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Vorlesung 3

1. 'Das' oder 'dass'


Wann schreibt man 'das', wann schreibt man 'dass'?
Die Verwechslung von „das“ und „dass“ gehört zu den häufigsten Fehlern im
geschriebenen Deutsch. Die beiden Wörter das und dass haben es wirklich nicht
leicht: Beide werden gleich ausgesprochen, und dann gibt es sie auch noch in
insgesamt vier Wortarten. Da ist Verwirrung garantiert. Über die unterschiedlichen
Funktionen der Wörter kann man ihnen aber leicht auf die Schliche kommen.
Der Unterschied zwischen „das“ und „dass“
Das Wort das existiert als bestimmter Artikel und als Pronomen, wobei sich die
pronominale Verwendung noch weiter unterscheiden lässt:
 Bestimmter Artikel: Das Auto ist neu.
 Relativpronomen: Das Auto, das ich meine, ist neu.
 Demonstrativpronomen: Das ist nicht dein Ernst.
Das Wort dass hingegen gibt es nur als Konjunktion:
 Konjunktion: Dass das Auto neu ist, dachte ich mir.
Es handelt sich also um unterschiedliche Wortarten mit unterschiedlichen
Funktionen: Artikel treten immer als Begleiter von Substantiven auf, Pronomen
hingegen können Substantive auch ersetzen. Konjunktionen wiederum verbinden
Sätze oder Satzglieder miteinander. Aber wie finden Sie nun heraus, welche
Schreibweise in Ihrem konkreten Beispielsatz die korrekte ist – das oder dass?
Machen Sie die Probe!
Mit einer einfachen Ersatzprobe können Sie jederzeit herausfinden, ob es in einem
bestimmten Satz das oder dass heißen muss: Wenn sich das fragliche Wort durch
dies(es), jenes oder welches ersetzen lässt, dann handelt es sich um das mit
einfachem s. Wenn sich das Wort nicht ersetzen lässt, dann handelt es sich um dass
mit Doppel-s, also eine Konjunktion.
Als Artikel und Pronomen kann das immer ersetzt werden:
 Das Auto ist neu. Ersatzprobe: Dieses Auto ist neu.
 Das Auto, das ich meine, ist neu. Ersatzprobe: Das Auto, welches ich meine, ist
neu.
 Das ist nicht dein Ernst. Ersatzprobe: Dies ist nicht dein Ernst.
Die Konjunktion dass kann niemals ersetzt werden:
 Dass das Auto neu ist, dachte ich mir. Ersatzprobe: *Dieses/Welches/Jenes das
Auto neu ist, dachte ich mir.
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Übrigens: Die Konjunktion dass wurde bis zur Rechtschreibreform 1996 mit ß
geschrieben, seitdem ist die Schreibweise *daß nicht mehr korrekt.

Übung 1. Fügen Sie ein: "dass" oder "das"!


a) Fahrrad, an der Ecke steht, gehört meinem Freund.
b) Ich kann alles gar nicht glauben.
c) ist ganz sicher Bild, ich bestellt habe.
d) bedeutet, hier einiges falsch gelaufen ist.
e) er seinen Job verloren hat, hat mich doch überrascht.
f) Pass auf, dich niemand sieht!
g) Das Besondere ist, du hier eine große Chance vorfindest.
Übung 2. Ergänzen Sie!
1. Da__ Buch ist schwer.
2. Ich freue mich, da__ du mir Schokolade mitgebracht hast.
3. Weil ich gerne lese, kaufe ich mir da__ Buch.
4. Am liebsten ziehe ich mir ein Kleid an, da__ ich mir selbst gekauft habe.
5. Da__ es heute regnet, gefällt mir gar nicht.
6. Das Mädchen, da__ vom Klettergerüst gefallen ist, hat geweint.
7. Da__ ich das Messer nicht an der Klinge anfassen soll, habe ich gemerkt.
8. Ich war so mutig, da__ ich mich im Dunkeln in den Keller gewagt habe.
9. Da__ da__ alles nichts werden würde, hat mir mein Vater schon vorher erklärt.

Übung 3. Ergänzen Sie!


1. Dieser Urlaub ist ein Erlebnis, ____ Sie nicht vergessen werden.
2. Ich garantieren Ihnen, ____ Sie mit diesem Produkt zufrieden sein werden.
3. Ich habe das Geld, ____ ich beim Lotto gewonnen habe, schon wieder ausgegeben.
4. Ich hoffe immer noch, ____ alles gut ausgeht.
5. Er hat sich geärgert, ____ er das Spiel schon wieder verloren hat.
6. Der Sturm zerstörte das Dach, ____ erst vor einem halben Jahr repariert worden
war.
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7. Es war das Streben nach immer mehr Geld, ____ ihre Freundschaft zerstörte.
8. Das ist ein Hobby, ____ einem die Natur näher bringt.
9. Ich bin glücklich, ____ ich Sie heute hier begrüßen kann.
10. Ich gehe gern in dieses Kino, ____ immer die neuesten Filme zeigt.
11. Er bekleidet ein Amt, ____ sehr angesehen ist.
12. Wir rechnen damit, ____ wir im März mit dem Neubau des Gebäudes beginnen
können.
13. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, ____ eine Rückgabe der
Eintrittskarten nicht möglich ist.
14. Ich bin überzeugt, ____ es jetzt keine Probleme mehr gibt.
Übung 4. Ergänzen Sie 'dass' oder 'das'!
1. Sie versichert, ____ sie mit der Sache nichts zu tun hat.
2. Es geht um das Buch, ____ ich dir letzten Sonntag geliehen habe.
3. Die Firma hat entschieden, ____ der Standort im November geschlossen wird.
4. Er ist zuversichtlich, ____ ____ Wetter besser wird.
5. Habe ich ____ richtig verstanden?
6. Das ist ein Hemd, ____ man nicht bügeln muss.
7. Wir haben es mit einem Bild zu tun, ____ Millionen wert ist.
8. Man kam zu dem Ergebnis, ____ ____ Geld für dieses Projekt gut angelegt ist.
9. Er behauptet, ____ Auto gehöre ihm nicht.
10. Man hat den Eindruck, ____ dir deine Arbeit sehr gut gefällt.
11. Ich habe das Kind gesehen, ____ immer allein am Spielplatz spielt.
12. Wir können uns ____ nicht erlauben.
13. Er weigert sich, ____ kaputte Auto zu reparieren.
14. Er hat erklärt, ____ eine Entscheidung morgen fallen wird.
15. Wir wissen, ____ du nichts mit der Sache zu tun hast.

2. „seid“ oder „seit“? Die Wortart entscheidet


Die Verwechslung von „seid“ und „seit“ gehört zu den häufigsten Fehlern im
geschriebenen Deutsch.
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Die Wörter „seid“ und „seit“ werden genau gleich ausgesprochen. Das macht sie zu
idealen Verwechslungskandidaten, und tatsächlich beobachten wir diesen Fehler fast
täglich. Dabei handelt es sich bei „seid“ und „seit“ um verschiedene Wortarten, die
Sie leicht erkennen können.
Der Unterschied zwischen „seid“ und „seit“
Das Wort seid mit d ist ein Verb. Genauer gesagt handelt es sich um die Verbform
der zweiten Person Plural Präsens Indikativ aktiv von sein. Diese Verbform wird zum
Beispiel so verwendet:
Seid ihr dabei?
Ihr seid super!
Das ist genau das, was ihr seid.
Das Wort seit mit t hingegen gibt es als Präposition und als Konjunktion, es handelt
sich also um zwei unterschiedliche Wörter. Beide Wörter verorten jedoch einen
Sachverhalt in der Zeit. Zum Beispiel:
Präposition
Seit gestern bin ich mir da nicht mehr so sicher.
Da passiert seit Kurzem so einiges.
Seit der letzten Umstellung ist viel in Bewegung.
Konjunktion
Seit wir Sport treiben, klappts besser.
Seit er weg ist, geht es bergauf.
Vieles hat sich geändert, seit ich das letzte Mal hier war.
Die temporale Präposition seit bildet eine Präpositionalphrase, die eine Ergänzung
fordert (z. B. seit gestern/Kurzem/der letzten Umstellung). Die Konjunktion seit leitet
einen temporalen Nebensatz ein. Aus diesem Grund hat sich der Merksatz „seit bei
Zeit“ durchgesetzt.

Merksatz mit Tücken


Der beliebte Merksatz „seit bei Zeit“ lässt sich auf viele Sätze anwenden. Er hilft
jedoch nicht immer weiter. Die Bezugsgröße bleibt nämlich unklar: Auf welche
Sätze, Satzglieder oder einzelne Wörter bezieht sich „Zeit“? Wie bewerten Sie
beispielsweise folgenden Satz, in dem ein Sachverhalt ebenfalls in der Zeit verortet
wird?

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Seit ihr weggezogen seid, seid ihr irgendwie anders.

Seit und seid können gemeinsam in Sätzen auftreten, beide sogar mehrfach. Die
Eselsbrücke ist also mit Vorsicht zu genießen: Sie bezieht sich nur auf die temporale
Präposition und auf die Konjunktion, die einen temporalen Nebensatz einleitet. Der
einzige verlässliche Schlüssel zur korrekten Schreibung bleibt also die Wortart.
Ergänzen Sie die Sätze mit seit, seid oder seitdem! Schreibt die Wörter am
Satzanfang bitte groß!
Übung 5
01. Warum ______ ihr gestern nicht zu unserem Treffen gekommen?
02. Ich lerne ______ zwei Jahren Deutsch.
03. ________ wir uns im Deutschkurs kennengelernt haben, sind wir gute
Freundinnen.
04. ________ wann lebst du in Deutschland?
05. Wann ______ ihr nach Deutschland gekommen?
06. Ich bin vor vier Monaten arbeitslos geworden. ______ suche ich eine
Arbeitsstelle.
07. Wir haben uns ______ Jahren nicht mehr gesehen.
08. Ich interessiere mich für Musik, ______ ich ein Kind bin.
09. Ich war damals 19 Jahre alt und sehr leichtsinnig, aber ______ bin ich
vorsichtiger.
10. Ich habe die Übung gemacht und ______ dem Moment mache ich es immer
richtig.