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Dokumentation 558

Bausysteme aus Stahl


für Dach und Fassade

Stahl-Informations-Zentrum
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Das Stahl-Informations-Zentrum ist eine Impressum


Gemeinschaftsorganisation der deutschen Stahl-
industrie. Markt- und anwendungsorientiert Dokumentation 558
werden firmenneutrale Informationen über „Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade“
Verarbeitung und Einsatz des Werkstoffs Stahl 2. Auflage 2000
bereitgestellt. ISSN 0175-2006
Verschiedene Schriftenreihen bieten ein
breites Spektrum praxisnaher Informationen für Herausgeber:
Planer, Konstrukteure und Verarbeiter von Stahl: Stahl-Informations-Zentrum
„Merkblätter“ sind mit Fotos und techni- Postfach 104842, 40039 Düsseldorf
schen Zeichnungen illustrierte Schriften, die
konzentrierte praxisorientierte Informationen Redaktion:
über die Anwendungsvielfalt sowie die Band- Dietmar Ketzler, Kreuztal;
breite der Be- und Verarbeitungsverfahren von Stahl-Informations-Zentrum
Stahl vermitteln. Sie finden auch Anwendung
in Ausbildung und Lehre. Die dieser Veröffentlichung zugrunde liegen-
„Charakteristische Merkmale“ berichten den Informationen wurden mit größter Sorgfalt
über Produkteigenschaften und technische recherchiert und redaktionell bearbeitet. Eine
Lieferbedingungen von oberflächenveredeltem Haftung ist jedoch ausgeschlossen.
Stahlblech und geben Hinweise auf Regelwerke.
„Stahl und Form“ hat ästhetisch, gestalte- Ein Nachdruck – auch auszugsweise – ist nur mit
risch und funktionell vorbildliche Beispiele von schriftlicher Genehmigung des Herausgebers
Stahlanwendungen in der Architektur zum und bei deutlicher Quellenangabe gestattet.
Inhalt. Es werden Bauwerke mit Fotos, Zeich-
nungen und Skizzen signifikanter Details aus-
führlich dargestellt.
„Dokumentationen“ beschreiben die
Leistungsfähigkeit von Stahl aus technischer,
ökologischer und ökonomischer Sicht in ver-
schiedenen Anwendungsfeldern.
Vortragsveranstaltungen informieren über
Stahlanwendungen und bieten ein Forum für
Erfahrungsberichte aus der Praxis. Die Themen
reichen von Konstruktion über Anwendung und
Verarbeitung bis hin zur Ökologie.
Messen und Ausstellungen dienen der
Präsentation spezifischer Leistungsmerkmale Die Erarbeitung der Inhalte erfolgte in
von Stahl. Neue Werkstoffentwicklungen so- Zusammenarbeit mit
wie innovative, zukunftsweisende Stahlanwen- Industrieverband
dungen werden exemplarisch dargestellt. zur Förderung
Marketing-Aktivitäten werden zur Förde- des Bauens
rung des Stahleinsatzes in verschiedenen Märk- mit Stahlblech e.V.
ten durchgeführt, beispielsweise im Automobil- Max-Planck-Straße 4 · D - 40237 Düsseldorf
bau sowie im Wohnungs- und Wirtschaftsbau. Im Tel. (o2 11) 9 14 27- 0 · Fax (o2 11) 67 20 34
Abstand von drei Jahren wird der Stahl-Innova- Internet: www.IFBS.de · E-Mail: post@IFBS.de
tionspreis verliehen. Die Aus- und Weiterbildung
wird mit speziellen Aktionen, wie dem Europä- Der IFBS vertritt als Industrieverband die
ischen Stahlbau-Lehrprogramm ESDEP (European Interessen der Hersteller-, Vertriebs- und
Steel Design Education Programme), unterstützt. Montageunternehmen von Stahltrapezprofilen,
Bei Anfragen werden als individueller Stahlkassettenprofilen und Stahlsandwich-
Service Kontakte zu Instituten, Fachverbänden elementen in Bausystemen bei Dach- und
und Spezialisten aus Forschung und Industrie Wandkonstruktionen vornehmlich im Industrie-
vermittelt. und Gewerbebau.
Die Pressearbeit richtet sich an Fach-, Tages- Der IFBS hat in seinem Bestehen seit 1966
und Wirtschaftsmedien und informiert konti- die Bauweise mit dünnwandigen Bauelementen
nuierlich über neue Werkstoffentwicklungen aus Stahlblech zur Herstellung von Dach und
und -anwendungen. Wand mit zum Stand der Technik entwickelt.

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Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Inhalt
Einleitung 5 2.9 Beispiele für Konstruktionen mit
Trapezprofilen und Kassetten 22
2.9.1 Dachkonstruktionen 22
1. Oberflächenveredelung 6 2.9.2 Wandkonstruktionen 25
1.1 Schützenswertes 6 2.9.3 Deckenkonstruktionen 26
1.1.1 Anforderungen an Korrosionsschutz-
systeme, DIN 55928 Teil 8 6 3. Sandwichelemente 28
1.2 Metallische Überzüge 6 3.1 Mehrschichtig kombiniert 28
1.2.1 Schmelztauchveredelungsverfahren 8 3.2 Bauteile 29
1.2.2 Feuerverzinkung (Z) 9 3.2.1 Herstellung 29
1.2.3 GALFAN® (ZA) 9 3.2.2 Deckschalen 30
1.2.4 GALVALUME® (AZ) 9 3.2.3 Korrosionsschutz 30
1.3 Organische Beschichtungen 10 3.2.4 Dämmstoffkerne 31
1.3.1 Bandbeschichtungsverfahren 10 3.2.5 Formteile 31
1.3.2 Auswahl der Schutzsysteme 12 3.2.6 Qualitätssicherung 31
1.3.3 Güteüberwachung 12 3.3 Statik 32
1.3.4 Schutzdauer 12 3.3.1 Bemessungsgrundlagen 32
1.4 Ausbessern und Instandsetzen 13 3.3.2 Farbgruppen 32
1.4.1 Kleinflächiges Ausbessern 13 3.3.3 Bemessungstabellen 33
1.4.2 Großflächige Instandsetzung 13 3.3.4 Verbindungstechnik 33
3.4 Bauphysik 34
3.4.1 Wärmeschutz 34
2. Trapezprofile und Kassetten 14 3.4.2 Schallschutz 35
2.1 Von der Welle bis zum Bogen 14 3.4.3 Feuchteschutz 35
2.2 Bauteile 15 3.4.4 Brandschutz 35
2.2.1 Herstellung 15 3.4.5 Blitzschutz 36
2.2.2 Generationen der Stahltrapezprofile 15 3.5 Ökologie 36
2.2.3 Kassettenprofile 16 3.5.1 Umweltverträglichkeit 36
2.2.4 Qualitätssicherung 16 3.5.2 Recycling 37
2.3. Bemessungsgrundlagen 17 3.6 Dachsysteme 37
2.3.1 Regelungen 17 3.6.1 Anforderung und Leistung 37
2.3.2 Grenzzustände der Tragfähigkeit 17 3.6.2 Ausführungsvarianten 38
2.3.3 Grenzzustände der 3.6.3 Konstruktive Details 38
Gebrauchstauglichkeit 18 3.7 Wandsysteme 39
2.3.4 Mindestblechdicken 18 3.7.1 Die neue Generation 39
2.3.5 Auflagerbreiten 18 3.7.2 Konstruktive Details 40
2.3.6 Schubfeld 18 3.8 Montagerichtlinien 40
2.4 Verbindungstechnik 19
2.5 Formteile 19
2.6 Verpackung, Transport und Lagerung 19 4. Normen, Richtlinien, Literatur 42
2.7 Montagerichtlinien 20 4.1 Allgemeine Anwendungsnormen 42
2.8 Bauphysikalische Anforderungen 20 4.2 Wärme- und Feuchteschutz 43
2.8.1 Korrosionsschutz 20 4.3 Schallschutz 44
2.8.2 Wärmeschutz 21 4.4 Brandschutz 45
2.8.3 Feuchteschutz 21 4.5 Oberflächenveredelung 45
2.8.4 Schallschutz 21 4.6 Stahl-Trapezprofile und Kassetten 46
2.8.5 Brandschutz 22 4.7 Stahl-PUR-Sandwichelemente 48
2.8.6 Blitzschutz 22 4.8 Montagetechnik 49

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Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

4
Einleitung

Einleitung
Dr. Reinhard Winkelgrund, Geschäftsführer des Stahl-Informations-Zentrums

Stahl ist ein Werkstoff mit langer Tradition,


aber er ist jung geblieben. Er wird kontinuier- Feinblech
lich in seinen Eigenschaften verbessert, um Oberflächenveredeltes Feinblech
die Kundenwünsche hinsichtlich Verarbeitung 6,3
und Verwendung maßgeschneidert zu erfüllen. 5,2
So werden Werkstoffe mit höherer Festigkeit, 4,6
verbessertem Korrosionsschutz, erhöhter Tem- 3,6 3,6 3,4
peraturbeständigkeit und auch innovative Halb-
zeuge entwickelt.
Mehr als die Hälfte der rund 2.000 Stähle
sind in den vergangenen fünf Jahren weiter
1991 1995 1999
entwickelt worden – und etliche kamen hinzu.
Oberflächenveredeltes Feinblech hat in
den vergangenen Jahrzehnten die größten Der wichtigste Anwendungsbereich für Von deutschen
Zuwachsraten bei den Stahlprodukten ver- oberflächenveredeltes Feinblech im Bauwesen Werken geliefer-
buchen können. Im Jahr 1999 waren 65 % aller ist der Wirtschaftsbau. An Bedeutung gewinnt tes Feinblech
von deutschen Werken gelieferten Feinbleche aber auch der Wohnungsbau mit Stahl. und oberflächen-
oberflächenveredelt; 1991 lag der Anteil noch Zusammen mit den Bauteilewerken für veredeltes Fein-
bei 44 %. Dach- und Fassadenelemente aus Stahlblech, blech in Mio
Nach der Art der Oberflächenveredelung die mit den deutschen stahlerzeugenden Unter- Tonnen/Jahr
werden unterschieden: nehmen verbunden sind, hat das Stahl-Infor-
– Schmelztauchveredeltes Feinblech mations-Zentrum ein besonderes Programm zur
(Feuerverzinkt, Galvannealed, Galfan®, Marktförderung entwickelt.
Galvalume®, Feueraluminiert), Mit Vortragsveranstaltungen, Messebeteili-
– Elektrolytisch verzinktes oder Zink-Nickel- gungen und Publikationen tritt das Stahl-Infor-
veredeltes Feinblech sowie mationszentrum in Kontakt zu Kunden, Anwen-
– Organisch bandbeschichtetes Feinblech. dern und Entscheidern und bringt so das Bauen
Die Produkte finden im wesentlichen in mit Stahlfeinblech diesen Zielgruppen näher.
folgenden Märkten Anwendung: Die Aktivitäten erfolgen in Kooperation mit
– Automobil, dem IFBS – Industrieverband zur Förderung des
– Hausgeräte, Bauen mit Stahlblech e. V., der die Interessen
– Bauwesen. von Hersteller-, Vertriebs- und Montageunter-
nehmen für Stahltrapezprofile, Stahlkassetten-
profile und Stahlsandwichelemente wahrnimmt.

Beschichtung des Feinblechs im Walzenauftragsverfahren

Blick in die Ver-


zinkungsstation
einer Bandver-
edelungsanlage

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Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

1. Oberflächenveredeltes Feinblech
Dr. Michael Alsmann, Ulrich Baake, Dr. Dietrich Wolfhard

1.1 Schützenswertes Erfüllt werden können diese spezifischen


Anforderungen durch den Einsatz von band-
Stahl ist mehr denn je ein unverzichtbarer beschichtetem Stahlblech, einem Verbund-
Werkstoff der modernen Industriegesellschaft. werkstoff aus Stahlfeinblech mit metallischem
Er ist Grundlage für unzählige Produkte mit Überzug und einer zusätzlich im Coil-Coating-
nahezu unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten. Verfahren aufgebrachten organischen Beschich-
Seine hervorragenden Gebrauchs- und Verarbei- tung. Diese Kombination führt zu Werkstoffen
tungseigenschaften sowie die besondere Wirt- mit neuartigen Eigenschaften, die synergetisch
schaftlichkeit machen ihn als Konstruktions- die hervorragenden Eigenschaften der Einzel-
werkstoff auf fast allen Gebieten unersetzbar. schichten in sich vereinen.
Wen wundert es, daß Stahl auch in der
modernen Industriearchitektur eine heraus- 1.1.1 Anforderungen an Korrosionsschutz-
ragende Stellung einnimmt. Gründe dafür gibt systeme, DIN 55928 Teil 8
es genug. Ob es nun modernste Technologien Die Schutzwirkung eines Korrosionsschutz-
zur Stahlerzeugung, die vielfältigen Einsatz- und systems ist im wesentlichen abhängig von:
Verarbeitungsmöglichkeiten, der relativ günstige – der korrosiven und mechanischen Beanspru-
Preis oder die uneingeschränkte Recyclingfähig- chung während der Nutzungsdauer,
keit sind, Stahl ist immer und überall dabei. – der Art und der Dicke des metallischen
Allerdings hat der Werkstoff Stahl – wie Überzuges und des organischen Beschich-
übrigens andere Werkstoffe auch – die Eigen- tungssystems,
schaft, im ungeschützten Zustand zu korrodie- – der Oberflächenvorbehandlung vor dem
ren. Nach Schätzungen entstehen in Deutschland jeweiligen Veredelungsschritt,
Schäden in Höhe von ca. 4 % des Bruttosozialpro- – den Applikationsbedingungen,
duktes durch unzureichenden Korrosionsschutz. – den bei der Bauteilherstellung und bei
Der Korrosionsschutz von Stahl ist aus Transport, Lagerung und Montage wirkenden
diesem Grunde von hoher wirtschaftlicher Einflüssen.
Bedeutung. Als rechtliche Grundlage dieser vielfältigen
Dies trifft im besonderen für Bausysteme Bemessungskriterien dient die DIN 55928 Teil 8,
im Dach- und Wandbereich zu, die ständig die speziell den „Korrosionsschutz von tragen-
wechselnden Witterungseinflüssen ausgesetzt den dünnwandigen Bauteilen“ behandelt und
sind. Neben den zu schützenden konstruktiven unter anderem die Grundlage der weiteren
Abb. 1.1: Eigenschaften der Bauelemente stehen natür- Betrachtungen bildet.
Atmosphären- lich auch Forderungen an die Verarbeitung des In dieser Norm werden Stahlbauteile bis
typen und zuge- vorbeschichteten Stahlblechs, das ästhetische zu einer Dicke von 3,0 mm erfaßt, die je nach
hörige Korrosions- Erscheinungsbild und auch die Farbgestaltung Atmosphärentyp unterschiedlichen Korrosions-
belastungen im Vordergrund. belastungen unterliegen.
Zur Auswahl geeigneter Produkte sind die
Anforderungen an die Beschichtung in Abhän-
gigkeit der zu erwartenden Korrosionsbelastung
in drei unterschiedliche Korrosionsschutzklas-
Atmosphärentypen Meer
sen eingeteilt. Diese unterscheiden u. a. nach
Standort, Nutzungsart, angestrebter Schutzdauer
Industrie und nach der Zugänglichkeit eines Bauteils und
Stadt sind bindend bei der Auswahl eines sicheren
Land Langzeitschutzes.

1.2 Metallische Überzüge


Zum Korrosionsschutz von Stahl für Leicht-
gering mäßig stark sehr stark bauelemente werden in erster Linie Überzüge
Korrosionsbelastung aus Zink oder Zink-Aluminium-Legierungen ver-
wendet.

6
Oberflächenveredeltes Feinblech

Abb. 1.2:
Lfd. Korrosions- Schutzdauer Zugänglichkeit Korrosions- Korrosions-
Nr. belastung schutzklasse1) schutzklassen in
kurz zugänglich Abhängigkeit
von Korrosions-
1 unbedeutend mittel oder belastung,
lang unzugänglich I Schutzdauer und
kurz Zugänglichkeit
zugänglich (DIN 55928
2 gering mittel
Teil 8, Tabelle 2)
lang unzugänglich III
kurz
zugänglich II
3 mäßig mittel
lang unzugänglich
kurz zugänglich
4 stark mittel oder III
lang unzugänglich
kurz
5 sehr stark zugänglich
mittel
zugänglich oder siehe DIN 55928-8,
6 sehr stark lang
unzugänglich Absatz (7)
1) Bei der Festlegung der Korrosionsschutzklasse hat die jeweils höhere Anforderung aus den Spalten Schutzdauer und
Zugänglichkeit Vorrang (z. B. geringe Belastung, lange Schutzdauer, zugänglich: Korrosionsschutzklasse III).

Der metallische Überzug stellt eine Barriere nicht durch zusätzliche Beschichtungen daran
gegen einen flächenhaften Korrosionsangriff dar. gehindert wird.
An der Oberfläche des Überzuges bildet sich Der Vergleich zeigt die unterschiedliche
unter dem Einfluß von Feuchtigkeit und Kohlen- Schichtdickenabnahme von Zink und Eisen im
dioxid aus der Luft eine dichte, fest haftende, ungeschützten Zustand in Abhängigkeit vom
schwerlösliche Deckschicht, die den Abbau des Atmosphärentyp.
metallischen Überzuges verzögert. Ein besonderer Vorzug von Zink und Zink-
Bei der Korrosion aluminiumhaltiger Über- legierungen als Überzugsmetall ist die sogenannte
züge kommt es durch selektive Auflösung zu „kathodische Schutzwirkung“. Wird die Zink-
einer Anreicherung aluminiumreicher Phasen
an der Oberfläche. Damit bleibt die Barriere- Abb. 1.3:
wirkung länger erhalten. Schichtdicken-
Durch Verwitterungsprozesse werden die abnahme von
Reaktionsprodukte an der Oberfläche des metal- Zink und Eisen in
lischen Überzuges langsam abgetragen, erneuern Stadt-Atmospäre
sich aber auch ständig aus dem Überzugsmetall.
Dieser Prozeß setzt sich solange fort, bis der
metallische Überzug aufgezehrt ist. Beschleuni-
gend auf diesen Vorgang können sich aggressive
Zink Eisen
Bestandteile der Luft, sogenannte Korrosions-
stimulatoren wie z. B. Chlorid und Schwefelver-
bindungen, die aus saurem Regen resultieren, 1 – 6 µm 70 µm/Jahr
auswirken, die die Deckschicht durchdringen
bzw. zerstören.
Wie lange ein metallischer Überzug den schicht eines Bleches beschädigt oder liegt die
Trägerwerkstoff schützen kann, hängt im wesent- Stahlfeinblechoberfläche aus anderen Gründen
lichen von der Überzugsdicke und vom Atmos- frei, z. B. an den Schnittflächen, bilden Zink
phärentyp ab, da der metallische Überzug und Stahl bei Einwirkung von Elektrolyten ein
sich im Laufe der Zeit verbraucht, sofern er galvanisches Element, wobei das unedlere Zink

7
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

als „Opfermetall“ anstelle des Stahls in Lösung zur Einstellung der technologischen Eigenschaf-
geht. Durch die Zinkauflösung wird das Poten- ten rekristallisierend geglüht und anschließend
tial der benachbarten Stahloberfläche soweit durch ein schmelzflüssiges Zink- oder Zinklegie-
abgesenkt, daß das Eisen dort nicht angegriffen rungsbad geführt. Die gewünschte Zinkauflage
wird. Zudem bilden die gelösten Zinkionen kor- wird durch spezielle Düsenabstreifvorrichtun-
rosionshemmende Deckschichten. Dadurch gen (Jet-System) gezielt eingestellt und geregelt.
wird die Stahloberfläche so lange vor Korrosion Mit diesem berührungslosen Verfahren sind
geschützt, wie in der unmittelbaren Umgebung auch für Ober- und Unterseite unterschiedliche
noch Zink vorhanden ist. Schichtdicken einstellbar (Differenzverzinkung).
Diese „kathodische Schutzwirkung“ ist bei Während der Erstarrung des Zinks bildet
den heute angewandten modernen Weiterver- sich eine Kristallstruktur aus, allgemein bekannt
arbeitungsprozessen von großer Bedeutung: als Zinkblume. Besondere Maßnahmen, wie z. B.
Der metallische Überzug wird bereits die beschleunigte Erstarrung oder Legierungs-
beim Schneiden des Bleches teilweise über zusätze, beeinflussen die Größe der Zinkblume.
die Schnittfläche gezogen und verhindert so- Zur Unterdrückung der Zinkblumenstruktur,
mit Korrosion. Der kathodische Schutz des die vielfach bei den nachfolgenden Weiterver-
restlichen Teils der Schnittfläche, die nicht arbeitungsprozessen, wie z. B. der Lackierung,
mit Zink bedeckt ist, hängt von den folgen- nicht gewünscht wird, ist heute der Einsatz von
den Faktoren ab: Mikroblumeneinrichtungen oder bleifreien Zink-
– Blechdicke schmelzen Stand der Technik. Die so erzeugte
– Dicke des metallischen Überzuges Zinkschicht ist feinkristallin, zinkblumenfrei
(Verfügbarkeit des Überzugmetalls im und hervorragend umformbar. Weiterhin kann
Schnittbereich) das verzinkte Feinblech zur Verbesserung von
– Trennverfahren (Glattschnittanteil, Tempe- Oberfläche und Planlage mit geeigneten Walzen
ratureinwirkung beim Trennen) dressiert werden.
– Leitfähigkeit des Korrosionsmedium Im Nachbehandlungsteil moderner Schmelz-
(Kondensat, Regenwasser etc.) tauchveredelungsanlagen kann zur Vermeidung
In Abhängigkeit von diesen Faktoren er- von Weißrostbildung bei Transport und Lage-
streckt sich die Fernwirkung des kathodischen rung das verzinkte Band chemisch passiviert
Schutzes bei verzinkten bzw. legierverzinkten werden. Je nach Kundenwunsch besteht weiter-
und zusätzlich organisch beschichteten Stahl- hin die Möglichkeit, die Bandoberfläche mit
blechen auf Stahlblechdicken bis 1,5 mm (siehe einer dünnen Antifingerprint-Beschichtung auf
Merkblatt 110, Stahl-Informations-Zentrum). Polyacrylatbasis zu versiegeln, die das Umform-
verhalten und die Unempfindlichkeit gegen
1.2.1 Schmelztauchveredelungsverfahren Griffflecke verbessert.
Feuerverzinktes Feinblech wird seit 1959 in Für die verschiedenen Verwendungszwecke
der Bundesrepublik Deutschland auf kontinuier- können Ausführungen mit unterschiedlichen
lich arbeitenden Breitbandveredelungsanlagen Eigenschaften geliefert werden. Neben den
hergestellt. Das kaltgewalzte Stahlblech wird in Eigenschaften des Grundwerkstoffes ist die
einem chemischen Vorbehandlungsteil oder in richtige Wahl des metallischen Überzuges
einem Durchlaufofen durch Glühen gereinigt, maßgebend.

Barrierewirkung Kathodischer Schutz


gegen korrosionsfördernde Medien des Stahls bei Verletzung
durch eine dichte festhaftende des Zinküberzugs und an
Deckschicht Schnittflächen
Elektrolyt Elektrolyt
H2O O2 H2O O2
gelöste Salze gelöste Salze
H2O O2
Zinkcarbonat Deckschicht Zinkcarbonat Deckschicht

Zink Zink Zn2+ Zn2+ Zink


Abb. 1.4: e OH e
-

ee eee e e
Korrosions- Stahl
e e
schutz von Stahl Stahl
durch einen
Zinküberzug

8
Oberflächenveredeltes Feinblech

Abb. 1.5:
Korrosionsschutz Feuerverzinkung/Legierverzinkung Korrosions-
Überzugart Kurz- Auflagegewicht Schicht- Korrosions- schutzklassen
zeichen beidseitig dicke schutzklassen metallischer
g/m2 µm nach DIN 55928-8 Überzüge

Feuerverzinkung Z 275 275 20 I


Legier-
verzinkung ZA 255 255 20 I
(GALFAN®)
Legier-
verzinkung AZ 185 185 25 III
(GALVALUME®)

• ZnAl5-
Abb. 1.6:
Eutektikum • primäre Al-reiche Schematische
Dendriten
Zinküberzug Darstellung der
metallischen
Zn/Fe-Legierungs-Phasen
• Zn- Überzüge im
Primärkristalle
• Querschnitt

AI5Fe2-Sperrschicht (ca. 50 nm) Zn-reiche interden- Si-


dritische Phase Ausscheidungen
Stahl Stahl
Stahl

Feuerverzinkung Z® GALFAN® ZA GALVALUME® AZ

1.2.2 Feuerverzinkung (Z) Üblicherweise werden zur Erfüllung der


Der Überzug von feuerverzinktem Stahlblech Anforderungen an die Korrosionsschutzklasse I
besteht aus einer Zinkschicht mit einem Gehalt Trägerwerkstoffe mit Überzugsdicken von 20 µm
von ca. 99 Gewichtsprozent Zink und verfah- je Seite eingesetzt. Wegen der unterschiedlichen
rensbedingten Zusätzen. Die Anforderungen spezifischen Gewichte von Zink und Zink-Alu-
an die metallische Auflage im Baueinsatz sind minium-Legierungen sind die Auflagen bei glei-
in der DIN EN 10147, in bauaufsichtlichen cher rechnerischen Schichtdicke verschieden.
Zulassungen bzw. Fachregeln, festgelegt. Zur Bei GALFAN® (Kurzbezeichnung ZA) entspricht
Erfüllung der Anforderungen der Korrosions- das einer Auflage von 255 g/m2 beidseitig. Für
schutzklasse I wird bei feuerverzinktem Fein- den Bauaußeneinsatz (Korrosionsschutzklasse
blech (Kurzbezeichnung Z) eine Zinkauflage III) ist auch in diesem Fall eine zusätzliche orga-
von 275 g/m2 beidseitig gefordert. Dies ent- nische Beschichtung erforderlich!
spricht einer Nennschichtdicke von 20 µm je
Seite. 1.2.4 GALVALUME® (AZ)
Für den Bauaußeneinsatz (Korrosions- Eine weitere Zink-Aluminiumlegierung für die
schutzklasse III) ist eine zusätzliche organische Schmelztauchveredelung, die 1963 in den USA
Beschichtung erforderlich! entwickelt wurde, ist unter dem Handelsnamen
GALVALUME® (Kurzbezeichnung AZ) bekannt.
1.2.3 GALFAN® (ZA) Der Überzug besteht aus 55,0% Aluminium, 43,4%
Das Produkt mit dem Handelsnamen GAL- Zink und 1,6% Silizium. Aufgrund des hohen Alu-
FAN® (GALvanizing FANtastic) ist ein kaltge- miniumanteils im Überzug und der damit ver-
walztes Stahlblech, das durch einen dichten, bundenen zusätzlichen Barrierewirkung weist
gleichmäßigen, fest haftenden Überzug aus einer GALVALUME® einen hervorragenden Flächen-
Zinklegierung mit etwa 5 % Aluminiumanteil korrosionsschutz auf. Bei einer Nennschicht-
vor Korrosion geschützt wird. Es wird auf kon- dicke von 25 µm je Seite, das entspricht einer
tinuierlich arbeitenden Bandverzinkungsanlagen Auflage von 185 g/m2 beidseitig, wird nach DIN
hergestellt, die gegenüber den Anlagen für die 55928 Teil 8 die Korrosionsschutzklasse III ohne
Herstellung von feuerverzinktem Feinblech ent- zusätzliche Maßnahmen erreicht. GALVALUME®
sprechend den speziellen Verfahrensverhältnis- ist besonders geeignet als unbeschichtete Alter-
sen modifiziert wurden. native für Bausysteme im Dachbereich, bei
denen die Farbgestaltung meist sekundär ist.

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Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

1.3 Organische Beschichtungen


Oberseite
Zur Erfüllung der Anforderungen der Korro- Beschichtungsstoff
(ca. 25 - 200 µm)
sionsschutzklasse III für den Bauaußeneinsatz
sind die Trägerwerkstoffe durch metallische
Überzüge und falls erforderlich durch eine zu-
sätzliche organische Beschichtung zu schützen.
Die Kombination von Trägermaterialien Primer
mit metallischem Überzug und zusätzlicher Vorbehandlung
organischer Beschichtung, sogenannte Duplex- Zinkauflage (20 µm)
Systeme, ergibt Verbundwerkstoffe mit vielfälti-
gen Eigenschaften. Je nach Anforderungen an
Korrosionsschutz, Umformbarkeit, Temperatur- Stahlkern
beständigkeit, gewünschte Farbe und Glanz-
stufe, Oberflächenhärte usw. besteht die Mög- Zinkauflage (20 µm)
lichkeit, verzinktes oder Zink-Aluminium-legier- Vorbehandlung
tes Stahlblech mit unterschiedlichen Flüssig-
Rückseitenlack
oder Folienbeschichtungen zu beschichten. (10 - 25 µm)
Die organischen Beschichtungen stellen
Unterseite
eine zusätzliche Barriere dar, die den Abtrag
des metallischen Überzuges verhindert. Sie sind
jedoch nicht völlig diffusionsdicht und unter- Abb. 1.8: Schematischer Aufbau von
liegen mit zunehmender Nutzungsdauer einer bandbeschichtetem Feinblech für den Bauaußeneinsatz
Alterung. Im Falle, daß im Laufe der Zeit durch
äußere Einwirkung Korrosion eintritt, wird
durch den metallischen Überzug die Metall-
oberfläche kathodisch geschützt und verzögert 1.3.1 Bandbeschichtungsverfahren
somit die Unterwanderung und das Abblättern Das Bandbeschichtungs- oder Coil-Coating-
der Beschichtung erheblich. Verfahren verbindet in hohem Maße Umwelt-
In der Praxis zeigt sich, daß die Korrosions- verträglichkeit mit Wirtschaftlichkeit. In einem
Abb. 1.7: beständigkeit von Duplex-Systemen durch den kontinuierlichen Anlagendurchlauf wird die
Korrosions- Synergieeffekt zwischen metallischem Überzug Metalloberfläche des zu veredelnden Träger-
schutzdauer von und organischer Beschichtung größer ist als die materials gereinigt, chemisch vorbehandelt und
Duplex-Systemen Summe der Einzel-Schutzwirkungen. mit flüssigen organischen Beschichtungsstoffen
ein- oder mehrschichtig durch Walzenauftrag
mit anschließender Wärmetrocknung beschich-
tet oder mit Kunststoff-Folie unter Verwendung
Gesamtschutzdauer durch von wärmeaktivierenden Klebstoffen lami-
Synergieeffekt Zink + Lack
niert. Das Auftragen mittels Beschichtungs-
walzen ergibt sehr gleichmäßige, dichte und
homogene Beschichtungen bei relativ geringen
Schutzdauer des Lackes Schichtdicken. Die Schichtdicken sind vom
eingesetzten Beschichtungsstoff und von der
Schutzdauer späteren Nutzung abhängig. Üblicherweise
der Verzinkung liegen die Schichtdicken bei Flüssigbeschich-
tungen bei 25 µm. Folienbeschichtungen kön-
nen je nach Folienart zwischen 40 und 200 µm
Dicke liegen.
Die wichtigsten für den Außeneinsatz in
Neben der langen Schutzdauer sind auch Frage kommenden Beschichtungsstoffe sind
die gestalterischen Vorzüge anzuführen. Der mit ihren üblichen Schichtdicken und Kurz-
Einsatz bandbeschichteter Bleche bietet die zeichen in Abb. 1.9 dargestellt.
Möglichkeit, aus einer umfangreichen Farb- Die Coil-Coating Technologie verbessert
palette eine individuelle Farbgestaltung auszu- die Qualität der Erzeugnisse entscheidend. Sie
wählen, die sowohl besondere architektonische ist besonders umweltfreundlich und liefert farb-
Akzente als auch eine harmonische Anpassung getreue und gleichmäßige Oberflächen mit her-
an die Umgebung erlaubt. vorragendem Korrosionsschutz.

10
Oberflächenveredeltes Feinblech

Abb. 1.9:
Organische Beschichtungen Gebräuchlichste
Beschichtungsstoff Kurzzeichen Schichtdicke Korrosions- organische
schutzklassen Beschichtungs-
µm nach DIN 55928-8 stoffe von
Lack- und
Lacksysteme Foliensystemen
Polyester SP 10 II
Polyester SP 25 III
Polyurethan PUR 25 III
High-durable Polymers HDP 25 III
Polyvinylidenfluorid PVDF 25 III
Polyvinylchlorid-Plastisol PVC (P) 100 – 200 III
Foliensysteme
Polyvinylchlorid PVC (F) 100 – 200 III
Polyvinylfluorid PVF (F) 40 III

Die Coil-Coater und ihre Zulieferer aus der Wenn besondere Beanspruchungen bei
chemischen Lackindustrie sind in der ECCA Transport, Lagerung, Verarbeitung oder Montage
(European Coil Coating Association, Brüssel), zu erwarten sind, kann das oberflächenveredelte
dem Dachverband der Bandbeschichtungs- Band bei der Herstellung mit einer abziehbaren
industrie, vertreten, dessen Prüfverfahren für Schutzfolie versehen werden. Die Schutzfolie
einen hohen Standard der Beschichtungsqualität wird im allgemeinen einseitig und unmittelbar
bürgen. nach der Beschichtung aufgebracht. Sie sollte
daher erst am fertig montierten Bauteil abgezo-
gen werden, spätestens jedoch einen Monat
nach Montage.

Abb. 1.10:
Schematische
Darstellung
einer Band-
beschichtungs-
anlage mit Coil-
Coating-Prozeß

Beschichtungs-
station 1 Ofen 1

Einlauf mit Reinigung und


Heftmaschine Vorbehandlung Oberflächen-
nachbehandlung

Auslauf

Ofen 2 Laminier-
station

Beschichtungs-
station 2

Schlingenturm

Schlingenturm

11
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Eigenschaften SP PUR PUR-PA/ SP-SI HDP PVDF PVC PVC PVF


SP-PA (P) (F) (F)

Glanz 10...80 10...80 10...40 20...80 20...80 20...40 45...70 5...15 5


Oberflächenhärte B C A B B C E D D
Wärmebeständig-
keit bis max. ºC 80 80 80 100 80 110 60 60 110
Umformbarkeit/
C B C E B A A A A
Biegen (T-Bend)
Umformbarkeit/
B B B C B A A A A
Walzprofilieren
Abriebfestigkeit D E B E D C A A B
Witterungs-
beständigkeit, D D D D C A E E A
UV-Beständigkeit
Witterungs-
beständigkeit,
Korrosionswider- C C C C C B A D A
stand auf Z

A = ausgezeichnet B = sehr gut C = gut


D = befriedigend E = ausreichend F = nicht anwendbar bzw. nicht geeignet

Abb. 1.11: 1.3.2 Auswahl der Beschichtungs-Systeme Bedeutung. Die Schutzdauer wird in der DIN
Eigenschaften In Abhängigkeit von der korrosiven Bela- 55928 Teil 8 als die Zeitspanne definiert, in-
von band- stung, dem Atmosphärentyp und der Zugäng- nerhalb der ein Korrosionsschutzsystem seine
beschichtetem lichkeit werden gemäß der DIN 55928 Teil 8 Schutzfunktion erfüllt. In der Regel gilt, daß
Feinblech drei Korrosionsschutzklassen unterschieden. die Schutzdauer überschritten ist, wenn mehr
Alle gängigen Beschichtungs-Systeme mit als 5 % der Blechoberfläche Merkmale aufwei-
Schichtdicken ab 25 µm erfüllen nach dieser sen, die auf einen Abbau des Grundwerkstoffes
DIN die Korrosionsschutzklasse III. Da dies im hinweisen:
Einzelfall zu Fehleinschätzungen führen kann – Auftreten von Rotrost
wird empfohlen, die Auswahl und die qualita- – Unterwanderung der Beschichtung an
tive Bewertung der im Baubereich gebräuchli- Schnittflächen und Beschädigungen
chen Systeme immer in Zusammenarbeit mit – Auftreten von Rissen mit Ablösung der
den Herstellern durchzuführen. Beschichtung

1.3.3 Güteüberwachung Diese Erscheinungen können als fortgeschrit-


Bandbeschichtetes Blech unterliegt im Her- tene Korrosion mit einem Abbau des Grund-
stellerwerk sorgfältigen Kontrollen zur Qualität- werkstoffes angesehen werden, und es besteht
sicherung. Die Hersteller sind gemäß DIN EN die Gefahr der Durchrostung. Um Substanzver-
ISO 9000 ff. zertifiziert. Die Güteschutz- und lust zu vermeiden, ist eine Instandsetzung not-
Prüfbestimmungen erstrecken sich von konti- wendig. Dagegen weisen Erscheinungen wie:
nuierlichen werkseigenen Produktionskon- – Glanzverlust
trollen beim Hersteller bis zur mehrmaligen – Kreidung
jährlichen Fremdüberwachung durch aner- – Farbtonveränderungen
kannte Prüfstellen auf Basis von Überwachungs- zwar auf den beginnenden Abbau der organi-
verträgen. schen Beschichtung hin, die das ästhetische
Erscheinungsbild beeinträchtigen, eine Gefähr-
1.3.4 Schutzdauer dung der Standsicherheit durch Abbau des
Die angestrebte Schutzdauer ist bei der Grundwerkstoffes ist aber nicht gegeben.
Auswahl bzw. Festlegung des optimalen Kor-
rosionsschutzsystems von ausschlaggebender

12
Oberflächenveredeltes Feinblech

nach Ablauf der Schutzdauer eines Bauelemen-


1.4 Ausbessern und Instandsetzen tes oder bei Nutzungsänderung eines Gebäudes
notwendig wird, können aufgrund der Unter-
Sowohl bei der Montage als auch bei der schiedlichkeit der verschiedenen Beschichtun-
Nutzung eines Bauwerkes sind Beschädigungen gen keine allgemeingültigen Empfehlungen
an Bauteilen nicht auszuschließen. Da darüber gegeben werden.
hinaus Beschichtungen im Außeneinsatz zahl- Ob eine Instandsetzungsbeschichtung
reichen Einflüssen wie UV-Strahlung, Witterungs- geeignet ist, ist im wesentlichen von der Ver-
und Schadstoffeinwirkung, aber auch mechani- träglichkeit mit der Originalbeschichtung und
schen und chemischen Belastungen unterliegen, der daraus resultierenden Haftung bei Langzeit-
kann nach entsprechender Zeit die Instandset- belastung abhängig. Bei großflächigen Instand-
zung der Beschichtung aus optischen Gründen setzungen sollten u. a. die folgenden Kriterien
oder zur Erhaltung der Schutzwirkung notwen- berücksichtigt werden:
dig sein. – Die Haftung der Originalbeschichtung ist
stichprobenartig an mehreren repräsenta-
1.4.1 Kleinflächiges Ausbessern tiven Stellen zu prüfen.
Zur Ausbesserung sind ausschließlich die – Der Untergrund muß sauber, trocken und
vom Beschichter zu beziehenden oder freigege- frei von Beschichtungsresten sein.
benen Ausbesserungslacke zu verwenden. Da – Zum Reinigen verwitterter Oberflächen hat
Ausbesserungslacke an der Luft abtrocknen und sich das Dampfstrahlen bewährt.
somit ein von der werkseitigen Beschichtung – An korrodierten Stellen sind die Korrosions-
abweichendes Verhalten haben, die mit der produkte mechanisch zu entfernen und mit
Zeit zu Glanzgrad- und Farbtonabweichungen Korrosionsschutzprimer zu versehen.
führen, sind diese in geringer Menge und mit – Die Ränder der fest haftenden Original-
feinem Pinsel aufzutragen, um die auszubes- beschichtung sind anzuschleifen
sernde Stelle so klein wie möglich zu halten. Das Ergebnis großflächiger Instandsetzungs-
arbeiten ist immer von unterschiedlichsten Ein-
1.4.2 Großflächige Instandsetzung flüssen abhängig. Deshalb sollten solche Arbei-
Für eine großflächige Instandsetzung, die ten grundsätzlich nur von Fachfirmen durch-
geführt werden.

13
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

2. Trapezprofile und Kassetten


Dr. Dietmar Grotmann, Hartmut Heckermann

2.1 Von der Welle bis zum Bogen erforderlich. In diese Zeit fällt die Entwicklung
des Stahltrapezprofils.
Der Einsatz von Stahltrapezprofilen und Die ersten Stahltrapezprofile in Deutsch-
seine abgewandelten Varianten im Bauwesen land entstanden durch Kanten oder Pressen
hat sich in den letzten 50 Jahren kontinuierlich einzelner Profilrippen. Dadurch waren die Pro-
gesteigert. Stahltrapezprofile sind inzwischen fillängen jedoch derart begrenzt, daß die Vor-
zum festen Bestandteil moderner Industriear- teile von Durchlaufträgersystemen noch nicht
chitektur geworden. Vor allem führt die einfa- ausgeschöpft werden konnten.
che konstruktive Ausbildung und die damit ver- Das damals zur Verfügung stehende tauch-
bundene einfache und schnelle Montage zu ei- verzinkte Stahlblech wurde erstmals 1959 durch
ner wirtschaftlichen Konstruktion. Dies, ver- kontinuierlich bandverzinktes Material ersetzt.
bunden mit einer ansprechenden Gestaltung, Dies erlaubte die Umstellung der Trapezprofil-
hat zur Verbreitung dieser Bauweise beigetragen. herstellung auf kontinuierliche Fertigung. In
diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung erster
Abb. 2.1: allgemein gültiger Bemessungswerte für stati-
Ein Fertighaus, sche Nachweise, die in den folgenden Jahren,
speziell für den um neue Erkenntnisse ergänzt, die Basis für die
Export in die bauaufsichtlichen Zulassungen von Stahltrapez-
britische Kolonie profilen bildeten.
Australiens ent- Ergänzend zur Bandverzinkung wurde
worfen, um 1840 Anfang der sechziger Jahre die bis dahin übliche
Spritzbeschichtung für Trapezprofile durch die
kontinuierliche Bandbeschichtung abgelöst.
Wirtschaftliche Überlegungen mit dem
Zwang nach immer ausgereifteren Profilgeo-
metrien führten zu Trapezprofilen, die ohne
Materialmehrverbrauch freie Spannweiten bis
10,0 Meter überbrücken können und es gelang,
speziell geformte Profile für Geschoßverbund-
Bereits im vergangenen Jahrhundert wurde decken von Bürobauten und Parkhäusern zu
in England das Wellblech von H. R. Palmer als entwickeln.
Vorläufer der heutigen Stahltrapezprofile ent- Auch die uralte Baukunst des Bogens wurde
wickelt. neu entdeckt, seit dem es möglich ist, Stahl-
In den zwanziger und dreißiger Jahren die- trapezprofile über ihre Längsachse zu verfor-
ses Jahrhunderts erfolgten dann in den USA im men. Dies erlaubt Bogendachkonstruktionen
großen Stil Umschichtungen von industriellen mit freien Spannweiten bis 20 Meter, von denen
Produktionsstätten vom Norden des Landes in vor Jahren noch niemand ernsthaft zu träumen
den Süden. Dafür waren großflächige Bauteile wagte.

1. Generation
Profilhöhe ~ 70 mm

2. Generation
Profilhöhe ~ 140 mm
Abb. 2.2:
Profilgeometrien 3. Generation
im Wandel Profilhöhe ~ 210 mm
der Zeiten

14
Trapezprofile und Kassetten

Seit Juni 1987 sind die für die Vielzahl der stufenweises Umformen durch die Walzenpaare
Profile erforderlichen bauaufsichtlichen Zulas- bis hin zum fertigen Trapez- oder Kassetten-
sungen durch eine allgemeingültige DIN-Norm profil bei Profiliergeschwindigkeiten bis zu
(DIN 18807 Trapezprofile im Hochbau) ersetzt ca. 70 m/min profiliert. Die Profilgeometrie
und längst gehen heute die Einsatzmöglichkeiten bestimmt die Anzahl der Umformstationen,
von Stahltrapezprofilen und die daraus entwik- d. h. je höher, breiter oder komplizierter ein
kelten Bausysteme für Dach, Wand und Geschoß- Profil ist, um so mehr Stationen sind für die Pro-
decke über den normalen Industriebau hinaus. filierung erforderlich. Die Ablängung der Profile
Eines aber ist besonders heute für die Planung erfolgt, je nach Anlagentyp, entweder hinter
und Ausführung von zeitgemäß gestalteten Ge- der Haspel im noch flachen Zustand oder nach
bäuden mit diesen Bauteilen unerläßlich: ein dem Profilieren durch eine profilfolgende
ausgeprägtes Fachwissen und Gespür für Schere. Durch Austausch der Walzensätze sind
Form und Farbe. auf einem Rollformer unterschiedlichste Quer-
schnittsformen herstellbar. Rollformer neuerer
Bauart verfügen über sogenannte Revolverein-
2.2 Bauteile richtungen mit unterschiedlichen Rollensätzen,
die je nach Bedarf in kurzer Zeit einschwenk-
2.2.1 Herstellung bar sind. Dadurch reduzieren sich die Rüstzei-
Stahltrapez- und Kassettenprofile werden ten in der Produktion beim Profilwechsel auf
heute in kontinuierlich arbeitenden Rollform- wenige Minuten.
Anlagen aus oberflächenveredeltem Stahlblech Eine optimale Anpassung von Materialdicke,
nach DIN EN 10147 (min. Stahlsorte S280 GD) Stahlgüte, Oberflächenveredelung, Farbton und
in Blechdicken von 0,75 mm bis 1,50 mm (in Baulänge ist von den örtlichen Gegebenheiten
Ausnahmefällen 2 mm) und mit Bandeinlauf- und den Kundenanforderungen abhängig. Des-
breiten von 1200 mm bis ca. 1500 mm profiliert. halb wird keine Vorratshaltung von Stahltrapez-
und Kassettenprofilen betrieben, sondern die
Produktion erfolgt auf Bestellung des Kunden.

2.2.2 Generationen der Stahltrapezprofile


Ziel aller Entwicklungsaufgaben ist stets,
mit geringstem Materialeinsatz die bestmögli-
chen Trageigenschaften von Trapezprofilen zu
erzielen. Im Laufe der Zeit wurde daher durch
intensive Weiterentwicklung der Leistungs- und
Qualitätsstandard der Profile erheblich verbes-
sert. Als Maßzahl für die beachtenswerte Ent-
wicklung „Leistungssteigerung ohne zusätz-
lichen Materialverbrauch“ dient das Verhältnis
Gewicht/Spannweite, das sich seit der Anfangs-
Abb. 2.3: Rollformer zeit von etwa 2,5 bis heute auf weniger als die
Hälfte reduziert hat.
Die verwendeten Rollformer bestehen aus Profile der ersten Generation können bei
einer Abhaspelvorrichtung, einer bestimmten üblicher Belastung höchstens Spannweiten bis
Anzahl hintereinander angeordneter Walzen- 5,0 m überbrücken. Diese Profile mit Höhen
paare, einer Abläng- und einer Abstapelvorrich- bis 70 mm haben in erster Linie eine raumab-
tung. Das oberflächenveredelte Stahlblech wird schließende Funktion. Aufgrund der vorliegen-
an der Haspel vom Coil abgerollt und durch den statischen Nutzhöhe sind sie kaum in der

Generation Streckgrenze Abmessung Spannweite


max. max. max.
[N/mm2] h [mm] / b [mm] [m]

1. 260 70 / 200 ≤ 5,0 Abb. 2.4:


2. 320 160 / 300 ≤ 7,5 Werte der Stahl-
trapezprofile im
3. 350 210 / 750 ≤ 10,0 Überblick
15
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Abb. 2.5:
Vergleich der 1. Generation 2. Generation 3. Generation
Leistungsfähig-
keit unter- Gewicht
schiedlicher Spannweite
h bis 70 mm, h bis 160 mm, h bis 210 mm,
Trapezprofil- b bis 200 mm b bis 300 mm b bis 750 mm
kg/m2 3 βs max. 260 N/mm2 βs max. 320 N/mm2 βs max. 350 N/mm2
generationen
m
2

2,5 5,0 7,5 10,0


Spannweite [m]

Lage, größere Kräfte als die z. B. an Wandkon- im Anlagenbau, wo es auf hohe Schalldämm-
struktionen vorherrschenden Windkräfte auf werte und geringe Brandlasten ankommt, hat
die Tragkonstruktionen abzuleiten. sich die Kassettenwand gegenüber anderen
Trapezprofile der zweiten Generation Bausystemen durchgesetzt. Die Anwendung
sind zusätzlich mit Versteifungssicken in Längs- von Kassettenprofilen unterliegt den bauauf-
richtung versehen. Sie werden heute auf den sichtlichen Zulassungen des Deutschen Insti-
bekannten Rollformanlagen hergestellt und tutes für Bautechnik, Berlin. Die Übernahme
schaffen immerhin Stützweiten bis 7,5 m ohne in die DIN 18807 steht vor dem Abschluß.
nennenswerten Materialmehrverbrauch. Diese
Profile sind gekennzeichnet durch wesentlich
höhere Stege und breitere Gurte. Die Verstei-
fungssicken dienen zur Erhöhung der Beultrag-
fähigkeiten, so daß neben der raumabschließen-
den Funktion in hohem Maße die Lastabtragung
als Funktion hinzukommt.
Der Wunsch vieler Architekten und Bauher-
ren nach noch größerer Tragfähigkeit, Steifig-
keit, Stützweite und Flexibilität in der Raumnut-
zung führte letztendlich zu der Entwicklung ei-
nes Stahltrapezprofiles der dritten Generation.
In einem Arbeitsgang werden zusätzlich in
Längs- und Querrichtung Versteifungssicken
zur Erhöhung des Tragvermögens profiliert. Mit
diesen Trapezprofilen lassen sich heute wirt-
schaftliche Spannweiten bis 10,0 m realisieren.
Wegen der dabei auftretenden hohen Flächen-
lasten muß die Lasteinleitung am Auflager im- Abb. 2.6: Kassettenprofile im eingebauten Zustand
mer über zusätzliche Stützelemente erfolgen.

2.2.3 Kassettenprofile 2.2.4 Qualitätssicherung


Kassettenprofile bilden im Regelfall, hori- Stahltrapezprofile gelten nach DIN 18807
zontal von Stütze zu Stütze gespannt, die innere als allgemein gebräuchliche und bewährte Bau-
Tragschale für Wandsysteme und ersetzen die produkte. Dagegen benötigen Stahlkassetten
sonst übliche Riegelkonstruktion. Bedingt durch für den Nachweis der Verwendbarkeit z. Z.
ihre Bauart ergibt sich eine Vielzahl von hori- noch eine allgemeine bauaufsichtliche Zulas-
zontal liegenden Stegen zur Befestigung der sung (Übergangsphase). Für beide Produkt-
äußeren Trapezprofil-Schale oder, aktuell im typen hat der Hersteller jedoch die Einhaltung
Trend, auch einer Wellprofil-Schale. Die sich der geforderten Werkstoff- und Bauteileigen-
zwischen Innen- und Außenschale bildenden schaften durch umfangreiche und gleichlautende
Hohlräume werden teilweise oder gänzlich mit Güteüberwachungen zu prüfen.
Mineralfaser-Dämmung ausgefüllt. Besonders

16
Trapezprofile und Kassetten

Teil 2: Durchführung und Auswertung von


Übereinstimmungszeichen Tragfähigkeitsversuchen
(Ü-Zeichen) Teil 3: Festigkeitsnachweis und konstruktive
Ausbildung
Name
des als Technische Baubestimmungen gelten Stahl-
Herstellers
trapezprofile seit dem 1. Januar 1990 nicht
Grundlage des mehr als neuartige Bauteile im Sinne der Bau-
Übereinstimmungs-
nachweises ordnung und unterliegen somit nicht mehr
den Zulassungsregelungen.
Stempel der
Prüfstelle
2.3.2 Grenzzustände der Tragfähigkeit
VMPA
Die Ermittlung der Tragfähigkeitswerte von
Stahltrapezprofilen ist abhängig von:
– der Größe der „mittragenden Querschnitt-
bereiche“
– der Profillage (positiv oder negativ)
Abb. 2.7: Kontinuierliche Überwachung garantiert – der Belastungsrichtung in Bezug auf die
ausgezeichnete Qualität Profillage, z. B. Winddruck, Windsog
– der Befestigung an der tragenden Konstruktion
Diese setzen sich zusammen aus: – der Auflagerbreite der tragenden
– werkseigener Produktionskontrolle und Konstruktion.
– Fremdüberwachung durch eine anerkannte Die dabei zu beachtenden möglichen
Prüfstelle. Versagensformen sind:
Kontinuierliche bzw. intervallabhängige – Überschreiten der Fließgrenze im
Überwachungen nach Vorgaben der DIN 18807 mittragenden Querschnitt
bzw. der bauaufsichtlichen Zulassungen garantie- – Beulen der Druckgurte bzw. der Stege
ren die gleichbleibende Qualität der Bauteile. Der – Krüppeln der Stege im Auflagerbereich
Nachweis der Überwachung ist durch das Über- Die Querschnittswerte und die Bemes-
einstimmungszeichen (Ü-Zeichen) dokumentiert. sungswerte der Tragfähigkeit werden entweder
nach DIN 18807 Teil 1 berechnet oder nach
DIN 18807 Teil 2 durch Versuche ermittelt.
2.3 Bemessungsgrundlagen Die Querschnittswerte für Normalkraftbean-
spruchung jedoch werden nur durch Berech-
2.3.1 Regelungen nung, die Bemessungswerte für die Begehbar-
Anfangs stützte man sich bei der Beurteilung keit nur durch Versuche ermittelt.
der Beanspruchbarkeit der Trapezprofile allein Jeder Hersteller von Trapezprofilen hält
auf Versuchsergebnisse. Diese experimentellen entsprechende Tabellen mit Bemessungskenn-
Werte bildeten die Basis der ersten bauaufsicht- daten vor, die in der Regel von den Prüfämtern
lichen Zulassung, die 1967 vom Land NRW er- für Baustatik geprüft und bestätigt werden. Hin-
teilt wurde. weise für die durchzuführenden Nachweise der
Die in der Folgezeit gesammelten Erkennt- Tragfähigkeit sind in DIN 18807 Teil 3 geregelt.
nisse und Forschungsergebnisse wurden im
Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in
Berlin zusammengetragen. Von dort wurden
fortan, erstmals im Jahr 1971, die bauaufsicht-
lichen Zulassungsbescheide für Stahltrapezpro-
file erteilt.
Nach langjähriger intensiver Weiterent-
wicklung seitens der Industrie und Auswertung
der Versuchsergebnisse durch den Normenaus-
schuß Bauwesen erschien 1987 der dreiteilige Abb. 2.8:
Weißdruck der DIN 18807 (auch als „Trapez- Bemessungs-
blech-DIN“ bekannt). Nach der bauaufsichtli- werte sind
chen Einführung der DIN 18807 durch Prüfämter
Teil 1: Allgemeine Anforderungen, für Baustatik
Ermittlung der Tragfähigkeitswerte geprüft und
durch Berechnung bestätigt

17
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

2.3.3 Grenzzustände der


Gebrauchstauglichkeit
Durchbiegungen von Stahltrapezprofilen
sind je nach Anwendungsbereich zu begrenzen.

Bedingungen Grenzwerte

Dächer unter Vollast


– Tragschale mit
L /300
oberseitiger Abdichtung
– Tragschale im
L /150
zweischaligen Metalldach
– Deckschale im
L /150
zweischaligen Metalldach
Wände und
Wandbekleidungen unter L /150
Abb.2.9: Von Schubfeldern hängt die Gesamtstabilität
Windlast
eines Gebäudes ab

2.3.4 Mindestblechdicken 2.3.6 Schubfeld


Je nach Anwendungsbereich sind bestimmte Stahltrapezprofildächer und -decken können
Mindestblechdicken einzuhalten. nicht nur Vertikallasten aufnehmen, sondern sind
auch zur Aufnahme von Horizontallasten und
Bedingungen Grenzwerte zu ihrer Weiterleitung in der Fläche geeignet.
Stahltrapezprofil-Schubfelder ersetzen in
Dächer ihrer Wirkung die Diagonalaussteifungen. Ein
– als tragende Teile Gelenkviereck – d. h. ein aus vier Trägern gebil-
bei Stützweiten detes Viereck, bei dem die Ecken nicht biege-
bis 1.500 mm ≥ 0,50 mm steif ausgebildet sind – kann also durch Stahl-
über 1.500 mm ≥ 0,75 mm trapezprofile so ausgesteift werden, daß es wie
– als Dacheindeckung ein Verbandsfeld eines Fachwerks wirkt. Die
bei Stützweiten Schubsteifigkeiten für die Berechnung und Be-
bis 1.500 mm ≥ 0,50 mm messung sind den jeweiligen Tabellen der Her-
über 1.500 mm ≥ 0,63 mm steller von Stahltrapezprofilen zu entnehmen.
Wände und Demzufolge können Schubfelder Windkräfte und
≥ 0,50 mm
Wandbekleidungen andere horizontale Lasten (z. B. Stabilisierungs-
Distanzprofile 0,88 mm kräfte zur Kipphalterung auszusteifender Binder)
bis zu den für die Aufnahme dieser Lasten geeig-
neten Tragwerkskonstruktionen weiterleiten.
2.3.5 Auflagerbreiten
Schubfelder sind statisch wirksame
Für die End- und Zwischenauflager sind
Scheiben, von denen die Gesamtstabilität
Mindestauflagerbreiten vorgeschrieben, da die
des Gebäudes wesentlich abhängt.
zulässigen Schnittgrößen der Profile auch von
der gewählten Auflagerbreite der Unterkon- Deshalb ist zu beachten, daß die Verlegung
struktion abhängen. Die Mindestauflagerbreite von Stahltrapezprofilen in Schubfeldbereichen
in Profilrichtung beträgt: nur nach Verlegeplänen erfolgen darf, welche
die aufgrund einer statischen Berechnung ermit-
Bedingungen Grenzwerte telten notwendigen Ausführungsangaben ent-
halten. Dazu gehört auch der statische Nachweis
Bei Ein- und der Verbindungselemente. Die ordnungsgemäße
Mehrfeldträgern 40 mm und funktionsgerechte Ausführung ist in einem
am Endauflager für die Bauakten der Bauaufsichtsbehörde be-
stimmten Abnahmeprotokoll festzuhalten und
Bei Mehrfeldträgern und
vom verantwortlichen Fachingenieur oder vom
auskragenden Profilen am 60 mm
Fachbauleiter zu bestätigen. Von den Verlege-
Zwischenauflager
plänen abweichende Ausführungen sind nur

18
Trapezprofile und Kassetten

nach statischer Überprüfung zulässig. Schub- Gewindefurchende Schrauben formen


felder sind nach Fertigstellung zu kennzeichnen spanlos ihr Gewinde in das vorgebohrte Loch
und dürfen nachträglich nicht mehr verändert der Unterkonstruktion. Man unterscheidet ge-
werden. windefurchende Schrauben mit Grobgewinde
für Holz und Stahlunterkonstruktionen bis
3 mm Dicke (Spitzenform A) und Schrauben
2.4 Verbindungstechnik mit Feingewinde für Stahlkonstruktionen über
Die Verbindungstechnik behandelt die Ver- 3 mm Dicke (Spitzenform B).
bindung der Profiltafeln mit der Unterkonstruk- Bohrschrauben „bohren“ zunächst ihr
tion sowie die Verbindungen der Profiltafeln Kernloch und formen sich anschließend im
untereinander an ihrem Längsrand. Die Verbin- gleichen Arbeitsgang das Gewinde. Man unter-
dung der Profiltafeln mit der Unterkonstruktion scheidet Bohrschrauben mit angeformter und
hat nach Maßgabe der statischen Berechnung solche mit Hartmetallspitze. Grundsätzlich sind
zu erfolgen. Jedoch ist mindestens jede zweite für rostfreie Schrauben auch nur rostfreie Dicht-
Profilrippe mit der Unterkonstruktion zu ver- scheiben zu verwenden, das Dichtmaterial
binden, an den Rändern der Verlegefläche jede (EPDM) ist aufvulkanisiert.
Profilrippe. Setzbolzen werden durch Bolzensetzgeräte
Für die Verbindung der Profiltafeln am Längs- mittels Explosionskraft aus Treibkartuschen
rand legt die DIN 18807 fest, daß jede Profiltafel eingetrieben. Die Ladungsstärke richtet sich
an ihrem Längsrand mit einer anderen Profiltafel nach Dicke und Festigkeit der Bleche bzw. der
bzw. an einem freien Dachrand mit einem min- Stahl-Unterkonstruktion. Letztere muß eine Min-
destens 1,00 mm dicken Randversteifungsblech destdicke von 6 mm aufweisen.
verbunden werden muß. DIN 18807 Teil 3, Blindnieten aus Aluminium mit Edelstahl-
Abs. 4.5.2, gibt dazu die Abstände der Verbin- stift werden zum Verbinden der Profilbleche
dungselemente an. Werden Profiltafeln als Schub- untereinander und zum Anschluß von Formtei-
feld verwendet, so sind die Verbindungselemente len eingesetzt. Hier eignet sich am besten der
entsprechend dem Schubfluß nachzuweisen. sogenannte Becherniet, bei dem ein Herausfal-
Grundsätzlich sind für die Befestigung von len des Nietdorns ausgeschlossen ist.
Stahltrapezprofilen und Kassetten nur bauauf-
sichtlich zugelassene Verbindungselemente zu
verwenden, die, soweit sie der Freibewitterung 2.5 Formteile
ausgesetzt sind, aus rostfreiem Material sein müs- Für fachlich korrekte Abschlüsse und Über-
sen. Die Zulassungen für diese Verbindungsmit- gänge an Dach-, Wand- und Deckenflächen sind
tel werden vom Institut für Bautechnik in Berlin sogenannte Formteile unerläßlich. Da es sich oft
erteilt. um wiederkehrende Details handelt, haben die
Man unterscheidet mehrere Arten von Hersteller für ihre Systeme Standardteile entwik-
Verbindungselementen: kelt, die nach Katalog bestellt werden können.
– Gewindefurchende Schrauben Daneben besteht die Möglichkeit, Formteile
– Bohrschrauben unterschiedlicher Geometrie nach Zeichnung
– Setzbolzen zu fertigen.
– Blindnieten Zur Vermeidung von Schwachstellen im
Korrosionsschutzsystem eines Bauwerkes muß
Abb. 2.10: Bauaufsichtlich zugelassene Verbindungs- auch die Oberflächenveredelung der Formteile
elemente für den Stahl-Leichtbau immer die gleiche Qualität wie alle angrenzen-
den Bauteile aufweisen.

2.6 Verpackung,
Transport und Lagerung
Die aus oberflächenveredeltem Stahlblech
hergestellten Bauelemente für Dach, Wand und
Decke sind hochwertige einbaufertige Teile,
die bei Produktion, Transport und Montage mit
entsprechender Sorgfalt zu behandeln sind.
Der Profilhersteller verpackt die kommisions-
weise produzierten Bauteile fachgerecht und

19
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Abb. 2.11: 2.7 Montagerichtlinien


Verpackung,
Transport und Eine Montagerichtlinie dient dazu, fachge-
Lagerung rechte Ausführungen von Montagearbeiten mit
– Hochwertige Stahlprofiltafeln zu erreichen, um damit die
Bauteile sind mit Funktionsfähigkeit der Bauteile und Bausysteme
Sorgfalt zu be- für Dach, Wand und Decke und ihre hohe Quali-
handeln tät auf Dauer abzusichern.
Im Rahmen dieser Veröffentlichung soll vor
allem auf die von vielen Herstellern für ihre
speziellen Produkte herausgegebenen Montage-
Richtlinien hingewiesen werden. Darüber hin-
aus stehen meist dort für Planung und Bauaus-
führung weitere Unterlagen wie z. B. statische
Bemessungsprogramme zu konstruktiven Details
und Ausschreibungstexte zur Verfügung.
Besonders zu erwähnen sind in diesem Zu-
ausreichend für den Transport sowie das sammenhang folgende zwei Broschüren des IFBS
Abladen und auch das Zwischenlagern. Mit (Industrieverband zur Förderung des Bauens mit
Rücksicht auf die im allgemeinen auf den Bau- Stahlblech e. V., Düsseldorf):
stellen vorhandenen Hebezeuge werden palet- – Richtlinie für die Montage von Stahlprofil-
tierte Pakete bis etwa 3,0 t Gewicht zusammen- tafeln für Dach-, Wand- und Deckenkonstruk-
gestellt. Der Transport der Pakete erfolgt mit tionen (Info-Nr. 8.01)
dem LKW oder, falls Gleisanschlüsse zur Bau- – Richtlinie für die Planung und Ausführung
stelle bestehen, auch mit der Bahn. zweischaliger, wärmegedämmter, nicht
Obwohl die Hersteller Längen bis über 20 m belüfteter Metalldächer (Info-Nr. 1.03).
produzieren können, sind diese abhängig vom
Transportmittel. Bei LKW-Transporten sollten
die Längen 15 m nicht überschreiten. Für Trans- 2.8 Bauphysikalische Anforderungen
porte größerer Längen sind Sondergenehmigun-
gen einzuholen, die erhebliche Aufwendungen 2.8.1 Korrosionsschutz
an Zeit und Kosten verursachen. Trotzdem kann Die in der DIN 55928 Teil 8 aufgeführten
sich eine größere Lieferlänge für die Bauteile als Korrosionsschutzsysteme aus metallischen Über-
wirtschaftlich und vorteilhaft erweisen, wenn zügen und organischen Beschichtungen, sowie
dadurch infolge statischer Durchlaufwirkung deren Kombinationen zu Duplexsystemen, wer-
über drei Felder und mehr die Tragfähigkeit der den aufgrund ihrer Belastbarkeit unter atmos-
Profile erhöht wird. phärischen Bedingungen grundsätzlich in die
Die Ladung ist trocken zu transportieren Korrosionsschutzklassen I, II und III eingestuft.
und nach Ankunft auf der Baustelle sofort auf In der DIN 18807 ist in Tabellen angegeben,
Vollständigkeit und evtl. Schäden zu überprü- welche Korrosionsschutzklasse ein Bausystem
fen. Das Abladen der Pakete erfolgt in der Regel aus Trapezprofilen bzw. Kassetten unter einer
mit Baukranen unter Zuhilfenahme von Traver- bestimmten Einbausituation erfüllen muß, siehe
sen und gummierten Hebebändern. Beim An- beispielhaft Abb. 2.12. Dabei steht Ober- und
schlagen mit Stahlseilen sind zur Vermeidung Unterseite bzw. Außen- und Innenseite sinn-
von Beschädigungen an den Profilen Kanten- gemäß für zugänglich und nicht zugänglich.
schutzwinkel einzusetzen. Bei gestapelten Pake- An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, daß
ten müssen die mit Stahlband umreiften Paletten sowohl bei Dach- als auch bei Wandsystemen
übereinander liegen. Zwischenriegel bei Räumen mit hoher Feuchte-
Werden Profilpakete nicht sofort zur Ver- belastung die Korrosionsschutzklasse III auf-
arbeitung auf dem Dachtragwerk sondern zu- weisen müssen. Dies ist, wie traditionell prak-
nächst am Boden abgesetzt, soll dies mit leich- tiziert, mit ausschließlich verzinktem Material
ter Neigung zum Abfließen evtl. eingedrungener nicht zu erbringen, allerdings mit AZ 185 (GAL-
Feuchte erfolgen. Bei längerer Zwischenlagerung VALUME®), das sich darüber hinaus ausgezeich-
im Freien sind die Profilpakete mit atmungsakti- net für den Einsatz als obere Deckschale von
ven Planen – keinesfalls mit Kunststoff-Folien – Dachsystemen bewährt hat.
gegen Witterungseinflüsse, Verschmutzungen Eine qualitative Bewertung der Schutz-
und Beschädigungen abzudecken. systeme zu den in der DIN 18807 geforderten

20
Trapezprofile und Kassetten

Abb. 2.12:
Einschalig Einschalig Zweischalig hinterlüftet Außen- Auszug aus
ungedämmt wärme- mit zwischenliegender wand- DIN 18807 Teil 1,
gedämmt Wärmedämmung bekleidung Tabelle 2,
Außen-Schale Innen-Schale Korrosionsschutz-
klassen für Wand-
Bei trockenen
systeme
Außen- überwiegend
III III III III
seite geschlossenen
Räumen „I“
Bei Räumen
Innen- mit hoher
II II II II
seite Feuchte-
belastung „III“

Korrosionsschutzklassen sollte im Einzelfall tionsteilen zu Taupunktunterschreitungen und


immer in Abstimmung mit den Herstellern zur Kondensatbildung führt. Diese kann erheb-
erfolgen. lich sein und zu gravierenden und kosteninten-
siven Schäden führen.
2.8.2 Wärmeschutz Verhindern bzw. weitestgehend unterbinden
Der Wärmeschutz ist sowohl aus Behaglich- läßt sich dieser Vorgang nur durch konsequente
keitsgründen als auch aus wirtschaftlicher Sicht, Abdichtung von Wandinnenschalen (z. B. bei
gerade in heutiger Zeit als energiesparende Maß- Kassetten) oder durch den Einbau von schadens-
nahme, eine unabdingbare Forderung. Dazu sind frei verlegten Dampf- und Konvektionssperren
bei Bauten, die dem dauernden Aufenthalt von (z. B. bei Dachkonstruktionen).
Menschen dienen, die Forderungen des Wärme-
schutzes für raumabschließende Bauteile in 2.8.4 Schallschutz
der DIN 4108 (Wärmeschutz im Hochbau) ein- Die Begriffe, Anforderungen an den Schall-
schließlich der „Ergänzenden Bestimmungen“ schutz und allgemeine Beispiele für konstrukti-
und der novellierten Wärmeschutzverordnung ve Lösungen werden in der DIN 4109 „Schall-
(WSVO) festgelegt. Daneben spielen natürlich schutz im Hochbau“ geregelt. Bei der Planung
auch wirtschaftliche Überlegungen eine wich- und Ausführung von Schallschutzmaßnahmen
tige Rolle. ist zu unterscheiden, ob vorrangig die
Nach der neuen WSVO haben Wärme- – Schalldämmung, d. h. Minderung der Lärm-
brücken und Luftdichtigkeit der Fugen von Bau- weiterleitung aus dem Gebäudeinnern nach
teilen eine wesentliche Bedeutung für die Ener- außen und damit in die Nachbarschaft
giebilanz von Gebäuden. Es ist auf fugenfreie oder die
Verlegung der Wärmedämmung zu achten. Ent- – Schalldämpfung bzw. Schallabsorption, d. h.
sprechend der WSVO sind darüber hinaus alle die Dämpfung des Lärmpegels innerhalb des
wärmeübertragenden Umfassungsflächen, dies Gebäudes selbst,
trifft besonders für Kassettenwände zu, an Längs- erreicht werden soll. Oft werden beide Maßnah-
und Querfugen nach dem Stand der Technik men gleichzeitig gefordert.
dauerhaft luftundurchlässig abzudichten. Grundsätzlich wird zwischen Luft- und Kör-
perschall unterschieden.
2.8.3 Feuchteschutz – Luftschalldämmung erfolgt in der Leicht-
Zwischen Wärme- und Feuchteschutz be- bauweise im Regelfall durch einen mehr-
steht eine enge Verbindung, da Feuchteschäden schaligen Aufbau mit unterschiedlicher Biege-
z. B. aus Kondensatbildung auf oder innerhalb steifigkeit und dazwischenliegender Mineral-
von Bauteilen die Folge mangelnder oder un- faser-Dämmung.
sachgemäß eingebauter Wärmedämmung sein Zur Auswahl geeigneter Konstruktionen
können. Da Außenbauteile Bereiche unterschied- werden Versuchsanordnungen nach einem
licher Temperatur und Luftfeuchte trennen, lie- Beurteilungsspektrum zwischen 100 Hz und
gen in der Regel auch unterschiedliche Wasser- 3.150 Hz überprüft, das bewertete Schall-
dampf-Teildrücke zu beiden Seiten der Kon- dämm-Maß R’w in dB gemessen und nach
struktion vor, was wiederum in der kalten Jahres- DIN 52210 festgelegt. Mit ausgewählten Ma-
zeit eine Wasserdampfbewegung von innen nach terialien und konstruktiven Maßnahmen sind
außen bewirkt und hier an den kalten Konstruk- Schalldämm-Werte bis 55 dB möglich.

21
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

– Körperschalldämmung ist aufgrund fehlen- Vorgabe der Bauaufsichtsbehörde, in W-30 bis


der Masse schwierig und im Einzelfall nur W-90 Ausführung herzustellen. Sowohl für Dach-
konstruktiv durch Entkoppelung der Körper- als auch für Wandkonstruktionen gibt es eine
schallübertragung möglich. Vielzahl von Ausführungen, die auch verschärf-
– Schalldämpfung bzw. Schallabsorption ist ten Brandschutzbestimmungen gerecht werden
wirtschaftlich durch geeignete Steg-Lochung und durch die Hersteller mit Prüfzeugnissen zu
der unteren Trapezprofilschale von Dach- belegen sind.
konstruktionen und durch Hinterlegung mit
Schallabsorptions-Material aus Mineralfaser 2.8.6 Blitzschutz
zu erreichen. Dadurch ist eine deutliche Nach DIN 57185 Teil 1 (VDE 0185 Teil 1)
Minderung des Lärmpegels innerhalb von sind Metalldeckschalen von Dächern, Metallein-
Gebäuden möglich. fassungen von Dachkanten, Metallabdeckungen
Die konstruktive Ausbildung wirkungsvol- von Brüstungen und andere Blecheinfassungen
ler Schallschutzmaßnahmen in Verbindung mit als Fangeinrichtungen geeignet, wenn bestimm-
Stahltrapezprofilen und ggf. Kassetten ist von te Anforderungen an Materialdicke, Überlap-
vielen Einflußfaktoren abhängig und setzt ein pungslängen, Befestigungen usw. eingehalten
hohes Maß an Erfahrung und Fachwissen voraus. werden.
Daher ist bei schalltechnischen Fragen die Dazu gehört eine Materialdicke von ≥ 0,5
Einbeziehung der Hersteller dieser Bauteile sinn- mm und eine zuverlässige Verbindung an
voll, da sie meist auch über vielfältige Prüfzeug- Längs- und Querstößen durch Klemmprofile,
nisse und Konstruktionsunterlagen verfügen. Falze, Nieten oder Schrauben. Dies gilt auch für
kunststoffbeschichtete Bleche mit einer Schicht-
2.8.5 Brandschutz dicke < 200 µm. Bei Querstößen von Dachele-
Oberflächenveredelte Stahltrapezprofile menten und bei Einfassungen müssen die Über-
und Kassetten sind im Regelfall nach DIN 4102 deckungen mindestens 100 mm betragen.
(Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen) Metallfassaden dürfen zur Ableitung dienen,
einzeln betrachtet, als nichtbrennbarer Bau- wenn sie ebenfalls durchgehend miteinander
stoff A2 eingestuft. verbunden sind und eine Mindestblechdicke
Bei Industriegebäuden mit normaler Nut- von ≥ 0,5 mm aufweisen. Eine ausreichend lei-
zung wird nach den Bestimmungen der Landes- tende Verbindung zwischen Dach- und Wand-
bauordnung in der Regel die Forderung nach außenschale muß vorhanden sein. Die fachge-
der Eigenschaft: rechte Ableitung ist grundsätzlich durch Fach-
„Widerstandsfähig gegen Flugfeuer und firmen sicherzustellen.
strahlende Wärme“
gestellt. Danach werden sie gemäß der Richt-
linien des Verbandes der Sachversicherer als
„Harte Bedachung“ eingestuft.
2.9 Beispiele für Konstruktionen mit
Dächer mit Stahltrapezprofilen als wasser- Trapezprofilen und Kassetten
führende Schicht erfüllen diese Bedingung von
Haus aus. 2.9.1 Dachkonstruktionen
Aber auch Stahltrapezprofildächer mit oben- Weit über 80 % aller weitspannenden Dach-
liegender Wärmedämmung und Dachabdich- eindeckungen für Industriehallen, Sportstätten
tung (Warmdächer) genügen dieser Anforde- oder Einkaufszentren werden heute im euro-
rung, sofern der Dachaufbau einer der in DIN päischen Markt mit Tragschalen aus oberflächen-
4102 Teil 4 aufgeführten Ausführungsmöglich- veredelten Stahl-Trapezprofilen ausgeführt.
keit entspricht. Bei weitergehenden Anforde- Deshalb werden zum Schutz von Menschen
rungen können mit Spezialkonstruktionen und und Sachwerten sowie zur Einsparung von Ener-
besonderen Dämmstoffen höhere Brandschutz- gie, gerade bei großflächigen Industrie-Dachkon-
klassen erfüllt werden. struktionen, höchste Anforderungen an die Mate-
An nichttragende Außenwände werden bei rialqualität und die dauerhafte Funktion des
Gebäuden bis zu 2 Vollgeschossen im Regelfall Dachaufbaus gestellt. Diese bautechnisch hoch-
seitens der Bauaufsicht keine brandschutztech- wertigen Konstruktionen funktionieren aller-
nischen Anforderungen gestellt. Die Wärme- dings nur dann optimal, wenn während der Pla-
dämmstoffe müssen jedoch mindestens B 2- nung neben den statischen und konstruktiven
Baustoffe sein. Belangen auch die bauphysikalischen Randbe-
Bei Gebäuden mit mehr als 2 Vollgeschossen dingungen beachtet und bei der Bauausführung
sind sie aus nichtbrennbaren Baustoffen, nach erfüllt werden. DIN 18807 Teil 3 fordert, daß

22
Trapezprofile und Kassetten

Abb. 2.13:
Das „Warmdach“
ist die am häufig-
sten eingesetzte
Variante

die Nachweise für den Wärme-, Feuchtigkeits-,


Schall- und Brandschutz unter Berücksichtigung
des Zusammenwirkens aller Baustoffe und Bau- Als bemerkenswerte Vorteile sind die hohe
teile des jeweiligen Systems nach den hierfür Belastbarkeit gegen Umwelteinflüsse aller Art
erlassenen Vorschriften, Normen und Richt- und die Möglichkeit der gezielten Einbindung
linien zu führen sind. Die nachfolgend vorge- in den Schall- und Brandschutz zu nennen. Die
stellten Dachkonstruktionen haben sich seit Jah- Montage ist nahezu witterungsunabhängig durch-
ren bewährt und gelten als technisch ausgereift. führbar.
Während die Verlegerichtung der Unter-
2.9.1.1 Einschaliges, oberseitig schale wie beim „Warmdach“ vom First zur
wärmegedämmtes Trapezprofildach Traufe oder von Binder zu Binder erfolgen
Das einschalige, oberseitig wärmegedämmte kann, wird die Oberschale grundsätzlich nur,
Trapezprofildach, ein sogenanntes „Warmdach“, zur Vorgabe der Entwässerungsrichtung, vom
ist die am häufigsten eingesetzte Variante. First zur Traufe verlegt.
Hier können die Stahltrapezprofile ent- Die Mindestdachneigungen sollten folgende
weder über Pfetten vom First zur Traufe, oder Werte nicht unterschreiten:
von Binder zu Binder parallel zur Traufe, als a) 3º (5,2 %) bei Dächern ohne Querstöße
Ein-, Zwei- oder Mehrfeldträger verlegt werden. und Durchbrüche.
Die Unterkonstruktion besteht meist aus Stahl, b) 5º (8,7 %) bei Dächern mit Querstößen
Holz oder Beton mit eingelassenen Veranke- und/oder Durchbrüchen.
rungsschienen. Die Mindestneigung sollte Oberschalen bestehen oft aus negativ ver-
2 % nicht unterschreiten. legten Trapezprofilen, die über Distanzprofile
Dachabläufe sind aus Sicherheitsgründen mit der Unterschale verbunden sind.
immer an den Tiefpunkten anzuordnen. Häufig werden auch sogenannte Klemm-
Ein beispielhafter Dachaufbau (Dämmung oder Stehfalzprofile verwendet. Diese sind
und Abdichtung) ist in Abbildung 2.13 darge- über spezielle Gleitsysteme an der Unterschale
stellt. Die Belichtung und Belüftung, sowie der befestigt. So entsteht ohne Durchdringung der
Rauch- und Wärmeabzug, erfolgt bei diesem wasserführenden Ebene eine dichte und sichere
Dachsystem meist über Lichtkuppeln. Seltener Verankerung, die gleichzeitig temperaturbedingte
werden Lichtbänder eingesetzt. Längenänderungen ausgleichen kann.
Dachdurchbrüche sind durch besondere Wegen der profilierten Oberschale und den
Maßnahmen auszusteifen und statisch nach- damit verbundenen schwierigen Anschlüssen
zuweisen. sollten, im Gegensatz zum Warmdach, Belich-
tungen und Belüftungen sowie der Rauch- und
2.9.1.2 Zweischaliges, wärmegedämmtes, Wärmeabzug nur über Lichtbänder im First oder
nicht hinterlüftetes in Profilierrichtung vom First zur Traufe vorge-
Trapezprofildach nommen werden. Dadurch sind handwerklich
Zweischalige Metalldachkonstruktionen saubere, dichte Anschlüsse möglich.
werden seit Jahrzehnten in zunehmendem Um- Bei diesem Dachaufbau besteht die Gefahr,
fang als „Gewerk aus einer Hand“ eingesetzt besonders in den kritischen Wintermonaten,
und gelten als wartungsfreundlich mit langer daß es zu Taupunktunterschreitungen und zur
Nutzungsdauer. Kondensatbildung kommen kann.

23
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Abb. 2.14: eine Hinterlüftung der Oberschale nicht erfor-


Zweischaliges derlich, das Dach gilt als „Warmdach“ mit metal-
Metalldach – lischer Abdeckung.
das „Gewerk
aus einer Hand“ 2.9.1.3 Bogendach
Wenn heute in Unternehmen über Archi-
tektur nachgedacht wird, stehen leider durch-
weg funktionale Aspekte im Vordergrund.
Das freitragende Bogendach aus oberflächen-
veredelten Stahltrapezprofilen, die durch ein
patentrechtlich geschütztes Rollbiegeverfahren
zu bogenförmigen Bauelementen mit kontinu-
ierlicher Krümmung ohne Knickfalten verformt
werden, bietet jedoch eine interessante archi-
tektonische Variante.
Die statisch günstige Bogenform erlaubt es,
die Spannweite gegenüber geraden Trapezpro-
filen bei gleicher Belastung um ein mehrfaches
zu erweitern. Doppelschalige Konstruktionen
können bis 20 m frei gespannt werden. Sie sind
zugleich Tragwerk und Dach.
Minimale Konstruktionsgewichte und der
Gewinn frei verfügbarer Nutzfläche sind meß-
bare wirtschaftliche Vorteile.
Bei doppelschaliger Ausführung überneh-
Um diesen Vorgang zu unterbinden, ist nach men beide Schalen die Tragfunktion und die
heutigen Erkenntnissen eine Dampf- und Kon- Außenschale dient zugleich als Wetterhaut. Die
vektionssperre unumgänglich. Sie ist sozusagen schubsteife Verbindung erfolgt über Hutprofile,
Primärbauteil. die auf der Oberseite zur Abschottung von
Sie wird zur warmen Seite hin, unmittel- Wärmebrücken eine thermische Trennung
bar auf der unteren Tragschale, in handwerk- erhalten. Die Innenschale wird durch Abkle-
lich sauberer Arbeit, mit dichten Nähten und ben der Längsstöße mit Aluminiumbändern als
Anschlüssen an aufgehenden Bauteilen, ange- Dampfsperre ausgebildet. Dadurch entsteht be-
bracht. Langjährige Erfahrungen bei der Mon- reits während der Bauphase eine wasserdichte
tage haben gezeigt, daß für die rauhe Baupra- Dachhaut. Mineralfaserdämmung zwischen bei-
xis Dampfsperren mit bituminösem Aufbau be- den Schalen übernimmt, je nach Ausführung,
sonders geeignet sind. Sie erfüllen außerdem die neben dem Wärmeschutz auch Brand- und Schall-
Aufgabe einer Notentwässerung während der schutzfunktionen.
Montagearbeiten und sind deshalb grundsätzlich Bei einschaliger Ausführung dient die
an das Entwässerungssystem anzuschließen. Bei Dachschale als Tragschale und als Wetterhaut.
Einsatz einer funktionsfähigen Dampfsperre ist Die maximale Stützweite liegt hier bei 16 m.

Abb. 2.15:
Das Bogendach,
asthetische
Gestaltung durch
zukunftswei-
sende Technik

24
Trapezprofile und Kassetten

Bogendachschalen können auf Stahl-, Holz- Zur Unterbrechung von Wärmebrücken ist
oder Betonkonstruktionen montiert werden. zwischen Außenschale und Distanzkonstruktion
Die Lasteinleitung erfolgt über Stahlbauschrau- eine thermische Trennung anzubringen.
ben und Stahlklemmplatten. Für den passge- Die vom Rauminneren in das Wandsystem
nauen Einbau sind die Bauteile im Werk vor- eindiffundierende Luftfeuchte wird im Luftstrom
gelocht. Horizontal gerichtete Auflagerkräfte hinter der profilierten Außenschale durch soge-
aus Eigengewicht und Schnee werden durch nannte Kaminwirkung nach Außen abgeführt.
das Widerlager oder von Zugbändern aufge- Dies setzt allerdings freie Belüftungsquerschnitte
nommen. im Sockelbereich und an der Attika voraus.
Günstigste statische Verhältnisse ergeben Eine Dampfsperre, wie bei zweischaligen
sich, wenn Spannweite und Bogenradius gleiche Dachsystemen, ist im Regelfall nicht erforderlich.
Abmessungen haben.
Abb. 2.16:
2.9.2 Wandkonstruktionen Zweischalige,
Trapezprofil-Wände dienen dem Raumab- wärmegedämmte
schluß und der Raumtrennung. Sie gelten im Trapezprofilwand
Sinne der Bauordung als „nichttragende Bau-
teile“. Während neben statischen, konstrukti-
ven und bauphysikalischen Randbedingun-
gen – ähnlich wie bei Dachsystemen – höchste
Anforderungen an Materialqualität und dauer-
hafte Funktion gestellt werden, haben sie eine
zusätzliche wichtige Aufgabe zu übernehmen:
Sie sind gleichermaßen auch für das ästhetische
Erscheinungsbild eines Gebäudes durch pro-
portionierte Formgebung und harmonische
Farbgestaltung zuständig.
Neben den bekannten Wandkonstruktionen:
– einschalige ungedämmte
Trapezprofilwand
– einschalige wärmegedämmte
Trapezprofilwand
– einschalige wärmegedämmte
Wandbekleidung
– zweischalige wärmegedämmte
Brandschutzwand 2.9.2.2 Zweischalige, wärmegedämmte
haben sich in großem Umfang die Kassettenwand
– zweischalige wärmegedämmte Stahlkassettenprofile haben ihren Ursprung
Trapezprofilwand und die in der Notwendigkeit, bei Betonunterkonstruk-
– zweischalige wärmegedämmte tionen ein sinnvolles und wirtschaftliches Wand-
Kassettenprofilwand tragwerk bereitzustellen. Sie bestehen demnach
seit Jahren bewährt und werden nachfolgend aus einer Kombination aus innerer Wandschale
vorgestellt. und der die Außenschale aufnehmenden Stege,
die ihrerseits die Riegelkonstruktion ersetzen.
2.9.2.1 Zweischalige, wärmegedämmte Oberflächenveredelte Stahlkassettenprofile
Trapezprofilwand haben im Regelfall Baubreiten von 600 mm und
In der Reihenfolge der Aufbaumontage werden horizontal als Ein-, Zwei- oder Mehrfeld-
besteht diese Wand: träger an den Gebäudestützen angebracht.
– aus der inneren, vertikal an den Riegeln Zur Erzielung weitgehender Winddichtigkeit
befestigten, oberflächenveredelten Trapez- sind am Endauflager und zwischen den Kasset-
profilschale, tenstegen Dichtstreifen einzulegen. Die Stege
– horizontal verlegten Distanzprofile, selbst sind im Abstand von < 1 m miteinander
– der den Schalenabstand ausfüllenden zu verbinden.
Wärmedämmung aus Mineralfaser und Die sich zwischen Innen- und Außenschale
– der wiederum vertikal angeordneten und bildenden Hohlräume werden nach bauphysi-
oberflächenveredelten Trapezprofil-Außen- kalischen Überlegungen teilweise oder gänzlich
schale. mit Mineralfaserdämmung ausgefüllt.

25
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

profil. Die Profile dienen als Zugbewehrung


im Sinne des Stahlbetonbaues. Die Aktivierung
der Zugkräfte erfolgt über Endverankerung
bzw. durch kontinuierlichen Verbund zwi-
schen Trapezprofil und Beton. Im Betonier-
zustand sind demnach zusätzliche Sprießungen
erforderlich.

2.9.3.3 Additiv-Decke
Das Bemessungskonzept sieht die sinnvolle
Addition der Einzelbiegetragfähigkeiten von
Stahltrapezprofil und Stahlbetonrippendecke
vor. Besonders im Parkhausbau hat sich die
Additiv-Decke bewährt, da sie trotz hoher Pro-
filgeometrie mit hoher Biegesteifigkeit und
Belastbarkeit raumsparend zwischen der Trag-
konstruktion eingebaut wird. Im Vergleich zu
massiven Stahlbetondecken benötigt sie bei
gleicher Tragfähigkeit ein erheblich geringeres
Betongewicht.

Mit den oben beschriebenen Deckenkon-


Abb. 2.17: Da durch die Vielzahl der Kassettenstege struktionen wird bei entsprechendem Beweh-
Zweischalige, erhebliche Wärmebrücken entstehen, die die rungsgrad die Feuerwiderstandsklasse F 90
wärmegedämmte Dämmeigenschaften der Wärmedämmung bis nach DIN 4102 erreicht.
Kassettenwände, zu 50 % reduzieren können, ist zur Unterbre-
ideal für hohe chung zwischen Außenschale und Kassetten-
Schalldämmwerte stegen eine thermische Trennung einzubauen.
und wirtschaftli- Den Abschluß der Wandaufbau-Montage
chen Brandschutz bildet die oberflächenveredelte, trapezprofilier-
te und vertikal verlegte Außenschale. Aktuell
im Trend sind horizontal montierte Wellprofile,
für die jedoch zusätzlich eine vertikale Distanz- Abb. 2.18: Stahltrapezprofildecken mit hoher Tragfähigkeit
konstruktion anzubringen ist. und geringem Gewicht

2.9.3 Deckenkonstruktionen
Stahltrapezprofil-Decken bieten vielfältige
Einsatzmöglichkeiten im Hoch- und Industrie-
bau. Sie gehören – wie Wand- und Dachbau-
teile – zu einem geschlossenen, aufeinander
abgestimmten Bausystem. Darin übernehmen
die Stahltrapezprofile unterschiedliche Funk-
tionen.

2.9.3.1 Verlorene Schalung


Die Stahltrapezprofile dienen nur als Scha-
lung für Stahlbetondecke üblicher Bauart ohne
Mitwirkung im Gebrauchszustand. Wegen der
hohen Tragfähigkeit der Stahltrapezprofile kön-
nen große Spannweiten frei überbrückt und
die Abstützungen auf ein Minimum reduziert
werden.

2.9.3.2 Stahlverbund-Decke
Verwendung der Profile als verlorene Scha-
lung unter Berücksichtigung der Verbund-
wirkung zwischen Stahlbetonkörper und Stahl-

26
Trapezprofile und Kassetten

Abb. 2.19:
Anwendungs-
beispiele für
Trapezprofile
und Kassetten

27
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

3. Sandwichelemente
Karl-Heinz Wickel

3.1 Mehrschichtig kombiniert


Manches muß man nicht vorstellen, es ist Deckschale
ganz einfach bekannt, denn dank weltweit agie-
render Fast-Food-Ketten ist der Begriff „Sand-
wich“ heute in aller Munde.
Geschickt dekoriert, geschmacklich verfei- Dämmung
nert und mit der nötigen Werbung angepriesen,
ist dieses mehrschichtige Nahrungsmittel zum
Inbegriff moderner Lebensart geworden. Aber
wissen wir denn immer, was da alles eingebaut
Deckschale
ist? Wohl kaum.
Ganz klar definiert sind hingegen die Schich-
ten anderer Produkte, denn auch im Bauwesen
wird der Begriff „Sandwich“ verwendet. Aller- Abb. 3.1: Sandwichelement aus Polyurethan-
dings handelt es sich hier um Bauelemente, be- Hartschaumkern mit Metalldeckschichten
stehend aus zwei dünnen Metalldeckschichten,
die über einen Dämmstoff-Kern schubfest mit- Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden
einander verbunden sind. Die Dämmstoff-Kerne Sandwichelemente – ausgelöst durch den welt-
sind in der Regel aus Polyurethan-Hartschaum weiten Ausbau der Kühlkette – hauptsächlich
und nur bei besonderen Anforderungen aus an Kühl- und Tiefkühlhäusern eingesetzt. Aber
Mineralfaserplatten. Selten werden Polystyrol- immer handelte es sich dabei um stückgefertigte
schaumplatten eingesetzt. Bauteile.
Dennoch handelt es sich auch hier um Anfang der 60er Jahre trat jedoch die Sand-
einen mehrschichtigen Aufbau, eben um ein wichbauweise besonders für den Industriebau
„Sandwich“. vehement in den Vordergrund. Denn die Firma
Durch die Kombination dieser unterschied- Hoesch im Siegerland installierte die erste kon-
lichen Materialien entstehen Bauelemente, die tinuierlich arbeitende Produktionsanlage für
sich hervorragend für wärmedämmende und Sandwichelemente. Es gelang, die Materialien
lastabtragende Wandverkleidungen und Dach- Stahl und Polyurethan-Hartschaum mit ihren
eindeckungen einsetzen lassen. unterschiedlichsten Stoffeigenschaften konti-
Die Verwendung von Sandwichelementen, nuierlich so zu vereinen, daß daraus ein neues
auch Sandwichpaneele oder Englisch: „com- Bauelement mit gänzlich anderen, bis dahin
posit panels“ genannt, konnte sich über einen nicht bekannten statischen und bauphysikali-
Zeitraum von 50 Jahren zu einer besonders schen Eigenschaften entstand.
wirtschaftlichen Bauweise entwickeln, die heute Erstmals konnten großflächige, raumab-
auch ausgefallenen Gestaltungsansprüchen für schließende und mit Oberflächenfinish ver-
unterschiedlichste Gebäudetypen entspricht. sehene Bauteile „vom Band“ im Werk passge-
Die Geschichte der Sandwichelemente be- nau, schnell, kostengünstig und in ausreichen-
gann Anfang der 40er Jahre mit der Suche nach der Menge vorgefertigt und auf der Baustelle
leichten Kernschichten zur Stabilisierung von ohne aufwendige Maßnahmen und nahezu
Deckschalen. Wie so oft war das Militär der witterungsunabhängig zusammengefügt wer-
Motor, denn mit der Entwicklung der ersten den. Nach dem damals patentierten Verfahren
Düsenflugzeuge und Raketen waren diese Werk- wird heute noch weltweit produziert.
stoffe unbedingt erforderlich. Man begann mit Bauelemente mit Stahl-Deckschalen und
Balsaholz als Kern und Aluminium als Deck- einem Kern aus Polyurethan-Hartschaum als
schalen. Sehr schnell ging man jedoch beim tragende Teile für Wand- und Dachkonstruk-
Kernmaterial auf den leichter und besser tionen brachten Vorteile, die von herkömm-
verarbeitbaren Werkstoff Polyurethan über lichen Bauteilen kaum oder nur schwer zu
und Aluminium wurde vornehmlich aus stati- kompensieren waren. Für diese erfreuliche Ent-
schen Überlegungen durch Stahldeckschalen wicklung gibt es vier zentrale Gründe. Zum er-
ersetzt. sten konnten sich aufgrund rasanter Entwick-

28
Sandwichelemente

lungen der Technik moderne Bauweisen eben- auseinanderzusetzen. Denn gerade Bausysteme
so schnell etablieren. Zum zweiten begünstigte der neuen Generation bieten eine ernsthafte
die Energiekrise und die Verteuerung der Ener- Alternative zur Massivbauweise angesichts
gie die Sandwichbauweise. Zum dritten hat sich steigender Bau- und Betriebskosten, ein hervor-
die Zahl der Architekten, Planer und Bauherren, ragendes Preis/Leistungsverhältnis und erheb-
welche die Vorteile der Sandwichbauweise er- lich kürzere, witterungsunabhängige Bauzeiten.
kannt und umgesetzt haben, erheblich vergrö-
ßert. Und zum vierten haben die führenden Her-
steller die Systemvielfalt, die Qualität und die 3.2 Bauteile
Optik ihrer Produkte kontinuierlich verbessert
und an das Prinzip der Komplettbauweise ange- 3.2.1. Herstellung
paßt. Die Herstellung der Sandwichelemente er-
Heute werden allein in Deutschland ca. 13 folgt auf kontinuierlich arbeitenden Fertigungs-
Mio. m2 Sandwichelemente pro Jahr in den un- anlagen, die je nach Elementdicke mit Geschwin-
terschiedlichsten Bereichen verbaut. Die Haupt- digkeiten von 4 – 8 m/min. einen Endlos-Strang
anwendungsgebiete sind Dacheindeckungen produzieren. Von zwei Abhaspelstationen laufen
und Wandverkleidungen im Industrie- und Ver- zu Beginn die oberflächenveredelten Stahlbänder
waltungsbau, welche genutzt werden als: in zwei übereinander angeordnete Profilierer.
– Produktionshallen Dabei werden zuerst die Flächen und anschlie-
– Messehallen ßend die Ränder verformt. In der nachgeschal-
– Freizeit- und Sportzentren teten Schäumstation erfolgt durch Zugabe der
– Bürogebäude für Industrie, Versicherungen, flüssigen Polyurethan-Komponenten zwischen
Banken, Behörden die Deckschalen das Einschäumen der Kern-
– Logistikzentren dämmung.
– Umschlaghallen Die Elementdicke wird durch mitlaufende
– Hochregallager Stahl-Plattenbänder fixiert. Eine der Bandge-
– Kühl- und Tiefkühlhallen schwindigkeit angepaßte Säge ermöglicht milli-
und viele mehr, die hier nicht alle genannt metergenaues Ablängen der Bauteile nach
werden können. Vorgabe des Kunden. Über eine Abkühlstrecke,
Diese vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und den s. g. Kühligel, gelangen die Elemente zu
die Entwicklung zu einer gestaltungsorientier- einer Abstapelanlage und werden hier auto-
ten Qualität bietet Planern und Bauherren die matisch zu transport- und montagegerechten
Chance, sich mit moderner Sandwichbauweise Paketen sicher verpackt.

Querteilscheren

Flächenprofilierung oben
Coilhaspeln

Verbindungsstationen

Randprofilierung
Schäumportal
Flächenprofilierung unten

Reaktionsstrecke
Vorwärmstation
Ablängsägen

Abstapelung

Paletten-
zuführung

Umreifungsautomat Abb. 3.2:


Schematische
Stapelanlage Darstellung
Kühlstrecke
einer Sandwich-
Produktions-
anlage

29
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Sandwich-Dachelemente haben im Regelfall Innenschalen von Dach- und Wandsand-


Baubreiten von 1000 mm. Die Elementdicken wichelementen sind meist liniert oder genutet,
liegen zwischen 70 und 110 mm, abhängig von in Sonderfällen aber auch in ebener Ausführung.
der geforderten Wärmedämmung und der sta- Neben den bekannten Ausführungen mit
tischen Belastbarkeit. linierten oder trapezprofilierten Außenschalen
Sandwich-Wandelemente werden in Bau- verlangen Planer und Bauherren mehr und mehr
breiten von 600 bis 1200 mm hergestellt. Die Profilierungen, die auf bestimmte Entfernungen
Elementdicken reichen von 40 bis 120 mm, bei glatte Oberflächen suggerieren . Hier hat sich be-
Kühlhauselementen sogar bis 200 mm. Trotz sonders die Microprofilierung, eine vollflächige,
der teilweise großen Dicke der Elemente sind im Zehntel-Millimeterbereich liegende Profilge-
die Eigengewichte von ca. 11 kg/m2 (40 mm bung, viele Freunde geschaffen. Schon aus dem
Dicke) bis ca. 18 kg/m2 (200 mm Dicke) recht Abstand von wenigen Metern ist die Verformung
niedrig und daher relativ einfach zu montieren. optisch nicht mehr wahrnehmbar.
Lieferlängen bis zu 20 m für beide Element- Genau das Gegenteil soll allerdings mit
typen erlauben selbst bei hohen Fassaden und einem völlig neu in den Markt eingeführten Sand-
großen Dachschenkellängen Ausführungen ohne wichelement erreicht werden, daß mit einer
oder mit nur wenigen Querstößen. wellprofilierten Deckschale ausgestattet ist.
Hier setzt man ganz bewußt auf den wechseln-
3.2.2. Deckschalen den Lichteinfall und die dadurch entstehende
Bei Sandwichelementen übernehmen die weiche Linienführung als attraktiven Blickfang
Deckschalen die bei Belastung auftretenden bei der Gebäudegestaltung.
Zug- und Druckkräfte. Darüber hinaus haben Eines gilt jedoch für beide Ausführungen,
sie Schutz- und Abdichtungsfunktion und geben egal ob Welle oder Microprofilierung, Sand-
schließlich mit Ihrer Form und der Vielfalt der wichelemente im Farbton silbergrau-metallic
einsetzbaren Farben dem Gebäude das archi- RAL 9006 sind derzeit voll im Trend und treffen
tektonisch ansprechende „Äußere“. Ausgangs- den Geschmack der Bauherrn und Architekten
material für die Deckschalen ist in der Regel fast punktgenau.
legierverzinktes und zusätzlich bandbeschich-
tetes Stahlblech und wird von Coils mit Stück- 3.2.3. Korrosionsschutz
Gewichten bis ca. 8 t verarbeitet. Die Material- Der Korrosionsschutz der Stahl-Deckschalen
dicken liegen je nach Verwendungszweck der soll hier nur der vollständigkeithalber noch ein-
Elemente zwischen 0,40 mm und 1,00 mm. mal kurz angesprochen werden. Zur Übersicht
Gegenüber Sandwichelementen mit ebenen sind die bei Sandwichelementen gängigen metal-
Deckschalen zeichnen sich solche mit linierten lischen Überzüge und organischen Beschichtun-
bzw. profilierten Schichten durch höhere Trag- gen aufgelistet (siehe Abb. 1.6 und 1.9).
fähigkeit aus. Deshalb werden zur hohen erfor- Die jeweiligen bauaufsichtlichen Zulassun-
Abb. 3.3: derlichen Belastbarkeit von Dachelementen gen für PUR-Stahl-Sandwichelemente fordern
Strukturen von grundsätzlich trapezprofilierte Außenschalen für Deckschalen, abhängig vom Einsatzort,
Deckschalen eingesetzt. Die Materialdicke dieser Außen- folgende Korrosionsschutzklassen
werden durch schalen ist variabel und richtet sich nach der entsprechend DIN 55928 Teil 8:
Statik oder statisch vorgegebenen Belastung bzw. der kon- – Außeneinsatz: K III
Ästhetik geprägt struktiven Stützweite. – Inneneinsatz: K II
– Inneneinsatz über Feuchträumen: K III.
Während bei der Verwendung als Dachele-
ment die Lebenserwartung überwiegend durch
die Qualität der Beschichtung bestimmt wird,

E = Eben
L = Linierung
N = Nutung
M = Microprofilierung

T = Trapezprofilierung

W = Wellprofilierung

30
Sandwichelemente

sind bei der Verwendung als Wandelement auch Faserstruktur, werden hohe Druckstabilität und
ästhetische Gesichtspunkte bedeutend. Hier ähnlich gute statische Werte wie bei PUR-Sand-
stehen den gestalterischen Ansprüchen von wichelementen erreicht. Besonders hervor-
Architekten und Bauherren umfangreiche Farb- zuheben sind die hohen Schalldämmwerte.
tonpaletten der Hersteller zur Verfügung. (Siehe hierzu auch Kapitel 3.4 Bauphysik).
Für besondere Anwendungsfälle werden Das Dämmmaterial ist biolöslich, zugelassen
die Deckschalen auch aus nichtrostendem Edel- nach neuester Gefahrstoffverordnung, neue-
stahl oder aus Aluminium hergestellt. sten EU-Richtlinien und es erfüllt die Freizeich-
nungskriterien.
3.2.4 Dämmstoffkerne
PUR-Hartschaum Polystyrol
Das ausgezeichnete Dämmvermögen, die Sandwichelemente mit Polystyrol-Dämmkern
hohe Druckstabilität zur Stabilisierung der dün- haben wesentlich schlechtere Dämmwerte als
nen Deckschichten und die gute Verarbeitbar- PUR-Hartschaum, ein offenzelliges wasserauf-
keit in kontinuierlich produzierenden Ferti- nehmendes Gefüge und lassen sich nicht kon-
gungsanlagen machen Polyurethan zu einem tinuierlich fertigen. Für den Außeneinsatz als
idealen Dämmstoff für Sandwichelemente. Die- Dach- und Wandelemente werden Sie daher
ser Dämmstoffkern aus geschlossenzelligem nur im Ausnahmefall verwendet.
Hartschaum (Rohdichte ca. 45 kg/m3) verbindet
die Deckschalen schubfest miteinander, seine 3.2.5 Formteile
hohe Druckstabilität ist entscheidend für die Für die Komplettierung von Dach- und
große Steifigkeit und außergewöhnliche Trag- Wandflächen und an deren Übergängen sind,
fähigkeit solcher Elemente. ähnlich wie bei Trapezprofilen, Formteile unum-
Die diffusionsdichten Deckschalen schützen gänglich. Die Industrie hat darum auch hier für
den Schaum gegen Feuchte, so daß die guten viele wiederkehrende Details Formteile entwik-
Wärmedämmeigenschaften auf Dauer erhalten kelt, die nach Katalog bestellt werden können.
bleiben. Wegen seiner geschlossenzelligen Struk- Gerade für hochwertige Sandwichfassaden
tur ist eine Wasseraufnahme oder gar ein Voll- bieten die Hersteller zusätzlich abgewinkelte
saugen, auch im Bereich der Schnittflächen an oder abgerundete Sandwich-Elemente an, die
den Stirnseiten der Elemente, ausgeschlossen. sich, beispielsweise im Eck- oder Attikabereich,
PUR-Hartschaum ist weitgehend beständig gegen nach dem Baukastenprinzip in das übrige System
die in der Praxis vorkommenden Chemikalien. integrieren lassen. Die Bauausführung erfolgt so
Gegenüber anderen Materialien verhält sich PUR aus „einem Guß“ und darf sicher als gestaltungs-
chemisch neutral und er enthält keine korro- orientierte Qualität für den hochwertigen Fassa-
sionsfördernden Stoffe. Die Resistenz gegen denbau bezeichnet werden.
Pilze und Mikroben garantiert Verrottungs- und Eines ist auch bei der Sandwichbauweise
Fäulnisbeständigkeit. Bei UV-Belastung entsteht grundsätzlich zu beachten: Zur Vermeidung
keine Strukturveränderung, es führt lediglich von Schwachstellen im Korrosionsschutzsystem
zur Braunfärbung der Schnittflächen. (Zum eines Bauwerkes muß auch die Oberflächenver-
Wärme-, Brand- und Schallschutz siehe Kapitel edelung der Formteile und der Sonderbauteile
3.4 Bauphysik.) immer die gleiche Qualität wie alle angrenzen-
den Bauteile aufweisen!
Mineralfaser
Speziell die Brandschutzanforderungen an 3.2.6 Qualitätssicherung
Wandverkleidungen sind in letzter Zeit beson- Stahl-Sandwichelemente sind im Gegensatz
ders bei öffentlichen Gebäuden verschärft wor- zu Stahl-Trapezprofilen nicht genormt und im
den. Forderungen nach Nichtbrennbarkeit NB Sinne des Bauproduktgesetzes ungeregelte Bau-
bis hin zu den Feuerwiderstandsklassen W90/ produkte. Für den Nachweis der Verwendbar-
F30/F90/F120 nach DIN 4102 werden von Sand- keit ist eine „Allgemeine bauaufsichtliche Zulas-
wichelementen mit Mineralfaserdämmung opti- sung“ erforderlich.
mal erfüllt. In den Zulassungen, die vom „Deutschen
Auch diese Sandwichelemente mit Mineral- Institut für Bautechnik“ (DIBT) erteilt werden,
faser-Kern werden kostengünstig auf kontinuier- ist auch die Güteüberwachung der Produkte
lich produzierenden Fertigungsanlagen herge- geregelt. Diese gliedert sich in:
stellt. Durch das hohe Raumgewicht der Mine- – werkseigene Produktionskontrollen,
ralfaserdämmung von 125 kg/m3, verbunden – Fremdüberwachung durch eine anerkannte
mit einer quer zu den Deckschalen liegenden Prüfstelle.

31
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Abb. 3.4: keit zustande. Die Deckschalen übernehmen das


Kontinuierliche Kräftepaar aus dem Biegemoment, der Dämm-
Überwachung Übereinstimmungszeichen kern übernimmt die Schubkräfte. Das dreischich-
(Ü-Zeichen)
garantiert aus- tige Sandwichelement weist hierbei wesentlich
gezeichnete Name höhere Biegesteifigkeit aus als die Summe der
des
Qualität Herstellers
Einzelsteifigkeiten von Deckschichten und Kern-
schicht.
Grundlage des
Übereinstimmungs- Grundlage der Bemessung sind die bauauf-
nachweises
sichtlichen Zulassungen der jeweiligen Sand-
wichelemente-Hersteller. Die meisten von ihnen
Stempel der
haben für Dacheindeckungen und Wandverklei-
Prüfstelle
dungen Bemessungstabellen erstellt. Hieraus
VMPA können die Stützweiten bzw. die zulässigen
maximalen Belastungen abgelesen und doku-
mentiert werden.
Für ungleiche Stützweiten oder bei beson-
deren Beanspruchungen sind jedoch immer Ein-
zelnachweise zu führen.
Die Überwachungen nach den Vorgaben der Zusätzlich zu den Nachweisen der Biege-
bauaufsichtlichen Zulassung garantieren die aus- beanspruchung sind noch weitere Nachweise
gezeichnete und gleichbleibende Qualität der für Auflagerpressung, Tragfähigkeit, Schrauben-
Sandwichelemente. Der Nachweis der Über- kopfauslenkung der Verbindungsmittel usw. zu
wachung wird durch das Übereinstimmungs- führen.
zeichen (Ü-Zeichen) dokumentiert (vgl. 2.2.4). Aufgrund unterschiedlicher Windlasten im
Normal- und Eckbereich eines Gebäudes werden
die Bemessungstabellen oft unterteilt. Hierauf
3.3 Statik ist im Anwendungsfall zu achten.

3.3.1 Bemessungsgrundlagen 3.3.2 Farbgruppen


Bei der Sandwichbauweise wird, im Gegen- Wegen der einerseits optimalen Wärme-
satz zum konventionellen Schichtenaufbau, das dämmeigenschaften des PUR-Hartschaumkerns
statische Zusammenwirken der Einzelschichten kommt es andererseits bei einseitiger Erwär-
ausgenutzt, um insgesamt ein neues Tragsystem mung, z. B. durch die Sonne, zu erheblichen
mit völlig veränderter, erheblich höherer Trag- Temperaturdifferenzen zwischen bestrahlter
fähigkeit zu erreichen. und nicht bestrahlter Deckschale.
So haben z. B. die dünnen Stahlbleche der
Deckschalen mit den üblichen Blechdicken von
Farbgruppe I II III
0,5 – 0,6 mm, sowie die PUR-Hartschaumplatten,
Temperatur (Delta)°C 55 65 80
für sich alleine betrachtet nur eine geringe Biege-
Helligkeitswert H % 90–75 74-40 39-8
steifigkeit und können somit keine nennenswer-
ten Lasten aufnehmen.
Erst durch die schub- und zugfeste Verbin-
Farbe weiß •
dung des Dämmkerns mit den Deckschichten
Farbe gelb •
kommt die hohe Eigensteifigkeit und Tragfähig-
Farbe grün •

Abb. 3.5:
100
Tragfähigkeit kg
und Eigensteifig-
keit durch die
Schub- und
Zugfeste Verbin-
dung zwischen
Dämmkern und
Deckschichten

32
Sandwichelemente

3.3.3 Bemessungstabellen
Nr. Farbton Farb- Hellig
gruppe keits- Zur Vorbemessung von Dach- und Wand-
wert elementen können zulässige Stützweiten in
1000 grünbeige II 72 Tabellen angegeben werden. Solche Bemes-
sungstabellen, die im Prinzip jeder Sandwich-
1002 sandgelb II 68
hersteller für seine Produkte zur Verfügung
1006 maisgelb II 63 stellt, berücksichtigen die Eigen-, Schnee-,
1015 hellelfenbein I 81 Wind- und Temperaturlast sowie im Regel-
1020 olivgelb II 53 fall, eine Durchbiegung von L/150 der Stütz-
2002 blutorange III 38
weite.
Die Tabellenwerte gelten entsprechend der
5007 brillantblau III 33 jeweiligen bauaufsichtlichen Zulassung für mit-
5012 lichtblau II 46 teleuropäische Klimaverhältnisse, für normale
6011 resedagrün II 43 Raumtemperaturen und für Windlasten nach
6019 weißgrün I 76 DIN 1055.
Nach bauaufsichtlicher Zulassung erforder-
6020 chromoxidgrün III 23 liche Nachweise der Auflagerpressung sind ent-
7016 anthrazitgrau III 21 weder in den Tabellenwerten berücksichtigt
8011 nußbaum III 22 oder gesondert nachzuweisen. Ebenso ist ein
9001 cremeweiß I 84 statischer Nachweis für die ausreichende Ver-
bindung der Sandwichelemente mit der Unter-
9002 grauweiß I 81 konstruktion erforderlich.
9006 silbermetallic II 62
9010 reinweiß I 93
3.3.4 Verbindungstechnik
Abb. 3.6: Farbton, Farbgruppe und Helligkeitswert
Regelverbindungen
Grundsätzlich sind für die Befestigung von
Infolge des großen Ausdehnungskoeffizien- Sandwichbauteilen nur bauaufsichtlich zugelas-
ten von Metallen entstehen dabei Krümmungs- sene Verbindungselemente zu verwenden, die,
verformungen der Sandwichelemente zur war- soweit sie der Freibewitterung ausgesetzt sind,
men Seite hin. Die damit verbundenen Zwän- aus rostfreiem Material sein müssen. Die Zu-
gungskräfte und Knitterspannungen, besonders lassungen für diese Verbindungsmittel wer-
bei dunklen Farben, sind ebenfalls statisch zu den vom Institut für Bautechnik in Berlin er-
berücksichtigen. Dazu erfolgt eine Einstufung teilt. Sie sind beim IFBS unter der Zulassungs-
in verschiedene Farbgruppen, die auch in Nr. Z-14.1-407 erhältlich.
Bemessungstabellen zu beachten sind.

Zulässige Stützweiten L [m]


Für geschlossene Baukörper nach DIN 1055 Blatt 4, Augabe 1986
Statisches System
1-Feldträger 2-Feldträger 3-Feldträger 4-Feldträger
Farb- Schnee- Dachhöhe [m] Dachhöhe [m] Dachhöhe [m] Dachhöhe [m]
gruppe last über Gelände über Gelände über Gelände über Gelände
[kN/m2] <8 < 20 > 20 <8 < 20 > 20 <8 < 20 > 20 < 8 < 20 > 20
Auflagerbreiten: Endauflager min. a = 50 mm, Zwischenauflager min. b = 100 mm
0,75 4,47 4,47 4,47 5,44 5,44 5,44 5,67 5,67 5,59 5,63 5,63 5,63
Abb. 3.7:
1,00 4,07 4,07 4,07 4,75 4,75 4,75 4,77 4,77 4,77 4,77 4,77 4,77 Auszug aus
I, II, III 1,25 3,71 3,71 3,71 4,05 4,05 4,05 4,05 4,05 4,05 4,05 4,05 4,05 Bemessungs-
1,50 3,51 3,51 3,51 3,54 3,54 5,54 3,54 3,54 3,54 3,54 3,54 3,54 tabelle bzw.
1,75 3,17 3,17 3,17 3,17 3,17 3,17 3,17 3,17 3,17 3,17 3,17 3,17 Stützweiten-
tabelle,
2,00 2,89 2,89 2,89 2,89 2,89 2,89 2,89 2,89 2,89 2,89 2,89 2,89
Dachelement

33
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

3.4 Bauphysik
3.4.1 Wärmeschutz
Gewindefurchende Bohr-
schraube
Die ausgezeichnete Wärmedämmung der
Schrauben
mit PUR-Sandwichelemente resultiert in der Haupt-
Stützgewinde sache aus der geschlossenzelligen Schaumstruk-
tur, den gasdiffusionsdichten Metalldeckschalen,
den sich daraus ergebendenden bauphysikali-
schen Leistungswerten der Kerndämmung und
an der Dichtigkeit der Elementfugen. Polyuret-
han-Hartschaum besitzt die niedrigste Wärmeleit-
fähigkeit aller derzeit bekannten Wärmedämm-
Spitzen- Spitzen- Kalotte Bohr- Blindniet stoffe, bietet also ausgezeichnete Wärmedämm-
form form schraube
B A
werte. Deshalb lassen sich schon mit relativ
dünnen Sandwichelementen problemlos die ge-
forderten Werte der neuen novellierten Wärme-
Schutzverordnung (WSVO) erreichen.
Abb. 3.8: Man unterscheidet zwei Arten von Schrauben:
Nur bauaufsicht- – gewindefurchende Schrauben Einige bauphysikalische Werte von
lich zugelassene – Bohrschrauben PUR-Sandwichelementen:
Verbindungsele- Gewindefurchende Schrauben formen Wärmeleitfähigkeitsgruppe:
mente für den spanlos ihr Gewinde in das vorgebohrte Loch WLG = 025 nach DIN 18164
Stahl-Leichtbau der Unterkonstruktion. Man unterscheidet ge- Wärmeleitfähigkeit:
verwenden! windefurchende Schrauben mit Grobgewinde λ = 0,025 W/(m · K)
für Holz- und Stahlunterkonstruktionen bis 3 mm Wärmedurchgangskoeffizient:
Dicke, (Spitzenform A) und Schrauben mit Fein- k = 0,39 W/(m2 · K) Elementdicke 60 mm
gewinde für Stahlkonstruktionen über 3 mm k = 0,30 W/(m2 · K) Elementdicke 80 mm
Dicke (Spitzenform B). k = 0,12 W/(m2 · K) Elementdicke 200 mm
Bohrschrauben „bohren“ zunächst ihr Wärmedurchlaßwiderstand:
Kernloch und formen sich anschließend im 1/Λ = 2,36 m2 · K/W Elementdicke 60 mm
gleichen Arbeitsgang das Gewinde. Man unter- 1/Λ = 3,16 m2 · K/W Elementdicke 80 mm
scheidet Bohrschrauben mit angeformter und 1/Λ = 8,65 m2 · K/W Elementdicke 200 mm
solche mit Hartmetallspitze. Für die Befestigung
von Sandwichelementen werden Bohrschrau- Nach der neuen WSVO haben Wärmebrük-
ben mit Stützgewinde hinter dem Schrauben- ken und vor allen die Luftdichtigkeit der Fugen
kopf empfohlen. Mit dieser Ausführung wird von Bauteilen eine wesentliche Bedeutung für
ein Überdrehen der Schraube vermieden. Grund- die Energiebilanz von Gebäuden. Dazu ist fest-
sätzlich sind für rostfreie Schrauben auch nur zustellen, daß die derzeit auf dem deutschen
rostfreie Dichtscheiben zu verwenden, das Baumarkt bauaufsichtlich zugelassenen Sand-
Dichtmaterial (EPDM) ist aufvulkanisiert. Zum wichelemente praktisch keine Wärmebrücken
Anschluß und zur Verbindung von Formteilen aufweisen, d. h., die Bedingungen werden erfüllt.
untereinander werden Aluminium-Blindniete Ebenso sind die Elementfugen durch die ihre
mit Edelstahlstift eingesetzt. Hier eignet sich am speziellen Geometrien und mit ihren werks-
besten der sogenannte Becherniet, bei dem ein seitig angeschäumten Dichtbändern – richtige
Herausfallen des Nietdorns ausgeschlossen ist. Montage vorausgesetzt – luftundurchlässig. Eine
Fugendichtigkeit mit einem
Sonderverbindungen Fugendurchlaßkoeffizient
Beim Einsatz von Sandwichbauteilen für m3
hochwertige Konstruktionen im Dach- und a = 0,05 -----------------------------------
Wandbereich werden aus optischen Gründen, h · m (10pa) 23
aber auch aus Überlegungen zur Dichtigkeit zu-
nehmend „verdeckte Befestigungen“ bevorzugt. wird bei bauüblicher Ausführung erreicht.
Die Bemessungswerte für die aufnehmbaren Beim Vergleich der hervorragenden Wärme-
Zugkräfte solcher Befestigungen werden durch dämmung von PUR-Sandwichelementen und
umfangreiche Versuche ermittelt. Diese sind der damit verbundenen Energieeinsparung zu
dann maßgebend für statische Nachweise analog herkömmlichen Bauweisen entstehen enorme
zu den Regelverbindungen. Differenzen.

34
Sandwichelemente

Ein Beispiel: Alle Werte können durch die Hersteller mit


Der Wärmedurchgangskoeffizient einer 8 cm Prüfzeugnissen nachgewiesen werden.
dicken PUR-Sandwichwand beträgt
k = 0,30 W / (m2 · K). Bei einer Massivwand 3.4.3 Feuchteschutz
aus 24 cm Mauerwerk mit beidseitigem Putz Bei Sandwichelementen ist wegen der gas-
errechnet sich, abhängig von den eingesetzten diffusionsdichten Stahldeckschichten eine
Materialien, ein Wärmedurchgangskoeffizient Wasserdampfdiffusion durch das Bauteil nicht
von k = 1,85 W / (m2 · K). möglich. Außerdem läßt die geschlossenzellige
Schaumstruktur von Polyurethan-Hartschaum,
Über eine Faustformel läßt sich anhand des auch an den Schnittflächen des Elementes, keine
k-Wertes der Heizenergieverbrauch pro Quadrat- Wasseraufnahme zu.
meter Wand während einer Heizperiode nähe- Die Dämmfähigkeit der Elemente bleibt auf
rungsweise ermitteln: Dauer gesichert.
k-Wert · 10 = Liter Heizöl Sie können darum hinsichtlich der Anforde-
Im o. g. Beispiel wären demnach im ersten rungen an den Feuchteschutz nach DIN 4108
Fall ca. 0,30 · 10 = 3,0 Liter Heizöl anzusetzen. Teil 4 als unbedenkliche Bauteile eingestuft
Die massive Wand würde dagegen je Quadrat- werden. Ein rechnerischer Nachweis zur Wasser-
meter Außenfläche 18,5 Liter Heizöl, also die dampfkondensation ist nicht erforderlich.
sechsfache Energiemenge verbrauchen. Wollte
man eine den Dämmwerten vergleichbare Mas- 3.4.4 Brandschutz
sivwand der PUR-Sandwichwand gegenüber- Erklärte Gegner der Sandwichbauweise
stellen, käme diese mit 36,5 cm Mauerwerk, begründen ihre Ablehnung häufig mit vermeint-
zusätzlicher 8 cm dicker Außendämmung und lich mangelhaftem Brandschutz wegen der Ver-
beidseitigem Putz auf eine Gesamtdicke von wendung von Polyurethan-Hartschaum. Da
ca. 48 cm. organische Materialien grundsätzlich brennbar
Abgesehen von dem vielschichtigen und sind, geht mit solcher Ablehnung nicht selten
kostenintensiven Aufbau der Massivwand bleibt auch eine generelle Verurteilung aller organi-
für die nur 8 cm schlanke Sandwichwand bei schen Werkstoffe einher.
gleichbleibender Gebäudeabmessung ein erheb- Bei näherer Betrachtung stellt sich eine sol-
licher Gewinn an Nutzfläche im Gebäudeinnern che Vorverurteilung allerdings meist als Infor-
zu verbuchen. mationsmangel heraus. Deshalb soll das folgen-
Sandwichelemente mit Mineralfaser-Kern de Kapitel zur Richtigstellung beitragen:
sind aufgrund ihrer ungünstigeren wärme- Nach DIN 4102 (Brandverhalten von Baustoffen
technischen Werte gegenüber Polyurethan und Bauteilen) sind einzeln betrachtet der PUR-
hauptsächlich für den Einsatz im vorbeugenden Hartschaum als normalentflammbarer Baustoff
Brandschutz und bei schalldämmenden Kon- B 2 und die oberflächenveredelten Stahldeck-
struktionen vorgesehen (siehe hierzu Kapitel schalen als nichtbrennbarer Baustoff A 2 ein-
3.4.2 bzw. 3.4.4) gestuft.

3.4.2 Schallschutz
Schallschutz wird durch physikalische Ge-
setzmäßigkeit mit zunehmender Masse verbes-
sert. Nun liegt es in der Absicht der Leichtbau-
weise, Bauteile mit geringem Gewicht einzuset-
zen um Gebäude wirtschaftlicher zu erstellen.
Somit entsteht ein physikalischer Widerspruch.
Um so erstaunlicher ist jedoch, daß PUR-
Sandwichelemente unabhängig von der Ele-
mentdicke ein bewertetes Schalldämmaß von
R’w = 25 dB erreichen. Dieser Wert liegt, bezo-
gen auf das Flächengewicht und verglichen mit Abb. 3.9:
anderen Bauteilen, recht günstig und ist für PUR-Sandwich-
den Einsatz im Industriebau im allgemeinen elemente nach
ausreichend. DIN 4102
Sandwichelemente mit Mineralfaser- Dämm- schwerent-
kern kommen aufgrund ihres höheren Flächen- flammbar, Bau-
gewichtes auf Schalldämmwerte von R’w = 30 dB. stoffklasse B1

35
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Das gesamte Stahl-PUR-Sandwichelement Sandwichelementen tragwerksorientiert


erhält die Klassifizierung prämienneutral einstufen, sofern auch die
„schwerentflammbar, Baustoffklasse B 1“. sonstigen Anforderungen an die Bauartklasse
Organische Beschichtungen der Deck- N erfüllt sind.
schalen verändern deren Eigenschaft „nicht- Sandwichelemente mit Mineralfaser-
brennbar“ nicht. Wichtig für Dachelemente ist kern der im Kapitel 3.2.3 beschriebenen Aus-
ihre Eigenschaft: führung werden weitergehenden verschärften
„widerstandsfähig gegen Flugfeuer Brandschutzbestimmungen gerecht. Je nach
und strahlende Wärme“. Aufbau erreichen sie die Feuerwiderstandsklas-
Sandwichelemente mit Stahldeckschalen sen W90 / F30 / F90 und F120.
erfüllen diese Bedingungen und werden daher Alle Werte können durch die Hersteller mit
gemäß der Richtlinien des Verbandes der Sach- Prüfzeugnissen belegt werden.
versicherer als „harte Bedachung“ eingestuft.
Nach DIN 18230 Teil 1 (Baulicher Brand- 3.4.5 Blitzschutz
schutz im Industriebau) beträgt die rechneri- Nach DIN 57185 Teil 1 (VDE 0185 Teil 1)
sche Brandlast qR der Sandwichelemente nur sind Metalldeckschalen von Dächern, Metallein-
etwa 3 – 4 kWh/m2. Dieser geringe Wert ergibt fassungen von Dachkanten, Metallabdeckungen
sich aus der niedrigen Rohdichte der Kernschicht von Brüstungen und andere Blecheinfassungen
von ca. 45 kg/m3. als Fangeinrichtungen geeignet, wenn bestimmte
Rückschlüsse auf das tatsächliche Verhalten Anforderungen an Materialdicke, Überlappungs-
im Brandfall sind daraus jedoch kaum abzuleiten. längen, Befestigungen usw. eingehalten werden.
Darum lassen sich nicht nur aus theoretischen Dazu gehört eine Materialdicke von ≥ 0,5
Betrachtungen und diversen Großversuchen, mm und eine zuverlässige Verbindung an Längs-
sondern besser noch aus einer Reihe von realen und Querstößen durch Klemmprofile, Falze,
Brandfällen folgende Erkenntnisse und Erfahrun- Nieten oder Schrauben. Dies gilt auch für kunst-
gen zusammenfassen: stoffbeschichtete Bleche mit einer Schichtdicke
– Durch die Verwendung von Polyurethan- < 200 µm. Bei Querstößen von Dachelementen
Hartschaum mit relativ niedriger Rohdichte und bei Einfassungen müssen die Überdeckun-
weisen die o. g. Sandwichelemente nach gen mindestens 100 mm betragen.
DIN 18230/1 äußert günstige Rechenwerte Metallfassaden dürfen zur Ableitung dienen,
zur Brandbelastung qR aus. Der Beitrag zur wenn sie ebenfalls durchgehend miteinander
Gesamtwärmebilanz eines Brandes ist daher verbunden sind und eine Mindestblechdicke
sehr gering. von ≥ 0,5 mm aufweisen. Eine ausreichend lei-
– Die Elemente tragen nicht zur Aufrechterhal- tende Verbindung zwischen Dach- und Wand-
tung eines Brandes bei. Sie werden nur im außenschale muß vorhanden sein. Die fachge-
unmittelbaren Einzugsbereich einer äußeren rechte Ableitung ist grundsätzlich durch Fach-
Brandlast geschädigt und verlöschen ohne firmen sicherzustellen.
diese selbständig durch Sauerstoffentzug,
bedingt durch Abschottung mit Stahldeck-
schichten und durch das Aufkohlen des PUR- 3.5 Ökologie
Hartschaums.
– Sie tragen weder zu einer nennenswerten er- 3.5.1 Umweltverträglichkeit
höhung der üblicherweise in Gebäuden vor- Ein wichtiger Aspekt für PUR-Sandwichele-
handenen Brandlast noch zu einer Brandaus- mente betrifft die Umweltverträglichkeit des
weitung durch sogenannte Kaminwirkung bei. Bauteils und der beteiligten Werkstoffe. Aus
– Der duroplastische PUR-Hartschaum schmilzt physiologischer Sicht sind sowohl die metalli-
nicht und tropft nicht ab. Dadurch besteht schen Deckschichten und ihre Beschichtungen,
keine Gefahr der Zündung von Sekundär- als auch die Polyurethan-Hartschaumkerne in
bränden. jeder Hinsicht unbedenklich. Dies gilt sowohl
– Die Toxizität der Rauchgase wird als deutlich für die Handhabung bei Produktion und Mon-
geringer beurteilt als z. B. die von Fichten- tage als auch für den dauernden Einsatz im und
holz. Daher ist eine akute Gefährdung von am Gebäude.
Menschen nicht zu erwarten. Der Kerndämmstoff ist geruchlos, fäulnis-
– Das nachweislich defensive Verhalten im und schimmelfest sowie verrottungsfrei. Aus
Brandfall berücksichtigen die Sachversicherer diesem Grund eignet sich Polyurethan-Hart-
bezüglich der Feuerversicherungen, in dem schaum auch als Dämmstoff bei der Lagerung
sie Gebäude mit Verwendung von Stahl-PUR- hochempfindlicher Ware.

36
Sandwichelemente

Ein weiterer Gesichtspunkt im Zusammen-


hang mit ökologischen Fragen ist das bei der
Produktion eingesetzte Treibmittel. Bis zum
Jahr 1990 wurde zum Schäumen das FCKW-
haltige Treibmittel R11 verwendet.
Nachdem jedoch eindeutige Zusammen-
hänge zwischen Veränderungen der Ozon-
Schicht und Treibgasen festgestellt wurden,
stellten die rohstoffproduzierende Chemie und
die deutschen Sandwichhersteller mit großen
Anstrengungen auf umweltschonendere Treib-
mittel um. Und zwar schon lange bevor ab 1994
das Treibmittel R11 durch gesetzliche Regelun-
gen verboten wurde.
Fortan fand man Ersatz in den Treibmitteln
R22, 141b oder 142 b. Die darin enthaltenen
HFCKW-Bestandteile sind ebenfalls, ab dem
Jahr 2000, nicht mehr zugelassen. Derzeit
stehen nur drei unbefristet einsetzbare Treib-
mittel, nämlich 134a, Penthan und Wasser
zur Verfügung.

3.5.2 Recycling
Von besonderer Bedeutung ist sicher auch
das Recycling von Sandwichelementen: PUR-
Abfälle sind hausmüllähnlicher Gewerbeabfall.
Die Entsorgung erfolgt auf Hausmülldeponien – Bauphysikalische Belastungen Abb. 3.10:
oder in Müllverbrennungsanlagen unter dem durch wechselnde Raumtemperaturen, Luft- Sandwichdach
Fachbegriff Energie-Recycling. PUR hat die feuchten- und drücke sowie Beeinflussung
Abfall oder Reststoffschlüsselnummer 57110. aus Schallschutz und vorbeugendem Brand-
Die metallischen Deckschichten lassen sich schutz.
ausnahmslos durch die in der Metallindustrie – Mechanische Beanspruchungen
praktizierten Recyclingverfahren wieder ver- während der Montage, bei späteren Inspek-
werten. tionsbegehungen oder durch thermische
und statische Bewegungen und Belastungen.

3.6 Dachsysteme Zum Schutz von Menschen und Sachwerten


sowie zur Einsparung von Energie werden des-
3.6.1 Anforderung und Leistung halb gerade bei großflächigen Industriedächern
Von allen Gebäudeteilen ist zweifellos das höchste Anforderungen an die Qualität und die
Dach den härtesten und extremsten Belastun- dauerhafte Funktion des Dachaufbaus gestellt.
gen ausgesetzt. Darum fordern gerade die klima- Kein anderes Dachsystem als das Stahl-PUR-
tischen Verhältnisse unserer Klimazonen cha- Sandwichdach kann komplikationsloser die
rakteristische Konstruktionen, die wesentliche Vielzahl der hier aufgelisteten Belastungen auf
Aufgaben und Schutzfunktionen gegenüber fol- Dauer übernehmen. Denn die werksseitig vor-
genden Belastungen zu erfüllen haben: fabrizierten und funktionssicheren Bauteile sind
– Wechselnde Witterungsverhältnisse ohne Nachbehandlung bauphysikalisch fehler-
durch Regen, Schnee, Hagel, Frost und Eis, frei, mit geringem Zeit- und Kostenaufwand und
aber auch Sonnenschein mit hohen Tempera- bei nahezu jeder Witterung zu verlegen. Sie sind
turen und in zunehmendem Maß mit den Teil eines innovativen Dachsystems und ver-
negativen Begleiterscheinungen der UV-Ein- einigen in sich:
strahlung. – Tragschale
– Zunehmende Umweltverschmutzung – Dampfsperre
und daraus resultierende Beeinflussung – Wärmedämmung
durch „sauren Regen“ und Ablagerungen von – Abdichtung.
aggressiven Verunreinigungen aus Industrie Und sie sind güteüberwacht, wartungsarm und
und Umwelt. wertbeständig.

37
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Abb. 3.11:
Ausführungs-
varianten von
Sandwich- Nicht sichtbare
Dachsysteme Befestigung

Durchschraubte Befestigung

3.6.2 Ausführungsvarianten 3.6.3 Konstruktive Details


Auf dem deutschen Baumarkt gibt es der- Dachneigung
zeit zwei Ausführungen von Sandwich-Dach- Es wird empfohlen, folgende Mindest-
systemen, die sich durch die Art ihrer Befesti- dachneigungen nicht zu unterschreiten:
gung an der Unterkonstruktion unterscheiden: – Dächer ohne Querstoß und ohne
– Dachsysteme mit durchschraubter Befestigung Dachdurchbrüche 3° = 5,2 %
– Dachsysteme mit nicht sichtbarer Befestigung – Dächer mit Querstoß oder
Die beiden Varianten haben trapezprofilierte Dachdurchbrüchen 5° = 8,7 %
Stahl-Außenschalen mit variablen Blechdicken,
abhängig von Stützweite und Belastung, die Innen- Auflagerbreite
schalen sind im Regelfall gesickt oder liniert. Gemäß bauaufsichtlicher Zulassung sind
Bei der durchschraubten Variante erfolgt die folgende Mindestauflagerbreiten erforderlich:
Befestigung systemabhängig durch Ober- bzw. – Zwischenauflager ≥ 60 mm
Untergurt, bei Holzunterkonstruktionen werden – Endauflager ≥ 40 mm
die Bauteile mit zusätzlichen Kalotten durch den – Querstoß ≥ 85 mm
Obergurt mit dem Tragsystem verbunden. Da am Querstoß zwei Endauflager neben-
Bei nicht sichtbaren Befestigungen erfolgt einander liegen, muß der gemeinsame Auflager-
die Schraubenverbindung durch die Fuge. Diese träger mindestens 85 mm breit sein.
wird abschließend mit zur Dachfläche passen-
den Abdeckprofilen verschlossen.

Dachneigung Auflagerbreite
min.
40
min.
60

Endauflager
mit Querstoß oder Dachdurchbruch 5º = 8,7 %
Zwischenauflager
min.
85

Abb. 3.12:
Dachneigungs- Querstoß
winkel/ ohne Querstoß oder Dachdurchbruch 3º = 5,2 %
Auflagerbreite

38
Sandwichelemente

Abb. 3.13:
Firstausbildung
(links)

Abb. 3.14:
Traufe (rechts)

3.7 Wandsysteme
3.7.1 Die neue Generation
Viele Jahre haben ausschließlich wirtschaft- Neben den Standard-Elementen mit der
liche Überlegungen den Einsatz von Sandwich- durchschraubten Befestigung, die immer noch
Elementen vorangetrieben. Aber um bei Fassa- Verwendung findet, werden deshalb gerade
dengestaltungen unter modernen Gesichtspunk- im anspruchsvollen Fassadenbau nicht sichtbar
ten ein ästhetisches Gesamtbild zu erreichen, befestigte Elemente eingesetzt.
kommt es neben den bereits bekannten und aus- Diese wiederum unterscheiden sich zwi-
führlich behandelten Vorteilen von Sandwich- schen verdeckt durchschraubten und solchen
elementen natürlich auch auf solch wichtige Elementen mit zusätzlichen Elementhaltern. Mit
Merkmale an wie: dieser letztgenannten Befestigungsart lassen
– Oberflächenstruktur, sich eventuell auftretende leichte Einbeulungen
– Farbauswahl, an den Schraubstellen, die durch unsachgemäße
– Fugenausbildung und Handhabung oder Temperaturbeeinflussung
– Befestigungsart. entstehen können, vermeiden.
Dazu kann man heute von einem solchen Erst mit der Aufnahme dieser Befestigungs-
Bausystem natürlich auch technisch einwand- arten und der Ergänzung der bauaufsichtlichen
freie Anschlüsse und Übergänge im Attika- Zulassungen um diese Varianten konnte der
bereich und an den Gebäudeecken erwarten, Einstieg in den hochwertigen Fassadenbau mit
weil ergänzende Bauteile das möglich machen. Stahl-Sandwichelementen geschafft werden.

Durchschraubte Befestigung Nichtsichtbare


Befestigung

verdeckt verschraubt

Abb. 3.15:
Befestigung mit zusätz- Wandsystem
lichem Elementhalter Befestigungs-
arten

39
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Abb. 3.16:
Sandwich-
elemente mit
gewellter
Außenschale
sind neu auf
dem Markt

Bestes Beispiel dafür ist das bereits Eingangs Diese Eck- und Attikaelemente werden aus
erwähnte, völlig neu auf dem Markt befindliche dem gleichen Material wie die Wandelemente
Sandwich-Element mit wellprofilierter Außen- selbst, nach neu entwickelten Verformungs-
schale, welches sowohl vertikal als auch hori- techniken, gefertigt. Dadurch ist gewährleistet,
zontal verlegt werden kann. daß Oberfläche, Beschichtungssystem, Farbton
Nur die nichtsichtbare Befestigung schafft und Glanzgrad immer aufeinander abgestimmt
hier die Voraussetzung für das Spiel mit Licht sind (siehe auch Kapitel 3.2.5 Formteile).
und Schatten, welches den besonderen Reiz
dieser Oberflächenstruktur ausmacht.
3.8 Montagerichtlinien
3.7.2 Konstruktive Details Wie bereits in den vorangehenden Kapiteln
Die auch von Trapezprofil-Fassaden her be- beschrieben, bieten die Hersteller von Stahl-
kannten Ausführungen von Außen- und Innen- Sandwichelementen eine Vielzahl von ver-
ecken oder die geraden Attikaausbildungen mit schiedenen Dach- und Wandsystemen für unter-
den Standardformteilen der Hersteller sind natür- schiedliche Einsatzmöglichkeiten mit zweck-
lich für solche gestaltungsorientierten Gebäude gebundenen Dämmstoff-Kernen, Deckschalen-
nicht einsetzbar. Hier benutzt die anspruchs- Geometrien, Fugenausbildungen, Befestigungs-
volle Architektur geschäumte Sonderelemente. arten usw. an.
Da im Rahmen dieser Veröffentlichung
Abb. 3.17: systemgebundene Montagerichtlinien nicht
Anspruchsvolle wertneutral wären und außerdem zu umfang-
Architektur ver- reich erscheinen, kann hier nur auf die von vie-
langt besondere len Herstellern für ihre Produkte herausgegebe-
Bauteile, z. B. nen Richtlinien und auf die einschlägigen Unfall-
Sandwich-Ecke verhütungsvorschriften hingewiesen werden.
90º Darüberhinaus werden durch die Herstel-
ler von Stahl-Sandwichelementen Planern und
Konstrukteuren umfangreiche Unterlagen, von
statischen Bemessungs-Programmen über kon-
struktive Details, Montageanweisungen und
Ausschreibungstexte zur Verfügung gestellt.
Auch der IFBS (Industrieverband zur Förde-
rung des Bauens mit Stahlblech e. V.) unter-
stützt den Anwender mit Informationsmaterial.
Abb. 3.18: Abschließend ist festzuhalten, daß mit Stahl-
Durch besondere Sandwichelementen Bauherren und Architekten
Bauteile ist Produkte zur Verfügung stehen, die höchste
anspruchsvolle Ansprüche an bautechnische Eigenschaften
Architektur erst und an das Design erfüllen und damit neue
möglich – die Perspektiven für funktionale und ästhetische
runde Ecke Gestaltung eröffnen.

40
Sandwichelemente

Abb. 3.19:
Anwendungs-
beispiele
für Sandwich-
elemente

41
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

4. Normen, Richtlinien, Literatur

Vorbemerkung 4.1 Allgemeine Anwendungsnormen


In diesem Kapitel sind die derzeit wichtig- DIN 18800
sten nationalen und internationalen Normen, Stahlbauten
die im Zusammenhang mit Bausystemen für Teil 1: Bemessung und Konstruktion
Dach und Wand von Bedeutung sind, aufge-
führt. Richtlinien und Literaturhinweise haben DIN 1055
meist nationalen Ursprung. Lastannahmen für Bauten
Die europäische Normierung ist seit Vollen- Teil 1: Lagerstoffe, Baustoffe und Bauteile,
dung des Europäischen Binnenmarktes und Eigenlasten und Reibungswinkel
Weiterentwicklung der Europäischen Union in- Teil 3: Verkehrslasten
tensiv damit beschäftigt, die unterschiedlichen Teil 4: Verkehrslasten, Windlasten bei nicht
nationalen Bauvorschriften, Normen, Zulassun- schwingungsanfälligen Bauwerken
gen, Zertifizierungs- und Überwachungsverfah- Teil 5: Verkehrslasten, Schneelasten
ren, die sich auf Baustoffe und Bauelemente so-
wie auf die Planung und den Bau von Gebäuden DIN 18203 Toleranzen im Hochbau
beziehen, zu harmonisieren. Ziel ist es, ein auf Teil 1: Bauwerke
europäischer Basis gültiges CE-Zeichen für Bau- Teil 2: Vorgefertigte Teile aus Stahl
stoffe und Bauprodukte zu vergeben. Planer
müssen bei der Auswahl von Baustoffen und DIN 18801
Bauelementen zunächst die jeweiligen national Stahlhochbau; Bemessung, Konstruktion,
eingeführten Normen und Zulassungen für diese Herstellung
Bauprodukte berücksichtigen. Es ist für den Pla-
ner jedoch unverzichtbar, die Entwicklung der DIN 18807 Trapezprofile im Hochbau
europäischen Normierung weiterzuverfolgen Teil 1: Stahltrapezprofile, Allgemeine
und die hier dokumentierten Angaben zu den Anforderungen, Ermittlung der Trag-
Normen ggf. zu verwenden. fähigkeitswerte durch Berechnung
Teil 2: Stahltrapezprofile, Durchführung
und Auswertung von Tragfähigkeits-
versuchen
Teil 3: Stahltrapezprofile, Festigkeitsnachweis
und konstruktive Ausbildung

DIN V ENV 1993


Bemessung und Konstruktion von
Stahlbauten
Teil 1: Allgemeine Bemessungsregeln,
Bemessungsregeln für den Hochbau

DIN 18164
Schaumkunststoffe als Dämmstoffe
für das Bauwesen
Teil 1: Dämmstoffe für die Wärmedämmung

DIN 18165
Faserdämmstoffe für das Bauwesen
Teil 1: Dämmstoffe für die Wärmedämmung

DIN 4074
Sortierung von Nadelholz nach der
Tragfähigkeit
Teil 1: Nadelschnittholz

42
Normen, Richtlinien, Literatur

4.2 Wärme- und Feuchteschutz


Neugliederung der DIN 4108- „Wärmeschutz
und Energieeinsparung in Gebäuden“ mit Be-
zug zu aktuellen und künftigen Euro-Normen

DIN-Teil DIN-Titel Bezug zu Euro-Normen * Status Anmerkung

Teil 1: Größen und Ersatz durch DIN EN ISO Liegt vor


Einheiten 7345 „Wärmeschutz – Phy-
sikalische Größen und Defi-
nitionen“ sowie DIN EN ISO
9346 „Wärmeschutz – Stoff-
transport – Physikalische
Größen und Definitionen“

Teil 2: Mindestanforde- Bleibt bestehen = nationale Gelbdruck


rungen an den Mindestanforderung 1998
Wärmeschutz erwartet

Teil 3: Klimabedingter Korrespondiert mit Gelbdruck Sandwichele-


Feuchteschutz – prEN ISO 13788 1998 mente wer-
Anforderungen erwartet den ggf. als
und Hinweise für „bedenken-
Planung und lose Kon-
Ausführung struktion“
(Glaser-Verfahren) aufgenommen

Teil 4: Wärme- und März 1998


Vornorm feuchteschutz-
technische
Kennwerte

Teil 5: Berechnungs- Wird teilweise ersetzt Nicht


verfahren durch DIN EN ISO 6946 bekannt

Teil 6: Berechnung des Nationale Randbedingun- Derzeit gilt


Vornorm Jahresheiz- gen der EN 832 Ausgabe
wärmebedarfs April 1995;
von Gebäuden Vornorm
in Über-
arbeitung

Teil 7: Luftdichtheit von Korrespondiert mit Ausgabe


Bauteilen und prEn ISO 9972 November
Anschlüssen, 1996
Planungs- und
Ausführungs-
Empfehlungen
sowie -beispiele
* Am Beispiel
Beiblatt 2 Wärmebrücken – Korrespondiert mit EN ISO März 1998 der DIN 4108 soll
zu DIN Planungs- und 10211-1, 10211-2 sowie die internationale
4108 Ausführungsbei- prEN ISO 14683 Verflechtung der
spiele Normen dar-
gestellt werden.

43
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

DIN EN ISO 832 4.3 Schallschutz


Wärmeschutztechnisches Verhalten von
Gebäuden und Bauteilen DIN 4109
Berechnung des Heizenergiebedarf Schallschutz im Hochbau
für Wohngebäude Teil 1: Einführung und Begriffe
Teil 2: Luft- und Trittschalldämmung in Gebäu-
DIN EN ISO 6946 den; Anforderungen; Nachweise und
Bauteile Hinweise für Planung und Ausführung
Wärmedurchlaßwiderstand und Wärmdurch- Teil 3: Luft- und Trittschalldämmung in
gangskoeffizient-Berechnungsverfahren Gebäuden; Ausführungsbeispiele mit
nachgewiesener Schalldämmung für
DIN EN ISO 7345 Gebäude in Massivbauweise
Wärmeschutz Teil 5: Schallschutz gegenüber Geräuschen aus
Physikalische Größen und Definitionen haustechnischen Anlagen und aus Be-
trieben; Anforderungen, Nachweise und
DIN EN ISO 9346 Hinweise für Planung und Ausführung
Wärmeschutz Teil 6: Bauliche Maßnahmen zum Schutz gegen
Stofftransport – Außenlärm
Physikalische Größen und Definitionen Teil 7: Luft- und Trittschalldämmung in
Gebäuden; Rechenverfahren und Aus-
Energiesparverordnung Wärmeschutz- führungsbeispiele für den Nachweis des
verordnung WSVO III v. 1995 Schallschutzes in Skelettbauten und
(Bundesgesetzblatt) Holzhäusern
Beiblatt 1: Ausführungsbeispiele und
DIN 4701 Rechenverfahren
Regeln für die Berechnung des Wärmebedarfs Beiblatt 2: Hinweise für Planung und Ausfüh-
von Gebäuden rung; Vorschläge für einen erhöhten
Schallschutz; Erläuterungen für den
VDI-Richtlinie VDI 2055 Schallschutz im eigenen Wohn- oder
Wärme- und Kälteschutz Arbeitsbereich

ISO 140 Akustik


Literatur Teil 1 – 10: Messung der Schalldämmung in
Gösele/Schüle Gebäuden und von Bauteilen
Schall, Wärme, FeuchtigkeitBauverlag ISO 717 Akustik
Teil 1 – 3: Bewertung der Schalldämmung in
IVPU Gebäuden und vonBauteilen
Plan & Praxis-Hefte, ISO 1966 Akustik
Wasserdampfdiffusion und Wärmewanderung Teil 1 – 3: Beschreibung und Messung von
Industrieverband Polyurethan-Hartschaum e. V. Umweltlärm/Umgebungsgeräuschen
ISO 2204 Akustik
Meier (Hrsg.) Anleitung für ISO-Normen zur Messung
Wärmeschutzplanung für Architekten akustischer Lärmbekämpfung und Ab-
und Ingenieure schätzung der Einflüsse auf Menschen
Verlag Rudolf Müller
Literatur
IFBS-Info 4.01 Gösele/Schüle
Wärmeschutz und Dampfdiffusion beim Schall, Wärme, Feuchtigkeit. Bauverlag
Stahldach
Prüfzeugnisse
Prüfzeugnisse für Schallschutzsysteme
verschiedener Hersteller

IFBS-Info 4.04
Dach- und Wandsysteme aus Stahl im Vergleich
Bewertetes Schalldämmmaß R’w und
Mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient km

44
Normen, Richtlinien, Literatur

4.4 Brandschutz 4.5 Oberflächenveredelung


DIN 4102 Werkstoffnormen
Brandverhalten von Baustoffen DIN EN 10021
und Bauteilen Allgemeine technische Lieferbedingungen
Teil 1: Baustoffe, Begriffe, Anforderungen und für Stahl und Stahlerzeugnisse
Prüfungen
Teil 2: Bauteile, Begriffe, Anforderungen und DIN EN 10142
Prüfungen Kontinuierlich feuerverzinktes Blech
Teil 3: Brandwände und nichttragende Außen- und Band aus weichen Stählen zum Kalt-
wände, Begriffe, Anforderungen und umformen
Prüfungen
Teil 4: Zusammenstellung und Anwendung DIN EN 10143
klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Kontinuierlich schmelztauchveredeltes
Sonderbauten Blech und Band aus Stahl;
Teil 9: Bedachungen, Begriffe, Anforderungen Grenzabmaße und Formtoleranzen
und Prüfungen
DIN EN 10147
DIN 18230 Kontinuierlich feuerverzinktes Blech
Baulicher Brandschutz im Industriebau und Band aus Baustählen, technische
Teil 1: Rechnerisch erforderliche Lieferbedingungen
Feuerwiderstandsdauer
Teil 2: Ermittlung des Abbrandfaktors DIN EN 10169
Kontinuierlich organisch beschichtete
DIN 18232 (bandbeschichtete) Flacherzeugnisse aus
Baulicher Brandschutz Stahl
Teil 1: Rauch- und Wärmeabzugsanlagen; Teil 1: Allgemeines (Definitionen, Werkstoffe,
Begriffe und Anwendungen Grenzabmaße, Prüfverfahren)
Teil 2: Industriebau; Rauch- und Wärmeabzugs- Teil 2: Erzeugnisse für den Bauaußeneinsatz
anlagen; Rauchabzüge, Bemessung,
Anforderungen und Einbau DIN EN 10214
Teil 3: Industriebau; Rauch- und Wärmeabzugs- Kontinuierlich schmelztauchveredeltes
anlagen; Rauchabzüge; Prüfungen Band und Blech aus Stahl mit Zink-
Aluminium-Überzügen (ZA)
Richtlinie Technische Lieferbedingungen
Richtlinie für die Verwendung brennbarer
Stoffe im Hochbau DIN EN 10215
Kontinuierlich schmelztauchveredeltes
Band und Blech aus Stahl mit Aluminium-
Literatur Zink-Überzügen (AZ)
IndBauR Technische Lieferbedingungen
Industriebaurichtlinie, baulicher Brandschutz
im Industriebau, RdErl. des Ministers für Grundnorm für den Korrosionsschutz von
Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr v. Stahlbauten ist in Deutschland z. Zt. noch die
23.10.1989 neunteilige DIN 55928, Ausgabe 1991. Wich-
tigster Teil dieser Norm für Stahltrapezprofile,
Brandschutzatlas Kassetten und Sandwichelemente ist der Teil 8
Baulicher Brandschutz, Hrsg. Josef Mayr,
Wehner Verlag DIN 55928
Korrosionsschutz von Stahlbauten durch
Unverbindliche Prämienrichtlinien für Beschichtungen und Überzüge
die Industrie-, Feuer- und Feuerbetriebs- Teil 1: Allgemeines, Begriffe,
unterbrechungs-Versicherung, VdS Korrosionsbelastungen
Teil 2: Korrosionsschutzgerechte Gestaltung
Teil 3: Planung der Korrosionsschutzarbeiten
Teil 4: Vorbereitung und Prüfung der
Oberflächen

45
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

Teil 5: Beschichtungsstoffe und Schutzsysteme Die Tabelle rechts zeigt den strukturellen
Teil 6: Ausführung und Überwachung der Unterschied zwischen der deutschen Korrosi-
Korrosionsschutzarbeiten onsschutznorm DIN 55928 und der europäi-
Teil 7: Technische Regeln für Kontrollflächen schen /internationalen Norm EN ISO 12944 an-
Teil 8: Korrosionsschutz von tragenden hand eines Vergleichs der Sachgebiete beider
dünnwandigen Bauteilen Normen auf.
Teil 9: Beschichtungsstoffe, Zusammensetzung
von Bindemitteln und Pigmenten.
4.6 Stahl-Trapezprofile und Kassetten
Weitere Angaben zum Korrosionsschutz sind
der DIN 18807, der wichtigsten DIN-Norm für DIN 18807
Trapezprofile im Hochbau, zu entnehmen. Trapezprofile im Hochbau
Teil 1: Stahltrapezprofile, Allgemeine Anforde-
Informationsschriften rungen, Ermittlung der Tragfähigkeits-
Herausgeber: Stahl-Informations-Zentrum werte durch Berechnung
Charakteristische Merkmale 093: Teil 2: Stahltrapezprofile, Durchführung und
Organisch beschichtete Flacherzeugnisse Auswertung von Tragfähigkeitsversuchen
aus Stahl Teil 3: Stahltrapezprofile, Festigkeitsnachweis
Charakteristische Merkmale 094: und konstruktive Ausbildung; für Stahl-
Feuerverzinkter Bandstahl trapezprofile ist hinsichtlich des Korro-
Charakteristische Merkmale 095: sionsschutzes besonders DIN 18807,
Schmelztauchveredeltes Band und Blech Teil 1, Abschnitt 3.3.5 mit den Tabellen
Merkblatt 110 1 und 2 zu beachten:
Schnittflächenschutz und kathodische Tabelle 1: Korrosionsschutzklassen für Dach-
Schutzwirkung oder Decken-Systeme
Tabelle 2: Korrosionsschutzklassen für
Internationale Korrosionsschutznormung Wand-Systeme
Unter Beteiligung der wichtigsten Industrie-
nationen wurde die internationale Korrosions- DIN 18516
schutznorm, die EN ISO 12944 „Protective Außenwandbekleidungen hinterlüftet
paint systems for steal structures“ erarbeitet. Teil 1: Anforderungen, Prüfgrundsätze
Diese achtteilige Norm ersetzt seit ihrem Er-
scheinen im Juli 1998 die aktuelle DIN 55928, Bauaufsichtliche Zulassungen für Stahl-
mit Ausnahme von Teil 8. Der für die o. g. Bau- Kassettenprofile verschiedener Hersteller
teile wichtige Teil 8 der DIN 55928 (Korrosi-
onsschutz von tragenden dünnwandigen Bau-
teilen) ist in ISO 12944 nicht durch einen eige- Literatur
nen Normenteil vertreten. Daher hat dieser Schwarze, Kech
Abschnitt für Bausysteme aus oberflächenver- Bemessung von Stahltrapezprofilen nach
edeltem Stahlblech nur informellen Charakter. DIN 18807
Dennoch soll auch hier die internationale Ver- Stahlbau 59 (1990), Heft 9, Seiten 257 – 276,
flechtung der Normung dargestellt werden. (1991), Heft 3, Seiten 65 – 76

EN ISO 12944 Czieselski, Prof. Dr. Erich


Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Stahlkassettenprofile.
Beschichtungssysteme Bauphysikalisches Verhalten in
Teil 1: Allgemeine Einleitung Stahl-Wandsysteme.( Hrg.: IFBS)
Teil 2: Einteilung der Umgebungsbedingungen
Teil 3: Grundregeln der Gestaltung DAST-Richtlinie 016,
Teil 4: Arten von Oberflächenvorbereitung Bemessung und konstruktive Gestaltung von
Teil 5: Beschichtungssysteme Tragwerken aus dünnwandigen kaltgeformten
Teil 6: Laborprüfungen zur Bewertung von Bauteilen
Beschichtungssystemen
Teil 7: Ausführung und Überwachung der Flachdachrichtlinien-ZDDH
Beschichtungsarbeiten Richtlinien für die Planung und Ausführung von
Teil 8: Erarbeitung von Spezifikationen für Dächern mit Abdichtungen
Erstschutz und Instandhaltung

46
Normen, Richtlinien, Literatur

Arbeits- Europäische/Internationale Norm EN ISO DIN


gruppe 12944 55928

WG 1 Part 1 General introduction Teil 1 Teil 1


– Anwendungsbereich
– Korrosion von Stahl
– Definition
– „Gebrauchsanweisung“ für die Norm 1

Part 2 Classification of Environment Teil 2


– Klimadefinitionen
– Korrosivitätsklassen

WG 2 Part 3 Types of surfaces and Teil 4 Teil 4


surface preparation
– Ausgangszustände
– Oberflächenvorbereitungsverfahren
– Reinheitsgrade vorbereitender
Stahloberflächen
– Entfernen von artfremden Verunreinigungen

WG 3 Part 4 Classification and Definition Teil 5 Teil 5


of Paint Systems
– Begriffe
– Eigenschaften der Bindemittel
– Beispiele für Korrosionsschutzsysteme

WG 4 Part 5 Performance Testing Teil 6 Teil 6


– verschiedene Testmethoden

WG 5 Part 6 Workmanship Teil 7


– Ausführung der Arbeiten
– Schutzmaßnahmen
(Anmerkung: Part 5 + 6 sind wesentlich
umfangreicher als DIN 55928 Teil 6)

WG 6 Design Teil 3 Teil 2

WG 7 Part 7 Guidance for developing specifications Teil 8 Teil 1 – 7


– Leitfaden zur Erstellung von Spezifikationen

Güte- und Prüfbestimmungen Informationsschriften


Gütegemeinschaft Bauelemente aus Herausgeber: Industrieverband zur Förderung
Stahlblech e. V., RAL-RG 617 des Bauens mit Stahlblech e. V.
IFBS-Info 1.01
Stahltrapezprofiltafeln als tragende
Konstruktion für einschalige Flachdächer
IFBS-Info 1.03
Richtlinie für die Planung und Ausführung
zweischaliger wärmegedämmter nicht-
belüfteter Metalldächer
IFBS-Info 3.01
Stahlkassettenprofile für Dach und Wand
IFBS-Info 3.02
Stahltrapezprofile für Dach, Wand und Decke

47
Bausysteme aus Stahl für Dach und Fassade

IFBS-Info 3.05 Zwischenzeitlich gab es einen erster Norment-


Bemessung von Stahltrapezprofilen nach wurf, dessen Inhaltsstruktur der Tabelle zu ent-
DIN 18807 – Biege- und Normalkraft- nehmen ist.
beanspruchung
IFBS-Info 3.06
Bemessung von Stahltrapezprofilen nach 1. Anwendungsbereich
DIN 18807 – Schubfeldbeanspruchung 2. Normative Verweisungen
IFBS-Info 3.08 3. Definitionen, Symbole, Abkürzungen
Verbindungen bei Stahlkassettenwänden 4. Anforderungen
IFBS-Info 3.09 4.1. Tragverhalten
Stahltrapezprofile – Öffnungen in Dächern 4.1.1. Sicherheiten
aus Stahltrapezprofilen 4.1.2. Beanspruchung und Kombinationen
IFBS-Info 4.03 4.1.3. Eigenschaften der Materialien
Stahlkassettenprofile, Bauphysikalisches 4.1.4. Eigenschaften des Verbundelementes
Verhalten in Stahl-Wandsystemen 4.1.5. Langzeiteinflüsse (Kriechen, Alterung
IFBS-Info 4.04 der Wärmeleitfähigkeit, etc.)
Dach- und Wandsysteme im Vergleich 4.2. Brandverhalten
Bewertetes Schalldämmungsmaß und 4.2.1. Stoffeigenschaften (Reaction-to-fire)
mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient 4.2.2. Feuerwiderstand (Fire resistance)
IFBS-Info 5.02 4.3. Wasserdichtigkeit
Empfehlungen für die Anwendung und 4.4. Luftdichtigkeit
Auswahl von Korrosionsschutzsystemen für 4.5. Schallschutz
Bauelemente aus Stahlblech 4.6. Wärmeschutz
IFBS-Info 6.02 4.7. Gebrauchssicherheit
Prüfzeugnis-Brandschutz F30 (Dauerhaftigkeit Begehbarkeit, etc.)
IFBS-Info 6.03 5. Prüfverfahren
Prüfzeugnis-Brandschutz F90 6. Nachweis der Normgerechtigkeit
IFBS-Info 7.03 7. Klassifizierung und Kennzeichnung
Temperaturbedingte Zwängungskräfte in 8. Kennzeichnung, Etikettierung und
Verbindung bei Konstruktionen mit Stahl- Verpackung
trapezprofilen

Literatur
4.7 Stahl-PUR-Sandwichelemente Preliminary European Recommendations
for Sandwich Panels,
Stahl-PUR-Sandwichelemente sind national ECCS, 1990/1991
nicht genormt, sondern unterliegen der
jeweiligen bauaufsichtlichen Zulassung Stamm
des DIBT; Berlin. Sandwichelemente mit metallischen Deck-
Auch auf dem europäischen Markt liegen schichten als Dachbautafeln im Bauwesen
außer der spanischen Norm UNE 41-950-94 Stahlbau 53 (1984), Heft 8, Seiten 231 – 236
„Polyurethanplatte mit metallischen oder nicht-
metallischen Deckschicht“ (Teile 1 bis 3 vom Stamm
Juli 1994) keine Anwendungsnormen, die spezi- Sandwichelemente mit metallischen Deck-
ell Sandwichelemente mit metallischen Deck- schichten als Wandbauplatten im Bauwesen
schichten behandeln, vor. Stahlbau 53 (1984), Heft 5, Seiten 135 – 143
Die europäische Industrie hat seit Mitte der
90er Jahre die Initiative ergriffen, eine harmoni- Schwarze
sierte europäische Norm für Sandwichelemente Numerische Methoden zur Berechnung von
mit metallischen Deckschichten zu erstellen, Sandwichelementen
wobei neben PUR-Hartschaum auch andere Stahlbau 53 (1984), Heft 12, Seiten 363 – 370
Kernmaterialien erfaßt werden sollen. Die
Normungsarbeit erfolgt in der Arbeitsgruppe Stamm/Witte
„Dacheindeckungsprodukte für überlap- Sandwichkonstruktionen, Springer Verlag 1974
pende Verlegung und Produkte für Außen-
wandverkleidung“. Die 1. Sitzung der Arbeits- IFBS-Info 3.03
gruppe wurde im September 1996 einberufen. Stahl-PUR-Sandwichelement für Dach und Wand

48
Normen, Richtlinien, Literatur

IFBS-Info 6.05 DIN 15120


Brandverhalten von Serienhebezeuge;
Stahl-PUR-Sandwichelementen Fahrbare Hubarbeitsbühnen
Berechnungsgrundsätze und Standsicherheit
4.8 Montagetechnik
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
Nachfolgend sind die wichtigsten Normen,
Vorschriften und Verbandsrichtlinien aufge- Landesbauordnung
führt, die bei der Ausführung von Montagear-
beiten von Stahltrapezprofilen, Stahlkassetten Unfallverhütungsvorschriften der
und Stahl-PUR-Sandwichelementen zu beachten Bauberufsgenossenschaft
sind oder diese möglicherweise beeinflussen. – Allgemeine Vorschriften VBG1
– Bauarbeiten VBG 37
VOB Teil A: – Leitern und Tritte VBG 74
Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von
Bauleistungen Regeln für Sicherheit und Gesundheits-
– DIN 1960 schutz bei der Montage von Profiltafeln
ZH1/166 Ausgabe 10.1994
VOB Teil B:
Allgemeine Vertragsbestimmungen für die Technische Regeln für Gefahrstoffe
Ausführung von Bauleistungen TRGS 519
– DIN 1961 Asbest, Abbruch-, Sanierungs- und
Instandhaltungsarbeiten
VOB Teil C:
Allgemeine Technische Vertragsbedingungen Fachregeln des Dachdeckerhandwerks
für Bauleistungen. Darin enthalten u. a.: Richtlinien für die Planung und Ausführung von
– DIN 18335 Stahlbauarbeiten Dächern mit Abdichtungen – Flachdachrichtlinie
– DIN 18338 Dachdeckungs- und
Dachabdichtungsarbeiten Regeln für Metallarbeiten im
– DIN 18339 Klempnerarbeiten Dachdeckerhandwerk
– DIN 18360 Metallbauarbeiten, Schlosserarbeiten
– DIN 18451 Gerüstarbeiten Montageanweisungen verschiedener
Hersteller und diverser Produkte
DIN 1986
Entwässerungsanlagen für Gebäude und Informationsschriften
Grundstücke Herausgeber: Industrieverband zur Förderung
des Bauens mit Stahlblech e. V.
DIN 4420 IFBS-Info 7.01
Arbeits- und Schutzgerüste Bauaufsichtliche Zulassung für
Teil 1. Allgemeine Regelungen; Sicherheits- Verbindungselemente zur Verwendung bei
technische Anforderungen, Prüfungen Konstruktionen mit „Kaltprofilen“ aus Stahl-
Teil 2: Leitergerüste; Sicherheitstechnische blech – insbesondere mit Stahlprofiltafeln
Anforderungen IFBS-Info 8.01
Richtlinie für die Montage von Stahlprofil-
DIN 4422 tafeln für Dach-, Wand- und Deckenkon-
Fahrbare Arbeitsbühnen (Fahrgerüste) struktionen
aus vorgefertigten Bauteilen IFBS-Info 8.02
Teil 1: Werkstoffe, Gerüstbauteile, Maße; Sicherheitsregeln für die Montage von
Lastannahmen und sicherheitstechnische Stahltrapez-, Stahlkassettenprofilen und
Anforderungen Stahl-PUR-Sandwichelementen für Dach-,
Teil 2: Verwendung, Sicherheitstechnische Wand- und Deckenkonstruktionen
Anforderungen; Aufbau und Gebrauchs-
anleitung

DIN 4426
Sicherheitseinrichtungen zur Instandhal-
tung baulicher Anlagen; Absturzsicherung

49
Stahl-Informations-Zentrum
Postfach 10 48 42
40039 Düsseldorf
E-Mail: siz@stahl-info.de · Internet: www.stahl-info.de