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Ärzte und Apotheker teilen Seitenhiebe gegen Spahn

aus Ärzte-Chef bleibt bei Skepsis in Sachen Lockdown


reitschuster.de/post/aerzte-und-apotheker-teilen-seitenhieben-gegen-spahn-aus

1. April 2021

Sehen Sie sich hier mein Video mit den Szenen aus der gestrigen Bundespressekonferenz
an.

Nach dem groß angekündigten Start der Corona-Impfungen in Hausarztpraxen werden ab


Dienstag zunächst nur zwanzig Impfdosen pro Arztpraxis in der ersten Impfwoche
verimpft, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute auf der
Bundespressekonferenz mitteilte. Das reiche für eine Impfstunde in der Woche, so der
Minister. Ende April werde es das Dreifache, in den Folgewochen dann noch mehr. Neben
den Hausärzten der Kassen sollen in Zukunft auch Fach- und Privatärzte Teil der
Impfkampagne werden können, so Spahn. Er rief dazu auf, auch private Treffen nur im
Freien zu halten, dabei eine Maske zu tragen und vorher einen Schnelltest zu machen.

„Die Impfstoffmengen fließen noch nicht so, wie wir uns das vorstellen“,
kommentierte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender Kassenärztliche
Bundesvereinigung (KBV), die Zahlen. „Das Liefer- und Bestellregime ist ein strenges
Regime“, sagte Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung
Deutscher Apothekerverbände e.V. (ABDA): „Wenn sich alle daran halten, wird das

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Impfen in den Praxen verlässlich über dieses System anlaufen. Auch wenn die
Kolleginnen und Kollegen in den Apotheken in den vergangenen Wochen turbulente
Zeiten erlebt haben und wir einige Bedingungen erst in der letzten Nacht erfahren
haben“, so die Apothekerin, „nach 13 Monaten Pandemie, in denen nicht immer alles so
funktioniert hat, wie wir uns das gewünscht haben und wie wir es erwartet haben, sind
Menschen mitunter etwas müde, kritisch oder auch skeptisch geworden. Das verstehe ich,
aber für die Impfstofflogistik kann ich Ihnen Zuversicht geben, auch wenn es aufgrund
der verfügbaren Impfstoffmenge langsam anlaufen wird.“

Interessant ist, dass in den Live-Tickern großer Medien wie T-Online und Focus Online
die Seitenhiebe gegen Spahn nicht erwähnt werden. Ich gehe davon aus, dass diese Live-
Ticker zumindest teilweise von Nachrichtenagenturen sind und damit zentral verbreitet
werden.

Ein Journalist fragte Ärzte-Chef Gassen, ob er dabei bleibe, dass er einen Lockdown zu
Beginn der zweiten Welle als nicht zielführend bezeichnet habe. „Ich glaube, dass der
sichere Weg aus der Pandemie in einer zügigen Impfkampagne besteht“, sagte der
Mediziner, Impfungen würden funktionieren. So sein Seitenhieb: „Dass ich eine kritische
Auffassung zu Ausgangssperren, Reiseverboten, etc. habe, dürfte kein Geheimnis sein, ihr
Wert, wirklich Infektionsketten zu durchbrechen, ist sehr umstritten. Dagegen gibt es
Maßnahmen, die unumstritten helfen.“ Spahn rechtfertigte als Antwort auf Gassens Kritik
die Lockdown-Politik und verwies darauf, auch in London und Israel gebe es diese, trotz
vieler Impfungen.

Focus Online beschreibt die Lockdown-kritische Antwort im Liveticker so, dass ein ganz
anderer Eindruck entsteht: „Gassen hatte einen Lockdown zu Beginn der zweiten Welle
als nicht zielführend bezeichnet. Vertritt er diese Meinung immer noch?“ – „Ich glaube,
dass der sichere Weg aus der Pandemie in einer zügigen Impfkampagne besteht“, sagt der
Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Er weist auf andere Länder wie
Israel und Großbritannien hin, wo schon deutlich mehr Menschen gegen Covid-19
geimpft sind als in Deutschland.“

T-Online macht es noch kürzer: „Impfen sei der Weg raus aus der Krise, da seien sich alle
Anwesenden sicher. Doch Spahn räumt mit Blick auf das Impftempo ein: „Es dauert aber
alles noch etwas länger.““

Spahn, Merkel und Laschet würden noch über das weitere Vorgehen in Sachen Corona
nachdenken, so Sascha Meyer von dpa: „Ist noch Zeit zum langen Nachdenken oder muss
man jetzt schneller nachdenken, womöglich auch mit Ausgangsbeschränkungen?“ Spahn
antwortete, die Notbremse müsse zum Einsatz kommen. Allerdings liege es auch „an
jedem von uns“, die Pandemie zu bekämpfen. So sei jeder gefordert, Kontakte und
Mobilität einzuschränken. „Ich habe auch den geplanten Besuch bei meinen Eltern
abgesagt. Das machen wir jetzt digital“, so Spahn über seine Oster-Pläne: „Es liegt an uns
allen, diesen Unterschied zu machen.“

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Deutschland ist im Vergleich mit anderen Ländern bei den Impfungen ein Nachzügler.
Bislang haben nur 11,3 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten. Das
sind rund 9,42 Millionen Menschen. Kritiker haben bemängelt, dass Hausarztpraxen zu
spät in die Impfkampagne einbezogen wurden. Sie machen unter anderem geltend, dass
Hausarztpraxen von Anfang an geeigneter gewesen wären, weil sie ihre Patienten und
deren Vorerkrankungen besser kennen.

Laut Spahn wird zunächst nur das Biontech-Vakzin in den Arztpraxen verimpft. Ab der
16. Kalenderwoche soll Astrazeneca dazu kommen, eine Woche später auch der Stoff von
Johnson & Johnson. Der Impfstoff von Moderna soll künftig nur in Impfzentren
angewandt werden, weil Lieferung und Aufbewahrung des Impfstoffs dies erforderlich
machen.

Ein Kollege fragt, wie Spahn den Deutschen erklären könne, dass in Deutschland in
Sachen Astrazeneca mit anderen Daten gearbeitet werde als bei den europäischen
Nachbarn? „Die EMA hat schon vorletzte Woche einen Warnhinweis in die Produkt- und
Fachinformationen aufgenommen“, antwortete Spahn. Das Risiko der
Hirnvenenthrombose werde auch in anderen europäischen Ländern gesehen: „Sie müssen
sehen, Norwegen, Schweden und Dänemark haben noch gar nicht wieder begonnen, mit
Astrazeneca zu impfen, seit sie ausgesetzt haben.“

„Ich halte den Impfstoff nach wie vor für sicher. Ich halte ihn für nicht übermäßig
gefährlich“, sagte der Ärztevorsitzende Gassen. Das klingt nicht nur optimistisch. In den
zitierten Livestreams der großen Medien fehlt diese Aussage ebenfalls. Spahn
ergänzte: „Ich bin mir sicher, wir werden ausreichend Menschen finden, die diesen Schutz
annehmen. Denn der Schutz ist gut.“ Es gebe in Deutschland 25 Millionen Menschen über
60 Jahren, führte Spahn aus. Er sei sich deshalb sicher, dass sich ausreichend Menschen
finden werden, die sich mit Astrazeneca impfen lassen.

Spahn wird gefragt, was er davon hält, dass Innenminister Horst Seehofer öffentlich
erklärte, dass er sich nicht mit Astrazeneca impfen lassen wolle. Er verweist darauf, jeder
müsse das individuell entscheiden. Auch diese Frage finde ich in den großen Livetickern,
in denen ich nachsah, nicht.

Georg Link vom öffentlich-rechtlichen SWR fragt: „Biontech meldet, dass sein Impfstoff
auch bei Kindern wirkt. Muss jetzt nicht auch mit der Impfung von Kindern begonnen
werden?“ Spahn antwortet, es gebe erste Daten dahingehend, Wirksamkeit bedeute aber
nicht, dass alle anderen Faktoren schon geprüft seien: „Was ein Wirkstoff in einem
Körper macht, ist unterschiedlich bei Kindern und Jugendlichen.“

Apotheker-Vertreterin Overwiening verwies darauf, dass jedes Medikament und jeder


Impfstoff eine Abwägung von Nutzen und Risiken erforderlich mache.

Auf die Frage, ob er sich selbst mit Astrazeneca impfen lassen würde, sagte Spahn: „Ja,
wenn ich dran wäre.“ Allerdings würde er sich vorher von einem Arzt beraten lassen, fügte
er hinzu. Sobald eine Zulassung da sei, könnten auch Jugendliche geimpft werden.

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Welchen Sinn dies macht, wenn nicht bewiesen ist, dass Impfungen eine Ansteckung
unmöglich machen und die Gefahren für Kinder und Jugendliche durch Corona sehr
gering ist, wurde Spahn nicht gefragt.

PS: Getreu dem Ergebnis der Leser-Abstimmung gestern hier berichte ich von der
Bundespressekonferenz heute von Zuhause. Meine Frage habe ich online über das interne
System der Bundespressekonferenz gestellt. Leider wurde sie nicht drangenommen.

Watch Video At: https://youtu.be/UqrrriAnZDM

Bild: Reitschuster
Text: br

Rufmordversuch nach Süddeutscher Art

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Die Süddeutsche Zeitung versucht, der Bundespressekonferenz
dabei zu helfen, Boris Reitschuster loszuwerden – mit schlechter
Recherche und falschen Behauptungen. Ein Lehrstück über die
Bedrohung des Journalismus durch ein polit-mediales Kartell.
GASTBEITRAG
Merkel-Sprecher gibt Empfehlung für reitschuster.de
Normalerweise freut man sich über Empfehlungen. Im
konkreten Fall, aus dem Mund von Steffen Seibert, machte sie
mich aber völlig baff: Denn er "empfiehlt" mir, was ich schreiben
soll. Unglaublich!
Auch Merkels Sprecher liest reitschuster.de
Für Hofberichterstatter ist es ein Albtraum, für Journalisten mit
Herzblut ein Ritterschlag: Merkels Sprecher teilte heute in der
Bundespressekonferenz gegen meine Seite aus. Daraus folgt: Er
gehört zu meinen Lesern.
Unfassbar: Österreichisches Gericht entblößt Berlins Corona-
Politik
Sieben Mal verweigerten Spahn, Wieler und Co. mir eine
Antwort auf die Frage, ob sie WHO-Richtlinien zum PCR-Test
umsetzen. Für das Schweigen haben sie offenbar einen Grund:
Ein Gericht in Wien hat nun genau wegen dieses Punktes die
Corona-Politik in Frage gestellt.
Spahns Corona-Wortbruch
Jens Spahn hat seine Zusage, man würde den Einzelhandel nicht
noch einmal schließen, gebrochen. Ich fragte die Regierung heute
nach validen Zahlen, mit denen Spahn das begründet. Die
Antwort verblüffte mich.

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