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Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit („Aid“)

1) Humanitäre EZ & Katastrophenhilfe


2) Wohltätige EZ / Karitas
3) Systemische EZ – bilateral und multilateral (Weltbank, IWF,…)
a. Konzessionäre/weiche Kredite (concessional loans) – Rückzahlung!
b. Kredite ohne Rückzahlung (grants)
60 Jahre, > 1 Billionen USD

Intrinsische Probleme und Kritik an der Durchführung

Soziale und politische Dimensionen


- Zu großer Prozentsatz der Wirtschaftskraft (15% des BIPs von Afrika)

- Infiltriert alle Bereiche > umfassende Abhängigkeit

- Neubau politisch-sozialer Institutionen (im Gegensatz zu Wiederaufbau) braucht


mehr als Geld; Kolonialstrukturen unbrauchbar

- Abhängigkeit: Auflagen des Geldgebers > kurzfristige, fremde Interessen 1) Import


von Produkten, Dienstleistungen, Humankapital 2) Priorisierung des empfangenden
Sektors/Projekts 3) ökonomische/politische Richtlinien/Policen

- Nicht partizipativ, Konsumposition

- Rechenschaftspflicht der Regierung gegenüber Volk ausgehebelt

- Rechenschaftspflicht gegenüber Gebern: Anspruchsberechtigung und Verstöße


inkonsequent behandelt

- Gelder um die es geht sind ungleich hoch >

 Politisierung der Gesellschaft (Politik lukrativer als produktive Arbeit), großer


teurer unbeweglicher Beamtenapparat

 Gift für gegenseitiges Vertrauen > Sozialkapital

 regt Konflikte und Korruption an; bis zu Bürgerkrieg

- Zeitlich (und mengenmäßig?) unbegrenzt

- Schlecht organisiert (Kurzprojekte, Doppelung oder Widerspruch), Informationsfluss

- Privatsphäre
Ökonomische Sicht
- Störung des wachstumsfördernden Marktkreislaufs > Teufelskreis

BIP = Einkünfte der Wirtschaft und über Steuern der Regierung

= Ausgaben (im Equilibrium-Zustand)

= Konsum + Investition + Regierungsausgaben + (Export-Import)


- Import anstatt lokale Wirtschaft (Produkte > BIP, Arbeitnehmer >
Beschäftigungszahlen > Umverteilung); Beispiel Second Hand; Moskitonetze

- Konsum anstatt Sparen/Investitionen; Abhängigkeit schreckt private externe


Investoren ab

- Höhere Nachfrage/Geld zur Verfügung bei gleicher Produktion > Inflation > Import

- „Dutch Disease“ - Währungsaufwertung (viele USD für gleiche Menge KSH) >
nationale Produkte werden intl teurer > schlecht für Export > sinkende Löhne

- Infrastruktur/Erfahrung zur sinnvollen Bewältigung (> Investition!) großer Mengen


fremder Gelder nicht vorhanden

- Korruption/Intransparenz

 Entwicklungsgelder erfahrungsgemäß willkürlich verwendet,

 korrupte Regierungen manipulieren systematisch Rechtswesen, Rechte und


Freiheiten der Zivilgesellschaft, (Intransparenz!)

 unattraktiv für Investoren > bremst Wirtschaftswachstum

 weniger Jobs > höhere Armut > Mehr Entwicklungshilfe

 Abhängigkeit, erleichterte Korruption

- evtl Schulden (die evtl durch weitere Hilfe/Schuldenschlag finanziert werden)

Warum trotzdem EZ?


- geopolitische & ökonomische Gründe,
- moralische Gründe – Solidarität, Kolonialvergangenheit, Helfersyndrom
- unübersichtliche Geber/Nehmer-Landschaft und schwammige/wechselnde/nicht
konsensfähige Kriterien
- EZ-Industrie: Jobs, Selbstrechtfertigung (Geld was ich dieses Jahr nicht ausgebe kriege
ich nächstes Jahr nicht wieder bewilligt)