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Dokumentation 575

office 2015 –
Bürogebäude in Menden

Stahl-Informations-Zentrum
Stahl-Informations-Zentrum

Das Stahl-Informations-Zentrum ist eine Marketing-Aktivitäten dienen der Förderung


Gemeinschaftsorganisation der deutschen Stahl- des Stahleinsatzes in verschiedenen Märkten, bei-
industrie. Markt- und anwendungsorientiert werden spielsweise im Automobilbau sowie im Wohnungs-
firmenneutrale Informationen über Verarbeitung und Wirtschaftsbau. Im Abstand von drei Jahren
und Einsatz des Werkstoffs Stahl bereitgestellt. wird der Stahl-Innovationspreis verliehen.
Verschiedene Schriftenreihen bieten ein brei- Die Internet-Präsentation unter der Adresse
tes Spektrum praxisnaher Hinweise für Planer, www.stahl-info.de informiert u. a. über aktuelle
Konstrukteure und Verarbeiter von Stahl. Sie fin- Themen und Veranstaltungen und bietet einen
den auch Anwendung in Ausbildung und Lehre: Überblick über die Veröffentlichungen des
Merkblätter sind mit Fotos und technischen Stahl-Informations-Zentrums. Zahlreiche neue
Zeichnungen illustrierte Schriften, die einen kon- Publikationen sind bereits als pdf-Files abrufbar.
zentrierten Überblick über die Anwendungsviel- Schriftenbestellungen sowie Kommunikation
falt sowie die Bandbreite der Be- und Verarbei- sind online möglich.
tungsverfahren von Stahl vermitteln.
Charakteristische Merkmale berichten
über Produkteigenschaften und technische
Lieferbedingungen von oberflächenveredeltem
Stahlblech und geben Hinweise auf Regelwerke.
Stahl und Form zeigt ästhetisch, gestalte-
risch und funktionell vorbildliche Beispiele von
Stahlanwendungen in der Architektur. Es werden Impressum
Bauwerke mit Fotos, Zeichnungen und Skizzen
signifikanter Details ausführlich dargestellt. Dokumentation 575
Dokumentationen beschreiben die Leis- „office 2015 – Bürogebäude in Menden“
tungsfähigkeit von Stahl aus technischer, öko- 1. Auflage 2003
logischer und ökonomischer Sicht in verschie- ISSN 0175-2006
denen Anwendungsfeldern.
Vortragsveranstaltungen bieten ein Forum Herausgeber:
für Erfahrungsberichte aus der Praxis. Die Themen Stahl-Informations-Zentrum
reichen von Konstruktion über Anwendung und Postfach 10 48 42, 40039 Düsseldorf
Verarbeitung bis hin zur Ökologie.
Messen und Ausstellungen dienen der Redaktion:
Präsentation spezifischer Leistungsmerkmale Dipl.-Ing. Klaus Th. Luig,
von Stahl. Neue Werkstoffentwicklungen sowie Dipl.-Ing. Erik Peuschel,
innovative, zukunftsweisende Stahlanwendungen 3L Architekten + Industriedesigner, Menden
werden exemplarisch dargestellt.
Bei Anfragen vermitteln wir auch als indi- Die dieser Veröffentlichung zugrunde liegen-
viduellen Service Kontakte zu Instituten, Fach- den Informationen wurden mit größter Sorgfalt
verbänden und Spezialisten aus Forschung und recherchiert und redaktionell bearbeitet. Eine
Industrie. Haftung ist jedoch ausgeschlossen.
Die Pressearbeit richtet sich an Fach-, Tages-
und Wirtschaftsmedien und informiert kontinu- Ein Nachdruck – auch auszugsweise – ist nur mit
ierlich über neue Werkstoffentwicklungen und schriftlicher Genehmigung des Herausgebers
-anwendungen. und bei deutlicher Quellenangabe gestattet.

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Stahl-Informations-Zentrum

Inhalt

Seite
Einleitung 4
Zielsetzung des Vorhabens
Veränderte Planungsanforderungen

Planung und Konzeption 5


Raumprogramm
Anpassungsfähigkeit des Grundrisses
„Design for All“

Architektur und Fertigstellung 9


Konstruktion und Gestalt
Fassaden

Konstruktion des Gebäudes –


Stahlbau 14
Die Stahl-Rahmenbauweise

Intelligente Gebäudetechnik 19

Gebäudekenndaten und
Literaturhinweise 22

Summary 23

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office 2015 – Bürogebäude in Menden

Einleitung biniert. Das Kombibüro verfügt neben relativ


kleinen Raumzellen über innen liegende ver-
Zielsetzung des Vorhabens größerte Erschließungsbereiche. Hier werden
für Gespräche, Gruppenarbeitsplätze oder all-
Mit europaweit durchgeführten innovativen gemein zugängliche Bürotechnik und analoge
Forschungs- und Entwicklungsprojekten haben Datenablagen offene Büroflächen und Flur-
sich die 3L-Architekten aus Menden (Sauerland) bereiche in Doppelnutzung angeboten. Die
in den letzten 13 Jahren in der Stahlbranche Rastermaße für die Gesamtabmessungen, aber
einen Namen gemacht. Nach seiner Verwendung auch für Teilabschnitte dieser drei grundsätz-
bei Wohnhäusern wird das dafür entwickelte lich verschiedenen Bürotypen unterscheiden
System nun für Büro- und Verwaltungsgebäude sich stark und machen die Umnutzung der
eingesetzt, genauer gesagt beim Neubau des Flächen zunächst schwer bis unmöglich, zu-
3L-Bürogebäudes „office 2015“. mindest aber unwirtschaftlich.
3L hat sich verpflichtet, dieses vom Land Um eine möglichst hohe Variabilität und Flexi-
Nordrhein-Westfalen geförderte Forschungs- bilität zu gewährleisten, lösten sich die Planer
projekt – die Entwicklung wirtschaftlicher Bau- des „office 2015“ ganz von den beschriebenen
weisen für mittelgroße Verwaltungsgebäude Typologien. Der Lösungsweg der 3L-Architekten
auf Stahlbasis – zu realisieren. ist konstruktiv orientiert: Durch die Einführung
Das 1989 von drei Architekten gegründete eines offenen Tragsystems, das ohne Berücksich-
Büro hat heute 30 Mitarbeiter; der Neubau bie- tigung von abgegrenzten Flächenangeboten ent-
tet bis zu 50 Angestellten Platz. wickelt wurde, entsteht ein Raum, der Optionen
Nach seiner Fertigstellung verfügt das Ge- für unterschiedliche Nutzungen bietet.
bäude über eine Nutzfläche von 1.080 m2. Für Das von 3L entwickelte Stahl-Stecksystem
die gesamte Tragkonstruktion wurden lediglich ermöglicht additives Bauen. So kann das Raum-
62 t Stahl verbaut; bezogen auf den Quadrat- angebot an die aktuellen Bedürfnisse der Nut-
meter Nutzfläche des Gebäudes entspricht das zer während der gesamten Lebensdauer des
einer einlagigen Stahlplatte mit einer Dicke von Gebäudes angepasst werden.
nur 7,3 mm.

Veränderte Planungsanforderungen
Die bauliche Struktur von Büro- und Ver-
waltungsbauten richtet sich nach der Organi-
sationsform seiner Nutzer. In den 70er Jahren
dominierten Großraumbüros, die in Ablehnung
der Einzelarbeitsweise in Zellenbüros eine offene
Kommunikation propagierten. Das Großraum-
büro hat praktisch keine Vorgaben hinsichtlich
Art und Einteilung der Flächen. Diese Freiform-
flächen – ohne begrenzende Dimensionen –
eignen sich allerdings nur beschränkt zur Rea-
lisierung anderer Konzepte. So kann man aus
einem Großraumbüro kaum ohne Kompromisse
einzelne Zellenbüros entwickeln.
In den letzten zehn Jahren entstand ein Büro-
typ, der die positiven Aspekte des Großraum-
büros mit den Vorteilen des Zellenbüros kom-

Schritte im Entwicklungsprozess für die Planung des


„office 2015“

4
Planung und Konzeption

Planung und Konzeption hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit des Mate-


rials gegen Korrosion. Tatsächlich sind all diese
Probleme heute gelöst. In den vergangenen Jah-
ren wurde eine Vielzahl von Details entwickelt,
Raumprogramm um den erforderlichen, sich stetig verändernden
technischen Standards zu genügen. Gleichwohl
– Netzwerk mit 30 Workstations bestehen immer noch Vorbehalte gegen Bau-
vorhaben in Stahl-Rahmenbauweise.
– Architektur- und Aus diesem Grunde erteilte das Land Nord-
Designmodellbauwerkstatt rhein-Westfalen dem Büro 3L bereits 1998 den
– Seminar- und Konferenzbereich Auftrag, wirtschaftliche Bauweisen auf Stahl-
basis zu entwickeln, die im Bereich des Verwal-
mit Multimediapräsentation
tungsbaus zu einer erheblichen Bauzeitverkür-
– Bibliothek und Archiv zung und Kostenreduzierung führen. Das Ziel
– Cafeteria und Sozialräume war es, auf Grundlage eines mittleren Qualitäts-
– Dachterrasse standards eine Kosteneinsparung von bis zu
30 %, möglichst ohne Qualitätsverluste, zu rea-
lisieren. In Deutschland werden heute nach sta-
tistischen Auswertungen überwiegend Verwal-
Anpassungsfähigkeit des Grundrisses tungsgebäude mit Nutzflächen unter 2.000 m2
Fläche gebaut. Diese mittelgroßen Gebäude
Neben den typischen Ingenieurbauwerken werden häufig ohne gestalterische Ansprüche
wie Brücken oder weit gespannten Hallen- verwirklicht, weil die Nutzer, aber auch die
konstruktionen für den Industriebau hat man für Planer unter dem Zwang der Wirtschaftlichkeit
den Stahlbau bereits ab der zweiten Hälfte des ästhetische Aspekte außer Acht lassen.
19. Jahrhunderts ein neues Anwendungsgebiet Gerade die Betreiber und Eigner mittelgro-
entdeckt. Ab 1879 baute man u. a. in Chicago ßer Verwaltungsgebäude stehen in Zukunft
mehrgeschossige Gebäude in Stahl-Skelettbau- unter einem noch stärkeren finanziellen Druck.
weise, wodurch eine variable Einteilung der Die Nutzungszeiten verkürzen sich durch dra-
Nutzflächen ermöglicht wurde. Die Idee hierzu matische Veränderungen in den Organisations-
stammt von experimentierfreudigen Architekten, formen der Unternehmen, bedingt durch exten-
die diese Art des Bauens nach den Erfahrungen sives Wachstum oder kürzere Bestandszeiten.
mit verheerenden innerstädtischen Bränden be- Die Planer müssen auf diese geänderte Situation
vorzugten und damit die Voraussetzung für die reagieren und variable, flexible und kostengüns-
Entwicklung von Hochhäusern in Stahlbauweise tige Angebote vorhalten, damit die Finanzier-
schufen. barkeit über den Nutzungszeitraum 1 – das sind
Die mehrgeschossige Bauweise mit Stahl in der Regel 15 Jahre – möglich ist. Darüber
wurde jedoch in den folgenden Jahren zuneh- hinaus darf die weitere Verwertung für den
mend durch Brandschutzauflagen erschwert, sich anschließenden Nutzungszeitraum 2 nicht
während massive Bautechniken auf dem Vor- negativ beeinträchtigt werden.
marsch waren, so dass im Rahmen einer Wirt- Auf Basis eines Baukastensystems, beste-
schaftlichkeitsbetrachtung Stahlbauweisen hend aus warmgewalzten Stahlträgern, kaltge-
deutlich zurückfielen. Die Hauptprobleme waren formten C-Profilen und liniengefügten Strang-
hier verbindliche Aussagen zur Bauphysik, ins- profilen, entwickelten die Architekten ein Kon-
besondere in Bezug auf den bereits erwähnten zept, das variabel und flexibel ist und in seiner
Brandschutz. Aber auch Schallschutz sowie technischen und gestalterischen Umsetzung
Wärme- und Feuchteschutz wurden intensiv eindrucksvoll Vorteile und Möglichkeiten der
diskutiert. Darüber hinaus bestanden Vorbehalte Stahl-Rahmenbauweise dokumentiert.

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office 2015 – Bürogebäude in Menden

Grundriss Dachgeschoss

Grundriss Obergeschoss

Grundriss Erdgeschoss

6
Planung und Konzeption

„Design for All“


Bereits seit Jahren beschäftigen sich Spezia-
listen in den USA, aber auch im europäischen
Ausland mit der Entwicklung von Konzepten
für Produkte, Gebäude, aber auch für städte-
bauliche Maßnahmen, die den Anspruch der
funktionalen und ergonomischen Optimierung
für eine möglichst heterogene Zielgruppe von
Nutzern verfolgen. So soll ohne Stigmatisierung
eine Basis dafür geschaffen werden, dass Men-
schen mit und ohne Behinderungen, alte und
junge Menschen oder Mütter und Väter mit
Kindern Gegenstände, Gebäude und Einrich-
tungen optimal nutzen können. In Deutschland Jede Ebene inner-
existieren einschlägige Normen für die barriere- halb des dreiein-
freie Gestaltung von einzelnen Bereichen, eine halbgeschossigen
ganzheitliche Betrachtung ist jedoch auf der Gebäudes ist mit
Grundlage der existierenden Normungssystema- dem Aufzug zu
tik nicht zu erwarten. erreichen
Die Planung des „office 2015“ nach den
Grundsätzen des „design for all“ führte neben
bekannten Bausteinen zur Gewährleistung der Auch die Hausinstallation ist barrierefrei
Erreichbarkeit und Nutzbarkeit – Einbau von ausgeführt. Die Lichtsteuerung erfolgt über
Rampen und Aufzügen, Einrichtung und Aus- Bewegungsmelder und über eine Tageslicht-
stattung der Sanitärbereiche – zu einer konzep- steuerung. Über Fernbedienungen, die auf
tionellen Umorientierung. Bereits zu Beginn des Stellmotoren zugreifen und damit die Vorlauf-
Planungsprozesses wurde deutlich, dass jede temperatur regeln, kann die gesamte Raum-
Tür grundsätzlich eine Barriere darstellt und eine wärme gesteuert werden.
offene Grundrissform zur Erfüllung der formu-
lierten Ansprüche sinnvoll ist. Außerdem trägt
diese Offenheit selbstverständlich auch zur bar-
rierefreien Kommunikation bei. Kurze Wege
führen auch hier zu unmittelbaren Erfolgen.
Der beschriebene Planungsansatz des „design
for all“, der grundsätzlich auch philosophisch
zu verstehen ist, lässt sich durch das gewählte
Konstruktionssystem aus Stahl leicht realisieren.
Die Stahl-Rahmenbauweise kann auch auf die-
sem Feld gegenüber anderen, konventionellen
Bauweisen ihre Vorzüge ausspielen.
Bei der Möblierung wurde besonderer
Wert auf die Anpassbarkeit, Erreichbarkeit und
Handhabbarkeit der ausgewählten Komponen-
ten gelegt. So kommt z. B. ausschließlich rollen-
des Mobiliar zum Einsatz, das zudem höhenver-
stellbar ist und weitere Anpassungsoptionen
bietet.

Die nach Gesichtspunkten des „design for all“


in Zusammenarbeit mit den im Rollstuhl sitzenden
Mitarbeitern gestalteten Sanitärräume

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office 2015 – Bürogebäude in Menden

Die Rampen-
anlage im Ein-
gangsbereich
für den barriere-
freien Zugang
zum Gebäude

Städtebaulich
passt sich das
Gebäude der
angrenzenden
Bebauung an:
Zur Wohnbebau-
ung hin erstreckt
sich der ein-
geschossige
Seminarbereich;
zur Seite mit
gewerblicher
Nutzung in der
Nachbarschaft
erreicht der
Bürobau eine
Höhe von vier
Geschossen

8
Architektur und Fertigstellung

Architektur und
Fertigstellung
Konstruktion und Gestalt
Der technisch-konstruktive Eindruck des
Gebäudes ist von den Planern gewollt und wurde
in den unterschiedlichen Realisierungsphasen
von Beginn der Projektentwicklung an konse-
quent verfolgt. Bereits im Vorentwurfsstadium
wurden das Stahl-Rahmensystem mit einem
Achsmaß von 5 m und das damit verbundene Der hohe Anteil
Ausbauraster von 1,25 m festgelegt und damit an transparenten
grundsätzliche gestalterische Parameter eta- Flächen in der
bliert. Die Form folgt dem Flächenraster, was Fassade macht
zu einer Ästhetisierung industrieller Bautechni- auch von außen
ken führt. Die Materialwahl, die sichtbaren die Gebäude-
Details der Verbindungstechnik und der techni- technik, wie hier
sche Ausbau verdeutlichen die Ausrichtung auf unter der Decke,
das Prinzip „Konstruktion“, das hier bestim- sichtbar
mend und ordnend wirkt. Das Detail – insbe-
sondere die eigens entwickelte Verbindungs-
technik zur Fügung der warmgewalzten Stützen Die Transparenz
und Trägerprofile – bestimmt in seiner Qualität der Glasfassade
kleinmaßstäblich die Innen- und Außenwirkung wird durch
des Gebäudes. Die sichtbare Konstruktion ist die gelochten
dann das Bild aus logisch gefügten Einzelteilen. Davex-Profile
So entsteht für den Betrachter der vom Archi- noch erhöht
tekten beabsichtigte Eindruck der Ablesbarkeit
der Bauteile und ihrer Funktionen und damit
verbunden eine rational geprägte Architektur.
Als Oberflächenvergütung der konstruktiven
Bauteile wird lediglich eine Feuerverzinkung
verwendet, die „unfertig“ wirkt und damit den
„workshop“-Charakter des Innenraums unter-
streicht. Es ist das erklärte Ziel der Planer, durch
diese Art der Gestaltung Veränderungen nicht
nur zuzulassen, sondern sogar zu unterstützen.
Es handelt sich nicht um statische, sondern um
dynamische Nutzungsangebote mit Anpassungs-
potenzial.

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office 2015 – Bürogebäude in Menden

Fassaden
Beim Einsatz der Stahl-Rahmenbauweise
bieten sich für den Raumabschluss offene und
geschlossene Außenwandflächen als vorge-
hängte oder selbsttragende Fassaden mit unter-
schiedlichen Füllmaterialien an. Ziel war es,
einen großen Anteil an transparenten Außen-
flächen zu erreichen. Daher wählten die Archi-
tekten für die Fassade des Hauptkubus mit einer
Kantenlänge von 30 m und einer Höhe von
8,50 m eine Pfosten-Riegel-Konstruktion aus
stranggepressten Stahlprofilen mit einer groß-
flächigen Verglasung. Die einzelnen Scheiben
sind hier produktionsbedingt auf eine Größe
von 2,50 m x 2,50 m bei einem Gewicht von
annähernd 300 kg begrenzt. Die Pfosten ver-
fügen über keine konstruktive Verbindung zum
Stahl-Rahmensystem. Dadurch sind Veränderun-
gen der innen liegenden Tragstruktur und der
Fassade praktisch unabhängig voneinander um-
setzbar.
Für den „big screen“, die nach Nordwest
orientierte Fassade, die wie ein großer Bild-
schirm vor dem Gebäude wirkt, und die Eck-
verglasung des Medien- und Seminarbereiches
wurde als Tragelement der Fassade erstmals ein
linienförmig gefügtes Profil aus kaltgeformten,
scharfkantigen Ober- und Untergurten und einem
Lochblechsteg (Davex-Profil) eingesetzt. Dieses
Pfostenprofil verfügt über hervorragende Trag-
eigenschaften und bietet darüber hinaus Optio-
nen für die freie Gestaltung, da sowohl die Mate-
rialgüte der Einzelkomponenten als auch das
Material selbst flexibel gewählt werden kann.
Technische Erläuterungen und weitere Details
sind der Dokumentation 745, „Linienförmig ge-
fügte I-Träger im Fassadenbau“, zu entnehmen.
Für die Verglasung aller transparenten Flächen
wurde ein Spezialglas gewählt. Die Doppelver-
glasung bietet durch eine besondere Beschich-
tung und durch die Füllung mit Argon ein enor-
mes Reflexionspotenzial bei hohen Sonnenstän-
den. Dadurch wird übermäßige Sonneneinstrah-
lung im Sommer, die hohe Kühllasten auslöst,
vermieden. In der Heizperiode kann kurzwellige
Strahlung das Glas ungehindert durchdringen, Die transparente Fassade des Bürogebäudes –
was passive Solarenergiegewinne ermöglicht. sichtbare Konstruktion auch bei Nacht

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Architektur und Fertigstellung

Das Dach- und Obergeschoss des Bürogebäudes

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office 2015 – Bürogebäude in Menden

Fassaden- und Oberflächenmaterialien

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Architektur und Fertigstellung

Aufgrund der Ausstattung des Gebäudes


mit einem reversiblen Heiz- und Kühlsystem für
den Winter- und Sommerbetrieb wurde auf eine
Außenverschattung verzichtet. Nach den Erfah-
rungen der Nutzer ist eine stabile Innenraum-
temperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius
bei Außentemperaturen bis zu 35 Grad Celsius
realisierbar.
Um die Blendfreiheit aller Bildschirm-Arbeits-
plätze zu gewährleisten, entwickelte 3L ein
praktisches, innen liegendes Verschattungs-
system, das einen zusätzlichen Nutzen bietet:
Mit Industriemagneten, deren Tragkraft ca. 30
kg/Magnet beträgt, werden Planhalter an den
Decken oder Trägern der Stahl-Rahmenkonstruk-
tion befestigt, die höhenverstellbar sind. So
kann jeder Arbeitsplatz durch eine individuelle
Platzierung dieser Planhalter vor störenden
Blendwirkungen geschützt werden.
Auf die Decke über dem Kellergeschoss
wurde das Stahlgerüst gestellt. Unabhängig von
der Tragstruktur konnten so im Anschluss Innen-
und Außenwände in Trockenbauweise errichtet
werden. Das hat den Vorteil, dass Veränderun-
gen in der Raumaufteilung ohne Schwierigkei-
ten realisierbar werden und dem Nutzer eine
höhere Flexibilität geboten werden kann.

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office 2015 – Bürogebäude in Menden

Isometrie der
Stahlkonstruktion

Auf der vorgefertigten Stahlbetondecke werden


Stahlstützen montiert

14
Konstruktion des Gebäudes – Stahlbau

Konstruktion des Gebäudes –


Stahlbau

Das Stahlskelett ist errichtet und die


Deckenelemente können eingelegt werden

Die Stahl-Rahmenbauweise
Die Stahl-Rahmenbauweise bietet gegenüber
dem Massivbau erhebliche Vorteile. Interessant
ist hier vor allem das Thema der Trennung der
Funktionen „Lastabtragung“, „Klimahülle“ und
„Raumabtrennung“. Schließlich ist es nicht ein-
zusehen, warum sich die Raumtrennungen in-
nerhalb eines Gebäudes und die Abgrenzung
gegen die Außenluft an einem aus statisch-wirt-
schaftlichen Gesichtspunkten heraus entwickel-
ten Achsraster ausrichten sollen.

Aussteifende Wandscheiben zur Aufnahme der Horizontal-


kräfte werden durch Auskreuzungen ersetzt

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office 2015 – Bürogebäude in Menden

Genau diese Überlegungen liegen der Pla-


nung des „office 2015“ zugrunde. Gerade im
Bereich des Gewerbebaus, in dem man aus
unternehmerischer Sicht bei zukünftigen Ent-
wicklungen auch in Bezug auf die Immobilie
beweglich reagieren muss, ist Flexibilität und
Erweiterbarkeit eines Gebäudes nahezu unum-
gänglich. Zurzeit ist das Gebäude der 3L-Archi-
tekten für maximal 50 Arbeitsplätze ausgelegt.

Schnitt Fassadenanschluss

Eine hohe Wiederverwendbarkeit der Bau-


stoffe steht auch bei einem Rückbau des Gebäu-
des im Vordergrund. Durch die Elementierbar-
keit von der Tragstruktur des Stahl-Rahmen-
systems bis hin zu den Fassadenelementen ist
das Gebäude zu fast 100% recyclingfähig oder
kann an anderer Stelle wieder aufgebaut wer-
den. Auch dies entspricht dem Unternehmens-
grundsatz des flexiblen Reagierens auf aktuelle
Marktsituationen. Die Immobilie wird damit zur
Mobilie.
Schon heute kann ein weiterer Vorteil der
durch das Tragsystem geförderten offenen
Raumstruktur gesehen werden. Da das Gebäude
nicht speziell auf eine Nutzung zugeschnitten
ist, wird es heute nach den Bürozeiten als Ort
für Theater- und Konzertveranstaltungen oder
Vernissagen genutzt – im Sinne nachhaltigen
Immobilienmanagements sowohl aus betriebs-
wirtschaftlicher, aber auch aus volkswirtschaft-
Lageplan des Der Neubau ist jedoch so auf dem Grund- licher Sicht eine zukunftsweisende Strategie.
„office 2015“ stück positioniert, dass eine Erweiterung nach Das Stahl-Rahmensystem besteht aus warm-
Südwesten problemlos realisierbar ist. In die- gewalzten und verzinkten Profilen. Um die Stüt-
sem Fall muss nur die vorhandene, selbsttragen- zen filigran zu gestalten, entschieden sich die
de Glasfassade demontiert, das Stahl-Rahmen- Architekten für eine Konstruktion aus doppel-
system in diese Richtung erweitert und ansch- ten U-Profilen für die Stützen und HEA-Profilen
ließend dieselbe Fassade wieder montiert wer- im Trägerbereich. Die Verbindungstechnik lässt
den. Das System ist so ausgelegt, dass bei einer eine Einmannmontage zu. Durch im Werk vor-
solchen Maßnahme nahezu keine zu entsorgen- gefertigte Auflager an den Knotenpunkten ist
den Stoffe anfallen. eine passgenaue, mühelose Verschraubung mög-

16
Konstruktion des Gebäudes – Stahlbau

Knotenpunkt mit Stütze,


Riegel und Deckenprofil

lich. Die eingesetzten Gewindebolzen nehmen 9,5 cm. Der Raum zwischen den Tiefsicken kann
die eigentliche Last auf. Mit dieser Technik für Installation und Beleuchtung genutzt wer-
konnte der gesamte Stahlbau mit einer Masse den. Eine weitere Ebene für die Installation wird
von 62 t innerhalb von fünf Tagen errichtet damit hinfällig.
werden. Die Unterseiten der Trapezprofile sind für
Bei der Aussteifung der Wände kamen ver- den Einsatz im Gewerbebau im Gegensatz zu
zinkte, innen sichtbare Rundprofile zum Einsatz. bisherigen Verwendungszwecken lediglich in
Die Aussteifung in der horizontalen Ebene einer anderen Farbe lackiert.
übernehmen Hoesch-Additivdecken. Dieses
Deckensystem ist bisher vor allem bei Parkhaus-
bauten eingesetzt worden. Mit der Verwendung
beim „office 2015“ kommt es nun erstmals auch
im Gewerbebau zum Einsatz. Hierbei handelt es
sich um vorgefertigte Stahltrapezprofile, die in
die Stahlträger in angeschweißte Bolzen einge-
hängt werden. Nachdem weitere Maßnahmen
zur Abdichtung der Profile gegen Herausquellen Aussteifung in den Fensterflächen
des Frischbetons getroffen wurden, kann groß-
flächig mit dem Betonieren begonnen werden.
Selbst auf mehreren Geschossen gleichzeitig
kann an einem Tag der Aufbeton aufgebracht
werden, da nicht auf ein Abbinden gewartet
werden muss und bei Spannweiten bis zu etwa
5,60 m keine weiteren Unterstützungen der
Stahltrapezprofile notwendig sind.
Das Aufschweißen von Kopfbolzen auf die
Stahlträger führt zu einer Verbundwirkung von
Beton und Stahlträger, wodurch die Aufbauhöhe
der Decke erheblich reduziert wird. Die Höhe
des Betons über dem Träger beträgt lediglich

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office 2015 – Bürogebäude in Menden

Die Bedingungen für den Schallschutz sind


im „office 2015“ durch die offene Raumstruktur
auch über die verschiedenen Ebenen hinweg
andere als im Gewerbebau sonst üblich. Zum
einen wird der entstehende Luftschall durch
weiche Oberflächen im Fußboden- und Wand-
bereich absorbiert. Weiterhin hat die Sicken-
struktur der Hoesch-Additivdecke das Vermögen,
den Trittschall in der darunter liegenden Ebene
so zu zerstreuen, dass er nicht mehr als störend
empfunden wird. So konnte auf die übliche
Konstruktion mit schwimmendem Estrich zu-
sammen mit einer Trittschall-Isolierung gänz-
lich verzichtet werden. Stattdessen wurden die
Oberbeläge direkt auf dem glatt abgezogenen
Beton verlegt, was Kosten, aber vor allem auch
die Aufbauhöhe erheblich reduziert.

Untersicht
der Hoesch-
Additivdecke

Schnitt Hoesch-
Additivdecke

18
Intelligente Gebäudetechnik

Intelligente Gebäudetechnik Die warme und verbrauchte Luft kann entlang


den Fassaden auf der Innenseite – die Decken-
Zur Beheizung, aber auch zur Kühlung des ebenen reichen nicht bis an die Glasfassade –
Gebäudes wird eine Betonkernaktivierung ein- bis ins Dachgeschoss steigen. Hier werden die
gesetzt. Hierbei handelt es sich um ein Heiz- Temperaturspitzen mit Heiz-Kühl-Konvektoren
und Kühlsystem aus Polyethylen-Schlangen, das abgebaut. Die Temperaturdifferenz zwischen
innerhalb der Ebene der Additivdecken verlegt dem tiefsten und dem höchsten Geschoss be-
wurde. Je nach Erfordernis kann die Vorlauf- trägt vier Grad Celsius, ausreichend für eine
temperatur geringer oder höher als die Raum- mäßige Luftströmung von unten nach oben.
temperatur sein. Da es keine Dämmung im Fuß- Die Temperaturregelung geschieht bereichs-
bodenbereich gibt, kann die Temperatur im weise, zugeordnet zu den Arbeitsfeldern. Jeder
Gegensatz zur herkömmlichen Fußbodenhei- Mitarbeiter kann so die für seinen Bereich ange-
zung sowohl nach oben als auch nach unten nehme Temperatur frei wählen. Ganz im Sinne
abgestrahlt werden. Dies erzeugt ein ausgespro- des „design for all“ wird diese Temperaturrege-
chen behagliches und gesundes Raumklima, da lung barrierefrei mit Handsendern direkt vom
es z. B. nicht zu den bekannten aufsteigenden Arbeitsplatz aus vorgenommen, die auf eine
Staubwirbeln kommt. Die Temperaturdifferenz zentrale Steuerung im Haus zugreifen und über
zwischen der Additivdecke und der Umgebung Stellmotoren die Vorlauftemperatur feldweise
ist sehr gering. Luftzug innerhalb des Raumes regeln.
wird so vermieden.
Auch im Zusam- Sichtbare
menhang mit der Technik an der
Betonkernaktivierung Deckenunter-
kann die Hoesch-Addi- seite
tivdecke ihre Vorzüge
ausspielen. Durch die
vergrößerte Ober-
fläche auf der Unter-
seite, die durch die
Trapezprofilierung
entsteht, kann die
Temperatur beson-
ders gut an die Umge-
bung abgeben werden.
Die Belüftung
wird durch die offene
Konzeption des Ge-
bäudes gewährleistet.

19
office 2015 – Bürogebäude in Menden

Lüftung im Sommer

Lüftung im Winter

Die Belichtung der Arbeitsplätze ist gerade geboten werden. Gerade im Hinblick auf die
in einem Architekturbüro von besonderer wechselnden Arbeitsplätze und die flexible
Bedeutung, da das visuelle Arbeiten im Vorder- Möblierung wurden keine arbeitsplatz- sondern
grund steht. Die großen Glasflächen tragen zu flächenbezogene Leuchten vorgesehen. Wie die
einer hervorragenden Belichtung bei. Um je- Temperaturführung, so kann auch die Beleuch-
doch eine ständig konstante Belichtungssitua- tung feldweise geregelt und die automatische
tion an den Arbeitsplätzen zu erzielen, wurde Tageslichtsteuerung überbrückt werden. Die
eine Tageslichtsteuerung installiert, die eine Regelung erfolgt entweder über fest in der Wand
Beleuchtungsstärke von konstant 300 lx in 1 m installierte Einheiten oder über Handsender.
Höhe über dem Fußboden gewährleistet. Unab- Erschließungs- und Sanitärbereiche, in denen
hängig vom Abstand zur Glasfassade und von keine permanente Beleuchtung notwendig ist,
der Tageszeit kann so den Mitarbeitern eine werden berührungsfrei und energiesparend
optimale Belichtung an jeder Stelle im Gebäude über Bewegungsmelder gesteuert. Vom zentra-

20
Intelligente Gebäudetechnik

len Bedienpult im Eingangsbereich des Gebäu- Im Vordergrund der Brandschutzvorschrif-


des aus können alle Bereiche geregelt werden. ten steht nicht der Schutz der Gebäude, sondern
Zudem besteht hier die Möglichkeit, Lichtszen- die gesicherte rechtzeitige Rettung der Men-
arien abhängig von Wochentag oder Tageszeit schen. Brandschutzklassifizierungen, die eine
zu programmieren. bestimmte Feuerwiderstandsdauer in Minuten
Die eingesetzte Kommunikationstechnik angeben, gehen von einer einheitlich notwen-
gewährt dem Nutzer die zuvor schon bei ande- digen Zeitspanne aus, die benötigt wird, um
ren Bereichen der Haustechnik beschriebene die Menschen aus dem Gebäude zu bergen.
Bewegungsfreiheit und Bedienerfreundlichkeit. Tatsächlich sind die Gebäudestrukturen nie die
Jeder Mitarbeiter verfügt über ein ihm zugeord- gleichen, daher ist auch der Zeitraum, den die
netes Mobiltelefon, über das er im gesamten Nutzer benötigen, um sicher das Gebäude ver-
Gebäude erreichbar ist. Dies gewährleisten lassen zu können, von Gebäude zu Gebäude zu
Sende-Empfangs-Einheiten, die auf jeder Ebene verschieden.
vorhanden sind. Für noch größeren Spielraum Ein intelligentes Brandschutzkonzept, wie
wurden die Handtelefone mit Ohrhörern aus- es auch für das „office 2015“ entwickelt wurde,
gestattet. versucht die Zeitspanne zu verkürzen, indem es
Alle PC-Arbeitsplätze verfügen über einen ausreichend Fluchtwege anbietet.
direkten Internetzugang mit einer DSL-Leitung Im „office 2015“ gibt es neben den zahl-
mit 768 kbit/s, genauso wie eine jedem Platz reichen funktional notwendigen Ausgängen ein
zugeordnete Fax-Nummer, die den Gang zum außen liegendes Fluchttreppenhaus, abgeschot-
zentralen Faxgerät erspart. tet vom übrigen Gebäude in einem feuerfesten
Wie schon in der Einleitung dieser Broschüre Kern. Es kann von jeder Ebene des Gebäudes
erwähnt, hat der Stahlbau eine bis in die erste erreicht werden. Das Anlegen von Leitern an
Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreichende das Gebäude durch die Feuerwehr ist ohnehin
Geschichte. In erster Linie aus Unkenntnis dar- an jeder Stelle des Gebäudes möglich.
über, wie man die Gebäude und vor allem die In Ergänzung zu diesem Fluchtwegekonzept
Menschen darin im Brandfall schützen kann, wird eine Sprinkleranlage vorgehalten, die im
wurde diese Bautechnik jedoch seit Beginn des Brandfall eine starke Rauchentwicklung unter-
letzten Jahrhunderts wieder verdrängt. Heute drückt, so dass die Bergung nicht gefährdet
nun ist man in der Lage, auch Gebäude in Stahl- wird. Gleichzeitig erfolgte die Einrichtung einer
bauweise den strengen Vorschriften der Lan- Brandmeldeanlage mit Standleitung zur örtlichen
desbauordnungen entsprechend zu schützen. Feuerwehr.
Dadurch kann die Stahlbauweise auch mit her- Zum einen war der visuelle Eindruck der
kömmlichen Bauweisen konkurrieren. Stahlkonstruktion aus ästhetischen Gründen
und aus Affinität zum Material von den Planern
gewollt. Weiterhin konnten durch das realisier-
te Brandschutzkonzept gegenüber einer sonst
notwendigen Brandschutzverkleidung der Trag-
struktur Baukosten in Höhe von ca. 50.000 Euro
eingespart werden.

Fernbedienung für die


Temperaturregelung

21
office 2015 – Bürogebäude in Menden

Gebäudekenndaten Literatur

und Literaturhinweise [1] Lenze/Luig


Stahl im Wohnungsbau
Gebäudekenndaten Verlag Ernst & Sohn, Berlin 1998
[2] Lenze/Luig/Peuschel
„office 2015“ – Einfamilienhäuser unter 1.250 €/m2
Forschungs- und Entwicklungsprojekt Deutsche Verlagsanstalt
des Landes Nordrhein-Westfalen Stuttgart/München 2002
[3] Dialektik. Vielfalt der Zugänge
• Architekten: DEUBAU Junior Award 2000
Dipl.-Ing. Klaus Th. Luig und Katalog zum Wettbewerb
Dipl.-Ing. Veronika Lenze, Verlag Das Beispiel GmbH
3L Architekten + Industriedesigner, Menden Darmstadt 2000
• Projektleitung: [4] Streitz/Remmers/Pietzcker/Grundmann
Dipl.-Ing. Ariane Walter, Arbeitswelten im Wandel –
3L Architekten + Industriedesigner, Menden fit für die Zukunft?
• Tragwergsplaner: Deutsche Verlagsanstalt
Ingenieurbüro Krause, Menden Stuttgart/München 1999
[5] congena
• Bebaute Fläche: 380 m2 Zukunftsstrategie Kombi-Büro
• Nutzfläche: 1.080 m2 Callwey-Verlag München
• Auszug aus dem Raumprogramm: FBO Baden-Baden 1994
Netzwerk mit 30 Workstations [6] Dokumentation 078:
Architektur- und Designmodell- Wohnhaus in Manderscheid
bauwerkstatt Stahl-Informations-Zentrum, Düsseldorf
Seminar- und Konferenzbereich [7] Dokumentation 544:
mit Multimediapräsentation Stahl im Wohnungsbau
Bibliothek und Archiv Rahmenbauweise 3L-Plan
Cafeteria und Sozialräume Stahl-Informations-Zentrum, Düsseldorf
• Ergonomische Architektur [8] Dokumentation 548:
Hochflexible Gebäudestruktur Kostengünstiger Wohnungsbau mit Stahl
Möglichkeit der Anpassung des Gebäudes Symposium, Düsseldorf,
an die Bedürfnisse der Nutzer 22. September 1998
• Regenerative Architektur Stahl-Informations-Zentrum, Düsseldorf
Ressourcenschonende und umweltgerechte [9] Dokumentation 573:
Erstellung Stahl im Wohnungsbau –
Recyclingfähigkeit des Gebäudes innovativ und wirtschaftlich
Minimierung des Energieverbrauchs durch Stahl-Informations-Zentrum, Düsseldorf
intelligente Gebäudetechnik [10] Dokumentation 745:
• Intelligente Gebäudetechnik Linienförmig gefügte I-Träger im
Tageslichtsteuerung Fassadenbau
Heiz- und Kühlsystem über die
Fußbodenheizung
Betonkernaktivierung
Einsatz eines innovativen Bus-Systems
Flexible Möblierung
• Bauzeit: 7 Monate Nettobauzeit
• Fertigstellung: März 2002
• Baukosten: 1.3 Mio. Euro

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Summary

Summary produced with dry wall constructions using


gypsum fibreboard and core insulation. The
outer layer is a weather-resistant and ventilated
Starting point and realisation façade of wood panelling or fibrated cement
With innovative R+D projects all over Europe plates. This construction achieves a value for
3L architects from Germany have become heat transmission resistance of 0.22 W/m2K.
famous during their 13-year activities. After hav-
ing developed and erected dwelling houses in
steel-frame constructions the patented connec- Flexible ground floor design
tion details have now been introduced for the A new field of application for steel was
first time in office buildings: they were applied already discovered in the second half of the
for the new 3L-owned building ‘office 2015’. 19th century, besides typical civil engineering
Remarkable in this R+D project was 3L’s tasks like bridges and hall constructions. From
commitment to implement it directly after the 1879 multistorey dwelling houses were built in
study. The project aims for the development of Chicago and other cities using steel-frame con-
high-quality architectural and technical but cost- structions that allowed a flexible ground floor
effective solutions for medium-sized enterprises. design. This was a result of bold visions on the
With its 1,080 m2 the building has enough space part of architects who preferred this kind of
for 50 employees. Just 62 t of steel were used system after having experienced devastating
for the construction; this corresponds to a steel urban fires. Thus the way for high-rise buildings
plate of only 7.3 mm in thickness laid on the in steel construction was paved.
building’s usable area. In the following years erecting multistorey
houses became more and more complicated
with rules and laws aiming for fire protection
Building and service technology of the buildings. So considering cost-effective-
Using innovative assembling techniques and ness steel-frame constructions lost the competi-
avoiding wet construction methods, the erec- tion. The formerly missing database on building
tion time could be reduced to only 7 months. physics, especially considering fire protection
This could be achieved by a high degree of pre- systems, is nowadays explored. During recent
fabrication based on steel-frame and lightweight years several details have been developed to
constructions. satisfy the demands of up-to-date standards.
Thus only for the slab system was there a con- So in 1998, the government of the Federal
crete topping necessary as a wet technique. The State of North Rhine-Westphalia gave 3L archi-
concrete topping is also used for heating and tects the mission to develop economical build-
cooling the building through so-called ‘structural ing concepts that should lead to an enormous
element activation’. A core of concrete with a reduction in erection time because they are
thickness of 10 cm contains water-filled polymer based on steel-frame and lightweight construc-
tubes. As a special kind of floor-heating system tions. The aim of cost savings of up to 30%
they warm up the slab and take care of heating without loss of quality was easily fulfilled while
in winter and by cooling in summer. Applying achieving the highest degree in flexibility of
this system a cement screed becomes redundant. ground floor design. The architects of 3L’s
More than 600 m2 of the façade consist of ‘office 2015’ departed from the traditional way
steel and glass. By using a system of posts and of masonry for inner and outer walls and chose
rails made of special profiles a maximum of trans- walls made of gypsum board with even better
parency could be reached for the glass parts. characteristics in terms of sound and heat in-
By mounting high-quality glass on it a value for sulation, but with one decisive advantage: the
heat transmission resistance of 1.1 W/m2K lightweight construction of walls is free of tasks
could be achieved, thus ensuring a convenient of bearing structure and thus it is possible to put
interior climate in winter and summer. The non- the walls where ever within the system - even
transparent parts of the building’s façade are all removable during utilisation time.

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Stahl-Zentrum
Stahl-Informations-Zentrum
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