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Die Tages- und Nachtstunden im Tempel von Athribis

Zum Stundenritual und den Stundenbezeichnungen in den


griechisch-römischen Tempelkomplexen Ägyptens
Carolina Teotino*

Einführung
Seit alter Zeit dominiert die Zeiteinteilung des Tageszyklus in zwei Hälften – eine des Tages
und eine der Nacht – mit jeweils zwölf Stunden.1 Die Vorstellung der Abfolge von Tag und
Nacht lässt sich bis zu den Pyramidentexten zurückzufolgen, denn diese thematisieren häufig
die Reise der Sonne am Tag und in der Nacht auf ihrer Barke in Begleitung des verstorbenen
Königs.2 Am Tag wurden die Stunden mithilfe von Sonnen- und Schattenuhren gemessen und
in der Nacht mittels Wasseruhren oder durch astronomische Bestimmungen – mitunter von
einem Stundenbeobachter. Mit der zu- oder abnehmenden Länge der beiden Tageshälften im
Laufe des Jahres änderte sich die Dauer der Stunden.
Textliche und ikonographische Kompositionen, die auf einer Stundeneinteilung basieren,
sind uns in zahlreichen Kontexten überliefert. Die Mehrzahl ist den Unterweltsbüchern zuzu-
rechnen. Durch sie wissen wir von der Vorstellung der unterweltlichen, aber auch der himm-
lischen Fahrten des Sonnengottes in seinen verschiedenen Gestalten in seiner Barke während
der zwölf Stunden des Tages und der Nacht. Diese konnten als zwölf durch Pforten getrennte
Bereiche der Himmels- bzw. Jenseitskosmographie umgedeutet werden, wie etwa das Amduat,
das Pfortenbuch sowie das Buch vom Tage und das Buch der Nacht belegen.3 Daneben spiel-
ten nach Stunden gegliederte Rituale, die einen präzisen Schutz während des Tages gewähr-
leisten sollten, eine zentrale Rolle im Kult, wie beispielsweise die Stundenwachen oder das
nächtliche Stundenritual zum Schutz des Königs.4 Weitere Textgruppen, die auf akkuraten

* DFG-Forschungsprojekt Athribis (IANES, Abteilung für Ägyptologie, Eberhard Karls Universität Tübingen).
An dieser Stelle sei Prof. Dr. Shafia Bedier und Prof. Dr. Françoise Labrique für die Erlaubnis gedankt, die
Aufnahmen des Kom Ombo Projektes („Epigraphische Arbeiten im Tempel von Kom Ombo“, Universität Köln
und Ain Shams University, Cairo) zu konsultieren. Ebenfalls möchte ich Dr. Kenneth Griffin dafür danken,
mir Einsicht in sein Manuskript über die Nachtstunden in den thebanischen Gräbern zu gewähren. Ich möchte
mich an dieser Stelle bei Andreas H. Pries, Daniel von Recklinghausen, Jan Tattko und den Herausgebern
dieses Tagungsbandes für sorgfältiges Korrekturlesen und für ihre zahlreichen Anmerkungen und Vorschläge
ganz herzlich bedanken.
1 Zur Zeitrechnung und -einteilung vgl. z.B. Sauneron, in: RdE 21, 1969, 63–69; EAT I, 35, 52 und bes. 95–
107; Osing, in: LÄ VI, 100–101, s.v. Stundeneinteilung, -beobachter und zuletzt Quack, in: Falk (Hg.), Vom
Herrscher zur Dynastie, 27–29, bes. Anm. 1 und 6. Eine Aufteilung der Nacht in zwölf Stunden ist mindestens
bis in die 1. Zwischenzeit zurückzufolgen, die des Tages kann erst seit der XVIII. Dyn. nachgewiesen werden.
Vgl. Osing, in: LÄ VI, 100, s.v. Stundeneinteilung, -beobachter und ders., Hieratische Papyri aus Tebtunis I,
199.
2 Für einen Versuch diese Gedanken der Schifffahrt der Sonne aus einer archäologischen Sicht heraus zu de-
monstrieren vgl. Sheikholeslami, in: Bareš et al. (Hgg.), Egypt in Transition, 376–377.
3 Vgl. z.B. Hornung, Amduat; ders., Texte zum Amduat; Hornung, Buch von den Pforten; Müller-Roth, Buch
vom Tage; Roulin, Livre de la Nuit sowie die Anmerkungen von Quack, in: WdO 28, 1997, 177–181. Das
Buch von der Erde ist zwar nicht in Stunden aufgeteilt, verarbeitet sie aber thematisch. Zur Verbindung der
zwölf Nachtstunden mit der Osirisverehrung vor allem in Ritualen aus Bestattungskontexten vgl. Quack, in:
Falk (Hg.), Vom Herrscher zur Dynastie, 33 und ders., in: Berlejung/Janowski (Hgg.), Tod und Jenseits,
615–616.
4 Vgl. Pries, Stundenwachen und ders., Nächtliche Stundenritual, 1–3.

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Beschreibungen beobachteter Naturphänomene basieren, sind das so genannte Stundenritual5


und verwandte Kompositionen wie die „Litanei der zwölf Namen des Re-Harachte“.6 Das
Stundenritual, das ebenfalls die Niederwerfung der Feinde des Sonnengottes am Tag und des
verstorbenen Osiris in der Nacht thematisiert, gehört jedoch nur mit den Texten der Tageshälfte
zu dieser Kategorie; die Inhalte der Nachtstunden sind aus Exzerpten des Totenbuches zusam-
mengefügt und orientieren sich nicht am Verlauf der Sterne. Wegen dieses Unterschieds in
der Gestaltung zwischen den Texten der Tages- und Nachtstunden sowie deren andersartigen
Inhalten sind Untersuchungen entstanden, die sich bis dato entweder nur der Tages- oder aber
nur der Nachthälfte widmen, obwohl beide Einheiten in den Quellen, außer in den Tempeln der
griechisch-römischen Zeit (s.u.), stets zusammen vorkommen.7 E. Graefe verdanken wir eine
immer weiter wachsende Edition der Tagesstunden des Stundenrituals,8 während K. Griffin
die bis jetzt nicht beachteten Nachtstunden durch einen Beitrag beleuchtet hat.9 Wie bereits
erwähnt, teilen beide Tageshälften mit dem Schutz vor den Feinden und deren Niederwerfung
ein gemeinsames charakteristisches Thema. J. F. Quack ist der Meinung, dass die Bücher vom
Tage und der Nacht sowie das Stundenritual mit den 24 Stunden des Tages und der Nacht eine
einzige Komposition sind, wobei Letzteres das liturgische Element bildet, und die Bücher vom
Tage und der Nacht die entsprechenden kosmographischen Abschnitte dazu darstellen.10
Da das Wort wnw.t „Stunde“ feminin ist, haben die einzelnen Stunden des Tages und der
Nacht meist feminine Bezeichnungen und werden als Göttinnen personifiziert. Ikonographisch
werden die Göttinnen der Tagesstunden meistens durch eine Sonnenscheibe auf dem Kopf ge-
kennzeichnet, die der Nachtstunden dagegen durch einen Stern.11 Jeder einzelnen Stunde ist
eine Schutzgottheit zugeordnet, die in dieser eine besondere Rolle spielt. Außerdem wurden
die gleichen Stundennamen auch in nicht-kultischen Kontexten und in Texten zu Zwecken der
Zeitangabe gebraucht.12

Die Tages- und Nachtstunden in den Tempeln der griechisch-römischen Zeit


Die Belege der Tages- und Nachtstunden in den Tempeln der griechisch-römischen Zeit sind
zahlreich. Es variieren Art und Ort der Anbringung. Insgesamt handelt es sich um 22 bekannte
Belege (siehe Anhang I).

5 Vgl. Assmann, Liturgische Lieder, 113–164; Graefe, Stundenritual; ders., in: Assmann et al. (Hgg.),
Thebanische Beamtennekropolen, 85–93; ders., in: Pischikova et al. (Hgg.), Thebes in the First Millennium
BC, 295–305; Griffin, in: Pischikova (Hg.), South Asasif Necropolis: 2012–2014; Quirke, Cult of Ra, 54–
58; Schenkel, in: MDAIK 31, 1975, 127–158; Thiers/Volokhine, Ermant I, 68–70. Vgl. zusammenfassend
Müller-Roth, Buch vom Tage, 536–540.
6 Vgl. Assmann, Liturgische Lieder, 160–161 mit Anm. 12; Daressy, in: ASAE 17, 1917, 197–208; Gasse, in:
BIFAO 84, 1984, 189–227; Pries, Nächtliche Stundenritual, 2–3; Quack, in: Falk (Hg.), Vom Herrscher zur
Dynastie, 33 sowie ders., in: Lepper (Hg.), Papyrussammlung, 165–187. Darüber hinaus bereitet J. F. Quack
derzeit zu diesem Thema eine neue Untersuchung vor.
7 Für eine ausführliche Auflistung der Quellen s. Graefe, Stundenritual und Griffin, in: Pischikova (Hg.), South
Asasif Necropolis: 2012–2014.
8 Graefe, Stundenritual.
9 Griffin, in: Pischikova (Hg.), South Asasif Necropolis: 2012–2014.
10 Quack, in: WdO 28, 1997, 177–181, bes. 180.
11 Vgl. Dümichen, in: ZÄS 3, 1865, 1. Zu den personifizierten Stundengöttinnen im Grabkontext siehe Quack,
in: Berlejung/Janowski (Hgg.), Tod und Jenseits, 615–616 und Sheikholeslami, in: Bareš et al. (Hgg.), Egypt
in Transition, 376–395.
12 Etwa in der Taharqastele von der Dashurstraße „(...) Sie [d.i. der König und seine Truppe] erreichten das
,Große Grüne‛ in der Stunde Wbn.t (1. TS) und sie kehrten um zur Residenz in der Stunde Mkt-nb=s (3. TS)
(...)“. Vgl. Altenmüller/Moussa, in: SAK 9, 1981, bes. 64, 67 und 74.

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Aufgrund der Listen mit variierenden Namen der Stunden und der Tatsache, dass innerhalb
der Tempeldekoration teilweise nur die Tages- oder die Nachtstunden, teilweise aber auch
beide zusammen tradiert werden, lassen sich verschiedene Gruppen differenzieren (siehe
Anhang II). Eine erste Kategorie bilden diejenigen Belege, in denen der Ritualtext der zwölf
Tagesstunden mit den dazugehörigen Illustrationen überliefert ist (= Typ I). Diese Szenen
beschränken sich auf die Tempel der griechisch-römischen Zeit. Sie bestehen aus zwölf
Tableaus, welche jeweils die Sonne in ihren verschiedenen Gestalten auf der Barke in ei-
ner Stunde des Tages zeigen. Außerdem ist jeweils die sie anbetende Barkenbesatzung: ein
Steuermann, ein Gott, der einen unter der Barke befindlichen Feind mit einem Speer durch-
bohrt, und schließlich eine Stundengöttin abgebildet.13 Dieser Belegtyp wurde hauptsächlich
auf Decken oder in Deckennähe angebracht, denn die Stunden gehören wie auch die Dekane,
die Planeten und die Konstellationen des Nordhimmels zum kanonischen Repertoire astrono-
mischer Darstellungen. Bevorzugter Anbringungsort sind die Decken im Pronaos und in der
Wabet sowie Räumlichkeiten, in denen ein Osiriskult durchgeführt wird.14
Im Vergleich zu den Tagesstunden sind die zwölf Nachtstunden nur in einer kleinen
Anzahl von Belegen überliefert (= Typ II). Alle teilen Charakteristika, die auch in den ande-
ren Quellen für die Darstellung der Nachtstunden typisch sind. Das sind die Abbildung der
Stundengöttinnen mit einem Stern auf dem Kopf (Beleg II.Ph-Ma) oder die Darstellung eines
Tores statt der Göttin (Beleg II.D).
Die dritte Gruppe kennzeichnet die Kombination der Tages- und Nachtstunden (= Typ III).
Hierbei sind die Darstellungen nicht von Ritualtexten begleitet. Die Texte nennen die Namen
der Stunden respektive die Stundenzahl und in manchen Fällen einen zur Stunde gehörigen
Schutzgott. Die Anbringung erfolgt immer symmetrisch zur Hauptachse des Tempels. Die
Tagesstunden wurden immer auf der Ostseite des Tempels angebracht, die Nachtstunden auf
der Westseite. Aber nicht nur an Decken oder in Deckennähe – auch hier lassen sich die Stunden
zu den Darstellungen der Himmelsphänomene zählen – sind die Tages- und Nachtstunden an-
zutreffen, sondern auch in weiteren Räumen oder Gebäuden, wie etwa in den Krypten oder im
Mammisi.15
Die früheste bisher bekannte Bezeugung der Stunden in einem Tempel der griechisch-römi-
schen Epoche datiert in die Regierungszeit Ptolemaios’ IV. Philopator (s.u. Beleg I.E-1), die
letzte wurde während der Herrschaft von Trajan, möglicherweise auch erst unter Commodus
angebracht.16 Die regionale Verteilung der Belege zeigt, dass die Tagesstunden (Typ I) in den
Tempelkomplexen von Edfu, Philae, Armant, Dendara, Kellis, Esna und Deir el-Haggar über-
liefert sind, während die Nachtstunden (Typ II) in denen von Philae und Dendera auftreten.
Die Kombination von beiden (Typ III) befindet sich in den Tempeln von Armant, Kom Ombo,
Dendara und Athribis.

13 Zu den einzelnen Formen des Sonnengottes in den bestimmten Stunden, der göttlichen Besatzung und weite-
ren Merkmalen s. Daressy, in: ASAE 17, 1917, 197–208. In dem Artikel fehlen jedoch die Darstellungen der
Decke des Pronaos von Esna (s.u. Beleg I.Es) als Vergleichsmaterial.
14 Vgl. dazu Pries, Stundenwachen, 28–29 und 34–35.
15 Vgl. vorherige Anmerkung.
16 S.u. Beleg I.Ke-Ma. Wenn die von Kaper, in: JEA 81, 1995, 184, Anm. 44 vorgeschlagene Datierung für die
Decke des Pronaos von Esna stimmt, wäre sie unter Commodus dekoriert worden.

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Zur Überlieferung der Tages- und Nachtstunden


Für die Überlieferung der Tages- und Nachtstunden existieren verschiedene Traditionen und
Vorlagen (siehe Anhang I und II), die sich vor allem in der Wahl der Namen äußern.17 In den
Tempeln der griechisch-römischen Zeit werden zwei Listen überliefert: Die erste ‒ hier als
Liste A bezeichnet ‒ zeigt die Namen für die 1. bis zur 4. sowie die 10. und 12. Tagesstunde
(TS) aus dem Stundenritual und dem Buch vom Tage (LdJ), in denen die Stunden cXot-nfrw-n-
Ro (1. TS), %srt-kkw (2. TS), (c)Hoot-b#w-nTrw-ptrt-HH (3. TS), cSpt-Xow (4. TS), WpSt-bs-sqddt-
Hpwt (10. TS) und $nmt-onX (12. TS) heißen. Diese Namensliste ist in Edfu (Beleg I.E-2) und
Dendara (Beleg III.D-4) zu finden. Diese Liste entspricht Liste A der Nachtstunden (s.u.).
Die zweite Liste der Tagesstunden ‒ hier als Liste B bezeichnet ‒ beinhaltet eine Serie von
Namen, die seit dem Neuen Reich belegt ist. Der älteste Beleg der sechs ersten Tagesstunden
der Liste B befindet sich auf der Sonnenuhr Berlin 19743.18 Danach werden sie hauptsächlich
im Funerärkontext angebracht und zwar auf Deckeln von Särgen und Sarkophagen sowie an
Decken von Gräbern – dem üblichen Anbringungsort derartiger Himmelsphänomene. Liste B
ist in den Tempeln öfter tradiert als Liste A.
Für die Nachtstunden lassen sich drei verschiedene Listen zusammenstellen. Liste A wird
mit der entsprechenden Liste A der Tagesstunden kombiniert. Liste A und B unterscheiden
sich nur in der Bezeichnung der ersten Stunde namens Nbt-Hryw (1. NS-Liste A) und Nbt-
THn (1. NS-Liste B), während die weiteren Stunden in beiden Listen übereinstimmen. Als
Liste C werden die Namen der ersten vier Nachtstunden verstanden, deren Namen durch
Präpositionalgefüge ausgedeutet werden, wie beispielsweise Mr-Xt=s m Nbt-THn „Merchetes
als die Herrin des Glanzes“ (1. NS).
Der größte Unterschied zu den Tagesstunden besteht darin, dass die Namen der Nachtstunden
nicht im Stundenritual bezeugt sind, sondern alle aus dem Buch der Nacht (LdN) stammen. In
Letzterem bezeichnen die Namen jedoch nicht die Stunden, sondern die Pforten, welche die
einzelnen Stunden voneinander trennen und welche die nächtliche Sonne durchqueren muss.
Die Schutzgötter sind die Vorsteher der Stunden im Buch der Nacht. Sie stehen am Ende der
jeweiligen Stunde vor der Pforte.

Die Disposition der Stunden im Athribistempel im Kontext der umliegenden Dekoration


In Athribis sind die Tagesstunden dreimal, die Nachtstunden einmal belegt. Der Anbringungsort
hier sind stets Türdurchgänge, genauer die Einziehungen bzw. Nischen der Türen auf der
Hauptachse des Tempels (s. Abb. 1). In allen Fällen wurden sie in den Textbändern zwischen
den typischen onX-w#s-nb-Friesen der Türschatten angebracht.19 Pro Seite standen ursprüng-
lich sechs Zeilen mit Inschriften.
Der Tempel von Athribis weist eine Süd/Nord-Ausrichtung auf. Wie in anderen Tempeln
mit ähnlicher Ausrichtung ist die Westhälfte die „bevorzugte“ Seite, denn der Westen liegt auf
der rechten Seite der im Sanktuar befindlichen Gottheit.20 Die Anordnung der Stunden folgt
diesem Prinzip, denn die Leserichtung zeigt, dass zuerst die Inschriften der westlichen und

17 Der vorliegende Beitrag versteht sich als Ergänzung zu dem ersten Versuch einer Sammlung der verschiedenen
Namenlisten der griechisch-römischen Tempeln von Dümichen, in: ZÄS 3, 1865, 1–4.
18 Vgl. ÄIB II, 309.
19 Zu diesen Ornamentalfriesen vgl. Kurth, Dekoration, 276–278 und Winter, Tempelreliefs, 90–94.
20 Dies gilt für den Tempel von Edfu, das Euergetestor in Karnak, die südlichen Tore von Koptos, das Mammisi
und den 1. Pylon von Philae und Kom Ombo. Vgl. dazu Athribis II, IX–XL; Dils, Dusch, 57–58; Zivie,
Deir Chelouit I, XV. Die Anordnung folgt somit nicht der üblichen Aufteilung der Tagesstunden, bei der die
Tagesstunden im Osten und die Nachtstunden im Westen stehen.

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dann die der östlichen Seite zu lesen sind. Die Stunden sind von unten nach oben angeordnet
und die Leserichtung verläuft von Außen nach Innen.
Der erste Beleg der Tagesstunden (Liste B)21 befindet sich im Durchgang von der Halle der
Neunheit in den ersten Sanktuarraum (C 2 – D 1). Trotz des schlechten Erhaltungszustandes
lassen sich die Reihenfolge der Stunden und die Textabfolge sicher rekonstruieren. Auf der
westlichen Seite befanden sich ursprünglich die ersten sechs Tagesstunden, inschriftlich er-
halten sind nur noch die 2. und 4. Stunde des Tages (C 2, 51):22 wnwt 2.t cSmt [...]„Die zweite
Stunde: ,die Leitende‛ [...]“ und wnwt 4.t cSt#t [...] „Die vierte Stunde: ,die Verbergende‛
[...]“. Auf der östlichen Seite waren die 7. bis 12. Stunde angebracht, wovon nur noch ein Teil
der Namen der 8. und 9. Stunde erhalten ist: wnwt 8.t Esrt-Xprw nTr [...] „Die achte Stunde:
,die mit erhabener Erscheinungsform‛. Der Gott [...]“ und wnwt 9.t Esrt[-sSt#...] „Die neunte
Stunde: ,Die mit erhabener [Gestalt‛ ...]“. Der erhaltene Textabschnitt der 8. Stunde erweckt
den Eindruck, dass der Aufbau des Textes demjenigen der anderen Durchgänge entspricht, wo
durch die Formulierung nTr |my=s der Schutzgott der entsprechenden Stunde angesprochen
wird (s.u.).
Im Durchgang vom zweiten zum dritten Sanktuarraum (D 2 – D 3) stehen ebenfalls die
Tagesstunden (Liste B); von den sechs Tagesstunden auf der westlichen Einziehung sind nur
die ersten drei erhalten:23 wnwt tpyt Wbnt nTr |my=s Cw smsw [...] „Die erste Stunde: ,die
Aufgehende‛. Der Gott, der in ihr ist, ist Schu, der Älteste [...]“, wnwt 2.t cSmt nTr |my=s Ow
|r wD n Ro r sb| pf „Die zweite Stunde: ,die Leitende‛. Der Gott, der in ihr ist, ist Hu, der den
Befehl des Re gegen jenen Rebell ausführt“, wnwt 3.t Mkt-nb=s nTr |my=s Cw [s#] Ro [...] „Die
dritte Stunde: ,die ihren Herrn schützt‛. Der Gott, der in ihr ist, ist Schu, [der Sohn] des Re,
[...]“. Die 7. bis 12. Tagesstunde waren auf der östlichen Türeinziehung angebracht; erhalten
ist nur noch ein Teil des Textes der 9. Stunde: wnwt 9.t Esrt-sSt# nTr |my=s Or [...] „Die neunte
Stunde: ,die mit erhabener Gestalt‛. Der Gott, der in ihr ist, ist Horus [...]“. Die Textstruktur ist
deutlich: Auf die Nennung der Stundenzahl folgen der Name der Stunde und die Erwähnung
des in der jeweiligen Stunde befindlichen Gottes mit seinen Epitheta.
Eine weitere Gruppe von Tagesstunden (Liste B) stellt die Version am rückseitigen Eingang
des Tempels dar, dabei handelt es sich um die Tür, die von der Außenmauer (M 2) zum nörd-
lichen Bereich des Säulenumgangs (L 2) führt. Dieser Durchgang öffnet sich zu den drei nach
Norden ausgerichteten und dementsprechend von dort zu betretenden Kapellen (K 1–K 3). Von
der Tür steht nur noch ein Teil der westlichen Seite. Trotz des schlechten Erhaltungszustands
lassen sich Rückschlüsse auf die ursprüngliche Dekoration ziehen. In der untersten Zeile steht
die typische Formulierung einer Türdekoration, die von innen nach außen zu lesen ist. Sie
umfasst die Einleitungsformel onX nTr nfr und den Namen des Kaisers Tiberius. In der Zeile
darüber verläuft die Leserichtung umgekehrt von außen nach innen. Hier steht wnwt 2.t cSmt
[...] „Die zweite Stunde: ,die Leitende‛ [...]“. Eine Hypothese wäre, dass die erste Stunde auf
der östlichen Seite eingraviert war, was in diesem Fall für eine alternierende Lesung von Seite
zur Seite sprechen würde.24 Zumindest wäre dies eine Erklärung dafür, dass der Text hier mit
der 2. Tagesstunde beginnt. Auf jeden Fall wäre genug Platz gewesen, um alle 24 Stunden
anbringen zu können. Der mutmaßliche Beginn auf der Ostseite widerspricht nicht der oben
gemachten Aussage, da im hinteren Teil des Tempels die Blickrichtung der Gottheit aufgrund

21 Siehe Anhang I.
22 Athribis II, 436–438, Tf. 55 und 58.
23 Athribis II, 541 und Taf. 133 und 135.
24 Für eine solche Leseabfolge vgl. beispielsweise Ventker, in: Rickert/Ventker (Hgg.), Altägyptische
Enzyklopädien I, 455.

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der entgegengesetzten Ausrichtung der drei rückwärtigen Kapellen wechselt. Kurz gesagt be-
deutet das, dass der Osten hier die bevorzugte rechte Seite darstellt.
Nun zu dem Beleg der Nachtstunden (Liste A/B): Die Nachtstunden befinden sich im
Durchgang vom ersten zum zweiten Sanktuarraum (D 1 – D 2).25 In der Anordnung folgen sie
dem Muster der Tagesstunden: Zu lesen ist von unten nach oben beginnend auf der westlichen
Seite. Eindeutig identifizierbar sind nur noch die 2. und die 9. Stunde: wnwt 2.t [c]ort-nb=s
[...] „Die zweite Stunde: ,die ihren Herrn emporsteigen [lässt‛ ...]“ und [... Nbt-]snD ,[... Die
Herrin] der Furcht‛.
In zwei Fällen, der Tür vom ersten zum zweiten Sanktuarraum (D 1 – D 2) und der Tür vom
zweiten zum dritten Sanktuarraum (D 2 – D 3), sind sowohl die Textzeilen der Stunden als
auch die onX-w#s-nb-Friese von einer Farbleiter umrahmt.
Der rückwärtige Eingang des Tempels (M 2 – L 2) weist kein von der restlichen Dekoration
abgesetztes Soubassement auf, sondern die Dekoration (Friese und Texte) umfasst die ganze
Fläche bis zum Boden – wie auch bei den Türschatten anderer Tempeln üblich.26 Dagegen sind
die Soubassements unterhalb der Dekoration in den Einziehungen der Durchgänge von C 2 nach
D 1, von D 2 nach D 3 und wahrscheinlich auch D 1 nach D 2 mit einem Sumpfpflanzenfries
versehen.27 Es ist anzunehmen, dass wie in den anderen Durchgängen im Tempel ein xkr-Fries
als oberes Abschlusselement diente.28

Die Anbringung der Stunden im Athribistempel im Vergleich mit anderen Tempeln


Im Gegensatz zu den Darstellungen der Stunden in anderen zeitgenössischen Tempeln, die an
Decken respektive in Deckennähe angebracht sind, teilen sich die Tages- und Nachtstunden im
Tempel von Athribis nicht symmetrisch zur Hauptachse des Tempels in zwei Hälften, das heißt
eine östliche für die Stunden des Tages und eine westliche für die der Nacht. Sie werden zudem
ausschließlich namentlich erwähnt, Darstellungen ihrer Personifikationen fehlen. Eine weitere
Besonderheit in Athribis ist, dass auch die Schutzgötter der Tagesstunden durch nTr |my=s +
Gottesname eingeleitet werden,29 womit – das belegen die Beispiele aus den anderen Tempeln
– sonst stets nur die Nachtstunden eingeleitet werden,30 statt der für das Stundenritual üblichen
Formel oHo=s n + Gottesname.31 Die Formulierung nTr |my=s als Einleitung der Schutzgötter der
Nachtstunden ist ferner auch im sogenannten Tebtynis-Onomastikon zu finden,32 wo mehrere
Listen der Namen der Tages- und Nachtstunden überliefert sind. Dort werden die Tagesstunden
durch die für das Stundenritual übliche Formulierung oHo=s n + Gottesname eingeleitet und

25 Vgl. Athribis II, 476–477, Tf. 117 und 120.


26 Vgl. zusammenfassend mit zahlreichen Beispielen Dils, in: Rickert/Ventker (Hgg.), Altägyptische Enzy­klo­
pädien II, 894–895.
27 Die Tür von D1 zu D 2 ist in diesem Bereich nicht erhalten. Trotzdem war auf jeden Fall auf Grund der Höhe
der Anbringung der Texte eine Dekoration vorhanden (vgl. die Rekonstruktionsskizze Athribis II, 469). Mit
höherer Wahrscheinlichkeit war hier ebenfalls ein Sumpfpflanzenfries angebracht. Ein Sumpfpflanzenfries
unterhalb der Türeinziehungsdekoration ist ebenfalls am Muttor von Karnak zu finden. Vgl. dazu Dils,
in: Rickert/Ventker (Hgg.), Altägyptische Enzyklopädien II, 895 mit Anm. 128 und 894–895 zu dieser
Dekoration allgemein.
28 Wie z.B. der Türschatten der östlichen Tür von C 1 nach C 3 (Athribis II, 137 mit Tf. 137), von C 3 nach D 2
(Athribis II, 489 mit Tf. 83) oder von E 1 zu C 1 (Athribis II, 19 mit Tf. 31).
29 Vgl. Osing, Hieratische Papyri aus Tebtunis, 198. In den Stundenwachen ist die Einleitung folgendermaßen
formuliert: nTr m wnwt tn m s# nTr pn Gottesname und |myw wnwt=sn. Vgl. dazu Pries, Nächtliche Stundenritual,
1 mit Anm. 1 sowie ders., Stundenwachen, z.B. 69 und 100, Anm. a.
30 Vgl. Beleg III.D-5.
31 Vgl. Graefe, Stundenritual. Zu dieser Formel vgl. Assmann, Liturgische Lieder, 123–124, Anm. 4 mit zahlrei-
chen Beispielen.
32 Osing, Hieratische Papyri aus Tebtunis, 200–203.

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die Nachtstundengötter durch nTr |my=s. Athribis ist das einzige bekannte Beispiel, wo die
Tagesstunden mit dieser Formel eingeleitet werden.

Zuletzt sind einige kurze Bemerkungen zur Positionierung der Dekoration in anderen
Heiligtümern anzuführen, die mit den Belegen aus Athribis inhaltliche oder konzeptionelle
Ähnlichkeiten aufweisen:
Auch im Tempelbezirk von Philae sind die Nachtstunden an Türdurchgängen oder in de-
ren Nähe zu finden.33 Einmal finden sie sich am Nordtor der zweiten östlichen Kolonnade
des Haupttempels. Sie sind dort im Türschatten neben den onX-w#s-nb-Friesen dargestellt. Es
handelt sich hier um in Register aufgeteilte, bildliche Darstellungen mit Nennung der Namen
in den Beischriften. Ein weiteres Mal finden sie sich auf den Laibungen der Öffnung über den
Schranken der Ostaußenwand des Mammisi. In keinem der beiden Fälle ist die Stundenzahl
oder der Schutzgott erwähnt.
Vom Aufbau her die nächste Parallele zu den Belegen in Athribis stellt die Türeinziehung
der ersten östlichen Dachkapelle des Tempels von Dendara dar.34 Hier gibt es fünf Register
mit onX-w#s-nb-Friesen. Sie alternieren mit Textzeilen, welche die ersten fünf Stunden des
Tages nennen. Die Stunden werden dabei nicht mit ihrem Namen erwähnt oder dargestellt. Die
Leserichtung der Stunden erfolgt von unten nach oben, und – im Gegensatz zu den erhaltenen
Texten in Athribis – von innen nach außen. Es handelt sich hier allerdings um ein weiteres in
Stunden aufgeteiltes Ritual zum Schutz des Onnophris, das in den ersten fünf Stunden des
Tages stattfand. Darin wird die Neunheit des Re angerufen, in Paaren jede Stunde zu bewa-
chen und vor Feinden zu schützen.
Die Stunden in Athribis, die Nachtstunden in Philae und das Ritual zum Schutz des Onnophris
in der Dachkapelle in Dendara, die alle an Durchgänge oder in deren Nähe zu finden sind,
beruhen wahrscheinlich auf einem weiteren bekannten Ritual, das an den Durchgängen der
Geburtshäuser von Edfu und Dendara überliefert ist und von dem auch eine Version in einem
Ritualhandbuch in Kairo existiert: „Das nächtliche Stundenritual zum Schutz des Königs“.35
Dabei handelt es sich um eine mögliche Adaption eines ursprünglichen königlichen Rituals,
dessen Hauptfunktion der Schutz des Königs ist. Der Aufbau zeigt die in Register aufgeteilten
Nachtstundengöttinnen mit einem Stern auf dem Kopf, die von dem Text zu der jeweiligen
Stunde flankiert werden. Der Schutz an den Eingängen eines Heiligtums, der durch die in
Stunden aufgeteilten Rituale und zugehörigen Stundengöttinnen gewährleistet wird, scheint
also nicht selten gewesen zu sein. Tempeltüren und Fensteröffnungen stellten eine potenziell
gefährliche Stelle dar. Daher sind sie des Öfteren mit apotropäischen Texten und Bildern de-
koriert. Die Tages- und Nachtstunden gehörten offensichtlich zu diesem Repertoire.36 Die
Stunden erscheinen auch sonst im Tempelkontext und in den anderen Quellen als Bestandteil
des Dekorationsprogramms der astronomischen Phänomene, wobei ihre schützende Funktion
unbestreitbar ist. Insbesondere scheinen sie zum Dekorationsprogramm der Geburtshäuser
und der Räumlichkeiten zu gehören, die eine Verbindung zu Osiris aufweisen.
Die Funktion der Stunden, der Stundengöttinnen sowie ihrer Schutzgötter im Tempel von
Athribis besteht darin, die Türen der Hauptachsen abzuschirmen. Dabei schützen sie den hin-
teren Eingang zum Tempel und die Sanktuarräume, während etwa die Tür vom Opfersaal

33 Vgl. die Belege II.Ph und II.Ph-Ma.


34 D X, 3, 4–15 und Taf. 7 und 17.
35 Vgl. die Bearbeitung von Pries, Nächtliche Stundenritual.
36 Vgl. besonders die Ritualanweisung des pKairo 58027 bei Pries, Nächtliche Stundenritual, 80–84 und die
Beiträge von H. Kockelmann und M. Kühnemund in diesem Band.

Der Tempel als ritueller Raum_Buch.indb 479 03.02.17 18:38


480 Carolina Teotino

zur Halle der Neunheit (C 1 – C 2) eine übliche Türschattendekoration mit Nennung des
Königs aufweist. Weitere Türen der Hauptachse sind leider derart zerstört, dass sich heute
keine Aussage mehr darüber treffen lässt, ob sie eine vergleichbare Dekoration aufwiesen.37
Der Grund für die unkonventionelle Platzierung der Stunden und ihrer Schutzgötter in einem
Haupttempel könnte in Athribis dadurch zu erklären sein, dass in Athribis auch sonst – etwa
mit den drei Sanktuaren oder dem Säulenumgang – architektonische, aber auch dekorative
Elemente eines Mammisis zu erkennen sind.38 Jedoch ist noch nicht geklärt, ob es sich bei dem
Tempel um ein Geburtshaus, einen Haupttempel oder eine Kombination von beiden handelt,
wo der Kindgott eine große Rolle spielt. Allerdings gibt es nicht nur Gemeinsamkeiten zwi-
schen der Dekoration im Tempel von Athribis und derjenigen der Mammisis, denn zahlreiche
Aspekte der Dekoration kommen aus einem osirianischen Kontext. Prominent erscheint diese
Thematik etwa in den Bandeauinschriften des Sanktuarumgangs.39

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass in Athribis in den Durchgängen der Hauptachse
eine Anrufung an die Stunden des Tages und der Nacht mit Stundenanzahl, -name und
Schutzgott vertreten ist, wobei Anbringungsort und Funktion Parallelen zu anderen aus
den Geburtshäusern und der Dachkapelle in Dendara bekannten Kompositionen mit einer
Einteilung in Stunden aufweisen.
Anhang I: Chronologisch angeordnete Belegliste nach Art der Gestaltung der Texte und
Darstellungen des Stundenrituals sowie der Tages- und Nachtstunden in den
Tempeln der griechisch-römischen Zeit

Typ I: Die Tagesstunden

Beleg I.E-1
Horustempel von Edfu, Decke der Wabet (P). Datierung: Ptolemaios IV. Philopator (221‒205
v. Chr.). Publikation: E IX, Taf. 33c. Literatur: Coppens, Wabet, 149 und 200–201; Daressy,
in: ASAE 17, 1917, 197–208.
Die Darstellung der ausgestreckten Nut umgibt die Tableaus der zwölf Tagesstunden. Ihre
Hände sind nach Osten, ihre Füße nach Westen ausgerichtet. Im Osten befinden sich die ersten
sechs, im Westen die folgenden sechs Stunden, die jeweils von Süden nach Norden zu lesen
sind.40 Zu erkennen sind dabei die gemeinsamen Elemente, die für diesen Darstellungstyp
aller zwölf Tagesstunden charakteristisch sind: Die Darstellung der Sonne in ihren verschie-
denen Gestalten; die sie anbetende Besatzung der Barke mit dem Steuermann, Month, Horus,
Sia, Hu oder Sopdu, einem Gott, der einen unter der Barke befindlichen Feind mit dem Speer

37 Der seitliche Eingang von M 3 nach L 3 (vorläufige Szenennummer M 3, 105) wird etwa durch die Nennung
der Horuskinder in der Türschattendekoration geschützt.
38 Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang etwa der Durchgang von der Halle der Neunheit zum ersten
Sanktuarraum. Wie bereits gezeigt, wurden dort auf der Türeinziehung die Tagesstunden angebracht. An den
Türlaibungen befinden sich auf mindestens sechs Register veteilt die Götter von Chemmis, die sonst nur in den
Geburthäusern von Dendara, Edfu und Philae belegt sind (siehe hierzu Athribis II, IX–XL, bes. XXVI–XXVII;
Leitz, in: BSFÉ 172, 2008, 32–52 und Mendel, in: Rickert/Ventker [Hgg.], Altägyptische Enzyklopädien
II, 819–840). Weitere Erwähnungen zum Schutz des Gotteskindes im Chemmis befinden sich im Durchgang
vom ersten zum zweiten Sanktuarraum. Zu den architektonischen Elementen vgl. beispielsweise Borchardt,
Tempel mit Umgang, 11.
39 Vgl. Athribis II, 125–129.
40 Die Angabe bei Coppens, Wabet, 149, dass die Stunden von Norden nach Süden zu lesen sind, ist zu korrigieren.

Der Tempel als ritueller Raum_Buch.indb 480 03.02.17 18:38


Die Tages- und Nachtstunden im Tempel von Athribis 481
trifft, und zuletzt die Stundengöttin. Der begleitende Text informiert über die verschiedenen
Erscheinungsformen des Sonnengottes.

Beleg I.E-2:
Horustempel von Edfu, Fries des Pronaos (C’). Datierung: Ptolemaios VIII. Euergetes
II. (145‒116 v. Chr.).41 Publikation: E III, 213, 13‒229, 3 und E IX, Taf. 70–73. Literatur:
Assmann, Liturgische Lieder, 113–164; ders., ÄHG, 97–105; Daressy, in: ASAE 17, 1917,
197–208; Graefe, Stundenritual; Kurth, Treffpunkt der Götter, 134–136.
Bei dem Beleg handelt es sich um die einzige vollständige Version der späten Tempel. Die
Decke selbst ist bis auf den Bereich der Mittelachse nicht dekoriert; die astronomischen
Darstellungen befinden sich am oberen Bereich der Wände. Die Komposition zeigt zwölf
Tableaus mit den kosmographischen und liturgischen Abschnitten des zugehörigen Ritualtextes
und dessen Vignetten.42 Jedes einzelne ist einer Stunde gewidmet. Der Anfang mit der ersten
Stunde des Tages befindet sich auf der östlichen Seite der Südwand. Wieder sind die typischen
Elemente dieses Darstellungstyps erkennbar (s. dazu Beleg I.E-1). Oberhalb der Barke sind
vier Zeilen mit dem kosmographischen Teil des Textes angebracht; der Textabschnitt oberhalb
des vor der Barke stehenden Königs enthält den liturgischen Abschnitt.

Beleg I.E-3
Horustempel von Edfu, bandeau de la frise der Bibliothek (E’). Datierung: Ptolemaios VIII.
Euergetes II. (145‒116 v. Chr.). Publikation: E III, 345, 11‒13; 345, 7‒9 und E IX, Tf. 82.
Literatur: Block, in: RdÉ 60, 2009, 195–198; Kurth, Treffpunkt der Götter, 134–136.
Der hymnische Text der oberen Bandeauinschrift ist aus dem Anfang des liturgischen Teiles
der Texte zu den jeweiligen Tagesstunden des Stundenrituals mit seinen Anrufungen zusam-
mengesetzt worden.

Beleg I.Ph
Isistempel von Philae, Decke des Pronaos. Datierung: Ptolemaios VIII. Euergetes II. (154–116
v. Chr.). Publikation: Bénédite, Philae, 135, 15–17 und Tf. 47–50; Photo Berlin 1239–1240
und 1243–1246. Literatur: Daressy, in: ASAE 17, 1917, 197–208.
An der Decke des Pronaos im Tempel von Philae sind vom Text des Stundenrituals nur der
liturgische Teil der 1. Tagesstunde überliefert sowie die Darstellungen der Sonnenbarken ohne
weitere Beischrift. Zu sehen sind mehrere Tableaus (I, II, I’ und II’), in denen jeweils verschie-
dene Barken zusammen mit weiteren Himmelsphänomenen dargestellt sind.

Beleg I.Ar
Tempel von Armant, Westwand der Krypta Nr. 1. Datierung: Ptolemaios XII. Neos Dionysos
(80‒51 v. Chr.). Publikation: Thiers/Volokhine, Ermant I, 33–35 (Text Nr. 5), 18 mit Abb. 19
und Fig. 48.
Auf der Westwand der Krypta Nr. 1 des Tempels von Armant befindet sich der in 34 Kolumnen
aufgeteilte Text der Tagesstunden. Es handelt sich um eine hymnische Komposition, in der

41 Die Dekoration erfolgte zwischen den Jahren 48 und 54 Ptolemaios’ VIII. (123/122‒116 v. Chr.). Vgl. Thiers/
Volokhine, Ermant I, 68 Anm. 191 für Literaturverweise.
42 Die Kombination des kosmographischen mit dem liturgischen Abschnitt ist zurzeit neben Edfu nur noch als
unvollständige Version aus Medinet Habu bekannt. Vgl. Medinet Habu IV, Taf. 422; Assmann, Liturgische
Lieder, 159‒160 mit Anm. 2.

Der Tempel als ritueller Raum_Buch.indb 481 03.02.17 18:38


482 Carolina Teotino

die Namen der Stunden und deren Schutzgottheiten ausgelassen sind. Der Text umfasst mit
der 1., 2., 6., 7., 9. und 10. Stunde lediglich sechs Stunden, von denen nur der liturgische Teil
überliefert ist. Der Text läuft parallel zu der vollständigen Version in Edfu (Beleg I.E-2).43 Die
Auswahl der Stunden markiert die wichtigsten Phasen des Sonnenzyklus: In der 1. Stunde geht
Re-Chepre auf, die 2. informiert von seinem Erscheinen und seiner Macht, die 6. beschreibt
Chepre als Schöpfergott, die 9. ist eine Anrufung an Re und seine Macht am Himmel und in
der 10. Stunde werden die Götter angerufen, die Re während seiner Nachtfahrt begleiten.44 Die
Dekoration auf der Ostwand ist nicht erhalten. Es steht zu vermuten, dass sich dort entweder
die fehlenden sechs Stunden des Tages oder ein Pendant mit einer Auswahl der Nachtstunden
befanden.45

Beleg I.D-1
Hathortempel von Dendera, Decke der zweiten östlichen Dachkapelle. Datierung: Kleopatra
VII. (51‒30 v. Chr.). Publikation: D X, 165, 4‒172, 12 mit Tf. 60 und 86. Literatur: Daressy,
in: ASAE 17, 1917, 197–208.
Im Aufbau ähnelt die Version derjenigen im Pronaos des Tempels von Edfu (s.o. Beleg I.E-2).
Jedoch wurde nur der Anfang des liturgischen Abschnittes beigefügt. Zu erkennen sind die
gemeinsamen Elemente, die für diesen Darstellungstyp aller zwölf Tagesstunden charakteris-
tisch sind (s. dazu Beleg I.E-1).

Beleg I.D-2
Hathortempel von Dendera, Travée Ost I der Decke des Pronaos (G’). Datierung: Claudius
(41‒54 n. Chr.). Publikation: D XV, 8, 4‒9, 2 mit Tf. 6. Literatur: Daressy, in: ASAE 17, 1917,
197–208.
Zu erkennen sind die gemeinsamen Elemente, die für diesen Darstellungstyp aller zwölf
Tagesstunden charakteristisch sind: Die Darstellung der Sonne in ihren verschiedenen
Gestalten; die anbetende Besatzung der Barke; ein Steuermann; ein Gott, der einen unter der
Barke befindlichen Feind mit dem Speer durchbohrt, und schließlich die Stundengöttin.

Beleg I.Ke-Ma
Mammisi von Kellis, Sanktuar. Datierung: Trajan (98‒114 n. Chr.). Publikation: Kaper, Tutu,
288–289 (R-70).
Die Tagesstunden befanden sich auch im innersten Raum des Mammisis von Kellis, wo die
Schutzgötter des nächtlichen Stundenrituals zum Schutz des Königs dargestellt sind.46

Beleg I.Es
Tempel von Esna, Travée C und D der Decke des Pronaos. Datierung: römische Zeit (ohne
genannten Herrscher).47 Publikation: Esna IV, 416, 417 und 437. Literatur: von Lieven, Himmel
über Esna, 81, 88, 137–139.
In den drei Tableaus sind die Barken des Sonnenlaufs dargestellt, begleitet von den jeweiligen
Stundengöttinnen. Von den Namen sind leider nur noch Reste der Vorzeichnungen erhalten,

43 Vgl. Thiers/Volokhine, Ermant I, 70.


44 Vgl. Thiers/Volokhine, Ermant I, 70.
45 Vgl. Thiers/Volokhine, Ermant I, 69–70.
46 Kaper, Tutu, (R-54).
47 Eventuell unter Commodus (180 – 192 n. Chr. ) dekoriert. Siehe Kaper, in: JEA 81, 1995, 184, Anm. 44.

Der Tempel als ritueller Raum_Buch.indb 482 03.02.17 18:38


Die Tages- und Nachtstunden im Tempel von Athribis 483
die sich meist nicht zuordnen lassen. Die Stundengöttinnen sind in zwei Gruppen à sechs
Göttinnen angeordnet, die zwischen den Sonnenbarken dargestellt sind.

Beleg I.DeH
Tempel von Deir el-Haggar, drittes Register der Decke des Sanktuars. Datierung: Römische
Zeit. Publikation: Kaper, in: JEA 81, 1995, 176 und 184–185.
Die Barken des Sonnenlaufs sind in einer ähnlichen Art und Weise wie im Tempel von Esna
(s.o. Beleg I.Es) dargestellt. Sie werden von den jeweiligen Stundengöttinnen begleitet. Jedoch
sind nicht alle Barken abgebildet, sondern lediglich eine Auswahl.

Typ II: Die Nachtstunden

Beleg II.Ph-Ma
Mammisi von Philae, Laibungen über den Schranken der Ostaußenwand des Umgangs, Süd-
und Nordende. Datierung: Ptolemaios XII. Neos Dionysos (80‒51 v. Chr.). Publikation: Philä
II, 252. Literatur: Dümichen, in: ZÄS 3, 1865, 1–4 (Beleg I.H.).
Die personifizierten Nachtstunden sind auf beiden Seiten in drei Register mit jeweils zwei
Göttinnen aufgeteilt. Während die Beinamen der 1. bis 6. Nachtstunde auf der nördlichen
Laibung fehlen, sind diejenigen der 7. bis 12. Stunde auf der südlichen vollständig vertreten.
Die Lesung erfolgt von unten nach oben und von außen nach innen. Diese Lesefolge ist auch
für die unfertige Südseite anzusetzen.48

Beleg II.Ph
Isisempel von Philae, Nordtor der zweiten östlichen Kolonnade, Durchgang, westlicher
Rücksprung, südliche Hälfte. Datierung: Ptolemaios XII. Neos Dionysos (80‒51 v. Chr.).
Publikation: Philae III, 62. Literatur: Dümichen, in: ZÄS 3, 1865, 1–4 (Beleg I.G.).
Die personifizierten Nachtsstunden befinden sich im Durchgang, der vom Bereich zwischen
dem Tempel und der Lehmziegel-Umfassungsmauer in den Hof zwischen 1. und 2. Pylon
führt. Sie sind in vier Registern aufgeteilt und mit einem Stern auf dem Kopf dargestellt.

Beleg II.D
Hathortempel von Dendera, westliches und östliches Fenster der 2. westlichen Dachkapelle.
Datierung: Kleopatra VII. (51‒30 v. Chr.). Publikation: D X, 317‒318; Tf. 182‒183 und
211‒212. Literatur: Cauville, Chapelles osiriennes. Commentaire, 155.
In sechs Tableaus sind zwölf Türen mit einem zugehörigen Schutzgott dargestellt, der hin-
ter ihnen steht. Sie schmücken die Innenseite der Fenster zwischen der ersten und zweiten
Dachkapelle. Die Stundengöttinnen selbst sind in diesem Fall nicht dargestellt. Oberhalb der
Türen sind stets eine Anzahl Sterne für die verschiedenen Stunden dargestellt, und im Inneren
der Türen sind teilweise verschiedene Objekte abgebildet. Unterhalb dieses Tableaus befinden
sich Opferszenen des Königs an Osiris, Sokar und einmal – unter der zweiten Stunde – an eine
schlangengestaltige Figur.

48 Die Stunden sind neben anderen apotropäischen Bildern angebracht. Im unteren Bereich der Einziehungen
befindet sich je eine Szene: Nordseite: ein hockender Löwe mit Messer und Flagellum; Südseite: eine Szene
der Libation und Räucherung vor Imhotep als Sternenkundiger. Vgl. Pries, Nächtliche Stundenritual, 15 mit
Anm. 92.

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484 Carolina Teotino

Typ III: Kombination der Tages- und Nachtstunden

Beleg III.Ar-Ma
Mammisi von Armant. Datierung: Ptolemaios X. Alexander I. (107–88 v. Chr.). Publikation:
PM V, 155–156 (27–28); Champollion, Monuments II, 145 (oct), Nr. 3.
Im Sanktuar waren die Personifikationen der Tages- und Nachtstunden im Rahmen der Geburts-
und Stillszenen abgebildet. An der Südwand waren die Tagesstunden in drei Registern auf-
geteilt und mit einer Sonnenscheibe gekrönt; die Nachtstunden waren entsprechend an der
Nordwand mit einem Stern in einer Scheibe als Kopfbedeckung zu sehen.

Beleg III.KO
Tempel von Kom Ombo, Soffitten der Architrave der Decke im Pronaos (A). Datierung:
Ptolemaios XII. Neos Dionysos (80‒51 v. Chr.). Publikation: KO 316‒318 und 322‒324.
Literatur: EAT III, 69–70 und Tf. 31.
Auf sechs Soffitten der Architrave der Decke des Pronaos sind paarweise die Göttinnen der
Tages- (KO 322‒324) und der Nachtstunden (KO 316‒318) dargestellt. Alle sind mit einem
Stern in einer Scheibe auf dem Kopf abgebildet. Ikonographisch ist dabei kein Unterschied
zwischen den Stunden des Tages und der Nacht zu erkennen. Die 9. bis 12. Tagesstunden
sind unbeschriftet geblieben, die Namen der 5. und 6. Nachtstunden sind vollständig zerstört.
Dieser Beleg stellt insofern eine Besonderheit dar, als die einzelnen Stunden einem Dekan der
Tanis-Familie zugeordnet sind, dessen Name jeweils vor den Beinen der Göttinnen angebracht
wurden. Hinter ihnen ist pro Soffitte eine vergleichsweise große Textkolumne angebracht, die
teilweise deren Schutzgötter nennt. Die Schutzgötter der Nachtstunden – eingeleitet durch nTrw
|my=sn „Die Götter, die in ihr sind“ – sind in den senkrechten daneben stehenden Inschriften
genannt.49

Beleg III.D-1
Hathortempel von Dendara, Krypta Nr. 2 Ost (Raum C). Datierung: Kleopatra VII. (51‒30 v.
Chr.). Publikation: D V, 95, 11‒17 und Tf. 392 und 396. Literatur: Dümichen, in: ZÄS 3, 1865,
1–4 (Beleg I.F.); Waitkus, Krypten, 256.
In zwei übereinander angeordneten Registern sind die Personifikation der Tages- und der
Nachtstunden dargestellt. Das untere Register zeigt hintereinander die zwölf Göttinnen der
Nachtstunden mit einem Stern auf dem Kopf, das obere lediglich die 6. bis 12. Tagesstunde
mit Sonnenscheibe auf dem Kopf. Eine Erklärung, wieso die 1. bis 5. Tagesstunde ausgelassen
wurden, lässt sich nicht geben.50

Beleg III.D-2
Hathortempel von Dendera, Decken der Fenster zwischen der ersten und der zweiten östlichen
Dachkapelle. Datierung: Kleopatra VII.; Publikation: D X, 162, 4–14 mit Tf. 58 und 84.
Literatur: Dümichen, in: ZÄS 3, 1865, 1–4 (Beleg I.E.).
Beide Szenen zeigen dieselbe Anordnung: Oben sind sechs Stundengöttinnen dargestellt, die
vor ihnen befindliche Sonnenscheiben anbeten, in denen die Namen der ersten sechs Tages-

49 Diese Formel wird auch beim Beleg III.D-5 verwendet (s.u.).


50 Waitkus, Krypten, 256 schlägt vor, dass die Stunden ausgelassen wurden, weil sie in der Türeinziehung der
ersten östlichen Dachkapelle des Tempels von Dendara schon genannt sind.

Der Tempel als ritueller Raum_Buch.indb 484 03.02.17 18:38


Die Tages- und Nachtstunden im Tempel von Athribis 485
bzw. Nachtstunden eingraviert sind. Darunter sind jeweils die Tages- und die Nachtbarke
abgebildet.

Beleg III.D-3
Hathortempel von Dendera, Mittlerer Wasserspeier der Ost- und Westwand, Inschriften unter
dem Wasserspeier. Datierung: Augustus (30 v. Chr. ‒ 14 n. Chr.). Publikation: D XII, 317,
12‒17 und Tf. 188. (D-2.a). Literatur: Dümichen, in: ZÄS 3, 1865, 1–4 (Beleg I.C.); Ventker,
Der Starke auf dem Dach, 67–69 (D-2.a und D-2.b) und 113–117.
Unter den jeweils mittleren Wasserspeiern der Ost- und Westwand befinden sich zwei zusam-
menhängende Texte, welche die 24 Stundengöttinnen namentlich aufführen. Hier wird die
Abwehr und Vernichtung der Feinde thematisiert sowie auf den Schutz und die Bewachung
seitens der löwengestaltigen Wasserspeier während des ganzen Tages verwiesen.

Beleg III.D-4
Hathortempel von Dendera, Mittlerer Wasserspeier der Ost- und Westwand, Inschriften unter
dem Wasserspeier. Datierung: Augustus (30 v. Chr. ‒ 14 n. Chr.). Publikation: D XII, 335, 18 ‒
336, 3 und Tf. 188. (D-2.a). Literatur: Dümichen, in: ZÄS 3, 1865, 1–4 (Beleg I.C.); Ventker,
Der Starke auf dem Dach, 98–99 (D-7.a und D-7.b) und 113–117.
Parallel zum vorherigen Beleg (s.o. Beleg III.D-3) sind hier zwei Texte angebracht, die von
der Abwehr und Vernichtung der Feinde handeln sowie von dem Schutz und der Wachsamkeit
der Wasserspeier während der Tages- und Nachtstunden.

Beleg III.D-5
Hathortempel von Dendera, unterer Sockel der Wasserspeier; Unterseite. Datierung: Augustus
(30 v. Chr. ‒ 14 n. Chr.). Publikation: D XII, 318, 17‒19; 324, 17‒19; 328, 2‒4; 332, 7‒9; 339,
2‒4, Tf. 179‒180, 184, 187, 191, 194, 202‒204, 206, 210, 218. Literatur: Dümichen, in: ZÄS
3, 1865, 1–4 (Beleg I.D.); Ventker, Der Starke auf dem Dach, 61, 66, 73, 81–82, 85, 89, 97,
103 und 113–117 (D-1 ‒ D-8).
An den Unterseiten der unteren Sockel der acht löwengestaltigen Wasserspeier der
Außenwand des Tempels von Dendara befinden sich jeweils drei Stundengöttinnen. Somit
sind alle 24 Stunden vertreten: Die Tagesstunden befinden sich wie zu erwarten auf der Ost-,
die Nachtstunden auf der Westhälfte des Tempels. Pro Wasserspeier sind drei hintereinan-
derstehende Göttinnen abgebildet, die der Tagesstunden mit einer Sonnenscheibe und die
der Nachtstunden mit einem Stern auf dem Kopf. Nicht alle sind mit Beischriften versehen.
Ausgerichtet sind sie alle nach Südwesten.51 Die Nachtstunden werden zusätzlich von ihren
Schutzgöttern begleitet, die hier jeweils durch nTr |my=s „Der Gott, der in ihr ist“ eingeführt
werden.

Beleg III.D-6
Hathortempel von Dendara, zweites östliches und westliches Travée des Pronaos (G’).
Datierung: Claudius (41‒54 n. Chr.). Publikation: D XV, 15, 11 ‒ 16, 8; D XV, 38. Literatur:
Dümichen, in: ZÄS 3, 1865, 1–4 (Beleg I.A.).
In einer Aneinanderreihung stehen im Osten die personifizierten Stunden des Tages mit ei-
ner Sonnenscheibe auf den Kopf. Hinter ihnen befinden sich die zugehörigen Repräsentanten
der Schutzgottheiten der jeweiligen Stunde. Beide Gruppen von Personifikationen wurden
51 Vgl. Ventker, Der Starke auf dem Dach, 61.

Der Tempel als ritueller Raum_Buch.indb 485 03.02.17 18:38


486 Carolina Teotino

mit Beischriften versehen. Symmetrisch dazu sind in dem zweiten westlichen Travée die
Personifikation der Nachtstunden mit einem Stern auf den Kopf und ihre Schutzgottheiten
angebracht.

Beleg III.D-7
Hathortempel von Dendara, Soffitte des Architravs der Fassade des Pronaos (G’). Datierung:
Claudius (41‒54 n. Chr.). Publikation: D XIII, 101, 6‒102, 5 und 102, 8‒103, 6. Literatur:
Dümichen, in: ZÄS 3, 1865, 1–4 (Beleg I.B.).
In insgesamt sechs Tableaus, jeweils drei pro Seite, verteilen sich die Tagesstunden auf der
östlichen Seite, während auf der westlichen die Nachtstunden als Pendant zu sehen sind. Die
Stundengöttinnen werden dabei von ihrer jeweiligen Schutzgottheit begleitet.

Anhang II: Tabellarischer Überblick zu den Tages- und Nachtstunden in den Tempeln
der griechisch-römischen Zeit

Liste A Liste B
1. TS cXot-nfrw-n-Ro Wbnt
„Die die Vollkommenheit des Re er- „Die Aufgehende“
scheinen lässt“
2. TS %srt-kkw cSmt
„Die die Finsternis vertreibt“ „Die Leitende“
3. TS Ooot-b#w-nTrw bzw. Mkt-nb=s
cHoot-b#w-nTrw-ptrt-HH „Die ihren Herrn beschützt“
„Die die Bas der Götter erfreut“ bzw.
„Die die Bas der Götter erfreuen lässt
und Millionen erblickt“
4. TS cSpt-Xow cSt#t
„Die mit glänzenden Erscheinung“ „Die Verbergende“
5. TS Nsbyt „Die Brennende“
6. TS oHoyt „Die Kulminierende“
7. TS Nkt „Die Strafende“
8. TS %prwt bzw. Nbt-Xprwt „Die Entstandene“ bzw. „die Herrin der Erscheinungsformen“
9. TS Esrt-St#w bzw. Esrt-sSt#t „Die mit erhabenem Geheimnis“
10. TS WpSt-bs-sqbbt-Hpwt Ct#t-|rw bzw. cTt-|rw
„Die das Geheimnis erleuchtet und „Die mit geheimer bzw. strahlender
die Ruder ruhig macht“ Gestalt“
11. TS Nsbyt-Xprw„Die mit brennendem Gestalt “
12. TS $nmt-onX O#pt-Dsrt(-psDt-nbwy)
„Die sich mit dem Leben vereint“ „Die das Erhabene verbirgt, (die, die bei-
den Herren erleuchtet)“
Tab. 1: Die Tagesstunden

Der Tempel als ritueller Raum_Buch.indb 486 03.02.17 18:38


Die Tages- und Nachtstunden im Tempel von Athribis 487

Liste A Liste B Liste C


1. NS Nbt-Hryw Nbt-THn Mr-Xt=s m Nbt-THn
„Die Herrin der Sterne“ „Die Herrin des Glanzes“ „Merchetes als die Herrin
des Glanzes“
2. NS cort-nb=s NHdt-|dbw-m-cort-nb=s
„Die ihren Herrn emporsteigen lässt“ „Die die Ufer treibt(?) als
die, die ihren Herrn empor-
steigen lässt“
3. NS cHrt-Dwt WHmt-Xow-m-cHrt-Dwt
„Die das Böse vertreibt“ „Die die Erscheinung wie-
derholt als die, die das Böse
vertreibt“
4. NS o#t-Sfyt PsSt-dw#t(?)-m-o#t-Sfyt
„Die mit großem Ansehen“ „Die die Unterwelt(?) teilt
als die mit großem Ansehen“
5. NS Nbt-onX „Die Herrin des Lebens“
6. NS Nbt-Dsrw-St#w bzw. Esrt-sSt# „Die Herrin der abgegrenzten und geheimen Orten“
bzw. „Die mit erhabenem Gestalt“
7. NS Oryt-tp-oH#t-Hr-nb=s „Die Vorsteherin bzw. die Kobra, die für ihren Herrn kämpft“
8. NS Mrt-nsrt „Die mit schmerzhafter Flamme“
9. NS Nbt-snD „Die Herrin der Furcht“
10. NS Mkt-nb=s „Die ihren Herrn schützt“
11. NS %sft-Xmyw „Die die Umstürzenden abwehrt“
12. NS Ptrt-nfrw-n-nb=s „Die die Vollkommenheit ihres Herrn erblickt“
Tab. 2: Die Nachtstunden

Bibliographie
ÄIB: Ägyptische Inschriften aus den Königlichen Museen zu Berlin, 2 Bde., Leipzig 1913
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Altenmüller/Moussa, in: SAK 9, 1981: H. Altenmüller/A. M. Moussa, Die Inschriften der
Taharkastele von der Dahschurstrasse, in: SAK 9, 1981, 57–84.
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–––, ÄHG: J. Assmann, Ägyptische Hymnen und Gebete, Freibourg/Göttingen 21999.
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Die Tages- und Nachtstunden im Tempel von Athribis 491
M2

Tagesstunden
L2
Y 17 Y 16 Y 15 Y 14 Y 13 Y 12 Y 11 Y 10

Y 18 Y9

Y 19 Y8
M3 K3 K2 K1 M1

Y 20 Y7

F7 C4 E7
Y 21 Y6

D3
L3 Y 22 F6 E6 Y5 L1

Tagesstunden
C3

Y 23 Y4
C5

F5 D2 E5
Nachtstunden
Y 24 Y3
F4
D1 E4
Y 25 Y2
F3 Tagesstunden
E3
Y 26 C2 Y1

F2 E2
G

C1
E1
J5 F1
J3 H5 H3

X4 X3 X2 X1
J2 H2
B
J4 H4
J1 H1

W6 W5 W4 W3 W2 W1

A
V6 V5 V4 V3 V2 V1

N N
0 5 10 15 20 25 30 35 40 45

JK 2008

Abb. 1: Die Verteilung der Stunden im Tempel von Athribis


Entwurf der Verf., Grundplan S. Baumann nach Kościuck, in: Athribis I, Fig. 2.2.2

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