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Was passiert heute?

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Corioliskraft

Reibung

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Rotierende Bezugssysteme
Im mitrotierenden Bezugssystem wirkt also eine Kraft, obwohl sich
die Masse in Ruhe befindet! Das 1. Newton‘sche-Axiom gilt in
diesem System nicht.

Þ Rotierende Bezugssysteme sind keine Inertialsysteme!

In nicht-Inertialsystemen treten also Zusatzkräfte auf. Diese werden


auch als „Scheinkräfte“ bezeichnet.

Achtung: Die Auswirkungen von Scheinkräften spürt der mitbewegte


Beobachter!

In rotierenden Systemen wirkt auf einen sich bewegenden Körper eine


weitere Scheinkraft, die sog. „Coriolis-Kraft“.

1
Corioliskraft
Zweidimen-
sional

Der mit rotierende


Beobachter interpretiert die
Ablenkung des fliegenden
Körpers als Einwirkung einer
Kraft, der Coriolis-Kraft.

Corioliskraft
! ! ! !
w FC = -2m w ´ v
! Eine Rotation kann durch
v eine Drehachse und die
m Winkelgeschwindigkeit
um diese Achse Das bedeutet für die
beschrieben werden. Ablenkung von bewegten
Massen auf der Erde:

Für die auf eine Masse m, die sich


mit der Geschwindigkeit 𝑣⃗ bewegt,
wirkende Coriolis-Kraft ergibt
sich dann:

2
Beobachtungen
! ! ! ! ! !
a ¢ = a + 2(v ¢ ´ w ) + w 2 × r

{
{
! !
= aC = aZF
1. Die mit diesen Beschleunigungen korrelierten Kräfte treten als Trägheitskräfte
im rotierenden Bezugssystem auf

2. Im Coriolisterm erscheint die Bahngeschwindigkeit 𝑣′ des Körpers im


rotierenden System

3. Die Coriolisbeschleunigung ist azimutal gerichtet, wenn die


Bahngeschwindigkeit 𝑣⃗ radial gerichtet ist. Bewegt sich der Körper jedoch
azimutal, dann ist die Coriolisbeschleunigung radial gerichtet und tritt additiv
oder subtraktiv zur Zentrifugalbeschleunigung hinzu.

Noch ein Beispiel, und ist die Erde nun ein IS?
Weil ! 2p 2p
| w |= = s -1
T 24 × 3600
-5 -1
» 7 ×10 s
sind sowohl die Coriolis-Kraft und insbesondere
die Zentrifugalkraft (hier ist sogar Fzf = mrw2 ) auf
der Erde recht klein.

Die Erde kann daher näherungsweise als


Inertialsystem betrachtet werden.

Im Prinzip ist die Erde kein ideales


rotierendes System mit 𝜔 = const., da
Tiefdruckgebiet über den auf sie noch weitere Kräfte einwirken:
britischen Þ Später: Kreiseltheorie
Inseln am 19.05.2002 um
13:08 Uhr

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Reibungskräfte
Dieser Zusammenhang muss generell
experimentell ermittelt werden.
Die Reibungskraft hat im Prinzip
eine komplizierte Abhängigkeit von !
der Geschwindigkeit: FR steht parallel zu den sich berührenden
! ! !
FR = F (v )
Flächen
! !
! FR = - F wenn der Körper noch
nicht gleitet
N
! !
! ! FR = 0 wenn keine Kraft wirkt
FR F
Beim Gleiten hängt 𝐹& von der
Normalkraft 𝑁 ab. Es gilt die empirische
! Beziehung ! !
mg FR = µ N
Unterlage
µ = Reibungskoeffizient

Reibungskräfte
Wie groß kann 𝐹& maximal werden ?
Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Reibung:
! wenn die Masse m in ! wenn die Masse m
FR,max
H Ruhe ist: „Haftreibung“ FR,max
G gleitet: „Gleitreibung“

Dabei gilt immer: 𝐹⃗&,)


*+,
> 𝐹⃗&,.
*+,
d.h. die Haftreibung ist größer als die Gleitreibung.

Empirisch findet man:


Bei gleicher Masse m haben die Körper
dieselbe Gleitreibung unabhängig von der
Größe der Auflagefläche!

4
Reibungskräfte
! !
H µ N
FR,max H = µH N
FR,max
Bei gleicher Fläche ist also
! ! µ H > µG
G µ N
FR,max G = µG N
FR,max
sowie also

Die Haft- und Gleitreibungskoeffizienten µH und µG sind stark abhängig von der
Beschaffenheit der jeweiligen Oberflächen (glatt, rauh, feucht, .....).

m m

M1 M2

M1g < µH m g M 2 g = µH m g
Die Masse m gleitet nicht. Die Masse m beginnt zu gleiten.

Reibung
Prinzip der Luftkissenschiene zur
extremen Verringerung der Reibung:

p0 Schlitten

Luft-
p1>p0 schicht

Luftkissen hat keine Haftreibung Luftspalt

Auf dem Luftkissen bewegen


Haftreibung am festen Körper: sich Körper mit extrem
geringer Reibung und haben
in Ruhe keine Haftreibung.

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Reibung
Messung von µH an der schiefen Ebene
Beispiele für Reibungskoeffizienten:
Flächen µG µH FR = m g sin Q
N = m g cos Q

Q
mg
Q

Der Winkel Q wird solange erhöht, bis der


Körper zu gleiten beginnt

FR m g sin Q max
µH = = = tan Q max
N m g cos Q max
Þ µ H = tan Q max

Die Schiefe Ebene: Dynamik


Dies entspricht einem freiem Fall mit
a. ohne Reibung der Beschleunigung geff = g·sina

v( s) = 2 g sin( a) s
m g sin a
s
a
v [m/s]
mg
a

2. Newton - Axiom :
F = m a = m g sin(a )

v = s! = a t = g sin(a ) t s [m]

1 2s
s = g sin(a) t 2 Þ t=
2 g sin a

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Die Schiefe Ebene: Dynamik
Daraus lässt sich die Zeit t zum Erreichen
b. mit Reibung der Geschwindigkeit
v
v berechnen:
Fr ó dv t ( 0) = t 0 = 0
Þ t =ô
m F
ô g sin a - r ( v ) v(0) = v0 = 0
mg sin a õ
0 m
a s
mg Die Reibungskraft Fr(v) hängt dabei noch bel.
a von der Geschwindigkeit ab.

Das 2. Newton‘sche Axiom lautet jetzt Im einfachsten Fall


unter Berücksichtigung der Reibung:
Fr (v ) = b v b = const.
m a = mg sin a - Fr
Nach etwas Rechnerei ergibt sich
Mit beliebigem Fr(v) für die Geschwindigkeit v:
m !s! = m g sin a - Fr (v) m g sin a æ æ b öö
dv F (v ) v (t ) = ç1 - expç - t ÷ ÷
Þ !s! = v! = = g sin a - r b è è m øø
dt m

Die Schiefe Ebene: Dynamik Am Anfang der Bewegung ist die Reibungskraft
vernachlässigbar. Mit zunehmender Zeit wird sie
v [m/s] v¥ immer größer, bis sie die Gravitation vollständig
kompensiert. Daher hätte man die Endge-
schwindigkeit v¥ einfacher so ausrechnen
können:
v(t )
Für t ® ¥ gleitet der Körper mit
v = v¥ = const. Þ 1. Newton - Axiom
g sin(a ) t m a = m g sin a - Fr = 0
t [s] mg sin a - bv¥ = 0
mg sin a
Þ v¥ =
Am Anfang der Bewegung gilt: b
b æ b ö b
t << 1 Þ expç - t ÷ » 1 - t Jetzt hängt die Bewegung von der Masse des
m è m ø m Körpers ab!
v(t ) = g sin(a ) t genauso wie ohne Reibung.

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Noch eine Reibung
Neben der Haft- und Gleitreibung kann man noch eine Reibungsart definieren
Þ Rollreibung

Für die Rollreibung ist die Haftreibung verantwortlich. Sie erzeugt ein Drehmoment, dass
dem Drehmoment der Schwerkraft entgegen wirkt.

! ! ! ! ! ! !
r
Erinnerung: Drehmoment M = r ´F M = r F sin a a
!
! F
r sin a

Experimentell findet sich


m g sin a M Rollreibun g = µ RR × FN = µRR × mg cosa
a
mg Durch die Schwerkraft erzeugtes Moment
a
M Schwer = r × FH = rmg sin a

M Rollreibun g = M Schwer Þ µ RR × mg cos a = rmg sin a Þ µ RR = r × tan a

Reibung

In Analogie zu den beiden anderen Reibungen wird auch die Rollreibung proportional zur
Normalkraft definiert. Die Erfahrung zeigt, dass der Reibungskoeffizient vom Radius
abhängen muss, da sich kleine Räder stärker in den Untergrund drücken als große.

! µ !
Þ FRR = RR N
r

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Reibung in fluiden Medien
Empirisch findet man häufig für die Reibungskraft in
fluiden Medien (Flüssigkeiten, Gase):
Fr (v) = b v
n

Stokes-Reibung : n = 1 für „geringe“...


Newton-Reibung: n = 2 für „hohe“ ... Geschwindigkeiten

2. Newton-Axion (eindimensional, z.B. freier Fall): Fr

F = ma = mg - b v n
t ® ¥ Þ a » 0, v = v¥ = const.
1 mg
æ mg ö n
0 = mg - b v n
¥ Þ v¥ = ç ÷
è b ø

g kg
Newtonsche Reibung r Luft » 1 = 1
l m3
Für die Reibungskraft beim Sprung Annahme : Die Dichte der Luft ist
gilt in guter Näherung: von der Höhe unabhängig.
A » 1m 2
æ1 ö ì kg
Fr = ç cW r A ÷ v 2 = b v 2
è2 ø 1 ï1 geschlossen
Þ b = cW r A » í m
2 kg
r - Dichte des Mediums ï10 offen
î m
A - Querschnittsfl. des fallenden Körpers
cW - Widerstandsbeiwert (cW - Wert) eines
Angenommen ein Springer wiegt etwa
Körpers, hängt nur von der Form ab m = 100 kg, dann ergibt sich für die
Endgeschwindigkeit v¥
Zahlenwerte:
ì m km
1
31.3 = 113 geschl.
cW - Wert Maß für Stromlinienförmigkeit æ mg ö 2 ï s h
v¥ = ç ÷ »í
è b ø m km
cW » 2 für geschlossenen Fallschirm ï 9.9 = 35 offen
î s h
cW » 20 für offenen Fallschirm

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Freier Fall mit Newton-Reibung: dv
v(t) – exakte Rechnung m = mg - b v 2
dt

Person mit gschlossenem Fallschim

Person mit geöffnetem Fallschim

2
Freier Fall mit Newton-Reibung:
d 2x æ dx ö
Exakte Rechnung für v(t), x(t) m 2 = mg - b ç ÷
(geschlossener Fallschirm) dt è dt ø

v(t)
v(t)
x(t)

x(t)

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Was passiert das nächste Mal?

Die Keppler‘schen Gesetze

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