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1. Gegenstand und Aufgaben der Stilistik. Der Stilistik ist eine philologische Lehre.

Sie verfügt über ihr


spezifisches Vorschreibet. Sie hat ihre spezifischen Aufgaben. Gegenstand der Stilistik ist die Erforschung
sämtlicher Stille der nationalen Sprache unter Berücksichtigung ihre historische Entwicklung. Wir sehen im
Gegenstand der Stilistik auch der Still der schönen Literatur. Der Gegenstand der Stilistik umfasst vier
große Vorschungsbereiche: 1) Die Lehre von der Verwendung der sprachlichen Ausdrucksmittel. 2)
Geschichte der Stilistik. Hierher gehört die Untersuchung der einzelnen Stiltypen in ihrer historischen
Entwicklung. 3) Lehre von der individual Still. Hierher gehört die Untersuchung von einzeln Stillen
hervorragender Publizisten, Diplomaten. In diesem Teil soll man eigen Einfluss ausüben wie der einzeln
Still große Meister am Ende steht ausübt. Auf die Sprache und mit Normen der Epoche und Einfluss ausübt.
4) Lehre von den sprachlichen Individualstill in der schönen Literatur. Das ist ein besonders wichtiger
Zweig der Stilistik, ein Grenzgebiet mit der Literaturwissenschaft. Es gibt selbstverständlich keine Kluft
zwischen diesen Einzelbereichen der Stilistik. Wir versuchen eine Begriffs- und Methodenlehre der
Stilluntersuchung (Textbetrachten) zu entwickeln.

2. Absolute stilistische Bedeutung ist eine dem Sprachsystem innewohnende linguistische Erscheinung, die
die quantitative und qualitative Verwendung der sprachlichen Einheit im Kontext vorausbedingt. Absolute
stilistische Bedeutung besteht aus 3 Komponenten: a) funktionale, b) normative, 3) expressive. Funktionale
Komponente gibt die kommunikative Sphäre an, in der eine bestimmte sprachliche Erscheinung „zu Hause“
ist. In jedem Still gibt es neben neutralen Erscheinungen, die allgemein gebräuchlich und verständlich sind,
auch solche Elemente, die funktional gefärbt sind, z.B „Katalysator“ – in der Chemie. „Zwecks“ kommt ins
Amtsdokumenten vor, ist stilistisch-funktional gefärbt. „Mit, nach“ – nicht koloriert sind. Die
Konstruktionen ist „zu + Partizip I“. Die normative Komponente, z.B: „in den Hafen der Ehe einlaufen“ –
geschwollen, gespreizt, „sich vermählen“ – gewählt, gehoben, „heiraten/verheiraten“ – normalsprachlich,
literarisch, „j-n kriegen“ – umgangssprachlich (aber keim Mensch, kein Seele), „sich kriegen“ – salopp,
umgangssprachlich, vulgär.

3. Probleme der Stilldefinition. Es gibt viele Definitionen der Stilistik. Aus einer Menge der Definitionen
gehen wir auf die Definition des österreichischen Linguisten Seidler und auf die Definition von Rise und
Schendels auf. Sie spiegeln verschiedene Ausgangspunkte und Positionen wieder. Stilistik hat ihr
eigenständiger Wesen, ihren spezifische Forschungsgegenstand, ihre besonderen Aufgaben und
Forschungsweisen. Wir sollen Stilistik unter einigen Aspekten definieren: 1) Unter dem soziolinguistischen
Aspekt, 2) Unter dem semantischen Aspekt, 3) Unter dem formalen Aspekt, 4) Unter dem psychologischen
Aspekt. 1) Soziolinguistik untersucht das Wechselverhältnis zwischen Gesellschaft und Sprache. Die
Stilistik ist die Wissenschaft von der Verwendungsweise und Ausdrucksgestaltung der Sprache in sämtliche
Kommunikationsbereichen und Kommunikationssituationen und Kommunikationsarten. Die Gesellschaft
beeinflusst die Sprache, weil sie sich in ständiger Entwicklung befindet. Stilistik muss die Beziehungen
zwischen Gesellschaft und Sprache aufdecken. Für die Position von Seidler ist die einseitig ästhetische
orientierte Stilltheorie typisch. Mann soll die stilkundliche Forschung auf alle Aspekte der Sprache
ausdehnen. Wir sollen viele außerlinguistische Faktoren der Redeweise berücksichtigen. Das sind, z.B
Kommunikationsbereich der Aussage, Mittelungsfunktion, professionale-, soziale-, nationale- und
territoriale Zugehörigkeit der Kommunikationspartner, ihr Alter, ihr Bildungsniveau, ihr Leben im Stadt
oder Land und anderes im Betracht ziehen. Stilistik ist ohne Begriffe „Soziolekte“ und „Idiolekte“
unvorstellbar. Soziolekte spielen für die Stilistik eine große Rolle. Stilistik untersucht die Gesetzmäßigkeiten
im Sprachgebrauch ganzer gesellschaftlicher Gruppen. Idiolekte sind Untersuchungen der einzelnen
Kommunikationsteilnehmer. Der paradigmatische Aspekt der Kommunikationsbeziehungen besteht aus
„Sender – Empfänger“. Seidler hat nur die Senderseite erforscht. Der Kontakt zwischen
Kommunikationspartner spielt eine sehr große Rolle, weil sich die Stilistik mit der sprachlichen
Eigemessenheit bei der Kommunikation befasst oder beschäftigt. Die Funktionalstilistik muss beide Pole des
Kommunikationsaktes berücksichtigen. Der Stillwert ist mit den Begriffen „Ausdruckswert“ und
„Eindruckswert“ verbunden. Die optimale Übereinstimmung zwischen dem Ausdrucks- und Eindruckswert
heißt die beste Annäherung zwischen dem was der Sender Angedenken, Gefühlen, Willäßerungen hineinlegt
und was der Empfänger davon herausnimmt, hängt vor allem von gleichen Beziehungsweisen ähnlichen
sozialen und individuellen Bedingungen der Kommunikationspartner ab. Das hängt vom Bildungsniveau,
Fachinteresse, vom Alter, persönlichen Neigungen, von Sender- Empfähigkeiten der Gesprächspartner ab. 2)
In Ersterlinie sprechen wir von Unterschieden zwischen Still und Semantik. Viele Sprachforscher verstehen
die Verwendung Synonymeausdrücke als eine stilistische Erscheinung. „Lehre von den synonymischen
Ausdrucksmöglichkeiten in schriftlichen und mündlichen Verkehr innerhalb einer Nation unter konkreten,
gesellschaftlich und individuell bedingten Umstände“ (Rise). – Je nach dem Charakter der
Bedeutungsnuancen werden in der Fachliteratur logisch begriffliche und stilistische Synonyme
unterscheiden, z.B „das Gedicht“ – literarische und gewöhnliche Wörter, „das Antlitz“ – gehobene
Ausdrück. Mann muss in der Stilistik nicht nur Semantik der Wörter erforschen, sondern auch grammatische
Merkmale sollen stilistisch differenziert werden. 3) Formaler Aspekt. Als Stillkriterium wird die bevorzugt
gebrauchte Wortart angesehen. Das ist die antitative Seite der Rede, aber die Typenbegriffe sind nur
Formeln solche Typen, wie Verb, Substantiv, Adjektiv oder bevorzugt gebrauche Sätze sind nur Formeln.
Mann darf nicht außer Art lassen, dass diese Formeln nur die Quantität wiederspiegeln. 4) Charakteristisch
für eine Rhei von Stilldefinitionen ist die Orientierung auf der Tatsache, dass die Sprache im einen
unmittelbaren Zusammenhang mit dem menschlichen Bewusstsein steht. Nicht nur der Redeart, sondern
auch das sprachliche Ergebnis der Redeart weisen bestimmte Züge als Ausdruck individueller psychischer
Besonderheiten des Sprechers, des Schreibers auf. Die Rede wird individuell aktualisiert, aber weißt immer
gesellschaftlichen Charakter auf.

4. Morphologie aus stilistischer Sicht. Nicht nur der Wortbestand, sondern auch das grammatische System
hat verschiedene Ausdrucksmittel bereit, unter denen der Sprecher bei der Darstellung eines Sachverhalts
auswählen kann. Die Wahl bestimmter grammatischer Formen ist mit ihrem Ausdruckswert verbunden. Die
Kenntnis der grammatischen Synonyme ist für die Praxis der sprachlichen Kommunikation sehr wichtig.
Durch die Verwendung grammatisch-stilistischer Mittel kann die persönliche Stellungnahme des
Kommunikationspartners zum Ausdruck kommen (Ruhe, Erregtheit, Bestimmung, Ablehnung, Sachlichkeit,
Verwirrung etc.). 1) Besonderheiten verschiedener Wortarten: Stilwerte der Substantive (Singular- und
Pluralformen, synonymische Kasusformen), Verben (Synonymie der Modi, Zeitformen, Genera verbi),
Adjektive (Steigerungsstufen), Pronomen, Artikel (Bestimmtheit/Unbestimmtheit), Negationswörter,
Adverbien. 2) Nominalstill, Verbalstill, adjektivischer Still.

5. Probleme der Klassifizierung der Stille. Die Kommunikation kann durch verschiedene Kanale
zustanden kommen. A) Auf mündlicher Wege – in Monologen, Dialogen, Polygonen. B) In flektier
mündlicher Unterhaltung: Rundfunk, Fernseher. C) Auf schriftlicher Wege: Bücher, Literatur, Presse,
Publizistik, offizielle Dokumente. Mit dem Verständigungsweg hängt auch der Charakter der Normung
zusammen. Von der 50er Jahren des voriges Jahrhunderts werden unterschieden: 1) Still des öffentlichen
Verkehrs. 2) Still der Wissenschaft. 3) Still der Publizistik und der Presse. 4) Still des Alltagsverkehrs. 5)
Still der schönen Literatur. Diese Klassifikation hat E.Riesel vorgeschlagen. Bis heute erkennen die
Sprachforscher diese Klassifikation an. Das sind 5 Stilltypen. Der Stilltyp ist die Abstraktion, die unter
einem bestimmten Aspekt erfolgt und Zusammenfassung der allgemeinen Stillzüge. 1) Still des öffentlichen
Verkehrs geschieht schriftlich-monologisch in Dokumenten, Protokollen, Akten, mündlich-monologisch – in
Reden von Amtspersonen, mündlich-monologisch – im Amtsverkehr. Es gibt keine umgangssprachliche
Auflockerung. 2) Still der Wissenschaft geschieht: schriftlich-monologisch – in wissenschaftlichen Reden,
Publikationen, Artikeln usw., mündlich-monologisch – in Referaten, Vortragen, Vorlesungen usw., alle
diese Akte sind literarisch genormt. Es gibt eine Gewisse umgangssprachlicher Auflockerung. 3) Still der
Publizistik geschieht schriftlich-monologisch – in publizistischen Artikeln, Zeitungen, Reportagen,
mündlich-monologisch – Rede in Mikrofon, Radio, Fernseher und publizistischen Rede, mündlich-
dialogisch – in publizistischen Debatten. Es ist literarisch genormt, aber eine Gewisse umgangssprachlicher
Auflockerung ist nicht ausgeschlossen. 4) Still des Alltagsrede – mündlich-dialogisch – im Alltagsverkehr,
im Familienleben, im Privatleben, im täglichen Arbeitsverkehr, mündlich-monologisch – im Berichten,
Erzählungen, Reden mit der Alltagsthematik, schriftlich-dialogisch – im Internet, zwischen SMS, sozialen
Netz, Briefen. Alles ist vorwiegend, umgangssprachlich genormt. 5) Still der schönen Literatur. Hier gibt es
viele emotionale und expressive Besonderheiten.

6. Wortarten aus stilistischer Sicht. Jede Wortart zeichnet sich durch lexikalische und grammatische
Eigenschaften aus. Sie bestimmen ihre Bedeutung und ihren Stillwert, Die Wortarten bieten reiche
stilistische Möglichkeiten. Das Verb macht ein Viertel des Wortschatzes aus. Das Verb verfügt über die
Kraft, Bewegung, Veränderung, Leben in die Schilderung hineinzutragen. Je dynamischer eine Schilderung
sein soll, desto mehr Verben nutzt sie aus. Die Verben können das Leblose beleben. Das sind verbale
Metaphern. Z.B: H.Hesse „Sprache“ – „Die Sonne spricht zu uns mit Licht. Mit Duft und Farbe spricht die
Blume. Mit Wolken, Schnee und Regen. Spricht die Luft“. In der wissenschaftliche Sahprosa und der
Publizistik werden verblasste Wortfiguren gebraucht zu Kenntnis nehmen, im Kenntnis bringen usw. Von
Nominalstill sprechen wir, wenn sehr oft die Adjektive und Substantive vorkommen. Die Adjektive
machen ein Sechstel des Wortschatzes aus. Sie geben objektive oder subjektive Merkmale der Gegenstände
wieder. Im Still der Wissenschaft dienen sie zur Präzisierung von Begriffen. Die Adjektive haben eine
charakterisierende, urteilende und registrierende Funktion. Wir erinnern uns an Porträtbeschreibungen und
Landbeschreibungen. Ganz anders ist des in der Verbund. Z.B: „Der Stoff ist modisch, preiswert, bügelfrei,
wasserdicht.“ Die Beispiele der adjektivischen Metaphern: „ängstliche Fenster“, „blinde Hände“, „ein sehr
müdes Meer“. Farbenmetaphern: „gelben Menschenneit“, „blaue Gedanke“. Die Substantive machen 50-
60% des Wortschatzes aus. Der Nominalstill in der schöngeistigen Literatur dient unterschiedlichen
Zwecken. Die Nomina werden zu Hauptträgern der Impressionen, sie malen einzeln Dinge, einzeln
Erscheinungen. Z.B: „Hamburg! Das ist mehr als ein Haufen Steine, Dächer, Fenster, Tapeten, Betten,
Straßen…“ Das Fehlen der Verben steigert hier den dynamischen Effekt. Die Beispiele der substantivischer
Metaphern: „ein Meer von Glück“, „ein Wald von Häusern“. Der Artikel ist Hauptträger zum Ausdrück der
Kategorie der Bestimmtheit und Unbestimmtheit. Jeder einzelne funktional Still hat in seiner Besonderheit
im Gebrauch des Artikels, z.B in der Alltagsrede bedeutet der Artikel vor Eigennahmen das intime
Verhalten zu einer gut bekannten Person. In Still der öffentlichen Rede werden die Substantive in der Regel
ohne Artikel gebrauch, z.B „Eintritt verboten“, „Sprechstunde von 9 bis 5“. Der Artikel selbst besitzt keinen
Stillwert. Er bekommt ihn nur bei Unterstützung von inner- und außerlinguistischen Faktoren.

7. Sprache, Rede, Stil. Die Sprache als Mittel des Denkens und der Verständigung kann unter dem
dialektischen Doppelaspekt Möglichkeit und Wirklichkeit betrachtet werden. Die Sprache ist das
Allgemeine, die Rede ist etwas Besonderes. In jedem Fall, in dem wir die Sprache verwenden, geht eine
Umwandlung von sprachlicher Möglichkeit in sprachliche Wirklichkeit. Die Sprache existiert als
Möglichkeit und als Wirklichkeit. Die Sprache als Wirklichkeit ist der Redetext (die Rede), die Sprache als
Möglichkeit ist das System der sprachlichen Zeichen, aus dem der aktuelle Sprechakt folgt. Diese beiden
Seiten der Sprache sind klar voneinander zu unterscheiden. Der Begriff „Stil“ bezieht sich unmittelbar nur
auf die Verwendung der Sprache als Wirklichkeit, und nicht als Möglichkeit. Die deutsche Sprache als
Ganzes, als System von Möglichkeiten besitzt keinen Stil. Es ist unsinnig vom Stil des Deutschen,
Russischen u.s.w. zu sprechen. Oder z.B. die verschiedenen Sprachen stilistisch zu vergleichen. Es ist auch
nicht richtig, von Stilqualitäten des Substantivs, des Passivs zu sprechen. Stilqualität erhalten diese Elemente
erst in der Rede, d.h. auf der Ebene der Sprache als Wirklichkeit. Also die Rede ist die Gesamtheit der in
einer Redeart realisierten Elemente eines gegebenen Systems sprachlicher Möglichkeiten. In diesem
Zusammenhang ist es wichtig die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass das sprachliche System
synonymische Möglichkeiten enthält.
8. Grammatische Kategorien und stilistische Bedeutung. Grammatische Kategorien teilen die
Bausteine einer Sprache, die Wörter, in verschiedene Klassen ein. Nach der Art der Klassifizierung
unterscheidet man: 1) morphologische Kategorien (Einteilung in Wortformen bei vorgegebenen Wortarten;
Beschreibung der grammatischen Aspekte), 2) syntaktische Kategorien (Einteilung in Wortarten bei
vorgegebenen Wortformen; Beschreibung lexikalischer Unterschiede) und 3) formallogische oder
semantische Kategorien (Einteilung in Satzglieder und andere Bedeutungsgruppen eines Satzes).
Morphologische grammatische Kategorien beschreiben die Eigenschaften von Wortformen innerhalb eines
Wortparadigmas, das die Wortarten festlegt. Syntaktische Kategorien sind grammatische Kategorien "von
sprachlichen Elementen/Konstituenten mit gleichen morpho-syntaktischen Eigenschaften". Über logische
Formalien oder über die Semantik, das heißt Bedeutung innerhalb eines Satzes, lässt sich ebenfalls
kategorisieren. Beispiel: Satz, Term und Prädikat. Absolute stilistische Bedeutung ist eine dem
Sprachsystem innewohnende linguistische Erscheinung, die die quantitative und qualitative Verwendung der
sprachlichen Einheit im Kontext vorausbedingt. Absolute stilistische Bedeutung besteht aus 3
Komponenten: a) funktionale, b) normative, 3) expressive. Funktionale Komponente gibt die
kommunikative Sphäre an, in der eine bestimmte sprachliche Erscheinung „zu Hause“ ist. In jedem Still gibt
es neben neutralen Erscheinungen, die allgemein gebräuchlich und verständlich sind, auch solche Elemente,
die funktional gefärbt sind, z.B „Katalysator“ – in der Chemie. „Zwecks“ kommt in den Amtsdokumenten
vor, ist stilistisch-funktional gefärbt. „Mit, nach“ – nicht koloriert sind. Die Konstruktionen ist „zu + Partizip
I“. Die normative Komponente, z.B: „in den Hafen der Ehe einlaufen“ – geschwollen, gespreizt, „sich
vermählen“ – gewählt, gehoben, „heiraten/verheiraten“ – normalsprachlich, literarisch, „j-n kriegen“ –
umgangssprachlich (aber keim Mensch, kein Seele), „sich kriegen“ – salopp, umgangssprachlich, vulgär.
Kontextuale stilistische Bedeutung besteht aus 2 Faktoren: 1) Aus stilistischen Bedeutung des Wortes, der
Wortfügung, der morphologischen Funktion oder der syntaktischer Konstruktion im Kontext. 2)Aus
Konnotationen, dass heißt aus dem Nebensinn und Untertext (zwei Synonyme zu Konnotation). Z.B
„tropfnass aufhängen“ – das ist normalsprachlich, eine bestimmte Berufslexik. „Ich kam tropfnass nach
Hause“ – umgangssprachlich.

9. Sprachnormen und Stilnormen sind mit einander auf engste verbunden. Die Trennung geschieht nur aus
wissenschaftlichen Zwecken. Der Übergriff ist die Norm. Die Norm ist ein Schnittpunkt von linguistischen
und außerlinguistischen Faktoren. Die Norm ist natürlich eine innersprachliche Erscheinung. Sie wird aus
dem Sprachgebrauch abstrahiert. Dabei müssen wir unterscheiden: A) die Zeit als außerlinguistischen
Faktor. Z.B: Im 18-19 Jh. War gebräuchlich „Bist du im Hotel abgestiegen?“. Jetzt ist das ein Archaismus.
B) Norm und Nation, so ist es, z.B in Österreich die Norm „ich bin gestanden, gegessen“, in der Schweiz
statt „sich versammeln“ – „sich besammeln“. C) Norm und Sprachschicht. So, gebraucht man in
Schweizerdeutsch mehr umgangssprachliche Ausdrücke in allen Stillen. In Österreich – mehr dialektale
Wort und Wendungen. D) Norm und stilistische Gebrauchswert. Es gibt stilistisch neutrale und stilistisch
markierte Größen. Das Wort „das Angesicht“ zwingt in einem bestimmten Kontext zu gebrauchen: „im
Angesicht der Gefahr“, „das teurere Angesicht des Vater“, * „wasch dir das Angesicht“. Z.B „Geduld
aufbringen“, „das Schiff wurde aufgebracht“ – das gebrauchen die Seemänner und dass heißt „das Schiff
wurde gestoppt und kontrolliert“.

10. Syntax aus stilistischer Sicht. Stilistische Aufgaben der Wortfolge. In der Syntax, ebenso wie in der
Morphologie, kann jedes Sprachmittel zum Stilmittel werden. Der Hautgrieß der Syntax ist der Satz. Die
Struktur des Satzes ist für die Stilkunde von großer Bedeutung. Von größter Bedeutung sind auch die
Bindemittel zwischen Sätzen, ihre qualitative Beschaffenheit und ihr quantitativer Gebrauch. Die
syntaktischen Mittel aller Art, unterstützt von gewissen Wortschatzelementen, spielen eine
ausschlaggebende Rolle und verleihen dem Stil eine gewisse Färbung. 1) Stilistische Aufgabe der
Wortfolge, 2) Stilistischer Wert der Länge der Sätze, 3) Typen der Satzverbindungen, 4) Stilistische
Leistungen der Satztypen. Der Wortfolge kommen einige Aufgaben zu: 1) die strukturbildende oder die
grammatische Gestaltung der Satzarten und Wortgruppen, 2) die kommunikative bei der Angabe der Thema
– Rhema-Gliederung und 3) die stilistische, die vor allem die expressive Hervorhebung einzelner Satzteile
sowie die Auslösung gewisser Stileffekte bewirkt. Die letzten zwei sind voneinander nicht zu trennen und
werden in ihrem Zusammenwirken behandelt. Die Wortfolge unterliegt gewissen Gesetzmäßigkeiten bei der
Erfüllung ihrer stilistischen Leistung. Die Wortfolge unterliegt gewissen Gesetzmäßigkeiten bei der
Erfüllung ihrer stilistischen Leistung. Die erste Gesetzmäßigkeit: Die Anordnung der Elemente einer
Mitteilung wird von ihrem Mitteilungswert bestimmt. Als Ausgangspunkt der Mitteilung tritt das Thema,
die Basis, gewöhnlich in der Form des Satzsubjekts auf. Die übrigen Elemente reihen sich ihrem
kommunikativen Gewicht nach ein. In der Satzfolge verwandelt sich das Rhema eines Satzes in das Thema
des darauf folgenden Satzes; aus der Endstellung rückt es in die Spitzenstellung, während die Endstellung
von einem neuen Rhema besetzt wird. Die zweite stilistische Gesetzmäßigkeit besteht im Wechsel der Ein-
und Ausklammerung. Es sind zwei Parallelnormen, mit deren Hilfe ein Satz entweder als eine geschlossene
Ganzheit oder als eine Reihe von Satzabschnitten gestaltet wird.

11. Thematische und synonymische Verwandtschaft der Wörter: thematische Gruppen und
thematische Reihen. Synonymische Reihen. Kontextuale Synonyme. Bei der Kommunikation des Verbs
kommt der Wortwahl eine besondere Bedeutung zu. Von den Wortwahl hängt alles ab: Ob die Rede klar
oder verschwommen ist, ob die Rede kältest oder begeistert, verwundert, wahrheitsbetreu oder belogen ist.
Besonders wichtig ist das Problem der thematischen Gruppe, der thematischen Reihe und der Synonymie.
Erläutern wir die thematische Reihe auf die Rede eines anderen reagieren: 1) Positiv (bejahren,
zustimmen), 2) Negativ reagieren (verneinen, wiedersprechen, protestieren), 3) Neutral reagieren
(antworten, beantworten, einlassen). Innerhalb einer thematischen Reihe (z.B antworten) besteht keine
synonymische Verwandtschaft. So enthält z.B. diese thematische Reihe „langsam gehen" folgende
synonymische Reihen: a) „gemächlich, ohne Ziel gehen": schlendern, bummeln, flanieren. Diese drei
Verben sind wirklich synonym, da sie die gleiche logisch-gegenständliche Bedeutung haben und nur geringe
stilistische Schattierungen besitzen; b) in die synonymische Reihe „langsam gehen wegen körperlicher
Behinderung" gehrt aus den oben angeführten Illustration nur ein einziges Verb: humpeln. Man konnte
hinzufügen: hinken, hatschen; c) in die synonymische Reihe „langsam gehen aus Schlaffheit" können
eingereiht werden: schlurfen, latschen (umgangssprachlich fr: „schleppend gehen"). Man konnte
hinzufügen: watscheln, hatschen. Wie ersichtlich ist, enthalten die synonymischen Reihen sowohl
ideographische (begriffliche) als auch stilistische Varianten. Kontextuale Synonyme haben zwei
stilistische Hauptfunktionen: 1) Sie dienen zu Variation des Ausdrucks. 2) Sie teilen zusätzliche
Informationen mit. Wenn wir einen Eigennahmen und als Synonym die Nennung des Berufs betrachten, so
ist die stilistische Färbung gleich null, z.B „Friedrich Schiller – der Dichter“.

12. Fragen der Wortwahl aus stilistischer Sicht. Die Wahl des „treffenden“ Wortes wird als wichtiges
Stilmittel angesehen. Es bestimmt der allgemeine Charakter der Aussage ab. Der ganze Reichtum der
Sprache muss benutzt werden, um die sprachliche Gestaltung wirksam zu machen. Von den Wortwahl hängt
alles ab: Ob die Rede klar oder verschwommen ist, ob die Rede kältest, verwundert, wahrheitsgetreu oder
belogen ist usw. Es geht darum, dass man das passende Wort wählt. Besonders wichtig ist das Problem der
thematischen Gruppe, der thematischen Reihe und der Synonymie. Z.B bummeln trippeln eilen. Das ist die
thematische Gruppen von „gehen“ – „sich vorbewegen“ verba Dizenti. Thematische Reihen sind „leise
sprechen“ – „laut sprechen“ – auf eine Aussage reagieren. Die Wortwahl ist mit der Stillnorm aufs engste
verbunden. Z.B (Weißkopf): „He, alter Dussel! Schläfst wohl mit offenen Augen. Der Magistrat füttert keine
Schlafmützen. March an die Arbeit!“. – Diese Komponente außer ihrer eigentlichen Bedeutung nach
zusätzliche Komponente den Nebensinn. Das heißt eigentlich Konnotation. Die Wörtern, die wir
unterstrichen haben, erlauben uns nicht in allen Redenstilen zu gebrauchen, z.B beim offiziellen Verkehr,
sogar im Still der Publizistik und Presse, das ist die schöngeistige Literatur. Das Aufhör gebraucht das Wort
„Dussel“, das im niederdeutschen Dialekt zu Hause ist. Der Auszug ist im Still der Umgangssprache gefärbt.
Grammatische Besonderheiten. Auch die grammatischen Komponente spielen eine Rolle bei der
Stillanalyse, z.B die Ellipse der Personalpronomens „du“ ist für die Umgangssprachcharakter
(kennzeichnet). Eine besondere Form des Aufforderungssatzes „March an die Arbeit!“ erweckt das Gefühl
sich schnell zur Arbeit zu wenden.

13. Die funktionalen Stile der neueren deutschen Sprache. Von der 50er Jahren des voriges Jahrhunderts
werden unterschieden: 1) Still des öffentlichen Verkehrs. 2) Still der Wissenschaft. 3) Still der Publizistik
und der Presse. 4) Still des Alltagsverkehrs. 5) Still der schönen Literatur. Diese Klassifikation hat E.Riesel
vorgeschlagen. Bis heute erkennen die Sprachforscher diese Klassifikation an. Das sind 5 Stilltypen. Der
Stilltyp ist die Abstraktion, die unter einem bestimmten Aspekt erfolgt und Zusammenfassung der
allgemeinen Stillzüge. 1) Still des öffentlichen Verkehrs geschieht schriftlich-monologisch in Dokumenten,
Protokollen, Akten, mündlich-monologisch – in Reden von Amtspersonen, mündlich-monologisch – im
Amtsverkehr. Es gibt keine umgangssprachliche Auflockerung. 2) Still der Wissenschaft geschieht:
schriftlich-monologisch – in wissenschaftlichen Reden, Publikationen, Artikeln usw., mündlich-
monologisch – in Referaten, Vortragen, Vorlesungen usw., alle diese Akte sind literarisch genormt. Es gibt
eine Gewisse umgangssprachlicher Auflockerung. 3) Still der Publizistik geschieht schriftlich-monologisch
– in publizistischen Artikeln, Zeitungen, Reportagen, mündlich-monologisch – Rede in Mikrofon, Radio,
Fernseher und publizistischen Rede, mündlich-dialogisch – in publizistischen Debatten. Es ist literarisch
genormt, aber eine Gewisse umgangssprachlicher Auflockerung ist nicht ausgeschlossen. 4) Still des
Alltagsrede – mündlich-dialogisch – im Alltagsverkehr, im Familienleben, im Privatleben, im täglichen
Arbeitsverkehr, mündlich-monologisch – im Berichten, Erzählungen, Reden mit der Alltagsthematik,
schriftlich-dialogisch – im Internet, zwischen SMS, sozialen Netz, Briefen. Alles ist vorwiegend,
umgangssprachlich genormt. 5) Still der schönen Literatur. Hier gibt es viele emotionale und expressive
Besonderheiten.

14. Bestimmen Sie folgende Begriffe „Stilelemente“, „Stilzüge“. Einige Gelehrten behaupten, dass
sprachliche Mittel stilistisch werden können und das ist richtig. Die sprachlichen Mittel stilistisch relevant
sind. Wir dürfen nicht Stilelemente der Rede betrachten. Z.B „Sie gedachten der Opfer.“ – Der Genetiv ist
hier absolut notwendig zusammen mit dem Verb. Z.B „Ein Glass schäumendes Bier“ und „ein Glass
schäumenden Bieres“(Genetiv). Hier können wir Genetiv austauschen. Man muss berücksichtigen, dass wir
stilistische Bedeutung nicht nur auf lexische, sondern auch auf grammatischen und phonetische Mittel
ausdehnen. Was die Stillzüge sind die charakterlichen Beziehungen der sprachlichen Stillelemente in einem
Text. Das Ziel der linguistischen Textuntersuchung aus stilistischer Sicht ist es diese Beziehungen im Text
zu erfassen und darrzustellen. Die Stilelemente stehen innerhalb der Rede in einer charakteristischen
Beziehung zueinander. Und das Ziel jeder Stiluntersuchung ist die charakteristischen Beziehungen der
sprachlichen Stilelemente in einem Text zu erfassen und darzustellen. Und dabei geht es nicht nur um
einzelne Beziehungen, sondern um die Gesamtheit der Beziehungen. Wenn man den Stil erfassen und
beschreiben will, so geht es darum die für die Gesamtheit der Stilelemente bestimmenden
Ordnungsprinzipien zu ermitteln. Das heißt, es ist festzustellen, welche Besonderheiten der Stilelemente
dem Text eigentümlich sind. Und diese Eigentümlichkeiten des Stils, die sich aus dem Zusammenwirken
verschiedener Stilelemente ergeben, werden als Stilzüge bezeichnet. Also Stilzüge sind die auf der
Häufigkeit, Verteilung und Verbindung der Stilelemente beruhenden charakteristischen Besonderheiten des
Stils.

15. Methoden der Stilluntersuchung. Man unterschiedet onomasiologische Fragestellung und


semasiologische Fragestellung. 1) Gegeben ist die Situation, der Gegenstand, der Vorgang, das Gefühl und
wir entschieden die Frage, welches Wort oder Ausdrück passt am besser, z.B „im Lesesaal Student
durchblättert das Buch“. „durchblättert –diagonal – Still des Alltagsrede, literarisch umgangssprachlich und
expressive. Z.B „im Lesesaal – sorgfältiges Lesen“ – gründlich durchstudieren und verschlingen – Still des
Alltagsrede, expressiv. 2) semasiologische Fragestellung: gegeben ist das Wort und die Frage ist „Mit
welchem Denotat ist das Wort aufs Engste verbunden?“ „Zu welchem Begriff hat das Wort die engsten
Bezeichnungen. W.Forzig hat zu semasiologischen Untersuchungen einen großen Beitrag geleitet. Er nennt
solche Beispiele: bellen – der Hund, süßt – Zucker. Verhältnis von Analyse und Synthese. Bei der Definition
dieser Begriffe gehen wir von der Lehre der russischen Psychologen Roman Rubinstehn aus: „Die Analyse
ist die gedankliche Zergliederung eines Gegenstandes, einer Situation oder einer Erscheinung, sowie die
Herausbildung ihrer Elemente, Teile, Momente und Seiten. Die Synthese stellt das zergliederte Ganze
wiederher und deckt verschiedener Zusammenhänge und Verhältnisse auf“. Stilluntersuchung besteht in der
Verbindung der Analyse und Synthese. Still ist keinesfalls eine einfache Summe der zergliederten Elemente.
Über die Begriffe, Beschreibung und Erklärung bei der Stilluntersuchung. Beschreibung des Stils ist die
Widergabe der Gesamtheit der Stillelemente der Rede. Die Erklärung des Stils ist die Antwort auf die Frage:
„Warum, unter welchen Bedingungen das „so“ ausgedrückt wurde.

16. Stillfiguren. Sie verleihen der öffentlichen Rede und der Dichtung besondere Wirkungspotenzen. Durch
Stilfiguren soll erreicht werden, dass sich bestimmte Texte und Textsorten durch ihre Gestaltung vom
spontanen Sprachgebrauch des Alltags abheben. Ihre Hauptfunktionen sind Ausdrucksvariation und
Ausdrucksverstärkung. Daneben dienen Stilfiguren der Hervorbringung besonderer Wirkungspotenzen von
Texten: Hervorhebung, Pointierung, Kontrastierung, Veranschaulichung, Bewertung, Ohren- und
augenfällige Gliederung. Wie bei allen Stilelementen gibt es auch bei den Stilfiguren eine außerordentliche
Vielfalt und Mannigfaltigkeit. Man unterscheidet z.B. Wortfiguren, die eher eine schmückende Wirkung
ausüben, und Gedankenfiguren, die den Aufbau eines Textes beeinflussen und nicht an spezifische
sprachliche Ausdrucksformen gebunden sind. Es gibt eine Klassifikation nach vier Änderungskategorien,
bei berücksichtigt wird, das eine sprachliche Äußerung auf vielerlei Weise verändert, variiert, umformuliert
werden kann: 1) durch den Ersatz von Konstituenten, 2) durch Hinzufügung sprachlicher Elemente; 3) durch
Weglassen syntaktischer Einheiten; 4) durch Änderung der Reihenfolge der syntaktischen Einheiten. Arten
von Stillfiguren: 1) Figuren des Ersatzes (Tropen): Emphase, Periphrase, Metonymie, Metapher, Ironie,
etc.; 2) Figuren der Hinzufügung: Wiederholung, Epiphora, Prolepse, Paronomasie, Parallelismus,
Epitheton, etc.; 3) Figuren der Auslassung: Ellipsen, Aposiopese, Zeugma; 4) Figuren der Anordnung und
des Platzwechsels: Umstellung, Wiederaufnahme, Einschub, Konstruktionswechsel.

17. Metaphern und ihre Abarten. Die Metapher ist eine rhetorische Figur, bei der ein Wort nicht in seiner
wörtlichen, sondern in einer übertragenen Bedeutung gebraucht wird, und zwar so, dass zwischen der
wörtlich bezeichneten Sache und der übertragen gemeinten eine Beziehung der Ähnlichkeit besteht. Als
besondere Abarten der Metapher gelten: Personifikation, Allegorie, Synästhesie. Die Personifikation ist
die Übertragung von Eigenschaften eines Lebewesens auf ein unbelebtes Wesen. So zeichnet H.Heine in der
„Harzreise“ den Wald als eine Familie. Die Sonne meinte es recht ehrlich mit mir. Die gab eine gar liebe
kindliche Beleuchtung. Die Personifikation geht in die Allegorie (Symbol) über. Der Frühling ist ein
lieblicher Jüngling, der Winter als alter Mann, die Sonne als Frau dargestellt. In verschiedenen Sprachen
entstehen oft verschiedene Personifikationen. Die 3. Abart der Metapher ist die Synästhesie. Darunter
verstehen wir die Verbindung von 2 verschiedenen Sinnesempfindungen, wobei die eine übertragene
Bedeutung annimmt, z.B., seidene Stimme; weicher Schritt; warme Farbe. Metonymie ist die Semantische
Gleichsetzung zweier Begriffe aufgrund einer Merkmals- und Namensübertragung, ein Austausch zweier
Begriffe aus unterschiedlichen Sinnbereichen aufgrund räumlicher, zeitlicher, stofflicher und logischer
Beziehungen. Hoher Frequenz erfreut sich die Metonymie auf der Basis eines Quantitätsverhältnisses, die
sog. Synekdoche (griech. „Mitverstehen“). Diese Spielart der uneigentlichen Rede erscheint in mehreren
Variationen, aber stets nominal ausgeformt. So wird anstelle des Ganzen ein wichtiger oder auffallender
Teilgenannt, was meist Bildkraft bewirkt.

18. Stilistische Gesetzmäßigkeiten der Wortfolge. Der Wortfolge kommen einige Aufgaben zu: 1) die
strukturbildende oder die grammatische Gestaltung der Satzarten und Wortgruppen, 2) die kommunikative
bei der Angabe der Thema – Rhema-Gliederung und 3) die stilistische, die vor allem die expressive
Hervorhebung einzelner Satzteile sowie die Auslösung gewisser Stileffekte bewirkt. Die letzten zwei sind
voneinander nicht zu trennen und werden in ihrem Zusammenwirken behandelt. Die Wortfolge unterliegt
gewissen Gesetzmäßigkeiten bei der Erfüllung ihrer stilistischen Leistung. Die erste Gesetzmäßigkeit: Die
Anordnung der Elemente einer Mitteilung wird von ihrem Mitteilungswert bestimmt. Als Ausgangspunkt
der Mitteilung tritt das Thema, die Basis, gewöhnlich in der Form des Satzsubjekts auf. Die übrigen
Elemente reihen sich ihrem kommunikativen Gewicht nach ein. „Der höchste Wert tritt so weit ans Ende,
wie es die festgewordene Satzform erlaubt.“ In der Satzfolge verwandelt sich das Rhema eines Satzes in das
Thema des darauf folgenden Satzes; aus der Endstellung rückt es in die Spitzenstellung, während die
Endstellung von einem neuen Rhema besetzt wird. Die zweite stilistische Gesetzmäßigkeit besteht im
Wechsel der Ein- und Ausklammerung. Es sind zwei Parallelnormen, mit deren Hilfe ein Satz entweder als
eine geschlossene Ganzheit oder als eine Reihe von Satzabschnitten gestaltet wird. Bei der Ausklammerung
wird ein großer satzumfassender Spannungsbogen durch einige kleinere Spannungsbögen ersetzt. Dadurch
entsteht die Lockerung der Satzstruktur. Die Absonderung ist ein weiterer Begriff als die Ausklammerung;
sie erfolgt auch in dem Falle, wenn die Rahmenkonstruktion fehlt. Die abgesonderten Satzteile werden
strukturell und intonatorisch von dem übrigen Satz abgehoben. Man nennt solch eine Zerstückelung der
Sätze Isolierung (auch Parzellierung oder absolute Absonderung), die isolierten Teile parzellierte Sätze. Sie
verstärken einzelne Teile der Aussage. Die dritte Gesetzmäßigkeit, die die Abweichungen von der
normativen Wortfolge in der Prosa betrifft und auf der Unvorhersehbarkeit beruht. Sie lautet
folgenderweise: „Je stärker die Neigung des entsprechenden Satzgliedes zu einer bestimmten Stellung
verletzt wird, desto stärker wird das verschobene Satzglied hervorgehoben.“ Das stimmt auch mit dem Grad
der grammatischen Verknüpfung der Satzglieder überein.

19. Der funktional-stilistisch differenzierte Wortbestand. Diese Wortschatzschichten werden in


verschiedenen Stilen der Sprache verschieden verwendet. Sie können in verschiedenen Stilen verschiedene
stilistische Funktionen ausüben. Diese Wortbestandgruppe ist von der Zweckbestimmung des Stils, in dem
sie verwendet wird, abhängig. Ihre stilistische Funktion, ihr expressiver Ausdruckswert sind mit der
konkreten Sprechsituation verbunden. 1) Archaismen und Historismen. Das sind die Wörter, die vom
Standpunkt der Gegenwart aus veraltet sind. Historismen sind Wörter, die mit dem Begriff, den sie
ausdrücken, verschwunden sind. 2) Neologismen, 3) Dialektismen, Vulgarismen, Jargonismen. Die
Dialektismen sind nichtliterarische Wörter und Wendungen, beschränkt auf einen ganz engen Kreis dieser
oder jener Mundart, 4) Soziale Gliederung: Argotismen Wörter einer Sonderlexik volksfremder Elemente.
5) Berufliche Gliederung: Fachausdrücke - Termini verschiedener Wissensgebiete, Professionalismen, stark
ausgeprägte funktional-stilistische Lexik nichtterminologischer Charakters. 6) Fremdsprachige Wörter. Die
fremdsprachigen Wörter können im Zusammenhang der Rede sowohl eine kommunikative, als auch eine
überwiegend stilistische Funktion ausüben. Stilistisch undifferenzierter Wortbestand – d.h. Wörter und
Wendungen, die in sämtlichen kommunikativen Bereichen und Situationen von allen deutschsprachigen
Gleicherweise verstanden und gebraucht werden. Grundkriterium – Allgemeinverständlichkeit und
Allgemeingebräuchlichkeit, vollständige Neutralität, d.h. stilistisches Modell: n – n – n (in jeder beliebigen
funktionalen Sphäre verwendbar, normalsprachlich, Nullexpressivität). Es handelt sich um den Grundstock
des Wortschatzes, der die Basis jeglicher Rede bildet, unabhängig von den gesellschaftlichen
Determinanten, die die Aussageweise einzelner Sprecher / Schreiber beeinflussen. Der stilistisch
undifferenzierte Wortbestand ist durch eine gewisse Buntheit gekennzeichnet: unterschiedliche strukturelle
und semantische Typen, unterschiedliche Wortarten, lexikologische und phraseologische Gruppen – sie alle
gehören dem Allgemeinwortschatz an unter der Voraussetzung, dass sie dem genannten Grundkriterium
entsprechen. Bei der Periphrase geht es um die Umschreibung eines Gegenstandes oder einer Erscheinung
mit anderen Worten durch eine kennzeichnende Eigenschaft. Zur Umschreibung kommt entweder auf Grund
einer übertragenen Bedeutung, z.B. Spree-Athen (= Berlin). Als Periphrasen können Komposita
(Siebenhügelstadt = Rom), Ableitungen und Substantivgruppen mit unterschiedlichen Formen des Attributs
(der blaue Planet, Land der aufgehenden Sonne = Japan) auftauchen. Sie dient der Variierung des Ausdrucks
und kann satirisch oder ironisch wirken. Die Periphrasen werden häufig in der Alltagsrede, z.B. der große
Teich (= das Meer/der Ozean), und auch im Stil der Wissenschaft verwendet. Zu den Sonderarten der
Periphrase gehören Hyperbel, Litotes und Euphemismus. Litotes und Hyperbel zählen auch zu den
Umschreibungen, und zwar aufgrund verschiedener Arten von „Anderssagen“.
20. Der prädikative Rahmen. Besonderes Interesse in stilistischer Hinsicht bietet die Rahmenkonstruktion. Mann
kann ein Satzglied oder mehrere Satzglieder ausklammern, z.B „Ich habe gearbeitet bis spät in die Nacht“. „Er sah
mich an mit erstaunten Augen“. „Er ist voll von neuen Eindrücken“. Die vollständige Einklammerung ist für
manche Arten des schriftlichen Typs, z.B in Kanzelerei – und Gerichtdokumenten, in diplomatischen Akten, in der
Handelskorrespondenz und anderen typisch. Die unvollständige Rahmenkonstruktion gehört ohne Zweifel zu den
wichtigsten Spracherscheinungen, die die straffe Struktur des Satzes ausflocken. Z.B „Michael musste sich seinem
Wert beweisen, Sophies wegen“. Ausgeklammert werden gewöhnlich das Objekt, das Präpositionale, Adverbiale, das
Attribut. Z.B „…so ist auch eine kleine Stadt dieses Namens gelegen irgendwo in der Schweiz.“ Die ausgeklammerte
Präpositionalgruppe wird Gang und Gäbe herausgehoben, z.B „Wir haben täglich gegessen: Butter, Milch, Eier in
großen Mengen.“ Sogar im einen Nebensatz können wir die Ausklammerung treffen. Z.B „Ich kann zu dir nicht
kommen, weil ich krank bin seit 3 Tagen.“ – Alltagsrede. „Als wir vor der Hütte ankamen mit Schneeschuhen und
Lebensmittel, war die Tür verschneit.“ Auch die Position des Reflexivpronomens „sich“ bei reflexiven Verben gehört
zu Möglichkeiten der Variation der Wortfolge innerhalb des prädikativen Rahmens. Z.B „Er will nicht, dass sie langer
sich quellt.“ – Wir haben hier einen stilistischen Effekt durch die Varriationstelle von „sich“. Die Nichttrennung des
trennbaren Präfixes kommt im Still der schönen Literatur häufig vor. Z.B „Eintritt der Edelmann“. In der Prosa des 19
Jahrhunderts finden wir solche Nichttrennung des trennbaren Präfixes bei volksnahen Schriftstellern, z.B „Der Bruder
einsegnete das Ehepaar.“ Heutzutage verbreitet sich diese Erscheinung sowohl in der literarischen, als auch in der
wissenschaftlichen Proza, Z.B „Zunimmt die Psychose“. Bei Zusammenstellung eines Telegramms ist das
obligatorisch, z.B „Einschickt Musterware“, „Ankommt Vater“.
21. Die Ausklammerung als stilistisches Mittel. Ausklammerung. Sprengung des Satzrahmens. Stellung eines
Satzglieds, das üblicherweise vor dem schließenden Prädikat steht, hinter das Prädikat. Ausgeklammert werden
präpositionale Adverbialbestimmungen, präpositionale Objekte oder auch präpositionale Attribute, z.B. „Er sah mich
an mit erstaunten Augen. Ich habe dem Freund nachgeblickt eine ganze Weile lang. Ich habe gearbeitet bis in die
Nacht. Er ist voll von neuen Eindrücken. Diese Erfahrung musste machen der Lehrer von Suleyken..., der vierzig
Jahre hingegeben hatte im Dienst am Geist.“ - S.Lenz So zärtlich war „Suleyken „. Die Ausklammerung findet sich
in allen Stilarten. Ihre Quelle ist die Alltagsrede, die auf mündlichen Verkehr eingestellt ist. Der Ausklammerung liegt
folgendes Prinzip zugrunde: Der Zeitwortrahmen darf nicht über Hörweite gehen, d.h. man muss den Rahmenanfang
noch im Ohr haben, wenn der Bahnanschluss drankommt. Gewiss dürfen auch beim Schriftbild die Grenzen der
Leitfähigkeit nicht überschritten werden. Der Gebrauch von Ausklammerungen ist aber nicht nur von
sprachlichen Gründen abhängig. Außerlinguistische Faktoren wie z.B. Zeitraum, Beruf und Bildung prägen
den Sprachgebrauch im Ganzen, abgesehen von den Ausklammerungen, und verleihen dem Stil des
Sprechenden seinen eigenen Charakter.

22. Mittel der Umschreibung und Merkmalshervorhebung. Periphrasen. Die Periphrase ist wegen der
Mannigfaltigkeit ihrer Erscheinungsformen ein komplizierter stilistischer Begriff: Periphrase ist die
Umschreibung eines Gegenstandes oder einer Erscheinung entweder auf Grund übertragener Bedeutung
oder auf Grund direkter Bedeutung (logische Periphrase). Das häufigste Kriterium der Umschreibung ist die
Hervorhebung eines Merkmals. Was die Struktur betrifft, so bestehen die Periphrasen meistens aus einer
Wortgruppe oder einem Satz, z.B., die Stadt der sieben Hügel, das Land aufgehender Sonne. Metaphorische
und metonymische Periphrasen entstehen auf Grundlage einer Merkmalshervorhebung, in der eine Metapher
oder eine Metonymie eingeschlossen ist. Daher ist es oft schwer zu bestimmen, ob es Tropen oder
Periphrasen sind. Die logischen Periphrasen beruhen auf direkter Wortbedeutung. Die Periphrasen werden
nicht in allen funktionalen Stilen gleicherweise verwendet. Die Periphrasen besitzen expressiven
Ausdruckswert: Anschaulichkeit, Emotionalität, poetische Kraft, Humor, Satire. Periphrasen auf Grund
verschiedener Arten von „Anderssagen“: Unter Euphemismus verstehen wir eine Periphrase, die den
Zweck hat, etwas Unangenehmes angenehmer darzustellen, z.B., Eier für Fliegerbomben. Eine große Rolle
spielt der Alltagseuphemismus: Sie haben sich wohl getäuscht (Sie haben nicht recht). Bei den
Euphemismen ist auch die Intonation von großer Bedeutung. Die Litotes ist eine Periphrase auf Grund von
Verneinung, z.B., Ich möchte nicht sagen, dass deine Leistungen auf der Höhe sind. Der Ausdruckswert der
Litotes kann nicht allgemein formuliert werden. In jedem konkreten Fall hat ihre Verwendung neue
Bedeutungs- und Ausdrucksnuancen. Die Hyperbel. Durch die Hyperbel wird entweder mehr oder weniger
gesagt, als tatsächlich ist: müde – totmüde, lange warten – eine Ewigkeit warten, Hundekälte, Bärenhunger.
Hyperbeln sind besonders in der volkstümlichen Umgangssprache vertreten. Häufig treten Hyperbeln in der
Verbindung mit Zahlen auf: Ich habe dir das schon tausendmal gesagt. Ironie. Die Mitteilung wird nicht
direkt durch Nennung des realen Sachverhalts gemacht, sondern durch Behaupten des Gegenteils. Solche
Umschreibung wird als Ironie bezeichnet: Das Wetter ist ja wirklich prachtvoll! Die Epitheta (Beiwörter)
gehören zu den Mitteln der Bildhaftigkeit. Mit ihrer Hilfe entsteht vor dem Leser die Vorstellung von Farbe,
Form, Klang, Geruch, die Vorstellung von auffallenden Eigenschaften und Merkmalen. Die Eigenschaften
der Epitheta: 1) Das Epitheton ist jede Merkmalsbestimmung eines Substantivs. 2) Das Epitheton erstreckt
sich über alle Stile. 3) Das Epitheton ist zum Verständnis des Substantivs mehr oder weniger nötig. 4) Das
Epitheton ist ein stilistischer Begriff, grammatisch meist ausgedrückt durch adjektivisches oder partizipiales
Attribut. Konkretisierende Epitheta finden wir in allen Stilen der schriftlichen und mündlichen Rede: Auf
dem Tisch stand eine hohe, grüne Vase. Bewertende, emotionale Epitheta sind solche, die die persönlichen
Beziehungen des Sprechers zur Wirklichkeit offenbaren. Sie werden häufig in der Alltagsrede, in der
Publizistik und in der schönen Literatur verwendet.

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