem Motor mit Exzenter zu erzwungenen Schwingungen
angeregt werden, siehe Abbildung 6. Die Schwingungen der Scheibe werden von einem Elek-
tromagneten nach dem Prinzip der Wirbelstrombremse gedämpft. Die Stärke der Bremse
wird über einen Regelwiderstand eingestellt. Der Assistent wird Ihnen zwei Dämpfungs-
einstellungen angeben, mit denen Sie dann arbeiten.

Abbildung 6: Skizze gekoppelter Pendel.

Aufgaben 1 und 2 können Sie sehr einfach mittels einer freien gedämpften Schwingung lösen
(Drehpendel ohne Motor). Lenken Sie das Pendel aus und messen Sie die Dauer mehrerer
Schwingungen sowie die zugehörigen Amplitudenwerte. Arbeiten Sie dazu zu zweit, um
genauere Ergebnisse zu erzielen. Machen Sie eine lineare Regression der logarithmierten
Amplitudenwerte gegen die Zeit um δ zu bestimmen.

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PS1 2 Gekoppelte Pendel

Benutzen Sie für Aufgabe 3 den Motor um eine gedämpfte erzwungene Schwingung zu
erhalten. Nehmen Sie für Frequenzen aus einem Intervall [0.2 Hz, 0.9 Hz] die Maximalam-
plituden auf. Daraus können sie graphisch die Resonanzkurve bestimmen und aus Ihr δ
für Aufgabe 4. Die Erregerfrequenz des Motors messen Sie mit dem optischen Zähler und
der schwarz-weißen Scheibe. Achten Sie auf einen möglichen Offset des Drehpendels (Ver-
schiebung des Nullpunktes in Ruhlage). Aus den Ergebnissen aus den Aufgaben 1 und
Aufgaben 2 (bzw. 4) können Sie nun Q berechnen.

1.4 Literaturangaben

• Feynman ”Vorlesungen über Physik” Band 1

• Walcher ”Praktikum der Physik”

• Gerthsen ”Physik”

• Stöcker ”Desk Top Physik”

2 Gekoppelte Pendel

2.1 Grundlagen

2.1.1 Begriffe

Frequenz, Schwebung, Kopplung, Richtmoment, Trägheitsmoment, gleichsinnige und ge-


gensinnige Schwingung, Überlagerung von Schwingungen, Fourrierspektrum

2.1.2 Gekoppelte Schwingungen

Eine Art gegenseitig erzwungener Schwingungen findet man auch bei gekoppelten Schwin-
gungssystemen, die periodisch ihre Schwingungsenergie austauschen. Im Fall der gekop-
pelten Pendel hängt die rücktreibende Kraft außer von der Schwerkraft auch vom Kopp-
lungsgrad K (vom Kopplungsgewicht G und der Kopplungslänge l bestimmt) ab.

-8-
PS1 2 Gekoppelte Pendel

Abbildung 7: Skizze gekoppelter Pendel.

Die Bewegung der beiden Pendel wird durch zwei gekoppelte Differentialgleichungen be-
schrieben, wie in der Grundlagenvertiefung dargestellt. Ihre Lösung führt zu den Eigen-
schwingungen ω0 und ω1 des Systems:
r r
D D + 2D∗
ω0 = ω1 = (11)
J J
Dabei sind J das Trägheitsmoment, D das Richtmoment aufgrund der Schwerkraft und D∗
Richtmoment aufgrund der Kopplung.

Je nach Wahl der Anfangsbedingungen treten drei Sonderfälle auf, die auch die physikali-
sche Bedeutung der Eigenfrequenzen erklären.

1. Gleichsinnige Schwingung

Beide Pendel werden gleichzeitig, in die gleiche Richtung angestoßen und schwingen
dann unabhängig von der Stärke der Kopplung.

Ψ1 (0) = Ψ2 (0) = Ψ0 Ψ1 (t) = Ψ2 (t) = Ψ0 · cos(ω0 t) ωgl = ω0 (12)

2. Gegensinnige Schwingung

Beide Pendel werden gleichzeitig in entgegengesetzter Richtung angestoßen. Sie schwin-

-9-
PS1 2 Gekoppelte Pendel

gen mit einer vom Kopplungsgrad abhängigen, höheren Frequenz w1

Ψ1 (0) = −Ψ2 (0) = Ψ0


Ψ1 (t) = Ψ0 · cos(ω1 t) (13)
Ψ2 (t) = −Ψ0 · cos(ω1 t) = Ψ0 · cos(ω1 t − π)
ωgeg = ω1

3. Schwebungsfall

Wird nur ein Pendel angestoßen, während das zweite in Ruhe ist, so erhält man eine
Schwebung.

Ψ1 (0) = Ψ0 Ψ2 (0) = 0
ωgeg − ωgl ωgeg + ωgl
Ψ1 (t) = +Ψ0 · cos( t) · cos( t)
2 2
ωgeg − ωgl ωgeg + ωgl
Ψ2 (t) = −Ψ0 · sin( t) · sin( t) (14)
2 2
ωgeg − ωgl ωgeg + ωgl
ωS = ω2 =
2 2

Abbildung 8: Skizze gekoppelter Pendel.

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PS1 2 Gekoppelte Pendel

Das Pendel schwingt mit der Kreisfrequenz ω2 , und die Amplitude nimmt langsam
ab, bis das erste Pendel vollständig ruht und die gesamte Energie auf das zweite
Pendel übergegangen ist. Die Schwebungsdauer TS zwischen zwei Stillständen ist
TS = π/ωS . Als Kopplungsgrad K definiert man das relative Richtmoment

2 2
D∗ ωgeg − ωgl 2 ω S · ω2
K= = 2 2
= 2 (15)
D+D ∗ ωgeg + ωgl ωS + ω22

Lesen Sie dazu die Grundlagenvertiefung und sehen sie sich die zugehörigen
Applets auf der eLearning Seite von PS1 an. Sehen sie sich auch die Videos
der gekoppelten Pendel an.

2.2 Aufgabenstellung

1. Erfragen Sie zwei verschiedene Gewichte G und eine Kopplungslänge l vom Assisten-
ten.

2. Untersuchen Sie für jedes Gewicht die gleichsinnige und gegensinnige Schwingung
sowie den Schwebungsfall.

3. Berechnen Sie aus den Kopplungsgrad K aus den Eigenfrequenzen sowie aus den
Schwebungswerten.

4. Vergleichen und diskutieren Sie die Ergebnisse für die gewonnenen Kopplungsgrade.

2.3 Versuchsaufbau und Durchführung

Es steht zur Messung ein gekoppeltes Pendel sowie ein Satz Kopplungsgewichte zur Ver-
fügung. Ein Bild der Anordnung finden sie in Abbildung 9.

- 11 -
PS1 2 Gekoppelte Pendel

Abbildung 9: Gekoppeltes Pendel mit Angabe der wesentlichen physikalischen Größen.

Messen Sie genau L und l und wiegen sie die verwendeten Kopplungsgewichte. Machen Sie
für jede Kopplung K (Kopplungsgewicht) eine Messserie für die Schwingungsfälle 1 − 3.
Bestimmen Sie aus den gemessenen Schwingungsdauern die entsprechenden Frequenzen.
Berechnen sie dann aus den beiden Teilen von Formel (15) jeweils K. Vergleichen Sie die
Ergebnisse.

Achten Sie beim Anstoßen der Pendel im gegen- bzw. gleichsinnigen Fall auf
geringe aber gleiche Auslenkung und im Schwebungsfall darauf, dass
Ψ2 (0) = 0.

2.4 Literaturangaben

• Walcher, ”Praktikum der Physik”

• Gerthsen ”Physik”

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PS1 3 Dopplerverschiebung einer bewegten Schallquelle

3 Dopplerverschiebung einer bewegten Schallquelle

3.1 Grundlagen

3.1.1 Begriffe

Dopplereffekt, Relativgeschwindigkeit, Schall, Schallgeschwindigkeit

3.1.2 Dopplereffekt

Der Dopplereffekt wurde nach dem österreichischen Physiker und Mathematiker Christian
Doppler benannt. Der akustische Dopplereffekt entsteht, wenn sich eine Schallquelle und
ein Empfänger relativ zu einander in einem Medium bewegen. Man muss dabei unter-
scheiden, ob sich die Schallquelle, der Beobachter, oder beide relativ zum Medium (der
ruhenden Luft) bewegen.

Benutzt man zwei Lautsprecher mit der selben Frequenz ν0 , wobei einer davon bewegt ist,
so überlagern sich die unverschobene und dopplerverschobene Frequenz zu einer Schwe-
bung.

Lesen Sie dazu die Grundlagenvertiefung und vergleichen Sie die Fälle
für ruhende(n) und bewegte(n) Schallquelle (Empfänger).

3.2 Aufgabenstellung

1. Bestimmen Sie die Grundfrequenz ν0 genau.

2. Bestimmen Sie anschließend für jeweils 5 Wagengeschwindigkeiten +v bzw. −v (1 −


6 cms−1 ) die Schwebungsdauern TS .

3. Benutzen Sie die Schwebungsdauern TS und Ihr Wissen aus Beispiel 2 GEKOPPEL-
TE PENDEL um die Schallgeschwindigkeit in Luft zu bestimmen.

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PS1 3 Dopplerverschiebung einer bewegten Schallquelle

3.3 Versuchsaufbau und Durchführung

Von einem ruhenden und einem mit der Geschwindigkeit v auf einem Wagen langsam
bewegten Lautsprecher werden sinusförmige Schallwellen der gleichen Frequenz und Am-
plitude ausgesandt.

Abbildung 10: Skizze des Aufbaus zur Messung des Dopplereffektes.

Ein Mikrofon empfängt nun sowohl die Schwingung der ruhenden Quelle mit der Frequenz
ν0 als auch die Schwingung der bewegten Quelle mit der scheinbar veränderten Frequenz
ν

v
ν = ν0 (1 + ) (16)
c

Dabei ist c die zu bestimmende Schallgeschwindigkeit in Luft1 .

Stellen Sie die Lautsprecherfrequenz ν0 am Funktionsgenerator bei ca. 20 kHz ein (jenseits
der Hörschwelle). Bestimmen Sie ν0 genau mit Hilfe des Digitalzählers, siehe Abbildung
10.

Messen Sie die Geschwindigkeit der Quelle mittels der Lichtschranke. Benutzen Sie dazu die
Bedienungsanleitung des Zählers, Abschnitt B. 2. 5, die vor Ort am Arbeitsplatz aufliegt.
Die Überlagerung dieser Schwingungen ergibt eine Schwebung, die auf dem Oszilloskop
dargestellt wird. Folgen Sie zur Bedienung des Oszilloskopes der Anleitung, die ebenfalls
vor Ort am Arbeitsplatz aufliegt. Aus der Schwebungsdauer TS können Sie nun mit Formel
(12) die Frequenzverschiebung ∆ν = ν − ν0 berechnen. Die Abhängigkeit der relativen
Frequenzverschiebung ∆ν/ν0 von der Geschwindigkeit v der bewegten Quelle ergibt aus
1
Wie aus dem Skript zur Grundlagenvertiefung ersichtlich, handelt es sich um die Formel für einen
bewegten Beobachter und eine ruhende Schallquelle. Der Versuchsaufbau beinhaltet aber genau das
Gegenteil. Formel (16) wird hier für kleine v als Näherung für die richtige Formel verwendet, um die
Auswertung zu vereinfachen!

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PS1 3 Dopplerverschiebung einer bewegten Schallquelle

Formel (16) einen linearen Zusammenhang aus dem die Schallgeschwindigkeit c bestimmt
werden kann.

Bestimmen Sie dazu für jeweils 5 Wagengeschwindigkeiten +v bzw. −v (1 − 6 cms−1 ) die


Schwebungsdauern TS . Zur Richtungsänderung werden die Lautsprecher gewendet, und
das Mikrofon an der anderen Seite der Laufschiene eingerichtet. Der Motor wird an der
Stelle belassen.

Zur Geschwindigkeitsmessung dient die Lichtschranke. Bestimmen Sie die Zeit, die ein,
am beweglichen Lautsprecher angebrachtes, 3 cm langes Plättchen zum Durchlaufen der
Schranke benötigt. Benutzen sie dazu den Digitalzähler. Die Anleitung zur Bedienung der
Geräte liegt am Arbeitsplatz auf.

Zeichnen Sie ein Diagramm der Wertepaare ∆ν/ν0 gegen v. c erhalten Sie aus dem Anstieg
einer Linearen Regression.

Achtung! Legen sie die Anschlusskabel des bewegten Lautsprechers immer so,
dass die Bewegung des Wagens nicht behindert wird.

3.4 Literaturangaben

• Walcher ”Praktikum der Physik”

• Gerthsen ”Physik”

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