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Ein Service von Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung

24 Engel für die Weihnachtszeit -


Türchen 1 - 3
Ein Geschichten-Adventskalender von Erwin Grosche, mit Illustrationen von
Barbara Korthues, erschienen im Gabriel Verlag.
1.
Es war Winter in der kleinen Stadt geworden. Überall funkelten Lichter in den

Straßen und die Kinder trugen Wünsche in ihren Herzen.

In der kleinsten Siedlung der kleinen Stadt standen sechs Häuser, drei Bäume

und eine Bushaltestelle.

Dort wohnten neben acht Erwachsenen und einem Hund auch Kalle, Lotta und

Florian. Kalle und Lotta waren Geschwister und lebten im zweiten Haus der

Siedlung. Florian war ihr Freund und wohnte im Haus gegenüber.

Wenn er dort am Fenster stand und winkte, konnten Kalle und Lotta

zurückwinken.

„Hallo Kalle und Lotta", rief Florian. „Bald ist es so weit.“ „Hallo Kalle und

Lotta", rief Florian. „Bald ist es so weit.“

„Was hast du gesagt?“, fragte Lotta. „Wie vergeht die Zeit?“

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„Nein", sagte Florian. „Ich hoffe nur, dass ihr alles von mir versteht.“ „Du hoffst

nur, dass die Welt sich weiter dreht?“

Florian pustete sich seine zerzausten Haare aus dem Gesicht. „Oje!", rief er.

„Ich brauche wohl ein Megafon, damit mich alle hören können.“

Florian wünschte sich zu Weihnachten ein Megafon. Mit dem ließ man seine

Stimme lauter klingen, und wenn man es ganz nah vor den Mund hielt,

konnten einen alle verstehen.

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Florian gab nicht auf und rief, so laut er konnte: „Kennt ihr die beste Nachricht

der Welt!“

Kalle zeigte auf, als wäre er in der Schule, und rief zurück: „Hat deine Mama

Kekse bestellt?"

„Nein“, rief Florian. „In 24 Tagen ist Weihnachten.“ Kalle traute seinen Ohren

nicht.

„Was“, schrie er. „So lange dauert das? Das halte ich nicht aus!“

Lotta lachte. „Natürlich„, sagte sie. „Wenn bei dir nicht alles hopp hopp geht,

raufst du dir die Haare.“

„Weißt du, wie lang 24 Tage sind?“, beklagte sich Kalle. „Das sind doch nur 24

Tage.“

„Nein", klagte er. „Das sind nicht nur ,24 Tage'. Das sind 24 langweilige

Wartetage, die einfach nicht vorbeigehen wollen.“

Florian nickte und rief: „Was sollen wir denn die ganze Zeit machen?"

Lotta hielt sich die Hand vor die Augen, weil gerade die Sonne durch die

grauen Wolken kam, und sagte: „Ich weiß, wen wir um Rat fragen können."

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Alle Kinder schauten automatisch zum dritten Haus in der linken Reihe.

„Was?“, flüsterte Kalle. „Du willst Herrn Brathering fragen?“

Lotta seufzte: „Er heißt nicht Brathering. Er heißt Brathelling.“

„Herr Brathelling ist aber oft so schlecht gelaunt wie ein Brathering." Kalle

hatte recht. Herr Brathelling hatte immer schlechte Laune und schien nur

darauf zu warten, dass jemand kam, bei dem er lospoltern konnte.

Die Kinder liefen nach draußen auf die Straße. Herr Brathelling stand vor

seinem Mülleimer und wollte ihn an die Straße rollen.

„Hallo Herr Brathelling“, sagte Kalle. „Müsst ihr Kinder nicht eure Zimmer

aufräumen?“, fragte er.

„Wir wollen nur wissen, wie man das Warten auf Weihnachten aushalten

kann", sagte Lotta.

Herr Brathelling riss die Augen auf. „Ihr wisst nicht, wie ihr die Wartezeit bis

Weihnachten füllen sollt?" Florian nickte. „Wir platzen vor Ungeduld“, sagte er.

Herr Brathelling seufzte. „Ja aber, kennt ihr denn den Warte-Engel nicht?“,

fragte er. Die Kinder schüttelten den Kopf.

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„Es gibt doch für alles einen Engel", fing Herr Brathelling an zu erklären. „Engel

lassen doch die Kinder nicht allein. Egal was ihr tut, egal was ihr braucht: Der

Himmel schickt einen Engel.“

Die Kinder schauten ihn verwundert an. „Er schickt einen Engel?" „Ja", sagte

Herr Brathelling. „Zum Beispiel einen Warte-Engel." „Und was macht ein Warte-

Engel?“ „Er hilft euch beim Warten, ihr Blitzmerker", sagte Herr Brathelling und

rollte seinen Mülleimer auf die Straße. „Schreibt ihm einen Brief, malt ihm ein

Bild. Schon ist der Warte-Engel da und hilft euch.“

Lotta und Kalle gingen zu Florian und setzten sich in seinem Kinderzimmer

auf den Boden. Sofort begannen sie zu malen und zu basteln.

Lotta und Kalle saßen vor einem Blatt Papier. Sie zeichneten ihre kleine

Straße und einen großen Christbaum, der genau auf dem Wendeplatz stand.

Florian bastelte einen kleinen Strohstern und flüsterte: „Lieber Warte-Engel,

komm vorbei und hilf uns. Wir brauchen dich und haben dich gerne. Deine

Kinder aus der kleinen Straße: Kalle, Florian und Lotta."

So verging die Zeit wie von selbst. Sie hatten gar nicht bemerkt, dass es

draußen dunkel geworden war.

Plötzlich schauten sich die Kinder an. „Natürlich", murmelte Lotta. „Der Warte-

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Engel war hier.“

Sie nickten sich zu. Der Warte-Engel war bei ihnen gewesen und hatte ihnen

geholfen, die Zeit zu vergessen. Sie hatten gemalt, gebastelt und geträumt.

So verging die Zeit.

Die Kinder waren glücklich. Herr Brathelling hatte recht gehabt.

Sie wussten nun: Der Warte-Engel war ihr Freund und sie flüsterten sich zu:

„Und wenn du ihn brauchst, ist er immer zur Stelle, dann wünsch dir den Engel

für alle Fälle. Wer hilft dir immer, in jeder Lage? Das ist der Engel für alle

Tage."

2.
Florian, Lotta und Kalle saßen wieder in Florians Zimmer und wollten

Weihnachtslieder singen.

Florian hatte die Idee gehabt. In der Schule sangen sie viel und warum sollten

sie nicht auch mal zu Hause für den Weihnachtsabend üben.

Es waren noch 22 Tage bis zum Weihnachtsfest. Die Zeit konnte man nutzen.

„Weihnachtslieder singen?", maulte Kalle. „Ich weiß gar nicht, ob ich das

kann.“

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Lotta lachte. „Du gibst dir auch keine Mühe", sagte sie. „Wenn du vom Singen

genauso begeistert wärst wie vom Schokoladeessen, dann wärst du

Gesangsweltmeister.“

„Schokolade schmeckt einfach besser“, sagte Kalle. Florian schob die

Schokoladenplätzchen, die seine Mama gebacken hatte, in die Mitte.

„Singen gehört zum Weihnachtsfest dazu", sagte er und pustete sich seine

zerzausten Haare aus der Stirn. „Singen, Plätzchen backen und

Weihnachtsbaum schmücken.“

„Und Schoko-Plätzchen essen“, sagte Kalle. In diesem Augenblick kam

Florians Mama ins Zimmer und brachte den Kindern eine Tasse Kakao. „So“,

sagte sie. „Nun habt ihr es richtig gemütlich.“

Die Kinder saßen auf dem Boden. In Florians Zimmer lag ein schöner

flauschiger Teppich, der aussah wie eine Schneelandschaft, aber man bekam

keinen nassen Hosenboden, wenn man darauf saß.

„Ihr kennt doch das Lied ,O du fröhliche, o du selige'", sagte Florian plötzlich.

„Na ja", sagte Kalle. „Die Fußballer von Bayern München kenne ich besser.“

„Es ist das schönste Weihnachtslied, das wir haben“, sagte Lotta.

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„Das wusste ich nicht", sagte Kalle. „Ich dachte immer das wäre ,Hoppe,

hoppe, Reiter'.“

Florian stutzte. „,Hoppe, hoppe, Reiter, wenn er fällt, dann schreit er?'“

Kalle lachte. „Reingefallen. Ich mache doch nur Spaß.“ Florian schüttelte den

Kopf. „Hört doch mal zu“, sagte er. Kalle und Lotta schauten ihn an.

„Ich wüsste gerne", sagte Florian, „ob ihr wisst, wie das Lied ,O du fröhliche'

weitergeht.“

Kalle nahm einen großen Schluck von seinem Kakao und sagte: „Das ist doch

ganz einfach. .O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit

...'?"

„Und dann?" „Was dann?“ „Ja, wie geht es weiter. „.O du fröhliche, o du selige,

gnadenbringende Weihnachtszeit.' Und dann?“

Kalle überlegte und überbrückte die Stelle, wo er den Text nicht mehr wusste,

mit einem „Lalalalalalala lalalalalalala.“ Dann wusste er wieder weiter: „Freue,

freue dich, o Christenheit.“

Lotta lachte.

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„Das war nur das halbe Lied", sagte sie. „Da fehlt was in der Mitte, wo das

Lalalalalala war“

„Natürlich fehlt da was", sagte Florian. „Keiner weiß in der Mitte weiter. Jedes

Jahr warten wir alle auf die Bescherung und singen lalalalalalala

lalalalalalala“

Die Tür ging auf und Florians Mama schaute herein. „Habt ihr alles?", fragte

sie. „Ich muss jetzt in die Stadt zum Einkaufen.“ Lotta zeigte auf Florians

Mama und Florian verstand.

„Moment, Mama“, sagte er. „Ich habe noch eine Frage.“ Seine Mama nickte

aufmunternd, aber man merkte, dass sie keine Zeit hatte. „Dann frag mich

schnell.“

„Mama, wir singen doch zu Weihnachten immer ,O du fröhliche'.“

„Ja„, sagte seine Mama. „,O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende

Weihnachtszeit.'“

Florian nickte. „Genau", sagte er, „aber wie geht es danach weiter?“

„Moment", sagte seine Mama und sang: „,O du fröhliche, o du selige,

gnadenbringende Weihnachtszeit lalalalalalala lalalalalalala, freue, freue dich,

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o Christenheit.' So geht das Lied."

Florian schüttelte den Kopf. „So können wir es auch, aber was fehlt in der

Mitte?" Seine Mama überlegte. „Ich sing in der Mitte immer lalalalalalala

lalalalalala“, sagte sie schließlich.

„Bitte, Mama.“ „Ich weiß es doch nicht.“ „Wer kann uns denn dann helfen?

Kommt gleich Frau Legner?“

„Ja, ja", sagte Florians Mama. „Gleich kommt Frau Legner und putzt die

Fenster.“ Damit verschwand sie aus dem Zimmer.

Florian war enttäuscht. Gerne würde er das Lied mit allem Drum und Dran

singen können. „Wer kennt nur den Text des Liedes?“, sagte er. „Wen kann

man fragen?“

Plötzlich klingelte es an der Haustür.

„Das wird Frau Legner sein“, sagte Florian. „Ich mach mal auf.“ Er lief aus dem

Zimmer. Ehe Kalle noch ein Plätzchen essen konnte, war Florian wieder da. Er

war ganz außer Atem und hielt einen goldenen Briefumschlag in der Hand.

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„Es war nicht Frau Legner“, sagte Florian. „Wer war es dann?“ „Es war der

Lieder-Engel.“ „Der Lieder-Engel?“ Kalle und Lotta lachten.

„Ja, das ist der Engel, der einem hilft, wenn man beim Weihnachtslied nicht

weiterweiß." „Und was hat er gesagt?" „Nichts“, sagte Florian. „Er drückte mir

nur diesen goldenen Umschlag in die Hand.“

„Dann mach ihn doch auf“, drängelte Kalle. Florian öffnete den Briefumschlag

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und fand darin den vollständigen Text von „O du fröhliche“.

Die Kinder schauten sich an und nickten. Schließlich sangen sie aus vollem

Herzen: „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!"

„Aufgepasst", flüsterte Florian. „Nun kommt die Stelle, wo wir immer lalalalala

machen.“

Und sie sangen stattdessen weiter: „Welt ging verloren, Christ ward geboren:

Freue, freue dich, o Christenheit!"

Die Kinder strahlten und waren froh, dass es den Lieder-Engel gab. Hatte er

ihrem Gesang gelauscht? Sie schauten aus dem Fenster, aber konnten den

Lieder-Engel nirgends mehr entdecken.

„Der ist zur Weihnachtszeit sicherlich sehr beschäftigt“, sagte Florian.

Lotta nickte und sagte: „Doch wenn du ihn brauchst, ist er immer zur Stelle,

dann wünsch dir den Engel für alle Fälle. Wer hilft dir immer, in jeder Lage?

Das ist der Engel für alle Tage."

3.
Die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit. Das Jahr neigt sich dem Ende zu

und alle Kinder warten auf Weihnachten.

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Die Geburt von Jesus ist ein so großes Geschenk, dass man gerne auch

denen was schenken will, die man lieb hat.

Florian, Lotta und Kalle wollten zu dem kleinen Weihnachtsmarkt, der vor dem

Supermarkt aufgebaut war. Sie hatten am Morgen den Dankeschön-Engel

getroffen, der gerade dabei war, dem Weihnachtsbaumverkäufer zu danken,

weil er jedes Jahr die Tannenbäume aus dem Wald holt.

„Danke", sagte der Engel. „Wie gut, dass es dich gibt.“ Der

Tannenbaumverkäufer schaute ihn verwundert an, strahlte über das ganze

Gesicht und flüsterte: „Das mache ich doch gerne. Jeder soll einen Baum

haben, den er schmücken kann"

Die Kinder staunten. Es machte Spaß, allen Freude zu bereiten. „Wir sagen

viel zu wenig Danke", sagte der Dankeschön-Engel. „Wenn man überlegt, wem

man danken kann, fallen einem ganz viele Menschen ein.“

Lotta hatte gleich danach ihrer Mama Danke gesagt, weil sie sie immer daran

erinnert, ihre Geschenke auf einen Wunschzettel zu malen, damit das

Christkind und der Weihnachtsmann wissen, was sie sich zum

Weihnachtsfest wünscht.

„Das mache ich doch gerne“, hatte die Mutter gesagt.

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Kalle hat dem Busfahrer Danke gesagt, weil er jeden Morgen mit seinem Bus

alle Kinder in die Schule bringt.

„Das mache ich doch gerne“, hatte der Busfahrer gesagt und hatte vor Freude

ganz rote Ohren bekommen.

„Danke, liebe Frau Legner“, hatte Florian zu seiner Nachbarin gesagt, die

einmal in der Woche kam und seiner Mama bei der Hausarbeit half.

„Meinst du das im Ernst?“, hatte ihn Frau Legner gefragt, als traute sie dem

Lob nicht.

„Aber natürlich", sagte Florian. „Ohne Sie sähe es hier immer aus wie auf

einem Piratenschiff.“ Da lächelte Frau Legner ein wenig und kam sich einen

Augenblick lang vor wie eine Prinzessin.

Die Kinder waren glücklich. Wie gut es tat, mal Danke zu sagen. Alle freuten

sich und waren ganz gerührt.

Kalle, Lotta und Florian waren auf dem Parkplatz des Supermarktes

angekommen. Da war ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut und Frau

Hollenbecks Kiosk war ein Teil davon.

Der Kiosk war dort auch, wenn drum herum kein Weihnachtsmarkt war, aber

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so konnte Frau Hollenbeck auch jetzt Zeitungen, Süßigkeiten, Glühwein und

Kakao verkaufen und dabei Weihnachtslieder hören, die vom Kinderkarussell

herüberschallten.

Hier waren die Kinder gerne und holten sich im Sommer ein leckeres Eis und

im Winter einen warmen Kakao. Lotta fand sogar, dass der Kakao von Frau

Hollenbeck so lecker schmeckte wie kein anderer Kakao in der ganzen Stadt.

Sie wollten auch heute einen Kakao trinken und Frau Hollenbeck Danke

sagen. Ihr Kiosk sah aus wie ein Pilz und für jeden, der sie besuchte, hatte sie

ein gutes Wort übrig.

Die Kinder standen vor dem Kiosk, den Frau Hollenbeck weihnachtlich

geschmückt hatte. Er war umkränzt mit Tannengrün und bunte Lichter

sorgten für festlichen Glanz. Im Kiosk war vorne eine kleine Durchreiche, in

der Frau Hollenbeck saß und alles aus dem Pilz holte, was man brauchte.

„Wie immer?“, fragte Frau Hollenbeck. Lotta nickte.

„Wir wollen uns heute bei Ihnen bedanken", sagte Florian. Frau Hollenbeck

lachte. „Ihr müsst euch doch nicht bei mir bedanken“, sagte sie. „Ich bin froh,

dass es euch gibt. Ihr seid doch meine besten Kakaokunden."

„Wir wollen Ihnen einfach mal Danke sagen, weil Sie immer da und so fröhlich

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sind."

„Ja", sagte Lotta. „Ohne Sie wäre die Welt nur halb so schön.“ Frau

Hollenbeck schluckte. „So etwas Nettes hat mir heute noch keiner gesagt."

„Dann wird es aber Zeit“, sagte Florian.

Die Kinder schauten sich an. Wie gut, dass es einen Dankeschön-Engel gab.

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ie tranken ihren Kakao und gingen wieder nach Hause. Am Anfang der kleinen

Siedlung trafen sie den Dankeschön-Engel wieder.

„Und?“, fragte er. „Habt ihr euch bei allen bedankt?“ Lotta nickte. „Wenn wir

keinen vergessen haben.“

„Habt ihr euch denn bei euch bedankt“, fragte der Dankeschön-Engel. Die

Kinder überlegten.

„Stimmt", sagte Lotta zu Florian und Kalle. „Ihr ward da, als ich hingefallen bin,

und habt mich getröstet.“

„Ich muss mich auch bei Florian bedanken, weil er mir immer beim

Zimmeraufräumen geholfen hat", sagte Kalle.

„Was habe ich?", fragte Florian. „Okay“, sagte Kalle. „Das sollte mehr eine

Anregung sein. Ich bedanke mich aber bei dir, weil du mir immer Schokolade

abgibst."

„Und ich will mich bei euch bedanken, weil es so lustig ist, mit euch Quatsch

zu machen", sagte Florian.

Lotta schaute sich um und zeigte auf den Dankeschön-Engel. „Und beim

Dankeschön-Engel sollten wir uns auch bedanken, weil er immer da ist, wenn

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man ihn braucht", sagte sie und alle sangen: „Und wenn du ihn brauchst, ist er

immer zur Stelle, dann wünsch dir den Engel für alle Fälle. Wer hilft dir immer,

in jeder Lage? Das ist der Engel für alle Tage.“

24 Engel für die Weihnachtszeit - Türchen 1 - 3


Geschichte aus: 24 Engel für die Weihnachtszeit
Autor: Erwin Grosche
Illustration: Barbara Korthues
Verlag: Gabriel (Thienemann-Esslinger)
Alterseinstufung: ab 7 Jahren
ISBN: 978-3-522-30538-9

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