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Österreichische Post AG

MZ 03Z012345 M
Bund der Tiroler Schützenkompanien, Brixner Straße 2, A-6020 Innsbruck
ISSN 2531-4874

9 772531 487407

Mitteilungsblatt der Schützen der Alpenregion


45. Jahrgang • erscheint zweimonatlich • N° 1 | Februar 2021 • Bozen · Innsbruck · Kronmetz · Kochel am See

Nach vorne
schauen!
Die Diskussionen über das Rap-Video
„Mamma Tirol“ haben vieles offen-
bart: Einerseits, dass wir uns häufig in
Spannungsfeldern und auf schmalen
Graten der Auseinandersetzung bewe-
gen müssen. Denn es gilt, Geschichte
und Tradition mit Gegenwart und
Zeitgeist zu verbinden, ebenso unsere
Identität und Kultur mit der heutigen
Wertehaltung zu verknüpfen. Und von
den Bestrebungen zur Landeseinheit
bleiben oft nur ernüchternde Alternati-
ven. Ja, und andererseits die Versuche,
unsere Schützen und Marketende-
rinnen vor den „parteipolitischen
Karren“ spannen zu wollen. Da ist es
gut, sich überparteilich, unabhängig
und eindeutig gesellschaftspolitisch zu
positionieren. Da haben wir viel vor.
Lasst uns das gemeinsam anpacken. In
einem ehrlichen Dialog, in aller Ruhe,
aber für unsere gemeinsame Heimat,

… meint euer Landeskommandant


Thomas Saurer

Kranzniederlegung am ehemaligen Grab von Sepp Kerschbaumer.


Fotos: © Südtiroler Schützenbund / Egon Zemmer

Holt sie endlich heim!


BEEINDRUCKEN-
DES LEBEN:
Freiheitskämpfer
Sepp Mitterhofer von Egon Zemmer
4 im Portrait
Die Vorweihnachtszeit ist immer eine der stillsten Zeiten im Jahr. Das vergangene
Jahr war sie stiller als sonst. Weniger Trubel, viel Abstand und jede Menge Sorgenfal-
ten. Auch die Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier war, verglichen mit den vergangenen
BEWEGTE Jahren, ein stilles Gedenken an Sepp Kerschbaumer und seine Freiheitskämpfer.
GESCHICHTE: Trotzdem ließen es sich der Südtiroler Heimatbund und der Südtiroler Schützenbund
75 Jahre nicht nehmen, am 8. Dezember 2020 eine kleine, würdige Gedenkfeier am Friedhof
Tiroler Landtag
10
von St. Pauls zu organisieren. Die Feier begann pünktlich um 10 Uhr mit der
Begrüßung des Obmannes des Südtiroler Heimatbundes Roland Lang.

Anschließend zelebrierte Pater Benedikt Sperl einen Wortgottesdienst. Die Gedenkrede hielt
BESCHNITTENE
EIGENSTÄNDIG-
der Landeskommandant-Stellvertreter des Südtiroler Schützenbundes Mjr. Renato des Dorides.
KEIT: Er unterstütze in den 60er Jahren tatkräftig die Familien der gefangenen Freiheitskämpfer mit
wie Bayern 1871 finanziellen Mitteln: „Wir gedenken heute auch der aktiven Freiheitskämpfer der 60er Jahre, die
unter die noch im Exil fern der Heimat leben und immer noch vom italienischen Staat verfolgt werden.
15 Pickelhaube kam Ihre Sehnsucht, die Heimat wiederzusehen, für die sie gekämpft und ihr Leben riskiert haben,
ihre Freunde und Nachbarn zu besuchen, an den Gräbern der Eltern und Familienangehöri-
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2 Aus den LANDESTEILEN …

gen zu verweilen – diese große Sehnsucht


berührt uns alle tief im Herzen.
Es ist Zeit, dass dieser sogenannte „demo-
kratische italienische Staat“, in dem immer
wieder Verbrecher, politische Attentäter
und Mörder großmütig begnadigt wer-
den, die noch wenigen im Exil lebenden
Südtiroler Freiheitskämpfer nach über 50
Jahren Entbehrungen ohne weitere Verfol-
gung zurück in die Heimat lässt. Es wäre
ein menschlicher Akt der Versöhnung von
einem Staat, der sich vor aller Welt rühmt,
vorbildlich für Freiheit, Demokratie, Völ-
kerrecht und Menschlichkeit zu stehen.“
Im Anschluss an die Gedenkrede spielten
zwei Musikanten aus Frangart das „Lied
vom guten Kameraden“. Am ehemaligen
Grab von Sepp Kerschbaumer, dessen sterb- Die Gedenkfeier stand unter dem Kommando von LKdt. Jürgen Wirth Anderlan.
liche Überreste nach der Errichtung des
Friedhofs von Frangart in seinen Heimatort
umgebettet wurden, wurden Kränze nieder- Sepp Kerschbaumer Eppan ab. „Wir Südti- fried Steger endlich heim. Viel Zeit habt ihr
gelegt. Mit eingebunden in die Gedenkfeier roler durften in diesem Jahr für ungefähr nicht mehr!“, mahnte LKdt. Jürgen Wirth
wurden dabei auch die Mitstreiter Sepp 70 Tage unser Heim nicht verlassen. Dann Anderlan in seinen abschließenden Dankes-
Kerschbaumers Franz Höfler, Anton Gost- gibt es da noch drei Männer, die seit 19.000 worten. Abgeschlossen wurde die würdige
ner, Luis Amplatz, Jörg Klotz, Kurt Welser Tagen ihr Heim nicht mehr betreten dürfen. Gedenkfeier mit der Tiroler Landeshymne
und all jene Kameraden, die eine Strecke Geschätzte Landesvertreter! Zeigt uns, dass und der österreichischen Bundeshymne. n
des Weges mit ihnen gegangen sind. Die ihr kein Rückgrat aus Gummi habt, und holt
Ehrensalve feuerte die Schützenkompanie Heinrich Oberleiter, Josef Forer und Sieg-

Die Gedenkrede von Mjr. Renato des Dorides zur Kerschbaumer-Feier


„Der Südtiroler Schützenbund gedenkt verstarb am 7. Dezember 1964 mit 51 Jahren
jährlich hier am Friedhof von St. Pauls im Gefängnis von Verona. Über die Schick-
gemeinsam mit dem Südtiroler Heimatbund sale unserer verstorbenen Freiheitskämpfer
an Sepp Kerschbaumer – und aller Freiheits- und über ihre erlittenen unmenschlichen Fol-
kämpfer der 1950er und 1960er Jahre. Sepp terungen durch Carabinieri wurde vor dieser
Kerschbaumer kämpfte unermüdlich gegen Gedenkstätte in St. Pauls in den vergange-
Ungerechtigkeiten im besetzten Tiroler Lan- nen Jahren wiederholt berichtet. Ich werde
desteil. Unter großer Gefahr setzte er Zeichen daher heute in meiner kurzen Gedenkrede
des Widerstands gegen Ungerechtigkeiten nicht näher darauf eingehen – obwohl diese
und war immer Vorbild für Mut und Tap- tragischen Ereignisse niemals in Vergessen-
ferkeit. Er sammelte Gleichgesinnte um sich heit geraten sollten. Weil sie Teil unserer
– im BAS, dem Befreiungsausschuss Südtirol leidvollen Geschichte im Kampf um Freiheit
– und wurde aktiver Freiheitskämpfer. und Gerechtigkeit sind. Aber Pandemie und
Bei der Großkundgebung in Sigmunds- Corona-Krise können uns nicht davon abhal-
kron am 17. November 1957 verteilte Sepp ten, Sepp Kerschbaumer, Franz Höfler, Anton
Kerschbaumer Flugblätter, in denen er ein Gostner, Luis Amplatz, Kurt Welser und Jörg
freies Südtirol forderte mit der Begründung: Klotz die Ehre zu erweisen. Ihnen zu danken
„Deutsch wollen wir bleiben und keine – und an ihren Einsatz für unsere Heimat zu Gedenkredner LKdt.-Stv. Mjr. Renato
Sklaven eines Volkes werden, welches durch erinnern – ist unsere Pflicht. des Dorides
Verrat und Betrug unser Land kampflos be- Und sie waren nicht die einzigen, die – zum
setzt hat.“ Kerschbaumer wurde nach der At- richtigen Zeitpunkt – Mut bewiesen und sich alle, die mit selbstlosem und uneigennützi-
tentatswelle der Feuernacht mit weiteren 150 für das Unrecht in unserem Land eingesetzt gem Einsatz selbst einen Opfertod für Volk
Aktivisten verhaftet und schwer misshandelt. haben. und die Heimat in Kauf nahmen. Denn
Als Führer der Freiheitskämpfer wurde er Durch die Teilnahme an dieser Feier denken leider sind viele – auf dieser Tafel nicht
zu 15 Jahren und 11 Monaten verurteilt. Er wir alljährlich mit Respekt und Achtung an aufgeführte Freiheitskämpfer – ebenfalls
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zwischenzeitlich verstorben – ohne dass sich noch wenigen im Exil lebenden Südtiroler Zivilcourage zeigen, mit Mut zu legalem Wi-
der Wunsch nach der ersehnten Freiheit des Freiheitskämpfer nach über 50 Jahren Ent- derstand – in jeder Situation – in jeder Lage.
besetzten Tirol erfüllt hätte. behrungen ohne weitere Verfolgung zurück Als Vertreter des Südtiroler Schützenbundes
Wir gedenken heute ebenso mit viel Respekt in die Heimat lässt. Es wäre ein menschli- rufe ich alle auf, mehr Zivilcourage zu zeigen
der noch wenigen lebenden Freiheitskämpfer cher Akt der Versöhnung von einem Staat, und den friedlichen Kampf für unsere Hei-
– und Aktivisten – die ebenfalls von den Ca- der sich vor aller Welt rühmt, vorbildlich mat konsequent fortzuführen.
rabinieri Folterungen und Misshandlungen für Freiheit, Demokratie, Völkerrecht und Noch ist der Kampf um unsere Heimat Tirol
erdulden und lange Haftstrafen in Gefäng- Menschlichkeit zu stehen. nicht verloren, wenn wir zusammenhalten
nissen auf sich nehmen mussten. Liebe Teilnehmer dieser Gedenkveranstal- – zusammenstehen – und auch bereit sind,
Wir gedenken heute auch der aktiven tung! mutig für unser Land einzustehen.
Freiheitskämpfer der 60er Jahre, die noch im Gedenken ist nicht Nostalgie – sondern
Exil fern der Heimat leben und immer noch Ehrung unserer Freiheitshelden. Gedenken Liebe Kameraden –
vom italienischen Staat verfolgt werden. heißt nicht vergessen. geschätzte Tiroler Londsleit!
Ihre Sehnsucht, die Heimat wieder zu sehen, Gedenken heißt aber auch, Mut und Tapfer-
für die sie gekämpft und ihr Leben riskiert keit unserer Freiheitskämpfer zum Vorbild Unsere Helden und Freiheitskämpfer mögen
haben, ihre Geschwister, ihre Freunde und nehmen für unsere eigene Zivilcourage. ruhen in Frieden! – Sie sollen stolz sein
Nachbarn zu besuchen, an den Gräbern der Zivilcourage zeigen, heute, im täglichen Le- können auch auf eine neue junge Tiroler Ge-
Eltern und Familienangehörigen zu verwei- ben, wäre nicht nur wünschenswert, sondern neration, die den Kampf um die Heimat im
len – diese große Sehnsucht berührt uns alle eine verpflichtende Aufgabe für jeden gestan- Herzen trägt und diesen Kampf nie aufgeben
tief im Herzen. denen und heimatbewussten Tiroler. wird, solange Tirol geteilt bleibt.
Es ist Zeit, dass dieser sogenannte „demo- Zivilcourage zeigen als mutige und selbstbe- Und abschließend möchte ich noch allen in
kratische italienische Staat“ – in dem immer wusste Tiroler eines vor 100 Jahren wider- Erinnerung bringen: Vergesst niemals:
wieder Verbrecher, politische Attentäter und rechtlich – fremd – besetzten und einverleib- Unsere Heimat ist Tirol – unser Vaterland ist
Mörder großmütig begnadigt werden, die ten Landesteils. Österreich! Schützen Heil!“ n

Bozen
von Richard Andergassen

Rücktritt des Landeskommandanten Jürgen Wirth Anderlan


Vor einigen Wochen hat es viel Polemik um den Südtiroler Schüt- Mjr. Renato des Dorides, der inzwischen – wie von den Statuten
zenbund gegeben. Das von LKdt. Jürgen Wirth Anderlan selbst vorgesehen – die Aufgaben des Landeskommandanten übernom-
gestaltete, ohne inhaltliche Rücksprache mit der Bundesleitung ins men hat. Die Bundesleitung verurteilt sämtliche Anfeindungen – in
Netz gestellte Video „Mamma Tirol“ wurde von manchen miss- den Online-Medien aber auch außerhalb – gegenüber dem SSB,
verstanden, brachte Zündstoff für Polemiken und harte Kritik mit seinen Kompanien, Schützen und Marketenderinnen aufs Schärfste.
sich. Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen, einige Genauso werden die Angriffe und Drohungen gegenüber Jürgen
Landesparteien und eine italienische Partei der extremen Rechten Wirth Anderlan und seinen Familienmitgliedern verurteilt. Auch
nutzten die Gelegenheit, den Schützen eins auszuwischen und wenn Jürgen in seiner jüngsten Aktion für viele über das Ziel hin-
schürten böswillig das Feuer an. Die organisierte Empörungswelle ausgeschossen und bei vielen Menschen spontanes Unverständnis
war klar und deutlich zu erkennen. Medien und Presse schlossen hervorgerufen hat, bleiben seine Verdienste um den Schützenbund
sich ebenfalls der offenen Kritik an. Jürgen wurde massiv angefein- ungeschmälert. Letztendlich hat er, ganz nach seiner Art, für sein
det, seine Privatsphäre angegriffen, die Familie bedroht und auf das Video selbst Verantwortung übernommen.
Übelste beschimpft. Auch in Schützenkreisen stieß er mit dem Vi- „Für seinen Einsatz als Hauptmann in Kaltern, Adjutant des Lan-
deo teils auf Unverständnis. In der Sitzung der Bundesleitung vom deskommandanten, Bundesgeschäftsführer und schließlich Landes-
8. Jänner 2021 wurde sachlich darüber diskutiert und klargestellt, kommandant, gebührt ihm großer Dank und Anerkennung“, betont
dass Alleingänge – ohne Rücksprache mit der Bundesleitung – nicht die Bundesleitung. Mit Leib und Seele ist Jürgen ein Tiroler, ein
hingenommen werden können. Jürgen entschuldigte sich für den aufrechter Schütze und Patriot, der die Werte des Schützenwesens
Alleingang und nahm die volle Verantwortung auf sich. Er erklärte ernst nimmt. Er hat seine Freizeit für das Schützenwesen geopfert
mit Nachdruck, dass er zu seinem Video mit Inhalt und Gestaltung und ist Tag und Nacht für alle Belange zur Verfügung gestanden.
nach wie vor stehe − und dass davon kein Cent von der Bundes- Mit seinen spontanen Aktionen hat er stets versucht, brisante The-
kasse verwendet wurde. Er entschloss sich ohne internen Streit für men vorzubringen, die Politik wachzurütteln, die Bevölkerung zu
seinen Rücktritt. motivieren und das Schützenwesen zu stärken.
Die Bundesleitung hat sich danach zu einer weiteren Sitzung zu- Nun gilt es die Weichen für die Neuwahl eines Nachfolgers zu stel-
sammengefunden. Dabei wurde das Geschehene analysiert, sachlich len. Damit werden sich in den kommenden Wochen die Kompani-
darüber diskutiert und über die weitere Vorgehensweise im SSB en, die Bezirksleitungen, der Bundesausschuss und die Bundeslei-
befunden. „Es wird diesbezüglich sicherlich eine interne Aufar- tung befassen. n
beitung auf allen Ebenen des Schützenbundes geben“, versichert
Sepp Mitterhofer war aktiver
N° 1 | Februar 2021
Freiheitskämpfer der ersten Stunde

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und Mitglied des BAS.
Aus den LANDESTEILEN …
Obermais
von Renato des Dorides

Zeitzeuge Sepp Mitterhofer – Rückblick auf ein bewegtes Leben


Ein Leben lang hat er sich aktiv für seine Heimat im südlichen Tiroler Landesteil eingesetzt. Er war unter anderem Mitglied
der Bürgerkapelle Obermais, Aufsichtsrat in der Obstgenossenschaft Meran, im Beratungsring für Obst- und Weinbau,
Mitglied des Pfarrgemeinderates, Gründungsmitglied der SK Obermais, langjähriger Obmann des Südtiroler Heimatbundes
und nicht zuletzt Gründungsmitglied der Bewegung Süd-Tiroler Freiheit. Am kommenden 22. Februar vollendet er sein 89.
Lebensjahr. Renato des Dorides hat mit ihm ein Gespräch geführt:

TSZ: Kannst du uns ein kurzes Lebensbild


aus deinen Erinnerungen schildern?
Sepp Mitterhofer: Ich bin am 22. Februar
1932 in Meran am Unterhaslerhof in Ober-
mais geboren. Das Einkommen unseres Hofes
bestand damals aus Obst- und Viehwirt-
schaft. Als ich vom Vater den Hof übernahm,
musste ich mich tüchtig ins Zeug legen − und
− es kam auch bald die Zeit, wo ich ans
Heiraten denken musste. In der nächsten
Nachbarschaft war der Tannharthof, wo
drei nette Mädchen aufwuchsen. Die Jüngste
hieß Maria und war Marketenderin bei der
Bürgerkapelle Obermais. Dort haben wir uns
besser kennengelernt und 1958 geheiratet.
1959 hat schon ein Stammhalter unser Leben
erfreut. Ein Jahr später erwartete meine Frau
wieder ein Kind, aber dieses Mal war für uns
die Situation außergewöhnlich schwierig. 21. Februar 1960, Knüppelsonntag in Bozen. Dutzende Polizisten schlagen auf einzelne
In Südtirol war dicke Luft. Man kann fast Leute ein und nehmen zahlreiche Festnahmen und Verhaftungen vor. Für Sepp Mitterhofer
sagen, sie war mit Sprengstoff geschwängert. mit Anlass, sich der Widerstandsbewegung anzuschließen.

Welche emotionale Beziehung weckten Du warst aktives Mitglied im BAS „Befrei- nach Frangart fahren, wo Kerschbaumer und
damals in den 1960er Jahren die Tiroler ungsausschuss Südtirol“; wie kamst du zu die Spitzenfunktionäre sich trafen. Ich habe
Herz-Jesu-Feiern? dieser Freiheitsbewegung? in Meran eine Gruppe aufgebaut, die gut
Die Bergfeuer am Herz-Jesu-Sonntag waren Es hat viel Vorbereitung gebraucht, so eine funktionierte. In ganz Südtirol haben wir ca.
ein alter Brauch, der nichts an Attraktion große Organisation aus dem Boden zu sechzig Gruppen aufgebaut, die vom Nordti-
eingebüßt hatte. Im Bozner Dom wurde im stampfen, welche dann auch mit Erfolg roler Kurt Welser betreut und mit Sprengstoff
Jahr 1796 das Land Tirol von den Landstän- ihr Ziel durchsetzen konnte. In Südtirol beliefert wurden. Welser war ein richtiger
den dem Herzen Jesu geweiht. Seit dieser verschlechterte sich die Lage zusehends − Kamerad, ein Draufgänger, er hatte gute
Zeit werden in Tirol immer am Herz-Jesu- und es bildeten sich mit der Zeit Gruppen, Nerven und war sehr vorsichtig. Er kannte
Sonntag auf den Bergen am Abend Bergfeuer die sich sagten, so kann es nicht weitergehen alle Vertreter der Gruppen und war beliebt
entzündet. in unserem Land. Da muss etwas Größeres und geschätzt. Auch bei der Sprengung des
Die Freiheitskämpfer haben eine symbolische geschehen. Es fing mit einer kleineren Gruppe Mussolini-Reiterstandbildes in Waidbruck
Beziehung zum Herz-Jesu-Sonntag, weil um Sepp Kerschbaumer an, welcher bei der 1959 wirkte er mit. Diese rief einen großen
an diesem Tag spät abends viel junge Leute Sigmundskroner Protestkundgebung der SVP Wirbel und Aufregung hervor.
auf dem Weg waren, so sind jene, die mit Flugzettel mit der Forderung „Selbstbestim-
Sprengstoff unterwegs waren, nicht aufge- mung für Südtirol“ verteilte, und auch − Wie kam es zu den Sprengungen und zu
fallen. Die Freiheitskämpfer haben in dieser wenn notwendig − bereit war, etwas Illegales den weiteren Aktivitäten im Untergrund?
Nacht 47 Hochspannungsmasten und acht für die Heimat zu tun. So entstanden in nicht Wie kamst du zu Sprengstoff?
Wasserrohre zu E-Werken gesprengt. Es war allzu langer Zeit Zellen, die bereit waren, Als im Land die Andreas-Hofer-Feiern
der Auftakt zu vielen anderen Anschlägen. auch für die Heimat Opfer zu bringen. In verboten wurden, sind in Bozen nach der
Geplant war, die Industriezone Bozen lahm- dieser Zeit bildete sich auch der Name „BAS“ Messfeier im Dom die Teilnehmer auf den
zulegen, was für den italienischen Staat ein Befreiungsausschuss Südtirol. Damals bin Platz vor der Kirche hinausgeströmt, haben
großer Schaden gewesen wäre. Da aber ein auch ich durch Jörg Pircher aus Lana der beim Peter-Mair-Denkmal einen Kranz
Ständer nicht umfiel, konnten die wertvollen Bewegung beigetreten und habe mich aktiv niedergelegt und das Andreas-Hofer-Lied
Aluminium-Öfen gerettet werden. Die Presse mit dem politischen Problem befasst. Ich gesungen. Das war zuviel des Guten. Dar-
schrieb von enormen Schäden und − dass die war mit Jörg Pircher befreundet − und so aufhin fuhren die „Celere“ mit ihren Polizei-
Aktivisten gut organisiert waren. konnte ich bald mit ihm zu den Sitzungen Autos mitten in die Menschenmenge und
Sepp Mitterhofers Folterknechte wurden
N° 1 | Februar 2021
vom italienischen Staat nachträglich teils

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sogar mit einer Medaille ausgezeichnet.
Aus den LANDESTEILEN …

schlugen mit Gummiknüppeln rücksichtslos auch durchgeführt wurde mit der Sprengung
auf diese ein. Es wurden auch mehrere von 12 Hochspannungsmasten. Es ist alles
Menschen verhaftet und eine Woche lang gut gelaufen, aber die Verhaftungswelle war
eingesperrt. In der Folge wurden auch immer bereits voll im Gange. Wir hatten Glück, die
öfter Anschläge auf Hochspannungsmasten Teilnehmer der Sitzung sind nicht aufgeflogen,
und Wasserleitungen der E-Werke gemacht, niemand hat uns verraten. Hauptgesprächs-
bis der Sprengstoff knapp wurde. Da mir ein thema war die Zukunft des BAS. Keiner
Aktivist in Naturns einen Tipp gegeben hatte, konnte eine klare Antwort darauf geben.
dass in einem kleinen Lager des Naturnser
E-Werkes eventuell Sprengstoff zu bekommen Als du entschlossen aktiv am Freiheits-
wäre, habe ich mich mit diesem und einem kampf teilnahmst, kamst auch du bald
Mitarbeiter meiner Gruppe auf den Weg ins Visier der Staatspolizei, du wurdest
gemacht, um nachzuschauen. Die Ausbeute verhaftet und anschließend gefoltert, um
war nicht groß, ca. 30 kg Dynamit und eine Geständnisse zu erpressen und Mitwisser
große Rolle Knallzünderschnur. Nicht gerade zu verraten. Wie hast du diese schlimme
viel, aber wir waren trotzdem zufrieden. Wir Zeit überstanden?
packten den Sprengstoff in drei Rucksäcke Kerschbaumer hat vielleicht bei seiner
und marschierten Richtung Süden zu einem Verhaftung ein bisschen gesündigt. Er sagte
Waldstück, verstauten diesen in einer alten zu den Carabinieri beim Verhör: Wir haben
Holzhütte, um ihn ein paar Tage später ab- zusammen für die Heimat gekämpft, jetzt
zuholen. Eine weitere Sprengstoffquelle hatte müssen wir zusammen dafür gerade stehen.
ich in Obermais. Ich wollte auch einen INA- Er hat auch die Teilnehmer bei der Sitzung Sepp Mitterhofer (vor ihm Walter Gruber)
CASA-Rohbau in der Meraner Unterstadt in Zernez genannt. Somit bin auch ich zum beim Folterprozess in Trient. Im Zuge der
sprengen, aber leider hat die Zündung nicht Handkuss gekommen und am 15. Juli ver- Verhöre nach den Anschlägen wurde ihm
funktioniert. Ein Musikkollege war aktiver haftet worden. Es kamen vier Mann von der verdünnte Salzsäure in Mund und Nase
Sprengstoffmeister und bei der Gemeinde Schlägertruppe und holten mich ab. Ich stand geschüttet, um so das gewünschte
Geständnis zu erzwingen.
Meran beim Straßenbau zuständig. Ich habe vor dem Abhauen und hatte schon die Vespa
mit ihm gesprochen. Er versprach, von Zeit mit dem gepackten Rucksack hergerichtet. Drei Männer im besten Alter − Franz Höfler,
zu Zeit ein Paket von gutem Dynamit ab- Zehn Minuten später wäre ich schon weg Toni Gostner und Sepp Kerschbaumer − ha-
zuzwacken. In einem Jahr hat er mir 500 kg gewesen. Ich habe es sehr bereut, aber einige ben die Misshandlungen nicht überstanden
guten Dynamit geliefert. Leider kam die gro- Jahre später im Gefängnis habe ich dann ein- und ihren Einsatz für die Heimat mit dem
ße Verhaftungswelle dazwischen und damit gesehen, dass ich doch Glück hatte. So konnte Leben bezahlt. Die Carabinieri versuchten,
brach die Lieferung ab. Ca. zwei Wochen vor ich nach Hause zurück, während jene, die uns kleinzukriegen, um ein Geständnis zu
der Feuernacht sind Franz Muther, Martin fliehen konnten, im Ausland bleiben mussten erpressen. Als wir nach Bozen ins Gefängnis
Koch, Alfons Obermair, Siegfried Carli und und nie mehr in die Heimat zurückkehren kamen, hatten wir die große Genugtuung,
ich mit Sepp Kerschbaumer aus Südtirol und durften. Als mich die vier Schläger in die nicht mehr geschlagen zu werden, dass wir zu
zehn aus Nordtirol mit Kurt Welser, Heinrich Meraner Carabinieri Kaserne brachten, er- essen bekamen und einmal in der Woche eine
Klier und Norbert Burger an der Spitze in hielt ich als Begrüßung einen kräftigen Tritt halbe Stunde Besuch empfangen durften.
Zernez (CH) zusammengekommen. Wir in den Hintern, sodass ich kopfüber in den
haben aus Sicherheit absichtlich neutralen Hausgang flog. Sie führten mich in den obe- Was geschah mit den Folterknechten aus der
Boden gewählt. Hier wurde die Feuernacht ren Stock, wo noch ca. zwanzig Schicksalsge- Meraner Kaserne der Carabinieri? Konntet
ausgemacht und auch ein Flugzettel mit nossen mit den Händen in der Höhe auf die ihr diese in der Folge anzeigen und über
dem Verlangen nach Selbstbestimmung für gleiche Rosskur warteten wie ich. Ich musste Gerichte zur Rechenschaft ziehen lassen?
Südtirol ausgearbeitet. Dieser sollte an alle stundenlang mit den Armen in der Höhe Wir hatten jene Carabinieri angezeigt, die
wichtigen Politiker in Europa verschickt stehen. Wenn ich die Arme vor Schmerzen uns misshandelt haben. Es waren an die zehn
werden. In dieser Hinsicht waren wir uns alle sinken ließ, wurde ich von einem patrouil- Mann. In Trient fand der Prozess statt. Als
einig. Zielobjekte sollten hauptsächlich Hoch- lierenden Carabiniere mit einem Gewehr- wir in den Gerichtssaal eintraten, trugen wir
spannungsmasten, faschistische Denkmäler kolben geschlagen. Franz Höfler stand neben Handschellen und waren mit Ketten zusam-
und E-Werke sein. Kerschbaumer drängte mir, hatte nur Schlappen an − und als der mengehängt. Die angeklagten Carabinieri
darauf, dass Menschenleben verschont wer- Carabiniere mit seinem Gewehrkolben auf hingegen saßen uns gegenüber und grinsten
den sollten. Am 9. Juli 1961 war in meiner seine Füße stieß, spritzte das Blut links und nur hämisch über das ganze Gesicht. Der
Sommerfrischwohnung beim Taser auf dem rechts heraus. Irgendwann wurde ich wieder Prozess selbst war eine Farce. Der Richter
Schennaberg die letzte BAS-Sitzung mit Prof. schwach und gab zu Protokoll, dass ich in hat immer den Aussagen der Carabinie-
Helmut Heuberger von Innsbruck: Mit dabei Untermais zwei Masten gesprengt hatte. Als ri geglaubt. Wir mussten froh sein, nicht
waren Sepp Kerschbaumer, Martl Koch, Paul ich nach einer Woche von diesen brutalen wegen Rufschädigung angeklagt worden zu
Pichler, Siegfried Carli, Sepp Innerhofer und Rosskuren erlöst wurde, war ich körperlich sein. Wir hatten so stark auf einen Innsbru-
ich. Die Stimmung war sehr gedrückt; Welser und psychisch am Boden, hatte aber doch die cker Arzt namens Holzner gehofft, den die
und Klier waren nicht gekommen, weil sie große Befriedigung, niemanden verraten zu Familie Höfler bei der Obduktion von Franz
Angst hatten, möglicherweise verraten zu haben. Insgesamt wurden fast 100 Menschen Höfler beigezogen hatte. Dieser genoss aber
werden. Das einzig Positive war, dass wir die verhaftet und gefoltert. Es war furchtbar, wie zur selben Zeit die spanische Sonne. Diese
„kleine Feuernacht“ vereinbarten, was dann wir von diesen Bestien misshandelt wurden. war ihm lieber als die armen Südtiroler poli-
Am 9. Dezember 1963 begann in diesem
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Gebäude der Mailänder Sprengstoffprozess

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mit ca. hundertfünfzig Angeklagten.
Aus den LANDESTEILEN …

tischen Häftlinge. Der Ausgang des Prozesses sche musste am Kopfende der zwei anderen
war für uns Häftlinge deprimierend. Zwei quergestellt werden. Fenster war in der Zelle
Carabinieri wurden zu je zwei Monaten keines − lediglich ein schiefer Schacht nach
Haft verurteilt, welche unter Amnestie fielen. oben, sodass man ein Stück Himmel sehen
Nachher wurden alle Carabinieri wegen konnte. Am 9. Dezember 1963 begann der 1.
guten Verhaltens in ein Grenzgebiet versetzt Große Mailänder Sprengstoffprozess mit ca.
und mit einer Medaille ausgezeichnet. hundert Angeklagten, davon 69 in Haft. Die
Verhöre der anwesenden Häftlinge zogen sich
Als die Politiker des Landes auf die Enthül- stark in die Länge und dauerten bis Ende Juli
lungen über erduldete Folterungen nicht an. Für viele ist der Prozess erfreulich ausge-
reagierten, habt ihr euch zum Hungerstreik gangen, ein Drittel wurde freigesprochen, ein
entschlossen. Wie waren die Reaktionen? Drittel hatte die Strafe bereits abgesessen und
Wir Betroffenen haben im Spätherbst 1961 das letzte Drittel waren „die bösen Buben“,
einen Brief der SVP heimlich hinausge- bei denen leider auch ich dabei war. Für die
schmuggelt mit der Bitte um Veröffentli- Angehörigen sehr schlimm. Ich bekam 12
chung. Die Bevölkerung sollte erfahren, wie Jahre – das dritthöchste Urteil. Nach einigen
wir von den Carabinieri behandelt worden Wochen wurden wir Übriggebliebenen
waren. Erst Jahre später erfuhren wir, dass wieder zurück nach Trient transportiert. Das
die SVP, mit Magnago an der Spitze, absicht- dortige Gefängnis war wie ein Palast für uns.
lich die Briefe nicht veröffentlicht hatte, um Auch die Arbeitsmöglichkeit war viel größer. so richtig, wie ich leutescheu geworden war.
das Klima nicht zu stören. Wir politischen Es gab eine Tischlerei, eine Buchbinderei und Meinen angeschlagenen Gesundheitszustand
Häftlinge haben dann Ende des Jahres einen eine Schmiede. Bis Sizilien hinunter wussten zu heilen, war nun das Wichtigste. Auch an
Hungerstreik ausgemacht und verlangten die Häftlinge, dass in Trient die „Dinamitar- die Menschen habe ich mich wieder gewöhnt:
eine parlamentarische Untersuchungskom- di“ das Gefängnis in der Hand hatten. Im Ich ging wieder zur Bürgerkapelle, wollte
mission wegen der Misshandlungen durch die Herbst 1965 musste ich wieder nach Mailand erneut Flügelhorn blasen, was jedoch aus
Carabinieri. Innerhofer hatte verbreitet, dass zum Prozess am Appellationsgericht, der ca. gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr
Kerschbaumer uns die Nachricht zukommen drei Monate dauerte und für die meisten möglich war. Ich musste mich mit einem
lässt, nicht zu streiken, da wir sonst mögli- nicht umsonst war. Mir zum Beispiel wurden Schlagzeug begnügen. Aber ich war eben wie-
cherweise nach Oberitalien versetzt werden vier Jahre erlassen. Es sind wohl um vier Jah- der bei der Bürgerkapelle. Auch bei anderen
könnten. Unsere Zelle hat ihm das nicht re weniger geworden, aber vier Jahre blieben Organisationen fand ich wieder Zugang: bei
abgenommen − und so sind wir tatsächlich mir trotzdem noch übrig. So bin ich eben der Obstgenossenschaft Meran, wurde ich in
am nächsten Tag versetzt worden; die eine acht Jahre im Knast gesessen. den Aufsichtsrat gewählt, später dann in den
Hälfte nach Vicenza und die andere Hälfte Bezirksausschuss des Beratungsringes. 1959
nach Verona. Unsere Zelle in Vicenza war Nach Verbüßung von acht Jahren in habe ich mit vier anderen Kollegen die Ober-
schlecht, feucht und kalt − und wir waren verschiedenen Gefängnissen konntest du maiser Schützenkompanie gegründet. Auch
mitten im Winter. Wir sind ca. zwei Monate endlich wieder zu deiner Familie am Unter- in den Pfarrgemeinderat der Pfarre Obermais
in Vicenza gewesen, dann haben wir um haslerhof zurück. Die Wiedersehensfreude wurde ich gewählt, in dem ich aber nur eine
Rückversetzung nach Trient angesucht, was war sehr groß und emotional. Wie lange Periode blieb, da mir die Materie nicht zusag-
uns auch bewilligt wurde. hast du zur Integrierung gebraucht? te. 1974 haben wir Häftlinge den Südtiroler
Die Heimkehr war sehr schön und auch sehr Heimatbund gegründet, weil wir eine Vertre-
Zum großen Mailänder Sprengstoffprozess ergreifend. Nach acht Jahren die heimatli- tung brauchten. 1990 wurde ich Obmann des
wurdest du mit mehreren Häftlingen ins chen Berge, mein Heimatdorf Obermais und Südtiroler Heimatbundes und habe ihn 21
Gefängnis nach Mailand überführt. Wie schließlich den Heimathof – den Unterhas- Jahre geleitet. Im Jahr 2000 gründete ich mit
hast du diese Zeit überstanden? ler − wieder zu sehen, war sehr ergreifend. Landesrat Bruno Hosp die Arbeitsgruppe für
Es nahte die Zeit des großen Prozesses der Die vielen Menschen, die Bürgerkapelle Selbstbestimmung und habe diese dann zehn
Südtiroler Häftlinge, der für die damalige mit einem Begrüßungsmarsch − das war Jahre lang geleitet. Ich war auch zwei Jahre
Zeit der größte in Italien war. Vor Prozess- für mich fast zu viel. Als ich meine Mutter lang Obmannstellvertreter des Südtiroler
beginn bin ich mit drei Unteroffizieren in am Fuße der Stiege erblickte, konnte ich sie Heimatbundes, vier Jahre im Hauptausschuss
einem Privatauto nach Mailand transpor- endlich nach acht Jahren wieder in die Arme der Union für Südtirol und drei Jahre als
tiert worden. Ich glaubte, noch einmal von schließen. Es war Herz-Jesu-Sonntag − und es Bezirksobmann tätig und habe dabei den
einem Staatsanwalt verhört zu werden. Das durften wieder die Tiroler Fahnen aufgehängt stärksten Bezirk aufgebaut. Den Hof habe ich
Gefängnis „San Vittore“ in Mailand war werden. Im Hof prangte ein weiß-rotes Trans- nicht vernachlässigt. Die bäuerliche Arbeit
veraltet, verschmutzt und voller Wanzen. Sie parent mit der Aufschrift: „Herzlich willkom- gefiel mir gut, ich war gerne Bauer.
gaben uns schon Waschpulver, Waschlappen men“. Ich war so gerührt, dass meine Frau Lieber Sepp, du hast uns kurz über dein
und Kübel, aber es war eine große Arbeit, al- mich stützen musste. Schließlich gingen wir bewegtes Leben mit allen Höhen und Tiefen
les sauber zu kriegen. Das Schlimmste waren hinauf in die Stube, wo es einen ausgezeich- berichtet. − Wir schätzen deinen Mut und
die Wanzen. Trotz Wanzenpulver waren die neten Braten gab. Ich konnte mich erholen deinen selbstlosen Einsatz für unsere Heimat
Viecher hartnäckig. Mit dem Abort war es und kräftigen. So ging der wunderschöne Tag sehr! Die Schriftleitung der TSZ bedankt sich
schlimm. Es gab nur einen Kübel in einem trotz großer Anstrengung zu Ende. Endlich herzlichst für dieses Interview und wünscht
offenen Mauerloch. Eigentlich waren es nur wieder in meinem eigenen Bett schlafen. Als dir noch viele gesunde Jahre im Kreise deiner
Zellen für zwei Personen, die dritte Prit- ich das erste Mal in die Stadt ging, sah ich Familie, die du so lange vermisst hast! n
N° 1 | Februar 2021

Aus den LANDESTEILEN … 7


Innsbruck von Heinz Wieser

Weihnachtsgespräch mit Bischof Mag. Mag. Hermann Glettler


Bischof Mag. Mag. Hermann Glettler lud am 14. Dezember zu einem Weihnachtsgespräch ins Bischofshaus am Innsbrucker
Domplatz, bei dem er zu einigen aktuellen Themen, die uns alle bewegen, Stellung bezog. Zunächst meinte er, dass sein
persönlicher Heiliger Abend coronabedingt etwas schlichter ausfallen werde. „Trotzdem versuche ich, meine üblichen
Besuche im Hospiz und in diversen Sozialeinrichtungen abzustatten.“

In diesem Zusammenhang sagte Bischof


Glettler, Krippe und Christbaum seien
heuer wie nie zuvor Zeichen der Hoffnung,
wobei Krippenspiele und Weihnachtslieder
ganz wichtig seien. Deshalb glaube er auch,
dass es heuer von großem Interesse sein
werde, Weihnachten daheim bewusster zu
feiern. Dazu zählten vor allem das Basteln
einer Krippe, und dann das Aufstellen des
Geburtsgeschehens. „Die Krippe ist für
mich ein holy playground, da man mit der
Darstellung des Weihnachtsgeschehens
sich selbst gut identifizieren kann: Da bin
ich selbst dabei.“ Glettler erinnerte dabei
an den hl. Franz von Assisi, der als „Vater
der Krippe“ angesehen wird, da er im Jahre
1223 zu Weihnachten im Wald von Greggio
die erste Weihnachtskrippe in der uns be-
kannten Form aufstellte. Durch die Krippe
wird ausgedrückt, dass sich Gott durch die
Menschwerdung in dieser verletzlichen Ge-
stalt uns selbst geschenkt hat. Für die vielen
anstehenden persönlichen Probleme gibt
es oft keine schnellen Lösungen, deshalb ist
Trost gefragt. Aus diesem Grunde bot die hätte dafür auch die nötige Symbolkraft.“ hl. Petrus Canisius ist einer der Zentralge-
Diözese Innsbruck auf ihrer Homepage un- Das Sterbehilfe-Urteil bezeichnete Glettler stalten der katholischen Erneuerung und
ter dem Motto „Beten und Feiern“ wertvolle als einen Kulturbruch, weil Menschen in gründete 1562 in Innsbruck das Jesuiten-
Anregungen für eine gute Weihnachtsfeier verzweifelter Lage jemanden an ihrer Seite kolleg mit Schule, aus dem das heutige Aka-
daheim an. brauchen und nicht eine Hilfe zur Selbst- demische Gymnasium hervorging. Bischof
Sodann sagte Bischof Glettler zu den in der tötung. Jeder Mensch in Österreich konnte Glettler: „In diesem Jahr wollen wir uns mit
Pandemie besonders wichtigen Schlagwor- bis jetzt davon ausgehen, dass sein Leben besonderen Akzenten einen Schritt vorwa-
ten Umsicht, Solidarität und Nächstenliebe, als bedingungslos wertvoll erachtet wird gen, um nicht in die Falle einer chronisti-
dass wir trotz der vorhandenen Ängste − bis zu seinem natürlichen Tod. Diesem schen Verzagtheit zu tappen. So werden 500
wissen, dass Gott mit uns ist. „Wir werden Konsens hat das Höchstgericht mit seiner Herzfeuer entzündet, kleine und größere,
gerade jetzt durch den Blick auf die Krippe Entscheidung eine wesentliche Grundlage als Initiativen der Glaubens- und Nächs-
zuversichtlich gestärkt. Trotz der eigenen entzogen. Die selbstverständliche Solidari- tenliebe. Gerade jetzt gilt es, die Menschen
Sorge und Unsicherheit kann jeder von uns tät mit Hilfesuchenden in unserer Gesell- in ihrer persönlichen Hoffnung zu stärken,
sich jemandem zuwenden. Trösten tröstet.“ schaft wird durch dieses Urteil grundlegend um den christlichen Glauben für eine neue
In den letzten Tagen hielt sich Bischof verändert. Das Wort von einer menschen- Lebenszuversicht zu öffnen.
Glettler auf der Insel Lesbos auf: „Das war würdigen Sterbehilfe ist ein „Schönsprech“. Der Heilige Vater hat ein Jahr des Glaubens
für mich ein humanitärer Faktencheck im Wir dürfen uns nicht von einem „Schön- ausgerufen, in dessen Mittelpunkt der heili-
Sinne einer adventlichen Herbergssuche. sprech“ blenden lassen, sagte Glettler. ge Josef steht. Anlass des Schreibens „Patris
Dieses Lager, in dem sich 7.500 Menschen Das Jahr 2021 wird in der Diözese Inns- corde“ ist der 150. Jahrestag der Erhebung
befinden, wurde als Notlager eingerichtet, bruck als Petrus-Canisius-Jahr gefeiert, da des heiligen Josef zum Schutzpatron der
ist aber nicht winterfest. Wichtig ist derzeit dieser Heilige am 8. Mai 1521, also vor 500 Kirche im Jahr 1870 durch Papst Pius IX.
die Hilfe vor Ort, da passiert ja einiges. Jahren, in Nijmwegen in den damals noch Dazu Bischof Glettler: „Der Heilige Josef
Angesichts der akuten Notlage braucht es spanischen Niederlanden, geboren und ist für mich eine Leitfigur für das Hinhören
die Evakuierung der Lager. Deshalb bin 1964 anlässlich der Gründung der Diözese und Tätigwerden. n
ich dafür, hundert Familien bis Jahresende Innsbruck von Bischof DDr. Paulus Rusch
in Österreich aufzunehmen. Weihnachten zum Diözesanpatron ernannt wurde. Der
N° 1 | Februar 2021

8 Aus den LANDESTEILEN …


Waidbruck
von Mag. phil. Andreas Raffeiner

Vor 60 Jahren wurde der Aluminium-Duce gesprengt


Zu Beginn der 1960er Jahre und in der Zeit der laschen Versuche Italiens, den Pariser Vertrag von 1946 umzusetzen, gab es für
die deutsche und die ladinische Volksgruppe kaum eine Möglichkeit, sich gegen die Unterjochungspolitik Roms zu wehren.
Der Todesmarsch, von dem Kanonikus Gamper bereits einige Jahre vorher schrieb, schien erkennbare Konturen anzunehmen.

Provokation durch den


Aluminium-Duce
Vor einem Kraftwerk bei Waidbruck stand
ein Denkmal, das den Duce Benito Mus-
solini auf seinem Pferd mit faschistischem
Gruß darstellte. Vor dem Ende des Zweiten
Weltkrieges trug dieses Reiterstandbild
die Inschrift „Al Genio del Fascismo“. Als
Italien nach 1945 zu einer Republik wurde,
wurde die Schrift entfernt, aber jeder demo-
kratisch gesinnte Zeitgenosse verstand auch
ohne Inschrift, wen diese in Aluminium
gegossene Figur verherrlichte. Zu Beginn
des Jahres 1961 herrschte in Südtirol der
Das Mussolini-Standbild überwacht das Eisacktal ©Wikipedia faschistische Geist im Lande. Und darum
wäre es zu jener Zeit wie heute ein hand-
Die Sprengung des faschistischen Denk- UN-Resolution ohne fruchtbares fester Skandal, wenn in Österreich oder
mals in Waidbruck, gelegen im Herzen des Ergebnis Deutschland ein Hitler-Denkmal stünde.
Eisacktals, war eine Warnung, die viel Leid Ende Oktober 1960 forderten die Vereinten Pikantes Detail der Geschichte: Damals
und Unheil hätte verhindern können, wenn Nationen im Rahmen einer Resolution Ös- standen im restlichen Italien keine Mus-
man in Italien bereit gewesen wäre, sie terreich und Italien zu Verhandlungen über solini-Denkmäler mehr. Ein Schelm, wer
wahr und vor allem ernst zu nehmen. Der die Südtirolfrage auf. Italien behauptete, Böses dabei denkt. Ende Januar 1961 sprang
(mitunter auch) blutige Südtiroler Freiheits- dass das Gruber-Degasperi-Abkommen zur Mussolini samt Ross in Waidbruck mit der
kampf warf die faschistoide Politik Italiens Gänze befolgt und dass das Südtirolproblem Hilfe von Heinrich Klier und anderen mu-
auf den Müllhaufen der Geschichte. Heute eine inneritalienische Angelegenheit sei. tigen Männern von seinem Sockel. Was war
kann man friedlich und demokratisch seine Es ließ die Verhandlungen ohne sichtbares geschehen? Die Sprengung dieses Zeichens
Meinung sagen. Auch das Wort Selbstbe- Zeichen des Einlenkens versanden. Noch war ein symbolischer Akt, der besagte, dass
stimmung ist kein Anschlag mehr auf die im Dezember des gleichen Jahres fasste die die unter dem Deckmantel der Demokratie
Verfassung und somit politisch gesehen Führung des Befreiungsausschusses Südti- weitergeführte faschistische Politik, die die
nicht mehr verpönt. Doch zurück zum rol (BAS) einen Beschluss. Man wollte ein demografischen Verhältnisse in Südtirol
Aluminium-Duce in Waidbruck. Zeichen setzen, das die Weltöffentlichkeit auf den Kopf stellen und die einheimische
aufrütteln und auf Südtirol aufmerksam Bevölkerung zu einer entrechteten Min-
machen sollte. derheit machen sollte, nicht mehr länger
hingenommen werden würde.

Römische Drohgebärden sorgen


für Angst
Der italienische Ministerpräsident Fanfani
kündigte den Wiederaufbau an. Er erteilte
Arbeitsminister Zagagnini die Weisung, das
Reiterstandbild im Eisacktal wieder aufzu-
stellen. Außerdem gab es in ganz Südtirol
Hausdurchsuchungen und Festnahmen zahl-
reicher Südtiroler, die in Ketten und Hand-
schellen abgeführt wurden. Diese mussten
ohne warme Kleidung drei Tage in kalten und
feuchten Gefängniszellen verbringen. Zudem
wurde der Parteisitz der Südtiroler Volkspar-
tei durchsucht. Hier suchte man, wenn auch
vergebens, Belastungsmaterial für ein Partei-
verbot. Etwa zur gleichen Zeit veranstalteten
neofaschistische Gruppierungen antiösterrei-
Der Duce wurde vom Ross geholt chisch ausgerichtete Protestkundgebungen.
Der Duce nach seiner Fertigstellung. Vor 60 Jahren wurde er in Waidbruck vom Bozner
Kaufmann Martl Koch, dem Innsbrucker Alpinisten und Schriftsteller Heinrich Klier und

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dem Innsbrucker Kaufmann Kurt Welser mit einigen Südtiroler

Aus den LANDESTEILEN …


Freiheitskämpfern vom Sockel geholt.

Viele Teilnehmer erhoben die Hand zum römischen Gruß. Die Ant- chische Bundeskanzler Bruno Kreisky, ein großer Südtirol-Freund,
wort Roms auf den Vorfall im Eisacktal ließ nicht lange auf sich warten. erkannte die Gefährlichkeit des Gesetzes, wodurch Südtiroler recht-
Es wurde im Senat ein Gesetzesentwurf für ein Ausbürgerungsgesetz und staatenlos hätte werden können. Auch die Südtiroler Politiker
eingebracht, das den Titel „Zur Ausbürgerung italienischer Staatsbür- bekamen es berechtigterweise mit der Angst zu tun und agierten
ger, die sich der Republik gegenüber untreu verhalten“ beinhaltete. dementsprechend vorsichtig.

Werden Südtiroler recht- und staatenlos? „Feuernacht“ verhindert das Schlimmste


Dieses Gesetz verkörperte den Confino-Geist der 1920er-Jahre Der Völkerrechtler und Menschenrechtsexperte Prof. Dr. Felix Erma-
und sollte den antidemokratischen und willkürlichen Entzug der cora arbeitete ein Gutachten aus, das das drohende Ausbürgerungsge-
Staatsbürgerschaft von Südtirolern mit einem Verwaltungsakt setz zum Inhalt hatte. Er meinte auch, dass man bis vor den Internati-
gestatten. So wären es Beamte und nicht einmal Gerichte gewesen, onalen Gerichtshof in Den Haag gehen sollte. Dass die „Feuernacht“
die über das Schicksal der Südtiroler entscheiden sollten. Im April Mitte Juni des gleichen Jahres die Inkraftsetzung des menschenrechts-
1961 wurde der Gesetzesentwurf im Senat beschlossen, es fehlte widrigen Gesetzes verhinderte und Italien an den Verhandlungstisch
nur noch die Bestätigung der Abgeordnetenkammer. Der österrei- zerrte, ist ein anderes Kapitel der Südtiroler Zeitgeschichte.

Innsbruck von Franziska Jenewein

Besuch bei Landesrat Tratter für Traditionskultur


im Bundesland Tirol

Landeskommandant-Stellvertreter Gerhard Biller, Landesrat Johannes Tratter und Landeskommandant Thomas Saurer –
gemeinsam für den Ausblick im Jahr 2021.

Kurz vor Weihnachten nahmen LKdt. Jahr das 70-Jahr-Jubiläum des BTSK nicht Baumpflanzaktion konnte ein lebendes
Mjr. Thomas Saurer und der neu gewählte gefeiert werden konnte, wird folglich das Bäumchen überreicht werden. Die besten
Landeskommandant-Stellvertreter Mjr. heurige Jahr ganz unter dem Motto „70 Wünsche für das neue Jahr wurden ebenso
Gerhard Biller die Gelegenheit eines An- Jahre Bund der Tiroler Schützenkompani- überbracht wie der Dank für die gute
trittsbesuches beim Landesrat für Traditi- en“ stehen. Dabei konnte über die geplante Zusammenarbeit mit der Tiroler Landes-
onskultur, HR Mag. Johannes Tratter, wahr. Baumpflanzaktion in den vier Schützen- regierung und dem Traditionsforum Tirol,
Im Rahmen dieses Treffens konnte sich vierteln ebenso berichtet werden wie über welches durch den Landesrat für Traditi-
der neue LKdt.-Stellvertreter persönlich die vorgesehene Bundesversammlung im onskultur stets unterstützt wird. Auch Lan-
vorstellen. Gemeinsam gaben die Vertreter Frühling 2021, die auch das 70-jährige desrat Johannes Tratter gab einen Ausblick
des BTSK einen Ausblick auf das Jahr 2021. Bestehen dieses Landesverbandes zum auf das „Traditionsjahr 2021.“ n
Nachdem coronabedingt im vergangenen Thema machen wird. Symbolhaft für die
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10 Aus den LANDESTEILEN …


Innsbruck von Heinz Wieser

75 Jahre Tiroler Landtag in der 2. Republik


Aufgrund einer Kundmachung der Tiroler Landesregierung vom 21. Oktober 1945 fand am 25. November die Wahl des Tiroler
Landtages zugleich mit der Wahl des österreichischen Nationalrates statt. Bei der Landtagswahl erreichte die Volkspartei
71,3 Prozent, die Sozialisten 26,5 Prozent und die Kommunisten 2,2 Prozent. Mit ihren 26 Mandaten und einer qualifizierten
Mehrheit knüpfte die Volkspartei genau bei dem Stand an, den sie in der letzten Wahl im Jahre 1929 errungen hatte. Die So-
zialisten konnten ihre Abgeordnetenzahl von neun auf zehn erhöhen, wobei allerdings zu bemerken ist, dass inzwischen die
Gesamtzahl der Sitze von 40 auf 36 reduziert worden war. Erstmals verteilten sich die Sitze im Tiroler Landtag nur noch auf
zwei Parteien, denn die Kommunisten waren bei der Vergabe der Mandate leer ausgegangen. In das Parlament nach Wien
entsandte die Tiroler Volkspartei sechs und die Tiroler SPÖ zwei Abgeordnete.

vom 8. November 1921 wurde wieder


in Wirksamkeit gesetzt und in einigen
Bestimmungen geändert. Ein Sonderpro-
blem stellten der Bezirk Lienz und seine
Vertretung im Landtag dar. Osttirol hatte
während der nationalsozialistischen Ära
zu Kärnten gehört. Die Landesregierung
wurde beauftragt, mit der Kärntner Landes-
regierung in Verhandlungen zu treten, und
die Osttiroler Abgeordneten wurden unter
der Voraussetzung, dass sie ihr Mandat
in Kärnten ausüben können, vom Tiroler
Landtag vorläufig auf drei Monate beur-
laubt. Bei der nächsten Sitzung am 27. März
1946 stellte sich heraus, dass die Osttiroler
Abgeordneten im Kärntner Landtag nur als
Gäste betrachtet wurden. Daher wurden
Dr. Adolf Platzgummer, der erste Präsident Am 11. Dezember 1945 erfolgte einstim- die Osttiroler Abgeordneten wieder in den
des Tiroler Landtages in der 2. Republik (Ge- mig die Wahl von Landeshauptmann Dr. Tiroler Landtag eingeladen, obwohl Osttirol
mälde der Familie Platzgummer, Innsbruck) Ing. Alfons Weißgatterer; das Bild befindet auf Weisung des Interalliierten Kontrollra-
Foto: Privatbesitz sich im Rokokosaal des Alten Landhauses in tes vorerst als zu Kärnten gehörig betrachtet
Innsbruck Foto: Dr. Heinz Wieser wurde. Am 27. Juni 1946 wurde dem Tiro-
ler Landtag mitgeteilt, dass die Osttiroler
Am 11. Dezember 1945 trat erstmals wieder terer (ÖVP), seinen beiden Stellvertretern Abgeordneten wohl vom Kärntner Landtag
ein gewählter Tiroler Landtag zusammen. Prof. Dr. Hans Gamper (ÖVP) und Franz bei finanziellen Angelegenheiten beigezo-
Der feierlichen Eröffnung war ein Gottes- Hüttenberger (SPÖ) sowie den Landesrä- gen würden, jedoch zur Beratung über Lan-
dienst vorausgegangen, doch der Tagungs- ten Josef Muigg (ÖVP), Ing. Ignaz Ortner desgesetze im Tiroler Landtag mitzuwirken
ort – ein bescheidener Raum im Nebentrakt (ÖVP), Dr. Albin Oberhofer (ÖVP) und hätten, da in Osttirol bereits Tiroler Landes-
der Hofburg, da der Sitzungssaal im Land- Alois Heinz (SPÖ). Die Bildung einer recht herrsche. Am 11. November 1947
haus noch nicht zur Verfügung stand − und Koalitionsregierung stand offenbar außer fand schließlich eine Sondersitzung des
die Anwesenheit des Gouverneurs Dutheil, Zweifel, obwohl sich die Volkspartei bei Landtags aus Anlass der verwaltungsmäßi-
des Chefs der französischen Militärregie- dieser Gelegenheit gegen eine Verankerung gen Rückgliederung Osttirols statt, mit der
rung in Tirol, gemahnten an die außerge- des Verhältnisprinzips bei der Bildung der der damalige Landesrat DDr. Alois Lugger
wöhnlichen Zeiten. Der Vertreter der Besat- Regierung aussprach. Die Regierungser- betraut worden war. Auf Grund eines Über-
zungsmacht verließ überdies taktvoll nach klärung betonte die Notwendigkeit der einkommens zwischen dem britischen und
der Eröffnung die Sitzung. Der Landtag gemeinsamen Arbeit zur Überwindung der dem französischen Hochkommissar war
einigte sich auf die Wahl eines Landtags- materiellen Not, die Pflicht zur Beseitigung die verwaltungsmäßige Wiedervereinigung
präsidiums mit Dr. Alois Platzgummer an des Nationalsozialismus sowie die guten von Ost- und Nordtirol mit Wirkung ab 26.
der Spitze, und die Landesordnung aus dem Beziehungen zur Militärregierung, und sie September 1947 erfolgt.
Jahre 1921 wurde mit geringen Änderungen ging auch kurz auf das Südtirolproblem In der ersten Zeit nach 1945 bestand die
wieder in Kraft gesetzt. So formulierte man ein. Die folgenden Sitzungen der I. Periode Hauptaufgabe des Landtages in der Sorge
etwa die Grenzen Tirols im Hinblick auf die – am 31. Jänner und am 1. Februar 1946 – um die Deckung des Bedarfs an Nahrungs-
offene Südtirolfrage bewusst provisorisch fanden bereits im Sitzungssaal des Tiroler mitteln, Heizmaterial, Wohnungen und
bis zum Inkrafttreten des Friedensvertra- Landtages statt. Bemerkenswert ist, dass Rohstoffen. Kurz gesagt: Die Milderung
ges. Einstimmig erfolgte sodann die Wahl sich der Landtag mit einer Neufassung der der Folgen des Krieges war das wesentliche
der Landesregierung, bestehend aus dem Landesordnung als erster Rechtsvorschrift Ziel des Landtages. Die Lage des Landes
Landeshauptmann Dr. Ing. Alfons Weißgat- beschäftigte. Die Landesordnung von Tirol wurde zudem durch die bis 1955 währen-
N° 1 | Februar 2021

Aus den LANDESTEILEN … 11


de französische Besatzung erschwert. Die im Wesentlichen auf das Jahr 1921 zurück- in dem auch das Trentino parlamentarisch
Neugestaltung der politischen und rechtli- gehende Landesordnung neu formuliert. vertreten ist. Wir schätzen es heute sehr,
chen Ordnung ging Hand in Hand mit dem Ein ständiges Problem seit 1945 bildete die dass unserem Land 75 Jahre Parlamentaris-
wirtschaftlichen Aufschwung, der bereits Frage einer das deutsche Volkstum rettende mus in Frieden und Freiheit geschenkt wur-
Mitte der fünfziger Jahre zur Vollbeschäf- Regelung für Südtirol im Rahmen der den. In diesem Sinne sind alle in unserem
tigung und zu wirtschaftlicher Konjunktur, völkerrechtlichen Möglichkeiten. Paket und Lande und ganz besonders auch die jungen
mit deutlicher Zunahme des Fremdenver- Operationskalender brachten erhebliche Menschen, die über seine Zukunft entschei-
kehrs führte. Das Tiroler Verfassungsrecht, Erleichterungen. Seit dem Jahre 1970 gibt es den, aufgerufen, am Frieden für unsere
insbesondere die Tiroler Landesordnung gemeinsame Sitzungen des Tiroler Land- Heimat mitzuarbeiten. n
1953, wurde sehr sorgsam weiterentwickelt. tages mit dem Südtiroler Landtag. Dem
1980 wurde die 1953 wiederverlautbarte, folgte 1991 der sogenannte „Dreierlandtag“,

Innsbruck von Alexander Haider

Weihnachtsbesuch bei Bischof Glettler und LH Platter


Um sich auf die Weihnachtszeit und das kommende neue Jahr einzustimmen besuchen die Tiroler Schützen alljährlich
LH Günther Platter in seinem Büro. Dieses Jahr fand ebenso eine geistliche Einstimmung mit Bischof Hermann Glettler statt.
Der Fokus richtete sich dabei nicht nur auf das vergangene Jahr, sondern besonders auf das bevorstehende.

LH Platter mit LKdt. Mjr. Thomas Saurer (r.) und Bundesbildungs- V.l. Bundesmark. Franziska Jenewein, Bischof Hermann Glettler,
offizier Mjr. Hartwig Röck (l.) Foto: Angerer/Gratl/Schallner LKdt. Mjr. Thomas Saurer und Bundes-JS-Betr. Mjr. Ruppert Usel
Foto: Angerer/Gratl/Schallner

Traditionellerweise besucht der BTSK, vertreten durch LKdt. Mjr. ein weiteres Highlight im kommenden Jahr dar.
Thomas Saurer und Bundesbildungsoffizier Mjr. Hartwig Röck, In traditioneller Weise besuchte der BTSK, vertreten durch LKdt.
kurz vor Weihnachten LH Günther Platter in seinem Büro, um den Mjr. Thomas Saurer, Bundesmarketenderin Franziska Jenewein und
neuen Schützenkalender 2021 zu übergeben, das vergangene Jahr Landesjungschützenbetreuer Mjr. Rupert Usl kurz vor Weihnachten
Revue passieren zu lassen und einen Blick auf das kommende zu Bischof Mag. Mag. Hermann Glettler, um den neuen Schützenka-
werfen. lender 2021 zu übergeben, das vergangene Jahr Revue passieren zu
Der beliebte Kalender steht 2021 unter dem Motto „Gemeinsam un- lassen und einen Blick auf das kommende Jahr 2021 zu werfen.
terwegs“ und zieht bildlich Bilanz über die Beteiligung der Schützen Mit „Hören und in die Tat umsetzen“ gab Bischof Hermann Glettler
an den Veranstaltungen im Jahreslauf, gibt aber auch kurze Akzente in seiner Predigt das Motto vor und regte zum Nachdenken an. In
zu aktuellen und kommenden Themen wieder. Zu sehen sind der Roratemesse nahm er Bezug auf die aktuellen Gegebenheiten.
unter anderem spektakuläre Aufnahmen von Herz-Jesu-Feuern − Es sei vor allem jetzt wichtig, zuhören und verstehen zu können,
die auf die 2021 stattfindende 225-Jahr-Feier des Gelöbnisses des aber auch daraus resultierende Vorsätze und Maßnahmen in die Tat
Landes Tirol an das Herz Jesu hinweisen sollen, ein Rückblick auf umzusetzen. Der Bischof verglich dies mit dem Heiligen Josef, der
die Einweihung der Andreas-Hofer Gedenkstätte in Mantua als als „stiller Umsetzer“ oft unbemerkt blieb. Papst Franziskus hat vor
europäisches Gemeinschafts-Projekt im Februar 2020, die Jahres- kurzem das Jahr 2021 als „Jahr des Josef “ ausgerufen, welches für
wallfahrt der Welschtiroler Schützen in San Romedio als Bezug zu das Land Tirol zudem an Bedeutung gewinnt, da der Hl. Josef zu
Ausrückungen unter Corona und Aufnahmen im Gedenken an den den beiden Landespatronen zählt.
verstorbenen Ehren-Landeskommandanten Emmerich Steinwender Ebenso wie mit LH Platter wurde gemeinsam mit Bischof Glettler
und „seiner“ Kronburg. Die eigentlich für 2020 geplante 70-Jahr- ein Ausblick auf das neue Jahr 2021 genommen, welches ganz unter
Feier des BTSK konnte aufgrund der Pandemie dieses Jahr nicht dem Vorsatz: „225 Jahre Herz-Jesu-Gelöbnis des Landes Tirol“
stattfindenden, soll aber 2021 nachgeholt werden und stellt somit steht. n
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12 Aus den LANDESTEILEN …


St. Martin in Passeier von Maria Pichler

Alpenregionstreffen abermals – auf 2022 – verschoben


Das 26. Alpenregionstreffen der Schützen wird aufgrund des Co- Für weitere Informationen:
ronavirus erneut verschoben, „denn bereits zum jetzigen Zeitpunkt Schützenhauptmann Armin Oberprantacher, Tel. +39 348 692 35 48
steht für uns fest, dass dieses große grenzüberschreitende Fest auch OK-Chef Lukas Fahrner, Tel. +39 347 875 68 14 n
2021 nicht stattfinden kann“, erklärt der Hauptmann der SK St. Mar-
tin in Passeier Armin Oberprantacher, „zumindest nicht so, wie wir
Psairer uns das vorgestellt hatten.“ Neuer Termin ist der 13. bis 15.
Mai 2022. Eigentlich wäre das 26. Alpenregionstreffen der Schützen
bereits Geschichte, wäre da nicht dieses hartnäckige Coronavirus.
Nach der unerwarteten und kurzfristigen Terminverschiebung im
vergangenen Frühjahr steht nun fest: Das große Schützentreffen
kann auch im April 2021 nicht stattfinden. „10.000 Teilnehmer aus
Bayern, Nord-, Süd-, Ost- und Welschtirol hätten zum Alpenre-
gionstreffen 2020 und zum Psairer Musikfestival kommen sollen“,
erklärt der Hptm. der SK St. Martin in Passeier Armin Oberpranta-
cher, „in der derzeitigen Situation schlichtweg undenkbar.“ Daher
haben die Organisatoren nun festgelegt, das große Schützentreffen
und das großartige Musikfestival abermals zu verschieben. „In
dieser ungewissen Situation ist es besser, keine Risiken einzugehen:
in Bezug auf die Gesundheit von Helfern und Teilnehmern, die
Finanzgebarung von Sponsoren und Lieferanten, die Motivation
von Unterstützern und Dienstleistern“, so Oberprantacher. „Viel-
mehr hoffen wir, dass sich die Wogen bald glätten, damit wir mit
neuem Schwung durchstarten und ein unbeschwertes Wiedersehen
organisieren können.“ Der neue Termin steht dabei bereits fest: 13.
bis 15. Mai 2022. Die SK St. Martin in Passeier weist zudem darauf
hin, dass die in den Südtiroler Raiffeisenkassen erworbenen Tickets
für das Psairer Musikfestival ihre Gültigkeit verlieren und innerhalb
31. Dezember 2020 zurückgegeben werden müssen.

Mayrhofen
von Karoline Innerhofer

Regimentsversammlung im Zillertal
Zu Jahresanfang letzten Jahres war kaum Stellvertreter der Tiroler Schützen steht er del der Zeit wurden in den letzten Jahren
zu erahnen, was uns erwarten würde. 2020 unserem Landeskommandanten Thomas umgesetzt. n
war ein besonderes Jahr und stellte für Saurer tatkräftig zur Seite und wird ihm ei-
alle eine Herausforderung dar. Es bedurfte ne große Stütze sein. In der Aufnahme von
vieler Veränderungen, und wir mussten neuen, jungen Mitgliedern liegt für uns der
Gewohnheiten ablegen, um uns an die Schlüssel zum Erfolg. Sie sichern das Beste-
„neue Normalität“ anzupassen. Pandemie- hen unseres Regiments und das Fortleben
bedingt haben wir den Beschluss gefasst, unserer Traditionen. Mit viel Stolz blicken
zum Schutz unserer Mitglieder die heurige wir auf Gerhard Biller und wünschen ihm
Regimentsversammlung in Zell abzusagen. viel Erfolg in seiner neuen Position!
Wir freuen uns umso mehr, nächstes Jahr
wieder ganz nach den Traditionen und den Gratulation den Geehrten dieses
Gebräuchen des Tiroler Schützenwesens ka- Jahres
meradschaftliche Ausrückungen zu feiern. Unsere Glückwünsche gelten unserem
In Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn Freund Fritz Tiefenthaler zum Titel des
je, an erster Stelle auf seine Gesundheit zu Ehrenlandeskommandanten. Besonders
achten! Wir hoffen auf ein baldiges Wieder- hervorzuheben ist die Leistung von Thomas
sehen in unserer Schützentracht! Putz aus Uderns.
Es ist uns ein besonderes Anliegen, Ihm gelten unser Dank und große Aner-
unserem Hauptmann der SK Mayrhofen, kennung für seinen Einsatz im Bund der
Gerhard Biller, zu seiner neuen Aufgabe Tiroler Schützenkompanien als Adjutant
zu gratulieren. Als Landeskommandant- und Schriftführer. Viele Themen im Wan-
Foto: „fotohaun“
Arno Rainer, Bezirksmajor der Vinschger Schützen:
N° 1 | Februar 2021
„Wäre Südtirol bei Österreich anstatt bei Italien,

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wäre es uns allen besser gegangen.“
Aus den LANDESTEILEN …
Goldrain von Arno Rainer

Warum es Südtirol ohne Italien besser gehen würde


Die Corona-Pandemie zeigt einmal mehr, als seine nördlichen Nachbarn. Südtirols Italien an den wirtschaftlichen Folgen dieser
dass Südtirol keine Insel der Seligen ist. Die Gesundheitswesen war aufgrund fehlender Pandemie stärker zu leiden haben wird als
Zugehörigkeit zu Italien bedeutet schlechtere Kompetenzen schlecht vorbereitet. So war Österreich. Denn Österreich wird auch nach
Vorbereitung, mangelhafte Reaktionsmög- die Anzahl der Intensivbetten anfangs so dieser Pandemie, trotz derzeit enormer
lichkeiten und höhere Folgekosten. Daraus niedrig, dass Patienten nach Österreich und Schuldenaufnahmen, weniger Staatsschulden
sollte Südtirol Konsequenzen ziehen. Seit Deutschland verlegt werden mussten. Die haben als Italien sie vorher hatte. Österreich
rund einem Jahr hält das Virus SARS-CoV-2 Wartezeiten für Untersuchungen und Be- kann sich dank einer wettbewerbsfähigen
die Welt in Atem. Die von diesem Virus handlungen waren schon vorher ewig lang. Wirtschaft und einer guten Verwaltung das
ausgelöste Krankheit COVID-19 hat sich Und der Personalmangel machte alles noch Schuldenmachen leisten. Italien hingegen
zu einer weltweiten Pandemie entwickelt, schlimmer. Die aktuellen Infektionszahlen litt schon vorher und Misswirtschaft und
die kein Land verschont hat und Millionen sind in Südtirol um das Fünffache höher als Überschuldung und wird sich am Ende das
Menschen das Leben gekostet hat. Neben in Österreich. Die Einschränkungen des öf- Geld zur Schuldentilgung wieder in Südtirol
den gesundheitlichen Folgen sind auch die fentlichen Lebens in Südtirol waren während holen. Wäre Südtirol bei Österreich anstatt
wirtschaftlichen Schäden enorm. Der Blick der gesamten Zeit um einiges stärker als bei Italien, wäre es uns allen besser gegangen,
über unsere Landesgrenzen hinaus zeigt, nördlich des Brenners. Die wirtschaftlichen sowohl gesundheitlich als auch wirtschaft-
dass die Gesundheitssysteme der einzelnen Unterstützungen für Menschen und Betriebe lich. Hätte Südtirol alle Zuständigkeiten und
Länder verschieden gut vorbereitet waren. fallen in Südtirol hingegen niedriger aus als Kompetenzen gehabt, die im Autonomie-
Die notwendigen Reaktionen der Staaten in Österreich und brauchen auch länger, konvent 2017 gefordert wurden, hätte es jetzt
unterschieden sich in Entschlossenheit und bis sie ausgezahlt werden. Die Europäische mehr Handlungsmöglichkeiten. Ob nun als
Geschwindigkeit. Die ungleichen wirtschaft- Union hat ganz Europa mit Hilfsgeldern Teil Österreichs, als eigener Staat oder mit
lichen und organisatorischen Fähigkeiten unterstützt. Ein Blick auf die aktuelle Regie- einer echten Vollautonomie: ohne Italien
taten ein Übriges. Unter dem Strich muss rungskrise in Rom lässt aber daran zweifeln, würde es Südtirol besser gehen. Daraus sollte
festgestellt werden, dass Südtirol deutlich ob Italien auch im Stande ist, dieses Geld Südtirol Konsequenzen ziehen. Denn die
schwerer von der Pandemie getroffen wurde sinnvoll einzusetzen. Sicher ist aber, dass nächste Krise kommt bestimmt. n

Innsbruck von Heinz Wieser

60 Jahre Schutzengel-Pfarre in Innsbruck


mit Denkmal für Südtiroler Umsiedler
Am 20. März 1960 konsekrierte Bischof dieser Kirche. Zum Gedenken an die Um-
DDr. Paulus Rusch die Kirche in Neu-Pradl, siedlung der Südtiroler wurde 1984 bei der
den ersten großen Kirchenbau in Innsbruck Schutzengelkirche ein Denkmal errichtet.
nach dem 2. Weltkrieg, gab ihr die Heiligen Insgesamt wurden 10.000 Wohnungen für
Schutzengel als Kirchenpatrone und erhob Optanten von der Wohn- und Siedlungs-
das damals seit 1953 bestehende Pfarrvika- Ges.m.b.H. Neue Heimat im Rahmen der
riat zur Pfarre. Nach Plänen von Architekt Aktion Sondermaßnahme Südtirol in Tirol
Dipl. Ing. Karl Friedrich Albert wurde die und Vorarlberg errichtet. Die Kirche, die
Kirche in den Jahren 1950 bis 1952 von Dipl. einzigartige Schnitzaltäre von Johannes
Ing. Josef Retter erbaut. Pfarrer Alfons Kröss Obleitner beherbergt, war in der Nachkriegs-
O. Praem. von Pradl nahm am 12. November zeit in aller Munde, da in der ihr der weitum
1950 die Grundsteinlegung vor. Der Kanzler bekannte und wortgewaltige Prediger Dr.
der damaligen Apostolischen Administratur Johannes Neubacher wirkte, der es ver-
Innsbruck, Feldkirch, Monsignore Dr. Josef stand, Menschen aus allen Altersschichten
Resch, benedizierte am 7. September 1952 zu begeistern und anzusprechen. Die von
die Kirche. In den Jahren 1939 bis 1943 sind den Kriegsheimkehrern gestiftete und von
rund 70.000 Südtiroler aus ihrer Heimat Johannes Obleitner geschnitzte Rosenkranz-
abgewandert. Rund 7000 davon wurden in madonna am Hochaltar zählt zu den monu-
Innsbruck angesiedelt. Dafür wurden im mentalsten Holzplastiken Tirols. Das große Zum Gedenken an die Umsiedlung
Pradler Saggen, Wilten und Pradl Häuser Schutzengelrelief an der Außenfassade, die der Südtiroler wurde 1984 bei der
gebaut. Inmitten dieser größten neuen Kreuzwegstationen und die Bronzetüren Schutzengelkirche ein Denkmal errichtet.
Siedlung in Pradl wurde nach dem Krieg sind Werke von Prof. Emmerich Kerle. Wie
die Schutzengelkirche errichtet. Mit dem in der zuständige Seelsorger, Pfarrer Maximi- Unterstützung älterer und sozial benachtei-
der Gemeinde Reschen geborenen Pfarrer lian Thaler O. Praem. erklärte, leisten heute ligter Menschen. Das 60-jährige Jubiläum,
Cons. Josef Patscheider war ein Südtiroler viele helfende Hände einen wichtigen Beitrag so Pfarrer Thaler, wird zum Patrozinium
erster Pfarrer, bzw. zweiter Seelsorger an für ein gelingendes Pfarrleben sowie für die anfangs Oktober gefeiert. n
N° 1 | Februar 2021

14 Wir gratulieren …
Taisten

Johann Kargruber – 90
Am 3. November 2020 feierte Johann Kargruber, allseits bekannt
als der „Stacha Hons“, seinen 90. Geburtstag. Die Taistner Schützen
freuen sich sehr, dem Ehrenmitglied auch auf diesem Wege herzlich zu
gratulieren. Geprägt durch seine Kindheit in einem von den Faschisten
unterdrückten Land, setzte sich der Hons zeitlebens für das Brauch-
tum unserer Heimat ein. Ein Einsatz, der ihn bekannt gemacht hat im
ganzen Land. Das seit nunmehr 50 Jahren aktive Mitglied hat als lang-
jähriger Schießbetreuer maßgeblichen Anteil am Ruf der SK Taisten
als „Scharfschützenkompanie“. Als aktiver Gewehrträger verpasst der
Hons bis heute keine Ausrückung mit seinen Taistner Schützen. Lieber
Hons, danke für deinen Einsatz für unsere geliebte Heimat! Deine
Lebensfreude und Gemüt sei unseren Jungen Vorbild. n

Bozen

Hermann Schrott – 80
Hermann Schrott von der SK Bozen konnte
am 21. November seinen 80. Geburtstag
feiern. Er ist seit der Wiedergründung
1959 Mitglied der SK Bozen und war über
30 Jahre Fähnrich. Eine Abordnung der
Kommandantschaft überraschte den Jubilar
zu Hause, um ihm zu gratulieren und noch
viele weitere aktive Jahre innerhalb der
Kompanie zu wünschen. n

V.l. Werner Schrott, Roland Spitaler,


Hermann Schrott und Peter Brachetti

Bozen von Egon Zemmer

Schützen liefern Desinfektionsmittel an


Südtiroler Seniorenwohnheime
Bereits das vierte Mal hat der Südtiroler Schützenbund am Samstag,
den 30. Jänner 2021 Desinfektionsmittel an Südtirols Seniorenwohn-
heime ausgetragen. Die ehrenamtliche Einsatzgruppe des Südtiroler
Schützenbundes war mit 17 Fahrzeugen in ganz Südtirol unterwegs.
Es wurden 75 Seniorenwohnheime angefahren und insgesamt
986 Kanister − mit einem Gesamtgewicht von über fünf Tonnen
− ausgeliefert. Die koordinierte Ausgabe der Ware fand im Zivil-
schutzzentrum in Bozen, unter der Leitung von Hansjörg Elsler und
Rita Obkircher, statt. Von dort aus wurden alle Landesteile beliefert.
„Der Transport muss gut geplant werden, da das Desinfektionsmittel
durch den hohen Alkoholanteil als Gefahrengut eingestuft ist. Wir
sind mit einer großen Mannschaft in Aktion und sehen es als Selbst- Schützen und Marketenderinnen im Zivilschutzzentrum in Bozen.
verständlichkeit zu helfen, wenn wir gebraucht werden“, erklärt Mjr. Foto: © Südtiroler Schützenbund
Egon Zemmer, Bundesgeschäftsführer des Südtiroler Schützenbun-
des. Bereits im Frühjahr 2020 unterstützte der Südtiroler Schützen- laufen derzeit Fahrdienste für die Zustellung von Mahlzeiten. Selbst
bund mehrmals die Seniorenwohnheime Südtirols. Es wurden unter die Jungschützen haben sich mit einer Aktion beteiligt. Zusammen
anderem Desinfektionsmittel und Biozid verteilt, Zimmer in Senio- in der Familie oder im kleinsten Kreise mit dem Betreuer wurden
renwohnheimen desinfiziert und ausgeräumt, Gartenarbeiten erle- Weihnachtskekse gebacken, die anschließend an die Seniorenwohn-
digt und Geschenke ausgeliefert. Ebenso sind Schützen und Marke- heime verteilt wurden. Dem Südtiroler Schützenbund war es wieder
tenderinnen in den Dörfern im Einsatz. Sie verteilen beispielsweise eine große Freude, diesen Dienst zu entrichten, zum Schutz einer
Mundschutzmasken an Bürger der älteren Generation. Zeitgleich Generation, der wir so vieles verdanken. n
N° 1 | Februar 2021

München
von Hans Baur

1871 Bayern verliert seine Eigenständigkeit


Vor 150 Jahren verlor Bayern seine Eigenständigkeit. König Ludwig II. unterzeichnete am 30. November 1870 das Schreiben,
mit dem er dem Preußenkönig Wilhelm die Kaiserwürde antrug. Damit brachte er „Bayern unter die Pickelhaube“. Es bedarf
aber einer historischen Erklärung, wie es zu dieser Unterzeichnung kam und welche Kräfte auf den König einwirkten. Das
Königreich Bayern war damals eine konstitutionelle Monarchie, in der der König nicht allein entscheiden konnte, sondern die
Zustimmung des Parlamentes erforderlich war.

begannen erst am 11. Januar 1871. Noch während der Beratungen


erfolgte am 18. Januar 1871 zu Versailles die Kaiserproklamation.
Am 21. Januar 1871 stimmte nach hartem Ringen die Bayerische
Abgeordnetenkammer ab: 102 Stimmen für, 48 Stimmen gegen die
Annahme des Vertrages. 32 Patrioten waren „umgefallen“.
100 Stimmen waren notwendig, um die erforderliche Mehrheit zu
erreichen. 70 Liberale und 32 Patrioten stimmten für die Verträge,
47 Patrioten und 1 Demokrat dagegen. Die Verteilung der Nein-
Stimmen auf die einzelnen bayerischen Provinzen ist von Interesse.
Niederbayern, das unter 19 Abgeordneten 15 Gegner der Verträge
zählt, und die Oberpfalz, wo es ihrer 11 von 14 waren, standen an
der Spitze. In Unterfranken hielten sich die Freunde und Gegner
der Verträge mit 9 : 9 Stimmen genau die Waage. Dann folgte
Oberbayern mit nur einem Drittel Nein-Sager von insgesamt 24
Abgeordneten, Oberfranken hatte deren 4 von 18. Schwaben: 19
Abgeordnete stimmten mit einer Ausnahme zugunsten der Ver-
träge, und die Rheinpfalz und Mittelfranken traten geschlossen für
Der Bayerische Landtag, Prannerstraße 20 in München, wurde 1884 den Anschluss an den Norddeutschen Bund ein.
neu gebaut und in Krieg zerstört. Die Reaktion Bismarcks: „Ich dachte immer, dass wir damit durch-
kommen würden, wenn auch nur mit einer Stimme; auf zwei hätte
Als 1866 der Deutsche Bruderkrieg ausbrach, nahm Bayern da- ich nicht gehofft. Die letzten Nachrichten vom Kriegsschauplatze
mals auf der Seite Österreichs gegen Preußen teil. Nach dem Sieg werden auch dazu beigetragen haben.“
Preußens wurde Österreich aus Deutschland ausgeschlossen und Der Herausgeber des Buches „Wider Kaiser und Reich 1871“, Prof.
Preußen damit zur Hegemonialmacht „Kleindeutschlands“. Bayern Elmar Roeder, merkte in einem Anhang an, dass die in den Verträ-
wurde gezwungen, dem Norddeutschen Bund beizutreten und gen festgelegte Ausnahmestellung, die Bayern innerhalb des Reiches
mit ihm ein Schutz- und Trutzbündnis abzuschließen. Die Folge durch die sog. „Reservatsrechte“ eingeräumt worden waren, nicht
war, dass es 1870/71 am deutsch-französischen Krieg teilnehmen über die Abhängigkeit von Berlin wegtäuschen könne: Der ständige
musste. Die Siege der Deutschen förderten die Zielsetzung der Vorsitz im Bundesratsausschuss für auswärtige Angelegenheiten
Liberalen, die seit langem und so auch in Bayern, die Vereinigung war nur ein leerer Ehrentitel. Das aktive und passive Gesandt-
Deutschlands unter Preußens Führung verfolgten. Als Reaktion schaftsrecht ermöglichte keine eigene Außenpolitik. Die Militärho-
darauf hatte sich allerdings die Bayerische Patriotenpartei gebildet, heit des Bayerischen Königs war auf den Frieden beschränkt, auf
der es um die Erhaltung der staatlichen Souveränität Bayerns ging. Paraden und Manöver. Im Kriegsfalle stand das Heer unter dem
In der Landtagswahl im November 1869 erzielte die Patriotenpartei Oberbefehl des Kaisers. Als Trostpflaster hatte man Bayern eine
mit 80 Sitzen sogar die absolute Mehrheit. Bayern hatte für den eigene Verwaltung des Eisenbahn-, Post- und Telegrafenwesens
Fall eines deutschen Sieges über Frankreich vorher keine Vereinba- und seine Besteuerung von Bier und Brandwein gelassen. Auch in
rungen über innerdeutsche Veränderungen mit Preußen getroffen Fragen des Heimat- und Niederlassungsrechtes konnte Bayern noch
und es war greifbar, dass Bayern nach dem siegreichen Krieg gegen selbst entscheiden.
Frankreich der deutschen Hegemonialmacht Preußen hilflos ausge- Trotz aller Zugeständnisse bedeutet die Reichsgründung für Bayern
liefert sein würde. In dieser Zwangslage trat Bayern nach Intrigen, und seinen König eine deutliche Beschränkung der Souveräni-
politischen Winkelzügen und zähen Verhandlungen mit dem Nord- tätsrechte, den Verlust der staatsrechtlichen Unabhängigkeit. Im
deutschen Bund am 23. November 1870 in den neuen Deutschen Landtag wurde dies klar gesehen, dennoch stimmte man zu. Der
Bund ein. Obwohl am 30.12.1870 nur die Erste Bayerische Kammer Widerstand wurde durch übermächtige Umstände gebrochen.
mit drei Gegenstimmen (38 : 3) für den Vertrag, die Bayerische Wie ging es weiter? Das Kaiserreich endete 1918. Durch die Weima-
Abgeordnetenkammer aber überhaupt noch nicht abgestimmt rer Verfassung verlor Bayern auch noch seine Reservatsrechte und
hatte, wurde der Vertrag über die Reichsbildung am 1. Januar 1871 wurde noch enger als zuvor in den deutschen Gesamtstaat einge-
in Kraft gesetzt. Die Debatten darüber in der Abgeordnetenkammer bunden. Im zentralistischen Hitlerstaat sank Bayern zu einer Reichs-
Berichte aus Bayern N° 1 | Februar 2021

16
provinz herab. Nach dem Zusammenbruch der Bundesrepublik Deutschland. Seither ver- Ernst Deuerlein). Die Frage des Föderalismus
des Dritten Reiches war es der Amerikaner sucht der Bund immer wieder Länderrechte ist seither für bayerische Belange von beson-
Dwight D. Eisenhower, der im September zu beschneiden; auch im Zusammenhang mit derer Bedeutung. Daraus entstand auch die
1945 dem bayerischen Staat seine Selb- der Pandemie wird wieder gefordert, dem Forderung nach einem Europa der Regionen.
ständigkeit wieder zuerkannte. Ein Jahr Bund mehr Rechte zu übertragen. „Föde- Für Bayern hat nur der föderative Gedanke
später gab sich das bayerische Volk eine ralismus entsteht aus der Notwendigkeit bei der Lösung der europäischen Zukunfts-
neue Verfassung und erklärte sich bereit, des Menschen, sich zu vereinen und dem fragen ein echtes Angebot zu machen. n
einem demokratischen deutschen Bundes- gleichzeitigen Drang des Menschen, seine
staat beizutreten, wenn das staatsrechtliche Freiheit in größtmöglicher Form zu bewah- Quellen:
Eigenleben der Einzelstaaten gewährleistet ren. Föderalismus erwächst aus dem Wunsch, Wider Kaiser und Reich, Herausgeber Prof.
werde. 1949 hatte der Bayerische Landtag die Wechselbeziehungen zwischen Individu- Elmar Roeder, Süddt. Verlag
das Grundgesetz abgelehnt, weil die Ver- um und Gesellschaft auszubalanzieren, wobei Haus der Bayer. Geschichte, Unterrichtsma-
wirklichung der Forderung nicht gesichert das Recht des Individuums bewahrt und der terialien zur Bayer. Landesausstellung 2011,
schien. Doch es blieb bei diesem papiernen Anspruch der Gesellschaft nicht geschmälert Götterdämmerung. Ludwig II. und seine Zeit
Protest und Bayern wurde ein Bundesland werden soll“ (Definition des Historikers Prof. Dirk Walter SZ v. 9./10. Januar 2021

Gedenken an die Sendlinger Mordweihnacht


Waakirchen. Die Gedenkfeier, die traditionell am Hl. Abend in Bad Tölz. Alle fünf Jahre gedenken die Tölzer Schützen von 1705
Waakirchen vor dem Oberländer Denkmal stattfindet, musste coro- am Heiligen Abend an der Leohardi-Kapelle auf dem Kalvarienberg
nabedingt in diesem Jahr ausfallen. Statt dessen traf sich nach einer Bad Tölz der Gefallenen von Sendling. Die Kapelle wurde 1718 von
Andacht in gebührendem Sicherheitsabstand ein überschaubarer den aus der Sendlinger Schlacht lebend heimgekehrten Bürgern
Kreis und legte zur Erinnerung einen Kranz am Denkmal nieder. und Zimmerleuten erbaut. Im Jahr 2020 konnte Hptm. Michael
Mit dabei Hptm. Martin Beilhack, Bgm. Norbert Kerkel und sein Nebel, begleitet von einer kleinen Abordnung, mit nur wenigen
Amtsvorgänger Sepp Hartl. Schützen das traditionelle Gedenken durchführen und einen Kranz
an der Kapelle niederlegen. n

Bad Aibling. Das zentrale Gedenken des Bundes der Bayerischen


Gebirgsschützenkompanien an die Gefallenen der Sendlinger
Mordweihnacht am Heiligen Abend in Waakirchen musste ausfal-
len. Das veranlasste einige Kompanien, in ihren Heimatorten des
Ereignisses zu gedenken. Die Aiblinger Gebirgsschützen trafen sich
mit einigen Kameraden aus Rosenheim und Raubling in der Kirche
Mariae Himmelfahrt, in der Pfarrer Georg Neumaier einen von
der Hausmusik Stadler umrahmten Gottesdienst feierte. Sowohl
Bgm. Stephan Schlier als auch der Aiblinger Hauptmann hielten
Ansprachen. Anschließend legten die Hauptleute der drei Kompa-
nien Willy Berger (Rosenheim), Wilhelm Schmidt (Raubling) und
Manfred Ortner (Aibling) an der Kapelle am Fuße des Totenbergs
einen Kranz nieder. Die Kompanie Aibling hatte diese Kapelle im
Jahr 1984 errichtet und den Opfern der Sendlinger Mordweihnacht
gewidmet. Gottesdienst und Kranzniederlegung fanden unter Be-
achtung der geltenden Hygienebestimmungen statt.
N° 1 | Februar 2021 Berichte aus Bayern

17
Rosenheim
von Günter Reichelt

Sebastiani-Wallfahrt 2021
Bereits um 1600 bestand in Pang eine
Sebastiani-Bruderschaft „um ein seliges
Ende und Abwendung aller Übel des Leibes
und der Seele, besonders der verheerenden
Pest“. Seit alters her pflegt man aus vielen
Gemeinden eine Wallfahrt nach Heilig
Blut zum dortigen Sebastiani-Altar. Diese
Wallfahrtstradition hatte vor vielen Jahren
die GSK Rosenheim wieder aufgenommen.
Wenn auch in diesem Jahr eine Wallfahrt
in „größerem“ Umfang aufgrund der
bekannten Umstände nicht möglich war,
so gedachten die Gebirgsschützen doch
am Namenstag des Heiligen. Neben der
Ortskompanie waren auch die Vertreter der
Nachbarkompanien Aibling und Raub-
ling zu diesem feierlichen Gottesdienst zelebrierte. Auch der Landesvorsitzendes Wallfahrer anwesend. Die Gebirgsschützen
gekommen, den Kompaniepfarrer Geistli- des Bayernbundes Sebastian Friesinger und haben gezeigt, dass sie auch in Krisenzeiten
cher Rat Andreas Maria Zach zusammen der langjährige 2. Bürgermeister der Stadt an Traditionen festhalten. n
mit Pfarrvikar Matthias Klein-Heßling Rosenheim, Anton Heidl, waren als treue

Wir gratulieren …
Maximilian Graf Arco – 80
Am 14. Januar 2021 feierte der Ehrenober- Bei zwei Kompaniefahnen übernahm er
leutnant der Kompanie Audorf Maximilian hauptverantwortlich die Finanzierung und
Graf Arco von und zu Zinneberg seinen 80. bei vielen Gebirgsschützenfesten gerne die
Geburtstag. Schon in jungen Jahren hatte Schirmherrschaft. Auch sonst hat er immer
der Jubilar erste Kontakte mit den Gebirgs- ein offenes Ohr für alles und steht stets mit
schützen, begleitete er doch seinen Vater Rat und Tat zur Seite. Er stiftete die „Graf
Graf Ulrich, der Hauptinitiator bei der Arco Verdienstmedaille“; deren Konterfei
Wiedergründung der Audorfer Kompaie seinen Ur-Ur-Großvater Maximilian Graf
war, zu den Vorbesprechungen hierfür. Sein Arco zeigt, der als erster Landeshauptmann
Vater war großer Förderer der GSK Audorf der Bayerischen Gebirgsschützen gesehen
und sein Sohn trat in seine Fußstapfen. werden kann. n

Benedikt
Trischberger – 80
Der Musikant Benedikt Trischberger, ein
Urgestein der Gebirgs- und Antlaßschüt-
zenkompanie Gaißach, konnte im letzten
Jahr seinen 80. Geburtstag feiern. Der „Krei
Diktl“ war schon früh für die Schützenkom-
panie unterwegs. 1950 trat er der Musikka-
pelle Gaißach bei. In 64 Jahren ist er unzähli-
ge Male zu den verschiedensten Anlässen mit
der Gebirgs- und Antlaßschützenkompanie
Gaißach ausgerückt. Auch als Ehrenmitglied
spielt er noch aktiv in der Musikkapelle die
Klarinette. Zudem ist er ein leidenschaftli-
cher und begnadeter Zitherspieler. n
Benedikt war schon sehr früh als Schütze unterwegs.
Berichte aus Bayern N° 1 | Februar 2021

18
Audorf Audorf Neubeuern

Hans Seebacher † Reinhard Sebastian Heibler †


Die Audorfer Gebirgsschützen trauern um ih- Wechselberger † Am 17. November 2020 verstarb Ehren-
ren Oberleutnant Hans Seebacher, langjähri- hauptmann und Gründungsmitglied der
ger Wirt am Brünnsteinhaus, der im Alter von Das Ehrenmitglied der Audorfer Gebirgs- GSK Neubeuern Sebastian Heibler (83).
80 Jahren verstarb. Der „Brünnstoana“ trat schützen Reinhard Wechselberger ist nach Für die Kompanie völlig unerwartet, hatte
1962 der Kompanie bei, zuerst als Tambour, einem erfüllten Leben im Alter von 94 er sich am Sonntag davor noch in guter
und wurde 1986 in den Kompanieausschuss Jahren verstorben. Der „Wechsei“ trat am Verfassung gezeigt, als er von Hptm. Stadler
gewählt. Von 1992 bis 2004 war er Oberleut- 08.08.1952 der Kompanie bei und blieb ihr und Olt. Winkler für seine 50-jährige Akti-
nant und Hauptmannstellvertreter. In den bis zum Schluss treu. Seine Zuverlässigkeit vität in der Kompanie geehrt wurde. „Wast“
vielen Jahren reparierte er die Trommeln und seine besonderen Verdienste wurden war seit der Gründung 1970 Schriftführer
und fertigte die Lederkoppeln der Kamera- 2002 durch den Bund der Bayer. Gebirgs- und ging der Kompanie von 1987 bis 2003
den an. Hans Seebacher war Träger vieler schützenkompanien mit der Goldenen Ver- als Hauptman voran. In diese Zeit fielen
Auszeichnungen und Ehrungen von Tiroler dienstmedaille am Blauen Band gewürdigt. bedeutende Aktivitäten wie der Patronats-
und benachbarten Kompanien. 2007 ehrte Er war auch Träger der Graf-Arco-Medaille tag 1988 in Neubeuern. Eine sehr große
ihn die Kompanie für die außerordentlichen der Kompanie Audorf. Im Jahr 2012 er- Anzahl von Kameraden aus seiner Kompa-
Verdienste mit der Ehrenmitgliedschaft. n nannte sie ihn zum Ehrenmitglied. n nie, Abordnungen des Baon Inn-Chiemgau
sowie Bundes- und Bataillonsführung ga-
ben ihm die letzte Ehre. Nach der hl. Messe
umriss Bgm. Schneider die umfangreichen
Verdienste für das Gemeinde- und Vereins-
leben in Neubeuern. Am Grab würdigte
LH Martin Haberfellner das Wirken von
Sebastian Heibler. Nach den Worten von
Baon-Kdt. Hans Rucker und Hptm. Josef
Stadler schoss ihm seine Kompanie zu den
Klängen vom „Guten Kameraden“ einen
dreifachen Ehrensalut. n

Ohlstadt Beuerberg

Walter Streif † Peter Bauer †


Die GSK Ohlstadt trauert um ihr Grün- Am 10. Januar 2021 verstarb der Ehrenleut-
dungsmitglied Rottmeister Walter Streif, nant der Kompanie Beuerberg-Herrnhausen
der am 15.12.2020 im Alter von 76 Jahren Peter Bauer (88). Das Gründungsmitglied
nach kurzer schwerer Krankheit verstorben (1952) war von Beginn an eine wesentliche
ist. Er war von 1997 bis 2012 Chronist der Stütze der Kompanie und auch des integrier-
Kompanie und 2011 Schützenkönig. Die ten Sportschützenwesens. Er nahm 1955 an
Kompanie verliert mit ihm einen treuen der Beerdigung von Kronprinz Rupprecht teil
und verdienten Schützenkameraden. n und gehörte zu den Schützen, die 1958 das
Gipfelkreuz auf dem Jochberg errichteten.
Von 1997 bis 2014 diente er als Hptm.-Stv. n Der Historiker Prof. Ferdinand
Kramer, Inhaber des Lehrstuhls für
Bayerische Geschichte und Verglei-
chende Landesgeschichte an der
LMU München, hat den Auftrag
für ein Forschungsprojekt mit dem
Arbeitstitel „Geschichte Gebirgs-
schützen“ angenommen. Er bittet
darum, dass die Kompanien ihre
Archive bzw. ihren Fundus für ihn
und seine Mitarbeiter zur Einsicht-
nahme und Bearbeitung zugänglich
machen.
N° 1 | Februar 2021

Wir gratulieren … 19
St. Pankraz

Serafin Tratter – 80
Die SK St. Pankraz gratuliert ihrem Kameraden Serafin Tratter. Sie wünscht ihm
alles Gute zum 80. Geburtstag, weiterhin viel Glück und Gesundheit. Schützen Heil! n

V.l. Oj. Hansjörg Mitterhofer, Kassier Bernhard Öttl, Bz-Mjr. und Hptm. Hannes Holzner, Serafin Tratter
Serafin Tratter, Olt. Chris Laimer und Lt. Herbert Raich

Latzfons

Georg Rauter – 65
Am 31. Juli konnte der EHptm. und ehemalige Bez.Mjr.-Stv. Georg
Rauter seinen 65. Geburtstag feiern. Dazu lud er seine Komman-
dantschaft mit Hptm. Martin Pfattner sowie EMjr. Sepp Kaser in
sein Eigenheim in Garn ein. Seit 1977 ist Georg Rauter Mitglied
der SK Latzfons, davon eine Zeitlang als Oberjäger und Oberleut-
nant und von 1990 bis 2002 als Hauptmann. 9 Jahre war er in der
Bezirksleitung, gleichzeitig Bundesausschussmitglied und zeitweise
Bundesfahnenbegleiter. 2014 wurde Georg Rauter einstimmig
zum EHptm. ernannt. 2008 erhielt er die Goldene Ehrennadel des
Bezirkes und die Silberne Verdienstmedaille des SSB. 2016 wurde er
mit der Verdienstmedaille des Landes Tirol ausgezeichnet. Die SK
Latzfons und der Bezirk Brixen wünschen ihm weiterhin Gesund-
heit und Einsatzfreude in den Reihen der Schützen. n

Der Ehrenhauptmann bei der Ernennung

Andrian

Mario Smaniotto – 60
Ende Dezember feierte der Oberleutnant
der SK Andrian Mario Smaniotto den 60.
Geburtstag. Eine Abordnung der Kompanie
überbrachte dem Jubilar die besten Glück-
wünsche und ein Geschenk. Die SK Andri-
an wünscht ihrem Oberleutnant weiterhin
alles Gute und viel Gesundheit. n
N° 1 | Februar 2021

20 Aus den KOMPANIEN …


Amras
von Werner Erhart

Verhinderter Schützenjahrtag in Amras


Am 4. Oktober 2020 hätte das wichtigste Fahnenabordnung besuchte an diesem Tag Schützenmannschaft verstärken sollen, sowie
Kompaniefest des Jahres, der Schützen- die, von einem Aushilfspriester gehaltene, hl. die Einführung der beiden neu eingeklei-
jahrtag, stattfinden sollen. Noch im August Messe in der Pfarrkirche. Danach wurde in deten Marketenderinnen Laura und Lorena
wurde ein Konzept erarbeitet, welches trotz der Totenkapelle am Amraser Friedhof, ohne Jarolin in ihre Aufgaben, gewesen. Sobald
der bestehenden Maßnahmen durchführ- geistlichen Beistand, von der Abordnung der es möglich ist, werden diese offiziellen Akte
bar gewesen wäre. Die Verschärfung der Kranz niedergelegt. Das Gedenken galt allen durchgeführt werden. Sonst sind, so wie
Sicherheitsvorschriften erzwang bald eine in den Kriegen gefallenen und den verstorbe- bei den anderen Vereinen, alle Aktivitäten
andere Variante: Feldmesse am Stecherplatz nen Schützenkamera-den; heuer besonders derzeit stillgelegt, was schon ein wenig
nur im internen Amraser Rahmen; d.h. dem Ehrenhauptmann Herbert Schuh, der in schmerzt. Die Pandemie wird uns vermutlich
kein Empfang, Ausladung aller Ehrengäste, diesem Jahr von uns gegangen ist. Anschlie- noch lange im Griff haben. Wir alle, die wir
welche nicht aus Amras sind, und Reduktion ßend wurden jene Frauen besucht, welche um den sozialen Wert des Schützenlebens
der Amraser Abordnungen. Anschließend immer wieder der Kompanie unverzichtbare wissen, hoffen, dass wir möglichst bald zur
daran wäre, nach der Begrüßung durch den Dienste erweisen. Ihnen wurden mit großem Normalität zurückkehren können. Viele
Hauptmann, lediglich die Durchführung Dank die für den Festakt bereits bestellten haben es derzeit nicht leicht und hadern mit
der Standesveränderungen, Ehrungen und Blumensträuße überbracht. Zum Schützen- der derzeitigen Situation. Vielleicht hilft es
Auszeichnungen. Damit wäre die Veranstal- jahrtag werden immer die vorgesehenen uns, wenn wir versuchen, die vielen kleinen
tung abgeschlossen gewesen. So weit, so gut! Beförderungen und Ehrungen für langjähri- Schönheiten und die kleinen Momente des
Im letzten Augenblick fiel jedoch Pfarrer ge Mitgliedschaft und für außerordentliche Glücks, die es trotzdem überall gibt, dankbar
Patrick Busskamp, der die Vorbereitungen Verdienste durchgeführt. Höhepunkte wären zu ergründen und nicht nur in den negativen
wesentlich mitgetragen hat, aus; er musste die Angelobung unserer drei tüchtigen Erfahrungen zu verharren. Alles wird sich
sich in Quarantäne begeben. Damit war Jungschützen Maximilian Stampfer, Markus zum Guten wenden, wir müssen nur die
unser Schützenjahrtag gestorben und die Plattner und Fabio Probst, welche nach dem notwendige Geduld und Zuversicht aufbrin-
umfangreichen Vorarbeiten um-sonst. Eine Erreichen des vorgeschriebenen Alters die gen. n

Die beiden Schwestern Die Jungschützen Markus Plattner, Fabio Probst und Maximilian Stampfer, die bei nächster
Laura und Lorena Jarolin Gelegenheit auf die Fahne angelobt werden. Fotos: Schützenkompanie Amras

Hall i.T.
von Stefanie Hotter

Adventsackerl-Aktion
2020 ist wohl ein Jahr, das Groß und Klein noch einige Zeit in
Erinnerung bleiben wird. Auch die Speckbacher Schützen waren
in ihren Aktivitäten sehr eingeschränkt und konnten auch ihren
höchsten Feiertag, den Schützenjahrtag am 15. März 2020, nicht
abhalten. Es folgten zahlreiche Absagen der geplanten Veranstal-
tungen. Somit konnten sie in diesem Jahr nur einmal als Kompanie
ausrücken. Die Idee des Adventsackerls ist entstanden, um den
Mitgliedern und Gönnern zu zeigen, dass Sie trotz der schweren
Zeit nicht vergessen wurden. Der Inhalt des Adventsackerls wurde
von Mitgliedern und Sponsoren selbst gemacht bzw. zur Verfügung
gestellt und dann persönlich ausgeliefert. Von Gschnitz bis Münster
teilten sich die vier Teams auf, um die Adventsackerln zu verteilen.
Teilweise wurden die Beschenkten angetroffen und man konnte
sich kurz austauschen. Die Aktion wurde von allen sehr, sehr gut V.l. Waffenwart und Jungschützenbetreuer Simon Mair mit Peter
aufgenommen. Es wurde wieder klar, das Schenken meist viel schö- und Paul, Michaela Hotter, der dienstführender Oberjäger Florian
ner ist, als selbst beschenkt zu werden. n Hotter, Schriftführerin und Marketenderinnenvertretung Stefanie
Hotter und Fähnrich Stefan Rubatscher. Vorne: Lt. Georg Plunser
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Aus den KOMPANIEN … 21


Hall i.T.
von Stefanie Hotter

Hochzeit von Florian und Michaela Hotter


„Liebe ist nur ein Wort, bis jemand ihm eine Bedeutung gibt.“

Am 12. September 2020 durfte die Speckbacher SK Hall in Tirol zu von der jeweiligen Kompanie eine Ehrensalve abgefeuert. Anschlie-
ihrer einzigen Kompanieausrückung antreten. Es gab einen sehr ßend durfte der Bräutigam selbst noch sein Können unter Beweis
erfreulichen Anlass, denn der dienstführende Oberjäger Florian stellen und eine weitere Salve seiner Kompanie kommandieren. Na-
Hotter gab seiner Michaela das Jawort. Da Michaela ebenfalls als türlich darf ein Schnapserl bei einer Schützenhochzeit nicht fehlen,
Marketenderin bei der Rettenberger SK Wattens Wattenberg aktiv und so wurde mit den beiden Hauptmännern angestoßen.
war, ließen es sich die beiden Schützenkompanien nicht nehmen, Zusammen mit den geladenen Gästen ging es zur Agape und zum
den wohl schönsten Tag im Leben der beiden mitzugestalten. Festmahl im Kiwi Absam. Gemeinsam wurde mit dem Brautpaar
Nach der kirchlichen Trauung wurden zu Ehren des Brautpaares ausgiebig bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. n

Enneberg
von Katrin Ellecosta

SK Enneberg: 40 Jahre Erhaltung, Schutz, Pflege und Glaube

Jan Ploner, Mitglied seit 40 Jahren, davon 22 Jahre als Fähnrich, ist Alfred Ellecosta, Mitglied seit 40 Jahren, davon 12 Jahre Hauptmann, ist
Träger der Catarina-Lanz-Verdienstmedaille in Silber und seit heu- ebenfalls Träger der Catarina-Lanz-Verdienstmedaille in Silber und seit
er auch Träger der Andreas-Hofer-Langjährigkeitsmedaille in Gold. heuer auch Träger der Andreas-Hofer-Langjährigkeitsmedaille in Gold.

1893 werden Schützen zum ersten Mal in Enneberg Pfarre erwähnt. die Errichtung eines Peststöckls am Furkelpass (mit der SK Olang)
Eine Tatsache, die Matio Ellecosta am 9. August 1980 wieder auf- sowie die Errichtung eines Kriegerdenkmals am Col di Lana. Weiters
leben ließ. Aufgrund der aktuellen Situation entschied sich Hptm. wurde auch vom Schützenmitglied Günther Obwegs ein Buch über
Michael Ploner, das 40-jährige Jubiläum der Wiedergründung im das Standschützenbaon Enneberg verfasst. Die Kompanie habe sich
kleinen Rahmen abzuhalten. Dabei wurden Jan Ploner, Gründungs- zudem für die Errichtung der Gedenkstätte „Crëp de Santa Grazia“
mitglied und 22 Jahre lang Fähnrich, sowie Alfred Ellecosta, Grün- (mit der SK St. Lorenzen) stark gemacht, für die Wiedererrichtung
dungsmitglied und 12 Jahre Hauptmann, für ihre Verdienste beson- eines Kriegspostens auf Col Bechëi sowie für die Übergabe der Ver-
ders geehrt. Während seiner Rede erinnerte der Hauptmann daran, dienstmedaille des Landes Tirols an den letzten Tiroler Kaiserjäger
was die SK Enneberg Pfarre alles umgesetzt hat: so die Aufstellung Max Willeit im Jahr 1995. Wo anfangs die SK Enneberg Pfarre wenig
zweier Wegkreuze, die Verlegung eines Holzbodens in der Kapelle Zustimmung bei der Dorfbevölkerung fand, ist sie heute gut akzep-
von Plaiken und in der Gefallenenkapelle von Enneberg Pfarre, tiert und setzt sich für eine überzeugte Tiroler Gesinnung ein. n
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22 Aus den KOMPANIEN …


Innsbruck
von Marco Buckovez

Vereinsübergreifendes Mistelzweigfest
Dieses Jahr hat uns alle vor ungewohnte Herausforderungen ge-
stellt. Deshalb hat die SK Wilten für die Weihnachtszeit eine nette
Online-Veranstaltung auf die Beine gestellt, an der auch sieben
weitere Vereine und Organisationen teilnahmen. Von Harsewinkel
in Nordrhein-Westfalen über Innsbruck nach Meran und Margreid,
bis Lavis im Trentino waren viele begeisterte Schützenkameraden
und Marketenderinnen mit dabei. Das Mistelzweigfest wurde
zeitgemäß online veranstaltet und fand durch die musikalische
Umrahmung der Stadtmusikkapelle Wilten großen Anklang bei
den Teilnehmern. Auch LKdt. Mjr. Thomas Saurer und Abt Mag.
Raimund Schreier OPraem vom Stift Wilten richteten ihre Grü-
ße in Form von Videobotschaften an das Publikum. Im Vorfeld
der Aktion wurden über 160 Geschenkssäckchen mit regionalen
Köstlichkeiten der teilnehmenden Vereine zusammengestellt und
an Mitglieder und Freunde versandt. Außerdem konnten im Zuge V.l. Lukas Volderauer und Marco Buckovez, die durch den Abend
der Veranstaltung diese Säcke den Teilnehmern zu tollen, hand- führten. Foto: Raphael Wimmer
gefertigten Preisen verhelfen. Ein derartiges Fest könnte auch für
andere Vereine und Organisationen als Inspiration dienen, um das satorische Unterstützung und die Hilfe bei technischen Fragen steht
Vereinsleben weiterhin aufrecht zu erhalten und die Zeit, bis man die Schützenkompanie Wilten gerne zu Verfügung. n
sich wieder persönlich treffen darf, zu überbrücken. Für die organi-

Lana
von Andreas Pixner

Wegkreuz im Gedenken an Franz Höfler neu aufgerichtet

Fleißig wird das Wegkreuz wieder aufgerichtet. V.l. Elt. Josef Pixner, Luis Gruber, Karl Kofler, Olt. Martin Flatz,
Eduard Gruber und Lt. Markus Moser. Fotos: SK Lana

Das Wegkreuz in der Franz-Höfler-Straße, das von der SK Lana dach neu zu fixieren. Abschließend wurden alle Teile neu angestri-
am 1. Mai 2000 dort im Gedenken an Franz Höfler, Georg Pircher chen. Nach einigen Tagen brachte man das Wegkreuz wieder in die
und Walter Gruber errichtet worden ist, hat den Zahn der Zeit Franz-Höfler-Straße und stellte es wieder auf. Ein aufrichtiger Dank
gespürt. So haben sich auf Anregung von EFLt. Karl Gruber einige gilt Benno Windisch und Martin Flatz mit ihrer Tischlerei für die
Mitglieder der Kompanie unter der Organisation von OLt. Martin tatkräftige Unterstützung sowie allen fleißigen Schützenkameraden,
Flatz daran gemacht, das Wegkreuz wieder instand zu setzen. Das die an den Arbeiten beteiligt waren. Möge das Wegkreuz weiterhin
Wegkreuz wurde abmontiert und mit einem Klein-LKW in die alle auf die Bedeutung im Gedenken an die Schützenkameraden für
Tischlerei Flatz&Windisch gebracht. An einem Samstag ging es Lana und die Heimat hinweisen und auch Wegbegleiter sein. n
dann daran, das gesamte Kreuz samt Herrgott und Gedenktafeln
abzuschleifen, morsche Holzteile auszutauschen und das Schindel-
N° 1 | Februar 2021

Aus den KOMPANIEN … 23


Lana
von Andreas Pixner

Gedenken an Freiheitskämpfer Franz Höfler


im Ausnahmezustand
Am 22. November 2020 gedachte eine Abordnung der SK Lana des 59. Todestags von Franz Höfler in der Pfarrkirche von
Niederlana. Die bis jetzt gewohnte Gedenkfeier war aus Gründen des Ausnahmezustandes aufgrund der Corona-Pandemie
leider nicht durchführbar.

Kranzniederlegung am Grab von Franz Höfler

Die Kompanie konnte wegen der strengen um sich selber und ihr nahes Umfeld küm-
Auflagen nicht in Formation ausrücken. mern. „Von allen Seiten wird eine finanzielle
Die heilige Messe zelebrierte Pater Peter Hilfe von den öffentlichen Stellen für alles
Lantschner OT. Er gab zum Abschluss des und jeden gefordert. Wer soll das aber be-
Kirchenjahres am Christkönig-Sonntag den zahlen, wenn momentan ein großer Teil der
Gläubigen mit auf den Weg, dass die Nächs- Allgemeinheit nicht in den Topf einzahlen
tenliebe eines der markantesten Zeichen für kann, wo sich bis jetzt jeder fast nach Be-
uns Christen sein sollte. Wir alle sind aufge- lieben bedienen konnte? Die Gemeinschaft
rufen, uns im Alltag daran zu erinnern und kann nicht mehr ausgeben als sie zusammen
danach zu handeln. Nach der Messfeier ver- erarbeitet. Genauso wird vielleicht manchen
sammelten sich die Fahnenabordnung und klar werden, dass das politische Handeln der
Kranzträger am Grab Franz Höflers. Die Landesregierung der letzten Jahre nur auf
zahlreich anwesenden Mitglieder der Kom- kurze Dauer ausgelegt war und ist. Niemand
panie verteilten sich wegen der geltenden von den Verantwortlichen hat wirklich den
Bestimmungen auf dem Friedhof. Neben der Mut und die Weitsicht, Südtirol politisch in
Familie Höfler waren auch Gemeinderefe- absehbarer Zeit zu mehr Eigenständigkeit zu
rent Helmut Taber und Bezirksmjr. Hannes verhelfen, geschweige denn, eine Unabhän-
Holzner bei der Gedenkfeier anwesend. gigkeit vom mehr als maroden italienischen
Pater Peter Lantschner OT hielt am Grab der Staat in die Wege zu leiten. Das Gedenken
Familie Höflers das Totengedenken für die am Grab von Franz Höfler mahnt uns, dass
Verstorbenen der Familie Höfler und aller nur der persönliche Einsatz von vielen für
verstorbenen Schützen der Kompanie Lana. die Gemeinschaft und für das gesamte Land
Anschließend folgte eine kurze Anregung zu Zusammenhalt und einer guten Zukunft
von Hptm. Andreas Pixner zur Gedenkfeier führen wird.“ Mit der Kranzniederlegung
in dieser Ausnahmesituation: Gerade jetzt klang die Gedenkfeier auf dem Friedhof in
werde vielen klar, dass sie sich ständig nur Niederlana aus. n
N° 1 | Februar 2021

24 Aus den KOMPANIEN …


Meran
von Kornelia des Dorides

Meraner Schützen feiern Jahrtag und Patrozinium


der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus
Am 6. Dezember 2020 wurde in der Stadtpfarre St. Nikolaus / Me-
ran das Fest des Heiligen Nikolaus begangen. Die Gläubigen hatten
sich in der Stadtpfarrkirche eingefunden, um an diesem Festgottes-
dienst, der auch als „Schützenmesse“ zum 61. Jahrtag der Wieder-
gründung der SK Meran gefeiert wurde, teilzunehmen. Musikalisch
mitgestaltet wurde die Messe von Bläsern und Orgel. Gemeinsam
mit der Pfarrgemeinde gedachte Hans Pamer des Schutzheiligen St.
Nikolaus, dem die Stadtpfarrkirche geweiht ist. Der Kirchen-Ord-
nungsdienst und die festliche Beflaggung des Pfarrplatzes und des
Kirchturms wurde von den Meraner Schützen vorgenommen. n

Tulfes
von Manfred Arnold

Schützenjahrtag 2020
Coronabedingt konnte auch die SK Tulfes ihren traditionellen Schützenjahrtag nur im eingeschränkten Maße abhalten.

Gemeinsam mit Dekan Augustinus Kühne


feierten die Schützen und Marketenderin-
nen von Tulfes einen feierlichen Gottes-
dienst in der Pfarrkirche, wo auch eine
Kerze im Gedenken an die verstorbenen
Schützenmitglieder entzündet wurde.
Ein Dank gilt der Bläsergruppe der Musik-
kapelle für die schöne Umrahmung, den
Ministranten und den Schützen für das
Gestalten sowie allen Anwesenden für das
Mitfeiern. Im Anschluss an die heilige Mes-
se legten die Schützen im Friedhof beim
Kriegerdenkmal einen Kranz zum Geden-
ken an die verstorbenen Kameraden nieder.
Am ersten Sonntag nach Allerheiligen ge-
dachten die Schützen und Marketenderin-
nen der verstorbenen Schützenmitglieder,
aber auch der Gefallenen und Vermissten
beider Weltkriege. Ehrenobmann Hermann Junker bei der Kranzniederlegung
Es ist wichtig, die Erinnerung wachzuhal-
ten, weil man die Vergangenheit kennen Pflege des Tiroler Schützenbrauches sind und unterstützen. Das alles ist keine Selbst-
muss. Nur so können wir die Gegenwart in den Grundsätzen der Tiroler Schüt- verständlichkeit, aber ungemein wertvoll.
verstehen und an der Zukunft bauen. Treue zen fest verankert. Abschließend danken Und gemeinsam werden wir auch die
zu Gott und zum Erbe der Vorfahren, der wir allen, die das Vereinsleben und den Corona-Pandemie überstehen: mit Pflicht-
Schutz von Heimat und Vaterland, die Zusammenhalt in unserer Kompanie trotz und Verantwortungsbewusstsein für unser
Freiheit und Würde des Menschen und die Covid-19-Maßnahmen aufrecht erhalten Land, unser Dorf und unsere Leut. n

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N° 1 | Februar 2021

Aus den KOMPANIEN … 25


Proveis
von Klaus Mairhofer

Schützen begrüßen Giro d’Italia in Proveis


Am 22. Oktober führte die 18. Etappe des
Giro d’Italia durch Südtirol. Die Etappe
startete in Pinzolo im Trentino und führte
von dort über Madonna di Campiglio, den
Sulzberg, Rumo, das Hofmahdjoch, Ulten,
das Burggrafenamt und den Vinschgau
zum Stilfserjoch und schließlich zu den
Laghi di Cancano, wo sich der Australier Jai
Hindley nach über sechs Stunden Fahrtzeit
im Zielsprint durchsetzte. Die SK „Kanoni-
kus Michael Gamper“ Proveis beflaggte die
Strecke von den Schmieden bis zum Hof-
mahdjoch mit gar einigen Tirolerfahnen.
So war es für die Teilnehmer der größten
italienischen Radrundfahrt und auch für
die vielen Zuschauer am Streckenrand und
hinter den Fernsehgeräten ersichtlich, dass
diese Etappe auch durch Süd-Tirol hin-
durch führte. Vielleicht hätte RAI Südtirol
auch vorbei kommen sollen. Dann wäre im
Bericht in der Tagesschau vom 22.10.2020
nicht die Rede davon gewesen, dass der
Giro erst ab dem Hofmahdjoch durch
Südtirol rollte. Nichtsdestotrotz war es eine
gelungene Aktion, bei der mit relativ wenig
Arbeit eine große symbolische Botschaft
live im nationalen Fernsehen ausgestrahlt
werden konnte. n

Ramsau
von Georg Huber

Erinnerungskultur in Ramsau
Als Zeichen der Erinnerungskultur der SK
Ramsau und stilles Gedenken an die ver-
storbenen Schützen und die Gefallenen der
beiden Weltkriege wurde am 15. November
2020 mit Kooperator Ferdinand Schnaiter
ein Gottesdienst gefeiert.
Anschließend erfolgte eine Kranznieder-
legung beim Kriegerdenkmal durch eine
Fahnenabordnung. n
N° 1 | Februar 2021

26 Aus den KOMPANIEN …


Vomp
von Andreas Frischauf

Schützen-Sonntag 2020 in Vomp


Da alle kirchlichen und traditionellen
Ausrückungen der Kompanie den CO-
VID-19-Verordnungen zum Opfer fielen,
war die Freude umso größer, als am 30.
August 2020 der traditionelle Schützen-
Sonntag nachgeholt werden konnte. Eine
für die Kompanie wichtige Ausrückung,
da am Schützen-Sonntag neue Mitglieder
aufgenommen, Langjährigkeitsmedaillen
verliehen und diverse Ehrungen durchge-
führt werden. Mit großer Freude konnten
die Vomper Schützen eine Abordnung ihrer
Partnerkompanie, der Gebirgsschützen Bad
Endorf unter der Führung von Hptm. Josef
Entfellner, in Vomp begrüßen. Begleitet
wurden die Gebirgsschützen vom neuen V.l. Bgm. Mjr. Karl-Josef Schubert, Bgm. Alois Loferer, EHptm. Max Häusler, Hptm. Josef
Bürgermeister der Marktgemeinde Bad Entfellner, Obm. Andreas Garzaner, Fhr. Albin Peer, Olt. Rudi Häusler, Flt. Johann Schiestl
Endorf, Alois Loferer. und Olt. Peter Freud
Erstmalig wurde von der Kompanie für
Verdienste um die Partnerschaft das Gol- Schiestl zu Ehrenmitgliedern ernannt. Obm. Andreas Garzaner bedankte sich
dene Kompanieabzeichen an Hptm. Josef Eine besondere Ehre war die längst über- schließlich für die Kameradschaft und die
Entfellner und Olt. Peter Freund verliehen. fällige Verleihung des Bronzenen Ehren- Treue zur Kompanie und wünschte allen noch
Zudem wurden der langjährige Fähnrich zeichens der Tiroler Jungschützen an den viel Freude im Tiroler Schützenwesen. n
Albin Peer sowie Fahnenleutnant Johann Jungschützenbetreuer Oj. Christian Fuchs.

Bruneck
von SK Bruneck

Das Schützenwesen und die Schwegler –


eine alte Tradition in Bruneck
Im Jahre 1997 kam Hans Unterfrauner
auf die Idee, in Bruneck innerhalb der
Schützenkompanie eine Schweglergruppe
ins Leben zu rufen. Musikprofessor Paul
Winkler bot gleich seine Hilfe an und kom-
ponierte einige Stücke. Es meldeten sich
auch gleich einige ältere und auch jüngere
Schützen, von denen aber nur vier ältere
Männer übriggeblieben sind. Leider ist im
vergangenen Oktober der jüngste Schweg-
ler, Helmut Mair, nach längerer Krankheit
im Alter von 76 Jahren verstorben. Die
Schweglergruppe spielt zu verschiedenen
Anlässen, z.B. bei Schützenaufmärschen,
bei Geburtstagsfeiern, bei kompanieinter-
nen Veranstaltungen und auch im Advent Die Brunecker Schützenschwegler im Bild vor dem Hochaltar in der Brunecker Pfarrkirche
beim Rorate in der Pfarrkirche und bei den beim Rorate am 11. Dezember 2020; v.l. Friedrich Schlechtleitner, Hans Unterfrauner,
Ursulinen. Alle Jahre am 15. August nahm Elisabeth Eisath, Hochw. Dekan Josef Wieser und Enzo Litturi.
sie auch am Pfeifertag im Salzkammergut
teil. Laut der Tinkhauser-Chronik wurde liegen, dass das Instrument nicht ganz leicht Schützenkamerad Friedrich, der erst mit 66
in Bruneck schon im 15. Jahrhundert zu einwandfrei zu spielen ist. Es braucht viel Jahren das Pfeifen erlernt hat. Es wäre sehr
Hochzeiten mit Schwegeln und Trommeln Übung, und die Schwegel ist auch, wie jedes schön, wenn sich viele Jungschützen und
aufgespielt. Leider gibt es nur mehr wenige Holzinstrument, wetterempfindlich. Nicht auch Marketenderinnen für die Schwegel
Schweglergruppen. Es mag wohl auch daran jeder hat so viel Geduld und Ausdauer wie begeistern könnten! n
N° 1 | Februar 2021

Aus den KOMPANIEN … 27


Lana
von Andreas Pixner

Schützen unterstützen die Deutschordensschwestern in Lana

Auf Initiative des Südtiroler Schützenbundes (#zommholten) halfen man war bereit, spontan den Dienst zu übernehmen. Von Mitte
bereits im Frühjahr 2020 einige Schützenkompanien örtlich den November bis Anfang Januar leisteten so die Mitglieder gut über
Alters- und Pflegeheimen in der Corona-Pandemie aus, wo Not am 60 Stunden ehrenamtlichen Dienst, um den Druck für das Perso-
Mann war. Durch die wiederkehrende ernste Situation der Corona- nal der Alten- und Pflegeheime etwas zu mindern. Gott sei Dank
Pandemie im Spätherbst wandte sich der Verband der Südtiroler wurde der Dienst ohne Zwischenfälle erledigt, was in Anbetracht
Altenheime neuerlich an den Südtiroler Schützenbund. Auch die der häufigen Schneefahrbahnen in den letzten beiden Monaten
Deutschordensschwestern Lana fragten bei der SK „Franz Höfler“ nicht selbstverständlich war. Ein großes Vergelt’s Gott den beteilig-
Lana um Mithilfe an. Konkret sollte an den Wochenenden und ten Schützen für den erbrachten Dienst sowie Frau Katharina und
Feiertagen mit dem Fahrdienst die Zustellung der Mahlzeiten von Koordinator Thomas Schwarz von den Deutschordensschwestern
Völlan aus für die zwei betreuten Einrichtungen in Lana und Tisens für die gute Zusammenarbeit. n
erfolgen. Kurzfristig wurde bei den Mitgliedern nachgefragt und

Bozen
von Egon Zemmer

5 Promille – schenk dein Geld nicht dem Staat


Demnächst müssen all jene, die 2020 ein
Arbeitsverhältnis oder sonstige erwerbs-
mäßige Einkünfte hatten, die Steuererklä- Südtiroler Schützenbund 9 4 0 7 3 6 5 0 2 1 3
rung machen. Dabei gibt es unter anderem
die Möglichkeit, 5 Promille der bereits Herz Jesu Notfonds 9 0 0 3 5 5 3 0 2 1 2
einbehaltenen Steuer − zusätzlich zu den 8
Promille für die Kirchen − einem gemein- Für all jene, die keine Steuererklärung legen. Den Vordruck hierfür bekommt
nützigen Verein zukommen zu lassen. Hier- ausfüllen: Hat jemand steuerlich nichts man vom Arbeitgeber mit dem CUD 2021
für genügt es, auf der Steuererklärung im abzuschreiben, wird im Normalfall die ausgehändigt. Diesen einfach ausfüllen,
dafür vorgesehenen Feld die entsprechende geschuldete Steuer bereits über den Ar- in ein normales Kuvert (11x22cm) geben
Steuernummer einzutragen und seine beitgeber verrechnet und das Modell CU und mit folgenden Aufschriften versehen:
Unterschrift darunter zu setzen. Andern- muss vom Steuerpflichtigen nicht mehr - Eigene Steuernummer
falls bleiben die 5 Promille der italienischen abgegeben werden. Trotzdem können die - Vor- und Zuname
Staatskasse. Was der Staat unter anderem 5 Promille dem Südtiroler Schützenbund - „Zweckbestimmung der
damit finanziert, sieht man am besten am zugewiesen werden, ohne dass dabei Fünfpromille IRPEF“
sogenannten Bozner „Siegesplatz“. Deshalb Kosten entstehen. Man muss lediglich eine - Steuernummer Südtiroler
bitten wir alle Mitglieder, Freunde und entsprechende Erklärung (kostenlos) beim Schützenbund 9 4 0 7 3 6 5 0 2 1 3
Gönner: Setzt auch mit eurer Steuererklä- Postamt oder einem Bankschalter hinter- - JAHR 2020
rung ein Zeichen und unterstützt ohne
Mehrkosten (!) den Südtiroler Schützen-
bund. Achtet darauf, dass euer Steuerbe-
rater die Steuernummer des SSB im dafür damit den Südtiroler Schützenbund in so wichtigen Arbeit für die Heimat.
vorgesehenen Feld einträgt. Ihr unterstützt seiner volkstumspolitisch und kulturell Vergelt’s Gott! n
N° 1 | Februar 2021

28 Unsere JUNGSCHÜTZEN & MARKETENDERINNEN


Bozen
von Kuno Huber

Weihnachtsaktion der Jungschützen & Jungmarketenderinnen


Aufgrund der derzeitigen schwierigen Si- die anschließend liebevoll verpackt wur- gelungen. Die Mädchen und Buben des
tuation haben sich Jungschützen mit deren den. Kurz vor Weihnachten wurden dann Südtiroler Schützenbundes wollten damit
Betreuern aus ganz Südtirol etwas Beson- landauf, landab die Pflegeheime besucht, ein Zeichen der Dankbarkeit und Anerken-
deres einfallen lassen. Zusammen in der um dem Personal und den Bewohnern die nung setzen und zeigen, dass man auch mit
Familie oder im kleinsten Kreise mit dem süßen Pakete zu übergeben. Die Freude Kleinigkeiten in schwierigen Zeiten Freude
Betreuer wurden leckere Kekse gebacken, war bei allen riesig und die Überraschung schenken kann. n

Bozen
von Manuela Lastei

7. Jahreshauptversammlung der Marketenderinnen


im Südtiroler Schützenbund
Am 1. Oktober 2020 konnten die Marketen-
derinnen im Südtiroler Schützenbund am
Sitz des SSB in Bozen ihre Jahreshauptver-
sammlung abhalten. Nach den Grußworten
von LKdt. Jürgen Wirth Anderlan begann
der offizielle Teil der Jahreshauptversamm-
lung mit den Berichten der Bundesmarke-
tenderin und der Kassiererin Lisa Althuber.
Es folgten die Berichte der Bezirksmar-
ketenderinnen. Herzlichen Dank allen,
die sich die Mühe gemacht haben, einen
Kurzfilm bzw. eine Präsentation zusammen-
zustellen. Dadurch wurde die Jahreshaupt-
versammlung lebendiger und man konnte
über die eine oder andere Situation auch
schmunzeln. Diesmal konnte man nach der
Jahreshauptversammlung nicht zusammen- ketenderinnen für die von ihnen das ganze und gesegnetes 2021 mit dem Hinweis, dass,
sitzen und den Abend gemütlich ausklingen Jahr geleistete Arbeit. 2020 war ein Jahr falls möglich, das nächste Marketende-
lassen, wie es sonst üblich war. Die Bundes- mit sehr wenigen Ausrückungen, Zusam- rinnentreffen Ende Mai 2021 in Welschtirol
marketenderin Manuela Lastei bedankt sich menkünften, Sitzungen, geschweige denn abgehalten wird. Weitere Informationen
an dieser Stelle noch einmal bei allen Mar- sonstiger Aktivitäten. Allen ein gesundes werden rechtzeitig mitgeteilt. n

St. Michael a.d. Etsch / S. Michele a. Adige


von Enzo Cestari

4. Tiroler Marketenderinnen-Treffen
Care Marketenderinnen, cari Schützen, nonostante la pandemia che ci sta affliggendo in questo periodo, stiamo cercando
di organizzare per il meglio il 4° Tiroler Marketenderinnentreffen che si svolgerà sabato 29 maggio e domenica 30 maggio
2021 a S. Michele all'Adige nel Welschtirol.

La situazione di emergenza che stiamo importante “sarà il primo segno di ritorno banda di Faedo. La S. Messa sarà alle ore
vivendo non ha permesso di vivere appieno alla normalità”. Come da programma si 10.30 nel piazzale della Fondazione Mach
l’anno 2020, ma siamo certi che ognuno svolgerà in 2 giorni. Al sabato particolar- celebrata da Don Bruno Tomasi. Nella spe-
di voi porta comunque nel cuore i nostri mente interessante sarà la presentazione ranza di rendere indimenticabili questi due
ideali, il nostro credo e la certezza di sen- del DVD realizzato da Federico Maraner e giorni Vi aspettiamo numerose e numerosi.
tirsi parte di un’unica grande famiglia che voluto dal WTSB alle ore 18.00, documen-
si chiama Tirolo. Per noi del Welschtirol è tario incentrato sull'attività degli Schützen Il Landeskommandant Enzo Cestari
un grande onore poter ospitare le Marke- del Welschtirol, e a seguire la presentazione Der Hauptmann der Schützenkompanie
tenderinnen proveniente da ogni parte del del libro “dagli Schützen la salvezza” a cura Königsberg Oskar Enrici
Tirolo come anche dalla Baviera. Per questo della dott. Elena Bianchini Braglia. La do- Die Bundesmarketenderin Chiara Guetti n
l’evento, organizzato in collaborazione con menica sarà la giornata della sfilata nelle vie
la SK Königsberg, diventerà ancora più del paese di S. Michele accompagnati dalla
N° 1 | Februar 2021

Wir gedenken … 29
DIANAS LISTE – EIN BIOGRAFISCHER ROMAN | Wilhelm Kuehs

264 Seite., 15 x 22,5 cm, geb. mit SU, Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2017
ISBN 978-3-7022-3597-0, 24,95 Euro
Auch als E-Book erhältlich: ISBN 978-3-7022-3609-0, 19,99 Euro

„Ich ging von dem Standpunkt aus, dass mein Leben nicht wertvoller sei als dasjenige
all der unschuldig Verfolgten…“ Diana Budisavljevic

Der Mut einer Frau überwindet die Gräuel des Krieges


Mit Mut, Beharrlichkeit und oft unter Lebensgefahr bewahrten Diana und ihre Helfer in den Jahren
zwischen 1941 und 1945 vor allem die Kinder aus den Lagern vor dem sicheren Tod, gaben ihnen
Unterkunft, Nahrung und nicht zuletzt auch Hoffnung. Als der Krieg zu Ende ging, enthielt die von
ihr sorgsam angefertigte Liste, mit deren Hilfe Mütter ihre Kinder wiederfinden sollten, 12.000
Namen von Kindern aus allen Gebieten Kroatiens. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Diana in
Innsbruck, wo sie 1978 starb.
„Dianas Liste“ stützt sich auf das von ihrer Enkelin Silvija in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts
entdeckte Tagebuch und weitere Aufzeichnungen und Unterlagen der „Aktion Diana Budisavljevic“
und erzählt erstmals die wahre Geschichte dieser außergewöhnlichen Frau in Form eines
biografischen Romans.

Der Autor:
WILHELM KUEHS, geb. 1972 in Wolfsberg. Studium der Germanistik und Komparatistik an der Universität Klagenfurt.
Er hat mehrere Romane veröffentlicht und lebt als Schriftsteller und Kulturwissenschaftler mit seiner Familie in Völkermarkt.

Alois Lochmann Ehrenmitglied und hat auch bei verschiede- sehr befreundet war, mit einer
† 25. MÄRZ 2020 − TRUDEN Hans Schrott nen Büchern auf Bezirks- und Ehrensalve und dem letzten
Unser langjähriger Kamerad Dorfebene mitgewirkt. Fahnengruß.
Luis ist im Alter von 83 Jahren † 9. JULI 2020 − LATZFONS
von uns gegangen. Seit seinem Die SK Latzfons trauert um ihr
Beitritt im Jahre 1976 war Luis Ehrenmitglied Hans Schrott,
eine feste Säule in der Kom- der im Alter von 87 Jahren ver- Flt. Josef Oberhofer Ehrenhauptmann
panie, der er viele Jahre als storben ist. Mit Hans Schrott † 28. AUGUST 2020 – MERANSEN Luis Schrott
Fähnrich voranging. Bis zuletzt hat die SK Latzfons einen Die SK Meransen trauert
lebte er täglich unsere Tiroler großen Geschichtskenner um das Gründungsmitglied † 2. OKTOBER 2020 − WATTENS
Werte, und besonders die Pfle- und eine große Persönlichkeit und den Flt. Josef Oberhofer Es ist noch gar nicht lange her,
ge des Väterglaubens lag ihm verloren. Hans trat 1958 der SK (Beikirch Seppl in Meransen), da konnte die Kompanie ihrem
am Herzen. In seiner Familie Latzfons bei und war 62 Jahre welcher im Alter von 76 Jahren Kameraden und Ehrenhaupt-
war und ist das Schützenwesen Mitglied, 30 Jahre als Kassier verstorben ist. Seppl war Grün- mann anlässlich seines 80. Ge-
ein wichtiger Bestandteil; so und 40 Jahre als Schriftführer. dungsmitglied seit 1981 und in burtstages bei bester Gesund-
sind auch seine beiden Söhne 1999 wurde er aufgrund seiner der Kompanie ein sehr fleißi- heit eine Ehrensalve widmen.
Mitglieder unserer Kompanie. besonderen Verdienste zum ger und hilfsbereiter Fahnen- Umso bestürzender war die
Wir alle kannten Luis Loch- Ehrenmitglied ernannt. Zudem leutnant. Bei seiner Beerdigung Nachricht seines Ablebens.
mann als gutmütigen, zufrie- wurde ihm 1993 die Verdienst- verabschiedeten sich die Kom- Alois Schrott ist im Jahre 1957
denen Mitmenschen, der stets medaille des Landes Tirol ver- panie und eine Fahnenabord- der SK Wattens beigetreten.
ein Lächeln im Gesicht trug. liehen. Hans hatte immer ein nung aus der Partnerkompanie Durch sein reges Engagement
„Luis, du fahlsch ins!“ offenes Ohr für die Schützen Mils, mit deren Schützen er und aus seiner Überzeugung
heraus, Schütze zu sein, führ-
ten ihn seine Beförderungen
recht bald in den Ausschuss
der Kompanie. 1966 zum Pat-
rouilleführer befördert, wurde
Luis bereits 1967 zum Fähnrich
ernannt. Im Jahre 1972 folgte
die Wahl zum Leutnant, und
drei Jahre später wurde Luis
zum stellvertretenden Kompa-
niekommandanten ernannt.
1983 wurde Luis für seine Be-
mühungen um die Kompanie
N° 1 | Februar 2021

30 Wir gedenken …

mit der Silbernen Verdienstme- ten Mitglieder der Feller SK St. großen Trauergemeinde trat gierte sich Herbert Schöffauer
daille des BTSK ausgezeichnet. Johann in Tirol. Hans trat im EFhr. Hugo Vogt am 22. Ok- in der Dorfgemeinschaft von
Er war auch maßgeblich daran Jahr 1957 in die Kompanie ein tober 2020 seine letzte große Weer auch im Gemeinderat, als
beteiligt, dass die SK Wattens, und bekleidete über Jahre die Reise an. Feuerwehrmann, Skiklubfunk-
aufgrund des hohen Mitglie- Funktion des Dienstführenden tionär, ehemaliger Schuhplatt-
deranteiles der Wattenberger Oberjägers. Er rückte bis ins ler und Gründungsmitglied der
Schützen, auf Rettenberger SK hohe Alter fleißig aus und war Mullergruppe sowie als Freund
Wattens-Wattenberg umbe- uns stets ein treuer Kamerad. Herbert Schöffauer und Förderer der Musikkapelle
nannt wurde. Im Jahre 1986 † 27. OKTOBER 2020 − WEER Weer.
wurde Luis schließlich zum Herbert Schöffauer, Ehren-
Hauptmann der Kompanie hauptmann der SK Weer, ist im
gewählt und er führte diese Ehrenfähnrich Alter von 81 Jahren verstorben.
10 Jahre als Kompaniekom- Hugo Vogt Mit Stolz hat Herbert Schöf- Alois Fankhauser
mandant. In seine Dienstzeit fauer mehr als sechzig Jahre † 24. NOVEMBER 2020 − ASCHAU
als Hauptmann fällt auch die † 16. OKTOBER 2020 − LANDECK lang die Weerer Schützentracht Als langjähriger Hauptmann
Weihe unserer jetzigen Kom- Unser langjähriger Kamerad getragen und die SK Weer von (1990−2017), Obmann
paniefahne – als Fahnenpatin und Ehrenfähnrich Hugo 1976 bis 2004 als Hauptmann (1981−2008) und Kassier
konnte Luis die Unternehme- Vogt verstarb zwei Tage nach angeführt. Er legte immer (1972−1981) der SK Aschau
rin Daniela Rochelt gewin- seinem Geburtstag nach großen Wert auf ein möglichst war Alois Fankhauser eine
nen. Nach Beendigung seiner einem erfüllten Leben im 82. vorbildliches Verhalten seiner herausragende Persönlichkeit
Kommandantschaft wurde er Lebensjahr. Hugo trat bereits Schützenkameraden – sowohl des Zillertaler Schützenwesens.
1997 zum Ehrenhauptmann 1963 der Kompanie bei und bei den Ausrückungen in Als Hauptmann vertrat Lois
der Rettenberger SK Wattens- wurde im Jahre 2000 zum Tracht als auch im zivilen Le- stets seinen Standpunkt und
Wattenberg gewählt. Fähnrich gewählt. 2005 wurde ben. „Ein Tiroler Schütze muss diente der Kompanie Aschau
er ob seiner Verdienste um die ein anständiger Mensch sein“, über Jahrzehnte mit viel Treue
Kompanie mit der Silbernen war seine Überzeugung. Auf und Herzblut.
Verdienstmedaille des BTSK Herbert Schöffauers Initiative
und 2018 mit dem Regiments- hin wurden in der Gemeinde
verdienstzeichen des Oberinn- Weer sichtbare, bleibende
taler Schützenregimentes Zeichen gesetzt: im Jahr 1981
ausgezeichnet. Nach 37 Jahren das vom Bildhauer Walter
als verlässlicher Gewehrschütze Mair geschaffene Mahnmal auf
und 18 Jahren als Fähnrich dem Weerer Friedhof und im
wurde Hugo 2018 einstimmig Jahr 1996 das Denkmal „200
zum Ehrenfähnrich gewählt. Jahre Herz-Jesu-Gelöbnis“ des
Sein Humor, seine ehrliche Art Weerberger Bildhauers Franz
sowie seine Geradlinigkeit und Knapp. Als Schauspieler der
sein Stolz werden uns glei- Dorfbühne Weer verkörperte
chermaßen fehlen, wie seine Herbert Schöffauer im Tiroler
Loyalität und Treue gegenüber Gedenkjahr 1984 überaus
Oj. Johann uns, der Kompanie und dem überzeugend den Freiheits-
Harasser Tiroler Schützenwesen. Bis kämpfer Peter Sigmair in der Johann Sandhofer
zuletzt teilte er mit der Kom- großen Freilichtaufführung † 25. NOVEMBER 2020 –
† 8. OKTOBER 2020 − panie eine tiefe Verbundenheit. „Peter Sigmair, der Tharerwirt“ MAYRHOFEN
ST. JOHANN IN TIROL Mit Hugo hat die SK Landeck beim Pircherhof in Weer. Zu- Ehrenhauptmann und Regi-
Mit Oberjäger Johann Ha- einen treuen Kameraden und sätzlich zu seiner Begeisterung mentskommandant-Stellvertre-
rasser, vulgo Gåssner Hans, vorbildlichen Offizier verloren. für das Tiroler Schützenwesen ter Johann Sandhofer − „Sand-
verstarb eines der langjährigs- Unter der Anteilnahme einer und das Theaterspielen enga- hof Hansl“ − war 41 Jahre lang
N° 1 | Februar 2021

Wir gedenken … 31
(1959–2000) Hauptmann der Alfons Rieder immer für die Kompanie da Schützenbundes und ist ein
Kompanie Mayrhofen und hat † 5. DEZEMBER 2020 – MERAN und blieb der Kompanie nach leuchtendes Vorbild aufopfe-
damit Beachtliches geleistet. Die SK Meran trauert um ihren der Feuernacht treu, auch wenn rungsvoller Pflichterfüllung.
Als Ehrenhauptmann der SK Kameraden Alfons Rieder, zu dieser Zeit viele aus Angst Weder Chargen noch Karriere
Mayrhofen war er eine her- der nach kurzer schwerer von den Kompanien austraten. standen bei ihm jemals im Vor-
ausragende und sehr bekannte Krankheit mit 58 Jahren in Er war der erste Ehrenleut- dergrund, sondern das uner-
Persönlichkeit im Zillertal und Meran verstorben ist. Alfons nant der SK „Blasius Trog- müdliche sich Einbringen zum
im Zillertaler Schützenwesen. ist am 20.12.1942 in Steyr / mann“ Untermais und hat den Wohle der Gemeinschaft, sei es
Als Offizier vertrat er stets OÖ geboren und verbrachte Wiederaufbau der Kompanie auf Kompanieebene in Kaltern
seinen Standpunkt. seine Jugendzeit mit den nach mitgestaltet. als auch auf Bundesebene im
Südtirol zurückgehrten Eltern Südtiroler Schützenbund.
in Bozen. Er kam 2006 zur
Meraner Kompanie und war
Zugsführer stets ein sehr freundlicher BEFhr. Josef Seppi
Sebastian Foidl und treuer Schütze, der sich † 23. JANUAR 2021 – KALTERN EHptm. Hermann
gerne an allen Aktivitäten und Josef Seppi war seit 1980 Tiefenthaler
† 27. NOVEMBER 2020 − Veranstaltungen der Kompanie Mitglied der Schützenkompa-
FIEBERBRUNN beteiligte. nie „Mjr. Josef von Morandell † 27. JANUAR 2021 – MILS BEI HALL
Mit 93 Jahren hat unser Schüt- Kaltern“ und war von 1988 bis Er rückte erstmals im Frühjahr
zenkamerad Zugsführer Se- 2016 (28 Jahre) Bundesfähnrich 1943 mit anderen Jugendlichen
bastian Foidl, vulgo „Vornbichl des Südtiroler Schützenbundes. mit der Kompanie aus, als die
Wast“, für immer seine Augen Einmal, als er vor Jahren nach Mannschaftsstärke auf Grund
geschlossen. Wast war in seiner der Neuwahl der Bundeslei- der Einberufungen drastisch ge-
Heimatgemeinde Fieberbrunn tung gefragt wurde, ob er denn sunken war. 1952 zum Leutnant
von 1974 bis 1987 Vizebürger- für das Amt des Bundesfähn- gewählt, übernahm er 1972 die
meister und von 1968 bis 2005 richs wieder zur Verfügung Kompanie als Hauptmann und
im Gemeinderat tätig. Zudem stehen würde, hat er klipp und führte sie bis 1996 gemeinsam
stand er viele Jahrzehnte als klar gesagt: „Mi brauchts nit mit seinem Team zu vorher
Obmann dem Seniorenbund zu frogen, i bin olm – so long kaum möglich gehaltener Stärke.
vor und führte umsichtig als is dergea und es mi brauchn Hermann Tiefenthaler initiierte
langjähriger Obmann die Ka- kennts – i bin olm“. Und das und förderte die Zusammenar-
meradschaft Fieberbrunn. Als war er auch der Sepp. Selbst, beit der Kompanie mit Südtiroler
besondere Anerkennung für bis zu seiner Pensionierung im Schützen und pflegte bis zuletzt
sein Wirken wurde er mit dem ELt. Konrad Weinbau und in der Keller- die Partnerschaft mit der Kom-
Ehrenring der Marktgemein- Mitterhofer wirtschaft tätig, zeigte sich panie Meransen (Ehrenmitglied).
de Fieberbrunn ausgezeich- seine Heimatverbundenheit Für seinen Einsatz wurde ihm
net. Wast war im Jahre 1958 † 17. JANUAR 2021 - UNTERMAIS insbesondere auch darin, dass mit hohen Auszeichnungen des
auch Gründungsmitglied der Die SK Untermais trauert um er dann, wenn er beruflich Landes, der Gemeinde und der
Christian-Blattl-SK Fieber- den Ehrenleutnant Konrad unabkömmlich war, plötzlich Bünde gedankt. In seiner Funkti-
brunn und zählte somit zu den Mitterhofer, der im Alter doch in den Reihen der Schüt- on als Hauptmann und vor allem
treuesten und verlässlichsten von 93 Jahren verstorben ist. zen stand. Egal ob Herbst, ob auch als Ehrenhauptmann war er
Kameraden. Konrad Mitterhofer ist 1961 Ernte, ob Wind oder Wetter – immer wieder Teil von Formati-
den Schützen beigetreten und Sepp konnte immer! Nichts tat onen und Abordnungen (so auch
war auch langjähriges Mitglied seinem Pflichtbewusstsein und bei drei Landesfestumzügen),
der Kommandantschaft. Mit seinem fortwährenden Einsatz bei vielen Veranstaltungen und
ihm verliert die Kompanie ein Abbruch. Mit Stolz und beson- Festen, aber auch Begräbnissen
Mitglied, das mit Leib und derem Eifer trug Josef Seppi in ganz Tirol.
Seele Schütze war. Konrad war die Bundesfahne des Südtiroler
N° 1 | Februar 2021

32 Für langjährige Treue WURDEN GEEHRT ...

10 Jahre
Brigitte Terrabona (Enneberg) und Elisabeth Leiter
Termine 2021
(Unteres Ahrntal/Weißenbach)
21. Februar Andreas-Hofer-Landesgedenkfeier, Meran
15 Jahre 13. März
19. März
Bezirkstag Brixen, Klausen
Josefi
Ivan Ellecosta und Reinhold Tasser (Enneberg); Petra Renner
und Thomas Renner (St. Pankraz) sowie Mathias Walcher 17. April Bundesversammlung des SSB, Bozen
(Unteres Ahrntal/Weißenbach); Adi Kuenzer und Thomas 18. April Bundesversammlung BTSK, Innsbruck
Lechthaler (Amras); Fabian Greinmeister (Hopfgarten i. Def.) 20.–23. April Lehrfahrt Bezirk Brixen nach Vorderösterreich
24. April Gedenkfeier zum 100. Todestag von
25 Jahre 2. Mai
Franz Innerhofer, Marling
Gauder-Fest, Zell am Ziller
Anton Künig und Martin Maurer (Unteres Ahrntal/Weißenbach);
Markus Franzelin – Hesi und Markus Zwerger (Truden); 13. Mai Christi Himmelfahrt
Fhr. Manfred Kröll, Lt. Markus Prem und UJ. Josef Schafferer 15. Mai Landesjungschützenschießen, Eppan und Kaltern
(Wattens-Wattenberg); Oswald Holzer, Jakob Zathamer 15. Mai Wallfahrt des Bezirks Brixen
(Hopfgarten i. Def.) 16. Mai Baon-Fest Baon Schwaz, Eben am Achensee
29. Mai 50 Jahre SK Vintl
40 Jahre 29.–30. Mai 4. Tiroler Marketenderinnen-Treffen, S. Michele/
Alfred Ellecosta und Jan Ploner (Enneberg); Zgf. Eduard Kofler St. Michael an der Etsch
(Wattens-Wattenberg); Thomas Ploner (Hopfgarten i. Def); 30. Mai Baon-Fest Bataillon Petersberg, Haiming
Stefan Marthe (Amras) 3. Juni Fronleichnam, Innsbruck
6. Juni Fronleichnam-Sonntag
11. Juni Herz-Jesu-Feier, Weerberg
13. Juni Herz-Jesu-Sonntag
20. Juni Bataillonsfest Pitztal, Arzl im Pitztal
21. Juni Tag der Herzlichkeit – Bischof-Stecher-Gedenken

Die Durchführbarkeit verschiedener nächster Termine steht


aufgrund der aktuellen Situation noch nicht fest. Infos dazu
unter www.schuetzen.com bzw. www.tiroler-schuetzen.at

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