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Dokumentation 573

Stahl im Wohnungsbau –
innovativ und wirtschaftlich

Stahl-Informations-Zentrum
Stahl-Informations-Zentrum

Das Stahl-Informations-Zentrum ist eine Die Internet-Präsentation unter der Adresse


Gemeinschaftsorganisation der deutschen Stahl- www.stahl-info.de informiert u. a. über aktuelle
industrie. Markt- und anwendungsorientiert werden Themen und Veranstaltungen und bietet einen
firmenneutrale Informationen über Verarbeitung Überblick über die Veröffentlichungen des
und Einsatz des Werkstoffs Stahl bereitgestellt. Stahl-Informations-Zentrums. Zahlreiche neue
Verschiedene Schriftenreihen bieten ein brei- Publikationen sind bereits als pdf-Files abrufbar.
tes Spektrum praxisnaher Hinweise für Planer, Schriftenbestellungen sowie Kommunikation
Konstrukteure und Verarbeiter von Stahl. Sie fin- sind online möglich.
den auch Anwendung in Ausbildung und Lehre:
Merkblätter sind mit Fotos und technischen
Zeichnungen illustrierte Schriften, die einen kon-
zentrierten Überblick über die Anwendungsviel-
falt sowie die Bandbreite der Be- und Verarbei-
tungsverfahren von Stahl vermitteln.
Charakteristische Merkmale berichten
über Produkteigenschaften und technische Liefer-
bedingungen von oberflächenveredeltem Stahl-
blech und geben Hinweise auf Regelwerke.
Stahl und Form zeigt ästhetisch, gestalte-
risch und funktionell vorbildliche Beispiele von
Stahlanwendungen in der Architektur. Es werden Inhalt Seite
Bauwerke mit Fotos, Zeichnungen und Skizzen
signifikanter Details ausführlich dargestellt. Einleitung 3
Dokumentationen beschreiben die
Leistungsfähigkeit von Stahl aus technischer, Stahl – ein Baustoff mit
ökologischer und ökonomischer Sicht in ver- Tradition und Zukunft 4
schiedenen Anwendungsfeldern.
Vortragsveranstaltungen bieten ein Forum Systeme für den Wohnungsbau mit Stahl –
für Erfahrungsberichte aus der Praxis. Die Themen Stand der Technik und aktuelle
reichen von Konstruktion über Anwendung und Entwicklungen 8
Verarbeitung bis hin zur Ökologie.
Messen und Ausstellungen dienen der Ständerbauweise –
Präsentation spezifischer Leistungsmerkmale von leicht und leistungsfähig 12
Stahl. Neue Werkstoffentwicklungen sowie inno-
vative, zukunftsweisende Stahlanwendungen Stahlrahmenbauweise –
werden exemplarisch dargestellt. große Spannweiten eröffnen
Bei Anfragen vermitteln wir auch als indi- Gestaltungsfreiräume 15
viduellen Service Kontakte zu Instituten, Fach-
verbänden und Spezialisten aus Forschung und Raumzellen- und Modulbauweise –
Industrie. Schlüssel zu Wirtschaftlichkeit und
Die Pressearbeit richtet sich an Fach-,Tages- Qualität 22
und Wirtschaftsmedien und informiert kontinu-
ierlich über neue Werkstoffentwicklungen und Ausblick 27
-anwendungen.
Marketing-Aktivitäten dienen der Förderung Literaturverzeichnis
des Stahleinsatzes in verschiedenen Märkten, bei- Hinweise auf Veröffentlichungen des
spielsweise im Automobilbau sowie im Wohnungs- Stahl-Informations-Zentrums 30
und Wirtschaftsbau. Im Abstand von drei Jahren
wird der Stahl-Innovationspreis verliehen. Impressum 31

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Einleitung

Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurde formten C- und U-Profilen mit Wandstärken
der Baustoff Stahl auch für den Wohnungsbau von 1 – 3 mm.Wand- bzw. Deckenflächen wer-
entdeckt. Die mit Stahl mögliche systematische den in der Werkstatt witterungsunabhängig
Bauweise – wie sie z. B. beim Bau des Kristall- vorgefertigt und auf der Baustelle zusammen-
palasts für die Weltausstellung 1851 in London montiert.
verwirklicht wurde – motivierte innovative Die Modulbauweise ist vor allem für stan-
Architekten, ästhetisch hochwertige und gleich- dardisierte Bauaufgaben geeignet. Raumzellen
zeitig wirtschaftliche Wohnbauten mit Stahl zu werden bis zu 90 % vorgefertigt und auf die
planen und zu realisieren. Die Bauhausbewe- Baustelle transportiert. Die Abmessungen rich-
gung in den 20ern förderte diese Entwicklung ten sich hierbei nach den Transportmöglich-
entschieden. Der Prozess kam jedoch durch den keiten.
2.Weltkrieg in Deutschland erst einmal ins Die vorliegende Broschüre leistet einen
Stocken. Einstieg in das Thema Stahl im Wohnungsbau.
In den 90er Jahren wurde das Thema Stahl Geschichte und Bauweisen werden erläutert,
im Wohnungsbau wieder aufgegriffen. Der Bau- Beispiele fertiggestellter Häuser vorgestellt.
kostendruck und die immer strenger werdende Das Stahl-Informations-Zentrum organisiert
Wärmeschutzverordnung lösten eine Welle von eine Vortragsveranstaltungsreihe „Stahl im
Innovationen aus. Bauphysikalische Kenntnisse Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich“.
wurden vertieft. Ganzheitliche Problemlösungen Studenten der Architektur werden an das Ent-
beim Wandaufbau lassen sogar Null-Energie- werfen mit Stahl im Wohnungsbau herange-
häuser entstehen. Durch Systematisierung und – führt. Dieser Broschüre liegt der für die Veran-
damit verbunden – kürzere Bauzeit können staltungen ausgearbeitete Vortrag zugrunde.
hochwertige Häuser zu einem angemessenen
Preis angeboten werden.
Auch Diskussionen über Nachhaltigkeit
und das stärkere ökologische Bewusstsein in
der Gesellschaft führte zu Lösungen mit Stahl.
Stahl ist ein natürlicher Werkstoff mit Kreislauf-
stärke. Mit der Möglichkeit der sortenreinen
Trennung beim Rückbau von Gebäuden steht
Stahl aufgrund seiner magnetischen Eigenschaft
an erster Stelle.
Im Laufe der Zeit haben sich für den
Wohnungsbau mit Stahl drei Bauweisen heraus-
kristallisiert.
Bei der Rahmenbauweise wird die hohe
Tragfähigkeit von Stahl konsequent genutzt.
Relativ wenige, filigrane Bauelemente über-
brücken große Spannweiten und geben dem
Architekten aufgrund der nichttragenden
Außen- und Innenwände viele Freiräume bei
der Planung. Interessierte Studenten vor dem Schriftentisch des Stahl-
Bei der Ständerbauweise besteht das Trag- Informations-Zentrums auf der Vortragsveranstaltung in
werk in der Regel aus feuerverzinkten, kaltver- der Hochschule für bildende Künste in Hamburg-Harburg

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Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Stahl – ein Baustoff mit Tradition und Zukunft


Stahl kann als konstruktiver Baustoff auf Die Faszination, die von systematischen
eine lange Tradition in der Baugeschichte Bauweisen ausgehen kann, ist vor allem mit
zurückblicken. Bereits im 18. und 19. Jahrhun- dem Kristallpalast eng verbunden und beein-
dert beeindruckten imposante Zweckbauten – flusste weltweit Architekten und Ingenieure in
wie Brückenbauwerke, aber auch monumentale ihren Bemühungen, ästhetische und wirtschaft-
Sonderbauten – aus Stahl die Zeitgenossen. liche Bauten zu errichten.
Als Ikonen dieser Zeit gelten bis heute die In den USA entstand gegen Ende des
Ironbridge über den Severn bei Coalbrookdale, 19. Jahrhunderts der moderne Funktionalismus
die Brücke über den Firth of Forth und nicht der 1. Schule von Chicago. Als Hauptvertreter
zuletzt der für die Weltausstellung 1889 auf können John Wellborn Root,William Le Baron
dem Marsfeld in Paris von 1887 bis 1889 er- Jenny und Louis Sullivan genannt werden. Das
richtete Eiffelturm. aufgeräumte Erscheinungsbild dieser zweck-
Gerade der Kristallpalast, der zur Londoner betonten Grundrissgestaltung führte zu einer
Weltausstellung von 1851 errichtet wurde, konstruktiven Definition der Architektur. Orna-
steht für einen Wendepunkt in der Architektur. mente wurden lediglich zur Betonung kon-
Die Systematik der konstruktiven Entwicklung struktiver Aufgaben der Bauelemente eingesetzt
und die Unterordnung der Gestaltung unter und nicht als Selbstzweck aufgesetzt. Die Offen-
das Prinzip der Konstruktion und ihrer Vorferti- heit der Grundrisse erforderte effiziente Trag-
gung etablieren eine eigene Form einer System- werke mit großen Spannweiten. Hier bot sich
ästhetik, die bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt Stahl an.
war. Man kann hier von einer strukturellen Für annähernd zwanzig Jahre wurde Chicago
Architektur sprechen. Die räumliche Wirkung zum Zentrum dieser Bewegung, während in
des lichtdurchfluteten, lediglich durch schlanke Europa lediglich vereinzelte Zweckbauten und
Stützen und Träger und deren Verbindungsele- Ingenieurbauten gestaltet wurden.
mente gegliederten Gebäudes überwältigt die Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkannte
Besucher. Die Transparenz der Gebäudehülle eine Gruppe von Planern die Vorzüge der Indu-
unterstützt diesen fast unwirklichen Eindruck strialisierung – gleich bleibende Qualität in
der Leichtigkeit der Gesamtkonstruktion. Form, Funktion und Verfügbarkeit für jeden,
bedingt durch Stückzahl und Preisgestaltung –

Das gesamte Gebäude und seine Einzelteile


sind aus einem dreidimensionalen Raster
entwickelt.
Die Bauelemente des Skelettbaus sind zu
100 % vorgefertigt. Es handelt sich eher um
ein offenes Bausystem als um ein Gebäude.

Der Kristallpalast
von Joseph Paxton,
London, 1851

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Stahl – ein Baustoff mit Traditon und Zukunft

Neutra wählte für die Wohnebene einen


Grundriss, der auf gebundene Raumstrukturen
verzichtet.Wohn-Essraum, Bibliothek und vorge-
lagerter Außenbereich gehen ineinander über.
Schlafräume und Bäder sind im Bereich der
Außenwand ebenso durch eine eingebaute
Pfosten- und Riegelfassade aufgelöst wie der
Wohnbereich. Die Fensterbänder verdeutlichen,
dass die Gebäudeecken keine tragende Funkti-
on haben. Innen- und Außenbereich werden
durch das Einschieben von Freibereichen, Sitz-
flächen, überdachten Bereichen und offenen
Terrassen verzahnt. Die Einbeziehung der Na-
tur unterstreicht den Anspruch des Bauherrn,
ein „gesundes“ Haus im Einklang mit seinem
Umfeld zu errichten. Durch die Ablösung der
Außenwand als tragende Scheibe eröffnen sich
vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, die Neutra
ausspielt.
Der Aufbau der Stahlkonstruktion für das
gesamte Gebäude in schwieriger Hanglage
dauerte nur 40 Stunden. Die Maßtoleranz des
Gesamttragwerks von lediglich 3 mm über die
gesamte Gebäudehöhe verblüffte die Zeitgenos- Grundriss
sen. Die Wahl der Konstruktionsart erklärt sich Lovell Health House,
aus den schwierigen Baugrundbedingungen 1929, Architekt
und dem Anspruch Neutras, durch die weit aus- Richard Neutra,
kragenden Geschossebenen die Wirkung des Los Angeles,
Gebäudes auf dem Bauplatz zu steigern. Kalifornien,
First Leiter Building, William Le Baron Jenny, Ein weiterer Meilenstein der Moderne, der Grundriss
Chicago, 1879 die Vorzüge des neuen, vorgefertigten und Hauptebene

und stellte sich die Aufgabe, ästhetische System-


lösungen auch für den Bereich des Wohnungs-
baus zu entwickeln und zu etablieren. Das Bau-
haus leistete mit seinen Gedanken zur Indus-
trialisierung der Ästhetik zu dieser Entwicklung
einen entscheidenden Beitrag in Deutschland.
Aber auch in den Vereinigten Staaten wurden
die Emigranten schnell zu Protagonisten von
Systembauweisen – auch im Einfamilienhaus-
bau. Es waren innovative Architekten, die sich
mit der Industrialisierung des Bauens ausein-
ander setzten.Wirtschaftlichkeit und Ästhetik
motivierten sie.
Das Lovell Health House von Richard Neutra
ist ein Beleg für eine grundsätzlich differenzierte Die Hauptebene des Gebäudes
Haltung zu üblichen Bauweisen zu Beginn des zeigt den modernen, fließenden
20. Jahrhunderts. Raum. Abgrenzungen im Innen-
Dr. Philipp Lovell, ein populärer Kolumnist bereich werden lediglich zu
der Los Angeles Sunday Times, der zum Thema „dienenden“ Räumen vorge-
„Care for the body“ regelmäßig publizierte, be- nommen. Durch eine komplette
auftragte den Architekten, ihm ein „modernes Auflösung der Fassade wird die
Haus, aus modernen Materialien, für ein moder- Begrenzung zum Außenraum
nes Lebensgefühl, in einem modernen Land“ praktisch aufgelöst.
zu realisieren.

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Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Das Eames House wurde in der Archi-


tekturgeschichte des 20. Jahrhunderts
zu einem Schlüsselbauwerk.

effektiven Bauens mit Stahlkonstruktionen ein- In Europa fand die moderne Art des Bau-
drucksvoll dokumentiert, ist das Case Study ens, wie sie in Amerika vertreten wurde, einige
House Nummer 8. Als Ergebnis eines Wett- Anhänger unter den zeitgenössischen Architek-
bewerbs der kalifornischen Zeitschrift arts + ten. In der Zeit zwischen den Weltkriegen ent-
architecture, der zur Entwicklung wirtschaft- standen vor allem durch den Einfluss des Bau-
licher Bautechniken in der Zeit zum Ende des hauses Entwicklungen zu Bausystemen mit dem
Zweiten Weltkrieges ausgelobt wurde, entstand Anspruch, eine Breitenakzeptanz für Stahlbau-
der Entwurf für dieses Meisterwerk. systeme zu erzielen.Als engagierte Vertreter

Eames House,
1949, Architekten
Charles + Ray
Eames,
Pacific Palisades,
Los Angeles,
Kalifornien,
Grundrisse

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Stahl – ein Baustoff mit Traditon und Zukunft

sind hier vor allem Walter Gropius und Marcel Im Zweiten Weltkrieg wurde dieses Ge-
Breuer zu nennen. bäude zerstört. Beide Architekten wanderten
Breuer entwickelte und konkretisierte von aus. Die Fortentwicklung der Stahlbauweise
1924 bis 1926 mehrere Konzepte unter dem im Wohnungsbau in Deutschland wurde inner-
Arbeitstitel „Kleinmetallhaus“. Er konzentrierte halb dieser Zeit nicht weiter verfolgt.
sich auf architektonische Strukturstudien und Das Prinzip Konstruktion erlebte in den
die Lösung von Vorfertigungsproblemen. 1927 ausgehenden achtziger Jahren in Europa eine
erarbeitete Breuer ein Konzept für die Ergän- Wiedergeburt. Gebäude wie das 1977 nach
zung der vorhandenen Meisterhäuser für die einem Entwurf von Renzo Piano errichtete
jüngeren Bauhausmeister unter dem Arbeitstitel Centre Georges Pompidou demonstrieren die
Bambos. Leistungsfähigkeit und den ästhetischen Wert

Bambos Häuser,
1927, Architekten
Breuer, Albers,
Meyer, Bayer,
Otte und Scheper,
Dessau,
Grundriss und
Isometrie

Gropius leistete unter anderem einen inter- von effizient bemessenen Tragwerken. Auch
essanten Beitrag auf der Ausstellung „Bau und heute sind es die renommierten Großprojekte,
Wohnung“ in der Stuttgarter Weißenhofsied- die wie der Kristallpalast von Paxton oder die
lung. Das von ihm präsentierte Konzept ver- Neue Messe in Leipzig von GMP großen Ein-
suchte, bautechnische und wirtschaftliche Kon- fluss auf die Architekten ausüben.
ditionen zu vereinen. Der Grundriss des Gebäu- Das Thema Stahl im Wohnungsbau ist in
des bestand aus einem quadratischen Raster den letzten 100 Jahren immer wieder in den
von 1,06 Metern. Eine Skelettkonstruktion aus Blickpunkt gerückt. Die erforderlichen techni-
leichten Z-förmigen Stahlstützen, dicke Kork- schen Details, die zur qualitätsgesicherten Vor-
platten als Dämmschicht und eine Wetterhaut fertigung erforderlich waren, wurden jedoch
aus dünnen Asbestschieferplatten stellten den nicht konsequent entwickelt. So blieben viele
Wandaufbau dar. Sämtliche Ausbaukomponen- der Realisationen Versuche einzelner Planer. Ein
ten wurden inklusive der erforderlichen Instal- Großteil der in der Literatur zu findenden Pro-
lationen angeliefert und auf der Baustelle ledig- jekte sind Häuser, die Architekten für den Eigen-
lich montiert. bedarf gebaut haben. Eine Breitenwirkung oder

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Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Alle Komponenten der Konstruktion wurden von


Gropius so dimensioniert, dass sie problemlos
mit einem LKW verfahrbar und ohne Maschi-
neneinsatz zu montieren sein sollten. Das Ziel
sollte schon damals ein Trockenbau sein, um
das lästige Trockenwohnen zu vermeiden.

Einfamilienhaus,
Ausstellung „Bau und Wohnen“, 1927,
Architekt Walter Gropius, Stuttgart,
zwei Isometrien

zumindest ein erheblicher Anteil an Realisationen Das Thema Stahl im Wohnungsbau ist
konnte bis heute nicht erzielt werden. Neueste heute interessanter als je zuvor. Auf Stahlkon-
Entwicklungen machen jedoch Mut. Der in struktionen basierende Systeme auch für den
den neunziger Jahren entstandene Baukosten- Wohnungsbau bieten aufgrund ihrer hohen
druck – mit einer Verdoppelung der Baukosten Flexibilität und Variabilität hervorragende Mög-
seit 1970 – löste eine neue Welle von Innova- lichkeiten für Architekten, Planer, ausführende
tionen aus. Unternehmen, Bauherren und Investoren.

Systeme für den Wohnungsbau mit Stahl –


Stand der Technik und aktuelle Entwicklungen

Stahl im Wohnungsbau hat gute Gründe. die Umsetzung jeder Art von Architekturspra-
So bieten heute Bausysteme aus Stahl wirt- che. Heute werden für den Wohnungsbau
schaftliche Lösungen für unterschiedliche Auf- prinzipiell drei Gruppen von Bausystemen
gabenstellungen – vom frei stehenden Einfami- angeboten, die durch die Konstruktionsart
lienhaus bis zum Mehrgeschosswohnungsbau. und den Einsatz von Stahlbaustoffen und
Bedingt durch einen hohen Grad der Vorferti- deren Trageigenschaften unterschieden wer-
gung können durch den Einsatz von Stahlbau- den können:
systemen erhebliche Zeit- und Kostenvorteile
im Vergleich zu bekannten Bautechniken reali- 1. Ständerbauweise
siert werden. Und das mit einer gleich bleiben-
den, kontrollierten Qualität. Dabei interessiert Bausysteme auf Basis kaltgeformter C- und
die Kunden und Nutzer vor allem die durch den U-Leichtprofile die konstruktiv in gleicher Weise
Werkstoff Stahl erzielte Langlebigkeit, Flexibi- eingesetzt werden wie bei bekannten Bauwei-
lität und Variabilität. Systematische Lösungen sen aus Holz, sind die Regel. Die Achsabstände
aus Stahl erlauben eine Anpassung von Nut- der Stützen liegen bei 62,5 cm, was der okta-
zungskonzepten an zeitnahe Erfordernisse. So metrischen Aufrasterung der weiteren Ausbau-
können zum Beispiel barrierefreie Umgestaltun- komponenten und -materialien Rechnung trägt.
gen von bestehenden Objekten, aber auch an- Die als Ständerbauweise bezeichnete Konstruk-
dere Grundriss- oder Fassadenveränderungen tionsart ist in den Vereinigten Staaten, aber auch
mit geringem Aufwand durchgeführt werden. in Kanada und in Japan längst erfolgreich in den
Die Gestaltungsfreiheit der Systeme ermöglicht Baumarkt eingeführt.

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Systeme für den Wohnungsbau mit Stahl – Stand der Technik und aktuelle Entwicklungen

2. Stahlrahmenbauweise der Stahlrahmenbauweise visualisiert den Kräfte-


verlauf im Tragwerk.
Die zweite Gruppe bildet die Stahlrahmen-
bauweise. Sie kann durch die Übernahme sämt- 3. Modulbauweise
licher statischer Belastungen durch ein weitge-
spanntes Tragwerk – Regelachsabstände liegen Die Raumzellen- und Modulbauweise stellt
hier bei einigen Metern – charakterisiert wer- eine interessante Mischform dar.Aus Rahmen-
den. Die hohe Tragfähigkeit der Einzeltragglie- konstruktionen werden Raummodule konstru-
der führt zu einer im Innenbereich von Gebäu- iert. Die tragenden Elemente dieser Rahmen-
den, aber auch in der Fassade weitestgehend konstruktionen bestehen aus Stahlbauteilen,
stützenfreien Konstruktion, die variable Gestal- die sowohl aus zusammengesetzten Kaltpro-
tungskonzepte unterstützt. Die Konstruktion in filen, aber auch aus Hohlprofilen oder warm-

balloon framing

C-Wandprofil

Eckaussteifungswinkel
U-Profil für den unteren
Wandabschluss
Eckaussteifungswinkel

U-Profil für den


oberen Wandabschluss
Deckenträger

platform framing

C-Wandprofil
Eckaussteifungswinkel

U-Profil für unteren


Wandabschluss

U-Abschlussprofil

In den Vereinigten Staaten von Amerika las-


C-Ausstei-
sen sich bei der Konzeption der Tragwerke in fungsprofil
Ständerbauweise generell zwei Varianten
unterscheiden. Während beim „platform
framing“ die geschosshohen Wandelemente
Deckenträger
durch den Einbau der Decke vom nächsten
Wandelement getrennt werden, wird beim U-Profil für oberen
„balloon framing“ die Deckenkonstruktion Wandabschluss
mit einer durchlaufenden Stütze verbunden.

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Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

gewalzten Querschnitten bestehen können. gesamten Ausbaugewerke eingebaut werden;


Die Konstruktion hat bei dieser Bauweise aus- der Aufbau vor Ort beschränkt sich auf ein
schließlich eine dienende Funktion und wird Montieren der Module.
nicht für gestalterische Zwecke eingesetzt. Der Als Ausbaumaterialien werden bei dieser
Hauptvorteil liegt in dem extremen Vorferti- Bauweise auch Leichtprofile zum Einbau in
gungsgrad. So können werkseitig bereits die die vorhandenen Rahmen eingesetzt.

Der Stahlrahmen übernimmt


die gesamte Tragwirkung und
erlaubt so eine freie Fassaden-
und Grundrissgestaltung. Stahlrahmenbauweise, Baustellenfoto BV Götz, Manderscheid, 1998 bis 1999, 3L

Die Raumzellen- bzw. Modulbauweise über-


zeugt durch einen enormen Vorfertigungs-
grad. So können Gebäudeteile geschützt in
der Halle zusammengebaut werden. In kür-
zester Zeit werden dann die vorproduzier-
ten Module auf der Baustelle montiert und
Raumzellen- und Modulbauweise, Alho sind unmittelbar benutzungsfertig.

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Ständerbauweise – leicht und leistungsfähig

Ständerbauweise – leicht und leistungsfähig


In Nordamerika wurde traditionell im kompletten Tragwerken bei Gebäuden unter-
Bereich des privaten Wohnungsbaus auf die schiedlicher Nutzungen sind heute marktreif
Holzbauweise und nicht auf massive, nasse vorhanden, ihre Leistungsfähigkeit ist mit einer
Bautechniken wie in Europa gesetzt. Dies hatte Vielzahl von Realisierungen nachgewiesen.
verschiedene Gründe. Zunächst war Holz als Die angebotenen Systeme können sich
Baumaterial in der erforderlichen Qualität aus- nach Wahl der Ausführung mit den Eigenschaf-
reichend verfügbar. Darüber hinaus gab es prak- ten von massiv hergestellten Gebäuden messen.
tisch unbeschränkt bezahlbare große Baugrund- Gehobene Anforderungen an den Schallschutz
stücke. Dieser Umstand unterstützte die Reali- und den Brandschutz, aber auch an die Wärme-
sierungen ein- und zweigeschossiger Bau- dämm-Eigenschaften können nachgewiesen wer-
weisen. Der generell ohne Unterkellerung aus- den. Die angebotenen Systeme verfügen über die
geführte Trockenbau konnte auch von Hilfskräf- erforderlichen bauaufsichtlichen Zulassungen.
ten mit Anleitung leicht umgesetzt werden.
Durch die Verknappung und damit Verteuerung
des Baustoffs Holz, sein spezifisches Alterungs-
verhalten und seine Anfälligkeit gegen Schäd-
linge wurde dann jedoch nach effektiven Alter-
nativen gesucht. Die Ständerbauweise mit
dünnwandigen Stahlprofilen wurde entwickelt.
Um die Einführung in den Markt zu verein-
fachen, entschied sich die Stahlindustrie dazu,
die Ständerabstände auf Grundlage der charak-
teristischen Rastermaße der Ausbaumaterialien
beizubehalten. Hierauf aufbauend wurde das
System weiter entwickelt. Das Angebot, die
sonst eingesetzten Vollhölzer durch C-Profile
zu ersetzen, stieß bei den Verarbeitern auf eine
große Akzeptanz.
In Deutschland haben diese Bausysteme auf
Basis kaltgeformter dünnwandiger Profile seit ge-
raumer Zeit eine Marktdurchdringung im Bereich Mehrgeschosswohnungsbau, Profilhaus
nichttragender leichter Trennwände erreicht.
Konstruktionslösungen für die Ausführung von Das Institut für Bautechnik in Berlin hat bereits
vor einigen Jahren die technische Qualität der
Ständerbauweise bestätigt. Mit den in Deutsch-
land zugelassenen qualifizierten Bausystemen
lassen sich heute schon bis zu sieben Vollge-
schosse mit einem Tragwerk aus Leichtprofilen
realisieren.

Prinzipielle Konstruktionsmerkmale

Aus der erwähnten Historie der Entwick-


lung erklärt sich die parallele Verwendung der
Fachtermini und der prinzipiell ähnliche Auf-
bau der Konstruktionsvarianten im Bereich von
Holz- und Leichtständerbau. Die Leichtprofile
werden durch Rollen hergestellt. Dabei wird
bereits verzinktes Flachmaterial von der Rolle
durch einen kontinuierlichen, linearen Umfor-
mungsprozess über Rollensätze geführt, die das
Aufstockung eines historischen Fachwerkhauses, flache Blech in die gewünschte Geometrie
Dinslaken, RASTA-HAUS formen.

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Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Durch diese Kaltumformung erhält man mit dem Anschrauben des U-Wandprofils auf
eine Festigkeitszunahme. Der Profilquerschnitt der Bodenplatte. Dieses U-Profil kann die C-Pro-
kann in Formungsrichtung mit montagefreund- file durch eine geringe Abweichung des Außen-
lichen und statisch erforderlichen Geometrien maßes aufnehmen. Die Fixierung erfolgt mit
hergestellt werden.Als fertigungs- und baustel- selbstschneidenden Blechschrauben.
lengerechte Ausgangsgeometrien der Einzeltrag- Auch andere Techniken, wie das Clinchen
glieder der Stahlständerbauweise haben sich vor (Durchsetzfügen), sind heute schon erprobt.
allem U- und C-Profile sowie Z- und Hutprofile Diese Ständer werden in einem Achsabstand von
bewährt. 62,5 cm in das U-Profil eingestellt. Den oberen
Um die konstruktiven Details darzustellen, Wandabschluss bildet ein weiteres U-Profil.
ist eine Unterteilung des Systems in einzelne Durch eine Beplankung mit Gipsmontage-
Bauteile hilfreich, da aus deren spezifischen platten oder vergleichbaren Produkten wird
Aufgaben auch besondere Anforderungen an der innere Wandabschluss als Träger des Ober-
die Ausführung abzuleiten sind. flächenfinishs auf die Ständer geschraubt. Die
Materialwahl und die Stärke der gewählten
Schicht bestimmen die Montageeigenschaften
Außenwand auf der Innenseite sowie weitere bauphysika-
lische Parameter. Unter dieser Beplankung ist
Der prinzipielle Aufbau der Außenwand ist eine Dampfsperre anzuordnen, damit das Aus-
bei allen angebotenen Systemen identisch.Als fallen von Kondensat im Bereich der zwischen
tragende Ständer werden kaltgeformte C-Profile die Ständer eingelegten Wärmedämmung ver-
mit der Abmessung von etwas weniger als 150 mieden wird.Auf der Außenseite wird eine
mm Profilhöhe mit einer Schenkellänge von längsaussteifende Platte (hier kommen beispiels-
50 mm und einer Materialstärke von 1,5 bis weise wasserunempfindliche Spanplatten zum
2 mm angeboten. Die Montagereihenfolge von Einsatz) auf die Ständer geschraubt und darauf
Einzelkomponenten auf der Baustelle beginnt wahlweise ein Vollwärmeschutz mit Putz oder

Dämmung
d = 140 mm

Ringanker

GK-Bauplatte
2 x 12,5 mm

CW 150-1,5

Trägerplatte
V100 E
d = 19 mm Dampfsperre

UW 150-1,5

Die Außenwand wird als dampfdichtes Bauteil ausge-


führt. Durch die Wahl und Dimensionierung der Füllma-
terialien und der Innen- und Außenbeplankung werden
bauphysikalische Parameter bestimmt. So können
Prinzipschnitt Außenwand Niedrigenergiegebäude mit dieser Konstruktionsart ent-
stehen, aber auch gesonderte Anforderungen an den
Brandschutz und den Schallschutz sind umsetzbar.

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Ständerbauweise – leicht und leistungsfähig

Die Wandbauteile haben Längen von


etwa 5 m und sind geschosshoch. Ein
Bausatz für ein zweigeschossiges Einfa-
milienhaus mit vorgefertigten Wand- und
Deckenbauteilen, aber auch mit vorberei-
teten nichttragenden Wandkonstruktio-
nen für den Innenraum und die Dachkon-
struktion lässt sich aufgrund des günsti-
gen Gewichtes und des Volumens pro-
blemlos auf die Baustelle transportieren
und montieren. Wandbauteil
ohne Ausbau-
komponenten,
Rautaruukki Oy,
Finnland

eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade aufge- aber auch sehr pragmatisch an der günstigen
bracht. So werden Wärmebrücken vermieden. Aufteilung nach der Geometrie des Gebäudes.
Es bietet sich zur schnelleren Montage Beim dargestellten Wandaufbau (S. 12) beträgt
auf der Baustelle die Aufteilung der Wände und die komplette Wandstärke unter Berücksich-
Decken in einzelne Segmente an, die dann werk- tigung des außenseitig aufgebrachten Vollwär-
seitig vorbereitet werden können. meschutzes etwa 26 cm. Nach DIN 4102 wird
Im einfachsten Fall werden lediglich die die Brandschutzklasse F 90 A erreicht. Das
Ständer und die U-Profile verschraubt.Aus- bewertete Schalldämm-Maß RW liegt bei einer
wechslungen für den Einbau von Fenstern Ausführung des außenliegenden Vollwärme-
sind dann bereits eingesetzt. Durch das leichte schutzes auf Polystyrolbasis bei 46 und 48 dB.
Gewicht dieser vorbereiteten Rahmen ist eine Die tragende Innenwand unterscheidet sich
schnelle Montage ohne den Einsatz schwerer von dem dargestellten Wandaufbau nur darin,
Hebezeuge möglich. Die Wandelemente wer- dass die innenseitige Konstruktion der Außen-
den miteinander verbunden. Zur Aussteifung wand auf beiden Seiten ausgeführt wird. Bei
des Tragwerkes ist die Befestigung der längs- temperierten Räumen, die durch ihre Nutzung
aussteifenden Außenbeplankung erforderlich. keine besondere Luftfeuchtigkeit aufweisen,
Die Länge der vorgefertigten Wandtafeln kann auf beiden Seiten der Wand auf das Ein-
orientiert sich an den statischen Fähigkeiten, bringen einer Dampfsperre verzichtet werden.

Eine andere Variante ist die weitestgehend


werkseitige Vorfertigung. So können Fenster
und andere Bauelemente, aber auch Installa-
tionen und natürlich die Wärmedämmung be-
reits in die geschosshohen Wandelemente
eingelegt werden. Die liegende Fertigung die-
ser Bauteile erleichtert die Montage; durch
das relativ geringe Eigengewicht ist ein Ver-
setzen und Bewegen unproblematisch.

Wandbauteil mit hohem


Vorfertigungsanteil,
Rautaruukki Oy, Finnland

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Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Die Trägerlage wird mit einer oberseitigen


Beplankung – zum Beispiel mit einer 19 mm
starken Spanplatte – verschraubt. So entsteht
Estrich
eine statisch wirksame Deckenscheibe. Der
Trittschall-
Fußbodenaufbau mit Trittschalldämmung und
dämmung Estrich sowie die auf einer Metallunterkon-
struktion verschraubte Gipskartondecke kom-
Trägerplatte Dämmung plettieren den Deckenaufbau. Die Felder zwi-
V100 E, d = 140 mm
d = 19mm schen den Trägern werden mit Dämmstoffen
ausgefüllt. Bei einer Einbauhöhe von 140 mm
Deckenträger aus mineralischen Dämmstoffen ergibt sich ein
DT 150/200
bewerteter Normtrittschallpegel von 46 dB.
Je nach Wahl der unterseitigen Verkleidung
werden nach DIN 4102 die Brandschutzklassen
F 30 A bis F 90 A erreicht.
Unterdecke, z. B.
Gipskarton auf
Prinzipieller Deckenaufbau Metallkonstruktion
Architektur

Die Gestaltungsmöglichkeiten, die sich


Decke beim Einsatz der Ständerbauweise ergeben,
wurden eindrucksvoll durch die Prämierung
Beim Deckenaufbau werden ebenfalls Kalt- einer Wettbewerbsarbeit der Edelmann Archi-
profile verwendet. In Abhängigkeit von Spann- tekten belegt.Aus einer Vielzahl von hochran-
weite und Verkehrslast ergeben sich hier jedoch gigen Wettbewerbsbeiträgen wurde die Arbeit
geringere Achsabstände der Deckenträger und – beim Wettbewerb „Innovativer Wohnungsbau
aus den erforderlichen höheren Widerstands- mit Stahl“ in Duisburg-Hamborn mit dem ersten
momenten resultierend – auch höhere Quer- Preis bedacht. Die Jury des Wettbewerbs legte
schnitte der Einzeltragglieder. hierbei besonderen Wert auf wirtschaftliche
Als Profile werden hier Doppel-T-Träger, und ökologische Umsetzung einer anspruchs-
aber auch C- und ∑-Profile eingesetzt. Die Höhe vollen, aber auch angemessenen Architektur. So
der Träger beträgt je nach Belastung zwischen musste der Nachweis geführt werden, dass eine
150 und 220 mm, bei besonderen statischen Realisierung des Entwurfes unter 2.000 DM/m2
Anforderungen sind jedoch größere Dimensio- möglich ist.
nierungen umsetzbar.

Ansicht des Wettbewerbs-


beitrags Duisburg-Hamborn
mit Vorhangfassade,
Edelmann, 1999

14
Stahlrahmenbauweise – große Spannweiten eröffnen Gestaltungsfreiräume

Vorteile Das ausgereifte Bausystem überzeugt durch


seine bauphysikalischen Eigenschaften: Mit Blick
Die Ständerbauweise aus Stahl bietet eine auf Brandschutz, Schallschutz und Wärmeschutz
Reihe von Vorteilen gegenüber konventionellen existieren anforderungsgerechte Lösungen.
Realisierung. Das geringe Gewicht von Einzel- Durch eine Reduktion des Querschnitts
komponenten und Gesamtsystem ist ausschlag- von Außen- und Innenwänden werden Wohn-
gebend für eine wirtschaftliche Dimensionie- raumgewinne gegenüber massiven Bautechni-
rung und ein günstiges Transport- und Mon- ken von 5 bis 10 % erzielt. Durch die Verwen-
tageverhalten. So werden zum Beispiel Auf- dung von Trockenbautechniken und einen ho-
stockungen bestehender Gebäude aus statischen hen Vorfertigungsanteil lassen sich kürzere Bau-
Gründen häufig erst durch die Ständerbau- zeiten realisieren: Der Bauherr kann früher
weise realisierbar. einziehen.

Stahlrahmenbauweise –
große Spannweiten eröffnen Gestaltungsfreiräume

Prinzipielle Konstruktionsmerkmale Gebäuden. Durch die Visualisierung dieser


Konstruktionsart – häufig wird die Konstruk-
Die Stahlrahmenbauweise unterscheidet sich tion nicht verkleidet, sondern bleibt sichtbar –
von der Ständerbauweise im Aufbau und in der entsteht eine charakteristische, gestaltende
Konzeption des Tragwerks.Während die Leicht- Wirkung. Gerade im Bereich des Ein- und Zwei-
profile durch ihre geringen Achsabstände zu familienhauses bestehen keine Beschränkungen
einem scheibenähnlichen, linienförmigen Last- aus Brandschutzgründen, die den sichtbaren,
abtrag der Vertikallasten eingesetzt werden, über- unverkleideten Einsatz von Stahlkonstruktionen
nehmen bei der Stahlrahmenbauweise in großen behindern oder verteuern.
Achsabständen errichtete Stützen diese Aufgabe. Zur Längsaussteifung der Stahlrahmen
Das erfordert einen größeren, jedoch nur punkt- werden häufig sichtbare Verspannungen oder
weise angeordneten Materialeinsatz. Die Material- Scheiben aus unterschiedlichsten Materialien
stärken der eingesetzten Profile liegen zwischen eingesetzt. Die Horizontalaussteifung wird
1 bis 2 cm im Gegensatz zu Wandstärken von ebenfalls über Scheiben realisiert. Hier bieten
1 bis 2 mm bei der Leichtprofilbauweise. Aus sich eingelegte Deckenkonstruktionen mit den
ihrer statischen Aufgabe ergeben sich die Quer- erforderlichen Randausbildungen an.
schnitte für Stützen. Zum Einsatz kommen warm-
gewalzte Profile der HE-A- und HE-B-Reihe, Hohl-
profile mit quadratischem und rechteckigem Außenwand
Querschnitt, aber auch Rundrohre. Darüber hin-
aus bieten sich ähnliche Geometrien an, wie sie Im Gegensatz zur Ständerbauweise werden
bei der Kombination von C- und U-Profilen ent- unterschiedlichste Materialien und Ausbausyste-
stehen können. Diese Profile lassen sich auch aus me für den äußeren Raumabschluss eingesetzt,
kaltverformten Profilen herstellen. Die genannten so dass man nicht von Standard-Aufbauten
Querschnitte zeichnen sich durch eine annähernd reden kann. Diese Vielfalt bei der Materialwahl
ausgeglichene Formstabilität aus. Dadurch wird entsteht durch die Möglichkeit der Dimensio-
das Knickverhalten dieser Bauteile bestimmt, was nierung ohne Aufschlag der Vertikallast aus
wiederum eine wirtschaftliche Dimensionierung anderen Geschossen.
der Stützenquerschnitte ermöglicht. Generell kann man den transparenten und
Sämtliche Ausbauelemente, Innen- und den geschlossenen Wandaufbau unterscheiden.
Außenwände werden durch den Stahlrahmen Die Zwischenräume der Stützen lassen sich
von ihren statischen Aufgaben befreit, was zu bei der Stahlrahmenbauweise problemlos mit
einer Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten führt. Pfosten-Riegelfassaden füllen. Dies führt zu
Stahl trägt bei der Stahlrahmenbauweise häufig einer überzeugenden Transparenz der Außen-
erheblich zur Gestaltung bei. Die Konstruktion wand, wie sie bei massiven Lochfassaden nur
und das ihr zugrunde liegende Raster bestim- mit erheblich größerem Aufwand realisiert
men den Grundriss, aber auch die Fassaden von werden kann.

15
Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Geschlossene Wandflächen oder auch Teile Zwei Wohnhäuser


der Außenhülle als Lochfassade lassen sich mit 3L Architekten + Industriedesigner, Menden
allen bekannten Konstruktionssystemen in die
Stahlrahmenbauweise integrieren. So ist zum Bereits seit 1989 beschäftigt sich das Büro 3L
Beispiel das Füllen mit schlanken Bauteilen aus mit der Realisierung und kontinuierlichen Fort-
Mauerwerk möglich, die keine tragenden Funk- entwicklung der Stahlrahmenbauweise.
tionen übernehmen und in Kombination mit Exemplarisch sollen hier zwei Projekte vor-
der erforderlichen Wärmedämmung und weite- gestellt werden, die in dieser neu entwickelten
ren Komponenten allen erforderlichen techni- Art der Stahlrahmenbauweise umgesetzt wor-
schen Anforderungen genügen. In diese schlan- den sind. Bei den Bauvorhaben Leipertz und
ken Scheiben können die Fensterelemente ein- Götz wurden Tragsysteme mit einem maxima-
gepasst werden. Darüber hinaus sind Scheiben len Rahmenabstand von fünf Metern gewählt.
aus schlanken Kaltprofilen, die auch im Innen- Der Aufbau des Tragwerkes erfolgte beim Bau-
bereich für nicht tragende Innenwände zum vorhaben Götz mit in den Stützen eingehäng-
Einsatz kommen, aber auch Holzständerkonstruk- ten Decken, beim Bauvorhaben Leipertz wurde
tionen denkbar. die geschossweise Montage gewählt.
Diese Variantenvielfalt erschwert die gene- Der Außenwandaufbau der Gebäude ist fast
ralisierende Beschreibung von Regelaufbauten. identisch.Als Raumabschluss wurde eine nicht-
Die Dokumentation von realisierten Projekten tragende Mauerwerksschale aus Kalksandstein
und deren Ausführungsdetails ist bei der Stahl- mit einer Stärke von 11,5 cm eingesetzt. Der
rahmenbauweise der einfachste Weg, um Lösun- Aufbau der Außenwand wird durch den Innen-
gen und Entwicklungspotenziale aufzuzeigen. putz und ein außenliegendes Vollwärmeschutz-
Auch bei Mehrgeschosswohnungsbauten system komplettiert. Durch diese Konstruktion
existieren seit Jahren praktikable Lösungen für kann die Außenwand diffusionsoffen ohne den
die Aufgaben des Brandschutzes, Schallschutzes Einbau einer Dampfsperre ausgeführt werden.
und Wärmeschutzes, die sich in der Praxis be- Der durch das schlanke Mauerwerk erreichte
währt haben. Für den Einsatzbereich des Ein- Massenspeicher führt zu einem ausgeglichenen,
und Zweifamilienhauses gibt es hinsichtlich des selbstregulierenden Innenraumklima.
Brandschutzes bundesweit keine gehobenen Die Stützenstellung ist allerdings bei den
Anforderungen, die einen besonderen Umgang erwähnten Projekten unterschiedlich.Während
mit Stahlkonstruktionen erfordern. bei Leipertz die Stahlstützen auf der Raumin-
nenseite mit dem kompletten Querschnitt vor
der Wand stehen, wurde beim Bauvorhaben
Die Montage des Stahlrahmens erfolgt Götz in Manderscheid lediglich im Bereich der
direkt auf der Gründungsebene. Die Stüt- Innenstützen Stahl sichtbar gezeigt. Die Außen-
zen werden auf Fußplatten geschweißt, wände wurden aus Kalksandstein-Planelemen-
die in die Ortbetondecke eingesetzt sind. ten hergestellt, die in der Stärke von 11,5 cm
direkt in die HE-B-120-Stützenprofile eingescho-
ben werden konnten.Auf Wunsch des Bauherrn
liegt somit die Stahlkonstruktion komplett in
der Außenwand. Bei beiden Gebäuden wurden
Filigrandeckenelemente mit Aufbeton für die
Erstellung der Geschossdecken eingesetzt.

Einfamilienhaus Leipertz,
Montage des Stahlrahmens im Erdgeschoss,
3L, 1996 bis 97 Einfamilienhaus Leipertz, Außenansicht, 3L, 1997 bis 98

16
Stahlrahmenbauweise – große Spannweiten eröffnen Gestaltungsfreiräume

Einfamilienhaus Götz,
Montage des Stahlrahmens,
3L, 1997 bis 98

Durch den Einsatz weitgespannter


Tragwerke wird die Fassadengestaltung
frei. Auch in komplexen statischen Be-
reichen ist die Anordnung von Öffnun-
gen in großen Dimensionen möglich.
Einfamilienhaus Götz, Außenansicht, 3L, 1997 bis 98

Wohnhaus Ott konstruktion wird sichtbar durch Diagonalver-


Architekt Markus Ott, Saarbrücken strebungen ausgesteift.
Die hangseitige Rückwand des Gebäudes
Das Wohnhaus des Architekten und Bau- und eine Stirnwand werden durch Kalksand-
herrn Ott überzeugt durch spannende Material- steine geschlossen, so dass massive Bauteile zur
kombinationen. So bilden bei diesem Projekt Speicherung von Wärme und Feuchte vorhan-
kalte und warme Materialien mit den Baustof- den sind. Die übrigen Flächen des Gebäudes
fen Stahl, Metall, Glas und Holz Kontraste. Die werden mit einer Vorhangfassade aus Holz ver-
feuerverzinkten Stahlrahmen bestehen aus Pro- sehen, die den Funktionen der dahinter liegen-
filen der HE-A- und IPE-Reihe. Die Stahlrahmen- den Räume angepasste Glasanteile beinhaltet.

Einfamilienhaus Ott, Stahlskelett, Ott, 1994 bis 95 Einfamilienhaus Ott, Außenansicht, Ott, 1994 bis 95

17
Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Reihenhaus-
bebauung
in Konstanz,
Grundrisse,
Schaudt
Architekten,
1994 bis 95

Wohnhaus Cleffmann dann mit einem Stahlrahmensystem gefüllt, das


Schaudt Architekten, Konstanz beliebige Möglichkeiten zum weiteren Ausbau
und zu einer individuellen, transparenten Fassa-
Im Gegensatz zu den bereits vorgestellten dengestaltung erschließt.
Projekten handelt es sich beim Wohnhaus Cleff- Im Innenraum bleibt die Stahlkonstruktion
mann/Schaudt Architekten Konstanz um eine mit ihren Einzeltraggliedern sichtbar und ab-
Reihenhausbebauung mit acht Einheiten.Auch lesbar. Die Kombination mit Ausbauteilen aus
für diesen Bebauungstypus sind Stahlrahmen- Holz und dem feuerverzinkten Tragwerk führt
konstruktionen einsetzbar. zu einem harmonischen Gesamteindruck. Die
Die Trennung der Reiheneigenheime erfolgt Reihenhausbebauung stellt gekonnt die einzel-
aus Brand- und Schallschutzgründen durch nen Wohneinheiten heraus, ohne eine verbin-
gemauerte Kalksandsteinwände. Die sich aus dende Formensprache und Materialwahl zu
dieser Bauweise ergebenden Schotten werden vernachlässigen.

Reihenhaus-
bebauung
in Konstanz,
Außenansicht,
Schaudt
Architekten,
1994 bis 95

18
Stahlrahmenbauweise – große Spannweiten eröffnen Gestaltungsfreiräume

Zwei Wohngebäude in Konstanz Das Gebäude überzeugt auch im Ausbau-


bereich durch den konsequenten Einsatz von
Architekt Ingo Bucher-Beholz
industriellen Halbzeugen, die sichtbar belassen
Die Stahlrahmenbauweise wird auch bei werden.Aus Schallschutzgründen wurden sämt-
Mehrgeschosswohnungsbauten eingesetzt. Die liche Stahlbauteile, auch im Außenbereich,
Anforderungen an diese Gebäudeform sind hin- mehrfach akustisch entkoppelt. Die Wohnungs-
sichtlich Brandschutz und Schallschutz wesent- trennwände wurden mit einer beidseitigen Be-
lich höher als bei anderen Gebäudeformen. Das plankung in Gipskarton hergestellt. So wird die
von Bucher-Beholz umgesetzte Projekt zeigt Brandschutzklasse F 90 erreicht und gleichzei-
einen Weg, diesen Anforderungen gerecht zu tig ein vor Ort gemessener Schallschutzwert
werden. Die aus zwei Baukörpern bestehende von 62 bis 63 dB erzielt. Durch den wirtschaft-
Wohnanlage wird eingeschossig aufgeständert, lichen Einsatz der Stahlrahmenbauweise sind
so dass auf Höhe des Straßenraums Parkraum reine Baukosten von 2.300 DM/m2 brutto bei
geschaffen und die Technik untergebracht einer ansprechenden Gestaltung erzielt worden.
werden kann.
Weitere fünf Geschosse inklusive Dachauf-
bau wurden auf der eingeschossigen Aufstände- Geschosswohnungsbau in Konstanz
rung errichtet, die in beiden Baukörpern Platz Architekt Christoph Biehler
für 12 Maisonettewohnungen mit drei bzw. fünf
Zimmern bieten. Die aus warmgewalzten Profi- Das ebenfalls in Konstanz realisierte Projekt
len hergestellten Stahlrahmen haben einen Achs- verfügt über 122 Wohneinheiten mit 4.698 m2
abstand von vier Metern, was dem Aufteilungs- Nutzfläche sowie über einen gewerblichen
raster der Wohnungen in Längsrichtung ent- Flächenanteil von 218 m2.
spricht. In Querrichtung wird durch die Stützen- Auf zwei Etagen massiv errichteter Tief-
stellung von 4,0/2,4/4,0 Metern die Zonierung garage wurde eine fünfgeschossige Stahlrahmen-
in belichtete Aufenthaltsbereiche in den Außen- konstruktion aus warmgewalzten Trägerprofi-
achsen sowie innenliegende Bäder und Vertikal- len realisiert. Als Deckenkonstruktion wurde
erschließungen im Innenfeld angeboten. Der ge- bei diesem Projekt eine Verbundkonstruktion
samte weitere Ausbau – das heißt die Erstellung gewählt. Neben den bekannten trockenen
der Trennwände im Innenraum, aber auch der Ausbautechniken für die Innenwände wurde
äußeren Raumabschlüsse – wurde durch den ein Außenwandaufbau mit wärmegedämmten
Einsatz von leichten Stahlelementen realisiert. Stahlkassetten und einer darauf montierten

Mehrgeschoss-
wohnungsbau
in Konstanz,
Außenansicht,
Bucher-Beholz,
1994 bis 95

19
Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Metallfassade gewählt. Den innenseitigen Raum-


abschluss bildet eine Wandscheibe aus Leicht-
profilen,Wärmedämmung und doppelter Gips-
kartonbeplankung, die in einer Distanz von
3 cm zur Metallkassette der Außenwand einge-
baut wurde.
Durch die Verlegung der Konstruktion in
die Wohnungstrennwände und deren zweilagige
Beplankung wurde ein ausreichender Brand-
schutz realisiert. Die Stützen wurden mit Brand-
schutzplatten verkleidet, freie Erdgeschoss-
stützen wurden mit Kammerbeton gefüllt.Alle
tragenden Bauteile erfüllen die Anforderungen
der Brandschutzklasse F 90.

Durch die Entwicklung modula-


rer Baukomponenten auf Basis
des konstruktiven Rasters von
Mehrgeschosswohnungsbau in Konstanz, 2,5 m wird die geforderte Wirt-
Außenansicht, Biehler, 1993 bis 95 schaftlichkeit sichergestellt. Der
Wettbewerbsbeitrag dokumen-
tiert die vielfältigen Gestal-
tungsmöglichkeiten bei einer
weitestgehenden Typisierung.

Ansicht des Wettbewerbsbeitrags Duisburg-Hamborn, 4. Preis, Schulitz + Partner Architekten, 1998/99

20
Stahlrahmenbauweise – große Spannweiten eröffnen Gestaltungsfreiräume

Wettbewerbsbeitrag von
Schulitz + Partner

Der 1998/99 durchgeführte Landeswett-


bewerb „Innovativer Wohnungsbau mit Stahl“
zeigte einige Arbeiten, die auf Basis der Stahl-
rahmenbauweise konzipiert wurden. Der Wett-
bewerbsbeitrag von Schulitz + Partner doku-
mentiert die Fortentwicklung eines konstruk-
tiven Systems, das Schulitz schon seit 1969/70
entwickelt und eingesetzt hat.
Die Stahlrahmenkonstruktion besteht hier
aus warmgewalzten Stützprofilen, an die unter-
halb der Geschossdecken Fachwerkträger ange-
schlossen werden, die im Innenraum sichtbar
bleiben. Die Deckenkonstruktion wird als Ort-
betondecke auf einer Schalung von Holorib-
Blechen erstellt. Auf die Obergurte der Fach-
werkträger werden Kopfbolzen aufgeschweißt,
so dass eine Verbundwirkung erzielt wird. Als
Varianten zu diesem Deckenaufbau wird eine
adäquate Konstruktion mit Filigrandeckenele-
menten und Aufbeton oder die Möglichkeit des
Einsatzes von Porenbeton-Fertigteilen als Mon-
tagedecke angeboten. Die Gestaltung der Fassa-
den wird bei diesem Wettbewerbsbeitrag durch
die aufgerasterte Elementierung auf Basis des
Grundrasters in Elementbreite und Geschoss-
höhe bestimmt. Zur Füllung der Fassadenfelder
werden leichte Konstruktionen angeboten, die
als vorgehängter Schlagregenschutz mit Holz-
schalungen,Verblechungen oder auch Klinker
versehen werden. Darüber hinaus besteht die
Möglichkeit, transparente Elemente in diese
Wandtafeln zu integrieren, aber auch großflä-
chige Verglasungen zu realisieren.

Vorteile

Die Stahlrahmenbauweise bietet für Archi-


tekten und Bauherrn den größten Gestaltungs-
freiraum. Durch die Übernahme der statischen
Aufgaben durch ein weitgespanntes Tragwerk
ergeben sich flexible und variable Raumkon-
zepte. Die Gestaltung der Fassaden mit diesen
Freiheitsgraden ist bei keiner anderen Bauweise
möglich. Aber auch nach Errichtung des Gebäu- Außenansicht des Wohnhauses Andreae,
des gestattet das eindeutige Konzept des Trag- Andreae + Kötter, 1995/96
werks eine umfassende Veränderbarkeit oder
Anpassung an geänderte Nutzungsanforderun-
gen. Ohne aufwändige Eingriffe sind Anpassun- erbringen; außerdem lässt sich eine hohe Quali-
gen und auch Erweiterungen der Gebäude- tät sicherstellen. Gegenüber herkömmlichen
struktur realisierbar. Durch den schnellen Auf- Bauweisen ist – in Abhängigkeit zum gewählten
bau des Tragwerkes ergeben sich Vorteile für Ausbau der Stahlrahmen – eine erhebliche Ver-
einen geschützten Ausbau. Dadurch wird die kürzung der Bauzeit erzielbar, die auch wirt-
Möglichkeit gefördert, Eigenleistungsanteile zu schaftliche Vorteile bietet.

21
Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Die Fertigung der Skelettkonstruktion und


der weitere Ausbau finden unter idealen
Stationen der Fertigung (ALHO-Werksfotos) Bedingungen wetterunabhängig statt.

Raumzellen- und Modulbauweise


– Schlüssel zu Wirtschaftlichkeit und Qualität

Prinzipielle Konstruktionsmerkmale bauten werden ebenso eingesetzt wie Kasset-


tenprofile oder Wand- und Deckenkonstruktio-
Bei der Raumzellenbauweise werden tra- nen aus Trapezblechen und weiteren Ausbau-
gende Rahmen zu Skelett-Raumzellen verbun- materialien. Im Unterschied zur Ständer- und
den. Die Materialien, die für die Einzeltragglie- Rahmenbauweise wird bei der Raumzellenbau-
der dieser Rahmenkonstruktionen eingesetzt weise, die in der Produktionsstätte des Herstel-
werden, sind vielfältig. So werden sowohl Kalt- lers stattfindet, ein Vorfertigungsgrad erreicht,
als auch Warmprofile in den erhältlichen Geo- der bei 90 % liegen kann.
metrien eingesetzt. Als bestimmende Größen Als Standardaufbauten haben sich U-Leicht-
sind statische Erfordernisse und konstruktive profile für die Errichtung des raumbildenden
Anforderungen zu nennen, die sich aus der Abschlusses mit einer Füllung aus Mineralfaser-
Kopplung mehrerer Raumzellen zu einem kom- dämmung und erforderlicher innenseitiger
plexen, mehrgeschossigen Tragwerk ergeben Dampfsperre etabliert.Als Außenwandbeklei-
können. Auch im raumbildenden Ausbau wer- dung kann eine mit Putz versehene Holzzement-
den je nach Nutzung und Kundenwunsch indi- Werkstoffplatte vorgesehen werden, aber auch
viduelle Lösungen angeboten, die mit den bau- Abdeckungen aus Metallen oder allen anderen
physikalischen Vorgaben korrespondieren. Die für Vorhangfassaden eingesetzten Materialien.
gewählten Konstruktionen sind in der Regel Auch die Innenwände und Decken werden in
leicht. Kaltprofile mit den Standard-Wandauf- konventioneller Trockenbauweise mit Metall-

22
Raumzellen- und Modulbauweise – Schlüssel zu Wirtschaftlichkeit und Qualität

ständerwerk und Beplankung ausgeführt. Der Tatsächlich sind Abmessungen von bis zu
Bodenaufbau setzt sich aus verzinkten Profil- 20 m Länge und 2,5 bis 6 m Breite umsetzbar.
blechen mit Mineralfaserdämmung, einer wasser- Die Größe der Raumzelle wird häufig durch
fest verleimten Holzwerkstoffplatte auf einer die Logistik bestimmt. So sind die Hersteller-
Feuchtigkeitssperre und schwimmend verleg- werke an Grenzmaße gebunden, die eine kon-
tem Trockenestrich zusammen. tinuierliche Fertigung auf Rollwagen in den
Sämtliche Bauelemente wie Fenster,Türen, vorhandenen Betriebsstätten erlauben. Aber
Innentüren,Treppen, Bäder und die gesamte auch der Transport, die dazu erforderlichen
Gebäudetechnik werden bereits mit fertigem Fahrzeuge und die eingeschränkten Möglich-
Oberflächenfinish auf die Baustelle geliefert, keiten, auf der Straße große Volumina zu be-
versetzt und montiert. Dadurch ist eine erheb- wegen, geben häufig andere Grenzen für die
liche Reduktion der Bauzeit möglich, die nicht Abmessungen der einzelnen Raumzellen vor.
zu Lasten der Ausführungsqualität geht. Damit Mengeneffekte zu einem besonderen
Die nach Nutzung der Gebäude unterschied- wirtschaftlichen Vorteil dieser Bauweise führen
lichen bauphysikalischen Anforderungen werden können, bietet sich die Raumzellen- und Modul-
von der Raumzellen- und Modulbauweise erfüllt. bauweise vor allem für standardisierte Bauauf-
Bereits seit 30 Jahren existieren in Deutschland gaben an. So werden beispielsweise bei Hotels
Unternehmen, die neben Wohngebäuden mit mit identischen Nutzflächen der Zimmer, aber
eher geringen bauphysikalischen Anforderun- auch im standardisierten Bereich der Bäder
gen auch mehrgeschossige Verwaltungsgebäude, häufig Raumzellen eingesetzt. Im Wohnungsbau
medizinisch genutzte Gebäude, aber auch Schu- liegt aus diesem Grunde die Stärke dieser Bau-
len, Kindergärten und Hotels realisieren. weise in der Realisierung typisierbarer Bauauf-
Die Dimensionen der Raumzellen orientie- gaben wie Reihenhäuser oder Mehrgeschoss-
ren sich weniger an statischen Grenzwerten. wohnungsbauten.

Die Größe des Transportmittels


und der Transportwege gibt die
Grenzen der Dimensionen vor.

Auslieferung und Montage (ALHO-Werksfotos)

23
Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Doppelhäuser
(ALHO-
Werksfoto)

Durch die Vorgabe der kubischen, gleich- sungen das Gestaltungspotenzial dieser Bau-
mäßigen Tragstruktur entsteht häufig das Vor- weise zu belegen. Eine europäische Studie
urteil, dass eine plastische Fassadengestaltung führte hier zu zwei Standardabmessungen für
mit dieser Bauweise nur eingeschränkt umsetz- Raumzellen, die aufgrund der Normungen in
bar sei.Tatsächlich ist hier die Kreativität der unterschiedlichen Ländern und der Transport-
Planer gefordert. Die realisierten Lösungen zei- fähigkeit ohne besondere Deklaration entwickelt
gen, dass mit einfachen Mitteln eine spannende, wurden. Mit einer maximalen Länge von 10 m,
abwechslungsreiche Architektur erzielt werden einer Breite von 2,5 m und einer Höhe von
kann. 3,1 m sowie einer Variante, die nur 5 m lang
war und ansonsten über gleiche Dimensionen
verfügt, wurde eine Vielzahl von Nutzungen und
Potenziale im Raumzellenbau
Aufgabenstellungen auch für den Einfamilien-
In einem Forschungsprojekt der Europäi- hausbau realisiert.
schen Gemeinschaft für Kohle und Stahl haben Architektonisch anspruchsvolle Lösungen
sich die renommierten italienischen Designer benötigen gerade bei diesem hohen Vorferti-
und Architekten von Sottsass Associati aus Mai- gungsgrad eine sorgfältige Planung. Ein gelun-
land mit der Aufgabe beschäftigt, auf Basis einer genes Projekt stellt der Neubau eines Hotels
Raumzelle mit transportfreundlichen Abmes- in England dar.

Die Ausgestaltung der Fassade ge-


winnt durch vorgesetzte Bauteile wie
Balkone, Loggien, Vordächer, aber
auch durch die Gestaltung der Dach-
landschaft an Plastizität. Die Kreati-
vität des Planers ist gefordert.

Reihenhäuser in
Villingen-
Schwenningen
(Haller Industrie-
bau-Werksfoto)

24
Raumzellen- und Modulbauweise – Schlüssel zu Wirtschaftlichkeit und Qualität

Durch die Kombination unterschiedlich orientierter Raumzellen


entstehen spannungsreiche Kubaturen. Die Konstruktion der
Raumzellen besteht aus Leichtprofilen, die in der Höhe des
Einfamilienhausstudie Sottsass Associati, Milano, 1998 Querschnitts mit Dämmung ausgefüllt sind. Auf der Außenseite
sind ausgeschäumte Sandwichelemente angebracht.

Die Raumzellen wurden bei diesem vier- Die Ausführung in Raumzellen- und Modul-
geschossigen Gebäude auf zwei Flügeln eines bauweise wurde hier frühzeitig in den Entwurfs-
L-förmigen Grundrisses angeordnet. Die Wir- und Planungsprozess einbezogen. So entstand
kung der Fassade wird durch die vorge- eine ansprechende Gestaltung
setzte Laubengang-Erschließung und unter Berücksichtigung einer
die vorgehängte Ziegelfassade kurzen Bauzeit.
bestimmt. Die Erschließung des
Gebäudes erfolgt über einen
Solitär, der als Rundbaukörper
die Eckbebauung akzentuiert.

Hotelneubau in London
Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Raumzellenbauweise als Vorteile


Wettbewerbsbeitrag
(Duisburg-Hamborn) Die Raumzellenbauweise überzeugt durch
einen enormen Grad der Vorfertigung. Bereits
Auch bei dem bereits erwähnten Wettbe- nach drei bis vier Montage -Tagen sind kleine
werb in Duisburg-Hamborn wurde die Raum- Wohngebäude oder Reihenhausanlagen bezugs-
zellenbauweise von verschiedenen Teilnehmern fertig. Die Qualität, die durch die Vorfertigung
für die Realisierung ihres Konzeptes favorisiert. erzielt wird, ist mit üblichen Bautechniken nur
Der Entwurf von Schaudt Architekten aus Kon- schwer erreichbar. Alle handwerklichen Arbeiten
stanz wurde mit dem 5. Preis bedacht. Der Ent- können unter besten technischen Bedingungen
wurf sieht eine bis zu dreigeschossige Bebauung und ohne schädliche Witterungseinflüsse durch-
vor. Die Differenzierung der Einheiten erfolgt geführt werden. Dadurch ist diese Bauweise
durch eine variable Materialwahl und Gestal- auch besonders ökonomisch und ökologisch.
tung insbesondere der Dachflächen und der Die Trennung von anfallenden Reststoffen und
zusätzlichen Aufbauten. So entstehen städte- die rückstandlose Verwertung und Nutzung
baulich interessante Räume durch eine höhen- wird durch die industrialisierte Fertigung unter-
gestaffelte Verdichtung im Planungsgebiet. stützt.
Schlanke Außenwände führen darüber hin-
aus zu einem Wohnflächengewinn bis zu 12 %
gegenüber massiv errichteten Gebäuden.

Fotorealistische Perspektive, Wettbewerb


Duisburg-Hamborn, Schaudt Architekten

26
Ausblick

Ausblick

Stahl bietet vielfältige Möglichkeiten für das zellen- und Modulbauweise wird bereits seit
Anwendungsfeld Wohnungsbau, vom individu- 1970 in Deutschland erfolgreich angewandt.
ellen Einfamilienhaus bis zum Mehrgeschoss- Der Durchbruch zu einem verstärkten Einsatz
wohnungsbau. Flexibilität und Variabilität der mit einem nachweisbaren Marktanteil von
Systeme und die besondere statische und ästhe- Stahlbauweisen im Wohnungsbau ist bislang
tische Leistungsfähigkeit der Tragwerke aus allerdings noch nicht gelungen. Der konserva-
Stahl sind die hervorragenden Eigenschaften, tive Baumarkt – nicht nur in Deutschland –
die wirtschaftliche und qualitätsvolle Realisie- steht aktuellen Entwicklungen skeptisch gegen-
rungen ermöglichen. über, der schwere Massivbau wird mit Qualität
Neue Angebote im Wohnungsbau sind er- verbunden, leichtes Bauen zu Unrecht nicht.
forderlich, um trotz eines erheblichen Kosten-
druckes unsere Bauqualität und Baukultur
zu erhalten. Dazu sind intelligente Lösungen
gefragt, die den Anforderungen der Bauherren,
Investoren und natürlich auch der Architekten
und Planer gerecht werden. Die vorgestellten
Systeme bieten ein großes Potenzial, um auch
in Zukunft diesen gestalterischen und wirt-
schaftlichen Ansprüchen gerecht werden zu
können.
Stahl im Wohnungsbau ist nicht neu, er hat
Tradition. Die Ständerbauweise ist seit 1950
in den Vereinigten Staaten bekannt, Stahlrah-
menbauweisen wurden schon zu Beginn des
19. Jahrhunderts eingesetzt, und die Raum-

Wohnhaus in
Walddorfhäslach,
zwei Ansichten,
Andris, 1997/98

27
Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Wohnhaus in Im Mutterland der Ständerbauweise gibt errichteten Einfamilienhäusern in den Vereinig-


Walddorfhäslach, es günstigere Voraussetzungen, da Trockenbau- ten Staaten 1999 entspricht dies immerhin
Innenansicht, weisen von Planern und Nutzern anerkannt einem absoluten Anteil von 36.000 bis 72.000
Andris, 1997/98 sind. So verbindet man heute in Amerika mit Einheiten ohne Berücksichtigung der Mehr-
der Ständerbauweise aus Stahl-Kaltprofilen eine geschosswohnungsbauten. Die vom American
hochwertige Bauweise. Durch die industrielle Iron and Steel Institute prognostizierten Stei-
Herstellung verfügen Stahlbauteile über gleich gerungsraten von fast 50 % Wachstum in den
bleibende Qualitätsgüten. Die Konstruktionen nächsten Jahren zeigen die Entwicklungsper-
sind maßhaltig und dauerhaft. spektive.
Die amerikanische Marktentwicklung der Die Stahlrahmenbauweise bietet vor allem
letzten acht Jahre mit einer Absatzsteigerung für die Architekten anspruchsvolle Möglich-
von annähernd 300 % spricht hier eine deut- keiten für individuelle Gestaltungen. So werden
liche Sprache. Obwohl der geschätzte Markt- häufig Gebäude, die unter Verwendung von
anteil von 3 bis 6 % (1999) zunächst gering Stahlrahmen konstruiert wurden, für hervor-
erscheinen mag, sind die absoluten Zahlen ein- ragende Gestaltungsqualität ausgezeichnet. Die
drucksvoll. Bei einer Anzahl von 1,271 Millionen Effizienz und der Anspruch, die die integrative

28
Ausblick

Konzeption von Tragwerk, Gestalt und Funktion Dabei wird die Kundenorientierung bei
eines Gebäudes stellen, führen häufig zu einer Toyota, auch aus den Erfahrungen des Auto-
selbstverständlich wirkenden harmonischen mobilhandels, in den Vordergrund der Verkaufs-
Ausstrahlung, die als besondere Qualität dieser organisation gestellt.Aus einem Katalog von
Gebäude spürbar wird. Eine intensive Auseinan- 350.000 Einzelteilen, die in 300 Baugruppen
dersetzung zu einem frühen Planungsstadium organisiert sind, entstehen die gewünschten
ist für die Stahl-Rahmenbauweise erforderlich. Gebäude in der Computersimulation und kön-
Der Anteil von Wohnbauten mit Stahl wächst nen direkt vom Kunden modifiziert und bestellt
in Deutschland kontinuierlich, jedoch sind Sta- werden.
tistiken nicht verfügbar. Der Baustoff Stahl wird sich in Deutschland
Die bislang durchgängigste Umsetzung der zukünftig noch stärker als bisher als effizienter
Raumzellen- und Modulbauweise wird in Japan Baustoff mit hervorragendem Recycling-Poten-
betrieben. Hersteller wie Toyota oder Sekisui zial im Wohnungsbau etablieren. Stahlbauweisen
erreichen bereits heute jährliche Stückzahlen unterstützen die wirtschaftliche Umsetzung in-
von mehreren tausend Einheiten. In Japan wer- dividueller Bauvorhaben. Im Einklang von Öko-
den jährlich rund 150.000 Einfamilienhäuser nomie und Ökologie werden sie den Ansprüchen
unter Verwendung von Stahlbausystemen er- der Architekten, Bauherren und Investoren in
richtet. besonderer Weise gerecht. Durch eine kontinu-
Diese Zahl entspricht der Anzahl aller errich- ierliche Fortentwicklung von Produkten, Mate-
teten Einfamilienhäuser in der Bundesrepublik rialgüten und Systemen wird eine Qualitätsstei-
Deutschland. Für den Stahleinsatz spricht in gerung diesen Prozess unterstützen. Dabei sind
Japan neben den wirtschaftlichen Motivationen diese Entwicklungen natürlich nicht auf den
der sorgsame Umgang mit dem geringen Baum- Wohnungsbau beschränkt.Wohnfunktionen
bestand, aber auch die Erdbebensicherheit der werden bereits heute verstärkt in Arbeitsräumen
Stahlgebäude. angeboten und auch das Arbeiten rückt näher
an das Wohnen. Gerade in angrenzenden Berei-
chen wie dem Büro- und Verwaltungsbau gilt
es, aus diesem Grunde einen Bautyp zu ent-
wickeln, der den sich rasch ändernden Anforde-
rungen der Organisation unserer Arbeitswelt
gerecht wird. Die Qualität von Gebäuden wird
sich zukünftig verstärkt an der Anpassungs-
fähigkeit an geänderte Situationen und Funktio-
nen messen lassen müssen. In der Variabilität
und Flexibilität von Stahlbausystemen lassen
sich hier adäquate Antworten auf diese zukünf-
tigen Aufgaben finden.

In Japan wird die Raumzellen- bzw.


Modulbauweise in großem Stil seit
Jahren umgesetzt. Die aus dem Auto-
mobilbau bekannte Fertigungslogistik
wurde hier direkt erfolgreich auf den
Fertigung bei Sekisui Heim Wohnungsbau übertragen.

29
Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Literaturverzeichnis Dokumentation 070


„Wohnungsbau mit Stahl“ Wohnhaus in Münster

Dokumentation 071
Alle Schriften können beim Stahl-Informations- Bio-Solar-Haus
Zentrum unter der jeweils angegebenen Bestell-
nummer angefordert werden. Dokumentation 072
Geschosswohnungsbau in Konstanz
Dokumentation 532
Wohnungsbau mit Stahl – weltweit Dokumentation 073
Reihenhäuser in Villingen-Schwenningen
Dokumentation 548
Kostengünstiger Wohnungsbau mit Stahl Dokumentation 074
Symposium, Düsseldorf, 22.9.1998 Wohnhaus mit Galerie in Tübingen

Dokumentation 559 Dokumentation 075


Wohnungsbau mit Stahl Doppelhaus in Rudolstadt
Symposium, Erfurt, 08.12.1999
Dokumentation 076
Dokumentation 560 Aufstockung eines Fachwerkhauses
Häuser in Stahl-Leichtbauweise in Dinslaken

Dokumentation 563 Dokumentation 077


Stahl-Innovationspreis 2000 Wohnhaus in Walddorfhäslach
Kategorie „Wohnungsbau mit Stahl“
Dokumentation 078
Dokumentation 574 Wohnhaus in Manderscheid
Neues Wohnen mit Stahl
Dokumentation 079
Stahl und elementierte Bausysteme Wohnhaus mit Büro in Nagold-Hochdorf
im Wohnungsbau
2. Runder Tisch im Landtag Dokumentation 080
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Merkblatt 480 Dokumentation 081


Wohnungsbau mit Stahl – Profilhandbuch Wohnhaus in Herrenberg-Mönchberg

Stahl und Form 037 Dokumentation 082


Zwei Wohngebäude in Konstanz Wohnhaus in Aichelberg

Dokumentation 083
Mehrfamilienhaus in Hoyerswerda

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Stahl im Wohnungsbau – innovativ und wirtschaftlich

Impressum

Dokumentation 573
„Stahl im Wohnungsbau –
innovativ und wirtschaftlich“
1. Auflage 2002
ISSN 0175-2006

Herausgeber:
Stahl-Informations-Zentrum
Postfach 10 48 42
40039 Düsseldorf

Autoren:
Veronika Lenze,
Klaus Th. Luig

Redaktion:
Stahl-Informations-Zentrum
Postfach 10 48 42
40039 Düsseldorf

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