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Motivationsschreiben Medizin – Muster, Vorlage und

Beispiel
Das Motivationsschreiben: Stipendiengeber und Stiftungen verlangen zusätzlich zu den
üblichen Bewerbungsunterlagen oft noch dieses zusätzliches Dokument. Damit sollen
Bewerber ihre Fähigkeiten beschreiben und erklären, weshalb sie sich die
ausgeschriebene Stelle oder Förderung wünschen. Damit ähnelt das
Motivationsschreiben dem Anschreiben, ist aber formloser, persönlicher und
detailreicher.

Sich in einem Motivationsschreiben gekonnt zu präsentieren, ohne dabei hoch- oder tief
zustapeln ist nicht ganz einfach. In diesem Blog erklären wir euch alles, was ihr zum
Motivationsschreiben wissen müsst.

Fallstricke beim Motivationsschreiben


Mit einem Motivationsschreiben kann man auch einiges falsch machen.

Grundsätzlich gehört es nur zur Bewerbung, wenn es ausdrücklich verlangt wird.


Zudem sollte es nie länger als eine DIN A4-Seite sein. Die Talente und Fähigkeiten, die
im Motivationsschreiben erwähnt werden, müssen einen Bezug zur Stelle haben, auf
die man sich bewirbt. Und schließlich darf das Motivationsschreiben keine
Wiederholung des Anschreibens oder des Lebenslaufs sein, sondern soll auch mit
neuen Informationen aufwarten.

Vor Geschwafel sollte man sich hüten, ebenso wie vor übertriebener
Selbstbeweihräucherung oder bescheidener Untertreibung. Das Motivationsschreiben
soll vor allem eins sein: Authentisch.

Überschrift
Ganz klar: Man kann auch einfach „Motivationsschreiben“ als Header benutzen.
Individueller sind Überschriften, die den Leser direkt ansprechen. Ein paar Beispiele:

Schon die Überschrift sorgt für den ersten Eindruck.

•    Warum Sie mich fördern sollten


•    Warum Sie mich einstellen sollten
•    Das ist mir wichtig
•    Das zeichnet mich aus
•    Über mich
•    Was Sie über mich wissen sollten
•    Warum ich der/die Richtige für die Förderung bin

Einleitung eines Motivationsschreibens


„Hiermit bewerbe ich mich….“ gilt als langweilig und einfallslos und ist nicht mehr zu
empfehlen. Frischer und interessanter ist es, einfach gleich zum Punkt zu kommen.

„Ich möchte Medizin studieren, weil der Arztberuf mein Lebenstraum ist.“

„Eigenverantwortliches Arbeiten und Zuverlässigkeit zählen zu meinen Stärken. Dies


konnte ich als bisherige(r) XXX unter Beweis stellen.“

Hauptteil
Im Filetstück des Motivationsschreibens müsst ihr euch einzigartig machen. Hier gilt es
nicht, das Anschreiben zu kopieren, sondern die Highlights zu vertiefen. Zusätzliche
Fähigkeiten, Qualifikationen, Charakterstärken, individuelle Erfahrungen und soziales
Engagement sind Themen, mit denen man hier punkten kann.

Euer Motivationsschreiben soll folgende Fragen beantworten:

•    Warum will ich dieses Stelle/Förderung?


•    Warum sollte genau ich gefördert werden?
•    Warum passe ich perfekt in dieses Programm?
•    Welche individuelle Entwicklung kann ich durch diese Stelle/Förderung erreichen?
•    Was begeistert mich an der Stelle/Förderung?
•    Was kann ich dem Programm bieten?

Schluss
Ebenso wie für das Anschreiben gilt: Der bescheidene Konjunktiv à la „Über eine
persönliche Einladung würde ich mich sehr freuen“ ist out und schwächt das gesamte
Motivationsschreiben ab. Wenn man im Hauptteil noch überzeugt von sich selbst
berichtet hat, macht man sich damit wieder klein und unterwürfig. Besser ist es, den
Lesenden hier direkt anzusprechen und zu einer Handlung aufzufordern.

„Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf eine Einladung zu einem
persönlichen Gespräch!“

„Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich.“

„Auf Ihre Antwort und die Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich
sehr.“

Anbei findet ihr noch zwei Beispiele für ein Motivationsschreiben, an denen ihr euch
orientieren könnt. Und nun wünschen wir viel Erfolg bei der Bewerbung!

Muster Motivationsschreiben
Sehr geehrte Frau Empfängerin, sehr geehrter Herr Empfänger,

schon immer gehörte meine Leidenschaft der Naturwissenschaft. Bereits als Schülerin
nahm ich erfolgreich an Klassenwettbewerben im Fach Chemie/Physik/Biologie teil.

Mein Lebenstraum ist es, Ärztin zu werden. Durch mein Medizinstudium habe ich den
ersten Schritt unternommen, diese Herausforderung zu meistern.

Anhand meiner schulischen Leistungen, meinem Engagement in Vereinen und an


meinen bisherigen Erfolgen im Studium können Sie feststellen, dass ich mein Ziel,
Ärztin zu werden, schon seit langer Zeit konsequent verfolge.

Mit Ihrem Programm fördern Sie Studierende, die sich der Verantwortung stellen
möchten, die die heutige Zeit an den Arztberuf richtet.  Ein Kernelement ihrer Stiftung ist
das soziale Engagement Ihrer Stipendiaten. Mein langjähriger Einsatz als
Jugendchorleiterin und meine Tätigkeit in der Fachschaft Medizin unserer Universität
zeigen, wie sehr mir mein Einsatz für die Gemeinschaft und die Arbeit in der Gruppe am
Herzen liegen. Ich weiß, was es bedeutet, gemeinsam für das bestmögliche Ergebnis
zu arbeiten, und ein Ziel fest im Blick zu behalten.

Besonders betonen möchte ich meine Mitwirkung in der Erweiterung des Curriculums
unserer Lehrklinik. Gemeinsam mit einem Fachschaftsausschuss erarbeiteten wir
anhand der Wünsche der Studierenden neue Thematiken und Lehrinhalte, die wir
gemeinsam mit dem Studiendekan in die Realität umsetzen konnten. Heute bietet
unsere Lehrklinik ein breit gefächertes Feld von Kursen an, die Studierenden dabei
helfen, überragende Studienerfolge zu erzielen.

Zuverlässigkeit, empathische Zusammenarbeit mit Kollegen, ein Talent für Organisation


und ein weit reichendes Verantwortungsbewusstsein sind meine Stärken.

Um mich künftig voll und ganz auf mein Studium, mein soziales Engagement und die
Anfertigung meiner Dissertation konzentrieren zu können, benötige ich Ihre Förderung
und Unterstützung.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch
freue ich mich sehr.

Beispiel Motivationsschreiben
Sehr geehrter Herr Prof. XY,

im Juli 2017 werde ich mein Studium der Humanmedizin an ABC-Universität in XY


abschließen.
Meine Doktorarbeit zum Thema „123“ befindet sich ebenfalls kurz vor dem Abschluss.
Mein Interesse für Innere Medizin wurde bereits früh im Studium durch eine Famulatur
geweckt. Während meines Praktischen Jahrs hatte ich die Gelegenheit, einen großen
Teil meines internistischen Tertials auf einer interdisziplinär geführten Intensivstation zu
verbringen.
Hier festigte sich mein Entschluss, als Internistin zu arbeiten.
Ich lernte die verschiedenen Aspekte und die Vielfalt des internistischen Arbeitens
kennen und schätzen. Neben der Betreuung von Z interessiere ich mich besonders für
die Bereiche A und B. Mich faszinieren die Dynamik der menschlichen Physiologie und
die Möglichkeiten der Inneren Medizin, diese zu beeinflussen.

Neben der großen Patientenvielfalt gehört für mich vor allem die Nähe zur Forschung
zu den Vorzügen einer universitären Abteilung. Im Rahmen meiner Doktorarbeit konnte
ich hier bereits wertvolle Erfahrungen sammeln und wurde für meine Ergebnisse mit
dem XX-Preis ausgezeichnet.
Ebenso attraktiv ist für mich die universitäre Lehre.

Als Studierender habe ich mich als Mentor in der Lehrklinik engagiert, und über 4
Semester den Kurs „Venenpunktion“ geleitet. Ich kann es mir gut vorstellen, mich auch
in ihrer Abteilung in der Lehre zu engagieren.

Besonders erwähnen möchte ich meinen regelmäßigen Einsatz in der Flüchtlingshilfe.


Hier konnte ich mein medizinisches Fachwissen, meine Fremdsprachenkenntnisse und
mein Talent für Organisation einsetzen, um Menschen aus dem Ausland bei
Arztbesuchen oder Amtsgängen in Deutschland zu helfe.

Die Abteilung Innere Medizin in ihrem Hause bietet mir ausgezeichnete Möglichkeiten,
mein Interesse am Patienten in einem anspruchsvollen und hoch entwickelten
Arbeitsumfeld mit der Möglichkeit eines Engagements in Forschung und Lehre zu
vereinen.

Verlässlichkeit, Strukturiertheit, Motivation und ein ausgeglichenes Wesen zählen zu


meinen Stärken. Als Vorstand eines gemeinnützigen Vereins weiß ich, was es bedeutet,
im Team für das bestmögliche Ergebnis zu arbeiten.

Mit diesen Eigenschaften würde ich mich gerne als Teil des Kollegiums Ihrer Klinik
einbringen.

Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr.