Sie sind auf Seite 1von 53

Vom

Jüngsten Gericht

und vom

Zerstörten Babylonien

wonach

Alles, was in der Offenbarung vorausgesagt worden, nun erfüllt ist;

so wie es

gehört und gesehen worden

von Emanuel Swedenborg

Aus der lateinischen Urschrift übersetzt

[Nachdruck der Ausgabe von 1874.]


Inhalt

VOM JÜNGSTEN GERICHT 5 - 85


1. UNTER DEM TAG DES JÜNGSTEN GERICHTS WIRD NICHT DER UNTERGANG DER WELT
VERSTANDEN.
6. DIE FORTPFLANZUNG DES MENSCHENGESCHLECHTS WIRD NIEMALS AUFHÖREN.
9. DASS DAS MENSCHLICHE GESCHLECHT DIE GRUNDLAGE IST, AUF WELCHE DER
HIMMEL GEGRÜNDET WIRD.
10. DASS DAS MENSCHLICHE GESCHLECHT DIE PFLANZSCHULE DES HIMMELS SEI.
11. DASS DIE AUSDEHNUNG DES HIMMELS, WELCHER FÜR DIE ENGEL BESTIMMT IST, SO
UNERMESSLICH SEI, DASS SIE IN EWIGKEIT NICHT AUSGEFÜLLT WERDEN KANN
DASS ES VERHÄLTNISMÄSSIG WENIGE SEIEN, AUS WELCHEN BIS JETZT DER
HIMMEL BESTEHT.
12. DASS DIE VOLLKOMMENHEIT DES HIMMELS MIT DER MENGE WACHSE.
13. DASS JEDES GÖTTLICHE WERK ZUM UNENDLICHEN UND EWIGEN ANSTREBE.
14. DER HIMMEL UND DIE HÖLLE SIND AUS DEM MENSCHLICHEN GESCHLECHTE.
23. ALLE MENSCHEN, SO VIEL IHRER VON ANFANG DER SCHÖPFUNG AN GEBOREN
WORDEN UND GESTORBEN SIND, BEFINDEN SICH IM HIMMEL ODER IN DER HÖLLE
25. DASS JEDER MENSCH NACH DEM LEBEN IN DER WELT EWIG LEBE
26. DASS ALLE MENSCHEN, SO VIEL IHRER VOM ANFANG DER SCHÖPFUNG AN GEBOREN
UND GESTORBEN SIND, SICH IM HIMMEL ODER IN DER HÖLLE BEFINDEN.
27. DASS DIE GEISTIGE WELT, DA AUCH ALLE, WELCHE KÜNFTIG GEBOREN WERDEN, IN
DIESELBE KOMMEN, VON SOLCHER GRÖSSE UND BESCHAFFENHEIT SEI, DASS DIE
NATÜRLICHE WELT, IN WELCHER DIE MENSCHEN SIND, IHR NICHT VERGLICHEN
WERDEN KANN.
28. DAS JÜNGSTE GERICHT WIRD DA, WO ALLE BEISAMMEN SIND, ALSO IN DER GEISTIGEN
WELT, UND NICHT AUF ERDEN GEHALTEN
33. DAS JÜNGSTE GERICHT WIRD DANN GEHALTEN, WANN DAS ENDE DER KIRCHE IST;
UND DAS ENDE DER KIRCHE IST, WANN KEIN GLAUBE MEHR DA IST, WEIL KEINE
TÄTIGE LIEBE MEHR IST.
AUS DEN HIMMLISCHEN GEHEIMNISSEN
VOM GLAUBEN
VON DER TÄTIGEN LIEBE
VOM WILLEN UND VERSTAND
40. ALLES, WAS IN DER OFFENBARUNG VORAUSGESAGT WORDEN, IST NUN ERFÜLLT.
45. DAS JÜNGSTE GERICHT IST BEREITS GEHALTEN
53. UEBER BABYLONIEN UND SEINE ZERSTÖRUNG
54. WAS UNTER BABYLONIEN VERSTANDEN WERDE, UND WIE ES BESCHAFFEN
GEWESEN.
56. WIE DIE VON BABYLONIEN IM ANDERN LEBEN BESCHAFFEN SEIEN.
58. WO BISHER IHRE WOHNUNGEN IN DER GEISTIGEN WELT GEWESEN SEIEN.
59. DASS SIE BIS ZUM TAGE DES JÜNGSTEN GERICHTS HIER GEDULDET WURDEN.
60. WIE SIE ZERSTÖRT, UND IHRE WOHNUNGEN ZUR WÜSTE GEMACHT WORDEN.
63. DASS DIEJENIGEN VON IHNEN ERHALTEN WURDEN, WELCHE SICH IN DER NEIGUNG
ZUM WAHREN AUS DEM GUTEN BEFANDEN.
64. VON DEM ZUSTANDE DERER, DIE NACHHER VON DER ERDE ANKOMMEN.
65. UEBER DEN FRÜHEREN HIMMEL UND SEINE ZERSTÖRUNG.
69. AUS WELCHEN DER ERSTE HIMMEL BESTANDEN HABE.
71. WIE DER ERSTE HIMMEL BESCHAFFEN WAR.
72. WIE DER ERSTE HIMMEL VERGING.
73. UEBER DEN NACHHERIGEN ZUSTAND DER WELT UND DER KIRCHE.

FORTSETZUNG VON DEM JÜNGSTEN GERICHT UND VON DER GEISTIGEN WELT.
1. DAS JÜNGSTE GERICHT IST SCHON GEHALTEN.
8. UEBER DEN ZUSTAND DER WELT UND DER KIRCHE VOR UND NACH DEM JÜNGSTEN
GERICHT.
9. I. WAS VERSTANDEN WIRD UNTER DEM FRÜHEREN HIMMEL UND UNTER DER FRÜHEREN
ERDE, WELCHE VERGINGEN, WOVON IN DER OFFENBARUNG KAPITEL 21,1.
10. II. WER UND WIE BESCHAFFEN DIE WAREN, DIE SICH IN DEM VORIGEN HIMMEL UND
AUF DER VORIGEN ERDE BEFANDEN.
11. III. DASS EHE DAS LETZTE GERICHT ÜBER SIE GEHALTEN WARD, DER VERKEHR
ZWISCHEN DEM HIMMEL UND DER WELT, MITHIN ZWISCHEN DEM HERRN UND DER
KIRCHE VIELFACH UNTERBROCHEN WAR.
IV. DASS DER VERKEHR ZWISCHEN DEM HIMMEL UND DER WELT, ODER ZWISCHEN
DEM HERRN UND DER KIRCHE WIEDER HERGESTELLT WORDEN IST.
12. V. DAHER KAM ES NUN AUCH, DASS ERST NACH GEHALTENEM LETZTEN GERICHT,
UND NICHT FRÜHER DIE OFFENBARUNGEN FÜR DIE NEUE KIRCHE GEGEBEN
WURDEN.
13. VI. DASS DER ZUSTAND DER WELT UND DER KIRCHE VOR DEM LETZTEN GERICHT WAR
WIE ABEND UND NACHT, NACH DEMSELBEN ABER WIE MORGEN UND TAG.
14. DAS LETZTE GERICHT ÜBER DIE PROTESTANTEN.
16. I. UEBER WELCHE VON DEN PROTESTANTEN DAS JÜNGSTE GERICHT GEHALTEN
WORDEN SEI.
23. II. VON DEN ZEICHEN UND PRÜFUNGEN VOR DEM JÜNGSTEN GERICHT.
27. III. WIE DAS ALLGEMEINE GERICHT GEHALTEN WURDE.
30. IV. VON DER SELIGMACHUNG DER SCHAFE.

FORTSETZUNG VON DER GEISTIGEN WELT.


32. DIE GEISTIGE WELT.
39. DIE ENGLÄNDER IN DER GEISTIGEN WELT.
48. DIE HOLLÄNDER IN DER GEISTIGEN WELT.
56. DIE PÄPSTLICHEN IN DER GEISTIGEN WELT.
61. DIE HEILIGEN DER PÄPSTLICHEN IN DER GEISTIGEN WELT.
68. DIE MOHAMMEDANER IN DER GEISTIGEN WELT; UND VON MOHAMMED.
73. DIE AFRIKANER UND DIE HEIDEN IN DER GEISTIGEN WELT.
79. DIE JUDEN IN DER GEISTIGEN WELT.
83. DIE QUÄCKER IN DER GEISTIGEN WELT.
86. DIE MÄHRISCHEN BRÜDER IN DER GEISTIGEN WELT.

UNTER DEM TAG DES JÜNGSTEN GERICHTS WIRD NICHT DER UNTERGANG DER WELT
VERSTANDEN

1. Wer den geistigen Sinn des Wortes nicht kannte, sondern in einer geistigen Welt ist; weswegen dort
wusste nicht anders, als dass am Tage des Jüngsten alle geistig und nicht natürliche Menschen sind, wie
Gerichts alles, was in der Welt vor dem Auge sie es in der Welt waren.
erscheint, untergehen werde; denn es heisst, dass dann Dass dem so sei, kann man sehen im Werke von dem
der Himmel mit der Erde vergehen, und Gott einen Himmel, wo besonders gehandelt worden ist von der
neuen Himmel und eine neue Erde schaffen werde. In Verbindung des Himmels mit dem Menschen durch
dieser Meinung hat man sich auch dadurch bestärkt, das Wort, Nr. 303 bis 310, und vom Gottesdienst im
dass es heisst, dass dann alle aus den Gräbern Himmel, Nr. 221 bis 227.
aufstehen werden, und die Guten von den Bösen
geschieden werden sollen, und so weiter. Allein es 2. Die Stellen im Worte, in welchen vom Untergang
heisst so im buchstäblichen Sinne des Wortes, weil des Himmels und der Erde die Rede ist, sind
der buchstäbliche Sinn des Wortes natürlich und im folgende:
Untersten der göttlichen Ordnung ist, wo alles und „So hebet auf gen Himmel eure Augen, und schauet
jedes einen geistigen Sinn in sich schliesst. Wer daher an die Erde unten; denn die Himmel werden wie ein
das Wort blos nach dem Sinne des Buchstabens Rauch vergehen, es wird die Erde wie ein Kleid
versteht, der kann bald auf diese, bald auf jene veralten.“ Jesajas 51,6.
Meinungen geführt werden, wie es denn auch wirklich „Sieh, ich erschaffe neue Himmel und eine neue Erde,
in der christlichen Welt geschehen ist, wo so viele nicht mehr wird der früheren erwähnet werden.“ Jes
Ketzereien daraus entstanden sind, und jede aus dem 65,17.
Worte bewiesen wird. Da aber bisher Niemand Ich werde neue Himmel und eine neue Erde machen“.
gewusst hat, dass alles und jedes im Worte einen Jes 66,22.
geistigen Sinn in sich schliesst, ja nicht einmal, was „Die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, und der
der geistige Sinn ist, so ist, wer jene Meinung vom Himmel entwich, wie ein Buch, das zusammengerollt
Jüngsten Gericht gefasst hat, zu entschuldigen; nur wird.“ Offenbarung 6,13.14.
soll er jetzt wissen, dass nicht der mit den Augen „Ich sah einen grossen Thron, und einen, der darauf
wahrnehmbare Himmel, und nicht die bewohnbare sass, vor dessen Angesicht die Erde und der Himmel
Erde vergehen, sondern beide fortdauern werden, und floh, und ihre Stätte wurde nicht gefunden.“ Offenb
dass unter dem neuen Himmel und der neuen Erde 20,11.
eine neue Kirche, sowohl in den Himmeln als auf „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, der
Erden verstanden wird. Es heisst: eine neue Kirche in erste Himmel und die erste Erde war vergangen.“
den Himmeln, weil auch in ihnen eine Kirche ist wie Offenb 21,1.
auf Erden; denn auch dort ist das Wort, und sind In diesen Stellen wird unter dem neuen Himmel nicht
Predigten und ein Gottesdienst wie auf Erden, nur mit der unsern Augen wahrnehmbare Himmel, sondern der
dem Unterschied, dass dort alles in vollkommenerem eigentliche Himmel verstanden, in dem das
Zustand ist, weil man dort nicht in einer natürlichen, menschliche Geschlecht versammelt ist; denn aus dem
ganzen menschlichen Geschlecht ist vom Anfang der „Ich will den Menschen seltener machen als das reine
christlichen Kirche an ein Himmel gebildet worden; Gold; drum will den Himmel Ich erzittern machen,
allein diejenigen, die sich in demselben befanden, und die Erde soll, am Tage da Jehovah‘s Zorn
waren keine Engel, sondern Geister von verschiedener entbrennt, von ihrer Stelle beben.“ Jes 13,12.13.
Religion; dieser Himmel wird unter dem ersten „Vor Ihm erbebet die Erde, es erzitterten die Himmel,
Himmel, der vergehen sollte, verstanden; wie es sich finster wurde die Sonne und der Mond, die Sterne
aber hiemit verhalte, soll in Folgendem noch zogen ihren Glanz zurück.“ Joel 2,10.
besonders gesagt werden. Hier wird desselben blos „Die Erde ist erschüttert und bewegt, der Berge Festen
erwähnt, damit man wisse, was unter dem ersten zitterten und bebten.“ Psalm 18,7.8.,
Himmel, der vergehen sollte, verstanden wird. Jeder, und in sehr vielen anderen Stellen.
der nur mit einigermassen erleuchteter Vernunft denkt,
kann auch sehen, dass nicht der gestirnte Himmel, 4. Ebenso wird durch Schaffen im geistigen Sinne des
diese unermessliche Feste der Schöpfung, gemeint ist, Wortes bezeichnet: bilden, wiederherstellen und
sondern der Himmel im geistigen Sinn, wo die Engel wiedergebären; einen neuen Himmel und eine neue
und Geister sind. Erde schaffen bedeutet also: eine neue Kirche im
Himmel und auf Erden herstellen, wie man aus
3. Dass unter der neuen Erde eine neue Kirche auf folgenden Stellen sehen kann:
Erden verstanden wird, war bisher unbekannt, weil „Das Volk das soll geschaffen werden, wird preisen
jeder unter der Erde im Worte die Erde verstand, da Jah.“ Psalm 102,19.
doch unter ihr die Kirche verstanden wird; im „Du sendest Deinen Geist, da werden sie geschaffen,
natürlichen Sinne bedeutet Erde Erde, im geistigen und der Erde Angesicht erneuerst Du.“ Palm 104,30.
Sinne aber bedeutet sie die Kirche. Die Ursache „So sprach Jehovah, dein Schöpfer, Jakob! dein
hievon ist, dass diejenigen, welche im geistigen Sinne Bildner, Israel! denn Ich habe dich erlöst, und dich
sind, das heisst, welche geistig sind, wie die Engel, genannt mit deinem Namen; Mein bist du; Ich habe
da, wo die Erde im Worte genannt wird, nicht die jeden, der nach Meinem Namen genannt ist, auch zu
Erde selbst, sondern das Volk, das auf ihr ist, und Meiner Herrlichkeit erschaffen, ihn gebildet und auch
seinen Gottesdienst verstehen. Daher kommt es, dass ihn gemacht.“ Jes 43,1.7.,
durch Erde die Kirche bezeichnet wird. ausser anderen Stellen.
Dass dem so ist, kann man in den ‚Himmlischen Daraus geht hervor, dass die neue Schöpfung des
Geheimnissen‘ unten nachsehen. Menschen seine Umbildung ist, weil er dann ein
Ich will einige Stellen aus dem Worte anführen, aus Neuer wird, nämlich aus einem Natürlichen ein
welchen man einigermassen abnehmen kann, dass Geistiger; es folgt auch, dass das neue Geschöpf der
durch Erde die Kirche bezeichnet wird: umgebildete Mensch ist.
„Die Schleusen in der Höhe sind geöffnet, der Erde
Gründe sind erschüttert worden; zertrümmert ist die 5. Ueber den geistigen Sinn des Wortes sehe man
Erde ganz; die Erde bebet sehr, die Erde wanket wie nach im Werkchen vom weissen Pferde, von dem in
ein Trunkener; sie schwanket wie eine Hütte; und der Offenbarung die Rede ist.
schwer liegt auf ihr ihre Uebertretung.“ Jes
24,18.19.20.

DIE FORTPFLANZUNG DES MENSCHENGESCHLECHTS WIRD NIEMALS AUFHÖREN

6. Diejenigen, welche in Ansehung des Jüngsten I. Dass das menschliche Geschlecht die Grundlage ist,
Gerichts den Glauben angenommen haben, dass dann auf welche der Himmel gegründet wird.
alles, was im Himmel und auf Erden ist, vergehen, II. Dass das menschliche Geschlecht eine Pflanzschule
und an deren Stelle ein neuer Himmel und eine neue des Himmels ist.
Erde entstehen werden, die glauben auch, was aus dem III. Dass die Ausdehnung des Himmels, welcher für
Zusammenhang folgt, dass die Zeugungen und die Engel ist, so unermesslich ist, dass sie in
Fortpflanzungen des menschlichen Geschlechts Ewigkeit nicht ausgefüllt werden kann.
hernach aufhören werden; denn sie denken, dass dann IV. Dass es verhältnismässig Wenige sind, aus
alles vollbracht sei, und die Menschen sich in einem welchen bis jetzt der Himmel besteht.
anderen Zustande befinden werden, als zuvor; allein V. Dass die Vollkommenheit des Himmels mit der
da, wie in dem vorhergehenden Abschnitte gezeigt Menge wächst.
worden ist, unter dem Tag des Jüngsten Gerichts nicht VI. Und dass jedes göttliche Werk zum Unendlichen
der Untergang der Welt verstanden worden ist, so und Ewigen anstrebt.
folgt, dass auch das menschliche Geschlecht
fortdauern wird, und die Zeugungen nicht aufhören 9. DASS DAS MENSCHLICHE GESCHLECHT
werden. DIE GRUNDLAGE IST, AUF WELCHE DER
HIMMEL GEGRÜNDET WIRD, kommt daher, dass
7. Dass die Zeugungen des menschlichen Geschlechts der Mensch zuletzt erschaffen worden ist, und was
in Ewigkeit fortdauern werden, kann aus mehrerem zuletzt erschaffen ist, das ist die Grundlage alles
erhellen, was zum Teil im Werke vom Himmel dessen, was vorausgeht. Die Schöpfung fing, weil sie
gezeigt worden ist, besonders aus Folgendem: vom Göttlichen ausging, vom Obersten oder Innersten
an, und stieg bis zum letzten oder Aeussersten herab,
und hatte dann erst Bestand. Das Letzte der Wer mich liebt, hält Meine Rede, und Mein Vater
Schöpfung ist die natürliche Welt, und in dieser der wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und
Erdkörper mit allem was auf ihm ist. Als dies Wohnung bei ihm machen.“ Johannes 14,23. Unter
vollendet war, ward der Mensch erschaffen, und in dem Vater und dem Herr wird hier auch der Himmel
ihm alles vereinigt, was zur göttlichen Ordnung verstanden, denn wo der Herr ist, da ist der Himmel,
gehört, vom Ersten bis zum Letzten. In sein Innerstes weil das vom Herrn ausgehende Göttliche den
wurde aufgenommen, was im ersten jener Ordnung Himmel ausmacht;
ist, in sein Letztes, was im Letzten derselben ist; so man sehe im Werke vom Himmel, Nr. 7 bis 12, und
dass der Mensch die göttliche Ordnung im Bilde [in Nr. 116 bis 125.
forma] ist. Daher kommt es, dass alles, was im Und auch unter folgenden Worten des Herrn:
Menschen und bei dem Menschen ist, sowohl aus „Der Paraklet, der Geist der Wahrheit, bleibt bei euch,
dem Himmel als aus der Welt ist; aus dem Himmel und ist in euch.“ Joh 14,[16.] 17. Der Paraklet ist das
das, was zu seinem Gemüt, und aus der Welt, was zu von dem Herrn ausgehende göttliche Wahre, daher er
seinem Körper gehört; denn das, was zum auch der Geist der Wahrheit heisst; und das göttliche
Himmelgehört, fliesst in seine Gedanken und Wahre macht den Himmel aus, und auch die Engel,
Neigungen ein, und stellt dieselben dar, wie sie von weil sie die Aufnehmenden sind.
seinem Geiste aufgenommen werden, und das, was zur Dass das vom Herrn ausgehende Göttliche das
Welt gehört, fliest in seine Empfindungen und Göttlich=Wahre sei, und daher der Engels=Himmel,
Vergnügen ein, und stellt sie so dar, wie sie in seinem sehe man im Werke vom Himmel, Nr. 126 bis 140.
Körper aufgenommen werden, jedoch angemessen dem Aehnliches wird auch unter folgenden Worten des
Uebereinstimmenden in den Gedanken und Neigungen Herrn verstanden:
seines Geistes. Das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ Lukas 17,1.
Dass es so sei, sehe man in mehreren Abschnitten, in Das Reich Gottes ist das göttliche Gute und Wahre, in
welchen vom Himmel und der Hölle gehandelt dem die Engel sind.
worden ist, besonders in folgenden: Dass Engel und Geister beim Menschen, und zwar in
Dass der ganze Himmel in Einem Inbegriffe Einen seinen Neigungen sind, ist mir aus ihrer Gegenwart
Menschen vorstelle, Nr. 59 bis 67. und ihrem Verweilen bei mir tausendmal zu sehen
Ebenso jede Gesellschaft im Himmel, Nr. 68 bis 72. gestattet worden; allein die Engel und Geister wissen
Dass daher jeder Engel eine vollkommen menschliche nicht, bei welchen Menschen sie sind, so wie auch die
Gestalt habe, Nr. 73 bis 77. Menschen nicht wissen, mit welchen Engeln und
Und dass dies vom Göttlich=Menschlichen des Herrn Geistern sie zusammenwohnen; denn dies weiss und
herkomme, Nr. 78 bis 86. bestimmt nur der Herr: mit einem Wort, es findet eine
Ueberdies auch im Abschnitte von der Entsprechung Ausdehnung aller Neigungen zum Guten und Wahren
alles dessen, was im Himmel ist, mit allem, was im in den Himmel, und eine Gemeinschaft und
Menschen ist, Nr. 87 bis 102. Verbindung mit denen statt, welche daselbst in
Von der Entsprechung des Himmels, mit allem, was ähnlichen Neigungen sind, und es findet eine
zur Erde gehört, Nr. 103 bis 115. Ausdehnung aller Neigungen zum Bösen und
Und von der Gestalt des Himmels, Nr. 200 bis 212. Falschen in die Hölle, und eine Gemeinschaft und
Aus dieser Ordnung der Schöpfung kann man sehen, Verbindung mit denen statt, die daselbst in ähnlichen
dass vom Ersten bis zum Letzten ein solcher stetiger Neigungen sind.
Zusammenhang stattfindet, dass sie die Ausdehnung der Neigungen in die geistige Welt
zusammengenommen ein Ganzes bildet, in dem das ist beinahe wie das Sehen in die natürliche Welt; die
Frühere vom Spätern eben so wenig getrennt werden Gemeinschaft ist in beiden dieselbe, nur mit dem
kann, als die Ursache von der Wirkung. Ebenso die Unterschied, dass in der natürlichen Welt
geistige Welt nicht von der natürlichen, und diese Gegenstände, in der geistigen aber
nicht von jener, folglich der Engels=Himmel nicht Engels=Gesellschaften sind. Hieraus erhellt, dass
vom menschlichen Geschlecht, und das menschliche zwischen den Engels=Himmeln und dem
Geschlecht nicht vom Engels=Himmel. Es ist menschlichen Geschlecht ein solcher Zusammenhang
deswegen vom Herrn dafür gesorgt, dass das eine dem stattfindet, dass das eine durch das andere besteht, und
anderen wechselseitige Dienste leistet, nämlich der dass der Engels=Himmel ohne das menschliche
Engels=Himmel dem menschlichen Geschlecht, und Geschlecht wie ein Haus ohne Grund ist, weil der
das menschliche Geschlecht dem Engels=Himmel. Himmel sich in dieses endigt, und auf ihm ruht. Es
Daher kommt es, dass die Wohnungen der Engel zwar verhält sich hiemit, wie mit dem Menschen im
im Himmel, dem Anschein nach von den Wohnungen Besondern. Das Geistige, das in seinem Denken und
der Menschen getrennt, gleichwohl aber beim Wollen ist, fliesst in das Natürliche, das in seinem
Menschen in seinen Neigungen zum guten und Empfinden und Tun ist, ein, endigt sich darin, und
Wahren sind. besteht durch dasselbe; und wenn der Mensch nicht
Dass sie dem Gesicht sich als getrennt darstellen, auch dieses Natürliche hätte, oder wenn ihm diese
kommt vom äusseren Schein, wie aus dem Abschnitte Grenze oder dieses Letzte fehlte, so würde das
im Werke über Himmel und Hölle erhellen kann, wo Geistige, das in den Gedanken und Neigungen seines
vom Raum im Himmel gehandelt worden ist, Nr. 191 Geistes ist, zerfliessen wie das Unbegrenzte oder
bis 199. Grundlose. Ebenso verhält es sich mit dem Menschen,
Dass die Wohnungen der Engel bei den Menschen in wenn er von der natürlichen in die geistige Welt
ihren Neigungen zum Guten und Wahren seien, wird übergeht, was mit seinem Tode geschieht. Dann steht
unter folgenden Worten des Herrn verstanden: er, weil er ein Geist ist, nicht mehr auf seiner eigenen
Grundlage, sondern auf der gemeinschaftlichen, 11. DASS DIE AUSDEHNUNG DES HIMMELS,
welche das menschliche Geschlecht ist. Wer die WELCHER FÜR DIE ENGEL BESTIMMT IST, SO
Geheimnisse des Himmels nicht weiss, kann glauben, UNERMESSLICH SEI, DASS SIE IN EWIGKEIT
dass die Engel ohne die Menschen, und die Menschen NICHT AUSGEFÜLLT WERDEN KANN, erhellt
ohne die Engel bestehen; allein ich kann nach allen aus dem, was im Werke vom Himmel und der Hölle,
Erfahrungen, die ich über den Himmel gemacht, und und in diesem im Abschnitte von der
nach allen Unterredungen, die ich mit den Engeln Unermesslichkeit des Himmels Nr. 415 bis 420
gehabt habe, versichern, dass kein Engel oder Geist gesagt worden ist; und
ohne Menschen, und kein Mensch ohne Geister und DASS ES VERHÄLTNISMÄSSIG WENIGE SEIEN,
Engel bestehen kann, und dass eine wechselseitige AUS WELCHEN BIS JETZT DER HIMMEL
und gegenseitige Verbindung stattfindet. Hieraus kann BESTEHT, im Werkchen von den Weltkörpern im
man zuvörderst ersehen, dass das menschliche Weltall, Nr. 126.
Geschlecht und der Engels=Himmel Eins ausmachen,
und gegenseitig und wechselseitig durch einander 12. DASS DIE VOLLKOMMENHEIT DES
bestehen, und dass also das eine vom andern nicht HIMMELS MIT DER MENGE WACHSE, erhellt
weggenommen werden kann. daraus, dass die Form desselben, nach welcher die
Zusammengesellungen daselbst statt haben, und die
10. DASS DAS MENSCHLICHE GESCHLECHT Mitteilungen fortfliessen, die allervollkommenste ist;
DIE PFLANZSCHULE DES HIMMELS SEI, wird und je mehrere in der vollkommensten Form sind, bei
aus dem folgenden Abschnitte erhellen, wo gezeigt desto mehreren findet eine Richtung und
werden soll, dass der Himmel und die Hölle aus dem Zusammenstimmung zu einem statt, und desto enger
menschlichen Geschlechte sind, das menschliche und einmütiger ist die Verbindung; die
Geschlecht also eine Pflanzschule des Himmels ist. Uebereinstimmung und folglich die Verbindung
Vorläufig muss bemerkt werden, dass der Himmel, so wächst mit der Menge, denn jedes wird daselbst als
wie er bisher, das ist von der ersten Schöpfung an, aus verwandtes Mittelglied zweier oder mehrerer
dem menschlichen Geschlechte gebildet worden ist, so eingeschoben, und was eingeschoben wird, das
auch fernerhin gebildet und erweitert werden muss. Es befestigt und verbindet.
kann zwar geschehen, dass das menschliche Die Form des Himmels ist ähnlich der Form des
Geschlecht auf einem Weltkörper zu Grunde geht, und menschlichen Gemütes, dessen Vollkommenheit
dies geschieht, wenn es sich gänzlich vom Göttlichen wächst mit dem Wachstum des Wahren und Guten,
trennt, weil dann der Mensch kein geistiges Leben von welchen es Einsicht und Weisheit erhält.
mehr hat, sondern blos ein natürliches, dergleichen die Dass die Form des menschlichen Gemütes, das in der
Tiere haben; und wenn der Mensch ein solcher ist, so himmlischen Weisheit und Einsicht ist, mit der Form
kann keine Gesellschaft gebildet und durch Gesetze im des Himmels Aehnlichkeit hat, kommt daher, dass
Zaum gehalten werden, weil der Mensch ohne den das Gemüt das kleinste Bild dieser Form ist.
Einfluss des Himmels, also ohne göttliche Leitung Daher findet auch bei solchen Menschen und bei den
ein Rasender wäre, der sich, einer wider den andern, Engeln eine durchgängige Mitteilung [communicatio
unaufhaltsam in alle Gottlosigkeiten stürzen würde. omnimoda] der Gedanken und Neigungen zum Guten
Allein wenn schon das menschliche Geschlecht wegen und Wahren an die Gesellschaften des Himmels rings
der Trennung vom Göttlichen auf einem Weltkörper herum statt, und eine Ausdehnung nach den
zu Grunde ginge und dass dies nicht geschehen dafür Fortschritten in der Weisheit, mithin nach der Menge
wird vom Herrn gesorgt so würde es doch immerhin der Erkenntnisse des Wahren, welche dem Verstande,
auf andern fortdauern; denn es sind im Weltall einige und nach der Menge der Neigungen zum guten,
Hunderttausend Weltkörper, wie man sehen kann im welche dem Willen und folglich dem Gemüte
Werkchen von den Weltkörpern in unserer eingepflanzt sind; denn das Gemüt besteht aus
Sonnenwelt, welche Planeten heissen, und von den Verstand und Willen. Das menschliche und engelische
Weltkörpern im gestirnten Himmel. Es ist mir aus Gemüt ist so beschaffen, dass es in Ewigkeit fort
dem Himmel gesagt worden, dass das menschliche bereichert werden kann, und wie es bereichert wird, so
Geschlecht auf dieser Erde zu Grunde gegangen wäre, wird es vervollkommnet; was besonders dann
so dass jetzt kein einziger mehr übrig sein würde, geschieht, wenn der Mensch vom Herrn geführt wird,
wenn der Herr nicht in die Welt gekommen wäre, und denn dann wird er in das echte Wahre geleitet, welches
auf dieser Erde das Menschliche angenommen, und es seinem Verstande, und in das echte Gute, welches
göttlich gemacht hätte; und wenn der Herr nicht auch seinem Willen eingepflanzt wird; denn der Herr bringt
gerade dieses Wort gegeben hätte, das dem einem solchen Gemüte alles in die Form des
Engels=Himmel zur Grundlage und zur Verbindung Himmels, so dass dasselbe zuletzt ein Himmel im
dient. Kleinsten wird. aus dieser Vergleichung geht, da die
Dass durch das Wort eine Verbindung des Himmels Sache dieselbe ist, hervor, dass die Vermehrung der
mit dem Menschen geschehe, kann man im Werke Engel den Himmel vervollkommnet. auch besteht jede
vom Himmel und der Hölle sehen, Nr. 303 bis 310. Form aus einem Mannigfaltigen; eine Formt, welche
Dass dem aber so sei, kann nur von denen begriffen nicht aus einem Mannigfaltigen besteht, ist keine
werden, welche geistig denken, das ist, von denen, Form, weil sie keine Beschaffenheit und keine
welche durch die Anerkennung des Göttlichen im Veränderungen des Zustandes hat. Die Beschaffenheit
Herrn mit dem Himmel verbunden sind; denn nur erhält jede Form aus der Anordnung des
diese können geistig denken. Mannigfaltigen in ihr unter sich, und aus seiner
wechselseitigen Beziehung, sowie aus seiner
Zusammenstimmung zu Einem, wegen welcher jede allem und jedem in der Natur. Dass in allem und
Form als Eines betrachtet wird. Einen solche form ist jedem eine so unendliche Mannigfaltigkeit ist, kommt
um so vollkommener, je mehreres in ihr auf diese daher, dass alles seinen Ursprung im Göttlichen hat,
Weise geordnet ist, weil, wie oben gesagt worden, welches unendlich ist. Daher ist überall ein gewisses
jeder Theil zur Befestigung, Verstärkung, Verbindung, Bild des Unendlichen, damit das Göttliche zu allem
und mithin zur Vervollkommnung beiträgt. als seinem Werke hinstrebe, und alles zu dem
Doch dies kann aus dem noch deutlicher werden, was göttlichen als dessen Werk zurückstrebe.
im Werke vom Himmel und der Hölle besonders da Zur Verdeutlichung, wie jedes Ding in der Natur zum
gezeigt worden ist, wo davon gehandelt wurde, dass Unendlichen und Ewigen zurückstrebe, möge ein
jede Gesellschaft des Himmels ein Himmel in leicht fassliches Beispiel dienen. Jeder Same, sei er
kleinerer Form, und jeder Engel in der kleinsten sei, nun eine Frucht des Baumes, oder der Ernte, oder der
Nr. 51 bis 58; Blume, ist so erschaffen, dass er ins Unendliche
ferner, wo gehandelt wurde von der Form des vervielfältigt werden, und in Ewigkeit fortdauern
Himmels, nach welcher die Zusammengesellungen kann; denn aus einem Samen entstehen viele, gegen 5,
und Mitteilungen daselbst geschehen, Nr. 200 bis 212 10, 20, 100, und aus jedem von diesem wieder eben
und von der Weisheit der Engel des Himmels, Nr. so viele, so dass das immer fortwährende
265 bis 275. Fruchtbringen von Einem Samen nur innerhalb
hundert Jahren nicht nur die Oberfläche eines einzigen
13. DASS JEDES GÖTTLICHE WERK ZUM Weltkörpers, sondern die Oberfläche von Myriaden
UNENDLICHEN UND EWIGEN ANSTREBE13. von Weltkörpern ausfüllen könnte. Auch diese sind so
DASS JEDES GÖTTLICHE WERK ZUM erschaffen, dass ihre Dauer ewig ist. Daraus kann man
UNENDLICHEN UND EWIGEN ANSTREBE, kann sehen, wie in diesem die Idee des Unendlichen und
aus vielem erhellen, was sowohl im Himmel, als auf Ewigen ist. Ebenso verhält es sich mit dem Uebrigen.
der Welt vorhanden ist; in keinem von beiden gibt es Der Engels=Himmel ist dasjenige, wegen dessen alles
auch nur ein einziges Etwas, das einem andern ganz im Weltall erschaffen ist; denn der Engels=Himmel
ähnlich oder mit ihm dasselbe wäre; es gibt kein ist der Endzweck, wegen dessen das menschliche
einziges Angesicht, das dem eines andern ganz ähnlich Geschlecht, und das menschliche Geschlecht ist der
oder mit ihm dasselbe wäre, und es wird in Ewigkeit Endzweck, wegen dessen der sichtbare Himmel und
keines geben. Ebenso gibt es keine einzige Seele, die Weltkörper in ihm erschaffen sind, weswegen dann
welche einer andern ganz ähnlich wäre, mithin so viele auch jenes göttliche Werk, nämlich der
Menschen und so viele Engel, so viele Angesichter Engels=Himmel, vor Allem zum Unendlichen und
und so viele Seelen. Nie findet sich in einem Ewigen, mithin zu einer endlosen Vervielfältigung
Menschen, in dem doch unzählige Teile, welche anstrebt; denn in ihm wohnt das Göttliche selbst.
seinen Körper, und unzählige Neigungen sind, welche Hieraus kann auch erhellen, warum das menschliche
seine Seele ausmachen, etwas, das ganz ähnlich oder Geschlecht niemals aufhören wird; denn wenn es
dasselbe wäre mit dem in einem andern; und daher aufhörte, so würde ein göttliches Werk durch eine
kommt es dann, dass jeder ein von dem des Andern gewisse Zahl beschränkt werden, und so die
verschiedenes Leben führt. Eben so verhält es sich mit Beziehung auf das Unendliche zu Grunde gehen.

DER HIMMEL UND DIE HÖLLE SIND AUS DEM MENSCHLICHEN GESCHLECHTE.

14. In der christlichen Welt weiss man gar nicht, dass sondern dass alle, sowohl im Himmel als in der
der Himmel und die Hölle aus dem menschlichen Hölle, aus dem menschlichen Geschlecht sind; im
Geschlechte sind; denn man glaubt, dass die Engel im Himmel diejenigen, welche in himmlischer Liebe und
Anfang erschaffen worden, und daher der Himmel in himmlischem Glauben, in der Hölle diejenigen,
entstanden sei, und dass der Teufel oder Satan ein welche in höllischer Liebe und höllischem Glauben in
Engel des Lichts gewesen, weil er aber ein Empörer der Welt gelebt haben, und dass die Hölle in ihrem
wurde, mit seinem Haufen herabgeworfen worden, und ganzen Inbegriffe das sei, was Teufel und Satan
dass daher die Hölle entstanden sei. Dass ein solcher genannt wird; Teufel die Hölle, welche hinten ist, wo
Glaube in der christlichen Welt ist, darüber diejenigen sind, welche böse Genien genannt werden,
verwundern sich die Engel höchlich, und noch mehr und Satan die Hölle, welche vornen ist, wo die sind,
darüber, dass man gar nichts vom Himmel weiss, da welche böse Geister heissen.
derselbe doch ein Hauptgegenstand der kirchlichen Wie die eine und die andere Hölle beschaffen sei, kann
Lehre ist; und weil eine solche Unwissenheit herrscht, man in dem Werke über Himmel und Hölle am Ende
so haben sie sich herzlich gefreut, dass es dem Herrn sehen.
gefallen hat, jetzt mehreres vom Himmel und auch Dass die christliche Welt einen solchen Glauben von
von der Hölle zu offenbaren, und dadurch, so weit es dem, was in dem Himmel und der Hölle ist, gefasst
möglich ist, die Finsternis zu zerstreuen, welche, da hat, dies komme, sagten die Engel, von einigen
die Kirche zu ihrem Ende gelangt ist, von Tag zu Stellen im Worte her, welche nur nach dem Sinne des
Tage anwächst; sie wollen daher, dass ich aus ihrem Buchstabens verstanden, und nicht durch die echte
Munde versichere, dass im ganzen Himmel kein Lehre aus dem Worte beleuchtet und erklärt worden
einziger Engel ist, der im Anfang erschaffen, und auch seien, da doch der buchstäbliche Sinne des Wortes,
in der ganzen Hölle kein Teufel, der als Engel des wenn die echte Lehre der Kirche nicht vorleuchte, die
Lichts erschaffen und herabgeworfen worden wäre,
Gemüter auf Verschiedenheiten führe, woraus dann allen Verstorbenen, die ich bei Leibes Leben irgend
Unwissenheit, Ketzereien und Irrtümer entstehen. gekannt, nach ihrem Tode zu sprechen, mit einigen
Tage lang, mit andern Monate lang, und mit andern
15. Dass man in der Kirche so glaubt, daran ist auch ein Jahr lang, und auch mit so vielen andern, dass ich
das schuld, dass man meint, es komme kein Mensch wenige sage, wenn ich hunderttausend nenne, von
früher in den Himmel oder in die Hölle, als zur Zeit welche viele in den Himmeln, und viele in den Höllen
des Jüngsten Gerichts, von dem man die Meinung waren. Ich habe auch mit einigen zwei Tage nach
angenommen hat, dass dann alles, was vor den Augen ihrem Heimgang gesprochen, und ihnen erzählt, dass
erscheint, untergehen, und Neues hervorgehen, und die nun die Zubereitung zu ihrem Leichenbegängnis und
Seele in ihren Körper zurückkehren, und nach dieser Leichenzug gemacht werde, damit sie begraben
Verbindung der Mensch wieder als Mensch leben würden. Diese sagten darauf dass man wohl daran tue,
werde. Dieser Glaube schliesst jenen andern von den das, was ihnen in der Welt zum Körper und dessen
Engeln in sich, dass sie im Anfang erschaffen worden Verrichtung gedient hätte, wegzuwerfen. Sie wollten
seien, denn man kann nicht glauben, dass Himmel auch, dass ich sagen sollte, sie seien nicht gestorben,
und Hölle aus dem menschlichen Geschlechte sind, sondern leben nun ebenso als Menschen, wie zuvor,
wenn man glaubt, dass kein Mensch früher dorthin und seien blos aus einer Welt in die andere gezogen;
kommen werde, als am Ende der Welt. Damit aber der auch wissen sie nicht, dass sie etwas verloren haben,
Mensch überführt werde, dass dem nicht so sei, ist weil sie wie zuvor in einem Leibe und dessen
mir gestattet worden, mit den Engeln Umgang zu Empfindungen seien, und auch wie zuvor Verstand
haben, und auch mit denen zu sprechen, die in der und Willen haben, und dass sie eben solche Gedanken
Hölle sind, und dies nun mehrere Jahre hindurch, und Neigungen, eben solche Empfindungen, eben
zuweilen ununterbrochen vom Morgen bis an den solche Vergnügungen, und eben solche Wünsche
Abend, damit ich so vom Himmel und der Hölle, und haben, wie in der Welt. Die Meisten der
zwar zu dem Ende unterrichtet würde, dass der Neugestorbenen, als sie sahen, dass sie wie zuvor als
Mensch der Kirche nicht länger mehr in seinem irrigen Menschen leben, und sich in einem ähnlichen
Glauben beharre in Ansehung der Auferstehung zur Zustande befinden, (denn jeder kommt nach dem Tode
Zeit des Gerichts, und des Zustandes der Seele bis zuerst in einen Zustand des Lebens, welcher dem, den
dahin, sowie auch der Engel und des Teufels; welcher er in der Welt hatte, ähnlich ist; allein nach und nach
Glaube, weil er ein Glaube an etwas Falsches ist, wird derselbe bei ihm entweder in den Himmel oder
Finsternis mit sich führt, und diejenigen, die mittelst in die Hölle verändert), wurden mit neuer Freude
ihrer eigenen Einsicht darüber nachdenken, zum darüber erfüllt, dass sie leben, und sie sagten, dass sie
Zweifeln und zuletzt zum Läugnen bringt; denn sie dies nicht geglaubt hätten; aber sie verwunderten sich
sagen in ihrem Herzen: Wie kann ein so grosser sehr, dass sie in solcher Unwissenheit und Blindheit
Himmel mit so vielen Gestirnen und mit der Sonne in Ansehung des Zustandes ihres Lebens nach dem
und dem Mond zerstört und zerstreut werden? Und Tode gewesen seien, und noch mehr darüber, dass der
wie können die Sterne dann vom Himmel auf die Erde Mensch der Kirche sich darin befinde, der doch vor
fallen, da sie doch grösser als die Erde sind? Und wie allen auf dem Erdkreise hierin im Lichte sein könne
können die von den Würmern aufgefressenen, von der Die Ursache dieser Blindheit und Unwissenheit sahen
Fäulnis verzehrten, und in alle Winde zerstreuten sie erst jetzt, und sie ist, dass das Aeussere, welches
Leiber wieder zu ihrer Seele gesammelt werden? Wo weltlich und körperlich ist, so sehr ihre Gemüter
sollte inzwischen die Seele sein, und welche beschäftig und erfüllt hatte, dass sie sich nicht in das
Beschaffenheit sollte sie haben, da ihr der Sinn fehlt, Licht des Himmels erheben konnten, um die Dinge
den sie im Leibe hatte? Ausser mehrerem dergleichen, der Kirche unabhängig von der [kirchlichen] Lehre zu
das, weil es unbegreiflich ist, nicht in den Glauben betrachten; denn vom Körperlichen und Weltlichen,
fällt, und bei Vielen den Glauben an das ewige Leben wenn man es so sehr leibt, wie es heut zu Tage
des Menschen, und an den Himmel und die Hölle, geschieht, fliesst, wenn der Mensch über Machtspruch
und mit diesem auch das Uebrige, was zum Glauben der in seiner Kirche geltenden Glaubenslehre hinaus
der Kirche gehört, zerstört. denken will, blos Finsternis ein. [78.]
Dass es denselben wirklich zerstört hat, kann man an
denen sehen, welche sprechen: Wer ist vom Himmel 16. Sehr viele Gelehrte aus der christlichen Welt
zu uns gekommen, und hat gesagt, dass er sei? Wer erstaunen, wenn sie sich nach dem Tode in einem
von der Hölle, dass sie sei? Was soll das sein, dass Körper, in Kleidern und in Häusern wie in der Welt
der Mensch in Ewigkeit mit Feuer gequält werde? sehen; und wenn in ihr Gedächtnis zurückgerufen
Was der Tag des Gerichts? Ist er nicht Jahrhunderte wird, was sie früher über das Leben nach dem Tode,
vergeblich erwartet worden? Ausser mehrerem, das mit über die Seele, über die Geister, und über den Himmel
gänzlicher Läugnung zusammenhängt. und die Hölle gedacht hatten, so werden sie mit
Damit nun diejenigen, welche so denken, und so Scham erfüllt, und sagen, dass sie sich alberne
denken Viele, welche der weltlichen Dinge wegen, die Vorstellungen davon gemacht haben, und die
sie wissen, Gebildete und Gelehrte heissen, nicht Einfältigen am Glauben viel weiser gewesen seien, als
länger die Einfältigen am Glauben und Herzen sie. Man stellte eine Prüfung bei Gelehrten an, welche
beunruhigen und verführen, und höllische Finsternis sich in solchen Dingen bestärkt, und alles der Natur
in Ansehung Gottes, des Himmels, des ewigen zugeschrieben hatten; und man fand, dass das Innere
Lebens und des Uebrigen, was damit zusammenhängt, ihres Gemüts verschlossen, und das Aeussere geöffnet
verbreiten möchte, ist mir das Innere meines Geistes war, so dass sie nicht auf den Himmel, sondern auf
vom Herrn geöffnet, und so gegeben worden, mit die Welt, und mithin auch gegen die Hölle sahen;
denn in so weit, als das Innere des Gemüts geöffnet sei leichter, sobald es dem Herrn gefalle, allein wer
ist, sieht der Mensch gen Himmel, in so weit aber das sich im Falschen bestärkt habe, würde es doch nicht
Innere verschlossen und das Aeussere geöffnet ist, glauben, und wenn er es gleich selbst sehen sollte;
sieht er gegen die Hölle. Denn das Innere des und dann sei es auch gefährlich, denen, die aus dem
Menschen ist zur Aufnahme alles dessen gebildet, was Weltlichen und Körperlichen sind, etwas aus dem
im Himmel, und das Aeussere zur Aufnahme alles Himmel zu offenbaren, weil sie in diesem Zustande es
dessen, was in der Welt ist; und wer die Welt und zuerst glauben und hernach läugnen, und so jenes
nicht zugleich den Himmel in sich aufnimmt, der Wahre selbst entweihen würden. Entweihen heisst
nimmt die Hölle auf. nämlich glauben und nachher läugnen, und wer
entweiht, wird in die allerunterste und unerträglichste
17. Dass der Geist des Menschen nach seiner Hölle verstossen. Dies ist die Gefahr, welche unter des
Trennung vom Körper Mensch sei, und eine Herrn Worten verstanden wird:
menschenähnliche Gestalt habe, ist für mich, bei einer „Verblendet hat er ihre Augen, und verhärtet ihre
täglichen Erfahrung von vielen Jahren, ganz gewiss; Herzen, dass sie nicht mit ihren Augen sehen, und mit
denn ich habe die Geister tausendmal gesehen, gehört, dem Herzen verstehen, und sich bekehren, und Ich sie
und mit ihnen gesprochen; auch darüber, dass die dann heile.“ Joh 12,40.;
Menschen in der Welt nicht glauben, dass es mit und dass, wer in weltlichen und körperlichen
ihnen diese Beschaffenheit habe, und dass diejenigen, Neigungen befangen ist, doch nicht glauben würde,
die es glauben, von den Gelehrten für einfältig unter Folgendem:
gehalten werden. die Geister hatten herzliches „Abraham sagte zu dem Reichen in der Hölle: Sie
Bedauern, dass in der Welt, und besonders innerhalb haben Moses und die Propheten, mögen sie diese
der Kirche noch eine solche Unwissenheit herrsche. hören. Jener aber erwiederte: Nein, Vater Abraham!
Dieser Glaube ist aber, sagten sie, besonders von den wenn aber einer von den Todten zu ihnen käme, so
Gelehrten ausgegangen, welche nach dem körperlich würden sie sich bekehren. Abraham aber sagte zu ihm:
Sinnlichen über die Seele nachgedacht, und sich daher Hören sie Moses und die Propheten nicht, so würden
keine andere Vorstellung von ihr gemacht haben, als sie auch nicht glauben, wenn einer von den Todten
wie von einem blossen Denken, welches, sofern es auferstünde.“ Luk 16,29.30.31.
ohne ein Subject betrachtet wird, an dem es sich
befindet, und von dem es ausgeht, einem Dinge 18. Dass der Himmel aus dem menschlichen
gleicht, das im reinen Aether fliegt, und beim Tode Geschlechte sei, kann auch daraus erhellen, dass die
des Körpers notwendig zerstreut werden muss. Da engelischen und menschlichen Gemüter einander
aber die Kirche, dem Worte gemäss, eine ähnlich sind; beide haben das Vermögen, zu erkennen,
Unsterblichkeit der Seele glaubt, so hat man zu fühlen, und zu wollen, beide sind dazu gebildet,
notwendig der Letzteren auch einiges Leben, den Himmel aufzunehmen; denn das menschliche
dergleichen das des Denkens ist, zuschreiben müssen, Gemüt kann eben so weise sein, wie das engelische
dabei aber doch nicht eine Empfindung, wie der Gemüt; dass es in der Welt aber nicht so weise ist,
Mensch sie hat, ehe sie wieder mit ihrem Körper kommt daher, dass es in einem irdischen Körper ist,
verbunden ist. Auf diese Meinung gründet sich die und in diesem das geistige Gemüt natürlich denkt,
Auferstehungslehre und der Glaube, dass zur Zeit des weil sein geistiges Denken, das es ganz mit dem
Jüngsten Gerichts eine Verbindung der Seele und des Engel gemein hat, hier in natürliche Vorstellungen,
Körpers geschehen werde: denn bei jener welche den geistigen entsprechen, einfliesst, und dann
Voraussetzung von der Seele kann man, wenn damit so empfunden wird. Anders aber, wenn das
der kirchliche Glaube in Ansehung des ewigen Lebens menschliche Gemüt von den Banden, die es an den
des Menschen verbunden wird, nicht anders Körper fesselten, befreit ist: dann denkt es nicht mehr
schliessen. Daher kommt es, dass man bei einem der natürlich, sondern geistig, und wenn es geistig denkt,
Lehre und zugleich jener Voraussetzung gemässen so denkt es Dinge, welche für den natürlichen
Nachdenken über die Seele sich dieselbe durchaus Menschen unbegreiflich und unaussprechlich sind,
nicht als Geist, und in menschlicher Gestalt denken mithin wie der Engel. Hieraus kann man sehen, dass
kann. Dazu kommt noch, dass heutzutage kaum das Innere des Menschen, welches sein Geist heisst,
jemand weiss, was das Geistige ist, und noch seinem Wesen nach ein Engel ist.
weniger, dass diejenigen, welche geistig sind und Dass der Engel eine vollkommen menschliche Form
dies sind alle Geister und Engel eine menschliche habe, sehe man im Werke über Himmel und Hölle,
Gestalt haben. Daher kommt es auch, dass fast alle, Nr. 73 bis 77.
welche aus der Welt ankommen, sich höchlich Ist aber das Innere des Menschen nicht nach oben,
wundern, dass sie leben und dass sie Menschen sind, sondern blos nach unten geöffnet, so hat es zwar nach
gerade wie zuvor, und dass gar kein Unterschied der Trennung vom Körper auch eine menschliche
stattfindet; allein wenn diese Verwunderung aufhört, Form, aber eine grässliche und teuflische, denn sie
so wundern sie sich, dass die Kirche von diesem kann nicht aufwärts gen Himmel, sondern nur abwärts
Zustand der Menschen nach dem Tode nichts weiss, gegen die Hölle sehen.
da doch alle, welche in der Welt gelebt haben, sich im
andern Leben befinden, und als Menschen fortleben. 19. Dass der Himmel und die Hölle aus dem
als sie sich daher auch darüber wunderten, dass dies menschlichen Geschlechte sind, hätte die Kirche auch
dem Menschen nicht durch Gesichte geoffenbart aus dem Worte wissen, und zu einem Gegenstand
worden ist, so wurde ihnen aus dem Himmel gesagt, ihrer Lehre machen können, wenn sie Erleuchtung
dass dies wohl hätte geschehen können, denn nichts
vom Himmel angenommen, und auf die Worte des Ansehung des Innern seines Gemüts zum Engel
Herrn an den Räuber gehört hätte, machen.
„dass er heute noch mit Ihm im Paradiese sein werde,“
Luk 23,43; 21. Dass der Her nicht nur Seinem Geiste, sondern
und auf das, was der Herr vom Reichen und von auch Seinem Körper nach auferstand, kam daher, das
Lazarus sagte, der Herr, als Er in der Welt war, Sein ganzes
„dass jener in die Hölle gekommen sei, und von da Menschliches verherrlichte, das ist, göttlich machte;
mit Abraham gesprochen habe, dieser aber in den denn Seine Seele, welche Er vom Vater hatte, war an
Himmel gekommen sei,“ Luk 16,19 bis 31; sich das Göttliche selbst, und sein Körper wurde eine
und dann auch aus dem, was der Herr den Sadducäern Aehnlichkeit der Seele, das ist, des Vaters, folglich
von der Auferstehung sagte, auch göttlich. Daher kam es nun, dass Er, anders als
dass Gott nicht ein Gott der Todten, sondern der irgend ein Mensch, in Ansehung beider auferstand ,
Lebenden sei,“ Matth 22,32., und dass Er sich auch Seinen Jüngern, welche, als sie
und überdies auch aus dem gemeinen Glauben aller, Ihn sahen, einen Geist zu sehen glaubten, offenbarte
welche gut leben, besonders aus dem Glauben derer, und sprach:
die dem Tode nahe, und dann nicht mehr im „Sehet Meine Hände und Meine Füsse, dass Ich es
Weltlichen und Körperlichen sind, dass sie nämlich selbst bin; fühlet und betrachtet Mich; denn ein Geist
glauben, in den Himmel zu kommen, sobald das hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, dass Ich
Leben ihres Körpers entweicht. habe.“ Luk 4,36.37.38.[39.] Hiemit zeigt Er an, dass
Dieser Glaube herrscht bei allen, welche nicht aus der Er nicht nur dem Geiste, sondern auch dem Körper
kirchlichen Lehre von der Auferstehung zur Zeit des nach ein Mensch sei.
Jüngsten Gerichts denken. Untersuche einmal, ob es
nicht so ist, und du wirst es bestätigt finden. 22. Ueberdies ist, dass der Himmel und die Hölle aus
dem menschlichen Geschlechte seien, in mehreren
20. Wer von der göttlichen Ordnung unterrichtet ist, Abschnitten im Werke über Himmel und Hölle
kann auch einsehen, dass der Mensch dazu erschaffen gezeigt worden, als in folgenden:
ist, ein Engel zu werden, weil, wie man oben Nr. 9 Von den Völkerschaften und Völkern ausserhalb der
sehen kann, in ihm das Letzte der Ordnung ist, in Kirche im Himmel, Nr. 318 bis 328.
welcher das, was zur himmlischen und engelischen Von den Kindern im Himmel, Nr. 329 bis 345.
Weisheit gehört, gebildet, und auch erneuert und Von den Weisen und Einfältigen im Himmel, Nr. 346
vervielfältigt werden kann. Die göttliche Ordnung bis 356.
bleibt niemals in der Mitte stehen, um hier etwas Von den Reichen und Armen im Himmel, Nr. 357 bis
ohne das Letzte zu bilden, denn sie ist hier nicht in 365.
ihrer Fülle und Vollkommenheit, sondern schreitet bis Dass jeder Mensch seinem Innern nach ein Geist sei,
zum Letzten fort. Wenn sie aber in ihrem Letzten ist, Nr. 432 bis 444.
dann bildet sie, und erneuert sich auch durch die hier Dass der Mensch nach dem Tode eine vollkommen
gesammelten Mittel, und bringt Neues hervor, was menschliche Gestalt habe, Nr. 453 bis 460.
durch die Erzeugung geschieht. Deswegen ist hier die Dass der Mensch nach dem Tode alle die Sinne, das
Pflanzschule des Himmels. Gedächtnis, das Denken, die Neigungen habe, die er
Dies wird auch unter dem verstanden, was vom in der Welt hatte, und dass er nichts zurücklasse, als
Menschen und dessen Schöpfung im ersten Kapitel seinen irdischen Körper, Nr. 461 bis 469.
des ersten Buchs Moses, Vers 26.27.28. gesagt wird: Vom ersten Zustande des Menschen nach dem Tode,
„Gott sprach: Lasst uns Menschen machen zu unsrem Nr. 491 bis 498.
Bilde, nach unsrer Aehnlichkeit: und Gott schuf den Vom zweiten Zustande des Menschen nach dem Tode,
Menschen zu Seinem bilde, zum bilde Gottes schuf Er Nr. 499 bis 511.Von seinem dritten Zustande, Nr.
ihn; als Mann und Weib erschuf Er sie: und Gott 512 bis 520.
segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar Und dann von den Höllen, Nr. 536 bis 588.
und mehret Euch.“ Zu Gottes Bild und zu Gottes Aus diesem allem kann man im Einzelnen sehen, dass
Aehnlichkeit erschaffen, heisst: alles, was zur der Himmel nicht aus Engeln besteht, die im Anfang
göttlichen Ordnung vom Ersten bis zum Letzten erschaffen worden, und auch die Hölle nicht aus
gehört, in ihn hineintragen, und so denselben in irgend einem Teufel und dessen Haufen, sondern nur
aus solchen, welche als Menschen geboren wurden.

ALLE MENSCHEN, SO VIEL IHRER VON ANFANG DER SCHÖPFUNG AN GEBOREN WORDEN UND
GESTORBEN SIND, BEFINDEN SICH IM HIMMEL ODER IN DER HÖLLE.

23. Dies folgt erstlich aus dem, was im in der Hölle sind. viertens, dass alle, welche noch
vorhergehenden Abschnitte gesagt und gezeigt worden geboren werden, auch in die geistige Welt kommen;
ist, dass nämlich der Himmel und die Hölle aus dem dass diese Welt so gross und von solcher
menschlichen Geschlecht sind. Zweitens daraus, dass Beschaffenheit sei, dass ihr die natürliche Welt, in der
jeder Mensch nach dem Leben in der Welt ewig die Menschen auf Erden sind, nicht verglichen werden
fortlebt. Drittens, dass demnach alle, welche je von kann. Doch damit man dies deutlicher wahrnehmen
der Schöpfung der Welt an als Menschen geboren und einleuchtender finden möge, so will ich es im
worden und gestorben sind, entweder im Himmel oder Einzelnen auseinandersetzen und beschreiben.
ganz in Staub zerfallen, durch die göttliche Allmacht
24. Dass der Satz: Alle Menschen, so viel ihrer vom wieder gesammelt und mit den Seelen wieder
Anfang der Schöpfung an geboren und gestorben sind, vereinigt werden sollen, und dass dies erst am Ende
befinden sich im Himmel oder in der Hölle, aus dem der Welt stattfinden werde, wann das sichtbare Weltall
folge, was im vorhergehenden Abschnitte gesagt und untergehe; und so mehreres Aehnliche, was die
gezeigt worden ist, wonach nämlich Himmel und Fassungskraft übersteigt, und auf den ersten Blick des
Hölle aus dem menschlichen Geschlechte sind, ist Geistes als unmöglich und der göttlichen Ordnung
ohne Erklärung deutlich. zuwider erscheint, und daher auch den Glauben Vieler
Der gemeine Glaube war bisher, dass die Menschen schwächt; denn wer aus der Weisheit denkt, kann
nicht eher in den Himmel kommen werden, als am nichts glauben, was er nicht einigermassen begreift,
Tage des Jüngsten Gerichtes, wann die Seelen in ihre und einen Glauben an Unbegreifliches, das ist, einen
Körper zurückkehren, und so derjenigen Dinge Glauben an das, was der Mensch für unbegreiflich
geniessen werden, welche man als zum Körper gehörig hält, gibt es nicht. Daher nehmen auch diejenigen,
betrachtet. Zu diesem Glauben wurden die Einfältigen welche kein Leben nach dem Tode glauben, einen
von denen gebracht, welche sich für weise ausgegeben, Beweis für die Läugnung davon her.
und über den innern Zustand des Menschen Dass aber der Mensch sogleich nach dem Tode wieder
Untersuchungen angestellt hatten. Weil diese nicht auferstehe, und dann eine vollkommen menschliche
über die geistige Welt, sondern blos über die Gestalt habe, kann man im Werke über Himmel und
natürliche, und also auch nicht über den geistigen Hölle, und zwar in mehreren Abschnitten sehen.
Menschen nachdachten, so wussten sie auch nicht, Dies ist zur weiteren Bestätigung dessen angeführt
dass der geistige Mensch, welchen jeder im worden, dass der Himmel und die Hölle aus dem
Natürlichen hat, ebenso eine menschliche Gestalt hat, menschlichen Geschlechte sind; woraus dann folgt,
wie der natürliche Mensch. Es kam ihnen auch nicht dass alle, so viele ihrer von Anfang der Schöpfung an
in den Sinn, dass der natürliche Mensch seine als Menschen geboren und gestorben sind, sich im
menschliche Gestalt von seinem geistigen Menschen Himmel oder in der Hölle befinden.
habe, ob sie gleich sehen konnten, dass der geistige
Mensch in alles und jedes des natürlichen Menschen 25. DASS JEDER MENSCH NACH DEM LEBEN
durch den blossen Wink wirkt, und dass der natürliche IN DER WELT EWIG LEBE, erhellt daraus, dass er
Mensch gar nichts aus sich tut. Der geistige Mensch dann ein geistiger, und nicht mehr natürlicher Mensch
ist das, was denkt und will, denn der natürliche ist, und dass der vom Natürlichen getrennte geistige
Mensch kann es nicht aus sich, und das Denken und Mensch in Ewigkeit derselbe bleibt, weil der Zustand
Wollen ist alles in allem des natürlichen Menschen, des Menschen nach dem Tode nicht mehr verändert
indem der natürliche Mensch so bewegt wird, wie der werden kann. Ueberdies steht das Geistige jedes
geistige will, und auch so spricht, wie dieser denkt, Menschen in Verbindung mit dem Göttlichen, weil es
so ganz, dass die Handlung nichts als der Wille, und über das Göttliche nachdenken, und auch das
die Rede nichts als der Gedanke ist, denn wenn man Göttliche lieben, und von Allem, was vom Göttlichen
diesen und jenen wegnimmt, so hört sogleich die ist, dergleichen das ist, was die Kirche lehrt, angeregt,
Rede und die Handlung auf. Hieraus erhellt, dass der folglich mit dem Göttlichen verbunden werden kann
geistige Mensch wahrhaftig Mensch ist, und dass er in in Ansehung des Denkens und Wollens, welche beide
allem und jedem des natürlichen Menschen, mithin Vermögen dem geistigen Menschen angehören, und
das ihm ähnliche Abbild ist; denn wenn im sein Leben ausmachen. Was auf diese Weise mit dem
natürlichen Menschen auch nur ein Teil oder Teilchen Göttlichen verbunden ist, kann in Ewigkeit nicht
ist, in dem der geistige nicht wirkt, so lebt er nicht. sterben, denn das Göttliche ist bei ihm, und verbindet
Allein der geistige Mensch kann vor dem natürlichen es mit sich. Auch ist der Mensch seinem Gemüte
Menschen nicht erscheinen, weil das Geistige nicht nach zur Form des Himmels erschaffen, und die Form
vom Natürlichen, sondern nur das Natürliche vom des Himmels ist aus dem Göttlichen selbst, wie aus
Geistigen gesehen werden kann; denn dies ist der dem Werke über Himmel und Hölle ersehen werden
Ordnung gemäss, jenes aber ist gegen die Ordnung; es kann, in welchem gezeigt worden, dass das Göttliche
gibt nämlich einen Einfluss des Geistigen in das des Herrn den Himmel ausmache und bilde, Nr. 7 bis
Natürliche, folglich auch des Sehens, denn das Sehen 12 und Nr. 78 bis 86.
ist auch ein Einfluss, nicht aber umgekehrt. Der Dass der Mensch erschaffen sei, um ein Himmel im
geistige Mensch ist das, was der Geist des Menschen kleinsten Bilde zu sein, Nr. 57.
heisst, und in der geistigen Welt ist das, was der Dass der Himmel im ganzen Inbegriffe Einen
Geist des Menschen heisst, und in der geistigen Welt Menschen vorstelle, Nr. 59 bis 66.
in vollkommen menschlicher Gestalt erscheint, und Dass daher der Engel eine vollkommen menschliche
nach dem Tode fortlebt. Weil die Verständigen, wie Gestalt habe, Nr. 73 bis 77.
schon oben gesagt, nichts von der geistigen Welt, und Der Engel ist nämlich ein Mensch in Ansehung seines
folglich auch nichts vom Geiste des Menschen Geistigen.
gewusst haben, so haben sie die Vorstellung Ich habe über diesen Gegenstand einige male auch mit
angenommen, dass der Mensch nicht eher als Mensch den Engeln gesprochen, welche sich sehr wunderten,
leben könne, als bis er in seinen Körper zurückkehre, dass es unter denen, welche in der christlichen Welt
und dessen Sinne wieder erhalte. Daher sind so Verständige heissen, und auch von andern für
nichtige Vorstellungen von der Auferstehung des verständig gehalten werden, so viele gibt, welche in
Menschen entstanden, dass nämlich die Körper, ihrem Glauben die Unsterblichkeit ihres Lebens
obgleich von den Würmern und Fischen verzehrt und gänzlich verwerfen, und meinen, die Seele des
Menschen könne nach dem Tode ebenso zerstreut sie wissen gar nicht was sterben heisst; wenn daher im
werden, wie die Seele des Thieres, indem sie den Worte der Tod genannt wird, so verstehen die Engel
Unterschied nicht wahrnehmen, der zwischen dem entweder die Verdammnis darunter, welche ein Tod
Leben des Menschen und dem des Thieres stattfindet, im geistigen Sinne ist, oder die Fortsetzung des
dass nämlich der Mensch über sich selbst hinaus, über Lebens und die Auferstehung .
Gott, über den Himmel, über die Liebe, über den Dies ist zur Bestätigung dessen angeführt worden,
Glauben, über das geistig und sittlich Gute, über das dass alle Menschen, so viel ihrer vom Anfang der
Wahre und Aehnliches nachdenken, und so zum Schöpfung an geboren und gestorben sind, fortleben,
Göttlichen selbst erhoben, und durch alles dies mit zum Teil im Himmel, und zum Teil in der Hölle.
Ihm verbunden werden kann; die Thiere aber sich
nicht über ihr Natürliches erheben können, um 26. Damit ich wüsste, DASS ALLE MENSCHEN,
dergleichen zu denken, folglich ihr Geistiges von SO VIEL IHRER VOM ANFANG DER
ihrem Natürlichen nach dem Tode nicht getrennt SCHÖPFUNG AN GEBOREN UND GESTORBEN
werden, und wie das Geistige des Menschen für sich SIND, SICH IM HIMMEL ODER IN DER HÖLLE
leben kann; was dann die Ursache ist, dass das Leben BEFINDEN, durfte ich mit einigen sprechen, welche
des Thieres mit seinem natürlichen Leben zerstört vor der Sündflut, und auch mit einigen, welche nach
wird. Dass viele sogenannte Verständige in der der Sündflut gelebt hatten, sowie auch mit einigen
christlichen Welt keine Unsterblichkeit ihres Lebens vom jüdischen Volke, welche aus dem Worte des
glauben, davon gaben die Engel als Ursache an, dass alten Testaments bekannt waren; mit einigen, welche
sie in ihrem Herzen das Göttliche läugnen, und die zur Zeit des Herrn, mit vielen, die in den folgenden
Natur für das Göttliche annehmen; und wer beim Jahrhunderten bis auf das heutige gelebt hatten; und
Denken von solchen Grundbegriffen ausgeht, kann dann auch mit allen denjenigen Verstorbenen, die ich
sich keine Ewigkeit durch die Verbindung mit dem bei ihrem Leibesleben gekannt hatte; überdies auch
Göttlichen, folglich keinen Zustand des Menschen mit Kindern , und mit vielen aus den Heiden.
denken, der von dem der Thiere verschieden wäre; Durch diese Erfahrung wurde ich völlig überführt,
denn wenn man vom Denken das Göttliche entfernt, dass von der ersten Schöpfung dieses Weltkörpers an
so entfernt man auch das Ewige. Sie sagten ferner, kein einziger als Mensch geboren wurde, der nicht im
dass bei jedem Menschen eine innerste oder höchste Himmel oder in der Hölle wäre.
Stufe des Lebens, oder etwas Innerstes oder Höchstes
sei, in welches das Göttliche des Herrn zuerst und 27. DASS DIE GEISTIGE WELT, DA AUCH
zunächst einfliesse, und aus welchem Er das übrige ALLE, WELCHE KÜNFTIG GEBOREN WERDEN,
Innere ordne, das im geistigen und natürlichen IN DIESELBE KOMMEN, VON SOLCHER
Menschen ist, und nach den bei ihm befindlichen GRÖSSE UND BESCHAFFENHEIT SEI, DASS
Stufen der Ordnung sich wirksam äussert [succedit]. DIE NATÜRLICHE WELT, IN WELCHER DIE
Dieses Innerste oder Höchste nannten sie den Eingang MENSCHEN SIND, IHR NICHT VERGLICHEN
des Herrn beim Menschen, und Seinen allereigensten WERDEN KANN, dies erhellt aus der ungeheuren
Wohnsitz bei ihm; und durch dieses Innerste oder Menge Menschen, welche von der ersten Schöpfung
Höchste sei der Mensch Mensch, und von den an in die geistige Welt übergegangen, und hier
unvernünftigen Thieren, welche dasselbe nicht haben, beisammen sind; und dann auch aus dem beständigen
unterschieden, und daher komme es, dass die Zuwachs, den sie in der Folge noch aus dem
Menschen anders als die Thiere, dem Innern ihres menschlichen Geschlecht, und zwar nach dem, was
Gemüts und ihrer Seele nach, vom Herrn zu sich oben in seinem Abschnitte, Nr. 6 bis 13, bezeigt
erhoben werden, an Ihn glauben, mit Liebe zu ihm worden, ohne Aufhören erhalten soll, weil die
erfüllt werden, Einsicht und Weisheit in sich Zeugungen des menschlichen Geschlechts auf den
aufnehmen, und mit Vernunft reden können. Erden nie aufhören werden. Welch eine ungeheure
Als sie über diejenigen gefragt wurden, welche das Menge Menschen jetzt schon daselbst sei, ist mir
Göttliche und das göttlich Wahre läugnen, durch einige Male, da mir die Augen geöffnet wurden, zu
welches das Leben des Menschen mit dem Göttlichen sehen gegeben worden; sie war so gross, dass sie
selbst verbunden wird, ob auch sie in Ewigkeit kaum gezählt werden konnte; es waren einige
fortleben, so sagten sie, dass auch diese das Vermögen Myriaden nur an einem Ort in Einer Gegend: wie viele
haben, zu denken und zu wollen, mithin das, was aus werden nicht in den übrigen sein? Es sind nämlich
dem Göttlichen ist, zu glauben und zu lieben, ganz hier alle in Gesellschaften gesammelt, und der
wie diejenigen, welche das Göttliche anerkennen, und Gesellschaften ist eine grosse Zahl, und jede
dass es eben von diesem Vermögen herkomme, dass Gesellschaft bildet an ihrem Orte drei Himmel, und
auch sie ewig fortleben. Sie setzten noch hinzu, dass unter sich drei Höllen, weswegen es hier solche gibt,
sie dies Vermögen von jenem Innersten oder Höchsten die in der Höhe, solche, die in der Mitte, solche, die
haben, das in jedem Menschen ist, und von welchem unter diesen wohnen, und solche, welche sich im
oben die Rede war. Dass auch die in der Hölle dies Untersten, oder in den Höllen unter jenen befinden.
Vermögen haben, und dass sie daher die Fähigkeit Auch wohnen die obern unter sich, wie die Menschen,
haben, gegen das Göttliche zu schliessen und zu in Städten, in welchen immer gegen hunderttausend
sprechen, wurde mit vielem gezeigt. Daher kommt es beisammen sind. Daraus geht hervor, dass die
nun, dass jeder Mensch , wie er auch beschaffen sei, natürliche Welt, in welcher die Menschen auf Erden
in Ewigkeit fortlebt. sind, in Ansehung der Zahl des menschlichen
Weil jeder Mensch nach dem Tode ewig lebt, so denkt Geschlechts in jener Welt nicht verglichen werken
kein Engel und auch kein Geist jemals an den Tod, ja kann. Wenn daher der Mensch aus der natürlichen
Welt in die geistige übergeht, so ist es gerade, wie Geschlechtes in den Himmeln, denn alles wird
wenn er aus einer Villa in eine grosse Stadt käme. daselbst in Formen dargestellt, welche dem Zustande
Dass die natürliche Welt auch in Ansehung der entsprechen, in dem sich jeder in Ansehung der Liebe
Beschaffenheit nicht mit der geistigen verglichen und des Glaubens, und daher der Einsicht und
werden kann, kann daraus erhellen, dass daselbst nicht Weisheit befindet; mithin mit einer Mannigfaltigkeit,
nur alles vorhanden ist, was sich in der natürlichen welche stets wächst mit der wachsenden Menge. Daher
Welt findet, sondern überdies auch unzähliges andere, kommt es, dass diejenigen, welche in den Himmel
was man nie in dieser Welt gesehen hat, und auch erhoben wurden, sagten, dass sie daselbst Dinge
nicht sichtbar werden kann; denn das Geistige wird gesehen und gehört hätten, welche nie ein Auge
hier seinem ganzen Gepräge nach in einer gleichsam gesehen, noch ein Ohr gehört habe.
natürlichen Erscheinung abgebildet, und das Einzelne Hieraus kann nun erhellen, dass die geistige Welt von
mit unendlicher Mannigfaltigkeit; denn das Geistige solcher Beschaffenheit ist, dass die natürliche Welt ihr
übertrifft das Natürliche so sehr an Vortrefflichkeit, nicht verglichen werden kann.
dass es nur Weniges gibt, was vor dem natürlichen Wie sie weiter beschaffen ist, sehe man im Werke über
Sinne dargestellt werden kann; denn der natürliche Himmel und Hölle, wo gehandelt wurde
Sinn fasst nicht Eins von Tausenden, welche das von den zwei Reichen des Himmels, Nr. 20 bis 28..
geistige Gemüt fasst, und alles, was im geistigen Von den Gesellschaften des Himmels, Nr. 41 bis 50.
Gemüt liegt, wird auch dem Gesichte in Gestalten Von dem Vorbildlichen und den Scheinbarkeiten im
dargestellt. Daher kommt es auch, dass die geistige Himmel, Nr. 170 bis 176.
Welt in Ansehung ihres Herrlichen und Und von der Weisheit der Engel des Himmels, Nr.
Staunenswerten nicht beschrieben werden kann. Auch 265 bis 275.
dieses wächst mit der Vermehrung des menschlichen Doch das dort Beschriebene ist nur sehr weniges.

DAS JÜNGSTE GERICHT WIRD DA, WO ALLE BEISAMMEN SIND, ALSO IN DER GEISTIGEN WELT,
UND NICHT AUF ERDEN GEHALTEN

28. Man glaubt vom Jüngsten Gericht, dass dann der Dass in jedem Dinge, welches im Worte genannt
Herr in den Wolken des Himmels mit den Engeln in wird, und in jedem Ausdruck ein geistiger Sinn sei,
Herrlichkeit erscheinen, und alle, so viel ihrer von und welche Beschaffenheit derselbe habe, sehe man in
Anfang der Schöpfung an gelebt haben, aus den den ‚Himmlischen Geheimnissen‘, in welchen alles
Gräbern auferwecken, die Seelen mit ihrem Körper und jedes, was in dem ersten und zweiten Buche
bekleiden, und über die so Zusammenberufenen Mose enthalten ist, nach diesem Sinne ausgelegt
Gericht halten, die, welche gut gehandelt haben, in worden, wovon man Auszüge über das Wort und
das ewige Leben oder den Himmel, und diejenigen, dessen geistigen Sinn finden kann im Werkchen vom
welche böse gehandelt haben, in den ewigen Tod oder weissen Pferde in der Offenbarung.
in die Hölle versetzt werden.
Dieser Glaube ist in den Kirchen nach dem 29. Dass das Jüngste Gericht in der geistigen Welt
buchstäblichen Sinne des Wortes, und konnte nicht und nicht in der natürlichen Welt oder auf Erden
weggenommen werden, so lange man nicht wusste, werde gehalten werden, kann aus den zwei
dass in jedem Dinge, das im Worte genannt wird, ein vorhergehenden Abschnitten und auch aus den zwei
geistiger Sinn ist, und dass dieser Sinn das Wort nun folgenden erhellen. In den zwei vorhergehenden
selbst ist, welchem der buchstäbliche Sinn zum Abschnitten ist gezeigt worden, dass der Himmel und
Grunde oder zur Grundlage dient, und dass ohne einen die Hölle aus dem menschlichen Geschlecht sind; und
solchen Buchstaben das Wort nicht göttlich sein, dass alle Menschen, so viel ihrer von Anfang der
nicht dem Himmel und der Welt zugleich zur Lehre Schöpfung an geboren und gestorben sind, sich
des Lebens und Glaubens, und zur Verbindung dienen entweder im Himmel oder in der Hölle befinden,
könnte. Wer nun das Geistige weiss, das dem folglich dort alle beisammen sind; in den nun
Natürlichen im Worte entspricht, der kann auch folgenden Abschnitten aber soll gezeigt werden, dass
wissen, dass unter der Ankunft des Herrn in den das Jüngste Gericht schon gehalten ist.
Wolken des Himmels nicht eine solche Erscheinung
desselben, sondern eine Erscheinung im Worte 30. Ueberdies wird Niemand nach seinem natürlichen
verstanden wird; denn der Herr ist das Wort, weil er Menschen, also nicht so lange er in der natürlichen
das göttlich Wahre ist. Die Wolken des Himmels, in Welt lebt, gerichtet, denn hier lebt er noch in einem
welchen Er kommen soll, sind der buchstäbliche Sinn natürlichen Körper; sondern er wird in seinem
des Wortes; und die Herrlichkeit ist dessen geistiger geistigen Menschen, folglich wenn er in die geistige
Sinn. Die Engel sind der Himmel, aus welchem die Welt kommt, gerichtet, weil er hier ein Mensch in
Erscheinung hervorgeht, und auch der Herr in einem geistigen Körper ist. Das Geistige bei dem
Ansehung des göttlich Wahren. Daraus geht hervor, Menschen ist das, was gerichtet wird, nicht aber das
was unter jenen Worten verstanden wird, dass nämlich Natürliche, denn dies hat keine Schuld oder kein
der Herr am Ende der Kirche den geistigen Sinn des Verbrechen auf sich, weil es nicht aus sich lebt,
Wortes, und so das göttlich Wahre, wie es an sich ist, sondern blos die Stütze und das Werkzeug ist, durch
erschliessen werde; dass also dies das Zeichen sei, welches der geistige Mensch wirkt. Man sehe oben,
dass das Jüngste Gericht bevorstehe. Nr. 24.
Daher kommt es auch, dass das Gericht über die seinem Aeussern, und noch nicht im Innern ist: wenn
Menschen gehalten wird, wann sie ihren natürlichen er ein solcher ist, so geht er dahin und dorthin, wo
Körper abgelegt, und den geistigen angezogen haben. das Verlangen seiner Seele ihn hinführt; allein in
In diesem Körper erscheint der Mensch so, wie er in Wirklichkeit ist er doch da, wo seine Liebe ist, das
Ansehung seiner Liebe und seines Glaubens ist; denn ist, in der Gesellschaft, wo die von gleicher Liebe
jeder ist in der geistigen Welt ein Abbild seiner Liebe, sind. Wenn ein Geist sich in diesem Zustande
nicht nur in Ansehung seines Angesichts und Körpers, befindet, so erscheint er an vielen anderen Orten, und
sondern auch in Ansehung seiner Rede und seiner ist daselbst auch überall wie dem Körper nach
Handlungen. gegenwärtig; allein, dies ist nur eine Scheinbarkeit;
Man sehe im Werke über Himmel und Hölle, Nr. 481. sobald er daher vom Herrn in seine herrschende Liebe
Daher kommt es, dass alle in Ansehung ihrer eingeführt wird, verschwindet er sogleich vor den
Eigenschaften erkannt, und folglich getrennt werden, Augen anderer, und ist bei den Seinigen in der
sobald es dem Herrn gefällt. Gesellschaft, an die er gebunden ist. Es ist dies eine
Auch hieraus erhellt, dass das Gericht in der geistigen Besonderheit in der geistigen Welt, welche denjenigen
Welt, und nicht in der natürlichen oder auf Erden wunderbar erscheint, die die Ursache davon nicht
gehalten wird. wissen. Daher kommt es nun, dass die Geister, sobald
sie versammelt und geschieden sind, auch gerichtet
31. Dass es bei dem Menschen nicht auf das sind, und jeder sogleich an seinem Orte ist, die Guten
natürliche Leben, sondern auf sein geistiges Leben im im Himmel, und hier in der Gesellschaft bei den
Natürlichen ankommt, weil das Natürliche an sich Ihrigen, und die Bösen in der Hölle, und hier in der
leblos ist, und dass das in diesem erscheinende Leben, Gesellschaft bei den Ihrigen.
aus dem Leben des geistigen Menschen, dass also Hieraus kann man nun sehen, dass das Jüngste Gericht
dieser es ist, der gerichtet wird, und dass auch das nicht anderwärts, als in der geistigen Welt gehalten
Geistige des Mensche gemeint ist, wenn vom werden kann, einmal, weil dort jeder in der Gestaltung
gerichtet werden nach den Thaten die Rede ist, kann seines Lebens ist, und dann, weil er bei denen, die in
man im Werke über Himmel und Hölle sehen, und einem ähnlichen Leben sind, und so jeder bei den
zwar im Abschnitte mit der Aufschrift: Seinigen ist. Anders in der natürlichen Welt, wo Gute
Dass der Mensch nach dem Tode so beschaffen ist, und Böse beisammen sein können, und der Eine nicht
wie sein Leben in der Welt beschaffen gewesen, Nr. weiss, wie der andere beschaffen ist, wo sie sich auch
470 bis 484. nicht von selbst gemäss der Liebe ihres Lebens
trennen. Auch kann ja kein Mensch mit dem
32. Diesem will ich noch ein himmlisches Geheimnis natürlichen Körper weder im Himmel, noch in der
beifügen, das zwar im Werke über Himmel und Hölle Hölle sein. Soll daher der Mensch in den einen oder
erwähnt, aber noch nicht beschrieben ist. Jeder ist in die andere kommen, so muss er seinen natürlichen
nach dem Tode an eine gewisse Gesellschaft Körper ablegen, und nach Ablegung desselben im
gebunden, und wird an sie gebunden, sobald er in die geistigen Körper gerichtet werden. Daher kommt es,
geistige Welt kommt; (man sehe in diesem Werke Nr. dass, wie oben gesagt wurde, der geistige Mensch
427 und 497;) allein der Geist weiss dies in seinem gerichtet wird, und nicht der natürliche.
ersten Zustande nicht, weil er zu dieser Zeit noch in

DAS JÜNGSTE GERICHT WIRD DANN GEHALTEN, WANN DAS ENDE DER KIRCHE IST; UND
DAS ENDE DER KIRCHE IST, WANN KEIN GLAUBE MEHR DA IST, WEIL KEINE TÄTIGE LIEBE
MEHR IST.

33. Dass das Jüngste Gericht am Ende der Kirche und ferner daselbst, dass Niemand anders als in der
gehalten werde, davon gibt es mehrere Ursachen. Freiheit umgebildet werden könne.
Die erste ist, dass dann das Gleichgewicht zwischen
Himmel und Hölle, und mit dem Gleichgewichte auch 34. Dass das Gleichgewicht zwischen Himmel und
die menschliche Freiheit selbst verloren zu gehen Hölle verloren zu gehen anfange am Ende der Kirche,
anfängt; und wenn die Freiheit des Menschen verloren kann daraus erhellen, dass der Himmel und die Hölle
geht, so kann er nicht mehr selig gemacht werden; aus dem menschlichen Geschlechte sind, was man
denn sein Freies führt ihn dann zur Hölle, und er kann oben in seinem Abschnitte sehen kann; und wenn
in seiner Freiheit nicht zum Himmel geführt werden. wenige Menschen in den Himmel kommen, und viele
Ohne Freies kann nämlich Niemand umgebildet in die Hölle, so übersteigt das Böse auf der einen
werden, und alles Freie des Menschen kommt vom Seite das Gute auf der andern; denn in so weit als die
Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle her. Hölle wächst , wächst auch das Böse; und alles Böse
Dass dem so sei, kann man aus den zwei Abschnitten hat der Mensch aus der Hölle, und alles Gute aus dem
im Werke über Himmel und Hölle sehen, wo Himmel. Da nun am Ende der Kirche das Böse über
gehandelt wurde vom Gleichgewichte zwischen das Gute hinauswächst, so werden dann vom Herrn
Himmel und Hölle, Nr. 589 bis 596, alle gerichtet, und die Bösen von den Guten getrennt,
und dass der Mensch durch Gleichgewicht zwischen und es wird alles in Ordnung gebracht, und ein neuer
Himmel und Hölle in der Freiheit sei, Nr. 597 bis Himmel und eine neue Kirche auf Erden gegründet,
603; und so das Gleichgewicht wieder hergestellt. Dies ist
nun das, was Jüngstes Gericht heisst, wovon mehreres verstehen; allein was nicht mit seinem Willen oder
im Folgenden. mit seiner Liebe übereinstimmt, das wirft er von sich
weg, sobald er, sich selbst überlassen, aus seinem
35. Dass das Ende der Kirche dann ist, wann in der Willen oder aus seiner Liebe denkt, und darum
Kirche kein Glaube mehr ist, ist aus dem Worte verwirft er es auch nach dem Leben des Körpers wenn
bekannt; allein noch nicht bekannt ist, dass dann kein er im Geiste lebt, denn nur das bleibt im Geiste des
Glaube mehr da ist, wenn die tätige Liebe fehlt, Menschen, was, wie soeben gesagt worden, in seinen
weswegen hievon einiges in dem nun Folgenden Willen oder in seine Liebe eingegangen ist; das
gesagt werden soll. Uebrige betrachtet er nach dem Tode als etwas
Dass am Ende der Kirche kein Glaube mehr sein Fremdes, das er, weil es kein Gegenstand seiner Liebe
werde, wird vom Herrn vorausgesagt: ist, aus dem hause wirft, und sogar verabscheut.
„Wenn des Menschen Sohn kommen wird, wird er Anders ist es, wenn der Mensch die kirchlichen
wohl Glauben finden auf Erden?“ Lukas 18,8., Lehren, welche aus dem Worte sind, nicht nur glaubt,
und auch dies, dass dann keine tätige Liebe mehr sein sondern sie auch will und tut; so entsteht dann der
werden: Glaube; denn der Glaube ist eine Neigung zum
„In der Vollendung des Zeitlaufs wird die Wahren, welche aus dem Wollen des Wahren, weil es
Ungerechtigkeit sich vervielfältigen, die tätige Liebe wahr ist, entspringt. Das Wollen des Wahren, weil es
der Vielen erkalten; und dies Evangelium auf dem wahr ist, ist das eigentlich Geistige des Menschen;
ganzen Erdkreise gepredigt werden; und dann wird das denn es hat sich abgezogen vom Natürlichen, welches
Ende kommen.“ Matth 24,12.14. Die Vollendung des ein Wollen des Wahren, nicht um des Wahren,
Zeitlaufs ist die letzte Zeit der Kirche. Der Herr sondern um des eigenen Ruhmes, des Rufes und des
beschreibt in diesem Kapitel den in Ansehung der Gewinnes willen ist. Das Wahre nämlich, abgesehen
Liebe und des Glaubens sich nach und nach von solchen Dingen betrachtet, ist geistig, weil es
verschlimmernden Zustand der Kirche, aber er seinem Wesen nach das Göttliche ist. Das Wahre
beschreibt denselben hier durch lauter Entsprechungen; wollen, weil es wahr ist, heisst daher auch das
weswegen das hier vom Herrn Vorausgesagte nicht Göttliche anerkennen und lieben. Diese zwei sind ganz
verstanden werden kann, wenn man den, dem verbunden, und werden auch im Himmel als Eines
Einzelnen entsprechenden, geistigen Sinn nicht weiss; betrachtet, denn das Göttliche, das vom Herrn
daher mir vom Herrn gegeben worden ist, alles, was ausgeht, ist im Himmel das Göttlich=Wahre; (Man
in diesem Kapitel, und einiges, was im Folgenden sehe im Werke über Himmel und Hölle, Nr. 128. 129.
gesagt worden ist, von der Vollendung des Zeitlaufs, 130. 131. 132.) und diejenigen sind Engel in den
von Seiner Ankunft, von der allmäligen Verwüstung Himmeln, welche es aufnehmen, und zur Sache ihres
der Kirche und vom Jüngsten Gericht, in den Lebens machen.
Himmlischen Geheimnissen auszulegen, und man Dies ist gesagt worden, damit man wisse, dass der
kann es in denselben finden, Nr. 3353 bis 3356; 3486 Glaube nicht ein blosses Glauben, sondern ein Wollen
bis 3489; 3650 bis 3655; 3751 bis 3759; 3897 bis und Tun ist; dass mithin kein Glaube ist, wo keine
3901; 4056 bis 4060; 4229 bis 4231; 4332 bis 4335; tätige Liebe ist. Die Liebetätigkeit oder Liebe ist das
4422 bis 4424; 4635 bis 4638; 461 bis 4664; 4807 Wollen und Tun.
bis 4810; 4954 bis 4959; 5063 bis 5071.
37. Dass heutzutage innerhalb der Kirche der Glaube
36. Nun soll noch einiges darüber gesagt werden, dass so selten ist, dass kaum davon die Rede sein kann,
kein Glaube mehr ist, wenn keine tätige Liebe mehr wurde an vielen, sowohl Gelehrten als Einfältigen
da ist. Man meint, dass der Glaube da sei, so lange offenbar, welche nach dem Tode als Geister in
die Lehrsätze der Kirche geglaubt werden, dass er also Ansehung des Glaubens, den sie in der Welt gehabt
bei denen sei, die sie glauben; allein das blosse hatten, geprüft wurden. Man fand, das jeder geglaubt
Glauben ist der Glaube nicht, sondern das, was man hatte, der Glaube sei ein blosses Glauben, und sich
glaubt, wollen und tun, ist Glaube. Wenn die überzeugen, dass es so sei; und die Gelehrteren:
Lehrsätze der Kirche blos geglaubt werden, so sind sie derselbe sei ein blosses Glauben aus Vertrauen oder
nicht im Leben des Menschen, sondern blos in seinem Zuversicht, dass man selig werde durch das Leiden
Gedächtnisse, und daher im Denken des äusseren des Herrn und Seine Vertretung. Kaum Einer wusste,
Menschen; sie dringen auch nicht früher in sein Leben dass da kein Glaube ist, wo keine Liebetätigkeit oder
ein, als bis sie in seinen Willen, und von diesem in Liebe ist; ja, sie wussten weder, was die tätige
seine Handlungen kommen; dann erst sind sie im Nächstenliebe, noch welcher Unterschied zwischen
Geiste des Menschen, weil der Geist des Menschen , dem Denken und Wollen ist. Die Meisten von ihnen
dessen Leben das Leben des Menschen selbst ist, aus hatten die tätige Liebe hintangesetzt und gesagt, die
seinem Willen gebildet wird, und nur in so weit aus tätige Liebe nütze nichts, sondern blos der Glaube.
dem Denken, als dieses aus dem Willen hervorgeht: Als man ihnen sagte, dass die tätige Liebe und der
das Gedächtnis des Menschen und das Denken aus Glaube Eins seien, wie der Wille und der Verstand,
ihm ist blos der Vorhof, durch welchen man und dass die tätige Liebe ihren Sitz im Willen, und
eingeführt wird. Ob man Wille oder Liebe sagt, ist der Glaube den seinigen im Verstande habe, und eins
gleichviel, weil jeder das liebt, was er will, und das vom andern trennen neben so viel sei, als den Willen
will, was er liebt; und der Wille ist das und Verstand t rennen, so verstanden sie es nicht.
Aufnahmsgefäss der Liebe, der Verstand aber, dem das Daraus ging hervor, dass es heutzutage kaum noch
Denken zukommt, das Aufnahmsgefäss des Glaubens. einigen Glauben gibt. Dies wurde ihnen auch durch
Der Mensch kann vieles wissen, denken und lebendige Erfahrung gezeigt: man führte diejenigen,
welche sich überredet hatten, dass sie den Glauben Uebrigens ist jede Kirche im Anfang geistig, weil sie
haben, zu einer Engels=Gesellschaft, in welcher der mit der tätigen Liebe anfängt, allein mit dem
echte Glaube war, und nachdem sie [mit dieser] in Fortgang der Zeit wendet sie sich von der tätigen
Gemeinschaft gesetzt waren, nahmen sie deutlich Liebe ab zum Glauben, und wird dann von einer
wahr, dass sie keinen Glauben haben, was sie auch innern Kirche eine äussere; und wann sie äusserlich
nachher vor mehreren bekannten. wird, dann ist ihr Ende da, weil dann alles in‘s
Das Nämliche wurde auch noch auf andere Weise an Wissen gesetzt wird, und wenig, wenn irgend etwas,
denen gezeigt, die den Glauben bekannt hatten und in‘s Leben; und so weit der Mensch vom Innern ein
meinten, sie hätten geglaubt, ohne jedoch ein Leben Aeusserer wird, so weit wird bei ihm das geistige
des Glaubens, das tätige Liebe ist, geführt zu haben; Licht verdüstert, bis er das Göttlich=Wahre nicht
und jeder von ihnen bekannte, dass sie keinen mehr aus dem Wahren selbst, das ist, aus dem Licht
Glauben gehabt hätten, weil sich nichts von des Himmels (denn das Licht des Himmels ist das
demselben im Leben ihres Geistes, sondern blos Göttlich=Wahre), sondern blos aus dem natürlichen
ausserhalb desselben in einigem Denken befand, als Lichte sieht, welches für sich allein, und ohne vom
sie noch in der natürlichen Welt lebten. geistigen Lichte erleuchtet zusein, von der Art ist,
dass er das Göttlich=Wahre wie in der Nacht sieht,
38. Dies ist der Zustand der Kirche heutzutage, dass und nirgend anderswoher weiss, ob es wahr ist, als
nämlich kein Glaube in ihr ist, weil keine tätige Leibe weil der geistliche Vorsteher so gesagt, und die
da ist, und wo keine tätige Liebe ist, da ist auch kein allgemeine Versammlung es so angenommen hat.
geistiges Gute, denn dies Gute kommt einzig aus der Daher kommt es, das ihr Verstandesvermögen vom
tätigen Liebe. Herrn nicht erleuchtet werden konnte; denn in wie
Man sagte aus dem Himmel, dass bei einigen noch weit das natürliche Licht im Verstande scheint, in so
Gutes sei, dass es aber nicht geistig gut, sondern blos weit wird das geistige Licht verfinstert; und das
natürlich gut heissen könne, weil das Göttlich=Wahre natürliche Licht scheint m Verstande, wenn das
selbst im Dunkeln ist, und das Göttlich=Wahre zur Weltliche, Körperliche und Irdische mehr geliebt wird
tätigen Leibe hinführt, weil es dieselbe lehrt, und auf als das Geistige, Himmlische und Göttliche; in so
sie als ihren Endzweck hinzielt, weswegen nur in so weit ist auch der Mensch ein äusserer.
weit tätige Liebe vorhanden sein kann, als Wahres da
ist, aus dem sie [hervorgehen kann]. Das 39. Weil man aber in der christlichen Welt nicht
Göttlich=Wahre, aus welchem die Lehren der Kirchen weiss, dass kein Glaube ist, wo keine tätige Liebe ist,
bestehen, zielt auf den blossen Glauben; weswegen sie und auch nicht, was die tätige Nächstenliebe ist, ja
auch Glaubenslehren heissen, und nicht auf‘s Leben nicht einmal, das der Wille den Menschen selbst
hinzielen; und das Wahre, das blos auf den Glauben, ausmacht, und sein Denken nur in so weit, als es aus
und nicht auf‘s Leben hinzielt, kann den Menschen dem Willen hervorgeht, so will ich, damit diese
nicht geistig machen, und so lange es ausserhalb des Dinge in‘s Licht des Verstandes kommen, Auszüge
Lebens ist, ist es blos natürlich, denn man weiss und darüber aus den Himmlischen Geheimnissen beifügen,
denkt es blos wie andere Dinge auch. Daher kommt welche zur Aufhellung dienen können.
es, dass es heutzutage kein geistig Gutes gibt, sondern
[nur] bei einigen ein natürlich Gutes.

Aus den Himmlischen Geheimnissen

Vom Glauben Der Mensch hat zwei Vermögen, eines, welches


Wer nicht weiss, dass alles im Weltall sich auf das Verstand, und ein anderes, welches Wille heisst, Nr.
Wahre und Gute und auf die Verbindung bezieht, die 641. 803. 3623. 3939.
zwischen beiden besteht, damit etwas erzeugt werde, Der Verstand ist dazu bestimmt, das Wahre, mithin
der weiss auch nicht, dass alles in der Kirche sich auf das, was ein Gegenstand des Glaubens ist; und der
den Glauben und die Liebe, und auf die Verbindung Wille ist dazu da, das Gute, mithin das, was ein
beider bezieht, Nr. 7752 bis 7762. 9186. 9224. Gegenstand der Liebe ist, in sich aufzunehmen, Nr.
Alles im Weltall bezieht sich auf das Wahre und Gute, 9300. 9930. 10‘064.
und auf die Verbindung beider, Nr. 2451. 3166. 4390. Hieraus folgt, dass die Liebe oder die tätige Liebe die
4409. 5232. 7256. 10‘122. 10‘555. Kirche ausmacht, und nicht der blosse Glaube, oder
Das Wahre ist Gegenstand des Glaubens, und das der von jenem getrennte Glaube, Nr. 809. 916. 1798.
Gute Gegenstand der Liebe, Nr. 4353. 4997. 7178. 1799. 1834. 1844. 4766. 5826.
10‘367.
Der von der tätigen Liebe getrennte Glaube ist kein
Wer nicht weiss, dass alles und jedes beim Menschen Glaube, Nr. 654. 724. 1162. 1176. 2049. 2116. 2340.
sich auf den Verstand und Willen und auf die 2349. 2419. 3849. 3868. 6348. 7039. 7842. 9782.
Verbindung beider bezieht, damit der Mensch Mensch Ein solcher Glaube geht im andern Leben verloren,
sei, der weiss auch nicht, dass alles in der Kirche sich Nr. 2228. 5820.
auf den Glauben und die Liebe, und auf die Die Lehrsätze vom blossen Glauben zerstören die
Verbindung beider bezeiht, damit im Menschen eine tätige Liebe, Nr. 6353. 8094.
Kirche sei, Nr. 2231. 7752. 7753. 7754. 9224. 9995. Die den Glauben von der tätigen Liebe trennen, sind
10‘122. im Worte unter Kain, unter Cham, unter Ruben, unter
den Erstgeborenen der Aegypter, und unter den
Philistern vorgestellt worden, Nr. 3325. 7097. 7317. Sie stürzen sich in‘s Falsche, und von diesem in‘s
8093. Böse, Nr. 3325. 8094.
So weit die tätige Liebe zurücktritt, nimmt die Die Irrtümer und das Falsche, in welches sie sich
Religion des blossen Glaubens überhand, Nr. 2231. stürzen, Nr. 4721. 4730. 4776. 4783. 4925. 7779.
Die Kirche wendet sich mit dem Fortgang der Zeit 8313. 8765. 9224.
von der tätigen Liebe zum Glauben, und endlich zum Das Wort ist ihnen verschlossen, Nr. 3773. 4783.
blossen Glauben hin, Nr. 4683. 8094. 8780.
Zur letzten Zeit der Kirche ist kein Glaube mehr, weil Sie sehen und merken nicht auf Alles, was der Her so
keine tätige Liebe mehr ist, Nr. 1843. 3489. 4649. oft von der Liebe und tätigen Liebe gesagt hat, Nr.
Die den blossen Glauben zum seligmachenden 1017. 3416.
machen, entschuldigen ein böses Leben, und die ein Sie wissen weder, was das Gute, noch was die
böses Leben führen, haben keinen Glauben, weil sie himmlische Liebe, noch was die tätige Liebe ist, Nr.
keine tätige Liebe haben, Nr. 3865. 7766. 7778. 2507. 3603. 4136. 9995.
7790. 7950. 8094.
Diese sind inwendig im Falschen ihres Bösen, Die tätige Liebe macht die Kirche, und nicht der von
obgleich sie es nicht wissen, Nr. 7790. 7950. der tätigen Liebe getrennte Glaube, Nr. 809. 916.
Darum kann auch das Gute nicht mit ihnen verbunden 1798. 1799. 1834. 1844.
werden, Nr. 8981. 8983. Wie viel Gutes in der Kirche wäre, wenn der tätigen
Sie sind im andern Leben wider das Gute, und wider Liebe die erste Stelle eingeräumt würde, Nr. 6269.
diejenigen, welche im Guten sind, Nr. 7097. 7127. 6272.
7317. 7502. 7945. 8096. 8313. Die Kirche wäre Eine, und nicht in mehrere geteilt,
Leute von einfältigem Herzen wissen besser, als die wenn die tätige Liebe ihr Wesentliches wäre, und die
Verständigen, was das Gute des Lebens, mithin was Verschiedenheiten in Ansehung der Glaubenslehren
die tätige Liebe, aber nicht, was der getrennte Glaube und des äusseren Gottesdienstes würden nichts zur
ist, Nr. 4741. 4754. Sache tun, Nr. 1285. 1316. 2385. 2853. 2982. 3267.
3445. 3451. 3452.
Das Gute ist das Sein [Esse], und das Wahre das Im Himmel wird bei allen auf die tätige Liebe, und
Erscheinen desselben [Existere inde]; das Wahre des bei keinem auf den glauben ohne sie gesehen, Nr.
Glaubens hat also das Sein seines Lebens aus dem 1258. 1394. 2364. 4802.
guten der tätigen Liebe, Nr. 3049. 3180. 4574. 5002.
9144. Die zwölf Jünger des Herrn stellten die Kirche in
Das Wahre des Glaubens lebt daher aus dem Guten der Ansehung alles dessen, was zum Glauben und zur
tätigen Liebe, und das Leben des Glaubens ist die tätigen Liebe gehört, in Einem Inbegriffe vor, ebenso
tätige Liebe, Nr. 1589. 1947. 1997. 2579. 4070. die zwölf Stämme Israels, Nr. 2129. 3354. 3488.
4096. 4097. 4736. 4757. 4884. 5147. 5928. 9154. 3858. 6397.
9667. 9841. 10‘729. Petrus, Jakobus und Johannes stellten den Glauben,
Der Glaube lebt nicht beim Menschen, wenn er das, die tätige Liebe, und das Gute der tätigen Liebe in
was Sache des Glaubens ist, blos weiss und denkt, ihrer Ordnung vor, Nr. 3750.
sondern nur, wenn er es will, und aus dem Wollen es Petrus den Glauben, Nr. 4738. 6000. 6073. 6344.
tut, Nr. 9224. 10‘087. 10‘580.
Die Verbindung des Herrn mit dem Menschen Johannes das Gute der tätigen Liebe, Vorrede zum
geschieht nicht durch den Glauben, sondern durch ein 18ten und 22sten Kapitel des 1. Buches Moses.
Leben des Glaubens, welches tätige Liebe ist, Nr. Dass in den letzten Zeiten kein Glaube an den Herrn
9380. 10‘143. 10‘153. 10‘578. 10‘645. 10648. mehr sein werde, weil es keine tätige Liebe mehr gibt,
Der Gottesdienst aus dem Guten der tätigen Liebe ist wurde dadurch vorgestellt, dass Petrus dreimal den
der wahre Gottesdienst, aber der aus dem Wahren des Herrn verläugnete, ehe der Hahn zweimal1 krähete;
Glaubens ohne das Gute der tätigen Liebe ist blos eine denn Petrus ist im vorbildlichen Sinne hier der
äussere Handlung, Nr. 7724. Glaube, Nr. 6000. 6073.
Das Hahnengeschrei2 bedeutet, wie die
Der blosse Glaube oder der von der tätigen Liebe Morgendämmerung im Worte, die letzte Zeit der
getrennt Glaube ist wie das Licht des Winters, in Kirche, Nr. 10‘134.
welchem alles auf dem Erdboden erstarrt, und nichts Drei oder dreimal bedeutet das Erfüllte am Ende, Nr.
hervorgebracht wird; aber der Glaube mit der tätigen 2788. 4495. 5159. 5198. 10‘127.
Liebe ist wie das Licht des Frühlings und des Aehnliches wird dadurch bezeichnet, dass der Herr zu
Sommers, in welchem alles blühet und hervorkommt, Petrus, als er den Johannes dem Herrn nachfolgen sah,
Nr. 2231. 3146. 3412. 3413. sagte: „Was geht es dich an, Petrus. Folge mir nach
Das winterliche Licht, welches bei dem getrennten [Johannes]!“ Petrus hatte nämlich von Johannes
Glauben ist, wird im andern Leben, wenn Licht vom gesagt: „Was soll dieser?“ Joh 21,21.22. Nr. 10‘087.
Himmel einfliesst, in dicke Finsternis verkehrt, und Weil Johannes das Gute der tätigen Liebe vorstellte,
die in jenem Glauben sind, verfallen dann in so lag er an der Brust des Herrn, Nr. 3934. 10‘081.
Blindheit und Dummheit, Nr. 3412. 3413. Dass alle Namen der Personen und Oerter im Worte,
Die den Glauben von der tätigen Liebe trennen, sind abgesehen von denselben, Dinge bezeichnen, Nr. 768.
in der Finsternis, also in der Unwissenheit des 1888. 4310. 4442. 10‘329.
Wahren, und folglich im Falschen, denn dieses ist die
Finsternis, Nr. 9186.
Von der tätigen Liebe. wodurch er ist, mithin das Gute und Wahre, Nr. 5025.
10‘336.
Der Himmel ist in zwei Reiche abgeteilt, deren eines Wer die Person [desselben] liebt, und nicht das, was
das himmlische Reich, das andere das geistige Reich in ihm ist, und wodurch er ist, der liebet auf gleiche
heisst; die Liebe im himmlischen Reich ist die Liebe weise das Böse und das Gute, Nr. 3820,
zum Herrn, und wird die himmlische Liebe genannt, und tut ebensowohl den Bösen als den Guten wohl,
und die Leibe im geistigen Reich ist die tätige da doch den Bösen wohl tun so viel ist, als den Guten
Nächstenliebe, und heisst die geistige Liebe, Nr. Uebels tun, was nicht den Nächsten lieben heisst, Nr.
3325. 3653. 7257. 9002. 9833. 9961. 3820. 6703. 8120.
Dass der Himmel in jene zwei Reiche abgeteilt sei, Der Richter liebt den Nächsten, wenn er die Bösen
sehe man im Werke über Himmel und Hölle, Nr. 20 straft, damit sie sich bessern, und die Guten nicht von
bis 28. ihnen angetastet werden, Nr. 3820. 8120. 8121.
Und dass das Göttliche des Herrn in den Himmeln die
Liebe zu Ihm und die tätige Liebe gegen den Nächsten Den Nächsten lieben heisst, in jedem Geschäft, und
sei, Nr. 13 bis 19 daselbst. bei jeder Verrichtung das Gute, Gerechte und Rechte
tun, Nr. 8120. 8121. 8122.
Man weiss nicht was das Gute und was das Wahre ist, Die tätige Nächstenliebe erst reckt sich daher auf alles
wenn man nicht weiss, was die Liebe zum Herrn und und jedes, was der Mensch denkt, will und tut, Nr.
die tätige Liebe des Nächsten ist, weil alles Gute 8124.
Sache der Liebe und Liebetätigkeit, und alles Wahre Das Gute und Wahre wollen um des Guten und
Sache des Guten ist, Nr. 7255. 7366. Wahren willen, heisst den Nächsten lieben, Nr.
Das Wahre wissen, das Wahre wollen, vom Wahren 10‘310. 10‘336.
um des Wahren willen, das heisst, weil es wahr ist, Wer dies tut, liebt den Herrn, welcher im höchsten
angeregt werden, ist tätige Liebe, Nr. 3876. 3877. Sinne der Nächste ist, Nr. 9212.
Die tätige Liebe besteht in einer innern Neigung, das Das Leben der tätigen Liebe ist ein Leben nach den
Wahre zu tun, und nicht in einer äussern ohne jene, Geboten des Herrn; nach dem Göttlich=Wahren leben
Nr. 2430. 2442. 3776. 4899. 4956. 8033. heisst also den Herrn lieben, Nr. 10‘143. 10‘153.
Die tätige Liebe besteht also darin, dass man Nutzen 10‘310. 10‘578. 10‘648.
schafft um des Nutzens willen, und ihre
Beschaffenheit richtet sich nach dem Nutzen, Nr. Die echte tätige Liebe ist nicht verdienstlich, Nr.
7081. 2340. 2373. 2400. 3887. 6388 bis 6393,
Das ganze Wort ist eine Lehre der Leibe und der weil sie aus einer innern Neigung, mithin aus dem
Liebetätigkeit, Nr. 6632. 7262. Vergnügen am Wohltun hervorgeht, Nr. 2373. 2400.
Heutzutage weiss man nicht, was die tätige Liebe ist, 3887. 6388. 6393.
Nr. 2417. 3398. 4776. 6632. Wer den Glauben von der tätigen Liebe trennt, macht
Gleichwohl kann der Mensch aus dem Lichte seiner im andern Leben den Glauben und die guten Werke,
Vernunft wissen, dass die Liebe und Liebetätigkeit die er der äussern Form nach getan hat, zu etwas
den Menschen ausmachen, Nr. 3957. 6273; Verdienstlichem, Nr. 2373.
und dass das Gute und Wahre zusammenstimmen,
und eines dem anderen angehört, also auch die tätige Die Lehre der alten Kirche war eine Lehre des Lebens,
Liebe und der Glaube, Nr. 7627. das ist, eine Lehre der tätigen Liebe, Nr. 2487. 2385.
3419. 3420. 4844. 6628.
Der Herr ist im höchsten Sinne der Nächste, weil er Die Alten, welche zur Kirche gehörten, ordneten das
über alles geliebt werden soll. Daher ist auch alles, Gute der tätigen Liebe, teilten es in Klasen ab, und
was von Ihm kommt, in dem Er ist, der Nächste, gaben den einzelnen besondere Namen, und daraus
mithin das Gute und Wahre, Nr. 2425. 3419. 6706. hatten sie ihre Weisheit, Nr. 2417. 6629. 7259 bis
6819. 6823. 8124. 7262.
Es findet nach der Beschaffenheit des Guten, mithin Die Weisheit und Einsicht wächst im andern Leben
nach der Gegenwart des Herrn, ein Unterschied in in‘s Unermessliche bei denen, die ein Leben der
Ansehung des Nächsten statt, Nr. 6707. 6708. 6709. tätigen Liebe in der Welt gelebt haben, Nr. 1941.
6710. 5859.
Jeder Mensch und jede Gesellschaft, sowie das Der Herr fliesst mit dem Göttlich=Wahren in die
Vaterland und die Kirche, und im umfassenden Sinne tätige Liebe, weil in‘s Leben des Menschen selbst ein,
das Reich des Herrn, sind der Nächste, und ihnen Nr. 2363.
wohltun aus Liebe zum Guten nach der Beschaffenheit Der Mensch ist wie ein Garten, wenn die tätige Liebe
ihres Zustandes, heisst den Nächsten lieben, folglich und der Glaube bei ihm verbunden sind, hingegen wie
ist ihr Gutes der Nächste, für den man sorgen soll, Nr. eine Wüste, wenn sie nicht verbunden sind, Nr. 7626.
6818 bis 6824. 8123. Der Mensch weicht in so weit von der Weisheit ab,
Auch das bürgerlich Gute, welches das Gerechte, und als er von der tätigen Liebe abweicht, Nr. 6630.
das moralisch Gute, welches das Gute des Lebens in Wer nicht in der tätigen Liebe ist, der ist, wenn er
der Gesellschaft ist, ist der Nächste, Nr. 2915. 4730. sich auch für noch so weise hält, in der Unwissenheit
8120. 8121. 8122. in Ansehung des Göttlich=Wahren, Nr. 2416. 2435.
Den Nächsten lieben heisst nicht die Person Das Leben der Engel besteht darin, dass sie das Gute
[desselben] lieben, sondern das, was in ihm ist, und der tätigen Liebe, das zum Nutzen gereicht, ausüben,
Nr. 454.
Die geistigen Engel sind Formen der tätigen Liebe, Was im Willen des Menschenaufgenommen wird,
Nr. 553. 3804. 4735. wird Sache seines Lebens, Nr. 3161. 9386. 9393.
Hieraus folgt, dass der Mensch vermöge seines
willens, und daher auch vermöge seines Verstandes
Vom Willen und Verstand. Mensch ist, Nr. 8911. 9069. 9071. 10‘076. 10‘109.
10‘110‘.
Der Mensch hat zwei Vermögen, eines, welches Jeder Mensch wird auch von andern geliebt und
Verstand, und ein anderes, welches Wille heisst, Nr. geschätzt nach dem Guten seines Willens, und des aus
35. 641. 3939. 10‘122. ihm [gebildeten] Verstandes; denn man liebt und
Diese zwei Vermögen machen den eigentlichen schätzt den, der wohl will und verständig ist, verwirft
Menschen aus, Nr. 10‘076. 10‘109. 10‘110. 10‘264. aber und schätzt gering den, der zwar verständig ist,
10‘284. aber nicht wohl will, Nr. 8911. 10‘076.
Der Mensch ist so beschaffen, wie jene Vermögen bei Der Mensch bleibt auch nach dem Tode so, wie sein
ihm beschaffen sind, Nr. 7342. 8885. 9282. 10‘264. Wille, und diesem gemäss sein Verstand war, Nr.
10‘184. 9069. 9071. 9386. 10‘153.
Durch sie wird der Mensch auch von den Thieren Was im Verstande und nicht zugleich im Willen ist,
unterschieden, weil der Verstand des Menschen vom verschwindet dann, weil es nicht im Menschen ist,
Herrn erhoben werden, und das Göttlich=Wahre sehen, Nr. 9282.
und ebenso auch der Wille das Göttlich=Gute fühlen Oder, was dasselbe ist, der Mensch bleibt nach dem
[pariter Voluntas et percipere Bona Divina], und so Tode, wie seien Liebe und der Glaube aus ihr, oder
der Mensch durch jene zwei Vermögen, welche ihn wie sein Gutes und das Wahre aus ihm ist; und was
ausmachen, mit dem Herrn verbunden werden kann, Gegenstand des Glaubens und nicht zugleich der
nicht so aber die Thiere, Nr. 4525. 5302. 5114. 6323. Liebe, oder was Sache des Wahren und nicht zugleich
9231. des Guten ist, verschwindet dann, weil es nicht im
Und weil der Mensch dieses Vermögen vor den Menschen, mithin nicht Eigentum des Menschen ist,
Thieren voraus hat, so kann er auch dem Innern seines Nr. 553. 2364. 10‘153.
Geistes nach nicht sterben, sondern lebt in Ewigkeit, Der Mensch kann mit dem Verstande das fassen, was
Nr. 5302. er nicht mit dem Willen tut, oder: er kann das
verstehen, was er nicht wollen kann, weil es gegen
Alles in dem Weltall bezieht sich auf das Gute und seine Liebe ist, Nr. 3539.
Wahre, beim Menschen also auf den willen und Ursache, warum der Mensch nicht leicht unterscheiden
Verstand zurück, Nr. 803. 10‘122., kann zwischen Denken und Wollen, Nr. 9991.
weil der Verstand das Wahre und der Wille das Gute
aufnimmt, Nr. 3332. 3623. 5332. 6065. 6125. 7503. In welch verkehrtem Zustande sich diejenigen
9300. 9930. befinden, bei welchen Verstand und Wille nicht
Es läuft auf dasselbe hinaus, ob man sagt: das Wahre, zusammen wirken, Nr. 9075.
oder ob man sagt: der Glaube; denn der Glaube gehört Dieser Zustand ist bei den Heuchlern, Betrügern,
dem Wahren an, und das Wahre ist Sache des Schmeichlern und Gleissnern, Nr. 4326. 3573. 4799.
Glaubens. Es ist auch gleichviel, ob man sagt: das 8250.
Gute, oder ob man sagt: die Liebe; denn die Liebe
gehört dem guten an, und das Gute ist Gegenstand der Alles wollen des Guten und verstehen des Wahren aus
Liebe; was der Mensch glaubt, das nennt er wahr, und ihm ist vom Herrn, nicht so das vom Wollen des
was der Mensch liebt, das nennt er gut, Nr. 4353. Guten getrennte Verstehen des Wahren, Nr. 1831.
4997. 7178. 10‘122. 10‘367.1997. 3514. 5483. 5649. 6027. 8685. 8701. 10‘153.
Daraus folgt, dass der Verstand der Aufnehmer des Der Verstand ist das, was vom Herrn erleuchtet wird,
Glaubens, und der Wille der Aufnehmer der Liebe ist, Nr. 6222. 6608. 10‘659.
Nr. 7178. 10‘122. 10‘367. Der Verstand wird in so weit erleuchtet, als der
Und weil der Verstand des Menschen den Glauben an Mensch das Wahre mit dem willen aufnimmt, das
Gott, und der Wille die Liebe zu Gott aufnehmen heisst, als er nach demselben handeln will, Nr. 3619.
kann, so kann er durch Glauben und Liebe mit Gott Der Verstand hat Licht vom Himmel, wie das Gesicht
verbunden werden, und wer durch Glauben und Liebe Licht von der Welt, Nr. 1524. 5114. 6608. 9128.
mit Gott verbunden werden kann, der kann in Der Verstand ist so beschaffen, wie das aus dem
Ewigkeit nicht sterben, Nr. 4525. 6323. 9231. Guten hervorgehende Wahre, aus dem er gebildet
worden, beschaffen ist, Nr. 10‘064.
Der Wille des Menschen ist das eigentliche Sein Der Verstand bildet sich blos aus dem Wahren, das
seines Lebens, weil er das Aufnahmsgefäss der Liebe aus dem Guten, nicht aber aus dem Falschen, das vom
oder des Guten ist; und der Verstand ist das Bösen kommt, Nr. 10675.
Erscheinen des Lebens aus ihm, weil er ein Das Geschäft des Verstandes ist, an den Gegenständen
Aufnahmsgefäss des Glaubens oder des Wahren ist, der Erfahrung und der Wissenschaft das Wahre, die
Nr. 3619. 5002. 9282. Ursachen der Dinge, ihren Zusammenhang, und ihre
Das Leben des Willens ist also das hautsächliche Folgen der Reihe nach zu sehen, Nr. 6125.
Leben des Menschen, und das Leben des Verstandes Der Verstand ist dazu da, zu sehen und zu fühlen, ob
geht aus ihm hervor, Nr. 585. 590. 3619. 7342. 8885. etwas wahr ist, ehe man sich darin bestärkt, nicht aber
9282. 10‘076. 10‘109. 10‘110. alles, was man will, bestärken zu können, Nr. 4741.
7012. 7680. 7950. 8521. 8780.
Sehen und fühlen, ob es wahr ist, ehe man sich darin Das Licht der Bestärkung ist ein natürliches Licht,
bestärkt, dies können nur solche, welche vom Wahren und findet sich auch bei den Bösen, Nr. 8780.
um des Wahren willen angeregt werden, welche also Man kann für alle Lehrsätze, auch die falschen, so viel
im geistigen Lichte sind, Nr. 8521. zur Bestätigung anführen, dass sie wahr erscheinen,
Nr. 2482. 2490. 5033. 6865. 7950.

ALLES, WAS IN DER OFFENBARUNG VORAUSGESAGT WORDEN, IST NUN ERFÜLLT.

40. Niemand kann wissen, was alles das bedeutet und schliesst, und dass in diesem Sinne alles, was die
in sich schliesst, was in der Offenbarung enthalten ist, Kirche, d.h. ihren geistigen Zustand betrifft, von
wenn er den innern oder geistigen Sinn des Wortes Anfang bis zu Ende vollständig beschrieben worden
nicht weiss, denn alles, was sie enthält, ist in der ist; und weil jedes Wort in ihr eine geistige
nämlichen Schriebart geschrieben, wie das Bedeutung hat, so kann auch kein Wort wegbleiben,
Prophetische des Alten Testaments, in welchem jedes ohne dass die Reihenfolge der Dinge im innern Sinn
Wort eine geistige Bedeutung hat, welche nicht im eine Veränderung dadurch erleide: deswegen heisst es
Sinne des Buchstabens erscheint. auch am Ende dieses Buches:
Ueberdies kann auch der Inhalt der Offenbarung dem „Wenn jemand wegnimmt von den Worten des
geistigen Sinne nach nur von einem solchen ausgelegt Buches dieser Weissagung, so wird auch Gott
werden, welcher weiss, was mit der Kirche bis zu wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebens, und
ihrem Ende vorgegangen ist, und dies kann man nur von jener heiligen Stadt, und von denen, die in
im Himmel wissen; und eben dies ist auch der Inhalt diesem Buch geschrieben stehen.“ Kap 22,19.
der Offenbarung. Sie handelt nämlich im geistigen Ebenso verhält es sich mit den Büchern des Wortes
Sinne des Wortes überall von der geistigen Welt, das im Alten Testament; auch in ihnen enthält jedes Ding
ist, vom Zustand der Kirche sowohl in den Himmeln, und jedes Wort einen innern oder geistigen Sinn,
als auf Erden, und daher ist das Wort geistig und weswegen auch in ihm kein Wort weggenommen
göttlich. Dieser Zustand ist es, welcher dort seiner werden kann. Daher kommt es, dass die göttliche
Ordnung nach auseinandergesetzt wird. Vorsehung des Herrn diese Bücher von der Zeit an, da
Hieraus kann man sehen, dass der Inhalt der sie geschrieben wurden, durch die Sorgfalt mehrerer,
Offenbarung von keinem je ausgelegt werden kann, welche das einzelnste in ihnen zählten, selbst bis auf
der nicht über die aufeinanderfolgenden Zustände der ein Jota unverletzt erhalten liess. Dies wurde vom
Kirche in den Himmeln eine Offenbarung erhalten hat; Herrn vorgesehen wegen der Heiligkeit, welche jedes
denn die Kirche ist ebensowohl im Himmel als auf Jota, jeder Buhstabe, jedes Wort und jede Sache darin
Erden, wovon im Folgenden einiges gesagt werden hat.
soll.
42. Weil auf diese Weise ein innerer oder geistiger
41. Wie die Kirche des Herrn auf Erden beschaffen sei, Sinn in jedem Worte in der Offenbarung ist, und weil
kann kein Mensch sehen, so lange er in der Welt lebt, dieser Sinn die Geheimnisse des Zustandes der Kirche
noch weniger, wie sie mit dem Fortgang der Zeit sich im Himmel und auf Erden enthält, und dieselben
vom Guten zum Bösen gewendet hat. Die Ursache ist, Niemand geoffenbart werden können, der diesen Sinn
dass der Mensch, so lange er in der Welt lebt, im nicht weiss, und dem nicht zugleich gegeben ist, mit
Aeussern ist, und nichts sieht, als was vor seinem den Engeln Umgang zu haben, und geistig mit ihnen
natürlichen Menschen erscheint; wie aber die Kirche in zu sprechen, so ist, damit, was in ihr geschrieben
Ansehung des Geistigen, das ihr Inneres ausmacht, steht, nicht vor den Menschen [immer] verborgen
beschaffen sei, erscheint nicht in der Welt; allein es bleiben, und in der Folge wegen des Nichtverstehens
erscheint im Himmel wie am hellen Tag; weil die verlassen werden möchte, das darin Enthaltene mir
Engel im geistigen denken, und auch im geistigen entdeckt worden. Da dessen aber viel ist, so kann es
sehen sind, und daher nur das Geistige sehen. in diesem Werkchen nicht beschrieben werden; und
Ueberdies sind hier auch, wie oben gezeigt worden, ich will deswegen das ganze Buch von Anfang bis zu
alle Menschen, welche vom Anfang der Schöpfung an Ende [besonders] erklären, und die Geheimnisse
geboren wurden, beisammen, und auch alle hier in wieder aufdecken, die inwendig in ihm sind. Diese
Gesellschaften eingeteilt nach dem Guten der Liebe Auslegung soll innerhalb zwei Jahren der Welt
und des Glaubens: man sehe im Werke über Himmel gegeben werden, und auch einiges über Daniel, was
und Hölle, Nr. 41 bis 50. wegen der Nichtkenntnis des geistigen Sinnes bisher
Daher kommt es, dass der Zustand der Kirche und verborgen war.
auch ihre Fortschritte im Himmel vor den Engeln
sichtbar sind. Da nun der Zustand der Kirche in 43. Wer den innern oder geistigen Sinn des Wortes
Ansehung der Liebe und des Glaubens in der nicht kennt, kann nicht erraten, was in der
Offenbarung in deren geistigem Sinne beschrieben Offenbarung verstanden wird unter dem Drachen, und
wird, so kann niemand wissen, was alles in derselben dem Kampf Michaelis und seiner Engel mit ihm;
der Reihe nach in sich schliesst, wenn es ihm nicht unter dem Schwanze, mit welchem der Drache den
aus dem Himmel geoffenbart, und zugleich gegeben dritten Teil der Sterne vom Himmel herabzog, unter
worden ist, den innern oder geistigen Sinn des Wortes dem Weibe, das den männlichen Sohn gebar, der zu
zu wissen. Das kann ich versichern, dass das einzelne Gott entrückt wurde, und den der Drache verfolgte;
in ihr, sogar jedes Wort, einen geistigen Sinn in sich unter dem Thier, das aus dem Meere, und unter dem
Thier, das aus der Erde aufstieg, welche so viele Allein man wird das Einzelne in der versprochenen
Hörner hatten; unter der Hure, mit welcher die Könige Auslegung über jenes Buch enthüllt finden.
der Erde hurten; unter der ersten und zweiten
Auferstehung, und unter den tausend Jahren; unter 44. Vorläufig muss bemerkt werden, dass alles, was
dem Schwefel= und Feuerpfuhl, in welchen der in demselben im himmlischen Sinne enthalten ist,
Drache, das Thier und der falsche Prophet geworfen nun erfüllt ist. Im gegenwärtigen Werkchen will ich
wurden; unter dem weissen Pferde; hernach unter dem einiges Allgemeine geben:
früheren Himmel und der früheren Erde, welche vom Jüngsten Gericht;
vergingen, und unter dem neuen Himmel und der vom zerstörten Babylonien;
neuen Erde, welche an die Stelle der früheren kamen; vom ersten Himmel und der ersten Erde, welche
so wie auch unter dem Meere, das nicht mehr war, vergingen;
und unter der neuen Stadt Jerusalem, welche aus dem vom neuen Himmel und der neuen Erde, und vom
Himmel herabstieg, unter ihren Massen, ihrer Mauer, Neuen Jerusalem,
ihren Thoren, und ihrer Grundlage von kostbaren damit man wisse, dass alles nun vollbracht ist.
Steinen; unter den verschiedenen Zahlen; nicht zu Allein das Besondere kann nur da gegeben werden, wo
gedenken des Uebrigen, was denen, die vom geistigen das Einzelne nach seinen Beschreibungen im Buche
Sinne des Wortes nichts wissen, höchst verborgen ist. der Offenbarung darüber ausgelegt wird.

DAS JÜNGSTE GERICHT IST BEREITS GEHALTEN

45. Oben ist im betreffenden Abschnitt gezeigt Jüngstes Gericht stattgehabt, eines, welches im Worte
worden, dass das Jüngste Gericht nicht auf Erden, unter der Sündflut beschrieben wird; und das andere
sondern in der geistigen Welt gehalten werde, wo alle wurde vom Herrn selbst gehalten, als er in der Welt
vom Anfang der Schöpfung an beisammen sind; und war, und wird auch unter des Herrn Worten
weil es sich so verhält, so kann zu keines Menschen verstanden:
Kenntnis kommen, wann das Jüngste Gericht gehalten „Nun ist das Gericht dieser Welt, nun wird der Fürst
ist; denn jeder erwartet es auf Erden, und zugleich dieser Welt ausgestossen.“ Joh 12,31.
dann eine sich über alles erstreckende Veränderung an Und anderwärts. „Dies habe ich zu euch gesprochen,
dem, den Augen sichtbaren Himmel, so wie auf damit ihr in Mir Frieden habet. Fasset Vertrauen, Ich
Erden, und an dem menschlichen Geschlecht auf ihr. habe die Welt überwunden,“ Joh 16,33.
Damit also der Mensch der Kirche nicht aus Und auch unter Folgendem bei Jesajas: „Wer ist der,
Unwissenheit in diesem glauben fortleben, und damit der von Edom kommt, der in der Grösse Seiner Kraft
diejenigen, welche über das Jüngste Gericht einhergeht, Macht zu retten hat? Die Kelter habe ich
nachdenken, es nicht immerfort erwarten; (wodurch allein getreten, drum zertrat ich sie in Meinem Zorn,
zuletzt der Glaube an das, was im buchstäblichen drum ist ihr Blut gespritzt auf Meine Kleider, denn es
Sinne des Wortes darüber gesagt worden, verloren ist ein Tag der Rach‘ in Meinem Herzen, und das
ginge;) und damit nicht etwa darum viele vom Jahr, die Meinen zu erlösen, ist gekommen: deswegen
Glauben an das Wort abfallen möchten; so ist mir ward Er Ihnen ein Erretter.“ 63,1 bis 8.,
gegeben worden, mit meinen Augen zu sehen, dass und in vielen anderen Stellen.
das Jüngste Gericht nun vollbracht ist, und die Bösen Dass schon früher zweimal auf dieser Erde ein
in die Höllen geworfen, die Guten aber in den Jüngstes Gericht gehalten wurde, hat seinen Grund
Himmel erhoben worden sind, und so alles in darin, dass, wie oben in seinem Abschnitte gezeigt
Ordnung gebracht, und dadurch das geistige worden, jedes Gericht am Ende der Kirche gehalten
Gleichgewicht, das zwischen dem Himmel und der wird, und auf dieser Erde [schon] zwei Kirchen waren,
Hölle bestehet, wieder hergestellt worden ist. die erste vor der Sündflut, und die andere nach der
Auf welche Weise das Jüngste Gericht gehalten wurde, Sündflut.
ist mir von Anfang bis zu Ende zu sehen gegeben Die Kirche vor der Sündflut wird in den ersten
worden, hernach auch wie das Babylonische zerstört, Kapiteln des ersten Buches Moses unter der neuen
wie diejenigen, welche unter dem Drachen verstanden Schöpfung des Himmels und der Erde und unter dem
werden, in den Abgrund geworfen, und wie ein neuer Paradiese beschrieben, und ihr Ende unter dem essen
Himmel gebildet, und eine neue Kirche in den vom Baume der Erkenntnis, und hernach im
Himmeln, welche unter dem Neuen Jerusalem Besonderen; ihr Jüngstes Gericht aber wird unter der
verstanden wird, gegründet wurde. Sündflut beschrieben, und dies alles, nach der
Das alles durfte ich zu dem Ende mit meinen Augen Schreibart des Wortes, durch blosse Entsprechungen.
sehen, damit ich es bezeugen könnte. Dies Jüngste Im innern oder geistigen Sinne desselben wird unter
Gericht ist mit dem Beginne des vorigen Jahres 1757 der Schöpfung des Himmels und der Erde die
angefangen, und am Ende desselben Jahres vollständig Errichtung einer neuen Kirche verstanden, (man sehe
beendigt worden. oben, im ersten Abschnitte); unter dem Paradiese in
Eden die himmlische Weisheit dieser Kirche; unter
46. Man muss aber wissen, dass das Jüngste Gericht dem Baume der Erkenntnis das Wissenschaftliche,
über diejenigen, welche von der Zeit des Herrn an bis welches diese Kirche zerstörte. Aehnliches unter der
auf diesen Tag gelebt, nicht aber über diejenigen Schlange daselbst; und unter der Sündflut wird das
gehalten wurde, welche vorher gelebt hatten; denn auf Jüngste Gericht über diejenigen verstanden, welche zu
diesem Erdkörper hat schon früher zweimal ein dieser Kirche gehörten.
Die andere Kirche aber, welche nach der Sündflut war, die Mohammedaner, auch nach ihren Vaterlanden
wird auch in einigen Stellen im Worte, wie 5.Mose abgeteilt; sie erschienen damals alle in der
32,7 bis 14, und anderwärts beschrieben. Sie dehnte Abendgegend neben der mittäglichen. Ueber diese
sich über einen grossen Teil der asiatischen Welt aus, hinaus waren die Heiden in ungeheurer Zahl
und dauerte bei den Nachkommen Jakob‘s fort. Ihr versammelt, und bildeten so den eigentlichen
Ende war, als der Herr in die Welt kam. Er hielt Umkreis. Ausserhalb von diesen erschien etwas wie
damals ein Jüngstes Gericht über alle von der ersten ein Meer, welches die Grenze bildete. Dass die
Gründung jener Kirche an, und zugleich auch über Völkerschaften so nach Gegenden geordnet waren, dies
alle, welche von der ersten Kirche noch übrig waren. hatte seinen Grund in der Verschiedenheit der einer
Der Herr kam in die Welt, um alles in den Himmeln, jeden gemeinsamen Fähigkeit, das Göttlich=Wahre
und durch die Himmel auf Erden in Ordnung aufzunehmen; weswegen in der geistigen Welt jeder an
zubringen, und zugleich Sein menschliches göttlich zu der Gegend und dem Orte, den er in ihr bewohnt, und
machen, weil, wenn dies nicht geschehen wäre, der auch beim Zusammensein mit Vielen an der Stelle
Mensch nicht hätte selig gemacht werden können. erkannt wird, die er in Beziehung auf die Gegenden
Dass zwei Kirchen vor der Ankunft des Herrn auf einnimmt.
dieser Erde gewesen sind, ist in den ‚Himmlischen Man sehe über diesen Gegenstand im Werke über
Geheimnissen‘ in verschiedenen Stellen gezeigt Himmel und Hölle, Nr. 148. 149.
worden, wovon man am Ende dieses Abschnittes Ebenso verhält es sich, wenn man von einem Orte an
Auszüge sehen kann; sowie auch, dass der Her in die den andern geht; man nähert sich dann immer den
Welt kam, um alles in den Himmeln, und durch Gegenden, welche den aufeinander folgenden
diese auf Erden in Ordnung zu bringen, und Sein Zuständen der Gedanken angemessen sind, die von
Menschliches göttlich zu machen. Neigungen ausgehen, welche mit dem eigenen Leben
Die dritte Kirche auf dieser Erde ist die christliche. zusammenhängen. Diesen gemäss sind nun auch die,
Ueber diese, und zugleich über alle, welche von der von welchen nun folgt, an ihren Ort gebracht worden.
Zeit des Herrn an im ersten Himmel waren, wurde das Mit Einem Wort: in der geistigen Welt sind die
Jüngste Gericht gehalten, von dem nun gehandelt Wege, welche jeder wandelt, wirkliche Bestimmungen
wird. der Gedanken des Gemüts. Daher kommt es auch,
dass die Wege, das Wandeln, und Aehnliches im
47. Wie dieses Jüngste Gericht gehalten wurde, Worte, im geistigen Sinne die Bestimmungen und
darüber kann, weil es zu weitläufig ist, in diesem Fortschritte des geistigen Lebens bezeichnen.
kleinen Werke keine in‘s Einzelne gehende
Beschreibung gegeben werden; allein es soll in der 49. Die vier Gegenden werden im Worte vier Winde,
Auslegung der Offenbarung beschrieben werden: denn und ihre Versammlung eine Sammlung von den vier
das Gericht wurde nicht nur über alle, welche zur Winden genannt, wie bei Matthäus, wo vom Jüngsten
christlichen Kirche gehörten, sondern auch über alle, Gericht gehandelt wird:
welche Mohammedaner heissen, und auch über alle „Er wird seine Engel senden, und sie werden die
Heiden auf diesem Erdkreise gehalten; und es wurde Auserwählten von den vier Winden versammeln, vom
in folgender Ordnung gehalten: Aeussersten der Himmel bis zum Aeussersten
zuerst über die, welche zur päpstlichen Religion derselben.“ 24,31.
gehörten; Und anderwärts: „Es werden vor dem Menschensohne
hernach über die Mohammedaner, alle Völkerschaften versammelt werden, und Er wird
dann über die Heiden, und zuletzt über die sie von einander scheiden, wie der Hirt die Schafe von
Protestanten. den Böcken scheidet; und wird die Schafe zur
Von dem Gericht über die, welche zur päpstlichen Rechten, die Böcke aber zur Linken stellen.“
Religion gehörten, wird man im folgenden Abschnitte 25,31.32.
vom zerstörten Babylonien etwas finden; Dies bedeutet, dass der Herr diejenigen, welche im
vom Gericht über die Protestanten im Abschnitte vom Wahren und zugleich im guten sind, von denen
früheren Himmel, welcher verging; scheiden werde, die im Wahren, und nicht im guten
vom Gericht über die Mohammedaner aber und über sind; denn im geistigen Sinne des Wortes wird unter
die Heiden soll in diesem Abschnitte einiges gesagt dem Rechten das gute, und unter dem Linken das
werden. Wahre verstanden; das Nämliche unter den Schafen
und unter den Böcken. Ueber andere ist auch das
48. Alle Völkerschaften und Völker, über welche in Gericht nicht gehalten worden; denn die Bösen,
der geistigen Welt Gericht gehalten wurde, erschienen welche in keinem Wahren waren, befanden sich schon
in folgender Ordnung: lange in den Höllen. In diese werden nämlich nach
in der Mitte sah man diejenigen versammelt, welche dem Tode, also noch vor dem Gericht, alle Böse
Protestanten [Reformati] heissen, und zwar nach ihren geworfen, welche in ihrem Herzen das Göttliche
Vaterlanden abgeteilt, die Deutschen gegen läugnen, und von ihrem Glauben das Wahre der
Mitternacht; die Schweden gegen Abend; die Dänen in Kirche entfernen. Aus denen, die sich im Wahren und
der Abendgegend; die Holländer gegen Morgen und nicht im Guten befinden, ging der frühere Himmel
Mittag; die Engeländer in der Mitte. Um diese ganze hervor, welcher verging; und aus denen, die sich im
Mitte herum, in welcher sich die Protestanten Wahren und zugleich im Guten befinden, wurde der
befanden, sah man die von der päpstlichen Religion neue Himmel gebildet.
versammelt, den grössten Teil in der Abendgegend,
einige in der mittäglichen. Jenseits von diesen waren
50. Was das Gericht über die Mohammedaner und aber dann wahrnehmen, dass diese ihnen nichts helfen
Heiden betrifft, von welchen in diesem Abschnitte können, so treten sie von ihnen ab; denn keiner kann
gehandelt wird, so wurde es folgender Massen von seiner Religion anders abgeführt werden, als
gehalten. dadurch, das er zuerst in dieselbe eingelassen wird.
Die Mohammedaner wurden von ihren Oertern, in Wo Mohammed selbst sei, wie er beschaffen, und
welchen sie versammelt waren, und die sich im woher jene zwei seien, welche Mohammed‘s Stelle
Westen neben dem Süden befanden, auf einem Wege vertreten, soll in dem Buche gesagt werden, in dem
von Westen durch Norden nach Osten, bis an die die Offenbarung erklärt werden wird.
Grenze, wo der Süden ist, um die Christen
herumgeführt, und unterwegs die Bösen von den 51. Das Gericht über die Heiden wurde fast auf
Guten getrennt. Die Bösen wurden in Sümpfe und dieselbe Weise gehalten, wie über die
Pfützen geworfen, viele auch in eine grosse Wüste, Mohammedaner, nur wurden sie nicht auf dieselbe
welche darüber hinauslag, zerstreut; die Guten aber Weise im Umkreis herum geführt, sondern blos durch
wurden durch den Osten in ein Land von grossem eine Strecke Wegs im Westen, wo die Bösen von den
Umfang in der Nähe des Südens geführt, und ihnen Guten getrennt wurden. Die Bösen wurden in zwei
Wohnungen daselbst gegeben. Diejenigen, welche grosse Schlünde daselbst beworfen, welche in schiefer
hierher geführt wurden, bestanden aus solchen, welche Richtung in die Tiefe gingen; die Guten aber wurden
in der Welt den Herrn für den grössten Propheten, und über die Mitte herauf, wo die Christen sind, gegen ein
für den Sohn Gottes anerkannt, und geglaubt hatten, Land in der Morgengegend hingeführt, wo die
dass Er vom Vater gesandt worden sei, um das Mohammedaner waren, und hier erhielten sie ihre
menschliche Geschlecht zu unterrichten, und die Wohnungen hinter diesen, und weiter hinaus in
zugleich ein geistig=sittliches Leben nach den grosser Ausdehnung in der Mittagsgegend.
Geboten ihrer Religion geführt hatten. Die Meisten Aber diejenigen von den Heiden, welche in der Welt
von ihnen nehmen, wenn sie unterrichtet sind, den Gott unter einer menschlichen Gestalt verehrt, und ein
Glauben an den Herrn an, und erkennen an, dass Er Leben der tätigen Liebe nach ihrer Religion geführt
mit dem Vater Eins ist. Es wird ihnen auch eine haben, werden im Himmel mit den Christen
Gemeinschaft mit dem christlichen Himmel durch den verbunden, denn sie erkennen und verehren eher als
Einfluss von dem Herrn gegeben, sie werden aber die Uebrigen den Herrn: die Einsichtsvollsten unter
nicht [mit jenen] vermischt, weil die Religion sie ihnen sind aus Afrika. Man sah eine so grosse Menge
trennt. Alle, die zu dieser Religion gehören, fragen, von Heiden und Mohammedanern, dass sie nur nach
sobald sie in das andere Leben unter die Ihrigen Myriaden gezählt werden konnten. Das Gericht über
kommen, zuerst nach Mohammed; allein dieser diese so grosse Menge dauerte einige Tage; denn jeder
erscheint nicht, sondern anstatt seiner zwei Andere, ist sogleich bezeichnet, und wird zu Aehnlichen
welche sich Mohammed nennen. Diese haben ihren gebracht, sobald er in seine Liebe und in seinen
Sitz in der Mitte unter dem christlichen Himmel, und Glauben versetzt wird.
zwar zur Linken daselbst, erhalten.
Die Ursache, warum diese zwei die Stelle 52. Hieraus kann man die Wahrheit der Weissagung
Mohammed‘s vertreten, ist, dass alle, von welcher des Herrn vom Jüngsten Gericht sehen, dass dann
Religion sie auch seien, nach dem Tode zuerst zu viele von Morgen und von Abend, von Mitternacht
denen geführt werden, die sie in der Welt verehrt und von Mittag kommen und im Reiche Gottes sitzen
haben; denn jedem hängt seine Religion an. Wenn sie werden. Luk 13,29

UEBER BABYLONIEN UND SEINE ZERSTÖRUNG

53. Dass alles, was in der Offenbarung vorausgesagt I. Was unter Babylonien verstanden wird, und wie es
worden, jetzt erfüllt sei, sehe man oben Nr. 40 bis 44, beschaffen war;
und dass das Jüngste Gericht schon gehalten sei, im II. Wie die im andern Leben beschaffen sind, welche
vorigen Abschnitte, wo auch gezeigt worden, auf zu Babylonien gehören;
welche Weise das Gericht über die Mohammedaner III. Wo ihre Wohnungen bisher waren;
und Heiden gehalten wurde. Hier soll nun weiter IV. Warum sie bis zum Tage des Jüngsten Gerichts
gesagt werden, wie es gehalten wurde über die daselbst geduldet wurden;
Päpstlichen, welche unter Babylonien verstanden V. Wie sie zu Grunde gerichtet, und ihre Wohnungen
werden, von dem in der Offenbarung in vielen Stellen, zur Wüste gemacht wurden;
und im 18ten Kapitel besonders von seiner Zerstörung VI. Dass die von ihnen erhalten wurden, welche in der
gehandelt, und diese folgender Massen beschrieben Neigung zum Wahren aus dem Guten waren;
wird: VII. Von dem künftigen Zustand derer von ihnen, die
„(Der Engel) rief heftig mit starker Stimme: Gefallen, von der Erde ankommen.
gefallen ist Babylon, und eine Behausung der
Dämonen geworden, und ein Gefängnis jedes 54. WAS UNTER BABYLONIEN VERSTANDEN
unsaubern Geistes, und ein Gefängnis jedes unreinen, WERDE, UND WIE ES BESCHAFFEN GEWESEN.
verhassten Vogels.“ Vers 2. Unter Babylonien werden alle verstanden, welche
Doch ehe erzählt wird, wie diese Zerstörung vor sich durch die Religion herrschen wollen. Durch die
ging, soll vorausgeschickt werden: Religion herrschen heisst, über die Seelen der
Menschen, also über ihr geistiges Leben selbst
herrschen, und das Göttliche, das in der Religion ist, nach der Herrschaft über alle auf Erden, die sie sich
als Mittel benützen. Alle diejenigen, welche die unterwerfen kann, sondern auch nach der über den
Herrschaft zum Endzweck haben, und die Religion Himmel; ja, sie ruht auch dann nicht, sondern steigt
zum Mittel machen, sind im Allgemeinen bis zum Throne Gottes auf, und trägt Seine göttliche
Babylonien. Sie heissen Babylonien, weil in den alten Macht auf sich über. Dass dies auch vor der Ankunft
Zeiten eine solche Herrschaft anfing, in ihrem Beginne des Herrn geschehen sei, erhellt aus den oben aus dem
aber zerstört wurde. Ihr Anfang wird unter einer Stadt Worte angeführten Stellen. Allein jenes Babylonien
und unter einem Turme, dessen Spitze im Himmel wurde vom Herrn zerstört als Er in der Welt war,
war, und ihre Zerstörung unter der Sprachenverwirrung sowohl dadurch, dass sie gänzlich abgöttisch wurden,
beschrieben, von der ihr Name Babel stammt, 1.Mose als durch das Jüngste Gericht, das Er damals in der
11,1 bis 9. geistigen Welt hielt. Dies wird verstanden unter jenen
Was unter dem Einzelnen daselbst im innern oder prophetischen Aussprüchen, dass der Morgenstern
geistigen Sinne des Wortes verstanden wird, kann [Lucifer], welcher hier Babylonien ist, zur Hölle
man in den ‚Himmlischen Geheimnissen‘, Nr. 1283 geworfen worden, und Babel gefallen sei; so wie auch
bis 1328 ausgelegt finden. unter der Schrift an der Wand, und unter dem Tode
Dass auch in Babel eine solche Herrschaft anfing und Belschazar‘s, dann auch unter dem vom Felsen
aufkam, erhellt aus Daniel, wo von Nebuchadnezar gehauenen Stein, welcher die Bildsäule zerstörte, von
gesagt wird, dass er ein bild aufgestellt habe, welches der Nebuchadnezar geträumt hatte.
alle anbeten sollten, Kap 3,1 bis zu Ende.
Es wird aber auch unter dem verstanden, dass 55. Das Babylonien aber, von welchem in der
Belschazar aus den goldenen und silbernen Gefässen, Offenbarung gehandelt wird, ist das heutige
welche Nebuchadnezar vom Tempel zu Jerusalem Babylonien, welches nach der Ankunft des Herrn
weggenommen hatte, mit den Vornehmsten trank, und anfing; und dass dieses bei den Päpstlichen sei, ist
zugleich dann goldene, silberne, kupferne und eiserne bekannt. Es ist verderblicher und schändlicher als das
Götter verehrte; weswegen an der Wand geschrieben vor der Ankunft des Herrn, weil es das innere Gute
stand: und Wahre der Kirche entweiht, das der Herr zugleich
„Er hat gezählet, gewogen und geteilt,“ und der König mit sich selbst der Welt offenbarte.
selbst in derselben Nacht getödtet wurde, Kap 5,1 bis Wie verderblich und innerlich verrucht es sei, kann
zu Ende. man im Allgemeinen aus Folgendem sehen:
Durch die goldenen und silbernen Gefässe aus dem sie erkennen an und verehren den Herrn, ohne Ihm
Tempel zu Jerusalem wird das Wahre und Gute der irgend eine Macht zum Seligmachen zu lassen. Sie
Kirche bezeichnet. Durch trinken aus denselben, und trennen Sein Göttliches gänzlich von Seinem
zugleich die goldenen, silbernen, kupfernen und Menschlichen, und tragen Seine göttliche Macht, die
eisernen Götter verehren, wird die Entweihung; durch Sein Menschliches hatte, auf sich über; denn sie
die Schrift an der wand und durch den Tod des vergeben die Sünden, lassen in den Himmel ein,
Königs wird die Heimsuchung und Zerstörung werfen in die Hölle, machen selig, wen sie wollen,
bezeichnet, welche denen angesagt werden, die das treiben Handel mit dem Heil, und reissen also das an
Göttlich=Gute und Wahre als Mittel brauchen. sich, was allein der göttlichen Gewalt zukommt; und
Die Beschaffenheit derjenigen, welche Babylonien weil sie diese ausüben, so folgt, dass sie sich, jeder an
heissen, wird auch hie und da bei den Propheten seinem Orte, zu Göttern machen, indem dieselbe von
beschrieben, als bei Jesajas: ihrem Obersten, den sie den Statthalter Christi
„So bring vom König Babylonien‘s dies Sprichwort nennen, auf die Untersten übertragen wird. So sehen
vor: Zerbrochen hat Jehova der Gottvergessenen Stab, sie sich also als den Herrn an, und verehren ihn nicht
der Herrscher Zepter. Du fielst vom Himmel, um seinet=, sondern um ihretwillen. Das Wort
Morgenstern! Du fielst herab zur Erde, sprachst in schänden und verfälschen sie nicht nur, sondern
deiner Seele: Ich will gen Himmel steigen, meinen entziehen es auch dem Volke, damit es nicht zu
Thron erhöhen über Gottes Sterne, und mich setzen einigem Licht des Wahren komme; und hiemit noch
auf dem Berge der Versammlung, zur Seiten gegen nicht zufrieden, vernichten sie es auch, indem sie in
Mitternacht, ich will mich gleich dem Höchsten den von Rom ausgehenden Verordnungen ein
machen: doch du sollst zur Hölle fahren, zu der Grube Göttliches anerkennen, das höher steht, als das
Seiten: Ich will den Namen Babylonien‘s, sowie was Göttliche im Worte. So verschliessen sie allen den
übrig ist, vertilgen, und dem Entenadler [anatariae] Weg zum Himmel: denn der Weg zum Himmel ist die
dich zum erblichen Besitze geben,“ 14,4.[5.] 12. 13. Anerkennung des Herrn, und der Glaube und die Liebe
14. 15. 22. [23.] zu Ihm; und das Wort ist der Wegweiser, weswegen
und anderwärts bei ebendemselben: „Der Löwe sprach: ohne den Herrn mittelst des Wortes kein Heil ist. Sie
Gefallen ist, gefallen Babel, und es sind zu Boden streben mit allem Eifer danach, das Licht des
geschlagen alle ihre Götzenbilder.“ 21,8.9. Himmels, das aus dem Göttlich=Wahren ist,
und ferner bei demselben, Kap 47,1 bis zu Ende, Kap auszulöschen, und Unwissenheit an dessen Stelle zu
48,14 bis 20., und bei Jeremias 50,1.2.3. setzen; und je dichter diese ist, desto angenehmer ist
Hieraus erhellt nun, was Babylonien ist. Man muss es ihnen. Das Licht des Himmels löschen sie dadurch
wissen, dass die Kirche ein Babylonien wird, wenn aus, das sie das Lesen des Wortes und das Lesen
die tätige Liebe und der Glaube aufhört, und anstatt derjenigen Bücher verbieten, in welchen die Lehren
derselben die Liebe zu sich zu herrschen anfängt; denn aus dem Worte enthalten sind. Dabei stellen sie einen
diese Liebe greift immer mehr um sich, je mehr man Gottesdienst durch Messen an, welche in einer, den
ihr den Zügel schiessen lässt, und strebt nicht nur Einfältigen unverständlichen, Sprache geschrieben
sind, und in denen nichts Göttlich=Wahres ist. Entsprechendes verwandelt wird, wie aus den zwei
Ueberdies erfüllen sie ihre Welt mit Falschem, das die Abschnitten im Werke über Himmel und Hölle, Nr.
Finsternis selbst ist, die das Licht entfernet und 470 bis 484 und Nr. 485 bis 490 erhellen kann.
zerstreut. Sie überreden auch das Volk, dass es in Ebenso nun das Leben, von welchen jetzt die Rede
ihrem Glauben, mithin in einem fremden, und nicht ist. Dasselbe ist ganz so, wie es in der Welt war, nur
in dem seinigen, das Leben habe. Dabei setzen sie mit dem Unterschied, dass nun das Verborgene ihres
allen Gottesdienst in äussere Heiligkeit ohne innere. Herzens aufgedeckt wird, denn sie sind nun im Geiste,
Das Innere machen sie leer, weil sie es von den in welchem das Innere ihrer Gedanken und Absichten
Kenntnissen des Guten und Wahren entblössen; und sitzt, das sie in der Welt verborgen und mit einem
doch ist im Aeussern nur in so weit ein Gottesdienst, heiligen Aeussern bedeckt hatten.
als er auch im Innern ist; denn aus diesem geht jener Da nun jenes damals offen stand, so nahm man wahr,
hervor. Ausserdem führen sie auch allerlei Arten von dass über die Hälfte von denen, die sich der Macht,
Götzendienst ein. Sie machen Heilige, und den Himmel zu öffnen und zu verschliessen, bedient
vervielfältigen ihre Zahl immer mehr. Sie sehen und hatten, gänzliche Gottesläugner sind. Weil aber in
dulden, das man dieselben anbetet, und Gebete an sie ihrer Seele das Herrschen sitzt, wie in der Welt, und
richtet, fast wie wenn sie Götter wären. Die Bilder dasselbe auf dem Grundsatz ruht, dass der Herr alle
derselben stellen sie überall aus, und bieten eine vom Vater ihm gegebene Macht gehabt hatte, und
grosse Menge von Wundern feil, welche jene diese auf Petrus, und nach der Amtsfolgeordnung auf
verrichtet haben sollen. Sie setzen dieselben den die Häupter der Kirche übertragen worden sei, so
Städten, den Tempeln und den Klöstern vor, und bleibt mit ihrer Gottesläugnung noch das mündliche
machen ihre von den Gräbern herausgenommenen Bekenntnis des Herrn verbunden. Doch auch dies
Gebeine, welche doch etwas ganz Gemeines sind, zu nicht länger, als bis sie dadurch in einigem Herrschen
Heiligtümern. sind.
So wenden sie die Seelen aller vom Dienste Gottes ab Die Uebrigen aber, welche nicht Gottesläugner sind,
zum Dienst der Menschen. sind so leer, dass sie vom geistigen Leben des
Und dass niemand aus dieser Finsternis zum Lichte, Menschen, von den Heilmitteln, vom
und aus dem Götzendienste zum Dienste Gottes Göttlich=Wahren, das zum Himmel führt, und auch
herankomme, dafür wissen sie mit vieler Kunst zu vom himmlischen Glauben und der himmlischen
sorgen: denn sie vervielfältigen die Klöster, und Liebe nichts wissen, und meinen, der Himmel könne
stellen aus denselben überall Kundschafter und jedem, wie er auch beschaffen sei, durch die Gnade
Wächter aus. Sie erpressen Bekenntnisse des Herzens, des Papstes geschenkt werden. Da in der geistigen
welche sich auf die Gedanken und Absichten Welt jeder dasselbe Leben lebt, das er in der Welt
erstrecken; und wenn diese nicht abgelegt werden, so lebte, so das dabei, so lange er noch nicht entweder
schrecken sie die Selen mit dem höllischen Feuer, und im Himmel oder in der Hölle ist, gar kein Unterschied
mit den Qualen im Fegfeuer. Die aber, welche gegen stattfindet, wie man es in dem Werke über Himmel
den päpstlichen Stuhl und gegen ihre Herrschaft zu und Hölle, Nr. 453 bis 480 finden kann; und da die
sprechen wagen, verschliessen sie in einen geistige Welt, dem äussern Scheine nach, der
schauderhaften Kerker, welchen man den der natürlichen ganz ähnlich ist, Nr. 170 bis 176, so
Inquisition nennt. Dies alles blos zu dem Ende, dass haben sie auch dasselbe sittliche und dasselbe
sie die Welt und ihre Schätze besitzen, und nach bürgerliche Leben, besonders denselben Gottesdienst;
Gefallen leben könnten, und dass sie selbst die denn dieser wurzelt und bleibt hängen im Innersten
Höchsten, die Uebrigen aber Sklaven seien. des Menschen, und niemand kann nach dem Tode
Allein eine solche Herrschaft ist nicht die des davon abgebracht werden, wenn er nicht im Guten aus
Himmels über die Hölle, sondern der Hölle über den dem Wahren, und im Wahren aus dem Guten ist. Dies
Himmel; denn in so weit, als bei dem Menschen, Volk aber, von dem hier die Rede ist, kann nicht so
besonders bei dem Menschen der Kirche, die Liebe leicht, wie die übrigen Völker, von seinem
zum Herrschen wächst, in so weit herrscht bei ihm Gottesdienst abgebracht werden, weil es nicht im
die Hölle. Dass diese Liebe in der Hölle herrsche, und Guten aus dem Wahren, noch weniger im Wahren aus
die Hölle ausmache, sehe man im Werke über Himmel dem Guten ist. Denn ihr Wahres ist, ausser wenigem,
und Hölle, Nr. 551 bis 565. das sie aber durch die Anwendung zum Herrschen
Hieraus kann man sehen, das dort nicht die Kirche, verfälscht haben, nicht aus dem Worte, daher sie auch
sondern Babylonien ist; denn wo die Kirche ist, da nichts Gutes haben, das nicht unecht wäre; denn wie
wird der Herr selbst verehrt, und das Wort gelesen. das Wahre beschaffen ist, so wird auch das Gute. Dies
ist gesagt worden, damit man wisse, das der
56. WIE DIE VON BABYLONIEN IM ANDERN Gottesdienst dieses Volkes in der geistigen Welt dem,
LEBEN BESCHAFFEN SEIEN, kann niemand den es in der natürlichen Welt hatte, ganz ähnlich ist.
wissen, dem nicht vom Herrn gestattet ist, mit denen Nachdem ich dies vorausgeschickt habe, will ich nun
in der geistigen Welt zusammen zu sein; und weil mir auch einiges von ihrem Gottesdienste und von ihrem
dies erlaubt worden ist, so kann ich aus Erfahrung Leben anführen. Sie haben ein Synedrium, das die
reden; denn ich habe sie gesehen, gehört und mit Stelle des Synedriums oder Constistoriums zu Rom
ihnen gesprochen. vertritt. In diesem kommen ihre Häupter zusammen
Jeder Mensch ist nach dem Tode in demselben Leben, und beraten sich über Verschiedenes, was ihre
in dem er in der Welt war. Dies kann nicht verändert Religion betrifft, besonders wie der Pöbel in blindem
werden, ausser in Ansehung des Angenehmen, Gehorsam gehalten, und ihre Herrschaft erweitert
welches Gegenstand der Liebe ist, und in werden könne. Der Ort dieses Synedriums ist in der
Mittagsgegend neben der Morgengegend; allein allgemeinen. Insbesondere aber entziehen die meisten
keiner, der in der Welt Papst gewesen, und auch Häupter dieser Religion dem Herrn alle Macht, und
keiner, der Cardinal gewesen war, wagt es eignen sie sich zu; und weil sie dies tun, so erkennen
hineinzugehen, und zwar deswegen nicht, weil sie in sie auch nichts Göttliches an. Gleichwohl lügen sie
der Welt die Macht des Herrn sich beigelegt hatten, im Aeussern Heiligkeit, welche Heiligkeit aber an sich
und daher in ihren Selen eine Art göttlichen Ansehens unheilig ist, weil in ihrem Innern keine Anerkennung
sitzt. Sobald sie daher sich daselbst zeigen, werden sie des Göttlichen ist. Daher kommt es, dass sie durch
weggenommen, und zu Aehnlichen in eine Wüste das heilige Aeussere mit einigen Gesellschaften des
verstossen. Diejenigen jedoch, welche von untersten Himmels, und durch das unheilige Innere
rechtschaffener Gesinnung waren, und sich jener mit den Höllen Gemeinschaft haben, und so überall
Macht bedient hatten, ohne sich im Glauben an sind. Sie locken daher nicht nur die einfältigen guten
dieselbe bestärkt zu haben, befinden sich hinter Geister an sich, und geben ihnen Wohnungen neben
diesem Synedrium in einem dunkeln Gewölbe. Eine sich, sondern versammeln auch die bösartigen, und
andere Versammlung ist in der Abendgegend, in der stellen sie um ihre Congregation herum; und so
Nähe der mitternächtlichen. Hier beschäftigt man sich verbinden sie sich nicht nur durch die Einfältigen mit
damit, die leichtgläubige Menge in den Himmel dem Himmel, sondern auch durch die Bösartigen mit
einzulassen. Sie versammeln hier mehrere der Hölle. Daher kommt es, dass sie abscheuliche
Gesellschaften um sich, welche in verschiedenen Dinge unternehmen können, welche sie von der Hölle
äusserlichen Vergnügungen sind; in einigen wird aus zu Stande bringen; denn die einfältigen guten
gespielt, in andern getanzt, in andern macht man Geister, welche im Untersten des Himmels sind,
allerlei heitere und fröhliche Gesichter, in andern sehen nicht weiter, als bis zu äusserer Heiligkeit, und
unterhält man sich freundschaftlich, hier mit ihrer im Aeussern höchstheiligen Anbetung des Herrn,
bürgerlichen, dort mit religiösen Gegenständen, dort und da sie ihre Schandtaten nicht sehen, so sind sie
mit Schäkereien, und so weiter. In irgend eine von ihnen günstig; darauf gründet sich ihr hauptsächlicher
diesen Gesellschaften, welche mit seiner Neigung Schutz. Allein diese alle gehen gleichwohl mit dem
übereinstimmt, lasen sie nun jeden ihrer Schützlinge Fortgang der Zeit von der äussern Heiligkeit ab, und
ein, und nennen dies den Himmel. Allein da diese werden dann vom Himmel getrennt und in die Hölle
Freuden äusserlich und nicht innerlich sind, so werden geworfen. Hieraus kann man einigermassen abnehmen,
nach wenigen Stunden, die sie daselbst zugebracht, wie die von Babylonien im andern Leben beschaffen
alle derselben überdrüssig, und gehen weg; und auf sind. Doch ich weiss, dass die, welche in der Welt
diese weise werden auch viele vom Glauben an ihre sind, vom Zustand des Menschen nach dem Tode,
Lehre von der Einlassung in den Himmel abgebracht. und vom Himmel und von der Hölle, keine oder nur
Was insbesondere ihren Gottesdienst betrifft, so ist eine nichtige und leere Idee haben, sich wundern
derselbe beinahe wie in der Welt. Er besteht wie in der werden, dass daselbst dergleichen Dinge vorhanden
Welt in Messen, welche in einer Sprache gehalten sein sollen. Allein dass der Mensch nach dem Tode
werden, welche den Geistern nicht gemeinsam, ebensowohl Mensch sei, dass er wie in der Welt in
sondern aus hochtönenden Worten zusammengesetzt Gesellschaft lebe, in Häusern wohne, Predigten in den
ist, welche äussere Heiligkeit und Schauern erregen, Tempeln höre, seinen Verrichtungen nachgehe, und
und gar nicht verstanden werden. Sie beten eben so dieselben Dinge in dieser Welt sehe, wie in der
die Heiligen an, und stellen ihre Bilder aus, allein ihre früheren, die er verlassen hat, dies kann aus dem
Heiligen erscheinen nirgends; denn alle diejenigen von erhellen, was im Werke über Himmel und Hölle als
ihnen, welche darauf ausgingen, als Gottheiten verehrt Gesehenes und Gehörtes erzählt und gezeigt worden
zu werden, sind in der Hölle; die Uebrigen, welche ist.
nicht auf Verehrung ausgingen, befinden sich unter
den gemeinen Geistern. Ihre Geistlichen wissen die, 57. Ich habe mit einigen von diesem Volke über die
denn sie suchen und finden dieselben, und schätzen dem Petrus übergebenen Schlüssel gesprochen, ob sie
sie darum gering; allein sie verbergen es dem Volke, glauben, dass die Gewalt des Herrn über den Himmel
damit dieselben immer noch als Schutzgötter, und sie, und die Hölle auf ihn übertragen worden sei; und weil
die Primaten selbst, welche über das Volk herrschen, dies eine Grundlage ihrer Religion war, so
als Herrn des Himmels verehrt werden möchten. Sie behaupteten sie es heftig, und sagten, dass darüber
vervielfältigen auch, wie in der Welt, die Kirchen und kein Zweifel sei, da es ja deutlich gesagt werde; allein
Klöster; sie scharren eben so Schätze zusammen, und auf die Frage, ob sie nicht wissen, dass im Einzelnen
häufen Kostbarkeiten auf, und verbergen sie in des Wortes ein geistiger Sinn sei, welcher der Sinn
Kellern; denn in der geistigen Welt befinden sich wie des Wortes im Himmel ist, sagten sie zuerst, dass sie
in der natürlichen Welt Kostbarkeiten, und zwar noch dies nicht wissen, doch nachher sagten sie, sie wollen
weit mehrere. Sie senden eben so Mönche aus, um die es untersuchen, und als sie untersuchten, wurden sie
Heiden zu ihrem Glauben zu bringen, und sie so ihrer unterrichtet, dass im Einzelnen des Wortes ein
Herrschaft zu unterwerfen. In der Regel haben sich geistiger Sinn sei, welcher vom Sinne des
auch Warttürme, welche in der Mitte ihres Buchstabens wie das Geistige vom Natürlichen
Versammlungsortes aufgebaut sind, und durch die sie verschieden ist. Sie wurden noch weiter unterrichtet,
ihr Gesicht über alle benachbarten Länder erweitern dass keine einzige im Worte genannte Person im
können. Sie setzen sich auch auf verschiedene Weise Himmel genannt, sondern an deren Stelle etwas
und durch allerlei Künste in Gemeinschaft mit Nahen Geistiges daselbst verstanden werde. Sie wurden
und Entfernten, schliessen Bündnisse mit ihnen, und endlich auch unterrichtet, dass unter Petrus im Worte
ziehen sie in ihr Interesse. Dies ist ihr Zustand im das Wahre des Glaubens der Kirche, das aus dem
Guten der tätigen Liebe hervorgeht, und Aehnliches bestärk hatten. Zugleich wohnten hier auch die Edlen
auch unter dem Felsen [Petra] verstanden werde, der und Reichen in grosser Anzahl. Sie wohnten aber hier
zugleich mit Petrus genannt wird, denn es heisst: nicht über, sondern unter der Erde, aus Furcht vor den
„Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Räubern, weswegen sie auch Wachen an die Eingänge
Kirche gründen.“ Matth 16,18 f., worunter nicht stellten. In dieser Gegend war auch eine grosse Stadt,
verstanden wird, dass dem Petrus irgend eine Macht deren Ausdehnung sich beinahe von Osten bis gen
übertragen worden, sondern dass sie dem Wahren, da Westen, und auch etwas in den Westen hinein
saus dem Guten ist, gehöre; (denn alle Gewalt in den erstreckte. Sie lag zunächst an der Mitte, wo die
Himmeln hat das Wahre aus dem Guten, oder das Protestanten waren. In dieser Stadt hielten sich
Gute durch das Wahre;) und, weil alles Gute und Myriaden von Menschen oder geistern auf. Sie war
Wahre vom Herrn, und nichts vom Menschen ist, dass voll von Tempeln und Klöstern. Die Geistlichen
alle Gewalt dem Herrn gehöre. Als sie dies gehört hatten auch alle Kostbarkeiten, die sie durch allerhand
hatten, sagten sie unwillig, das sie wissen wollen, ob Künste zusammenscharren konnten, in diese Stadt
dieser geistige Sinn in jenen Worten sei. Man gab gebracht, und in ihren Gewölben und unterirdischen
ihnen daher das Wort, das im Himmel ist, in welchem Gängen verborgen. Diese Gänge waren so
Worte kein natürlicher, sondern ein geistiger Sinn ist, ausgearbeitet, das ausser ihnen niemand hineingehen
weil es für die Engel ist, welche geistig sind; (dass konnte. Sie waren in labyrinthischen Formen
ein solches Wort im Himmel sei, sehe man im Werke herumgeführt. In den hier zusammengehäuften
über Himmel und Hölle, Nr. 259. 261;) und als sie es Schätzen war ihr Herz, und sie hatten die Zuversicht,
lasen, sahen sie deutlich, dass daselbst nicht Petrus, das sie in Ewigkeit nie zerstört werden würden. Ich
sondern anstatt seiner das Wahre aus dem Guten sah sie, und bewunderte ihre Kunst, dieselben
genannt werde, das vom Herrn ist. Als sie dies anzulegen und ohne Ende zu erweitern. Die meisten
gesehen hatten, warfen sie voll Zorn es weg, und von denen, welche sich von der Gesellschaft Jesu
hätten es beinahe mit ihren Zähnen zerrissen, wenn es nennen, befanden sich daselbst, und lebten in
nicht augenblicklich weggenommen worden wäre. freundschaftlichem Umgang mit den Reichen. Gegen
Hierdurch wurden sie überführt, obgleich sie sich Morgen in dieser Gegend war das Synedrium, wo sie
nicht überführen lassen wollten, das dem Herrn allein sich über die Erweiterungen ihrer Herrschaft und über
alle Gewalt gebühre, und um so weniger irgend einem die Art beratschlagten, das Volk in blindem Gehorsam
Menschen, weil sie eine göttliche Gewalt ist. zu erhalten, wovon oben Nr. 56. So viel über ihre
Wohnungen in der südlichen Gegend.
58. WO BISHER IHRE WOHNUNGEN IN DER Im Norden wohnten diejenigen, welche in Ansehung
GEISTIGEN WELT GEWESEN SEIEN. Oben Nr. 48 ihres Geistes weniger ausgezeichnet waren, sich
ist gesagt worden, dass man alle Völkerschaften und weniger in ihrer Religion bestärkt hatten. Hier befand
Völker in der geistigen Welt folgendermassen sich keine so grosse Menge wie im Süden. Die
geordnet gesehen habe: In der Mitte sah man die meisten von ihnen waren in der grossen Stadt, die
sogenannten Protestanten versammelt; um diese Mitte sich vom östlichen Ende gegen Wesen und auch etwas
herum die von der päpstlichen Religion; über diese in den Westen hinein in die Länge ausdehnt. Sie war
hinaus die Mohammedaner, und zuletzt die auch voll von Tempeln und Mönchsklöstern. An ihrer
verschiedenen Heidenvölker. Hieraus kann man sehen, äussersten Seite, welche an den Osten grenzte, waren
dass die Päpstlichen den nächsten Umkreis um die viele von verschiedener Religion, und auch einige von
Protestanten gebildet haben, die in der Mitte waren. den Protestanten. Auch einige wenige Oerter
Dass sie den nächsten [Umkreis bildeten], hat seinen ausserhalb der Stadt waren vom päpstlichen Volke
Grund darin, dass die in der Mitte im Lichte des besetzt.
Wahren aus dem Worte sind; und wer im Lichte des Im Osten wohnten die von diesem Volke, welche in
Wahren aus dem Worte ist, ist auch im Lichte des der Welt ihr höchstes Vergnügen am Herrschen hatten,
Himmels, denn das Licht des Himmels ist aus dem und auch in einigem natürlichen Lichte waren. Sie
Göttlich=Wahren, und dieses ist im Worte. Dass das erschienen daselbst auf Bergen, jedoch nur in der
Licht des Himmels aus dem Göttlich=Wahren sei, Gegend, welche gegen Norden sieht; niemand aber in
sehe man im Werke über Himmel und Hölle, Nr. 126 dem anderen Teile, welcher gegen Süden sieht. Im
bis 140; und dass das Wort das Göttlich=Wahre sei, nördlichen Ende war ein Berg, auf dessen Spitze sie
Nr. 303 bis 310. Von der Mitte geht auch Licht gegen jemanden gesetzt hatten, der seines Verstandes nicht
die Umkreise aus, und erleuchtet sie. Daher kommt mächtig war. Diesem konnten sie durch
es, dass die von der päpstlichen Religion zunächst um Gedankenmitteilungen, welche in der geistigen Welt
die Mitte sind; denn sie haben das Wort, und es wird bekannt, in der natürlichen aber unbekannt sind,
auch, obgleich nicht von dem Volke, doch von denen eingeben, alles, was sie wollten, zu befehlen. Sie
gelesen, die zur Geistlichkeit gehören; und dies ist die machten dann bekannt, dass er der in menschlicher
Ursache, warum die päpstliche Partei ihre Wohnungen Gestalt erscheinende Gott des Himmels selbst sei, und
um die herum erhalten hat, die im Lichte des Wahren sprachen ihm so göttliche Verehrung zu; und dies
aus dem Worte sind. Nun soll gesagt werden, wie sie deswegen, weil das Volk von ihrem Götzendienst
gewohnt haben, ehe ihre Wohnungen gänzlich zerstört abweichen wollte. Sie hatten dies Mittel ausgedacht,
und zur Wüste gemacht worden sind. Der grösste Teil um es im Gehorsam zu erhalten. Dies ist der Berg, der
wohnte im Süden und Westen, und nur einige im bei Jesajas, Kap 14, Vers 13. unter „dem Berge der
Norden und Osten. Versammlung an den Seiten des Nordens“ verstanden
Im Süden wohnten diejenigen, welche den Uebrigen wird; und die auf jenen Bergen sind diejenigen,
an Geist überlegen waren, und sich in ihrer Religion welche unter Lucifer, Vers 12., verstanden werden;
denn diejenigen vom babylonischen Haufen, welche vier Gegenden des Himmels gehandelt worden ist.
sich im Osten befanden, waren mehr als die Uebrigen Ueberhaupt gehen alle Beratschlagungen dieses
im Licht, welches Licht sie sich durch Kunst babylonischen Volkes darauf aus, nicht nur über den
verschafft hatten. Man sah auch solche, welche einen Himmel, sondern auch über die ganze Erde zu
Turm bauten, der bis an den Himmel reichen sollte, herrschen, so das sie sowohl den Himmel als die
wo die Engel waren; allein dies war nur eine bildliche Erde, durch jenen diese, und durch diese jenen
Vorstellung ihrer Umtriebe. Die Umtriebe werden besitzen möchten. Um dies zu erhalten, brüten sie
nämlich in der geistigen Welt vor den Augen derer, beständig neue Verordnungen und neue Lehren aus.
die in der Ferne stehen, durch mehreres dargestellt, Auf dasselbe, was sie in der Welt umtrieben, sinnen
was bei denen, die mit den Umtrieben umgehen, nicht sie auch im andern Leben, denn jeder ist nach dem
wirklich vorhanden ist. Dies ist dort etwas Gemeines. Tode so beschaffen, wie er in der Welt war, besonders
Durch diesen äussern Schein ist mir auch zu wissen in Ansehung dessen, was die Religion betrifft. Es
gegeben worden, was bezeichnet wurde durch „den wurde mir gegeben, einige der Häupter zu hören, wie
Turm, dessen Spitze im Himmel war, wegen dessen sie über die Lehre beratschlagten, welche den Völkern
der Ort Babel genannt wurde,“ 1.Mose 11,1 bis 10. zur Richtschnur dienen sollte. Es waren mehrere
So viel von ihren Wohnungen im Osten. Punkte, aber alle zielten darauf hin, dass sie die
Im Westen wohnten vorne diejenigen von dieser Herrschaft über Himmel und Erde erhalten, und alle
Religion, welche in den finsteren Jahrhunderten gelebt Gewalt ihnen zu Teil werden, dem Herrn aber keine
hatten, und zwar die meisten unter der Erde, eine übrig bleiben möchte. Diese Lehren wurden nachher
Nachkommenschaft unter der anderen. Der ganze vor den Anwesenden verlesen, und als sie verlesen
vordere Strich, der nach Norden sieht, war gleichsam waren, hörten sie eine Stimme vom Himmel, das
ausgehöhlt und mit Klöstern angefüllt. Man konnte diese Sätze, obgleich sie es nicht wüssten, aus der
durch Grotten zu ihnen eingehen, welche oben mit untersten Hölle seien. Dies wurde auch dadurch
Deckel bedeckt waren. Durch diese gingen sie aus und bestätigt, das ein teuflischer Haufen aus jener Hölle,
ein, sprachen aber selten mit denen, die in den welcher ganz schwarz und grässlich aussah,
folgenden Jahrhunderten gelebt hatten, denn sie hatten heraufstieg, und jene Lehren, nicht mit den Händen,
eine andere Sinnesart, und waren nicht so bösartig, sondern mit den Zähnen, ihnen entriss, und in jene
weil es zu diesen Zeiten noch keinen Streit mit Hölle hinabnahm. Das Voll, das dieses sah, entsetzte
Protestanten gab, und daher Hass und Rache noch sich.
keine solche Arglist und Bosheit aufregen konnten.
Ueber diesen Strich hinaus waren in der westlichen 59. DASS SIE BIS ZUM TAGE DES JÜNGSTEN
Gegend mehrere Berge, auf welchen sich die GERICHTS HIER GEDULDET WURDEN, geschah
Bösartigsten von diesem Volke aufhielten, welche in deswegen, weil nach der göttlichen Ordnung alle, so
ihrem Herzen das Göttliche Läugneten, und doch mit viel ihrer irgend erhalten werden können, auch erhalten
ihrem Munde es heiliger als die Uebrigen bekannten, werden sollen, und dies so lange, bis sie nicht mehr
und mit ihren Geberden verehrten. Diese hier hatten, unter den Guten sein können. Es werden daher alle
um die Menge unter dem Joche ihrer Herrschaft zu diejenigen aufbehalten, welche im Aeussern ein
erhalten, und auch andere zu zwingen, diesem Joche geistiges Leben nachahmen, und, wie sie auch in
sich zu unterwerfen, schändliche Künste ausgedacht. Ansehung des Glaubens und der Liebe im Innern
Diese Künste dürfen aber, weil sie zu schändlich sind, beschaffen seien, es als sittliches Leben so darstellen
nicht beschrieben werden. Sie gehörten zu denen, können, als ob sie wirklich in ihm stünden. Dann
welche im Werke über Himmel und Hölle Nr. 580 werden auch diejenigen aufbehalten, welche äussere,
erwähnt werden. Die Berge, auf denen sie waren, sind aber nicht innere Heiligkeit haben. Von solcher
die, welche in der Offenbarung unter den sieben Beschaffenheit waren viele von dieser Partei; denn sie
Bergen verstanden werden, und auch die, welche konnten fromm mit der menge reden, heilig den Herrn
daselbst unter dem auf dem scharlachroten Thiere anbeten, den Seelen Religiosität einflössen, sie zum
sitzenden Weibe mit folgenden Worten beschrieben Nachdenken über den Himmel und die Hölle bringen,
werden. „Ich sah ein Weib auf einem scharlachroten und durch die Predigt der Werke sie im Gutes tun
Thiere sitzen, das voll Namen der Gotteslästerung erhalten. Sie konnten daher Viele zum Leben des
war, sieben Köpfe und zehn Hörner hatte. Auf ihrer Guten, also auf den Weg zum Himmel führen;
Stirne stand der Name geschrieben Geheimnis, die weswegen auch Viele von dieser Religion selig
grosse Babylon, die Mutter des Hurens, und der wurden, jedoch wenige von den Gelehrten: denn diese
Gräuel der Erde. Die sieben Köpfe sind sieben Berge, sind die, welche vom Herrn verstanden werden unter
auf welchen das Weib sitzt.“ Kap 17,3.5.9. Unter dem den „Falschen Propheten , die in Schafskleidern
Weibe wird im innern Sinne die Kirche, hier im einhergehen, inwendig aber reissende Wölfe sind.“
entgegengesetzten Sinne das entweihte Religiöse Matth 7,15. Unter den Propheten werden im innern
verstanden. Unter dem scharlachroten Thiere die Sinne des Wortes diejenigen verstanden, welche das
Entweihung der himmlischen Liebe; und unter den Wahre lehren, und durch dasselbe zum guten führen,
sieben Bergen die unheilige Liebe zum Herrschen. So unter den falschen Propheten aber diejenigen, welche
viel von ihren Wohnungen im West en. Dass sie nach das Falsche lehren, und durch dasselbe verführen. Sie
Gegenden abgeteilt wohnen, hat seinen Grund darin, sind auch wie die Schriftgelehrten und Pharisäer,
dass in der geistigen Welt alle in eine Gegend geführt welche vom Herrn in folgenden Worten beschrieben
werden, welche ihrer Neigung und Liebe entspricht, werden:
und keiner anderswohin. Man sehe hierüber im Werke „Sie sitzen auf dem Stuhle Moses: alles, was sie euch
über Himmel und Hölle, wo Nr. 141 bis 153 von den sagen, das ihr halten sollt, das haltet und tut, aber
nach ihren Werken sollt ihr nicht tun; denn sie reden von den innerlich Bösen befleckt würden; denn die
und tun nicht. Alle ihre Werke tun sie, um von den Guten fassen das Innere auf, und sehen daher nicht auf
Leuten gesehen zu werden. Sie verschliessen den das Aeussere, ausser so weit es mit dem Inneren
Menschen das Himmelreich, kommen aber selbst übereinstimmt. Diese werden in verschiedenen
nicht hinein. Sie verzehren die Häuser der Wittwen, Abteilungen an die Oerter des Unterrichts, über welche
und ergiessen sich zum Scheine in langen Gebeten. man im Werke über Himmel und Hölle, Nr. 512 bis
Wehe euch, ihr Heuchler! Ihr reiniget den äussern Teil 520, nachsehen kann, noch vor dem Gericht gebracht,
des Bechers und der Schale, inwendig aber sind sie und von da in den Himmelaufgenommen; denn dies
voll Raubs und Ungerechtigkeit. Reiniget zuvor das sind die, aus welchen der neue Himmel besteht, und
Innere des Bechers und der Schale, damit auch das welche unter denen verstanden werden, die zur ersten
Aeussere rein sei. Ihr seid ähnlich den übertünchten Auferstehung gehören. Dies ist gesagt worden, damit
Gräbern, welche auswendig hübsch erscheinen, man wisse, warum so viele von denen, die zur
inwendig aber voller Totengebeinen sind. So päpstlichen Religion gehörten, bis zum Tage des
erscheinet ihr äusserlich vor den Menschen gerecht, Jüngsten Gerichts geduldet und aufbehalten wurden.
inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Doch mehreres über diesen Gegenstand soll im
Ungerechtigkeit.“ Matth 23,1 bis 24. Dass sie folgenden Abschnitte gesagt werden, wo vom ersten
geduldet wurden, hat auch die Ursache, das jeder nach Himmel, der verging, gehandelt werden wird.
dem Tode seine Religion behält, die er in der Welt
angenommen hat, und daher auch in dieselbe 60. WIE SIE ZERSTÖRT, UND IHRE
eingelassen wird, sobald er in das andere Leben WOHNUNGEN ZUR WÜSTE GEMACHT
kommt; diesem Volke aber die Religion von solchen WORDEN, will ich hier mit wenigem beschreiben,
eingeflösst worden ist, welche mit Mund und mit mehrerem in der Auslegung der Offenbarung.
Geberden sich heilig gestellt, und ihm auch den Dass das Babylonien, von dem hier gehandelt wird,
Glauben eingeprägt haben, das man durch sie selig zerstört ist, kann nur der wissen, der es gesehen hat;
werden könne. Daher kam es auch, das diese nicht und mir ist zu sehen gegeben worden, wie das Jüngste
von ihm weggenommen, sondern unter den Ihrigen Gericht über alle, und besonders über die, welche zu
erhalten wurden. Die Hauptursache ist, dass von Babylonien gehörten, gehalten und vollendet worden
einem Gericht zum andern alle aufbehalten werden, ist, daher ich eine Beschreibung davon geben will.
welche ein dem geistigen ähnliches Leben im Dies ist mir besonders darum verstattet worden, damit
Aeussern führen, und sich stellen, als ob sie innere der Welt geoffenbart würde, dass alles, was in der
Frömmigkeit und Heiligkeit hätten; damit die Offenbarung vorausgesagt worden, von Gott
Einfältigen von ihnen unterrichtet und geführt werden eingegeben, und dass sie ein prophetisches Buch des
können; denn die dem Glauben und dem Herzen nach Wortes ist; denn wenn dies der Welt nicht geoffenbart,
Einfältigen sehen nicht weiter, als bis zu dem und nicht zugleich der innere Sinn aufgeschlossen
Aeussern und vor den Augen Erscheinenden. Daher würde, welcher im Einzelnen dieses Buches, wie im
kommt es, dass von der zeit der Gründung der Einzelnen der Propheten des Alten Testaments ist, so
christlichen Kirche an bis zum tage des Gerichts alle könnte dieses Buch, weil es nicht verstanden wird,
geduldet wurden, welche von dieser Art waren. Dass verworfen werden; und dies würde den Unglauben
schon früher zweimal, und nun zum dritten Male ein nach sich ziehen, dass das darin Gesagte keinen
Jüngstes Gericht stattgehabt habe, ist oben gezeigt Glauben verdiene, ja dass kein Jüngstes Gericht
worden. Diese alle sind die, welche den früheren kommen werde, in welchem glauben die von
Himmel ausmachten, und in der Offenbarung Kap Babylonien sich vor andern bestärken würden. Damit
20,5.6. unter denen verstanden werden, welche zur nun dies nicht geschehe, hat es dem Herrn gefallen,
ersten Auferstehung gehören. Allein weil sie so mich zum Augenzeugen zu machen. Doch nicht alles,
beschaffen waren, wie oben beschrieben worden, so was vom Jüngsten Gericht über die von Babylonien,
wurde dieser Himmel zerstört, und die, welche zur oder von der Zerstörung Babyloniens gesehen worden,
zweiten Auferstehung gehörten, ausgeworfen. Man kann hier angeführt werden, weil es so vieles ist, dass
muss aber wissen, dass nur die aufbehalten wurden, es ein Buch ausmachen würde, daher ich hier blos
welche sich sowohl durch bürgerliche als geistige einiges Allgemeine geben, und das Besondere mir bis
Gesetze binden liessen, weil diese zugleich in der zur Erklärung der Offenbarung vorbehalten will. Da
Gesellschaft sein konnten; diejenigen aber, welche das babylonische Volk in mehreren Gegenden der
durch diese Gesetze nicht in Schranken gehalten geistigen Welt sich gesetzt, und sich über sie
werden konnten, wurden nicht aufbehalten, sondern ausgedehnt, und in jeder Gegend mehrere
lange vor dem Tag des Jüngsten Gerichts in die Hölle Gesellschaften gebildet hatte, wie oben Nr. 58 gezeigt
geworfen; denn die Gesellschaften wurden beständig wurde, so will ich im Einzelnen beschreiben, wie sie
von solchen gereinigt und gegen sie verteidigt in jeder Gegend zu Grunde gerichtet wurden.
[repugnatae]. Daher kommt es, das die, welche ein
lasterhaftes Leben geführt, das Volk zum Böses tun 61. Auf die Untersuchung [visitatio] folgte die
verleitet, und sich mit den schändlichen Künsten Zerstörung; denn die Untersuchung geht immer
abgegeben hatten, die sich bei denen in der Hölle vorher. Die Untersuchung ist eine Prüfung ihrer
finden, und von welchen im Werke über Himmel und Beschaffenheit, und auch eine Trennung der Guten
Hölle Nr. 580 gehandelt wird, von den Gesellschaften, von den Bösen, und zwar werden die Guten von da
und zwar zu verschiedenen Malen ausgeworfen weggenommen, und die Bösen zurück gelassen. Als
wurden. Eben so werden auch die innerlich guten von diese beendigt war, geschahen grosse Erdbeben, an
den Gesellschaften weggenommen, damit sie nicht welchen man erkannte, dass das Jüngste Gericht
bevorstehe. Zittern ergriff jetzt alle. Man sah die, nicht Erdbeben auf dieser Erde), kam ein Ostwind von
welche in der Mittäglichen Gegend, besonders die in Süden über Wesen nach Norden, und verheerete die
der grossen Stadt daselbst wohnten, von welcher oben ganze Gegend, zuerst das, was vornen in der
Nr. 58 die Rede war, dahin und dorthin laufen, einige westlichen Himmelsgegend war, wo die unter der Erde
sich eilends auf die Flucht begeben, einige in die wohnten, welche in den dunkeln Jahrhunderten gelebt
unterirdischen Gänge, andere in die Gewölbe und hatten, hernach die grosse Stadt, welche sich von jener
Gruben sich verbergen, wo ihre Schätze waren, einige Himmelsgegend durch den Norden bis zum Osten
was ihnen unter die Hände kam von da heraustragen; erstreckte. Nach dieser Verheerung kam Alles zum
allein nach dem Erdbeben brach es kochend von unten Vorschein. Weil aber hier keine so grosse Reichtümer
herauf, und stürzte alles um, was in der Stadt und in waren, so sah man kein Aufkochen, und kein die
der umliegenden Gegend war. Auf das Kochen kam Schätze verzehrendes Schwefelfeuer, sondern blos,
ein heftiger Wind von Osten, welcher alles verheerte, dass alles umgekehrt und zerstört wurde, und hernach
erschütterte, und von Grund aus zerstörte. Da wurden in Rauch aufging; denn der Ostwind wehete hin und
dann alle, welche sich daselbst befanden, aus jedem her, und riss es aus und zerstörte es, und nahm es
Orte und aus jedem Schlupfwinkel herausgeführt, und auch mit sich fort. Die Mönche wurden mit dem
in‘s Meer geworfen, dessen Wasser schwarz war. Volke zu Myriaden herausgeführt, und teils in das
Derer, die in dasselbe geworfen wurden, waren viele schwarze Meer zur Seite dessen, das gegen Abend
Myriaden. Hernach stieg von dieser ganzen Gegend sieht, und teils in den grossen südlichen Schlund, von
ein Rauch auf, wie nach einer Feuersbrunst, und welchem oben die Rede war, teils in den westlichen
zuletzt ein dicker Staub, welcher durch den Ostwind Abgrund, und teils in die Höllen der Heiden
in‘s Meer geweht, und über dieses hingestreut wurde; geworfen; denn die aus den finstern Jahrhunderten
denn in Staub verwandelt waren ihre Schätze, und waren zum Teil Götzendiener wie die Heiden. Man
alles, was sie, weil sie es besassen, heilig hiessen. sah von da einen Rauch aufsteigen, sich bis zum
Dieser Staub wurde über das Meer hingestreut, weil Meere hinziehen, über dasselbe sich verbreiten, und es
ein solcher Staub das Verdammte bedeutet. Zuletzt mit einer schwarzen Kruste überziehen; denn der Teil
sah man etwas Schwarzes über jene ganze Gegend des Meeres, in den sie geworfen wurden, erhielt eine
herfliegen, und als man nachsah, erschien es wie ein Kruste von staub und Rauch, in welche sich ihre
Drache, zum Zeichen, dass aus jener ganzen grossen Wohnungen und Reichtümer aufgelöst hatten,
Stadt, und aus jener ganzen Gegend eine Wüste weswegen jenes Meer nicht mehr sichtbar war,
geworden sei. Man sah dies, weil durch die Drachen sondern an seiner Stelle blos noch etwas Schwarzes,
das Falsche einer solchen Religion bezeichnet, und unter dem sich ihre Hölle befand. Das Jüngste Gericht
durch ihre Wohnung die Wüste nach der Zerstörung über die, welche in der östlichen Gegend auf Bergen
angedeutet wird, wie Jerem 9,11; 10,22; 49,33; wohnten, über welche man auch Nr. 58 nachlesen
Malach 1,3. Man sah auch, dass einige etwas um den kann, wurde folgendermassen vollbracht:
linken Arm hatten, das einem Mühlsteine glich, und Man sah jene Berge in die Tiefe hinabsinken, und
ein Bild dessen war, dass sie ihre schändlichen alle, die auf ihnen waren verschlungen werden. Man
Lehrsätze aus dem Worte bestätigt hatten. Der sah auch den, den sie auf einen Berg gesetzt und als
Mühlstein bedeutet dies. Daraus ging hervor, was in Gott ausgerufen hatten, schwarz, und nachher feurig,
der Offenbarung durch Folgendes angedeutet wird: und mit ihnen jählich in die Hölle geworfen werden:
„Ein Engel hob einen Stein auf, der wie ein grosser denn die Mönche verschiedener Orden, welche auf
Mühlstein war, und warf ihn in das Meer, und sprach: jenen Bergen waren, hatten ihn für Gott, und sich für
mit solchem Ungestüm soll fallen Babylon, die Christus ausgegeben, und wo sie nur gingen, die
grosse Stadt, und nicht mehr gefunden werden.“ verabscheuungswürdige Einbildung mit sich
18,21. Die aber, welche im Synedrium waren, und herumgetragen, dass sie Christus seien. Zuletzt wurde
sich auch in dieser Gegend, jedoch näher gegen Osten das Gericht über die gehalten, welche etwas entfernter
befanden, wo man sich über die Art und Weise, die in der westlichen Gegend wohnten, und sich hier auf
Herrschaft zu erweitern, und über die Mittel den Bergen aufhielten, die unter dem auf dem
beratschlagte, das Volk in der Unwissenheit und daher scharlachroten Thiere sitzenden Weibe verstanden
im blinden Gehorsam zu erhalten (über welches wurden, das sieben Köpfe hatte, welches sieben Berge
Synedrium man oben Nr. 58 nachsehen kann), wurden waren, wovon auch oben Nr. 58 gehandelt wurde.
nicht in das schwarze Meer, sondern in einen Abgrund Auch sah man einige ihrer Berge in der Mitte
geworfen, der sich unter ihnen und um sie herum in geöffnet, wo ein ungeheurer Schlund war, der sich
die Länge und Tiefe auftat. So wurde das Jüngste schneckenförmig herumzog, und in welchen die
Gericht über die Babylonischen in der Mittagsgegend geworfen wurden, die sich auf ihnen aufgehalten
gehalten. hatten. Einige Berge wurden von Grund aus
Hingegen das Jüngste Gericht über die, welche sich erschüttert und gänzlich umgekehrt, so dass das
vornen in der Abendgegend, und über die, welche sich Oberste zu unterst kam. Die, welche sich von da auf
in der Mitternachtgegend befanden, wo auch die den Ebenen befanden, wurden wie durch eine Sündflut
grosse Stadt war, wurde folgender Massen gehalten: überschwemmt und zugedeckt; die aber, welche sich
Nach ungeheuren Erdbeben, welche hier statthatten, bei denen von andern Gegenden befanden, wurden in
und alles, was da war, von Grund aus erschütterten Abgründe geworfen. Doch dies, was nun gesagt
(die sind die Erdbeben, welche im Worte verstanden worden, ist weniges von dem, was ich alles gesehen
werden, Matth 24,7; Luk 21,11., und ebenso in der habe; mehreres soll in der Auslegung der Offenbarung
Offenb 6,12; 8,5; 11,13; 16,18., und in den gegeben werden. Dies geschah und wurde vollbracht
prophetischen Stellen des Alten Testamentes, und zu Anfang des Jahres 1757. Was die Abgründe
anbelangt, in welche ausser denen, die in‘s schwarze Neigung das Wahre zu wissen verlangt hatten, wurden
Meer stürzten, alle geworfen wurden, so gibt es weggenommen; und in ein gewisses Land vornen in
mehrere. Mir wurden vier entdeckt; ein grosser in der der westlichen Gegend neben der nördlichen gebracht,
Mittagsgegend gegen Morgen hin; ein zweiter in der wo ihnen Wohnungen gegeben und Gesellschaften
Abendgegend gegen Mittag hin; ein dritter in der eingerichtet und hernach Geistliche aus den
Abendgegend gegen Mitternacht hin; ein vierter weiter Protestanten zu ihnen gesandt wurden, welche sie aus
am Ende zwischen Abend und Mitternacht. Die dem Worte unterrichten mussten; und so wie sie
Abgründe und das Meer sind ihre Höllen. Dies ist unterrichtet sind, werden sie in den Himmel
das, was man sah; allein ausser diesem gibt es noch aufgenommen.
vieles, das man nicht sah; denn die Höllen des
babylonischen Volkes sind nach den verschiedenen 64. VON DEM ZUSTANDE DERER, DIE
Arten der Entweihung des Geistigen abgeteilt, welches NACHHER VON DER ERDE ANKOMMEN. Da das
das Gute und Wahre der Kirche ausmacht. Jüngste Gericht nun gehalten, und durch dasselbe vom
Herrn alles in Ordnung gebracht ist, und alle, welche
62. So ist nun die geistige Welt von ihnen befreit innerlich gut waren, in den Himmel erhoben, und
worden, und die Engel haben sich über diese welche innerlich böse waren, in die Hölle geworfen
Befreiung von ihnen gefreut, weil die von Babylonien worden sind, so wird jetzt nicht mehr, wie bisher,
alle, so viel sie konnten, anfeindeten und verführten, zugelassen, dass sie sich unter dem Himmel und über
und zwar hier mehr als in der Welt, weil ihre Arglist der Hölle zusammengesellen, und mit andern
hier bösartiger ist, da sie nun Geister sind, und in Gemeinschaft haben; sondern sobald sie daselbst
eines jeden Geiste alle Bosheit verborgen liegt, denn ankommen, was nach eines Jeden Hingang geschieht,
der Geist des Menschen ist das was denkt, will, werden sie gänzlich getrennt, und, nachdem sie einige
beabsichtigt und unternimmt. Es wurden viele von Zeit in der Geisterwelt zugebracht, an ihre Oerter
ihnen geprüft, und man fand, das sie gar nichts abgeführt. Wer daher das Heilige entweiht und von
geglaubt hatten, und in ihren Seelen die schändliche dieser Art sind alle, welche sich die Macht anmassen,
Begierde sass, die Reichen um des Reichtums, die den Himmel zu öffnen und zu verschliessen, und die
Armen um der Herrschaft willen zu verführen; Sünden zu vergeben, was doch allein Sache des Herrn
weswegen sie auch alle in der dichtesten Unwissenheit ist, und päpstliche Bullen ausfertigen, welche dem
gelassen, und so den Weg zum Lichte, und mithin Worte gleich sein sollen, und die Herrschaft zum
zum Himmel versammelt hatten; denn der Weg zum Endzweck haben der wird jetzt sogleich in das
Himmel und zum Lichte wird verrammelt, wenn die schwarze Meer, oder in die Abgründe geworfen, wo
Erkenntnisse geistiger Dinge mit Abgöttischem die Höllen der Entheiliger sind. Es ist mir aber aus
überschüttet werden, und das Wort geschändet, dem Himmel gesagt worden, dass die von jener
unkkräftig gemacht und weggenommen wird. Religion, welche von dieser Beschaffenheit sind, sich
nichts um das Leben nach dem Tode bekümmern,
63. DASS DIEJENIGEN VON IHNEN ERHALTEN weil sie es im Herzen läugnen, sondern nur um das
WURDEN, WELCHE SICH IN DER NEIGUNG Leben in der Welt; und deswegen auch aus diesem
ZUM WAHREN AUS DEM GUTEN BEFANDEN. ihrem Loose nach dem Tode, das jedoch in Ewigkeit
Diejenigen vom päpstlichen Volke , welche fromm fortdauern wird, sich nichts machen, sondern darüber,
gelebt hatten, und sich im Guten befanden, und, als über etwas Unbedeutendes, lachen.
obschon sie nicht im Wahren waren, doch aus

UEBER DEN FRÜHEREN HIMMEL UND SEINE ZERSTÖRUNG.

65. Es heisst in der Offenbarung: „Ich sah einen Letzte in der göttlichen Ordnung ist, vervollständigt,
großen Thron, und Einen, der darauf sass, vor dessen und macht, dass das Innere, welches geistig und
Angesicht die Erde und der Himmel floh, und ihre himmlisch ist, auf ihm ruht, wie das Haus auf seinem
Stätte wurde nicht gefunden.“ 20,11. Und nachher: Grunde. Da nun der Mensch aus dem Natürlichen,
„Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, der nicht aus dem Geistigen über das, was im Worte ist,
erste Himmel und die erste Erde war vergangen.“ nachgedacht hat, so hat er in jenen und auch in
21,1. Dass unter dem neuen Himmel und der neuen anderen Stellen unter Himmel und Erde nichts
Erde, und unter dem Vergehen des früheren Himmels anderes, als den Himmel, der in der natürlichen Welt
und der früheren Erde nicht der wahrnehmbare ist, und auch keine andere Erde verstanden. Daher
Himmel und unsere bewohnte Erde, sondern der kommt es, dass jeder das Vergehen und die
Engels=Himmel und die Kirche verstanden worden, Zerstörung von diesen, und zugleich auch die
ist oben im ersten Abschnitte, und auch in den Erschaffung der neuen erwartet. Damit aber dieses
folgenden gezeigt worden; denn das Wort ist an sich nicht immerfort, und in jedem Jahrhundert vergeblich
geistig, und handelt daher von geistigen Dingen, und erwartet würde, ist der geistige Sinn des Wortes
geistig ist, was den Himmel und die Kirche betrifft; eröffnet worden, damit man wisse, was unter
dieses wird im buchstäblichen Sinne durch mehrerem im Worte, das, so lange man nur natürlich
Natürliches vorgestellt, weil das Natürliche dem darüber nachdenkt, nicht zum Verständnis kommt,
Geistigen zur Grundlage dient, und das Wort ohne und zugleich, was unter dem Himmel und der Erde,
eine solche Grundlage kein göttliches Werk wäre, weil welche vergehen sollen, verstanden wird.
es nicht vollständig wäre. Das Natürliche, welches das
66. Doch bevor geoffenbart wird, was unter dem werde einen neuen Himmel und eine neue Erde
ersten Himmel und unter der ersten Erde verstanden machen.“ Jes 66,22. Ausserdem auch bei Daniel.
wird, muss man wissen, dass unter dem ersten
Himmel nicht der Himmel verstanden wird, der aus 68. Da nun hier vom ersten Himmel, der verging,
denen bestand, die von der ersten Schöpfung dieser gehandelt wird, und niemand etwas von ihm weiss, so
Welt an bis auf diese Zeit Engel geworden sind; denn will ich der Ordnung nach beschreiben:
dieser Himmel ist beständig, und bleibt in Ewigkeit, I. Aus welchen der erste Himmel bestanden habe.
weil alle, die in den Himmel kommen, unter dem II. Wie er beschaffen war.
Schutze des Herrn sind, und dem Herrn Keiner, der III. Wie er verging.
einmal aufgenommen ist, entrissen werden kann;
sondern unter dem ersten Himmel wird derjenige 69. AUS WELCHEN DER ERSTE HIMMEL
verstanden, der von andern, als denen, welche Engel BESTANDEN HABE. Der erste Himmel wurde von
wurden, und grösstenteils von solchen solchen zusammengesetzt, über welche das Jüngste
zusammengesetzt wurde, welche keine Engel werden Gericht gehalten wurde; denn es wurde nicht über die
konnten. Wer diese, und wie sie beschaffen gewesen, in der Hölle, noch über die im Himmel, noch über die
soll im Folgenden gesagt werden. Dies ist der in der Geisterwelt, über welche Welt man im Werke
Himmel, von welchem gesagt wird, das er vergangen über Himmel und Hölle, Nr. 421 bis 520 nachsehen
war. Er wird Himmel genannt, weil die, welche sich kann, noch über irgend einen noch lebenden
in ihm befanden, in der Höhe auf Felsen und Bergen Menschen, sondern blos über die gehalten, welche
beisammen wohnten, und in Vergnügungen lebten, sich eine Art von Himmel gemacht hatten, und sich
welche den natürlichen ähnlich, aber keineswegs grösstenteils auf Bergen und Felsen aufhielten. Dies
geistig waren; denn die Meisten, welche von der Erde sind auch die, welche vom Herrn unter den Böcken
in die geistige Welt kommen, glauben im Himmel zu verstanden werden, die Er zur Linken stellte, Matth
sein, wenn sie in der Höhe sind, und in der 25,32.33. ff. Daraus kann erhellen, dass der erste
himmlischen Freude, wenn sie in den Vergnügungen Himmel nicht nur aus Christen, sondern auch aus
sind, die sie in der Welt hatten; daher kommt es, Mohammedanern und Heiden best and, welche alle
dass jenes der Himmel hiess, aber der erste Himmel, sich solche Himmel an ihren Orten gebildet hatten.
welcher vergehen sollte. Wie sie beschaffen waren, soll mit Wenigem gesagt
werden. Sie waren die, welche in der Welt zwar in
67. Man muss ferner wissen, dass dieser Himmel, äusserer Heiligkeit , aber in keiner innern gelebt
welcher der erste heisst, nicht aus solchen bestand, hatten, und welche um der bürgerlichen und sittlichen
welche vor der Ankunft des Herrn in die Welt, Gesetze, und nicht um der göttlichen Gesetze willen
sondern durchaus aus solchen, welche nach Seiner gerecht und aufrichtig, welche also äusserliche oder
Ankunft gelebt hatten; denn wie oben Nr. 33 bis 39 natürliche, und nicht innerliche oder geistige
gezeigt worden, wird am Ende eine r jeden Kirche ein Menschen, welche auch in den Lehren der Kirche
Jüngstes Gericht gehalten, und dann der frühere waren, und sie lehren konnten, ob sie gleich nicht
Himmel zerstört, und ein neuer geschaffen oder nach denselben lebten; ferner solche, welche in
gebildet, weil vom Anfang bis zum Ende der Kirche verschiedenen Aemtern standen, und Nutzen schafften,
ale die geduldet wurden, welche in einem äusserlich aber nicht um des Nutzens willen; diese und ihres
sittlichen Leben, und, obschon nicht in innerer, doch gleichen aus allen im ganzen Erdkreise, welche nach
in äusserer Frömmigkeit und Heiligkeit gelebt hatten, der Ankunft des Herrn gelebt hatten, machten den
wenn nur das Innere ihrer Gedanken und Absichten ersten Himmel aus. Dieser Himmel war also von der
durch die bürgerlichen und sittlichen Gesetze der Art, wie die Welt und die Kirche auf Erden bei denen
Gesellschaft in Schranken gehalten werden konnte; ist, welche das Gute tun, nicht weil es gut ist,
aber am Ende der Kirche wird das Innere aufgedeckt, sondern weil sie die Gesetze und den Verlust des
und dann Gericht über sie gehalten. Daher kommt es, Rufes, der Ehre und des Vorteils fürchteten. Wer aus
dass über die Bewohner dieser Erde schon früher keinem andern Grund das Gute tut, fürchtet Gott
zweimal, und nun zum dritten male ein Jüngstes nicht, sondern die Menschen, und hat auch kein
Gericht gehalten worden ist. Man sehe oben Nr. 46. Gewissen. In dem ersten Himmel, der aus
So ist nun auch früher zweimal der Himmel mit der Protestanten bestand, waren grossen Teils solche,
Erde vergangen, und ein neuer Himmel mit einer welche glaubten, der Mensch werde durch den blossen
neuen Erde gebildet worden; denn der Himmel und Glauben selig, und welche kein Leben des Glaubens,
die Erde sind, wie oben Nr. 1 bis 5 gezeigt worden, das tätige Liebe ist, lebten, und es sehr gerne hatten,
die Kirche an beiden Orten. Daraus geht hervor, dass wenn sie von den Menschen gesehen wurden. Diesen
der neue Himmel und die neue Erde, welche bei den allen war, so lange sie beisammen waren, das Innere
Propheten des Alten Testaments erwähnt werden, verschlossen, so das es nicht sichtbar war, als aber das
nicht der neue Himmel und die neue Erde sind, Jüngste Gericht bevorstand, wurde es geöffnet, und
welche in der Offenbarung vorkommen, sondern dass dann fand man, das sie inwendig von allen Arten des
jene vom Herrn, als Er in der Welt war, erschaffen Bösen und Falschen besessen, und dass sie wider das
wurden, und dieser jetzt von ihm [gebildet wird]. Von Göttliche, und wirklich in der Hölle waren; denn nach
jenen liest man bei den Propheten des Alten dem Tode wird jeder sogleich mit Aehnlichen
Testamentes: „Sieh, Ich erschaffe einen neuen Himmel verbunden, die Guten mit Aehnlichen im Himmel, die
und eine neue Erde, nicht mehr wird der früheren Bösen aber mit Aehnlichen in der Hölle. Allein sie
erwähnete werden.“ Jes 65,17. Und anderwärts: „Ich kommen nicht zu denselben, als bis das Innere
aufgedeckt wird. Inzwischen können sie denen
beigesellt werden, die ihnen dem Aeussern nach geistigen Sinne des Wortes die Natürlichen und
ähnlich sind. Man muss aber wissen, dass alle die, Aeusserlichen, sowohl die guten als die bösen,
welche innerlich gut, welche also geistig waren, von verstanden werden. Was unter den Gerechten
ihnen getrennt und in den Himmel erhoben wurden; verstanden wird, sehe man unter der Linie
und dass alle, welche nicht nur innerlich, sondern
auch äusserlich böse waren, auch von ihnen getrennt, 71. WIE DER ERSTE HIMMEL BESCHAFFEN
und in die Hölle geworfen wurden; und dies von der WAR, kann man aus dem, was schon oben gesagt
ersten Zeit nach der Ankunft des Herrn bis zur letzten, worden, und auch daraus schliessen, dass die, welche
da das Gericht war. Es wurden, um Gesellschaften nicht geistig sind durch die Anerkennung des
unter sich zu bilden, aus welchen der erste Himmel Göttlichen, das Leben im guten und die Neigung zum
bestand, blos diejenigen zurückgelassen, welche so Wahren, ob sie gleich durch äussere Heiligkeit, durch
beschaffen waren, wie sie oben beschrieben wurden. Gespräche über göttliche Dinge und durch
Aufrichtigkeiten um ihret= und der Welt willen als
70. Dass solche Gesellschaften oder solche Himmel geistig erscheinen, dennoch, sobald sie ihrem Innern
geduldet wurden, davon gibt es mehrere Ursachen. Die zurückgegeben sind, nach ihren Lüsten sich in
hauptsächlichste ist, dass sie durch äussere Heiligkeit, Schändlichkeiten stürzen, denn sie hält nichts zurück,
und durch äussere Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit nicht Gottesfurcht, nicht Glaube, nicht Gewissen.
verbunden waren mit den einfältigen Guten, die teils Daher kam es, dass die, welche im ersten Himmel
im letzten Himmel, teils noch in der Geisterwelt, und waren, als mit der Hölle verbunden erschienen, sobald
teils noch nicht in den Himmel eingeführt waren; sie in ihr Inneres versetzt waren.
denn in der geistigen Welt findet eine Gemeinschaft
mit allen, und daher eine Verbindung mit Aehnlichen 72. WIE DER ERSTE HIMMEL VERGING,
statt, und die einfältigen Guten im letzten Himmel wurde oben beschrieben, wo vom Jüngsten
und in der Geisterwelt sehen, ohne deswegen innerlich Gericht über die Mohammedaner und über die
böse zu sein, hauptsächlich auf das Aeussere. Wenn Heiden, Nr. 50 und 51, und über die
sie daher von jenen vor der bestimmten Zeit Päpstlichen, Nr. 61, 62 und 63, gehandelt
losgerissen würden, so würde der Himmel in seinem wurde, weil auch diese an ihren Orten den
Letzten leiden, und doch ist das Letzte das, auf dem ersten Himmel ausgemacht hatten. Es ist noch
der obere Himmel als auf seiner Grundlage ruht. Dass übrig, einiges vom Jüngsten Gericht über die
dies die Ursache war, warum sie bis zur letzten Zeit Reformirten, welche auch Protestanten und
geduldet wurden, lehrt der Herr in folgenden Worten: Evangelische heissen, oder darüber zu sagen,
„Die Knechte des Hausvaters traten hinzu, und wie der aus ihnen zusammengesetzte erste
sprachen zu ihm: Hast du nicht guten Samen auf Himmel verging; denn wie oben gesagt
deinen Acker gesäet? Woher kommt denn nun das worden, wurde das Gericht über keine andere,
Unkraut? Und sie sagten: Willst du also, dass wir als über solche gehalten, aus welchen der
hingehen, und es sammeln? Er aber sagte: Nein! erste Himmel bestand. Nachdem diese
Damit ihr nicht etwa beim Sammeln des Unkrauts mit untersucht, und in ihr Inneres versetzt waren,
diesem zugleich den Weizen ausreisset. Lasset also wurden sie geschieden, und in Klassen nach
beides bis zur Ernte mit einander wachsen, und zur ihrem Bösen, und dem aus diesem
Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Sammelt stammenden Falschen, so wie auch nach dem
zuerst das Unkraut, und bindet es in Büscheln zum Falschen und dem aus ihm entspringenden
Verbrennen; den Weizen aber sammelt in die Bösen abgeteilt und in Höllen geworfen,
Scheuern. Der den guten Samen säete, ist der Sohn welche ihren Neigungen entsprachen. Ihre
des Menschen. Der Acker ist die Welt; der gute Same Höllen dehnten sich nach allen Seiten um die
sind die Kinder des Reichs, das Unkraut die Kinder Mitte herum aus, denn in der Mitte waren die
des Bösen. Die Ernte ist die Vollendung des Protestanten, um diese die Päpstlichen, und
Zeitlaufs: so wie nun das Unkraut gesammelt und mit um diese die Mohammedaner, und den letzten
Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende dieses Umkreis bildeten die Heiden. Man sehe oben
Zeitlaufs gehen.“ Matth 13,27. bis 30. 37 bis 42. Die Nr. 48. Die, welche nicht in die Hölle kamen,
Vollendung dieses Zeitlaufs ist die letzte Zeit der wurden in Wüsten geworfen; einige aber in die
Kirche. Das Unkraut sind die, welche innerlich böse; Ebenen in der Mittags= und Abendgegend
der Weizen die, welche innerlich gut sind. Das versetzt, um daselbst Gesellschaften zu bilden,
Sammeln desselben und das Binden in Büscheln zum und unterrichtet und zum Himmel vorbereitet zu
Verbrennen ist das Jüngste Gericht. Das Nämliche werden. Dies sind die, welche erhalten
wird in demselben Kapitel unter dem Gleichnisse des wurden. Wie aber dies alles vor sich ging, kann
Herrn von den Fischen jeder Gattung verstanden, hier nicht im Einzelnen beschrieben werden,
welche gesammelt, und wovon die guten in Gefässe denn das Gericht über diese dauerte länger,
getan, die schlechten aber weggeworfen wurden. Auch und wurde nach und nach in Abteilungen
hiebei wird gesagt: gehalten; weil aber damals vieles Merkwürdige
„So wird es am Ende des Zeitlaufs sein: die Engel gesehen und gehört wurde, so will ich es in der
werden ausgehn, und die Bösen aus der Mitte der Auslegung der Offenbarung der Ordnung nach
Gerechten scheiden.“ Vers 47. 48. 49. Sie werden den darstellen.
Fischen verglichen, weil unter den Fischen im
UEBER DEN NACHHERIGEN ZUSTAND DER WELT UND DER KIRCHE.

73. Der nachherige Zustand der Welt wird ganz ihrem der Kirche sich vor diesen befand, nun
bisherigen ähnlich sein, denn die grosse Veränderung, weggenommen sei, und derselbe nun nach
welche in der geistigen Welt vorging, bringt in der wieder hergestellter Freiheit, das innere Wahre,
natürlichen Welt hinsichtlich ihrer äusseren Gestalt wenn er wolle, besser wahrnehmen, und so,
keine Veränderungen hervor. Die bürgerlichen wenn er wolle, innerlicher werden könne; dass
Verhältnisse werden daher dieselben sein wie früher. sie aber gleichwohl wenig von den Menschen
Es wird wie zuvor Friedensschlüsse, Bündnisse und der christlichen Kirche, viel hingegen von
Kriege, und auch anderes geben, was im Allgemeinen einem Volke hoffen, das von der christlichen
und Besonderen bei Gesellschaften vorkommt. Wenn Welt entlegen und entfernt von den dorther
der Herr sagt, dass in den letzten Zeiten Kriege sein drohenden Feinden, und so beschaffen sei,
werden, und Volk sich wider Volk erheben, und dass sie das geistige Licht aufnehmen, und
Königreich wider Königreich aufstehen, und dass es himmlisch geistige Menschen werden können.
Hunger, pest und Erdbeben an einzelnen Oertern geben Sie sagten auch, dass bei diesem Volke
werde, Matth 24,6.7., so bedeutet dies nicht gegenwärtig das innere Göttlich=Wahre
dergleichen in der natürlichen, sondern Entsprechendes geoffenbart, und auch mit geistigem Glauben,
in der geistigen Welt, denn das Wort handelt in den das ist, im Leben und mit dem Herzen,
prophetischen Stellen nicht von den Königreichen auf aufgenommen werde, und dass sie den Herrn
Erden, noch von den Völkerschaften auf ihr, also auch anbeten.
nicht von ihren Kriegen, nicht von Hunger, Pest und
Erdbeben daselbst, sondern von dem, was diesen
Dingen in der geistigen Welt entspricht, und wie
dieses beschaffen sei, ist in den ‚Himmlischen
Geheimnissen‘ ausgelegt worden, aus welchen man
Auszüge unter der Linie finden kann. Was aber den
Zustand der Kirche anbelangt, so wird er in der Folge
nicht mehr derselbe sein; derselbe zwar in Ansehung
der äusseren Erschienung, aber nicht derselbe in
Ansehung der innern. Der äussern Erscheinung nach
werden die Kirchen wie zuvor geteilt sein, ihre Lehren
wie zuvor gelehrt werden. Ebenso die Religionen bei
den Heiden. Allein der Mensch der Kirche wird sich
nun, da die geistige Freiheit wieder hergestellt ist, in
einem freiern Zustande befinden, über die Gegenstände
des Glaubens, also über das Geistige, das zum
Himmel gehört, nachzudenken; denn es ist nun in den
Himmeln und in den Höllen alles in Ordnung
gebracht, und von hier aus fliesst alles Denken über
das Göttliche und wider das Göttliche ein, für das
Göttliche aus den Himmeln, und wider das Göttliche
aus den Höllen. Allein diese Veränderung des
Zustandes wird der Mensch, weil er nicht darauf
merkt, und auch nichts von der geistigen Freiheit, und
nichts vom Einflusse weiss, nicht an sich
wahrnehmen. Gleichwohl aber wird es im Himmel,
und auch vom Menschen selbst nach seinem Tode
empfunden. Da dem Menschen die geistige Freiheit
wiedergegeben worden ist, so ist auch der geistige
Sinn des Wortes jetzt aufgedeckt, und dadurch das
innere Göttlich=Wahre geoffenbart worden; denn in
seinem früheren Zustande würde der Mensch es nicht
verstanden, und wer es nicht verstanden hätte,
dasselbe entweiht haben. Dass der Mensch mittelst
des Gleichgewichts zwischen Himmel und Hölle
Freiheit habe, und nur in der Freiheit umgebildet
werden könne, kann man im Werke über Himmel und
Hölle, Nr. 597, am Ende sehen.

74. Ich sprach mit den Engeln Verschiedenes


über den nachherigen Zustand der Kirche, und
sie sagten, dass sie die Zukunft nicht wissen,
weil die Zukunft wissen blos Sache des Herrn
sei; allein das wissen sie, dass jene Sklaverei
und Gefangenschaft, in welcher der Mensch
Fortsetzung

von dem

Jüngsten Gericht

und von

der geistigen Welt

Von

Emanuel Swedenborg

Aus der lateinischen Urschrift in‘s Deutsche übersetzt.

Titel der Urschrift

Continuatio

de

ULTIMO JUDICIO,

et de

Mundo Spirituali

Amstelodami:
MDCCDXIII.

DAS JÜNGSTE GERICHT IST SCHON GEHALTEN


1. In dem schon früher herausgegebenen kleinen Menschen, die je geboren und gestorben sind,
Werke vom Jüngsten Gericht ist Folgendes beisammen.
abgehandelt worden:
Dass der Untergang der Welt nicht verstanden worden 4. Wenn man dies eingesehen hat, so können auch die
sei unter dem Tage des Jüngsten Gerichts, Nr. 1 bis 5. Ungereimtheiten entfernt werden, auf welche der
Dass die Fortpflanzung des menschlichen Geschlechts Mensch ausserdem geraten würde in Bet reff des
nicht aufhören werde, Nr. 6 bis 13. Zustandes der Seelen nach dem Tode, der
Dass Himmel und Hölle aus dem menschlichen Wiedervereinigung derselben mit den verfaulten
Geschlechte seien, Nr. 14 bis 22. Körpern, der Zerstörung des erschaffenen Weltalls,
Dass alle Menschen, so viel ihrer vom Anfang der und so auch des Jüngsten Gerichts. Was den Zustand
Schöpfung an geboren und gestorben sind, im der Seelen nach dem Tode betrifft, so würde er auf den
Himmel oder in der Hölle seien, Nr. 23 bis 27. ungereimt en Glauben kommen, dass der Mensch
Dass das Jüngste Gericht da gehalten werde, wo alle dann sein werde wie ein Hauch, oder wie ein Wind,
beisammen sind, also in der geistigen Welt, und nicht oder wie der Aether, oder etwas in der Luft
auf Erden, Nr. 28 bis 32. Schwebendes, oder etwas, das nicht an einem Orte
Dass das Jüngste Gericht am Ende der Kirche gehalten bleibt, sondern in einem Wo, dem sogenannten Pu
werde, und das Ende der Kirche dann sei, wann kein ist, und dass er nichts sehen werde, weil er keine
Glaube mehr da ist, weil keine Liebe mehr ist, Nr. 33 Augen hat, nichts hören, weil er keine Ohren hat,
bis 39. nichts sprechen, weil er keinen Mund hat, dass er also
Dass alles, was in der Offenbarung vorausgesagt blind, taub und stumm sein werde, und immerfort in
worden, nun erfüllt sei, Nr. 40 bis 44. der notwendig traurigen Erwartung, dass er diese
Dass das Jüngste Gericht gehalten sei, Nr. 45 bis 52. Funktionen der Seele, aus welchen alles Angenehme
Von Babylon und seiner Zerstörung, Nr. 53 bis 64. seines Lebens kommt, am Tage des Jüngsten Gerichts
Vom früheren Himmel und seiner Aufhebung, Nr. 65 erst wieder erhalten werde: und dass in ähnlichem
bis 72. elenden Zustande die Seelen aller Menschen von der
Vom nachherigen Zustand der Welt und der Kirche, ersten Schöpfung an seien, und die, welche vor 50
Nr. 73. 74. oder 60 Jahrhunderten gelebt haben, jetzt noch auf
gleiche Weise in der Luft schweben, oder in einem Pu
2. Dass eine Fortsetzung über das Jüngste Gericht bleiben, und das Gericht erwarten, und was
gegeben wird, geschieht besonders deswegen, damit dergleichen klägliche Dinge mehr sind.
man wisse, wie der Zustand der Welt und der Kirche
vor dem Jüngsten Gericht beschaffen war, und welche 5. Um nicht zu gedenken der Ungereimtheiten, auf die
Beschaffenheit der Zustand der Welt und der Kirche der Mensch, wenn er nicht weiss, das er nach dem
nach demselben erhalten hat; dann auch, wie das Tode Mensch ist wie zuvor, verfallen würde in
Jüngste Gericht über die Protestanten gehalten wurde. Ansehung der Zerstörung des Weltalls; welche den
Vorerwähnten ähnlich, und deren es eben so viele
3. Die gewöhnliche Meinung in der Christenheit ist, sind. Wenn er aber weiss, dass der Mensch nach dem
dass der ganze den Augen sichtbare Himmel und die Tode kein Hauch oder Wind, sondern ein Geist ist,
ganze von Menschen bewohnte Erde am Tage des und zwar, wenn er rechtschaffen gelebt hat, ein Engel
Jüngsten Gerichts zu Grunde gehen, und anstatt im Himmel, und dass die Geister und Engel
derselben ein neuer Himmel und eine neue Erde vollkommene Menschengestalt haben, dann kann er
entstehen werden, und dass die Seelen der Menschen über den Zustand des Menschen nach dem Tod und
dann ihre Körper wieder empfangen, und so der über das Jüngste Gericht aus dem Verstande denken,
Mensch Mensch sein werde wie zuvor. Diese Meinung und nicht aus dem vom Verstande getrennten
ward zur Glaubenslehre, weil das Wort nicht anders, Glauben, aus dem blosse Ueberlieferungen
als nach seinem buchstäblichen Sinne verstanden hervorgehen, auch kann er aus dem Verstande mit
wurde, und auch nicht anders verstanden werden Gewissheit schliessen, dass das Jüngste Gericht,
konnte, ehe sein geistiger Sinn enthüllt war; dann welches im Worte voraus gesagt ist, nicht in der
auch dadurch, dass Viele den Glauben aufbrachten, die natürlichen Welt statthaben werde, sondern in der
Seele sei blos ein vom Menschen ausgeatmeter Hauch; geistigen Welt, in der Alle beisammen sind, und
und die Geister und Engel seien luftige Schatten. So dann auch, dass das Jüngste Gericht, wann es gehalten
lange man keine besseren Begriffe von den Seelen, wird, wegen des Glaubens an das Wort geoffenbart
Geistern und Engeln hatte, konnte man auch vom werden müsse.
Jüngsten Gericht nicht anders denken. Sobald man
aber zu der Einsicht gelangt, dass der Mensch nach 6. Trenne dich einmal von der Vorstellung, dass die
dem Tode Mensch ist, wie er in der Welt Mensch war, Seele wie ein Hauch sei, und denke dann an deinen
nur mit dem Unterschied, dass er dann mit einem Zustand oder an den Zustand deiner Freunde oder an
geistigen und nicht wie zuvor mit einem natürlichen den deiner Kinder nach dem Tode, wirst du dann
Leib angetan ist, und dass der geistige Leib vor nicht denken, du werdest als Mensch leben, und auf
denen, welche geistig sind, ebenso erscheint, wie der gleiche Weise auch sie? Und wirst du, weil es ohne
natürliche Leib vor denen, welche natürlich sind, so Sinne keine Liebe gibt, das Leben heissen könnte,
kann man auch begreifen, dass das Jüngste Gericht dann anders denken, als dass sie auch sehen, hören
nicht in der natürlichen, sondern in der geistigen Welt und sprechen werden? Da ja auch die Leichenredner
gehalten wird; denn in letzterer Welt sind alle von den Verstorbenen nicht anders reden, indem sie
dieselben in den Himmel unter die Engel versetzen, in
weisse Kleider gekleidet und in Paradiesen wohnend?
Nachher komme zurück auf jene Vorstellung, nach 7. Aus dem, was bisher gesagt worden, kann erhellen,
welcher die Seele ein Hauch ist, und nicht früher dass das Jüngste Gericht nicht in der natürlichen Welt
wieder mit den Sinnen lebt, als nach dem Jüngsten statthaben kann, sondern in der geistigen Welt; und
Gericht; wirst du dann die Ungereimtheiten noch das es auch in dieser letztern Welt gehalten worden
festhalten, und dich noch fragen: Wie werde ich dann sei, kann man aus dem ersehen, was in dem vorigen
beschaffen sein, wo werde ich in der Zwischenzeit Werkchen vom Letzten Gericht, Nr. 45 bis 72 als
sein, werde ich in der Luft fliegen oder in einem Pu Gesehenes erzählt, und noch weiter aus dem, was im
bleiben? Hat doch der Prediger gelehrt, dass ich nach Folgenden von dem Gericht über die Protestanten als
dem Tode unter die Seligen kommen werde, wenn ich Gesehenes berichtet werden soll. Wer aufmerkt, kann
gut geglaubt und rechtschaffen gelebt habe? So glaube es auch aus dem Neuen ersehen, das über den
also, wie es denn auch Wahrheit ist, dass du Mensch Himmel, über das Wort und über die Kirche jetzt
seiest nach dem Tode wie zuvor, nur mit dem geoffenbart wird: denn welcher Mensch könnte
Unterschied, dass zwischen dem Natürlichen und dergleichen aus sich selbst nehmen.
Geistigen besteht. So denken auch alle, die ein ewiges
Leben glauben, und nichts wissen von der grundlosen
Ueberlieferung in Betreff der Seele.

UEBER DEN ZUSTAND DER WELT UND DER KIRCHE VOR UND NACH DEM JÜNGSTEN GERICHT.

der früheren Erde diese verstanden. Dass dieser


8. Dass das Jüngste Gericht in der geistigen Welt Himmel und diese Erde vergingen, habe ich gesehen,
schon gehalten sei, kann aus dem soeben Gesagten und so wie ich es gesehen, beschrieben in dem
erhellen; damit man aber auch etwas wisse vom Werkchen vom Jüngsten Gericht, Nr. 45 bis 72.
Zustand der Welt und der Kirche vor und nach
demselben, so muss man erst erfahren: 10. II. WER UND WIE BESCHAFFEN DIE
I. Was verstanden wird unter dem früheren Himmel WAREN, DIE SICH IN DEM VORIGEN HIMMEL
und unter der früheren Erde, welche vergingen, UND AUF DER VORIGEN ERDE BEFANDEN,
Offenb 21,1. ist in dem Werkchen vom Jüngsten Gericht
II. Wer und wie beschaffen die waren, welche sich in beschrieben worden; weil aber davon, dass man weiss,
dem früheren Himmel und auf der früheren Erde wer und wie beschaffen sie waren, das Verstehen des
befanden. Folgenden abhängt, so soll von ihnen auch hier
III. Dass ehe das Jüngste Gericht über diese gehalten Einiges gesagt werden. Alle die, welche sich unter
wurde, die Verbindung zwischen dem Himmel und dem Himmel zusammengesellt, und an verschiedenen
der Welt, und mithin auch zwischen dem Herrn Orten sich eine Art von Himmel gemacht hatten, die
und der Kirche vielfach unterbrochen war. sie auch Himmel nannten, standen mit den Engeln des
IV. Das nach dem Jüngsten Gericht die Verbindung untersten Himmels in Verbindung, jedoch blos dem
wieder hergestellt wurde. Aeussern nach, nicht aber in Ansehung des Innern: die
V. Dass dies der Grund sei, warum erst nach dem Meisten waren Böcke und von der Familie derer, von
Jüngsten Gericht, und nicht früher, die denen bei Matthäus Kapitel 25,41 bis 46 die Rede ist;
Offenbarungen für die Neue Kirche gegeben sie hatten zwar in der Welt nicht Böses getan, sofern
wurden. sie ein sittlich=gutes Leben geführt hatten, allein sie
VI. Dass der Zustand der Welt und der Kirche vor hatten auch nicht Gutes getan, das aus der Quelle des
dem Jüngsten Gericht war wie der Abend und die guten geflossen wäre; sie hatten nämlich den Glauben
Nacht, nach demselben aber wie der Morgen und von der Nächstenliebe getrennt, und in Folge dessen
der Tag. das Böse nicht als Sünde angesehen. Weil diese
äusserlich wie Christen gelebt hatten, so standen sie
9. I. WAS VERSTANDEN WIRD UNTER DEM in Verbindung mit den Engeln des untersten
FRÜHEREN HIMMEL UND UNTER DER Himmels, welche ihnen ähnlich sind dem Aeussern
FRÜHEREN ERDE, WELCHE VERGINGEN, nach, aber unähnlich dem innern nach; denn sie sind
WOVON IN DER OFFENBARUNG KAPITEL Schafe, und stehen im Glauben, aber im Glauben der
21,1. Nächstenliebe. Wegen dieser Verbindung mussten sie
Unter dem früheren Himmel und unter der früheren notwendig geduldet werden; denn hätte man sie vor
Erde wird hier nicht der Himmel, der vor den Augen dem Jüngsten Gericht ausgeschieden, so wäre dies
der Menschen in der Welt erscheint, und nicht die denen, die im untersten Himmel waren, nachteilig
Erde, welche von den Menschen bewohnt wird, gewesen, weil sie mit jenen ins Verderben hinab
verstanden; auch wird nicht verstanden der frühere gezogen worden wären. Dies ist es, was der Her
Himmel, in dem alle sind, die von ersten Schöpfung voraus gesagt hat bei Matthäus: „Jesus sagte ein
an rechtschaffen gelebt haben, sondern es werden Gleichnis : das Himmelreich ist gleich einem
verstanden Gesellschaften von Geistern, welche Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete:
zwischen dem Himmel und der Hölle sich eine art von während aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und
Himmeln gemacht hatten, und weil alle Geister und säete Unkraut, und ging davon; da nun die Saat
Engel ebenso wie die Menschen auf Erdflächen aufsprosste, und Frucht trieb, zeigte sich auch das
wohnen, so werden unter dem Früheren Himmel und Unkraut. Nun traten die Knechte des Hausvaters herzu,
und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen NICHT FRÜHER DIE OFFENBARUNGEN FÜR
auf deinen Acker gesäet: willst du nun dass wir DIE NEUE KIRCHE GEGEBEN WURDEN;
hingehen, und es zusammenlesen? Er aber sprach: denn nachdem durch das letzte Gericht der Verkehr
Nein! Damit ihr nicht etwa, wenn ihr das Unkraut wieder hergestellt ist, kann der Mensch erleuchtet und
zusammenleset, zugleich mit ihm auch den Weizen umgebildet werden, das heisst, das Göttlich=Wahre
ausreisset, laset beides mit einander wachsen bis zur des Wortes verstehen, das Verstandene annehmen, und
Ernte; und zur Zeit der Ernte will ich zu den das Angenommene behalten, da die dazwischen
Schnittern sagen: Leset zuerst das Unkraut zusammen, getretenen Hindernisse nun entfernt sind; weshalb
und bindet es in Büschel zum Verbrennen; den Johannes, nachdem der vorige Himmel und die vorige
Weizen aber sammelt in die Scheuer. Der den guten Erde vergangen waren, sagt: „Er habe einen neuen
Samen säete ist des Menschen Sohn; der Acker ist die Himmel und eine neue Erde gesehen; und dann die
Welt; der Same sind die Söhne des Reichs; das heilige Stadt Jerusalem herabsteigend von Gott aus
Unkraut sind die Söhne des Bösen; die Ernte ist die dem Himmel, zubereitet wie eine Braut vor ihrem
Vollendung des Zeitlaufs: gleichwie nun das Unkraut Mann; und er den auf dem Throne sitzenden sagen
zusammengelesen und verbrannt wird, so wird es auch hörte: Siehe, Ich mache Alles neu,“ Offenbarung
in der Vollendung des Zeitlaufs sein.“ Matth 13,24 21,1.2.5. Dass unter Jerusalem die Kirche verstanden
bis 30. 37 bis 40. Die Vollendung des Zeitlaufs ist werde, sehe man in der Lehre vom Herrn, Nr. 62 bis
die letzte Zeit der Kirche; das Unkraut sind die, 64; und von ihrem Neuen, Nr. 65 daselbst.
welche innerlich böse sind; Weizen sind die, welche
innerlich gut sind; das Zusammenlesen derselben in 13. VI. DASS DER ZUSTAND DER WELT UND
Bündel ist das letzte Gericht über sie; damit nicht DER KIRCHE VOR DEM LETZTEN GERICHT
durch Ausscheidung derselben vor dem letzten Gericht WAR WIE ABEND UND NACHT, NACH
den Guten Schaden zugefügt werde, wird verstanden DEMSELBEN ABER WIE MORGEN UND TAG.
unter: damit ihr nicht, wenn ihr das Unkraut Wann das Licht der Wahrheit nicht scheint, und die
zusammenleset, zugleich mit ihm auch den Weizen Wahrheit nicht angenommen wird, so ist der Zustand
ausreisset, lasset beides wachsen bis zur Ernte. der Kirche in der Welt wie der Abend und die Nacht:
und dass ein solcher Zustand vor dem letzten Gerichte
11. III. DASS EHE DAS LETZTE GERICHT ÜBER war, kann aus dem, was oben Nr. 11 gesagt worden,
SIE GEHALTEN WARD, DER VERKEHR erhellen, scheint hingegen das Licht des Wahren, und
ZWISCHEN DEM HIMMEL UND DER WELT, wird das Wahre angenommen, dann ist der Zustand
MITHIN ZWISCHEN DEM HERRN UND DER der Kirche in der Welt wie der Morgen und der Tag.
KIRCHE VIELFACH UNTERBROCHEN WAR. Daher kommt es, dass diese zwei Zustände der Kirche
Alle Erleuchtung kommt dem Menschen vom Herrn im Worte Abend und Morgen, und dann auch Nacht
durch den Himmel, und gelangt zu ihm auf einem und Tag heissen. So in Folgendem: „Es sprach zu mir
innern Wege: so lange sich nun zwischen dem der Heilige: Bis zum Abend Morgen zwei tausend und
Himmel und der Welt, oder zwischen dem Herrn und drei Hundert; dann wird das Heilige gerechtfertigt
der Kirche Vereine von Solchen befanden, konnte der werden,“ Daniel 8,14. „Das Gesicht vom Abend und
Mensch nicht erleuchtet werden; es war gerade wie Morgen ist Wahrheit,“ Daniel 8,26. Es wird ein Tag
wenn die Strahlen der Sonne durch eine sein, der dem Jehovah bekannt ist, nicht Tag, nicht
dazwischengetretene schwarze Wolke abgeschnitten Nacht, denn um die Abendzeit wird Licht sein,“
werden, oder wie wenn die sonne durch den Sacharias 14,7. „Man ruft mir zu aus Seir. Hüter! Wie
dazwischengetretenen Mond eine Verfinsterung leidet, weit ist‘s in der Nacht? Der Hüter sprach: Es kommt
und ihr Licht aufgefangen wird: wäre daher damals der Morgen, aber auch die nacht,“ Jes 21,12. Jesus
etwas vom Herrn geoffenbart worden, so würde es sagte von der letzten Zeit der Kirche: „Wachet, denn
entweder nicht verstanden, oder wenn auch verstanden, ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommen
nicht aufgenommen, oder wenn auch angenommen, wird, ob des Abends, ob um Mitternacht, ob um den
dennoch nachher wieder erstickt worden sein. Da nun Hahnenschrei, oder am Morgen,“ Markus 13,35.
aber alle jene dazwischengetretenen Vereine durch das „Jesus sagte: Ich muss wirken, so lang es Tag ist; es
letzte Gericht zerstreut worden sind, so ist offenbar: kommt die Nacht, da Niemand wirken kann,“ Joh 9,4;
IV. DASS DER VERKEHR ZWISCHEN DEM und anderwärts, als Jes 17,14; Jer 6,4.5; Psalm 30,6;
HIMMEL UND DER WELT, ODER ZWISCHEN Psalm 65,9; Psalm 90,6. Weil unter Abend und Nacht
DEM HERRN UND DER KIRCHE WIEDER dergleichen verstanden wird, so ist der Herr auch,
HERGESTELLT WORDEN IST. damit das Wort erfüllt würde, des Abends begraben
worden, und nachher des Morgens auferstanden.
12. V. DAHER KAM ES NUN AUCH, DASS ERST
NACH GEHALTENEM LETZTEN GERICHT, UND

DAS LETZTE GERICHT ÜBER DIE PROTESTANTEN.

14. In dem früher herausgegebenen Werke, vom Gericht über die Protestanten; es ist blos gesagt
Jüngsten Gericht, ist gehandelt worden vom Gericht worden, dass die Protestanten in der Mitte gewesen
über die, welche unter Babylon verstanden werden; seien, je nach ihren Vaterlanden geordnet, und um sie
dann auch in etwas vom Gericht über die her die Katholiken, um diese die Mohammedaner, und
Mohammedaner und über die Heiden, nicht aber vom um diese die Heiden und Völker von verschiedener
Religion. Dass die Protestanten die Mitte oder den sie unterlassen hätten, gutes zu tun, und jene Alle
Mittelpunkt bildeten, kam daher, dass bei ihnen das unterlassen das gute, das wirklich gut wäre, zu tun,
Wort gelesen, und der Herr verehrt wird, und daher bei weil sie das böse nicht als Sünde fliehen, und wenn
ihnen das meiste Licht ist, und das geistige Licht, das sie es auch nicht vollbringen, dennoch es für erlaubt
vom Herrn als der Sonne, welche ihrem Wesen nach halten, und so im Geist es tun, und auch, wo es
göttliche Liebe ist, ausgeht, sich überallhin verbreitet, angeht, mit dem Leibe.
und auch diejenigen erleuchtet, die rings umher in den
Umkreisen sind, und ihnen das Vermögen öffnet, das 17. Ueber alle diese aus den Protestanten ist das
Wahre einzusehen, so weit sie es vermöge ihrer Jüngste Gericht gehalten worden, nicht aber über die,
Religion annehmen können. Denn das geistige Licht welche nicht an Gott geglaubt, das Wort verachtet,
ist seinem Wesen nach göttliche Weisheit, und dringt und die heiligen Dinge der Kirche im Herzen
bei dem Menschen in seinen Verstand ein, so weit er verworfen hatten; denn diese Alle wurden, als sie aus
durch die in sich aufgenommenen Kenntnisse das der natürlichen Welt in die geistige Welt kamen, in
Vermögen der innern Wahrnehmung hat; es durchläuft die Hölle geworfen.
auch nicht die Räume wie das Licht der Welt, sondern
dringt durch die Gefühle und Wahrnehmungen des 18. Alle die, welche im Aeussern wie Christen gelebt,
Wahren, mithin in einem Augenblick zu den sich aber m das christliche Leben nicht bekümmert
äussersten Grenzen der Himmel. hatten, machten äusserlich eins aus mit den Himmeln,
Hieraus die Erscheinung von Räumen in jener Welt. innerlich aber mit den Höllen, und weil sie nicht
Mehreres hierüber sehe man in der Lehre von der sogleich aus ihrer Verbindung mit dem Himmel
Heiligen Schrift, Nr. 104 bis 113. gerissen werden konnten, so wurden sie in der
Geisterwelt, welche in der zwischen dem Himmel und
15. Von dem letzten Gericht über die Protestanten der Hölle ist, zurückgehalten, und es wurde ihnen
aber soll in folgender Ordnung gehandelt werden: erlaubt, Gesellschaften zu bilden, und wie in der Welt
I. Ueber welche von den Protestanten das Jüngste zusammen zu leben, und hier durch Künste, welche in
Gericht gehalten worden sei. der Welt unbekannt sind, prächtige Dinge
II. Von den Zeichen und Prüfungen vor dem Jüngsten hinzustellen, und dadurch sich und Andere zu
Gericht. überreden, dass sie im Himmels eine; weshalb sie
III. Wie das allgemeine Gericht gehalten worden sei. auch dieses äussern Scheins wegen ihre Gesellschaften
IV. Von der Seligmachung der Schafe. Himmel nannten. Diese Himmel und diese Erde, auf
welchen sie wohnten, sind es, welche verstanden
16. I. UEBER WELCHE VON DEN werden unter dem ersten Himmel und der ersten Erde,
PROTESTANTEN DAS JÜNGSTE GERICHT welche vergingen, Offenb 21,1.
GEHALTEN WORDEN SEI.
Das Jüngste Gericht ist über keine Andere von den 19. So lang sie sich hier aufhielten wurde das Innere
Protestanten gehalten worden, als über Solche, welche ihres Gemüts verschlossen, und das Aeussere geöffnet,
in der Welt sich zu Gott bekannt, das Wort gelesen, in folge dessen ihr Böses, durch das sie eins
die Predigten angehört hatten, zum Heiligen ausmachten mit den Höllen, nicht zum Vorschein
Abendmahl gegangen waren, und den öffentlichen kam; als aber das Jüngste Gericht bevorstand, ward ihr
Gottesdienst der Kirche nicht vernachlässigt, Inneres aufgeschlossen, und dann erschienen sie vor
gleichwohl aber Ehebrüche, Diebstähle verschiedener Allen wie sie waren; und weil sie nun
Art, Lügen, Rache, Hass und dergleichen als erlaubt zusammenwirkten mit den Höllen, so konnten sie
betrachtet hatten. Diese hatten, obgleich sie sich zu nicht mehr ein christliches Leben heucheln, sondern
Gott bekannt, gleichwohl sich nichts aus den Sünden stürzten sich aus ihrer Lust heraus in böses und in
gegen Ihn gemacht; sie hatten das Wort gelesen, und Schandtaten jeder Art, einige schwarz, einige feurig,
doch sich nichts aus den in ihm enthaltenen und einige bleifarbig wie Leichname; die im Dünkel
Vorschriften für das Leben gemacht; sie hatten die eigener Einsicht waren, erschienen schwarz, die in der
Predigten angehört, und doch nicht darauf gemerkt; Raserei der Sucht über alle zu herrschen waren,
sie gingen zum Heiligen Abendmahl, liessen aber erschienen feurig, und die in Vernachlässigung und
nicht ab vom Bösen ihres früheren Lebens; sie hatten Verachtung des Wahren waren, erschienen bleifarbig
den öffentlichen Gottesdienst nicht versäumt, wie Leichname. So hatten sich jene Theaterszenen
gleichwohl aber ihr Leben in nichts gebessert: so verwandelt.
hatten sie äusserlich religiös gelebt, während sie doch
in ihrem Innern keine Religion hatten. Diese sind es, 20. Die Protestanten in der Geisterwelt, welche in der
welche unter dem Drachen in der Offenbarung, Kap Mitte zwischen dem Himmel und der Hölle ist, bilden
12, verstanden werden; denn vom Drachen heisst es das Innerste oder die Mitte derselben, und sind hier
dort, das er im Himmel erschienen sei, mit Michael nach ihren Vaterlanden geordnet. In jener Mitte bilden
im Himmel gekämpft, und aus dem Himmel den die Engländer den Mittelpunkt; die Hollänger
dritten Teil der Sterne herabgezogen habe; und dies ist befinden sich gegen Süden und Osten; die Deutschen
gesagt worden, weil solche durch das Bekenntnis gegen Norden; die Schweden gegen Westen und
Gottes, durch das Lesen des Wortes, und durch den Norden; und die Dänen gegen Westen. In jener Mitte
äussern Gottesdienst mit dem Himmel in Verbindung aber sind keine Andere als Solche, welche ein Leben
standen. Sie sind es auch, welche unter den Böcken der Nächstenliebe und des Glaubens derselben geführt
bei Matthäus, Kap 25, verstanden werden, zu welchen haben; es gibt hier mehrere Gesellschaften von ihnen;
nicht gesagt wird, dass sie Böses getan, sondern dass um sie herum sind die Protestanten, die kein Leben
des Glaubens und der Nächstenliebe geführt haben; Inwendige derer, über welche das Jüngste Gericht
und dies sind die, welche sich Scheinhimmel gemacht gehalten werden sollte, aufgeschlossen wurde; nach
hatten. Ganz anders hingegen sind alle im Himmel dessen Aufschliessung sie nicht mehr wie zuvor als
geordnet, und auch in der Hölle. Das aber hier die moralisch=gute Christen, sondern als Dämonen
Protestanten die Mitte bilden, kommt daher, dass bei erschienen; sie lärmten und zankten unter sich über
ihnen das Wort gelesen, und der Her verehrt wird, und Gott, über den Herrn, über das Wort, über den
daher hier das meiste Licht ist, welches Licht sich von Glauben und über die Kirche; und weil ihre Begierden
da als dem Mittelpunkt in alle Umkreise fortpflanzt nach Bösem nun auch in Freiheit gesetzt wurden, so
und sie erleuchtet; denn das Licht, in dem die Geister warfen sie jenes Alles mit Verachtung und Hohn von
und Engel sind, geht vom Herrn als der Sonne aus, sich, und rannten in Schandtaten jeder Art. So ward
welche ihrem Wesen nach göttliche Liebe ist, und das der Zustand jener Himmelsbewohner verändert.
von dieser ausgehende Licht ist seinem Wesen nach Zugleich verschwand dann auch alle jene Pracht, die
göttliche Weisheit, und daher stammt alles Geistige sie sich durch in der Welt unbekannte Künste
jener Welt. Ueber den Herrn als Sonne in der geistigen verschafft hatten; ihre Paläste wurden in elende Hütten
Welt und über das Licht und die Wärme aus ihr, sehe verwandelt, die Gärten in Sümpfe, die Tempel in
man im Werke über Himmel und Hölle, Nr. 116 bis Schutt, und die Hügel selbst, auf welchen sie
140. wohnten, in Massen spitziger Steine, und in ähnliches
Andere, das ihren schändlichen Bestrebungen und
21. Die Zusammenordnung der Gesellschaften in jener Begierden entsprach. Denn alles Sichtbare der
Welt ist ganz eine Zusammenordnung nach den geistigen Welt besteht aus Entsprechungen der
Unterschieden der Leibe, und dies darum, weil die Neigungen, die bei den Geistern und Engeln sind.
Liebe das Leben des Menschen ist, und der Herr, Dies waren die Zeichen des kommenden Gerichts.
welcher die göttliche Liebe ist, sie zusammenordnet
gemäss der Aufnahme derselben. Die Unterschiede der 24. In dem Masse wie ihr Inwendiges aufgeschlossen
Liebe aber sind unzählig, und niemand kennt sie als wurde, ward auch die Ordnung unter den Bewohnern
allein der Herr. Er verbindet die Gesellschaften so, verändert und umgekehrt. Diejenigen, welche eine
dass alle zusammen gleichsam Ein Menschenleben Ueberlegenheit im Vernünfteln wider die Heiligthümer
bilden; die Gesellschaften der Himmel ein Leben der der Kirche hatten, brachen in die Mitte ein, und
himmlischen und geistigen Liebe; die Gesellschaften bemächtigten sich der Herrschaft; und die Uebrigen,
der Höllen Ein Leben der teuflischen und höllischen welche weniger sich auf‘s Vernünfteln verstanden,
Liebe; Er verbindet die Himmel und Höllen durch die wichen auf die Seiten rings umher zurück, und
Gegensätze. Weil eine solche Zusammenordnung erkannten jene, welche in der Mitte waren, als ihre
besteht, so begibt sich jeder Mensch nach dem Tod in Schutzengel an. So verbanden sie sich zu einem Bild
die Gesellschaft seiner Liebe, und kann sich auch der Hölle.
nicht anderswohin begeben; denn seine Liebe
widerstrebt. Daher kommt es, dass sich im Himmel 25. Während dieser Veränderungen ihrer Zustände
die befinden, die in geistiger Liebe, in der Hölle erfolgten auch verschiedene Erschütterungen der
hingegen die, welche in blos natürlicher Liebe sind; Wohnungen und Erdflächen bei ihnen, und auf diese
die geistige Liebe wird allein durch ein Leben der folgten sehr grosse Erdbeben, je nach ihrer
Nächstenliebe angezogen, und die natürliche Liebe Abkehrung. Hie und da taten sich auch Schlünde auf
bleibt natürlich, wenn das Leben der Nächstenliebe gegen die Höllen hin, die unter ihnen waren, und so
unterlassen wird; und wenn die natürliche Liebe der ward eine Verbindung mit diesen eröffnet. Nun sah
geistigen Liebe nicht unterworfen ist, so ist sie ihr man Dünste aufsteigen wie Rauch mit Funken Feuers
entgegengesetzt. vermischt. Auch dies waren Zeichen, welche
vorausgingen, und welche auch verstanden werden
22. Hieraus kann erhellen, über welche von den unter den Worten des Herrn von der Vollendung des
Protestanten das Gericht gehalten wurde, dass es nicht Zeitlaufs und von dem alsdann erfolgenden Jüngsten
über die gehalten wurde, die in der Mitte, sondern Gericht, bei den Evangelisten:
über die, welche um diese herum waren, und welche, „Eine Nation wird wider die andere sich erheben; es
wie gesagt, ihrer äusserlichen Moralität wegen werden grosse Erdbeben an verschiedenen Orten
auswendig als Christen erschienen, inwendig aber erfolgen, und schreckliche und gross Zeichen am
nicht Christen waren, weil sie kein geistiges Leben Himmel sich zeigen, und den Nationen wird Angst
hatten. sein bei dem Brausen des Meeres und der hohen See.“
Luk 21,10.11.25.
23. II. VON DEN ZEICHEN UND PRÜFUNGEN
VOR DEM JÜNGSTEN GERICHT. 26. Nun geschahen auch Prüfungen durch
Es erschien über denen, die sich Scheinhimmel Engel; denn ehe eine übel zusammengesetzte
gemacht hatten, wie eine dicke Wolke, und diese Gesellschaft zu Grunde geht, geht immer eine
zeigte sich in folge der Gegenwart des Herrn in den Prüfung voraus. Die Engel ermahnten sie, sie
Himmeln der Engeln, welche über jenen waren, sollten ablassen, und wenn sie dies nicht
besonders in Folge seiner Gegenwart im untersten taten, verkündigten sie ihnen den Untergang.
Himmel, damit nicht Einige von diesen ihrer Dann untersuchten sie auch, ob ihnen nicht
Verbindung wegen zugleich mit fortgerissen werden einige Gute beigemischt wären diese schieden
und verloren gehen möchten. Auch die oberen sie aus; allein die von ihren Häuptern
Himmel wurden ihnen näher gebracht, wodurch das aufgeregte Menge belegte sie mit Schmach,
und fiel über sie her, um sie auf den Markt zu von der Nächstenliebe getrennten Glauben standen,
schleppen und auf schändliche Weise zu und ihren Gedanken und Absichten nach Jenen ähnlich
misshandeln; es ging hier wie zu Sodom. Die waren.
Meisten von ihnen waren Solche, welche sich
zu dem von der Nächstenliebe getrennten 29. Ich sah alsdann, wie die Felsen, auf welchen sie
Glauben, einige aber auch, welche sich zu der waren, zum Teil auf den Grund niedersanken, zum
Nächstenliebe bekannt, gleichwohl aber Teil in weite Fernen fortgeschleudert, zum Teil in der
lasterhaft gelebt hatten. Mitte geöffnet, und die, welche sich auf ihnen
befanden, durch eine Höhle hinabgeworfen; zum Teil
27. III. WIE DAS ALLGEMEINE GERICHT wie von einer Sündflut überschwemmt; und Viele je
GEHALTEN WURDE. nach den Gattungen und Arten des Bösen in Vereine
Nachdem die Prüfungen und Zeichen, welche wie in Bündel gesammelt, und da und dort in
Vorboten des kommenden Gerichts waren, sie von Schlünde, Sümpfe, Seen und Wüsten, welche
ihren Schandtaten, und auch von ihren aufrührerischen ebensoviele Höllen waren, hinab geworfen wurden.
Umtrieben wider diejenigen, welche den Herrn als Die Uebrigen, welche nicht auf den Felsen, sondern
Gott des Himmels und der Erde anerkannten, das hier und dort zerstreut, aber auch in ähnlichem Bösen
Wort für heilig hielten, und ein Leben der waren, entflohen in grosser Bestürzung zu den
Nächstenliebe lebten, nicht abbringen konnten, kam Katholiken, den Mohammedanern und Heiden, und
das Jüngste Gericht über sie. Dies ward bekannten sich zu deren Religion; dies konnten sie
folgendermassen gehalten: tun, ohne ihre Gesinnung zu ändern, weil sie keine
Religion hatten; damit sie aber diese nicht auch
28. Es erschien der Herr in einer glänzend weissen verführen möchten, wurden sie von ihnen
Wolke mit Engeln, und man hörte von ihnen aus ein weggetrieben und zu ihren Genossen in den Höllen
Getön wie von Trommeten; dies war das vorbildliche hinabgeworfen. Dies war ihr Untergang in seinem
Zeichen dessen, dass der Herr die Engel des Himmels allgemeinen Umriss; des Besondern, das ich gesehen,
beschütze, und nun die Guten überallher sammle; ist zu viel, als das es hier beschrieben werden könnte.
denn der Herr bringt Keinem den Untergang, sondern
beschützt blos die Seinigen, und zieht sie ab von der 30. IV. VON DER SELIGMACHUNG DER
Gemeinschaft mit den Bösen, worauf die Bösen in SCHAFE.
ihre Begierden fallen, und aus diesen sich in Nachdem das Jüngste Gericht gehalten war, war grosse
Schändlichkeiten jeder Art stürzen. Hierauf erschienen Freude im Himmel, und es ward Licht in der
alle, welchen der Untergang bevorstand, wie ein Geisterwelt, wie es zuvor nicht da war. Die Freude im
grosser Drache mit einem in Krümmungen sich Himmel nach dem Sturz des Drachen ist beschrieben
dehnenden und gegen den Himmel hin erhobenen in der Offenbarung, Kap 12,10.11.12; und Licht war
Schwanz, der sich in der Höhe auf verschiedene Weise jetzt in der Geisterwelt, weil jene höllischen
hin und her bewegte, wie wenn er den Himmel Gesellschaften es früher aufgefangen hatten wie
zerstören und herabziehen wollte, jedoch vergebens, Wolken, welche die Erde verfinstern. Aehnliches Licht
denn der Schwanz ward hinabgeschleudert, und der ging nun auch den Menschen in der Welt auf, und
Drache, der auch in der Höhe erschien, sank zu Boden. durch dasselbe wird ihnen neue Erleuchtung zu Teil.
Diese Vorbildung durfte ich sehen, damit ich wüsste
und bekannt machte, wer in der Offenbarung unter 31. Nun sah ich Engelgeister in grosser Anzahl aus
dem Drachen verstanden werde; dass nämlich unter der Unterwelt aufsteigen, und in den Himmel erhoben
dem Drachen verstanden werden Alle, welche das werden; sie waren Schafe, welche seit mehreren
Wort lesen, die Predigten anhören, und an den Jahrhunderten vom Herrn dort aufbehalten und behütet
heiligen Dingen der Kirche Teil nehmen, gleichwohl waren, damit sie nicht in die von den Drachengeistern
aber sich nichts aus den Begierden des Bösen machen, ausfliessende bösartige Sphäre kämen, und ihre
von denen sie erfüllt sind, und inwendig an Diebstahl Nächstenliebe nicht erstickt würde. Sie sind es, die im
und Betrug, an Ehebrüche und schändliche Dinge, an Worte verstanden werden unter denen, die aus den
Hass und Rache, an Lügen und Lästerungen denken, Gräbern hervorgingen; dann auch unter den Seelen der
und so ihrem Geiste nach wie Teufel, dem Leibe nach um des Zeugnisses Jesu willen Gemordeten, welche
aber wie Engel leben; dies waren die, welche den erwachten, und unter denen, welche Teil haben an der
Drachen selbst bildeten; die aber seinen Schwanz ersten Auferstehung.
bildeten, waren Solche, welche in der Welt in dem

FORTSETZUNG
VON DER
GEISTIGEN WELT.

DIE GEISTIGE WELT.


31. Von der geistigen Welt ist in einem besondern worden, und weil jeder Mensch nach dem Tode in
Werke über ‚Himmel und Hölle‘ gehandelt, und in jene Welt kommt, so wurde darin auch der Zustand
demselben Mehreres von jener Welt beschrieben beschrieben, in dem er sich alsdann befindet. Wer
weiss nicht, dass der Mensch nach dem Tode fortlebt, Essen zeigte, dass Er Mensch sei, und doch vor ihren
weil er als Mensch geboren, und zum Bilde Gottes Augen wieder unsichtbar wurde. Sie sahen ihn, weil
erschaffen ist, und weil der Herr es in Seinem Worte damals die Augen ihres Geistes geöffnet waren; und
lehrt? Wie aber sein Leben beschaffen sein werde, war wenn diese geöffnet werden, so erscheint das, was in
bisher unbekannt; man glaubte, dass er dann eine der geistigen Welt ist, eben so deutlich wie das, was
Seele sein werde, und von dieser hatte man sich keine in der natürlichen Welt ist.
andere Vorstellung gemacht, als wie von etwas
Luftigem oder Aetherischem, in dem ein Denken 35. Weil es dem Herrn gefiel, mir die Augen meines
wohnt, aber ohne ein Sehen wie das des Auges, ohne Geistes zu öffnen, und sie nun neunzehn Jahre
ein Hören, wie das des Ohres, und ohne ein Reden, hindurch geöffnet zu erhalten, so ward mir gegeben,
wie das des Mundes, während doch der Mensch nach die in der geistigen Welt vorhandenen Dinge zu sehen,
dem Tode ebenso Mensch ist, und zwar so sehr und sie auch zu beschreiben. Ich kann versichern, dass
Mensch, dass er nicht anders weiss, als er befinde sich es keine Visionen sind, sondern bei völligem Wachen
noch in der vorigen Welt; er sieht, hört, spricht wie Gesehenes.
in der vorigen Welt; er geht herum, läuft, sitzt wie in
der vorigen Welt; er isst und trinkt wie in der vorigen 36. Der Unterschied zwischen dem Menschen in der
Welt; er schläft und erwacht wie in der vorigen Welt; natürlichen Welt, und dem Menschen in der geistigen
er geniesst des ehelichen Vergnügens wie in der Welt ist der, dass dieser Mensch mit einem geistigen
vorigen Welt: mit einem Wort, er ist Mensch nach Leibe angetan ist, jener aber mit einem natürlichen
allem und jedem; woraus hervorgeht, dass der Tod Leib, und der geistige Mensch den geistigen
blos eine Fortsetzung des Lebens, und blos ein Menschen ebenso deutlich sieht, wie der natürliche
Uebergang ist. Mensch den natürlichen Menschen; allein der
natürliche Mensch kann den geistigen Menschen nicht
33. Dass der Mensch von diesem seinem Zustande sehen, und der geistige Mensch kann den natürlichen
nach dem Tode nichts wusste, davon gibt es mehrere Menschen nicht sehen, wegen des Unterschiedes
Ursachen, und unter diesen ist auch die, dass er nicht zwischen dem Natürlichen und dem Geistigen, und
erleuchtet werden konnte, da sich so wenig Glaube an wie dieser beschaffen ist, kann beschrieben werden,
die Unsterblichkeit der Seele bei ihm fand, wie man nur nicht in der Kürze.
deutlich sehen kann an Vielen, selbst an
wissenschaftlich Gebildeten, welche sich den Thieren 37. Aus dem, was ich so viele Jahre hindurch gesehen
gleichsetzen, und nur darin, dass sie reden können, habe, kann ich berichten, dass es in der geistigen Welt
sich für vollkommner als diese halten, und daher in ebensowohl Erdkörper gibt, wie in er natürlichen
ihrem Herzen ein Leben nach dem Tode läugnen, Welt, und dass es dort Hügel und Berge, Ebenen und
obgleich sie es mit dem Munde bekennen; eine Thäler gibt; und auch Quellen und Ströme, Seen und
Denkweise, durch welche sie so sinnlich geworden Meere; dass es dort Paradiese und Gärten, Haine und
sind, dass sie nicht glauben können, dass der Mensch Wälder gibt; dass es dort Paläste und Häuser,
nach dem Tode Mensch sei, und dies darum nicht, Schriften und Bücher gibt; ferner Amtsverrichtungen
weil sie ihn nicht mit ihren Augen sehen; denn sie und Handelsgeschäfte, Edelsteine, Gold und Silber:
sagen: Wie kann eine Seele so beschaffen sein? mit einem Wort, dass sich dort alles und jedes findet,
Anders verhält es sich mit denen, welche glauben, sie was in der Welt ist, nur in den Himmeln unendlich
werden nach dem Tode fortleben: diese denken vollkommener.
inwendig bei sich, sie werden in den Himmel
kommen, die Seligkeit mit den Engeln geniessen, 38. Der Unterschied ist aber im allgemeinen der, dass
himmlische Paradiese sehen, und in weissen Kleidern alles, was in der geistigen Welt vorhanden ist, einen
vor dem Herrn stehen, und dergleichen mehr: dies ist geistigen Ursprung hat, und daher seinem Wesen nach
ihr inneres Denken; das äussere kann von demselben geistig ist, entsprungen aus der Sonne dort, welche
abweichen, sobald sie über die Seele aus der reine Liebe ist; und dass alles und jedes in der
willkürlichen Voraussetzung der Gelehrten heraus natürlichen Welt einen natürlichen Ursprung hat, und
nachdenken. daher seinem Wesen nach natürlich ist, entsprungen
aus der Sonne hier, welche reines Feuer ist. Daher
34. Dass der Mensch nach dem Tode ebenso Mensch kommt es, das der geistige Mensch mit speise genährt
sei, obgleich er nicht vor den Augen erscheint, kann werden muss, die einen geistigen Ursprung hat, so
man sehen an den Engeln, die dem Abraham, Gideon, wie der natürliche Mensch mit Speise, die einen
Daniel und andern Propheten erschienen, an den natürlichen Ursprung hat. Mehr hierüber sehe man in
Engel, die am Grabe des Herrn, und an denen, die dem Werke über ‚Himmel und Hölle‘.
nachher öfter dem Johannes in der Offenbarung
erschienen sind; besonders aber an dem Herrn selbst,
welcher den Jüngern durch das Gefühl und durch‘s

DIE ENGLÄNDER IN DER GEISTIGEN WELT.

Mensch ist im Aeussern in der natürlichen Welt, im


39. Zweierlei Zustände des Denkens finden sich bei Innern aber ist er in der geistigen Welt. Diese
dem Menschen, der äussere und der innere. Der Zustände machen eins aus bei den Guten, nicht eins
aber bei den Bösen. Wie der Mensch seinem Innern die, welche böse leben, werden hier hinausgelassen.
nach beschaffen ist, erscheint selten in der natürlichen Die Geistlichen, die sich im Abend befinden, und,
Welt, weil er von Kindheit an moralisch gut sein will, wie gesagt, sich zum Glauben bekennen, wagen es
und gelernt hat, es zu scheinen; in der geistigen Welt nicht, durch die grossen Strassen, sondern nur durch
aber erscheint deutlich, wie er beschaffen ist; das die engern Gässchen in die Stadt zu gehen, weil keine
geistige Licht deckt es auf, auch ist der Mensch dann andere Bewohner in der Stadt selbst geduldet werden,
ein Geist, und der Geist ist der innere Mensch. Da mir als Solche, welche im Glauben der Nächstenliebe
nun gegeben worden ist, in diesem Lichte zu sein, stehen. Ich hörte Einige klagen über die Prediger im
und aus ihm heraus zu sehen, wie die innern Abend, dass sie ihre Predigten mit solcher Kunst und
Menschen von dem einen und von dem andern Reiche in so schönen Phrasen ausarbeiten, und eine ihnen
beschaffen sind, und zwar dies durch vieljährigen unbekannte Rechtfertigung durch den Glauben so
Umgang mit Engeln und Geisern, so muss ich, weil hineinbringen, dass man nicht wisse, ob man Gutes
hieran gelegen ist, es offenbaren: hier nur etwas von tun solle oder nicht. Sie predigen ein inwendiges
der edlen englischen Nation. Gute, und trennen es von dem auswendigen Guten,
das sie zuweilen auch verdienstlich und also Gott
40. Die Besseren aus der engelischen Nation befinden nicht wohlgefällig, gleichwohl aber gut heissen, weil
sich im Mittelpunkte aller Christen (man sehe oben es nützlich sei. Wenn aber die, welche in der Morgen=
Nr. 20). Sie sind im Mittelpunkt, weil sie ein und Mittagsgegend der Stadt wohnen, dergleichen
innerlicheres, intellektuelles Licht haben. Dies mystische Reden hören, so verlassen sie die Tempel;
erscheint zwar Keinem in der natürlichen Welt, es und die Prediger werden dann ihres Priesteramtes
erscheint aber ganz offenbar in der geistigen Welt; sie entsetzt.
haben dies Licht von der Denkfreiheit, und somit der
Rede= und Pressefreiheit, die sie geniessen; bei 43. Die andere grosse Stadt, welche London ähnlich
andern, welche keine solche Freiheit haben, wird das ist, worüber oben Nr. 20, liegt nicht in der
Licht des Verstandes, weil es keinen Ausgang hat, christlichen Mitte, sondern ausserhalb der selben im
verfinstert. Jenes Licht ist aber nicht aus sich selbst Norden: in sie kommen nach dem Tode diejenigen,
tätig, sondern es wird tätig durch andere, besonders welche inwendig böse sind. In Mitten derselben ist
durch Männer von Ruf und Ansehen bei ihnen; sobald ein Zugang zur Hölle eröffnet, von welcher sie auch
diese etwas sagen, oder man etwas von ihnen von Zeit zu Zeit verschlungen werden.
Gebilligtes liest, glänzt jenes Licht hervor, selten aber
früher. Aus diesem Grunde setzt man ihnen in der 44. Einst hörte ich Geistliche aus England sich über
geistigen Welt Vorsteher an die Spitze, und gibt ihnen den blossen Glauben mit einander unterreden, und sah
Priester, welche eine grosse Berühmtheit erlangt haben ein von ihnen gemachtes Bild, das den blossen
wegen ihrer Gelehrsamkeit und ihres hervorragenden Glauben vorstellen sollte: es erschien bei dunklem
Genies; und deren Geboten und Ermahnungen Lichte wie ein grosser Riese, und vor ihren Augen wie
gehorchen sie vermöge jener ihrer Gemütslage ein schöner Mensch; als aber Licht aus dem Himmel
gutwillig. eingelassen ward, erschien es oben wie ein Ungeheuer,
und unten wie eine Schlange, nicht unähnlich der
41. Selten gehen sie aus ihrer Gesellschaft heraus, Beschreibung nach dem Götzen der Philister, Dagon.
weil sie dieselbe lieben wie in der Welt das Vaterland. Nachdem sie dies gesehen, entwichen sie, und es ward
Es findet eine Aehnlichkeit der Seelen unter ihnen von den Dabeistehenden in einen See geworfen.
statt, bei welcher sie mit Freunden aus ihrem
Vaterland in ein vertrautes Verhältnis treten, selten 45. An denen die aus England in der geistigen Welt
aber mit anderen; sie leisten sich auch wechselseitig sind, nahm man wahr, dass sie wie eine doppelte
Hilfe, und lieben die Aufrichtigkeit. Theologie haben, eine aus der Glaubenslehre und eine
aus der Lebenslehre; die aus der Glaubenslehre haben
42. Es gibt zwei grosse Städte, welche London diejenigen, welche in das Priestertum eingeweiht
ähnlich sind, und in welche die meisten Engeländer werden, und die aus der Lebenslehre Solche, welche
nach dem Tode kommen; diese durfte ich sehen und nicht in das Priestertum eingeweiht sind, und
auch in ihnen herumgehen; die Mitte der einen Stadt gemeinhin Laien heissen. Diese letztere Lehre ist zu
ist da, wo in dem London England‘s die finden in dem Gebet, das jeden Sonntag in den
Versammlung der Kaufleute ist, welche man Exchange Kirchen denjenigen vorgelesen wird, die zum Heiligen
[Börse] heisst: hier wohnen die Vorsteher. Oberhalb Abendmahl gehen: in ihm wir offen gesagt, dass sie,
dieser Mitte ist der Morgen, unterhalb derselben der wofern sie nicht das Böse als Sünde fliehen, sich in
Abend; auf der rechten Seite der Mittag, auf der linken ewige Verdammnis stürzen werden, und wenn sie
die Mitternacht. In der Morgengegend wohnen die, dabei dennoch zum Heiligen Abendmahl gehen, der
welche mehr als die Uebrigen ein Leben der Teufel in sie wie in den Judas fahren werde. Ueber
Nächstenliebe geführt hatten, und hier finden sich diese Lebenslehre, welche nicht übereinstimmt mit
prächtige Paläste; in der Mittagsgegend wohnen die ihrer Glaubenslehre, sprach ich zuweilen mit den
Weisen, bei welchen sich viel Glänzendes findet; in Priestern; sie erwiderten nichts, dachten aber, was sie
der Mitternachtsgegend wohnen die, welche vor den nicht auszusprechen wagten. Jenes Gebet kann man
Uebrigen die Sprech= und Schreibfreiheit lieben; in finden in der ‚Lebenslehre für das Neue Jerusalem‘ Nr.
der Abendgegend die, welche sich zum Glauben 5.6.7.
bekennen. Zur Rechten hier in dieser Gegend ist ein
Eingang in jene Stadt, und auch ein Ausgang aus ihr:
46. Ich sah öfter einen Engländer, der berühmt ganzen Scharfsinn noch weiter zu untersuchen, ob es
geworden war durch ein Buch, das er vor Jahren ein solches unbekanntes einfliessen und inneres
herausgegeben, und in dem er die Verbindung des Wirken ohne äusseres Wirken des Menschen gebe, und
Glaubens und der Nächstenliebe durch ein inneres man sah, wie er nun seinen Verstand anstrengte, und
Einfliesen und Einwirke des Heiligen Geistes zu in Gedanken alle Wege durchlief, fortwährend
befestigen gesucht hatte, indem er lehrte, dass jener überzeugt, dass der Mensch nicht anders
Einfluss auf unaussprechliche Weise und ohne Wissen herumgebracht und selig werde; so oft er aber an‘s
des Menschen anrege, nicht aber den Willen berühre, Ende eines Weges kam, gingen ihm die Augen auf,
noch weniger ihn merkbar bewege, oder das Denken und er erblickte sich auf einem Irrwege, was er auch
des Menschen aufrege, etwas wie aus sich zu tun, vor den Anwesenden bekannte. So sah ich ihn zwei
ausser zulassungsweise, und dies darum, damit nichts Jahre herumschwärmen, und am Ende seiner
vom Menschen mit eindringe in das wirken der Wanderungen bekennen, dass es kein solches
göttlichen Vorsehung; ferner, dass so das Böse vor Einfliessen gebe, wenn nicht das Böse im äussern
Gott nicht erscheine. Auf diese Weise schloss er die Menschen entfernt werde, was dadurch geschehe, das
äussern Uebungen der Nächstenliebe aus, sofern sie man das Böse als Sünde fliehe wie von sich selbst;
irgendworin zur Seligkeit beitragen sollen, ich hörte ihn auch endlich sagen, dass alle, welche
begünstigte sie aber, sofern sie des gemeinen Besten sich in jener Ketzerei bestärken, aus dem Dünkel
wegen geschehen; und weil seine Begründung eigener Einsicht wahnwitzeln.
sinnreich war, und man die im Gras verborgene
Schlange nicht gewahrte, so wurde sein Buch als ein 47. Ich sprach mit Melanchthon, und fragte ihn, in
ganz rechtgläubiges aufgenommen. Eben dieser Autor welchem Zustand er sich befinde; er wollte aber nicht
behielt nach seinem Ausgang aus der Welt das hierauf antworten, daher ich durch andere von seinem
nämliche Dogma bei, und konnte nicht davon Loos unterrichtet wurde, dass er nämlich abwechselnd
abgebracht werden, weil er sich darin bestärkt hatte. sich in einem getäfelten steinernen Gewölbe, und
Die Engel sprachen mit ihm, und sagten, dass es abwechselnd in der Hölle befinde; und dass er in dem
keine Wahrheit sei, sondern blos ein sinnreicher Gewölbe der Kälte wegen mit einem Bärenpelz
Einfall, in schöne Worte gebracht; und dass die angetan erschiene, und die Ankömmlinge aus der
Wahrheit sei, dass der Mensch das Böse fliehen, und Welt, welche ihn seines berühmten Namens wegen
das Gute tun müsse wie aus sich, mit der besuchen wollen, nicht in sein Gemach einlasse,
Anerkennung jedoch, das es vom Herrn sei, und dass wegen der Unreinlichkeit darin. Er spricht noch vom
der Glaube früher nicht da sei, noch weniger jenes blossen Glauben, den er in der Welt mehr als Andere
Denken, das er Glauben nenne; und weil dies seinem befestigte3.
Dogma widersprach, ward ihm zugelassen, mit seinem

DIE HOLLÄNDER IN DER GEISTIGEN WELT.

48. Oben Nr. 20 ist gesagt worden, dass die Christen, natürlichen Welt, und dass die Wohnungen nach den
bei welchen das Wort gelesen, und der Herr verehrt Himmelsgegenden Wohnungen sind nach der
wird, sich in der Mitte der Nationen und Völker der Aufnahme des Glaubens und der Liebe, und sich im
ganzen geistigen Welt befinden, und dies darum, weil Osten diejenigen befinden, die vorzüglich in der Liebe
das meiste geistige Licht bei ihnen ist, und das Licht und Nächstenliebe stehen, und im Süden die, welche
von da wie von seinem Mittelpunkt aus sich in alle vorzüglich in der Einsicht und im Glauben sind, sehe
Umkreise bis zu den Untersten herab verbreitet, und man im Werke über ‚Himmel und Hölle‘, Nr. 141 bis
sie erleuchtet, ganz so wie es in der ‚Lehre des Neuen 153. Unter den Ursachen, warum sie in jenen
Jerusalem von der Heiligen Schrift‘, Nr. 104 bis 113 Gegenden der christlichen Mitte sind, ist auch die,
gezeigt worden ist. In der Mitte haben die dass sie den Handel als Endzweck lieben, und das
protestantischen Christen ihre Plätze je nach der Geld als dienendes Mittel, jene Liebe aber geistig ist;
Aufnahme des geistigen Lichtes vom Herrn erhalten; wird hingegen das Geld als Endzweck geliebt, und der
und weil die Engländer dieses Licht im intellectuellen Handel als dienendes Mittel, so ist dies eine
Gebiete bei sich bewahren, so befinden sie sich im natürliche Liebe, und hat ihren Ursprung in der
Innersten jener Mitte; die Holländer aber, weil sie Habsucht. In obengenannter geistiger Liebe, welche an
jenes Licht in nähere Verbindung mit dem natürlichen sich betrachtet das gemeine Beste ist, in dem das
Licht erhalten, und daher bei ihnen kein solcher Beste des Vaterlandes besteht und entspringt, sind die
schneeweisser Lichtglanz erscheint, sondern statt Holländer mehr als Andere.
desselben etwas Undurchsichtiges, empfänglich für
das Vernünftige aus dem geistigen Licht und zugleich 49. Die Holländer hängen den Prinzipien ihrer
aus der geistigen Wärme, so haben sie in jener Religion fester an als Andere, und trennen sich auch
christlichen Mitte Wohnungen im Osten und Süden nicht von ihnen, und wenn sie überführt werden, das
erhalten; im Osten wegen ihrer Empfänglichkeit für dies oder jenes nicht zusammenstimme, so bejahen sie
geistige Wärme, welche ihnen Nächstenliebe ist; und es dennoch nicht, sondern wenden sich ab, und
im Süden wegen ihrer Empfänglichkeit für geistiges bleiben unbeweglich dabei. So entfernen sie sich dann
Licht, das ihnen Glaube ist. Dass es sich mit den aber auch von der innern Anschauung des Wahren,
Himmelsgegenden in der geistigen Welt nicht so denn sie halten ihre Vernunft in geistigen Dingen
verhält, wie mit den Himmelsgegenden in der unter dem Gehorsam gefangen; und weil sie so
beschaffen sind, so werden sie nach dem Tode, wenn 51. Die Städte, in welchen die Holländer wohnen,
sie in die geistige Welt kommen, ganz anders als die sind auf besondere Weise verwahrt; alle Gassen in
Uebrigen zur Aufnahme des Geistigen des Himmels, ihnen sind bedeckt, und mit Thoren versehen, damit
welches das Göttlich=Wahre ist, zubereitet; sie werden sie nicht von den Felsen und Hügeln rings umher
nicht unterrichtet, weil sie nichts annehmen, sondern gesehen werden; dies ist der Fall wegen der ihnen
es wird ihnen der Himmel beschrieben, wie er eingepflanzten Klugheit, ihre Entschlüsse zu
beschaffen ist, und hernach wird ihnen erlaubt, sich in verbergen, und ihre Absichten nicht unter die Leute
denselben zu erheben, und ihn zu sehen, und dann kommen zu lassen; denn diese werden in der geistigen
wird ihnen, was mit ihrer Sinnesart zusammenstimmt, Welt durch das Hineinsehen an‘s Licht gebracht.
eingeflösst, worauf sie entlassen werden, und voll Kommt jemand in der Absicht, ihren Zustand
Sehnsucht nach dem Himmel zu den Ihrigen auszuforschen, in ihre Stadt, so wird er, wenn er
zurückkehren. Nehmen sie dann nicht als Wahrheit an, wieder hinausgehen will, zu den verschlossenen
dass Gott dem Wesen und der Person nach Einer ist, Thoren der Gasen geführt, und wieder zurück, und so
und dass dieser Gott der Herr ist, und in ihm die zu mehreren, und so lange, bis es ihm höchst lästig
Dreieinheit ist; ferner die Wahrheit, dass der Glaube wird, dann wird er hinausgelassen, und dies zu dem
und die Nächstenliebe im Erkennen und Reden gar Ende, dass er nicht zurückkehre. Die Frauen, welche
nichts gelten und sind ohne das Leben derselben, und nach der Herrschaft über ihre Männer trachten, wohnen
dass beide vom Herrn gegeben werden, wenn sie das auf Einer Seite der Stadt, und kommen nicht öfter
Böse als Sünde fliehen; wenden sie sich hievon, wenn [mit diesen] zusammen, als sie eingeladen werden,
es gelehrt wird, ab, und denken sich Gott immer noch was auf freundliche weise geschieht; dann führen ihre
als drei Personen, und die Religion blos als schon Männer sie in Häuser, in welchen Ehegatten ohne
vorhanden seiend, so werden sie in jämmerliche Lagen Herrschaft des einen über den andern leben, und zeigen
versetzt, und der Handel wird ihnen entzogen, bis sie ihnen, wie schön und reinlich ihre Häuser seien, und
sich auf das Aeusserste gebracht sehen; und nun führt welches angenehme Leben sie führen, und dass dies
man sie zu denen, welche an allem Ueberfluss haben, von ihrer gegenseitigen ehelichen Liebe herkomme.
und bei welchen der Handel blüht, und hier wird Die, welche hierauf merken, und sich rühren lassen,
ihnen aus dem Himmel eingeflösst, sich zu fragen, stehen vom Herrschen ab, und leben mit ihnen
woher es wohl komme, dass diese es so haben, und zusammen, und erhalten nun eine Wohnung näher
zugleich nachzudenken über den Glauben derselben gegen die Mitte, und heissen Engel. Die Ursache ist,
betreffend den Herrn, und über das Leben derselben, dass die eheliche Liebe eine himmlische Liebe ist, bei
dass sie nämlich das Böse als Sünde verabscheuen; sie der kein Herrschen stattfindet.
stellen auch einige Vergleichungen an, und finden
Uebereinstimmung mit ihren eigenen Gedanken und 53. In den Tagen des letzten Gerichts sah ich, wie aus
Reflexionen. Dies geschieht zu wiederholten Malen. den Städten dort, und aus den Höfen und Ländereien
Endlich denken sie von sich selbst, dass sie, um aus rings umher, viele Tausende jener Nation ausgeworfen
ihrem Elend herauszukommen, ebenso glauben und wurden, welche in der Welt nichts Gutes aus Religion
ebenso tun müssen; und wie sie dann jenen Glauben oder Gewissenhaftigkeit, sondern blos ihres guten
annehmen, und jenes Leben der Nächstenliebe leben, Rufes wegen, damit sie als redlich erscheinen
so wird ihnen Vermögen und Lebensgenuss gegeben; möchten, [und] um des Gewinnes willen getan hatten;
auf diese Weise werden die, welche in der Welt denn wenn Solchen die Aussicht auf guten Ruf oder
einigermassen ein Leben der Nächstenliebe geführt auf Gewinn genommen wird, was in er geistigen Welt
haben, von selbst, und nicht durch Andere, gebessert, geschieht, so rennen sie in jede Schandtat, und
und zum Himmel zubereitet. Sie werden in der Folge berauben Alle, welche ihnen aufstossen, wann sie auf
beständiger als Andere, so dass man sie die dem Felde und ausserhalb der Stadt sind. Ich sah, wie
Beständigkeit selbst nennen kann; denn sie lassen sich sie in einen Feuerschlund, der sich unter der östlichen
durch keine Vernünftelei, durch keine Täuschung, Gegend hinzog, und in eine finstere Höhle geworfen
durch keine Dunkelheit der Sophistik, und durch wurden, welche sich unter der südlichen Gegend
keine verkehrte, in blosser Bestärkung begründete hinzog. Diese Ausstossung sah ich im Jahre 1757,
Vision wieder abbringen. den 9ten Januar. Zurück blieben diejenigen, welche
Religion, und durch die Religion auch Gewissen
50. Die Holländer unterscheiden sich genau von hatten.
andern in der geistigen Welt, weil sie in ähnlichen
Kleidern wie in der natürlichen Welt erscheinen, nur 54. Ich sprach auch, jedoch nur einmal, mit Calvin; er
mit dem Unterschied, dass diejenigen, welche jenen befand sich in einer Gesellschaft des Himmels4,
geistigen glauben und jenes geistige Leben in sich welche sich vornenhin über dem Haupte zeigt, und
aufgenommen haben, in glänzenden Kleidern sagte, dass er nicht mit Luther und Melanchthon
erscheinen. Der Grund, warum sie in ähnlichen übereingestimmt habe in Betreff des blossen
Kleidern erscheinen, ist der, dass sie in den Prinzipien Glaubens, weil im Worte so oft die Werke genannt
ihrer Religion beständig beharren, in der geistigen werden, und das Tun geboten wird, und daher Glaube
Welt aber alle denselben gemäss bekleidet werden; und Werke zu verbinden seien. Dass Calvin in seiner
weshalb diejenigen, welche in den göttlichen Gesellschaft wohl gelitten sei, weil er gutartig sei,
Wahrheiten sind, Gewänder von weisser Farbe und und keine Unruhen errege, hörte ich von einem
von Byssus haben. Vorsteher jener Gesellschaft.
55. Was für ein Loos Luther habe, soll anderwärts sich daher noch in der Geisterwelt, welche in der
gesagt werden, da ich ihn oft gehört und gesehen Mitte zwischen dem Himmel und der Hölle ist,
habe; hier nur dies, dass er öfter von seinem blossen befindet, und er hier zuweilen Hartes zu leiden hat. 5.
glauben abtreten wollte, aber vergebens, und das er

DIE PÄPSTLICHEN IN DER GEISTIGEN WELT.

56. Von den Päpstlichen und von dem Letzten Gericht der Leitung des Herrn durch Engel erzogen, nichts von
über sie ist in dem kleinen Werke vom Jüngsten den Religionsirrtümern ihrer Eltern.
Gericht Nr. 53 bis 64 gehandelt worden. Die
Päpstlichen erscheinen in der geistigen Welt um die 59. Alle, welche von den Erdkörpern her in die
Protestanten herum, und sind durch einen geistige Welt kommen, werden anfangs in dem
Zwischenraum von ihnen getrennt, den sie nicht Glaubensbekenntnis und in der Religion ihres
überschreiten dürfen; gleichwohl wissen die, welche Vaterlandes gehalten; so nun auch die Päpstlichen;
aus dem Jesuitenorden sind, such durch geheime weshalb sie immer einen Vorgesetzten über sich
Künste Verbindungen zu verschaffen, und senden auch haben, der den Oberbischof vorstellt, und en sie auch
auf unbekannten Pfaden Missionare aus, um sie zu auf dieselbe Art wie in der Welt verehren; selten aber
verführen; allein man kommt ihnen auf die Spur, und macht einer, der in der Welt Papst gewesen war, dort
sie werden dann, nachdem sie abgestraft sind, den Oberbischof; doch war der, der vor 20 Jahren
entweder zu ihren Genossen zurückgeschickt, oder in Papst zu Rom war, ihnen vorgesetzt, und dies darum,
die Hölle geworfen. weil er in seinem Herzen den Glauben hegte, dass das
Wort heiliger sei als man glaubt, und dass der Herr
57. Nach dem Jüngsten Gericht ist ihr Zustand so verehrt werden müsse; allein nachdem er das Amt des
verändert worden, dass es ihnen nicht mehr wie früher Oberbischofs einige Jahre verwaltet hatte, legte er
erlaubt ist, sich in Kongregationen zu vereinen, dasselbe nieder, und begab sich zu den
sondern jeder Liebe, sowohl der guten als der bösen, protestantischen Christen, unter welchen er noch ist,
sind ihre Wege bereitet, welche die, so von der Welt und ein seliges Leben lebt. Es ward mir erlaubt, ihn
her ankommen, sogleich betreten, und zu der ihrer zu sprechen, und er sagte, das er den Herrn allein
Liebe entsprechenden Gesellschaft fortwandeln. So anbete, weil Er der Gott sei, der Gewalt über Himmel
werden dann die Bösen zu einer Gesellschaft und Erden habe, und das die Anrufungen der heiligen
hingeführt, welche mit den Höllen in Verbindung läppische Possen seien, und ebenso ihre Messen; und
steht, und die Guten zu einer Gesellschaft, welche mit das er in der Welt damit umgegangen sei, die Kirche
den Himmeln in Verbindung steht. Auf diese Weise zu reformieren, aus Ursachen aber, die er auch
ist dafür gesorgt, dass sie nicht mehr wie früher sich anführte, es nicht vermocht habe. Ich sah, wie er bei
künstliche Himmel bilden. Derartige Gesellschaften der Zerstörung der grossen Stadt im Norden, in der
gibt es in der Geisterwelt, welche in der Mitte sich die Päpstlichen befanden, am Tage des letzten
zwischen Himmel und Hölle ist, unzählige, ebenso Gerichts in einer Sänfte herausgetragen, und an einen
viele als es Gattungen und Arten von guten und bösen sichern Ort gebracht wurde. Etwas ganz Anderes
Gefühlen gibt; in dieser Zwischenzeit aber, ehe sie widerfuhr seinem Nachfolger.
entweder in den Himmel erhoben, oder in die Hölle
geworfen werden, stehen sie in geistiger Verbindung 60. Diesem darf ich noch folgende Denkwürdigkeit
mit den Menschen der Welt, und dies deswegen, weil beifügen. Es ward mir erlaubt mit Ludwig XIV. Dem
diese sich auch in der Mitte zwischen Himmel und [Ur=] Grossvater des jetzt regierenden Königs von
Hölle befinden. Frankreich zu reden, welcher, da er noch in der Welt
war, den Herrn verehrt, das Wort gelesen, und den
58. Alle diejenigen Päpstlichen, welche nicht völlig Papst blos als den Höchsten in der Kirche anerkannt
Götzendiener waren, und aus Religion mit hatte; weshalb er auch in der geistigen Welt in
aufrichtigem Herzen Gutes getan, und auch zum Herrn grossem Ansehen steht, und die beste Gesellschaft der
aufgesehen hatten, werden zu Gesellschaften, welche französischen Nation regiert. Einst sah ich ihn wie
sich an den Grenzen gegen die Protestanten hin wenn er Treppen hinabstiege, und nachdem er
befinden, hingeführt, und hier unterrichtet, und es hinabgestiegen war, hörte ich ihn sagen, es komme
wird ihnen das Wort vorgelesen, und der Herr ihm vor, wie wenn er zu Versailles wäre, und nun war
gepredigt; und diejenigen, welche die Wahrheiten eine Stille von einer halben Stunde ungefähr, nach
annehmen, und sie aufs Leben anwenden, werden in deren Verfluss er sagte, er habe mit dem König von
den Himmel erhoben, und werden Engel. Dergleichen Frankreich, seinem [Ur=] Enkel, über die Bulle
Gesellschaften von ihnen gibt es mehrere in jeder Unigenitus gesprochen, und ihn ermahnt, das er von
Gegend, und überall werden sie geschützt gegen die seinem früheren Beschlusse, sie anzunehmen, da sie
betrüglichen und schlauen Umtriebe der Mönche, und verderblich für die französische Nation sei. Er sagte,
gegen den babylonischen Sauerteig. Ueberdies sind das er dies dem Denken desselben tief eingeprägt
ihre Kinder alle in dem Himmel, und wissen, unter habe. Dies geschah im Jahre 1759, den 13. Dezember
Abends um die achte Stunde.

DIE HEILIGEN DER PÄPSTLICHEN IN DER GEISTIGEN WELT.


61. Bekannt ist, dass dem Menschen von seinen nach ihrem Tode Heilige zu werden, damit sie
Eltern her Böses eingepflanzt oder anererbt ist, allein angerufen würden.
Wenige wissen, worin es besteht. Es besteht in der
Herrschsucht, welche so beschaffen ist, dass sie in 64. Viele aus den Päpstlichen, besonders die Mönche,
eben dem Mass, als ihr die Zügel gelassen werden, fragen, wenn sie in die geistige Welt kommen, nach
hervorbricht, so sehr, dass sie vor Begierde brennt, den Heiligen, jeder nach dem Heiligen seines Ordens,
über Alle zu herrschen, und zuletzt als Gott angerufen finden sie aber nicht. Sie wundern sich darüber,
und verehrt werden will. Diese Sucht ist die Schlange, werden aber in der Folge von Andern belehrt, dass
welche die Eva und den Adam verführte; denn sie dieselben sich entweder unter denen, die in den
sagte zum Weibe: „Gott weiss, dass, an welchem Tag Himmeln, oder unter denen, die in den Höllen sind,
ihr von der Frucht des Baumes esset, eure Augen befinden, jeder nach Beschaffenheit seines Lebens in
geöffnet, und ihr dann sein werdet wie Gott,“ 1.Mose der Welt, und das sie überall nichts wissen von ihrer
3,4.5. In wie weit daher der Mensch bei Verehrung und Anrufung, und dass die, welche davon
Zügellosigkeit sich in diese Liebe stürzt, in so weit wissen, und angerufen werden wollen, in jener
wendet er sich von Gott ab, und zu sich selbst hin, abgesonderten Hölle und im Zustand des Wahnsinns
und wird ein Gottesläugner, und dann k können die seien. Die Verehrung der Heiligen ist ein solcher
göttlichen Wahrheiten, welche im Worte sind, zu Gräuel im Himmel, dass man erschrickt, sobald man
Mitteln dienen; weil aber die Herrschsucht der nur davon hört; denn in wie weit einem Menschen
Endzweck ist, so liegen die Mittel nur in so weit am Verehrung geweiht wird, in so weit wird die
Herzen, als sie dienen. Dies ist der Grund, warum die, Verehrung dem Herrn entzogen, da er auf diese Weise
welche im mittleren, und die welche im äussersten nicht allein verehrt werden kann; und wenn der Her
Grade der Herrschsucht sind, sich alle in der Hölle nicht allein verehrt wird, so geschieht eine Trennung,
befinden; denn in dieser ist jene Sucht der Teufel, und welche die Gemeinschaft, und die aus ihr fliessende
Einige daselbst sind von der Art, dass sie es nicht Seligkeit des Lebens aufhebt.
einmal ertragen, wenn jemand von Gott redet.
65. Damit ich wüsste, wie die Heiligen der
62. Diese Sucht findet sich bei denjenigen von den Päpstlichen beschaffen sind, und es sodann bekannt
Päpstlichen, welche in der Brunst der Lust jener Liebe machen könnte, wurden aus der untern Erde gegen
geherrscht, und das Wort verachtet, und ihm die Hundert heraufgeführt, welche von ihrer
Aussprüche des Papstes vorgezogen hatten; diese Heiligsprechung wussten. Sie stiegen hinter dem
werden dem äussern nach gänzlich abgeödet, bis sie Rücken herauf, und nur einige vor dem Angesicht,
nichts mehr von der Kirche wissen, und dann werden und mit Einem von diesen sprach ich, der, wie man
sie in die Hölle geworfen und werden Teufel. Es gibt sagte, Xaver war. Dieser war, so lange er mit mir
eine gewisse Hölle, für diejenigen abgesondert, sprach, ein völliger Narr, konnte mir jedoch sagen,
welche wie Götter angerufen werden wollen, wo sie in dass er an seinem Ort, an dem er eingeschlossen
solchem Phantasieren sind, dass sie nicht das sehen, gehalten werde, kein Narr sei, sondern ein solcher
was ist, sondern Dinge, die nicht sind. Sie sind in werde, so oft er denke, dass er heilig sei. Ein
einem Wahnsinn wie die, welche in einem bösartigen ähnliches Gemurmel vernahm ich von denen, die im
Fieber Flocken in der Luft sehen und in ihrem Rücken waren.
Gemach und über ihrer Bettdecke Dinge, die nicht da
sind. Dieses schlimmste Uebel wird verstanden unter 66. Anders verhält es sich mit den sogenannten
dem „Kopf der Schlange, der vom Samen des Weibes Heiligen im Himmel. Diese wissen von dem, was auf
zertreten wird, und der dessen Ferse verletzt“, 1.Mose Erden geschieht, gar nichts; und ich habe auch mit
3,15. Die Ferse des Herrn, welcher der Same des ihnen nicht gesprochen, damit nicht irgend eine Idee
Weibes ist, ist das ausgehende Göttliche im hievon bei ihnen Eingang finde. Nun einmal ging
Untersten, und dieses ist das Wort im Sinne des Maria, die Mutter des Herrn, vorüber; sie erschien
Buchstabens. über dem Haupt in weissem Gewand, blieb ein wenig
stehen und sagte dann; sie sei die Mutter des Herrn
63. Weil der Mensch von seinem erblichen Hang her gewesen; Er sei zwar aus ihr geboren worden, habe
so beschaffen ist, das er herrschen will, und nach und aber, als Er Gott geworden, alles Menschliche aus ihr
nach, so wie ihm die Zügel nachgelassen werden, über abgelegt, und sie bete Ihn nun als ihren Gott [an], und
Viele und zuletzt über Alle, und das Innerste seiner wolle nicht, das jemand Ihn als ihren Sohn anerkenne,
Liebe ist, dass er als Gott angerufen und verehrt weil in Ihm alles göttlich sei.
werden will, so werden Alle, welche durch päpstliche
Bullen heilig gesprochen worden sind, den Augen 67. Diesem will ich noch folgendes Merkwürdige
Anderer entzogen und verborgen gehalten, und es wird beifügen. Den Parisern, die in der geistigen Welt eine
ihnen aller Verkehr mit ihren Verehrern genommen; Gesellschaft bilden, erschient zuweilen ein Weib in
und dies zu dem Ende, damit nicht jene Wurzel des mittlerer Höhe, in glänzendem Gewand, und mit dem
schlimmsten Uebels bei ihnen erweckt werde, und sie Gesicht einer Heiligen, und gibt sich für Genoveva
in den phantastischen Wahnsinn geraten, in welchem aus. Sobald aber Einige sie anzubeten anfangen,
sich oben erwähnte Höllen befinden. In solchem verändert sich sogleich ihr Gesicht, und auch ihr
Wahnsinn sind diejenigen, welche während ihres Gewand, und sie wird wie ein gewöhnliches Weib,
Lebens in der Welt eifrig darnach getrachtet haben, und tadelt sie, dass sie ein Weib, das bei ihren
Genossinnen in keinem grössern Ansehen als dem
einer Magd stehe, anbeten wollen, und wundert sich, auch, dass sie erscheine, damit die Verehrer eines
dass die Menschen der Welt sich durch dergleichen Menschen von den Verehrern des Herrn ausgeschieden
läppische Possen berücken lassen. Die Engel sagten würden.

DIE MOHAMMEDANER IN DER GEISTIGEN WELT; UND VON MOHAMMED.

68. Die Mohammedaner erscheinen in der geistigen würde, ward Mohammed von der Unterwelt
Welt hinter den Katholiken im Westen, und bilden heraufgebracht, und gezeigt, wo dann auch ich ihn
gleichsam die Einfassung. Sie erscheinen hier sah; er sah aus wie die fleischlichen Geister, die kein
hauptsächlich deswegen, weil sie den Herrn als inneres Vernehmen haben, mit einem ins Schwarze
grössten Propheten, als Sohn Gottes, und als den fallenden Angesicht; und ich hörte ihn blos die Worte
Allerweisesten anerkennen, der in die Welt gesandt sagen: Ich bin euer Mohammed! Und sogleich schien
worden, um die Menschen zu belehren. Jeder wohnt in er zu versinken, und kehrte an seinen Ort zurück.
jener Welt in einer Entfernung von der christlichen
Mitte, wo die Protestanten sind, je nach Massgabe 71. Was ihre Religion anbelangt, so ist eine solche
seines Bekenntnisses vom Herrn und von Einem Gott; zugelassen worden, weil sie dem Genius des
denn dieses verbindet die Gemüter mit dem Himmel, Orientalen zusagt, daher sie auch in so vielen Reichen
und macht die Entfernung vom Osten, über welchem angenommen wurde; ferner weil in ihr die
der Herr ist. Die, welche in Folge ihres bösen Lebens Vorschriften der zehn Gebote zugleich zu Geboten der
nicht von Herzen in jenem Bekenntnisse sind, Religion gemacht worden sind; und weil auch etwas
befinden sich unterhalb jenen in den Höllen. vom Wort in ihr war, und besonders weil der Herr als
Sohn Gottes und als der Allerweiseste anerkannt ward.
69. Weil die Religion das Innerste des Menschen Auch wurden durch sie die Götzendienste vieler
ausmacht, und aus dem Innersten das Uebrige bei ihm Heiden zerstört. Dass ihnen keine inwendigere
sein Dasein hat, und eil Mohammed zugleich mit Religion durch Mohammed eröffnet wurde, geschah
ihrer Religion in ihren Gemütern lebt, so stellt sich wegen der Vielweiberei, welche Unreines gegen den
immer ein Mohammed ihrem Blicke dar; und damit Himmel ausdünstet; denn die Ehe eines Mannes mit
sie ihr Angesicht dem Osten, über welchem der Herr Einer Frau entspricht der Ehe des Herrn und der
ist, zukehren möchten, wird er unterhalb der Kirche.
christlichen Mitte hingestellt. Es ist nicht Mohammed
selbst, der den Koran geschrieben, sondern ein 72. Viele von ihnen sind empfänglich für das Wahre,
Anderer, der seine Stelle vertritt; auch ist es nicht und sehen in Vernunftgründen das Rechte, was ich aus
immer der Nämliche, sondern er wechselt. Einst war Gesprächen mit ihnen in der geistigen Welt abnehmen
es Einer aus Sachsen, der von den Algierern gefangen konnte. Ich sprach mit ihnen über den Einen Gott,
genommen und Mohammedaner geworden war. über die Auferstehung und über die Ehe. Ueber den
Dieser, weil er auch christ gewesen war, ward Einen Gott sagten sie, sie begreifen nicht, wie die
angetrieben, vor ihnen vom Herrn zu reden, das er Christen von einer Dreieinigkeit reden und sagen
nicht ein Sohn Josephs, wie sie in der Welt geglaubt, können, dass es drei Personen gebe, und jede Gott sei,
sondern ein Sohn Gottes gewesen sei, wodurch er und gleichwohl wieder sagen, das nur Ein Gott sei;
ihnen auch eine Idee von der Einheit der Person und ich antwortete ihnen aber, dass die Engel in dem aus
des Wesens des Herrn mit dem Vater beibrachte. jenen gebildeten Himmel nicht so reden, sondern dass
Diesem Mohammed folgten nachher andere, welche Gott der Person und dem Wesen nach Einer, und in
auch angetrieben wurden, Aehnliches vorzutragen. In ihm ein Dreifaltiges sei, und die Menschen auf Erden
Folge dessen gehen Viele von ihnen zum wahren dieses Dreifaltige drei Personen nennen, und dass
christlichen Glauben betreffend den Herrn über, und jenes Dreifaltige im Herr sei. Damit sie hierin bestärkt
die, welche übergehen, werden zu einer dem Osten würden, las ich ihnen aus Matthäus und Lucas vor,
näher gelegenen Gesellschaft gebracht, wo eine was in diesen von der Empfängnis des Herrn aus Gott
Verbindung mit dem Himmel besteht, in den sie dem Vater gesagt wird, und was Er selbst davon lehrt,
nachher erhoben werden. An dem Ort, wo jener das der Vater und Er eins seien. Nachdem sie dies
Mohammed seinen Sitz hat, erschien ein Feuer, wie gehört, verstanden sie die Sache, und sagten, das auf
von einer Fackel, damit er erkannt werde; aber dieses diese Weise das göttliche Wesen in ihm sei. Von der
Feuer ist nur den Mohammedanern sichtbar. Auferstehung sagten sie, sie begreifen die Christen
nicht, wenn dieselben vom Zustand des Menschen
70. Mohammed selbst, der den Koran geschrieben, nach dem Tode reden, da sie die Seele einem Wind
kommt heut zu Tage nicht zum Vorschein. Es ward oder einer Luft gleich machen, und ihr daher alle
mir gesagt, dass er in den ersten Zeiten ihnen Vergnügen vor der Vereinigung mit dem Körper am
vorgesetzt gewesen sei, weil er aber über alles zu ihrer Tage des Jüngsten Gerichts absprechen; ich erwiderte
Religion Gehörige wie ein Gott habe herrschen ihnen aber, das nur Einige so reden, Andere aber die
wollen, so sei er von seinem Sitz, den er unterhalb der nicht von dieser Sekte seien, glauben, dass sie nach
Päpstlichen hatte, verstossen, und rechts hinab neben dem Tod in den Himmel kommen, mit den Engeln
den Süden gewiesen worden. Einst wurden einige aus reden, und himmlische Freuden geniessen werden, die
Mohammedanern bestehende Gesellschaften von sich nicht unterscheiden von ähnlichen Freuden in der
Uebelgesinnten aufgewiegelt, Mohammed als Gott Welt, obgleich sie dieselben nicht beschreiben; und
anzuerkennen; damit nun der Aufstand gedämpft das heut zu Tag ihnen Mehreres über den Zustand
nach dem Tod geoffenbart werde, was sie früher nicht zulasse; sie hörten die Gründe an, und nahmen das
gewusst hätten. Ueber die Ehe sprach ich Mehreres Richtige in denselben wahr, so wie auch dies, dass
mit ihnen, und unter Anderem auch, dass die eheliche ihnen Vielweiberei zugelassen worden sei, weil sie
Liebe eine himmlische Liebe sei, nur möglich Morgenländer seien, welche ohne diese Zulassung
zwischen zweien, und dass eine Verbindung mit mehr als die Europäer für schändliche Ehebrüche
mehreren Weibern das Himmlische jener Liebe nicht entbrannt und verloren gegangen wären.

DIE AFRIKANER UND DIE HEIDEN IN DER GEISTIGEN WELT.

73. Die Heiden, welche nichts vom Herrn wissen, den Augen sichtbar, habe geschehen können. Sagt
erscheinen um die her, die von ihm wissen, jedoch so, man ihnen, das er nicht erschienen sei, wie die Engel
dass die äussersten Umkreise nur von solchen gebildet zu erscheinen pflegen, sondern das Er als Mensch
werden, welche völlige Götzendiener sind, und die geboren, und so gesehen worden sei, so stehen sie
Sonne und den Mond angebetet hatten. Diejenigen eine Weile an, und fragen dann, ob Er von einem
aber, welche Einen Gott anerkennen, und Vorschriften menschlichen Vater gezeugt worden sei; und wenn sie
wie die der zehn Gebote zu Geboten der Religion und hören, das Er empfangen worden sei von dem Gott
des Lebens gemacht haben, erschienen in der obern des Weltalls, und geboren von einer Jungfrau, so
Gegend, und stehen so in unmittelbarer Gemeinschaft sagen sie, das auf diese Weise das göttliche Wesen in
mit den Christen in der Mitte; denn die Gemeinschaft Ihm sei, und weil dies unendlich und das Leben selbst
wird auf diese Weise nicht unerbrochen durch die sei, so sei Er nicht ein Mensch wie andere gewesen.
Mohammedaner und Päpstlichen. Die Heiden sind Sie werden hierauf von Engeln belehrt, dass Er dem
auch abgeteilt nach ihrem Genius und nach ihrer Aussehen nach Mensch gewesen sei wie ein anderer
Empfänglichkeit für das vom Herrn durch die Himmel auch, dass aber, da Er in der Welt gewesen, sein
einfliessende Licht; den es gibt unter ihnen göttliches Wesen, das in sich unendlich und das
innerlichere und äusserlichere, und dies haben sie Leben selbst sei, die von der Mutter empfangene
nicht von der Verschiedenheit des Klimas, sondern endliche Natur und deren Leben ausgestossen, und so
von ihrer Religion. Die Afrikaner sind innerlicher als sein in der Welt empfangenes und geborenes
die Uebrigen. Menschliche göttlich gemacht habe. Dies haben die
Afrikaner, welche tiefer geistig als die Uebrigen
74. Alle, welche Einen Gott als Schöpfer des Weltalls denken, begriffen und angenommen.
anerkennen und verehren, stellen sich Gott als
Menschen vor; sie sagen, das Niemand eine andere 76. Weil die Afrikaner auch in der Welt so beschaffen
Vorstellung von Gott haben könne. Wenn sie hören, sind, darum geschieht bei ihnen gegenwärtig eine
das Manche sich Gott wie ein Wölkchen vorstellen, so Offenbarung, welche in der Mitte anfängt, und sch
fragen sie, wo diese seien und wenn es heisst, sie rings umher verbreitet, jedoch nicht bis an die Meere
befinden sich unter den Christen, so sagen sie, dies erstreckt. Sie erkennen unsern Herrn als Herrn des
sei nicht möglich. Man erwiderte ihnen aber, diese Himmels und der Erde an, und lachen die Mönche
stellen sich Gott so vor, weil Er im Worte ein Geist aus, wo sie dieselben treffen, und die Christen, welche
heisse, und einen Geist denken sie sich nicht anders von einer dreifachen Gottheit und von einer
als ein Wolkenteilchen, nicht wissend, dass jeder Seligmachung durch ein blosses Denken reden; sie
Geist und jeder Engel Mensch ist; man habe aber sagen, dass es keinen Menschen gebe, der Religion
untersucht, ob ihre geistige Idee ihrer natürlichen habe, und nicht lebe nach seiner Religion, und dass er
Vorstellung ähnlich sei, und gefunden, das sie widrigen Falls notwendig dumm und böse werden
derselben nicht ähnlich sei bei denen, die den Herrn müsse, weil er dann nichts aus dem Himmel
innerlicher als Gott des Himmels und der Erde aufnehme; die erfinderische Bosheit nennen sie auch
anerkennen. Ich hörte einen gewissen Geistlichen aus Dummheit, weil nicht Leben sondern Tod in ihr sei.
den Christen sagen, Niemand könne sich eine Ich hörte der Engel Freude über diese Offenbarung,
Vorstellung vom Göttlich=Menschlichen machen, und weil durch sie eine Verbindung für sie mit dem
ich sah, wie er zu verschiedenen Heiden von den Vernünftigen des Menschen, das bisher durch blinden
innerlicheren allmälig zu noch innerlicheren, und von Autoritätsglauben verschlossen war, eröffnet werde. Es
diesen zu ihren Himmeln, und zuletzt zum ist mir aus dem Himmel gesagt worden, dass den
christlichen Himmel hingeführt, und ihm überall ihre Bewohnern jenes Weltteils durch Engelgeister
innere Vorstellung von Gott mitgeteilt wurde, und er gegenwärtig dasjenige mündlich vorgesagt werde, was
bemerkte, dass sie keine andere Vorstellung von Gott in der nun herausgegebenen Lehre des Neuen
haben als die von einem Menschen, welche Jerusalems vom Herrn, vom Wort, und in der
zusammenfällt mit der vom Göttlich=Menschlichen. Lebenslehre für das Neue Jerusalem enthalten ist.

75. Es gibt viele Gesellschaften von Heiden, 77. Als ich mit den Afrikanern in der geistigen Welt
besonders aus den Afrikanern, welche, wenn sie durch sprach, erschienen sie in gestreiften Kleidern von
Engel über den Herrn Belehrung erhalten haben, Leinwand; sie sagten, das dergleichen Kleider ihnen
sagen, es könne nicht anders sein, als dass Gott, der entsprechen, und das ihre Kleider gestreifte Kleider
Schöpfer des Weltalls, in der Welt erschienen sei, da von Seide haben. Sie erzählten von ihren Kindern,
Er sie erschaffen habe und sie liebe, und dass sein dass sie häufig von ihren Erzieherinnen Speise
Erscheinen nicht anders als in menschlicher Gestalt, fordern, und sagen sie hungern, und wenn ihnen
Speisen gereicht werden, so besehen sie dieselben und derselben Ekel errege; die wahre eheliche Liebe aber,
kosten sie, ob sie übereinstimmen und essen wenig; welche innerlich sei, und nichts mit der Geilheit
woraus erhellt, dass der geistige Hunger, der ein gemein habe, ewig bleibe, und an Kraft zunehme, und
Verlangen ist die reinen Wahrheiten zu wissen, dieses in gleichem Grad auch an Vergnügen.
wirkt; denn er ist eine Entsprechung. Wenn sie wissen
wollen, in welchem Zustand sie sich befinden in 78. Von den Ankömmlingen aus Europa sagten sie,
Hinsicht der Liebe zum Wahren und der dass sie dieselben nicht zulassen, und wenn Einzelne,
Wahrnehmung desselben, so ziehen sie ihre Schwerter, besonders Mönche, sich eindringen, so fragen sie
und wenn diese glänzen, so wissen sie, das sie in den dieselben, was sie wissen, und wenn sie ihnen dann
echten Wahrheiten sind, und zwar nach Massgabe Einiges von ihrer Religion erzählen, so nennen sie
ihres Glanzes. Auch dieses gründet sich auf die dasselbe läppische Possen, welche die Ohren
Entsprechung. Von der Ehe sagten sie, es sei ihnen beleidigen, und verwenden sie dann zu Arbeiten,
zwar nach ihrem Gesetz erlaubt, mehrere Frauen zu damit sie etwas Nützliches treiben, und wenn sie sich
nehmen, sie nehmen aber doch nur Eine, weil die dessen weigern, so verkaufen sie dieselben als
wahre eheliche Liebe nicht teilbar sei, und wenn sie Sklaven, die man vermöge ihres Gesetzes nach
geteilt werde, ihr Wesen, das himmlisch sei, zu Gefallen züchtigen dürfe; Könne man sie aber nicht
Grunde gehe, und sie äusserlich und somit geil werde, dazu bringen, etwas Nützliches zu tun, so verkaufe
und in kurzer Zeit, je nach der Abnahme der Kraft man sie zuletzt um niedern Preis an Geringe.
verächtlich werde, und zuletzt mit dem Verlust

DIE JUDEN IN DER GEISTIGEN WELT.

79. Die Juden erschienen vor dem Letzten Gericht auf 81. Sie handeln in jener Welt mit mancherlei Dingen,
der linken Seite der christlichen Mitte in einem Thale besonders mit Edelsteinen, die sie sich auf
daselbst, nach demselben aber wurden sie in den unbekannten Wegen aus dem Himmel verschaffen, wo
Norden versetzt, und ihnen der Verkehr mit den es Edelsteine in Menge gibt. Dass sie mit Edelsteinen
Christen untersagt, ausser mit solchen, welche handeln kommt daher, dass sie das Wort in seiner
ausserhalb der Städte herumschwärmen. Es befinden Grundsprache lesen, und seinen buchstäblichen Sinn
sich in jener Gegend zwei grosse Städte, in welche die heilig halten, die Edelsteine aber dem buchstäblichen
Juden nach dem Tode geführt werden, und welche sie Sinn des Wortes entsprechen; über welche
vor dem Gericht Jerusalem, nach demselben aber Entsprechung man nachsehen kann in der Lehre des
anders nannten, weil nach dem Gericht unter Neuen Jerusalems von der Heiligen Schrift, Nr. 42 bis
Jerusalem die Kirche verstanden wurde, in welcher der 45. Sie verkaufen dieselben an die Heiden, welche um
Herr allein angebetet wird. Es werden ihnen in ihren sie her in der nördlichen Gegend sind. Sie können
Städten bekehrte Juden vorgesetzt, welche sie auch durch Kunst ähnliche nachmachen, und die
ermahnen, nicht schimpflich von Christus zu Einbildung erregen, das es echte seien. Diese werden
sprechen, und diejenigen bestrafen, die es gleichwohl aber von ihren Vorgesetzten streng bestraft.
tun. Die Gassen jener Städte sind voll Kots, welcher
bis an die Knöchel gehet, und ihre Häuser voll 82. Die Juden wissen weniger als Andere, dass sie in
Unreinigkeiten, nach selchen sie auch riechen; weshalb der geistigen Welt sind, sondern meinen, sie seien
man nicht zu ihnen hingehen kann. noch in der natürlichen Welt, und dies darum, weil sie
ganz äusserliche Menschen sind, und über ihre
80. Es erscheint ihnen zuweilen ein Engel oben in Religion nicht von Innen heraus nachdenken; weshalb
mittlerer Höhe mit einem Stab in seiner Hand; und sie auch vom Messias noch ebenso wie früher reden,
bringt sie auf den Glauben, das er Moses sei, und als: dass er mit David kommen, und schimmernd von
ermahnt sie abzustehen von dem Wahnsinn, auch hier Diademen ihnen vorangehen und sie in das Land
noch den Messias zu erwarten; Christus sei der Canaan einführen, und auf dem Wege mittelst
Messias, der sie und Alle regiere, er wisse es, und Erhebung seines Stabes, die Flüsse, über die sie gehen
habe auch von ihm etwas gewusst, da er noch in der sollen, austrocknen werde; ferner, dass die Christen,
Welt gewesen. Wenn sie dies gehört haben, gehen sie (die sie unter einander auch Heiden nennen,) dann die
davon und der grösste Teil vergisst es, Wenige Zipfel ihrer Kleider anfassen, und sie flehentlich bitten
behalten es. Die es aber behalten, werden in werden, sie begleiten zu dürfen; und dass sie die
Synagogen, die aus Bekehrten bestehen, geschickt, Reichen je nach ihrem Vermögen mitnehmen, dass
und unterrichtet; und denen, die nach empfangenem aber auch diese ihnen dienen werden. Sie wollen nicht
Unterricht es annehmen, werden neue Kleider gegeben wissen, dass im Wort unter dem Lande Canaan die
statt der zerrissenen , in welchen sie vorher waren; Kirche verstanden wird, unter Jerusalem dieselbe in
auch wird ihnen das Wort gegeben, zierlich Rücksicht ihrer Lehre, und daher unter den Juden alle
geschrieben, und eine Wohnung in einer nicht die, welche zur Kirche des Herrn gehören werden.
unreinlichen Stadt; die es aber nicht annehmen, (Dass diese unter den Juden im Worte verstanden
werden in die Hölle unterhalb des grossen werden, sehe man in der Lehre von der Heiligen
Landstriches, den die Andern einnehmen, und Viele in Schrift, Nr. 51.) Fragt man sie, ob sie denn glauben,
Wäldern und in Wüsten geworfen, wo sie unter dass auch sie in das Land Canaan kommen werden, so
einander Strassenraub treiben. sagen sie, sie werden alsdann hinabsteigen. Sagt man
ihnen, dass jenes Land sie nicht alle fassen könne, so
antworten sie, es werde dann vergrössert werden. Sagt Befehl Jehovah‘s geschrieben habe, dann schweigen
man, sie wissen ja nicht, wo Bethlehem liege, und sie, und gehen weg, um sich Rats zu holen. Sagt
wer aus dem Stamme David‘s sei, so antworten sie, man, sie stammen von einer Canaiterin ab, und seien
dass der kommende Messias es wisse. Fragt man, wie aus der Hurerei des Juda mit seiner Schwiegertochter,
denn der Messias, der Sohn Jehovah‘s, mit solchen (1.Mose 38.) entsprungen, so geraten sie in Zorn, und
Bösen zusammenwohnen könne, so sagen sie, sie sagen, es genüge, dass sie von Abraham abstammen.
seien nicht böse. Hält man ihnen entgegen, dass doch Sagt man ihnen, dass inwendig im Wort ein geistiger
Moses in seinem Lied, 5.Mose 32, sie beschreibe, Sinn sei, der allein von Christus handle, so antworten
und sage, sie seien die Schlimmsten, so erwiedern sie, sie, es sei nicht so, inwendig im Worte sei nichts als
Moses sei damals darüber erzürnt gewesen, dass er Gold, und dergleichen mehr.
abtreten müsse; sagt man aber, dass Moses dies auf

DIE QUÄCKER IN DER GEISTIGEN WELT.

83. Es gibt schwärmerische Geister, welche von allen Zittern auf, das, von denselben verursacht, ihren
anderen getrennt sind, und die Nase so hoch tragen, Körper befiel, und nun empfinden sie eine Bewegung
dass sie glauben, sie seien der heilige Geist. Diese zur Linken. Es ward gezeigt, wie sie von der ersten
wurden zur Zeit, da das Quäkertum aufkam, aus den Zeit an allmählig auf Schlimmeres, und zuletzt auf
Wäldern, in welchen sie umherirrten, rings umher wie Befehl ihres heiligen Geistes auf Schändlichkeiten
heraus gezogen, und nahmen von Mehreren Besitz, geraten sind, die sie Keinem offenbaren Ich sprach mit
und flössten ihnen die Einbildung ein, das sie vom dem Stifter ihrer Religion, und mit Penn, welche
heiligen Geist getrieben werden; und weil dieselben sagten, dass sie an solchen Dingen keinen Teil hätten.
einen Einfluss fühlten, so nahm dieser Glaubenswahn Diejenigen aber, welche dergleichen begangen haben,
sie so sehr ein, dass sie sich für erleuchteter und werden nach dem Tode an einen finstern Ort
heiliger als Andere hielten, und daher von ihrem verwiesen, wo sie in Winkeln sitzen, und wie
Religionsglauben auch nicht mehr abgebracht werden Oeldrusen erscheinen.
konnten. Die, welche sich in demselben bestärkt
haben, verfallen nach dem Tode in ähnliche 85. Weil sie die beiden Sakramente, die Taufe und das
Schwärmerei, und werden von den Uebrigen heilige Abendmahl verworfen haben, und doch das
abgesondert, und in Wälder zu Aehnlichen verwiesen, Wort lesen und den Herr predigen, und von
wo sie von Ferne wie wilde Schweine erscheinen. schwärmerischen Geisern besessen reden, und so das
Diejenigen aber, welche sich nicht bestärkt haben, Heilige des Wortes mit entheiligten Wahrheiten
werden von den Andern abgesondert, und an einen Ort vermischen, so wird in der geistigen Welt keine
geschickt, der einer Wüste gleicht, und sich in den Gesellschaft aus ihnen gebildet, sondern nachdem sie
äussersten Gegenden des Südens befindet, wo Höhlen von einander getrennt, da und dort umhergeirrt,
ihre Tempel sind. werden sie fortgewiesen, und in besagter Wüste
gesammelt.
84. Nachdem die vorerwähnten schwärmerischen
Geister von ihnen entfernt waren, hörte auch das

DIE MÄHRISCHEN BRÜDER IN DER GEISTIGEN WELT.

86. Mit den Mährischen Brüdern, welche auch dann auch, und drohen denen, welche ihr Geheimnis
Herrenhuter heissen, sprach ich Vieles. Sie erschienen vom Herrn unter die Leute bringen.
zuerst in einem Thale, nicht weit von den Juden;
nachdem sie aber geprüft und enthüllt waren, wurden 87. Weil sie es in der geistigen Welt ebenso machten,
sie an unbewohnte Oerter verwiesen. Während sie und man doch wahrnahm, dass sie innerlich nicht so
geprüft wurden, wussten sie listiger Weise die Selen denken, so wurden sie, damit dies aufgedeckt würde,
für sich einzunehmen, indem sie sagten, sie seien in den untersten Himmel eingelassen, konnten aber
Ueberbleibsel der Apostolischen Kirche, daher sie sich die Sphäre der christlichen Liebe und daher des
auch untereinander als Brüder grüssen, und diejenigen Glaubens der Engel dort nicht aushalten, sondern
als Mütter, welche ihre tieferen Geheimnisse in sich entflohen. Und weil sie in der Welt geglaubt hatten,
aufnehmen; ferner, dass sie mehr als die Uebrigen den sie allein seien lebendig, und werden in den dritten
Glauben lehren, und den Herrn lieben, weil Er am Himmel kommen, so wurden sie nachher auch in
Kreuz gelitten, wobei sie ihn das Lamm und den diesen Himmel erhoben; als sie aber die Sphäre der
Gnadenstuhl nennen, und dergleichen mehr; wodurch Liebe zum Herrn daselbst empfanden, wurden sie von
sie glauben machen, dass bei ihnen die christliche Herzensangst ergriffen, und fingen an, innerlich Qual
Kirche selbst sei. Die, welche durch ihre süssen Reden zu empfinden, und convulsivische Bewegungen zu
eingenommen, sich ihnen nähern, werden von ihnen machen, wie die, welche mit dem Tode ringen,
erforscht, ob sie von der Art seien, dass sie ihnen ihre weshalb sie von da jählings herabstürzten. Hieraus
Geheimnisse zu entdecken wagen dürfen; ist dieses ward zuerst offenbar, dass sie in ihrem Innern keine
nicht der Fall, so verbergen sie dieselben; können sie Nächstenliebe und keine Liebe zum Herrn hegen.
aber, so offenbaren sie dieselben, und ermahnen sie Hernach wurden sie zu denen gesandt, welchen das
Amt übertragen ist, das Inwendige der Gedanken zu zugelassen war, zu reden wie früher in der Welt, und
prüfen; und von diesen ward ihnen gesagt, dass sie er beteuerte, dass er die Geheimnisse des Himmels
den Herrn gering schätzen, und das Leben der wisse, und dass Niemand in den Himmel komme, der
Nächstenliebe bis zum Abscheu davor verwerfen, und nicht seiner Lehre anhänge, ferner dass gänzlich
dass sie das Wort des Alten Testaments für unnütz verdammt sei, wer Gutes tue um der Seligkeit willen,
halten, und das Wort der Evangelisten verachten, blos und dass er lieber Gottesläugner in seine Gemeinde
nach Wohlgefallen aus Paulus herausnehmen, was da aufnehme, als Solche. Dass der Herr von Gott dem
und dort vom blossen Glauben gesagt wird, und dass Vater als Sohn adoptiert worden sei, weil er am Kreuz
dies ihre Geheimnisse seien, die sie vor der Welt gelitten habe, dass er aber gleichwohl nur ein einfacher
verbergen. Mensch gewesen sei. Als man ihm entgegenhielt, dass
der Herr von Gott dem Vater empfangen worden sei,
88. Nachdem geoffenbart war, dass sie vom Herrn wie antwortete er, das er darüber denke wie er wolle; er
die Arianer denken, das Wort der Propheten und wagte nicht zusagen wie die Juden. Ueberdies
Evangelisten verachten, und das Leben der vernahm ich von seinen Anhängern mehrere
Nächstenliebe hassen, während doch auf diesen dreien Aergernisse, als ich die Evangelisten las.
als auf Säulen der ganze Himmel ruht, wurden die,
welche in der Kenntnis und zugleich im glauben ihrer 90. Sie sagen, sie hätten ein Gefühl gehabt, und
Geheimlehren waren, wie Antichristen gerichtet, dadurch eine innere Bestätigung ihrer Lehren; allein es
welche die drei wesentlichen Lehren der christlichen ward ihnen gezeigt, dass ihr Gefühl von
Kirche verwerfen, nämlich das Göttliche des Herrn, phantastischen Geistern herkam, welche bei den
das Wort, und die Nächstenliebe, und wurden Menschen alles bestätigen, was einen Teil seines
ausserhalb der christlichen Welt in eine Wüste Religionsglaubens ausmacht, und dass diese tiefer
geworfen, welche sich am Ende der südlichen Gegend eindringen bei Solchen, welche wie sie ihren
in der Nähe der Quäker befindet. Religionsglauben lieben, und viel daran denken. Diese
Geister sprachen auch mit ihnen, und sie erkannten
89. Ich hörte Zinzendorf, da er eben in die geistige sich gegenseitig an.
Welt kam, unmittelbar nach seinem Tod, und ihm

Endnoten

allmälig, bis er sich unter denjenigen


befand, die sich in der Lehre von der
1 Nach 39 Vom Glauben ‚Zweimal‘ für tertio Vorherbstimmung bestärkt hatten, und in
(dreimal) einer Höhle eingekerkert waren. In der
2 Nach 39 Vom Glauben. Für ‚gallinaceum‘, französischen Uebersetzung: „Continuation
welches wohl für gallicinium steht. du dernier jugement et du monde spirituel.
3 47. In der ‚Wahren Christlichen Religion‘, Nr. D‘après ce qu‘en a oui et vu E.
797, gibt Swedenborg umständlichere Swedenborg. A Londres 1787. 80. Findet
Nachricht von Melanchthon, und sagt von sich ein von den HH. Von Nordenskiold
dessen späterem Zustand unter Anderem: mitgeteilter Auszug aus Swedenborgs
„Seitdem der Neue Himmel vom Herrn handschriftlichem Nachlass, in welchem es
gebildet zu werden begann, fing er an, aus unter Anderm heisst, S. 131: „Ich fragte
dem Licht aus diesem Himmel zu denken, nachher Calvin, wie er habe in den Himmel
dass er sich vielleicht im Irrthum befinde. In steigen können mit der Vorstellung dreier
der Angst nun über sein Schicksal fühlte er Götter, und mit dem Glauben, dass der Herr
sich in einige ihm tiefer eingeprägte Ideen ein Doppelwesen sei, oder aus zwei
von der Nächstenliebe hinein, und befragte verschiedenen Wesen bestehe? Er
in diesem Zustande das Wort, und nun antwortete mir, er sei in eine gewisse
gingen ihm die Augen auf, und er sah, dass Gesellschaft des untern Himmels eingeführt
es ganz voll von der Liebe zu Gott und von gewesen, und habe sich unter denen
der Liebe zum Nächsten ist, und es sich aufgehalten, welche sich an den äussersten
mithin ganz so verhält, wie der Herr sagt, Grenzen dieser Gesellschaft befinden und
dass nämlich von jenen zwei Geboten das nicht so genau geprüft werden, da man ihn
Gesetz und die Propheten, d.i. das ganze aber nachher doch geprüft habe, sei er
Wort abhängig ist. Von dieser Zeit an wurde genöthigt worden, herabzusteigen, weil er
er tiefer in den Süden hinein nach dem dort nicht mehr habe bestehen oder bleiben
Westen zu, und so in eine andere Wohnung können; er habe sich sodann zu Luther in
versetzt.“ A.d.U. die Geisterwelt geflüchtet, und schon einige
4 Forts. 54. Dieses Beisammensein Calvins mit Zeit bei ihm zugebracht, und dies darum,
Engeln des Himmels war nach weil Luther die Menschheit des Herrn als
Swedenborgs ‚Wahrer Christlicher Religion‘, göttlich anerkannt habe, und er sich an
Nr. 798, nur ein vorübergehendes, und sein keinem andern Ort in Sicherheit gesehen
Loos verschlimmertre sich in der Folge hätte.“
5 55. Nach der ‚Wahren Christlichen Religion‘,
Nr. 796., trat er nachher doch noch von
dem blossen Glauben ab, und liess sich
belehren.