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Seehofer will sich nicht mit Astrazeneca impfen lassen

Minister begründet das mit Abneigung gegen


Bevormundung
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1. April 2021

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat erklärt, dass er sich aktuell ausdrücklich nicht
mit Astrazeneca impfen lassen wolle. „Die Antwort auf die Aufforderung von Jens Spahn
lautet: Nein!“, sagte der 71-jährige CSU-Politiker gegenüber der „Bild“-Zeitung. Damit sei
aber keine Bewertung des umstrittenen Impfstoffs verbunden. Es gehe ihm darum, sich
nicht bevormunden zu lassen, erklärte der frühere bayerische Ministerpräsident.

Dem Bild-Bericht zufolge hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der Sitzung des
Bundeskabinetts am Mittwoch alle Kabinettskollegen, die älter als 60 Jahre sind und
damit für eine Impfung mit Astrazeneca in Frage kommen, gebeten, sich als
vertrauensbildende Maßnahme das Vakzin spritzen zu lassen. Auch in der Runde der
Länderchefs, die am Dienstag über die Zulassung des Impfstoffs beraten hatten, habe
Spahn laut Bild darauf verwiesen, dass eine Impfung mit Astrazeneca eine gute
Vorbildwirkung entfalten könne, berichtete die Zeitung weiter.

Die Ständige Impfkommission hatte am Dienstag beschlossen, Astrazeneca solle im


Regelfall nur noch an Menschen über 60 Jahre verabreicht werden. Auslöser für diese
Entscheidung waren Thrombosefälle vor allem bei jüngeren Frauen. Bund und Länder
übernahmen die Empfehlung der Kommission.

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Bislang hatten Spitzenpolitiker regelmäßig Forderungen nach einer
öffentlichkeitswirksamen Impfung damit abgeblockt, sie seien noch nicht dran in der
Impf-Reihenfolge. Da nun aber eine Optionsklausel für Menschen über 60 vereinbart
wurde, wird dieses Hindernis möglicherweise schon bald beseitigt. Bundeskanzlerin
Merkel und diverse Bundesminister könnten sich dann womöglich ebenso bald impfen
lassen, wie die Länderchefs Volker Bouffier (Hessen), Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz),
Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt), Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen) und Stephan
Weil (Niedersachsen).

Auf der Bundespressekonferenz fragte heute ein Journalist Spahn nach der Absage
Seehofers: „Für wie hilfreich halten Sie solche Aussage in der gegenwärtigen Situation?“
Berichte, er habe sich namentlich an Seehofer gewandt mit der Bitte, sich mit Astrazeneca
impfen zu lassen, sagte Spahn, er wende sich mit solchen Bitten nie an Einzelne. Es
handle sich um eine persönliche Entscheidung jedes Menschen.

Auf die Frage, wie wichtig ein Vorbild sei für die Impfkampagne, etwa die Kanzlerin, sagte
Spahn, jeder könne Vorbild sein. Angesichts von fast zehn Millionen Geimpften in
Deutschland kenne nahezu jeder jemanden, der geimpft ist. Die Reklame-Kampagne
werde verstärkt werden: „Wir haben Uschi Glas und andere gewinnen können, für diese
Impfkampagne zu werben, wir haben damit auch Vorbilder.“ Uschi Glas sei okay, aber wo
seien die Politiker, fragte der Journalist nach. Spahn verwies auf Baden-Württembergs
Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und Bundestagspräsident Wolfgang
Schäuble, die bereits geimpft seien. Es sei für Politiker nicht einfach, man wolle nicht in
den Verdacht geraten, zu drängeln.

Er sagte, er freue sich darüber, dass sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit
Astrazeneca impfen ließ. Er fände es gut, dass Steinmeier zeige „ein kleiner Piks macht
einen großen Unterschied“, so Spahn.

Auf die Frage, ob er sich selbst mit Astrazeneca impfen lassen würde, sagte Spahn: „Ja,
wenn ich dran wäre.“ Allerdings würde er sich vorher von einem Arzt beraten lassen, fügte
er hinzu.

Bei manchem Politiker hakt es aber auch mit der Vorbildfunktion. Ex-Linken-Chef Gregor
Gysi machte Reklame mit einem Bild seiner Impfung auf Twitter. Weil allerdings auf dem
Foto noch die Kappe auf der Spritze ist, sorgte Gysis Aktion für viele Fragen und viel
Spott.

Böser Kommentar einer Medizinischen Fachangestellten zu #Gysis Impf-Bild hier auf


Twitter: "Weiter oben und ohne Plastikkappe wäre mein Vorgehen. Aber ich bin nur ne
MFA". https://t.co/j6fI7ppzlN

— Boris Reitschuster (@reitschuster) April 1, 2021

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Watch Video At: https://youtu.be/UqrrriAnZDM

Bild: photocosmos1/Shutterstock
Text: br

Rufmordversuch nach Süddeutscher Art


Die Süddeutsche Zeitung versucht, der Bundespressekonferenz
dabei zu helfen, Boris Reitschuster loszuwerden – mit schlechter
Recherche und falschen Behauptungen. Ein Lehrstück über die
Bedrohung des Journalismus durch ein polit-mediales Kartell.
GASTBEITRAG
Merkel-Sprecher gibt Empfehlung für reitschuster.de
Normalerweise freut man sich über Empfehlungen. Im konkreten Fall, aus dem Mund
von Steffen Seibert, machte sie mich aber völlig baff: Denn er "empfiehlt" mir, was ich

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schreiben soll. Unglaublich!
Auch Merkels Sprecher liest reitschuster.de
Für Hofberichterstatter ist es ein Albtraum, für Journalisten mit
Herzblut ein Ritterschlag: Merkels Sprecher teilte heute in der
Bundespressekonferenz gegen meine Seite aus. Daraus folgt: Er
gehört zu meinen Lesern.
Unfassbar: Österreichisches Gericht entblößt Berlins Corona-
Politik
Sieben Mal verweigerten Spahn, Wieler und Co. mir eine
Antwort auf die Frage, ob sie WHO-Richtlinien zum PCR-Test
umsetzen. Für das Schweigen haben sie offenbar einen Grund:
Ein Gericht in Wien hat nun genau wegen dieses Punktes die
Corona-Politik in Frage gestellt.
Spahns Corona-Wortbruch
Jens Spahn hat seine Zusage, man würde den Einzelhandel nicht
noch einmal schließen, gebrochen. Ich fragte die Regierung heute
nach validen Zahlen, mit denen Spahn das begründet. Die
Antwort verblüffte mich.

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