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Kindertrainer

Lehrmittel des Österreichischen Fußball-Bundes für die Ausbildung zum Kindertrainer


Österreichischer Fußball-Bund, 2013

für den Inhalt verantwortlich:


Mag. Thomas Janeschitz

Die Ausbildung wird in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundessportakademien (BSPA) durchgeführt.

Aus Gründen der Vereinfachung und besseren Lesbarkeit wird die männliche oder die weibliche
Form verwendet. Darin ist das jeweils andere Geschlecht mit einbezogen. Auf Doppelnennungen
(„Fußballer und Fußballerinnen”) oder Formen wie “FußballerInnen” wurde generell verzichtet.

Diese Lehrunterlage entstand unter Mithilfe von


Sportdirektor Willi Ruttensteiner,
Mag. Manfred Uhlig,
Dr. Gerhard Zallinger,
Albert Schneider
sowie den Leitern der Trainerausbildung in den Landesverbänden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Ziele und Inhalte des Kinderfußballs 2
3. Spiel – Baustein des Lebens 4
4. Perspektivplan 6
4.1. Kleinkinderförderung 7
4.2. Grundausbildung 7
4.3. Grundlagentraining 9
5. 5er – Fußball 12
6. 7er – Fußball 13
7. 9er – Fußball 14
8. Methodik 15
8.1. Grundsätze der Methodik 15
8.2 Spielmethodik 18
8.3. Trainingseinheit 19
8.4. Grundbegriffe 20
8.5. grafische Darstellungen 20
9. Motorische Grundlagen 21
10. Koordination 23
11. Techniktraining 25
11.1. Variationstraining 27
12. Coaching 28
13. Trainingsplanung und -dokumentation 31
14. Medizinische Erstversorgung im Kinderfußball 36
15. Praxisteil 45
15.1. Spielmethodik 45
15.2. Spiele mit technischen Schwerpunkten 53
15.3. Übungsformen mit te/ta Schwerpunkten 65
15.4. Kondition 76
Literaturangaben 82
1. Einleitung

Dieses Skriptum wurde als zusätzliches Lehrmittel für die Ausbildung zum
Kindertrainer erstellt. Gemeinsam mit bereits erschienenen Publikationen
des Österreichischen Fußball-Bundes sollen die Inhalte dieses
Kindertrainerkurses, der gleichzeitig den Einstieg in die Ausbildungsstruktur
des ÖFB bedeutet, dargestellt werden.
Der Kinderfußball nimmt als Einstieg eine wichtige Grundlage im
österreichischen Weg ein. Beginnend mit dem 5 er- (U 7, U 8), über den
7 er- (U 9, U 10), bis zum 9 er-Fußball (U 11, U 12) werden hier die ersten
systematischen Schritte gesetzt, um eine breite Basis für die weitere
Entwicklung innerhalb der populärsten Sportart Österreichs zu
gewährleisten. Das Bestreben des Verbandes ist es, möglichst viele
Mädchen und Buben schon im Kindesalter für den Fußball zu begeistern.

Diese Ausbildung soll es den Absolventen ermöglichen ein kindgerechtes,


altersgemäßes, freudvolles Fußballtraining zu gestalten, um die Kinder auch
weiterhin Spaß am Fußball haben zu lassen und damit eine Bindung an
diesen Sport aufzubauen.
Damit dies gewährleistet wird, steht das SPIELEN an erster Stelle. Das
Spielen, hier eignet sich der Sport besonders, ist die Grundlage kindlichen
Lernens. Dabei werden in vielen (motorisch, kognitiv, koordinativ,
konditionell, sozial, emotional, psychisch, kommunikativ, …) Bereichen
wichtige Entwicklungsschritte erzielt. Dafür sollen unsere Kursteilnehmer die
bestmögliche Ausbildung erhalten. Sehr gute Trainer, gerade im
Kindesalter, die auf die Bedürfnisse der Kleinen eingehen können, leisten
einen wichtigen Beitrag im Breitenfußball, aber damit auch in der
Gesellschaft.
Natürlich ist auch eine einheitliche, nationale Ausbildungsphilosophie, die
von ausgebildeten Trainern mitgetragen wird, ein wichtiges Anliegen der
Direktion Sport und der Abteilung Traineraus- und -fortbildung. Mit dieser
Identifikation ist es ein wichtiges Ziel, den Stellenwert des Trainers
innerhalb aller Institutionen, Vereinen und engagierten Personen des
Fußballs zu erhöhen.
Unser Dank geht an alle, die ihre Mitarbeit im Rahmen der Trainerausbildung
und zur Entstehung dieses Skriptums bereitwillig zur Verfügung gestellt
haben. Besonders aber möchten wir uns bei Gerhard Hitzel, langjährigem
Ausbildungsleiter im ÖFB, für die Möglichkeit der Übernahme vieler seiner
Ausführungen aus ehemaligen Lehrunterlagen bedanken.

Mag. Thomas Janeschitz Willi Ruttensteiner


Ausbildungsleiter des ÖFB Sportdirektor des ÖFB

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2. Ziele und Inhalte des Kinderfußballs

Ein langfristiger Leistungsaufbau hat das Ziel, junge Fußballspieler


systematisch vom Anfänger zum Spitzenspieler auszubilden. Eine
erfolgreiche Spitze ist nur über solide Basisarbeit bereits im Kindesalter zu
erreichen. Die Anforderungen des internationalen Fußballs müssen stets
wichtigstes Orientierungsmittel sein.

Das Hauptziel des Kinderfußballs ist, die Kinder spielerisch und freudvoll an
das Fußballspiel heranzuführen. Durch Übung, Training und Wettkampf
sollen die Kinder die Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitgestaltung
erhalten. Der Kleinfeldfußball nimmt einen wichtigen Stellenwert in der
Vorbereitung für das Spiel auf Großfeld ein.

Die Freude am Spiel und das Gemeinschaftserlebnis stehen im


Vordergrund, das Resultat ist zweitrangig. Oberster Grundsatz in diesem
Bereich ist ein ausbildungs- und kein ergebnisorientiertes Üben und
Trainieren.

Im Kinderfußball hat das Spielen, Trainieren und Üben ohne Druck


durch Sieg, Niederlage oder Tabellenplatz absolute Priorität.

Die Ziele im Kinderfußball wurden auch von der UEFA in folgenden


10 Leitsätzen zusammengefasst.

1. Kinderfußball bedeutet Spielen, Spielen bedeutet Spaß

Heutzutage bedeutet Kinderfußball den ersten Kontakt zum organisierten


Fußball. Der Einfluss des Straßenfußballs ist praktisch nicht mehr
vorhanden. Es geht um Spaßvermittlung und Spielen, mit dem Ziel
zufriedene und glückliche Kinder zu haben, die gemeinsam mit ihren
Freunden etwas erleben können.

2. Das Wichtigste für die Kinder ist das Zusammensein mit ihren
Freunden

3. Jeder sollte gleichviel zum Einsatz gelangen

Jedes Kind sollte gleich viel spielen können und auf allen Positionen
eingesetzt werden. Es liegt in der Verantwortung des Trainers, jedem Kind
adäquate Einsatzmöglichkeiten anzubieten und dementsprechend die
Einsätze bei Wettkämpfen zu gestalten.

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4. Lehren wir den Kindern beides: Das Gewinnen und das Verlieren

„Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient“ (Udo Jürgens).
Gemäß diesem Songtitel haben die Erwachsenen Vorbildfunktion
einzunehmen. Es ist notwendig verlieren zu lernen, um zu wissen, wie zu
gewinnen ist. Wenn Erwachsene, insbesondere auch Eltern, sich in diesen
Situationen korrekt verhalten, werden es auch die Kinder tun. Das Motto:
Wir wollen gewinnen, dürfen aber verlieren ist zu berücksichtigen.

5. Mehr Übungen – weniger Matches

Die Spieler mehr auszubilden, als in Wettkämpfen unter Druck zu setzen,


sollte Priorität haben. Matches bedeuten in diesem Fall Wettkämpfe. Dass
Spiel und Spielformen im Training wichtige Inhalte im Kinderfußball sind,
wurde bereits erwähnt.

6. Kinderfußball soll abwechslungsreich und vielseitig gestaltet


werden

Eine allgemein-sportliche Ausbildung wirkt sich grundsätzlich hilfreich beim


Erlernen der fußballspezifischen Fähigkeiten aus.

7. Vermitteln wir Respekt vor dem Gegner und dem Schiedsrichter

Auch im Sinne des Fairplay-Gedankens haben Erwachsene Vorbildfunktion.

8. Die Spiele sind für die Kinder und nicht für die Erwachsenen da

Im Vordergrund stehen die Bedürfnisse der Kinder. Unterstützen wir die


Kinder bei ihren fußballerischen Erlebnissen und stärken ihr
Selbstvertrauen.

9. Versuchen wir zusammen für die Kinder einen beglückenden


Fußball zu gestalten

Dann ist es auch möglich, Spielern, dauerhaft Freude am Fußball zu


vermitteln.

10. Beschaffen wir den Kindern eine kindergerechte Ausrüstung

Diese Leitsätze sind auch in der Broschüre 5 er-Fußball von Sportdirektor


Willi Ruttensteiner modifiziert dargestellt.

Die zentralen Inhalte im Kinderfußball sind die Vermittlung von Spaß und
Freude am Fußballspiel, die Technik- und Koordinationsschulung, viele
Ballkontakte, die Beidbeinigkeit, das Einsetzen auf allen Positionen und die
generelle soziale Entwicklung der Kinder.

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3. Spiel – Baustein des Lebens

Die Bedeutung des Spiels im Entwicklungsprozess


Das Spiel bzw. das Spielen gilt als wichtiger Faktor für die Persön-
lichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen. Es ermöglicht ein
funktionales, zufälliges Lernen, welches bei jeder spielerischen Handlung
zwangsläufig entsteht. Somit muss dem Spiel als grundlegende Form
menschlichen Verhaltens im Rahmen der fußballspezifischen Ausbildung
bzw. im Rahmen der schulischen Erziehung große Bedeutung zufallen.
Denn durch das „Spielen an sich” wird das Kind in verschiedenen
Hinsichten erzogen und ausgebildet (Straßenfußball - kein Lehrplan!).

Durch freiwilliges und zweckfreies Spielen ist es möglich, erzieherische


Ziele zu verfolgen bzw. das Kind baut sich durch das Spiel sein Leben und
seine Welt auf. Sportliche Spiele liefern darüber hinaus einen Beitrag zur
motorischen, emotionalen, sozialen und kognitiven Entwicklung des Kindes.
Durch Spiele werden vielfältige Erfahrungen gewonnen:

• Bewegungserfahrungen (dabei soll auf bewusste Grobformen von


Bewegungsabläufen geachtet werden)
• Materialerfahrungen (z.B. durch verschiedene Bälle, ...)
• Sozialerfahrungen (Mitspieler, Gegenspieler, Umgang miteinander
und gegeneinander, Sieg, Niederlage, Freundschaften, …)

Die Ausbildung der allgemeinen Spielfähigkeit im Fußball soll


sportartübergreifend entwickelt werden. Der methodische Lernweg soll
dabei ganzheitlich und in erster Linie intuitiv sein. Die Aufgabenstellungen
selbst lehren in spielerischer Form. Die Kinder dürfen nicht zu früh mit
speziellen technisch/taktischen Spielformen aus der Sportart Fußball
konfrontiert werden, sondern sollen mit Spielgrundlagen aus
verschiedenen Sportarten vertraut gemacht werden. Auch die
Anweisungen der Trainer sollen sehr sparsam sein, das Prinzip
Versuch/Irrtum ist dabei vorrangig. Auf diesem Weg entwickeln die Kinder
Spielfreude bzw. steigern ihre Lern- und Leistungsbereitschaft.

Im Kindesalter ist die Ausbildung des Körper- und Bewegungsgefühls von


größter Bedeutung. Die Basis für ein späteres Erlernen von Grundtechniken
bilden Talent und die koordinativen Fähigkeiten. Um dieses Körper- und
Bewegungsgefühl bzw. die Koordination bei den Kindern zu entwickeln, ist
eine breite, vielseitig angelegte sportliche Ausbildung notwendig, die wir
Trainer, Lehrer und Erzieher den Kindern im Fußballverein, sowie in der
Schule anbieten müssen.

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Wichtigste Voraussetzung, um Fußball spielen zu können, sind das
Ballgefühl, die Ballkontrolle und die Ballbehandlung. Das Ballgefühl und die
vielseitigen Bewegungserfahrungen sind Grundelemente zum späteren
Erlernen der Grundtechniken.

Weiters sind Spielformen anzubieten, die das Zusammenspiel, die


Kooperation bzw. die Kommunikation als Ziel haben. Durch einfache
Spielformen soll das Ballgefühl weiter entwickelt werden und vor allem die
Ballangst abgebaut werden. Anbieten, Freilaufen und gegenseitiges Helfen
sind Schwerpunkte. Die „Dreiecksbildung” ist in diesem Zusammenhang
eine Form, die für das erfolgreiche Zusammenspiel in den Ballspielen
typisch ist.

Wichtige spieldidaktische Grundsätze:

• Spielen lernt man durch Spielen

• Die Freude am Spiel steht im Kinderfußball im Vordergrund

• Kreativität und Spielverständnis wird durch Variation der Spiele gefördert

• Die Spieler sollen ermutigt werden, eigene Ideen zu entwickeln und


auszuprobieren

• Die Angst vor dem Ball ist abzubauen

• Alle Kinder spielen mit

• Die Spiele sollen möglichst einfach sein und mit geringem Aufwand
gespielt werden können

• Der Spielleiter ( Trainer, Lehrer ) begleitet die Kinder beim Spielen

• Spaß am Miteinander und gemeinsamen Gegeneinander steht im


Vordergrund

• Ein rücksichtsvolles Umgehen mit dem Gegenspieler und dem


Schiedsrichter soll gefördert werden

• Kinder brauchen Lob und Anerkennung

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4. Perspektivplan

Ein langfristiger Trainingsplan über mehrere Jahre hinweg, legt einen


umfassenden Rahmen mit Zielen und Hauptaufgaben des Trainings in den
verschiedenen Entwicklungsstufen fest. Er soll eine trainingsmethodische
Grundkonzeption darstellen, worin auf die Besonderheiten der einzelnen
Altersstufen eingegangen wird und dementsprechend altersadäquate
Trainingsschwerpunkte gesetzt werden. Folgende Grafik verdeutlicht den
langfristigen Aufbau in der Fußballausbildung von Kindern bzw.
Jugendlichen.

Im Folgenden beschäftigen wir uns mit den Bereichen des Kinderfußballs,


das heißt Themenbereiche des folgenden Abschnitts werden die
Kleinkinderförderung, die Grundausbildung und das Grundlagentraining
sein. Um ein altersgemäßes Training gestalten zu können, sind Kenntnisse
bezüglich der psychophysischen Entwicklung von Kindern notwendig. Die
Durchsetzung der Hauptaufgaben erfordert Trainer, die ständig im
Interesse der langfristigen Entwicklung der Kinder und nicht aus
persönlichen Motiven heraus handeln.

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4.1. Kleinkinderförderung
Erkenntnisse aus der Trainingswissenschaft weisen darauf hin, dass der
langfristige Leistungsaufbau nicht immer mit dem organisierten Fußball
beginnen kann, sondern dass für die Entwicklung der koordinativen
Fähigkeiten, die für Topspieler von grundlegender Bedeutung sind, bereits
das Vorschulalter (3 - 6 Jahre) entscheidende Bedeutung erlangt. Das
bedeutet, dass die Schulung von Bewegungserfahrung in dieser Phase
hauptsächlich im Einflussbereich der Eltern und Kindergartenpädagogen
liegt. Dass diese Möglichkeiten der Bewegungserfahrung in der heutigen
Zeit, vor allem im städtischen Bereich, nicht immer ausreichend genutzt
werden, stellt ein riesiges Problem dar, dass vor allem beim Eintritt in die
Schule bzw. in den Verein deutlich sichtbar wird.

Was sind nun wesentliche Merkmale von Kindern im Vorschulalter?


Hochgradige Lernbereitschaft durch Neugierverhalten bestimmt diese
Altersgruppe. Konzentration auf eine Sache ist den Kindern fremd.
Natürliche Antriebsprozesse bewirken ständigen Aktivitätswechsel. Spiele
sind die Lehrmeister der Kinder, sowohl was die motorische, als auch die
psychosoziale Entwicklung anbelangt. Einschränkungen des Spieltriebes
wirken sich ungünstig auf die geistige Leistungsentwicklung aus.
Zu erfahren, wie der Ball rollt und hüpft, Laufen, Klettern, Balancieren,
Schwingen, Hängen, Werfen, Fangen, Springen und vieles mehr begeistert
Kinder und führt zum Aufbau des für die weitere Entwicklung notwendigen
Bewegungsschatzes. Daher ist der Wechsel zwischen Spielen und Üben,
als auch der Wechsel zwischen komplexen und einfachen
Übungssequenzen sinnvoll.

4.2. Grundausbildung
Überschäumende Bewegungsfreude, Unbekümmertheit und kritiklose
Kenntnis- und Fertigkeitsaneignung bestimmen diese Altersgruppe. Der
Trainer genießt uneingeschränkte Autorität, dieser Verantwortung muss er
sich bewusst sein. Aufgrund günstiger Kraft-Hebel-Verhältnisse, sowie der
zunehmenden Konzentrationsfähigkeit liegen bereits hervorragende
Grundlagen zum Erlernen neuer Bewegungsmuster vor. Basistechniken
werden spielend erlernt. Die koordinative Schulung über vielseitige
Bewegungserfahrungen steht im Mittelpunkt. Durch das Vermitteln von
Erfolgserlebnissen sollen die Kinder für ein lebenslanges Sporttreiben
vorbereitet werden.

Oberste Ziele sind ein spielerisches Heranführen der Kinder an das


Fußballspiel, Freude an vielseitiger fußballspezifischer und allgemein
sportlicher Betätigung zu entwickeln und damit auch sinnvolle

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Freizeitgestaltung anzubieten. Die Einflussnahme des Trainers soll im
Hintergrund stehen, um den Kindern möglichst viele Freiräume beim
Finden von Situationslösungen zu bieten.

Hauptaufgaben:

1. Vielseitige allgemein – sportliche Aufgaben


• Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten ( Orientierungs-,
Differenzierungs-, Reaktions-, Kopplungs-, Gleichgewichts-,
Rhythmisierungs-, Umstellungsfähigkeit)
• Ball- und Bewegungskoordination
• Kleine Spiele
• Laufschule
• andere Ballsportarten (Schulung der Handlungsschnelligkeit)
• entwicklungsgemäße Kräftigung
• alle Übungen unter besonderer Berücksichtigung des
Schnelligkeitsaspekts

2. Fußballspezifische Aufgaben
• Entwickeln des Ballgefühls und Ballgewöhnung, Ich und der
Ball
• Ballführen und Dribbling
• Flaches Zuspiel
• Zusammenspiel und Raumaufteilung
• Ballan- und -mitnahme
• 1:1
• Spielformen 1 : 1 bis 4 : 4
• Beidbeinigkeit, Beidseitigkeit
• Mindestspielregeln

3. Motivationale Aufgaben
• Freude am Fußballspiel entwickeln, vor allem durch
Befriedigung des Spiel – und Bewegungsdrangs
• Lerneifer durch abwechslungsreiche Trainingsatmosphäre

4. Soziale Aufgaben
• Pünktlichkeit und Ordnung
• Kameradschaft innerhalb der Mannschaft
• Achten der Leistungen der Kameraden und Gegenspieler
• Respekt gegenüber Trainern, Eltern und Schiedsrichtern
• Selbständigkeit
• Vereinszugehörigkeitsgefühl

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4.3. Grundlagentraining
Diese Altersstufe, auch als spätes Schulkindalter bezeichnet (9-12
Jahre), kann als hervorragendes Lernalter angesehen werden. Die
Kinder lernen auf Anhieb und erreichen bereits hochgradige
Körperbeherrschung. Bewegungstechniken sollten durch
zielgerichtetes, variables Üben nahezu bis zur Feinform gesichert
werden. Dass die Übergänge der Altersstufen fließend sind und auf den
bereits erworbenen Erfahrungen aufbauen ist selbstredend.

Besonders zu beachten ist die unterschiedlich schnell ablaufende


körperliche Entwicklung. Frühentwickler (Akzelerierte) weisen
beschleunigte Aufeinanderfolgen von Entwicklungsphasen,
Spätentwickler (Retardierte) verzögerte Entwicklungsphasen von einem
oder mehreren Jahren auf. Das biologische Alter entspricht nicht
immer dem kalendarischen. Beim Umgang mit diesen Spielern ist das
entsprechende Wissen des Trainers entscheidend, um hier nicht durch
oberflächliches Betrachten, Talente zu verlieren, oder nicht
dementsprechend zu fördern.

Die retardierten Spieler sind durch ihre optimalen Last/Kraft- bzw.


Hebelverhältnisse für koordinative und technische Schulung besonders
geeignet. Die körperlichen und konditionellen Defizite können später
aufgeholt werden.

Bei akzelerierten Spielern liegt im konditionellen Bereich (vor allem


Kraft und Ausdauer) eine erhöhte Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
vor. Diese Überlegungen sollten in Hinblick optimaler Reizsetzung eine
wichtige Rolle spielen.

Als Ziele sind anzuführen:

Eine vielseitige, fußballspezifische Ausprägung der technischen


Fertigkeiten, des technisch-taktischen Verhaltens, der koordinativen
und konditionellen Fähigkeiten um den Anforderungen des
Fußballspiels in Angriff und Abwehr gerecht werden zu können.
Weiterhin geht die fußballspezifische Ausbildung Hand in Hand mit
einer vielseitigen allgemein-sportlichen Ausbildung. Die universelle
Ausbildung, das heißt Ausbildung in allen Spielpositionen wird
weiterhin gefördert.

Folgende Zusammenfassung der Hauptaufgaben des


Grundlagentrainings soll einen Überblick über wichtige
Trainingsinhalte in dieser Altersstufe geben.

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Hauptaufgaben:

1. Vielseitige allgemein-sportliche Aufgaben


• Entwicklung und Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten,
von Bewegungserfahrungen, der Bewegungsschnelligkeit und
einer allgemeinen Schnellkräftigung
• Ball- und Bewegungskoordination
• Kleine Spiele, Fangspiele
• Laufschule, Sprint ABC
• andere Ballsportarten (Schulung der Handlungsschnelligkeit)
• entwicklungsgemäße Kräftigung
• Erhaltung/Verbesserung der Beweglichkeit
• Turnen
• Entwicklung der Reaktivkraft (Sprünge, Schüsse, Sprints, …)
• Entwicklung der Schnellkraft (Sprünge, Schüsse, Sprints, …)
• Mobilisation, Stabilisation, dynamische Gymnastik

2. Fußballspezifische Aufgaben
• Ballgefühl, Ballkontrolle, Ballbeherrschung mit allen Teilen
beider Beine
• Ballführen und Dribbling (Finten, Scheinbewegungen und
Anschlussaktionen) in alle Richtungen
• Erlernen, Festigen und Anwenden der Basistechniken
• Ballannahme und Ballmitnahme mit allen erlaubten
Körperteilen
• Spielfähigkeit, Spiel auf zwei Tore im Vordergrund
• Kontinuierlicher Spielaufbau, Zusammenspiel und
Raumaufteilung
• Positionsspiel: Wahrnehmung von Spielpositionen
• Torabschluss aus verschiedenen Positionen
• Flügelspiel: direkter Weg und Torabschluss
Ballführen/Dribbling zur Grundlinie u. Flanke, Stanglpass, Pass
in den Rückraum und Torabschluss
• Zweikampfverhalten (1 : 1)
• Grundbegriffe der Raumdeckung
• 1 : 2, 2 : 1, 3 : 1, 3 : 2
• Spielformen bis zum 9 : 9
• Einwurf, Strafstoß, Eckball, Freistoß

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3. Kognitive Aufgaben
• Knotenpunkte der zu erlernenden Bewegungen
• Bewusst machen von technisch/taktischen Verhaltensweisen
• Spielregeln für das Kleinfeld

4. Motivationale Aufgaben
• Freudvolle und abwechslungsreiche Trainingsgestaltung
• Erfolgserlebnisse ermöglichen
• Lern- und Trainingseifer durch Arbeit mit Vorbildern

5. Soziale Aufgaben
• Teamgeistentwicklung durch Übertragen von Teilaufgaben
• Kameradschaft innerhalb der Mannschaft
• Achten der Leistungen der Kameraden und Gegenspieler
• Respekt gegenüber Trainern, Eltern und Schiedsrichtern
• Selbständigkeit
• Vereinszugehörigkeitsgefühl

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5. 5er – Fußball (ÖFB – Broschüre)

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6. 7er – Fußball (ÖFB – Broschüre)

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7. 9er – Fußball (ÖFB – Broschüre)

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8. Methodik
Nach den zu beachtenden Trainingsinhalten im Kinderfußball ist es nun
erforderlich, Maßnahmen zu ergreifen, wie diese Inhalte optimal an die
Auszubildenden gebracht werden. Damit beschäftigt sich die Methodik.

Die Methodik ist die Lehre vom Vorgehen beim praktischen Unterrichten.
Aufgabe der Methodik ist es, zu jedem Lernziel den optimalen Weg zu
finden und auch die Bedingungen des Lernenden bestmöglich zu
berücksichtigen.

Dieser Lernweg soll ÖKONOMISCH, SCHNELL, RISIKOLOS und SICHER


zum Ziel führen.

8.1. Grundsätze der Methodik


1.) Eigentätigkeit, Eigenständigkeit
Das Suchen nach der Lösung soll die Kreativität und Spontaneität
entwickeln. Trotzdem sollen durch Führen und Anleiten des Trainers
Erfolgserlebnisse ermöglicht werden.

2.) Lebensnähe
Gerade im Fußball ist die Natürlichkeit der menschlichen Motorik
anzustreben. Weiters sind lebensnahe Sprache und Ausdrucksweise
wichtige Forderungen dieses Grundsatzes.

3.) Anschaulichkeit
Kinder brauchen ein scharfes Vorstellungsbild des angestrebten
Lernziels. Klarheit und Deutlichkeit können durch perfektes Vorzeigen
und Beschreiben erreicht werden. Natürlich können auch Bild-,
Videomaterial, Zeichnungen und Symbole zur Unterstützung
eingesetzt werden.

4.) Sachgemäßheit
Das bedeutet, dass ein klarer Lehrweg zum angestrebten Ziel
vorhanden sein muss. Dies setzt eine genaue Kenntnis des Ziels und
ein bestimmtes Maß an Eigenkönnen voraus.

5.) Dauerhaftigkeit
Das Erworbene soll dauerhaft behalten werden und bei Bedarf
abgerufen werden können. Dementsprechendes Üben ist notwendig.

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6.) Entwicklungsgemäßheit
Sämtliche Inhalte und Methoden sind dem Entwicklungsstand des
Kindes anzupassen. Besonders auf die motorische Lernfähigkeit und
die Informationsaufnahmefähigkeit muss geachtet werden.

Es geht also darum welche Lehrmethode, welche Organisations- bzw.


Betriebsform, welche Lernhilfen, welche Übungsauswahl es dem Trainer
ermöglichen, das angestrebte Ziel zu erreichen.

Lehrmethoden: a) Darbietende Lehrmethode: Trainer ordnet an,


beschreibt, lässt üben und korrigiert.

b) Entwickelnde Lehrmethode: Lernziel wird über


Eigenaktivität des Kindes angestrebt. Selbständigkeit
steht im Mittelpunkt. Förderung der Kreativität und
Spielintelligenz.

Betriebsformen: Mannschafts-, Gruppen- (Stations-, Zirkeltraining),


Einzeltraining

Aufstellungsformen: frei, Linie, Gasse, Reihe, Kreis, Halbkreis, Dreieck,


Rechteck, Raute, ….

Lernhilfen: verbale ( Sprache ), optische ( Vorzeigen),


akustische ( Musik, … ), Geräte

Methodische Reihen:
Vorbereitende Übungsformen: Schaffen die physischen und psychischen
Voraussetzungen für die Zielübung

Zielgerichtete Übungsformen: Hauptteil des motorischen Lernprozesses

Festigende Übungsformen: durch neue Aufgabenstellungen,


Erschwerungen, Variationen, neue Situationen und Verbindungen usw.
soll der Behaltewert des Erlernten gesteigert werden.

Als wichtige Grundsätze für das Lernen und ebenfalls für methodische
Reihen gelten:

• Vom Einfachen zum Schweren


• Vom Einfachen zum Komplexen
• Vom Langsamen zum Schnellen
• Vom Wesentlichen zur Vielfalt (Variation)
• Vom Bekannten zum Unbekannten

Für das Kindertraining sind folgende allgemeine methodische Hinweise


zu beachten.

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• Kinder lernen durch Spielen

Wie bereits mehrfach erwähnt ist das Spiel die wichtigste Komponente
im Lernprozess. Spielerfahrungen verbessern das motorische Können der
Kinder, die Kreativität am Ball. Sie lernen Führungsaufgaben und
Verantwortung zu übernehmen, fügen sich in die Gemeinschaft ein und
lernen soziale Verhaltensweisen. Sie können sich mit anderen messen,
Anerkennung und Bestätigung finden. Das selbständige Suchen und
Finden der erfolgsversprechendsten Bewegungsausführung und
Situationslösung kann über das Spiel realisiert werden.

• Kinder brauchen Abwechslung

Ein variationsreiches Training ist zu gestalten, um die Neugierde und den


Bewegungsdrang der Kinder zu befriedigen. Die Vielfalt des
Übungsangebotes macht Spaß und führt zur Vergrößerung des
Bewegungsschatzes. Monotone, langweilige Übungen führen mit
Sicherheit zur Abnahme der Begeisterung am Spiel, der Aufmerksamkeit
und des Trainingsfortschritts.

• Jede Trainingseinheit beinhaltet koordinative Schwerpunkte

Kindgerechte Übungen mit und ohne Ball sollen Herausforderung für die
Geschicklichkeit bedeuten.

• Kinder wollen oft den Ball berühren

Eine hohe Anzahl an Ballkontakten ist im Kindertraining unumgänglich,


um den Lernerfolg zu gewährleisten. Durch die Arbeit in kleineren
Gruppen und eine passende Organisationsform werden lange
Wartezeiten vermieden.

• Sorgen Sie für kindgerechte Spielfeldgrößen und Spielgeräte

Die Spielfeldgrößen müssen den räumlichen Vorstellungsmöglichkeiten


der Kinder angepasst werden. Auch auf die richtige Wahl von Abständen
bei Zuspiel -, Torschussübungen ist zu achten. Dadurch wird ebenfalls für
hohe Wiederholungszahlen und Erfolgserlebnisse gesorgt.

• Kinder wollen sich mit Gleichstarken messen

Achten Sie bei der Zusammenstellung von Gruppen im Kindertraining


auf Ausgeglichenheit.

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• Kinder wollen mehr Variation und weniger Instruktion

Fehler sind erlaubt, Kinder lernen aus Fehlern. Ständiges Korrigieren von
Fehlern lenkt die Aufmerksamkeit auf Fehler, führt zu Angst vor dem
Fehler machen. Das alles hemmt den Lernprozess, die Kreativität und die
Freude. Die Hauptaufgabe des Trainers besteht im Anbieten von
Lerngelegenheiten.

Wenn korrigiert werden muss, sind einige Punkte zu beachten:

o Nur einen Fehler korrigieren


o Einfach und verständlich
o Fehler sachlich ansprechen und möglichst positiv formulieren
o Lösungen gemeinsam erarbeiten bzw. anbieten

• Organisation des Trainings

Jedes Training gehört geplant. Wie viele Spieler erwarte ich, welchen
Trainingsschwerpunkt setze ich, welche Übungs- und Spielformen
möchte ich durchführen, welche Organisationsformen sind optimal,
welche Materialien werden benötigt, was sind die Trainingsziele? Durch
diese Vorüberlegungen wird das Training effektiver gestaltet, die
Nettotrainingszeit wird hoch gehalten.

8.2. Spielmethodik
Bei der Durchführung von Spielformen können folgende Parameter
verändert werden, um bestimmte technische, taktische, konditionelle und
mentale Ziele anzusteuern.

• Spieler: Anzahl, Stärke der Teams: Gleich-, Über-, Unterzahl,…


• Tore: Anzahl, Größe, Standort,…
• Spielfeld: Größe, Form, Zonen,…
• Regeln: Torwertung, Kontaktanzahl, Zeitdruck,…

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8. 3. Trainingseinheit
Die Qualität des Trainingsbetriebes wird maßgeblich von einer
entsprechenden Planung bestimmt. Das sportliche Training kennt den
Mehrjahresplan, Jahresplan, Saisonplan, Monatsplan, Wochenplan und
Tagesplan. Die Sportmethodik gibt Auskunft über die Planung einer
Trainingseinheit. Sie stellt die kleinste Einheit innerhalb des
Gesamttrainingsprozesses dar und bildet inhaltlich, zeitlich und
organisatorisch ein in sich geschlossenes Ganzes.

Sie gliedert sich in drei Teile:

• Einleitung, Aufwärmen, vorbereitender Teil


• Hauptteil
• Ausklang, abschließender Teil

Die Einleitung enthält folgende Aufgabenstellungen: Hier soll sowohl die


psychische Einstimmung (Schaffung optimaler Trainingsbereitschaft,
Motivation, Vorbereitung auf den Trainingsschwerpunkt, …), als auch die
physische Erwärmung (Aufwärmen des Organismus, Haltungsschulung,
Gymnastik, …) erfolgen. Man unterscheidet allgemeines und spezielles
Aufwärmen. Der allgemeine Teil beinhaltet sportartübergreifende
Inhalte, der spezielle Teil fußballspezifische Übungen.

Im Hauptteil geht es um Erlernen, Festigen, Üben von motorischen


Fertigkeiten und Fähigkeiten. Für den Kinderfußball ist die STS-
Methode (Spielen - Trainieren - Spielen, siehe Kapitel Techniktraining)
anzuwenden.

Der Ausklang dient zur Einleitung des Wiederherstellungsprozesses und


soll ein freudbetonter Abschluss zur positiven Einstellung auf die nächste
Trainingseinheit sein.

Vergleiche hierzu auch die in der Broschüre 5er Fußball (Seiten 17-20)
angeführte beispielhafte Trainingseinheit, die nochmals die Planung
mittels STS-Methode deutlich macht.

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8.4. Grundbegriffe
Technisch-taktische Übungsformen: Alle Übungen, die einen
technisch/taktischen Schwerpunkt haben und nicht in die folgenden
Begriffsdefinitionen fallen.

Komplexübungen: Das sind Übungen, die Passfolgen über mehrere


Stationen beinhalten und mit einem Torabschluss enden.

Übungen in angesagter Form: Sind Komplexübungen, die bei einem


Tormann beginnen und auf das andere Tor abgeschlossen werden.

Spielformen:
2 Mannschaften spielen gegeneinander, es müssen Tore (Punkte) erzielt
werden können, es gibt für die Mannschaften vorgegebene
Spielrichtungen. Man unterscheidet freie und geführte Spielformen. Freie
Spielformen gehen ohne Vorgaben, Bedingungen und Unterbrechungen
über die Bühne. Geführte Spielformen sind durch bestimmte Vorgaben,
verbale Impulse, Korrekturen, wenn nötig situationsbedingtes
Unterbrechen gekennzeichnet.

8. 5. grafische Darstellungen

x Spieler der eigenen Mannschaft bzw. Angreifer

o Spieler der gegnerischen Mannschaft bzw. Verteidiger

Weg des Balles

----- Laufweg ohne Ball

Laufweg mit Ball, Dribbling

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9. Motorische Grundlagen
Oberstes Gebot für das Kindertraining im motorischen Bereich ist die
spielerische und komplexe Form der Reizsetzung ohne den Gedanken der
Potentialentwicklung für spätere Leistung (en) zu verlieren. Ein
„Konditionstraining“ in diesem Alter getrennt vom Fußballspiel zu sehen
wäre völlig verfehlt.

Gerade im Kindertraining ist die Unterscheidung in die klassischen


motorischen Bereiche nicht notwendig. Eher kann man folgende
Kategorien zusammenfassen:

(1) koordinativ-technisches Training

(2) energetisches Training

Das koordinative Training dient im weitesten Sinne der Entwicklung einer


„Schnelligkeit“ (einer Aktion, einer Handlung, usw.) und der Kraft (z.B.
Stabilisation).

Das energetische Training zielt im Wesentlichen auf die physiologische


Entwicklung („Ausdauer“, aber auch Aspekte der Kraft) ab.

Motorische Faktoren für das Kindesalter bis 12 - Reizsetzung

Schnelligkeit: azyklische und zyklische Aktionen mit/ohne Ball,


spielerisch und in Wettkampfformen (z.B. Staffeln)

Allg. Ausdauer: über die Dauer der Gesamtbeanspruchung, ansonsten


keine Relevanz

Spez. Ausdauer: keine Relevanz

Kraft: Anforderungen an die Körperstabilität und -kontrolle

Koordination: gesamtes Repertoire an Spielen und Übungen zur


Schulung der koordinativen Fähigkeiten, als
Schwerpunkt und als Ergänzung mit/ohne Ball

„Zentrales Thema im Kindertraining kann nur das Individuum


sein!“

Daher sind Übungen gefragt, die für den Einzelnen konzipiert sind und an
seine aktuellen Fähigkeiten für die Ausführung der Übung angepasst
sind. Partnerübungen sind durch die automatisch entstehende Pause
sinnvoll, Gruppen- oder Mannschaftsübungen werden im Moment nicht
berücksichtigt.

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Fragen:
Was möchte ich dem Kind durch das Kindertraining unter dem
motorischen Aspekt mitgeben? Was soll Kindertraining gewährleisten?

• Voraussetzungen für weiter entwickelbare technische Fertigkeiten


• Maximierung von Geschwindigkeiten von Bewegungen
• Maximierung der Schnelligkeit von Handlungen
• Optimierung der physiologischen Voraussetzungen für ein
späteres Leistungstraining

Welche Grundbewegungsmuster ergeben sich aus dem Fußball?

- Lauf
- Stop and Go
- Sprung
- Einbeinstand

Diese Bewegungsmuster können mit den Grundtechniken mit Ball


ergänzt werden (Ballannahme, Ballmitnahme, Passen, Schießen, …).

Prinzip der Übungsgestaltung für das motorische Training:

variable Kombination

Bewegungsmuster ++++++++++++++++++++ technisches Muster

variable Ausführung

Übungsbeispiele sind im Praxisteil dargestellt.

22
10. Koordination
Die Koordination (auch Gewandtheit, Geschicklichkeit,
Körperbeherrschung) ist aus sieben verschiedenen koordinativen
Fähigkeiten zusammengesetzt. Diese Fähigkeiten befähigen Sportler
Situationen sicher und ökonomisch zu beherrschen. Je größer der
Bewegungsschatz bzw. die Bewegungserfahrung, desto höher ist die
Qualität der koordinativen Fähigkeiten. Jede Bewegung wird immer auf
der Grundlage alter Koordinationsverbindungen ausgeführt. Die
koordinativen Fähigkeiten sind die Grundlage einer guten motorischen
Lernfähigkeit, je höher ihr Niveau, desto schneller und effektiver können
neue bzw. schwierige Bewegungen erlernt werden. Auf die besondere
Wichtigkeit dieser Fähigkeiten und ihre Auswirkungen für die
Trainingspraxis im Kinderfußball wurde bereits verwiesen.

Folgende 7 koordinative Fähigkeiten sind zu unterscheiden:

• Kopplungsfähigkeit
• Differenzierungsfähigkeit
• Gleichgewichtsfähigkeit
• Orientierungsfähigkeit
• Rhythmisierungsfähigkeit
• Reaktionsfähigkeit
• Umstellungsfähigkeit

Kopplungsfähigkeit:

Ist die Fähigkeit, Teilkörperbewegungen untereinander und miteinander


zu koordinieren.

Mit der rechten Hand einen Ball auf den Boden prellen, mit der anderen
Hand einen Ball hoch werfen und fangen; Verbindung von Dribbling und
Torschuss; …

Differenzierungsfähigkeit:

Ist die Fähigkeit, Spannungszustände der Muskulatur und die Lage der
Körpergelenke bewusst wahrzunehmen.

Ballspielen mit verschiedenen Bällen; Übungen auf verschiedenen


Untergründen; Jonglieren im Stehen, Gehen, Sitzen; …

Gleichgewichtsfähigkeit:

Ist die Fähigkeit, z. B. nach Attacken eines Gegenspielers den Körper


wieder in eine stabile Position zu bringen.

23
Einbeinstand; auf umgedrehter Langbank stehen und zugeworfene Bälle
zurückspielen; Stelzen gehen; Pedalo fahren und Ball prellen; wackelige
Untergründe (Weichmatte, Trampolin, MFT-Geräte,...); …;
propriorezeptives Gleichgewichtstraining, …

Orientierungsfähigkeit:

Sowohl räumliche (wo befinde ich mich, wo ist mein Mitspieler, wo ist
der Ball, Flugbahnen des Balles, …), als auch zeitliche Orientierung
(Timing, Flugzeiten des Balles, …).

Rhythmisierungsfähigkeit:

Ist die Fähigkeit, einen von außen vorgegeben Rhythmus zu erfassen und
motorisch wiederzugeben. Je besser diese Fähigkeit, desto leichter kann
ich den Rhythmus gestalten, verändern, variieren.

Schnurspringen mit 2 x, 1 x hüpfen/Seilumdrehung; Einbeinsprünge


li-re-re; beim Dribbling bei jedem Schritt einen Ballkontakt; …

Reaktionsfähigkeit:

Ist die Fähigkeit in möglichst kurzer Zeit auf ein Signal zu reagieren. Diese
Signale können akustisch, optisch, taktil ( Berührung ) oder kombiniert
erfolgen.

Ball-, Fang-, Abschlagspiele, Reaktionsspiele; Spiele mit mehreren Bällen;


Reaktion auf Finten; …

Umstellungsfähigkeit:

Ist die Fähigkeit, während der sportlichen Handlung auf plötzlich


auftretende Situationsveränderungen zu reagieren und das Handeln auf
die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Reagieren auf Positionsspiel des Gegners; …

Man unterscheidet allgemeine (sportartübergreifende) und spezielle


(sportartspezifische) Koordination. Für beide Teile ist ein variantenreiches
Training mit immer wieder neuen, trainingswirksamen Reizen
erforderlich, um gute koordinative Voraussetzungen zu erreichen. Die
optimale Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten stellt die Grundlage
für das Techniktraining dar. Wichtige Kriterien des Techniktrainings sind
Inhalt des nächsten Abschnitts.

24
11. Techniktraining
Die Fußballtechnik ist die Grundlage für ein erfolgreiches Fußballspielen.
Sie ist der motorische Teil (Ausführung) einer sogenannten
Spielhandlung (z.B. Torschuss), die sich aus Wahrnehmung (Antizipation)
der Spielsituation, Entscheidung oder geistiger Lösung und schließlich
der technischen Ausführung zusammensetzt.

Damit soll die enge Verknüpfung zwischen taktischen (Wahrnehmung


und Entscheidung) und technischen Fertigkeiten ausgedrückt werden.

Die Handlungsschnelligkeit und Kreativität beziehen sich somit auf


schnelle und erfolgreiche, sowie vielfältige, oft überraschende Lösungen
der Spielsituationen.

Die Fußballtechnik gliedert sich in die Balltechnik und Körpertechnik. Ein


Hauptziel der Nachwuchsausbildung ist somit das Beherrschen des Balles
und des Körpers.

Die Schulung der Körpertechnik wird mittels einer vielseitigen


motorischen Grundausbildung durchgeführt, wobei leichtathletische
Übungsformen (Lauf- und Sprungschulung), Turnen (einfache Formen
des Gerät- und Bodenturnens, Fallschule) und moderne Fitnessübungen
(Gymnastik, Rumpf- und Stabilisationsübungen, …) im Mittelpunkt
stehen und bereits im Kinderfußball eingeführt werden sollen.

Die Balltechnik umfasst folgende Elemente (Basistechniken), die


methodisch in dieser Reihenfolge schwerpunktmäßig trainiert werden
sollen:

Grundlage = Schulung des Ballgefühls (siehe Differenzierungsfähigkeit)

• Ballführen, Dribbling mit Tricks und Finten

• Torschuss

• Zuspiel

• Ballannahme und Ballmitnahme

• Kopfball

25
Beim Training der Fußballtechnik geht es um das Erlernen der
Basistechniken in vielseitiger (u.a. beidseitiger!) und variabler Form,
sowie um das erfolgreiche Anwenden in Spielformen.

Zu beachten sind dabei folgende Kriterien:

• Inhalte: Übungsformen (Dreieck, Viereck und Technikparcours, …)


und Spielformen

• Intensität: zuerst langsame, genaue und dann dynamische,


schnelle und variable Durchführung

• Organisationsform: kleine Gruppen, mehrere Bälle, viele


Ballkontakte, mehrere Tore

• Bewegungsvorstellung: Vormachen, Vorzeigen, Nachmachen

• Konzentration und Lernbereitschaft

• Coaching: „Viel variieren, weniger korrigieren!“ Das Ziel (Tor


treffen) zu erreichen ist das Wesentliche, ist konstant, die Wege
(Ausführungen) dorthin sind unterschiedlich. Durch die variablen
Technikausführungen wird der Bewegungsablauf (Technik)
wettkampfstabiler und die jungen Spieler können sich an neue
Spielsituationen und deren Lösungen besser anpassen.

Die S-T-S- Methode (Spielen - Trainieren - Spielen) soll im Kinderfußball


zur Anwendung kommen.

Nach einem Aufwärmteil wird im Wechsel gespielt und geübt, wobei die
durchgeführten Spielformen mit den Übungsformen zusammenhängen
sollen.

Beispiel:

Einstieg: allgemeine Koordination, Gymnastik

Spielen: Liniendribbling 4:4

Trainieren: Übungsform für Ballführen im Dreieck

Spielen: Spiel 4:4

Ausklang

26
11.1. Variationstraining
Durch viele variable Übungsformen kann der Erfolg im Techniktraining
erhöht werden. Immer wieder neue Bewegungserfahrungen erweitern
den Bewegungsschatz der Kinder und garantieren eine hohe
Aufmerksamkeit. Die Methode des differentiellen Lernens ist eine
zusätzliche Möglichkeit den Lernprozess zu intensivieren. Das
Grundprinzip besteht im Wiederholen ohne zu wiederholen. Dadurch
wird das Gehirn immer wieder mit neuen Reizen konfrontiert, was zu
verstärkter Lernaktivität und Anpassungsfähigkeit an neue
Bewegungsabläufe und Spielsituationen führt.

Variationsmöglichkeiten:

• Ausgangsstellung (Stand, Sitz, …)


• Übungsausführung (re/li, Arme in Hochhalte, …)
• Bewegungsdynamik
• Raum
• Äußere Bedingungen (Bälle, Untergrund, …)
• Zeitdruck
• Behinderungen (ohne, passiver Gegenspieler, …)

27
12. Coaching
Unter Coaching versteht man alle Tätigkeiten eines Trainers, die auf eine
Leistungssteigerung der Spieler abzielen.

Im engeren Sinne geht es um das Betreuen und Beraten der Spieler


während des Trainings und des Wettkampfes.

Ist das Ziel des Trainings die Leistungsfähigkeit der Spieler, im


Besonderen die Spielfähigkeit zu entwickeln, so gilt es im Wettkampf
(Spiel) dieses Leistungspotenzial zur Entfaltung zu bringen und sogar
„über sich hinauszuwachsen“.

Dazu ist es erforderlich, dass der Trainer ein positiver, optimistischer Typ
ist, der eine gute Lernatmosphäre schafft, in der Fehler und Niederlagen
einfach dazugehören und erlaubt sind.

Ein guter Trainer und Coach spricht viel mit den Spielern, ermuntert sie,
lobt sie gegebenenfalls und gibt ihnen Tipps und Ratschläge und
Hinweise, welche Aufgaben sie im Training und Spiel erfüllen sollen.

Er soll lösungsorientiert vorgehen und positive Formulierungen wählen.


Statt „Schieß nicht übers Tor!“, ist die Anweisung, „Schieß mit der
Innenseite aufs lange Eck!“ zu bevorzugen.

Die Hauptarbeit des Coachings bezieht sich auf das Training in Form von:
Erklären, Vormachen – Demonstrieren, Durchführen, Rückmelden
( Feedback geben ), ev. Korrigieren, Helfen, Tipps und Hinweise geben,
Loben, Unterstützen, Gelungenes verstärken, …

Dabei soll auf eine altersadäquate und kindgerechte (bildhafte) Sprache


Wert gelegt werden.

Im Wettkampf (Spiel) gilt es sich zurückzuhalten und cool zu bleiben,


aufzumuntern, anzufeuern, konstruktive und lösungsorientierte
Anweisungen zu geben, sowie keine negativen Äußerungen über
Schiedsrichtern, Spielern, Trainern, Eltern und Zuschauer abzugeben.

Vor dem Spiel:

Je jünger die Kinder sind, desto geringer ist ihre Konzentrationsfähigkeit,


daher eine kurze Spielerbesprechung durchführen (etwa 5 - 7 Minuten).

• Aufstellung (grafische Darstellung)


• Was ist zu tun?, Aufgaben definieren
• Emotional einstellen (positiv, optimistisch)

28
In der Halbzeit:

• Warten, beruhigen, abreagieren


• Aufgaben in der 2. Halbzeit (taktische Anweisungen)
• Emotionale Einstellung

Nach dem Spiel, Spielanalyse beim nächsten Training:

• Was haben wir, hast du gut gemacht?


• Was können wir, kannst du verbessern?
• Wie war das Ergebnis, wie die Leistung?
• Was sollen wir trainieren und im nächsten Spiel besser machen?

Der Wettkampf, das Spiel ist der beste Test zur Überprüfung der
Leistungsfähigkeit eines Spielers und einer Mannschaft.

Wesentlich dabei ist, dass die Spieler „ihr Bestes geben“, sich also voll
anstrengen, laufen, kämpfen und spielen.

Ergebnis und Leistung passen im Fußball nicht immer zusammen. Das


Resultat gewinnt mit zunehmendem Alter an Bedeutung, darf aber auch
im Kinderfußball nicht unterschätzt werden. Siege sind für die
Entwicklung des Selbstbewusstseins und des Selbstvertrauens der
Spieler enorm wichtig.

Dabei gilt das Motto:„Wir wollen gewinnen, dürfen aber auch verlieren!“

Siege feiern, Niederlagen verkraften und aus ihnen lernen sind wichtige
Bausteine zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen.

Folgende pädagogische Hinweise erleichtern die Trainingsarbeit:

• Schaffen einer positiven Atmosphäre


Die Kinder müssen sich wohl fühlen und gerne zum Training bzw.
Spiel kommen.

• Kinder brauchen Anerkennung

• Kinder wollen individuell angesprochen werden


Persönlicher Kontakt mit allen Kindern wird von den Kindern stark
verlangt.

29
• Kinder erwarten Rückmeldungen
Dieses Feedback müssen keine langen Monologe sein, es genügen
kurze Rückmeldungen bzw. positive Körpersprache

• Kinder wollen auch außerhalb des Trainings etwas


miteinander erleben
Gemeinsame Veranstaltungen, auch außerhalb des
Trainingsbetriebes tragen zum Teamgefühl bei.

• Kinder wollen gefordert werden


Achten wir darauf, dass alle Kinder sich anstrengen müssen, dass
die Aufgaben auch lösbar sind. Man spricht hier vom mittleren
Anspruchsniveau. Da die Leistungsfähigkeiten im Kinderfußball
und Breitenfußball sehr unterschiedlich sind, ist eine sorgfältige
Planung notwendig.

• Kinder hören besonders gerne Lob


Durch das Hervorheben gelungener Aktionen wächst das
Selbstvertrauen.

• Kinder lernen aus Fehlern


Fehler sind als Chance zur Weiterentwicklung zu sehen. Sie sind
kindgemäß, natürlich und notwendig.

• Sportliche Leistungsentwicklung erfordert Zeit und Geduld


Schenken wir den Kindern Zeit und Vertrauen.

30
13. Trainingsplanung und -dokumentation

Der Fußballtrainer hat vielseitige Aufgaben zu erfüllen:

Neben dem Leiten, Organisieren und Durchführen des Trainings und dem
Coachen der Spieler im Training und im Wettspiel, nehmen die
Trainingsplanung und -dokumentation eine zentrale Stellung ein.

Entsprechend dem Perspektivplan ist ein Ausbildungskonzept zu


erstellen, das die Ziele und Aufgaben in den jeweiligen Altersstufen
(Anfänger - U 18; 5er-, 7er-, 9er- und 11er- Fußball) definiert und an die
Gegebenheiten und Besonderheiten des jeweiligen Vereines anzupassen
ist. Dies ist Aufgabe des sportlichen Nachwuchsleiters.

Auf Basis dieses Konzeptes sind folgende Planungsaufgaben


durchzuführen:

Jahresplan und Saisonplan (Herbst/Frühjahr)

• Vorbereitungsperiode
• Wettkampfperiode
• Übergangsperiode
• Rechtzeitige Planung u. Organisation der Infrastruktur (Halle, usw.)
• Anzahl der Trainingseinheiten und Spiele, Turniere
• Ziele im Bereich Fußball (Technik/Taktik), Kondition, Persönlichkeit

Monatsplan

• Anzahl der Trainingseinheiten und Spiele


• Schwerpunkte des Trainings: Technik, Taktik, Kondition
• Genauere Definition: z.B. TE: Zuspiel, Ballmitnahme

Bemerkung: Ein Monat ist ein günstiger Planungsabschnitt, um


technisch/taktische Ziele, z.B. Spielaufbau schwerpunktmäßig mit vielen
Variationen zu üben und zu lernen.

Wochenplan

• Genauere Definition und Beschreibung (Skizzen) der


Trainingsinhalte: Inhalte (+ Variationen), Organisationsform,
Belastung (niedrig - mittel - hoch), Geräte, Coachingpunkte

Trainingseinheit (siehe dort)

31
Für die Planung im Kindertraining bedeutet dies, dass hier noch
keinesfalls um Periodisierung des Trainings geht, aber dass eine
entsprechende Verteilung von technischen Inhalten
(Grundtechniken) sehr wohl vorzunehmen ist. Diese kann effektiv
mittels eines Baukastensystems erfolgen.

Um das absolvierte Training auch auswerten und erfolgreiche Schlüsse


für die weitere Tätigkeit ziehen zu können, sind auch
Dokumentationsaufgaben notwendig:

• Trainingsanwesenheit
o +, - , v (verletzt), Schule

• Spielanalyse
o Spiele/Jahr, Saison, Monat
o Aufstellung
o Spieleinsatzzeiten der Spieler
o +
o –
o Ergebnis
o Torschützen
o Assists

• Trainingsanalyse
o Trainingseinheiten/Jahr, Saison, Monat
o +
o –
o

Persönliche Gesamtanalyse des Spieljahres

Für den Trainingsumfang im Kinderfußball können folgende Richtlinien


herangezogen werden.
In der Grundausbildung (U 7, U 8) ist ein Trainingsumfang von zwei
Trainingseinheiten pro Woche plus ein Wettspieltag (in Turnierform)
realistisch. Ein ganzjähriger Trainingsbetrieb (unter Rücksichtnahme auf
Ferien- bzw. Urlaubszeiten) ist anzustreben. Eine Dynamik in der
Belastungsgestaltung wird über ein vielseitiges, abwechslungsreiches
Training angestrebt.

32
Im Grundlagentraining (U 9 – U 12) ist eine Erhöhung auf drei
Trainingseinheiten pro Woche plus ein Wettspieltag im Rahmen der
Steigerung des Belastungsumfangs erforderlich. Ganzjähriger
Trainingsbetrieb unter oben genannten Voraussetzungen bleibt weiterhin
das Ziel. Zusätzliche, ausgewogene sportliche Betätigung im
Turnunterricht der Schulen bringt eine weitere Erhöhung des
Belastungsumfanges. Wenn in diesem Zusammenhang eine
Zusammenarbeit möglich ist, bedeutet das eine weitere
Qualitätssteigerung.

33
Trainings - Dokumentation Nr. ……

U …… Schwerpunkt: ……... Datum: ……

E
E

34
Spiel – Dokumentation
Spiel - Datum:
Nr.:

Heimmannschaft Ergebnis Gastmannschaft

Nr Name SZ Nr Name SZ
TM 10
2 11
3 12
4 13
5 14
6 15
7 16
8 17
9 ET

Aufstellung Torschützen
Nr. Name

TA/TE Spielanlage Spielanalyse

35
14. Medizinische Erstversorgung im Kinderfußball

Ziel des Unterrichtes


ist es, dem Kindertrainer Handlungssicherheit bei der Erstversorgung
nach Unfällen und Verletzungen zu geben. Darüber hinaus stellt die
Ausbildung den ersten Kontakt mit der Kenntnis über die
fußballspezifischen Anforderungen und Belastungen im Kinderfußball
dar.

Konkrete Lerninhalte

- Kenntnis der Rettungskette


- Festigung der lebensrettenden Sofortmaßnahmen, LRSM
- Erste Hilfe bei häufigen Verletzungen
- Fußballspezifische Belastungen im Kinderfußball
- Equipment und Organisation

1. Die Rettungskette

Die Wiederholung der notwendigen Maßnahmen im Falle eines Unfalles


und die daraus resultierende Sicherheit im Fall der Fälle erscheinen nicht
nur im Umgang mit ihrer anvertrauten Mannschaft sehr sinnvoll.

1. Bei kleinen Menschen ist es möglich die Verunfallten mit


achsengerechtem Wegtragen aus dem Gefahrenbereich zu bringen
(Wegziehen oder Rautekgriff bei schwereren Personen).

Bei der Absicherung von Unfällen im Straßenverkehr ist im Speziellen


beim Umgang mit Kindern zu erwähnen, dass diese auf keinen Fall
alleine gelassen werden dürfen. Kinder können das Fahrzeug verlassen
und sich selbst in Gefahr bringen. Bei der Hilfe an Anderen die Kinder
entweder beaufsichtigt im Fahrzeug lassen oder mitnehmen.

36
2. LRSM, Tätigen eines Notrufes! Wo, Was, Wie viele, Wer, Tipps
einholen!

3. Wundversorgung, weiterführende LRSM

4. Versorgung durch Notarzt oder Sanitäter

5. Weitere Versorgung im Krankenhaus

2. Lebensrettende Sofortmaßnahmen

Als lebensrettende Sofortmaßnahmen bezeichnet man Maßnahmen, die in


Notfallsituationen von jedermann zu ergreifen sind, um das Leben eines
Notfallpatienten zu retten bzw. die Überlebenschancen zu verbessern
(definitionsgemäß versteht sich auch das Bergen und Absichern der
Verunfallten als LRSM).

• Erfassen der Situation

Das Feststellen der Bewusstseinslage und der Herz-Kreislaufsituation ist


für das weitere Vorgehen entscheidend.

Freimachen der Atemwege:

- öffnen beengender Kleidung (vorsichtiges Abnehmen eines


Schutzhelmes)
- Inspektion und eventuelles Ausräumen der Mundhöhle (Kopf seitlich
lagern!)
- Kopf vorsichtig unter leichtem Zug gerade richten
- Geringfügiges Überstrecken des Kopfes nackenwärts

Atem- und Kreislaufkontrolle:

- Hören auf Atemgeräusche


- Fühlen der Ausatemluft
- Sehen von Kreislaufzeichen wie Brustkorbbewegung, Husten oder
Schlucken
- 10 Sekunden lang kontrollieren!

Fehlen das Bewusstsein, sowie Atem- und Kreislaufzeichen wird 2-mal


beatmet und erneut kontrolliert!

Bewusstlosigkeit besteht, wenn ein Mensch auf Ansprechen, Berühren


und Schmerz nicht situationsgerecht reagiert, er aber normal atmet.

Atem-Kreislaufstillstand besteht, wenn ein Mensch auf äußere Reize


nicht situationsgerecht reagiert und nicht normal atmet.
37
• Maßnahmen

bei Bewusstlosigkeit (Gefahr von Atem-Kreislaufstillstand)

- stabile Seitenlage
- Notruf tätigen
- Atem- und Kreislaufkontrolle jede Minute
- Schockbekämpfung

bei Atem-Kreislaufstillstand (Todesgefahr!)

- Mund zu Mund, oder Mund zu Nase Beatmung bei nur leicht


überstrecktem Kopf
- Herzdruckmassage
- Notruf tätigen
- weiterführende LRSM

Herzdruckmassage bei Kindern:

- Kind auf eine feste Unterlage legen


- Aufsuchen des Druckpunktes (Mitte der unteren Brustbeinhälfte)
- Druck mit dem Handballen senkrecht und gleichmäßig
- Druck- und Entlastungsphase gleich lang
- Drucktiefe 2 - 4 cm
- Massagefrequenz 100 - 120/Minute
- Verhältnis Beatmung zu Herzdruckmassage 1:5
- Notruf nach 1 Minute Beatmung und Herzdruckmassage
- Weiterführen bis zum Eintreffen professioneller Hilfe
- Zeigt das Kind während der Durchführung Atem- und
Kreislaufzeichen, ist es in die stabile Seitenlage zu bringen

• Starke Blutung

Unter einer starken Blutung versteht man das rasche Austreten einer
großen Blutmenge aus Blutgefäßen. Es gibt sichtbare, äußere Blutungen
und innere Blutungen, die nicht sichtbar sind (z. B.: bei Knochenbrüchen).

- betroffenen Körperteil hochhalten


- Fingerdruck direkt auf die blutende Wunde (keimfreie Wundauflage)
- Druckverband auf Armen und Beinen
- Notruf tätigen
- Schockbekämpfung

38
• Schockbekämpfung

Bei Störungen der Kreislauffunktion, etwa durch Blutverlust bei starken


Blutungen, Verbrennungen, Störungen des Flüssigkeitshaushaltes
(Erbrechen, Durchfall,...) oder allergischen Reaktionen nach
Insektenstichen kommt es zu einer Minderversorgung der
lebenswichtigen Organe mit Blut und damit zu ungenügender
Sauerstoffversorgung.

Zu erkennen ist der Schockzustand meist durch:

- Blässe
- Kalte Haut, kalter Schweiß
- Zittern, Kältegefühl
- Schneller, flacher Puls
- Bewusstseinstrübung, Unruhe

Maßnahmen zur Schockbekämpfung

- Blutstillung
- Wundversorgung (Druckverband)
- Öffnen beengender Kleidungsstücke
- Lagerung - dem Zustand entsprechend
- Auch im Sommer zudecken und vor direkter Sonne schützen
- Frischluftzufuhr
- Anregung zu ruhiger Atmung (Hyperventilation!)
- Beruhigung des Kindes
- Notruf (möglichst früh)

3. Erste Hilfe bei häufigen Verletzungen

3.1. Kopfverletzungen

An eine schwere Kopfverletzung ist zu denken, wenn nach einem Unfall


oder einem Zusammenstoß ein oder mehrere der folgenden Symptome
auftreten.

- Wunden, Beulen
- Bluterguss rund um ein oder beide Augen (Schädelbasisfraktur)
- Übelkeit und Erbrechen
- Starke Kopfschmerzen
- Bluten aus dem Mund und/oder der Nase
- Austreten von Blut oder Liquor (klare Flüssigkeit) aus dem Ohr
- Bewusstlosigkeit

39
Maßnahme bei Kopfverletzungen bei Bewusstsein

- Wunden keimfrei und ohne Druck bedecken


- Kopf und Oberkörper erhöht lagern
- Notruf tätigen
- Schockbekämpfung

Maßnahmen bei Kopfverletzungen ohne Bewusstsein

- Kontrolle der Lebensfunktionen


- LRSM
- Notruf tätigen
- Schockbekämpfung
- Wundversorgung

3.2. Knochenbrüche

Frakturen können einerseits als geschlossener Bruch ohne sichtbare


Wunde, andererseits als offener Bruch mit einer sichtbaren Wunde an der
Bruchstelle ablaufen. Der Knochen selbst muss unmittelbar nicht sichtbar
sein.

Die Gefahr besteht im Schock durch den Blutverlust und dem Schmerz
bzw. in der Infektion bei offenen Brüchen.
Zu erkennen sind diese durch:

- Schmerzen
- Schwellung
- Schonhaltung
- Bewegungseinschränkung oder Bewegungsunfähigkeit
- Stufenbildung, Achsenabweichung, abnorme Stellung

Maßnahmen bei Knochenbrüchen

- beengende Kleidungsstücke öffnen


- bei offenen Brüchen keimfreier Wundverband
- Ruhigstellung
- Notruf tätigen
- Schockbekämpfung

3.3. Verstauchungen und Verrenkungen

Bei der Verstauchung kommt es zu einer übermäßigen


Gelenksbewegung. Bei der Verrenkung trennen sich die Gelenkspartner
bleibend.

40
- Schmerzen bei entsprechender Bewegung bei Verstauchung
- Schmerz auch in Ruhe mit Bewegungsunfähigkeit bei der Verrenkung
- Schwellung, Blauverfärbung durch Bluterguss

Maßnahmen bei Gelenksverletzungen

- Hochlagern und Ruhigstellen (Verstauchung)


- Kalte Umschläge
- Kein Bewegungsversuch
- Kein Einrenkversuch
- Vorsichtiges Ruhigstellen in der vorgefundenen Stellung (Verrenkung)
- Notruf
- Schockbekämpfung

3.4. Prellung

Mit annähernd 50% ist die Prellung die bei weitem häufigste Verletzung
im Kinderfußball. Meist entsteht ein Bluterguss (Hämatom), der durch
Schwellung, Schmerz und Blauverfärbung zu erkennen ist.

Maßnahmen bei Prellungen

- Hochlagern das betroffenen Körperteiles


- Kühlung (Vorsicht bei Eis u. Kühlsprays!)
- Schonung
- Therapie

3.5. Sonnenstich, Hitzschlag

Der Sonnenstich kommt durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf


über einen längeren Zeitraum zustande. Im Gegensatz dazu ist der
Hitzschlag eine generelle Überwärmung des gesamten Körpers.

- hochroter, heißer Kopf (vorwiegend bei Sonnenstich)


- Unruhe, Schwindel
- Kopfschmerzen (eventuell Nackensteifigkeit)
- Übelkeit und Erbrechen
- Benommenheit, bis zur Bewusstlosigkeit
- Krämpfe
- Fieber über 40,5° Celsius (vorwiegend bei Hitzschlag)

Maßnahmen bei Sonnenstich und Hitzschlag bei Bewusstsein

- Den Betroffenen an einen kühlen und schattigen Ort bringen


- Oberkörper erhöht lagern
- Beengende, stauende Kleidungsstücke öffnen, bzw. entfernen
- Mit kalten, feuchten Tüchern kühlen

41
- Notruf tätigen
- Schockbekämpfung

Maßnahmen bei Sonnenstich und Hitzschlag ohne Bewusstsein

- Kontrolle der Lebensfunktionen


- LRSM
- Notruf tätigen
- Schockbekämpfung

3.6. Bisse und Insektenstiche

Prinzipiell müssen alle Bisse von Tieren nach einer adäquaten


Wundversorgung von einem Arzt behandelt werden. Insektenstiche
können unabhängig von der Einstichstelle zu gefährlichen Reaktionen
führen.

Kennzeichen einer allergischen Reaktion nach einem Insektenstich sind.

- die Stichwunde schwillt deutlich stärker an als normal


- Es bilden sich große juckende Wasserblasen (Quaddeln)
- Atemnot
- Kalter Schweiß
- Verlangsamter Herzschlag
- Erbrechen
- Bewusstlosigkeit

Maßnahmen bei Insektenstich

- Kühlung der betroffenen Stelle (z. B.: Eis lutschen!)


- Ruhigstellung der betroffenen Körperstelle
- Beruhigung des Kindes (Atmung)

Maßnahmen bei einer allergischen Reaktion

- Maßnahmen bei Insektenstich


- Beobachten des Kindes (Einstichstelle umranden, um eine
Vergrößerung besser beurteilen zu können)
- Notruf tätigen
- eventuell Verabreichen eines Medikamentes
- Schockbekämpfung

Es erscheint sinnvoll, sich als Fußballtrainer über mögliche Allergien und


Unverträglichkeiten der Spieler zu informieren. Vor allem bei einer
Allergie auf Insektengifte besteht höchste Lebensgefahr!

42
3.7. Verbrennungen und Verbrühungen

Durch Berührung mit heißen Gegenständen, Flüssigkeiten oder Dampf


entstehen mehr oder weniger tief gehende Gewebsschäden. Auch durch
Kontakt mit Strom kommt es zu einer Verbrennung.

Maßnahmen bei Verbrennung oder Verbrühung

- Kleiderbrände löschen
- wenn möglich Kleidung vorsichtig entfernen
- ansonsten Kaltwasseranwendung mit Kleidung
- 10-15 Minuten Kühlung mit frischem, kühlen Wasser (Unterkühlung)
- Wunden keimfrei abdecken
- Notruf tätigen
- Schockbekämpfung

4. Fußballspezifische Belastung im Fußball

• Flüssigkeitszufuhr

Der kindliche Körper besteht aus etwa 75 % Wasser. Ausreichende


Flüssigkeitszufuhr im Speziellen bei körperlicher Belastung und bei
großer Hitze ist unabdingbar.

Flüssigkeitsbedarf pro Tag ohne Belastung:

- 1 - 4 Jahre 820 ml
- 4 - 7 Jahre 940 ml
- 7 - 10 Jahre 970 ml
- 10 - 13 Jahre 1170 ml
- 13 - 15 Jahre 1330 ml

Im Kinderfußball empfiehlt sich eine Flüssigkeitszufuhr von 75 - 125ml


pro 15 Minuten, stark abhängig von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und
Belastung.

Geeignete Getränke sind Wasser (ohne Kohlensäure) oder stark


verdünnte Fruchtsäfte (Apfelsaft). Isotonische Getränke ebenfalls stärker
verdünnen als angegeben wird. Diese sind für Kleinkinder tabu.

Ungeeignete Sportdrinks sind Limonaden oder Energydrinks.

43
• Ernährung

Der Körper braucht, um leistungsfähig zu sein, Energie. Diese bezieht er


vorrangig aus Kohlehydraten. Die letzte große Mahlzeit soll mindestens drei
Stunden vor der Belastung eingenommen werden. Kurz vor dem Training
oder dem Spiel und als Pausensnack haben sich leichtverdauliche
Energiespender, wie Bananen und Riegel bewährt.

Es ist auch Aufgabe des Kindertrainers im Allgemeinen auf eine


ausgewogene Ernährung seiner Schützlinge hinzuweisen.

• Belastung nach Impfungen und Krankheit

Generell wird am Tag der Impfung von körperlicher Belastung abgeraten.


Der Körper ist mit der Reaktion auf den Impfstoff beschäftigt. Diese sollte
ungestört ablaufen können. Je nach Impfung empfiehlt es sich weitere 24
bis 48 Stunden starke Belastungen zu vermeiden.

5. Organisation

Das Einholen von Informationen, die in Notfallsituationen benötigt werden,


muss vorab geschehen. Telefonnummern von Ansprechpersonen,
Informationen zu Allergien, Überempfindlichkeiten und Besonderheiten
gehören in die Traineraufzeichnungen.

Notrufnummern:

Feuerwehr: 122
Polizei: 133
Rettung: 144
Euro – Notruf: 112
Vergiftungsinformations - Zentrale: 01 / 406 43 43

44
15. Praxisteil

15. 1. Spielmethodik
1 : 1 auf kleine Tore

Freies Spiel auf je 1 kleines Tor.


Coachingpunkte: Ballkontrolle, Ballführen,
Risiko, Abschlüsse suchen, Tore erzielen bzw.
verhindern
Variation: Bälle, Untergrund, Liniendribbling,
mehrere kleine Tore,…

1 : 1 auf Kleinfeldtore mit Tormann

Wie vorher mit Abschluss auf Kleinfeldtore

1 : 1 + Joker auf kleine Tore

Freies Spiel mit Joker, Coachingpunkte wie


vorher + flache Zuspiele, Ballmitnahme,
Freilaufen, Breite und Tiefe ausnutzen,
Stellungsspiel OFF u. DEF, Reagieren bei
Ballwechsel
Variation: wie vorher + Kontaktvorgaben

45
1 : 1 mit 2 Außenspielern auf
Kleinfeldtore

Wie vorher, fixe Außenpositionen


Variation: wie vorher + Tore nur durch Spieler
in der Mitte, Tore auch durch Außenspieler,
Feldgröße, Kontaktvorgaben außen, …

2 : 2 auf je 2 kleine Tore

Wie vorher
zusätzliche Coachingpunkte: Stellungsspiel,
Positionen halten, Unterstützen des
Mitspielers, Orientierungsfähigkeit, …

2 : 2 auf 4 kleine Tore

Wie vorher

46
2 : 2 + Joker auf Kleinfeldtore

Wie vorher

2 : 2 + 2 Außenspieler auf Kleinfeldtore

Wie vorher

47
3 : 3 auf je 2 kleine Tore

Wie vorher + gemeinsames Verteidigen und


Angreifen

3 : 3 auf Kleinfeldtore

Wie vorher

3 : 3 + 2 Joker auf Kleinfeldtore

Wie vorher

48
4 : 4 auf je 2 kleine Tore

Wie vorher

4 : 4 auf 4 kleine Tore

Wie vorher

4 : 4 auf Kleinfeldtore

Wie vorher

49
4 : 4 + 2 Joker auf Kleinfeldtore

Wie vorher

2 : 1 auf 1 Kleinfeldtor bzw.


Liniendribbling

Lösungen im 2 : 1, Risiko, Stellungsspiel

3 : 2, wie zuvor

Wie vorher im 3 : 2

3 : 2 auf 1 Kleinfeldtor bzw. 2 kleine


Tore

Wie vorher

50
5 : 3 auf 1 Kleinfeldtor bzw. 3 kleine
Tore

Wie vorher im 5 : 3

5 : 3 auf je 3 kleine Tore

Wie vorher

51
Überzahlspiel

Zwei Mannschaften in einem abgegrenzten


Spielfeld spielen auf Kleinfeldtore mit
Tormann. Bei jedem Ballverlust muss ein
Spieler der Mannschaft, die den Ball verloren
hat, um die Markierung außerhalb des Feldes
sprinten. Somit ergibt sich zumindest
kurzfristig eine Überzahlsituation.
Variation: Mannschaftsgröße (hier 7er Fußball)

Zonenspiel 1

Das Spielfeld wird in zwei gleich große Zonen


geteilt. In beiden befinden sich ein Spieler pro
Team. In der Angriffshälfte sind auch je zwei
Außenspieler, die ins Angriffsspiel
eingebunden werden können.
Variation: Außenspieler müssen außen bleiben
bzw. dürfen auch ins Feld dribbeln.

Zonenspiel 2

Das Spielfeld wird in drei Zonen unterteilt. In


den beiden Angriffs-/Abwehrzonen befinden
sich je zwei Spieler, in der kleineren Mittelzone
je ein Spieler pro Mannschaft. Ziel ist es, das
Spiel über den Mittelspieler aufzubauen und
ins Angriffsfeld zu kommen. Nach dem Zuspiel
auf die Sturmspitze darf der Mittelspieler zum
3:2 in die Angriffszone mitgehen.
Variation: Spieleranzahl in den Zonen, …

52
15. 2. Spiele mit te Schwerpunkten

Ballführen / Dribbling
Wechselt den Ball

Jeder Spieler führt einen Ball. Auf Kommando


des Trainers sucht sich jeder einen anderen
Ball und dribbelt weiter.
CP: Ball eng führen, viele Ballkontakte,
Orientierung, schnelles Reagieren
Variation: Dribbelarten (Hand/Fuß), Bälle,
Untergrund, mit/ohne Schuhen,…

Orientierungsspiel

Jeder Spieler führt einen Ball. Ecken des


Spielfeldes sind mit bestimmter Zahl, Farbe,
Tierart oder Name gekennzeichnet. Nach
optischem/akustischem Signal so schnell wie
möglich zur jeweiligen Ecke laufen.
CP: Ball eng führen, viele Ballkontakte,
Orientierung, schnelles Reagieren
Variation: Dribbelarten (Hand/Fuß), Bälle,
Untergrund, mit/ohne Schuhen,…

Dribbelwettkampf

Jeder Spieler führt einen Ball. Außerhalb des


Feldes befinden sich 4 gekennzeichnete
Stangen. Nach Kommando Umlaufen der
jeweiligen Stange mit Ball am Fuß. Letzter
Spieler der wieder im Feld ist, erhält
Zusatzaufgabe.
CP: Ball eng führen, viele Ballkontakte,
Orientierung, schnelles Reagieren
Variation: Dribbelarten (Hand / Fuß), Bälle,
Untergrund, mit/ohne Schuhen,…

Bälle stehlen

Einige Spieler mit Ball, Einige ohne Ball.


Spieler ohne Ball versuchen Bälle zu erobern.
CP: Ball eng führen, Orientierung, Bälle
verteidigen bzw. gewinnen (1:1), Körper
zwischen Ball und Gegner
Variation: Dribbelarten (Hand/Fuß), Bälle,
Untergrund,…

53
Felderwechsel

4 Gruppen in 4 Feldern. Jeder Spieler führt


einen Ball. Auf Kommando (z.B. 1 für
waagrecht, 2 für senkrecht, 3 für diagonal)
Felderwechsel so schnell wie möglich mit Ball
am Fuß.
CP: Ball eng führen, viele Ballkontakte,
Orientierung, schnelles Reagieren
Variation: Dribbelarten (Hand/Fuß), Bälle,
Untergrund, optisches Kommando, …

Wer hat Angst vorm fremden Mann

1 Spieler ohne Ball (fremder Mann) auf einer


Seite. Restliche Spieler mit Ball auf der
gegenüberliegenden Seite. Nach „Wer hat
Angst vorm fremden Mann“ antworten alle mit
Ball „Niemand“ und versuchen ohne
abgeschlagen zu werden die andere Seite zu
erreichen.
CP: Ball eng führen, viele Ballkontakte,
Orientierung, schnelles Reagieren, 1:1
Variation: Dribbelarten (Hand/Fuß), Bälle,
Untergrund, Ball muss abgenommen werden,

Brückenwächter

Wie vorher, nur wird jetzt eine Zone verteidigt.


Abgefangene Spieler werden ebenfalls zu
Brückenwächtern.
CP: Ball eng führen, viele Ballkontakte,
Orientierung, schnelles Reagieren, 1:1
Variation: Dribbelarten (Hand/Fuß), Bälle,
Untergrund, Ball muss abgenommen werden,

54
Tore durchlaufen

Jeder Spieler führt einen Ball. Wer schafft es in


einer bestimmten Zeit, die meisten Tore zu
durchlaufen. Spieler ohne Ball stellen beliebig
Tore zu.
CP: Ball eng führen, viele Ballkontakte,
Orientierung, schnelles Reagieren, 1:1
Variation: Dribbelarten (Hand/Fuß), Bälle,
Untergrund, …

Fangenspiele mit Ball

Jeder Spieler führt einen Ball. Ein Fänger ohne


Ball. Abgeschlagener Spieler wird zum neuen
Fänger.
CP: Ball eng führen, viele Ballkontakte,
Orientierung, schnelles Reagieren,
Variation: Dribbelarten (Hand/Fuß), Bälle,
Untergrund, Fänger auch mit Ball, mehrere
Fänger, …

Staffelspiele mit Ball

Bsp.: Slalomdribbling, Rolle vorwärts,


versetztes Slalomdribbling, Dribbling retour
und Pass durch gegrätschte Beine als
Übergabe.
CP: enges, kontrolliertes Ballführen, Fairness
Variation: Dribbelarten (Hand/Fuß), Bälle,
Untergrund, Übungsauswahl, …

55
Zuspiel, BA, BM
Zuspielwettkampf 1

Flache Zuspiele mit der Innenseite durch ein


Stangentor, Ballannahme und wieder zurück,
Pass durch Tor ohne Stangenberührung = 1
Punkt
CP: flache Pässe, Zielgenauigkeit, Passqualität,
Innenseite, kontrollierte Ballannahme
Variation: Bälle, Torbreite, Distanz,
Passvorgaben, Annahmevorgaben, Mitnahme
und Hütchen umdribbeln, …

Zuspielwettkampf 2

In einem abgesteckten Feld sind mehrere


Stangentore verteilt. Paarweise wird versucht
in einer bestimmten Zeit möglichst viele Pässe
durch die Tore zu meinem Partner zu spielen,
Nach jedem erfolgreichen Versuch muss
anschließend ein anderes Tor gesucht werden.
CP: flache Pässe, Passdistanz, Ballkontolle, …
Variation: Bälle, Torbreite, Passtechniken,
Annahmevorgaben,…

Schatzwächter

Vier Spieler passen sich einen Ball zu. Sie


sollen versuchen, bei günstiger Gelegenheit,
Bälle im mittleren Feld abzuschießen.
Ein „Verteidiger“ versucht das durch
geschicktes Stellungsspiel zu verhindern. Nach
bestimmter Zeit wird der Verteidiger
gewechselt.
CP: flache Pässe, Passqualität, Anbieten,
Freilaufen, Stellungsspiel

56
3+1:1

Drei Außenspieler spielen sich flache Pässe zu.


Bei günstiger Gelegenheit soll der Mitspieler
im Quadrat in der Mitte angespielt werden.
Dieser darf die Zone nicht verlassen.
Ein Verteidiger versucht das zu verhindern. Er
darf die Zone in der Mitte verlassen.
Variation: Kontaktvorgaben, Feldgröße, …

4+1:2

Wie vorher

4+2:3

Wie vorher

Ball in der Mannschaft halten

Vom 2:2 bis zum 8:8 möglich, z. B. 5 Pässe


nacheinander in der Mannschaft = 1 Punkt.
CP: Zusammenspiel, Raumaufteilung,
Positionsspiel, Passqualität
Variation: Bälle, Spielfeldgröße, ein Joker,
mehrere Joker, Kontaktvorgaben,…

57
Felder attackieren

Ball in der Mannschaft halten. Ziel ist es einen


Mitspieler so anzuspielen, dass er mit einer
kontrollierten Ballmitnahme eine Eckzone
erreicht (= 1 Punkt).
CP und Variationen wie vorher.

Wandspiel

Ball in der Mannschaft halten. Ziel ist es, den


Pass über eine Prellwand, Langbank, … zu
spielen und derselbe Spieler oder einer meiner
Mitspieler den Ball kontrollieren kann
(= 1 Punkt).
CP und Variationen wie vorher.

Dreifarbenspiele

Vom 2 + 2:2 bis zum 4 + 4:4 möglich, Wenn der


Ball von Verteidigern berührt, erobert, aus
dem Feld gespielt wird, wird die Mannschaft,
die den Ball verloren hat, zur verteidigenden
Mannschaft in Unterzahl.
CP: Zusammenspiel, Raumaufteilung,
Positionsspiel, Passqualität, Reagieren bei
Wechsel des Ballbesitzes
Variation: Bälle, Spielfeldgröße,
Kontaktvorgaben,…

58
Torschuss
Schussduell

Zwei Spieler bzw. zwei Teams in je einem Feld.


Ziel ist es, den Ball über die gegnerische
Grundlinie zu schießen. Die Verteidiger
versuchen das zu verhindern. Der nächste
Schuss wird von dort abgegeben, wo der Ball
abgewehrt wurde bzw. die Seitenlinie
überschritten hat.
Variation: Abwehr mit / ohne Händen, Bälle,
Feldgröße, Spieleranzahl, …

Torjäger

Die Spieler außen versuchen ein Tor gegen


einen Tormann zu erzielen. Sie zählen die
jeweils erzielten Tore. Wenn der Ball
abgewehrt bzw. danebengeht, wechselt der
Schütze ins Tor.

Schussmatch

Wer mehr Tore schießt, gewinnt das Spiel. Es


werden Kleinfeldtore verwendet. Es muss aus
der eigenen Hälfte geschossen werden. Die
Abwehr der Bälle kann mit oder ohne
Benutzung der Hände erfolgen.
Variation: Bälle, Spieleranzahl,…

59
Felder reinigen

Zwei Teams in zwei Hälften. Ziel des Spiels ist


es, so viele Bälle wie möglich in das
gegnerische Feld zu schießen. Bei Pfiff des
Trainers werden die Bälle gezählt und als
Resultat bekannt gegeben.
Variation: unterschiedliche Bälle verwenden,
Spieleranzahl, Feldgröße, Untergrund
(Turnsaal, …), …

Kegel- (Keulen-) fußball

Zwei Teams spielen gegeneinander. Ziel ist es,


den gegnerischen Kegel (Keule) im
abgegrenzten Feld abzuschießen.
Variation: Bälle, Mannschaftsgröße (1:1 - 4:4),
Untergrund, …

Kegeln

Zwei Teams spielen gegeneinander auf Tore,


die aus mehreren Kegeln gebildet werden. Ziel
ist es, die gegnerischen Kegel umzuschießen.
Nach der jeweiligen Anzahl umgeschossener
Kegel werden Punkte verteilt.
Variation: Spiel solange, bis alle Kegel
umgeschossen wurden.

Abschießen

Alle Spieler mit Ball in einem abgegrenzten


Feld. Ziel ist es, andere Spieler unterhalb des
Knies abzuschießen. Jeder gelungene Versuch
ist ein Punkt. Wer erzielt die meisten Punkte in
einer bestimmten Zeit?
Variation: Bälle, Untergrund, Dribbel – (nur re),
Schussvorgaben (nur li), …

60
Ritter und die bösen Zauberer

Einige Spieler mit Ball (Ritter). Zwei Verteidiger


(Zauberer) in abgegrenzter Zone. Ziel der Ritter
ist es, ihre eroberten Schätze in die Burg zu
bringen. Die Aufgabe ist es, in die abgegrenzte
Zone zu dribbeln und von dort die Bälle ins Tor
zu schießen. Die bösen Zauberer versuchen
das zu verhindern.
Variation: Bälle, Torgröße, Spieleranzahl, …

Anmäuerln

2 Spieler (Teams) gegeneinander. Es wird auf


Punkte gespielt. Der Ball wird abwechselnd
gegen eine Wand, Rückprallwand, Langbank,…
gespielt, bis ein Fehler passiert (Zone verfehlt,
andere Regeln verletzt: je nach Variation)
Variation: Spieleranzahl, Kontaktvorgaben,
Zielzonen, …

Fußballtennis ( Ball über die Schnur )

Zwei Teams gegeneinander. Ball wird aus der


Hand über ein Hindernis (Schnur, Netz, …) ins
gegnerische Feld gespielt. Die Verteidiger
müssen den Ball nach einmal aufspringen
fangen. Von der Stelle, wo der Ball gefangen
wurde, erfolgt der nächste Schuss. Nach
Fehlern (Out, Netzberührung, kein oder zu
spätes Fangen,…) wird das Spiel von der
Grundlinie begonnen. Jeder Punkt zählt.
Variation: Feldgröße, Spieleranzahl, Bälle,
Netzhöhe, Untergrund, Ball darf nicht
aufspringen, …

61
Kopfball

Kopfballspiel 1

Ein Spieler mit Ball vor einem Tor (Variation)


mit Tormann. Der Angreifer wirft sich den Ball
selbst hoch und versucht mittels Kopfball ein
Tor zu erzielen. Nach einer bestimmten Anzahl
von Versuchen, oder wenn kein Tor erzielt
wurde, wechseln die beiden Spieler. Bei allen
Kopfballübungen im Kinderfußball ist eine
Verwendung von leichteren Bällen zu
empfehlen.

Kopfballspiel 2

Hier erfolgt der Zuwurf durch einen weiteren


Spieler. Abfolge wie vorher. Wechsel bei
dieser Skizze gegen den Uhrzeigersinn
(Angreifer - Tormann - Zuwerfer).

Kopfballtennis

Zwei Teams in zwei Feldern. Es wird über ein


Hindernis auf Punkte gespielt. Ball darf nur mit
dem Kopf übers Netz gespielt werden.
Schwierigkeitsstufen: Ball muss ohne
Aufspringen gefangen werden; Ball darf 1 x
aufspringen und es darf mit allen erlaubten
Körperteilen gespielt werden, übers Netz aber
nur mit Kopf; alle müssen Ball berühren; nur
Kopf erlaubt; …

Kopfball 2 : 2

Zwei Teams gegeneinander. Team mit Ball


startet vor dem eigenen Tor und köpfelt sich
Ball bis vor das gegnerische Tor zu. Dort wird
mittels Kopfball aufs Kleinfeldtor mit Tormann
abgeschlossen. Der Tormann wechselt bei
jedem Angriff. Wer mehr Tore erzielt, gewinnt
das Spiel.

62
Schnappball mit Kopf

Zwei Mannschaften in einem abgegrenzten


Spielfeld. Die Ballbesitzer spielen sich den Ball
mit den Händen zu. Ein Punkt wird erzielt,
wenn der zugeworfene Ball mit dem Kopf zu
einem Mannschaftskollegen gespielt wird und
dieser den Ball fängt. Die Verteidiger
versuchen das zu verhindern. Ballverlust bei
z. B. Fehlpass, Bodenberührung, Out,
Abschlagen des Ballbesitzers, …

Schnappball - Torabschluss mit Kopf

Zwei Teams spielen auf zwei Kleinfeldtore


Schnappball. Tore dürfen nur mit dem Kopf
erzielt werden.
Möglichkeiten: Zuwurf/Zuspielvorschriften
(nur Outeinwurf, nur re Hand, aus den Händen
mit dem Fuß, …),

Viererdrill

Vier Spieler. Zuspiel erfolgt in abgebildeter


Reihenfolge. Torabschluss mit dem Kopf.
Steigerung: zuerst werden Bälle zugeworfen,
bis dahin, dass alle Pässe und der Abschluss
mit dem Kopf erfolgen. Wechsel gegen den
Uhrzeigersinn.

63
Alle gegen einen

Die Spieler vor dem Tor spielen sich den Ball,


ohne dass er den Boden berührt, zu. Bei
passender Gelegenheit wird versucht, mit dem
Kopf ein Tor auf ein Tor (Variation) mit
Tormann zu erzielen. Gelingt das startet ein
neuer Durchgang. Gelingt das nicht, wechselt
der Spieler, der abgeschlossen hat, mit dem
Tormann die Position.

Kopfballhösche

Die Spieler außen spielen sich den Ball mit


dem Kopf zu. Der Spieler in der Mitte versucht
den Ball ohne Gebrauch der Hände zu
berühren.

Kopfsache

Spiel auf zwei Tore. Solange es möglich ist,


wird der Ball mit dem Kopf gespielt.
Ansonsten ist ein Zuwurf erlaubt.

64
15. 3. Übungsformen mit te / ta Schwerpunkten
( siehe auch DVD TeTraining )

Ballgefühl/Ballgeschicklichkeit Siehe DVD Techniktraining

Jonglieren mit einem Bodenkontakt

Jonglieren mit dem Rist abwechselnd

Jonglieren 2 x rechts, 2 x links

Jonglieren - Hochspielen - Drehung -


Jonglieren

Jonglieren mit dem Oberschenkel,


Kopf, Innenseite, Außenseite

Jonglierfolgen

Jonglieren in Bewegung

Jonglieren mit Partnerzuwurf:


Jonglieren - Hochspielen - Zuwurf des
Partners u. Zurückspielen - Jonglieren

Jonglieren zu zweit

Variationen: Bälle, Untergrund, mit/


ohne Schuhen, Körperhaltungen, …

Ballkoordination: Ballführen

65
Dribbling / Ballführen
Ballführen durcheinander

Die Spieler führen den Ball mit verschiedenen


Ballführaufgaben innerhalb des Vierecks.
Zusammenstöße sind zu vermeiden.

CP: Ballkontrolle, enge Ballführung, viele


Ballkontakte, Blick vom Ball lösen, Vorgabe
erfüllen

Ballführen im Dreieck

Verschiedene Vorgaben

CP: wie vorher

Ballführen + Finten

Ballführen zur Stange und verschiedene


Anwendung von Finten.

CP: Ballkontrolle, enge Ballführung, Blick vom


Ball lösen, korrekte Ausführung der Finte,
rechtzeitige Anwendung der Finte (Timing)

66
Ballführen/Finte und Torschuss

Stationsbetrieb. Dribbling, Finten und


Torschuss.

CP: Ballkontrolle, enge Ballführung, viele


Ballkontakte, Ausführung der Finte, Timing,
Blick vom Ball lösen, gezielter Torschuss mit
der Innenseite/Vollrist

Ballführparcours

Durchdribbeln eines vorgegebenen Parcours


und Anwendung von Finten.

CP: Ballkontrolle, enge Ballführung, viele


Ballkontakte, Blick vom Ball lösen, Ausführung
und Timing der Finte

67
Zuspiel / BA / BM
Zuspiel 1

Spieler dribbelt zum Hütchen und spielt nach


einer Finte einen flachen Pass in die andere
Gruppe und läuft seinem Pass hinterher.
CP: siehe vorher plus: flaches Zuspiel mit der
Innenseite, Genauigkeit, Schärfe,
Ballmitnahme in die Bewegungsrichtung nach
Vorgabe

Zuspiel 2

Spieler 1 spielt einen flachen Pass zu Spieler 2,


der sich seitlich hinter dem Hütchen anbietet.
Dieser nimmt den Ball zur Seite mit und passt
zurück.
CP: flaches Zuspiel, Genauigkeit, Schärfe,
Ballmitnahme zur Seite und Zuspiel mit
wenigen Kontakten (optimal 2)

Variation: Art des Zuspiels (Innen -/


Außenseite, Vollrist), Art der BM (Innen -/
Außenseite, Sohle); Bälle, …

Zuspiel 3

Spieler spielt einen flachen Pass gegen eine


Langbank oder ähnliches und nimmt den
zurückkommenden Ball mit.
CP: flacher Pass, Genauigkeit, Schärfe,
Ballkontrolle, Ballmitnahme, Bewegungstempo

Zuspiel 4

Wie vorher nur erfolgt Ballmitnahme so, dass


sofort auf die gegenüberliegende Bank
gespielt werden kann.
CP: wie vorher, Ballmitnahme in
Bewegungsrichtung (offen, geschlossen),
wenig Ballkontakte

68
Zuspiel 5a

Spieler außen, spielen den sich seitlich


anbietenden Spieler flach an. Der passt nach
Ballannahme/direkt zurück und begibt sich
wieder in die Ausgangsposition. Abwechselnd
links und rechts.
CP: seitliches Anbieten, flache, diagonale
Zuspiele, Qualität der BA bzw. des Zuspiels,
Bewegungstempo, Genauigkeit, Schärfe

Zuspiel 5b

Wie vorher, nur mit Positionswechsel in der


Mitte.

Zuspiel 6

Flache, vertikale Zuspiele und diagonale Läufe.


Zuspiel nach Ballannahme bzw. direkt.

CP: flache Zuspiele, Genauigkeit, Schärfe,


Ballkontrolle, BA und Zuspiel (2 Kontakte),
Bewegungstempo

Variation: Zuspielart, Distanz, Bälle, ….

69
Zuspiel 7

Flacher, diagonaler Pass und vertikaler Lauf.


Ansonsten wie zuvor.

Zuspiel 8

Flache Zuspiele im Dreieck durch Hütchentore.


Ballmitnahme in Bewegungsrichtung.
CP: wie vorher

Variation: Zuspielart, Mitnahmeart, Distanzen,


Bälle, …

Zuspiel 9

Wie vorher in Rautenform.

70
Zuspiel 10

Technisch/taktische Übungsform mit zwei


Bällen. Flache Zuspiele vertikal und diagonal.
Spiel auf den Dritten.
CP: flache Zuspiele, Genauigkeit, Schärfe,
Bewegungstempo, Anbieten (Timing), BM,
Dribbling (Tempo, enge Ballführung, Blick vom
Ball, …), Orientierungsfähigkeit

Zuspiel 11

Zuspielübung mit zwei Bällen. Diagonale und


vertikale Zuspiele. Flache Zuspiele und
Laufwege wie in der Skizze beschrieben.
CP: wie vorher, Positionsveränderung nach
dem Zuspiel

Karoübung

Zuspielübungen in Karoform. Viele


Variationsmöglichkeiten der Passwege.
CP: wie vorher, Zuspiele in den Lauf

71
Zuspiel u. Torschuss

Zuspiele gegen Langbänke und Ballmitnahme


in Bewegungsrichtung mit anschließendem
Torschuss.
CP: wie vorher, kontrollierter Torschuss je
nach Vorgabe

Zuspiel mit Dribbling u. Torschuss

Flaches Zuspiel auf Spieler, der mit dem


Rücken zum Tor steht. Offene/geschlossene
BM, Dribbling, Finte und anschließender
Torabschluss.
CP: Genauigkeit, Passschärfe, entsprechendes
Anbieten, BM, enge, kontrollierte Ballführung,
Finte (Timing), Torschussart

72
Torschuss
Torschuss nach Zuspiel in den Lauf

Spieler 1 spielt nach einem Dribbling einen


Pass in den Lauf von Spieler 2. Der nimmt den
Ball mit und schießt aufs Tor.
CP: Genauigkeit, Schärfe, Timing, flaches
Zuspiel, BM in Bewegungsrichtung und
kontrollierter Torschuss nach Vorgabe (Tor
treffen, Vorgabe des Torschusses)

Torschuss nach Zuspiel

Torschussübung auf zwei Tore.


Coachingpunkte wie vorher

Torschuss nach Doppelpass

Spieler 1 spielt einen Doppelpass mit dem sich


anbietenden Spieler 2. Torabschluss nach BM
oder direkt.
CP: wie vorher

73
Torschuss / BM u. Drehung zum Tor

Spieler mit dem Rücken zum Tor bietet sich an


und erhält das Zuspiel. Drehung zum Tor und
Torschuss.
CP: Anbieten, offene/geschlossene BM,
Ballkontrolle, Tore machen
Variation: mit Gegenspieler, …

Torschuss nach Zweikampf

Trainer/Spieler spielt den Ball zwischen zwei


Spielern Richtung Tor. Beide Spieler sprinten
zum Ball. Der Spieler, der den Ball bekommt
schließt ab, der andere Spieler ist Verteidiger
und versucht zu stören.
CP: Bewegungstempo, schneller,
entschlossener Abschluss nach Ballbesitz,
Torerfolg

74
Kopfball (siehe DVD TE-Training)
Übungen am Kopfballpendel

Kopfball zum Partner nach


Selbstaufwurf

Kopfball nach Partnerzuwurf

Kopfball nach Partnerzuwurf mit


passivem/aktivem Verteidiger

Partnerkopfball direkt oder mit 2


Kontakten

Kopfball zwischen zwei Gruppen hin


und her mit/ohne Gruppenwechsel

Kopfbälle im Kreis mit 2 Bällen

Kopfballstaffetten

Flugkopfbälle

Variationen: aus dem Stand/Sprung,


einbeiniger/beidbeiniger Absprung,
Bälle (Luftballons, Plastikbälle.
leichte Bälle), Untergrund, …

CP: mit der Stirn, Bogenspannung,


Körperspannung, Timing, Genauigkeit,
Ballkontrolle, Stabilität, Ball
beobachten, so lange wie möglich

75
15. 4. Kondition

Schnelligkeit: Fangspiele
Abschlagfangen normal

Figurenfangen: Der jeweilige Fänger gibt die Fortbewegungsart vor.

Schandfleck: Der Abgeschlagene muss die getroffene Stelle mit der Hand
zudecken und wird zum neuen Fänger.

Elefantenfangen: Der Fänger fasst sich mit einer Hand an der Nase. Durch das
entstehende Loch wird der freie Arm gesteckt (Elefantenrüssel).

Der Übersprungene fängt: Ein Fänger und ein zu Fangender. Alle anderen im
Strecksitz am Boden. Der Fänger versucht den Flüchtenden abzuschlagen.
Wenn der Flüchtende über die Beine eines am Boden sitzenden Spielers
springt, wird dieser zum neuen Fänger und der letzte Fänger wird zum
Flüchtenden.

Skalp rauben: Jeder Spieler mit einem heraushängenden Band in der Hose.
Jeder versucht den anderen die Bänder zu rauben. Sieger ist der Spieler, der
nach Abpfiff die meisten Bänder besitzt.

Fuchs und Henne: Ein Fänger (Fuchs). Die anderen Spieler hintereinander mit
Hüftfassung. Der Fuchs versucht den hintersten Spieler der Reihe (Küken)
abzuschlagen.

Kreisfangen: Spieler stehen im Kreis. Ein Fänger und ein zu Fangender


außerhalb des Kreises. Fänger versucht Fliehenden abzuschlagen. Durch den
Kreis laufen ist verboten. Stellt sich der Fliehende vor einen Spieler des Kreises
wird dieser Spieler zum neuen Fänger und der ursprüngliche Fänger zum
Fliehenden.

Schwarz und Weiß: 2 Teams (Schwarz / Weiß) links und rechts einer Mittellinie
in beliebiger Ausgangsstellung (Kniestand, Bauchlage, …). Auf ein Zeichen des
Trainers fliehen die Spieler der bezeichneten Partei bis zu einer vorgegebenen
Markierung. Die anderen versuchen die weglaufenden Spieler vor dieser
Markierung abzuschlagen.

Staffelspiele: Nummernwettläufe, Pendelstaffeln, …

76
Laufkoordination
Laufen vorwärts, rückwärts, seitwärts

Laufen mit großen/kleinen Schritten

Laufen auf den Vorderfuß/Fersen

Fußgelenksläufe, Anfersen, Kniehebeläufe und Kombinationen

Variationen der Körperhaltungen bei den Übungen

Hopserlauf

Kombinationen

Tappings: Frequenzübungen mit kleinen Bewegungsamplituden

Laufvariationen über kleine Hindernisse (Hütchen, Bälle, Stangen, Reifen,


KOO- Leiter)

Variationen der Schrittlänge, Schrittfrequenz, …

CP: optimaler Kniehub, optimale Armarbeit

Sprungkoordination
Hampelmannsprünge, Überkreuzsprünge, Schilanglaufsprünge, beidbeinig,
einbeinig, Kombinationen, Wedelsprünge, Wechselsprünge, Umsteigsprünge,
Hocksprünge, Strecksprünge, Drehsprünge, Schnurspringen, Sprünge über
Hindernisse

77
Kraft
Ringkampf: Zwei Spieler in einem Ring (Kreis, Matte). Jeder versucht den
anderen aus dem Ring zu drängen. Oberarme liegen am Körper an.

Ringender Kreis: Spieler fassen sich im Kreis an den Händen. Jeder versucht
durch kräftiges Ziehen den anderen zum Betreten des Kreises zu veranlassen.

Tauziehen

Krokodilkampf: Zwei Spieler versuchen sich in Liegestützstellung gegenseitig


auf die Finger zu klopfen. Achtung auf die Köpfe!!!

Gesäßschieben: Zwei Spieler mit dem Rücken zueinander. Jeder versucht den
anderen aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Ziehkampf: Handfassung. Jeder versucht den anderen aus dem Gleichgewicht


zu bringen.

Koordinationsschulung in komplexer Form


Hindernisparcours mit verschiedenen Aufgaben

78
Integriertes Konditionstraining

Beispiel 1:

Ziel: Schnelligkeit und Technik, Orientierung, Umstellung, Rhythmus

2 Außenspieler mit Ball in entsprechendem Abstand zu einem Spieler in der Mitte, Spieler in
der Mitte absolviert maximal schnell den Hütchenslalom und lässt zugespielten Ball prallen,
dann andere Seite Variation: Distanz der Außenspieler, Wiederholungszahl, Vorgaben für den
Seitenwechsel, Zuspielvorgaben (Innenseite, Außenseite, …), Zuwerfen des Balles von außen
und weitere Rückspielvorgaben (Oberschenkel, Brust, Kopf, …)

Beispiel 2:

Ziel: Dynamisches Stabilisieren und Technik, Umstellung, Rhythmus

2 Spieler gegenüber (1 Zuwerfer), Spieler steht einbeinig, erwartet den Zuwurf und spielt
zurück, Annäherungen ebenfalls einbeinig
Variation: Veränderung des Zuspiels, Beinwechsel, Zusatzaufgaben auf einem Bein
(Vierteldrehung im Sprung,…), Schreiben eines Buchstabens mit freiem Bein in der Luft vor
jedem Zuspiel, Hütchenparcours wie oben absolvieren, einbeinige Tiefkniebeuge nach jedem
Zuspiel, Zusatzaufgaben mit den Händen/Armen (Zahlen schreiben, Jonglieren, …)

79
Beispiel 3:

Ziel: Dynamisches Stabilisieren und Technik, Gleichgewicht, Umstellung, Kopplung

2 Spieler halten einen dritten Spieler jeweils an einer Hand, Außenspieler spielen einander den
Ball mit dem Innen-/Außenbein zu. Der Mittelspieler hält den Zug aufrecht.
Variation: Vorgabe eines Bereiches für den Mittelspieler, Ballart, Zuspielart, Vorgabe einer
Bewegungsrichtung/Positionsveränderung

Beispiel 4:

Ziel: Dynamisches Stabilisieren und Technik, Beweglichkeit, Gleichgewicht, Kopplung

Der Spieler rollt aus der Rückenlage in den Einbeinstand und spielt einen zugeworfenen Ball
zurück. Variation: Ballart, Zuspielart, seitliches Rollen in den Einbeinstand (siehe 2. Bilderreihe)

80
Beispiel 5:

Ziel: Dynamisches Stabilisieren und Technik, Kraft, Gleichgewicht, Rhythmus, Beweglichkeit

Der Spieler führt den Ball mit dem freien Fuß um das Standbein herum.
Variation: Ballart, Tiefe der Beuge im Standbein, Zusatzaufgaben mit den Armen, Ball maximal
weit vor-/rück-/seitbewegen (Bilder 2. Reihe), Dynamik der Bewegung

Beispiel 6:

Ziel: Dynamisches Stabilisieren und Rhythmisieren, Gleichgewicht, Orientierung

Der Spieler prellt den Ball mit der Hand fest auf den Boden und versucht anschließend den Ball
im Einbeinstand am höchsten Punkt zu berühren.
Variation: Ball im Sprung berühren, Berührung durch Fuß, Kopf, Oberschenkel, …,
Spielen des Balles gegen eine Wand.

Beispiel 7:

Ziel: Schnelligkeit, Reaktion, Orientierung

Spieler 1 steht im Grätschstand, Spieler 2 dribbelt auf ihn zu und spielt einen Pass durch die
Beine. Spieler 1 dreht sich um und sprintet dem Ball nach und bringt ihn unter Kontrolle.
Aufgabenwechsel. Variation: Distanzen, Ballart, Vorgaben bei der Ballführung.

81
Folgende Literatur wurde verwendet:
Deutsch-Österreichisch-Schweizerische Ernährungsgesellschaften: Referenzwerte, 2000.

Janeschitz, Mag. T.: Eigene Aufzeichnungen

Mittebauer, G./ Schmidt, G.: 300 Bewegungsspiele für Schule, Verein, Freizeit und Familie,
Steiger Verlag, 1985.

ÖFB, Hitzel, G.: Perspektivplan für den Nachwuchs, 8. Auflage 2008.

ÖFB, Hitzel, G.: Spiel; Spaß, Technik im Kinderfußball, 9. Auflage 2010

ÖFB, Ruttensteiner. W.: 5 er Fußball. Fußball für Kinder, 2011

ÖFB, Ruttensteiner, W.: 7 er Fußball. Fußball für Kinder, 2012

ÖFB, Ruttensteiner, W.: 9 er Fußball. Fußball für Kinder, 2012

Österreichisches Rotes Kreuz: Kursbroschüre 2005.

Uhlig, M.: Eigene Aufzeichnungen

Zallinger, G.: Eigene Aufzeichnungen

82
Österreichischer Fußball-Bund
Direktion Sport

Ernst-Happel-Stadion, Sektor A/F, Meiereistraße 7,


1020 Wien, Tel. 01/727 18-0, Fax 01/728 16 32
www.oefb.at

www.bspa.at