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Scan Date: January 20, 2010
Identifier: d-a-000122
m n
b

BEIM POLNISCHEN ZEITWORTE

EIN BEITRAG ZUM STUDIUM DER INDOGERMANISCHEN PRÄVERBIA

UND IHRER BEDEUTÜNGSFÜNKTIONEN

AKADEMISCHE ABHANDLUNG

ZUR ERLANGUNG DKR DOKTORWÜRDE


MIT GENEHMIGUNG DER PHILOSOPHISCHEN FAKULTÄT IN LUND
AM 12. DECEMBER 1908 UM 4 UHR N. M. IM HÖRSAAL N:o VI
ÖFFENTLICH ZU VERTEIDIGEN

VON

SIGURD A G R E L L

L U N D 1908
HAKAN OHLSSONS BUCHDRÜCKEREI
LÜNDS UNIVERSITETS ÄRSSKRIFT. N. F. AFD. 1. ßd 4. Nr 2.

ft8P[üIiD[fillG m ftlllDISARIBILDyiG

BEIM POLNISCHEN ZEITWORTE

EIN BEITRAG ZUM STUDIUM DER INDOGERMANISCHEN PRÄVERBIA

UND IHRER BEDEUTUNGSFUNKTIONEN

VON

SIGURD A G R E L L

LUND 1908
H A K A N OHLSSONS B O C H D B U C K B E E I
Vorrede.
Vorliegende Abhandlung will einen Beitrag liefern zur Frage
über die Aktionsartkategorien des indogermanischen Verbums
und zwar besonders über deren Ausdruck durch Präfixe. Obwohl
dieses Problem während des letzten Jahrzehntes ziemlich weit­
gehende Beachtung gefunden hat, vermisst man noch immer
Arbeiten, die allein eine sichere Grundlage für dessen Lösung
abgeben können, nämlich eingehende Spezialstudien über die
Bedeutungsfunktionen der Präverbia in den l e b e n d e n Spra­
chen. Freihch können die toten Sprachen, wie das Gotische und
das Altkirchenslavische, wertvolle Aufschlüsse in dieser Richtung
gewähren, aber die semasiologischen Verhältnisse der Idiome, die
den uralten Texten zu Grunde liegen, treten erst in das richtige
Licht durch Heranziehung von Bedeutuugsnuancen aus den ver­
wandten, noch gesprochenen Sprachen. Von den noch lebenden
Zweigen der indogermanischen Sprachfamilie dürfte wohl keiner
für die Kenntnis der Aktionsarten des Verbums mehr Interesse
bieten und wertvollere Ergebnisse versprechen als das Slavische.
Unter den slavischen Sprachen aber scheint mir das Polnische in
erwähnter Hinsicht die reichsten Entwicklungsformen aufzuzeigen.
Im Laufe meiner Studien habe ich mich aus diesem Grunde bestim­
men lassen, zunächst dieses Idiom möglichst eingehend in be­
sagter Hinsicht zu untersuchen und eine detaillierte Darstellung
der vorgefundenen Verhältnisse zu geben.
Meine Ausführungen stützen sich teils auf Belegsammlungen
als die Früchte einer vieljährigen und ausgedehnten Lektüre pol­
nischer Schriftsteller des letzten Jahrhunderts und teils auf die
IV

Erfahrungen die ich beim Studium der Umgangssprache in den


verschiedenen polnischen Sprachgebieten im Laufe der letz­
ten Jahre gemacht habe. Für Aufschlüsse über die Sprache des
täglichen Verkehrs bin ich zu grossem Danke verpflichtet
vornehmlich den Herren Ingenieur Czeslaw Lukoivslci aus
P o s e n und den Philologen Adam Kropatsch aus G a l i z i e n
und Andr,fej Zievii^cld aus R u s s i s c h - P o l e n , sowie dem Herrn
Konsulatssekretär Leon Wache in Malmö, die alle mit regem Inte­
resse und gütiger Bereitwilligkeit erbötig waren, auf meine ins ein­
zelne gehenden Fragen über ihre individuelle Auffassung der präver-
bialen Bedeutungsnuancen, der Gebräuchhchkeit verschiedener
Komposita, der stilistischen Wertung gewisser Wendungen und
Wörter u. dgl. Auskunft zu geben.
. Ferner ist es mir eine angenehme Pflicht allen den GeleM'
ten, die während des Entwurfs und der Ausführung meiner
Abhandlung mich durch ihren fördernden Rat und wertvolle
Hinweise aus ihrem Wissen ucterstützt haben, an dieser
Stelle meinen tiefgefühlten Dank auszusprechen. Mein verehr­
ter Lehrer Herr Professor Dr. J. Ä. Lundell in Uppsala,
dem vorliegendes Werkchen schon früher in anderer Form zur
Beurteilung vorgelegen hat, pflegte in seinen Vorlesungen und
Übungen über die slavischen Sprachen die durchgreifende Bedeu­
tung der Aspekte für deren Verbalsystem zu betonen und gab
mir so eigentlich die Anregung, meine Aufmerksamkeit den in
den folgenden Blättern behandelten sprachwissenhaftlichen Pro­
blemen schon frühzeitig zuzuwenden. Herr Professor Dr. Alexander
Brüchier zeigte während meines Aufenthaltes in Berlin im Winter­
semester 1907 ein gütiges Interesse für meine wissenschaftlichen
Pläne und riet mir zunächst eine Untersuchung auf dem Gebiete
des slavischen Verbums vorzunehmen. Die Herren Profes­
soren Dr. Jan Los und Dr. Jan Bozwadowslä haben sich während
meines Aufenthaltes in Krakau im Sonimersemester 1907 mit
ausgesuchter Liebenswürdigkeit meiner angenommen sowie
meine Studien beratend gefördert, indem sie u. a!. mit mir die
semasiologischen Verhältnisse ihrer Muttersprache und; verwandte
Probleme besprachen. Herr Professor Dr. Holger Federsen in
V

Kopenhagen hat mit aufopferndem Interesse und trefflichen Rat­


schlägen die endgültige Gestaltung dieser Abhandlung überwacht
und manche wertvolle Bemerkung beigesteuert. Dem ehemaligen
Lektor der deutschen Sprache an der hiesigen Universität Herrn
Dr. Heins Hungerland bin ich herzhch verbunden für seine von leb­
haftem Interesse getragene Hülfe bei der Verbessei'ung des sprach­
lichen Ausdrucks und der Formulierung der Ergebnisse in einer mir
nicht von Jugend auf vertrauten Sprache. Leider liess die Kürze der
mir zu Gebote stehenden Zeit eine gründlichere und ins einzelne
gehende Erörterung mit einem Deutschen nicht zu, und an der
einen oder andern Stelle ist es mir somit wohl nicht immer gelungen
den Kern der Sache mit einem kongruenten deutschen Aus­
drucke wiederzugeben. Der Einsichtige, der sich der Tatsache
nicht verschliesst wie schwierig es ist semasiologische Fragen in
einem fremden Idiom zu behandeln, wird hier Nachsicht walten
lassen.
Ich bemerke noch, dass die vorliegende Untersuchung ihrer
Anlage und Art nach auf erschöpfende Vollständigkeit selbstver-
ständhch keinen Anspruch erhebt.
Das ausführliche bereits gesammelte Material wird in meinem
am Schlüsse dieses Werkchens erwähnten polnischen Verbalwör-
terbuche in Bälde vorgelegt werden.
Zum Schlüsse sei es mir auch gestattet Herrn Kom-
merzienrat Hermann Stolts in Hamburg sowie Herrn Professor
Dr. P . A. Geijer in Uppsala, die durch gütige Unterstützung
meine dritte polnische Reise ermöglicht und demnach den
raschen Abschluss dieser Untersuchungen gefördert haben, noch­
mals meines dauernden innigen Dankesgefühls zu versichern.

Lund, im November 1908.

SiGUED A G K E L L .
Abkürzungen.
Quellen für die Belegstellen:

Bibl[ioteha) Warsz{aivslca), Brüclc(ner), Ch'miel{oiosM), B. de


Cour[tenay), B2[iady), EneyM{opedya) Org(iebrandta), Gar{sJci,
Ä^ams'?««;; Philosoph), Gag{eta) Lw{ows'ka), Gt{os) Nar{odu), Gon[iee)
WielJc(opolsM), Iryd{yon), Kallenbach), Kord{yan), Kors[on), Kur(yer)
Po0n[ansM), Kur(yer) Warss[atosM), Kras(inslci), Kryn[s'ki), Mai(ecM,
der Literarhistoriker), Matusz[ewski), Mic'k[iewicz), Nalep{insM),
Notc[a) Eej{orma), Notv[osei) Ill(ustroivane), O(jeiec) zadä[umionych w
JEl-Ärish), Org(eseJcoiva), Prsyi(yszeivsM], Bozwad[oivslci), Soer[ensen),
Sien{Mewics), 8low[acM), Sl[owo) Pol{sMe), Sl[ownik) Warsß{aws1ci),
S0uj{sJci), Seym(ansJci), {Fan) T{adeuss), Tarn(owsM); Tret{ialc), Wa-
sü{ewsM; der Dichter), Z. Wasil(eivsJci; der Essayist), W 8m{aj-
caryi), Wrfsp(iansM), Zdziech[oivshi), Zer{omsM).
Bern. E i n vollständiges Verzeichnis der für die Belegstellen
benutzten Literatur werde ich in dem lexikographischen Teile
dieser Arbeit geben, wo ich das ganze Material berücksichtigen
werden kann.

Spezielle Zeichen:

I : Posen, I I : Russisch-Polen, III: Galizien; —*: der Satz


steht i n einem metrischen Texte; = : mit der besonderen Bedeu­
tung — (wenn mehrere Bedeutungen vorliegen); L : mit lokaler Ne-
bennuauce; pf.: perfektiv, Pf.: Perfektivum. Auslassung von
einem Teile des Zitats bezeichne ich durch zwei Punkte . . (B e m.
Wenn Punkte i m Originale vorkommen, stehen wie übHch drei
Punkte . . .).
Einleitung.
I n den polnischen Wörterbüchern — w i e auch in der sonstigen
slavischen Lexikographie — findet man oft Verba komposita, die
verschiedene Präfixe haben, aber in derselben Weise übersetzt
sind. So werden z. B. zemrzec, umrzec, beide mit 'sterben',
straciö, utracic, zatraeic alle drei mit 'verlieren', skonczyc, ukonczyc,
zahonczyc, dokonczyc alle vier mit 'beendigen' übersetzt. Zabro-
niö und wzbronic werden beide mit 'verbieten', znaglic und przy-
naglic mit 'drängen', zestabnqc und osiabnqc mit 'schwach werden',
rozröznic und odröznic mit 'unterscheiden' wiedergegeben. Es
gibt eine grosse Anzahl solcher Fälle, wo man bei der Uber­
setzung in eine andere, nichtslavische Sprache zwei oder mehrere
Verba mit einem und demselben Verbum wiedergeben kann oder
muss. Bei einer genaueren Untersuchung des slavischen Sprach­
gebrauches ergibt sich jedoch, dass man es hier mit mehr oder
weniger deutlich fühlbaren Bedeutungsnuanceu zu tun hat, nur
dass die westeuropäischen Sprachen nichts ganz Entsprechendes
besitzen. Die Präfixe geben dem Verbum keine eigentlich neue
Bedeutung, sondern bezeichnen nur w i e die Handlung vollendet
wird. Ich nenne diese Präfixe a k t i o n s a r t b i l d e n d . In vor­
liegender Untersuchung werde ich zeigen, dass wenn ein Ver­
bum Simplex mit Präposition verbunden wird, die Verhältnisse
nicht so einfach und schematisch liegen wie die Sache bei den
deskriptiven Grammatikern dargestellt wird. Man hat folgende
Fälle zu unterscheiden:
1) Die Präposition gibt dem Zeitwort eine ganz n e u e (ge­
wöhnlich lokale) Bedeutung, z. B. wyjeehae 'ausfahren', rozbic
'zerschlagen', oddac 'abgeben' usw., zarobi6 'verdienen' von
robic 'machen', roztworzyc 'auflösen, v e r d ü n n e n ' von tworzyö
'schaffen, b i l d e n ' usw.
1
2
2) Die Präposition gibt dem Verbum keine ganz neue Be­
deutung, sondern markiert anscheinend bloss, dass die Handlung
vollendet ist (Ein imperfektives Verbum wird perfektiv). Hier
muss man jedoch z w e i Fälle auseinander halten:
a) Das Präfix bewirkt n u r Aspektänderung (markiert nur,
d a s s die Handlung vollendet ist, sagt aber nicht w i e ; durch die
Präfigierung ist nur ein Hinweis auf den Moment der Vollendung
hinzugebracht) z. B. z-rohic 'machen', s-pytac 'fragen', s-honsta-
tmvac 'konstatieren'.
b) D a s P r ä f i x m a r k i e r t n ä h e r w i e die H a n d l u n g
a u s g e f ü h r t wird, bewirkt n i c h t nur A s p e k t ä n d e r u u g ,
s o n d e r n b e s t i m m t a u c h | e i n e gewisse A k t i o n s a r t , z. B .
nJconczijc gegenüber skonczyc, 'przynaglic gegenüber znaglic, n a -
Merowac gegenüber shierowac.
Wie ich den BegrifE der Aktionsart näher fixiere und worin
der Unterschied zwischen den genannten Beispielen liegt, werde
ich im folgenden ausführlicher entwickeln.
Hier will ich nur im Anschluss an eine Erörterung bei Soe-
rensen (»Polnische Grammatik», S. 184) die verschiedenen Bedeu-
tuugs-nuancen von vier Komposita des Verbums Icoiiczyc mit ein­
ander vergleichen, die bisher alle als n u r perfektivbildend betrach­
tet worden sind. Die ausführlichste deutsch geschriebene pol­
nische Grammatik sagt von der Perfektivbildung:
»Im allgemeinen werden zu diesem Zweck k l a n g ä r m e r e
Präfixe, dann wohl auch solche m i t w e n i g e r s i n n f ä l l i g e r
G r u n d b e d e u t u n g (seltener also do, nad, ob, od, pod, prze-,
przed, roz, w, wy-, wz-, wobei indessen an eine vollständige Aus­
schliessung dieser Präfixe nicht zu denken ist) verwendet, i n e r s t e r
L i n i e o, po, u, z, za, häufiger auch na, przy, roz-, wy-. Selbst­
verständlich kann ausser hin und wieder bei solchen Präfixen wie
przy, roz, wy, wz (vgl. Bem. 2) von irgend welcher Beziehung
zur Grundbedeutung des Präfixes nicht die Rede sein.
Hierauf mag der besonders erschwerende Umstand zurück­
zuführen sein, dass, wie bereits angedeutet, manchmal b e i d e m ­
s e l b e n V e r b v e r s c h i e d e n e P r ä f i x e zu demselben Zwecke
Verwendung finden können. Die betreffenden Komposita werden
dann in den Wörterbüchern unterschiedslos aufgeführt, ohne dass
bei dem einen irgendwie auf die Existenz des anderen hingewiesen
würde, z. B. doJconczyc, sJwnczyc, uJconczyc, zalconczyc, welche alle vier
3
ohne irgend welchen Unterschied der Bedeutung das Perfektivum
zu konczyc 'beendigen' darstellen (vgl. § 215—218). Indessen
dürfte in der wirklich lebenden Sprache meistens eins solcher
nebeneinander stehenden Komposita dem oder den andren vor­
gezogen werden, auch dürfte manchmal ein feineres Sprachgefühl
eine leise Bedeutungsnuance herauszuhören resp. hineinzutragen
imstande sein, so dass es z. B. dem Dichter oder dem Redner
nicht ganz gleich ist, ob er im einzelnen Falle diese oder jene
Kompositionsform verwendet.»
Die Sache ist jedoch gar nicht so ungreifbar. Wer die Ver­
hältnisse etwas näher untersucht, wird finden, dass, obwohl es
hin und wieder nur stilistische, sogar euphonische Ursachen sein
können welche bewirken, dass das eine oder das andere Wort
gewählt wird (z. B . shonczmy to oder zakoiiczmy to!), es doch
auch Fälle gibt, wo eine Verwechslung ganz widersinnig sein
würde; besonders zwischen sJconczyc und uJconczyc: Wer etv/as Ge­
fühl für die polnische Sprache hat, wird nie sagen: nagle nhoiiczyt
spiewac (statt shoiiczyl) — oder przez cUugi czas skonczyl swq
prac§ (statt ukonczyl)\ Betrachten wir erst ein Beispiel, wo man
anscheinend alle vier Komposita eben so gut verwendet, — es
sind v i e r verschiedene Bedeutungsnuancen vorhanden:
1) — vJconczyl swojq pracg w domu — er hat seine Ar­
beit zu Hause beendet und ist wohl die ganze Zeit dort damit
beschäftigt gewesen.
2) — dokonczyi swojej pracy w domu — er hatte anders­
wo — z. B . in der Schule — einen grösseren oder kleineren Teil
fertig gemacht, den R e s t hat er zu Hause beendet.
3) — zaJconczyl swojq prac§ lo domu — die allerletzte Par­
tie seiner Arbeit (z. B . die letzten Zeilen eines Aufsatzes, die letz­
ten stiHstischen Verbesserungen) hat er zu Hause vollendet, mit
dem Übrigen war er wahrscheinlich anderswo beschäftigt.
4) — Qkonczyl swojq prao§ w domu — er hat seine Arbeit
zu Hause beendet, ob er die ganze Arbeit dort vollendet hat
(M-), ob er dort den Rest [do-) oder die letzte definitive Vervoll­
kommnung [za-) abgeschlossen hat, wird nicht erwähnt.
Bei 1—3 bewirken die Präfixe Aspektänderung (Perfekti-
vierung) m i t verschiedenen Aktionsartfärbungen, bei 4 bewirkt
die Präposition n u r Aspektänderung, ist bloss perfektivbildend
ohne die Zeitart der Vollendung näher zu bestimmen.
i
Bei 1—3 wird markiert, ob man die g a n z e Handlung
mit allen ibren kontinuierlichen Momenten hervorheben will
(M-), ob den späteren Teil der Handlung [do-) oder nur ihre
letzten Abschlussmomente (za-); bei 4 wird nur der Punkt der
Vollendung ohne Berücksichtigung der vorhergehenden Handlung
fixiert (s-).
Folgende Literaturzitate können zur Hervorhebung der ver­
schiedenen Zeitstufeuwerte der vier Komposita dienen:
1) TJlconczyc: — Slowacld, Jctöry umart mlodo, nie. ulmiczyt
y>Kröla Dueha^. Matusz. (Die g a n z e für das grosse Werk nötige
Z e i t war dem Dichter nicht gewährt) — jah tyllco uhon-
czyl liceum. Tret. (Eine ganze mehrjährige Arbeit) — ukon-
czona ze Szwecyq wojna. Szuj. (Der Krieg wurde nicht mit einmal
abgeschlossen, mehrere komphzierte Handlungen — Bataille,
Parlamentierungen etc. — werden in die Abschlusshandlung mit
einbegriffen.)
2) DoJconezyc: — mysl nieco wi§cej rozwini§ta, chociaz tahäe nie-
dokonczona. Tret. (Der spätere Teil — die Hälfte etwa — fehlt)
— I teraz wola, aby do niego si^ Iqezyc, uderzyc na Byhowa,
ztvyci^stwo ^ dokonczyc. T. IX. (Mehrere Gefechte sind gewon­
nen, man wird jetzt das, was an einem vollständigen Siege noch
fehlt, ausrichten). — Tu Maeiej chleh umoczyl iv zupie Ijedzqc nie
dokonczyi ostatniego slowa. T. XII. (Ein Teil des Wortes M'ar
gesprochen, der spätere wurde nicht vollendet.)
3) Zakonczyc: — Az Eyköw rzeki: »Nosil wilk, poniesli i
wilkaln »Eequiescat in pace» dodal Bodkomorzy. »Juz-ci, zakoiiczyi
S§dzia, hytw tempalec Bozy». T. X. (Unter m e h r e r e n Ausrufen
bei der Nachricht vom Tode des Majors Piut war der letzte der­
jenige des Richters) — aby wojn§ z Ttircyq prowadzic i zaszczytnym
zakonczyc jq pokojem. Szuj. (Hier wird, im Gegensatz zu i>ukon-
czona ze Szwecyq tvojna» oben, nur an die allerletzte Handlung,
den Friedensschluss, gedacht) — Hasio zakonczonego na dzis grzybo-
brania. T. I. (Die letzte Tätigkeit des Pilzesuchens ist beendet,
fixiert wird vielmehr was n a c h h e r kommt.)
4) Skonczyc: — on zyje i nie zonaty, a wigc romans jeszcze
nieskonczony. Tret. (Ein anderes Präfix wäre zu konkret, man

' Mickiewicz hat Akkusativ für den grammatisch vorgeschriebenen


Genitiv.
5
würde dann an die methodische Arbeit au einem Romanbuche
(M-), an das Schreiben des letzten Kapitels (do-), an die Scliluss-
zeilen (za-) denken; das Bild will kein so genauer Vergleich
sein) — wnet shonczg [sc. möwic], ledivie mam dose mocy Zakon­
czyc [sc. historyp] . . . Panie Klucznik, ja umr§ tej nocy. T. X
(skoiiczQ steht hier in einem heftigen Ausrufe, eine andere Prä­
position wäre zu umständlich; zakonczyc, das in einer ruhigeren
Periode der Rede folgt, markiert, dass eine gewisse Zeit nötig
ist: do- oder u- wäre doch zu lang) — Po ukonezeniu uniwersytetu,
skonczyfem szkot§ rolnicsq we Francyi. Sien, (s- ist das allgemeine
Pf., es kann gebraucht werden statt M- oder za-; hier aus stilistischen
Rücksichten, zwei ii- nach einander wäre wenig wohllautend.)
Mit diesen Beispielen ist gezeigt worden, dass es zwischen den
4 Komposita einen ganz deutlichen Unterschied gibt, und dass man
sie also nicht als gleichwertig betrachten darf. Ich muss auch
hervorheben, dass es bei ihnen noch andere Unterschiede gibt
als die hier erwähnten, sich auf die Temporalität der Verbal­
handlung beziehenden Nuancen. Skonczyc und ukonczyc unter­
scheiden sich oft noch stärker als Passivität (Unabsichtlichkeit)
und Aktivität (Absicht, Wille); ukonczyc und zakonczyc als jenes
die Duration der H a n d l u n g , dieses die Duration des R e s u l ­
t a t e s hervorhebend. Darüber werde ich später Gelegenheit
finden näher zu sprechen. Hier nur einige Beispiele: (Für s—u)
Przestraszony on skonczyt prac^. — Cichy spokojny on ukoiiczyl
prac§ tak jak chcial. (Für u—za) Po ivielu Mopotach wreszcie
ukoiiczyl pracp^. — AT« dzisiaj zakonczyl pracQ.
Noch zwei Komposita von konczyc gibt es, die öfters auch
mit 'beendigen' wiedergegeben werden können; (dass sie mit
skonczyc etc. nicht ganz sinngleich sind, beachten die Lexika):
pokoiiczyc, das eine M e h r h e i t d e r S u b j e k t e o d e r O b j e k t e ,
ein N a c h e i n a n d e r e i n z e l n e r H a n d l u n g e n bezeichnet,
und wykonczyc, das eine ganz v o l l s t ä n d i g e , g r ü n d l i c h e
V o l l e n d u n g ausdrückt, po-: Pegencya pokonczyla zaraz wojny
z Polskcf,, Daniq i w. ks. Moskieivskiem. Encykl. Org. (Schweden
beendigte d r e i Kriege) — "wy-: pierwszepi§cpiesni, choc skonczone,
nie sq wykonczone i roHc^ wrazenie fragmentöiv. Tarn. (Die Gesänge
sind nicht defekt, sie haben zwar Anfang und Ende und keine
Zeile fehlt [s-], aber doch wäre Arbeit daran nötig, sie sind noch
nicht vollendet, gründlich, tadellos abgeschlossen [wy-])
6
Das Präfix in sJconczyc nenne icii aspeMändernd (einfach
perfektivierend =pf.), die anderen Präfixe betrachte ich als ak­
t i o n s a r t b i l d e n d : ti- mit d u r a t i v e r Aktionsart [dur.), da­
mit f i n a l e r [fin.), za- mit d e f i n i t i v e r (def.), po- mit d i s t r i ­
b u t i v e r (distr.) und ivy- mit e f f e k t i v e r [eff.). Ich rechne
wyTconczyc als eine Aktionsartbildung von honczyc, obgleich es im
Deutschen mit 'vollenden' übersetzt werden kann und darum
in den Wörterbüchern als selbständiges Kompositum behandelt
und niemals als ein zum imperfektiven Simplex gehöriges Per­
fektivum betrachtet wird.
Die übliche Einteilung in Perfektiva und Komposita ist,
theoretisch betrachtet, bisher eine ganz willkürhche gewesen.
Erster Abschnitt.
Analyse der entlokalisierten Präfixe.
(i>Les preverles videsy>).
U m die Aktionsarten der verschiedenen Präfixe näher zu
studieren, muss man ein Kompositum mit einem andern bei
d e m s e l b e n Verbum vergleichen, die Verba die nur e i n Kom­
positum haben — das »Perfektivum» — sind für die Entschei­
dung dieser Frage nicht in erster Linie zu verwerten. (Aspekt­
änderung und Aktionsartbildung fallen bei ihnen praktisch ge­
nommen zusammen.)
Die Aktionsartwerte der Präfixe sind in dem vollendeten
Aspekte am deutlichsten zu ersehen, darum führe ich vorzugs­
weise Beispiele von Verba perfektiva an. Wo es daneben auch
präfigierte unvollendete Formen gibt {upalac, zatruwac gegenüber
upalic, zatru6 etc.) ist die Sache gewöhnlich viel weniger fühlbar:
sie bezeichnen nur das Streben die Handlung auf diese oder jene
Weise zu vollenden, nicht — wie die Perfektiva — eine Hand­
lung mit Vollendung, eine g a n z e Handlung.
Es gibt auch Verba, bei denen die Präfixbildung eine
Aktionsart ausdrückt, deren Simplicia aber nicht vorkommen
(z. B . ulezwtadnic 'ohnmächtig machen', wyTcorzenic 'ausrotten',
zaoJcrqglic 'abrunden' usw.), diese ziehe ich in meine Untersuchung
nicht hinein, denn teils würde mein Material dadurch allzu
gross und schwerfällig werden, teils sind sie in dieser Beziehung
nur von sekundärem Interesse: nur wenn sie zwei Komposita
haben, können sie hier belehrend sein — und ich werde auch hin
und wieder einige solche Beispiele geben — ; ihre Bedeutungswerte
sind doch in der Regel für denjenigen, der schon mit dem zentra­
len Teile des verbalen Präfigierungssystems — d e r A k t i o n s a r t -
8
k o m p o s i t i o n d e r ü b l i c h e n S i m p l i c i a •— bekannt ist, oline
Schwierigkeit zu erkennen.
Mit diesem zentralen Teil beschäftige ich mich besonders
in dieser Abhandlung und mein Zweck kann praktisch definiert
werden als die Beantwortung der Frage: w i e v e r h a l t e n s i c h
v e r s c h i e d e n e » P e r f e k t i v a » eines V e r b u m s i m p l e x zu
einander?
Ich werde jetzt in Fällen, wo man bisher die Bedeutungs­
differenz noch nicht genügend beachtet und hervorgehoben hat,
solche Präfixbildungen mit einander vergleichen.
1. z-,{ze-, s) und u-.
Betrachtet man ein Wörterbuch, i n dem der zu einem im­
perfektiven Simplex gehörende perfektive Aspekt angeführt wird
(Lindes Wörterbuch oder Soerensens Verbalverzeichnis), so findet
man, dass die meisten Verba mit z- (s) oder, u- perfektiviert
werden und dass bei einer erheblichen Anzahl davon diese Pi-äfor-
mativa beide vorhanden sind. Stellt man selbständige Untersu­
chungen in der Literatur und Umgangssprache an, wird man noch
bei anderen Verben diese Präfixe beisammen finden — wie es scheint
beide dieselbe Sache (die reine Aspektänderung) markierend.
Das Kompositum mit «- kann kaum eine andere Übersetzung
als das ^'-präfigierte erhalten. Wie verhalten sich diese For­
men zu einander? Sind sie denn sinngleich oder gibt es einen
Unterschied? Sie als ganz gleichwertig zu betrachten ist verkehrt.
Das slavische Sprachgefühl ist zu fein, um zwei Formen für
dieselbe Funktion zu verwenden: bei äusserer (phonetischer) Ver­
schiedenheit muss man auch innere (semasiologische) Differen­
zierung erwarten. Vergleicht man z- und u-, so ergibt sich, dass
jedes zwei Bedeutungsseiten aufweist, die das eine vom andern
unterscheiden können: s'-bezeichnet M o m e n t a n i t ä t oder (even­
tuell zugleich) P a s s i v i t ä t (Unabsichtlichkeit), u- dagegen D u r a ­
t i o n oder (eventuell zugleich) A k t i v i t ä t (Absicht, Wille). Der
Deutlichkeit wegen nenne ich ein Kompositum mit Aktivität
beim Subjekt k o n a t i v , ein Kompositum mit Passivität (ev.
unbekannter, unbeachteter Aktivität) i n k p n a t i v .
A . z- momentan — u- durativ.
1, mom. (ev. auch inkon.) stluhla talerz. — dur. (auch kon.)
uUuMa pieprz.
9

.2. mom. (auch inkon.) poszedi, i whröke skryl si^ za hrzahami.


— dur. (auch kon.) poszedl do Jcrzaköw i ulcryl si§ tarn.
3. mom. nagle swieca zgasla. — dur. posar ugasl powoli.
4. mom. przyszedl Mos i jpiesn zmillcla. — dur. oddalüi si^ i
powoli piesn ich umilkla.
5. mom. kapelusz wpadl w bfoto i zbrukai si^. III. — dur.
ubrukat si§ przy kopaniu dofu. III.
6. mom. Winszuj^ ei Majorze, zes zlowit Hrabika. T. IX.
— dur. (auch kon.) szuka sposobu, Jakby razem obsaczyc i
ulowic obu: Erabi^ i Tadeusza. T. V.
, 7. mom. Wskutek nieszcz^sliwego wypadku wzrok stracil — dur. w
eiemnosci wi^sienia ivzrok utracit. II. — Ze tttraciwszy rozum
w m§kach diugich, Phvajq na siebie i zrq jedni drugich. Mick *.
8. mom. zaraz zgasii lamp^. — z trudnosciq ugasili ogieii.
9. mom. (aucli inkon.) zmarszczyl brwi. ^ dur. (auch kon.)
krawcowa .winarszczyfa bluzk§.
10. mom. nagly podmuch wiatru sjaldowal jej suknig. — dur.
(auch kon.) szwaczka ufaidowata suknig.
11. mom. zaraz zolnierze sformowali inny szyk — dur. zdemo-
. ralizotvany oddziai z trudnosciq dal si§ znowu uformowac.
12. mom. posel nie mögt odrazu sformulowac wszystkich zc{,dan
swego stronnictwa i prosil o dzien czasu do przygotowania —
dur. posei przedlozyl w parlameneie jus naprzöd uformulo-
wane zqdania swego stronnictwa.

In sämtlichen Beispielen ist die Bildung mit z- (s-) deutlich


m o m e n t a n : die Handlung geschieht entweder in e i n e m Augen­
blick oder ist von so kurzer Dauer, dass die sprachliche Auf­
fassung darin verschiedene Stadien nicht unterscheidet; die Bil­
dung mit u- schildert eine Handlung in ihrem Verlaufe; das
Subjekt vollendet die Handlung i n m e h r e r e n s t u f e n w e i s e
i n e i n a n d e r ü b e r g e h e n d e n M o m e n t e n , mau denkt an
eine k o n t i n u i e r l i c h wachsende M e h r h e i t von Gesichtsbildern
oder Gehöreindrücken, die Aktion ist d u r a t i v .
F ü r den u n v o l l e n d e t e n Aspekt überhaupt wird die Be­
nennung d u r a t i v wie bekannt öfters gebraucht; ich nenne ihn
stets i m p e r f e k t i v , da dieser Ausdruck für eine noch nicht ab­
geschlossene Tätigkeit sich mehr eignet. Das unvollendete Zeit­
wort ist zwar seiner Aktionsart nach g e w ö h n l i c h durativ, aber
10

es gibt auch Tätigkeiten, die anders charakterisiert werden müssen,


z. B. die Verbalgruppe des Typus hösc (rwac etc.), bei der die Hand­
lung nur momentan ist (mit oder ohne Iteration). F ü r Präsentia
wie Icrowa bodzie, szpilM Tcluje ist die Benennung durativ weniger
angemessen. Entweder ist die Bedeutung abstrakt = 'die K u h
kann (oder pflegt zu) stossen', 'die Nadel sticht (wenn man mit
ihr in Berührung kommt)', — oder sie ist konkret = 'Sieh, wie
die K u h mit den Hörnern stösst (und wieder stösst)', 'Ich fühle
wie die Nadel sticht (und wieder sticht)' und bezeichnet eine
Mehrheit von momentanen Handlungen, keine ununterbrochene
(kontinuierliche) Folge von in einander übergehenden Zuständen,
was eben den Begriff der Duration ausmacht.
Ich verstehe unter d u r a t i v e r A k t i o n s a r t eine Verbal­
handlung in ihrem g a n z e n Verlaufe betrachtet; mag diese
Duration eine jahrelange oder eine nur etwas mehr als augen­
blickliche sein, es ist jedoch immer eine Duration. Die Tätigkeit
ist immer länger als bei einem andern Kompositum desselben
Zeitwortes, bei dem das Präfix nicht den BegrifE der Duration
enthält, wenn beide handlungsschildernd stehen (und nicht ein
schon irgendwann eingetretenes Faktum bloss konstatieren, =
perfektisch gebraucht sind).
Die Benennung Durativum ist also bei mir nie mit dem
Imperfektivum (== Zeitwort in dem unvollendeten Aspekte) zu
verwechseln.

B. z- resultativ — u- durativ.

Ich will jetzt einige Beispiele anführen, wo das Kompositum


mit z- [s-) nicht handlungsschildernd (konkret) ist, sondern nur
ein eingetretenes Faktum, das reine Pesultaterreichen, bezeichnet
uud darum ganz zeitunbestimmt (abstrakt) steht ( = r e s u l t a t i v ) .
Durch z- wird nur der vollendete Aspekt m a r k i e r t , beim u-
Kompositum wird ausserdem noch eine merkbare A k t i o n s a r t ,
die durative hervorgehoben.

1. res. naukq zlagodsic obyczaje. Tret. — dur. Jeszcze si§ dosyc,


dose naplacze, nim go hochanie ulagodzi. Wysp*.
2. res. Konfederacya zdawala si§ stlumiona. Szuj. — dur. Wszdkze
utlumiona na wschodzie konfederacya podnosi si§ w postaei
partyhularnych zwiqzJcöw na zachodzie. ib.
11

3. res. LeJcars, przyjaciel domu, gdy je [sc. dzieelco] oglqdai,


miat ming. strapionq. Orz. — dur. ta mysl dose mnie ulrapila.
III [Vgl. utrapiona mucha = 'eine Fliege, die lange quält,
die man nicht los werden kann'. — Utrapiony hat die für
das Slavische eigentümliche Doppelbedeutung von Passivität
und Aktivität, z. B. mssich: gluchoj— 'iaxxh' auch 'dumpf,
temnyj = 'dunkel', auch 'blind'; polnisch: glucha cisza,
ciemny = ociemnaiy (im erhabenen Stile) u. a.].
4. res. Ze sig przejdziesz trochg po Nowym Siviecie, to eig zhytnio
nie strudzi II. — dur. utrudzily sig ramiona ich potgzne. Tret.
5. res. Ale sig chiopi giupi nad nim zUtowali! T. VII. —
dur. Daremnie hronilo siq serce Tadeusza; Ulitoival si§, uczut,
ze go zäl porusza! T. V. [Der Unterschied zwischen z-
und u- ist bei diesem Verbum nicht scharf, die beiden
Formen werden in der täglichen Sprache fast als gleich­
wertig gebraucht, doch ist bei u- eine gewisse Duration
fühlbar.]
6. res. muszg rzeczy spalcowac, ho dzisiaj wyjezdzam. II. — dur.
• wyslalismy starannie upaTcowany Jcosz z garäeroiq. II.
7. res. Zmohilizowano ogölem 200 policyantöw. Czas. — dur.
(selten, fast nur im Verbalsubstantivum) umobilizowanie armii
przedstawiaio wielkie ti-udnosci. II.
8. res. trzeha zywiol polslci zorganizowac. Bibl. Warsz. — w
nowozorganizowanym uniwersytecie. Chmiel. — dur. nie bylo
ani szholq ani uniwersytetem, lecz instytucyq systematycznie
uorganizoivanych odczytöw publicznych. Chmiel.

0. z- inkonativ — u- durativ-konativ.
In den oben angeführten Beispielen tritt bei den w-Kom-
posita besonders deutlich eine d u r a t i v e Funktion hervor. Das
M-Präfix kann, wie erwähnt, noch eine andere Funktion tragen,
die k o n a t i v e ; die Subjektsaktivität, (gewöhnlich der Subjekts­
wille) kann dadurch hervorgehoben werden. In einigen der schon
gegebenen Beispiele ist, wie oben angedeutet, zugleich mit der
Duration eine Konativität fühlbar. So ist es der Fall bei hryc:
die Tätigkeit bei ukryl si§ ist im Gegensatz zu der bei shryl si§
gewöhnlich mit Absicht, Willen verbunden. Das S u b j e k t ist
immer die U r s a c h e des G e s c h e h e n e n , das g r a m m a t i s c h e
Subjekt ist mit dem p s y c h o l o g i s c h e n identisch (Siehe P a u l ,
12

P r i n z i p i e n , Kap. VI § 87). In dem Satze wJcrötce sa JcrzaJcatm


jalowGU shryly sig plachty, parcianki i oJcrqgie czapld. Prus. z. B .
ist das grauimatisclie Subjekt {piachty etc.) nicht das psycho­
logische (die weggehenden Leute). In Od niej [sc. burzy] ptaki
w zhosowym uhryly sig lasJcu. T. III sind die zwei Subjekte
identisch. In Padt zgluszony Assesor i skryl sig w pokrzywy.
T. VIII hegt kein Subjektswille vor, uknß sig dagegen würde
hier ganz widersinnig sein.
Rein durativ ist ein «-Kompositum fast nur, wenn es ein
intransitives Zeitwort ist (z. B. timilknqc, ugasnqc, uwigdnqc etc.),
sonst finden sich zwei Bedeutuugsseiten mehr oder weniger fühl­
bar vereinigt. Wenn ein Satz h a n d l u n g s s c h i l d e r n d (konkret)
ist, ist fast immer die d u r a t i v e Funktion die stärkere, wenn
er r e s u l t a t a u s s a g e n d (abstrakt) steht, ist die k o n a t i v e
Bedeutung in erster Liuie fühlbar. Darum wird ein Pole, wenn
man ihn über die Differenz von skryc und ukryc befragt, eher
den Bedeutungsinhalt von Willen, Absicht, Streben bei ukryc
gegenüber skryö hervorheben als dessen temporale Beziehung.
E r denkt an ukrylem, wobei das Innere, der geistige Zustand
des Subjekts hervortritt, er fühlt hier nur das Resultaterstreben.
In einer Erzählung dagegen, wo man von etwas anderem spricht,
von einem Subjekt, dessen inneren Zustand man nur indirekt
kennt, tritt die durative Funktion in erster Linie hervor: zuerst
denkt man an das, was man sieht, dann an das, was es hervorbringt:
{Widziatem, ze) zlodziej ukryt sig za stodofq ist länger als . . . skryl
sig . . . , [ividzialem, ze) zolnierze uformowali inny szyk länger als
... sformoivali . . . Jedoch ist zu bemerken, dass wenn Konativität
(Subjektskausativität, gew. Wille) hineingelegt werden kann, diese
auch immer in den «Bildungen mit fühlbar ist. Duration o h n e
Konativität kommt durchgehend nur bei den intransitiven Verba
auf -nqc und in einigen Verbindungen mit sig [ucukrowac sig etc.)
vor. Bei allen anderen Zeitwörtern ist die temporale Funktion
mit der kausalen verbunden; bei einem Verbum ist die eine, bei
einem andern die andere mehr hervortretend. Bei demselben
Zeitwort kann in einer Flexionsform die Duration, in einer an­
deren die Konativität überwiegen. Das Präteritum (besonders in
der dritten Persou) hebt gewöhnlich die Duration in den Vorder­
grund. Beim Part. Perf. Pass., das eine rein resultatbetonende,
nur indirekt situationsschildernde Form ist, tritt die Konativität
13
am stärksten hervor. Neben den «-Formen, wo die Aktivität
stark betont ist, haben die ^•-Partizipia die Tendenz Adjektiva
zu werden. Bei slcryty — uJcryty ist sogar die Bedeutungsdiffe-
renzieruug so weit gegangen, dass die bildliche Anwendung dem
inkonativen Partizipium einen ganz neuen Sinn zugeführt hat:
skryty, bildlich, = 'verschlossen, heimtückisch, hinterlistig'. V g l .
Musi tu byc w tych ziarnach jaJcas moc ulcryta. Dz. III mit patrzai
mu w oczy ze sJcrytym, zlym usmiechem. Zer. — Welch ein
Unterschied liegt nicht vor zwischen ukryty cztoivieh 'ein Mensch,
der sich irgendwo versteckt hat' und shryly czlotvielc 'ein ver­
schlossener, heimtückischer Mensch'.
Derselbe Wechsel zwischen Aktivität und Passivität ist sehr
fühlbar in anderen Partizipien, z. B . upodlony — spodlony, utru-
dzony — strudzony usw. Die inkonativen Bildungen sind am besten
mit Adjektiven zu übersetzen z. B . : 'müde' gegenüber 'ermüdet'
usw. Wie ich später zeigen werde, kommt die Konativität auch
bei anderen Präfixen als u- vor, z. B. otruty gegenüber struty.
Ich gebe hier noch einige Beispiele für z- inkon. — u- kon.:

1. inkon. i przy niej trzy stogi UzqtJcu, co pod strzechq zmie-


scic si§ nie moze. T. I. — kon. I ja tarn z goscmi byiem,
miöd i wino pilem., A com ividzial i slyszal, w ksiggi umie-
scilem. T. XII.
2. inkon. na przeciwleglej stronie zgrupowal sig zastgp niemaiy.
Zer. — kon. Sporq i intresujcicq tviqzanJcg doivodöw zebral i
ugrupowat Dr. K. JarecJci w rozprawie Matmz.
3. inkon. lud spodlony. Kras. — kon. upodlony talciem wstrgtnem
plaszczeniem sig. II. — ja sig talc nie dam iipodlic. IL
4. iukon. Ile cig trzeha cetiic, ten tylho sig dowie, Kto cig stracil.
T. I. — straciwszy zwylclq zimnq Icrew. Sien. — kon. Jan
Kazimierz utracilponownie Warszaivg. Szuj. •— w gut. minsJciej
utracilismy wszystkie mandaty. Bihl. Warsz. (Es gibt natür­
lich bei utracic keinen Subjektswillen, aber die Teilnahme
des Subjektes an der Aktivität, seine Kausativität, wird
betont.)
D. s- nur resultativ = abstr. — u- durativ = konkret.
Es gibt einige Verba, die Parallelbildungen mit z- und u-
besitzen, wo es einen allgemeinen Unterschied zu entdecken sehr
schwer scheint: zemrzec — umrzec, zrodzic — urodzic, auch shrasc
14

— uhrasc. Es liegt kein Wechsel zwischen Momentanität und


Duration vor (eine s-Form bezeichnet nie eine schnelle, augen­
blickliche Tätigkeit neben der w-Form für eine langsamere),
noch weniger kommt hier Konativität vor (bei umrzec, urodzic
sig eine Unmöglichkeit). Oft ist es nur eine stilistische Frage,
ob das eine oder das andere Verbum verwendet werden soll, es
kann fast eben so gut stehen: ojciec jego smart und slcradzione
rzeczy als ojciec jego umarl und lücradzione rzeczy. Aber es gibt
doch Fälle, wo man nur das eine gebrauchen darf: möj umarly
ojciec sagt man nie wenn der Vater schon längst tot ist, — umarly
markiert, dass jemand als Leichnam hegt, ist also ganz konkret,
zmarly dagegen rein abstrakt. Der Unterschied ist: Als situations-
malend, handlungsschildernd (konkret) ist u- vorzuziehen, z- steht
besser um das reine Faktum zu erzählen, das Resultaterreichen
überhaupt markierend (rein resultativ = abstrakt). Darum werden
im Zeitungsstil (Neuigkeitsrubriken, Referate usw.) Formen wie
zmarli, sJcradli bevorzugt (nicht zuletzt der Kürze wegen), in
belletristischen Erzählungen, Poesie usw. die Formen mit'«-.
Streng genommen sind jedoch auch die M-Komposita dieser Gruppe
d u r a t i v , man muss nur diesen Ausdruck richtig verstehen:
nicht als eine besonders lange Handlung, sondern als e i n e H a n d ­
l u n g i n i h r e m g a n z e n V e r l a u f e betrachtet. In den Be­
griff der Handlung wird z. B. bei umarl nicht nur der Moment
des Aufhörens des Lebens, sondern auch was diesem vorhergeht
hineingezogen: das Erbleichen, die Ohnmacht, das Röcheln usw.
(der Todeskampf). Dasselbe gilt von urodzic. Bei uJcrasc hat
man es gewöhnlich mit einer mehr oder weniger komphzierten
Handlung zu tun; wo die Tätigkeit nur eine einmalige Bewegung
ist, liegt doch ein räumlich anschaubarer Verlauf vor ( = räum­
liche Liuearität mit zeitlicher Puuktualität, vgl. ubösc, ulcluc, udra-
])ac u. a., s. 18 A).

Beispiele:
1. abstr. Zmarli w ostatnich dniach: Gaz. Lw. — uderzyla
i>Lysa-i> kanonilca taJc szhodliwie, ze w trzy dni zmart. Sien.
— konkr. I tah tcmarla ta moja dzieweczlca, Ze mi sig serce
rozdarlo na cwierci. Slmv*. (0. zadz.) [Hier ist der Verlauf,
die Duration der Handlung sehr deutlich dargestellt] —
Matlca moja umarla w tydzien po wydaniu mnie na swiat. Sien.
15

2. abstr. Zrodzona z rodzicöiv JrancusJcich. Chmiel. — pisarze i


poeci pierwszej czQSci naszego wielcu, zrodzeni i wychowani w
tamtym. Tarn. (Hier wird nur das Faktum hervorgehoben)
konkr. Urodzony w niewoli, oTcuty w powiciu. T. XL (Die
Situation hervorhebend) Pod szczgsliwq gwiasdq Urodzit si§
ten cMopiee. T. XL. {»pod szczQsliivq gwiazdq» bestimmt die
Zeit.)
3. abstr. Z mieszhania agenta handlowego sJcradziono smoking
czarny. 8i. pol. — w przeciqgu kilku lat skradl wiele tysigcy
rubli. LL. — konkr. W jego wlasnem mieszkaniu ukradli mu
ubranie. LL. (Die Situation wird markiert.)

E . z- resultativ — u- durativ mit besonderem


Sprachusus.
1. Das Verbum karac 'strafen' heisst perfektiv skarac oder
ukarac, das eine ist resultativ, das andere durativ. Der Sprachusus
hat sich aber so ausgebildet, dass man normal nur ukarac sagt;
skarac wird fast nur im pathetischen Stile und in der Poesie
gebraucht. Gewöhnlich ist skarac in der Umgangssprache nur in
Verbindung mit Gott oder Teufel als Subjekt, z. B. Niech mig
Bog skarze, jezeli... — Czy mnie dyahli skarali. Linde. — Skaranic
boskie z tym czlowiekiem! ILL. — Des Rhythmus wegen hat wahr­
scheinlich Mickiewicz skarac: Zal jej bylo, ze innq smial Tadeusz
lubiö, Cheiala go skarac, ale nie myslala zgubic. T. VILL. —
Aber pathetisch (der Graf spricht!): Soplico, rzekl, odtvieczny ivrogu
mej rodziny, Dzis skarzg cig za dawne i za stvieze winy. T. VLLL.
2. Hiermit ist zu vergleichen: «•^wor^j/c = schaffen (vor­
wiegend eine göttliche Tätigkeit) uud utworzyc = bilden. Doch
steht stivorzyc öfter als skarac für menschliche Tätigkeit.
res. migdzy ludzini jakimi ich Pan Bog stworzyt. Mal. —
Byron stworzyl notcy gatunek poezyi. Mick. — dur. uhvorzyli
szkoly, rözne poezyi gatunki. Miele. — uhoorzyl senat, szpiegi, .
dygnitarze. ib.
Man darf die Sache jedoch nicht so betrachten, als ob das
Simplex zwei besondere Bedeutungen hätte. Der Grundsinn von
tworzyc ist 'schaffen = Gestalt geben', dazu ist stivorzyc das resul-
tative, utworzyc das durative Perfektivum. Es ist nur so, dass
wenn die Duration, der Verlauf der Handlung, hervorgehoben
wird, man das Verbum {utworzyc) meisteus mit 'bilden' über-
16

setzen kann. Dies ist docii nicht immer der FaU, z. B . pienia
JByrona przemöwüy . do wielJciej masy Europejshiej i utworzyly
nasladowcöw. Mick. (Hier muss man mit 'schaffen' übersetzen;
u- markiert den Verlauf. Ebenso:) T3ög uttvorzyl czlowieka z gliny.
Das Verbum tworzyö ist kein eigentlich doppelsinniges Simplex.
Unten führe ich solche Zeitwörter an, welche je nach verschie­
denen Bedeutungen des imperfektiven Verbums in der vollendeten
Form z- oder u- bekommen:

F . z- resultativ — u- durativ-konativ mit Bedeutungs­


differenzierung.
1.gruntowac a) den Grund suchen (und pf. finden) (konkret
oder bildlich) b) begründen.
a) res. (ev. aber selten mom.) zgruntotvac spraw§ [Juridisch)
— przepasc niezgrunioivana. Zer. — Botq,d wielki artysta,
tylko artysta Cig ohejmie, zgruntuje, zrozumie. Kras.
b) dur. azehy ugruntowac wiarg tv duszaeh ludu. Chmiel. —
ugruntowac erg pokoju. Tarn. — Widziat ugruntowanq pod-
stawg pod swöj ideal Czas.
2. krzyzowac a) kreuzen b) kreuzigen.
a) res. (ev. nom.) rgce skrzyzowane kladla Na alaiastry widne,
choc zakryte. Slow*. — aly skrzyzowac zamiar kröla. Szuj.
a) dur. lü postaei poetyckiego poröwnania narodu polskiego z
ukrzyzowanym Chrystusem. Tret.
3. miarkowac a) merken, erraten b) massigen, einschränken,
abmessen.
a) res. (gew. mom.) Ttvörcy konfederacyi Targowickiej .. zmiar-
kowali teraz co zrohili. Tarn. — zmiarkoivaivszy, gdzie sq
pieniqdze, wyciqgnc^l je i uciekl. Gl. nar.
b) dur. postgpowanie umiarkowanych liheralöw. Czas. — KU-
mat. . dzielimy na gorqcy, umiarkmvany i zimny. E. Romer.
— umiarkowal prace wedle sit i mocy. Chmiel.

Hier kann auch genannt werden:


4. gotoivac a) bereiten b) kochen. In der Bedeutung a) hat es
als pf. Form z- (neben przy-, wy-, na-), in der Bedeutung
b) hat es als Perfektivum «• (doch kommt auch e- obzwar
selten vor, neben prze-, po-), s. 8,4
17

charalcterysowac a) charakterisieren b) ein charakteristisches


Äusseres geben. (Besonders einem Schauspieler.)
a) res. scharalcteryzowal lepiej i jasniej istotg i rolg tego.
Matusz.
b) dur. ahtorzy byli lardzo marnie ucharaJderyzowani. II.
(Die Maskierung und Kostümierung waren schlecht) — ueha-
raMeryzowany na dziada. II.
Hierher gehört auch das Verbum toczyc, das als Simplex
eine Menge verschiedene Bedeutungen hat a) = 'führen'
(wojng, rozmowg), 'liefern' {bitwg), 'haben' [spör) auch 'rollen'
[Iculg) gew. nur mit sig, pf. s- b) = 'drechseln', 'schleifen',
pf. U:
a) res. littva stoczona podtug wszelMch xnawidel strategii.
Tarn. — Migdzy myslami hitwa jus stoczona. Bz. III. —
Slcaia stoczyla sig iv przepasc. II ( = rollen, stürzen).
b) dur. Zölw, z Mörego to zgrzeMo utoczyl mi toTcars, prgdzej
chodzil. Slow. * [Kordyan). [In der Bed. 'drechseln' gibt
es auch stoczyö, aber lok. = 'weg-, ab-'].
Anm. In der Bedeutung c) 'wälzen, rollen' hat das
Verbum pf. po- kurs., d) 'nagen, verzehren' s-, e) 'giessen,
zapfen' wy-.
E i n anderes bedeutungsreiches Verbum ist topic a) schmel­
zen b) ertränken, versenken, tief hiueinstossen.
a) res. (hat auch pf. roz-, s. flg.) A piorun go to ostatnim
poJcoju wytropit, Nie nie zepsul i tylho ruhle srebrne stopil.
Bz. III'
b) dur. (hat auch pf. za- def., s. flg.) Badbijm byt Soplicöw
rodzing W lyzce wody utopic. T. XI. — Jah pszczola, topiqc
zc{dto, i serce z nieni grzebie, Tah ja za myslq duszg utopilem
w niebie. Mich.* [Farys).

G. z- inkon. nur reflexiv — u- kon. transitiv.


iscic (pf. u-, als Simplex selten) verwirklichen — iseic sig
(pf. Z-) sich verwirkhchen, in Erfüllung gehen,
kon. Jah tg zapoiviedz przyszlosci zamierzai autor rozwiesc i
uiscic tv dalszych dramatach? Mat. — inkon. A widzg, ze
sig dzisiaj ziscil omen babi. T. XI. — Kiedy sig nadzieje
na tashatvosc cara dla Behabrystöiv nie ziscily. Tret.
miescic (pf. u-) Platz geben. — miescic sig (pf. z-) Platz finden.
2
18

kon. Widziatem murzynJcg, Jctöra Tcupiwszy xjomaraiicsg, natych-


miast, zamiast niese tv rglcu, umiescila jq tv esuprynie.
Sien. — inkon. Siusznie Wozny powiadat, ze w zamJcotvej
sietii Zmiesci sig i palestra i goscie proszeni. T. I. (Siehe
auch C, ]).
3. podohac (pf. «- mit soiie). Gefallen finden an etwas. (Ein
Simplex podobac kommt jetzt nicht vor.)
kon.-dur. Przyjechaivszy z toojazu, upodoial mury, Tiumaczqc,
ze gotycMej sq arcUtehtury. T. I [sobie fehlt, Licentia poetica).
— inkon. przez swojq uprzejmosc spodobai si§ tvszystkim. III.

Hiermit habe ich in den Grundzügen den für die polnische


Sprache so charakteristischen Wechsel z — M bei den so genannten
Perfektiven eines Simplex nachgewiesen uud exemplifiziert. E i n
Verzeichnis der Verba mit z — « i n der vollendeten Form gebe ich
Dritter Abschnitt 11 B (bei noch einigen anderen ist diese Doppel-
heit fakultativ brauchbar). Nur bei einigen Verben ist z- n u r
resultativ, u n u r durativ (Zeitwörter, die nie momentan sein
können, Zeitwörter die ein Werden bezeichnen), in allen anderen
Fällen entscheidet die konkrete Situation (Die Beschaffenheit des
Subjekts oder des Objekts, die Umstände usw.), ob die Handlung
als resultativ oder momentan, durativ oder konativ (ev. dur.-kon.)
aufzufassen ist. Die Inkonativität ist natürlich eine ganz negative
Eigenschaft: Bei der Tätigkeit, die durch die Verba, die ich inkona­
tiv nenne bezeichnet wird, kann selbstverständlich auch Subjekts­
wille vorhanden sein, nur dass dieser hier nicht durch das Präfix
z- zum Ausdruck kommt, wie es bei dem Präfix u- der Fall ist.

2. z- [ze- S-) und o- [ob-].


Wie z — u findet man auch z •— o als ihrer Bedeutungs­
differenz nach nicht näher bestimmte perfektive Formen eines
Simplex. Dieser Wechsel, der bei einer geringeren Anzahl Verba
vorkommt, enthält dieselbe Funktionen wie z — M, bloss ist die
Lokalitätsbedeutung bei o- weit fühlbarer als bei Wir fin­
den hier:

A. z- momentan — o- durativ.
1. mom. zemdlaia, gdy ludzie przyszli brac miarg na trumng.
Sien. — zona zamordowanego. . ujrzaivszy C, zemdlaia z
19

przerasenia. Czas. — dur. schivycili rannego, Jctöry omdlal.


Prus. — ten hlado-zielony ivrög, Jctöryby pod moim pistoletem
omdlal. Sloiv. (Der Verf. stellt sich vor, w i e er in Ohn­
macht fällt, 0- markiert den Verlauf.)
2. mom. (ev.) zhudziwszy sip Anhelli usiadl i zapytat, co sig z
nim stato. Slow. — dur. obudzili sig posröd deszczu bijqcego
w oJcna. Climiel. — W Jcim tragiczne wizye MalcsewsJciego
nie obudzily grozy, ten cJiyba nie wie, co to sq cierpienia i
walJci wewngtrzne. Matusz. (Auch Konativität — Subjekts­
kausativität — fühlbar, vgl. C.)
3. mom. nagle ozwal sig strzal, jeden, drugi, jgJci, i znöw
wszystJco zgluchlo. Czas. — dur. starzec powoli ogluehl (Hier
nur 0- möglich.)

B. z- resultativ — o- durativ.
1. res. zeslabl tylJco i zblednial jego mlodzienczy optymizm.
Zdziech. •— dur. oslabnql. . . padl na Jcolana. Miele *. [AI-
pufiara] (o- steht verlaufsschildernd, man sieht wie er schwach
wird). — Noch stärker durativ ist oslabiec: WojsJco znacznie
oslabialo. Sl. Warsz. — Tu Bernardyn oslabial i upadl na
loze. T. X.
2. res. Ale serce spustoszalo mu i slawa zbrzydla. Zdziech. —
dur. Dopiero o pölnocy ulice opustoszaty. Czas. — gdy cmen-
tarz opustoszal, z bocznej Jculisy wehodzi cicho Hamlet, ib.
(Beide Beispiele sind sehr deutlich verlaufschildernd: erst
geht einer, dann der andere usw. weg.)
3. res. Spöznili sig na dylisans o Jcwadrans. Chmiel. (Bezeichnet
nur das Resultat.) — Za przyJcladem niebiesJcim wszystJco sig
spöznilo Na ziemi. T. VI. — dur. pocic^g opöznil sig. III.
— zegareJc sig opöznil. II.
i. res. (ev. mom.) dopiero wtedy zjawil sig ten upragniony
Messyasz poeztji. Tarn. — Zjawili sig loJcaje, podajqcy Icape-
lusze, lasJci, plaszczyJci, oJcrywJci. Zer. — dur. (nur im erha­
benen Stile, in der Normalsprache hat man pojawiö majorativ,
s. flg.) Bog widomie objawil sig w tlumie. Miele. — Chrystus
objawil sig apostolom. Sl. Warsz. (Der Unterschied ist jetzt
zwar nur stilistisch, aber die Formen mit ob- schildern nie
etwas Heftiges, Schnelles, sondern eine Tätigkeit mit Würde
u. dgl.)
20

5. res. Siaralistnij sig tyle o jej wyclioivanie! Chytaby tu zdzi-


czala... T. III. — dur. (selten) Samotnih odziczal. Si.
Warsz. (In anderen Fällen ist odziczec doch nicht frei von
lokaler Nuancieruug: Grünt odziczal. Odziczala pustynia,
roslina. ib.)

0. z- inkonativ — o- konativ.
1. inkon. jagody struty go. II. (o- unmöglich) — kon. otruU
mu psa. I — Odpowiedziala mi, se sig otruje, alba ze sig
utopi. Sloiv. (Absichtliche Tätigkeit). B e m . struc sig gew.
= sich grämen.
2. inkon. spöznil sig do domu. II. (Unabsichtlich, er wollte
zur rechten Zeit kommen.) — kon. chciat sprawg opöznic.
III. (Absicht und Duration.)
3. inkon. Nie zmylil sig mistrz tatet! T. XII. (Es ruht kein
Nachdruck darauf, dass das grammatische Subjekt Ursache ist.)
— kon. Ate tym razem omylit sig w adresie. Gl. Nar. (Was
hervorgehoben wird ist, dass der betreffende sich selbst ir­
regeleitet hat; Subjektswille liegt nicht vor, aber das gram­
matische Subjekt ist mit dem psychologischen identisch: er
ist selbst Urheber des Resultates; — Subjektskausahtät.)
4. inkon. zbudzil go szelestem. I. (unabsichtlich). — kon. nie
cJicial go obudzic (absichtlich). — zeby obudzic w ludziach usza-
notvanie dla sztutci. Miele. (Subjektswille.) — idz mi obudz
panienlcg. Sloiv.

D. z- res. — ob- dur.-kon. mit besonderem Sprachusus,


1. darzyc schenken, z- res. nur von Gott (vgl. stcarac): zdarzyl
mi Bog przyjaciela. Soer. •— Zdarz Bog! — ob- dur. (Wem
— Alck., was — Instr.) ivuj obdarzyl mnie Icsiqzlcq na imie-
niny. II.
2. jawic sig sich zeigen, s. B, 4.
3. razic verletzen, treffen, ob- dur. (bildlich lok.) nur in mora­
lischer Bedeutung: Mnie twoje ploche slowa obrazic nie mogq.
Sloiv.*' usta, Ictöremis meczny Majestät obrazit. Dz. III. —
z- res. (total) verletzen (auch abstossen, abschrecken, lok.)
zerwanie z jego strony zrazilo jej eiche serce. III.
21

E . z- resultativ, ev. mom. — o- dur.-konativ mit Be­


deutungsdifferenzierung.

Dafür finden sicli nur wenige Beispiele:


1. palic a) brennen, verbrennen pf. s- res., u- dur., za- def. =
anzünden b) heizen (pf. o- dur., na- dur .-def.). [Das Verbum
hat auch andere Bedeutungen c) brennen, (intr. ohne pf.)
d) schiessen, feuern (pf. tvy-), e) rauchen (pf. wy-).]
a) res. Na to Tcoival Meszcze bierze, aby r§hi nie spalic. (Sprich­
wort.) — Troja nie sjjalilaby sig, gdyby Frometeusz nie daro-
wai ludzioyn ognia. Sien.
b) dur. opalony poMj. III. — Wczoraj po raz pierwszy tej
zimy opalilismy mieszlcanie. II.
Anm. In übertragener Bedeutung a) plec spalona jah u
Kreolöw. Sien, und lokal: stary ten solnierz opalony Bog wie
w jahich ogniach. ib.
2. giadzic glätten (pf. o-; auch wy-), das als Simplex nur diese
Bedeutung hat, bekommt mit z- (auch wy- za-) den Sinn
'vertilgen'.
a) dur. z jednej strony ogtadzil hamien. II.
b) res. I jah Berod chce caie poholenie zgladzic. Dz. III.
Anm. Bei ogladzic, ebenso bei opalic ist eine lokale
Nebenbedeutung sehr fühlbar ('herum'), vgl. D r i t t e r A b ­
s c h n i t t III.

3. z- [ze-, S-) und za-.

"Wie ich in der Einleitung angedeutet habe, liegt e i n Unter­


schied — und zwar der wichtigste — zwischen z- und za- darin,
dass z- ganz allgemein d i e V o l l e n d u n g [pf. = Aspektänderung),
za- dagegen d i e d e f i n i t i v e V o l l e n d u n g markiert. Eine
definitiv abgeschlossene Handlung ist näher bestimmt: eine voll­
endete Handlung, deren N a c h d u r a t i o n fixiert wird. Vergleicht
man die definitive Aktionsart mit der durativen, so kann man sa­
gen: das D u r a t i v u m fixiert d i e D u r a t i o n (den Verlauf) d e r
Handlung; das D e f i n i t i v u m dagegen d i e D u r a t i o n (das
Bestehenbleiben) des Resultates. Im folgenden werde ich dies
Gegensatzverhältnis analysieren, hier exemplifiziere ich erst den
Wechsel z — za.
22

A. z- resultativ — za- definitif.


Abgesehen von einigen Fällen bei zakonczyc, zadecydowac
(und noch einigen Verben, s. 4 B, 5 B und Dritter Abschnitt IV),
wo man d i e l e t z t e n M o m e n t e d e r H a n d l u n g als das be­
sonders Hervorgehobene betrachten kann, ist bei za- d e f i n i t i -
v u m in erster Linie die Duration uach der Handlung das stark
Markierte, der Abschluss gilt »für eine bestimmte Zeit» oder »für
immer». Die Duration nach der Handlung kann ein Zustand
oder eine Tätigkeit, eine Wirkung sein.

I. D a s def. R e s u l t a t i s t e i n b l e i b e n d e r Z u s t a n d .
1. res. jagody struiy go. II. (Nur das Werden.) — def. zatrui
jagody. (Sie werden das Gift behalten.) — zatrulas mnie
sceptycyzmem. Sien.
2. res. (mom.) nagle zhraJclo mu odwagi. (Nur das Eintreten.) —
def. SJcawinskiemu zabraklo glosu. Sien. (Er könnte eine —
längere — Zeit nicht sprechen.) — Do dydbelka i butelki
zabraklo towarzyszy huzarötv — znalezli sig inni. Orz. (Seine
früheren Kameraden waren für immer weg.)
3. res. (mom.) Nim ztvigdnie kwiatu stviezy lise. Wysp. * — def.
przy tobte mi nie zatvigdnie kwiat gycia. II (für immer.) —
V g l . hiermit: dur. W kraju iviosny, pomigdzy rozkosznemi sady
Uwigdias mtoda röso! Mick.* [Grob Potockiej.)
4. res. zgnieioal go swojem postgpotvaniem. II. — def. Dornst
mi tylko, se sona jego jest na mnie zagnieivana na smierc, se
nie chce o mnie slyszec. Sien.
5. res. Hrabia podczas Sgdziego sporöw z Telimenq, Stat za drze-
ivami, mocno zdsitviony tq scenq. T. III. — def. zadziwil [sc.
Karol Gustatv] swiat swymi podbojami tv Polsce i Danii. En-
cijkl. Org. (Man wird sich lange — Jahrhunderte — darüber
verwundern,)
6. res. (ev. mom.) Toc temsamem jus tvszystko zgodzono, zgodzono.
Mick. * — def. (mehr selten) Wiesz Major? ot lepiej tg sprawg
zagodzic: Pan Sgdzia Majorotvi musi trud nagrodzic. T. IX.
7. res. (ev. mom.) stracitvszy zivyklcf, zimnq krew. Sien. (ev. nur
für eine kurze Zeit). — def, zatracila [sc. Telimena] poczucie
surotvej cnoty i tjvogble glgbszych i silniejszych zasad etycznych.
Chmiel. (für das Leben) — se swiat, Jctöry zatracil pratvdy i
23

zasady, musi szulcac czegos, tv coby tvierzyl i czegohy sig trzy-


mat. Tarn. — Dawna Bzplta nietyllco zatracila poczucie
hohatersttva, nie luhila rohic nad miarg powinnosci, ale stracila
. natvet uczucie ohoiviq.z'ku. ib. (Hier mögen auch stilistische
Ursachen vorliegen, zwei za- wäre zu stark und weniger
wohlklingend.)
Anm. Zatraeic hat auch die Bedeutung 'vernichten',
z. B . fferod szulcac hgdzie dziecigcia, aby je zatracil. Mat. 2,u.
8. res. (ev. mom.) ujadanie strtvosonych psötv. Frus. — strivozone
IcoUety. T. V. (für den Moment). — def. *Fanie Rgbajlo,
rzeM Ksiqdz, jus mnie nie zatnvosq Qnietvy ludshie, ho jestem
jus pod rglcq Bosq. T. X. (zatrwosyc ist 'für etwas zu­
künftiges erschrecken'; der sprechende — Robak — wird
hald tot sein, erwartet keine Tage mehr, um die er sich zu
kümmern hätte.)
9. res. muszg rzeczy spakotvac, ho dzisiaj tvyjesdsam. II. — def.
tv przeciqgu hcadransa zapahoivany kufer gotöw byl do drogi.
II.

11. D a s definitive Resultat ist eine künftige


Tätigkeit.
In den oben angeführten Beispielen ist es das Feststehen
des Resultates, was in erster Linie fühlbar ist. Bei einigen Fällen
des za def. ist nicht nur dies sondern auch sogar mehr das
E n t s t e h e n e i n e r a n d e r e n d u r c h die V e r b a l t ä t i g k e i t
v e r u r s a c h t e n H a n d l u n g das Markante.

1. res. Spytaj, coby mi tv Warszawie za talcq ealkowitq edycyg


ofiarowano. Mick. — spotkalem go na ulicy i spytalem go,
jak sig mietva. II (zufällig). — def. Gdyby mig zapytano, czy
dobrze zrobila Akademia, tvydajqc sivoim kosztem dzielo Tre-
tiaka o Sloivaekim, odpowiedzialbym: dobrze. Z. Wasll. (Hier
liegt Nachdruck auf der Antwort. F ü r eine absichtliche Frage,
wodurch man e i n e b e s t i m m t e A n t w o r t erzielen will,
verwendet man immer zapytac:) — Foiviedzialem Wlochoivi,
ze zapytam paniq hrabing, czy zechce go widziec. Sien.
2. res. nie zbalamucony teoryami. Tarn. — def. gospodarz
zabalamucil gosci, ze sig spösnili na pociqg. II. (Eine ver­
ursachte Handlung: das Spätkommen.)
24

3. res. dziecho zgmatwalo nici. III. — zagmatival sprawg, hy


zaJcryc swojq wing. III. (Die verursaclite Handlung: das
Verbergen.)
Anm. zagmatwac ist viel öfter gebraucht als zgmaiwac,
das selten ist.

Dieser Wechsel z — za berührt sich etwas mit ^ i n k o n .


— u k o n . : spytac kann fast ohne Absicht sein, zbatamueic und
zgmahvac werden besonders von Tätigkeiten gebraucht, bei denen
kein deutlicher Subjektswille ist; die .^a-Komposita sind gewöhnhch
konativ, die Handlung wird mit Überlegung vollbracht. Dasselbe
kann man auch bei den übrigen Definitiva hin und wieder beob­
achten. Oft ist doch das Gefühl in dieser Beziehung individuell.
E i n Pole aus Westpreussen sagte mir, er wolle in seiner Sprache
die Form zadziwic sig nicht verwenden, er würde eine solche Zu­
sammenstellung empfinden etwa wie = 'sich selbst i n Verwunde­
rung setzen', in reflexiver Form sagte er nur zdziwic sig. Andere
Polen vertragen diese IConstruktion sehr wohl, und ich bin ihr auch
in der Literatur begegnet: zadziwil sig, se zadnego ludzlciego glosu,
zadnego tvestchnienia, sadnego piesn nie zyshala olclashu. Slow.
(Vorwort zu »Balladyna») — zadziwil sig zrazu, Bozeznajqc w
niej model siüojego ohrazu. T. III. Die Form zdziwic sig ist in
der Normalsprache die gewöhnliche [z- ist das Perfektivpräfix
par preference der inkonativen Reflexiva).
Bei dieser Art der Definitivität (das Resultat = eine durch
die Verbalhandlung verursachte Tätigkeit) hat sich oft die Be­
deutungsfunktion des Kompositum so weit spezialisiert, dass man
die Bildung als ein neues Verbnm betrachten kann, z. B . zarohic
= v e r d i e n e n < 'machen, dass man etwas hokovami', samöwic =
b e s t e l l e n < 'bestimmt sagen, so dass man etwas bekommt' usw.
Die Grenze zwischen den reinen Aktionsartbildungen und den
Verben, die eine neue Bedeutung tragen, ist bei den ^'a-Kompo-
sita sehr fliessend, d. h. was nach westeuropäischer Auffassung
ein selbständiges Zeitwort wäre, kann der Pole als eine Aktionsart­
funktion des Simplex empfinden.

B. z res. — za def. mit besonderem Sprachusus.


1. Bei mrsec steht die definitive Form nur für 'sterben' in bild­
lichem Gebrauche: nagle glos mu zamarl. II— ^fCzlowieJc»
25

Gorlciego powstaje jaico y>Uonde Bestie» zrodzomj tq samqpotggq


niszczenia, htöra zamarla tv gasnieniu tgslcnoty Czechotva. Nalep.
2. Bei nihnqc 'verseiiwinden' wird def. zaniknqc gebrauciit für
'ausgelien' (von Pflanzen etc.) — roslina na nieodpoiviedni
grünt przeniesiona zaniJda powoli i zmarniala. II.
3. zaslabnqc wird eigentlich nur gebraucht in der Bedeutung
'krank werden' (< schwach werden, so dass es Folgen hat).
— Ja tylho jestem gotöw, gdys holega möj tvlasnie... zasiabt...
Böl glowy... Zer.
4. dehlarowac, def. [za-) — 'eine Deklaration mächen', res. (z-) =
'erklären' (meist im Ptc. zdehlaroivany) — do szybszego sMa-
dania zadeklarowanych sum. Kur. Warsz. — ivs'röd szlachty
rosyjshiej prqdy reivolucyjne zatvsze znajdowaiy zdehlarowanycli
zwolenniköiv. Czas. — Dotychezas przystqpilo do spölhi luh
zdehlarowaio swe udzialy przeszlo 400 osöb. ib.
5. prezentowac: sprezentowac wird fast nur gebraucht in dem
Ausdrucke sprezentowac bron, das gew. Pf. ist das def. zaprezen-
towac ( = für die kommende Zeit, für bekanntschaftlichen
Verkehr in der Zukunft vorstellen). — Odyniec, zartobliwie
przez Ädama zaprezentoivany. Chmiel. Selten findet man
sxjrezentoivac sig nm die Inkonativität zu markieren: aseby
tarn sprezentowali sig hröloivi. Czas.

C. z- res. — za- def. mit Bedeutungsdiflferenzierung.


1. mazac a) schmieren b) verwischen.
a) def. (und lok. 'über') hropla atramentu zamazala mi list. II.
Wydobyl Slowachiego z zamazanego tla dziejowego. Z. Wasil.
b) res. (etwas lokal < ab-) zmazane byly slowa i wyryte inne.
Zer.
Anm. zmazac kommt auch in der Bedeutung 'schmieren'
vor, aber selten, gew. nur mit hrwiq: nie zmazali rqh hrwiq.
Tarn.
2. wojowac kriegen (tentat. ^ impf. = zu besiegen, zu erobern
suchen) — pf.:
a) besiegen [z-) Niemcy zwojowali Francuzöiv. II.
b) erobern [za-) Älehsander Wielhi zaivojoival pöt swiata staro-
zytnego. II.
^ Statt der Benennung konativ (s. SOERENSEN § 190 Bem. 3 und § 219),
welche ich in einer anderen Bedeutung verwende, sage ich tentativ.
26

3. mordowae a) ermüden (pf. 2:-), b) morden (pf. za-).


a) SamouJc niezmordoivany iv przyswajaniu sobie wszelkiego
rodzaju wiadomosci. Chmiel.
b) syna hetmaiisldego Michala, wzigtego jencem, zamordoiAino
okrutnie. Szuj.
D. z- res. nur reflexiv — za- def. transitiv.
komunikowac a) mitteilen (pf. za-) b) — sig verkehren (pf. s-).
a) zakomunikowac ten dokument. Chmiel.
b) ze mnq sig skomunikuje. Mick.
E. z- res. — za- def. und lokal.
Wie bei 0- steht auch za- bei einer grossen Menge von Ver­
ben, bei denen das Präfix nicht rein aktionsartbildend ist, sondern
daneben eine besondere, deutlich hervortretende l o k a l e Bedeu­
tung hat. In dem Wechselsystem z res. — za def. finden sich z. B.
folgende lokale Nuancierungen in Verbindung mit zugleich fühlbarer
Definitivität ( = Nachduration des hervorgebrachten Zustandes).
I. za- definitiv = ' ü b e r - ' (Bedeckung).
1. kryc; hier trägt das einfache Verbum schon an sich die Be­
deutung 'bedecken', der Unterschied zwischen skryc und za-
kryc liegt deshalb mehr in der zeitlichen Definitivität als in
der lokalen Bestimmung, z. B . — res. grudki piasJcu, pomie-
szane ze sniegiem wkrdtce jq [sc. trumng] skryly. Sien. (Die
drei Schaufeln Erde sind nicht das, was den Sarg für immer
decken wird, es muss noch mehr Erde hinzukommen.) —
def. Jtts zakryly sig ealkiem niebiosa i ziemia: Nocjez burzq,
od nocy czarniejszq, zaciemia. T. X. (Hier ist die zeitliche
Definitivität —• die Nachduration — fühlbar, aber auch die
lokale Bedeutung tritt — durch ealkiem verstärkt — deutlich
hervor.)
2. moknqc nass werden; •— res. rgce mi zmokly. II. — def.
zboze zamoklo w stodole od göry, bo dach byt dziurawy. II.
[ 1) = nicht mehr zu brauchen 2) lok. = auf der ganzen
Oberfläche.]
3. plugawic schmieren, schmutzen. — res. mit der Nebenbedeu­
tung von Zerstörung (selten) ales zesmolit to ubranie! III. —
def.- lok. ivziql w rgkg podarte i zasmolone, luzne szczqtki
Gazefy Krakowskiej. Zer.
27

II. s'a- definitiv = ' f e s t - ' .


Die Duration des Resultates beharrt in einer m a t e r i e l l e n
F o r m , welche durch die Verbalhandlung hervorgebracht ist.
1. giqc biegen; — res. (ev. mom.) zgiql szyj§. (Der Hals bleibt
nur für einige Momente in der gegebenen Stellung.) — def.
zagiql givösäz. (Der Nagel bekommt eine bestimmte Stellung,
die er behält.) — Bei zagiqc ist gegenüber zgiqc noch Kona­
tivität fühlbar.
2. gniesc drücken, zerdrücken; — res. Jcapelusz zgnieciony. Gaz.
Lw. (keine bestimmte Form.) — def. trzeba zagniesc ciasto
na klusM. LL (bestimmte Form).
3. tamac brechen; — res. hon zlamal tylnq nog§. (Eintritt eines
Resultates, z- ist auch lokal = 'zer-') — def. Dlonie jego hyiy
mocno scisnigte i jakby zalamane bolesnie. Zer. (Die Hände
bleiben in einer krampfhaften Stellung.)
4. chylic beugen (vgl. gicic); — res. (ev. mom.) schylü glow§ w
uhlonie. LLI. — def. zachylü kartk§. LLL (besser zagiql,
zachylic in Krakauervolkssprache).
5. krzywic krümmen (vgl. giqc, chylic); — res. (ev. mom.) Jak
nieuwasnie ehodzisz! skrzytviles mi lask§. LI. — def. trzeba
bgdzie ten gwbzdz trochq. zakrzyivic, ho obraz z niego spada. II.
6. kreslic zeichnen; — res. skreslic dokladny obraz stanu swej
duszy. Sien. — def. nie wyjsc poza sferq, ktörq sobie dobro-
wolnie zahreslil. Chmiel. (Das Definitivum markiert hier be­
sonders die Grenzlinie, die Konturen.)
F. z- res. — za- def. = zum Tode.
Bei Verben, die eine Beschädigung bedeuten, wird das
Definitivum identisch mit 'töten'. Im Wechsel mit z res. kommt
dies vor bei tluc (zer)schlagen, chlostac prügeln, deptac (zer)treten,
nqkac quälen, rqbac hauen, drgczyc quälen und noch .einigen ande­
ren Verben. Bei tluc und deptac hat das ^•-Präfix die Bedeutung
'zer-, da diese Bedeutung aber schon im Simplex liegt, werden sie
als reine Aspektbildungen betrachtet. Vgl. mit ihnen böse, gryzc,
kluc, welche mit z- die Bedeutung 'zerstossen, zernagen, zerstechen'
bekommen, die ^-Bildung ist aber hier als ein besonderes Kom­
positum zu betrachten, als Aspektformen dienen u- (momentane
Aktionsart) und po- (distributive). Neben zhösc, zgrysc, skluc stehen
auch zabösc, zagrysc, zakluc = 'zu Tode stossen' usw.
28

Als Verkürzung für das Definitivum = 'den Tod des Objektes


bewirken' gebrauche ich def. T.
4. u- und za-.
A m besten studiert man den Bedeutungsinlialt des za def.,
wenn man es mit u dur. vergleiclit. Mit diesen Präfixen werden
die beiden wichtigsten der neben der reinen Aspektänderung
stehenden Aktionsarten gebildet: die d u r a t i v e und die d e f i n i -
t i v e . Die erste schildert, wie gesagt, d i e H a n d l u n g s e l b s t
in ihrem Verlaufe, die andere markiert d i e N a c h d u r a t i o n
d e r H a n d l u n g (das Besteheubleiben des Resultates, die Nach­
wirkungen). Die beiden Aktionsarten sind in Bezug auf den
Schlusspunkt der Verbaltätigkeit somit Gegensätze: die eine fixiert
was vor dem Schlusspunkt war (das D u r a t i v u m ) , die andere
was nach diesem kommt (das D e f i n i t i v u m ) . Nur in den sehr
seltenen Fällen, wo za nicht in erster Linie die Nachduration her­
vorhebt, sondern die die letzte Partie der Handlung bildenden
Momente markiert, ist das Verhältnis besser als das der Totalität
zu ihrem letzten Teile zu definieren. Ich werde später Beispiele
für diese S u b o r d i n a t i o n s r e l a t i o n anführen (einige sind
schon gegeben; ukonczyc und zakonczyc in der Einleitung), erst
wird das K o n t r ä r v e r h ä l t n i s exemphfiziert werden.

A. u- dur. — za- def. = die Nachduration markierend.


I. V e r b a , b e i d e n e n z- f e h l t u n d « - u n d ara- d i e
reine A s p e k t ä n d e r u n g ersetzen.
1. grzqznc{6 stecken bleiben, versinken i n ; — dur. Lokomotywa
ugrzgzia w sniegu. III. (Der Verlauf.) — def. Lokomotywa
zagrzgzia w sniegu. (Die Nachduration, die Lokomotive steckt
fest.) — z medytaeyi iv jakich zagrzc^zt. Mat.
2. nurzyc untertauchen tr. (intr. — szg); — dur. [unurzac pf.l)
swinia unurzata siq w itocie. LL. — def. wröcic do ksiqzki i
zanurzyc siq w zdrojti mcidrosci. Chmiel.
3. suszyc trocknen (auch pf. ivy- o-); — dur. ususzyli juz syto.
LLL. — ciasto ususzyto sig. III. (Der Teig ist langsam
trocken geworden.) — def. zasuszytem kwiaty do zielnika.
III. (Konservierung) — zasuszona mumia. II.
4. taic verheimlichen, geheim halten; — dur. nie umiata utaic
stvego zalu. Tret. (schildert den Verlauf: geheim halten.
29

während der Zeit, da man observiert wird, direkte aktive


Handlung) — def. syn rodzicom zataü, ze hyt na zabawie.
I. (Mit der Absicht: für immer; er kann das auch indirekt
— passiv — getan haben).
to]}ic = ertränken, versenken, tief liineinstossen {topic =
schmelzen, pf. s-, roz-); — dur. Utopii w Tadeusza wzroh jah
iazyliszeh. T. I. (Handlungsschildernd). — def. I zgby
mu jak szpony zatopili w grzhiecie. T. XI. (Man stellt sich
vor, wie die Zähne im Rücken fest sitzen).
dokumentowuc dokumentieren, mit Beweisen darlegen; — dur.
sprawa, tah swietnie udohumentowana z naszej strony, nie moze
przeciez byc przegrana. II. (Die Tätigkeit wird hervorge­
hoben) — def. naröd czeshi musi zadohumentoioac stvq sitg.
Now. Bef. (Ein bestehendes Resultat wird fixiert.)
legälizoivac legalisieren; — dur. Towarzystivo ulegalizowane.
Czas. (Mehrere Vorbereitungen, wie das Ordnen, die Kon­
trollierung der Papiere, Kassenberechnung usw., werden
berücksichtigt.) — def. UstawQ zalegalizowano zbyt pozno.
Kur. Warsz. (Der entscheidende Beschluss der Behörde kam
zu spät. Der Ausdruck ist auch def. B).
marynowac einmachen, marinieren; — dur. hucJiarka umaryno-
wata tylko jeden stoik rydzöiv. II. (Man denkt an die Tätig­
keit.) •— def. sledz zamarynowany. IL (Die I^onservierung
für eine künftige Zeit.)
projehiowac \>vo]ek.iieven; — dur. (selten) Czegobysmy za mie-
siqc nie wymyslili, to te divie dziewczgta w mgnieniu oka
uprojektowaly. Linde. (Man denkt an den Verlauf, an die
Details, die nacheinander — kontinuierlich — obzwar schnell
ausgedacht sind. Dies Beispiel ist besonders beleuchtend für
eine richtige Auffassung des Durativums: n i c h t eine lange
Tätigkeit, sondern eine Handlung i n i h r e m V e r l a u f e
wird markiert). — def. zaprojektowano wazne reformy. En-
cykl. Org. (Man denkt an die Nachduration, an die vor­
stehende Ausführung der Projekte.)
loarunkowac bedingen; — dur. Kasda czynnosc celowa jest
zarazem przyezynowo uwarunhoivana. Gar. (Im G a n z e n
bedingt, der Tätigkeitsverlauf und die Konativität = die
Kraft des- verursachenden Momentes wird betont.) — def.
tak zjawisko lub zdarzenie poprzednie, jak i zjatvisko lub
30

zdarzenie nastgpne zatvarunJcowane sq pewnemi czynnihami.


B. de Court.

Bei diesen Verben Icann man die für die praktische A n -


wendung der Sprache so wichtige Aspektänderuug (die Perfekti-
vierung) im allgemeinen eben so oft durch die eine wie die
andere Aktionsartbildung ausdrücken. Sie werden in den Wörter-
büchern als »Perfektiva» angeführt. Einige dieser Zeitwörter
können daneben noch mit anderen Präfixen vorkommen, die ich
auch als Aktionsartbildungen betrachte: mit po- (distributiv, z. B .
topic) oder tvy- (effektiv = gründlich, z. B. suszyc).
Bei folgenden Beispielen dient u- als das eigenthctre Per-
fektivum, za- hat eine lokale Nuancierung: 'eine b e s t i m m t e
F o r m geben'.
11. piec backen, braten, brennen; — dur. maß nie upieM chleba,
iviQc tu sklepie zairaMo. II. — def. F . trzeba maJcaron od-
pmviednio zapiec. II. — fryzyer zapieM mi gryivkg tym
razem bardzo dobrze. II.
12. j3Zesc = flechten; — dur. Z Mörycli tvielci uplotq ozdobg ttvych
sJcroni. Mick. * {Äjudah) — def. F . zaploüy tvtosy dziewczyny
tv dtna tvarlcocze. I.
13. czesac kämmen; — dur. czemu przyszedtes tahi nieuczesany?
II. — def. F . niiala tvlos zaczesany ä la Cleo. II.
14. sirugac schnitzen; — dur. ustrugat sobie iaivkg, stöi i lösTco.
III. (primitiv, sonst gebraucht man besser tvy- eff.). — def. F .
zastrugal hij ostro. II. (Vgl. u-, za-strugac zimmern, zuhauen.)
15. temperotfiac massigen; — dur. charaJcter juz mu sig utem-
perotvai. II. — def. F . dobrze zatemperowany oiöweJc. II.
(Bei strugac, ciosac, temperowac hat za def. F . noch näher
bestimmt die Bedeutung 'scharf usw. a n d e r S p i t z e ' wie
auch gewöhnlich die £^a-Komposita von giqc, chylic, Jcrzywic.)

II. V e r b a , b e i d e n e n z- a l s r e i n a s p e k t ä n d e r n d
(ev. mom.) s t e h t , u- u n d za- d a n e b e n a l s A k t i o n s a r t -
bildungen.
1. milknqc verstummen; — dur. diugi rözaniec imion drogich
umilMych na zvieJci. Orz. — (langsam verstummt.) — def.
nagle dojrzal i zmgzniat, zaspiewat i zamilM. Tret. (hörte
für immer auf zu dichten.)
31

Anm. zmüknqc wird fast nur als mom. ( = zeitlich


punlctuell) gebraucht, ist im Vergleich mit sa- und u- selten:
ucznowie zmilhli, prsestrasseni wejsciem naucsyeiela. III.
2. gasic löschen; — dur. Fozar ugas.zono ohoio godsiny 7 ivie-
csorem. Czas. — def. moc ludslca nie zagasi tego ognia. Sien.
— res. 1 A 8.
3. wiqsac binden, verbinden; — dur. uwiqzal honia u drzewa.
II. — def. zawiqzata stosuneTc s oficerem. Zdziech. (Die Nach­
duration, das spätere Zusammensein ist das Wichtige.) —
res. on sam pienvszy zblisyi sig i zwic(,zal ze mncf,. Stow.
(Vgl. z-, u-, za-wiMac.)
4. göic (Wunden) heilen; — dur. z trudem zdolat w tym zapa-
diym Icqcie ugoic swojq rang. III. — def. nie ptacz, zagoi sig
przed slubem! II. (Redensart.) — res. rana sig zgoita. I.
5. trade verlieren; —- dur. w eiqgu kilhunastoletnieh zajgc szJcol-
nych wiele utracili ze swoich zalet mlodzieiiczych. Ghmiel. —
def. zatracili swq narodowosc. Karl. — res. stracil wiarg. Sien.
6. pakowae packen; — dur. pomalutku upakowal. II. — def.
zapakmvany ku/er gotöiv do drogi. II. — res. muszg spakowac.

B. u- dur. — za- def. = die A b s c h l u s s m o m e n t e m a r ­


kierend.
Deutliche Beispiele hierfür sind selten, sie kommen nur bei
einigen Verben vor, bei denen man sich eine l ä n g e r e u n e n t ­
s c h i e d e n e T ä t i g k e i t (die Verbalhandlung selbst oder eine an­
dere, die sie verursacht) denken kann; der definitive Abschluss tritt
dann ein mit Fixierung der V o r duration. Eine Nachduration
( = Besteheubleiben des Resultates) — stärker oder schwächer —
gibt es ausserdem; eine solche liegt ja immer im Begriffe einer
definitiven Vollendung. Ob man mehr an die Vorduration (eine
fi-ühere unentschiedene Tätigkeit) denkt als an die Nachduration (die
Wirkungen, das ßestehenbleiben des Resultates) ist von dem kon­
kreten Beispiel abhängig. Kein Definitivum trägt an sich Ifixierung
der Vorduration. Bei dem Wechsel u — za kann man eine solche
Art der Definitivität eigentlich nur bei ukonczyc — zakonczyc finden
und noch etwa bei zadecydowac — udecydowac, wo jedoch die
«-Form äusserst selten ist. Beim Wechsel o — za ist ein definitiver
Abschluss mit Fixierung der Vorduration etwas gewöhnlicher:
opöznic sig — zapöznic sig, oniemiec — zaniemiec etc., s. 5 B. Dass
32

man diesem Bedeutungsverhältnis bei sa nicht öfter begegnet in


Verbindung mit tt-Komposita, ist ja zu erwarten — u- ist
das stärkste k o n a t i v e Präfix: es steht bei Verbalhandlungen,
die in der Regel mit d i r e k t e r Absicht o h n e eine vorhergehende
u n e n t s c h i e d e n e Tätigkeit uud i n e i n e r F o l g e vollbracht
werden. Bei den Verben mit o—• sa liegt entweder gar keine
Absicht vor (z. B. mpöznic sig) oder die Handlung wirkt indi­
rekt uud ist weniger kontinuierhch (z. B zabatamucic).
1. /Lwtc^yc (be)endigen, schliessen; — dm. ulconcsytpracg w domu
etc. (Siehe die Einleitung.) — def. B. salconcsyi pracg w domu.
— Tyloletnia epopeja heroiczna salconcmßa sig. Szuj. — zwy-
cigstwo salconcsyto sig rozgromieniem TurTcöw i zdohyciem ich
ohozu. ib. — rosmowa Zakoncsyla sig nagtym wybuchem ha-
iasu. T. II.
In dem passiven Reflexivum ist natürlich diese Art von
definitiver Vollendung die stärkste. Folgende aktive Form scheint
mir ihrer Stellung im Satzzusammenhange nach eine vorwiegende
Fixierung der Vorduration zu tragen: Ja hiszg i zyczg Zgodq
zakonczyc moje sady podkomorskie. TV. —^ ebenso — ganz deut­
lich: zakonczyl moivg nastgpvjqcemi sloivami. Gl. Nar.
Bei einer lokalen Abschliessung gebraucht man za-: naksztalt
wysmuklej kolumny, zakonczonej kapitelem. Sien. — chustki na
glowach . . ze spadajqcym na plecy zdobnym w hafty rogiem, za-
honczonym »Icotkq» czyli kiitasikiem z wlöczki. Kart. — Za- mar­
kiert hier die letzte Partie eines m a t e r i e l l e n Gegenstandes wie
sonst überhaupt die letzten Momente, den letzten Abschnitt eines
zeitlichen Verlaufes.
2. decydowac entscheiden; — dur. (selten) Ostatnie to oswiadczenie
mnie . . do zimotvania w Dreznie udecydowato. Mick. — def. ß .
po drodze myslal i myslal a dopiero w domu zadecydowat. II.
(Vgl. zakoiiezyl pracg w domu.) — po diugich tvahaniach zade­
cydowat. II. — res. (nur refl.) zdecydowala sig wystac syna
do uniwersytetu. Ghmiel.

5. o- uud za-.
Die Verhältnisse sind grösstenteils dieselben wie bei u — za,
iiur ist hier dieser Wechsel viel seltener und kommt vorwiegend
bei neutralen Zeitwörtern (bei. den Verben des Werdens) oder
nicht unmittelbar aktiven Tätigkeiten vor. Fast nur bei solchen
33

findet sich das aktionsarttragende o- (neben u- das Mittel eine


durative Vollendung zu markieren.)
A. 0- dur. — sa = def. die Nachduration markierend.
I. V e r b a , b e i d e n e n f e h l t u n d o- s o w i e .^a-die
reine A s p e k t ä n d e r u n g ersetzen.
1. chrypnqc heiser werden; — dur. nie Icrzycz tah ciqgle, ho
ochrypniesz. II. — def. cos ty dzis tahi sachrypnigty ? II.
2. stygncf-c kalt werden; — dur. »Co to jest?» pyta. Srahia
sspadcj^ nad nim mignq^, Lecz widzqc hezbronnego w zapale
ostygnqt. T. VIII. — jego milosc ostygta, III. (Von mate­
riellen Dingen gebraucht, bewahrt o- noch die lokale Be­
deutung 'herum', 'auf allen Seiten'.) —• def. Ale oczy Piotra
patrzqc tah w od^ogi, zmierzcMy, sastygly i shostnialy. Zer.
3. niemiec stumm werden (kommt als Simplex kaum vor); —
dur. Z givaüoivnej chgci möwic — oniemiaiem. Mich. — def.
mttza Michietvicza po Panu Tadeusza zaniemiata na zaivsze. II.
4. piacic bezahlen; — dur. oplacit hyt za swego wychowanca tviht
i mieszlcanie tylho za rote jeden. Zer. — majcf,c zaledwie czem
opiacic przewöz za ocean. Sien. — Listöw nieoplaconycli nie
przyjm.uje sig. Czas. [za- hier unmöglich) — opiacic welcsel.
Sl. Warsz. [za- wäre den ganzen Wechsel einlösen.) — def.
( = bezahlen und den Gegenstand e r h a l t e n ) zaplacilem za
hsic^zlcg 3 horony. II. — Dohrodziejstwa trzeha hylo zaplacic
przyslugami. Tret.
E i n Unterschied in der Konstruktion ist es, dass o- mit dem
persönlichen Objekt im Akkusativ steht, za- mit demselben im
Dativ: A Mos ivojstco oplaci. Miele — Poslaniec oplaeony. Sl.
Warsz. — sapitacil poslancowi. II. [opiacic eigentlich = 'mit
Bezahlung versehen'.)
A n m . Splacic lok. = abzahlen, total bezahlen.
Bei Verben wie ostygncf,c 'kalt werden', otwardniec 'hart
werden' u. a. hat o- gewöhnlich eine vorwiegend lokale Bedeutung;
ich bezeichne solche Bildungen als durativlokal (dur.-lok.); es sind
Verba mit der Bedeutung 'eine materielle Eigenschaft erhalten'
oder 'geben' (Infinitivendung -ec, -ic). Dur.-lok. — def. Wechsel
(o — za) kommt (ohne z-) vor bei strzydz 'scheren' (vgl. M-, sa-
csesac) und noch einigen anderen seltenen Zeitwörtern. Mit be­
s o n d e r e m S p r a c h u s u s steht:
3
34

sTcarzyc beschuldigen, anklagen; — dur. Oskarsom Galt-


leusza 0 ossulcaiistivo, kacerstwo, Uusniersttvo i hesboznosc.
Karl. — def. (gegen jemanden v o r G e r i c h t einen A n ­
spruch erheben; def. = m i t W i r k u n g : eine neue Hand­
lung hervorrufen [den Prozess]) zaskarzyl go o sto marek. I.

II. V e r b a , b e i d e n e n z- a l s r e i n a s p e k t ä n d e r n d
s t e h t , d a n e b e n o- u n d za- a l s A k t i o n s a r t b i l d u n g e n .

1. truc vergiften; — dur. Byksa otrula hraci stvego mgza. I. —


otruc kogo arszenikiem. II. — def. Bo narodu duch zatruty, Ta
doj}iero holöiv löl. Kras.* — [Otruc und zatrue haben v e r ­
s c h i e d e n e n S p r a c h u s u s : otruc steht bei einem persön­
lichen oder selbständig lebenden Objekte, zatrue bei Materien,
bildlich z. B. zatrue zycie.) — res. opuszczone sloivo Struje
szczgscie domotve. Slotv*.
2. grzac wärmen; — dur. (zugleich mehr oder weniger lokal.)
ogrzal solle rgce przy ogniu. III. — def. juz sig teraz zagrza-
tem, jus mi cieplo. — res. trzeha zgrzac tvodg do golenia. II.
A n m . Neben ogrzac, das eine lokale Nuance hat, gibt
es ein s e l t e n e s reines Durativum ugrzac: ugrzal sig przy
kominie. III (Volkssprache.)
3. halamucic betören; — dur. Dziewezyna obalamucona czytaniem
zlych ksicizek. Sl. Warsz. — def. trzeci ivspölnik zahalamudl
tylko interes. III. •—• res. zbalamucony teoryami. Tarn.
4. mylic täuschen, irreführen; — dur. Maeiej oczekiwanie po-
wszechne omylil. T. VII. — def. bylem na tropie, ales mi
tvszystko zamylil. II; — res. Uciekl i zmylil pogonie. Mick.*'
5. gluszyc betäuben (kommt kaum als Simplex vor); — dur.
potem ogluszyl mnie huk miasta. Sloiv. — W leb tvilka kijem
ogluszono. Krasicki*. — def. (oft def. T) Jgkngli wszyscy,
wszystkich zagluszyl wrzask Zosi. T. VIII. — res. (ev. mom.,
oft zeitlich punktuell; auch total) Komenda je zgluszyla bgbnem
i rozkazem: Do broni, marsz. Dz. III.
6. pöznic sig sich verspäten (Simplex selten) — dur. opöznüem sig-
z zakupami, odJdadajqc je zclnia na dzien, a teraz wielka-
drozyzna. II (Verlauf.) — def. zapöznilem sig z zakupami i
muszg po nocy do domu wracac. [IL] (Folge.) res. spöznilem
sig z zakupami i zastalem sklepy pozamykane. [LL.] (Faktum.)
35

B. 0- durativ — ga- definitiv = die Abschlussmomente


markierend.
Wie in 4 B erwähnt wurde, ist bei dem Wechsel o — za
die zweite Art der definitiven Funktion etwas häufiger als bei
u — za. In dieser Gruppe finden sich mehrere Verba, die ge­
wöhnlich e i n e längere unentschiedene Handlung bezeichnen.
Wenn diese verlaufschildernd (situationsmalend) stehen — mit einer
lokalen oder temporalen Bestimmung —, werden d i e l e t z t e n
e n t s c h e i d e n d e n M o m e n t e h e r v o r g e h o b e n mit Fixierung
des vorangegangenen Tätigkeitsverlaufes. Das Verhältnis zwischen
0- und sa- ist dann i n e r s t e r L i n i e als eine Subordinations­
relation zu betrachten und die Nachduration (das Bestehen­
bleiben des Resultates) wird mehr oder weniger s e k u n d ä r
fühlbar. Hier einige Beispiele für za def. B :
1. niemiec stumm werden (Das Simplex kommt jetzt kaum vor); —
dur. (da z- fehlt, vertritt o- fast die reine Aspektänderung)
sharzyt sig, ze mtiza jego oniemiala. Tret. — def. B . We
Francyi zaniemiaia muza Miclcieivicza. IL (o- wäre nur
während des Aufenthaltes in Frankreich).
2. halamucic betören; — dur. Jcryjqc swoje piraivdziwe ohlicze,
zdolali ohalamucic drohny odlam polskiego wloscianstwa. OL
Nar. (Verlauf.) — def. B . dopiero pokazujqc falszywy
list zahalamucil go. LL. (Das letzte entscheidende Moment.)
res. zhalamucil dziewczyng. i porzucil jcf,. LL. (Faktum.)
Ebenso bei den gleichbedeutenden Zeitwörtern: durzyc
(selten, vulg.), gluszyc, mamic [za- selten) mglic [ze- fehlt ^, za-
auch lok.), mylic.
3. pöznic sig sich verspäten (Simplex selten); — dur. opöznilismy
sig po drodze. LL. (Verlauf.) — def. B. dopiero o pölnocy
zjatvil sig gosc zapözniony. (Er hat sich u n t e r w e g s ver­
spätet.) — res. spöznilismy sig o godzing. LL. — gase spö-
iniony. LL. (Wer zu spät in die Gesellschaft gekommen ist.
E i n Faktum schlechthin).

Es muss hervorgehoben werden, dass eigentlich nur bei


zakonczyc diese Art der definitiven Vollendung in m e h r e r e n
Beispielen ganz deutlich die überwiegende ist. Die definitive

^ Für zemdlic sagt man oft unrichtig, etw. vulgär, zemglic.


36

Aktionsartfunktion überliaupt ist in folgender "Weise zu fassen:


A b s c l i l u s s m i t N a c h d u r a t i o n , B e s t e h e n b l e i b e n des
R e s u l t a t e s . Stellt man sich aber vor, wie ein Subjekt eine
definitive Handlung ausführt, so denkt man besonders an die
l e t z t e n Momente der Tätigkeit, nicht wie bei der durativen
Aktion an den g a n z e n Verlauf. Höre ich sagen: upaJcowal
Jcufe7% bekomme ich, wenn ich mir gleich die Situation ganz
konkret vorstelle, mehrere Gesichtsbilder; ich sehe, wie er K^leider,
Bücher usw. n a c h e i n a n d e r h i n e i n l e g t . Höre ich dagegen:
z&pakoivai hufer, so sehe ich ihn etwa eine letzte Sache hinein­
stecken und dann den Koifer z u m a c h e u . Bei apahoivat hufer
denke ich mir die Handlung schlechthin vollbracht (Bem., die
Präterita mit s- sind gewöhnlich perfektisch, vgl. smart etc.).

6. z-, na-, za-.


Es gibt einige Verba, bei denen man als perfektive Formen
s- und na- angeführt findet, z. B. shierowac, nahierowac zu hiero-
wac 'v/enden', selektryzoivac und naelehtrysoivac zu elektryzowac
'elektrisieren'. Vergleicht man die beiden Präfixformen mit ein­
ander, so scheint der Unterschied fast derselbe zu sein wie zwischen
z- und U-: resultative (ev. momentane) Funktion neben durativer
Aktionsart. Eine nähere Untersuchung ergibt jedoch, dass ausser­
dem noch etwas anderes im Unterschiede liegt: bei den Jia-Formen
wird auch die Nachduration (das Beharren, Bestehenbleiben des
Resultates) fixiert. — na- v e r e i n i g t i n s i c h d i e d u r a t i v e u n d
d i e d e f i n i t i v e A k t i o n s a r t . (Die letztere ist jedoch, wie wir
sehen werden, hier oft schwächer als bei dem rein definitiven za-.)

A.
1. res. (ev. mom.) Fregata zostaje shieroivana na prawo. GL Nar.
— Fotem shieroivali drogg hu Tebom. Stotv. — dur.-def. hapitan
nahierowai lunetg na hialy punkcik na widnohrggu. Czas.
(Hier stellt man sich vor 1) das Einstellen des Fernglases =
d e n H a n d l u n g s v e r l a u f , 2) das Stillstehen des Fernglases
in einer gewissen Richtung = das B e s t e h e n b l e i b e n des
Resultates.)
2. res. (ev. mom.) wojsho zelehtryzoivane imieniem Napoleona.
Chmiel. — dur.-def. ciala w stanie elehtrycznym hgdqce, czyli
ciala naelehfryzowane. Encyhl. Org. (Man denkt 1) an die
37

Arbeit den Körpern die Elektrizität zuzuführen = d e n H a n d -


l u n g s V e r l auf, 2) an die Magazinieruug der Elektrizität,
die später Wirkungen hervorbringen kann, = das B e s t e ­
h e n b l e i b e n des R e s u l t a t e s .
B e m . S p r a c h u s u s : selelctryzoivac wird fast nur bild­
lich gebraucht, naeleläryzoivac konkret = materielle Gegen­
stände elektrisch machen.

Wie aus den schon gegebenen Beispielen hervorgeht, schildern


die entlokalisierten wa-Komposita eine Handlung in ihrem Ver­
laufe und fixieren dann das Bestehenbleiben des Tätigkeitsresultates.
Um den Bedeutungswert des d u r a t i v - d e f i n i t i v e n na näher
zu erkennen, vergleicht man es am besten mit dem rein definitiven
za-, womit es oft im Wechsel steht, wobei gewöhnlich auch
daneben eine .^-Form auftritt:
3. giqc biegen; — def. zagic{t kapelusz. I. (Der Hut soll die
gegebene Form behalten.) — dur.-def. wiatr nagiqf drzeivo
az do ziemi. I. (Der Baum kann in die frühere Stellung zu­
rückgehen.) — res. (ev. mom.) eata postac zgigia sig. Zer.
(Vgl. chylic: s-, na-; za- [seit.] und krzywic: s-, za- na- [seit.]: na-
chylü gloivg do szeptajqcego ; — kurcz mu nakrzytvü palec. III).
4. puchncic anschwellen; — def. caia twarz mu zapuchla. II.
(Starke Nachduration.) — dur.-def. twarz mu lekko napuclüa.
II. (Schwache Nachduration.) — res. twarz mu spucMa. III.
[In za- und na- stecken hier auch lokale Nuancen: za- 'von
allen Seiten' (intensiv), na- 'von einer Seite'.]
5. hrac nehmen; — def. A wöwczas »Ta, co jasnej broni Czg-
stochowy», zabrata jego duszg i przeniosia »do tych pol malowa-
nych zbozem rozmaitem». Sien. (In diesem Beispiele hat za
d e f i n i t i v u m [ = nehmen für eine künftige Handlung] auch
eine bewegungslokale Bedeutung [^« p e r k u r s i v u m ] . ) — gdy
sig do tego zabierze. Sien, (für eine künftige Tätigkeit.) —
dur.-def. caie ivychoivanie szkolne nabrato jednolitosci, spöjnosci,
kierowane tv duchu narodowym i lojalnym zarazem. Brück. (Die
Eigenschaften werden 1) methodisch, stufenweise angenommen
— Duration des Handlungsverlaufes — 2) für kommende
Zeit bewahrt — Definitivität, Bestehenbleiben des Resultates.
— Mit der dur.-def. Bedeutung des na- berührt sich sehr
nahe eine amplifikative = 'das Resultat i n g r o s s e r M a s s e
38

hervorbringen, eine bedeutende Mehrheit der Objekte haben',


s. Dritter Abschnitt V . Eine solche Nuance ist in dem eben
gegebenen Beispiele auch vorhanden). — Nielttöre s stötv swrot-
nych, usywmie s saimläem »sie», nabraly oclmiennego supelnie
maczenia. Kryü. (Die Verba haben 1) allmählich die neue
Bedeutung angenommen, 2) behalten diese bei.)
B e m . nabrac ist am öftesten a m p l i f i k a t i v . — res.
(ev. mom.): ivziqc [sehrac ist lokal ='zusammen'].
6. ostrsyc schärfen; — def. F. (eine gewisse ganz bestimmte
Form geben > zuspitzen): saostrzyl olöweh. II. — nos mu sig
saostrzyl. Zer. (bildlieh): Jak gdyby chcial saostrsyc cielcawose
sluchaczy. T. VIII. — do saostrzenia slo.mnkötv. Czas. —
dur.-def. trzeba nöz naostrzyc. (1) Durch Tätigkeit Schärfe
hervorbringen, 2) diese wird sich für die künftige Zeit
beibehalten) •— [res.: Als aspektändernde Bildung überhaupt
dient die dur.-def. Aktionsart: nöz naostrzony ( = scharf für
gewöhnlichen Gebrauch), — nöz zaostr^ony ( = zugespitzt),
nöz wyostrzony {= ausserordentlich scharf, haarscharf ge­
macht, eff.]
7. rysoivac zeichnen; (pf. auch od-, wy-, s. flg.). — def. (def. F.,
besonders die Konturen zeichnen) Drabina metafizyczna, moze
niewyraznie dla laiJca zarysowana. Czas. — dur.-def. (dient
als allgemeine aspektändernde Form) Pan Wladystaw nary-
sotval bardzo ladny hrajobraz tatrzansM. II. — V g l . Icreslic:
Jezeli zaJcreslimy na mapie linig. Karl. — diva rysunhi na-
Icreslone rglcq Puszhina. Tret. — auch s- res. (gew. = 'dar­
stellen', 'in Worten usw. zeichnen'): obraz Petersburga, slcreslony
rglcq Miclciewicza. Tret. (konkr.): Jalcies nielcsztaltne niezna-
jome imig Wgdrotvnilc slcreslil na .'snah, ze byl tv Eztjmie. Mick. *
Vgl. naszkicowac.
8. pisac schreiben; def. (aufschreiben, aufzeichnen — für Er­
innerung; Nachduration, vgl. zanotowac) jak litera z dawnego
pisma, tv dziecinsttvie gdzies w pamigci zapisana. Slow. —
zloztjl Adas rodzicom cenzurg w ktörej zapisano, ze. . Chmiel.
W imionniku . . zapisal. .pigkny wiersz. ib. ( A n m . zapisac
auch lok. = überschreiben, ganz vollschreiben) — dur.-def.
napisal list etc.
Bem. na- ist bei den Zeitwörtern für 'zeichnen,
schreiben' nicht ganz entlokalisiert.
39

B. z- inkonativ — na- konativ.


Ganz wie bei M-, O- ist in na- nicht nur Duration sondern auch
Konativität fühlbar. Es gibt einen Wechsel, —z \ das grammatische
Subjekt könnte mit dem psychologischen vielleicht nicht identisch
sein, die Handlung geschieht gewöhnlich unabsichtlich — und
na: grammatisches und psychologisches Subjekt sind sicher iden­
tisch, die Handlung geschieht gewöhnlich absichtlich. Bei folgen­
den Verben ist dies besonders zu beobachten:

1. giqc; — inkon. pod cigsarem tvorlca pszenicy zgiql sig ive dwoje.
II. — kon. tym razem nagic^l sig do przepisöw. II. [z- wäre
viel weniger malend.)
2. chylic; — inkon. o pölnocy schylony jeszcze nad hiurfeiern. Orz.
— kon. tv nizMem przejsciu trzeba bylo dobrze sig nachylic. II.
•— V g l . Tcrzytvic: s- und selten (Volksspr.) na-.
3. jezyc emporheben: — inkon. Icot zjezyl grzbiet na tvidoTc psa.
III. — kon. zolnierze najezyli bagnety. II. [z- unmöglich.)
A. ' Jcierotvac; — inkon. Skierotvalo mysl ttvörczcf, w innci; streng.
Tret. — kon. z trudnosciq udalo mu sig rozbiegane konie
nakieroivac na oticarte pole. II. [s- wäre viel schwächer.)

0. s- resultativ — na- durativ-definitiv mit besonde­


rem Sprachusus.
1. elektryzotvac, s. A 2 Bern.
'2. parzyc brennen, brühen, s- res. (inkon.) dziecko doszlo do pieca
i sparzylo sobie palec. I. [na- wäre hier ganz widersinnig),
na- dur.-def. (kon.) wird meist nur tu naparzyc herbatg gebraucht.

D. z- resultativ — na- durativ mit Bedeutungsdiflfe-


Tenzierung.
pelnic a) füllen (einen Gegenstand), pf. na- b) erfüllen = voll­
bringen (eine Tätigkeit).
a) dur.-def. Myslg natomiast, ze napelnig i przepelnic dziennik
tq ktvestyq. Sien.
b) res. (ev. mom.) Sgdzia spelnil Bobaka rozkazy. T. X. —
• Pragnienia jego spelnily sig. Tret. — aby sig spelnilo co
potviedziano jest od Pana przez proroka. Mat. 8,is.
B e m . spelnic kielich [s- lok. 'weg') = ganz austrinken.
40

7. u- und na-.
Es gibt einige Verba, bei denen man die Bedeutungsfunk­
tionen der u- und «a-Präfixe sehr genau analysieren muss, damit
man den Unterschied ersehen kann. Besonders gilt dies von:
1. rodzic geliären; u- dur. ( = das gewöhnliche konkrete Perfek­
tivum, s. 1 D) Lord Byron urodzit sig ze znaJcomitej familii.
Miete, usw.— na-: Gdy sig narodzü Jezus tv Bettüeliem. Mat.
2,1 (narodzic sig immer gebraucht von Jesus, Buddha und
anderen hohen religiösen Persönlichkeiten) — jaJei duch mögt
sig narodzic z tego malsenstwa. Miete. (1) Die Entstehung,
2) die Entwickelung, das Leben, das Wirken. — dur-def.
Aktionsart) — Zivlaszcza rzeczy, dzialajc(,ce artyzmem formy,
duzo tracq, jesli narodzq sig przypadteiem iv szaeie moivy mala
pojmlarnej. Matusz. (Nicht nur 1) das Gebären, die Ent­
stehung, sondern vielmehr 2) das Existieren, das Wirken wird
fixiert. — dur.-def. Akt.) — »Lilla Weneda», z tctörej mial sig
narodzic »Kröl-Buch». ib. ( 1) geboren werden, 2) sich weiter
entwickeln: dur.-def.)

Der Unterschied zwischen urodzic sig und narodzic sig kann


oft als lediglich stihstisch betrachtet werden: narodzic sig kommt
im erhabenen Stile vor, besonders in der Bibelsprache. E i n Bei­
spiel wie Jezus narodzit sig kann jedoch als dur.-def. verstanden
werden: narodzic sig wird von Menschen gesagt, die eine grosse,
bedeutende Tätigkeit entfalten sollen (man denkt an die Nach­
duration des Gebarens). Narodzic sig wird weiter gebraucht von
geistig bedeutenden Dingen (Kunstwerken usw., man beachte die
oben gegebenen Zitate aus Matuszewski), geistigen Strömungen
usw., wo die nähere Bedeutung ist »geboren werden u n d s i c h
e n t w i c k e l n » . Noch ein Beispiel: Piesn Konrada i Improtvizacya,
to przeszlosc, psychologiczneprzyczyny tego teieruntcu: Dziady sq tv
nim teroteiem stanotvczym, tu juz on [sc, leierunete] jest narodzony,
juz sig afirmuje. Tarn.
In der Bibelsprache wird als transitive Form porodzic ge­
braucht (das in der modernen Sprache distributiv ist: Pluralität
der Objekte oder Subjekte) ^, z. B. az porodzila syna sivego pier-
worodnego. Mat. 1,2B. Im modernen poetisch bildlichen Stile

' kotka porodzila czworo miodych. III etc.


41

kommt dies auch vor: Balladyng . . w giowie Slowachiego duch


Szehspira porodzit. Kras.
Dass man in der modernen Sprache immer nowonarodzony
nicht inotvourodzony» gebraucht, ist wohl aus euphonischen Ur­
sachen zu erklären: nowonarodzony hrölewicz. Gaz. Liv. — dziecig
noivonarodzone. Szym.
Die Gebrauchsweise der verschiedenen Perfektiva von rodzic
(z-, u-, na-, po )kann man durch folgende Hauptregeln festlegen:
1) a b s t r a k t sagt man zrodzic 2) k o n k r e t urodzic [das gewöhn­
liche Pf.) 3) disivihviiiYporodzic. — I m erhabenen Stile gebraucht
man porodzic (für urodzic) und narodzic sig (für urodzic sig).
2. malowac malen; — dur. 1 nagle tahim przejrzystym oMohiem
Bumieniec smutny twarz jej umaloiual. Slow., W Szw. (Nur
der Verlauf der Handlung wird fixiert, nicht die Nachduration,
das Bestehenbleiben des Resultates: die Farbe wird nicht
dauernd da sein; — namalowac wäre hier ganz lächerlich.) —
dur.-def. (Das normale Perfektivum: ein Bild usw. malen) namaluj
mi jakis ladny ohraz. II (Handelt es sich um das Anstreichen
eines Hauses, MöbeIs etc., gebraucht manjio-: dorn,stölpomaloivany).
B e m . s ' ß - = bemalen, übermalen (total, def.-lok.) ^ama-
lowal calcf, sciang. II. Noch finden sich die Perfektiva wy-
eff. ( = mit Sorgfalt) und od- reproduktiv ( = abmalen). —
[zmalowac, etwas volkstümlich, ironisch = zrobic cos zlego.]
3. rözowac rot machen, schminken; — dur. Oboh mego pohoju
ma mieszhanie la Gomptesse Seidtvitz, wich lat 65, trochg uro-
zowana, co dnia w innej suhni. Slo-w. — dur.-def. (lok.) Ledwie
spojrzal w rumiane Telimeny lice, Odhryl odrazu wielhq, strasznq
tajemnicg — Przehög, narözowana! T. V.
Bern. Urözowac ist stärker als narözowac, es markiert
ganz deutlich eine Tätigkeit, eine Absicht.
4. ladowac laden; — dur. rzeczy sq uladowane iv porzqdhu na
wozie. II. — dur.-def. (mit amplifikativer Nuance) naladowali
towary na ohrgt. II. (Nicht handlungsschildernd; rein per­
fektisch) — wöz juz jest naladotvany. (Man denkt an das
Wegfahren, die Nachduration.)
Bem. TJladowac verhält sich zu naladowac fast wie
upahowac zu zapahowac d. h. die durative Funktion in na-
liegt schon im Simplex, die Handlung des Ladens ist immer
eine umfangsreiche, komplizierte Tätigkeit.
42

Mit Bedeutungsdifferenzierung.
5. mascic (Simplex selten) a) mit Fett bestreichen b) salben.
a) dur. U-: siemiahi lyly jeszcze nie dose umaszczone. III.
(Pf. aucli z- res. [etwas vulg.], tvy- eff., po- distr.; na- ampl.)
b) dur.-def. na-: namaszczono go na kröla. Szuj. (Man denlct.
an 1) die Zeremonie, 2) die Regierungszeit.)
6. stroic a) putzen, schmücken b) stimmen.
a) dur. ti-: Ogolit, umyt i ustroil cMopa [sc. Piotr.]. Mieh.*
(Drei Durativa.) — Chaia pustelnika, ustrojona ktviatami i
hluszczem. Stoiv.
a) dur.-def. na-: nastroit nagle lutnig na tonpowazny i grosny.
Tret. (Man denkt an: 1) das Stimmen der Saiten, 2) das
Klingen des Tones.)

8. z- uud przy-.
Es gibt einige Verba, bei denen neben Formen mit z-, die eine
Vollendung schlechthin (res.), eventuell eine augenblickhche (mom.)
bezeichnen, auch Formen mit przy- vorkommen, die eine längere
mehr komplizierte Handlung markieren. Betrachtet man diese
Bildungen näher, so ergibt sich, dass man sie doch nicht einfach
als Durativa klassifizieren kann; es Hegt in ihrer Bedeutung etwas
mehr: die Nachduration wird fixiert. Die Funktion des jjr^-t/-
Präfixes ist hier dieselbe wie bei na-, sie ist d u r a t i v - d e f i n i t i v .

1. naglic drängen; — res. tvieszczka, znaglona silq potgznyeh


zaklgc i talizmanöu]. Matusz. — dur.-def. zrobil to przynaglony.
( 1) Man hatte mehrmals versucht ihn dazu zu bringen, 2)
er tat es.
2. nieivolic zwingen; •— res. .. go zniewolita, aby przyjqZ od niej
zlotq obr({ezkg. Mal. — dur.-def. nie przynietvolisz mnie do
jedzenia. III. ( 1) E i n wiederholtes Bitten, 2) eine dadurch
verursachte Tätigkeit.)
3. gluszyc betäuben (pf. auch o- dur.-lok., za- def.). — res. (ev.
mom.) Prusak chcial mötvic, ale zgluszono go zgielkiem. T. VII-
— dur.-def. Kochajeie! Zatmsc przygluszg, przyglusz§, zazdrosc
i zlosci Godlem jedynem Müosci. Wysp. * (1) Die Tätigkeit
wird betont, 2) das Resultat soll für immer bestehen.)
4. gotowac bereiten (pf. auch toy- eff.). — res. przyjgcie, jakie
mu tarn zgototvano. Czas. — dur.-def. przygototvano tvszystko
43

do obchodu uroczystoäci. II. ( 1) Die V'orbereitung, 2) die


fixierte Handlung: die festliche Begehung; przygotowac—
'fertig machen für eine künftige Tätigkeit'.)
5. ngßic, wahic (locken) und tloezyc (drücken) liaben auch den
Wechsel z —przy, jedoch ist hier das przy-Vr'ä&s. nicht ent-
lokahsiert; bei gngbic bedrücken (bildlich drücken) ist przy-
oft deminutiv [zgnqbiony ist viel mehr als przygnqhiony).

9. za- und przy-.


1. aresztowac arretieren; — def. hylaby howiem z pewnosciq [sc.
policya] zaaresztowala rewolucyonistöiv oficeröw. 01. Nar. —
caty zaaresztowany nalclad Tcsiqzhi. Kur. Warsz. [zaaresztowac
Tcsiqzhi Zeitungssprache, fehlerhaft; = sJconfisJcotvac.) — dur.-def.
prymas i Monti zostali przyaresztowani. — Zaalarmowana
zandarmerya przyaresztowata hillcu o ten napad silnie podejrza-
nych gospodarzy. Gl. Nar. (Bei przy- wird der Verlauf der
Handlung betont, der Ausdruck ist mehr »situationsmalend»,
przy- hat auch die l o k a l e Bedeutung 'fest', eine Bewegung
— die Flucht — wird verhindert.)
2. stosotvac anpassen, anwenden; — def. zastosoivala sig mimo-
wolnie do jego teoryi. Sien. (Das Fortschreiten der Handlung
wird nicht berücksichtigt, Konativität liegt nicht vor: »mimo-
wohiie».) — dur.-def. hardzo lattvo mu bylo prsystosowac sig do
nowych warunköw. II. (Für eine längere Zeit, der Verlauf
wird betont, Konativität. Wie bei przyaresztowac ist bei
przystosowac — fast noch stärker — die lokale Bedeutung
fühlbar.)

10. z-, u- etc. und roz-.


Bei roz- kann man gegenüber z- und anderen Präfixformen
ganz wie bei u- eine Duration, eine Hervorhebung der Handlung
in ihrem Verlaufe bemerken. Vergleicht man aber eine für
die Aspektänderung fungierende ro^'-Bildung mit einer anderen
verlaufschilderuden Kompositionsform z. B . M-, O- [rozradowac:
uradowac, roztrzezwic: otrzezwic), so bemerkt man, dass beim roz-
Kompositum eine S t e i g e r u n g des Resultaterreichens — gewöhn­
lich zugleich eine Steigerung der Aktivität — bei dem Hand­
lungsverlaufe hervorgehoben wird. Diese Aktionsartkategorie
nenne ich a u g m e n t a t i v .
44

1. gniewac zornig maclien; — z- [res.) zgnieivalo go to siowo. II.


— roz- (aug.) rozgniewat go ten opör. III. — za- (def.) Bei­
spiel S. 22.
2. ärasnic (auch -znic, etwas mehr vulg.) reizen; — po- (präte-
ritiv — beiläufig, einige Zeit) ehiopaJc podrasnil psa Jcijem.
(Es kann sein, dass der Hund gar nicht wütend wird). —
aug. gdy juz toreador rozdraznü hylca do ivscteMosci, na chivilg
sig usunqi. Czas. (Die Wut hat sich ausserordentlich ge­
steigert.)
3. piescic verhätscheln, liebkosen; — po- (prät.) I juz go matlca
tviasna nie popiesci. (Ein Kirchenlied; — po- prät. markiert
nur eine zeitliche Vollendung ohne bestimmtes Resultater­
reichen.) — roz- (aug.) A raczej hylo to usposoUenie rozpie-
szczonego dziecJca. Mal.
4. trzeztvic ernüchtern, nüchtern macheu; — o- (dur. zimna woda
otrzezwita go trochg. III. — roz- (aug.) po diugich nacieraniach
i ivstrzqsnieniach zdolano go roztrzezwic. III. (Mit Steigerung
im Resultaterreichen; — roztrzezwic wird besonders gebraucht,
wenn man durch heftige Bewegung [Schütteln usw.] jemanden
ernüchtert, zum Bewusstsein bringt: Es steckt also hier noch
eine lokale Anschauung.)
5. radowac freuen; — u- (dur.) On wröci Medys uraduje ciebie.
Kras. — A ujrzawszy gwiazdg, uradotvali sig radosciq bardzo
wielhq. Mat. 2,io. — roz- (aug.) Trza zyc i cierpiec, by wielhi
Duch Amfilocha rozradowal sig posröd cieniöw. Kras. [Iryd.)
6. weselic freuen; — u- (dur.; veraltet, jetzt nur i n der Volks­
sprache) TJiveselil lud swöj mite, alleluja. (Ein Osterlied.) —
roz (aug.) Czyliz naszych brzgk hajdanöw, Czyliz piesni nie-
ivolnihöw Rozweselic mogq panöw? Sloiv.*

Oft bewahrt roz- als aspektänderndes Präfix mehr oder


weniger verblasst eine lokale Bedeutung: rozgrzac, rozmnozyc,
roztrwonic etc. Von einer reinen augraentativen Aktionsart kann
man eigentlich nur sprechen bei den Verben, welche keine ma­
terielle Bedeutung haben. In zweiter Linie kann man zu dieser
Gruppe noch stellen die ro^'-Bildungen bei Verben, die schon im
Simplex die lokale Bedeutung des Präfixes — 'zer-', 'ausein­
ander' — tragen: mighnc0, mighczyc, topiec, topic, hruszyc etc.
Diese Verba haben als Perfektiva roz- und z- (das auch die Be-
45

deutung 'zer-' hat, vgl. zlösc, sMuc): z- bezeichnet eine resultative,


ev. momentane Vollendung, roz- die Handlung in ihrem Verlaufe.
Hier gibt roz- dem Verbum keine n e u e l o k a l e .Bedeutung —
diese liegt schon im Zeitwort selbst, das ein Zergehen bezeichnet
—, roz- kann hier als eine augmentative, ja sogar als nur dura­
tive Partikel betrachtet werden.
Oft markiert das augmentative roz- nicht die Vollendung
einer ganzen Handlung, sondern nur ihren Anfang: Wszysthie sig
wtenczas slowiki rozjgczq, I wszystkie liscie na drzewach zairzgczq.
Stow* Dies ist besonders der Fall bei Verben die Licht- und
Schallwirkungen bezeichnen: rozesmiac sig, rozjasniec, roziskrzyc
sig etc. Konkret gebraucht sind sie augmentative Ingressivbil­
dungen ; perfektisch stehend = etwas für die Situationsbetrach­
tung schon Vergangenes markierend, sind sie augmentative
Perfektiva.
11. z-, za-, roz- etc. und wz-.
Bei einigen Verben, zwar nicht vielen, begegnet man neben
anderen Präfixen auch tvz-, ohne dass dabei der LTnterschied
sehr deutlich hervortritt. Besonders gilt dies bei Verben, bei
denen sowohl roz- wie ivz- vorkommen: rozbttdzic — wzittdzic
'wecken', rozniecic — wzniecic 'entfachen'. Beide Präfixe mar­
kieren eine Steigerung im Resultaterreichen, die bei wz- gewöhn­
lich etwas stärker hervortritt. Der wichtigste Unterschied ist
jedoch, dass tvz- immer mit Definitivität, mit fixierter Nachduration
verbunden ist. Wie 71a- trägt tvz- eine kombinierte Aktionsart,
es ist als a u g m e n t a t i v - d e f i n i t i v zu klassifizieren. Ich führe
folgende Verba an, bei denen sich diese Aktionsart deutlich findet
oder nur mit schwacher lokaler Schattierung verbunden ist:
1. hudzic wecken; — roz- (aug.) takienii oto stowy maluje uczucia
jalcie ona w nim rozhudzita. Mal. — nagle rozbudzona nie-
zmierna milosc. Sien. (Ein Handlungsverlauf, bei dem das
Resultaterreichen ansteigend ist) —wz- (aug.-def.) Nie bylem
tatci prözny, azebym sig ludzil, Zern jednem mem spojrzeniem
milosc w tobie wzbudzil. T. IX. ( l ) . D i e Liebe entsteht
plötzlich in ansteigendem Verlaufe, 2) bleibt, ev. steigt auch
noch) — u starycJi i miodych, entuzyazm wzbudzil. Brück.
( 1) Der Enthusiasmus entsteht und vergrössert sich, 2) bleibt,
sich wahrscheinhch noch vergrössernd.)
46

B e m . Andere Perfektiva: z- (res., ev. mom.), o. (dur.),


po- (distr.), prze- (eff.-def.).
2. niecie Feuer anmachen, entfachen; — roz- (aug. auch mit
lokaler Bedeutungsseite) dzieci pasqce iydio rozniecify ognislco
na hrzegu lasu. II. (schildert den Verlauf der Handlung.)
•— WZ- (aug.-def.) iskra z papierosa wzniecüa pozar w stodole.
II. (1) Es entsteht eine Feuersbrunst, 2) diese dauert an,
dehnt sich aus) — krölewska para tvzniecita zaraz wewngtrzne
zamieszki i wojng domoivq. Korz. (1) Es wird der erste
Anlass gegeben, 2) die Unruhe entwickelt sich weiter.)
B e m . Andere Perfektiva: za- (def.), pod- (oft bildlich
= 'im geheimen' < 'unten').
3. gardzic verachten, sich aus jemandem oder etwas nichts
machen; — po- (Das normale PerfektiA^um, fixiert eine vor­
hergehende Handlung < po mit Lok.) Zlajany, pogardzony od
wszystkich, w dni parg. T. VIII. wz- (aug.-def.) To nie,
zem toltq zajgta Wzgardzita Ässesoi'a, Hrahig i Mejenta. T. VIII.
(Telimena ist um Tadeusz beschäftigt allmähhch dahin ge­
kommen für immer drei andere zu negligieren) — kazdy, nale-
zqcy do wzgarclzonego i znienaividzonego plemienia. Zdziech.
(Der besprochene Völkerstamm — die Juden — ist 1) ver­
achtet worden, 2) wird noch verachtet sein.)
4. burzye aufhetzen, aufregen (auch = zerstören, ruinieren, pf.
Z-); — 0- (dur.) ohurzotiy naduzyeiami administracyjnemi za-
protestowai przeciwko nim. Matusz. — wz- (aug.-def.) Wtedy-
to zapeime wzlurzony do najwyzszego stopnia poeta napisal'
sonet p. n. »Pozegnanie». Chmiel. ( 1) Besonders stark ist
hier die Steigerung — das augmentative — fühlbar, 2) die
Aufregung bleibt, hat Folgen — das Definitive.)
B e m . Bei burzye sig ist die Bedeutungsdifferenzierung-
eine andere als bei burzye: zburzyc sig = gären, wzburzyc sig-
= unruhig werden.
5. rösc wachsen; — u- (dur.) tv stolicy JJroslas. T. V. — wz-
(aug.-def.) gniew jego wzrösl do szalenstwa. (1) Der Zorn
steigerte sich, 2) erreichte seinen Kulminationspunkt, ver­
ursachte etwas.)
6. trzymac halten; — za- (def.) Przed gankiem satrzymal konie.
II. (Für eine Zeit) — -ivs- (aug.-def.) przed gankiem konie-
gtvaltotvnie ivstrztjmal. II. (1) Mit gesteigerter Aktivität, 2) f ü r
47

eine gewisse Zeit.) — V g l . dur. Siadajcie prgdko. bo nie mogg


koni utrzymac. II. [Noch wg-, prze-, przy-, po- und pows-.]
7. E i n Wechsel z- wz- scheint vorzuliegen in zbogacic: wzbogacic,
zmocnic: ivzmocnic, der Unterschied ist hier jedoch unwesentlich,
z- ist < WZ- entstanden. Die Aktionsart ist streng genommen
aug.-def.: 1) 'mehr und mehr reich werden, 2) den Reichtum
behalten', 1) 'allmählich stärker uud stärker werden, 2) die
Stärke behalten', aber die Verbalbedeutung des Simplex hat
fast diesen Begriff in sich selbst, z- und wz- dienen fast nur
zur reinen Aspektänderung.
12. u-, o- und wy-.
Ganz wie in der deutschen Sprache das Präfix 'aus-' den
Verben zwei Bedeutungen geben kann — eine l o k a l e ='Bewe­
gung aus etwas' (z. B . ausgehen) und eine n i e h t l o k a l e =
'gründliche, erschöpfende Tätigkeit (z. B. ausforschen) — fungiert
auch im Polnischen das Präfix -wy- in zweifacher Weise.
In der letzteren Bedeutung liegt eine Aktionsart: die Hand­
lung wird vollendet mit gründlichem Resultate. Wie bei u-
(oder 0-) wird die Handlung in ihrem Verlaufe betrachtet als
eine vollständige ganze Tätigkeit, aber die Fixierung ist eine
andere: bei u- ist das zentral Vorgestellte (das scharf fixierte)
der Verlauf der A k t i v i t ä t (= die Tätigkeit: die Bewegungen
usw. des S u b j e k t e s ^), bei wy- dagegen der Verlauf des R e s u l ­
t a t e r r e i c h e n s (=das Entstehen des Resultats und sein defi­
nitiver Umfang; das Aussehen, die materielle Form usw. des
O b j e k t e s ) . Diese Aktionsart des ivy- nenne ich e f f e k t i v , i n
der Regel ist das Handlungsresultat das Bestmögliche. Von den
Lexikographen ist tvy- mit dem hier definierten Bedeutungswerte
sehr inkonsequent behandelt worden: Bei einigen Verben wird
es z. B . von Soerensen als das »Perfektivum» (= die einfach
aspektändernde Form) eines Simplex betrachtet: wyczyscic, wy-
ksztalcic, wybadac etc. bei anderen Zeitwörtern dagegen als ein
besonderes eine selbständige Bedeutung tragendes Kompositum:
wysuszyc, wyuczyc etc. Diese Behandlungsweise ist natürlich wis­
senschaftlich gar nicht befriedigend. Sie hat ihren Grund nur
in einer unkritischen provisorisch-praktischen Schematisierung.
^ Bei 0- dur. findet sicli oft eine lokale Schattierung, die sich auf da*
Objekt und sein Aussehen bezieht.
48

Wenn nämlich das präfigierte polnische Verbum mit demselben


Zeitwort wie das Simplex in der d e u t s c h e n Sprache wiedergegeben
werden kann, so wird es als sein »Perfektivum» (die Aspektänderung)
betrachtet, kann man es aber mit einem besonderen Worte über­
setzen, — so gilt es als ein isoliertes Kompositum. Diese A n ­
schauungsweise ist leider in allen slavischen Wörterbüchern, die
beim Simplex über die Perfektivierung durch Präfixe Auskunft
geben, mehr oder weniger vorherrschend. Etwas was dieselbe
Bedeutung hat, muss man doch auf dieselbe Weise beurteilen.
Wyhsztatcic ist für mich eben so ein effektives Perfektivum wie
wyuczyc. Ich kann natürlich hier nicht alle Verba anführen und
exemplifizieren, welche diese Aktionsart tragen; in einer lexika­
lischen Arbeit, die sich an diese Abhandlung schliessen wird,
werden sie Platz finden ^. Hier werde ich mich besonders mit
denjenigen zo^z-Präfixen beschäftigen, die als zur (reinen)
Aspektänderung dienende >Perfektiva» bei LINDE oder SOERENSEN
angeführt worden sind. Die Präfixe, welche am häufigsten als
in dieser Beziehung mit tvy- gleichwertig gestellt werden, sind
z- und besonders u-, o-, mit welchen es wie oben beschrieben
nahe verwandt ist. Ich will zuerst einige Beispiele für den
Wechsel u- [ev. o-] — tvy- anführen, woraus ersichtlich ist, dass
eine bestimmte, wenn auch nicht sehr grosse, Bedeutungsdifferenz
sich hier vorfindet: der Unterschied ist: u-, o- perfektivieren das
Verbum mit durativer Aktionsart, tvy- mit effektiver:

1. czyscic reinigen; — o- dur.: stary pistolet, przed tvyjazdem


oczyszczony i naiity srötem. Chmiel. (dur. mit lokaler Ab-
schattierung 'rund herum', 'an der [Ober]fläche'). —• tvy- eff.
Strzelec w mgnienm olia tvyczyscÜ miejsce, snieg zgarmß. Zer.
— Vergleicht man noch sluzc^ca oczyscila lampQ mit . . ivy-
czyscita .. findet man, dass o- nur die Wirksamkeit, ivy- auch
das Resultat, die Gründhchkeit der Vollendung hervorhebt.
2. Icsztatcic (aus)bilden; — u- dur. Co do charaMerötv tvreszcie,
nie mosna zci,dac ich od teatru uksztaieonego na tvzör francusM.
Tarn. (Wenn tvy- da stände, wäre es = 'in allen Details'.)
-— pewien uksztatcony Mazur. Karl, {tvy- wäre zu viel.) —
tvy- eff. SlotvacM i KrasinsJd tvzrastali i tvychotvali siq tvsröd

' Wo loy- nicht seine lokale Bedeutung hat, ist es effektiv; in einigen
Fällen finden sich indessen die beiden Bedeutungsseiten vereinigt.
49

Idas hardziej tvyhsztalconych. Ghmiel. — »Ein gebildeter


Mensch» heisst uksztaicony cziowielc oder wyTcsztalcony cslowieh,
je nachdem man auf die reine Tätigkeit, das Fortschreiten
der Handlung, den V e r l a u f der Bildungsarbeit den Nach­
druck legt (M-) oder auf das e r r e i c h t e vollständige Resultat
[wy-, das Gewöhnlichste).
3. leczyc heilen; — u- (dur.) do chorohy zapalnej, htöra nie zo-
stala wcale tüeczonq. Tret. — wy- (eff.) nim si§ z mych ran
nie wyleczg. T. XL
4. studzic abkühlen; — o- (dur.) ostudzil soMe hawQ. L. — wy-
(eff.) hawa staia tah diiigo na ohnie az sig caUdem wystu-
dzita. LLL.
5. trzeztvic nüchtern machen; — o- (dur.) s. 10,4 (S. 44). — wy-
(eff.) nagle nielezineczenstwo ivytrzezivilo go w jednej chwili. LLL.
•6. mebloivac {wy- nur bei LINDE) möblieren; — u- (dur.) Salonih
caly umeblowany bardzo iadnie. Slow. — wy- (eff. = ganz,
vollständig; jetzt fast immer durch u- ersetzt, ich habe jedoch
ein Beispiel gehört:) dom caly tvymeblowal stviezo dla przyszlej
zony, jah dla hsiqzniczhi. L.
1. toczyc drechseln; schleifen; — Hier wird bei SOERENSEN ein
Bedeutungsunterschied, aber kein ganz richtiger gegeben:
= 'drechseln' pf. u-, = 'schleifen' pf. wy-. Aber auch i n
der Bedeutung 'drechseln' hat man tvy- (eff.) z. B . tvytoczyl
mi stolarz na toharni bardzo ladnq zabawh§. LL.
8. Bei den Verben, welche die Bedeutung haben 'durch Handwerk,
häusliche Arbeit etwas hervorbringen oder verbessern' findet
man einen Wechsel u — tvy, wobei beide Präfixe hin und wieder
als fast gleichwertig verwendet werden. Solche Verba sind
myc v/aschen, piec braten, przqsc spinnen, prac waschen,
shwarzyc braten (immer gründlich, die Bedeutung von wy-
liegt schon im Simplex), toczyc drechseln. Wenn die Sache
m i t G e w a n d t h e i t (gewerbsmässig) a u s g e f ü h r t wird, ge­
braucht mau bei der Perfektivierung lieber wy- als das neu­
trale M-. Man sagt in der, Umgangssprache z. B . eben so
gern: praczha wyprala mi hoszulg — wie uprala; stolarz wy-
toczyl mi zabawhg —• wie utoczyl ^. Vgl. hiermit wydruhotoac,
' Doch unterscheidet man die Formen: Wenn z. B. die Wäsche schwer
•zu reinigen war, sagt man wyprac, wenn Nachdruck auf die Zeit (die Länge
•der Tätigkeit) gelegt wird, gebraucht man iqirac: przecieies uprala if bielizn§! II.
4
50

wygariowac, tvyhaftowac, ivyhehlowac, tvypolei-oivac etc., bei denen


wy- das einzige perfektivbildende Präfix ist: hier wird ja die
Tätigkeit fast immer als Gewerbe ausgeführt. Sehr gewöhnlich
ist ivy- eff. bei fotogrcifowac, malowac, pilowac ( = feilen), repa-
rowac, rytowac, von denen auch andere Perfektiva vorkom­
men: od- (bei fotografoivac, maloivac, rytowac), na- [malowac)^
s- [fotografowac).

13. z- und wy-.


In einigen Fällen findet man auch Komposita mit g- und
wy- als gleichwertig behandelt. So betrachtet z. B. Soerensen bei
folgenden Verben diese Präfixe als beide zugleich schlechthin
perfektivbildeud.
1. ladac untersuchen, erforschen; — z- (ves.) Azehy zbadacpoefe.
Tret. — tvy-[e&. = gründlich) tvybadac i przemkn(f.c natu7~ff. I.
2. Jcciipac baden; — z- (res., ev. mom,, oft zufällig) tvpadl iix
wodp i sJccipai si§ uczcitvie. III. tvy- (eff., immer absichtlich,,
konativ) matlca wyJcc^pafa dzieelco. I.
3. niszczyc vernichten, verwüsten; — z- (res., gew. total) Pozar
zniszczyl doszcz§ttiie miejscoivosc. Czas. — tvy- (eff.) Kraj
zaivsze ubogi, teraz caikiem ivyniszczony, ze zrujnotvanymi
finansami. Brück. (Da z- bei diesem Verbum die Bedeutung^
'total' trägt, ist es hier stärker als wy-, das fast nur durativ
ist — der Begriff der Gründlichkeit liegt schon im einfachen
Verbum. —• V g l . mit ivyniszczony oben: za cel poiozyl zni-
szczenia polskiej narodoivosci. Mick. (Hier ist z- in Bezug auf
das Resultat viel stärker als tvy-, in Bezug auf die Zeit viel
kürzer.)
4. miarkoivac = merken, erkennen [2. = massigen, pf. «•]; — z-
(res., gew. mom.) s. 1 F , 3 [S. 16] — tvy- (eff., gew. nach
längerer Zeit) nareszcie wymiarkotval, ze jest gosciem nieposcf,-
danym. I. [pf. auch po-, s. flg.]
5. policzkowac ohrfeigen; — z- (res., fast immer einmalig) spo~
liczkowal publicznie hrabieza. Now. III. — t^vy- (eff., gründlich,,
mehrmalig) BoznaJQ paskudnego uczucia, jak gdyhym wypo-
liczkowal paralityka, Sien.
6. Noch röwnac ebnen und szarzac abnutzen. (Das letztere kommt
als Simplex kaum vor, die Zusammensetzungen sind etwas
vulgär.)
51

14. na-, u - etc. und wy-.


Bei den Verben mit der Bedeutung 'etwas grapliiscti dar­
stellen' findet man oft neben dem normalen na- auch tvy-; letzteres
bezeichnet dann eine genauere, sorgfältige Ausführung: rysowac,
malotvac, fotografowac, litografowac, s. 12.
Bei mehreren anderen Verben kommt ein Wechsel zwischen
wy- und anderen Präfixen vor. Da aber die effektive Bedeutung
des tvy- in den bisher nicht besprochenen Fällen sehr deutlich
ist und gewöhnhch in den Wörterbüchern mit einer besonderen
Übersetzung wiedergegeben wird (aus-, v o l l - etc.) habe ich es
hier nicht nötig mich eingehend damit zu beschäftigen. In dem
Aspektwörterbuch werde ich bei jedem Grundverbum auch die
effektive Aktionsart anführen, wenn es eine solche gibt.
Zuletzt führe ich hier einige Verba an, bei denen das wy-
Präfix in Fällen mit besonderem Sprachgebrauch oder besonderer
Bedeutungsdifferenzierung vorkommt.

Besonderer Sprachusus.
1. doic melken; — u- (dur. < 'weg-'; mit der Milch als Objekt:
mleJca, part. Gen.) udoita mu na rano Jcwartq mleha. II. —
u)y- (eff. < 'aus-'; mit der K u h als Objekt) wydoily juz wszystlcie
hrowy. II.
2. Jcropic tröpfeln, besprengen, oft = schlagen (scherzhaft); —
s- (res.) sJcropili UUCQ. II. — u;y- (eff. nur für 'schlagen')
ja ci§ tvyhropJQ, smtjhu jeden! II. [s- wird auch für die Be­
deutung 'schlagen' gebraucht, aber selten: Östatniemi naszemi
naiojami slcroxneni, odstqpili. Kras.]

Bedeutungsdiflferenzierung.
1. Tcurztjc a) rauchen [volkst.] b) bestäuben; — a) wij- pf. (< eff.)
wyJcurzyi fajhq. II. — b) za- pf. (< def.-lok.) ohropnie SIQ
zahurzylem w tej drodze. II. — B e m . kurzyc = vauchen
hat auch za-, aber als Inchoativum.
4. palic a) brennen, verbrennen (pf. s- res., u- dur., tvy- eff.:
dom spalic, lcaw§ upalic, wypalic ceghj) b) heizen (o-, na-) c)
schiessen, feuern (pf. tvy-: Bejtan zabil ze sztucca ogromnc^
maciorQ, Z wielMem niehezpieczenstivem, ho zhlizha toypalit.
T. VIII. d) rauchen (pf. wy-: fajJcq wypalic).
52

5. statvic (Simplex selten, dafür gew. stawiac) a) stellen (pf. po-,


einfache, ev. unabsichtHche Handlung: postaivil laslcQ tv Jcqcie,
u- dur-: ustmvü Icrzesta doolcota stolu. II. b) errichten, bauen
(pf. wy-: ivystawioiio na placu Saslcim ivspanialy sohör. II.)
6. üömaczyc (tto-) a) erklären, deuten, pf. tvy- eff.: slotva te tvy-
tlömaczono jah najgorzej. Tret. — b) übersetzen, pf. prze-
(<lok.): miat podolno zamiar przetlömaczyc Wertera. Chmiel.
7. znaczyc a) bedeuten (ohne Pf.) b) zeichnen = ausnähen: siostra
tvyznaczyla mi chusthi do nosa. III. (auch po- distr.)
8. prostotvac a) gerade machen, pf. tvy- (< lok.) z. B. nog^ b)
verbessern, korrigieren, pf. s-: sprostoivac btqd. Stotv.
B e m . prostowac = 'gerade machen' hat selten in der
Umgangssprache als pf. s-.

15. u-, po- etc. und prze-.


A.
Bei einigen Verben findet man das Präfix prze-, dessen
lokale Grundbedeutung 'durch' ist, als Träger eines rein zeit­
lichen Bedeutungsinhaltes. Bei einer Anzahl dieser Verba dient
es der einfachen Aspektänderung: zyc, nocowac, zimowac, spac,
trtvac, czehac werden z. B . damit perfektiviert. Es markiert hier
eine Handlung i n ihrem (ganzen) Verlaufe und man könnte es
als durativ bezeichnen. Jedoch ist es in dieser Funktion nicht
mit ti- identisch: 1) es hat k e i n e K o n a t i v i t ä t , — es steht
nur bei Verben die eine fast passive Handlung ausdrücken,
2) es fixiert nicht die Tätigkeit, sondern d i e G r e n z e n d e r
T e m p o r a l i t ä t (den Anfangs- und Endpunkt). Letzteres unter­
scheidet es besonders vom durativen u-, was am besten ersichtlich
ist bei einem Verbum, das beide Präfixe in rein zeitlicher Funk­
tion besitzt: cierpiec leiden, dulden; — u- dur. sila i zacnosc
dtieha narodotvego ucierpiala na tem wszysttciejn. Mal. —prze-:
Ach! wszystho co przecierpial tv stvych mgczartiiach dziennych. Dz.
III. — Hier ist die Zeit i n i h r e r A u s d e h n u n g v o n A n f a n g
b i s E n d e betont. Ich nenne diese Aktionsartkategorie, die im
Gegensatz zu dem Durativum den Anfangs- und Schlusspunkt
der Handlungstemporalität besonders fixiert, p e r d u r a t i v . Prak­
tisch kann man sie doch als schlechthin durativ betrachten, nur
bei cierpiec ist eine Beachtung der Differenz nötig. Unten folgen
einige perdurative Beispiele neben ^o-Komposita, die einen
53

kürzeren unbestimmten ( = nicht in Bezug auf Anfangs- und


Schlusspunkt fixierten) Zeitverlauf markieren:
1. syc leben; — tej chwili ja nie przesyJQ. II. •—jaMs czas
2}ozyi sobie w samotnosci. II.
2. stac stehen; — przestat catq noc pode drziviami na mrozie. II.
— postöj sobie tutaj, ja wnet wröcQ. II.
3. czehac warten; — przeczehal noc caiq. II. — poczehaj trochg
jeszcze! II.
4. czytac lesen; — przeczytal gazet§ III. (auch lok.) — poczytat
trochq, i po chtvili zasncf,l. III.
5. grac spielen; — przegralismy z sobq partyg bilardu. II. —
chqtnie x>ogralismy nieraz w karty. III.
6. mieszhac wohnen; — caie lato przemieszhal w Warszawie. II.
— pomieszhal tarn parq tygodni. III.
7. trwac dauern; •— ten dcib przetrival az do dzis. III. — nie
potnvalo hilka minut i poslaniec wrbcil. III.
8. spac schlafen; — przespal caie diva dni. II. — idz pospij
sobie trochq, moze ci to lepiej zrobi. II. {po- selten).
9. beczec blöken, weinen; — dzieciah przebeczal pöl nocy. II.
— pobeczalo biedne cielq. III.
In sämtlichen Beispielen bezeichnen die ^:)>"2'e-Komposita
eine ganze v o l l s t ä n d i g e Handlung v o n A n f a n g b i s E n d e ,
die ^o-Komposita eine u n b e s t i m m t e , in der Regel kurze Zeit.
B.
Andererseits gibt es Fälle, wo ^jr^^e-Komposita dieselbe Be­
deutung haben wie die oben erwähnten jjo-Bildungen und eine
beiläufige, unvollständige Tätigkeit bezeichnen, dies ist der Fall
bei einigen Verben mit der Bedeutung 'reinigen' {czyscic reinigen,
myc waschen, pluhac spülen), 'züchten' {chlostac): —- dzis mozesz
tylho trochq buty pirzeczyscic, bo nie ivychodzq nigdzie z domu. II.
(o- wäre das Normale, gründlich) — trzeba jeszcze raz przemyc
talerze. II. {u- normal, wy- gründlich) — przeplucz jeszcze szhlanhi
przed obiadem. II. (o- normal, wy- gründlich, po- distr.) -— caie
szczqseie, ze siq, na malern przechlostaniu shonczylo {s- normal, wy-
gründlich, po- distr., o- dur.-lok.).
Ich nenne diese Funktion p r ä t e r i t i v . Bei dem Präfixe
po-, dem Formans par preference dieser Aktionsart werde ich
weiter hierüber sprechen.
54

0.
Eine dritte nichtloJiale Funktion des prze-Pr&üxes ist ganz
der Gegensatz zu der eben behandelten; sie bezeichnet eine
i n t e n s i v e Vollendung und ist am nächsten mit dem Bedeutungs­
inhalt von wy- verwandt. Man kann sie als eine e f f e k t i v ­
d e f i n i t i v e Aktionsartkategorie bestimmen: es liegt immer eine
g r ü n d l i c h e Tätigkeit vor, bei der noch die N a c h d u r a t i o n
fixiert wird. Bei folgenden Verben kann man sie z. B. beobachten:

1. Wagac flehen, bitten = bewegen suchen (pf. durch Bitten


bewegen, versöhnen, gew. pf. u-) — wszystkie te prosby nie
prsehtagaty rosgniewanego ojca. III. [1) Das eifrige Bitten
2) Versöhnung für die Zukunft].
2. jednac = versöhnen; — obrazic tatwo, prsejednac trudno.
Sprichwort. (Die Nachduration ist sehr deutlich; andere Pf.
z- res. [ev. mom.], po- dur.-kon. < distr.).
3. budzic wecken; — z przebudzonycJi rycerzy zericq caiun
zgnily. Stow.* [Kord.] [1) gründhch wecken 2) für .einen
kommenden Zustand, für eine Tat] — Vgl. wzbudzic aug.-def
hier kann die Tätigkeit eine mehr beiläufige, kurze, unab­
sichtliche sein.
4. paZic = brennen, verbrennen; — tvqgle byty za blizko, wiqc
drzwiczki od pieca siq przepalily. II. (Hier liegt noch die
lokale Bedeutung 'durch und durch' vor).
5. straszyc erschrecken; — Ciotka zresztcf, tylko udawala spoköj,
a w gründe rzeczy byla röwniez przestraszona. Sien. — A
strwoseni i przestraszeni b§dcf,c, mniemali, iz ducha widzieli.
Luk. 24,37. — V g l . za- def. viel schwächer.
6. Noch z. B. bei moczyc [przemoczyc nogi), moknqc [przemokniqty
do nitki), <raw«c = verdauen (in der Bedeutung '[Zeit] zu­
bringen' ist przetraivic perdurativ), trwonic, marnoivac ver­
schwenden, starzec siq alt werden] (in pirzestarzaly). — H i n
und wieder ist das jjr^'e-Kompositum bei diesen Verben zu­
gleich lokal.

Fast als dur.-definitiv möchte man przeziqbic si§ 'sich er­


kälten' betrachten. Hier ist die definitive Funktion schwächer
als bei der Nebenform zaziqbic si§; — Przeziqbila sif, siedzqc do
pözna na balkonie. Sien. (Hier wird beachtet 1) der Handlungs-
/ 55

verlauf, 2) die Folgen.) — saziqhü siq. na wycieczce i teras ma


sapalenie pluc. II. (Hier wird n u r die Folge fixiert.)
B e m . In der Bedeutung 'kalt werden' wird siqbic si§ mit
o- pf.: oziqbÜo stp 'es ist kalt geworden'.

16. prze-, u-, z- etc. und od-.


Ziemlich selten findet man das Präfix od- in den Wörter­
büchern als schlechthin aspektändernd angeführt, es bewahrt
fast immer eine lokale Bedeutung. In odddelic z. B., bei SOERENSEN
als Perfektivum für die Bedeutung 'trennen' betrachtet, ist
die Lokalität deutlich fühlbar = ' a b t r e n n e n ' : oddzielü dohrych od
slych etc. Einen eigentlich nichtlokalen Bedeutungsinhalt — jedoch
mit fühlbarem reproduktivem Sinn — trägt es bloss bei den
W a h r n e h m u n g s v e r b e n : czuc, rosnic, czytac und den V e r b e n
f ü r k u n s t m ä s s i g e D a r s t e l l u n g : grac, spiewac, deUamoivac;
malowac, rysotvac. Die nichtlokale Bedeutung des Präfixes ist in
diesen Fällen: — die Handlung mit G e n a u i g k e i t , J ' e i n h e i t
vollenden. Ich nenne diese Aktionsart a k k u r a t i v . Diese Ka­
tegorie berührt sich sehr nahe mit der effektiven (tvy-); der
Unterschied ist, dass die letzterwähnte besonders die q u a n t i t a ­
t i v e Vollständigkeit des Resultaterreichens betont (die Gründ­
lichkeit), die erstere aber die q u a l i t a t i v e (die Gewandtheit, die
Genauigkeit). Die eine betrachtet das Resultaterreichen i n s e i n e r
T o t a l i t ä t (die effektive), die andere fixiert es wie es von Mo­
ment zu Moment nach und nach während des Handlungsverlaufes
e n t s t e h t , sie schildert somit wie das beabsichtigte Ziel in jedem
Detail genau erreicht wird (die akkurative). Weiter unten folgen
Beispiele für einige oc^-Komposita mit dieser Funktion im Vergleich
mit Präfixformeu, die für die normale Tätigkeit desselben Verbums
gebraucht werden:

1. czuc fühlen, empfinden; — od- (fein, geuau, tief fühlen; kann


oft mit 'herausfühlen' wiedergegeben werden, eine bildüche
Lokalität liegt noch darin) ttjUco tvyjqthoive natury odczujq
gt§biq jego symioliM. Matusz. — Po smierci MicTciewicza od-
czulo spoleczenstwo nasze ogrom straty. Kallenb. — u- (das
normale Pf., gew. mom. mit Ingressivduration) ucztii serea
drzenie. T. VI. [Pf. auch po-, s. 25.]
2. röznic = unterscheiden (als Simplex ist jetzt nur das passive
56

röznic si§ üblich); -— od- (scharf, methodisch, überlegt; man


ist sich von Anfang an darüber klar, dass etwas Verschiedenes
zu erwarten ist, nicht so bei ros-) odrösnic poglqd na swiat i
poglqd na zycie. Gar. — W Polsce przed jej politycznym upiad-
Jcieni mozna odröznic nastqpujqce warstwy: [1 . . 5]. Tret. •—
roz- (aug. = anfangs unsicher, dann deutlicher, schhesshch
ganz klar unterscheiden) uinial [sc. MicJciewics tv Bosyi] roz-
röznic miqdzy szczerymi patryotami a spishoivcami przy Tcieli-
chach. Kallenb. [od- wäre vom ersten Augenblicke an sich mit
Absicht — methodisch — bemühen etwas zu unterscheiden)
— Czyz nie umiem rozröznic marzeü od pamiqci. Bz. III. —
E i n Beispiel ohne denkbare Konativität ist das impf.: Nie
tvszystlcie slowa rozrözniajq ivszysthie trzy strony za pomoccf,
odrqbnych form. Kryii. (Hier wäre od- schlecht.)
B e m . jjoro.jm'c = entzweien.
3. czytac lesen; — od- (gew. etwas schweres lesen) Jego pismo
trudne do odczytania. II. — prze-, po-, s. 15 A 4.)
4. grac spielen; — ode- (fein, genau, ein Muster reproduzierend)
ivybornie odegrata noJcturn Ghopina. III. — List möj ma ode-
grac rolg podjazdu, Jctöry idzie przed tvojsJciem i bada oJcolicg.
Sien. — prze-, po-, s. 15 A 5.
5. spiewac singen; — od-: pan A. odspiewat na Jconcercie pi§Jcnq
cavating ze Zydöwlci. III. — prze- (von Anfang bis zu Ende,
gew. für Übung), za- gew. inch.
6. deJclamoivac; — od-: z ogromnym polotem oddeJclammvat »Ma-
raton-K UjejsJciego. Now. Bef. [za- gew. inch., wy- eff. = mit
allen Details.)
7. maloivac; — od- (reproduzierend) W siödmym- rozdziale »Onie-
gina» odmalowal on tg swojq namigtnosc. Tret.
8. rysowac; — od- (reproduzierend) odrysowac Jcontury panoramy
görslciej.

Bei den beiden letzten Verben und hie und da auch bei
den übrigen (z. B . grac) ist die Bedeutung des od- vorwiegend
r e p r o d u k t i v , es bezeichnet eine Nachbildung von etwas, einem
Gegenstande oder einem Muster. Diese Funktion trägt das Präfix
noch deutlicher bei fotografowac, portretowac, litografowac, lac =
(in Metall) giessen [auch u- dur. < lok.: ten z bronzu ulany car.
Tret. — ulac dzwony, Jmle, dziala etc.] Eine reproduktive Bedeu-
57

tung = 'noch einmal' liegt vor in odmlodziec, odmiodsic und od-


wiUyc (wieder feucht machen oder lok. = durch Nässe ablösen).
Eine besondere Beachtung erfordert mienic = ändern —
jetzt als Simplex sehr selten — als dessen »Perfektiva» man
zmienic und odmienic ohne Unterschied angeführt findet: z- (das
normale Pf., oft mom.) Zmienila wi§c natychmiast twarz i ton
rozmowy. T. V. — Miejsca piglcnosc, postawy wdzigk i gust
uhrania Zmienily jq, zaledtoo byia do poznania. T. III. — pewno
juz zdania tv tym tvzglgdzie nie zmienig. Sien. — czemuz nie
mog§ w ptaszJca zmienic siebie. St. Witwicld [hier od- weniger
gut] — od.- (dur., ev. auch kon. < reproduktiv). Trzy razy
Jcsigzyc odmienil sig zloty. Slow.*, 0. zadz. (dur., verlaufschil­
dernd) Ale stryj' nagle pierwsze zamiary odmienil. T. I. (kon.)
— Qerwazy sig odmienil i juz od lat wielu Ani byl na Ider-
maszti, ani na weselu. T. II. (dur.) — Odmieniwszy przydomeJc
T. F / ( k o n . )
Der Unterschied zwischen z- und od- ist nicht immer gross.
Bei einigen oben gegebenen Beispielen könnte man statt od-,
wenn auch nicht ganz so gut, z- verwenden. In anderen Fällen
ist die Differenz jedoch wesentlicher. Hier hat nämlich odmienic
die Bedeutung 'eine Eigenschaft, einen Gegenstand g e g e n eine
neue Eigenschaft, einen neuen Gegenstand vertauschen'; z. B.
odmienic ubranie (andere Kleider für eben gekaufte, die nicht
passen): zmienic ubranie (andere Kleider anziehen) — odmienic
pieniqdze (z. B. gute Banknoten für gegebene falsche erhalten):
zmienic pieniadze (Geld wechseln) — zmienic hat oft die Bedeutung
' g a n z ändern', od- ist in derselben Stellung ='teilweise ändern',
s. die Beispiele oben unter od-.

z- u n d od- m i t Bedeutungsdiflferenzierung.
wazyc a) wägen (tr.), erwägen, überlegen; pf. 1) z- res.: Uzeznik
zwazyi migso. I. — Ztvazywszy, iz ludnosc zydoiosTca prgdzej sig
mnozy od polshiej . ., wyracliowac mozna . . Karl. — 2) po- prät.
( = einige Zeit, ohne besonderen Zweck) powazyl kulg przez chtvilg
w rgce. III. [auch distr. juzesmy potvazyli wszystkie worki pszenicy.
II; na- ampl.] — b) wagen, riskieren (fast nur mit sig); pf. od-:
Na wielem sig odwazyl, na wigcej odwazg. T. III [auch po konse­
kutiv, markiert Überlegung, Gedanke an was früher passiert ist:
on sig na to nie powazy. II] c) wägen (intr.); wert sein; gew.
58

ohne Pf., za- def.: üe te nieopatrznic tvypoiviedziane slowa mialy


zatvazyc na calem jego przyszlem zyciu. II.
Bern. Odwazyc hat auch die Bedeutung, 'ein Stück' vom
ganzen abwägen: odwazyl mi Mio cuMu. III.
Das Verbum tajac (oder tajec) tauen, schmelzen (intr. —
von Eis, Schnee) gehört nicht hierbei-, die aspektändernde Form
ist stajac res., odtajac, das Soerensen als Perfektivum für eine
Bedeutung 'tauen, auftauen' betrachtet, ist 1 o k a 1 = wegschmel­
zen : sopel lodu odtajal od daclm.

17 z-, po- etc. und do-


Noch seltener als od- findet man das Präfix do- als Per­
fektivum ( = die reine aspektändernde Form) eines Simplex be­
trachtet. Soerensen führt (Zo-Komposita als die vollendete Form
bildend nur bei konczyc, radzic und pilnotvac an. Ich werde hier
noch einige Zeitwörter nennen, bei denen sich do- mit den die
Vollendungsform bildenden Präverbien berührt. In den meisten
Fällen ist es jedoch nicht nötig den Bedeutungsinhalt des do-
näher zu analysieren. E r ist in den Wörterbücberu markiert:
'bis zu Ende', 'bis zu einer bestimmten Zeit' usw. Das do- ist
fast immer lokal oder bildlich lokal. Als Aktionsartpräfix habe
ich es schon bei konczyc in der Einleitung betrachtet, ich nenne
die Funktion f i n a l : der s p ä t e r e T e i l (der R e s t ) einer Hand­
lung wird fixiert, es wird besonders markiert, dass der E n d ­
p u n k t der Tätigkeit erreicht ist.

1. konczyc, beendigen, s. die Einleitung.


2. pilnowac behüten, bewachen (gew. pf. u- dur. die ganze
Tätigkeit); — On nie dlatego przychodzil, zeby t§ robofg (= tej
roboty] dopilnowac. Zer. (Um den letzten Teil der Arbeit
zu beobachten).
3. kompletowac komplettieren (gew. pf. s-; wenn wenig zu er­
gänzen ist, gebraucht man do-, selten) — dla dokompleto-
wania tomiku. Chmiel.

Diese Verba sind wohl die einzigen, bei denen in den


Wörterbüchern die finale Aktionsart mit der reinen Aspekt­
änderung identisch zu sein scheint [doradzic ist kaum final, eher
ist hier ein Vollendungszeichen schlechthin aus dem Lokalpräfix
59

direkt liervorgegangen). Ich nenne als Beispiele nur noch einige


Verba, zunächst solche, bei denen die Funktion des do- rein
zeithch ist (4—6), dann solche die fast räumliche Bedeutung oder
starke lokale Nuance haben:
4. czehac warten, erwarten; — na sienniJcu rana doczehalem.
Slow.
5. syc leben; — 0 gdylym hiedys dosyl tej podechy, Zeby te
Icsiggi zblqdzily pod strzechy. Mich*
6. möwic sprechen; — ostatnie sloivo: »carem» szatan za niego
domöwil. II.
7. gnic faulen; — belha dognila do reszty. III.
8. ryc wühlen; niech jus Iis doryje do honca, potem go zastrze-
limy. IL
9. rösc wachsen; — dorosla do pelnoletnosci. LL.
10. czytac lesen; taha nudna ta hsicisha, se jq z trudnosciq doczy-
talem do honca. LL.
, 18. u-, z-, na- etc. und po- distributiv.
Die in der Einleitung erwähnte distributive Aktionsart des
Präfixes po- ist eine bei den slavischen Sprachen besonders her­
vortretende Eigentümlichkeit, die schon von den Grammatikern
bemerkt und besprochen worden ist (Bei SOERENSEN in §
221 der Grammatik). E i n po- bezeichnet, dass die Handlung in
m e h r e r e einzelne Z e i t a b s c h n i t t e fällt oder an m e h r e r e n
S t e l l e n ausgeführt wird, es gibt eine Mehrheit der Subjekte
oder Objekte. Bei der Übersetzung kann man das Kompositum
wiedergeben durch Hinzufügung von 'nacheinander' oder 'das
eine neben dem anderen'. Oft hat jedoch diese Aktionsart eine
lokale Färbung, es wird stärker die Mehrheit der Zeitabteil-
imgen fixiert (: die Kategorie ist aus der Raumanschauung
entstanden). Bei einer Handlung an verschiedenen Orten herrscht
doch fast immer auch eine Verschiedenheit i n der Zeit vor.
In z. B . poblocilem sobie ubranie ist das Lokal in erster
Linie fixiert: die Handlung ist wahrscheinhch zugleich in ver­
schiedenen Zeitabteilungen vor sich gegangen (z. B . beim
Gehen), aber das Resultat kann auch auf einmal entstanden sein
(z. B . beim Fallen). Bei pohonczyc dagegen Hegt immer eine
zeitliche Pluralität vor: Jeszcze nie wszystho, com zaczqt pohonezone
a pöhi nie shonczg, to nie ruszg sig z Drezna. Mich. (Das Distri-
60

butive = verschiedene Stellen in »Dziady» aber zugleich verschie­


dene Tätigkeitsmomente, ein Nacheinander von einzelnen Hand­
lungen).
Mehr als die Hälfte aller polnischen Verba können das
distributive po- aunehmen. Wenn eine Mehrheit von Subjekten
oder Objekten vorhanden ist, fühlt die slavische Sprachanschau­
ung sich genötigt diesen umstand beim Verbum besonders zu
markieren, eine möglichst konkrete Ausdrucksweise wird hier
bevorzugt. In einigen Fällen ist eine Perfektivierung mit po-
bei der Subjekts- oder Objektsmehrheit sogar absolut notwendig:
wenn das normale Perfektivum eine momentane ( = zeitlich p u n k ­
t u e l l e oder schlechthin e i n m a l i g e ) Handlung bezeichnet. Dies
gilt besonders bei den gewöhnlich «-perfektivierten Verben des
Typus Muc 'stechen', den Zeitwörtern für eine kurze oder sogar
blitzschnelle Bewegung. Hier trägt das w-Präfix nicht die übliche
schon besprochene d u r a t i v e Bedeutung, sondern bildet vielmehr
ein momentanes Kompositum. Die räumhche Liuearität, die
Grundbedeutung des u- ( = hin, weg), ist bei diesen Verben mit
z e i t l i c h e r Puuktualität verbunden, die Bahn des lokalen Verlaufes
der Handlung, die bei den früher besprochenen Verben (z. B .
uloivic) von einer temporalen Durationslinie begleitet wird, ist hier
auf einmal zurückgelegt, hat keine Ausdehnung i n der Zeit, fällt
für die sprachliche Auffassung in einen Punkt. Bei solchen Ver­
ben muss der Wechsel u—po sehr genau beachtet werden, die
Präfixe sind niemals gegenseitig austauschbar. Wo po- stehen
muss, ist u- nicht verwendbar. Soerensen führt u- als das e i n ­
z i g e Perfektivum an: im Plural kann es aber nicht gebraucht
werden, es ist bei dieser Verbalgruppe ein Singularpräfix.

A . W e c h s e l u—po bei den momentanen Bewe-


guugsverben.
1. Muc stechen; — u- mom. pszczola mnie uMuia. III. — Por­
wal sig i Tadeusz jalc zqdlem uMuty. T. V. — j 3 0 - distr.
pszczoly go poMuly. III. [ti- unmöglich) — poMuty muchami.
III (vorwiegend distr.-lok.). — B e m . SMuc, das Linde als
Pf, neben u- anführt ist lokal = 'zerstechen', 'schwer stechen':
sMzcly mnie bagnetami PrusaM. Zer. —- caia rata sMuta!
T. X. ( = im Kampfe niedergestossen); ZaMuc def. T.:
zaMuc wieprza.
61

2. böse stossen (mit Hörnern); — u- mom. krowa go ubodta. III.


— ubodto ich to, ze. . Ghmiel. (Sie naiimen Anstoss daran,
dass..) —po- distr. kroivypobodly si§. III. — B e m . Zbösc
(selten) = schwer stossen', 'im Kampfe niederstossen': byk
zbödl konia. IL; kann auch lok. ( = 'zusammen') sein : krowy
zbodly sig rogami. LL. — Zakluc def. T.
3. grysc beissen, nagen; — u- mom. nagle pies go ugryzl. LL.
— po- distr. pogryzly go psy na ulicy. LL. [u- unmöglich) —
B e m . Z^r^/sc 'zer beissen, z ev nagen': Ten robaczek wigkszego
od was zgryzl orzecha. T. VLL. — Zagrysc def. T.
4. drapac kratzen; — u- mom. niespodziewanie kot mnie udrapal.
LL. — po- distr. podrapaly mnie te kociaki. II [u- unmöghch)
— ten stöl taki podrapany i potvalany. II (distr.-lok.). —
B e m . Zadrapac ist def. = so dass man hernach eine Ritze
davon trägt.
5. iapac fangen, erhaschen; — ulapic mom. (ganz selten, da­
für gew. zlapac, das normale Pf.) utapil go za kark. II. po-
distr. tvielu z nich polapali cMopi po lasach. II.
B e m . E i n ulapa.c dur. kommt vor aber sehr selten:
ulapat wiele ryb. III.
6. szczypac kneifen, zupfen; — u- mom. rak uszczypat mnie w
palec. II. — po- distr. to mröivki mnie tak poszczypaly. II.
1. kqsac beissen, stechen; uJcqsic mom. — Zmija ukqsita go. III.
— pokqsac distr. ivielki pies .. pokc^sai jq niebezpiecznie iv obie
nogi. Czas. — B e m . ÄZccfsac ='schwer beissen','zerbeissen'
kommt in der Volkssprache vor: ivsciekty pies skc^sal krotvy
na Iqce. III. — Zakcisac (selten) def. T.

M i t ^ o - F o r m e n für eine andere Verbalbedeutung:


S. godzic = zielen (impf.), treffen (pf.); — «- mom.: kula ugodzila
majora. Tarn. — padl na stanoivisku ugodzony czterema kulami.
Czas. (Hier kommt jpo- distr. n i c h t vor.) — B e m . In der
Bedeutung 'versöhnen' heisst das Verbum pf. z- res. und po-
distr. > kon.-dur., s. 20. — In der Bedeutung 'mieten' pf. z-
res., u- dur.
9. raste = verletzen; — u- mom. to urazito w serce. III —
to slowo urazito go. III. — B e m . po- kommt als distr.
n i c h t vor: jjorazic = schX&gen (fast immer vom Blitze oder
von Gott): Bog porazil go slepotq. III — porazony piorunem.
62

II. (Vgl. pribic.) — Bern. Ofira^ic ='verletzen' ist jetzt nur


bildlich im Gebrauch. — Zrazic 1. = schwer verletzen 2.
lokal = abstossen, abschrecken. — Zarazic Pf. für die Be­
deutung 'anstecken', def. (die Folge = die Krankheit).
Wie aus den Beispielen ersichtlich ist, kommt bei den Zeit­
wörtern dieses Typus ein sehr bestimmter Wechsel u—po vor.
Die erste Form kann bei 1—7 n u r im Singular gebraucht werden.
Bloss die Verba godzic und rasic, die als Simplicia doppelsinnig
sind, haben ='treffen', 'verletzen' kein besonderes pluralisches
Perfektivum, ihre ^o-Komposita haben eine andere Bedeutung.
B. Wechsel z—po.
Wie in 1 A exemplifiziert worden ist, sind die .^-Komposita
oft momentan. Wenn sie konkret, handlungsschildernd stehen
und nicht einfach ein reines Faktura, das Erreichen eines Resul­
tates schlechthin zum Ausdruck bringen ( = res.), markiert das
Präfix eine konzentrierte kurze, deutlich abgegrenzte Handlung,
eine Tätigkeit, deren Anfangs- und Endpunkt — wenn nicht
zeitlich eins — immerhin sehr nahe an einander liegen, die sich
immer in e i n e m auf einmal fixierbaren Gesichtskreise befinden.
Die Handlung ist, wenn nicht wie bei den oben besprochenen
«-Komposita des Typus hluc immer streng m o m e n t a n = z e i t ­
l i c h p u n k t u e l l , doch stets e i n m a l i g = u n k o m p l i z i e r t .
Steht ein solches durch s- normaler Weise perfektiviertes Verbum
mit einer Mehrheit von Subjekten oder Objekten, so wird ge­
wöhnlieh das jpo-Präfix gebraucht. Mit z- im Plural zu präfigieren
ist zwar nicht wie die w-Perfektivierung in den Fällen A 1—7 eine
Unmöglichkeit, aber eine jpo-Bilduug wird fast stets bevorzugt als
mehr konkret, als besser die Situation, das Gesichtsbild, die sinn­
liche Wahrnehmung der Handlung wiedergebend. Bei robic sagt
man z. B. am besten zroMi biqd — -porobii hi^dy (— noch
stärker pluralisch (kollektiv) = amplifikativ: n3.robii bi^döw).
Stilistisch gut ist zrobic mit dem Objekt im Plural nur, wenn
dieses von einer begrenzenden substantivischen oder pronominellen
Zahlbezeichnuug begleitet ist: zrobiiparQ, Jcilka, Joükanascie bt^döw.
Unten folgen einige Beispiele für ^^o-Komposita in Fällen
von hervortretender Pluralität der Subjekte oder Objekte bei
Zeitwörtern, denen das 2-Präfix als das normale Perfektivierungs-
mittel dient, ein überaus gewöhnlicher Wechsel:
63

1. ttuc (zer)schlagen; — bit si§ 0 Jcolegami, bronicf.cpopiersia cesarza,


Iclöre oni stluc chcieli tv zapale patryotycznym. Zdziech. —
2)omssczi/li sprz§ty, pottuMi szafy. Sien.
2. ginqc umkommen, sterben; — jeden z nich zginqi, zamordo-
loany. Tret. — wielu z nich poginie. Kras.
Bern. V g l . Ijzy gorzkie biegly i zgin^ti/ tv sniegu. Dz.
III. u. — Formell ist das Subjekt zwar Plural, aber als
psychologischer Gegenstand hier als eins betrachtet: po- würde
etwa gebraucht worden sein, wenn zwischen den Tränen her­
vortretende Intervalle gewesen wären oder wenn mehrere
Menschen geweint hätten.
3. wi^dnqc (ver)welken; — Kwiat tradycyi narodowych zwiqdl
Matusz. — nasz wqzki listek powigdnqt wszystek. Wasil.*
(Das p s y c h o l o g i s c h e Subjekt ist pluralisch, die Distri-
butivität ist hier auch lokal.)
4. iamac (zer)brechen; — bttrza byia tak gwaltowna, se zlamala
drzewo na plantacyach. Czas. — za jego przykladem ivszyscy
polamali szpady. Soer.
5. iapac fangen, erhaschen; (impf.) jagen; —zlapaivszy zlodzieja
na gorqcijm uczynku. Chmiel. -— policya polapala mnöstwo
podejrzanycJi indywiduöw. Czas.
6. batamucic betören; — 0 Tadeuszhu! jesli moze Asan Zosig
Zbaiamucit i teraz ucickasz, mlokosie. T. VIII. — Gtöwnie
pobaiamuciiy obcq opinis rozmaile griipy fdemokratöw». Czas.
(Jede Gruppe auf ihre Weise.)
7. robic machen; — srobit nowq znajomosc. Chmiel. — Porobilem
duzo znajomosci w swiecie naukoivym i artystycznym. Sien.;
trzeba Nieincom przyznac, ze wlasnie w tym kierunku porobili
zadsiioiajqce postgpy. Przyb. (B e ni. zrobila tv jqzyku jjolshim
postgpy. Tret. — »postgpy» ist hier eigentlich singularisch;
man sagt nicht gern zrobic postgp[l] iv jgsyku.)

Bei den oben exemplifizierten Verben hat die distributive


Form ihren Grund in einer Mehrheit von Subjekten oder Objek­
ten — in erster Linie einer p s y c h o l o g i s c h e n Mehrheit —,
aber auch bei e i n e m Subjekte und e i n e m Objekte kommt
natürlich ein Wechsel —po vor: wenn das Subjekt m e h r m a l s
oder an v e r s c h i e d e n e n S t e l l e n die Handlung ausführt, wird
po- gebraucht.
64

8. deptac (oiedeijtreten; — Zdeptali ognislco. Zer. (mit einem


Male.) — toielJci mistrz zrzuca pfaszcz s siebie, azeby go wobec
Krzysaköiv podeptac nogami. Tret. (mehrmals.)
9. gruchotac = zerschmettern (2 = rasseln, khrren, pf. za-); —
zgruchotal mu Jcosci. Soer. — slcuthiem spadniQcia z konia
mial pogruchotanc{ kose iv nodze. Zdziech. (an mehreren
Stellen.)

C. W e c h s e l u- na etc. — po-.

Auch bei Verben, deren normales Perfektivum durch ein


haudlungsschilderndes, verlaufmarkiereudes Präfix [u-, na- etc.]
gebildet wird, kommt ein Wechsel mit ^o-Kompositum vor. Der
Unterschied ist natürlich hier nicht so gross wie bei dem momen­
tanen u- oder dem konkreten z-. Wenn man die ^o-Form nicht
anwendet, so kann das nicht für einen groben Sprachfehler gelten
(wie »pszczoly vJcluly mnie» etc.) und nur selten als eine stilis­
tisch nicht einwandfreie Wendung bezeichnet werden (wie »zrobil
ilgdj»). Bildungen mit po- werden hier seltener gebraucht, nur
wenn die Distributivität besonders hervortretend ist, findet man es
nötig sie zu verwenden. Ich gebe hier nur einige Beispiele:

1. myc waschen; — dur.: Zobaczyl, ze ma rgce zakrwaivione, ivigc


umyl je tv kaluzy. Frus. — : gospodyni pomyla talerze. I.
2. pisac schreiben; — dur.-def.: napisal list do mnie. II. —: czy
ja nie popisalem wypadkiem kapitalnych glupstw. Sien.
3. zenic verheiraten (vom Manne); — dur.: ozenic Tadeusza z
Zosiq. Tret. — : ti'zej bracia posenili sig z trzema siostrami. I. ^
4. asfaltoicac asphaltieren; — eff.: Na wyasfaltoivanych ulicach.
Czas. —: poasjaltowali juz wiele ulic. II.

Bei dem za d e f i n i t i v u m ist, obgleich dieses Präfix nicht


eigentlich verlaufschildernd steht, der Wechsel mit po- kaum
grösser als bei u — na etc. —• w zaadresowanych kopertach. Now.
Bef. (Objekt im Plural.) —wszystkie listy poadresoival. II. (Die
Mehrzahl ist durch »toszystkie» stark hervorgehoben.)

' Po'zenic kann auch verwendet werden für 'Mann u n d Weib mit ein­
ander ehelich verbinden': S§clzia .. was (= einen Mann und ein Weib) pozenil.
Sien. Vgl. pojednac etc., 20.
65

19. w y - , do-, prze-, za-, u - und po- p r ä t e r i t i v .


In 15 A habe ich schon einen anderen Bedeutungsinhalt bei
jpo- als die distributive Aktionsart besprochen: die Funktion, eine
unbestimmte (gewöhnlich kurze) nicht in Bezug auf Anfangs- und
Schlusspunkt fixierte Handlung zu bezeichnen. Ich nenne diese
p r ä t e r i t i v : die Handlung ist nur vorübergehend, oft ohne
eigentlichen Zweck, stets ohne schlussgiltiges Resultaterreichen
vorgenommen worden. Diese letztere Eigenschaft bemerkt man
besonders bei den Verben, die als Imperfektiva t e n t a t i v a be­
zeichnet werden können, bei denen das Deutsche in der Regel für
•das Perfektivum ein anderes Zeitwort verwendet [htvic — jagen;
tilowic — fangen usw.) oder das Imperfektivum durch 'suchen', 'im
Begriff sein' wiedergibt. (Soerensen nennt die unvollendete Form
•dieser Verba k o u a t i v . Vgl. S. 25 Fussnote): Bei den Zeitwörtern
dieser Gruppe, bedeutet eine ^^o-Bildung nur 'zu vollenden
-suchen', eine Bildung mit «r?/- (eff.) oder do- (fin.) 'das Resultat
e r r e i c h e n , f i n d e n ' . Das Präteritivum ist also n u r d e r Z e i t
n a c h perfektiv, in Bezug auf das Resultat erreichen aber imper­
fektiv oder partiell perfektiv.

A. W e c h s e l ivy- eff. — po- p r ä t .


1. szuJcac suchen; — poszuTcat jesscze trochg ale nie nie znalazl.
II. (Nur temporale Vollendung, kein Resultat) — nakoniec
wyszuhat •potrzebny mu pajner. II. (Resultatsvollendung).
:2. szperac etwas Kleines aus etwas Grossem (gew. mit Mühe)
heraussuchen; — Ot, taMprzygodnyuczony!poszperaleoholwieh
w starych szpargaiach i mysU, ze odlcryl cos wielkiego. Now.
Bef. (Ohne Resultat) — po dtugich poszukiwaniack w archi-
wach zdolat wyszperac potrze'bny alct. III. (Resultat).
.'3. sledzic einer Sache nachspüren; pf. po (selten), wy-.
B. W e c h s e l do- f i n . — po- p r ä t .
1. szuJcaö auch pf. doszuTcac siQ (z. B. drogi).
.2. sledzic: wreszciem dosledzil Tcryjöwhi lisa. IL
0. W e c h s e l prze- p e r d u r . — po- p r ä t . , s. 15 A .
D. W e c h s e l za- mom., ev. i n c h . — po- p r ä t .
Bei den Verben, die das Hervorbringen eines Lautes
bezeichnen, finden sich gewöhnlich die zwei Komposita za- und
5
66

po-. Ersteres bezeichnet den Anfang der Tätigkeit (inchoativ) oder


eventuell nur eine augenblickhche Vollendung (momentan); letzteres
markiert die Handlung in ihrem Verlaufe ohne fixierten Anfangs­
und Schlusspunkt, kann umschrieben werden durch 'eine Zeitlaug',
'etwas' (präteritiv.).

1. ptakae weinen; — Grom spadal huczqc po gromie — i nagle


W Jcolysce zcicha zaplalcalo dzieelco. Slow (0. zads.) — po-
placze trochg i potem sig uspoJcoi. II.
2. gggac schnattern; — ggsi zagggaty na tvidoTc wody. III. —
pogggaly trochg ggsi. III.
3. Ebenso bei smiac sig, szlochac, ieczec, ehichotac, grac, spietvac
etc.

Bei den Verben dieses Tj'pus besteht in der Bedeutung der


.?a-Komposita ein Schwanken, sie sind entweder m o m e n t a n —
einmahg — oder i n c h o a t i v : auf den ersten Moment, der be­
sonders markiert ist, folgen einige weitere Momente, eventuell
eine kontinuierliche Handlung. Zasmiac sig z. B . kann ent­
weder eine sogleich abgeschlossene einmalige Tätigkeit sein oder
das Eintreten einer durativen Handlung bezeichnen, ja es kann
sogar definitiv (gew. = def. T.) sein: daj se jus spoJcöj, bo sig na
smierc sasmiejg. II. Nur bei einigen Verben, die immer — oder
fast immer — zur Bezeichnung einer längeren Tätigkeit vorkom­
men, hat za- nur die inchoative Bedeutung, kaum je die momen­
tane, besonders bei grac spielen, spietvac singen, nucic leise singen.
Bei diesen und noch einigen, die auch momentan sein können z. B .
dstvonic, gibt es ausserdem noch ein Schwanken der Bedeutung:
Wenn sie perfektisch ( = nicht verlaufschildernd) stehen, sind sie
vollendete Durativa und markieren mithin, dass eine Handlung in
ihrem Verlaufe zu Ende ist. Der Satz: Jus sadzivonila panna
Jözefina po ras drugi do stolu. II ist als Mitteilung im Gespräch
(abstrakt) d u r a t i v , in einer Erzählung aber i n c h o a t i v . Die
Mitteilung: panna Walerya sagrala nam tyllco mazurlcg. II ist
d u r a t i v , — der erzählende Satz: nagle sagrala orhiestra w parTcu.
J J Z i n c h o a t i v . Ebenso: Cos sobie sanucil pod nosem? II. —
durativ (markiert einen kurzen Verlauf); zanucilbym piesn sscsgsliwq..
Miele. — inchoativ.
67

Das P a r t , p e r f. p a SS., das niemals als handlungsschildernde


Form steht, ist bei dieser Verbgruppe immer durativ, bezeichnet
eine i n i h r e r T o t a l i t ä t durchgeführte Tätigkeit: fortissimo
mgrana melodya; druga zaspieivana piesii etc.
Bei den Verben, die das Hervorbringen oder Entstehen
einer L i c h t e r s c h e i n u n g bezeichnen, kommen fast nur m-Per-
fektiva vor (Formen mit^o-, die hie und da fakultativ vorkommen,
sind eher als lokal-distributiv zu fassen). Hier ist bei sa- die
momentane Bedeutung vorwiegend: zäbtyskac blitzen, zamigotae
flimmern, zaishrzyc si§ funkeln, zatlic si§ glimmen, zaswieeic gl&nzQxx
etc. — Bei zajasniec ist die Bedeutung vorwiegend inchoativ: sq
petvne nadzieje, Ze nam z wiosnq stvohody zorza zajasnieje. T. X.
[1) plötzlich erleuchten, 2) weiter leuchten], sie kann aber auch
momentan sein. — Zahtyszczec ist immer inchoativ, zdblyshac
dagegen momentan {blyszczec dur. = iterierend].
Hier mag auch das Verhältnis der momentanen za-Kova-
posita dieses Typus zu den momentanen Bildungen auf -nqe
mit oder ohne s'a-Präfix besprochen werden: — Was ist der Unter­
schied zwischen den Perfektiven zäbtyskac — zablysnqc — biysnqc;
zakrzycsec — zakrzyknqc — krzyknqc? Die Bedeutungen stehen
sich natürlich äusserst nahe —- alle sind momentan = bezeichnen
eine kurze einmahge abgeschlossene Handlung. — Ich glaube,
die genauere Bedeutungsdifferenz dürfte etwa in folgender Weise
zu bestimmen sein:
1) biysnqc, krzyknqc ob j e k t i v mom. = zeithch punktuell —
2) zaliyskac, zakrzyczec fallen in eine Zeit, die etwas länger als
bei 1 ist, — p s y c h o l o g i s c h momentan = eine kurze mit
einem Male perzipierte Handlung, — wozu noch kommt, dass za-
den A n f a n g besonders hervorhebt: das Plötzliche = das uner­
wartete Eintreten einer Tätigkeit mit starker Aktivität wird
markiert. — 3) zablysnqc, zakrzyknqc sind der Zeit nach gleich 1,
haben aber mit 2 die Anfangsmarkierung gemeinsam.
Bern. In za- liegt auch eine lokale Anschauung: das H i n ­
g e l a n g e n des Lichtes oder Lautes (der Mitteilung) Vgl. D r i t t e r
A b s c h n i t t . IV.

E. W e c h s e l za- def. — po- p r ä t .


Der Unterschied ist hier gewöhnlich so stark, dass die Kom­
posita mit verschiedenen Übersetzungen wiederzugeben sind: po-
68

möwic — sprechen; zamöwic — bestellen, vgl. S. 24. Ich führe


hier nur zwei Verba an. Beim ersten werden die Komposita i n
derselben Weise im Deutschen wiedergegeben, beim zweiten
erhalten sie gewöhnhch verschiedene Übertragungen.

1. grozic drohen, bedrohen; —pogrozil murnzp-m. I. (== zeigte


nur das Messer): — zagrozü mu nosem. I. [= war im Be­
griff mit dem Messer zu verwunden.)
2. prosic bitten, (gew. def. =) einladen; — poprosüa mnie o to.
II: — zaprosüa raz MicTcietvicza na oMad. Chmiel. — list,
w Jctörym zaprosi obcego do misyi. BrücTc. (in Bezug auf
eine künftige Handlung bitten > einladen.)

F. W e c h s e l u- d u r . — po- p r ä t .

Bei einigen Verben (siuzyc, siedziec) stehen bei SOEEENSEN


M- und po- als gleichwertige Perfektiva. Der Unterschied ist jedoch
nicht unwesentlich: u- markiert eine g a n z e , vollständige (gew.
absichtliche) Tätigkeit m i t Resultat, po- eine u n b e s t i m m t e ,
in Bezug auf den Schlusspunkt nicht scharf fixierte (oft unab­
sichtliche, zufällige) Tätigkeit o h n e Bezug auf Resultaterreichen.

1. siuzyc dienen; —• Wypadeh, htöry posluzyl mi zaprzedmiot do


niniejszego szkicu. Sien, [u- wäre mit deuthcher Aktivität)
tv tym poczqtkowym okresie usluzyl Kosciuszko Amerykanom
swojq umiej§tnosciq inzynierskq. Korz.
2. siedziec sitzen; posiedziawszy nieco, znöiv poszediem. III. —
juz na koniu usiedziec nie mögt. III. (Er war zu alt um
eine l ä n g e r e Zeit, während eines g a n z e n Rittes zu
Pferde sitzen zu können.)
3. Ebenso z. B. bei lezec, skrobac, catowac.

Mit Bedeutungsdifferenzierimg.
4. gtaskac streichen, (liebkosen); — prät.: ucho, zdziwione, po-
glaskane. Tarn. — dur. ( = zähmen) uglashawszy niesfornego
dawniej pegaza. Tret.
5. pasc weiden, nähren; — prät.: pasterz popasl Tcrowy a potent
popgdzil je do stajen. II. — dur. ( = nähren, mästen) u niego
w majqtku caly inwentarz taki upasiony, ze az przyjemnie
patrzec. II.
69

20. z- res. (ev. inkon.) und po- dur.-kon.


Bei den Zeitwörtern, welclae eine V e r e i n i g u n g oder eine
T r e n n u n g bezeichnen, wechseln als Perfektiva Bildungen mit
z- und po-. Die erstere Form ist ein eventuell konativitätloses
Resultativum, die letztere ein stets konatives (zielerstrebeudes)
Durativum, bei dem auch die definitive Funktion, die Nachdura­
tion hin und wieder hervortritt ( = das Zusammensein oder die
Trennung der Objekte in der Zukunft ist bei po- für eine längere
Zeit, eventuell für immer beabsichtigt, bei z- kann ee vielleicht
nur zufällig, für eine kurze Zeit der Fall sein).

1. Iqcsyc vereinigen, verbinden; — Wigc Tadeusz odjechat i


z goscmi sig zlqczgt: T. II. (Das grammatische Subjekt hat
kaum eine grössere Aktivität als das, womit es sich ver­
einigt) — : Möry syna Jalcöba z hogatq polqczyc chcial dzie-
dziczJcq. Szuj. (Vorbereitungen, Uuterhandlungen usw. = eine
D u r a t i o n ; die A b s i c h t ist: für das Leben) — pragnqc
polqczyc zdoiycze psychologii naulcoioej z rojeniami mistycznemi.
Matusz.
B e m . Go tedy Bog zlqczyl, niech czlowieh nie roztqcza.
Mark. 10,9. (Mit einer göttlichen Tätigkeit ist keine An­
strengung, Mühe, verbunden, vgl. stivorzyc, skarac, S. 15.)
2. mieszac = verwirren; — bardzo zmieszal sig, spiekl raka, I
rgce obie schowal tv jedng kieszen fraka. T. XII — : Hejze na
kon, pomieszac Niemcom rejteradg! T. VII.
B e m . Bei mieszac = 'mischen' ist das _2J0-Perfektivum
eher distributiv, doch mit fühlbarer Absicht.
3. plqtac verwickeln; — calq tg potviesc, chociaz splci,tanq bez-
tadnie, porzqdkotvac iv pamigci i dopelniac umiat. T. X (deutlich
inkonativ) —: tvqtek potviesci umyslnie sztucznie poplcftany.
Tarn, (deutlich konativ).
4. godzic = versöhnen; — Na to zgodzic sig nie mozna. Tret. —:
muszq pogodzic sig z mtjslq. Notv. Bef. (Mühe, Anstrengung:
es ist vielleicht schwer, aber nötig.)
5. wadziö entzweien (durch Zank); — Wiadomo, ze kto z ruskim
Garem raz sig ztvadzil, Ten juz z nim na tej ziemi nie zgodzi sig
szczerze. T. X. (Ohne Absicht, Schuld) —: ale tvnet poiva-
dzil sig z sqsiadami. III. (Betont die Subjektskausalität.)
6. tvasniö entzweien, in Zorn versetzen; — Pogodzic divie od-
70

dmvna sivasnione rodziny. T. XI. — : potvasnü siq se tossysthi-


mi sivoimi przyjaciölmi. 1.
7. Ebenso bei Möcic, das jetzt als Simplex ohne sig. ganz selten
vorkommt.

21. przy-, za- und po- bei den F o r t b e w e g u n g s v e r b e n .


Bei den Zeitwörtern, die eine Ortsveränderung eines Subjek­
tes oder eines Objektes mit seinem Subjekte bezeichnen: isc,
jechac, nie^c etc., findet man als vollendete Form in erster Linie
eine ^o-Bildung angeführt. Dieses Perfektivum ist jedoch nicht
resultativ, es markiert kein Zielerreichen. Es bezeichnet in der
Regel die Vollendung des A n f a n g e s einer Fortbewegung, nicht
die Vollendung des g a n z e n Bewegungsverlaufes. Dies ist der
Fall nur bei einigen bildlichen Ausdrücken, wenn kein bestimmter
Endpunkt zu fixieren ist, z. B.: rzecsy poszly supehiie innym iryhem.
Zer. — Z ziemiq pruslcq poszlo nie inaczej. BrücTc.; — bei einer
wirklichen konkreten Fortbewegung wird die Form für vollständige
Vollendung mit einer anderen Präfigierung gebildet: durch za- oder
przy-. Diese beiden Präfixformen sind obgleich in derselben Weise
lexikalisch behandelt, jedoch nicht gleichwertig: za- bezeichnet
die Vollendung einer Fortbewegung, deren Ziel f e r n von der
geschilderten Situation hegt, przy- wird gebraucht, wenn das
Ziel sich in ihrer N ä h e befindet, Die drei Vollendungsformen
eines Fortbewegungsverbums nenne ich: k u r s i v — die Voll­
endung des Anfangs [po-), p e r k u r s i v — das Erreichen eines
Zieles in der Ferne [za-), t e r m i n a t i v — das Anlangen an einem
Ziel in der Nähe der Situation. Unten folgen einige Beispiele
für den Wechsel przy —za; die überaus gewöhnlichen ^o-Komposita
habe ich nicht nötig zu exemphfizieren.

1. jechac reisen, fahren; — przyjechal loczoraj do mnie stary


znajomy. III. (vom Standpunkt des Zieles gesagt) — na­
koniec zajechatem do domu. II. (vom Gesichtspunkt des
Reisenden gedacht, der [lange] Verlauf des Fahrens wird
markiert; vom Gesichtspunkt der zu Hause Befindlichen kann
nur przy- gebraucht werden); — Przyjechali Tcoto poludnia na
ivczesny ohiad. Sien, (hierher). — Zajedz na gigbiq. Luk.
5,4 (dorthin).
2. isc gehen; — przyszedl do pana jakis gosc. II (hierher) —
71

mszedt do pana jaJcis gosc (er ist woliin — zufällig — ge­


kommen. — B e m . mssedtPana = kam und störte den Herrn);
— List przyszedt wcsoraj. Sien. (Die Bewegungstätigkeit wird
weniger beachtet, man hat nur ihre Schlussmomente gesehen,
vom Standpunkt des Empfängers.) — Nie tviem, czy list zajdzie
do niego. LL. (vom Standpunkt des Absenders) — poivoli
idqc, dalej zajdziesz. (Sprichwort.) — Wczoraj zaszedi do
mnie ivieezorem. Sien. (ZufäUig; die Absicht: für eine kurze
Zeit; — für eine längere Zeit: przy-, dieses Präfix hat
oft eine Nachduration, s. Dritter Abschnitt VI.) — Te same
przemiany zaszly i tv slmvach ztozonych. Kryii. (Der Verlauf,
die langsame Veränderung wird beachtet.)
3. niese tragen; — przynies nam dzis obiad tu do ogrodu. LL.
(der Sprechende befindet sich im Garten); — zanies mi obiad
do ogrodu (der Sprechende befindet sich nicht im Garten); —
przynies mi list z poczly. LL — zanies mi list na poeztg; —
przynies mi szManJcg tvody. LLL. — Zanioslem dzis pieniqdze
LuJcomsMemu. Sien, (vom Standpunkt des Hintragenden.)
4. tvgdrotvac wandern; — przytvgdrotvat tu dzisiaj jaTcis czlotvieJc
bardzo podejrzanej potvierzchotvnosei. LL — iV podrbzy sivojej
zatvQdrotval tez do Zahopanego. LL.

22. po- kursiv und u- durativ mit besonderem


Sprachusus.
1. szczuc hetzen; — kurs. (ohne Resultaterreichen, für 'die H u n d e
hetzen') poszezuU psy na niego. L. — dur. (mit Resultater­
reichen, für 'das W i l d hetzen und erjagen') uszczuiem szesc
zajqey pojedynczq suTcq. T. LL (vgl. upolotvac).
2. ptynqc fliessen, (schwimmen, fahren etc.) — kurs. (von kon­
kreten Dingen) juz poptyngia ryba. LL — z loybrzeza piazzetty
poptync^ tß gondoli do hoteliku. Zer. — dur. Znoto godzina
uplynqla. Orz.

23. ze-, za- und po- konsekutiv ( = nachher).

Es gibt eine Gruppe Verba, bei denen das präfigierte po-


eine B e z i e h u n g zu einer vorhergegangenen T ä t i g k e i t
bezeichnet: der Bedeutungsinhalt des Verbalpräfixies ist derselbe
wie bei der Substantivpräposition po mit dem Lokativ. Die Voll-
72

endungsform des Zeitwortes steht mit f i x i e r t e r V o r d u r a t i o n .


Wenn neben dieser ^o-Bildung kein anderes Kompositum als
Perfektivum Verwendung findet, ist diese besondere Zeitart­
bestimmung wenig fühlbar, das j)o-Präfix fungiert als schlechthin
aspektänderndes Formans: pohtogostaivic, pogratulotvac, posasdroscic
etc. Hat aber das Verbum daneben eine resultative oder defi­
nitive Aktionsartbildung, tritt die Bedeutungsfunktion dieses po-
Präfixes als etwas Besonderes hervor.. Unten werde ich einige
derartige Fälle betrachten.; Diese vordurationsfixierte Aktionsart
nenne ich k o n s e k u t i v .

1. mscic siQ sich rächen, Rache nehmen; — res. Zginqc alho'


zemscic siq. T. VIII. —• Zaszcsepiaj semstg tv imieniu Boga
nie semszczonego dotqd. Kras. [Iryd.) — konsek. Za urasg oso-
histq pomscÜ sig na stvym prseciwnihu. Mal. — Bzis zdaszr
mi spratvQ z mojej fortuny zaboru, Nim pomszczg sig obelgi
mojego honoru. T. VIII. — to pomsei si§ na dzieciach. Przyb.
(Wie man sieht, wird pomseic besonders gebraucht, wenn das,
wofür die Rache kommt — die Vorduration — hervorgehoben
wird. Auch liegt ein Unterschied darin, dass p)o- auch als
konkretes Durativum betrachtet werden kann: es steht mehr
handlungsschildernd, das resultative ze- wird vorwiegend per­
fektisch gebraucht, vgl. umrzec — zemrzec.)
2. miarlcotvac = merken, erschliessen; — res. (gew. mom.) Bei­
spiele 1 F 3 (S. 16). — konsek. I juz mial si§ ostviadczac:
leez pomiarhotvano, I czarnq mu poleioTcQ do stolu podano. T. II.
[1) Sein Benehmen war observiert worden, 2) darauf hatte man
bemerkt — geschlossen —, dass er verliebt war.]
3. chwalic loben, preisen; — konsek. niech bgdzie Jezus Chrystus
poclitvalony. T. VI (für das was er getan hat.) — def. kra-
marz zaehivalil suvj ngdzny toivar. I. (in Bezug auf das, was
kommen wird: die Anwendung) — zachtvalony cypres. T. III.
B e m . Sprachusus: po- in der Regel für Personen, zä-
für Sachen.
4. siviadczyc zeugen, bestätigen; — konsek. poswiadczyc praw-
dzie tych slow. III (für die künftige Zeit; die W i r k u n g s ­
k r a f t der Worte ist beabsichtigt.)
5. ivitac begrüssen, bewillkommen; — konsek. Te kraje radbym
myslami poivital. Mick.* — potoitalem jq po raz drugi i naj-
7S

serdecmiej. Sien. , (einen grüssen, den man von früher her


kennt.) — dur.-def. gospodarz przywital przyiylego s radosciq
(für die Zukunft: er wird eine Zeitlang sein Gast sein).
B e m . po- ist stärker als przijivitac.
6. dessyc erhexien; — Am. przyjazd ich uciessyl nas. Sien. (Man
war nicht früher traurig.) — konsek. aby serce twe pocie-
szyl, rozradowal. Mich. (Er war traurig. — Jemanden der
Sorge hat n a c h h e r erfreuen > t r ö s t e n . )
7. dziatac == Wirken, Nachwirkung üben, pf. ßo-, ist ein typisches
Beispiel für konsekutive Aktionsart: Poznanie siviata dzienni-
Jcarskiego tv MosJctvie podziatalo na Miclcietvicza dose silnie.
Chmiel.; — c?^za^ac = handeln, tun, pf. z- res.: druga duma
nie juz zdziatac dla ludu nie potrafi. Kur. Pozn.

24. z- etc. und po- majorativ.


Bei den aus Adjektiven gebildeten Verba auf -ec -ic steht
neben dem üblichen «•-Perfektivum oft eine jjo-Form, die gleichfalls
fast die reine Aspektänderuug zu bezeichnen scheint. Das po-
Präfix hat jedoch hier eine spezielle Funktion, es trägt eine be­
sondere Aktionsart, die sich etwas mit der augmentativen bei
roz- berührt. Durch po- wird eine S t e i g e r u n g beim Eesultat-
erreichen markiert; aber n i c h t wie durch ro.?-eine anwachsende
M e h r h e i t von Zuständen bis zum effektiven Endresultat, nur eine
Z w e i h e i t von Resultaten wird fixiert: das Endresultat der Hand­
lung ist g r ö s s e r als ein früherer Zustand (der Zustand beim
Anfang der Handlung, seltener ein Resultaterreichen innerhalb des
Handlungsverlaufes). Ich nenne diese Aktionsart m a j o r a t i v :
der Adjektivstamm des Zeitwortes bekommt komparative Be­
deutung.

1. ciemniec dunkel werden; — res. Tymczasem tmßuchngla burza,


sdemniaio. Sien. — major, zwalit (sc. tvicher chmury) z
caiych sit na morze, Jctöre pociemnialo w mgnieniu oJca. ib.
2. czertvieniec rot werden; — res. (gew. xaova.) zczerwienial caly,
malo mu hretv z twarzy nie trysla. II. — major. zleTcha
poczerwienial i niedbale strzepywal ptjl z hlapy pasa. Zer.
3. drozec teuer werden; — 1) res., 2) major, zauivazylem, ze
od mego wyjazdu wszystTco tutaj zdrozalo; szczegölnie 'podrozaly
tvyroby suMenne. II.
74

4. smutniec (Simplex ganz selten) betrübt, traurig werden; —


res. Strasznie zesmutnial i tmjngdzniat. Kras. — major, chociaz
jej od czasu smierci mgza z ivielu •przyczyn bardzo posmutnialo
na lAtwie. Mai. (Ein Vergleicti mit dem frütieren Zu­
stande).
5. Icrzepic stärken; — res. ta mysl sJcrzepiia go wielce. III. —
major. Fohrzepiony na siiach, poivröcii potem jeszcze do Wilna.
Mat. (Vergleich)).
6. mniejszyc (Simplex selten) verkleinern; — res. Zmnicj.szyta
sig potem ich liczha. Chmiel. — major, hazat fotografig
pomniejszyc. (Vergleicl)).
7. mnozyc (Simplex selten) vermehren; — res. (selten) ttum
zmnozyt sig nagle na ulicy. III. — major, drugie pomnozone
ivydanie (mehr als früher).

In dieser Verbalgruppe bezeichnen die .^-Komposita etwas


A b s o l u t e s , gewöhnlich Totales, die ^jo-Bilduugen dagegen etwas
R e l a t i v e s , darum sind die ^^-Formen in Bezug auf das Resultat
in der Regel viel stärker: sczerivieniec ist mehr als poczerwieniec,
^ciemniec mehr als pociemniec usw.

25. z- u - z a - p o - bei W a h r n e h m u n g s v e r b e n .
A.
Bei den Verben für 'hören', 'fühlen', 'sehen' ist das ge­
wöhnliche Perfektivum eine «-Form: usiyszec, uczuc, ujrzec (als
Impf, widziec statt altpolnisches zrzec). Diese Bildungen sind
ihrer Aktionsart nach schwer zu bestimmen: Öfters stehen sie
für eine momentane, sogar zeitlich punktuelle Handlung — uczul
nagle poryw wscieMosci. Zer. — po raz pierwszy . . ujrzai göry
prawdziive. Chmiel. — Wchodzc^c na tvschody ustyszeli glos forte-
pianu. ib. Daneben finden sich auch Fälle, wo die Handlung
ein ganzer längerer Verlauf ( = durativ) ist. Besonders bei usiyszec:
Wczoraj na wieczorze u hr. Malatesta ustyszaiem frazes: »l'impro-
ductivite slave». Sien, (mehrere Silben) — usiyszatem monolog
nastgpujcf.cy: — ib. (mehrere Sätze) — Die Zeitwörter dieser
Gruppe berühren sieh am nächsten mit den Verben für Laut­
entstehung : zaspiewac, zagrac. Was k o n k r e t als vollendet fixiert
wird, ist der Anfangsmoment, a b s t r a k t = perfektisch kann der
Ausdruck aber durativ sein(vgl. S. 66 zadzwonic etc.). Dass bei
75

UC2UC, usii/sgec, ujrzec der Anfangspunkt stark hervorgehoben ist, wird


durch einen Vergleich mit den auf den ersten Blick gleichwertigen
pocsuc, iwslyssec, spojrzec ersichtlich. E i n Unterschied zwischen
den Formen mit u- und denen mit po- ist: Die Tätigkeit (die Wahr­
nehmung) setzt bei ersteren gleich am Anfang mit voller Aktivi­
tät ein (die Aufmerksamkeit wird auf einmal von aussen erweckt),
bei letzteren ist die Tätigkeit viel schwächer, am Anfang even­
tuell minimal, um dann allmählich zu steigen (die Apperzeption
ist in den ersten Momenten der Handlung vielleicht noch nicht
deutlich, die Wahrnehmung kann halb unbewusst sein).

1. czuc fühlen, empfinden; — u - : DotJcnqi go rgkq i ucml, ze


drzy. Zer. — ucsul nieco slrachu. T. VI. — uczul chgc do
pisania. Chmiel. (inch.) — po-.- Teraz dopiero jpoczui i
spostrzegl, ze piersi jego sq nagie i ze sq jednq otivartq ranq.
Zer. •— poczut w sobie jakqs mysl dziwnq. Chmiel. [vgl. od-
akkur., wy- eff.-lok.]
2. siyszec hören; — u - : Ale pan K^en chodzü przed koseiöl nie
dla tego, zehy uslyszec: »Eej, patrzcie, Kleii idzief Sien, [inch..)
— reszig uslyszycie w Jconsulacie. ib. (dur.) — p o - : Kto
byi, nie wiedzq, i po tem zdarzeniu NiM nie posiyszat o jego
imieniu. Dz. III. u. •—• ciehawq jest rzeczq postyszec, gdy gi§boM
i hystry krytyk chocby najujemniejszy sqd o geniuszu ivypowie.
Czaz. — poslyszano opowiadanie o bandytach. Chmiel. [Pf.
auch .?a-, s. unten].
3. widziec sehen (dafür in Komposita der Stamm -jrzec) ^ •—
U - ; Äz ujrzaivszy sröd tqlci ptaJca luh zajqca, Bunie naii
z göry, jaTco gwiazda spadajqca. T. II. — ujrzawszy jq raz
pierwszy. Chmiel. — s p o - : (konativ, darum gew. = blicken;
impf, spoglqdac) stucha rycerstwo, io glos pustelnicy! Spojrzq
na Icratg, zda sig pochylona, Zda sig Jeu ziemi wyciqgac ramiona.
Mich*. [Wallenrod.) — spojrzatem na fdawnego dobrego znajo-
mego >• i spostrzegiem, ze. . Now. III.
B e m . Final mit mehr oder weniger hervortretender
lokaler Bedeutung ist dojrzec = 'mit den Augen erreichen'
(vgl. doszuhac si§): na szarej przestrzeni Trudno dojrzec szaraha
zivlaszcza sröd hamieni. T. II. — [Sonst kann dojrzec auch
Mit u- kommt icldziec nur in der reflexiven Form uwidziei si§ vor. Statt
ujrzec kann man jedoch uwidziee hören, was wohl ein Bussizismus ist.
76

bedeuten 'nachsehen, sorgfältig beobachten'].' — Ebenso mit


lokaler Färbung eajrsec h i n t e r etwas schauen: zajrsal za
kanapQ. II. — zajrzal do pohoju. II. (hinter der T ü r ste­
hend) — dof. lok. = nach allen Seiten: JaJc zajrzysz, göry we
mglach blgJcitniejq. Lenartoioiez.

Wie aus den Beispielen erhellt, wird u- für eine plötzliche,


gew. unerwartete, scharf hervortretende Wahrnehmung gebraucht,
die bei konkreter Handlungsschilderung m o m e n t a n ist oder —
wenn der wahrgenommene Gegenstand nicht aus dem Gesichts­
kreise schwindet — m o m e n t a n - ] - einer den ingressiven Moment
f o r t s e t z e n d e n D u r a t i o n ; abstrakt == perfektisch gebraucht
kann die Aktionsart — besonders bei usiyszec —• als d u r a t i v
betrachtet werden. Bei po-, spo- ist die Handlung k o n a t i v (der
Grund der Wahrnehmungstätigkeit liegt im Subjekte), bei u-
ist die Handlung i n k o n a t i v (der Grund liegt ausserhalb des
Subjektes). Der Erkenntnisakt ist bei u- s y n t h e t i s c h , h&ipo-,
spo- a n a l y t i s c h .
Die oben angeführte ^•a-Form des slyszec, die bei SoEEENSEisr
als Perfektivum neben u-, po- steht, muss besonders besprochen
werden. Sie wird gebraucht, wenn man das Gehörte nicht deutlieh
vernimmt oder veistehtzaslyszalzalediviejedno drugie sloivo, poivtbrzyt
niedokladnie i caly sens przehrgcil. II—zaslyszat niegdys cos o Bar-
winizmie, ale nie mial pojgcia co to jest. III — zaslyszana jakas
nuta, podobna do slyszanej niegdys. Sien. — MieJciewicz, znajqcy
pisma Äugusta Wilhelma Schlegla i jego osobiscie, mögl cos nie-
wqtpliivie o niej [sc. o poJcreivnosci ludöiv ccryjsJcich] zaslyszec. Chmiel.
— Der ursprüngliche Sinn ist wohl 'von weitem hören' (vgl. das
russische zaslySatt 1. von weitem hören 2. erfahren 3. spüren,
wittern, merken). Aus dieser Bedeutung hätte sich dann die jetzige
'schwach, undeutlich hören' entwickelt (vgl. den Bedeutungsinhalt
'fern-, weif ['hin-'] beim perkursiven za-, s. Dritter Abschnitt IV.)

B.
Bei den anderen Verben für sinnliche Wahrnehmung sind die
Verhältnisse einfacher: macac 'tasten' und wqchac 'riechen' haben
als Pf. z- res. = ' d u r c h Tasten, Riechen finden' und ^o- p r ä t .
='einige Zeit tasten, xiechen': pijany macal i macat, az zmacat
dziurhg od Mueza. I. — lekarz pjomacal puls. III; — pies zwq-
77

Chat lisa. III (er weiss, wo er ist). — pies potvqchat lisa (einen
Fuchs, den er nicht sucht, einen zahmen oder einen toten).
— Das Zeitwort für 'schmecken' smakoivac hat als eigentliches
Perfektivum nur po- prät., daneben za- def. == 'Geschmack, Ge­
fallen finden an' (meistens bildlich gebraucht): jest ogromnie
wybredny, posmaJcowai wszysthieh potrato a nie mu sig nie spodohato.
II — zehy publicznosc wigcej w nich zasmahowata, wydawat wigcej
materyatötv Izejszych. Tarn.
B e m . E i n zawqchac i n derselben Funktion wie zastyszec
{ = schwach, von weitem) kommt in der Volkssprache vor. [In
der Gegend von K i e l c e und wohl auch anderswo.]
Zweiter Abschnitt.
Ü b e r s i c h t ü b e r das System der Aktionsarten.
Nachdem in der analytischen Darstellung die verschiedenen
Bedeutungswerte der zur Perfektivieruug dienenden Verbalpräfixe
bestimmt worden sind, will ich jetzt, ehe ich weitergehe, im vor­
liegenden Abschnitte versuchen, eine kurze zusammenfassende
Übersicht über die Aktionsartfunktionen der polnischen Präverbia
zu geben.
Unter A k t i o n s a r t verstehe ich, wie in der Einleitung
schon hervorgehoben worden ist, n i c h t die beiden Hauptkategorien
des slavischen Zeitwortes, die unvollendete und die vollendete
Handlungsform (das Imperfektivum und das Perfektivum) — diese
nenne ich A s p e k t e . Mit dem Ausdrucke A k t i o n s a r t bezeichne
ich bisher fast gar nicht beachtete — geschweige denn klassifizierte
— B e d e u t u n g s f u n k t i o n e n der Verbalkomposita (sowie eini­
ger Simplicia und Suffixbildungen), d i e g e n a u e r a u s d r ü c k e n
w i e d i e H a n d l u n g v o l l b r a c h t w i r d , die A r t u n d W e i s e
ihrer Ausführung markieren.
Eine Aktionsart kann die Verbalhandlung in Bezug auf
zwei Momente bestimmen: Z e i t v e r l a u f (Aktionsart == Zeitart)
und R e s u l t a t e r r e i c h e n , wobei in einigen Fällen zugleich
Subjektskausativität (grammatisches Subjekt = psychologisches;^^
Konativität) hervortritt. Gewöhnlich werden b e i d e Momente aus­
gedrückt, z. B. bei dem Durativum [-.ulioncsyc], dem Augmenta-
tivum [•.rosröznic] usw., aber es kann auch n u r das e i n e
markiert sein: das blosse Resultat erreichen, wie bei dem R e s u 1-
t a t i v u m [.semrzec], oder der blosse Zeitverlauf, so bei dem
P r ä t e r i t i v u m \:posiedziec\ und fast auch bei dem P e r d u r a t i -
v u m [.przenocowac\, welches jedoch als resultaterreichend betrachtet
7D

werden kann (das Resultat = ein Zeitverlauf). Nicht nur der


Zeitverlauf der eigentlichen Verbalhandluug kann betrachtet
werden, — auch die Zeit des Resultatsbeharrens (die Nach­
duration) und die Zeit vor der Handlung, ein die Hand­
lung verursachendes Ereignis, können berücksichtigt werden: jenes
bei den D e f i n i t i v e n [•.zakonczyc, wzbudzic etc.], dieses beim K o n -
s e k u t i v u m [-.pomscic sig]. Ebenso kann nicht nur das Resultat­
erreichen überhaupt, das Endresultat der ganzen Handlung be­
trachtet werden, sondern auch das Resultaterreichen während der
Tätigkeit, das Resultat im AVerdeprozess, wird fixiert: beim A u g -
m e n t a t i v u m , bei dem die grösser und grösser werdende Wir­
kung zum Ausdruck gelangt, und beim A k k u r a t i v u m , bei
dem jede Partie des Resultatprozesses für sich beachtet ist und
ausgesagt wird, dass jede Vollendungsstufe eben das ist, was sie
sein soll.
Alle Aktionsartkategorien sind natürlich nicht immer ganz
rein d. h. von anderen Bestimmungen als den sich auf Zeitart und
Resultaterreichen beziehenden frei. Wie ich schon erwähnt habe
und noch näher zu entwickeln gedenke, sind sämthche Aktionsart­
bedeutungen aus einer lokalen Grundanschauung entstanden, die
nachher noch mehr oder weniger fühlbar sein kann. Die Tem­
poralität ist z. B. beim Distributivum. fast immer mit einer Lokalitäts-
beziehung verbunden, ja, die räumhche Bestimmung kann hier so­
gar die einzige sein. Beim Definitivum findet sich eine lokale Abart,
def. F . = in einer bestimmten Form beharrend; beim Augmenta-
tivum kann —• mehr oder weniger abgeschwächt — der Sinn
'zer-', 'auseinander' hervortreten; beim dur.-definitiven przy- die
Bedeutung 'zu-' usw. Es muss hervorgehoben werden, dass es
zwischen Aktionsarten und bildhch lokalen, wie rein lokalen,
Bedeutungsbestimmungen keine scharfe Grenze gibt. — Eine
besondere Stellung in dem Aktionsartsystem nehmen die drei
Perfektivbildungen der Fortbewegungsverba ein; ihre temporale
Vollendung ist immer zugleich ein rein lokaler Vorgang.
Neben den eigentlichen Perfektiven, die den Abschlusspunkt
der Handlung bezeichnen, stehen die I n g r e s s i v a . Was sie als
vollendet fixieren, ist der Anfang einer Tätigkeit, worauf noch
eine längere Handlung folgt. Gewöhnhch ist dieser Anfang
momentan. Zwei Bedeutungsfunktionen: momentanes Ingressivum
= Inchoativum) und momentanes Perfektivum wechseln gewöhn-
80.

lieh bei deroselbeu Kompositum: zarycsec z. B . kann mom. pf.


( = ein einmaliges Schreien, worauf alles still ist) oder mom. ingr.
( = ein einmaliger Schrei, worauf noch mehrere Schreie folgen;
uslyszec kann bedeuten 'einen einzigen Laut hören' (mom. pf.) oder
'einen Laut vernehmen, worauf mehrere folgen'. Die mom. pf.
Bedeutungsfunktion ist natüriich die ursprünglichste. Was als
vollendet fixiert wird, ist eine plötzliche augenblickliche Tätigkeit,
— in der Situation kann es jedoch liegen, dass dieser Wahr­
nehmungsmoment in einen neuen unmittelbar übergeht und dass
ein kontinuierlicher Wahrnehmungsverlauf entsteht. Der Satz
iijrzatem ptaka wird, wenn es nicht später hervorgehoben wird,
dass der Vogel gleich versehwand, statt mom. pf. als mom. ingr.
{ = inchoativ) aufgefasst: ich erblickte den Vogel und sah ihn
noch eine Zeit (deren Abschluss nicht fixiert ist). In der Natur
gewisser Tätigkeiten liegt es, dass ein vollendeter Anfaugsmoment
niemals oder fast nie allein steht. Die Verba für solche Handlungen
werden, wenn sie mit einem momentanen Präfix verbunden wer­
den [z; za-), stets (oder überwiegend) Ingressiva. So ist es der
Fall mit zagrac, zaspiewac, zadqc, zaplalcac, zaakompaniotvac u. a. ^
Solche Handlungen werden normaler Weise nie augenblicklich
abgeschlossen, sie sind ihrer Natur nach Durativa. Andere Zeit­
wörter, i n deren Bedeutung niemals ein kontinuierlicher, ununter­
brochener Handlungsverlauf liegen kann und die als konkrete Imper­
fektiva iterierende Augenblicke bezeichnen, werden als Perfektiva
überwiegend momentan: zadygotac (zittern), zamigotae (flimmern)
etc. Die Verba des Typus zagrac werden, wie ich schon oben
gesagt habe, — wenn sie nicht handlungsschildernd stehen, —
(abstrakte) Durativa: der Perfektivieruugspunkt wird nach dem
Ende des Handlungsverlaufes verlegt.
Seltener sind solche Ingressiva, deren perfektiver Anfangsteil
eine andere, nicht momentane, Aktionsart hat: MÄ;oc/iac dur. ingr.,
rozehorowac sig aug. def. u. a.
Als ein Ingressivum ist auch die kursive Aktionsart der
Fortbewegungsverba zu fassen: -pöjsc, poniesc etc.
Unten gebe ich eine Übersichtstabelle der Aktionsartkatego­
rien, die bei den perfektiven Verben i m Polnischen zu finden
sind. F ü r jede Kategorie gebe ich ein Typverbum und daneben

^ Auch sechciec, das dann eine kürzere Nachduration hat als zachciei.
81

ein g r a p h i s c h e s S c h e m a . Zeitliche Relationen in der räum-


hchen Anschauung auszudrücken ist natürlich mehr oder weniger
willkürhch, — vöüig befriedigend kann ja niemals die Korre­
spondenz werden. Ich glaube jedoch, dass lokale Zeicheukom-
binationen, die mit den Aktionsartkategorien so weit wie möghch
in Übereinstimmung stehen, geeignet sein dürften, Verwandt­
schaftsverhältnisse und Bedeutungsgegensätze mehr konzis hervor­
zuheben als es durch Definitionen möglich ist.
Die zwei Hauptfaktoren der Aktionsarten, den Zeitverlauf
uud das Resultaterreichen, bezeichne ich auf zwei entgegenge­
setzte Weisen: die Zeit durch eine h o r i z o n t a l e , das Resultat­
erreichen durch eine v e r t i k a l e Linie. Eine Zeit, die nicht
als abgeschlossen gedacht ist — z. B. die Nachduration — mar­
kiere ich durch einen Pfeil: man darf sich die Linie noch länger
ausgedehnt vorstellen. Fixierte Zeitpunkte, resp. Lokalpuukte
( = Ausgangs- und Ankunftmilieu bei den Fortbewegungsverben)
bezeichne ich durch Punkte. Wenn etwas stärker fixiert wird
(das Resultat des Effektivums, der Anfangs- oder Ankunftpunkt
beim Perkursivum und Terminativum), vergrössere ich das Zeichen
dafür. Durationen, die ausser der Verbalhandlung faüen (die
Nachduration der Definitiva, die Vorduration des Konsekutivum),
markiere ich dadurch, dass ich eine diese markierende feine
Linie nicht in derselben Ebene wie die Linie der Haudlungsdura-
tion anbringe. [Eine noch bessere Bezeichnungsweise wäre die mit­
fixierte Vor- oder Nachduration durch eine andersfarbige Linie,
z. B. eine rote, als etwas besonderes noch deutlicher hervortreten
zu lassen.] •— Siehe folgende Seite.

Zur Bildung einer gewissen Kategorie können, wie wir aus


der analytischen Betrachtung wissen, oft m e h r e r e Präfixe dienen:
u- oder o- zur durativen Aktionsartbildung, na- oder prsy- zur
durativ-definitiven usw. Ebenso kann — wie aus der oben ge­
gebenen Aufstellung von Typyerbeu ersichtlich ist — d a s s e l b e
P r ä f i x zur Bildung m e h r e r e r ' A k t i o n s a r t e n dienen: sa- ist
das Zeichen für definitive, momentane, inchoative und perkursive
Vollendungsart, po- für distributive, präteritive, majorative, kon­
sekutive und kursive usw.
Um die Resultate der vorhergehenden Untersuchung in
anderem Zusammenbang zu betrachten und noch einige hierher
6
82

Aktionsart. Schema Typverbum.

1) r e s u l t a t i v i semrsec (QW shmicsyc)


2) e f f e k t i v | wyhonczyc
3) t n o m e n t a n i uTduc (ev. shoiicsyc)
4) d u r a t i v i ukoncsyc
5) d i s t r i b u t i v i i i i pohonczyd
6) f i n a l i dolconczyc
7) a k k u r a t i v i I I i I i • odrösnic (odegrac)
8) a u g m e u t a t i v . . . . , | | rosrösnic [rosärasnicy
9) m a j o r a t i v , ^| podroäec
10) p e r d u r a t i v , . . przenocoivac
11) p r ä t e r i t i v — possuhac
12) k o n s e k u t i v ... , ' pochwalic
13) d e f i n i t i v ' ^ zakonczyc
14) ef f . - d e f i n i t i V | ^ przebudzic
15) d u r . - d e f i n i t i v , > nahieroivac
16) a u g . - d e f i n i t i v . i | | ^tozbudzic
17) t e r m i n a t i v • przyjsc
18) p e r k u r s i v » . zajsc
19) k u r s i v • > pöjsc
20) i n c h o a t i v 1 ^ zagrac

gehörende Detailfragen zu besprechen, werde ich im folgenden-


Abschnitte jedes Präfix für sich behandeln, seine Funktion, Aus­
breitung und Genesis in den Grundzügen skizzierend.
Von einer vollständigen Betrachtung aller Fälle, bei denen
ein Präfix mit reiner Aktionsartfunktion oder mit einer von mehr
oder weniger hervortretender andersartiger Bedeutungsschattierung
begleiteten Aktionsartbeziehung zu finden ist, kann hier natürlich
nicht die Rede sein. Es ist eine lexikographische Aufgabe, die
sogar in einem Wörterbuch von e i n e m Verfasser — auch wenn
er ein Pole ist — nur annäherungsweise gelöst werden kann. Die
Menge der fakultativen Bildungen, die eventuell in konkreter (be­
sonders scherzhafter) Rede, in persönhch gefärbter Kunstprosa usw.
83

anzutreffen sind, wie auch die übergrosse Zahl von entlehnten


Verben, die das Polnische — im Gegensatz zum Russischen —
in perfektiver Funktion fast stets präfigierte bietet für diese Arbeit
ein fast unerschöpfliches Material. In meinen Sammlungen habe
ich z. B. aus der Belletristik — der heutigen wie auch der
älteren — Beispiele für Verbalkomposita, die der Normalsprache
ganz unbekannt sind. In Zeitungen (besonders den galizischen)
und in wissenschaftlichen Werken (Philosophie, Philologie etc.)
habe ich Belege für perfektivierte Lehnverba gefunden, die
nur in der weniger musterhaften Journalistensprache oder in der
Fachterminologie anzutreffen sind. Verzeichnisse der aspekt­
ändernden Verba auf -otvac und -ec wie auch -ic können immer
wieder vermehrt werden. Statt mein ganzes Material anzuführen
— ich habe z. B . für Verba auf -otvac z. 600 Nummern mehr als
bei SOERENSEN ZU finden sind, gesammelt — muss ich mich hier
darauf beschränken nur das dem zentralen Sprachgebrauche ent­
nommene zu berücksichtigen.
Was die Genesis der Bedeutungswerte der Präverbia be­
trifft, so kann es natürlich nicht in dieser Arbeit, wo die de­
skriptive Darstellung der Aktionsartfunktionen einer Einzelsprache
die Hauptaufgabe sein muss, geboten erscheinen, die Frage
über Ursprung und Entwickelung von Aspekt und Aktionsart
eingehend zu behandeln. Erst nach gründhchen Untersuchungen
sämtlicher balto-slavischen Sprachen in ihrer heutigen Gestalt
sowie auch ihrer geschichtlichen Entwickelung kann man mit
grösserer Bestimmtheit über dieses Problem urteilen. Dabei
werden noch Spezialuntersuchungen über die präverbialen Be­
deutungsfunktionen im Germanischen, Keltischen, Lateinischen,
Griechischen, Altindischen etc. nötig sein. In allen diesen finden
sich mehr oder weniger reich entwickelte Aktionsartsysteme ^.

' Sehr wenige Verba, z. ß . ofiaroivac, das auch das Pf. za- hat,
können zugleich perfektiv und imperfektiv sein.
^ Aktionsarten oder Schattierungen davon dürften z. B. vorliegen
in dem sanskritischen Präflxwechsel sam- — ä-: sambhäti — äbhäti 'glänzen',
sa^jikaroti — äkaroti 'bereiten'; in dem griechischen --taxa Sta-: xara-
-pätTu) — ScaicpäTTU) 'vollbringen'; in den lateinischen co« ob-: conticesco —
obticesco, coorior — oborior, in dem deutschen ge be-: gefunden, befunden.
Hier ist, scheint mir, die eine Bildung mehr d u r a t i v . Das lateinische ab­
ist vielleicht d e f i n i t i v , markiert die Nachduration. Ein definitives Verbal­
präfix im Sanskrit ist ni-: ni-dig-, ni-budh- {= zauivazyc) etc.
84

Was ich iu Bezug auf genetische Probleme im folgenden


Abschnitte aussage, sind nur Andeutungen, die für ein besseres
Verständnis der Verwandtschaftverhältnisse der polnischen Ak­
tionsarten nötig sind oder für die wissenschaftliche Diskussion
irgendwie von vorbereitendem Nutzen sein könnten. Es muss
betont werden, dass ein genaueres Studium der B e d e u t u n g s ­
verhältnisse, eine intimere Berücksichtigung der semasiologischen
Seite des Sprachlebens unbedingt erforderlich ist, ehe man
sich für eine komparative etymologische Erklärung der indo­
germanischen Präverbia bestimmen kann ^. Hoffentlich wird
vorliegende Untersuchung, eine Aufangsarbeit auf diesem Gebiete,
dazu Anregung geben.
^ Die Zusammenstellung von slavischem za- neben armenischem z-
mit gotischem jra- [MEILLET, M 6 m . soc. l i n g u . JX, 54] scheint mir z. B . auf
Grund der noch fühlbaren ßedeutungsnuancen der polnischen und russischen
Verbalkomposita semasiologisch betrachtet unbefriedigend, (s. d r i t t e r A b ­
s c h n i t t , I und IV); — ebenso die Herleitung der Perfektivfunktion des
Präfixes in südelatt — •/.a-za.T^^ö.^rj.i — conficere aus dem präpositionalen Sinn
'von — herab' Ca. M 6 m . IX, 49 ff. und WALDE, L a t . e t y m . W o r t erb.,
S. 701): Das slav. Perfektivpräfix der Verba des Typus 'machen, verfertigen'
weist deutlich auf den Grundsinn 'zusammen' hin. Semasiologisch sind
altslav. sü- (poln. z-) und got. ga- (dent. ge-) ihrer Funktion nach gleich.
Beide sind Perfektivzeichen par pröförence, beide haben auch die lokale
Bedeutung 'zusammen' [sügraidaninü — gabaurgja, garazna, gajuka — Geselle ;
silv^zü — gabundi, gasköhi — Geschirr, Gebirge etc.]. Auch das v.ata- in
r.oiTaicpäTTcu, xatep-cäCofiat und ähnlichen Komposita muss nicht notwendig aus
der Bedeutung 'von — herab' erklärt werden; wenn es zum slav. sü- germ.
ga- gehört, also •< idg. km -f-1-, kann darin auch die Grundbedeutung'zusammen'
stecken. Die Präposition v.aTdt hat wohl den Sinn 'Bewegung v o n etwas'
aus d e m G e n i t i v erhalten: v.azä mit Gen. <; 'aus dem Beisammensein',
v.aTä mit Akk. < 'ins Beisammensein', die G r u n d b e d e u t u n g des
y.rjLtä wäre dann noch bei einigen alten Verbalkomposita bewahrt, beim Sub-
stantivum durch oov mit dem Dat. ersetzt. — Für die Etymologie des v.axä s.
BLANKENSTEIN, I F . . X X I , 99. — Bemerke besonders, dass altkymr. canf
auch 'mit' bedeutet.
Dritter Abschnitt.
Die Rolle der verschiedenen Präfixe bei A s p e k t ä n d e r u n g
und Aktionsartbildung.
I. Z - .
Wenn man von po- absietit, das in den meisten Fällen
überwiegend lokal ist (die distributive Funktion), ist 0- das ge­
wöhnlichste der Aktiousartpräfixe. Man kann sagen, es ist das
eigentliche Mittel die reine vollendete Form zu bilden, das Per­
fektivformans xai:' kioxqv- Es ist somit eher ein Aspektzeichen
als ein Aktionsartpräöx. Wie erwähnt, wird es jedoch i n k o n ­
k r e t e r Anwendung ( = handlungsschildernd) verwendet um eine
m o m e n t a n e (zeitlich punktuelle oder zeitlich einfache — ein­
malige, kurze —) Aktion zu markieren. Wenn man die perfek­
tive Form überhaupt nur als den zeitlichen Abschluss einer Handlung
auffasst, kann man auch das 0- in a b s t r a k t e r Anwendung ( =
perfektisch, eine Tatsache schlechthin berichtend) als ein Zeichen
für eine Aktionsart, die r e s u l t a t i v e , betrachten, dies besonders
im Gegensatz zum präteritiven po-, das in sich nicht den Begriff
des Resultatserreichens trägt ^ Die Ausdrücke r e s u l t a t i v und
a s p e k t ä n d e r n d sind also nicht ganz synonym.

Durch z- res. (ev. mom.) werden perfektiviert:


1) Verba, die ein Z u s a m m e n b r i n g e n bezeichnen:
a) Zeitwörter, bei denen als Simplicien die L o k a l i t ä t s ­
b e z i e h u n g ' z u s a m m e n ' ganz deutlieh ist: Iqcsyc, hojarsyc,
Jcupic {= häufen), gromadsic, koncentrowac, miessac, motac, gmatwac,
pgtac, plqtac, wiqsac; Meie, lepie; marszcsye, Imlic sig etc. etc.

1 Auch im Gegensatz zu za- z. B. shrzesal ognia mit Resultat — za-


krzesat ognia nur die momentane ^ Tätigkeit (mit oder ohne Ingressivfort­
setzung).
86

b) Zeitwörter für B i e g e n ( = Streben nach Zusammen-


bringung der Endteile) gici£, chylic, h'sytvic, hurcsyc, pacsyc;
c) die Zeitwörter für R e c h n e n und M e s s e n ( = Zusammen-
legen von Teilen) liczyc, miersyc;
d) Vorwiegend b i l d l i c h g e b r a u c h t e Zeitwörter mit der
mehr oder weniger hervortretenden Lokalitätsbeziehung 'zusam-
men' : hratac, obowiqmc, przymierzyc si(, godsic ( = versöhnen),
Iconfedemvac, solidaryzoivac etc.
e) Zeitwörter für das H e r v o r b r i n g e n eines Gegenstandes
oder einer Sache ohne hervortretende Konativität — dann u- —
(< die nötigen Bestandteile, Einzelheiten zusammenbringen): dzia-
lac, robic ^, ptodrdc, petnic; Igac, Mamac, broic.
2) Verba, die ein Z e r s t ö r e n (Zermalmen, Vernichten) be-
zeichnen :
a) Zeitwörter bei denen als Simphcien die L o k a l i t ä t s -
b e z i e h u n g 'zer-' ganz deutlich ist: gniesc, miqc, mlec, ttuc,
deptac, druzgotac, gruchotac, tamac, nvac, rqbac, tupac, bursyc[ =
zerstören), Jcruszyc, miazdzyc, atomizotvac, proszhowac etc. etc.
Auch weniger konkret z. B . dlaivic, dusic, gasic, gtadzic, gluszyc,
gngbic, gubic, Tcusic, pgdzic, palic = verbrennen, marnotrmvic, ni-
szczyc, nitveczyc, pustoszyc, ttumic, trade, marnowac, rvjnotvac etc.
b) Zeitwörter für B e s c h ä d i g e n ( = partielles Zerstören) —
poniewierac, givatdc, hanbic, Icaleczyc, tupic, martwic, ranic, razic,
szpecic etc.; (Züchtigen:) cMostac, smagac; (Quälen:) ngkac, troslcac,
biedzic, drgczyc (gew. u-), trapic; (Ermüden:) m§czyc, nuzyc, trudzic;
(Beschmutzen:) mazac, brukac, bazgrac, kalac, btocic, brudzic
krtvawic, plamic, plugawic; (Schimpfen:) besztac, tajac, ganic, gromic,
karcic, Izyc.
3) Verba i m a l l g e m e i n e n , bei denen die S u b j e k t s -
a k t i v i t ä t f e h l t oder n i c h t h e r v o r t r i t t , und die eventuell
m o m e n t a n sein können.
a) Besonders I n t r a n s i t i v a . (Alle die ein W e r d e n be-
zeichnen, fast alle Verba auf -nqe und -ec, bei denen nicht eine
durative, gew. durativ-lokale Bedeutung in den Vordergrund
tritt; sowie die reflexiven Verba auf -ic) blednqc, brzydnqc, chudnqö
etc., batwaniec, bielec etc. (Eintreten eines Zustandes:) braknqc,

' czynic, das schon als Impf, eine konative — absichtliche — Tätigkeit
bezeichnet hat als Pf. keine ^-Form sondern nur uczynii.
87

<)asnqe, ginqc etc., gnic, tajac, Jconac, grseszyc etc. (Verba auf -ic
mit sig): Mqkac sig, podohac sig, hurzyc sig, darzyc sig, jawic sig etc.
b) E i n i g e T r a n s i t i v a : kryc (neben u-), grzac (o-), rozumiec,
budzic (o-), dziwic {za-) etc.; — die Zeitwörter für B e n e t z e n :
Jcqpac, hryzgac, hroczyc, Jcropic, moczyc, rosic (die sich mit mazac,
•hruJcac etc. assoziieren).

Das Schema für die Genesis eines Aspektpräfixes (»preverbe


vide») stellt sich folgendermassen dar: — Der Bedeutungsinhalt der
Präposition liegt a u c h in dem Verbum Simplex. Im Kompositum
verliert sich dann als pleonastisch die lokale Bedeutung des
Präfixes und übrig bleibt nur die Kraft der Aspektänderung.
Wie man aus den Beispielen ersieht, ist die lokale Grund­
bedeutung, woraus die resultative Funktion sich entwickelt hat,
hier ' z u s a m m e n ' ^ Neben diesem Grundsinn der Partikel,
beim Substantivum durch z mit dem Instrumental repräsentiert,
hat sich beim Verbum noch eine (scheinbar entgegengesetzte) Be-
•deutung, 'zer-', entwickelt < 'so stark zusammenbringen (schlagen,
stossen usw.), dass der Gegenstand zerbricht', mit der V e r e i n i ­
g u n g ist zugleich eine V e r n i c h t u n g der ursprünglichen Form
verbunden: zhic, zhösc, zgrysc, sxnec etc.
Die Hauptmasse der Zeitwörter tragen aber schon in sich eine
dieser Bedeutungen, bezeichnen eine E n t s t e h u n g ( = Zusammen­
kommen von Teilen) oder eine V e r n i c h t u n g ( = Auseinander­
gehen von Teilen). Die resultatvollbringenden Tätigkeiten sind
vorwiegend als Konzentrationsverba aufzufassen. Der Grundsinn
des Typus rohic ist nicht die bildliche 'eine Arbeit, eine Aufgabe
v o n s i c h machen', sondern die viel konkretere: 'ein m a t e r i ­
e l l e s Ding h e r v o r b r i n g e n ' (einen Tisch, einen Bogen, eine
Hütte usw. machen). Hier hegt fast immer ein Zusammenfügen
vor. Bei den konkreten Verben des Werdens ist die Entstehung
ein Zusammenkommen von Teilen: twardnc^c, ciemniec, drgtwiec
etc., die Vernichtung ein Zergehen oder Zusammenfallen: migJcnqc,
butwiec etc. — schnqc, drohniec etc. V o n der grossen Anzahl
solcher materiell (oder bildlich lokal) anschaubaren Tätigkeiten,
bei deren Verben z- mit abgeschwächter, schliesslich verlorener

' In einigen Fällen ist z- aus iz- entstanden, z. B» skorzystac (z czego)


vgl. russ. iskoi-ysfovaiisja, speinid vgl. aksl. isplüniti. Dieses Präfix ist jedoch
nicht produktiv geworden.
88

Lokalbedeutung stand, hat das Präfix, jetzt bloss ein Perfektiv­


zeichen, auch bei Verben, deren Tätigkeit nicht konkret anschau­
bar ist, Verwendung gefunden: zdurniec, sdrozec etc.

II. u.
Wie aus der Analyse 1 und 18 A bekannt ist, hat das
M-Kompositum als eine Aktionsart tragende Bildung zwei entgegen­
gesetzte Funktionen: der Verbaltypus MM«C ist m o m e n t a n , die
Zeitwörter des Typus ukonczyc sind dagegen d u r a t i v . Die letzte
Gruppe ist die zahlreichste, etwa 250 in der Normalsprache vor­
kommende Verba simplicia werden durch M-Präfigierung durative
Perfektiva. (Wozu noch eine erhebhche Menge nur als Kom­
posita gebrauchte Bildungen kommen: ubezwladnic, uiöstwic,
udaremnic etc.) Die erstgenannte Gruppe ist ganz klein: Muc,
grysc, drapac, szczypac, kqsac, godzic = z\elen {pt. treHen), razic —
verletzen, werden mit ti- in momentaner Funktion perfektiviert ;
ganz selten ist ulapic mom. Pf. zu iapac (mit Sufiixänderung
ac > ic, dies ist auch der Fall bei Jcqsac — pf. ukqsic); nur in
der Volkssprache kommt z. B. uzrec vor. Ohne Simplex findet
man z. B. diese Bildung iu uderzyc, das mom. Pf. zu hic
'schlagen'. Zwischen diesen beiden Gruppen stehen die Wahr-
nehmungsverba czuc, siyszec, widziec, die konkret (aoristisch) im­
mer einen momentan vollendeten Akt bezeichnen, der gewöhnlich,
durch die Umstände bedingt, in eine durativ imperfektive Tätig­
keit übergeht ( m o m e n t a n e s Ingressivum-Inchoativum). In
abstrakter (perfektischer) Funktion können diese Verba d u r a t i v e
Perfektiva sein, besonders uslyszec: uslyszalem t§ historyg etc.,
weniger oft und deutlich uczuc: A trzeci sq ci, Jctörzy dueha
praicdy, loiecznosc tv posqgu uczuli i zrozumieli. Slow.; ebenso, aber
selten ujrzec (statt uwidziee das nur neutral mit sig vorkommt),
ujrzelismy ludzi i dobrych i zlych. I. etc. D u r a t i v e i n g r e s s i v a
sind z. ß . die M-Perfektiva von j^m^fM^c dürsten nach, kochac liehen.
Durch u - dur. werden perfektiviert:
A . A l s e i n z i g e oder z e n t r a l e v o l l e n d e t e F o r m .
1) Verba, bei denen als Siraplicien die L o k a l i t ä t s b e ­
z i e h u n g 'hin'- 'weg'- vorliegt,
a) besonders die Zeitwörter für ' s t e c k e n b l e i b e n ' (die
gewöhnlich daneben eine def. .^a-Form haben): grzQznqc {za-)
M§Jcnqc, Ignqc, fonqc [za-), wigznqc, nurzyc (pf. -ac, za-), topic [za-).
89

b) die Zeitwörter 'bewahren für', ' r e t t e n ' : strzedz, choivac,


[chronic], ratowac ('bewahren' etc. v o n etwas). B e m . chronic hat
jedoch öfter o-; örow'c = wehren (< hroil, s. III) nur o-.
c) plyncic ('fliessen' von der Zeit), cichnqc, miUenqc (neben
za-; z- m o m . selten), ronic, torowac.
2) Verba, die eine h ä u s l i c h e A r b e i t oder ein p r i m i t i ­
ves H a n d w e r k , P f l e g u n g des K ö r p e r s sowie S c h m ü k -
k e n v o n G e g e n s t ä n d e n bezeichnen: piec, shwarzyc, smasyc,
warzyc, wgdzic, gotowac ( = kochen), cuhrzyc; szyc, thac, przqsc,
hajtowac; wie, plesc, huc, ciosac, miöcic; myc, prac; czesac, fryzowac,
pudrowac, rözowac, tatuowac, hostyumowac, mundurowac; stroic (=
putzen), meblowac, barwic, farbowac, holorowac, iluminowac.
B e m . Einige dieser Verba haben auch wy-, vgl. S. 49
(12,8) und D r i t t e r A b s c h n i t t I X .
3) Verba für feierliche (zeremoniöse) E h r e n b e z e i g u n g :
czcic, tvielbic, szanoivac {po- konsek.), raczyc, goscie ( = bewirten),
trahtowac ( = traktieren), ivienczyc, horonoivac.
4) Verba i m a l l g e m e i n e n , die n i e m a l s m o m e n t a n
sein können, sowie solche, bei denen die S u b j e k t s a k t i v i t ä t
(Konativität, Streben) s t a r k h e r v o r t r i t t : tye, rösc, roscic (An­
sprüche machen, eig. wachsen lassen), pasc = nähren, tuezyc
(mästen) ^, leczyc, cissyc, hole, tulic (— beruhigen), harac, ciemigzyc,
horzyc; Wagac, mozolic sig, zalic sig (Bei allen diesen wiegt die
D u r a t i o n vor) — czynic'^, iscic (aber: z- sig), miescic (: z- sig) (hier
wiegt die K o n a t i v i t ä t vor). — Folgende Verba auf -owac, die
l a n g e , g e w ö h n l i c h ü b e r l e g t e Tätigkeiten bezeichnen: hicz-,
cywiliz-, dogmatyz-{= diOgm&iisyeven tr.), dramatyz-, dres-, fortyfih-,
fiind; ( = fundieren), grünt- ( = gründen), hart-, honfent-, hrzyz-
( = kreuzigen), hsztalt-, miarh- ( = massigen), motyw-, norm-, perso-
nifih-, piln-, poetyz- porzcßh- [radoivac neben roz-], regul-, sanhcyon-,
sceniz-, sehularyz-, stosunh-, styliz-, temper- ( = massigen) tor- (vgl.
1—c) oben).

B. 1) A l s m i t z- res. (ev. mom.) w e c h s e l n d e F o r m .


hryc, gniesc, tluc, cierpiec (s- gew. = dulden, u- gew. = lei­
den); Folgende Verba auf -nqc: gas-, his-, marz-, müh-, (z- fast

1 Andere Zeitwörter für 'nähren', bei denen die Handlungsduration


nicht so starlc betont ist, liaben na-, s. V.
^ Durativ ohne Konativität ist urobid, darum meist in urobic si§.
nur mom.), sch-, wtgd-; folgende auf -ac: dpb-, grz-, Tcar-, tap-
(u- selten); hruJc-, hazgr- (u- vulgär), ngJc-, pgt-, szarz-, trosk-, tyr-,
wiqz-, wikl-] Folgende auf -ic(yc): biel-, blöc-, brocz-, brudz-, czerwien-
(u- seltener als z-), dus-, gas-, godz- (— mieten), go- = [Wunde]
heilen (u- seltener) klec-, krop-, krzywdz-, lep-, tagodz-, low-, ludz-,
marszcz-, martw-, mgcz- (= ermüden), niigkcz-, mniejsz- (Simplex
selten) mocz-, mroz-, nudz-, pal- ^ (= [verjbrennen), plaszcz-, podl-
sig, przykrz-, roh-, ras-, smaz-, smol-, ilum-, trac-, trap-, trudz-,
twierdz-, tworz- {s- gew. = schaffen, u- gew. = bilden), ztoc-; Fol­
gende Verba auf -owac: demokratyz-, fald-, fatyg-, form-, formul-,
got- (= kochen, z- seltener), grup-, konstytu- [u- seltener), kwalißk-,
lit- sig, organiz-, pak-, realiz-, szereg-, szyk-.
W e c h s e l z—u m i t besonderem Spracbusus 1 F . 1, 2
(S. 15), m i t Sedeutungsdifferenzierung 1 F . 1—7 (S. 16—17)
und m i t z- nur in reflexiver Form 1 G. 1—3 (S. 17—18)
und z. B. decydowac, bei dem u- selten ist [za- gew.).
B. 2) A l s m i t s'- nur res. w e c h s e l n d e F o r m .
mrzec, rodzic, krasc (s. 1 D, S. 13—15).
B e m . Zu B 1) könnte man noch hinzufügen a) u- selten
oder äusserst selten bei: iapac, [poniewerac], [bogacic], krzepic (axLch
s- und M- selten, gew. po- major.), kwasic (dafür ukisic], mascic = mit
Fett bestreichen (vulgär.), mnozyc (auch z- selten, Simplex ungewöhn­
lich), tgsknic si§ (nur in utq.skniony), kodyfikowac, lokalizowac, mo-
bilizowac (gew. nur in umobilisoivanie) potggotvac etc. b) z- selten
oder äusserst selten bei: blagac (nur poetisch), murzac, czernic,
drgczyc, karcic [leczyc], warzyc (inkon.) [Jarbowac], ratowac (vulgär).
c) M- mehr lokal: giqc, chylic mit Akk. (mit Gen. sind sie durativ).
d) z- mehr lokal: plesc, cisnqc und mehr oder weniger auch bei
anderen Verben, d) = zuviel (< 'zer'-): zeskivarzyc, spiee etc.
e) statt M-, das selten vorkommt, gebraucht man für die verlauf­
schildernde Form ein inhaltsreicheres Präfix: wy- eff. kqpac, ideali-
zowac, po- distr. krwawic.
0. A l s m i t za- def. w e c h s e l n d e F o r m .
grz§znqc etc. s. A 1) marznqc, pragnqc (gew. Ingressivbil­
dungen), tvikiac; folgende Verba auf -ic [ye): pros- (M- dur. neben
dem gew. po- prät.), rzqdz- (= 'ordnen' gew. u-, = 'einrichten' gew.
za], susz-, szkodz-, ta-, trudn-; folgende auf- owac: harn-(auch 2J0-),

^ upalic gew. nur in upalic kaw§.


91

hamien- (def. T.), legalis-, maryn-, warunk-, (dann selten z. B.


uprojekt- neben za-).
W e c h s e l u—za m i t Bedeutungsdiflferenzierung, s.
5,25, W e c h s e l z—za def. F . plesc, harwic, temperoivac (in kon­
kreter Bedeutung) etc., s. noch I V z—u—za.
D. A l s m i t tvy- eff. w e c h s e l n d e F o r m .
myc, snuc, piec, przqsc, rösc, siedziec; folgende Verba auf
-ac: dos-, czes-, maz-, pr-; cliow- (= erziehen), strug-, szarz-, tarz-
si§, tk-, trzym-, st-; folgende ani -ic(yc): czem-, gosc-, ksztalc-, lecz-,
tocz- (= drechseln); folgende auf -owac: haß-, idealiz- {wy- besser
als U-) kwalißk-, mebl- {wy- jetzt selten), mundur- {tvy- selten), pras-.
Vgl. S. 49.
Die lokale Anschauung, woraus sich die zwei Aktionsarten
der t*-Komposita entwickelt haben, ist '[gerade] Bewegung von
einem Punkte her' (Vgl. uleciec, ujechac etc.). Bei den Verben
des Typus ukluc {ujrzec) fällt diese räumliche Linearität mit zeit­
licher Punktualität zusammen. Hier.ist das Präfix ein Zeichen
der perfektiven Momentaneität geworden. Als solches ist es jedoch
unproduktiv geblieben, es kommt nur bei den Bewegungsverben
dieser kleinen Gruppe vor. Bei den Bewegungsverben des Typus
toxnc, tonqc ist die räumliche Linearität auch von zeitlicher Line­
arität begleitet. Wenn hier die lokale Bedeutung des Präfixes
verblasst, bleibt noch die t e m p o r a l e : es ist ein Zeichen zur
Hervorhebung des Handlungsverlaufes geworden. Diese Be­
deutungsfunktion ist überaus produktiv geworden ^. Über Verbal­
bildungen vom Typus ucichnqc und ähnliche, die oft zugleich
lokal waren (Verklingen des Lautes in die Ferne usw.) ist sie
auf die Zeitwörter für materiell nicht anschaubare Handlungen
übergegangen. Bei ujrzec ist in der Regel die lokale Linearität
wie bei ukluc von temporaler Punktualität begleitet, es ist als kon­
kretes Perfektivum (mit oder ohne folgende Ingressivduration) stets
momentan; bei usiyszec dagegen (und etwa auch bei uczuc, das
wohl eine Analogiebildung nach usiyszec, ujrzec ist) kann die Tem­
poralität auch linear sein: es ist ein Zeitverlauf nötig, ehe die

' Im Altpolnischen war dies noch mehr der Fall, in den älteren Texten
findet man eine Menge «-Komposita, die in der heutigen Normalsprache ganz
verschwunden sind, z. B. I zjawili dziala hoia i uczynhi jego urozumeli. Ps.
64,11 (Psalt. pulaw.). Noch bei LINDE stehen eine grosse Zahl «-Perfektiva,
die jetzt gar nicht oder kaum mehr zu hören sind.
92

Synthese der Wahrnehmung eintreten kann (man muss mehrere


Worte hören usw.), uslyszec ist darum ein Verbum mit schwan­
kendem Aktionsartwerte. E i n solches Verbum ist auch umoczyc,
das momentan oder durativ sein kann: przy stole usiadtem —
umoczylem piöro i te placzliwe wiersze napisalem. Slow, (mom.)
— szlcolnq famg w oheldze umoczonq gnoiss. ib. (Zlota czaszka.).
Bei den Verben der Gruppe uMuc kann man auch einen längeren
oder kürzeren Handlungsverlauf finden. Der intensive, längere
Verlauf der Tätigkeit ist, obgleich nicht m o m . = z e i t l i c h
p u n k t u e l l , doch stets m o m . = e i n f a c h , u n k o m p l i z i e r t ,
er wird durch eine einzige Bewegung vollendet. Die Tätigkeit wird
nicht iteriert, was bei umoczyc der Fall sein kann, wo eine Plu­
ralität der Subjekte oder Objekte stehen kann ohne wie bei Muc
etc. eine distributive ^o-Form zu fordern.

m. o- (ob-).
Als Aktionsartpräfis hat o- nur eine Funktion, die des
Durativums. Nebeu u- steht es als Formans, eine längere Tätig­
keit, eine Handlung in ihrem Verlaufe zu markieren. Was es
von u- unterscheidet ist eine stärkere Lokalitätsnuance, eine räum­
liche Anschauung ist zugleich mit der Duration fast immer
— mehr oder weniger abgeschwächt — fühlbar. Dies ist be­
sonders der Fall, wo o- und u- bei demselben Verbum vorkom­
men; gewöhnlieh ist dann o- lokal, u- rein temporal: otyc (gew.
nur in otyly) — utyc, osJcrobac — ushrobac, oblöcic — ublöeic,
oczernic (gew. bildlich gebraucht)—- ucsernic, okrwawic — uTcrwawic,
omascic — umascic, osuszyc — ususzyc etc.; seltener ist gegen­
über 0- bei u- die lokale Bedeutung stärker: ochronic fungiert
z. B . als das allgemeine Perfektivum zu chronic 'schützen' (zwar
mit der noch fühlbaren räumlichen Grundanschauung 'herum',
'gegen alle Seiten'), uchronic ist immer lokal 'weg', 'fort: ivilM
napadly na honia i nie mozna hylo go ochronic. III. — uchronic
nasze miasto od wstydu tego, zehy za grosz polsJci hudowali nam
dom gminny Niemcy. Noiv. Ref. Neben dem Unterschiede der
Lokalität haben die zwei Präfixe auch iu Bezug auf die durative
Aktion funktionelle Verschiedenheiten. Bei o- ist die Aktivitäts­
seite (die Konativität) schwächer, bei u- stärker. Darum ist z. B .
0- bei den Verben des Werdens auf -ec das einzige Durativzeichen.
Bei den Verben des Hervorbringens auf -ic dominiert u-, nur
93

einige Stämme, die neben den transitiven tc-Bildungen häufiger


gebrauchte ec-Verba haben, präfigieren mit o- {opustoszyc neben
opustos-ec, osldbic, -ec etc.). Wenn aber bei o- Konativität her­
vortritt, ist darin die Aktivität mehr oder weniger i n d i r e k t .
Das o-Präfix wird — ganz wie das damit verwandte be- im
Deutsclien — bei Zeitwörtern verwendet, wo das Verhältnis
zwischen Subjekt und Objekt irgendwie vermittelt ist. Betrachten
wir jetzt diejenigen Verba, wo o- bei der Aspektänderung eine
Rolle spielt:
Durch o- dur. (ev. mit lokaler Färbung) werden perfek­
tiviert:
A . A l s e i n z i g e oder z e n t r a l e v o l l e n d e t e F o r m .
1) Verba, bei denen als Simphcien die L o k a l i t ä t s b e ­
z i e h u n g 'herum' vorliegt:
a) Aus S u b s t a n t i v e n a b g e l e i t e t e Zeitwörter für etwas
mit etwas anderem umgeben: (einen Körper:) Metzac, siodlac.
Tculhaczyc; futrowac, banderolotvac, gipsoivac; (den Kopf:) czepic,
kapturzi/c; (einen Ort:) grodsic, parhanic, szancowac, szran-
Jcotvac etc.
b) Aus A d j e k t i v e n a b g e l e i t e t e Zeitwörter mit der Be­
deutung ' w e r d e n ' oder ' z u e t w a s m a c h e n ' : cModnqc, stygnqc,
cieplec (selten), slepnqc (vgl. olsnqc, als Simplex nicht mehr vor­
kommend, ebenso oniemiec), Jcosmaciec, Jadawiec, lysiec etc. —
czyscic, chgdozye; cModzic, studzic etc. Mehr bildhch gebraucht:
trzeztviec, rzezwiec (selten), etc. trzezwic, tumanic etc.
c) E i n i g e G r u n d v e r b a : palic = heizen, szczgdzic = scho­
nen, chronic (vgl. bronic < bron?); golic, strzydz (den Kopf).
2) Von S u b s t a n t i v e n a b g e l e i t e t e Verba mit der Be­
deutung ' v e r s e h e n , b e g a b e n ' , mit dem was das Grundwort
ausdrückt: uzdac (< uzda), cenic (< cena), chrzdc (< chrzest,
Gen. chrztu), dziedziczyc (< dziedzic), glosic (< glos), shrzydlic
(< slcrzydlo), slinic (< slina), zenic (< zona), patentowac, tvarunko-
wac etc. — (Verba für: 'Junge werfen':) kocic sig, prosic sig,
szczenic sig, zrebic sig etc.
B e m . Einige Verba gehören zugleich zu 1 a) und 2: siodlac
( = mit Sattel — siodlo — versehen) etc., grodztc, parhanic etc.
3) Einige von A d j e k t i v e n a b g e l e i t e t e Verba mit der
Bedeutung ' w e r d e n ' , bei denen eine D u r a t i o n , nicht mehr
94

eine Lokalitätsbeziehung hervortritt: hatoliczec, heretyczec, siei'ociec,


wdowiec (die letzten beiden sind kaum als Simplicia gebräuchlich),
sowie dieselben Stämme als Transitiva ( = ' z u e t w a s m a c h e n ' : )
katolicgyc etc.
4) A n a l o g i e b i l d u n g e n zu den früher erwähnten: smco-
wac, censurowac zu cenic; imUilcowac zu glosic.
B. A l s m i t res. (ev. mom.) w e c h s e l n d e F o r m .
truc, gtuchnqc, slabnqc, twardnqc, grsac; folgende Verba
auf -ec (oft mit zugleich lokalem o-): hatwani-, biel-, cserni-,
czerwieni-, drgtwi-, dsics-, giupi-, gors-, grubt-, hamieni-, leni-, leniwi-,
mdl-, niemi-, pustoss-, siabi-, sspetni-, tfpi-, tgz-, Uusci-, tredoivaci-,
ttvardni-; folgende Verba auf -ic {-yc): buds-, brsydz-, gluss-,
halecz-, mam-, miers-, myl-, pars-, pöin- sig, pustosz-, siab- (kaum
als Simplex), siodz-, szpec-, tuman-; luzotvac {ob-). Mit besonde­
rem Sprachusus s. S. 20 (D und C 1). Mit Bedeutungs­
differenzierung s. S. 21 E 1—2.
0. A l s m i t za- def. w e c h s e l n d e F o r m .
strzydz (def. F.), chrypnqc, hrzepnqc, stygnqc, toilgnqc (def.
lok.), niemiec, wrzodziec, s. noch I V D.
D . A l s m i t ivy- e f f . ' w e c h s e l n d e F o r m .
Folgende Verba auf -ic {-yc); chlodz-, studz-, zi§b-; czysc-
cJigdoz-; gel-; trzezw-, civicz-; — szhalowac.
Die lokale Genesis des o-Darativums liegt so auf der Hand,
dass eine nähere Besprechung kaum nötig ist: Was an ver­
schiedenen Stellen auf der (Ober)fläche eines Körpers entsteht^
fordert fast immer eine Duration. Eine p l a n e oder s p h ä r i s c h e
Lokalität — 'herum' — ist natürlich viel weniger geeignet, ein
zeitliches Symbol zu werden, als die l i n e a r e — 'heraus' — ;
darum ist die räumliche Anschauung bei o- viel seltener ver-
blasst als bei u-. Wie das verwandte deutsche b e- ist o-, ob- ein
Präfix der i n d i r e k t e n Aktivität geworden: Das formelle Objekt
(der Akkusativ) ist — wenigstens seiner Genesis nach — psycho­
logisch erst in z w e i t e r Linie ein Gegenstand der Tätigkeit, in
e r s t e r Hand ist dies die konkrete Sache, aus deren Benennung
das Verbum gebildet ist: in »osiodtac Jconia» ist der Sattel {siodto)
das erste, das Pferd (kon) das zweite Objekt ^ usw. E i n in-
1 Vgl. mit dem Präfix o- bei dem Verbtypus 'versehen mit' die Prä
Position 0 mit dem Lokativ beim Substantivum: wöz o clwuch koiach, zamek o
czterech tviezach etc. — Twarz o srogich i nad^.tych rysach. Kras.
95

direktes Objektverbiältuis liegt auch vor in jjaZj'c = heizen —


drzewa spalic > pohöj opalic. Dass bei' truc und hudzic das Dura­
tivum durch 0-, nicht u- gebildet wird, mag wohl auch die i n ­
direkte Objektsrelation, die bei diesen Verben gewöhnlich vorliegt,
herbeigeführt haben: man vergiftet durch ein Gift {truci.mä),
man weckt oft nicht durch direkte Berührung, sondern durch
Rufen, Klopfen an die Tür usw. (Auf hudzic muss auch das
gewöhnlichere passive Reflexivum hudzic sig Einwirkung geübt
haben, dies erfordert wie alle intransitiven Verba, bei denen nicht
eine lokal-lineare Grundanschauung vorliegen kann [z. B . milknqc
pf. «<-], als duratives Perfektivum das o-Präfix; bei den Verben
auf -ec-.eje, wie auch bei allen passiven Bildungen mit sig, findet
sich nie ein u-, als produktives Aktionsartpräfix trägt u- Konativität.)
Zu der durativ-konativen Fuuktion des polnischen o-, oh-
bieten die deutschen be-Komposita eine Parallele. Vgl. be­
antworten, befragen, befinden, b e f ü r c h t e n , behelfen,
belehren, bemerken, bemessen, b e m ü h e n , besehen,
b e w e i s e n , b e z e i g e n u. a. gegenüber ihren Simplicien: ant­
w o r t e n , f r a g e n usw.; bei der be-Präfigierung tritt immer die
Duration der Handlung scharf hervor, die Simplicia aber können
hin und wieder momentan sein. In b e s e h e n , b e f i n d e n , be­
z e i g e n z. B . hegt Konativität vor gegenüber s e h e n , f i n d e n
usw., bei denen gewöhnlich keine Subjektsaktivität das Eintreten
der Handlung verursacht.

IV. za-.
Wie u- hat za- als zeitmarkierende Partikel zwei verschie­
dene Hauptbedeutungen. Es ist 1) m o m e n t a n (die Gruppe der
Schall- und Lichtzeitwörter: zakrzycsec, zahtyskac etc.), 2) defini­
t i v , eine D u r a t i o n n a c h sich habend (die Gruppe der Verba
des Bestimmens, Forderns, Mitteilens usw. zakonczyc, zazqdac etc.).
Eine Abart der ersten Kategorie ist das I n c h o a t i v u m (da&
ein momentanes Perfektivum ist, welches durch die Umstände
eine für die konkrete Situationsfixierung imperfektive Duration
derselben Tätigkeit im Gefolge hat: zaplakac, zaspiewac etc. Die
zweite Hauptkategorie (das Definitivum) hat bei einigen Verben
zwei Schattierungen: es kann a b s t r a k t stehen, das eingetretene
Faktum überhaupt scharf hervorhebend, und zugleich die Nach­
duration, das Bleiben des Resultates fixierend, z. B. na zawsze:
96

sadecydowano oder steht k o n k r e t , schildert die Situation, fixiert den


Zeitpunkt, wo die das Resultat eigentlich entscheidende Tätigkeit
vollbracht wurde: tarn (oder wtedy) dopiero zadecydowali. Diese kon­
krete (aoristische) Funktion — gegenüber der gewöhnlicheren
abstrakten (perfektischen) — kann man besonders wahrnehmen bei
den Verben, bei denen eine 1 ä u g e r e in ihrer Aufaugs- und Haupt­
partie u n b e s t i m m t e (schwankende,zaudernde)Tätigkeit z u l e t z t
als zielerreichend — gewöhnlich scharf zweckbewusst — das
endgültige Resultat hervorbringt. Solche Verba sind: zahoiiczyc,
zadecydowac (Beispiele 4 B), zaniemiec, zabalamucic, zapöznic sig
(Beispiele 5 B). Hier kann ich noch das nur mit za- perfektivierte
IconMudowac anreihen: Ja panoni swiadectw taJcicJi wydac nie mogg,
gdys jestescie wszyscy zdrowi — zahonhludowat lelcarz, ulcouczywssy
hadanie. Nowiny. Bei anderen Verben k a n n eine konkrete
Fixierung beim Sprechen oder Hören stattfinden z. B . zapakowac,
s. 5 B Schluss. Diese Schattierung (def. B) steht jedoch nicht im
Gegensatz zu dem gewöhnlichen Definitivum (def. A), eine fixier­
te Nachduration tritt wie erwähnt — mehr oder weniger —
auch bei konkreter Zeitschilderung hervor.
Neben diesen rein temporalen Funktionen steht bei za- noch
eine lokaltemporale Aktionsart, die p e r k u r s i v e , für die Voll­
endung eines Fortbewegungsverbums, wo in Bezug auf die Situa­
tion der Schlusspunkt der Handlung sich in der Ferne befindet,
der Ausgangspunkt in der Nähe. Hier ist das Präfix nicht ent­
lokalisiert, da aber das Zeitwort an sich lokal ist, funktioniert es
für die Aspektänderung.

a. Durch z a - def. werden perfektiviert:


A. A l s e i n z i g e oder z e n t r a l e v o l l e n d e t e F o r m .
1) Verba, die eine b e s t i m m t e M i t t e i l u n g (einen Befehl,
ein Fordern usw.) bezeichnen; man denkt an die Nachduration:
einen bleibenden Zustand (die Erinnerung), eine künftige Hand­
lung (die Antwort, die Ausführung eines Befehles usw.): zqdac,
Ärowic = verwehren, przeczyc; folgende Verba auf -owac: aJcceni-,
(= hervorheben; Text akzentuieren =po-) anons-, alarm-, cyt-, deMar-
{z-, s. S. 25, ß . 4), dehret-, demonstr-, denuncy-, dohument-, (seltener
M-, S. 29), interpel-, JcomuniJc- (dagegen s- sig), manifest-, mark-,
meld-, neg-, opon-, projekt- (u- ganz selten), propon-, protest-, reklam-,
wot-, wyrok-. Man könnte noch hinzufügen: telefonowac, telegra-
97

Joivac, bei denen jedoch die p e r k u r s i v e Anschauung stärker


sein dürfte.
2) Verba überhaupt mit der Bedeutung ' e t w a s (bestimmt)
f ü r die Z u k u n f t v o l l b r i n g e n ' :
a) in Bezug auf einen b e s t e h e n b l e i b e n d e n Z u s t a n d :
mechac, stanowic = zum Stehen bringen, troszczyc sig; folgende Verba
auf -owac: absorh-, adapt-, adept-, ahcept-, aMimatyz-, aplih-, areszt-
{przy- dur. def.), aprob-, asekur-, baisam-, baryJcad-, Chloroform-,
deeyd-, dyspon- {emvichien), fant-, fascyn-, fras- (grosse Verlegenheit
bereiten), gospodar- (eine Wirtschaft in Stand setzen), gwarant-, hart-,
hypnotyz-, impon-, intabul- (in eine Tabelle eintragen), interes-, Jcnebl-,
konserw-, Icwater- [roz- lokal), kivestyon-, maryn- (auch •«-), mask-
(auch lokal, vgl. zakryc) melancholiz-, mian-, nomin-, not- (vgl.
zapisac, zamarkowac: zur Erinnerung), obserw-, ofiar-, rejestr-,
rygl-, stos- {przy- dur.-def.), tarn-, taras-, tytul-, war-, zen-.
b) in Bezug auf eine k ü n f t i g e H a n d l u n g :
gaic (: die Verhandlungen etc.), razic = anstecken (: das
Kranksein); folgende Verba auf -owac: abon-, prenumer-- (: das
periodische Erhalten der Zeitung etc. während einiger Zeit),
ndres-, frank-, rekomend- (: die Behaudlung eines Briefes etc.),
angaz- (: das Dienen), atak- (: der Kam-pf), fund- (= traktieren : das
Trinken etc.), inaugur-, inicy-, instal-, inton-, poczqtk- {: Wirksam­
keit, Arbeit, Singen etc.).
c) um etwas eine b e s t i m m t e F o r m zu geben (def. F . ) :
Jcratkowac (karrieren). — Andere Def. F . haben nicht za- als
Zentralform z. B. temperowac: za- {olöwek) neben u-.
d) = t ö t e n (def. T.): licmiienowac (neben u-), mordoioac =
jnorden (2. = ermüden, z-), sstyletowac (mit dem Dolch [totjstechen).

B. A l s m i t z- res. (ev. mom.) w e c h s e l n d e F o r m .


Folgende Verba auf -nc{c: brak-, nik-, puch- {na- dur.-def.);
motac, pytac; folgende auf -ec: ehci- {za- sig), milcz-; ciemni-,
ropi- (besser zaropic sig), skorupi-; folgende auf -ic (yc): kaz-,
mqc-, pien- sig, pton- sig, plosz-, trwoz-; [asymilowac {z-<za-)\,
reparowac.
Mit besonderem Sprachusus oder Bedeutungsdifferen-
aierung, s. S. 24—25.
Mit za- def. F.: giqc, klgsnqc, lamac. Mit za- def. T.:
marniec.
7
98

0. A l s m i t M-, 0- dur. w e c h s e l n d e F o r m ,
s. II C und III C.
D . A l s m i t 2- res. u n d u-, o- d u r . w e c h s e l n d e F o r m .
Tcryc {za- L), truc (o-), folgende auf -nqe: gas-, hrzep- [o- L),
milk-, sch-, siab- (o-), wi§d-; folgende auf -ac: trosk- {u- selten),
wiqz-, wikt- {z- selten); folgende auf -iö {yc): batamuc- (o-) hiel- [o-
L), bloc- {za- L), brudz- {za- L), ch%jlic (wie giqc, u- mit dem Gen. dur.),
czern- {s- sehr selten), czerwien-, durz- (o-), dus- {za- def. T), gas-,
go-, kis- {s- inkon., selten), ktvas- {u- selten), iagodz-, low- {za- ganz
selten), myl- (o-), pözn- si§ (o-), smuc- {u- selten, veraltet), trae-.
B e m . Wenn das Durativum durch o-gebildet wird, ist dies
besonders markiert; wo eine lokale Nuancierung sich findet, steht L .
D e r g e w ö h n l i c h s t e W e c h s e l z — u—za findet sich bei:
kryc, milknqc, gasnqc, gasic, goic, iagodzic und trade; z — o — za:
truc, baiamudö, mylic und pöznic si§.
E . A l s m i t przy-, na- d u r . -def w e c h s e l n d e F o r m .
areszlowac, stosowac {pirzy-); pisac (vgl. zanotowac).
F. A l s m i t konsek. wechselnde Form.
chwalic, swiadczyc, wstydzic sig.
b. Durch za- m o m . (ev. inch.) werden perfektiviert:
A l s e i n z i g e oder z e n t r a l e v o l l e n d e t e F o r m .
Verba für L i c h t e r s c h e i n u n g e n oder H e r v o r b r i n g e n :
e i n e s L a u t e s : krzesac, migotac, iskrzyc SIQ, Isnic sig, swiecie =
glänzen, tUc sig (mom. und inch.), biyskac (mom.) switac (inch.)p
•— wyc, koiatac, krakac, gwizdac etc; etc. (mom. und inch.); dc(.c,.
grac, spiewac, etc. (gew. inch., mom. selten oder fast nie.)
c. Durch za- i n c h . (ev. def.) werden perfektiviert:
Verba, bei denen das Definitive die Handlung selbst ist:
jqtrzyc sig, niepokoic, pienic si§, podc sig, rumienic si§, troszczyc
si§ etc.
d. Durch za- p e r k u r s . werden perfektiviert:
A. A l s e i n z i g e oder z e n t r a l e v o l l e n d e t e F o r m .
awansowaö;—telefonowac, telegrafowac {die als Mitteilungsverba.
auch zur Gruppe der Definitiva gehören).
B . A l s m i t przy- t e r m . u n d jso- k u r s . w e c h s e l n d e
Form.
Die Fortbewegungsverba: biedz, dec, isc, lezc, niese, wiesc^.
wiezc etc. etc.
99

Die Grundbedeutung, woraus sieh die Aktionsartfunktionen


des za-Fiäiüxes entwickelt haben, ist nicht mit völliger Sicherheit
zu bestimmen. Die Etymologie dieser Partikel ist noch nicht
klar. Formantien, deren genetischer Zusammenhang damit un­
zweifelhaft wäre, sind i n den nichtslavischen Sprachen nicht ge­
funden. Die Zusammenstellung mit gotischem ga-, deutschem ge-, die
p h o n e t i s c h keine grössere Schwierigkeit bietet \ ist auf Grund
semasiologischer Betrachtung nicht ohne weiteres annehmbar.
Die Bedeutungsfunktionen des ga- stimmen besonders gut mit sü-
überein, mit^'a- sind die Berührungen zweifelhafte)-. Ich habe schon,
S. 84 Fussnote 2, durch einige Beispiele die Aufmerksamkeit auf
die Korrespondenz von ga- [ge-) und sä- {z-) gelenkt. Wer die Ver­
hältnisse näher betrachten will, wird eine Menge Parallelen
finden, vgl. got.—aksl.: gabairan (s. Marcus 4,80) —swötmit ['zu­
sammen'], gagudei —• sühozistvo ['mit'], gatairan — südtrati ['zer-']
— gamamvjan — .9Mde?a^i (entlokahsiert) usw. E i n germanisches
Verbalpräfix, das der F u n k t i o n nach m\i sa- korrespondiert, ist
das deutsche er-. V g l . deutsch und polnisch: e r f o r d e r n —
mzqdac, e r f r a g e n — mpytac, e r h ä r t e n — saJiartowac, er­
a r b e i t e n —• sapracowac (def.), e r g l ä n z e n — zaswiecic sig,
e r h e b e n — sadriee (mom.); — e r b l ü h e n — sahwitnqc, er­
k r a n k e n — zaehorowac (inch.), e r e i l e n — gasTcoczye, e r k l e t ­
t e r n — zalezc (perkurs.)^. Mit fixierter Nachduration stehen im
Deutschen sehr viele er-Komposita: e r b e t t e l n , e r b e u t e n , er­
k ä m p f e n , e r d i c h t e n , e r f a h r e n , e r k e n n e n usw. Das litau­
ische Definitivpräfix ist uz- : üzdegu anzünden : zapalic (def. > inch.),
uzdengiü bedecken :zakryc (def. L), uzgestü verlöschen :zagasic,
uzmirsztü vergessen : zapomniec, üzmuszu erschlagen, töten -.zahic
(def. T.), uzrakinü zuschliessen : zamknqc, uzseju daraufsäeu zasiac
(def. L) usw. Wie das polnische za- kommt das litauische uz

' Der Vokal ist jedoch im Germanischen k u r z , im Slavischen l a n g .


' Das got. MS- scheint vorwiegend effektiv zu sein, s. IX, ga- ent­
spricht m e i s t e n s sü-, jedoch gibt es Fälle, wo ga- definitiv oder perkursiv
ist und diese Funktionen vielleicht uralt sind: .^astaWan erwerben < *staldan
besitzen, gasniwan hineilen etc. Die meisten Bedeutungsparallelen bietet
aber ga- mit sü. Wenn ga- aus e i n e m idg. Präfix entstanden ist — und
nicht eine Kontamination der Eeflexformen von ko-und ghö-ist, was mir am
wahrscheinlichsten scheint, — so hat man es in erster Linie zu der Bedeutungs­
gruppe 'zusammen, mit' (lat. com etc.) zu stellen. — BUGGE, P . B . Beitr. 12,399 ff.
100

auch beim Substantivum als Präposition vor und zwar mit der­
s e l b e n Bedeutung ' h i n t e r ' (auch 'für', 'wegen' ganz wie za).
Das zweite Element der litauischen Partikel kann mit dem ersten
der slavischen phonetisch identisch sein: z = z (idg. gh). Das
lit. uz dürfte dann etwa eine Verschmelzung zweier Phoneme sein:
es k ö n n t e darin stecken ein zum slav. za- gehörendes z < *zu- ^ - f
einem vorgesetzten u-, vielleicht der Schwundstufe zum alt­
indischen ava-, lat. au-, slav. u-, das etwa um die Bewegung näher
zu markieren hinzugekommen wäre^. In der albanesischen Sprache
gibt es auch eine Präposition mit der Bedeutung ' h i n t e r ' , deren
letztes Element (< gh) mit lit. z, slav. z verwandt sein kann: id'^.
Das wahrscheinlichste ist, dass man den Ausgangspunkt der
Bedeutungsdifferenzierungen des ^-a in der l o k a l e n Anschauung
zu sehen hat und nicht mit OGONOWSKI * eine intensive Be­
deutung (za = zhyt) als die ursprüngliche betrachten darf. (Diese
erklärt sich ja sehr gut aus einem räumhchen Sinn 'zu weit' =
'hinter dem Ziele'). Die Grundbedeutung von za ist wohl 'Be­
ziehung auf eine e n t f e r n t e L o k a l i t ä t ' . Beim Verbum würde
dann d i e p e r k u r s i v e Aktionsart — urspr. etwa = 'weit, zu E n d e
gehen' usw., (vgl. zadü, x^Savo?, arm. jet etc.) — die Anschauung
sein, woraus in erster Linie sich später die anderen Bedeutungs­
funktionen entwickelt hätten. Mir scheint diese Auffassung ge­
netisch sehr natürhch, ja, i n dem heutigen Sprachgefühl sogar
noch bemerkbar, z. B . bei den Definitiven, besonders den Mit­
teilungsverben. In zapytac, zalcomenderowac, noch mehr zatelefono-
ivac, zatelegrafowac, ist eine Fortbewegung — das H i n g e l a n g e n
der Mitteilung — neben der Bestimmtheit, dem rein definitiven
Element der Tätigkeit, hervortretend. Dasselbe ist in der Gruppe
der momentanen (ev. inchoativen) Verba der F a l l : zaivotac,
zalcrzyczec, zanöcic^Hingelangen eines Lautes (oft zugleich einer

^ uiu in Samogetien = preuss. lit. uz-; sehr eigentümlich ist azu- das
bei Szyrwid, also im Samog. konsequent für Ut uz- steht, diese Form stützt
jedoch meine Vermutung, dass in ui- eine Kontamination zweier Elemente
vorliegt.
' Vgl. die Vermutung Brugmanns über got. us-. K u r z . v g l . G r . §
591 A n m . und § 600.
' Vgl. MEILLET, M ä m . 8, 296; 10, 141 f., UHLENBECH, P . B . B e i t r .
27, 114, PEDEHSEN, K . Z . 38, 421.
* Bozprawy i Spratoozdania z posieäzeft ivydzialufilologicznegoAlcademii
Umiej^tnoici. Tom V. Krakow 1877.
101

Mitteilung); bei den Lichtverben: zahlyslmc, zamigotae, zaishrzyc si§


etc., lässt sich za- als ein ursprünglich für die Bezeichnung eines
schnellen r ä u m l i c h e n V e r l a u f e s (des Weges des Blitzstrahles
usw.) dienendes Präformativum auffassen; noch deutlicher ist
dies der Fall bei den Zeitwörtern für 'heftige Bewegung', zairzqsc,
zadygotac etc. V g l . hiermit die mit der Präposition t i l i = ' z u ' ,
'nach' gebildete momentane Aktionsart des schwedischen Zeit­
wortes: b l i x t r a t i l i , g l i m m a t i l i , g n i s t r a t i 11, s k a k a t i l i ,
d a r r a t i l i usw. (=zabiyshac etc.) Bei den momentan-inchoa­
tiven Verben und den Definitiven der Bedeutungsgruppe'mitteilen'
dürfte also der übliche lokale Sinn der Präposition za mit dem
Akkusativ — wie bei den Perkursiven — die Aktionsartbildung
veranlasst haben. Bei den meisten Definitiven und den Inchoati­
ven, welche nie zugleich momentan sein können (inch. < def.:
zaehorowac etc.), dürfte dagegen die Bedeutung der Präposition
za mit dem Instrumental die räumliche Anschauung ergeben haben,
woraus sich eine zeitliche Funktion entwickelt hat: Was im Räume
h i n t e r etwas sich befindet, wird in der Zeit zu etwas, was d a n a c h
folgt. Die hierher gehörenden Inchoativa sind als Definitiva zu
betrachten, deren Nachduration dieselbe Handlung wie die Ver­
baltätigkeit ist. Einige Bildungen können entweder Definitiva
oder Inchoativa sein, z. B. niepohoic, hlopoiac, troszczyc sig: man
beunruhigt sich selbst oder einen andern für eine längere Zeit
{— def.), aber während dieser Zeit ist die Nachduration mehr
oder weniger latent oder indirekt dieselbe Tätigkeit wie die
Verbalhandlung (—inch.); rumienic si§, pienic sig, pocic sig etc.
können Definitiva sein = 'man wird rot und die entstandene
Röte bleibt für eine Zeit' usw., aber auch Inchoativa = 'man
wird rot und wird dann noch röter' usw.
Bei mehreren Verben ist es schwer zu entscheiden, welche
Anschauung — die p e r k u r s i ve (: .sa mit dem Akk.) oder die de­
f i n i t i v e {-.za mit dem Instr.) als die ursprüngliche zu betrachten
ist, z. B. bei den Verben des Mitteilens (zazqdac etc.), wo beide
Bedeutungsseiten zugleich hervortreten.

V . na-.
Als rein aktionsartbildendes Formans trägt dieses Präfix
nur e i n e Funktion. Es bezeichnet eine durativ-definitive
Vollendung: ein längerer, gewöhnlich absichtlicher Handlungs-
102

verlauf bringt ein Resultat, dessen Beharren, Bestehenbleiben


besonders stark fühlbar ist. Neben dieser reinen ( = immateriellen,
temporalen) Funktion, die bei ziemlich wenigen Zeitwörtern zu
finden ist, steht die weit gewöhnhchere a m p l i f i k a t i v e : na- mar­
kiert das Hervorbringen eines Resultates i n g r o s s e r M a s s e ,
eine starke Pluralität — Kollektivität — der Objekte hegt vor
(es ist ge wisser massen ein verstärktes Distributivum).

Durch n a - dur.-def. werden perfektiviert:


A . A l s e i n z i g e oder z e n t r a l e v o l l e n d e t e F o r m .
Verba mit der Bedeutung:
1) etwas a u f e i n e r ( O b e r ) f l ä c h e [graphisch] d a r s t e l l e n :
pisac, lasgrac, maloivac, rysoivac, sslcicotvac, sstychoivac, punMowac,
stemploioac; pigtotvac; cechowac (gew. nur bildlich).
B e m . Die meisten dieser Verba haben Nebenformen mit
sa-, od-, wy-, o-, s. unten; auch sind sie nur wenig entlokalisiert.
2) N a h r u n g oder K e n n t n i s verschaffen: Tcarmic, poic,
sycic; ucsyc, radsic sig.
3) N a m e n oder W ü r d e geben: sivac, mascic = salben.
4) Durch z i e l s t r e b e n d e Tätigkeit e i n e b e h a r r e n d e
F o r m hervorbringen: ostrsyc, stroic = stimmen.
5) Nach und nach eine b e h a r r e n d e kollektive Q u a n t i t ä t
herbeischaffen: pelnic — inllen, ladowac, elektryzotvac,; nizac.
6) In Bezug auf d i e k ü n f t i g e T ä t i g k e i t e i n e s
a n d e r e n etwas u n t e r n e h m e n (sprechen): kazac = befehlen,
strgczyc.
B . A l s m i t z- res. (ev. mom.) w e c h s e l n d e F o r m .
elektryzotvac (6 C 1), gicf.c, puchnqc, chylic, darzyc sig, jezyc,
kreslic (na- L.), moczyc, parzyc (s. 6 C 2), pelnic (6 D 1), rodzic (1, 1),
kierotvac, s. 6 B .
0. A l s m i t M - d u r . w e c h s e l n d e F o r m .
rodzic, malowac, rözowac, ladowac; mit Bedeutungsdifferen-
zieruug: mascic (1 na- == salben, 2 M - = mit Fett bestreichen, stroic
(1 na- = stimmen, 2 «- = putzen).
D . A l s m i t za- def. w e c h s e l n d e F o r m .
giqc (def. F.) puchnqc, ostrzyc (def. F.), pelnic = füllen (def.-
lok.), chylic (def. F.), krzytvic (na- selten), moczyc, rysowac (def. F.),
kreslic (def. F.), pisac.
103

E . A l s m i t wy- eff. w e c h s e l n d e F o r m .
ostrgyc, ucsyc, maloivac, punJctoivac, rysowac, sztychoivac.
P. A l s m i t po- w e c h s e l n d e F o r m , ostrgyc (distr. u.
prät.), ucgyc (konsek.)

Wie das definitive ga-, ist das aktionsartfungierende na- aus


zwei lokalen Anschauungen zu erklären, 1) na mit dem Lokativ —
'etwas auf einer (Ober)fläche ausführen', daraus napisac, namaloivac,
narysotvac etc., 2) na mit dem Akkusativ — a) 'etwas auf etwas
anderes hinlegen', daraus napelnic, naiadowac, nanigac etc„ wohl
auch naostrgyc, nastroic; — b) 'auf, nach etwas hinzielen' (hin­
streben etc.), daraus nakieroivac, nagiqc etc. wohl auch naucgyc,
naJcagac. (Vgl. fcierowac na pratvo, uczyc czegos na zlo, dialektisch:
nczyc siQ na Jcsigdga etc.).
Aus der Bedeutung 2 a) hat sich auch das A m p l i f i k a -
t i v u m entwickelt: namnozyc, narobic, naslcupoivac etc. etc. < 'das
eine auf das andere häufen, bis eine grosse Menge ent­
steht: IV miescie namnozyiy sig rozioje. III. — do wytoczenia
spratvy, liöra narobüa tyle halasu. Gon. Wielk. — Taka para
moze narobic matzenstw, jak maku, kazdy botviem, patrzqc na nich,
musi sobie powiedziec: ^E! jesli to tak, to si§ geni§!» Sien. —
naskupowai mnöstwo rzeczy. II. — V g l . mit der amplifikativen
Verwendung des polnischen = 'a u f' die Funktion des schwedi­
schen p ä = 'auf' beim Zeitwort um eine kontinuierliche Iteration
zu markieren: t r a m p a p ä ( = mehrmals treten), p i s k a p ä
(mehrmals peitschen) usw. usw.
Einige durch na- perfektivierte Verba sind vielleicht als
abgeschwächte Amphfikativa zu betrachten. Sehr nahe dieser
Bedeutungsklasse steht die Gruppe 'nach und nach eine behar­
r e n d e kollektive Quantität herbeischaffen': napeinic, naiadowac
etc. Auch die Verba für Nahrung geben: nakarmic, nasycic,
napoic könnten aus einer quantitativen Anschauung entstanden
sein. In dem Amplifikativum steckt immer die durativ-definitive
Aktionsart: 1) es gibt immer eine Duration (und zwar eine sehr
starke), 2) es wird ein grosses bestehendes Resultat hervorgebracht
(fast alle Amplifikativbilduugen — besonders wenn sie durch si§
verstärkt sind — haben die Nebennuance: 'es ist so viel aus­
gerichtet, dass nichts mehr zu tun nötig ist').
104

In dem na mit dem Lokativ wie dem na mit dem Akkusativ liegt
auch eine Duration -|- einer Nachduration: pisac sloivo na scianie
— 1) Es e r f o r d e r t e i n e g e w i s s e Z e i t um das Wort auf die
Fläche zu bringen, 2) das, was nach Beendigung der Handlung
auf etwas steht, b l e i b t z u r ü c k ; — hierotvac konia na pratvo
1) Die Bewegung erfordert eine Duration, 2) das Pferd wird
eine gewisse Zeit in der angegebenen Richtung laufen.
Unter den mit dem slavischen na- verwandten Präverbien
anderer Sprachen sind besonders das litauische nu- und das
griechische äva- zu bemerken. Dieses findet sich in mehreren
Bildungen, welche mit den slavischen korrespondieren: ävaStSäaxw
='deutlich, gründlich lehren'. (2. auch = n e u belehren): nauczyc;
(iva:tX'/]pöw = 'ausfüllen, erfüllen': napelnic; avazpswiü = 'auffüttern':
7iakarmic. — Im Litauischen gibt es Komposita mit nu-, die eine
amplifikative Nuance zu haben seheinen: nu-si-dirbu 'sich ab­
arbeiten', nu-si-ga,sh\ 'in Schrecken geraten', nu-ilstü 'müde
werden'; nuUüstu, nu-si-menu, nu-si-smülnyju 'traurig werden',
nuplinkü 'verbrüht werden' — vgl. napraeoivac sig, nastrassyc sig,
natroszczyc sig, natrudzic sig. (Bemerke die verstärkende Reflexiv­
verbindung im Polnischen und Litauischen bei transitiven Stäm­
men, eine solche kommt auch bei po- distr. vor, s. X I V ; ebenso
bei tvy- und do-.) Den polnischen analoge Bildungen sind z. B .
noch nu-si-iinkti, nu-si-düdu 'sich ereignen': nadarzyc sig.
Die litauischen wM-Komposita sind mit Vorsicht zu beurteilen,
moderne Einwirkung von selten des Slavischen könnte vorliegen.
Die Grundfunktion der litauischen Präposition ist nicht wie die
der slavischen und griechischen 'auf etwas sein' [beim Loka­
tiv, resp. Dativ] oder 'nach etwas h i n sich bewegen' [beim
Akkusativ], sondern ' v o n etwas h e r a b sich bewegen' [mit dem
Genitiv], -als Präfix ist nu- gewöhnlich mit 'ab-' zu übersetzen.
— V g l . auch deutsches a n - : a n g e w o h n e n etc. (dur.-def.)
V I . przy-.
Die eigentliche (rein temporale) Aktionsartfunktion des przy-
ist dieselbe wie bei na-: es markiert eine durativ-definitive
Vollendung. In dieser Bedeutung ist es jedoch viel seltener als na-.
Bei den Fortbewegungsverben dient es dazu die terminative
Vollendungsform zu bilden. Für die Deminutivbildung ist es
das gewöhnlichste Präfix z. B.: chory prgytyt (roch§; cokoltviek
glos pr.sycisByl; kassa na kolacyg cokoltviek hyla prsypalona (vgl.
105

schwedisches »vidbränd») / / ; hulki hyly nieco przyrumienione.


III etc. Deminutiva sind die Bildungen: przyäusic, przytiumic,
(vgl. przycisgyc); przyczerwienic, przyczernic; przycmic si§ usw.
Als einzige vollendete Form kommt das j:)?-Ä'y-Kompositum
nie vor und kaum irgendwo als die zentrale, es sei denn bei
gotowac und witac, bei denen jedoch eiue z-, resp. eine po-
Form ebenso geläufig und ihrer Bedeutung nach allgemeiner ist.
a. Durch p r z y - dur.-def. werden perfektiviert:
A . A l s m i t z- res. (ev. mom.) w e c h . s e l n d e F o r m .
naglic, niewolic, gotoivac.
A n m . Noch etwa gnghic, ttoczyc; ngcic, tvahic, bei denen
jedoch die lokale Bedeutung vorwaltet.
B. A l s m i t . ^ a - d e f . w e c h s e l u d e F o r m .
aresztowac, stosowac.
0. A l s - m i t 230- k o n s e k . w e c h s e l n d e F o r m .
witac.
b. Durch p r z y - t e r m . werden perfektiviert als mit za- per-
k u r s . u n d po- k u r s . wechselnde F o r m :
D i e F o r t b e w e g u n g s v e r b a : hiedz etc., s. I V , 3.

Die durativ-definitive Funktion des przy- ist aus der ter-


m i n a t i v e n Bedeutung entstanden. (Vgl. definitive Funktion
< perkursiver). Die mit przy- gebildete Vollendung eines Fort-
bewegungsverbums impliziert den Begriff der Nachduration: p)rzy-
szedt do pana jalcis gosc z. B. enthält im Gegensatz zu zaszedi...
den Nebensinn, das der betreifende für einen bestimmten Zweck,
für eine bevorstehende Handlung angelangt ist. Um von gngbic,
Uoczyc; ngcic, wahic nicht zu reden, bei denen die lokale Anschauung
vorwiegend ist, liegt auch sonst bei den ^r^s-^z-Komposita, die als
rein temporal zu klassifizieren sind, im Handlungsbegriffe eine
Fortbewegung mehr oder weniger bildhch vor: bei naglic, niewolic
das Hingehen des Gedrängten, des Gezwungenen um eine Hand­
lung auszuführen; bei aresztowac, stosowac das Hinbringen des
Objektes in eine Lokalität um dort zu bleiben; bei witac wird
die prsy-Yovm. besonders gebraucht, wenn jemand (ein Gast usw.)
angelangt ist [po- wird gebraucht, wenn man einen Bekannten
grüsst: dort — bei przy ist die Nachduration [: das Wohnen,
der gesellschaftliche Verkehr], hier die Vorduration fixiert.) Nur
bei gotowac hegt der Begriff einer Fortbewegung nicht so deutlich
106

vor (es wäre etwa das Ankommen einer Person usw., für die man
etwas vorbereitet hat). Hier findet man obzwar weniger gewöhn­
hch auch für die durativ-definitive Bedeutungskategorie eine wa-
Form, z. B. bei Mickiewicz {T. I.): Wdziat wigc jah mögtnajprg-
dzej niedzielne ubranie Nagotowane 0 rana, ho od rana wiedzial,
Ze u wiecserzy igdzie 0 mnöstwem gosci siedziat. In der Normal­
sprache gebraucht man bei dur.-def. Vollendung przy- mit Hin­
blick auf die Tätigkeit (das Ankommen etc.) einer P e r s o n , na- mit
Fixierung des Fungierens des G e g e n s t a n d e s für etwas [na co).
Bei na- findet sich auch eine amplifikative Bedeutungsnuance: Na­
gotowane znajdziesz tvszystJco do uhrania. T. V. (dur.-def. ev. ampl.)
Im Vergleich mit dem rein temporalen na- scheint das ent­
lokalisierte przy- stärker durativ zu sein, bei przynaglie, przynie-
wolic, przystosowac ist die Duration eher eine' langmomentane
Iteration, hei przygotowac = 'vorbereiten' ist in der Regel die Tätig­
keit eine mannigfache.
VII. roz-.
Die Aktionsartfunktion des roz- ist a u g m e n t a t i v : es mar­
kiert, dass eine Steigerung des Resultaterreichens stark hervor­
tritt, fixiert eine Mehrheit von Resultatsstadien innerhalb der
Handlung — Wirkungen der Tätigkeitsmomente auf das Objekt
—, die bis zum effektiven Endresultat eine stetig steigende Pro­
gression bilden.
a. Durch r o z - aug. werden perfektiviert:
A . A l s e i n z i g e oder zentrale v o l l e n d e t e F o r m .
zioscic, drazmc (auch po- prät,), piescic (auch po- prät.), weselic
(u- dur. veraltet).
B . A l s m i t z- res. (ev. mom.) w e c h s e l n d e F o r m .
migJcnqc, migcsyc, topniec, tojnc, Tcruszyc [roz- L), grzac, gnie-
wac (auch za-), trivonic [roz- L).
O. A l s m i t u-, 0- d u r . w e c h s e l n d e F o r m .
grzac [0- L , s. B), trzezwic, weselic [u- veraltet), radowac [roz-
selteuer als «-).
D . A l s m i t za- def. (ev. i n c h . ) w e c h s e l n d e F o r m .
dniec, jasnieö, isJcrzyc si§, promienic si§, czerwieniö sig, jqtrsyö
sig, smiac sig, hochaö sig, chorowaö [roz- sig), j§eze6.
B e m . Auch die Bildungen mit roz- sind hier oft Ingressiva.
E . A l s m i t ivz- aug.-def. w e c h s e l n d e F o r m .
hudzic (auch z-, 0- etc.), niecic.
107

F . A l s m i t od- a k k u r . w e c h s e l n d e F o r m .
röznic (als Simplex selten).
b. Durch roz- mit verblasster L o k a l i t ä t s b e z i e h u n g
werden perfektiviert als einzige oder zentrale vollendete Form:
Verba mit der Bedeutung ' l o k a l t r e n n e n ' : pruc, czochrac,
lupac (po- distr.), ptataö (s- bildlich), dwoic = zerteilen, dzieliö,
Tcruszyc (s- ree., ev. mom.), hrsewic, szerzyc.

In der Verbalgruppe b) liegt, wenn man subtil analysiert,


auch die augmentative Kategorie vor: das Trennen usw. geschieht
mit ansteigendem Resultaterreichsti — mehr und mehr, dann ganz
—. Doch ist hier die Aktionsart wenig fühlbar, teils ist die
lokale Anschauung, in welcher sie inhäriert, nicht ganz geschwun­
den, teils findet sich in dieser Gruppe keine andere Präfixbildung,
neben welcher eine temporal-resultative Bedeutungsdifferenz scharf
hervortreten könnte, d. h. noch eine verlaufschildernde Form, wie
podraznic neben rozdraznic, uradowac neben rozradowac, gibt es
hier nicht: der Unterschied zwischen sJcruszyc und rozJcruszyc
wird in erster Linie als m o m . — d u r . empfunden, — jedes
Augmentativum ist natürlich zugleich ein Durativum, schildert
eine Handlung in ihrem Verlaufe.
Die Entstehung der augmentativen Aktionsart ist in der
Anschauung eines räumlichen Auseinander zu suchen: was sich
von einander löst, entfernt, tut dies in der Regel mit immer
mehr anwachsendem Resultate [<^]. Dass mehrere Bildungen
mit roz- Ingressiva sind (D. Bem.), ist auf Grund dieser An­
schauung sehr verständhch, vgl. die deutschen Ingressivbilduugen
mit l o s - : l o s l a c h e n , l o s s t ü r m e n , l o s s t ü r z e n usw., die ge-
wöhulich eine augmentative Handlung bezeichnen ( l o s d o n n e r n
usw.). — H i n und wieder kann an- augmetativ fungieren: an­
s t e i g e n , a n s c h w e l l e n etc.

VIII. WZ-.
Entlokalisiert hat dieses Präfix fast dieselbe Bedeutung wie
roz-, es bezeichnet eine Steigerung beim Resultaterreichen, aber
die Aktionsart wird noch in Bezug auf das Resultat durch die
Fixierung seines Besteheubleibens, seines Beharrens (die Nach­
duration) verstärkt; seiner Funktion nach ist wz- augmentativ-
definitiv.
108

a. Durch w z - aug.-def. werden perfektiviert:


A. Als zentrale vollendete Form.
hogacic, mocnic. (Die Formen mit z- sind seltener und er­
sichtlich aus tvz- verkürzt.)
B . A l s m i t z- res. w e c h s e l n d e F o r m .
hudsic [neben roz- etc.], (ev. iogaciö, mocnic).
0. A l s m i t v,-, 0- d u r . w e c h s e l n d e F o r m .
rösc [tvz- L), hurzyc = aufhetzen (o-), mocnic.
D . A l s m i t .e^a- def. w e c h s e l n d e F o r m .
Ironie = verwehren, burzyc = aufhetzen, in Sturm versetzen.
E . A l s m i t J30- w e c h s e l n d e F o r m .
gardzic.
P . A l s m i t roz- aug. w e c h s e l n d e F o r m .
hudzic, niecic.
b. Durch w z - m i t v e r b l a s s t e r L o k a l i t ä t s b e z i e h u n g wird
perfektiviert:
piqc si§ (emporklimmen).
Die lokale Bedeutung, woraus sich die augmentativ-definitive
Funktion entwickelt hat, ist 'hinauf, 'empor' [iwzhic, ivzleciec etc.).
In der Bedeutung 'hinauf ^ liegt wie in 'auseinander' <^ eine
S t e i g e r u n g (= aug.). Was hinaufgebracht wird, kann da-
urch in eine A k t i o n versetzt werden, — bei hudzic, hurzyc,
niecic; — oder es erreicht eine Höhe, von der es nicht herab­
sinkt, sondern eventuell noch höher steigt: hieraus ergibt sich
die Nachduration (def. = ein bleibender Zustand) bei rösc, hogacic,
mocnic, gardzic, Ironie. V g l . das deutsche Präverb auf-: auf­
h e i t e r n , a u f m u n t e r n , a u f r e i z e n , bei denen eine Steigerung
des Resultaterreichens vorliegt (= ro^- aug.), imd das schwedische
u p p (= herauf), das nicht nur a u g m e n t a t i v (z. B . m u n t r a
upp, r e t a upp), sondern auch a u g m e u t a t i v - d e f i n i t i v sein
kann (z. B. v ä x a u p p , l ä r a upp, p i s k a upp).
Das mit dem polnischen wz- korrespondierende litauische
Verbalpräfix ist uz- — 'empor, hinauf, welches jedoch fast nur
lokal zu sein scheint [uzäugu ist wie wzrösc nicht ganz entloka-
siert) ^.
' Lit. M i - = slav. tüz- (:herauf-) und za- (:hinter- und definitiv; viel­
leicht <u-\- zu-, altlit uzu- neben azu- alt. ostlit. [MEM. I X , § 55]). Die
phonetischen Verhältnisse von lit. uz und isz, slav. m(z-, za-, iz- sind schwer
zu beurteilen, wahrscheinlich steckt in allen z {sz < s) resp. z dasselbe Ele­
ment {yh); vgl. noch prezü, prozü, tiizü.
109

IX. wy-.
Die Aktionsartfunktion des tvy- ist eflfelstiv, es markiert,
dass eine Handlung g r ü n d l i c i i vollendet ist. Neben den Fällen,
wo es als ein deutliches A k t i o n s a r t p r ä f i x steht, fungiert es —
wie roz- und tvz- — als ein aus verblasster Lokalitätsbeziehung
entstandenes a s p e k t ä n d e r n d e s Formans schlechthin (bei Zeit­
wörtern, deren Simplicia schon e i n e B e w e g u n g nach aussen
von innen heraus bezeichnen).

a. Durch wy- eflf. werden perfektiviert:


A . A l s e i n z i g e o d e r z e n t r a l e v o l l e n d e t e B'orm.
Jcsztatcic [u- viel seltener), palic — raMchen (< L.), sfawic,
starczyc (nur uupersöhnlich), statoic = errichten, bauen (2. = stellen
pf. po-, tc-), szczerMc, sledzic, stvigcic = zum Priester weihen, irzehic
= ausroden, hrulcowac, delegowac, drulcoivac, eduhoivac, egzaminotvac,
eicshuzotvac [alle Zeitwörter mit lat. e- ex- haben ivy- als Pf., s. b, wo
die lokalen Verba angeführt sind], ehwipowac, elegantoivac, garhowac,
hehloivac, Jiodowac, idealisoivac (auch z-, aber tvy- gewöhnlicher),
imaginowac [z- selten), inJcrustowac, Jcombinowac (auch s-, aber tvy-
gewöhnlicher), legitymotvac, murotvac, punJctotvac(na- mehr lok.), pielq-
gnowac, polerowac,prasoivac, rytowac, strofoivac, [tvy- fast gewöhnlicher
als ze-), stylizowac [tvy- = abfassen, u- mehr von Kunststil), supteli-
zotvac, szJcalowac, szlifowac, szorotvac (u- selten), sztychoivac, woshotvac.
B e m . Wie wir sehen, sind es Verba, i n d e r e n B e g r i f f e
das Streben nach einer b e s o n d e r e n , s o r g f ä l t i g e n oder sehr
g r ü n d l i c h e n Vollendung liegt: Jcsztatcic, eduJcoivac, egzaminotvac;
elegantoivac, suptelizotvac etc. Bemerke besonders die g e w e r b s ­
m ä s s i g e n Tätigkeiten um etwas s t a r k oder s c h ö n zuzubereiten,
herzustellen: asfaltoivac, bruJcotvac, garboivac, Jieblotvac, inJcrustowac,
polerowac, prasowac, szlifowac und ähnliche. V g l . : E r s t e r A b ­
s c h n i t t 13 Schluss und D r i t t e r II D.
B . A l s m i t .5- res. (ev. mom.) w e c h s e l n d e F o r m .
c}iudncj,c, gasnqc, petznc(,c, scJinqc, zotJcnqc, cJitostac, röwnac,
szarzec, biedniec (tvy- selten), bielec, tvietrzec (L), biedzic, burzye =
zerstören, drgczyc, gtadzic = vertilgen, grzmocic, gubic, Jcropic —
schlagen (scherzhaft), Jcruszyc, mierzyc (1. messen 2. wohin zielen),
niszczyc, nudzic, parzyc, pelnic = erfüllen, robic, sierdzic sig, straszyc.
bronotvac, budowac (L), fotografoivac, gotoivac = bereiten, idealizotvac
(tvtj- häufiger), imaginotvac (z- selten), Jcombinotvac, JcivalifiJcotvac, miar-
110

kowac = merken, erschliessen, pröboivac, püotvac = feilen, policz-


lioivac, reparoioac, strofoivac [se- vielleicht seltener), sgyTcotvac.
0. A l s m i t M-, 0- dur. w e c h s e l n d e F o r m .
Siehe: II D und III D.
D . A l s mit po- p r ä t . w e c h s e l n d e F o r m .
starac sig, ssperac, ssuTcac, trsymac (neben ws- etc.), tulac sig,
myslec [wy- ic), cmhic si§, pracowac.
B e m . Hier markiert nur ivy- eine wirkliche = ganz resul-
taterreicheude Vollendung, po- eine bloss zeitliche.
P . A l s m i t po- p r ä t . und za- 6.et. w e c h s e l n d e F o r m .
Die Verba mit der Bedeutung 'verspotten, verhöhnen': dnvic,
kpic, szydzic.
E . A l s m i t 230- p r ä t . und u- d u r . w e c h s e l n d e F o r m .
stac, siedziec.
b. Durch tmj- m i t v e r b l a s s t e r L o k a l i t ä t s b e z i e h u n g wer­
den perfektiviert:
doic [kroivg; u- mleka), roic si§ (schwärmen von den Bienen),
ekspedyowac, ekspensotvac, eksplodotvac, ekspropryowac, emancypowac,
emiyrowac, gorsoivac (sehr ausgeschnitten kleiden, gew. — sig),
kieikotvac, Iqdotvac, x)rostotvac = gerade machen, paroivac — verdamp­
fen, produkowac, rugoivac (vertreiben).

Der lokale Ursprung der effektiven Aktionsart ist ganz


deutlich. In vielen Fällen sind die Effektivität und die Lokal­
bestimmung 'heraus' beide gleich stark im Bedeutungsinhalt
des Kompositums bemerkbar: tvypalic ausrauchen, tvystarczyc
ausreichen, ivytrzebic ausroden usw. In den meisten indo­
germanischen Sprachen findet ujan eine effektive (gründliche)
Vollendung (resp. Ausführung) einer Verbalhandlung durch eine
Präposition mit der Bedeutung 'aus' bezeichnet: ezStSäaxü), edoceo;
a u s l e r n e n : ivyuczyc (gründlich lehren); (altindisch) utpunäti,
sxxÄ'&afpw, expurgo, iszczystyju, uspwahan, a u s w a s c h e n : wy-
czyscic (gründhch reinigen, jedoch mit noch fühlbarer Lokalbeziehung
'durch Reinigen entfernen'); sx'fpovitCw, excogito, iszsimislyju, aus­
d e n k e n , (schwedisch) u t t ä n k a : wymyslic usw.
Phonetisch verwandt ist wy- am nächsten mit got. MS-, sehr
bemerkungswert ist hier auch die semasiologische Übereinstim­
mung; das germanische Präfix, welches in der deutschen Sprache
vorwiegend definitiv ist (er-), scheint im Gotischen, wenn ent-
III

lokalisiert, fast immer effektiv zu sein: uslaisjan, usmanagnan,


ussakan, ussohjan, usspillon etc. (definitiv sind vielleicht nur us-
hidjan 'erbitten', usiugjan 'erkaufen'); in der schwedischen Sprache
ist ut das effektive Präfix par preference.

X. prze-.
Hier finden sich d r e i Aktionsartfunktionen:
1) Eine perdurative Vollendung: dass eine Handlung v o n
Anfang b i s Ende durchgeführt ist. Abgesehen von cierpiec, wo
neben prse- u- steht, fällt diese Kategorie praktisch betrachtet
mit der durativen zusammen {-.prsie- ist das Durativpräfix bei
aktivitätlosen — intransitiven — Zeitwörtern). — 2) E i n prä-
teritiver Abschluss: dass während einiger Zeit (gew. einer kurzen)
eine Handlung ohne Hinbhck auf ein Resultaterreichen vor sich
gegangen ist. (Das gewöhnlichere Präverb hierfür ist po-). —
3) Eine effektiv-definitive Vollendung: dass eine Handlung
gründhch beendigt ist, und dass ihr Resultat für eine bestimmte
Zeit bestehend bleibt.
a. Durch prze- perdur. werden perfektiviert:
A . A l s e i n z i g e oder z e n t r a l e v o l l e n d e t e F o r m .
spac (po- prät. selten), nocowac (za- inch. > dur.), zimowac.
B . A l s m i t 290- p r ä t . w e c h s e l n d e F o r m .
zyc, stac, czekac, czytac, grac, mieszkac, trwad, heczec, cierpiec,
spac [po- selten).
O. A l s m i t z- res. w e c h s e l n d e F o r m .
milczec [za- def.), pgdzic — [Zeit) vorbringen.
D . A l s m i t M-, 0- d u r . w e c h s e l n d e F o r m .
hwitnc{:C (o- L.), stac, cierpiec.
E . A l s m i t za- def. o d e r i n c h . w e c h s e l n d e F o r m
Tcwitnqc (inch.), cÄotüac = bewahren, czehac, grac (inch. > dur.),
spiewaö (inch. > dur.), ieczeö (inch.), brzmiec (inch.), nocowaö
nch. > dur.)
F . A l s m i t wy- eff. w e c h s e l n d e Form.
stac, trwac, cierpiec, spaö (wy- si§), äleczec [wy- sig), studyowaö.
G. A l s m i t od- a k k u r . w e c h s e l n d e F o r m .
grac, spiewac.
b. Durch prze- prät. werden perfektiviert:
A . A l s m i t z- res. (ev. mom.) w e c h s e l n d e F o r m .
cMostac, hronowac.
112

B . A l s m i t M-, 0- d u r . w e c h s e l n d e F o r m .
(Verba für 'reinigen') myc, csesac, plukac (o-), esyscic (o-);
gotoivac = kochen.
c. Durch prze- eflf.-def. werden perfektiviert:
A. A l s e i n z i g e oder zentrale vollendete Form,
ie^wac = segneu (vgl. przeJclqc verfluchen, dessen Simplex
jedoch nicht mehr diese Bedeutung trägt: jetzt = Fluch Wörter
sprechen).
B. A l s mit res. (ev. mom.) w e c h s e l n d e F o r m .
moMqc [prse- L ; auch za- def.-lok.), jednac[po- dur.-kon.),
hudzic, moczyc {prze- L.), palic = (ver)brennen, ^fc^.J2c=verbringen,
straszyc {ze- za- etc.), traivic, trwonic, marnotvac.
O. A l s m i t za- def. w e c h s e l n d e F o r m .
zighic sig, s. 15 C. Schluss.
d. Durch prze- mit verblasster L o k a l i t ä t werden per­
fektiviert:
cedzic, nicoivac, wertotvac; möwic (oft Ingressiv), tiömaczyc =
übersetzen.
Der lokale Sinn, woraus sich die drei Aktionsartfuuktionen
entwickelt haben, ist 'hinüber, durch'. Die perdurative Kategorie
entspricht der räumlichen Anschauung 'von einem Punkte einer
L i n i e zu einem andern', — was wohl die zentrale und ur­
sprünglichste Bedeutung dieses Lokalpräfixes ist, — ein Punkt
im R ä u m e ist ein Moment in der Z e i t geworden. — Die p r ä -
teritive Funktion ist wohl aus dem mehr spezialisierten Sinn
'hinüber = von einer Stelle zu einer andern auf einer F l ä c h e '
hervorgegangen. Bei den Verben des T3'-pus 'reinigen' bezeichnet
eine solche Lokalbestimmung keinen vollständigen Abschluss der
Tätigkeit: Von einem Teile bis zu einem anderen z. B. eine
Schüssel rein inachen, ist weder die ganze Oberfläche reinigen
(= oczyscic), noch alles sorgfältig, gründlich reinigen ( = ivyczyscic),
sondern bloss schnell und vielleicht nicht an jeder einzelnen Stelle
darüberhin spülen oder wischen. Diese lokale Anschauung liegt
zugleich mit der präteritiven Aktionsart noch im Bedeutungs­
inhalt des Präfixes vor. — Die effektiv-definitive Bestimmung
der Vollendungsart dürfte aus der Lokalanschauung 'hindurch =
von einem Orte eines K ö r p e r s zu einem andern' sich entwik-
kelt haben. Übergangsbildungen zu dieser Funktion sind Kom­
posita wie: przegnic, przemirßcnqc, przemoTcnqc etc.
113

Eine fast vollständige Korrespondenz mit prze- in diesen


Funktionen bietet das phonetisch identische lateinische Präverb
per-. Als perdurativ in z. B . pernocto=:j)7-^eMommc (rein
temporal), p e r 1 ego = ^'''•^cc^'i/tec (zugleich lokal), p e r d u r o =
przetrwac usw.; als eflfektiv-definitiv (oder stark effektiv):
percsileseo=pr0epalic sig, T[>eTm'ddeiei,cio=przemocgyc, per-
edo = przetrawiG usw. Wenn auch p e r p u r g o und wohl
auch p e r l u o als starke Effektiva zu betrachten sind und nicht
mit przecsyseic, przeptukac korrespondieren, so scheint jedoch
hin und wieder ein p r ä t e r i t i v e r • Aktiönsartwert auch beim
lateinischen per-vorzuliegen, so etwa in p e r m u l c e o ( b a r b a m
etc.) und einigen ähnlichen Verben, welche eine leichte Bewegung
über etwas hin bezeichnen (dieselbe Anschauung, welche für
przemyö, prsecsesac etc. zu Grunde liegt).
Übereinstimmungen finden sich auch beim litauischen jjer-:
p e r d u r a t i v sind z. B . perguliti = przenocowac, perzydzu = prze-
kivitnqc; e f f e k t i v - d e f i n i t i v ( = stark effektiv): persigqstu =
prsestrassyc sig, perpyhstu 'sehr zornig werden' usw. Das litauische
äegnöju bildet mit per- seine Form der Vollendung, vielleicht ist
jedoch auch der perfektive Aspekt unter dem Einfluss des Pol­
nischen entstanden. Beispiele, wo die Aktionsart des litauischen
2?er- wie die des polnischen prze- in przemyc etc. p r ä t e r i t i v
sein könnte, sind mir nicht bekannt.
Vgl. noch im Deutschen d u r c h - als stark effektivbildend;
d u r c h b r a t e n [tvypiec), d u r c h n ä s s e n (przemoczyc), d u r c h ­
p e i t s c h e n (lüysmagac) usw. und als perdurativ: d u r c h l e b e n =
przezyc, d u r c h l e s e n = przeczytac usw.

XL od-.
Die akkurative Tätigkeitskategorie, die sich bei dem P r ä ­
fix od- findet, enthält immer mehr oder weniger deuthch den
Begriff einer Reproduktion, trägt eine direkte oder bildliche
Lokalanschauung und ist somit keine ganz reine ( = nur in Bezug
auf Temporalität und Resultaterreichen bestimmte) Aktionsart.
Der Begriff der G e n a u i g k e i t ( = jedes partielle Resultat wird
mit Präzision erreicht) tritt jedoch bei den unten folgenden Verben
in den meisten Fällen in den Vordergrund. Als schlechthin
durativ kann die Funktion des od- bei mienic betrachtet wer­
den. Bei«(;aJyc=wagen, riskieren, dientesder A s p e k t ä n d e r u n g
114

ü b e r h a u p t (aus verblasster bildlicher Lokalanschauung ent­


standen), ebenso bei pohtitotvac 'abbüssen', ^;aro2rac = parieren
(auch .9- gew. mom.) sstychowac (auch se- 'ab-'), separowac.
Durch o d - a k k u r . werden perfektiviert:
A . A l s m i t ros- aug. w e c h s e l n d e F o r m .
roim'c = unterscheiden (Das Verbum wird doch als Simplex
kaum mehr gebraucht, s. 16, 2).
B . A l s m i t s- res. w e c h s e l n d e F o r m .
portretowac, fotografowac.
O. A l s mit prze- p e r d u r a t i v w e c h s e l n de F o r m .
csytac; grac, spiewac (neben za- inch. > dur.)
D . A l s m i t ivy- eff. w e c h s e l n d e F o r m .
deklamowac, litografowac, malowac {na- u-), rysowac {na-, za-).
E . A l s m i t u- i n g r . ( > dur.) w e c h s e l n d e F o r m .
czuc (auch po-, s. 25 A.)

Die akkurative Funktion des Präfixes ist aus der Repro­


duktionsbedeutung entstanden, welche wie erwähnt immer —
mehr oder weniger — zugleich fühlbar ist ^. Bei odegrac 'spielen'
z. B. liegt das Reproduzieren einer Komposition vor; hier muss
man anfangs so, dann so, dann wieder anders tätig sein — die
Aktivität muss regelmässig gesteigert werden oder fallen (andante,
fortissimo, adagio etc.) — das eine partielle Resultat folgt deutlich
differenziert auf das andere. Da es sich beim Spielen fast immer
um eine nachbildende Tätigkeit handelt, fällt bei odegrac in der
Regel kein Nachdruck auf die Reproduktivität: odegrata sonatg
ist (gegenüber przegraia sonatc) 'genau — ohne Fehler — spielen',
'mit Verständnis, kunstmässig vortragen'. (Bemerke: die gewöhn­
lichste Anwendung von przegrac ist 'ein Musikstück v o r h e r
durchspielen'). Ebenso bei odczuc — jede Wahrnehmung kann
als eine Reproduktion betrachtet werden — usw. Bei Verben,
die schon ihrem Begriffe nach reproduktiv sind, tritt somit die
akkurative Funktion des od- als das eigentliche Merkmal hervor,
man kann hier von einer Aktionsart sprechen.
Das am nächsten mit dem polnischen ad- (aksl. otü) ver­
wandte baltische Präfix at- trägt auch die reproduktive Funktion,

' Die reproduktive Bedeutung wieder ist aus der lokalen Funktion des
od-= ah- hervorgegangen; vgl. abmalen, abzeichnen etc.
115

z. ß . lit. atäusdnu 'wieder abkühlen', atranclü 'wiederfinden' usw.,


lett. atselt 'wieder grünen'.

XII. do-.
Die finale Aktionsart des do- ( = das letzte Stadium einer
Handlung vollbringen) kommt bei einer grossen Anzahl von
Verben vor oder ist fakultativ; in vielen Fällen ist .die Bedeutung
nur schwach entlokalisiert. Ich nenne hier nur einige Verba,
besonders diejenigen, bei denen man in den Wörterbüchern nicht
die Übersetzung durch »bis zu Ende» etc. ergänzt findet.
a. Durch do- fin. werden perfektiviert:
A . A l s m i t .0- res. w e c h s e l n d e F o r m .
Tconcsyc [u- m-), gasnqc [u- za-), cierpiec [u- prze- wy- etc.),
kompletowac etc.
B . A l s m i t u- d u r . w e c h s e l n d e F o r m .
pilnowac, rösc (L, wz-) etc.
,0. A l s mit po- p r ä t . w e c h s e l n d e F o r m .
zyc, möwic, czelcac [za- prze-) etc.
b. Durch do- mit verblasster L o k a l i t ä t s b e z i e h u n g wer­
den perfektiviert:
radzic [po- konsek. = raten und helfen, za- def. = helfen).

XIII. w-, (nad-, pod-).


Äusserst selten wird iv- entlokalisiert verwendet um eine
vollendete Form zu bilden und zwar nur bei einigen Verben, die
schon in sich die Bedeutung 'ein-' 'herein-' haben, z. B . siqknqc
(ein)sichern, klgsnqc (ein)sinken. Beim letzteren kommt auch
sklgsnqc res., ev. mom. (mit verblasster Lokalbedeutung: 'zu­
sammen-') vor. Die w-Form ist etwas mehr durativ, schildert
die Handlung in ihrem Verlaufe. Doch findet sich hier auch
noch ein besonderer Sprachusus: tvklgsnqc = in eine n e u e Stellung
sinken, z. ß . chaiupa wklgsia do polowy prawie tv ziemig, —
sklgsnqc = in die n o r m a l e Lage z u r ü c k , z. B . opuchlizna juz
mu zupeinie sklgsta. Eine def. 2;a-Bildung kommt auch vor:
stodoia jednym hokiem zaklgsnigta tv ziemig. II.
Niemals kommen przed-, nad- xxnd pod- als rein aspekt­
ändernde oder aktionsartbildende Präverbia vor. Wo nad- und
pod- entlokalisiert stehen, fungieren sie als Deminutiva, z. B.
nertvy mam nadszarpane. Sien. —owoc nadgnic moze w pitvnicy. II
116

etc.; — Adam poduczony iv domu, oddany zostal ivraz z bratem


FranciszMem do sz'köl Chmiel. — patrz, jam podsiarzal; Patrz,
i Kniazieivicsowi jus sig icios possarsal T. XII. — dobrze sobie
podjadi. II.
F ü r den Gebrauch von pod- als Deminutivzeichen vgl.
griechisches oTto-: üTcoßriTTO) 'ein wenig husten', oiroSaxpow 'ein
wenig weinen, ein paar Tränen fallen lassen' usw., lateinisches
sub-: s u b a c c u s o 'ein wenig tadeln', s u b i n v i d e o 'ein wenig
beneiden', s u b i r a s c o r 'etwas zürnen' usw.

XIV. po-.
Unter allen Aktionsartpräfixen ist po- das funktionreichste.
Es kann bezeichnen: 1) als distributiv eine in v e r s c h i e d e n e
Z e i t a b t e i l u n g e n fallende Handlung (öfter jedoch eine an ver­
s c h i e d e n e n S t e l l e n i m R ä u m e ausgeführte Tätigkeit: eine
Mehrheit der Subjekte oder Objekte; 2) als kursiv die Vollend­
ung der e r s t e n M o m e n t e e i n e r F o r t b e w e g u n g ; 3) als
p r ä t e r i t i v den zeitlichen Abschluss einer n i c h t z i e l e r s t r e ­
b e n d e n oder nur p a r t i e l l r e s u l t a t e r r e i c h e n d e n Beschäfti­
gung; 4) als konsekutiv die Vollbringung einer Handlung mit
F i x i e r u n g e i n e r v o r h e r g e g a n g e n e n T ä t i g k e i t eines
anderen Subjektes, die ihre Ursache ist; 5) als majorativ die
Vollendung eines Handlungsverlaufes, dessen Resultat g r ö s s e r
ist a l s e i n f r ü h e r e r Z u s t a n d 6) als durativ-konativ, die
Durchführung einer absichtlichen Handlung i n ihrem Verlaufe
betrachtet:
a. Durch po- distr. werden perfektiviert:
A . A l s e i n z i g e oder z e n t r a l e v o l l e n d e t e F o r m .
ivalac (besudeln), srötowac schroten, (kurz und klein hauen).
B . A l s m i t g- u- na etc. w e c h s e l n d e F o r m .
Mehr als die Hälfte aller Verba, Beispiele s. 59—64.
b. D u r c h po- kurs. w e r d e n p e r f e k t i v i e r t :
mhnqc (gew. mit sig, sich schneh fortbewegen) szczuc (die
Hunde hetzen); — stawic, sadzic; zrec, chionqc; grsebac, chowac,
die jedoch auch den Endpunkt der Bewegung markieren, (kurs. B.)
B . A1 s m i t przy- t e r m . u n d ^ r a - p e r k u r s . w e c h s e l n d e
Form.
s. I V c.
c. Durch po- prät. werden perfektiviert:
117

, :A.. A l s e i n z i g e o d e r z e n t r a l e v o l l e n d e t e F o r m .
Verba die ein z w e c k l o s e s S p r e c h e n bezeichnen: to/ac, p^ad!ac,
j^Zesc ( = schwatzen) etc.; — (jf/asÄ;ac = streichen, j)a^r.^ec (schauen),
trzee (reiben) und einige andere, die zugleich distr. sein können.
B. A l s m i t z- res. w e c h s e l n d e F o r m .
tajac, besztac, fatygowac, irytowac; macac, wqchac und einige
andere, ev. distr.
O. A l s m i t u- d u r . w e c h s e l n d e F o r m .
siuzyc, siedziec, lezec, stac und einige andere.
D . A l s m i t za- def. w e c h s e l n d e F o r m .
grozic, prosic; drwic, kpic, szydzic, zartowac.
E . A l s m i t na-, roz- etc. w e c h s e l n d e F o r m ,
s. V , VII etc.
d. Durch po- k o n s e k . werden perfektiviert:
A l s e i n z i g e oder z e n t r a l e v o l l e n d e t e F o r m .
dzialac — wirken, sluchac = gehovchea, budzic gew. = antrei­
ben, aes.^«/c = trösten, uczyc, witac (neben przy, s. S. 72); Verba
für S c h ä t z u n g , M i s s b i l l i g u n g , B e s t ä t i g u n g : hlogoslawic,
gardzic, szczgscic, dzigkowac, gratulowac, szanowac, winszoivac;
chwalic, mscic sig, wstydzic sig, zadroscic, zalowac; swiadczyc,
kwitowac (s total).
e. Durch po- major, werden perfektiviert:
A l s g e w ö h n l i c h m i t z- w e c h s e l n d e F o r m .
1) Aus Adjektiven gebildete Verba mit der Bedeutung
'eine E i g e n s c h a f t e r h a l t e n oder g e b e n ' : Verba auf -ec:
ciemni-, czerni-, ezerwieni-, droz-, grubi-, smutni-, starz-, szarz-, szpetni-,
tani-, zölkni- u. andere (sämtliche mit po- neben z- res.); Verba
auf -ic (-yc), droz- sig, gorsz- sig [z- = Ärgernis geben) krzep-,
mniejsz-, mnoz- u. a.
2) Einige T r a n s i t i v a , die gewöhnlich auch prät. sein
können: kochac, draznic, drgczyc, piescic, zyivic (auch prät.), chylic
(auch kurs.), jawic sig (auch distr.)
f. Durch po- dur.-kon. werden perfektiviert:
Verba für V e r e i n i g e n und T r e n n e n , mit z- res. ab-

''• zyivic 'nähren' gehört wohl ursprünglich zum Typus krzepic (aus
iyjvy gebildet); pozywic kann gebraucht werden, wenn der Betreffende vom
Essen nur wenig oder nicht satt wird: Keine Nachduration ist vorhanden
wie bei nakarmic etc.
118

wechselnd: tqczijc, mieszac, jßqtqc, jednoesyc, ^fotZ^jc = versöhnen,


dwoic — verdoppeln, wadzic, wasnic, Möcic.
Die verschiedenen Funktionen des ^JO als V e r b a l p r ä f i x
entsprechen den beiden Bedeutungen der S u b s t a n t i v p r ä ­
p o s i t i o n po mit dem Lokativ: der lokalen (po polu, po mie­
scic etc.) und der temporalen (po chwili, po wojnie etc.). Aus
einer r ä u m l i c h e n Anschauung sind die distributive und die
kursive Kategorie entstanden, jene aus po = 'ein Sichbefinden
an mehi'eren Stellen', vgl. z. B. po scianach, po wsiach etc., diese
steht in Beziehung zu po = 'in Bewegung über eine Oberfläche
hin', vgl. z. B. po drodze do Warszawy, chodzic po polach, po-
drözowac po Wloszech etc. ^ Seinen Ursprung von dem tempo­
r a l e n Gebrauch des po mit dem Lokativ verrät am deutlichsten
das konsekutive Verbalpräfix: das Präverb in podzighowac, po-
zalowac hat dieselbe Bedeutung wie die Präposition in po tem,
po ohiedzie, po smierci. Die majorative Kategorie ist aus der­
selben Anschauung wie die konsekutive hervorgegangen, was als
'nachher' fixiert wird, ist hier nur näher bestimmt das Resultat­
erreichen, ein Zustand, nicht eine Handlung überhaupt. Die majora­
tive VoDendung enthält im Gegensatz zu der augmentativen, bei der
auch eine Steigerung fixiert wird, nicht als letztes Resultat etwas
Absolutes, das Resultat ist nicht notwendig effektiv: podrozalo —
es kann noch teurer werden, postarzal •— er kann noch älter
werden, pojawii sig — er kann sich noch deuthcher zeigen; po-
uczyt sig, ale nie "wyuczyt sig, ißopiescili dziecko, ale chwala Bogu,
jeszcze nie vozpieseili, pohamotvat bieg maszyny, ale nie moze zaha-
mowac etc. Das majorative Perfektivum ist also mit dem prä­
teritiven nahe verwandt; es gibt Komposita, bei denen man die
Aktionsart des po- als diese oder jene betrachten kann. Beach­
tet man das kleine Resultat, ist die Vollendung majorativ, be­
achtet man es nicht, ist sie präteritiv, z. B. bei popiescic, podraznic:
verlaufschildernd (konkret) ist das Kompositum in der Regel prä­
teritiv, perfektisch (abstrakt) aber majorativ, besonders im Part,
perf. pass.: popieszczony, podrazniony ^. Die präteritive Aktionsart ist
• Verwandt hiermit ist naturlich auch po mit dem Akkusativ = 'bis'
{po kolana, po uszy).
^ Mit der m a j o r a t i v e n Funktion des präverbialen po- vgl. die kom­
p a r a t i v e bei Adjektiven im Russischen und besonders im Bulgarischen, wo
po das allgemeine Komparativmerkmal geworden ist {:p6viso'kü höher, pömladü
jünger etc.)
119

somit in den meisten Fällen ebenso aus dem temporalen 2>o mit
dem Lokativ herzuleiten. Nur bei einigen Tätigkeiten hat sie eher
Beziehung zu einer lokalen (distributiven) Bedeutung z. B. popatrzpö
< 'hie und da sehen', pogmerac<:'im Kreise herum etc. rühren' usw.
Bei einigen Verben kann sowohl eine räumliche Grundanschauung
(hie u n d da) wie eine zeitliche (nach u n d nach) vorhegen, z. B.
bei poglasJcac, poiechtac etc. Beim Präteritivum sind, was als »nach­
her» fixiert wird, T ä t i g k e i t s m o m e n t e ; das Resultaterreichen
wird nicht beachtet, fehlt ganz oder ist schwach, partiell. Die d u r a ­
t i v - k o n a t i v e Funktion hei polqcsyc etc, hat sich aus einer distri­
butiven Anschauung entwickelt: Was man vereinigt oder trennt,
ist immer eine Mehrheit (wenigstens eine Zweiheit); da diese
selbstverständlich ist, hat das po-Präfix die Kraft, eine Distributivi-
tät hervorzuheben, eingebüsst und zurückgebheben ist die Beach­
tung der zeitlichen Duration der Handlung und die damit ver­
bundene Konativitätsbeziehung. (Ein Disti-ibutivum ist ja fast
immer durativ, nur als rein lokal kann es momentan sein — s.
18, S. 59.)
Schliesslich muss bemerkt werden, dass mehrere ^o-Bildungen
nicht nur genetisch sondern auch semasiologisch schwer zu be­
stimmen sind, die verschiedenen Bedeutungskategorieu greifen in
einander über. Einige solche Fälle sind schon erwähnt worden;
präteritiv > majorativ: podramic', podrgcsyc; distributiv > prä­
teritiv: popatrzyc, pogiasJcac, kursiv > präteritiv: pogmerac etc.
Eine besondere Gruppe bilden die schlechthin als Aspekt­
änderungsformen oder Durativa fungierenden ^o-Bildungen mit
kursiver Genesis: pogrzebac, pochowac begraben (vgl. poniesc)
postawic, posadzic (eine kurze Bewegung); pozrec, pocMonqc. Der
Vollendungspunkt ist von dem Anfang der Handlung nach ihrem
Ende verschoben: die Bewegung ist z. B . bei postawic, posadzic
(postawit lasTcg etc.) so kurz, dass das Zielerreichen in denselben
Gesichtskreis fällt; pogrzebac, pochowac, die eine längere Bewegung
schildern, stehen gewöhnlich perfektisch, konkret wird die ganze
Prozession betrachtet. (Vgl. za- inch. > dur. s. 66).
Sehr interessant ist die Verwendung des Reflexivpronomens
um ein distributives Verhältnis hervorzuheben: polcrzyczec ist
präteritiv — poTcrzyczec sig distributiv z. B. poJcrzyczaio sig wszystTco.
II. (Vgl., dass wy-eS.., na-&m^\. oft durch sig verstärkt werden).
Auch ist zu bemerken, dass natürlich nicht in a l l e n A n -
120

Wendungen eines Kompositums die Aiitionsartfunktion deutlicli


vorliegt. Die majorative Bedeutung ist z. B. in pojawic si§ in
mehreren Fällen kaum fühlbar. Wenn das Subjekt plurahseh
ist, wird sie eher als distributiv aufgefasst: pojamty sig czasopisma,
Dziennik i Tygodnik wilenski. Brück. — opröez tego pojawity sig
hezimiennie . . dwa arcyniemqdre i nietrzezwe wyroby rymotwörcze.
Mal. Öfters kommt jedoch pojawic sig mit singularischem
Subjekte vor: najgigbsze dzielo o jgzyku, jakie tvogöle sig pojawilo.
Bozwad. — usmiech pojaivil sig na jego ustach. I. — pojamla
sig przede mnq postac czarna. II. Die beiden letzten Beispiele
sind deutlich majorativ: »sich etwas (gew. undeutlich) zeigen,
dann etwas mehr (ev. ganz klar)». Der konkrete Grundsinn des
Verbums ist vielleicht majorativ.
Zum Vergleich mit den am meisten entlokahsierten Aktions­
artfunktionen des po-, der konsekutiven und der majorativen, kann
ich einige damit korrespondierende griechische Verbalbilduugen
anführen. Die Verba für Schätzung, Missbilligung, Bestätigung
präfigiert das Griechische mit s T t t - : s7üaX7)&5Dü) (-.poswiadczyc),
kmzi\iä(ü {:poszanowac), sTri'f&ovew (-.pozazdroscic) srco'.XTJipw (-.poza-
lowac) etc. Die Funktion des S T T I - ist in diesen Fälleu k o n s e ­
k u t i v , fixiert ein Ereignis in der Vorduration. Sonst ist wie
bekannt die Fixierung einer Nebenduration bei diesem Präverb
gewöhnlicher (: eiraoXew poet. 'dazu auf der Flöte spielen' ^ etc.,
bei einigen Verben finden sich beide Funktionen, z. B. iTTtaxcöTcto)). —
Eine mit dem m a j o r a t i v e n Bedeutungswert des po- etwas ver­
wandte Aktionsart findet sich im Griechischeu bei ö7co- = a l l ­
m ä h l i c h , n a c h u n d n a c h : DTOiri[j.?rXa(j.ai, u7ro{j-aXaxtCo[j,at, moxü'm
etc. Genetisch hängt diese Funktion mit der schon besprochenen
deminutiven Bedeutung von uuo- zusammen (vgl. 6:to)(äCo[i,ai ep.
'allmählich oder ein wenig weichen'). Der Grundsinn ist wohl
'unbemerkt'. V g l . oyärttw 'von unten oder unvermerkt anzünden'
und podniecic. —

^ Vgl. das poln. przywtörowa'e, man könnte hier von einer k o m i t a t i v e n


Aktionsart sprechen; diese Funktion ist im Polnischen aber ganz selten.
Vierter Abschnitt.
Zusammenfassung.
Aus vorliegender Untersuchung ergibt sich, dass die pol­
nische Sprache um die Art der Vollendung einer Verbalhandlung
auszudrücken über folgende Aktionsarten verfügt:

I. Die r e s u l t a t i v e für die Vollendung einer Handlung


mit Resultaterreichen ohne Hinblick auf die Zeit des Tätigkeits­
verlaufes. Das allgemeine Präfix hierfür ist z-.
n . Die m o m e n t a n e für eine augenblickliche oder ein­
fache (unkomplizierte) Handlung. Formantia hierfür sind: 1) das
Suffix -nqe 2) das Präfix u- (bei den hnearen Bewegungsverben
des Typus Muc), 3) das Präfix za- (bei den Schall- und Licht­
verben), 4) das Präfix z- konkret verwendet.
H L Die d u r a t i v e für eine Handlung, deren temporalen
— gewöhnlich längeren — Verlauf man analysiert. U m diese
Kategorie zu markieren fungiert:
1) das Präfix u- a) bei Verben von d i r e k t a k t i v e r T ä t i g ­
k e i t — besonders bei den Verben auf -ac, -ic. -owac —;
b) bei einigen Verben des W e r d e n s mit der E n d u n g -nqe,
bei denen der Zeitverlauf räumlich 1 i ne a r ist (: p'r.egzwcfc, tviQznqc,
Ignqc — stecken bleiben, piynqc = verfliessen, tonqc — sinken) oder
als solcher gedacht \verden kann (: cichnqc, milknqc, gasnqc, wi§dnqc
<'weg-'); c) bei einigen Verben des W e r d e n s — Verben auf
-i6 i n reflexiver Form — wenn n e b e n i h n e n e i n e w e i t
g e w ö h n l i c h e r e t r a n s i t i v e M-For'm steht, z. B. ueukrowac
si§ (: Wielez lat ezekae trzeba, nim si§ przedmiot siviezy Jak figa
ucukruje, jak tytun ulezy. Dz. III) ^); d) bei rösc (wachsen) und
uialic si^ z. B. ist k o n a t i v und nur formell reflexiv.
122

tyc (fett werden) und selten z. B. bei chudnqc (mager werden)


bei dem u- jedoch mehr lokal ist ( = 'weg-' 'hin-').
2) das Präfix o- a) bei Verben o h n e S u b j e k t s t ä t i g ­
k e i t — speziell den Verben des W e r d e n s auf -ec, -nqc,
bei denen jedoch oft eine lokale Nuancierung sich findet — ;
b) bei Verben von i n d i r e k t e r T ä t i g k e i t , besonders bei den
von Substantiven gebildeten Zeitwörtern auf -ac, -ic = 'versehen
mit dem, was das Grundwort bedeutet' (: osiodlac < siodlo etc.);
merke noch truc, ludzic; c) selten bei Verben von d i r e k t e r
T ä t i g k e i t a) bei solchen, neben denen gewöhnlichere Bildungen
auf -ec, -nqc mit der Bedeutung 'werden' stehen (:ot§gec> otqsyc,
ochlodncic,> ochlodzic),^) bei solchen, deren Bedeutung die lokale
Anschauung 'herum', 'an der [Ober]fiäche' enthält (loczyscic,
ostrzydz etc.); merke besonders: palic = heizen, ironic ='-wehren!,
szczqdzic = schonen die auch unter b) angeführt werden könnten.
3) das Präfix po- in Verbindung mit hervortretender Kona­
tivität bei den V e r b e u f ü r V e r e i n i g u n g u n d T r e n n u n g .
B e m . Andere Präfixe, die näher betrachtet eine mehr
komphzierte Bedeutung enthalten, können, wenn die Bildung
nicht ein r e i n duratives Kompositum (M-, O-, po-) neben, sich
hat, fast als schlechthin durativ fungieren: ihr v e r l a u f ­
s c h i l d e r n d e r Charakter tritt scharf hervor, die damit ver­
bundene Bestimmung von Definitivität, Effektivität etc. ist ver­
blasst: na- z. B. in napisac, przy-in przynaglic, tvy-in tvypalic =
'rauchen', roz- in rozpruc, od- in odmienic, prze- in przenocowac
usw.
I V . Die d e f i n i t i v e für eine Handlung, deren Nach­
duration == Bestehenbleiben des ßesultates besonders hervorge-
boben wird. Präfix za-.
V . Die e f f e k t i v e für eine Handlung mit gründlichem,
bestmöglichem Resultat. Präfix w y - .
V I . Die a k k u r a t i v e für eine Handlung, die genau,
qualitativ vorzüglich ausgeführt wird. Präfix od-. ' .
• V I I . Die a u g m e i i t a t i y e für eine Handlung, bei deren
Verlaufe das bis zu einer effektiven Vollendung ansteigende Re­
sultaterreichen scharf hervortritt. Präfix roz-.
VIII. Die p e r d u r.a t i.v e für einen Handlijngsverlaufdessen
Anfangs- und Schlusspunkt besonders fixiert werden. Präfix prze-
123

I X . Die f i n a l e für eine Handlung, deren späterer Teil


eben vollendet ist. Präfix do-.
X . Die p r ä t e r i t i v e für eine Handlung, die nur einen
unbestimmten (gewöhnlich kurzen) zeithchen Verlauf gehabt hat,
bei dem aber kein Resultaterreichen fixiert ist. Präfix po-.
X L Die d i s t r i b u t i v e für eine in verschiedenen Zeitab­
teilungen (öfters jedoch eher an verschiedenen Orten) vollendete
Handlung. Präfix po-.
XII. Die k o n s e k u t i v e für eine Handlung, die nach
einem vorhergehenden — sie verursachenden — Ereignisse eintritt.
Präfix po-.
XIII. Die m a j o r a t i v e für eine Handlung, deren Resultat
grösser ist als ein vorhergehender Zustand. Präfix po-.
X I V . Die k u r s i v e für die Vollendung des Anfangs einer
Fortbewegung. Präfix po-.
X V . Die p e r k u r s i v e für die zielerreichende Vollendung
einer Fortbewegung, deren Anfangspunkt i n der Nähe, deren
Schlusspunkt fern von der Situation liegt. Präfix za-.
X V I . Die t e r m i n a t i v e für die ziel erreichende Vollendung
einer Fortbewegung, deren Schlusspunkt in der Nähe, deren A n ­
fangspunkt fern von der Situation liegt. Präfix przy-.
X V I I . Die d u r a t i v - d e f i n i t i v e für eine in ihrem Ver­
laufe betrachtete Handlung, deren Nachduration (Bestehenbleiben
des Resultates) fixiert wird. Präfixe 1) na-, das gewöhnliche,
2) przy- bei einigen Verben, bei denen als mehr oder weniger
verblasste Grundanschauung die Vollendung und die Folgen einer
Fortbewegung vorhanden sind.
X V I I I . Die e f f e k t i v - d e f i n i t i v e für eine Handlung mit
gründhchem Resultate, dessen Bestehenbleiben fixiert wird. Prä­
fix prze-.
X I X . Die a u g m e n t a t i v - d e f i n i t i v e für eine Handlung
mit scharf hervortretender Ansteigung beim Erreichen eines
Resultates, dessen Bestehenbleiben fixiert wird. Präfix wz-.
X X . Hierzu kommen noch die i n c h o a t i v e und die übrigen
Ingressivbildungein: perfektive Verbalhandlungön, die durch die
konkrete Situation nur den Anfang der Tätigkeit als vollendet
markieren. Dieser Anfang kann momentan (za-, das Inchoativum)
durativ (u-), augmentativ {roz-) oder majorativ. (^o-.) sein.
124

Durch Nachweis der Aktiousartbilduug und Entlokalisierung


der Präverbia erhält man auch die Antwort auf die Frage:
Wie bekommt ein unvollendetes V e r b u m simplex
seine v o l l e n d e t e F o r m ? Die Antwort lautet: D u r c h
e i n F o r m a n s (in der Regel ein Präfix), das e i n e A k t i o n s ­
a r t m a r k i e r t , d i e das Z e i t w o r t s e i n e m B e d e u t u n g s ­
w e r t e n a c h h a b e n k a n n oder durch e i n ITormans ( = ein
Präfix), das d i e s e l b e l o k a l e R e l a t i o n a u s d r ü c k t , d i e
s c h o n d e m B e g r i f f e der V e r b a l t ä t i g k e i t i n n e w o h n t .
Man hat also in dieser Beziehung die Grundverba in zwei
Gruppen zu sondern, in die (rein) l o k a l e n und die (ganz oder über-
wiegeud) t e m p o r a l e n , zwischen welchen allerdings keine scharfe
Grenze zu ziehen ist. In der ersten Gruppe ist die Bedeutungs­
entwickelung des Kompositums: L o k a l i t ä t s b e z i e h u n g mit
A s p e k t ä n d e r u n g > nur A s p e k t ä n d e r u u g ; in der zweiten
L o k a l i t ä t s b e z i e h u n g m i t A s p e k t ä n d e r u n g > Aktionsart­
bestimmung mit A s p e k t ä n d e r u n g > nur A s p e k t ä n d e ­
r u n g . Man kann jedoch von reiner Aspektänderung eigenthch
nur reden, wenn das Simplex bloss e i n entlokalisiertes Kompo­
situm hat, steht daneben noch ein anderes oder mehrere, tritt die
Aktionsart ganz oder teilweise hervor (z. B . rosröznic ist gegen­
über ödrösnic deutlich augmentativ, rozhruszyc gegenüber sJcruszyc
fast nur durativ).
F ü r die Perfektivieruug eines Simplex durch ein Präfix kann
man, wenn man die Sache vom p r a k t i s c h e n Standpunkt der
deskriptiven Formenlehre betrachtet, etwa folgende Grundregeln
aufstellen:

I; Lokale Verba.
1) Simplex = Z u s a m m e n b r i n g u n g , — Perfektivkompo­
situm Z-: ztqesyc, zgiqc, sJcrgpotvac etc.
2) Simplex = l i n e a r e B e w e g u n g , — Pf. u-: uJduc, ugo-
dsic; ugrzgsnqc, utopic etc.
3) Simplex = T ä t i g k e i t r i n g s h e r u m (um einen Körper,
besonders um den Kopf), — Pf. o-: ogolic, osirzydz etc.
4) Simplex = T ä t i g k e i t a u f e t w a s (auf einer Fläche)
u m S p ü r e n (besonders Zeichen) z u h i n t e r l a s s e n , — P f . n a - :
napisac, narysowac, nastemplotvac etc.
5) Simplex = Z e r t e i 1 u n g, — Pf. roz-: rozpmc, rozdzieliö etc.
125

6) Simplex = B e w e g u n g h i n a u f , e m p o r , — Pf. w z - :
wspiqc siq.
7) Simplex = B e w e g u n g n a c h a u s s e n v o n i n n e n her­
aus, — Pf. w y - : wyemigrowac, wyehspensowac, wyeJcsplodowac etc.
8) Simplex = H i n d u r c h b r i n g e n ; — Pf. prze-: prze-
cedzic.
9) Simplex = B e w e g u n g n a c h d e m I n n e r n (hinein),
— Pf. W - : wdqMqc, wldqsnqc.
10) Simplex = F o r t b e w e g u n g , — Pf. po-: pöjsc, pojechac;
poniesc, pogrzebac.

II. Temporale Verba.


1) Simplex =; e i n e H a n d l u n g ü b e r h a u p t (besonders
ein H e r v o r b r i n g e n v o n etwas), die ganz a b s t r a k t als voll­
endet gedacht wird oder konkret mo m e n t a n ausgeführt wird,
wobei M ü h e , Ü b e r l e g u n g beim Subjekte n i c h t hervortritt,—-
Pf. z-: zrobic, zeigac, slconstatowac, splamic, znqJcac, zirytowac etc.,
besonders die Verba des W e r d e n s : zbladnqc, zbrzydnqc, zbat-
waniec etc.
B e m . Das a l l g e m e i n e P e r f e k t i v i e r u n g s m i t t e l ist Z-.
2) Simplex = eine m e t h o d i s c h e , ü b e r l e g t e Tätigkeit,
die n i e m a l s m o m e n t a n sein kann, — Pf. u - : umyc, uczesac,
umeblowac, uszyc, utlcac etc.
3) Simplex = eine b e s t i m m t e , gewöhnlich stark z i e l -
b e w u s s t e Tätigkeit, die einen b l e i b e n d e n Z u s t a n d oder eine
b e w i r k t e n e u e T ä t i g k e i t hervorbringt, — Pf. za-: zazqdac,
zalcomenderoivac; zabalsamoivac, zagtvarantowac; zagaic, zaabonoivac
etc.
4) Simplex = eine i n B e z u g a u f das O b j e k t — oft
jedoch nur etj'mologisch erkennbare — i n d i r e k t e T ä t i g k e i t
(gew. = 'versehen mit'; deutsch 'be-'), — Pf. o-: osiodiac, ozenic etc.;
»Junge werfen» (von Tieren): okocic siq., ozrebic .liq etc.; 'ver­
künden': ogiosic, (>) opubliJcowac, 'schätzen': ocentc, {>) oszacowac,
ocenzurowac.
5) Simplex = eine m e t h o d i s c h e , ü b e r l e g t e n i e m a l s
m o m e n t a n e Tätigkeit um einen d a u e r n d e n Z u s t a n d her­
beizuführen (besouflers Nahrung, Kenntnis, beharrende Form,
Inhalt geben), — Pf. na-: nauezyc, nastroie, naostrzyc, napeinic,
naladowac etc.
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6) Simplex = eine Tätigkeit, in deren Begriffe eine s o r g ­


f ä l t i g e oder sehr g r ü n d l i c h e Durchführung liegt, — Pf. w y - :
wylcsztatcic, imjeäukowac, tvyelegantowac etc., besonders eine Tätig­
keit um etwas s t a r k oder s c h ö n zu bereiten, zu verfertigen:
wyasfaltowac, wygarhowac; wypole)-owac, ivysdifowac etc.
7) Simplex = eine Handlung o h n e e i g e n t l i c h e A k t i ­
v i t ä t , die sich fast bloss auf d a s V e r b r i n g e n e i n e r Z e i t
bezieht, — Pf. prze-: przenocowac, przezimowac, przespac etc.
8) Simplex = eine Handlung o h n e e i g e n t l i c h e s R e s u l ­
t a t e r s t r e b e n , die nur eine Beschäftigung während eines
u n b e s t i m m t e n (gewöhnlich k u r z e n ) Z e i t v e r l a u f e s ist, —
Pf. po-: pobajac, pogivarzyc, pogadac (schwatzen), p6hrözddc{y^va.-
kelzüge machen), pobiesiadoivac etc.
9) Simplex = eine S c h ä t z u n g , M i s s b i l l i g u n g oder
B e s t ä t i g u n g eines Tatbestandes oder eines Ereignisses, —
Pf. p o - : podzigkowac, pozatoivac.
10) Simplex = eine Hervorbringung von F r e u d e oder
Z o r n , — Pf. roz-: roz weselic, rozdraznic, rozzloscic.
11) Simplex == K r a f t , R e i c h t u m geben, — Pf. w z - :
tvzinocnic, wzbogacic.
12) Simplex = eine W a h r n e h m u n g a) fühlen, hören
[sehen], — Pf. u - : uczuc, uslyszec, [ujrzec statt uwidziee das nur
in uividziec si§ vorkommt]; b) riechen, tasten, — Pf. z-: zwqchac,
zmacac; c) schmecken, — Pf. po-: posmahowac.

Für einen Ausländer, der mit slavischen Sprachstudien


anfängt, sind derartige Regeln, •— die natürlich noch weiter
entwickelt und spezialisiert werden können, — von nicht zu
unterschätzendem Werte. Es ist beim slavischen Zeitwort eben­
so wesentlich die vollendete Form richtig bilden zu können wie
in einer anderen Sprache die Endungen der Tempora zu wissen.
Aber die üblichen Grammatiken geben auf die Frage: »Wie
werden perf. Verba aus den imperf. gebildet?» nur die Antwort:
— »durch den Vorsatz von Präpositionen» oder dergl. und
fügen etwa hinzu: »Welche Präposition die Perfektivieruug
bewirkt, muss man sich bemühen, aus dem Wörterbuch und
dem Gebrauche zu erlernen». ( B E R N E K E E , Russische Grammatik).
Abgesehen davon, dass die Wörterbücher durch fast vollständige
Ignorierung der präverbialen Aktionsartwerte oft von einander
127

abweichende Angaben haben, dass darin als reine Aspektände­


rung Bedeutuugskomplexe behandelt sind, die einen viel reiche­
ren Gehalt haben, — ist es dcch eine sehr ins Gewicht fallende
Ungelegenheit, kein Regelsystem zu besitzen, das man für die
Wahl des Präfixes zu Rate ziehen könnte. Sogar wenn ein
Ausländer zehn, zwanzig Jahre auf slavischem Sprachgebiete
zugebracht hat, beherrscht er in der Regel diese Seite der
Sprache nie ausreichend: er gebraucht eine momentane Bildung
statt einer durativen, ein nur im Singular möghches Kompositum
im Plural und was dergleichen gewöhnliche Schnitzer mehr sind.
Für die w e s t e u r o p ä i s c h e Auffassung der slavischen For­
menlehre dürfte die vorliegende Untersuchung — sowie meine hof­
fentlich bald erscheinenden Studien über die russischen Präverbia
— nicht ohne Nutzen sein \
Aber auch von selten der s l a v i s c h e n Grammatiker dürften
gelegentlich diese von einem Nicht-Slaven angestellten Observatio­
nen und Systematisierungsversuche einige Aufmerksamkeit ver­
dienen und ihnen vielleicht Anregung zu einer eingehenderen
Behandlung dieses interessanten, aber bisher leider zu wenig
beachteten Kapitels der deskriptiven Sprachlehre geben. E i n
Pole mag zwar ohne methodologische Reflexionen die richtige Ver­
wendung der Präfixformen kenneu, — die t h e o r e t i s c h e Kennt­
nis des Reichtums seiner Muttersprache in Bezug auf die feinsten
Bedeutungsnuancen des Verbalsystems wird ihm aber immerhin
wertvoll sein. Vor allem dürfte wohl die S t i l i s t i k — die wissen­
schaftliche Entscheidung darüber was beim Sprechen und Schrei­
ben einwandfrei, noch zulässig oder verwerflich ist — die
Aktionsartfunktionen und ihre subtilen Bedeutungsdifferenzen
zu beachten haben.

' Ein A s p e k t w ö r t e r b u c h (wozu ich für die polnische Sprache


schon aus zirka zwanzigtausend Seiten Literatur Exzerpte gesamrr.elt habe)
wird sich an jede Darstellung anschliessen.
Druckfehler.
S. 35 Z. 26 von oben steht mglic lies mdlic
> .42 > 3 > > » ziemiaki » eiemnidki
i > » 4 » unten » MüoSci > Müosci
> » » 5 > » > przygiusz§, > przygiuszg
> 44 » 2 > > > (opjeö- > tojjniec-
» 50 > 14 - » > » zniszczenia > sniszczenie
» 61 > 7 » obea » ^ry^c ete. »
» 73 > 8 » > » sciemniato; > äciemniato.