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4A.U.JA44 Besprechung der Klausur 13.1.2 - Werk im Kontext Kalka - Dürrenmatt Seite 1 von
4A.U.JA44
Besprechung der Klausur 13.1.2 - Werk im Kontext Kalka - Dürrenmatt
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Aufgabenstellung
h dlesem Zusammenhang
kann auch klar herausgearbeitet
werden, dass K. die Situation völlig
falsch einschätzt - gut ist denn natürlich der Hinweis aut S. 172, auch auf S. 52
Skizziere die vorangegangene Handlung, soweit dies zum Verständnis der vorgelegten
.
Textstelle nötig ist.
Detaillierte Textarbeit muss an der ein odor anderen Stelle gezeigt werden, z.B. in Bezug auf das
lnterpretlere die Textstelle; beziehe die sprachliche und erzählerische Gestaltung mit ein.
,,Heftn -+ Heftchen, Schuldbuch (tl - Wie kommt K. auf dieses Wortll Und warum schaut er nicht
an dieser Stelle bereits hinein?)
Kafkas nDer Prozeß" und Dürrenmatts,Der
Besuch der alten Dame';
.
Ks Verhälten verändert sich (s.o.); alle Anwesenden gehören im Übrlgen zum Gericht
.
Prilfe, inwieweit die Auseinandersetzung mit dem jeweils ablaufenden Prozess bzw. Geschehen
Josef K. und Alfred lll verändert.
Beachte in eiher Analyse immer, ob sich das Verhalten der Person ändert, ob im Textauszug
eine Entwlcklung, eine Veränderung erkennbar ist.
.
K. lässt sich bezeichnenderweise auf das Verfahren einll!Aus Mltleid, wie er sagt.
K. - K.s -
K.'s - Frau Grubachs
des Weiteren - des Öfteren - gar nicht - vor allem
Sich aus Mitleid in ein Verfahren verwickeln lassen??? ll! - Ein echter Selbstbetrugl
Mfulicher Elnstieg:
.
Unkenntnls in Bezug aul dqn Berul K.s seitens des Untersuchungsrichters:
Anlass für Josef K.,
Häulig wörtliche Rede rcn Josel K.; insgesamt Wechsel von Erzählerbericht (personaler
Erzählstil), wörtlicher Flede und erlebter Rede.
recht arrogant und überheblich aufzutreten.
Anoganz bzw. Überheblichkeit von K: bietet elne Bezeichnung (,|üderliches Verfahren.) zur
Selbsterkenntnis an. ö
personaler Erzählstil, bei Kafka vermittelt wenig Einblick in K.s lnneres, vor allem nicht in seine
Gefühle, lässt allerdings seine Wahrnehmung des Gerichtes bzw. der Anwesenden erkennen
und seine (arrogante, überhebliche) Haltung ihnen gegenüber.
Arroganz, vgl. auch Z.
mehrfach auftretenl!)
.
Auffallend lst, dass der Untersuchungsrichter sich demütigen, ja fast beleidigen lässt. -
Technik der erlebten Rede (2. 13-18; Z. 421.i 51tl (?)) gibt einen noch deutlicheren Einblick in
sein lnneres.
vgl. Jedoch S. 52ff ll
.
noch einmal zum hypothetischen Erzählstil:
Ob Du diesen Punkt sofort anbringst oder aber erst am Ende der Analyse als finale Betrachtung:
beides tut inhaltlich seine Wrkung
Diffusität, Widersprüchlichkeit, Unklarheit, die in Bezug auf die Eingabe vorliegt, liegt auch hier in
Bezug auf das Verfahren vor
ln diesem Zusammenhang möglicher Exkurs (Wl. 33ff) Qualität des Gerichtes und seines
Hinweis auf Diffusltät und Unklarheit in Bezug auf Josef K. im ganzen Roman. Bezeichnend lst
Personals: Mögllcher Venrrreis aul die Wär1er und lhre Bestechlichkeit oder auch, wie der
Auskunftgeber zu seinen Kleidern kommt - Beispiele gibt es in Hülle und Fülle
letztendlich, dass unklar bleibt, ob er dem Advokaten Huld wirklich kündigt. So wie das Kapitel I
ist letztendlich alles fragmentarisch,
was Josef K. tut, nichts zieht er wirklich durch, bestes
So derangiert das Gericht wirkt, so katastrophal wirkt es sich auf das Leben von Josef K. aus.
Beispiel ist gleich am Anfang sein Vorhaben, bei dem Staatsanwalt Hasterer anrufen zu wollen.
o Spiegel seines lnneren: Was bedeutet es, dass K. niemanden aus der oberen Hierarchie je
Zu diesem Punkt passt Z. 14 ("schärfer als
")
.,. ausführen
sleht?l-19!S[l6lgf14l,ll - Man kann auch sagen: K produziert das Bild des Gerichtes!
.
diese stehe ich hier ein, nicht lür mich." (2.62, vgl. auch 76f) - Sozialer Aspekt in Bezug auf
Punkt ggf. abschließen mit einem Venreis darauf, dass Josel K.s Außerungen sich in ihrem
Umfang im Auszug immer mehr reduzieren und auch
die Großspurigkeit selnes Verhaltens
"Für
den Roman einmalig, ansonsten ist Josel K. der pure Egoist - ich kann jedenlalls an keiner
Stelle erkennen, dass er sich für einen Anderen wirklich interessiert, aus menschlichen Gründen.
zunehmend nachlässt (vgl, 2.56
2.58 Jahrigen" t
Wichtig: Entwicklung im Auszug)
"leisef,
Dass seine Lust ihn interessiert nach Frauen gieren lässt, hat nichts damit zu tun
(nichts
Gekennzeichnet ist die Passage durch
die stetige Beobachtung der Zuhörer durch Josef K. und
gegen Lust, wenn noch ein bisschen mehr ansonsten da ist
)
seine ständige lnterpretatlon - K. abhängig von äußeren Einflilssen.
o Hier lässt sich aut den personalen Erzählstil und di6 e(ebte Rqde eingehen; so gewinnÖnn die
Exkurs gestaltendes lnterpretleren:
Hinweise zur Erzählhaltung Lebendigkeit qnd es kann klar ulerden, was die erlebte Rede
Angenommen diese Textstelle ist vorgegeben und die Aufgabenstellung lautet, dass K. einen Brief
bewirkt, Wie sie widd.
Gleiches gilt für den hypothetischen Erzähl6til.
schreibt oder am Abend einen Tagebucheintrag verfasst. Dann müssen entsprechende
Schwerpunkte, wie sie die Analyse ergibt, auch vorkommen
(20,271,
der Untersuchungsrichter
.
,offenbaf (16), "vielleichf (17),
"wahrscheinlich-
"konnte'(4tl),
K. lällt auf einmal auf, dass er das Schuldbuch nicht aufgeschlagen hat
nschien" (23) rcn den Wortes K.s sofort getrolfen - ggf. Hinweis auf S. 117l118
.
K. lässt sich darüber aus, wie er mit dem Richter umgegangen ist
heimgezahlt hat (vgl. S.52)
dass dieser es ihm aber
Aus allem folgt:All6s lst doch srjblektiv, was K. darstellt; der aber bildöt slch eln, es sei die
Reälitätlt Klar, aber seinel Das zeigt sich ln dieser Erzählhaltung. - Abstraktes Erwähnen bringt
.
dass er sich die Wäscherin ggf. noch einmal vorknöpft
nichts. Di6 Ezählhaltung muss Sinn gewinnon.
.
ob alles im Raum ein inszeniertes Spiel war?
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.
ob er dazu verleitet wurde, so deutlich (frech) zu werden, wie er geworden ist? (vgl. der
Zwischenruf ,,, was wollte der Rufer eneichen???)
.
ob er noch einmal hingeht oder alles ignoriert?
.
kombhes Gericht
seltsame Gestalten
mindes Personal
da lobt er sich das Personal
der Bank, obwohl, Kulik etc. sind auch niclrt die hellsten
Aufgabenstellung
Tell 3 (Vergleich K. - lll); ggf. von einem Aspekt des Textes ausgehen!l
lll ist ca, 69 Jahre, S. 110
Wichtige Stelle: Prozess S. S. 97, S ''l31 ,
* Benennt die Punkte, um die es geht, klar. Strukturiert Euer Vorgehen auf diese Weisel
Mögllche Punkte, nach denen man seln Vorgehen glledern kann:
*
Aplängliches Unterschäteen der Situation,(inctusive vorhahdener Überfreilicnleit)
-
.
Hält lll alles fär oinen Scherz?
t
Varärtderung aber bald erkerlnbar (freiwilliges Autsucheh des Gerichts durch K. - lll registriert die
teureren Artikel- S. 53ff)
*
zunehmende fsolalion - berülllchp Verändörungdn
'Aufsuchen voh Hilfe - hier deutlich die Unterschiede aufzeigen
.
Aspeld Hilte muss ih Eezug auf K. und lfl ftlar differenziert werden. Hilfe, die K. bekonlmt oder
die er anstrebt, erweist sich doch apsolut a[s kontraproduktiv; Huld hält ihn offehsichtlich nur hin,
w::^T
Ttorolli vdrkduft ihm Bltder, Leni will,lhn wohl vor allem verndsche(
rrvrr vre'
"'
Aus all diesen
.irni
f-w,r-,",,
Hinhattespieten"n r"rnir. än"i*ilnti"r'
.--
V.
.
Beide fügen sicll in ihr Schickeal (??l
lmmer ist Differenzierung notwendigll
1sa,I'tslotö2ßa*
,le
er*rn
#-
Ab wann kann man dae von lll sagen? Wo zeigt sich eine innere Gegenbewegung?
llls. Ab de 2eigt er eine offizielle Seite; aber derl Menschen, der
"Kamrflerentscheidungi
ilberleben
will, kann er nie ganz verbelgen
Worarl zeigt gich dds?
Ab wann lügt slch K. ln seln Schlcksal ?
Ab wann MK?
AspeK der körperllchen Reaktionen, Veränderungen
Aspeld Adgstl K. z6igt kaum welche, lli jedoch schön; der Aspekt ließe sich ih dbn giöBeren
BereiÖh
mit Geftihlen, mit dem eigönen lnneren' elnbettdn. lll geht ja pflenslchtlich viel
"Umgäng
öffensiver
mit seinen Gdfrjhlen rjm.
* Wle eleht ee be! iIK dlosbe7ügllch ausi Kann der neutrdle Erzähler über sie berichten?
Sie wahnehmen?.
Ein auktorialar Erzähler könrlte es
Aspekt des Gehetä-Seins, des Gehetzt-Werdens: Prozess S. 199: ,,'Sie he?en dich.' (
sie hetzen mich."'
)
Ja,
Wird lllgehetzt?
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welterc lnhaltllche Aspekte:
K muss Schuld haben, denn das Gericht wird durch Schuld angezogen
Reaglert K nlcht wle eln Schuldlger? Wonn la, wo wlrd das deutllch?
Worln besteht llla Schuld?
ats,
ll A
lnwlewelt muas man bel llls Schuld dlfferenzleren?
t- V
. Worln besteht K.e Schuld? (StgJle, wo Josef K sich als unscndig OlüFitcnnet:l$|fir1
K. Ao+
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sich hetzen, er reagied in
nd anderen so tut, als ob er
E
Er kümmert sich nicht wirklich
um slch, lässt sich treiben, läsJt sich ohne Not auf den Prozess ein und hat nicht die lnnere
Bereitschaft wahzunehmen, in was er sich verwickelt. Das wird seine Schuld sein, dass er so
bewusstlos dahinlebt und mit faulen Apfeln (Frau des Gerichtsdieners, Frl. Bürstner, Leni) sich
zufrleden Qlit anstatt nach we;tvoller Frucht Ausschau zu halt€n ,
(um mal in diesem Bild zu
blelben) Dabei bekommt er ständig Hlnweise (1uft, Dunkel, THL etc.)
Josef K. glaubt zunächst an einen Schez, aber lässt sich dennoch in zunehmendem Maße auf den
Prozess eln. Er wird lmmer mehr aus seiner Bahn geworfen, vernachlässigt
seinen Beruf, zeigt
körperliche Syrnptome (Müdigkeit, Zerstreuthelt)
Lässt den Prozess immer mehr auf sein Leben übergreifen.
Belde suchen nach Hilfe, Alfred lll emsthafter und gezielter
Alfred lll resigniert, dennoch aber flammt immer wieder etwas auf, was man ein inneres
Aufbegehren gegen den Tod nennen könnte.
Er nimmt sogarAbschied von der Familie.
Er sucht seine Mörderin in spe auf, geht lreundlich mit ihr um
Auch Josef K geht immer wieder in Kontakt mit dem Gericht, z.T. ungewollt, aber immer auf eine
unklare Weise
Alfred lll spielt das Spiel der Güllener mit ihm mit. lm Grunde tut Josef K. das Gleiche, als ar das
Spiel der Henker mitspielt; da ist sich K. des absolut finalen Geschehens bewusst.
Beide lehnen den Selbstmord ab.
zunehmende körperl. Beschwerden (lll: Zusammenbruch am Bahnof und beim Schuss aul Panther
belde verbergen ihre Gefilhle, lll, nachdem er aus der Kammer kommt und K. zeigt kaum
Beaktionen auf Aussagen von Personen zu seinem Prozess (sie hetzen dich Reaktion??)
Auch in der lnhaltlichen Analyse: lll wehrt sich zunächst: Er sucht konkret Hilfe bei den
Honoratloren
dazu giht es bel Josef K. rrichts Verglelchbares. Seine Bezugspersonen
sind
höchst dubios! lll gesteht dann seine Schuld ein, K, tut das nie, aber erwirkt immer gehetzter,
(
Vefassen Sie diesen Dialog, Dle Gestaltungsaufgabe (2.B. Verfassen eines Briefs aus der Perspektive einer literari-
Vefassen Sie diesen Dialog,
Dle Gestaltungsaufgabe
(2.B. Verfassen eines Briefs aus der Perspektive einer literari-
1- Schriftliches Abitur - ein Überblick
schen Figur) bildet den Hauptteil dieses Aufsatztyps. Als Einleitung dient die kurze Ein-
ordnung und auf wesentllche thematische Aspekte beschränkte Auswertung eines
AUFGABE I
(Interpretationsaufsatz mit übergreifender Teilaufgabe
zu einer
Textauszugs, der in elnem engen Zusammenhang
mit der Gestaltungsaufgabe
steht.
Pfllchtlektüre lWerk im
Kontextl) besteht aus einem
Tertauszug (Schlüsselstelle)
Auch hier ist eine Textpassage vorgegeben, die nicht interpretiert werden muss, aber
aus einer der drei Pflichtlektüren
(Roman [Kafta], Drama IDürrenmatt], Novelle
mlt der Ausgestaltung inhaltlich ln engem Zusammenhang steht.
IKleist]) und drei Arbeitsanweisungen.
AUFGABE fII ist eine Literarische Erörterung. Hier wird eine These vorgegeben oder
Beispiel Abitur 2010 - Kafka/Kleist:
es werden zwei -
oft konträre -
Behauptungen einander gegenübergestellt. Die Auf-
.
gabenstellung
verlangt
in aller Regel eine Erläuterung (Einleitung) und Erörterung
Skizzieren Sie die vorangegangene Handlung, soweit dies zum Verständnis der vor-
gelegten Textstel le notwendlg lst.
(Haupttell) der Vorgaben, die sich häufig auf eine oder mehrere PfllchtleKüren bezie-
hen. Beispiel 2010:
o
Interpretieren Sie die Textstelle; beziehen Sie die sprachliche und erzählerlsche Ge-
staltung mit eln.
Gute Literatur zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie etwas Blelbendes,
.
stets Gültiges besitzt: Ungeachtet ihrer Entstehungszeit hat sle für den Leser und
Kafkas,,Der Prozeß* und Klelsts,,Mlchael Kohlhaas":
selne Gegenwart Bedeutung.
Prüfen Sie, lnwieweit die Auseinandersetzung mit der Justiz Josef K, und Mlchael
Kohlhaas verändert.
Prüfen Sie anhand Ihrer Leseerfahrung, inwieweit Sle dieser Auffassung zustlmmen
können.
Zunächst lst die gegebene Stelle in das Werkganze einzuordnen bzw. ihre Vorgeschich-
te darzustellen, indem für das Geschehen im Textauszug wesentllche Voraussetzungen
(Personenkonstellation, äußere und lnnere Handlung) geklärt werden. Eine allgemeine
AUFGABE IV besteht in der Interpretation eines Gedichts bzw. in einem Gedicht-
vergleich. Dabei sind die zu erwartenden lyrischen Texte nlcht einem Autor oder einer
Inhaltsangabe, wle man sie in Interpretationshilfen findet, wird dleser ersten Arbeits-
Epoche, sondern einem Themenfeld (lieöeslyrik) zugeordnet. Die Aufgabenstellung
anwelsung also nicht gerecht, die eine sichere Herausarbeitung und sprachlich ei-
genständlge Darstellung der für das Verständnis des Textauszugs wesentlichen Infor-
matlonen erfordert (Arbeitsanweisung 1).
lautet fast lmmer:
o Interpretieren und vergleichen Sle die belden Gedichte.
Entsprechend der zweiten Arbeitsanweisung ist die vorgelegte Textstelle nach inhaltli-
chen, sprachllchen und formalen Aspekten zusammenhängend und anschaulich (Bele-
ge, Zitate) zu interpretieren, Zu beachten ist hierbei, dass im Hinblick auf den beson-
deren Stellenwert des drltten Aufsatzteils (siehe unten) kelne bls ins Detail gehende
Analyse von Sprache und Form erwartet werden kann. Entscheidend für eine gelunge-
ne Interpretation ist vielmehr die Einbeziehung und funktionale Betrachtung wesentli-
cher Merkmale der Textgestaltung.
AUFGABE v bezieht sich auf nicht fiktionale Texte (2,8. Zeltungsartikel, Essay, Re-
de). Der Schwerpunkt der Aufgabenstellung liegt hier entweder auf einer Erörterung
oder einer Analyse des vorgegebenen Textes, oft lst es ein Zeitungsessay (Gewichtung
bei der Analyse 50 - 50). Dabei können die Teilaufgaben zur Erörterung durch Formen
adressatenbezogenen
Schreibens (2.B. Rede, Leserbrief) ersetzt werden.
2010 wurde eine Texterörterung gegeben. Die Themenstellung lautete:
Dle dritte Arbeitsanweisung verlangt einen Vergleich des durch die Textstelle reprä-
sentierten Werks mlt einer der beiden anderen Pfllchtlektüren unter elnem bestimm-
o Arbeiten Sie die Kernaussagen des Textes heraus.
Wählen Sie eine der beiden Arbeltsanwelsungen:
ten thematischen Aspekt. Ausgeschlossen ist also ein Vergleich aller drei Werke. Durch
elne verglelchende
Betrachtung
werden die ausgewählten
Lektüren in einen Kontext
gerückt, der ein erweitertes und vertieftes Verständnls der literarischen Werke und
ihrer (historischen, sozialen, literatur- und geistesgeschichtlichen) Hintergründe er-
o Erörtern Sie, von den Ausführungen des Autors ausgehend, Möglichkeiten und Gren-
zen von Veltrauen in der heutigen Zelt.
oder
möglicht. Diese Teilaufgabe sollte nach Vorgabe des Kultusministeriums mit einem Ge-
wicht von ca. 40 bis 50 Prozent in die Gesamtbewertung eingehen.
. Gehen Sie von folgender Annahme aus:
AUFGABE II umfasst die Gestaltende Interpretation anhand einer der drei fflicht-
Die SMS ihrer Schule veranstaltet für Schülerinnen und Schüler der Kurstufe einen
lektüren.
Diskussionsabend, überschrieben mit,,Probleme unserer modernen Welt".
Beispiel 2010:
Veffassen Sie eine Rede zum Thema ,Vertrauen - ein Wert auf dem Prüfstand".
Bei der Textanalyse erhält die erste Aufgabenstellung mehr Gewicht; der Text muss
o Legen Sie kurz dar, welches Bild der Leser hier lsiehe vorgegebene Textstelle] von
Karl Moor gewinnt.
analysiert werden, Dle folgende alternative Aufgabenstellung
gibt es dann auch hier.
o Gehen Sie von folgender Annahme aus:
Pflichtlektüren
Nach der Verhaftung Karl Moors kommt es im Vorfeld der Gerichtsverhandlung zu
einer Begegnung zwischen Ankäger und Verteidiger, Sie sprechen über den Fall ,,Karl
Moor" und tauschen dabei ihre unterschiedlichen Sichtweisen aus.
Friedrlch Dürrenmatts (1921-1990)
Schauspiel Der Besuch der alten Dame (Urauf-
führung 1955), Heinrich von Kleists (t777-L8!L) Novelle Michael Kohlhaas (erschle-
nen 1810) und Franz Kafkas (1883-1924) Roman Der Proceß (erschienen 1925),
Interpretataonsaufsatz mit übergreifender Teilaufgabe zu einer Pflichtlektüre Für die zweite Arbeitsanweisung gelten
Interpretataonsaufsatz mit übergreifender Teilaufgabe zu einer
Pflichtlektüre
Für die zweite Arbeitsanweisung gelten die üblichen Regeln der Interpretation
literarischer Texte: Die Vorlage wird nach inhaltlichen, sprachlichen und formalen
Aspekten ausgewertet, die in eine - diese Schwerpunkte verbindende - Deutung
eingehen. Dem entsprechen die üblichen Standardfragen, die sich als Impuls
Einer der drei Pflichtlektüren (Gattungen: Drama, Erzählung bzw, Novelle, Roman)
verstehen: Sie geben eine Richtung an, ohne den Verfasser des Aufsatzes allzu
wird ein Textauszug entnommen, der in der Regel nicht mehr als 172 Din-A-4-
Seiten umfasst, aber auch deutlich kürzer ausfallen kann. An diesen schließen sich
sehr zu gängeln. Eine Interpretationsaufgabe
für eine Dramenszene könnte lauten:
drei Aufgabenstellungen an. Zu verfassen ist also ein dreigliedriger
Zeigen Sie, welche Positionen Vater und Sohn hier vertreten und wie sich das
Gespräch zwischen ihnen entwickelt. Berücksichtigen Sie bei lhrer Interpretation
I nterpretationsa ufsatz.
auch die sprachliche und szenische Gestaltung. Oder im Falle eines Romans bzw.
einer Erzählung/Novelle: Untersuchen Sie anhand des Textauszugs, in welcher
Die erste Arbeitsanweisung fordert eine kurze Einführung in die Lektüre, die auf
Konfliktsituation sich (
)
befindet und was in ihm/ihr vorgeht. Beziehen Sie die
den vorgelegten Textauszug abgestimmt sein muss. Eine komplette und womöglich
sprachliche und erzählerische Gestaltung in lhre Deutung ein.
detaillierte Inhaltsangabe wird dieser Aufgabenstellung nicht gerecht und wäre
Die Berücksichtigung sprachlicher Merkmale 9ehört zwingend zu einer
außerdem ein zeitraubendes Unternehmen. Der Verfasser soll hier nicht nur seine
Interpretation; inwieweit formale Eigenschaften der Textgestaltung (Erzählweise,
Kenntnis des Werks unter Beweis stellen, sondern zeigen, dass er Wesentliches von
szenische Gestaltung, Satire, Parabel usw.) eine -
womöglich gar zentrale -
Rolle
Nebensächlichem unterscheiden und die für das Verständnis der Vorlage
spielen, ist von der besonderen Qualität bzw. Vielschichtigkeit (Komplexität) des zu
notwendigen InFormationen vermitteln kann.
behandelnden Werks abhängig.
Bei der möglichst kompakten, folgerichtigen und übersichtlichen Darstellung sollte
Der Interpretationsteil des Aufsatzes erfordert eine Konzentration auf die
man einen,fiktiven Leser' vorAugen haben, der das Gesamtwerk nicht kennt und
Textstelle; andere Werkpassagen dürfen nur in aller Kürze herangezogen werden,
sich im Hinblick auf die gegebene Schlüsselstelle schnell orientieren will. In den
meisten Fällen wird nur eine funktionale Hinführung zum Textauszug verlangt; das
wenn sie die Deutung weiterbringen und ein vertieftes Verständnis der Textstelle
fördern; dagegen sind längere Abschweifungen unbedingt zu vermeiden.
weitere Geschehen wird dann nicht referiert, unter Umständen ist ein kurzer
Ausblick auf zentrale Ereignisse im Anschluss an die Textstelle denkbar. Zielt die
Aufgabenstellung auf eine Einordnung der Stelle (2.8, einer Szene in das Drama
oder in einen Akt des Dramas) ab, so muss man das Geschehen entlang der
wesentlichen Handlungslinien wiedergeben; dabei sollte insbesondere der
Bei der Durchführung der Interpretation ist auf ein systematisches Vorgehen sowie
auf Anschaulichkeit zu achten. Ein systematisches Vorgehen setzt voraus, dass sich
der Verfasser des Aufsatzes über die Zielrichtung seiner Interpletation im Klaren ist
und einen entsprechenden Aufbau für diesen Teil seiner Arbeit konzipiert, der für
Stellenwert des Auszuges -
z.B. dessen Bedeutung als Schlüsselstelle, als Höhe-
den Leser durchschaubar sein muss. Wenn er einen dramatischen Dialog vor sich
und Wendepunkt der Handlung -
deutlich hervorgehoben werden. In seltenen
hat, so kann er diesen z,B. in Gesprächsphasen untergliedern, sich die
Fällen schließt die Aufgabenstellung auch ausdrücklich die Forderung ein, die
Funktion der einzuordnenden Textstelle im Rahmen des Gesamtwerks (oder eines
Verlaufsstruktur verdeutlichen und die Interpretation anhand dieses Leitfadens
anlegen; es wäre aber auch denkbar, die Gesprächsstrategie einer Figur
Aktes, eines Kapitels) zu bestimmen; die Einbeziehung der Textstruktur (Aufbau
des Dramas, der Novelle, des Romans) ist dann unerlässlich.
darzustellen und das Verhalten (Reagieren) des Dialogpartners damit zu
vergleichen. Neben der Inhaltsebene (Austausch von Informationen) ist die
Beziehungsebene des Dialogs zu berücksichtigen,
der Zusammenhang zwischen
Zusammenfassend kann man sagen: Anhand der ersten Arbeitsanweisung ruft sich
der Aufsatzschreiber sein Wissen über Inhalt und Struktur des literarischen Werks
Ahsichten und sprachlichen Strategien (Rhetorik), die Bedeutung der nonverbalen
Kommunikation (Bewegungen, Gesten, Mimik) kann -
je nach Textvorlage -
in Erinnerung und trifft eine Auswahl, die geeignet ist, die Interpretation der
aufschlussreich sein. Ebenso wenig wie eine Inhaltsangabe wird ein beliebiges,
Textstelle in Form einer informativen Einleitung vorzubereiten.
methodisch unkontrolliertes Vorgehen (,Springen' im Textauszug von einer Stelle
zur anderen), eine Aneinanderreihung von Einzelbeobachtungen ohne Die dritte Arbeitsanweisung verlangt die Einbeziehung
zur anderen), eine Aneinanderreihung von Einzelbeobachtungen ohne
Die dritte Arbeitsanweisung verlangt die Einbeziehung einer der beiden anderen
argumentative Einbindung oder eine fragmentarische Textbetrachtung der
Aufgabenstellung gerecht. Schließlich sollte man unbedingt eine getrennte
Pflichtlektüren in den Interpretationsaufsatz. Zu dieser weiteren Pflichtlektüre wird
kein Textauszug vorgelegt. Schülerinnen und Schüler müssen entsprechend der
Behandlung von Inhalt und Sprache bzw. Form vermeiden, da nur eine integrative
Fragestellung ihre Lektürekenntnisse
in einen Vergleich einbringen. Direkte Belege
Darstellung die Funktion und damit den Sinn sprachlicher und formaler
(Zitate, Verweise auf einzelne Textstellen) können aufgrund des Umfangs der
Gestaltungsmerkmale vermitteln kann.
Aufgabe und der zur Verfügung stehenden Zeit nicht erwartet werden. Allerdings ist
es denkba4 z.B. Romankapitel oder Akte bzw. Szenen eines Dramas als Belege
Anschaulichkeit wird durch gezieltes und korrektes Zitieren (vor allem der
anzuführen.
Kernstellen) und Verweise (Zeilenangaben) gewährleistet. Zitate sind funktionslos,
wenn sie als,schmückendes Beiwerk' auftreten, sie müssen vielmehr als Belege
für Interpretationsthesen bzw. als auszuwedendes Material in den Gang der
Untersuchung eingebaut werden. Beliebiges oder unkommentiedes Zitieren, das
Bei der Bearbeitung kann es auch je nach Themenstellung wichtig sein, die
Epochenzugehörigkeit der zu vergleichenden Werke zu berücksichtigen bzw.
einzubringen.
Zitieren ganzer Textblöcke oder ganze Zitatreihen ziehen den Aufsatz unnötig in die
Länge und führen anstelle von Anschaulichkeit zu Unübersichtlichkeit.
Die Aufgabenstellung knüpft an die zuvor interpretierte Textstelle an und erlaubt es
Da der Interpretationsaufsatz eine anspruchsvolle Vergleichsaufgabe
(Arbeitsanweisung 3, siehe unten) umfasst, wird sich die Genauigkert der Deutung
schon aufgrund des Zeitbudgets in gewissen Grenzen halten müssen. Entscheidend
für die Planung ist hier eine Unterscheidung nach Kernstellen, wichtigeren und eher
beiläufigen Passagen des Textauszugs. In jedem Falle muss der Gesamtverlauf
dem Vefasser des Aufsatzes, ausgehend von den Ergebnissen seiner Deutung,eine
vergleichende Betrachtung vorzunehmen'. Es ist also i
Untersuchung mit dem Werk zu beginnen, das durch den Textauszug repräsentiert
ist. Ein Beispiel aus dem Bereich der aktuellen Pflichtlektüren mag als Illustration
dienen: s. Themenstellung der HA
Ein gelungener Werkvergleich muss mehr leisten als eine Reproduktion von
eines Dialogs oder eines inneren Monologs erfasst, strukturiert und übersichtlich
dargestellt werden. Zitate (Kernstellen) sollten exemplarische Qualität haben und
der Veftiefung dienen; eine Veranschaulichung (Konkretisierung) kann weiterhin
Inhalten; eine bloße Bilanzierung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden (2.B. in
den Motiven und Verhaltensweisen von Figuren) wird der Aufgabe nicht gerecht.
Vielmehr kommt es darauf an, die Lektürekenntnisse in eine stringente
durch Textparaphrasen (knappe, pointierte Zusammenfassungen von Textpassagen
Argumentation einzubinden und z.B. der Frage nachzugehen, welche
in eigenen Worten) mit Verweisen (Zeilenangaben) und kurzen Belegzitaten
erfolgen. Ein exemplarisches Vorgehen empfiehlt sich auch bei der Einbeziehung
Voraussetzungen im persönlichen. aber auch im gesellschaftlichen und eventuell
sprachlicher und formaler Texteigenschaften. Zu vermeiden ist eine bloße
politischen Umfeld auf die Weltanschauung .und das Verhalten der Protagonisten
Auflistung verschiedener Befunde, sinnvoll dagegen eine gezielte Beschränkung auf
jene Merkmale - z.B. der Figurensprache, der Erzählweise -, die entscheidend zur
Wirkung des Textes auf den Leser beitragen, Vollständigkeit kann nicht angestrebt
werden: Es geht vielmehr darum, bei der Auswertung zentraler Zitate oder bei der
einwirken. Insofern stimmen die Anforderungen an einen Werkvergleich mit den
Kriterien für die Literarische Erörterung (siehe dort) überein, Schülerinnen und
Paraphrasierung von Textstellen anhand typischer Gestaltungsmerkmale den
Schüler müssen ihr literarisches Wissen im Hinblick auf den vorgegebenen
Vergleichsaspekt eigenständig organisieren, Schwerpunkte setzen und eine
Gliederung entwickeln, die Verlauf und Zielrichtung der Argumentation klar
funktionalen Zusammenhang zwischen Tnhalt. Sprache und Form zu verdeutlichen,
hervorhebt und für den Leser nachvollziehbar macht.
Grundsätzlich ist der Genauigkeitsgrad der Interpretation von der Länge der
vorgegebenen Textstelle abhängig. Ein kurzer Textauszug, der fünfzehn oder
zwanzig Zeilen umfasst, ermöglicht ein stärker ins Detail gehendes Interpretieren
als eine drei bis vier Mal so lange Passage, die ein Vorgehen nach dem oben
skizzierten Methode nahe legt.