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---------- ​B I O L O G I E - A B I T U R ​---------- 

Basiskonzepte der Biologie

1. Struktur und Funktion


➔ Die Baustruktur der Organe eines Lebewesens hängt eng mit den Aufgaben (Funktionen) zusammen,
die diese Organe erfüllen
● DNA-Basenpaarung, Enzyme, Rezeptormoleküle, Mitochondrien und Chloroplasten,
Doppelmembranen, Oberflächenvergrößerungen, semipermeable Membran wie bei Lichtreaktion der
Fotosynthese und Atmungskette, Sonnen- und Schattenblatt, Anpassung an Umweltbedingungen

2. Kompartimentierung
➔ Reaktionsräume, welche die Effizienz erhöhen
● Stofftransport zwischen den Kompartimenten, passiver bzw. aktiver Transport, Ruhe- und
Aktionspotential

3. Steuerung und Regelung


➔ Reaktion auf veränderte Umweltbedingungen
● Regulation der Enzymaktivität,kompetitive und nichtkompetitive Inhibitorwirkung, Regulation des
Stoffwechsels, Homöostase als Ergebnis von Regelungsvorgängen, Regulation der Körpertemperatur,
Rückkopplung und Regelkreise, Konkurrenz, Parasitismus und Symbiose, biotische und abiotische
Umweltfaktoren

4. Stoff- und Energieumwandlung


➔ Lebewesen nehmen Stoffe auf, wandeln sie um und scheiden diese aus. So gewinnen sie Energie für
ihre Lebensvorgänge
● Grundprinzipien von Stoffwechselwegen, Redoxreaktionen, Energieumwandlung, Energieentwertung,
ATP/ADP-System, Photosynthese: Umwandlung von Lichtenergie in chemische Energie, Zellatmung:
Bereitstellung von Energie, Kohlenstoffkreislauf

5. Information und Kommunikation


➔ Lebewesen nehmen Informationen auf, speichern & verarbeiten sie und kommunizieren miteinander
● Signaltransduktion,Informationsübertragung innerhalb der Zelle, Entstehung und Weiterleitung
elektrischer Potentiale, Beeinflussung der Synapse durch einen neuroaktiven Stoff, spezifische Abwehr
von Antigenen, Antigen-Präsentation, humorale und zelluläre Immunantwort, klonale Selektion

6. Reproduktion
➔ Fortpflanzung

7. Variabilität und Angepasstheit


➔ Lebewesen sind in ihren Merkmalen an ihre Umwelt angepasst
● Evolutionstheorien, Mutation, Rekombination, Gendrift, Selektion, Präadaptation (Antibiotikaresistenz),
Artbildung (allopatrisch), ökologische Nische

8. Geschichte und Verwandtschaft


➔ Verwandte Lebewesen zeigen ähnliche Merkmale
● molekularbiologische Homologien (DNA, Proteine) zur Untersuchung phylogenetischer Verwandtschaft
(Wirbeltiere)Analogie, Homologie, Menschwerdung (Hominisation)   
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1. Aufbau Mitochondrien (Basiskonzepte Struktur und Funktion, Kompartimentierung)
2. Glykolyse, Citratzyklus, oxidative Decarboxylierung, Endoxidation (Atmungskette, oxidative
Phosphorylierung): C-Körper-Schema, ATP/ ADP-System, Reduktionsäquivalente (Tabelle
Ausgangsstoffe Edukte, Produkte)
3. Regulation der Glykolyse durch Phosphofructokinase (daran auch Enzymaktivität bzw.-
hemmung erklären)
4. Stofftransport durch Membranen (aktiver/ passiver Transport), Konzentrationsgefälle
5. Milchsäuregärung als Möglichkeit der NAD+ Regeneration bei Sauerstoffmangel

1. Aufbau Mitochondrien

Mitochondrien
Struktur und Funktion (Oberflächenvergrößerung)
● Durch Falten der Membran wird die Fläche wird vergrößert und so mehr Reaktionsfläche
geschaffen
● Transporte beschleunigt, Energieumsatz gesteigert und Auf- und Abnahme von Stoffen
vervielfacht
● Doppelmembran
● Innere Mitochondrienmembran weist zahlreiche Einstülpungen auf, wodurch ihre Oberfläche
im Vergleich zur äußeren Membran stark vergrößert ist (höhere ATP-Synthese-Leistung)

Kompartimentierung
● Mehr Reaktionsraum
● Im inneren Reaktionsraum, dem mit Matrix gefüllten Innenraum des Mitochondriums, laufen
Stoffwechselprozesse, wie der zB der Citronensäurezyklus ab
● Entlang der inneren Membran, also am Übergang zwischen den beiden Reaktionsräumen,
läuft die Atmungskette (Endoxidation) ab, die auf 2 getrennte Reaktionsräume angewiesen ist
● Durch Reaktionsräume kann die Zelle Arbeitsteilung in sich selbst machen
2. Glykolyse, oxidative Decarboxylierung, Citratzyklus, Atmungskette
Glykolyse
Ort: Cytoplasma
● Beginnt mit der Übertragung einer Phosphatgruppe von ATP auf Glucose
● Glucose durch die Phosphorilierung aktiviert
● Entsteht Glucose-6-Phosphat
● Wird umgelagert zu Fructose-6-Phosphat
● Unter ATP-Verbrauch mit einer zweiten Phosphatgruppe phosphoryliert
● Es entsteht Fructose-1,6-Bisphosphat und der C6 Körper wird in zwei C3
Körper gespalten.
● Es entsteht Glycerinaldehyd-3-Phosphat (reagiert weiter) und
Dihydroxyacetonphosphat (reagiert nicht weiter)
● Glycerinaldehyd-3-Phosphat wird zu 1,3-Bisphosphoglycerat umgelagert,
wobei NAD​⁺​ wird zu NADH+H​⁺​ reduziert und eine Phosphatgruppe wird
angelagert
● Es reagiert durch die Übertragung einer Phosphatgruppe von ADP auf
ATP zu 3-Phosphoglycerat
● Durch Umlagerung der Phosphatgruppe entsteht 2-Phosphoglycerat,
welches unter Wasserabspaltung zu Phosphoenolpyruvat reagiert
● Durch Abspaltung einer Phosphatgruppe entstehen Pyruvat sowie ein
weiteres ATP-Molekül

Oxidative Decarboxylierung
Ort: Mitochondrienmatrix)
● C3- Körper Pyruvat (aus der Glykolyse) wird unter Abspaltung von
Kohlenstoffdioxid zu Acetat oxidiert (Decaboxylierung) und an das
Coenzym CoA gebunden
● Dabei entsteht NADH+H​⁺​ und Acetyl-CoA, welche in den Citratzyklus gelangen
● Verbindet die Glykolyse und den Citratzyklus

Citratzyklus
Ort: Mitochondrienmatrix)
● Acetyl-CoA reagiert mit Oxalacetat
● Citrat entsteht und wird zu Isocitrat umgelagert
● Zwei Oxidationen: CO2 freigesetzt, NADH+H​⁺​ gebildet
● Mit diesem oxidativen Decaboxylierungen wird das
Kohlenstoffgerüst der Glucose vollständiig zu
Kohlenstoffdioxid abgebaut
● Folgenden Reaktionen des Citratzyklus dienen dazu, die
verbliebenen C4- Bindungen wieder zu Oxalacetat
umzubauen
Atmungskette
Ort: Innere Mitochondrienmembran
● NADH+H​+​ und FADH​2​ werden zu NAD​+​ und FAD oxidiert
● Die Elektronen vom NADH+H​+​ gelangen über den Komplex I zum Ubichinon
● Die Elektronen vom FADH​2​ gelangen über den Komplex II zum Ubichinon
● Vom Ubichinon aus gelangen die Elektronen zum Komplex III, von dort zum Cytochrom c und
von dort zum Komplex IV
● Die ist eine Elektronentransportkette, dabei wird Energie frei und diese Energie wird genutzt,
um Protonen (H​+​) aus der Matrix in den Intermembranraum zu pumpen (Protonenpumpen
sind die Komplexe I, III, IV)
● Durch Erhöhung der Protonenkonzentration (durch die Pumpen) im Intermembranraum
entsteht ein Konzentrationsgefälle (elektrochemischer Gradient)
● Die Protonen haben das Bestreben aus dem Intermembranraum in die Matrix zu diffundieren
und somit einen Konzentrationsausgleich zu erlangen, dies funktioniert aber nicht, da die
innere Mitochondrienmembran undurchlässig für Protonen ist
● Die Protonen können nur über die Ionenkanäle der ATP-Synthase zurückfließen
● Über die ATP-Synthase gelangen die Protonen aus dem Intermembranraum zurück in die
Matrix, wodurch Energie entsteht und aus ADP+P nun ATP wird
● Die bei der Oxidation abgegebenen Elektronen werden schlussendlich vom Komplex IV auf
den Sauerstoff übertragen
● Die Protonen, die über die ATP-Synthase zurück in die Mitochondrienmatrix diffundieren,
werden ebenfalls auf den Sauerstoff übertragen, daher entsteht H2O
3. Regulation der Glykolyse durch Phosphofructokinase und Enzymaktivität

Regulation der Glykolyse durch Phosphofructokinase


● Wenn die Zellatmung im Organismus ungehemmt ablaufen könnte, würde sie erst zum
Stillstand kommen, wenn alle Vorräte aufgebraucht sind
● Deshalb regeln sogenannte Schlüsselenzyme an bestimmten Kontrollpunkten die Reaktionen
● Schlüsselenzyme bezeichnen Enzyme, die an speziellen Positionen (Schlüsselpositionen)
des Stoffwechsels stehen oder eine herausragende Funktion im Stoffwechsel einnehmen
● Die Aktivität der Schlüsselenzyme wird allosterisch geregelt (räumliche Struktur des Enzyms
verändert, dass das Substrat nicht mehr an das Enzym anlagern kann)
● Es liegt also eine allosterische Hemmung vor

ADP - Aktivierung ATP - Hemmung


● Phosphofructokinase wird durch ADP ● Phosphofructokinase wird durch ATP
wieder aktiviert gehemmt
● ADP bindet an das aktive Zentrum der ● Wenn ATP- und Citratproduktion
Phosphofructokinase und verändert ansteigt, wirken beide Stoffe als
die Gestalt des Enzymmoleküls so, Inhibitoren (Hemmer) auf das Enzym
dass Fructose-6-phosphat als Substrat Phosphofructokinase
wieder gebunden und in ● Phosphofructokinase wird so
Fructose-1,6-bisphosphat verändert, dass das Substrat
umgewandelt werden kann Fructose-6-phosphat nicht mehr
angelagert werden kann
Enzymaktivität

Allosterische Hemmung
● Der Hemmstoff bindet nicht am aktiven Zentrum des Enzyms,
sondern an einer anderen Stelle
● Dadurch verändert sich die Raumstruktur des Enzyms so,
dass es kein Substrat mehr binden kann

Kompetitive Hemmung
● Substrat und Hemmstoff konkurrieren um das aktive Zentrum
des Enzyms

Allosterische Aktivierung
● Der Aktivator bindet nicht am aktiven Zentrum des Enzyms,
sondern an einer anderen Stelle
● Dadurch verändert sich die Raumstruktur des Enzyms so, dass
es das Substrat binden kann

Enzymaktivität
● RGT (Reaktions-Geschwindigkeits-Temperatur-Regel)​ ​mit steigender
Temperatur arbeitet ein Enzym schneller (Temperaturzunahme um 10 Grad =
Reaktionsgeschwindigkeit verdoppelt)
● Enzyme und Substrate bewegen sich bei erhöhter Temperatur schneller,
dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich zufällig treffen und einen
Enzym-Substrat-Komplex bilden höher (funktioniert nur bis zu dem
Temperaturoptimum)
● Zu hohe Temperatur würde zur Denaturierung führen (Enzym ist zerstört und
kann nicht mehr arbeiten)

● Zu niedriger pH-Wert: H+ Ionen lagern sich an die negativ geladenen


Proteine, so wiird die räumliche Struktur verändert und denaturieren
dadurch
4. Stofftransport durch Membranen (aktiver/ passiver Transport), Konzentrationsgefälle

Einfache Diffusion (Passiver Transport)


● Stoffe diffundieren immer dahin wo dessen Konzentration geringer ist
(Konzentrationsausgleich)

Kanalvermittelte Diffusion
● Durch Kanalproteine diffundieren Moleküle von einer zur anderen Membranseite nur
Wassermoleküle können durch Kanal diffundieren

Carriervermittelte Diffusion
● Genau passende Moleküle binden sich an Bindungsstellen (Schlüssel-Schloss-Prinzip),
(Struktur und Funktion)
● Struktur ändert sich wodurch Molekül durch Kanal geschleußt wird

Aktiver Transport
● Energie wird benötigt um Stoff gegen den Konzentrationsgradienten zu befördern

5. Milchsäuregärung als Möglichkeit der NAD+ Regeneration bei Sauerstoffmangel

Stoffwechselschritte der Milchsäuregärung


● Findet in den Muskel statt, bei hohen sportlichen Belastungen
● Wenn nicht mehr genügend Sauerstoff zur verfügung steht
● Im Cytoplasma
● Anaerob (ohne Sauerstoff)

● Zuerst wird bei der Milchsärung der ​C6-Körper Glucose​ durch ​Glykolyse​ zu dem ​C3-Körper
Pyruvat​ abgebaut
● Dabei werden ​zwei ATP Moleküle​ aus ​ADP+Pi​ synthetisiert, sowie ​zwei NAD+ Moleküle​ zu
zwei NADH+H⁺​ reduziert
● Danach werden ​zwei Pyruvat-Moleküle​ mithilfe der z​ wei NADH+H⁺ Moleküle​ zu ​zwei
Lactat-Molekülen (C3-Körper)​ reduziert

   
Stoffwechselschritte der alkoholischen Gärung
● Im Cytoplasma
● Anaerob (ohne Sauerstoff)
● Zuerst wird bei der alkoholischen Gärung ung der ​C6-Körper Glucose​ durch ​Glykolyse​ zu
dem ​C3-Körper Pyruvat​ abgebaut
● Dabei werden ​zwei ATP Moleküle​ aus ​ADP+Pi​ synthetisiert, sowie ​zwei NAD+ Moleküle​ zu
zwei NADH+H⁺​ reduziert
● Danach werden die ​Pyruvat-Moleküle​ unter Abspaltung von ​Kohlenstoffdioxid​ zu 2
​ Ethanal
Molekülen umgewandelt
● Diese werden dann mithilfe der zwei NADH+H⁺ Moleküle nun zu 2 Ethanol reduziert

   
 
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1. Evolutionstheorien (Lamarck, Darwin, synthetische Theorie)
2. Analogie vs. Homologie
3. Evolutionsfaktoren: Mutation, Rekombination, Selektion, Gendrift
4. Artbildungsprozesse: sympatrisch vs. allopatrisch
5. Stammbaumerstellung und Auswertung anhand von homologen Merkmalen sowie
molekularbiologischen Beweisen (DNA- Analysen und Proteinanalysen, z.B. cytochrom-c
Vergleich, DNA-Sequenzierung)
6. Präadaptation
7. Proximate und ultimate Erklärungsformen

1. Evolutionstheorien (Lamarck, Darwin, synthetische Theorie)

Lamarck
● Häufig genutzte Organe werden gestärkt und ihre
Funktion verbessert
● Weniger genutzte Organe werden schwächer und
verkümmern schließlich
● Vererbung erworbener Eigenschaften = Lamarckismus

Darwin
● ,,Survival of the fittest’’ = Selektion
● Der am beste angepassteste überlebt, wodurch sich
über die Jahre die Arten verändern
● ,,Struggle for life’’ Wettbewerb um Ressourcen

Synthetische Theorie

● Zunächst ist ein Genpool der Population vorhanden


● Durch Mutation, Rekombination und Selektion kommt es zu der
Artumwandlung und ein neuer, veränderter Genpool entsteht
● Durch Gendrift oder Isolation entstehen zwei neue Genpoole und
es kommt zu der Artaufspaltung

2. Analogie vs. Homologie

Analogie
➔ Ähnlichkeiten aufgrund von ähnlicher/gleicher Struktur durch Anpassung an die Umwelt
● Unterschiedliche Grundstrukturen
● Vergleichbare Funktion (einzige Ähnlichkeit)
● Konvergenz: Entwicklung in gleiche Richtung, aber unabhängig voneinander

Homologie
➔ Die Ähnlichkeit von Merkmalen aufgrund gemeinsamer Abstammung
● Merkmale die von gemeinsamen Vorfahren geerbt worden (nahe Verwandtschaft)
● Spezialisierung/Funktionswechsel
● Homologiekriterien:
Kriterium der Lage​ (zB Mensch und Pferd)
Kriterium der spezifischen Qualitä​t (gleichen sich in vielen, komplexen Einzelmerkmalen (zB
Zahn und Schuppen)
Kriterium der Kontinuität​ (Entwicklung lässt sich kontinuierlich durch Zwischenformen
nachvollziehen)
● Divergenz: Gleiche Struktur - andere Funktion

3. Evolutionsfaktoren: Mutation, Rekombination, Selektion, Gendrift

Variabilität durch Mutation


➔ Zufällige und ungerichtete erfolgende Veränderungen des Erbmaterials → Bildung neuer
Allele
● Bei einer Mutation wird das Erbgut verändert
● Mutationen treten zufällig und ungerichtet auf
● Mutation sorgt für Artenvielfalt und mehr Variabilität und ist damit einer der wichtigsten
Evolutionsfaktoren (neue Allele gelangen in den Genpool von einer Population)
● Eine Mutation kann für ein Individuum von Vorteil, von Nachteil oder aber unbedeutend sein
● Mutation als Vorteil: verbesserte Wasseraufnahme eines Kaktus in der Sahara oder
Laktosetoleranz beim Menschen → hat den anderen Individuen gegenüber, die diese
Mutation nicht besitzen, einen Vorteil
● Im Regelfall wird sich diese Mutation dann innerhalb der Population verbreiten, weil eine
erhöhte Fitness dazu führt, dass die Gene des Individuums häufiger in die nächste
Generation gebracht werden

Variabilität durch Rekombination


● Unter Rekombination versteht man die Neuverteilung von Erbgut während der ​Meiose
● Die Rekombination macht es quasi unmöglich, das zwei identische Nachkommen gezeugt
werden und ist somit maßgeblich für eine hohe genetische Variabilität
● Im Gegensatz zum Evolutionsfaktor ​Mutation​, die neue Variationen schafft, sorgt die
Rekombination nur für eine andere Verteilung des vorhandenen (!) genetischen Materials →
damit findet keine Veränderung des Genpools statt

Variabilität durch Selektion


● Selektion (lat. selectio = Auswahl) besteht in weitem Sinne aus drei Formen:
● Natürliche Selektion​: An ihre Umwelt besser angepasste Lebewesen, erhöhen die
Wahrscheinlichkeit zur Weitergabe ihrer Gene als schlechter angepasste Lebewesen
● Sexuelle Selektion​: Innerartliche Auswahl von Sexualpartnern, die sich aus aus der
Konkurrenz um Fortpflanzungspartnern ergibt, Sexuelle Selektion erklärt auch zahlreiche
Phänotypische Ausprägungen, die im Sinne der natürlichen Selektion eigentlich von Nachteil
wären (z.B. das Federkleid des Pfau. Dieses ist hinderlich bei der Flucht vor Räubern, ist aber
wichtiges "Balzmittel")
● Künstliche Selektion​: vom Menschen gesteuerte Selektion zur Förderung bestimmter
Merkmale bei Tier- und Pflanzenarten (z.B. höhere Milchleistung von Kühen, gegen
Krankheiten resistente Nutzpflanzen wie Weizen oder Kleintierzucht)
● Grundannahme der natürlichen Selektion ist die Tatsache, dass Individuen die länger Leben
ihre Gene öfter weitervererben können
● Umso besser ein Organismus an seine natürliche Umgebung angepasst ist, desto häufiger
wird er also seine Gene in die nächste Generation weitergeben können (Begriff der Fitness)

Transformierende Selektion
● Bei der transformierenden Selektion wirkt der Selektionsdruck von einer Seite aus
● Die Population verschiebt sich dementsprechend weg vom
Selektionsnachteil in die andere Richtung

X-Achse: Intensität der Merkmalsausprägung Y-Achse: Anzahl der Individuen


Beispiel: Population eines Tiefseefisches, der von einem größeren Raubfisch
gejagt wird. Fluchtgeschwindigkeit erweist sich hierbei für den Beutefisch als
Vorteil, weil er so weniger oft gefressen wird. Auf Dauer wird sich die
Population des Beutefisches also in die Richtung verändern, dass die
Geschwindigkeit der einzelnen Individuen zunimmt. Denn: Schnellere Fische
können ihre Gene (mit den wichtigen Allelen für eine erhöhte Schwimmgeschwindigkeit) öfter in die
nächste Generation bringen als langsamere.

Stabilisierende Selektion
● Stabilisierende Selektion liegt vor, wenn der Selektionsdruck von beiden Extremseiten der
Merkmalsausprägung ausgeht
● Auf diese Weise kommt es auf Dauer zur Annäherung an den Mittelwert, weil extreme
Formen benachteiligt werden

Beispiel: Besonders bei der Ausprägung der Größe von Flügeln ist die
stabilisierende Selektion zu beobachten. Vögel mit extrem großen und extrem
kleinen Flügeln büßen an Flugfähigkeit ein, sodass es auf lange Sicht zur
Stabilisierung des Mittelwerts kommt. Extreme Phänotypen werden infolge
immer seltener, oder tauchen gar nicht mehr auf.

Disruptive Selektion
● Das zentrale Merkmal bei der Disruptiven Selektion ist die Ausbildung von zwei extremen
Phänotypen
● Ergo erweist sich die Ausprägung eines Merkmals im Mittelwertbereich als Nachteil

Beispiel: Die Aufspaltung einer Darwinfinkenart (Stichwort: ​adaptive Radiation​)


in Insektenfresser und Körner/Nussfresser. Zum fangen und fressen von
Insekten ist ein feiner, dünner Schnabel nötig. Für das knacken von Nüssen
dagegen ein kräftiger Schnabel. Der Mittelwert eines Schnabels dieser beiden
Formen bringt dagegen keine Vorteile, bzw. ist den jeweils spezialsierten
Formen unterlegen. Auf diese Weise kommt es in der Population auf Dauer zur Ausprägung von zwei
Extremen: ein dünner Schnabel und ein dicker Schnabel.

Variabilität durch Gendrift


● Zufällige Veränderung der Genhäufigkeit eines bestimmten Allels innerhalb einer Population
● Besonders bei kleinen Populationen ist der Gendrift bedeutend, weil Allele relativ schnell aus
dem Genpool der Population verschwinden können
● Aber auch das genaue Gegenteil ist möglich, nämlich das bestimmte Gene plötzlich extrem
häufig in einer Population auftauchen, etwa nach Naturkatastrophen, wenn nur noch wenige
Individuen überlebt haben und viele von ihnen ein zuvor noch seltenes Allel in sich tragen

Beispiel: Gründereffekt
➔ Beim Gründereffekt wird eine neue Population durch wenige Individuen
gegründet
● Innerhalb dieser neuen Gründerpopulation (P2) unterscheidet sich die
Allelfrequenz (Allelhäufigkeit) im Vergleich zur nun isolierten
Ausgangspopulation (P1)
● Dies hat eine deutlich geringere Genvariabilität zur Folge, weil manche
Allele die in P1 auftauchen, in keinem der Individuen von P2 vorhanden
sind
● Daher besteht der Genpool von P2 aus einer ganz anderen Allelzusammensetzung als P1
● Notwendige Bedingung des Gründereffekts ist Isolation von der Ausgangspopulation, etwa
durch geografische Isolation (siehe ​Allopatrische Artbildung​)
● Genetische Abweichung einer isolierten ​Population​ oder Gründerpopulation (zB auf einer
Insel) von der Stammpopulation (zB auf dem Festland)

Beispiel: Flaschenhalseffekt
➔ Drastische Reduzierung der genetischen Vielfalt - "genetischen
Verarmung"
● Großteil der Tiere einer ​Population​ stirbt (zB durch Dürre, Seuchen,
Naturkatastrophen) und steigt die Zahl der Individuen dieser Population
danach wieder an
● Mit dem Tod werden auch die Gene bzw. die ​Allele​ der gestorbenen Tiere
aus dem ​Genpool​ "eliminiert"
● Die wenigen verbleibenden Tiere besitzen innerhalb ihrer Restpopulation
somit nur noch einen geringen bis sehr geringen und zufälligen Teil der zuvor vorhandenen
Gene bzw. Allele

4. Artbildungsprozesse: sympatrisch vs. allopatrisch

Sympatrische Artbildung
➔ Aufspaltung eines Genpools in verschiedene Arten ohne geografische Barriere→neue Arten
innerhalb eines Verbreitungsgebiet → Evolutionsfaktoren verändern Population
● Fortpflanzungsbarrieren entstehen innerhalb einer Population durch Mutation etc. →
verhindern den Austausch von Allelen zwischen den Individuen → reproduktive Isolation
● Weibliche Partnersuche sorgt für sexuelle Selektion→nach bestimmten äußerlichen
Merkmalen → Nachkommen = neue Teilpopulation

Allopatrische Artbildung
➔ Eine Population bildet durch geografische Isolation von ihrer Ausgangsart eine neue Art
● Durch geographische Trennung (zb Gebirge, Flüsse) sind die Teilpopulationen
unterschiedlichen Selektionsdrücken ausgesetzt, sodass sich unterschiedliche Arten

entwickeln

5. Stammbaumerstellung und Auswertung anhand von homologen Merkmalen sowie


molekularbiologischen Beweisen (DNA- Analysen und Proteinanalysen, z.B.
cytochrom-c Vergleich, DNA-Sequenzierung)

6. Präadaptation
Präadaption
➔ Ein Lebewesen ist aufgrund von Mutation und Rekombination zufällig an eine neue
Lebensbedingung angepasst

Antibiotikaresistenz von E.coli


Nährboden mit einer E.coli-Population, wegen einer Mutation sind einige der Bakterien gegen ein
bestimmtes Antibiotikum resistent. Dies tritt aber erstmal nicht in Erscheinung. Bringt man die
Bakterien dann aber mit diesem Antibiotikum in Berührung, überleben nur die präadaptierten, denn
sie sind ja an die neue Umweltbedingung angepasst. Die ,,normalen’’ nicht angepassten Bakterien
sterben hingegen.

7. Proximate und ultimate Erklärungsformen


--------- -​F O T O S Y N T H E S E​-- -------- --    
1. Blattaufbau (Sonnen vs. Schattenblatt)
2. Chloroplastenaufbau (Basiskonzepte Struktur/Funktion und Kompartimentierung)
3. Pigmente und Lichtabsorption
4. Umwandlung von Lichtenergie in chemische Energie
5. Lichtabhängige Reaktion (Primärreaktion, Z-Schema)
6. Calvincyklus (Primär-/ Sekundärreaktion)
7. Abhängigkeit der Fotosynthese von Außenfaktoren
8. CAM/ C4 Pflanzen

1. Blattaufbau (Sonnen vs. Schattenblatt)

Kompensationspunkt
Beim CO2-Kompensationspunkt halten sich CO2-Fixierung durch Fotosynthese und die CO2-Abgabe
dutch Atmung die Waage
2. Chloroplastenaufbau (Basiskonzepte Struktur/Funktion und Kompartimentierung)

Chloroplasten
Struktur und Funktion (Oberflächenvergrößerung)
● Auf den gefalteten Thylakoidmembranen kann wesentlich mehr fotosynthetisch aktiver
Farbstoff untergebracht werden als auf einer glatten inneren Membran

Kompartimentierung
● Die Lichtabsorption und die Lichtreaktion der Fotosynthese finden an den
Thylakoidmembranen und im Thylakoidinnenraum statt und sich dadurch räumlich getrennt
von den im Stroma ablaufenden Dunkelreaktion der Fotosynthese
● Gleichzeitig bleiben die beiden Teilprozesse über die Membran funktionell gekoppelt

3. Pigmente und Lichtabsorption

4. Umwandlung von Lichtenergie in chemische Energie


5. Lichtabhängige Reaktion (Primärreaktion, Z-Schema)

Primärreaktion / Lichtreaktion
➔ Produkte = NADPH+H+ und ATP
● In der Lichtreaktion werden mithilfe der Energie aus dem Sonnenlicht das Redoxäquivalent
NADPH+H+ und der universelle Energieträger ATP erzeugt

1. Durch Lichtabsorption wird das Fotosystem I (P700) auf ein höheres Energieniveau gehoben
und gibt daher 2 Elektronen an den primären Elektronenakzeptor Ferredoxin ab
2. Ferredoxin gibt duese Elektronen an die NADP⁺-Reduktase ab, diese nimmt die Elektronen
sowie 2 Protonen auf und wandelt NADP⁺ zu NADPH+H⁺ um (einer der beiden
Ausgangsstoffe für die Dunkelreaktion)
3. Beim Heben auf ein höheres Energieniveau ist in Fotosystem I eine Elektronenlücke
entstanden, welche durch Elektronen des Fotosystems ll (P 680) geschlossen werden kann
4. Durch Lichtabsorption wird das Fotosystem Il (P680) auf ein höheres Energieniveau gehoben
und gibt daher 2 Elektronen an den primären Elektronenakzeptor Plastochinon ab
5. Die Elektronen durchlaufen eine Elektronentransportkette von Plastochinon zum
Cytochromkomplex vpn dort zu Plastocyanin bis hin zu dem Fotosystem I (Elektronenlücke
geschlossen)
6. Nun ist in Fotosystem ll auch eine Elektronenlücke entstanden, welche durch Fotolyse des
Wassers geschlossen werden kann (Aufnahme von Elektronen, Protonen und Sauerstoff
werden frei)
7. Für die Dunkelreaktion wird noch ATP benötigt: durch die Elektronentransportkette wird
Energie frei und diese wird genutzt, um Protonen aus dem Stroma in den
Thylakoidinnenraum zu befördern, daher entsteht ein Protonengradient
8. Deswegen fließen die Protonen durch die ATP-Synthase zurück ins Stroma, dies nutzt die
ATP-Synthase und synthetisiert ADP+P zu ATP
6. Calvin Zyklus (Primär-/ Sekundärreaktion)

Calvin Zyklus (Lichtunabhängige Reaktion)


Voraussetzung: Lichtabhängige Reaktion da dort entstandenes ATP und NADH+H​+​ genutzt wird

1. Fixierung des CO2


● Der C1 Körper CO2 wird mithilfe des Enyzms Rubisco an den C5 Körper
Ribulose-1,5-bisphosphat gebunden
● Dadurch etsteht der 12 C3 Körper 3-Phosphoglycerat

2. Reduktion
● 3-Phosphoglycerat wird unter Energieverbrauch zu Glycerinaldehyd-3-Phosphat reduziert (12
ATP → 12 ADP und 12 NADH+H​+​→ 12 NADP+

3. Glucosebildung
● 2 von den 12 C3 Körpern (Glycerinaldehyd-3-Phosphat) werden benötigt, um den C6 Körper
Glucose herzustellen
● Dafür wird er Phosphat abgespalten und Glucose verlässt den Zyklus

4. Regeneration des CO2-Akzeptors


● Die übrigen 10 C3-Körper (Glycerinaldehyd-3-Phosphat) werden für die Regeneration des
CO2-Akzeptors genutzt
● Unter Energieverbrauch werden 10 C3 Moleküle zu dem C5 Körper Ribulose-1,5-bisphosphat
umgewandelt (6 ATP → 6 ADP)
7. Abhängigkeit der Fotosynthese von Außenfaktoren

Abhängigkeit der Fotosyntheserate von Außenfaktoren


Messung über Glukose (Zuckerkonzentration) oder O2 (Sauerstoffabgabe) der
Pflanze

Temperatur
● RGT-Regel
● Bis 35 Grad Reaktion, danach Denaturierung

Lichtintensität
● Steigerung der Einstrahlung - höhere PS-Rate
● Zu hohe Strahlung - Rückgang der PS-Rate
● Sättigungseffekt: ab einer bestimmten Beleuchtungsstärke lässt sich die
Fotosyntheserate nicht mehr steigern
● Schattenpflanzen erreichen früher ihr Maximum

Lichtqualität
● Nutzbare Quellen zwischen 450 nm (blau) und 680 nm (rot)

Kohlenstoffdioxidkonzentration
● Je mehr CO2, desto höher Fotosyntheserate
● Kohlenstoffdioxid-Kompensationspunkt: 0,005% (Fotosynthese =
Zellatmung)
● Sättigung ab 0,05%
● Schädigung > 0,5%
8. C4 / CAM Pflanzen
C4-Pflanzen
● Sonnige und trockene Umweltbedingungen
● Kohlenstoffdioxid wird wirksam gebunden
● Arbeitet bei niedrigen Kohlenstoffdioxidkonzentrationen effektiv
● Betreibt bei geschlossen Spaltöffnungen weiterhin Photosynthese
● Umgang mit Wasser sparsam, ohne dabei Leistungsfähigkeit bei der Photosynthese
einzubüßen

CAM-Pflanzen
● Kohlenstoffdioxidaufnahme und -speicherung an extrem trockene Standorte angepasst
● Gelegentliche Niederschläge, um ihren Wasserspeicher aufzufüllen
● Kohlenstoffdioxidaufnahme erfolgt nachts, wenn durch die relativ hohe Luftfeuchtigkeit die
Gefahr der erhöhten Wasserdampfabgabe (Transpiration) sehr gering ist
● Durch die Zellatmung freigesetzte Kohlenstoffdioxid sofort wieder gebunden
● CAM-Pflanzen benötigen im Vergleich zu den C4-Pflanzen noch weniger Wasser
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1. Ökosystem Grundbegriffe
2. Physiologische und ökologische Potenz und Ökogramme
3. Bergmannsche und Allensche Regel; gleichwarm/wechselwarm
4. Wirkungsgefüge/limitierender Faktor
5. Ökologische Nische inkl. Konkurrenzausschlussprinzip
6. Nahrungskette, Nahrungsnetz, Trophieebenen
7. Lotka-Volterra-Regeln, Räuber-Beute-Beziehung
8. Symbiose und Parasitismus
9. Kohlenstoffkreislauf
10. Ökologisches Bewerten: Klimawandel/Treibhauseffekt; zeitliche, soziale und räumliche Falle

1. Ökosystem Grundbegriffe

2. Physiologische und ökologische Potenz und Ökogramme

Physiologische Potenz
Toleranzbreite eines Organismus gegenüber verschiedenen Intensitäten eines Umweltfaktors -
Einwirkung von Konkurrenz​ wird nicht​ mit einbezogen

Ökologische Potenz
Toleranzbreite eines Organismus gegenüber verschiedenen Intensitäten eines Umweltfaktors -
Einwirkung von Konkurrenz ​wird​ mit einbezogen

Euryök
Großer Toleranzbereich

Stenök
Geringer Toleranzbereich
3. Bergmannsche und Allensche Regel; gleichwarm/wechselwarm

Bergmannsche Regel (Größenregel)


➔ In kaltem Klima ist die Körpergröße gleichwarmer Tiere größer als in wärmeren Klima
● Gleichwarme Tiere (Säugetiere, Vögel)
● Tierarten in kalten Gebieten sind größer als verwandte Tierarten in warmen Gebieten
● Große Körper haben im Verhältnis zum Volumen eine kleinere Oberfläche und verlieren
dadurch weniger wärme als kleine Körper
● Beispiel: Pinguin

Allensche Regel (Proportionsregel)


➔ Je kälter das Klima, umso kleiner sind die Körperanhänge
● Gleichwarme Tiere (Säugetiere, Vögel)
● Die Körperanhänge von Tierarten in kalten Gebieten sind kleiner ausgebildet als die der
verwandten Tierarten in warmen Gebieten
● In warmen Gebieten sind Körperanhänge groß, um überschüssige Wärme an die Umgebung
abzugeben, aber in kalten Gebieten sind sie klein um zusätzlichen Energieverlust zu
vermeiden
● Beispiel: Füchse, Elefanten, Hasen

Homoiotherm vs Poikilotherm
4. Wirkungsgefüge/limitierender Faktor

Limitierender Faktor / Minimumfaktor


Da derjenige Faktor, der am weitesten vom Optimalbereich eines Organismus entfernt ist, die
Wirkung aller anderen Faktoren begrenzt, bezeichnet man ihn als begrenzenden
(limitierenden) Faktor oder als Minimumfaktor
➔ Mangelt es an nur einem Faktor = Wachstumshemmend (auch wenn andere Faktoren
im Überfluss vorhanden sind)

5. Ökologische Nische inkl. Konkurrenzausschlussprinzip

Ökologische Nische
Unter einer Ökologischen NIsche versteht man das spezifische Spektrum der abiotischen und
biotischen Umweltfaktoren, die einer Tier- oder Pflanzenart das Überleben ermöglichen
➔ Gesamtheit der Ansprüche einer Art an die Umwelt

Konkurrenzausschlussprinzip
Wenn zwei Arten die gleiche ökologische Nische besetzen führt die interspezifische Konkurrenz zum
aussterben einer Art…

Nischendifferenzierung
...oder eine Art passt sich an, indem sie dessen Ansprüche ändert und eine neue Nische belegt

6. Nahrungskette, Nahrungsnetz, Trophieebenen


Nahrungskette
Nahrungskette: vereinfachte Darstellung von Nahrungsbeziehungen als Abfolge

Nahrungsnetz
Nahrungsnetz: Verzweigung von Nahrungsketten: Tiere ernähren sich selten nur von einer Art

Trophieebenen
7. Lotka-Volterra-Regeln, Räuber-Beute-Beziehung

Lotka-Volterra-Regeln
Bedingungen
● Über einen langen Zeitraum hinweg
● Die Arten haben keine andere Räuber-Beute-Beziehungen
● Vernachlässigung abiotischer und biotischer Umweltfaktoren
● = Unrealistisch und dienen nur zur groben Einschätzung

Erste Lotka-Volterra-Regel (Periodizität)


➔ Die Größe der Populationen von Räuber und Beute schwanken bei
konstanten Bedingungen periodisch - dabei folgt das Maximum der
Räuberpopulation auf das Maximum der Beutepopulation

Zweite Lotka-Volterra-Regel (Erhaltung der Mittelwerte)


➔ Die Populationsgrößen beider Einzelpopulationen schwanken konstant
um einen festen Mittelwert

Dritte Lotka-Volterra-Regel (Störung der Mittelwerte)


➔ Werden Räuber-, als auch Beutepopulation gleichermaßen in ihrer
Populationsgröße dezimiert, so erholt sich die Beutepopulation stets
schneller als die Räuberpopulation

8. Symbiose und Parasitismus

Konkurrenz
● Der Wettbewerb zwischen den Lebewesen um einen Umweltfaktor, der nicht unbegrenzt
vorhanden ist zB um Nahrung, Raum oder Licht

Parasitismus
➔ Ausbeuterische Beziehung zwischen zwei Arten - einer profitiert, während der andere
geschädigt wird
● Beispiel: Mücke oder Zecke

Symbiose
➔ Interaktion zwischen zwei oder mehr Arten mit beiderseitigen Nutzens
● Beispiel: ​Dickhäuter (Nilpferd und Elefant) und Vögel, befreien die Tiere von Insekten die
Nahrung für die Vögel bietet oder ​Bestäubung von Blütenpflanzen durch Insekten, wobei
die Insekten Nektar als Nahrung erhalten
9. Kohlenstoffkreislauf

● Produzenten (Pflanzen) erzeugen durch Fotosynthese


Sauerstoff (anorganische Substanz) und stellen somit die
Lebensgrundlage für alle Lebewesen her
● Konsumenten (Tiere) und Destruenten (Würmer, Pilze)
leben davon diesen Sauerstoff zu nutzen
● Bei der Zellatmung geben die Konsumenten und
Destruenten Kohlenstoffdioxid (anorganische Substanz)
frei, welcher von den Produzenten wieder aufgenommen
wird
● Die Konsumenten nehmen zudem Biomasse (organische
Substanz) der Produzenten auf
● Des Weiteren ernähren sich Destruenten von
abgestorbener Biomasse (organische Substanz -
abgestorbene Pflanzenteile, Laubstreu und Tierkadaver),
welche von ihnen in ihre anorganischen Bestandteile
zersetzt werden, dabei entstehen Mineralstoffe
(anorganische Substanz)
● Die entstandenen Mineralstoffe werden von den Produzenten wieder aufgenommen
● Durch die Zersetzfähigkeit der Destruenten ist gewährleistet, dass ein großer Teil der Stoffe
eines Ökosystems in einem Stoffkreislauf fließt

10. Ökologisches Bewerten: Klimawandel/Treibhauseffekt; Fallen

Klimawandel/Treibhauseffekt
● Beschreibt allgemein den Anstieg der Temperaturen, aufgrund eines erhöhten Ausstoßes und
der Anreicherung von Treibhausgasen (u.a. Kohlenstoffdioxid, Methan, Distickstoffmonoxid)
Zwei Formen des Treibhauseffekts:
● Der ​natürliche Treibhauseffekt​: bildet auf der Erde die Basis für lebensfreundliche
Temperaturen
● Der ​anthropogene Treibhauseffekt​:​ ​beschreibt die vom Menschen verursachte globale
Erderwärmung

Zeitliche Falle
Eine zeitliche Falle ist dadurch gekennzeichnet, dass der Nutzen einer Handlung jetzt, der Schaden
jedoch zu einem späteren Zeitpunkt entsteht

Räumliche Falle
Eine räumliche Falle liegt vor, wenn bei einer Handlung vor Ort der Nutzen, und andernorts der
Schaden entsteht

Soziale Falle
Von sozialen Fallen spricht man, wenn bei einer Handlung der Nutzen bei einem Individuum oder
einer Gruppe, der Schaden jedoch bei einem anderen Individuum oder einer anderen Gruppe liegt

 
------------​N E U R O B I O L O G I E ​-----------  
1. Aufbau eines Neurons
2. Ruhepotential
3. Aktionspotential
4. Kontinuierliche und saltatorische Erregungsweiterleitung
5. Erregungsübertragung an Synapsen
6. Neurone steuern die Tätigkeit von Muskeln
7. Verrechnung an Synapsen
8. Synapsengifte
9. Hormone und Homöostase

1. Aufbau eines Neurons

 
2. Ruhepotential
● Axoninnenraum (negativ geladen): Kalium-Kationen, Protein-Anionen
● Axonaußenraum (positiv geladen): Natrium-Kationen, Chlorid-Anionen
● Getrennt durch Doppellipidschicht (Zellmembran), welche semipermeabel ist
● Im Ruhezustand ist die Membran wegen den Kalium-Ionenkanälen gut durchlässig für
Kalium-Kationen, diese diffundieren aufgrund des chemischen Gradienten nach außen, da
außen weniger Kalium-Kationen sind (Innenraum wird negativer
● Die Natrium-Ionen diffundieren aufgrund des elektrischen Gradienten in den Innenraum
(Natrium-Leckstrom)
● So würde sich die Konzentration über die
Zeit ausgleichen, dies verhindert jedoch die
Natrium-Kalium-Pumpe (NaK-Pumpe)
● Die Natrium-Kalium-Pumpe transportiert
unter ATP Verwendung gegen den
Konzentrationsgradienten (aktiver
Transport) 3 Natrium-Kationen von innen
nach außen und 2 Kalium-Kationen von
außen nach innen

 
3. Aktionspotenzial
● Um ein Aktionspotenzial auslösen muss das Schwellenpotential erreicht (-50 mV) werden
● Durch diese Veränderung öffnen sich die spannungsgesteuerten Natrium-Ionenkanäle so,
dass die Natrium-Ionen (Na+) in den Axoninnenraum strömen und die Innenseite weniger
negativ wird
➔ Depolarisation
● Es kommt so ein Überschuss an positiver Ladung im Innenraum
➔ Overshoot
● Daher kommt es zur Umpolung der Membran
● Nun schließen sich die Natriumionen-Kanäle durch den Aktivierungstor und die
spannungsgesteuerten Kalium-Ionenkanäle öffnen sich, Kalium-Ionen strömen aufgrund des
elektrochemischen Gradienten in den Axonaußenraum
➔ Repolarisation
● Die Kalium-Ionenkanäle schließen sich verzögert, dadurch strömen die Kalium-Ionen
kurzzeitig weiter nach außen, daher ist der Axoninnenraum für kurze Zeit noch negativer als
beim Ruhepotential (-100 mV)
➔ Hyperpolarisation
● Die NaK-Pumpe stellt die Ionenverteilung des Ruhepotentials wieder her, erst das
Ruhepotenzial wieder reicht es ist der betroffene Axon Bereich wieder empfangsbereit
➔ Refraktärphase
● Alles-Oder-Nichts-Gesetz: vollständiges Aktionspotential oder gar keins
4. Kontinuierliche und saltatorische Erregungsweiterleitung

Kontinuierliche Erregungsleitung
● Fortlaufende Depolarisierung des Axons
● An jeder Stelle des Axons muss eine Depolarisation
stattfinden
● Die Erregungsweiterleitung erfolgt über Neurone ohne
Myelinscheide
● Keine Myelinscheiden, diese Bereiche müssen fortlaufend
depolarisiert werden, was mehr Zeit in Anspruch nimmt
● Erregung wird durch das Axon mittels einer fortlaufenden Bildung des Aktionspotentials
weitergeleitet
● Bei wirbellosen Tieren (Tintenfischen, Regenwürmer)
● Dominosteine die hintereinander stehen und nacheinander fallen

Saltatorische Erregungsleitung
● Myelinscheiden umhüllen fortlaufend das Axon (Isolierung des
Axons)
● Auf diese Weise kann ein Aktionspotential nur an den nicht
isolierten Ranvierschen Schnürringen gebildet werden
● Die Erregung 'springt' innerhalb des Axons von Ranvierschem
Schnürring zu Ranvierschem Schnürring und überbrückt die nach außen hin isolierenden
Myelinscheiden (vielfaches schneller)
● Bei Wirbeltieren
● Einige Dominosteine werden übersprungen, bevor der nächste Stein fällt
5. Erregungsübertragung an Synapsen

1. Erreicht das Aktionspotential das synaptische


Endknöpfchen, so kommt es zu einer
Spannungsveränderung und daher öffnen sich die
Calcium-Ionenkanäle,sodass Ca+ Ionen ins
synaptische Endknöpfchen einströmen
2. Dadurch werden die mit Neurotransmitter gefüllten
Vesikel zur präsynaptischen Membran bewegt und
dort verschmelzen die Vesikel mit der
präsynaptischen Membran und geben die
Neurotransmitter in den synaptischen Spalt frei
3. Die Neurotransmitter binden an die Rezeptoren
der postsynaptischen Membran, Rezeptoren und
Ionenkanäle sind miteinander so verbunden, das
sich die Ionenkanäle öffnen, wenn ein Rezeptor von einem Neurotransmitter belegt wird
4. EPSP: Es kommt zum Einstrom von Na​+​ Ionen in die postsynaptische Membran, die
Postsynapse wird depolarisiert (überschreitet die Depolarisation den Schwellenwert kommt es
bsp. zu einer Muskelkontraktion, Bildung eines neuen Aktionspotentials oder
Hormonausschüttung)
ISPS: Es kommt zum Einstrom von CL​-​ Ionen in die postsynaptische Membran, die
Postsynapse wird hyperpolarisiert (kein neues Aktionspotential)
5. Währenddessen sorgen bestimmte Enzyme für den Abbau der freigesetzten Neurotransmitter
im synaptischen Spalt, die gespaltenen Neurotransmitter diffundieren wieder zurück in die
Endknöpfchen und werden von der Zelle "recycelt", je länger der Abbau der freigesetzten
Neurotransmitter dauert, desto länger dauert auch die weitergegebene Erregung an, deshalb
ist der Abbau der Neurotransmitter durch die Enzyme so wichtig, andernfalls würde die
Erregung dauerhaft anhalten und der Körper verkrampfen

EPSP: erregendes postsynaptisches Potential


● Ist das Gesamtsignal stark genug um den Schwellenwert zu überschreiten spricht man von
einem EPSP oder erregendem postsynaptischen Potential
● Erregende Synapsen sorgen für eine Depolarisierung am Folgendendrit und damit für die
Weiterleitung eines Impulses (EPSP)

IPSP: inhibitorisches postsynaptisches Potential


● Liegt die Summe der Erregung unterhalb der zur Aulösung eines Aktionspotential benötigten
Stärke, ist das entstandene Potential ein IPSP oder inhibitorisches postsynaptisches Potential
● Hemmende Synapsen sorgen für eine Hyperpolarisation am Folgedendrit und damit für eine
Hinderung des Impulses (IPSP)
6. Neurone steuern die Tätigkeit von Muskeln

1. Vom Endknöpfchen des Motoneurons


ausgeschüttetes Acetylcholin depolarisiert die
Muskelfaser, sodass Aktionspotentiale entstehen
2. Aktionspotentiale breiten sich entlang des
Sarkolemms und in die transversalen Tubuli aus
3. Die Depolarisierung der transversalen Tubuli bewirkt
die Freisetzung von Calcium-Ionen aus dem
Sarkoplasmatischen Retikulum
4. Die Bindung von Calcium-Ionen an das Troponin führt
zu einer Verlagerung des Tropomyosins, soadd die
Bindungsstellen für Myosin frei werden und der
Actin-Myosin-Zyklus beginnt
a. Das Myosinköpfchen spaltet das ATP, die
dabei freigesetzte Energie aktiviert das Myosin zur Bindung an
Actin
b. Das Myosinköpfchen bindet an das Actin
c. Unter Freisetzung von ADP und Pi kippt das Myosinköpfchen und
verschiebt dabei das Actinfilament in Richtung Sarkomermitte
d. Das Myosinköpfchen bindet ATP und löst sich vom Actin
5. Der Actin-Myosin-Zyklus stoppt, wenn nach Ende der Erregung die
Calcium-Ionen in das Sarkoplasmatische Retikulum zurückgepumpt
worden sind - das Myosinköpfchen bleibt aktiviert

7. Verrechnung an Synapsen

Signaltransduktion
Als Signaltransduktion wird ein Prozess bezeichnet, bei dem ein biologisches ​Signal​ von einem
Kompartiment​ in ein anderes übermittelt wird, wobei in aller Regel der ​Träger​ des Signals wechselt

Reiz löst in Sinneszelle einen elektrischen Impuls aus



Über sensorische Nerven werden die Reize zum Gehirn oder Rückenmark weitergeleitet

Elektrische Reize werden vom Gehirn ausgewertet

Informationen werden als elektrische Impulse über Nerven zum Zielmuskel geleitet

Im Zielorgan erfolgt eine Reaktion
In der Nervenzelle ist der Bereich des Axonhügels der Summationsort für sämtliche Signale die das
Neuron über die Dendriten aufnimmt

Räumliche Summation (Intersummatorisch durch mehrere Synapsen)


● EPSP ​und​ IPSP von ​mehreren verschiedenen Synapsen​ erreichen den Axonhügel
● Summe der Spannung über dem Schwellenwert = Aktionspotential
● Summe der Spannungen unter dem Schwellenwert = kein Aktionspotential

Zeitliche Summation (Intrasummatorisch durch eine Synapse)


● Mehrere EPSP ​oder​ IPSP einer​ einzigen Synapse​ erreichen innerhalb einer sehr kurzen
Zeit den Axonhügel
● Ob ein Aktionspotential ausgelößt wird oder nicht gilt
analog zur räumlichen Summation
8. Synapsengifte
Curare
● Curare wirkt an den Natrium – Ionen – Kanälen der postsynaptischen Zelle
● Es bindet an die Rezeptoren, blockiert sie und verhindert so, dass Na​+​ nur
noch in geringem Maße in die Postsynapse diffundiert
● Transmitter diffundieren also bei einer Erregung in den synaptischen Spalt
und binden im Normalfall an die Rezeptoren der Natrium – Kanäle, um diese
zu öffnen
● An einigen Rezeptoren hat allerdings schon Curare gebunden und verhindert
so, dass die Transmitter die Na​+​- Kanäle öffnen
● Es können jetzt nur noch wenige Na​+​ - Ionen in die Postsynapse diffundieren
● Das verhindert die Ausbildung eines PSP (Postsynaptisches Potential)
● Die Weiterleitung eines Aktionspotentials auf die nachfolgenden Nervenzellen
ist jetzt nicht mehr möglich (Signalübertragung unterbrochen)
● Folge: Muskellähmung (zB Lunge kollabiert)

Alpha – Latrotoxin
● Alpha- Latrotoxin wirkt an der präsynaptischen Membran
● Ohne dass ein Aktionspotential ins Endknöpfchen einläuft, öffnen sich die
Calcium-Ionen-Kanäle und sorgen damit für eine Dauererregung der
nachfolgenden Neurone
● Unter normalen Umständen schließen die Calcium-Kanäle nach einiger Zeit,
unter Einfluss von Alpha-Latrotoxin: dauerhaft geöffnet
● Es diffundieren viele Transmitter in den synaptischen Spalt und sorgen für
einen dauerhaften Einstrom von Na​+​ in die Postsynapse
● Es werden also dauerhaft Aktionspotentiale in den folgenden Neuronen ausgelöst
(Dauerreizung), ohne dass es einen Reiz gab

Atropin
● Atropin bindet an die ACh-Rezeptoren, die in der postsynaptischen Membran
liegen
● Es kommt zu einer molekularen Strukturänderung
● Diese verhindert, dass in die postsynaptische Zelle Natrium-Ionen einströmen
können
● Die Erregung hört nach der Freilassung der Neurotransmitter in den
synaptischen Spalt auf
● Die Erregungsweiterleitung wird gestoppt (Erregungen werden nicht
weitergeleitet)
● Folge: Lähmung der Muskeln und Tod durch Atemstillstand

E605/ Parathion
● E605 hemmt das Enzym Cholinesterase, welches im synaptischen Spalt das
Acetylcholin abbaut
● Daraufhin kommt es zu einer dauerhaft hohen Konzentration an ACh im
synaptischen Spalt
● Ein übermäßigen Na​+​-Ionen Einstrom in die Postsynapse ist die Folge,
welches zu sehr hohen PSP führt
● Das führt zu einer Dauererregung in den nachfolgenden Nervenzellen
● Folge: Lähmung der Muskeln und Tod durch Atemstillstand
9. Hormone und Homöostase
Homöostase
➔ Gleichgewicht
● Alle Prozesse, die dazu dienen, in einem Organismus ein
relativ stabiles inneres Milieu zu erzeugen und zu erhalten (die
Konstanthaltung durch biologische Regelkreise)
● Für diese Aufrechterhaltung müssen alle physiologischen
Werte z.B. ph-Wert, Temperatur, Ionen- und
Nährstoffkonzentration konstant gehalten werden
● Selbstregulation eines Systems
● Konstanterhaltung des Soll-Zustandes

Negative Rückkopplung
● Wächst der Wert eines Hormons sinkt der Wert eines anderen Hormons
➔ Stabilisierend

   
------------​I M M U N B I O L O G I E​ ----------- 
1. Spezifische Immunabwehr: Erkennen und spezifische Abwehr von Antigenen,
Antigen-Präsentation, humorale und zelluläre Immunantwort, klonale Selektion
2. Primäre und sekundäre Immunantwort
1. Spezifische Immunabwehr

Unspezifische Abwehr
● Zunächst phagozytiert die Makrophage (Fresszelle) das Antigen, anschließend präsentiert die
Makrophage Bruchstücke des Antigens auf ihrer eigenen Oberfläche (Antigenpräsentation)
● Nun benötigt die Makrophage eine auf das auf das Antigen passende T-Helferzelle, diese
dockt dann mit ihren Rezeptoren auf das Antigen an (Schlüssel-Schloß-Prinzip)

Humorale Immunantwort (möglicherweise schädigende Fremdkörper, Gifte, Bakterien, Viren)


● Die T-Helferzelle dockt nun über das MHC II Protein des B-Lymphozyten an ihn an
● Die T-Helferzelle schüttet nun Interleukin-2 aus wodurch sich der B-Lymphozyt differenziert in
B-Gedächtniszellen und in Plasmazellen (klonale Selektion)
● Die B-Gedächtniszellen speichern die Merkmale des Erregers, sodass der Körper bei einem
erneuten Kontakt mit dem Antigen sofort reagieren kann (verantwortlich für Sekundäre
Immunantwort und Immunität)
● Die Plasmazelle beginnt daraufhin mit der Produktion von Antikörpern
● Die Antikörper passen exakt zu bestimmten Bausteinen auf der Hülle der eingedrungen
Antigens und bleiben auf diesen haften
● Die Antikörper markieren somit die Viren und bewirken, dass diese zu immer größeren
Haufen verkleben
● Diese Haufen können nun von phagozytierenden Zellen wie der Makrophagen erkannt und
phagozytiert werden

Zelluläre Immunantwort (von Viren befallene Körperzellen, Tumorzellen und Transplantate)


● Wenn Antigene bereits in die Körperzellen eingedrungen sind, sind diese für die Antikörper
sozusagen unsichtbar
● Die T-Helferzelle informiert daher die T-Killerzellen, diese haben die Fähigkeit infizierte
Körperzellen zu finden und zu zerstören
● Diese T-Killerzellen docken an das MHC I Proteinen der Körperzelle an
● Die T-Killerzellen klonen sich nun spezifisch auf das Antigen (klonale Selektion) und auch nur
auf dieses Antigen angepasst sind
● Die T-Killerzelle kann nun Perforine in die Körperzelle freilassen, wodurch diese zerstört wird
(Zelltod = Apoptose)
2. Primäre und sekundäre Immunantwort

Primäre Immunantwort Sekundäre Immunantwort


➔ Tritt auf, wenn ein Antigen das ➔ Tritt auf, wenn das Immunsystem für
Immunsystem zum ersten Mal das zweite und nachfolgende Mal
kontaktiert demselben Antigen ausgesetzt wird
● Dauer: Tage bis Wochen (länger) ● Dauer: Kürzer
● B-Zellen und T-Zellen sind die ● Wird von Speicherzellen durchgeführt
antwortenden Zellen ● Aufgrund des immunologischen
● Die primäre Immunantwort dauert Gedächtnisses etabliert die sekundäre
länger, um die Immunität festzustellen Antwort schnell die Immunität
● Weniger Antikörper hergestellt gegenüber diesen Antigenen
● Mehr Antikörper hergestellt

   
--------- -- -​E V O : M E N S C H ​- -- --- ---- 
1. Entwicklung der Menschwerdung (Hominisation)
2. Biologische Evolution, d.h. Belege (Knochenfunde, Mensch oder Affe)
3. Kulturelle Evolution (Hinweis: Kulturelle Evolution bedeutet nicht-genetische Weitergabe von
Information durch soziales Lernen.)
4. Stammbaumanalysen

1. Entwicklung der Menschwerdung (Hominisation)

Vorteile des aufrechten Ganges


● Im hohen Gras besser Feinde erkennen & Beute sehen
● Energetisch günstiger:
○ Große Strecken möglich (Nahrungsquelle)
○ Körper wird weniger stark von Sonneneinstrahlung erwärmt
● Freie Hände und Arme → tragen von Material und Nahrung

2. Biologische Evolution, d.h. Belege (Knochenfunde, Mensch oder Affe)


3. Kulturelle Evolution

4. Stammbaumanalysen