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Wohnungsbau mit Stahl 077

Wohnhaus in Walddorfhäslach

Stahl-Informations-Zentrum
Wohnungsbau mit Stahl 077

Wohnhaus in Walddorfhäslach

Südlich von Stuttgart, am Rande eines Neubau-


gebietes plante der Architekt und Bauherr für
sich und seine Familie ein bemerkenswertes
Einfamilienhaus. Der Bebauungsplan schrieb
unter anderem die Zweigeschossigkeit und die
Firstrichtung sowie die Farbigkeit der Dachein-
deckung vor. Nach diesen Vorgaben entstand
ein dreigeschossiges Gebäude, dessen Konzept
auf einer einfachen und klaren Geometrie be-
ruht.
Der schmale, langgestreckte Baukörper schiebt
sich mit seinem teilweise massiven Untergeschoß Lageplan Maßstab 1:1500
in den Hang. Dort befinden sich die Keller- und
Technikräume. Die der Straßenseite zugewand-
ten Räume können später als kleine separate gewisser Sichtschutz gewährleistet. Extrover-
Einliegerwohnung abgeteilt werden. Der mit tierte Bereiche stehen introvertierten Räumen
einer Pergola überdachte Eingang an der Süd- gegenüber, die Transparenz und Offenheit stei-
westseite führt in ein offenes Treppenhaus, das gert sich vom Untergeschoß zum Obergeschoß.
die beiden Wohngeschosse erschließt. Durch die aus der Hanglage entstandenen Ge-
Der in den Hang
Im Erdgeschoß sind neben dem Küchen- und Eß- schoßversätze und die teilweise über alle Ge-
eingeschobene
bereich auch die Schlafräume und das Bad unter- schosse offenen Lufträume ergeben sich unter-
Kellerbereich bil-
gebracht. Die ins Obergeschoß verlagerte Wohn- schiedlichste räumliche Situationen und Blick-
det die Basis für
ebene zeichnet sich durch eine völlig offene beziehungen. Die spiralförmige Wegführung
die große, teil-
Raumsituation aus. Neben ungehinderten Aus- über die Treppenläufe macht dieses Raum-
weise überdach-
blicken ist trotz der großen Transparenz ein kontinuum erlebbar.
te Terrasse

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Wohnhaus in Walddorfhäslach

Die großzügig
verglaste Giebel-
fassade schafft
interessante Ein-
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und Durchblicke

Grundriß Obergeschoß

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Konstruktion
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Sechs Tragwerksrahmen aus feuerverzinkten
HEB 160-Profilen mit Diagonalverbänden zur
2 Aussteifung in Längsrichtung bilden die Grund-
3 4 struktur im Raster 1,20 m bzw. 2,40 m. Die
HEB 160-Stützen der Giebelseiten sind mit
Querträgern U 160 bzw. L 160 / 80 / 10 horizon- Die schnell er-
tal verbunden. Über Laschen- und Stabdübel- richtete Stahl-
verbindungen ist die Holzkonstruktion für rahmenkon-
Decken, Wände und Dach angebunden. Das struktion bleibt
Obergeschoß mit dem offenen Wohnbereich später auch im
Grundriß Erdgeschoß ist stützenfrei. Innenraum ab-
lesbar

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Grundriß Untergeschoß

Grundrisse Maßstab 1:250


1 Eingang 8 Galerie
2 Kochen/Essen 9 Luftraum
3 Terrasse 10 Gäste
4 Schlafen 11 Geräte
5 Kind 12 Vorrat
6 Bad 13 Waschküche
7 Wohnen 14 Technik

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Wohnungsbau mit Stahl 077

Fassadenlängsschnitt · Horizontalschnitt Maßstab 1:40


1 Stütze HEB 160
2 Träger HEB 160 mit Kopfplatte 20 mm
3 Holzbalken BSH 120 / 160 mm
4 Pfosten / Riegel BSH 180 / 60 mm
5 Bodenaufbau UG siehe Querschnitt
6 Bodenaufbau EG und OG siehe Querschnitt
7 Außenwandaufbau siehe Querschnitt
8 Innenwandaufbau:
Gipsfaserplatte 12,5 mm
Spanplatte 19 mm
Pfosten / Riegel 100 / 60 mm mit Schallschutzdämmung 60 mm
Spanplatte 19 mm
Gipsfaserplatte 12,5 mm
9 Holzfenster weiß lackiert mit Isolierverglasung 27 mm
10 Querträger Stahlprofil U 160
11 Festverglasung Isolierglas 27 mm
12 Balkonträger IPE 100 mit Querträgern U 80
13 Diagonalabstützung Stahlprofil U 60
14 Kanthölzer 40 / 60 mm auf Lagerhölzern 40 / 60 mm
15 Pfosten Flachstahl 10 / 30 mm mit Rundstäben Ø 12 mm
16 Handlauf Edelstahl Ø 33,7 mm
17 Sonnenschutz:
Kanthölzer kesseldruckimprägniert 60 / 40 mm
auf Stahlwinkeln 45 / 45 / 4 mm

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Wohnhaus in Walddorfhäslach

Fassadenquerschnitt Maßstab 1:40


1 Stütze HEB 160
2 Träger HEB 160 mit Kopfplatte 20 mm
3 Holzbalken BSH 120 / 160 mm
4 Pfosten / Riegel BSH 180 / 60 mm
5 Bodenaufbau UG:
Naturschiefer 20 mm
Estrich 65 mm
Dämmung 2 / 40 mm
Stahlbetondecke 180 mm mit
Dichtungsbahn
6 Bodenaufbau EG und OG:
Naturschiefer 20 mm
Estrich 65 mm
Dämmung 40 mm
Holzdielen 2 x 24 mm
Grobspanplatte, weiß lasiert, 16 mm
7 Außenwandaufbau:
Stülpschalung, gelb lasiert, 44 mm
Windsperre
Dämmung 60 mm + 120 mm
Spanplatte 10 mm
Dämmung 60 mm
Dampfsperre
Spanplatte 19 mm
Gipsfaserplatte 12,5 mm
8 Sparren HEB 160, Kopfplatten 20 mm
9 Pfetten BSH 100 / 200 mm
10 Dachaufbau:
Biberschwanzziegeldeckung
Lattung 2 x 30 / 50 mm
Nut- und Federschalung 24 mm
Dämmung 160 mm
Dampfsperre
Grobspanplatte, weiß lasiert, 16 mm
11 Aufkantung BSH 60 / 120 mm
12 Firstverglasung:
Isolierverglasung + ESG, 27 mm
13 Pergolaabhängung
Stahl verzinkt, Ø 16 mm
14 Stahlträger IPE 160
15 Querbalken BSH 60 / 160 mm
16 Kanthölzer 40 / 60 mm
17 Überdachung Eingang VSG 10 mm

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Wohnungsbau mit Stahl 077

Fassade und Innenraum


Die vertikalen Fassadenleisten zeichnen die Die tragende Konstruktion bleibt auch in den
Konstruktionsachsen nach und gliedern zu- Innenräumen sichtbar und erlebbar. Die Flansche
sammen mit den horizontalen Metalldeckleisten der Rahmen strukturieren die Wandflächen und
die geschlossene gelblasierte Holzstülpschalung lassen so das Tragwerk zu einem Gestaltungs-
und die mehr oder weniger großen Glasfelder. merkmal werden. Einzelne Wandfelder betonen
Die festverglaste Pfosten-/Riegel-Konstruktion durch ihren Anstrich in den Grundfarben Rot,
alterniert mit den weiß lackierten Holzfenstern Blau und Gelb das Konstruktionsraster.
zum Öffnen. Das Konzept der sich vom Unter- Im offenen Dachraum liegen die Holzbalken
geschoß zum Obergeschoß hin immer mehr und Pfetten sichtbar auf den Stahlrahmen, die
Eingestellte öffnenden Innenräume ist an der Fassade ables- Grobspanplatten zwischen den Pfetten sind
Wandscheiben bar. Die Transparenz nimmt von unten nach weiß lasiert.
gliedern den oben zu. Den Abschluß bilden die sich zurück- Die Verbindung von moderner Industrietechnik
Raum, ohne die staffelnden Ortgang- und Traufdetails, die Ab- mit Naturmaterialien und handwerklicher
leichte, offene lösung der zwei Dachflächen mit Glasbändern Tradition schafft ein harmonisches, modernes
Raumwirkung und das Firstoberlicht. Ganzes.
einzuschränken

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Wohnhaus in Walddorfhäslach

Der großzügig
verglaste Ess-
bereich geht in
die Terrasse mit
Pergola über.

Energiekonzept, Ökologie und Anhydridestriche mit Naturschieferbelag


Der ökologische Anspruch des Bauherrn und als Wärmespeicher im Sommer runden das
Architekten wurde durch die Verwendung von Energiekonzept ab.
ökologisch unbedenklichen Baustoffen, einer Technikraum, Küche und Bäder sind direkt
hochwertigen Dämmung und Wärmeschutz- neben- bzw. übereinander angeordnet und
verglasung umgesetzt. minimieren somit Energieverluste und den
Eine Nachtstrom-Heizung mit zentralem Wasser- Installationsaufwand.
speicher, Niedertemperatur-Fußbodenheizung

Bauherr: Impressum
Ingrid und Reinhold Andris, Walddorfhäslach Wohnungsbau mit Stahl 077
Wohnhaus in Walddorfhäslach
Architekt: 1.Auflage 2001
Reinhold Andris, Stuttgart ISSN 0175-2006

Tragwerksplaner: Herausgeber:
Leonhardt, Andrä und Partner, Stuttgart Stahl-Informations-Zentrum,
Sohnstr. 65, 40237 Düsseldorf
Stahlbau:
Merz GmbH, Cleebronn Redaktion:
Dipl.-Ing. Martina Helzel,
circa drei, München
Gebäudedaten
Wohnfläche: 200 m2 Ein Nachdruck dieser Veröffentlichung ist –
Nutzfläche: 50 m2 (Keller- und Geräteraum) auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Ge-
umbauter Raum: 1065 m3 nehmigung des Herausgebers und bei Quellen-
angabe gestattet. Die zugrunde liegenden
Jährlicher Energieverbrauch (Heizung und Informationen wurden mit größter Sorgfalt
Warmwasser): ca. 90 kWh / m2 recherchiert und redaktionell bearbeitet. Eine
Haftung ist jedoch ausgeschlossen.
Kosten Gebäude: gesamt DM 635.000
Fotos:
Bauzeit: Mai 1997 bis März 1998 Bernhard Müller, Reutlingen (8)
Architektenfoto (1)

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Überreicht durch:

Stahl-Informations-Zentrum
Postfach 10 48 42
40039 Düsseldorf
E-Mail: siz@stahl-info.de · Internet: www.stahl-info.de