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„Drehbuch" zum Vorstellungsgespräch

Tobias reißt ohne anzuklopfen die Tür zum Büro der Personalleiterin auf.
Frau Krings (leicht erschrocken, deutet an aufzustehen):
Tobias (räuspert sich, setzt sich): „Sorry, aber ich bin wohl eine Haltestelle zu früh ausgestiegen.
Ein Kollege meinte ich müsste Middelicher Ecke Savignystr. 'raus. {Drohend)
Dem werd ich noch Bescheid geben!
Frau Krings (leicht irritiert): „Sie sind Herr Tobias Reiber?"
Tobias: Jou, Sie können aber ruhig Tobi zu mir sagen, so nennen mich auch meine Lehrer.
Frau Krings: Ja schön, dass sie noch zu uns gefunden haben. {Kurze Pause) Bevor wir beginnen,
haben Sie die fehlende Bestätigung bei?
Tobias (überrascht): Bestätigung? Watt `n für `ne Bestätigung? {schmatzt mit dem Kaugummi).
Frau Krings: In dem Einladungsschreiben, das sie von uns ...
Tobias (unterbricht sie): Ach die, Mist die hab' ich jetzt zu Hause liegen gelassen. Die hab’ ich aber
besorgt. Ich kann die ihnen ja noch später vorbeibringen.
Frau Krings (nimmt die Bewerbung von Tobias in die Hand): Herr Reiber, in ihrer Bewerbung
schreiben Sie, dass sie in ihrer Freizeit gerne an ihrem Mofa arbeiten. Erzählen Sie doch...
Tobias (fällt ihr erneut ins Wort): Jouu, ich hab' 'nen Roller in blau-metallic, den ich schon ordentlich
aufgetunt hab’. Der schafft fast 80 Sachen. Einen Mercedes hab' ich damit auch schon 'mal überholt.
Ja... und ansonsten sind da richtig fette Schluppen drauf und jede Menge Chrom. Für den Roller geht
mein ganzes Geld drauf. Meine Mutter kriegt dann immer 'nen Anfall und redet mir dauernd rein. Das
nervt ganz schön.
Frau Krings: Ah ja. Und was machen sie sonst noch so in ihrer Freizeit?
Tobias („lümmelt" sich in den Stuhl und atmet hörbar aus): Nix, ich schraub' mit Kollegen nach der
Schule immer am Roller.
Frau Krings: Sonst nichts?
Tobias (atmet erneut hörbar aus): Ach so, ja klar, ich hab' in der Bewerbung geschrieben, dass ich
gerne schwimmen geh'. Ja sicher, das mach ich auch schon mal.
Frau Krings: Warum haben Sie sich gerade für den Beruf des Kfz-Mechatroniker entschieden,
und nicht für den des Zweirad-Mechanikers?
Tobias (betont lässig, die Sitzposition „verbessernd"): Na, wie ich schon sagte: Ich schraub' halt gern
und mein Lehrer meint immer ich wär' super zuverlässig.
Frau Krings: Und wie sind Sie gerade auf unsere Firma gekommen?
Tobias (überlegt kurz): Mercedes baut nun 'mal die besten Autos. Hier zu arbeiten war deshalb
schon immer mein Traum und außerdem hat mein Vater seine E-Klasse bei Ihnen gekauft.
Frau Krings: Ok, Herr Reiber. Haben Sie noch irgendwelche Fragen?
Tobias (auf die Uhr schauend): Nöö. - Ach so doch: War ganz nett, wenn Sie mir bis Mittwoch
Bescheid geben könnten, denn ich hab' am Donnerstag noch ein Vorstellungsgespräch.