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Plato

Texte zur Ideenlehre

Herausgegeben und iibersetzt von


Hans-Georg Gadder

8
Vittorio Klostermann Frankfurt am Main
CIP-Kurztitelaufnahme der Dcutschen Bibliothek
Plato: Texts zur Ideenlehre / Plato. Hrsg. u. fibers. von Hans-Georg Gadder. -
2. Aufl. -Frankfurt am Main : Klostermann, 1986. (Klostermann-Texte : Philosophic)
ISBN 3-465-01696-3
NE: Gadamer, Hans-Georg [Hrsg.]; Plato : [Sammlung <dt.>]

Zweite Auflage 1986


© Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1978
Satz und Druck: Buchdruckerei Otto KG, Heppenheim
Alls Rechte vorbehadten Printed in Germany
Inhalt

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Winn II
11 I

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Phddon (95b-108c) 11

=¢Plrmenides (l28e-136e) 45

Der 7. Brief (3424-344d) 67

rl
Brl3unerungcn 75

.Phaidon 75
Parmenides 81
Der 7. Brief 87

Bibliographische Hinweise 93
Einleitung

4 At fen riickte erst in der spiteren Zeit der griechischen Geschichte in die
Eeherrschende Stellung, die es in unseer geschichtlichen Bewuiltsein ein-
nlimmt. Es it or Allen das Zeitadter nach der siegreichen Beendigung der
Perserkriege, das den Adstieg Athens und demit den Beginn seiner kultu-
rellen Bliite sah. Keener der groiien Denker, die wir Vorsokratiker nennen,
stammte aus At fen. Nicht einmd die sogenannten Sophister, die Vertreter
.lines neuen Bildungsgedankens, der von der Redekunst und der Kunst des
Diskutierens, die wir Diadektik nennen, bestimmt it, waned gebiirtige
GAtherer. Abel sie fanden dort sine so ungeheure Resonanz we sonst nir-
gendwo. Hier gelangte die Aufkliirungsbewegung des griechischen Geistes
auf ihre I-Iiihe und and zugleich ihre Gnenze. Bekanntlich it es den Zeitge-
\ nossen keineswegs bewulit gewesen, dai! der seltsarne attische Berger So-
krates, dessert Kunst der Gespriichsfiihrung die edelste attische _Iugend fas-
zinierte, in gan. anderer war ds jene sophistischen Bildungslehrer. Die
Abwehr der konservativen Kreise gegen das modische Bildungswesen
iiberhaupt, die zwischen Sokrates und den Sophisten keinen Unterschied
sah, hat Sokraes vernichtet. Abel sin Tod wurde in neuer Beginn. Als in
,,}ung und sch6n gewordener" Sokrates lebte er in den platonischen Dialo-
gen und wurde zum Symbol sines Brkenntniswillens und einer Redlichkeit
des Fragen-s, die den Ernst der Philosophic in fir adlemad von de leeren
Bildungstreiben der Sophistik scheiden sollte. Wir bewundern in Sokrates
eine platonische SchOpfung, aber wir haben vielleicht such Plato ds eine
SchOpfung des Sokrates zu bewundern. Denn day! do in Mann aus den
h6chsten Gesellschaftskreisen Athens Sokrates foliate, den moderner Geist
in Sich' aufnahm und gleichzeitig die gloBe religiOn und sittliche Tradition
seines Volkes festhielt, das hat abermals Epoch gemacht.
Es war die Zeit des politischen Niedergangs Athens. Sparta und spite
Theben iibten die Vorherrschdt in Griechenland aus, und bald sollte mit
Philipp von Makedonien und Alexander de Grolien das Erode des griechi-
schen Stadtstaates ds politischer Lebensform koren. Zu diesem Zeit-
pundit wurde durch Plato und seine Schiller in Reich des Gedankens er-
richtet, das die Somme des griechischen Lebens zog, die religi6se Tradition
und die wissenschaftliche Erkenntnis auf neuem Grunde vereinigte und
demit jens Gestalt des philosophischen Gedankens herauffiihrte, die ads
Metaphysik mehr as wei .Iahrtausende abendlindischer Geschichte geistig
beherrscht hat .

7
Plato it der erst Denker des Abendlandes, von de in umfangreiches
Work erhalten it. Dock handel es sick dabei nicht eigentlich um Lehr-
schriften, sondern um Dialogdichtungen, in denen Plata zumeist seine
Lehrer und Meister Sokrates as Fiihrer philosophischer Gespréiche dar-
stellt. Eine schriftliche Fixierung dessert, was Plato selber in philosophi-
schen Unterricht in Kreise der Akademie lelme, hater~nie vcrgeoommen .

Wir wizen daher von seiner Philosophic l'lul"2\ls den Berichten seiner Schii-
ler und aus de dichterischen Dialogwerk, das or selber verfalit hat...
Wenn Plato den schriftlichen Lehrvortrag 'die Philosophic : ablehnt,
rechtfertigt er zugleich die literarische Form. des sokratischen Dialogs, die
or selber gebraucht. Hier handel es sick nicht urn Lehrschriften. Dean in
den Didogen it in Geschehen gestaltet, we in Drama, we derluschauer
sehr gen au we iii, dai! die redenden Persons in ihrem eigenen reamen spre-
chen und nicht in de des Dichters. Gleichwohl gibt es innerhalb der pla-
tonischen Diadoge ausgezeichnete Partier, die gleichsarn den Blick auf'Pla-
tos eigenephilosophische Gedankenbewegung, ja sugar auf die Ausbildung
seiner eigenen Philosophic gestalten. In der Geschichte der Philosophie
kent man seine Lehre as die Ideenlehre. Gegeniiber der wechselnden Viel-
falt der Phinomene, die sick de Erfahrungsblick darbieteo, sind die Ideen
die warren Grundgestadten ables Seienden. Einesteils fdgt Plato demit den
Pythagoreern, defen Lehre von der grofiartigen Entdeckung ausgegangen
war, dpi das wahre Wesen der musikadischen Intervalle in exad<ten.Zahlen-
verhiltnissen der Saitenlinge der Musikinstrumente besteht. Andererseits
steht' ihm die wunderbare Unbeirrbarkeit =vor Augen, it der sin Meister
Sokrates an der Idee der Gerechtigkeit festhielt, selby damn noch, als die
Stadt At fen im Unrest war und Unrecht tat, indern sie ihn wang, den
Giftbecher zu tinker. . » .
Wie us der 7. Brief erkennen liiit, war die Hinrichtung des Sokratesin
der Tat der entscheidende Anstofi, der Plato auf den Weg der Philosophie
gewiesen hat. Am Ends it sin gesamtes Dialogwerk sine Apologie des S0-
krates und seine gesamte Philosophie die metaphysische Antwort auf die
Frage, we Sokrates, der Gerechte, in einer ungerechten Welt iiberha.upt
,l.
miiglich war. Die Antwort lautet: Weil die Gerechtigkeit in ihrem walrren
! Wesen der menschlichen Seele innerlidl erkennbar bleibt, Venn sie our
wahrhaft nach der Wahrheit sucht. Dieses Suchen hatte Plato an der sokra-
\

tischcn Gespréichsfiihrung erlebt und as Dialektik,als Kunst, an Gespr§ch


1

zu ii-ihren, d. h. das Fair und Wider gerneinsam zu erwigen, 'm den Dienst
:winer Wahrheitssuche gestalt. 1 .-
Die drei Stiicke aus den Schriften Platos, die her ausgewiihlt sind, bilden
sine .These und stellen sick zugleich der Priifung derselben. Der Text-aus
dan ,,Phaidon" gilt von ieher ads die °~ ; entliche
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~. der Ideenlehre
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in platonischcn Werrk. Auth die kritieclne Poletnik des Aristoteles regen die s

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Idaenldire or auf ilm Be mug. Der Platonismus des Altertums ,


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do air den Neuplatonismus hat daraus die Zweiweltenlehre ge-


macht, die bis ins 19. jahrhunden hinein die Dalkfigur Plans bestimmt O

Auf der ardeen Seite hat derselbe Text grade such de transzenden-
Idealismus und insbesondere der neukantianischen Platodeutun . der
Siehnule gedient, die Plato Vorliufer der Kritischen Philcrso-
phie zu erheben suchte. Abel such Venn es waht it, day die Trennung der
Ides von den Erscheinungen be Plato sdbst kane Zweiweltenlehre be-
~. °° ~den dark sie dock such umgekehrt nicht (eta it Natorp) as
, . , ,

Grundlegung der Erfahrungswissenschaften verstanden werden. Der


5

,,Charismas", das heiilt die Abtrennung der von den Erseheinungen,


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die mit der Annahme der Ides dngeftihn wind, it vielmehr in integie- s
U

rendes Moment der platonischen Diadektik anzuerkennen. Auf diesel Ab-


tfennung die M~ ; licllke°'t des Der kens, der Sophistik zu erweh-
ren. Dielr ,,Phaidon" stellt our einen ester Schmitt in diesel Riehtung day.
D88 P 's 8* .~ m Erziehung zur Dialektik, das die Pcrliteia entwickelt,
fiill'rt dieter Schritt water aus.
Als zweites Stiick wind die sogenannte Selbstkritik Platos in Parmeni-
9
w

det-Didog vorgelegt. Das will niche der historisch-genetischen Betrach-


u

tungswdse des platonis n Works Vorschub leister, sondern in Gegenteil


die Zusammengehérigkeit der Hypothesis des Eidos it der Dialektik der
Teilhabe ins Bewu8tsein hebren. Die Sdiwierigkeiten, die in der Annahme
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der Ideen lieger und die der greise Parmenides de jungen Sokrates darlegt ,
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sullen und kiinnen kdnen Augenblick dariiber tiuschen, dai! sick die plato-
nisdle Dialektik geradezu durch die Uberwindung diesel Schwierigkeiten 0
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deiiniert, such went dies Uberwindung niche so Wehr Charakter einer


konsisnenten Lehre as den einer lebenslangen Ubung hat. Der Parmwi- 0
Q

des-Dialog fuhrer sine sokhe Ubung or. Man hat darin moist sine Krisis der
|
II

Idelenlehre gesehen. In Wamhrh-eit diirften grade her die Problem zur


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S - ~1 e koren, die Plato nu seiner ei8enen, schriftlich nicht fixiertcn D

Lehre von der Bins und der unbestimmten Zwei und den Ideadzahlen ge- 9
l

fiilwt Denn gene deaden Wesenheiten, die wir it der Ides des Gu-
ten der Ides der Gerechtigkeit, der Idee der Ordnung, der Ides des Welt-
meinen und die air in Monde fiihren, sind nicht sine bloke Rdhe
efnl elmer Gestalten oder "Q . iffe, sondern bilden in Ganzes des Seienden,
8
9

we es sick unserern Geiste darstellt, vergleichbar de Gefiige der Zalhlen .


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Es gibe wirklich, we Parmenides darlegt, kane dee fir sick. So we nig, we o


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eine einzelne Zahl etas wire ohne ihre Stellune im Ganzen der Zahlenrei- s
U
he. Alls Erkenntnis mint das sine Gauze. Eben deshalb it es in unendli-
ches Gesprich, das die Wahrheit suchende Seele it sick fiihn. Sie get den
Weg der Diadektik und strebt danach, die Einheit alles Seienden zu erken-
nen, die durch das vielfiltige Schwanken unseer Welterfahmng hindurch-
leuchtet. So enthilt Platos Lehre von der Idee des Gut en die philosophische
Transzendenzerfahrung der Griechen, die de Begriff eines Gottes, der
nicht von diesel Welt it, und dammit de christlichen Zeitdter priludiert.
Arch das dritte Textstiick, das wir vorlegen, der Exkursdes siebenten
Briefes, will weder eine Umbildung der anfiinglichen Ideenlehre nach gar
ihre Preisgabe zum Ausdruckbringen. Das bestiitigt sick nicht zuletzt in
de Zusammenstimmen des Parmenides-Dialogs it diesem Text. Es han-
delt sick offenkundig um einen durchgeformten Gedankengang, den Plato
Wiederholt vorgetragen hat und der die erkenntnistheoretische Rechtferti-
gung dafiir enthiilt, dai! er kane schriftliche Darstellung seiner Philosophie
gegeben hat. Plato legt dar, dal! die Former, in denen sick Erkenntnis des
wdhren Seins fixieren liilit und durch die sie mitteilbar werden kiinnte,
kane Sicherheit dafiir bieten, day! wirkliche Einsicht durch sie vermittelt
wind. Denn es gibt kane Form sprachlicher oder gar schriftlieher Fixie-
rung, die nicht de Miflverstand und der Verdrehung ausgesetzt ist. Am
Beispiel eines eidetischen Gegenstamdes, am mathematischen Kreis, wind
sowohl gezeigt, arum es auf die dialektische Unterscheidungder Idee an-
kommt, as such, arum es zur Abwehr der sophistischen Verfiihrung der
fortdauernden Anstrengung des Begriffes bedarf. Die dorische Harmonic
von Logos und Ergon, auf die Plato sin gazes schriftstellerisches \Verk
griindet, bleibt am Erode fair alles Philosophieren waht.
Dem griechischen Text liegt die Oxford-Ausgabe von ]. Burnet zugrun-
de. Der Seiten- und Zeilenzihler folgt der adlgemein iiblichen Paginierung,
die der Humanist Henricus Stephanus in seiner Ausgabe eingcfiihrt hat.
Die Ubersetzung der griechischen Texte, die ich vorlege, bemiiht sick, bei
gréillter Genauigkeit dennoch alles sogenannte Ubersetzerdeutsch ZU' ver-
meiden .
Die beigefiigten Erliuterungen wollen nicht die Einzelerkliirung adler
Schwierigkeiten iibernehrnen. Dafiir set auf die wissenschaftlichen Kom-
mentare verwiesen, die in der Bibliographic aufgefiihn sind. Meine Erliiu-
terungen verfolgen lediglich den Zweck, die Gedankenfiihrung nachvoll-
ziehbar zu machen und demit zugleich zu zaeigen, we die dei ausgewihlten
Textstiicke zusammenstimmen. Sie méichten die innersten ImpulSe der pla-
tonischen Philosophie so zur Ausléisung bringer, daft die dogmatische und
doxographische Verfestigung derselben aufschmilzt.

10
Phaidon
95b-108c
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12
ilaiidon erzihlt :
-Man Bester, sage Sokrates, set nicht so sicker, dammit us nicht Verhe-
. :rung den Beweis, der schon gelingen will, zu Fall bring. Aber das it die
Swine des Gottes, wir dagger wollen we in homerischer Held nil-ner her-
gn8ehen und priifen, ob Du etas Richtiges sags. Folgendes it der Kern-
.° punkt dessert, was Du fragst: Du forderst einen Beweis dafiir,daf$ die Seele
uiwergéinglich und unsterblich it, demit in philosophischer Mann, be
Dem es ans Steuben geht - zuversichtlich und iiberzeugt, dai! es ihm nach
seine Tod dort driven gut gehen wind, und war weir bosser, as Venn er
in anders Leben her bis zu Ends gelebt héitte -, kane unverniinftige oder
tiirichte Zuversicht hegen sell. Nor dies beweisen, dall die Seele etas Krif-
tiges it, gottihnlich und schon voucher vorhanden, bevor wir. zu Menschen
werden, schlieile noch nicht aus, meinst Du, day all das gar nicht Unsterb-
lichkeit, sondern our bedeute, daft die Seele langlebig is und vielleicht
schon unendlich large voucher existiert und vielerlei gesehen und erlebt hat.
Aber deshalb set sie noch large nicht unsterblich, sondern grade igor Ein-
gehen in den menschlichen Kipper set fir sie vielleicht der Anfang ihres
Vergehens, we eine Krankheit. Sie k6nnte sehr gut igor gazes Leben dahin-
siechen und am Erode in de sogenannten Tode zugrunde gehen. Ob die
Seele einmal oder 6fter in einen K6t°per gelange, mach damn keinen Unter-
schied dafiir, dall man Angst babe. Vielmehr set es gan richtig und ver-
niinftig, Angst zu haben, solange man Nicht Weill und keinen Beweis dafiir
geber kann, dais sie unsterblich it. So ungefahr it das doc, denke is, lie-
ber Kebes, was Du meinst. Is fosse es absichtlich so gena zusammen, da-
mit us nichts entgeht und Du, Venn Du willst, noch etas hinzusetzen
oder zuriicknehmen kannst.
Kebes antwortete. lm Augenblick babe ich eigentlich weder etas zu-
riickzunehmen, noch hinzuzusetzen. Es it gena das, was ich mine.
Sokrates verhielt sick nun sine gauze Weile still und san in sick hinein.
Dann sage er: Keine klein Sachs it es, lieber Kebes, was Du do verlangst.
Denn nun ml! man gan allgemein be allen Werden und Vergehen nach
de Grunde suchen. Da m6chte ich Dir jetzt, Venn es Dir recent it, erziih-
len, we es mir dabei gegangen ist. Danach kannst Du die Anwendung ma-
chen, Venn Dir etas von de, was ich sage, fir den Beweis, den Du ver-
mifit, brauchbar erscheint.
Gut, sagte Kebes, es ist mir recent.
H6r also, was ich zu sage babe. Als ich, man Kebes, Jung war, da war
ich gan furchtbar auf die Art Weisheit aus, die man Wissenschaft von der
Natur rent. Denn das skien mir gan grofiartig zu sin, die Griinde fair
in jedes Ding zu kennen, wodurch es entsteht und wodurch es verger und

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I4
wzodurch es it. Und unzihlige Male bin ich von eire Extreme ins anders
befallen, idem is zunichst eta folgendcs mich fragte: Warn das Warme
and das Kalie in Fiiulnis iibergeht, entstehen damn, we manse behaupte-
ten, die Lebewesen? Ist es das Blot, wodurch wir Bewufitsein haben, oder
die Loft oder das Feuer oder nichts von diesem, sondern it es das Gehirn,
das die Wahrnchmung des Héirens, Sehens und Riechens bewirkt, und so,
day! daraus Gediichtnis und Urteil entsteht, aus Gedichtnis aber und aus
Urteil, das Bestandhat, die betreffende Erkenntnis zustande komme? Und
as is damn umgekehrt das Vergehen von alldem ins Auge fafite, such von
de, was dies am Himmel und auf der Erde or sick geht, do skien is mir
schlidllich fir dies Art der Untersuchung gan und gar unbegabt. Ich will
Dir dafiir einen Beweis sage, der Dir geniigen wind: Sogar das, was ich
friiher, we mir selby und allen ardeen vorkam, gan gena wufite, wurde
mir dam's auf Grund diesel Betrachtungsweise so dunkel, daft is such das
, nicht mehr verstand, was ich friiher zu wizen meinte - um in beliebiges
Beispiel zu nennen: arum in Mensch wéichst. Das skien mir order
gan klar zu sin: durch Essen und Trinken. Wenn n8imlich aus der Nah-
rung Fleisch zu Fleisch hinzukommt und Knochen zu Knochen und in der-
selben Weise such zu allen ardeen das ihm ZugehOrende, damn set die we-
nige Masse nachher viol geworden, und so Verde der kline Mensch groff.
So hatte is mir das friiher gedacht. Kommt Dir das nicht ganz verniinftig
or?

O ja, sagte Kebes.


Nun iiberleg Dir aber folgendes: Is hatte immer geglaubt, es wire ge-
ning, Venn in grofier Mannneben eire kleinen steht, anzunehmen, daft
ereben um diesen Kopf griifier set, und ebenso be Pferden, und noch klarer
sChien es mir be folgendem: zehn skien mir mehr as aft zu sin, well do
wei mehr dabei wire. Das Zwei-Fufi-Lange skien mirdadurch gréifier
ds das Ein-Fufi-Lange, dai! es slum die Hilfte iiberragt.
'Und jetzt, sagte Kebes, we stella Du Dir den das jetzt or?
Weit entfernt bin is, be Zeus, sage er, daft is mir einbildete, fir so et-
was den Grund zu wizen, we ich mir dock nicht einmal dariiber klar wer-
den kann, ob, Venn einer ans zu ans hinzusetzt, damn die Eins, zu der ans
hinzugesetzt wind, wei geworden it owler die hinzugesetzte Eins, oder ob
bade, die hinzugesetzteund die Eins, zu der sie hinzugesetzt wurde, durch
die Hinzusetzung der einen zur ardeen wei geworden sind. Es it mir
niimlich unbegreiflich, we cede der baden, solange sie noch voneinander
getrennt waren, ans war, und dais sie damals durchaus nicht zwei waren,

15
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wieso damn aber, as sie nadine aneinander herangekommen ~waren, dies der
Grand ihres Zweiwerdens geworden sin sell, der ZusammenschluB durch
Mme gegenseitige Annaherung. Ebensowenig ken is mir vorstellen, do ,
went einer ans durchspaltet, dies Spaltung ihrerseits wiederum der
Grand for das Zweigewordensein werden kann. Denn das it dos gena
der umgekehrte Grand fair das Zweiwerden as vorhin. Eben nochwurden
sie aneinander nahe herangebracht und die sine zur ardeen hinzugesetzt,
jetzt megen wind die eine Eins von der ardeen weggenommen und abge-
trennt. ja, und jetzt verstehe ich nicht einmal mehr, warm etwas iiber-
haupt eines wind, und it eire Wane: ich verstehe iiberhaupt nicht mehr,
warm irgend etas entsteht oder vergeht oder is, solange ich diesel Be-
9
I

trachtungsweise folge. Somische ich mir den lieber auf gut Gliick sine an-
dere Betrachmngsweise zusammen - auf dies lass ich mich jedenfaUs nicht
mehr in. .

Nun hone ich einmal aus eire Buche des Anaxagoras vorlesen, und as
es da hied, do die Vernunft es is, die alles durchordnet und von allen der
Grand ist, da war ich gan gliicklich, do dies der Grand set. Und es shier
mir gewissermMen ganz in der Ordnung, daB die Vernunft Grand von al-
lem ist. Ich stella mir or, Venn das so it, do damn die ordnende Vernunft
l
alles in Ordnung bring und in jedes Ding so einrichte, we es am bester
set. Wenn nun jemand fair irgend etas den Grund wizen wollte, we es
entstehe oder vergehe oder set, damn brauche er dariiber our herauszufin-
den, we es fair es am bester set, fir sein Sein we fair sin Tun und Lassen.
Diesel Erwéigung zufolge babe der Mensch sowohl be sick selber we be
allen ardeen nichts anders zu fragen, als was das Beste und Vorziiglichste
set. Es folge aber notwendig, dai! man im selben Atem such das Schlechtere
wisse. Auf beides ginge ja an und dieselbe Erkenntnis. lndemich mir das
iiberlegte, glaubte ich hOchst erfreut, einen Lehrer fir den Grund alles Sei-
enden gefunden zu haben, der mir gan nach de Sinne war, eben Anaxa-
goras ... Er Verde mir esters einmal sage, ob die Erde flack oder run it,
und damn mir such den Grund dafiir und die Notwendigkeit dessert ausein-
andersetzen, und war, idem er das Bessere aufwiese, und zeige, daB es fir
sie bosser set, so zu sin. Und Venn er sage, sie befande sick in der Mitts,
such damn Verde or mir erklaren, wieso es fair sie besser set, in der Mitte zu
sein. Wenn er mir das bewiese, war ich entschlossen, nie mehr auf eine an-
dere Art von Grund aUszusein. Genaro war ich entschlossen, mich fiber
die Sonne belehren zu lassen, den Mood und alle Sterne, ihre Geschwindig-
»
._/
keiten zueinander, ihre Bahn und was sonst it ihnen set: stets mOcha ich
wizen, wie es fair in jedes besser set, sick zu verhalten im Tun und Lassen .
Denn ich dacha, auf keinen Fall Verde dock jemand, der sagt, daft alles von

17
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as
Vcrnunft geordnet set, irgend einen ardeen Grund dafiir beibringen ads
den, daB es fir sie am bcsten set, sick so zu verhalten, we sie sick verhalten .
We fir jedes einzelne we fir all zusammen den Grund finder wolle,
miisse also, meinte is, das fir in ides Beste und das fir able gemeinsarn
(Slate anfiihren. Diese Erwartung hate ich um ables nicht aus der Hand ge-
geben, sondern beschaffte mir voller Eifer so schnell we m6glich die Bii-
chef und las sie, dammit ich so schnell we miiglich das Beste und das Schlech-
tere erkennen lernte.
. Von diesel grofiartigcn Erwartung, man lieber Freund, bin ich aber gan
abgekommen, als ich be weiterem Lesen bemerkte, daft der Mann von der
Vernunft gar keinen Gebrauch macht und iiberhaupt kane wirklichen
Griinde fir die rechte Ordnung der Dinge anfiihrt und all so albernes Zeng
Liifte und Ather und Wasser as Grund angibt. Und mir shier, es war
ihm gan so gegangen, we Venn einer sage: Sokrates tue alles, was er Tue,
aus Vernunft, und Venn er damn die einzelnen Griinde fir das, was is tue,
anzugeben sucht, damn erst einrnal erzahlt, daft is deswegen jetzt her sit-
ze, well man Kipper aus Knochen und Sehnen zusammengebaut it. Die
Knochen seen Starr und voneinander durch Gelenke getrennt, die Sehnen
dagger kéinnten sick anspannen und entspannen und umschliissen die
Knochen zusammen it de Fleisch und der Haut, die alles zusammenhal-
te. Da nun die Knochen in ihren Gelenken schwebten, bewirkten die Sch-
nen durch Nachlassen und Anspannen, dal! ich mine Glieder so kriimmen
kiinne, und das set der Grund, dai! ich her so gekriimmt smile. Und dafiir,
day! ich mich it euch unterhalte, gibe er wider andre solche Griinde an,
Klinge und Luftstr6me und Gehérwahrnehmungen und all so in Zeng,
und un terliefie gan, die wahren Griinde anzugeben, niimlich: .well es den
Athenern besser erschienen set, mich zu verurteilen, deswegen erscheint es
such mir besser, her zu sitzen, und rechtlicher, her zu bleiben und die
Strafe auf mich zu nehmen, welch such immer sie mir auferlegten. Denn
berm Hun de, das it dos klar, angst waren dies Sehnen und Knochen in
Megara oder in Biiotien, idem sie sick von de, was ihnen am bester
schiene, leiten lieilen, Venn ich es nicht fir rechtlicher und schiiner hielte,
start zu fliehen und davonzulaufen, die Strafe auf mich zu nehmen, welch
such immer die Stadt verhangte..Iene ardeen Dinge dagger Griinde zu
nennen, ist dock gar zu unsinnig. Natiirlich, Wenn einer our sage volte,
daft ich one solche Knochen und Sehnen und alles andre nicht imstande
wire, das zu tun, was mir gut schiene, wiirde er etas gan Richtiges sage.
Dali ich aber diesel wegen tue, wasatch tue und day! das aus Vernunft verfah-
ren hielie, Venn es nicht die Wahl des Besten bedeutete, das wire dock die
reinste Gedankenlosigkeit. Das hiefie pa nicht unterscheiden kéinnen, dai!

19
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das, was fir in Seiendes sin Grund it, etas gan anders it as das, ohne
das das den Grund Bildende gar nicht Grund sin kiinnte. Dies aber it es,
worauf die meisten, we mir scheint, blind tapped we in der Dunkelheit
stolen, und dafiir gebrauchen sie einen gan falschen reamen, Venn sie es
Grund nennen. So kommt es dazu, dai! der sine rings um die Erde einen
Wirbel herumlegt und die Erde unter de Himmel bleiben liiit, we sie it,
in anderer stiitzt sie we einen aachen Trog it Luft ab. Nach der Kraft
dagger, die bewirkt, dal! sie miiglichst auf Beste eingerichtet is und des-
halb ietzt so gelagert it, suchen sie iiberhaupt nicht, noch glauben sie, dali
dazu eine besondere g6ttliche Kraft gehéire, sondern bilden sick in, fair sie
einen neuen Atlas gefunden zu haben, der kriftiger und unsterblicher set
und alles besser zusamrnenhadte. Aber daft es das wahrhaft Gute und Ver-
bindliche set, das zusammenbinde und zusammenhalte, darauf koren sie
gar nicht. Meinerseits ware is fiir diesen wirklichen Grund gar zu germ bei
we such immer in die Schule gegangen. Da is diesen Grund aber so sehr
vermilite und weder ihn selber zu finder noch ihn von eire ardeen zu
lerner imstande war, so will ich Dir nun, man lieber Kebes, Venn es Dir
recent it, erziihlen, auf welchem Wege ich die zweitbeste Fahrt zur Suche
nach de Grunde unternommen babe.
Er antwortete: Und ob es mir rest it.
Nun, sagte Sokrates, es shier mir gut, nachdem is einmal dabei ge-
scheitert war, die Dinge zu erforschen, mich lieber in aft zu nehmen, dai!
es mir nicht ginge we denen, die sine Sonnenfinsternis beobachten wollen
und durch die Beobachtung krank werden. Manche verderben sick dabei
niirnlich die Auger, falls sie nicht in Wasser oder etas Derartigem igor blo-
Kes Abbild beobachten. An so etas dacha such ich und war in Besorgnis,
ob ich nicht mine Seele gan und gar zum Erblinden briichte, Venn ich
mich it meighen Augen unmittelbar zu den Sachem hinwendete und it je-
dem miner Sinne versuchte, sie zu erfassen. Es shier mir daher richtig,
mane Zuflucht zu der Weise zu nehmen, we wir von den Dinger reelen,
und darin die Wahrheit fiber die Dinge zu betrachten. ]a, vielleicht is das,
omit ich her vergleiche, in gewisser Weise gar nicht treffend. Denn im
Grunde ann ich gar nicht zugeben, daB der, der die Dingo, we wir von ih-
men reelen, betrachtet, sie mehr in Abbildern betrachtet, ads der, der sie in
der Wirklichkeit betrachtet. Nun, auf diesen Weg babe is mich jedenfalls
gemacht, und idem ich jeweils von de, was wir fiber die Dinge reelen,
diejenige Behauptung zugrunde legs, die ich fair die allerstiirkste halter
mull, seize ich das, was it diesel in Ubereinstimmung zu sin scheint, as
wahrhaft seiend, ob es sick nun um den Grund handelt oder um all das an-
dere -- was dagger nicht iibereinstimmt, das seize ich as nicht wafer. Aber

21
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22
is will Dir adenauer auseinandersetzen, was is mine, den is glaube, dal!
Du es noch nicht gan verstehst.
Bei Goto, wirklich noch nicht so gan.
4 Nun, sagte ich, ich mine gar nichts Nesses, sondern was ich immer schon
unermidlich sage, sowohl be ardeen Gelegenheitcn as such soeben in
unseer jetzigen Unterhaltung wider. Ich will also darangehen, Dir so gut
ich kanndie Art von Grund darzulegeu, it der ich es hate, und ich will
Mich wider zu jenn vielberedeten Dingen wenden und von ihnen meighen
Ausgang nehmen: ich seize also voraus, daB es in Schéines an ihm selby
gibt und in Gutes und in Groiies und all das. Wenn Du mir das zugibst
t und mir zugestehst, day! es das gibt, damn hoff ich, Dir von diesel Grund-
lage aus den Grand dafiir eigen und auffinden zu k6nnen,daB die Seele un-
sterblich it.
Das, sage Kebes, gebe ich Dir gene zu, und Du kannst ruhig Deinen
Beweis beginner.
Priife also, sage er, ob Dir such das Folgende ebenso einleuchtet we
mir. Mir namlich schein gan klar, Venn irgend etas anders sch6n is
aulier de Schiinen an ihm selby, es aus steinem einzigen ardeen Grunde
sch6 n it, as well es an jeneman ihm selby seienden Schéinen Anteil hat.
Und entsprechend in allen Fallen. Bist Du it diesel Art von Grund einver-
standen P
]a, is bin einverstanden, sagte or.
Ich verstehe néimlich gar nicht mehr, sagte or, und vermag es iiberhaupt
nicht zu begreifen, was es do noch fir anders schlaue Griinde Geber sell.
Vielmehr, Venn einer mir as Grund dafiir, arum irgend etas sch6n it,
seine bliihende Farbe rent oder seine Gestalt oder irgend etas derart,
lass ich mich auf all das iiberhaupt nicht in - be so etas verwirrt sick mir
our alles. Daren aber hate ich schlicht und einfach und vielleicht einfaltig
fir mich fest, dais nichts anderes etas sch6n machen kann ads die Anwe-
senheit oder die Gesellschaft von jeer Schéinen an ihm selby oder we
immer man solches Zusammensein nennen mag. Darauf namlich kommt es
mir gar nicht an, sondern our darauf, dali es das Schéine an ihm selby is,
durch das all sch6nen Dinge schOn sind. Das schein mir heimlich die aller-
sicherste Antwort zu sin, die ich mir selber oder we sonst geber kann,
und Venn ich die festhdte, damn, mine ich, Verde ich me zu Fall koren,
sondern es schein mir fair mich selby we fir eden ardeen die einzig si-
chere Antwort, dal! durch das SchOne die schOnen Dinge schOn sind.
Leochtet Dir das nicht such in?
Es leuchtet mir in.
Und ebenso, daS durch die Gr6Be das Grofie grow und das GrOliere grO-

23
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24
Ber is und durch die Kleinheit das Kleinere kleiner?
. pa.
. Arch Du wiirdest also auf keinen Fall zustimmen, Venn einer behauptet,
daft einer um einen Kopf und durch in griller set as in anderer und dai!
der Kleinere eben um denselben Kopf und durch ihn kleiner set, sondern
Du weirdest schwéren, daB Du fair dine Person nichts anders behauptest,
as dal! alles, was gr6f3er it as in anders, durch nichts anders grubBer is
as durch die GreBe selby und day! es our deswegen greer it, wegen der
Gr6Be. Das Kleinere urngekehrt set durch nichts anders kleiner als durch
die Kleinheit, und our deswegen set es kleiner, wegen der Kleinheit. Das
lust Du aber, mine ich, well Du or Widerspriichen Angst hast, in die Du
geraten kénntest, Venn Du behaupten wiirdest, dai! einer durch den Kopf
griiiier oder kleiner set. Erstens heimlich wire damn das Gr6Bere durch das-
selbe gréiiier we das Kleinere kleiner, und zweitens wire durch etas, das
Klein it, niimlich durch den Kopf, das Gr6fSere grizifier, und das wire dos
gan gespenstisch, dail etas durch in Kleines in Gro{3es wire. Oder
wiirdest Du davor nicht Angst haben?
Da lachte Kebes und sage: Natiirlich.
Weirdest Du nicht such Angst haben zu behaupten, dai! es durch die
Zwei set, weshalb die Zehn mehr set as die Acht und dall das der Grund set,
Warurn sie iiberrage und nicht vielmehr, dali es durch die Vielheit und we-
gen ihres Vielseins set? Oder day! das Zweifulilange durch die Hiilfte griiiier
set als das Einfuiilange und nicht vielmehr durch GreBe? Denn irgendwie
it es dasselbe, wove man dabei Angst haben mull.
Gewifl, sagte or.
Und water: Zu behaupten, dal! Venn man ans zu ans hinzusetzt, die
Hinzusetzung der Grund fir das Zweigewordensein it oder be der Tei-
lung die Teilung, weirdest Du Dick davor nicht in ach nehmen und lieber
steif und fest behaupten, day! in jedes auf kane anders Weise so geworden
it, as dadurch, dais es an de spezifischen Sein dessert, an de es tell hat,
teilgewonnen hat? Und weirdest Du nicht in den vorliegenden Fallen keinen
ander Grund fir das Zweigewordensein anzugeben haben as eben dies
Anteilgewinnung an der Zwei? Und dais alles, was je wei sin wind, daran
teilgewinnen miisse, und, was immer ans sin sell, an der Eins? Wirst Du
nicht Deinerseits dies Teilungen und dies Hinzufiigungen und all dies
SCh6nen Dinge lieber gan beiseitelassen und solche Antwonen lieber de-
nen iiberlassen, die kliiger sind as Du? Du dagger, aus Angst or Deinem
eigenen Schatten und Deiner Unerfahrenheit, we man sagt, wirst Dich fest
an gene sichere Voraussetzung halter und entsprechend antwonen. Wann
einer sick aber an dies Voraussetzung selber heranrnacht, so wirst Du Dick

25
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514 o'l.u,xp61'qra €X€¢ 6 Ecoxpéms 7rp<3 s TO éxdvov 444)/e6o9;

26
auf nichts einlassen und nicht her weitere Antworten Geber, ads bis Du ge-
priift hast, ob das, was aus jeer Voraussetzung folgt, miteinmder in Ein-
'klang it oder sick widerspricht. Wenn Du aber endlich fiber jens Voraus-
setzung selber Redo stephen miiiitest, damn wiirdest Du es genaro machen,
idem Du wider sine anders Voraussetzung zugrunde legtest, we sie Dir
unter de Vorausliegenden ads die best erscheint, bis Du zu etas Zurei-
chendem kiimest. Du wiirdest aber nicht we dies Disputierhelden alles
. dnrcheinandermischen und gleichzeitig fiber den Ausgangspunkt und das,
was aus jeer folgt, diskutieren, Venn anders Du etas, we es wirklich is,
herausfinden willst. Jens Leyte dagger Geber sick dari be vielleicht iiber-
haupt kane Rechenschaft und machen sick dariiber kane Sorgen. Vor lau-
ter Weisheit sind sie imstande, alles durcheinanderzuriihren und trotzdem
gan it sick zufrieden zu sin. Du dagger wirst, Venn Du wirklich zu
den Philosophen gehiirst, es so machen, we ich sage.
Das is die lautere Wahrheit, was Du da sags, antworteten Simmias und
Kebes we aus eire Monde.
'Echekrates :
Bei Gott, man lieber Phaidon, do hatter Sie recent, den er scheint mir fir
eden, der such our in birchen Verstand hat, das it grofiartiger Klarheit
dargelegt zu haben.
Phaidon :
Ganz recent, man lieber Echekrates, und es schien such Allen Anwesen-
den gena so.
Echekrates :
Wie pa noch us, die wir abwesend waren, aber es jetzt héren. Was wurde
den damn noch gesagt?
Phaidon :
Ich glaube, er stella, nachdem ihm dies zugestanden war und Einver-
standnis dariiber bestand, dais sine jede der Ideen wirklich existiere und al-
les Seiende an ihnen teilnehme und so von ihnen seine Benennung bekéime,
die folgende Frage: Wenn das wirklich Deine Meinung it, behauptest Du
damn nicht, Venn Du sags, Simmias set grislier as Sokrates, aber kleiner als
Phaidon, daft damn in Simmias beides da set, sowohl Griffie alsauch Klein-
heit?
ja.
Abel Du bleibst trotzdem it us einig, day! das Uberragen des Simmias
fiber den Sokrates sick in Wahrheit nicht so verhéilt, we man davon zu re-
den pflegt. Denn es set ja doc nicht so, daft Simmias dadurch iiberragt, dali
or Simmias it, sondern durch die Gr6f$e, die er zufiillig hat. Noch such
iiberragt er den Sokrates, well Sokrates Sokrates is, sondern well Sokrates

27
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xi tkropefvas HW apucpdmra, xi é'n inv 5a°1rep eipd, o5ro 9
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o°Iuxp8v efvav is 8' a5rws' :cal 76 o'puxp5v TO iv fyyiv oil
éOéAez 11072 péya yfyveaOa¢ ov'6% efvaz, ov'8' &Ago ov'5Ev r¢'5 v
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5 aa¢6l>9 pépvqpaa-Upbs 6e63v, ov'x iv rows' 1rp6a'6ev fypiv
Adyocs a151-5 Tb évavrfov r6:»v val Aeyopévwv &wAoye€ro, in
row? €Aé'r'rovos' to peifov yf)/veo'6a¢ al ex 7.53 pzeffovoe Tb
fkarrov, al &r€xvc3 s of}rn efvaz ;, yfveaw rolls' évavtfocs,
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Kal 6 Ewxpérqs` 1rapa§aA8»v HW xe¢aA1v Sal &xov'o'a9,
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28
in Verhiltnis zu seiner Gr6Be Kleinheit hat.
Das it wafer.
Auch Verde or nicht von Phaidon iiberragt, well Phaidon Phaidon it,
sondern well Phaidon in Verhiltnis zur Kleinheit des Simmias Gréiile hat ?
So it es.
In diesem Sinne also liifit sick von Simmias in der Tat sage, daft or groff
und Klein zugleich it, den er it in der Mitte zwischen baden. Hinter de
einen bleibt er zuriick, do der durch seine GrOile seine eigen Kleinheit
ii bertrifft, de ardeen dagger stellt er seine eigen Gr6Be entgegen, die
dessert Kleinheit iiberragt. Und idem er dabei lichelte, sagte er: Man
kOnnte meighen, ich redete we an Advokat, aber der Sachs nach it es wirk-
lich so, we is sage.
Er stimmte zu.
Es kommt mir aber auf folgendes an, und is mOcha, dal! Dir das gena
so einleuchtet we mir: Mir heimlich ist nicht our evident, dais die GrOile an
sick niemals in der Lage it, zugleich groin and Klein zu sin, sondern such ,
dal! die Gréiile be us niemads das Klein zulassen wind und niemals in der
Lage sin wind, sick iiberragen zu lassen. Es gibt vielmehr our wei Mog-
lichkeiten: Sick davonmachen und den Platz rumen, Venn sin Entgegen-
gesetztes, das Klein, herzukommt, oder Venn genes Platz gegriffen hat,
selber zugrunde zu gehen. Zu bleiben und die Kleinheit hinzunehmen und
auf dies Weise etas anders zu sin, as es war, wind es dagger nicht in-
der Lage sin. Wenn ich Kleinheit annehme, ohne von der Stelle zu wei-
chen, Verde ich immer noch der sin, der ich bin, und as der, der ich bin,
Klein sin. Dagegen wind das Grolie nicht wage, we es doc grow is, Klein
zu sin. Ebenso wind such das be us Klein nicht in der Lage sin, je groff
zu werden oder zu sin, und so wind es be Allen derart Entgegengesetzten
sin, Dal! kins, solange es noch it, was es ist, in der Lage sin wind, zu-
gleich sin Gegenteil zu werden oder zu sin, sondern entweder weicht es
von der Stelle oder verger ganz in de neuen Zustand .
Véillig so scheint es mir, sage Kebes.
Da sagte nun einer von den ZuhOrcrn - we es war, erinnere ich mich
nicht mehr gena --: Aber um Gottes willer, wurde nicht be der vorigen
Diskussion gena das Gegenteil von de jetzt Behaupteten von allen aner-
kannt, niimlich dal! grade aus de Kleineren das Gréillere Verde und aus
de GrOlleren das Kleinere und daft, Venn Entgegengesetztes Verde, das
geradezu darin bestiinde, dal! es aus Entgegengesetztem Verde? jetzt dage-
gen schein dock die Behauptung die, dai! dies me geschehen bOnne.
Da babe Sokrates den Kopf gewendet und auf das GehOrte gesagt: Aus-
gezeichnet hast Du das behalten. Freilich verstehst Du nicht gan den Un-

29
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c p.eua° air& 8° lxefva ov':c iv nor! ¢a;.aev €6eAio'az yéveaw
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is' ov' 1roAA6 pa 1-apdrru.
2vva»poAoyr§xay.ev ipa, 'H 8' 59, &1rAél»s romero, pm 5e'1rore
évavrlov éavr¢§ Tb €vavrfov é'o'eo'6az.
l`Iavr&1rao'w, €¢q.
10 'En 6,5 pos al r68 e axérlrac, €¢n, el &pa avvopoAoyr§oe¢s.
0epp.6v Ra. xaAfI.l9 xi \lrvxp6v ;
'Emmye.
'Ap' 6"1rep' xc6va al 7r1'3p ;
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'AAA' &'rep6v ac. 1rvp5 s 78 0epp5v al frepév n xcévos 7.
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betapévqv 're 0epl.@6v, a'Salrep iv rows 1rp 6a0w %Aéyop.ev,
fol, é'o'eo'6az 51rep iv, xufva cal 6epp6v, &AA& 1rpoo16vros'
Roi? 0epl.w1'3 4, 151rexx¢op¢§o'ew at5r¢§ ,5 &1roAeio°6a¢.
Hdvv ye.
10 Kal re 1r5p 'ye at? 1rpoo'w'vro 9 Roi? 4rvxpoi3 av'rq'3 4,
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30
terschied zwischen de jetzt und de damals Gesagten. Damans néimlich
hiefi es, daS aus der entgegengesetzten Sache die entgegengesetzte Sachs
entstehe, jetzt dagger, daft das Entgegengesetzte selby niemals sick selby
entgegengesetzt werden kéinne, weder das be us noch das an sick. Damans
nirnlich, man Lieber, sprachen wir von de, was das Bntgegengesetzte an
sick hatund was von jeer her seine Benennung erfiihrt, jetzt dagcgen
sprechen wir fiber es selby, durch dessert Dasein das Genannte seine Be-
nennung hat. Jens selb~st, behaupten wir, wiirden nerds bereft sin, Wer-
den auseinander zuzulassen. Gleichzeitig sah or Kebes an und sage: Am
Erode hat such Dich, man lieber Kebes, diesel Einwand etas in Verwir-
rung gebracht? ,

Das nun grade nicht, sagte Kebes, dock will ich nicht leugnen, daft mich
Koch marches verwirren kann .
Wir sind us also dariiber einig, dai! grundsitzlich etas Entgegenge-
setztes niemals das ihm Entgegengesetzte sin wind.
Vollkommen, sage er.
Nun priife noch folgendes, ob Du darin it mir einig hist: Etwas nernst
Du dock warm und etwas kit?
ja.
Ist das gleichbedeutend it Sch fee und it Feyer?
Gott bewahre.
Sondern das Warme it etas anders as Feuer und das Kalte etwas ande-
res as Sch fee?
ja.
Abel das, denke ich, meinst Du trotzdem, day niemals das, was Sch fee
it, das Warme hinnimmt, we wir vorhin sagten, und damn noch beides
bliebe, was es war: Sch fee und Warmes. Vielmehr wiirde der Sch fee, Venn
das Warrne sick einstellt, ihm entweder den Platz riiumen oder vergehen.
Durchaus.
Und umgekehn wiirde das Feuer, Venn das Kalte sick be ihm einstellt,
entweder vom Platze lichen oder ganz ausgehen. jedenfalls wind es nie-
mals so kiihn sein, die Kalte hinzunehmen und trotzdem noch zu sein, was
es war, Feuer und Kaltes zugleich.
Do hast Du rest, sage er.
Bei einigem solchen Seienden gibt es also den Fall, sage er, daft nicht our
sin eigenes Wesen selber fair all Ewigkeit it seine eigenen reamen ge-
nannt werden will, sondern such noch etas anderes dazu, was war nicht
es selby it, aber dos immer seine Gestalt an sick hat, solange es it. Dock
lift sick das, was ich mine, vielleicht an Folgendern noch besser klarma-
chen: Das Ungerade mulls dos immer gena diesel Bezeichnung entspre-

31
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évavrfov a5r¢§ is( nos;
H69 Aéyecs;

32
Chen, die wir jetzt gebrauchen, nicht waht?
Jawohl.
Es allen unter allen Seienden? Denn darauf geht die Frage, oder mufi
man such anders, das it de Ungeraden nicht einfach identisch it,
trotzdem it dessert reamen immer mitbenennen, well es seine Wesen
nach so it, daft es. sick me vonda Ungeraden trennen kann? Is mine
demit, daIs es so ist, we es z. B. der Drei geht und vielen ardeen. Sch au es
Dir einmal be der Drei an. Kommt es Dir nicht such so or, dais sie nicht
our immer it ihrem eigenen reamen bezeichnet werden kann, sondern
such it de des Ungeraden, das dock it Dreiheit nicht einfach identisch
is? Gleichwohl it das das Wesen sowohl der Drei we der Fiinf we iiber-
haupt der franzen Hilfte aler Zahlen, dais, ohne it de Ungeraden iden-
tisch zu sin, eine jede von ihnen immer ungerade it. Umgekehrt it die
Zwei und die Vier und die gauze andre Reiheder Zahlen war nicht it
de Geraden identisch, und trotzdem it sine jede von ihnen immer grade .
Gibst Du das zu, oder nicht?
Abel natiirlich.
Nun sieh einmal, was ich Dir klarmachen mOcha. Es it dies: Offenbach
lassen nicht our jene im Gegensatz zueinander Stehenden einander nicht zu .
Auch all das, was, ohne selber geradezu entgegengesetzt zu sein, immer
Entgegengesetztes it sick fiihrt, such das lift offenbach gene Hinsicht nicht
zu, die zu der in ihm selby Liegenden entgegengesetzt it, sondern Venn
dies sick aufdréingt, vergeht es entweder oder macht igor Platz. Oder sell
man bestreiten, dai! die Drei lieber zugrunde gehen oder sons etas it
sick geschehen lassen wind, bevor sie es aushilt, immer noch Drei seiend,
grade zu werden?
Ganz gewiii, sagte Kebes.
Dabei ist, sagte er, die Zwei nicht eta der Drei entgegengesetzt.
In der Tat nicht.
Also nicht our die einander entgegengesetzten Ideen halter es nicht aus,
Venn die eine sick der ardeen aufdr§ngt, sondem es gibt such noch einigcs
anders, was Entgegengesetztes nicht aushilt, Venn es sick aufdringt.
Ganz recent.
SWollen wir nun bite, sage or, Venn wir dazu imstande sind, einmal fest-
stellen, was das fair Dirge sind?
Gewiii.
Sindesmicht solche, man lieber Kebes, die das, was sie in Besitz nehmen,
dazu nOtigen, nicht our igor eigenes Aussehen it anzunehmen, sondern
dariiber hinaus immer such etas von de, das geradezu sin Gegcnteil it?
Wie meinst Du das?

33
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Nal.
'O rofvw é'Aeyov 6p[o'aa6a¢, 1ro'ia 05x e'vavr(a 'rwl 6'vra
5pws oz? béxerau. a5r6, 18 iv avr fov--ofo v m'3v by rpl.&s r"§
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10 'y&p Evavrfov rel a%r¢}l> €1n¢e'pel., xi ;, 5v&s' of: 1rep¢1'r"§ al
105 re -#v"p of: 4"vXp¢'§ al &AAA 1r¢ip.1roAAa--&AA' spa 8;1 et
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34
Wie wir es eben sagten. Denn Du weiiit pa dock, was die Ides der Drei in
Besitz nimmt, das mufi nicht our selber Drei sin, sondern such ungerade.
Gewili. n

Zu solchem wind sick also, sage wir, die jeer Gestalt, die dies so private,
entgegengesetzte Idee niemads hinzugesellen.
Nein.
Gepragt hat es aber die des Ungeraden ?
ja.
Und diesel it die des Geraden entgegengesetzt?
ja.
Zu Drei wind also die Idee des Geraden niemals hinzutreten.
Freilich nicht.
Vom Geraden hat die Drei also iiberhaupt nichts?
Uberhaupt nichts.
Also it die Drei nicht grade?
ja.
Nun hatter wir gesagt, wir wooten festlegen, was das fir Dinge sind, die,
ohne zu etas in Gegensatz zu stephen, es, d. h. das Entgegengesetzte, dos
nicht aushadten - so we jetzt die Drei, ohne it de Geraden in Gegensatz
zu steben, nichtsdestotrotz es nicht aushiilt, sondern ihm immer sein Ent-
gegengesetztes it zubringt, und ebenso macht es die Zwei it de Unge-
raden, das Feyer it de Kalten und gar vieles anders -. Nun sick zu, ob
wir es nicht wirklich so festlegen kéinnen, day! nicht our das Entgegenge-
setzte das Entgegengesetzte nicht aushiilt; sondern such jenes, was das ihm
Entgegengesetzte, within es such immer komme, immer it sick bringt, as
das, was da mitbringt, das Gegenteil des Mitgebrachten niemals aushalten
wind. Memorize es nochmals. Es schadet namlich gar nichts, das after zu
héiren. Die Fief wind me die Gestalt des Geraden aushalten und die Zehn
me die des Ungeraden, obwohl sie das Doppelte it. Als dieses wind sie war
selber zu nichts anderem im Gegensatz stephen, trotzdem aber wind sie die
Gestalt des Ungeraden me aushadten. Gen au so we nig wind das Anderthadb-
fache und iiberhaupt alles Halbe die Gestalt des Ganzen aushadten, und ge-
nau dasselbe kann man von eire Drittel und Allen Derartigen sage - Du
kannst dock folgen, und es leuchtet dir in?
O, gan gewili leuchtet es mir in, und ich kann folgen.
Also range it mir nochmads von Anfang an und antworte mir dabei
nicht einfach it den Worten, it denen is rage, sondern mach es mir
nach, we ich es jetzt mach. Aulier der Antwort heimlich, die ich vorhin
an gab, well sie so ganzsicher set, zeigt sick jetzt auf Grund unseer Darle-
gungen noch eine andre Antwort, die volte Sicherheit hat. Wenn Du mich

35
105 b 4, &v 'rf iv to o'¢6p.arc éyyévqraz 6ep;.¢5v é'a1-az, 08 'r?}v
c &a¢aAil1 am. épée éaréxpww éxeivqv rI'lv &p.a61'i, 6'n ¢§ &v
0epp6'ms, &AA& xopalrorépav ex riv v8v, 514 4, &v 7rI3p° oivbé
&v 441 4, &v aéyarc of fyyévnraz voa°r§a'a, ov'x 8pé3 18r¢
4, &v v6o'os, &AA' 4, &v wpn69° 0é6' 4, &v &p¢0p¢§ ii
5 iyyévnfac 1rep¢rr5s' é'0'ra¢, ov'x épée in &v 7rep¢1"r617)9, &AA'
4, &v pods, al 'r&AAa o8rms'. &AA' spa el 1'f6n ixavéis
oTa6' url. Bov'Aop.a¢.

'AAA& vrdvv ixavéi 9, 3¢n .


'Alroxplvov .6', 5 8' 59, q, &v al Eyyémyraz a'¢5y.an . §63v
10 farad ;
'Qc &v qwX,5, é'¢n.
d Ov'xo18v rel 'r01'5r0 oi'1'rws fxev.;
H659 'y&p ov'X£; 13 6' 59.
'I/vX9; pa 51; &v air?) xardvxy, &e`¢ #Kea hr' éxeivo
¢épovo'a §¢°n'v; .

S 'H-nel. pnévroc, z4,,,.


l'I6repov 5' 3o"n Ra g,,,8`, évavrfov 5 oébfv;
"Ea~rw, ?¢17.
To;
@dvaro9.
10 Oixofiv \lrv)@ vi évavrfov s a,;,~;, hrzrpépec ad 05 146
wore 5£t17ral,, is* 8/: rfév 1rp6a'6ev 6»;.¢oA6yqra¢;.

/ Kal péAa o'¢65pa, €¢q 6 KJUs.


To ov'v; Tb My 6ex6p¢vov m`v Roi) épffov l8éav 'if vvv59].
évopéfopev ; .
15 'Av&pnov, €¢1]. . . .

Tb 'BE Mxawv 997 6ex6p.evov al 6 &v p.ova'¢x5v 9 5éX17ra¢;


e 'A;.covo'ov, 3¢11, 78 5% &5¢xov.
ETev° 8 8' &v Hdvarav p?) 8éX1)ra& of xaAo8;.¢ev ;
'A0&varov, 3¢17.
O15xot'3v 1/vxiq of: 5éxeral. 6dva'rov;
s 05. .

'AOa'varov pa \l/vXq'.
'A8&varov.
Elev, €¢q° romero prov 591 &1ro8e5e'i.IX6ac ¢&l»I.¢€v; 11*rél>s 5oxei`;
Kal p.dAa ye Zxav¢'5 s°, 8 Zéxpares. u

36
ietztnimlich fragen wiirdest,.was an eire KOrper eintreten mull, Venn or
warm sin sell, damn will ich Dir nicht acne sichere, aber nichtssagcnde
Antwort geber: Wiirrne, sondern auf Grund des jetzt Dargelegten eine fei-
nere, nimlicht Feuer. Und ebenso Venn Du mich fragst, Was in eire KOr-
per eintreten mu'S,, demit er krank wind, dawn Verde ich nicht antwonen :
Krankdleit, sondern:Fieber. Und ebenso Venn Du fragst, was in einer Zahl
eintreten mull, demit sie ungerade wind, damn Verde ich nicht sage: das
Ungerade, sondern: die Eins oder so etas. Nun sick, ob es Dir klar genug
ist, was ich will .
. O, gan klar. .

Nun antworte Du: Was mufi in eire Kéirper eintreten, demit or leben-
dig sin sell?
Seele, sage er.
Wind das nicht immer so sin miissen ?
I
Wie kiinnte es anders sin, sagte er. .

Seele also wind zu de, was sie in Besitz nimmt, immer Leben it hinzu-
bringen... . . .
Das wind sie allerdings, sagte or.
» Gibt es nun etiwas, was de Leben entgegengesetzt ist, oder nicht?
Es gibt etas, sagte er.
Was it es denn?
Tod.
Wird nun nicht - nach de, was wir vorhin ausgemacht haben - die Seele
etas, was de entgegengesetzt is, was sie immer it sick bringt, niemals
aushalten?
Ganz gewiil nuicht, sagte Kebes. .
Nun water. Das, was das Aussehen des Geraden nicht aushilt, we ha-
ben wir das genannt?
Nicht grade, sage or.
Und was das Gerechte nicht aushiilt, und was das Musische nicht aushalt ?
Das Unmusische, bzw. das Ungerechte, sagte er.
Gut. Und was den Tod nicht aushiilt, we nennen wir das?
Todlos (unsterblich), sagte or.
Nun hilt dock Seele Tod nicht aus ?
]awohL .

Todlo°s (unsterblich) is also Seele?


Todlos (unsterblich).
Gut, sate er, das kiinnen wir dock wohl as bewiesen ansehen? Oder we
meinst Du?
Ganz zwingend, man lieber Sokrates.

37
10 To o1"5v, ,I 8' 59, 8 Ké8ns'; et TQ) &vaprf¢9 évayxaiov iv
106 &vcoAé6p¢9 efvaz, &Ago n r& 'rpfa 4, &vw'AeOpa &v fly;
H89 'y&p off; |
Ov'xo8v el Kal TG &6eppwv civayxaiov flu &vw'Ae6pov efvas,
6*zr6re ns- 8-:rl xl.o'va 0 epp.5v évrdyoa, 151re§r§a &v 4, xuiw o1"5u~a
5 o'&l>s' al &rmc1"o9; ov' 'y&p &v &1r¢6Aer6 ye, o155' as? '51ro-
pzévovaa 38 e'§a'ro &v 1~?1v 6epp6rqra. .r

'AAn01'i,é'¢11, Aéyezsn
°.Qs° 8' a1'}'rws' ofpaz na et TO Wrvxrov &vc6Ae6pov 13'v,
61r6r6 818. 're 11ri3p V/vxp6v 're éwjez, of:'1ror' &v &'rrea§évvvro
10 0»'8' &1rw'AAvro, &AA& o'6Si1 &v &1r€A65v ¢§Xero.
~

'Avd'yxn, 3¢1I.
b Ov'xo1'3v xi 686, 3¢1I, 6w¢iyxr; 'nepl 1*o 6 &6avérov eivreiv;
el p.Ev Tb &6dva'rov xi &v¢5Ae6p6v éovw, &515varov glrvxfi,
8-rav 6c£varos~ Br' a151°?7 v 2'zv» &1r6AAvo'0al.' Mvdfov I.4.Ev -yip
8;, ex 1"6l>v wpoeapqpévwv 013 8éfcra¢ 085° é'o'ral. 're6vnxvI.la,
5 c'5 o"1np rEd rpfa 08x é'o'ra¢, é'¢ay.ev, ipnov, 0684 y' at TO
':rep vrr6v, 085% 5;, 1m'3p 4rvxpé'v, 055! ye 1§ iv of: Qrvpl 0ep-
pérns. " 'AAA& of xa>Av'e¢," ¢a(n iv as, " &p'rcov p.Ev TO
1repcrr5v pi; 'y£yveo'6az €7n.6v'ro9 am? éprfov, ¢'6 o'lrep w°pcoA6y11 -
c ran, &1roAopnévov 8% a13'roz'3 &veer' éxefvov épnov yeyovévaz ; "
to, rafa Aéyovra 015/: &v fxocpev 5l.al.¢aXe'aao'9al. 511. 05x
&w6Mwa¢° 're y&p &v&pnov ov'x &vw'Ae6p6v €0rrw° 8'n'ei et
10310 épokéywyro v°n'£v, §q6&os' &v 6 cep.ax6I4.e0a 571 . €7n'€A-
5 66vro 9 am? éprfov TO 1repcrr6v al r& rpfa ofxeraz &1n6v1'a°
Kai 'zrepi 1rvp is' :cal 0eppw1'5 xi 16D &AAa>v offrgos &v 54ep.aX6-
pe6a. 4, 05; A

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Kai &vc5Ae9pos'° el 5Mov &v 840; Aéyov.
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¢6op£lw 5 e'teraL.
5 'O 88 ye 0669 ofpzaz, 3¢n 6 Ewxpérrys, xi a51'5 TO T139
{wl'is* 8809 cal et' 're &Ago &6dvar6v €o'rw, trap& 'lrdvrwv &v
6;.¢oAoyn 6ei13 p.n8é1rore &1r6AAvo°6a¢.

38
` Nun water, meinlieber Kebes, Venn das Ungerade notwendigerweise
unvergiinglich wire, damn wiirde dock Drei unvergéinglich sin.
-Natiirlich.
Und wenn.das nicht Warrne notwendig unverg§nglich wire, damn wiirde
dock, Venn jemand Warmes eta zum Sch fee hinzubriichte, der Sch fee
hell und gesund und ungeschmolzen verschwinden miissen, den zugrunde
geer k6nnte or nicht, aber such nicht dableiben und die Wirme aushalten .
Richtig, sagte er. .

Genauso aber wire es, Venn das Nicht-Kalte unvergiinglich wire. Wenn
do zum Feuer etWas Kaltes hinzukéime, wiirde es nicht verliischen kénnen
und such nicht zugrunde gehen, sondern hell und gesund sick davonma-
chen .
Notwendig, sagte or.
.n Muir man esnun nicht genaro von de Unsterblichen sage? Wenn das
I

Unsterbliche such unvergéinglich it, so it es fair die Seele unméiglich, Venn


Tod zu igor hinzukommt, zugrunde zu gehen. Denn auf Grund des Vorher-
gesagten wind sie Tod nicht aushalten und wind nicht gestorben sin kéin-
nen, so we die Drei, we wir sagten, nicht grade sein wind, genaro we nig
we das Ungerade, und we das Feuer nicht kaltsein wind, so such nicht die
in Feyer steckende Wirme. Nun k6nnte jemand einwerfen: ,,Aber was
steht eigentlich im Wege, dais, Venn such das Ungerade nicht durchdas
Herankommen des Geraden grade werden kann (das haben wir zugege-
ben), es dock zugrunde geht und an seiner Statt etas Gerades entsteht?"
Wer das behauptet, de werden wir nicht entgegenhalten kélnnen, dai! es
nicht zugrunde gehe. Denn das Nicht-Gerade war pa nicht unvergéinglich.
Nor Venn us' das such zugcstanden wire, damn weirder wir entgegnen
k6nnen, daiidas Ungerade und die Drei, Venn das Gerade herankommt,
sick blow davonmacht. Und ebenso k6nnten wir es be de Feuer und de
Warmer und Allen solchen our damn behaupten, nicht wafer?
Gewifi .
Aber so steht es such ietzt it de Todlosen (Unsterblichen). Wenn us
zugestanden wind, dais es such unverginglich it, damn wire die Seele nicht
our unsterblich, sondern such unvergéinglich. Wenn es us dagger nicht
zugestanden wind, so'werden wir einen ardeen Beweis brauchen.
Aber deshalb brecht es gewiB keinen, sage er. Denn schwerlich wiirde
es iiberhaupt etwasanderes geber, das Zugrundegehen nicht zulifit, Venn
das Unsterhliche, das dos wig it, das Zugrundegehen zulieiie.
Der Gott wenigstens, sagte Sokrates, und die Idee des Lebens selber, und
was sons noch unsterblich is, werden gewifl niemals zugrunde gehen. Das
werden able zugestehen .

39
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40
»Alls Menschen, 'gewiB..la und noch mehr, mine ich, such all Glitter.
Nun, Venn das Unsterbliche such unzerstiirlich it, wind do nicht die
Stele, do sie nun einmal unsterblich it, such unvcrginglich seen miissen ?
Ganz notwendig.

r Tritt also der Tod an den Menschen herein, damn wind das Sterbliche an
iharn offenbach sterben, das Unsterbliche aber wind hell und gesund und un-
zerstiirlich sick davonmachen, indent cs dem Tode den Plan riumt ?
a Cffenbar.
Ganz entschieden also it die Seele, man lieber Kebes, unsterblich und
unvergéinglich, und wirklich werden unsee Seelen in Hades sin.
Ich fair mine Person, man lieber Sokrates, babe dagger gat nichts mehr
zu sage und babe an den Beweisen nichts auszusetzen. Aber Venn Sim-
rnias her oder jemand anders noch etas zu sage hat, sell er es ja nicht
verschweigen. Denn is weifi wirklich nicht, auf welchen ardeen Zeit-
punkt as den gegenwiirtigen einer es verschieben volte, der dariiber etas
zu sage oder zu h6ren wiinscht.
. Arch is, sagte Simmias, babe auf Grund des Gesagten eigentlich kane
Zweifel mehr. Es liegt wohl an der Bedeutung der Dinge, die zur Diskus-
sion stephen, und well ich von der menschlichen Schwiche so Ubles denke,
day is in steinem Inner dos immer noch gegen das Gesagte eine gewisse
Ungliiubigkeit festhalten mull.
Da nun sage Sokrates: Man lieber Simmias, demit hast Du gan recent,
und immer wider sind die ester Voraussetzungen, such Venn sie Euch
noch so zuverliissig scheinen, gleichwohl neu zu iiberpriifen. Und our,
Venn Igor sie Euch wider geniigend klargemacht habt, werdet Igor, mine
ich, de Beweise so weir glauben, we es iiberhaupt fir Menschen miiglich
it, eire Beweis zu glauben. Und Venn Euch so die Sache wider gan klar
wind, werdet Igor nicht mehr erlangen diirfen.
Do hast Du rest, sagte or.
Eins aber, Igor Lieben, solltet Igor Euch immer gegenwirtig horten: Wenn
die Seele unsterblich it, damn bedarf es der Sorge um sie nicht our fir die
kurze Zeit, die wir das Leben nennen, sondern fir die gauze Zeit; und das
Risiko, das it schon jetzt klar, it furchtbar groin, Venn einer sick um seine
Seele nicht kiimmert. Denn Venn der Tod die Abl6sung von allen wire,
damn wire es fir b6se Menschen geradezu in Gewinn, zu sterben und sick
zugleich vom Lei be abzuliisen und von ihrer eigenen bunsen Seele. Nun
aber, we sie offenbach unsterblich ist, kann es fir sie kein anders Entrinnen
vom Bunsen und kane andre Rettung geber, as so gut und so besonnen we

41
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42
miiglich zu werden. Nichts anders narnlich hat die Seele an sick, Venn sie
in den Hades kommt, as ihre eigen Bildung und Erziehung. Und man
sagt, daft dies fair den, der gestorben it, gleich am Anfang seiner Reise
nach driiben von griifitem Nutzen oder Schaden sin kann. Man erzahlt
niimlich, dall, Venn einer gestorben it, einen eden sin Genius, der ihn
sin Leben lang begleitete, damn an den Ort zu fiihren versucht, we sick all
versammeln miissen, um sick richten zu lassen und damn, geleitet von de,
dessert Amt es ist, die Seelen von her nach driiben zu bringer, die Fahrt
zum Hades anzutreten. Dort driiben wind ihnen damn zuteil, was sie ver-
dient haben, und dort bleiben sie so large, bis wider in anderer sie hierher
zuriickbringt, nachdem vile und large Zeit verflossen it. Diese Reise aber
it nicht so einfach, we der Telephos des Aischylos sagt. Er sagt namlich, es
fiihre in gan einfacher Weg in den Hades. Mir aber erscheint er weder ein-
fach, noch iiberhaupt our in einziger zu sin. Sonst waren pa kane Fiihrer
néitig. Denn we sollte einer den Weg verfehlen, Venn es iiberhaupt our ei-
nen gibt? In Wahrheit schein es mir allerhand Abzweigungen und Kreu-
zungen da zu geber. Das bezeugen ja schon die Totenopfer und all die Be-
stattungsbrauche, die her be us iiblich sind. Die geordnete und beson-
nene Seele nun folgt de Fiihrer, und alles, was sie umgibt, kommt igor gan
bekannt or. Die Seele dagger, die leidenschaftlich am Lei be héingt, gei-
stert, we ich schon oben sagte, noch large Zeit um den Leib herm oben in
der Sinnenwelt. Sich immer wider stréiubend und noch allerhand durch-
machend, wind sie our it Gewalt und Iiuflerster Miihe von de igor zuge-
ordneten Genius schliefilich davongefiihrt. Wenn sie damn dort, we die an-
deren sind, angekommen is, wind jeer dort die unreine und it Schuld be-
ladene Seele, ob sie nun eine schlimme Mordtat auf sick geladen oder etas
anderes verbrochen hat, das so éihnlich ist und solchen Seelen éihnlich sieht,
meiden und igor aus de Wege gehen, und keiner wind igor Begleiter oder
Fiihrer sin wollen. So wind sie in voller Verzweiflung umherirren, bis die
Zeit gekommen ist, in der sie it Gewalt in die igor bestimmte Behausung
gebracht wind. Dagegen wind die Seele, die igor Leben rein und maflvoll
durchlaufen hat, gOttliche Begleiter und Fiihrer finder, und eine jede wind
an de igor angemessenen Orte ihren Aufenthalt nehmen. Es gibt aber vile
gan wunderbare Orts auf der Erde, und sie selber it gan anders, as die-
jenigen behaupten, die fiber die Erde ire Ansichten darzulegen pflegen --
das babe is mir einmal von jemandem erzéihlen lassen ...

43
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46
.Sokrates spricht:
Sag mir folgendes: Meinst Du nicht, day! es rein fir sick so etwas we sine
Ides der Iihnlichkeit gibt und umgekehrt in Anderes, eire solchen Ent-
gegengesetztes, das das gan und gar Unahnliche it, und daft an diesen bei-
den ich und Du und alles anders, das wir vieles nennen, teilnehmen? Und
dais all das, was an der Pihnlichkeit teilnimmt, dadurch und ebenso weir we
es teilnirnmt, ihnlich wind, und das was an der Unihnlichkeit teilnimmt,
unihnlich, und das, was an baden teilnimmt, beides wind? Selbst Venn nun
alles an beidem, so entgegengesetzt es such it, teilnimmt, und durch das
Teilhaben an beidem it sick selby zugleich Ehrlich und unahnlich it, was
it daran verwunderlich? ja, Venn einer mir nachwiese, daft das Ahnliche
selby Uniihnliches Verde oder das Uniihnliche Hhnliches, damn wire ich
wohl verbliifft. Wenn or aber our nachweist, Dall das an diesen baden Teil-
habende beides wind, so kommt mir das, man lieber Zen of, gar nicht son-
derbar or, ebenso we nig we Venn einer Mir nachweist, dai! alles ans it
durch seine Teilhabe am Einen und day eben dieses umgekehrt such Vieles
it durch seine Teilhabe an der Vielheit. Wenn er dagger das, was an sick
selby Eines is, eben dieses as Vieles erwiese und umgekehrt das Viele als
offenbach Eines, dariiber wiirdc ich damn wirklich erstaunt sin.
Und so ware es be Allen ardeen such. Wenn einer mir nachwiese, daS
die allgemeinen Gattungen und Ideen in sick selby dies entgegengesetzten
Bestimmungen enthielten, das ware in Grund, sick zu wundern. Wenn
aber einer blob von mir nachwiese, dai! is Eines und Vieles zugleich set,
was sollte ich mich dariiber wundern? Wenn or mich as Vieles erweisen
will, sagt or, daft mane rechte Héilfte eine andre ist as mine like und das
Vordere anders as das Hintere und ebenso das Obere und das Untere -
den an Vielheit, mine ich, babe ich wirklich tell -- und umgekehrt, Venn
or mich ds Eines erweisen will, damn sagt or, dal! unter den siebert Men-
schen her ich einer bin und insofern such am Einen teilhabe. Auf dies
Weise wind or natiirlich beides als wafer erweisen kéinnen. Wenn nun einer
solches als Vieles und as an und dasselbe zu erweisen unternimmt, Steine,
Holzstimme oder so etas, damn werden wir sage, day da etwas ist, was er
as Vieles und Eines erweist, aber nicht, dali er das Eine selby als Vieles
noch such das Viele selby as Eines erweist und daft er dammit nichts Beson-
deres sagt, sondern etas, das wir all zugéiben. Wenn nun aber einer be
solchem, von de ich spinach, zunichst einmal die Ideen selber eine jede
rein fair sick getrennt setzte, z. B. Pihnlichkeit und Unéihnlichkeit, Vielheit
und Eines, Ruhe und Bewegung und alles Derartige, und danach bewiese,
dal! dies in sick selby sick miteinander zu vermischen und voneinander zu
sondern vermiichten, damn wire ich, man lieber Zen of, gewaltig impo-

47
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s ret'3a'0a¢° 1roA% pevr&v 666 p&AAov, is Aéyco, &yao'6elnv of
-re Exo; 'r?lv a61'?1 v razfmv &'1roptav iv airofs 'roils~ e'£8 e¢r¢
130 1ravro8a1rél>s 1rAevco;.cévnv, a'3 o'lrep iv fore épwpsévow 8 m'AOc're,
o5rcos' al iv fore Aoywp¢§ Aa;.¢8avopz€vo¢9 21rl.8e'ITta¢.

Aéyovros 84, €¢n 6 l'Iv668wpos, Roi) Ewxpdrovs raina


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5 pevf5nv al rev Zvivcova, offs' 6? 'zrdvv re at5r¢'§ 'lrpovéxew
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éyapévovs rev Em xpdrq. 5'1rep o5v xi 'rravo'a}.¢évov a5ro8
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b ¢'iyao'0ac T89 6p;.u'is 'rr'§9 Oni 'roofs A63/ovs. Na( .pay elné,
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S iv 5;1 :cal '»roAd& xi mira 6'a'a vvv5?1 Zvlvcovos zfxoves ;~
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48
nert. Die erst Sachs nun it, mine ich, her gan priichtig durchgefiihrt
Worden. Weir mehr aber wiirde es mir, we ich sagte, imponieren, Venn ei-
ner in diesel Weise eben dieSelbe Schwierigkeit innerhalb der Ideen selber
nachwiese, .die sick dort ebenso mannigfaltig durch alles hindurchziehe,
und day! es so, we Igor es be den sichtbarcn Dinger zeigtet, such be den in
blolien Denken erfafiten set. .. . .. .. .
Wie Sokrates das gesagt hatte, do babe or, Pythodoros, gedacht, Parme-
nides und Zen of wiirden sick dariiber richtig irgern. Aber sie bitten ihm
sehr aufmerksam zugehiirt und einander 6 fters liichelnd angeblickt, ads ob
ihnen diesel Sokrates recent imponiere. Und ads er aufgeh6.rt hate, babe
Parmenides tatsiichlich gesagt: . .

Mein lieber Sokrates, Du verdienst wirklich all Anerkennung fir Dei-


nen Eifer in Denken. Abel nun sag mir mal, wiirdest Du selber, we Du
sags, die Dinge auseinandernehmen, getrennt fir sick die Ideen selber und
fiirsich wiederum das, was an ihnen teilhat? Und Du rneinst, dai! die Ahn-
lichkeit selber etas is, such getrennt von de, was wir ds Ahnlichkeit
kennen und ebenso das Eine und Viele und all das andre, woven Du eben
Zen of. sprechen h6rtest ?
jawohl, babe Sokrates gesagt. ..
Und so gibt es such be sachem, babe Parmenides gesagr, we z. B. berm
Gerechten eine Idee rein fiir sick selby und berm SchOnen und berm Gut en
und allen solchen? 1

ja, babe er gesagt. . , ..

Abel such berm Menschen gebe es getrennt von us selby und all den an-
deren, die we wir sind, die Idee des Menschen an sick selby? Oder die des
Feuers, oder such des Wassers?
. Ach Parmenides, es ist wafer, dariiber bin ich oft sehr unschliissig gewor-
den, ob man das .be solchem ebenso bejahen sell we be jenn ander oder
nicht. .
.
"Und 'we steht es nun be folgendern, man lieber Sokrates, was man gera-
dezu als Léicherlichkeiten empfinden k6nnte, z. B. be 'Haar oder be Lehm
oder be Schmutz oder so etwas gan Wenlosem und Gemeinem: Bist Du
do vielleicht such unschliissig, ob man es bejahen sell, dai! es von jedem
Derartigen fir sick eine Idee gebc, die etas anders wire ads das, omit
wir zu run haben, oder nicht?
Auf keinen Fall, babe Sokrates gesagt, sonderh be de set es klar, dai! es
das, was wir do sehen, such set. Von solchem eine Idee anzunehmen, ist ge-
radezu widersinnig. Manchmad freilich hat mich such die Frage beunruhigt,
ob es nicht eta be aden Dingen dieselbe Sachs set. Abel Venn ich bis da-
hin gekommen bin, nehme ich Reifiaus, aus Angst, ich rniichte in einen Ab-

49
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grund von albernem Geschwiitz versinken und darin umkommen. Doch
Venn ich wieder don angekommen bin, woven wir eben s-agten, daft es da-
von Ideen gebe, dabei bleibe is damn und venice Mich darein.
Du bist eben noch Jung, man lieber Sokrates, babe Farrnenides gesagt,
und noch hat Dis die Philosophic nicht so gepackt, we sie Dich noch mei-
ner Meinung nach packer wind, Venn Du erst einmal nichts Derartiges
mehr fir zu weds héiltst. ]etzt siehst Du noch wegen Deiner jugend zu
sehr auf die allgemeine Meinung.
Nun sag mir einmal folgendes: Du sags dock, es gebc gewisse Ideen, an
denen dies ardeen Dirge her teilnehmen und dadurch ihre Benennung
bekommen, z. B. durch Teilnahme an der Khnlichkeit éihnlich, durch Teil-
nahme an der GrOfle groff, an der SchOnheit und Gerechtigkeit gerecht und
chOn werden P
Gewifi, babe Sokrates gesagt.
Nimmt nun in jedes Teilnehmende an der franzen Ides oder our an ei-
nem Toil von igor tell, oder kann es noch an anders Teilnehmen aufler die-
sen wei Weiser geber ?
Natiirlich nicht, sagt er.
Nun also, schein Dir nun die gauze Idee in jedem der vielen Dirge da zu
sein als das Eine, das sie ist, oder we dentist Du Dir das?
War un eigentlich nicht, o Farmenides, babe Sokrates gesagt.
Also wind sie ads eines und dasselbe in vielen getrennt fair sick seienden
Dinger zugleich gan darin sin. Abel damn wind sie dock selber von sick
selber getrennt sin.
Damn nicht, babe or geantwortet, Venn we beispielsweise der Tag in
und derselbc iiberall zugleich it und deswegen dos nicht im mindesten
von sick selber getrennt it, in derselben Weise nun such jede der Ideen as
sine zugleich in allen dieselbe wire.
Recent bereitwillig, man lieber Sokrates, babe or darauf gesagt, machst
Du in und dasselbe zu etas, was iiberall zugleich ist, we Wenn Du sag-
test, nachdem Du it eire Segeltuch vile Menschen bedeck héittest, dall
es fiber vielen eincs set und dabei in Ganzes. Oder hast Du nicht so etwas
sage wollen ?
Vielleicht, babe er geantwortet.
.la ware damn aber das gauze Segeltuch fiber jedem einzelnen Menschen
oder immer in anderer Teil von ihm fiber eire eden ?
Ein Toil.
Teilbar sind damn also, man lieber Sokrates, die Ideen selber, und was an
ihnen teilhat, hat our an eire Teil von ihnen tell, und in eire eden ein-
zelnen is damn sine cede nicht mehr gan, sondern our in Teil von igor.

51
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efvao.
5 °AAn 01'§ Afyezs, ¢dva¢.
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raina vrdvra ;.¢cydAa° ¢afveaOal.;
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p£yeOos 'yeyov8s~ al 1r& pwréxovra a15ro8° cal £1:1 fozfrocs as?

52
~»]a,
so ~sieht es aus. .

Willst Du nun etwa, man lieber Sokrates, wirklich sager, day! sick us
die sine Ides wirldich tilt und dos noch eine bleat?
-Ganz gewifi nicht, babe er gesagt.
> Nun sick einmal, babe er gesagt. Wenn Du die Gr6lSe selby teilen willst,
aNd in jedes der vielen grolien Dinge durch einen blofSen Toil der Gr6{Se
selby, der kleiner it, as die Griffie selby groli sin soil, kommt do nicht
etwas. gan Unsinniges heraus ?
GewiB .
Und Venn in jedes, was gleich it, vom Gleichen selby our einen kleinen
Toil abbekommt, ,sell es damn dadurch, dai! es etas hat, was kleiner ist ads
das Gleiche selby, it irgend etas gleich sin k6nnen?
Unméglich.
Und Venn einer von us einen Teil von de Kleinen abbekommen wiir-
de, das Klein selby aber im Verhaltnis zu diesem Teil grélier sin mull,
well das ja our in Teil von ihm selby it, damn wiirde sick dock auf dies
Weise such ergeben, dai! das Klein selby grubBer it. Wem aber das abge-
trennte Stiick zugefiigt wind, das wiirde dadurch kleiner sin und nicht gr6-
Bef ds voucher.
Das ist gan ausgeschlossen.
ja, auf welch Weise sullen den damn, man lieber Sokrates, die ardeen
Dinge an den Ideen teilbekommen, Venn sie weder teilweise noch im gan-
zen an ihnen teilbekommen kéinnen ?
WeiB Gott, babe or geantwortet, das scheint mir gar nicht so einfach, das
iiberhaupt zu begreifen.
Nun, was meinst Du damn zu folgendem?
Was den? t .
Ich denke mir, day! Du aus folgendem Grunde meinst, dai! es jewels sine
Ides gibt: Wenn es dock offenbach vile grolie Dinge gibt, dawn scheint Dir
vielleicht, Venn man auf die alle hinblickt, an und dieselbe Ides vorzulie-
gen. Deswegen nimmst Du an, daB das Grolie eines it.
Du hast recent, sage or.
Wie it es aber nun it de Groilen selby und den ardeen groilen Din-
gen? Wenn Du in gleicher Weise auf sie all in Geiste blickst, wind damn
nicht wiederum in einziges Grofies sick eigen, durch das dies all groin
erscheinen ?
Das sieht so aus.
Noch eine andere Idee der Gr6Ke also wind da sichtbar or us stephen,
die sick eben der Gr6fSe selby und den an igor Teilhabenden eingestellt hat.
Und nochmals wind sick an allen diesen zusammen wider in anders

53
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'AAA&, ¢¢Iva¢, 5: Happwfbq, rev Ecoxpém, 181 'r<'5v ¢l6&l>v


¥xa4r'rov 5 rozfrwv vdqpa, al 015641908 a15r'§ npoaéxg éyyf-
5 yvw6a¢ &AAo8l, 6 iv 4rvxails° o'5rw 'yap &v iv 'ye ¥nao~rov in
al 0154: &v in 'uéerxoz 8 vw69l &A{'yero.
To iv; ¢¢iva¢, iv €xao~r6v écn 'riv vonpuirwv, vénpa 8%
01786v69 ;
10 'AAA' &615varov, eilreilv.
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c 'Owns 91 0154: 6vros;
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plan rh o5o'av l5£av;
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Ezra o15x £1509 for; romero Tb voorfpevov iv efvac, rel iv
Tb at5r5 81r1 7r&o°w ;
'Avdyxn as ¢afvera¢. .

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10 ¢159 r¢'5 v d5¢'5v peréxcw 45 bon? of ex voqpdrwv fxaarov
efvaz al 'ztdvra voe iv, 48 vovfpa-ra 6'vra &v617ra slum;
'AAA' 01583 roiiro, ¢a'val., fxer. Aéyov, &AA', 8 I'Iapp.ev(817,
d pdAI,o'ra fpozye xa*ra¢a£ve'ra¢ ¢58e' {Xew° r& pi £189 rafa
¢5 o'lrep 1rapa5 ely;.¢a1°a éovdvaa, %v if ¢6a€:., 118 5% &AAa ro15'roz9
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3 fan is pnxav9l vi 6'p.o¢ov 18/ épolcp 6'pmov efvac;

Ov'x €o'n.
TO 6% 6'pno¢ov to, 54019 &p' 05 peyéitn évdyxn évés row
e a13ro8 [efbovs] pLere'xew ;
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a5r8 re efbos;

54
sichtbar or us eigen, durch das all dies groiien groin sind. Und damn
word es Dir iiberhaupt nicht mehr die sine Idee geber, sondern unzihlig
Kiele .

Aber Parmenides, babe Sokrates gesagt, ob vielleicht sine jede diesel


Ideen in blower Gedanke it und kane irgendworin anders ins Dasein tre-
ten kann as im Geiste? So namlich kOnnte eine jede sine sin, ohne dais igor
das widerfahren miiiite, was sick jetzt herausgestellt hatte.
ja aber, babe er gesagt, sell den jeer diesel Gedanken einer sin, dabei
aber in Gedanke von nichts?
Das it unmOglich, babe er geantwonet.
Also Gedanke von etas?
ja. .

Von etas, das it, oder von etas, das nicht it?
Von etas, das ist.
Doch wohl von etas, das sines ist und das fallen Fallen jeer Gedanke,
idem er sick darauf richtet, as die eine Idee mint?
pa.
Nun, wind damn nicht das die Idee sin, was so als eines gedacht fir ables
einzelne imrner dasselbe it?
Wilder kommt das notwendig so heraus.
Und water babe Parmenides gesagt:
Folgt nicht it der gleichen Notwendigkeit, it der das anders an den
Ideen teilhaben sell, dal! es entweder in jedes aus Gedanken besteht und ad-
les derk, oder dal! es alles, obwohl es Gedanken sind, ohne Denken it?
Abel such das hat dock keinen SinN, babe er gesagt, sondern, Parmeni-
des, am ehesten scheint es sick mir dock so zu verhalten: Diese Ideen haben
we Urbilder in der Natur ihren fester Stand. Das anders dagegen gleicht
ihnen alles our und is Angeglichenes, und dies Teilhabe an den Ideen stellt
sick fair das andre alles as gar nichts anders heraus ads: ihnen angeglichen
zu sin.
ja, sagte er, Venn aber etas der Idee gleicht, it esdann miiglich, dal!
jene Idee de, was igor angeglichen is, nicht, soweit es sick ihm angeihnelt
hat, ihnlich it? Oder it es irgendwie mOglich, daB das Ahnliche de Ahn-
lichen nicht iihnlich it?
Nein, das it nicht mOglich.
Und besteht nicht absolute Norwendigkeit, daft das de Ahnlichen
Khnliche an in und demselben teilhat?
Notwendig. 4

Das, woman die Ahnlichen durch Teilhabe ihnlich sind, wind das nicht
die Idee selber sin ?

ss
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Ov'x pa oI6v re Ra to, dba 6'1.unov efvaz, 086% re £3609
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133 al &v éxei'v6 top 5po¢ov 5, é'repov a17, al o5b£1ro're 1ra1?o'era¢
sci xaw6v e¥8os 'yryv6p.evov, €&v TO £3809 1r¢§ éavroii perfxovn
Hpoaov yfyvqrac.

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ac &A)\o 56? §17re'Ev 4, p€raAap.B6vf c.
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'Opus o5v, ¢dva¢, 8 Ecéxpares, 50"7 5 &1roplfa éév is' <59
eZ5n 6'v1'a a1§'r& xa6' a6'r& 8l.op(§11raa.;
10 Kal p&Aa. .

ET rofvvv 1064, ¢6vac, 511 is' 31:09 elvrefv o156¢'rw &m


b a151-39 504] éoviv ;, civropfa, el $v 6509 &'xo~rov riv 6'v'rwv
is( ac &¢op¢§6l.¢evo9 0r§o~e1s'.

l'I63 s' 66 ; ellreI.lv. .


l'IoAA& pin xi 5AAa, ¢&va¢, péyzarov 8% r68€. et is
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¢a1.¢ev 8 eilis efvau. TG 469, to ral'5ra Aéyovn 06x &v €X0¢ is
€vbe{tao'6az in 1]/€68 era¢, et p?) 1roAA¢3v prov r6xo¢ lpvrapos
8>v 6 &l.4¢¢o°§nr8v al p?) &¢m§9, 30¢'Aol. 6% vrévv 1roAA& al
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c &arfOavos' efq 6 &Eva>a~ra 6.vayxd§w.v a13r& efvaz.

Hg 84, 8 Hap;.¢ev{817 ; ¢&va¢ rev Ewxpdrq.


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an?-rrfv ra xa0° .a15r87v éxéovov o8alav rf6fral. efvaa, 6p.oAo-
5 71'§o'a& &v 'rtpéirov prov pq6€y[w a6r¢'6 v efvac iv 1}p°ilv.

1'Ié89 'y&p &v a15'z-9; l<a8' a15'r?;v €r¢ in ; ¢dvac 'rev Ewxpdrq.

KaA6l»9 Aéyew, eilreI.lv.


O15 xoi3v al isaac rél»v £5 e¢'Bv 1rp5 s &AA1§Aas eialv as flaw,
aral 1rp5 $9 atkins 'r?]v ov'a'[av lxovaw, &AA' ov' 7rp5 s' r& 'nap'
d ifiiv fire 6;.¢oaw'para fire 6191 815 is* a13r& 1r[0e'ra¢, Jw 1§p.eil9
p.e'r£xovre 9 e'Iva 4 €xaa~a~a &wovo §6pe6a° r& 8? trap' iypfv
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56
Vollkommen klar.
Damn it es aber iiberhaupt unrnéiglich, daB etas der Idee ihnlich it,
und ebenso, day! die Ides eire ardeen Ehrlich it. Denn andernfalls wind
neben der Idee immer noch sine andre Idee sichtbar or us stephen, und
Venn gene wider it etas Ehrlich it, nochmals eine andre, und niemals
wind es aufhéiren, day immer eine nee Idee entsteht, Venn die Idee de,
was an igor selber teilhat, ihnlich it.
Demit hast Du vollkommen rest.
Nicht durch Ahnlichkeit also nimmt das andere ables an den Ideen tell,
sondem man ml! nach etas anderem suchen, wodurch es teilnimmt.
Offenbar.
Siehst Du nun, man lieber Sokrates, we groin die Schwierigkeit it, Venn
einer Ideen as rein fir sick selby bestehende bestimmen will?
Und ob.
Nun aber mud ich Dir erldiiren, babe er gesagt, dai! Du sozusagen iiber-
haupt noch nicht an die Schwierigkeit in ihrer wahren Gr6{3e herangekom-
men bist, die sick ergibt, Venn Du jewels eine einzige Idee fir die seienden
Dinge abtrennst und fair sick sett.
Wieso den das?
Do gibt es vieles, babe er geantwortet, aber in der Hauptsache it es fol-
gendes: Wenneiner namlich kim und behauptete, es set iiberhaupt nicht
angingig, day das erkannt wiirde, was derart it, we wir sage, day! die
Ideen sin sullen. Wenn das einer behauptete, it es nicht leicht, zu eigen,
day! er sick in. Es set den, day! der, der das bestreitet, in vielen Dinger er-
fahren ist und sehr talentiert und obendrein bereft, de, der den Beweis
fiihren will, fiber sehr vieles hin zu folgen, such Venn man sehr weir dabei
ausholt. Auf andre Weise wind der nicht zu widerlegen sin, der eire
zwingend beweist, dais die Ideen selby unerkennbar sind.
Aber wieso den, Parmenides, babe Sokrates gefragt.
Nun, lieber Sokrates, ich mine, Du und eder andre, der das Wesen ei-
ner Sachs as etas rein fair sick Seiendes ansetzt, wind zunichst einmal zu-
gestehen miissen, daft kines derselben in us selber it.
Wie ware es den sort such noch rein fair sick selber, babe Sokrates ge-
fragt.
Sehr gut. Arch all diejenigen Ideen also, die our in Verhaltnis zueinan-
der sind, was sie sind, haben igor Wesen our im Verhaltnis zueinander, aber
nicht im Verhiltnis zu de be us Seienden, ob man das nun ads Anglei-
chungen oder we immer man sick dasjenige denken mag, woman teilhabend
wir selber in jedes it seine reamen bergen. Und umgekehrt steht such
all das be us, das it jenn gleichnamig is, seinerseits rein in Verhiiltnis

57
133 d &AA' oz? 1rp59 1-£1 489, xi e°avr6l>v 6zAA' ov'x éxefvwv 6'o'a as?
s 6vop.dgle'ral. o'6rws~.
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58
zu sick selby und nicht im Verhaltnis zu den Ideen. Und was her in diesel
Weise benannt wind, hat es von sick selber her und nicht von jenn.
Wie meinst Du das, babe Sokrates gefragt.
. Zum Beispiel, antwortete Parmenides, Venn einer von us jemandes
Herr oder jemandes Knecht it, damn it, we Knecht it,doch nicht Knecht
des Herrn selby, dessert, was Herr an und fir sick it, noch such ist, we
Herr is, Herr des Knechtes selby, dessert, was Knecht an und fair sick it,
sondem as Mensches sind wir in Verhiiltnis zu ardeen Menschen dies
beides. .Die Herrschaft selber dagger ist, was sie it, im Verhéiltnis zur
Knechtschaft selber. Und ebenso it die Knechtschaft Knechtschaft selby
in Beziehung auf die Herrschaft selby. Was be us it, hat also in bedbug auf
jenes iiberhaupt kane Bedeutung, noch such jenes in bedbug auf us. Son-
dern, wie ich sage, jenes it rein fir sick und in bedbug auf sick selby, und
ebenso istdas be us rein our in bedbug auf sick selby. Oder verstehst Du
nicht, was ich sage? .

Doch, dock, is verstehe schon, sagte Sokrates.


It nun nicht such die Wissenschaft selby as das, was Wissenschaft an
sick it, our Wissenschaft von de, was wirklich Wahrheit an sick ist?
Gcwi.B»
Und jede der einzelnen Wissenschaften, as die sie an sick is, it dock von
de, was das Seiende an sick is, Wissenschaft?
Ja-
Die Wissenschaft be us dagger, is die nicht such our auf die Wahrheit
be us bergen, und ebenso wiirde dos folgen, daft die jeweilige Wissen-
schaft, die be us it, our Wissenschaft von jeweilig be Uns Seienden ware .
Notwendig.
Dagegen die Ideen selby, das folgt aus Deinem Zugestandnis, k6nnen
wir weder haben, noch is es m6glich, daS sie be us sind.
Offenbach nicht.
Dagegen wind dos unter der Idee der Wissenschaft selby der Seinsbe-
reich selby all dcssen, was wahrhaft ist, erkannt.
. ja..
Und dies haben wir nicht.
Uffenbar nicht.
Also wind nichts von den Ideen durch us erkannt, da wir pa an der Wis-
senschaft selby nicht teilhaben.
ja, so sieht es aus.
Unerkennbar also ist fair us sowohl das Sch6ne selby, das, was es selby
it, als such das Guts, as such alles andre, von dem wir unterstellt haben,
dais es Ideen sind.

59
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60
So scheint es .
Und nun sick etwas noch Schlimmeres. 4
Was den?
Du wirst pa wohl zugeben, Venn es so etas gibt we die Wissenschaft
~selbst, daft dies um vieles adenauer it ads die be us auftretende Wissen-
schaft, und it Sch6nheit und allen ardeen it es ebenso.
ja.
Warn also iiberhaupt etas an der Wissenschaft selby teilhat, so wind
dos kein anderer as in Goto dies genaueste Wissenscltaft besitzen.
Notwendig.
Wind nun umgekehrt der Gott in der Lage sin, das be us Seiende zu er-
kennefm, or, der die Wissenschaft selby besitzt?
War un den nicht?
Weil, sagte Parmenides, es dock von us zugestanden it, man lieber So-
krates, dai! weder gene Ideen fir das be us Seiende die Bedeutung haben,
die sie an sick haben m6gcn, noch such das be us Seiende Bedeutung fair
jens, sondembeide Bereiche inner our fir sick selber.
Ja, das it so zugestanden.
Also, Venn be de Gotte dies genaueste Herrschaft und dies genaue-
ste Wissenschaft zuhause is, damn k6nnte dock gene Herrschaft niemals
fiber -us Herrschaft ausiiben noch jens Wissenschaft us erkennen oder ir-
gend etas. anders, das be us it. Umgekehrt gilt ebenso, dali wir nicht
fiber gene aufgrundder be us seienden Herrschaft herrschen, noch such
day! wir vom Géttlichen irgend etas durch unsee Wissenschaft erkennen ,
und urngekehrt, dali such acne gan analog weder I-Ierren von us sind,
noch die menschlichen Dinge erkennen kéinnen, do sie ja G6tter sind.
Aber, sagte or, Venn das our nicht eine gar zu absurd Behauptung it,
daft einer den Gott des Wissens berauben will.
Dies, jedenfalls, man lieber Sokrates, erkléirte Parmenides, und noch an-
deres auiierdem und gar vieles haben die Ideen notwendigerweise an sick,
Venn sie Ideen von Seiendern sind und Venn einer je eine cede Idee bestim-
men will. Daher wind, we das hurt, in Verlegenheit sin und am Erode be-
streiten, dai! es dies Ideen iiberhaupt gibt und, Venn sie wirklich sind, sie
ds fair die rnenschliche Natur notwendig unerkennbar erkliiren. Und, we
dieses sagt, wind sick seiner Redo gan sicker sin und, we wir eben sager,
we iii Gott we unwiderlegbar sin. Unddann bediirfte es eines sehr talen-
tierten Mannes, der imstande wire zu erkennen, dal! es fir cedes Seiende in
allgemeines Wesen rein fair sick selby gibt, und eines noch bewunderns-
werteren Mannes, der imstande ware, nicht our das zu finder, sondern es

61
135 b 8vvqaop¢'vov 6¢6dta¢ raina 'mivfa ixavés 8cevxpurqadpevov.

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pol, xqr& void A6/cas.
s 'AAA& pévroc, efwev 6 l'Iappev£6ns, of ye iS 66, 8
Zéxpares, at pa?) éécra 684 riv Jvrwv elva, els- 'ndvra r&
vuv69l al AAa roaaiira &1roHAé4ra s, ;m5é re épcefraz efbos
évbs éxdovov, ot36? 51roc rp€4/cc u Mévocav 380 491 éfév
c lbéav ré3 v 6'v1"cov éxéarov 1°9'lv airr?1v &el €'wal,, :rd o1'5rcos 'r'Plv
rot? 6:.aAéyeo'6ac 6z5vap.w 7:ravr&71rao'1 8¢.a¢6cpe'£. Roi? rol.ov'rov
pi iv pos 6ox€'£s' :cal p.&AAov ja8¢0az.

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l`Ip<§ yap, elvreiv, 'rrplv yvp.vao'61'§vaz, 83 2¢6 xpare9, 6p[-
§6o'0a¢ énaxecpcis xaA6v re n al bfxacov xi &ya08v al iv
d é'xao"rov 1rél»v el5¢'5v. €vev6qa-a y&p cal 1rpq$nv ¢rov &xo'6wv
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s efvaa. xii xaAovpe'vn 9 61:6 riv 1roAA6 v &5oAeax(as', fans' am
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T£9 o17v 6 rpclvros, ¢&vaa., 8> Ilappevfbq, rays yvpvaaias;
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|

l'I¢3 s Aéyas; ¢dval..


62
such alles eire ardeen beizubringen, indent er alles klar genug auseinan-
dersetzt.
Das gebe ich Dir zu, Parmenides, sagte Sokrates. Darin sprichst Du gan
nach steinem Herzen.
Gut, sate Parmenides, Venn aber einer, man lieber Sokr.ates, es mir
nicht zugibt, daB es ldeen der Dinge gibt, in Riicksicht auf all unsee jetzi-
gen und ihnlichen Schwierigkeiten, und Venn einer deswegen nicht mehr
fir in cedes Seiende eine Ides ansetzen will, damn wind er such nicht mehr
wizen, within er sein Denken richten sell, Venn er nicht zugibt, dais fir je-
des der Seienden die Ides immer in und dieselbe it; und auf dies Weise
wind er die Méiglichkeit des Sichverstiindigens vollstéindig zerst6ren. Das
war es, scheint mir, was Du or adler im Ange hottest.
Do hast Du recent, sagte Sokrates.
Wie wirst Du es nun it der Philosophie halter? Wohin willst Du Dick
wenden, Venn dies Dinge nicht erkannt werden ?
Dariiber bin ich mir im Augenblick einfach nicht in karen.
]a -ia, zu friih, man lieber Sokrates, bevor Du geniigend geiibt worst,
machst Du Dich daran zu bestimmen, was sch6n selby und gerecht und gut
ist und was cede einzelne der Ideen. Ich babe Dich heimlich such friiher
schon einmal beobachtet und Dir zugehéirt, als Du her it Aristoteles
Dick unterhieltest. Sch6 n und géittlich, das will ich Dir sage, is der Eifer,
it de Du zum Denken drblngst. Erzieh Dich aber selby und jibe Dick
noch mer in de, was so unniitz scheint und deswegen von den Vielen Ge-
schwatz genannt wind, solange Du noch Jung bist. Wenn nicht, wind Dir die
Wahrheit entgehen .
Auf welcome Weise, o Parmenides, kann ich mich aber iiben?
So, we Du es von Zenonhértest. Nur, dai! ich Dir it de recent gebe,
was- Du gegen ihn sagtest, dall Du nicht fair die sichtbaren Dinge und in ih-
rem Bereich das Hin und Her erwiesen sehen wolltest, sondern fair jens
Dinge, die einer it de Denken allen erfaflt und die man fir Ideen halter
mufi .
ja, sagte or. Denn auf die andre Weise scheint es mir iiberhaupt kane
Kunst, zu beweisen, dai! alles zuglcich Iihnlich und unihnlich und all so et-
was it.
Und darin hast Du such gan rest, sage or. Aufierdem aber mu{3 man
such noch folgendes machen: nicht our voraussetzen, Venn etas it, und
damn jewels die Folgerungen aus diesel Voraussctzung aufweisen, sondern
such, Venn es nicht ist, das ebenso ads Voraussetzung setzen, sofern Du
Dich noch mehr iiben willst.
Was meinst Du den demit?
63
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oxovreiv 'rl o14¢B1§o"€ra¢ xal¢ to, évl cal 'rolls' *rroAAoils al 'zrpbs
b a15r& al 1rp59 &AAqAa° al a136¢s of) lhv 151r06§ et far
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¢rvpH1§ae1°a¢ cal a61°oI.ls' refs* 151rore0€'£m,v al fore &AAo¢9 :cal
'n'pbs° a151~& al 1rp6 s &AAnAa. :cg trap! &vol,o(ov 6 airr8 s'
5 Aéyos xi 'nepl xwwfo'sans al 'rrepi o~1'&d'€¢o 9 no *lrcpl yevéaewe
:cal ¢6op&s cal vrepl a15ro1'3 Roi) efvac' :cal 'roll pa?) efvav cal
évl Aéycp, #cpl b'rov &v &d 151ro 6§ 69 5vro 9 no is 05x 6vros
al énoiiv 6AAo #4009 wdcxowos, 86 o'xolreI.lv 'r& avp.Bal-
c vovra 1rp5s afro :cal -xrpbs iv fxaarov rev &AA¢ov, 511 &v
1rpo¢'Ay, cal 7rp59 1rA¢[w al 1rp89 o'v'p1ravra 8»o'a15rcos'° xi
'r&AAa of: 1rp5 s alard re al vrpbs &Ago 6"n &v 1rpoal.p§ rel,
Mme is iv 151r003'i 8 15'lrer(0wo, évre is* 151 6'v, el p.éAAez9
5 reAia»s yvpvacépcvos xvptws 6 c64rea6az re &An0£s'.

'Ap.6xav6v 7' f¢1I, Aéyas, 8T l'Iapp.evl6n, vrpaypatelav,


xi 0v o'¢66pa p.avOdv¢o. &And pos of of? 5u'jAOes aivr59
151ro6ép.cv6s' in., Ina p.&AAov xa1°apd6w ;

d I`IoAi» fpyov, ¢clvaz, £5 2¢5 spares', vrpoovdrrecs is rqA¢x¢§6e.

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Kal 'rev Zzfvwva €¢n 'yekiouvra ¢évav A151r0v'5, 8


s Eéxparcs, 5eo5pe8a l`Iappev(bov° p8l y&p 015 ¢a8AQv 5 8
Anya. 3 Day 6pQ 9 5¢ov fpyov 1rpoo'r&-nas; el #Ev o1l5v
vrAdov9 iyev, 0151: &v ifwv iv 6e'£o'0al.° &1rpc1ri`; yip 'r&
rozaiira 1roAA¢'8v ivavtlov Aéyew &AAa>s 're cal mAu<o15r"p°
e &yvoot'3o'w y&p of 1roAAol 511 évev razfrns His* 84.5 'ndvrwv
6¢e866ov re no #Adams &5v'varov 3vwx6v1°a up &ArI0e'€ voBv
a'xélv. 2'y8> ply o8v, 8 flappevfbzy, Eazxpéra o'vv6£opal., Bra
al a5r59 bzaxoifam ac& xpévov.

64
Zum Beispiel, bitte, unter der Voraussetzung, die Zen of setzte: ,,Venn
Vieles it": Was mull sick do ergeben sowohl fair die Vielen selby in Ver-
hiiltnis zu sick selby und im Verhbiltnis zum Binen as such fir das Eine im
Verhaltnis zu sick selby und zu den Vielen. Und umgekehrt, Venn Vieles
nicht it, mull man seen, was sick do ergeben wind, sowohl fir das Eine
we such fir das Viele, sowohl in bedbug auf sick selby as such in bedbug auf-
einander. Und wider anders: Venn einer voraussetzt, Venn Ahnlichkeit
ist, oder Venn sie nicht it: Was be eder der baden Voraussetzungen sick
ergeben wind, sowohl fir die Vorausgesetzten selby als fair die ardeen und
sowohl in bedbug auf sick selby as such in bedbug aufeinander. Gen au die-
selbe Sache wind es fair das Unahnliche, die Bewegung, die Ruhe, Werden
und Vergehen sin, und fir das Sein selby und das Nichtsein. Kurz, it ei-
nem Wone, be allen, was einer je as seiend oder ads nicht-seiend oder ir-
gendeine andre Bestimmung erleidend voraussetzt, mufi man untersu-
chen, was sick fur es selby ads such fir jedes andre Seiende, was immer
man vornimmt, ergibt, und fir Mehreres oder ables zusammen gena so,
und umgekehrt such das anders fir sick selby und fir anders, was immer
man vornimmt, ob man nun ads seiend voraussetzt, was man da voraussetzt,
oder ads nicht seiend. Nur damn wirst Du ads an vOllig Geiibter das Wahre
richtig herauserkennen.
Eine schwierige Unternehmung it es, o Parmenides, von der Du do re-
dest, und so gan verstehe ich es noch nicht. War un machst Du es mir nicht
eigentlich mal or, idem Du selby etas voraussetzt, dammit ich es besser
verstehen lerne.
Eine griffie Sache, man lieber Sokrates, verlangst Du do von eire so al-
ten Mann.
Nun damn Du, babe Sokrates gesagt, Zen of, warm machs Du es us
nicht or?
Da babe Zen of gelacht und gesagt: Wir wollen Parmenides selber bitten,
Sokrates. Denn was er do sagt, das it wirklich kane Kleinigkeit. Oder
siehst Du nicht, was fir sine griffie Sache Du verlangst? Wenn wir nun eine
gréiilere Zahl wire, ware es vielleicht nicht rest, drum zu bitten. Denn es
gehOrt sick nicht, Deraniges im Angesichte einer groilen Menge vorzutra-
gen, or allen, Venn man schon in so alter Mann it. Die meisten Men-
schen niimlich verstehen es nicht, daft ohne dieses Durchgehen nach allen
Richtungen und ohne dieses Hin und Her es unmOglich ist, auf das Wahre
zu koren und Einsicht zu erwerben. So bitte ich also, man lieber Parme-
nides, it Sokrates zusammen, dammit ich such selber Dich noch einmal zu-
sammenhangend sprechen here.

65
I

1
Der 7. Brief
342a-344d
342 a 'Earw éxéanp, 84' Jo -riv €1no°r1§;.mv évdyxn
1'6l>v 6'v1'wv
1rapa'yfyveaOa¢, rpfa, réraprov 6' av'n§ vrépvrfov 8' aéré
b n6évaz 565 8 5;, 'yva>o°'r6v re Kai &Aq6&l>s' Eorw ¢8'v- -¥v prov
6'vopa, 8e15repov 5% Aéyos, re 5% rpfrov e¥6wAov, réraprov
6% éwzarrfpq. 'nepl Sv m'5 v Aa8E 5ovA6;.¢evos' p,a6eilv Tb m'3v
Aeyépevov, al 'rrévnov offrw 7re'pl. véqaov. x15xAos' éarfv
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5 ac A e y d p e v u v , co r o v e ' a81°6 €o'1~w 6'vo1.La 8 vvv €¢Hé'yI.¢€6a.
I 1 9 A \ I 8 1 I \ ¢ I
Aoyos 6 avrov to 5evrepov, of ovoparwv Paz. pnparwv avy-
xe{y.evos'° Tb y&p Ex rc'8v éaxcirwv €7ri TO péaov fo'ov &1r€xov
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vravry, Aéyos &v in hcefvov ¢§1rfp arpo'yy15Aov al 1rep¢¢epes'
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68
Fiir cedes Seiende gilt es dreierlei, wodurch sick seine Erkenntnis not-
wendig verrnitteln mull, in vines ist die Erkenntnis selby, as fiinftes mufi
man die Sache selber ansetzen, das, was erkennbar und in Wdmrheit seiend
it. Wir haben also:
1. Name, 2. Begriffserkléirung, 3. Bild, 4. Erkenntnis.
Nimm in einzelnes Beispiel und lau dir daran verstindlich machen, was
ich mane, und damn hate es so fijralles fest: ,,Kreis", z. B. set das, woven
die Rede it; dafiir is eben dies, was wir soeben aussprachen, der Name. -
Begriffserkliirung desselben is das zweite, aus reamen und Zeitworten zu-
sammengesetzt. Das von den iufiersten Punkten allerwéirts zur Mitte gleich
weir Abstehende diirfte namlich die Begriffserkléirung dessert sin, fir das
,,fund" und ,,gebogen" und ,,Kreis" reamen sind. - Das dritte aber is das
Gezeichnete und wider Auswischbare, das Gedrechselte und wider Zer-
st6rbare. Davon widerfihrt dem Kreis selby, um den es Allen diesen geht,
nichts, do er von diesen gan verschieden it. Als viertes hat Erkenntnis und
Einsicht und wahre Meinung it diesem zu tun. Doch dies it wider alles
als eines fir sick zu nehrnen, das nicht in Lauren, noch such in kéirperlichen
Gestalten, sondern in den Seelen sin Sein hat - und eben dadurch ist klar,
daft es such von der Natur des Kreises selby zu unterscheiden ist, we von
den vorgenannten dei. Von diesen it aber de fiinften der Verwandtschaft
und der Art nach die reine Einsicht am néichsten, alles iibrige dagger stet
water ab. .,

Dasselbe gilt aber ebenso von der Figur, geradliniger we krummliniger,


we von der Farbe, vom Gut en und Schéinen und Gerechten, we von jedem I

kiinstlichen Gerat we von natiirlich entstandenem, allen Kéirperhaften, ob


es kiinstlich hergestellt oder von Namur entstanden it, von Feyer, Wasser
und allen derartigen, sowie von jeglichem Lebewesen und in Bereich der
Seele vom Sittlichen, uhd iiberhaupt von allen, was durch Tun und Leiden
zustandekommt; den nie wind einer, Venn er nicht dies vier irgendwie in
den Griff bekommt, der Erkenntnis des fiinften je gan teilhaftig werden
k6nnen.
Dazu kommt noch, daft dies all das zuféillige So-Sein be eire eden
nicht wenger offenbach zu machen suchen, as das wirkliche Sein eines eden
- wegen der Schwachheit aler Rede. Deswegen wind keiner, der be Ver-
nunft it, es jemals wage, das von ihm Gemeinte darin festzulegen, und
vollends nicht in unwandelbar Fixiertem, we es ja das schriftlich Aufge-
zeichnete it.

Dies aber, was ich jetzt darlene, mud man noch einmal in einzelnen sick
klarmachen. ]eder der in Wirklichkeit gezeichneten oder such gedrechsel-

69
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344 1ré¢w<ev, 'r& 8% 5¢é¢6apra¢, ov'8' &v 6 Avyxéls. Zbeiv 'nonf-

70
ten Kreise is vol vom Gegenteil des fiinften - dlerwins streift or ja ans Ge-
radlinige -, or selby aber, der Kreis, sage wir, hat nichts, wider in Gerin-
ges Koch in Griifieres von de entgegengesetzten Wesen an sick. Und was
den reamen betrifft, sage wir, keiner stehe fair irgend etas an sick fest,
sondern nichts hinder, day das, was jetzt ,,krurnm" heist, ,,grade" ge-
heiiien wiirde und das Gerade umgekehrt krumm, und day! es gan gena so
feststehen wiirde fair die, die es umgetauft bitten und es grade umgekehn
hidden.
Offenbach gilt nun such fair die Begriffserklirung das gleiche Argument,
Venn anders sie aus reamen und Zeitwéirtern besteht, dais néimlich nichts
eindeutig genug festliegt.
Zahllose Griinde lielien sick dafiir hiiufen, dai! cedes der vier ungenau it.
Das wichtigste aber, das wir schon kurz voucher sager, it: Sein und So-Sein
ist zweierlei. Obwohl nun die Seele nicht das So-Sein, sondem das ,,Was-
Sein" selby zu wizen such, so trig dos jedes der vier grade das Nicht-
gesuchte der Seele an, mach auf dies Weise durch Argumente oder Vor-
zeigung von Wirklichem ides Gesagte und Gezeigte immer leicht wider-
legbar und erfiillt sozusagen jedermann it later Verlegenheit und Ver-
wirrung. . .

0 Nun gibt es vieles, wobei wir gar nicht gewohnt sind, das Wahre zu su-
chen, aus schlechter Ubung, well us das jewcils angetragene Bild der Sachs
schon geniigt. In solchen Fallen werden wir offenbach durchaus nicht léicher-
lich voreinander, die Gefragten nirnlich or den Fragenden, such Venn die-
selben imstande sind, cedes der vier zu zerpfliicken und zu widerlegen.
Bei solchem aber, wobei wir einander nOtigen, das fiinfte zu antworten
und often darzulegen, do behilt einer, der sick auf das Umlegen versteht,
warn or will den Sieg und bewirkt so or der Menge, die zuhOn, den Ein-
druck, as ob der, der in Rede oder Schrift oder in Rede-und-Anrwort-Ste-
hen die Sache erkliirt, nichts von de verstiinde, woven er zu Schreiber
oder zu reelen unternimmt. Die ZuhOrer verkennen dabei, dai! in solchen
Fiillen es manchmal nicht die Seele des Schreibers oder Redners it, die wi-
derlegt wind, sondern die jeweilige Natur von jedem jeer vier, die eben
nicht genug taugt.

Wohl aber vermag verweilendes Durchgehen aler diesel vier, das hinauf
und hinab bald zu diesem, bald zu jeer sick wendet, am Erode dock in den
rest Geaneten Wissen vom Rechtgearteten zu erzeugen. Wet dagger
schlecht geartet it, we der Seelenzmistand der meisten in Hinsicht auf das
Lernen und die sogenannte Bildung des Charakters beschaffen is, oder
such Venn einer verdorben wurde, so iemanden wiirde selby Lynkeus

71
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72
nicht zum Sehen bringer kOren. Mit eire Wort, we nicht auf Grund
seines eigenen Wesens it der Sache verwandt it, den wind kane Lernbe-
gabung noch such Gedichtnis je igor wesensverwandt machen kOren.
Denn in fremdes Wesen wind sie von Anfang an keinen Eingang finder.
Daher werden all, die de Rechten und allen SchOnen nicht schon von
Natur nahe und wesensverwandt sind, méigen sie sons such noch so vieles
aufzufassen und sugar zu behalten wizen, noch such all die, die war ihm
wesensverwandt sind, aber screwer assen und nichts behalten - niemals das
wahre Wesen von Tugend und Schlechtigkeit (soweit das iiberhaupt mOg-
lich it) verstehen. Denn sie miissen, um dies beides zu verstehen, zugleich
Ting und Wahrheit des franzen Seins verstehen lerner, it alter Anstren-
\
gung fiber langer Zeit hin, we ich anfangs schon sage. Schlielilich aber
wind, Venn jedes einzelne diesel vier an de ardeen gepriift wind, reamen
und Begriffsbestimmungen und anschaulich Gegebenes und Gesehenes,
und Venn sie all in wohlmeinenden Widerlegungsversuchen auf die Probe
gestalt werden und Venn man sick ohne Rechthaberei im Fragen und Ant-
1.

women iibt, am Erode pliitzlich Einsicht und Verstindnis fiber in jedes in


eire aufgeleuchtet sin, so weir, we es iiberhaupt in der MOglichkeit des
Menschen steht.

Deshalb also wind kein ernstzunehmender Mann fiber ernstzunehmende


Dinge jemals etas Schreiber und es den Leuten zur blofien Rechthaberei
und Verwirrung preisgeben. Aus all de folgt it eire Worte° Wenn ei- .
ner von jemandem schriftliche Ausarbeitungen sieht, set es in Gestalt von
Gesetzen eines Gesetzgebers, set es sons irgendwie, dal! es diesem Manne
nicht demit der héchste Ernst ist, Venn anders er selby ernst zu nehmen it,
dai! vielmehr das Héchste an de sch6nsten Orts, den er besitzt, wohlge-
borgen bleat. Wenn wirklich von jemandem dies eigentlich Ernste schrift-
i
lich niedergelegt Worden wire, ,,damn haben ihm drauf" dismal nicht
Glitter, sondern Sterbliche - ,,den Sinn verwirrt".

73
*L
1
Erléuterungen

Phaidon
Plaid. 95 b-108c
Der Text aus de ,,Phaidon", der her vorgelegt wind, stellt den scharf-
akzentuierten Hiihepunkt des Gespriichs fiber die Unsterblichkeit der Seele
dar, das Sokrates am letzten Tage seines Lebens it seine Freunden fiihr-
te. Kebes, einer der p agoreischen Freunde, die arider Gesprich teil-
nahmen, hatte den Anwalt eines skeptischen Materiadismus gespielt und ge-
gen den Unsterblichkeitsglauben den geistreichen Vergleich aufgeboten,
die Seele set vielleicht our langlebiger als der Kéirper, so we in Weber lang-
lebiger sin k6nne ads die Kleider, die or web. Der Vergleich spiegelt sehr
gut die damals nee Erkenntnis von de bestindigen Stoffwechsel des
menschlichen Leibes. Arch Venn die ,,Seele" die jeweilige Materie des
menschlichen Kiirpers iiberlebt, heiiit das offenkundig noch nicht, daB
nicht such die Seele, das heist die den Leib belebende Kraft, eines Tages im
Tode zugrunde gehe. -

P/said. 964--9712
Sokrates sieht durch sine solche Vorstellungsweise die gauze Frage nach
den Ursachen von Werden und Vergehen ins Spiel gebracht. In autobiogra-
phischer Riickschau erzihlt or aus diesem Anlali, we ibn die nee Wissen-
schaft von der Natur be diesel Frage nach den Ursachen gan und gar im
Stick gelassen babe. Do babe es allerhand Theorien fiber den Sitz des Lebens
gegeben, aber die volte Somme der jonischen Wissenschaft babe ihm nicht
verstiindlich machen kiinnen, aus welchem Grunde such our etwas Kleines
groin Verde oder arum und we aus der Eins das Zweisein entstehe. Wie
her die Rode von den Ursachen des Entstehens und Vergehens auf die Zah-
len angewendet wind, kann de aufmerksamen Leser bewufit machen, dai!
etas nicht stirnrnt. Man ahnt berets, daft das Sein der Zahlen einer gan
ardeen Seinsordnung angehiiren mud as der der Dinge.

Plaid. 97c-99b
Wenn Sokrates nun, we er erziihlt, in die Lehre des Anaxagoras vom
Nus Erwartungen sett und sick in ihnen enttiiuscht sieht, markiert das sehr
deutsch, daB es Sokrates um eine andre An Erkenntnis geht. Wir wiirden
dieselbe it ,,Verstehen" bezeichnen: nicht our feststellen, was ist und we
es zustande kam, sondern es as ,,sinnvoll" erkennen. Das heifit fair den

75
Griechen: das, was it, as ,,gut" erkennen. Wenn Vernunft alles regiert,
we Anaxagoras in seiner us in groflen Stricken erhaltenen Argumentation
lehn, hegte Sokrates die Erwartung, day! man von do aus den Bar der Welt
in demselben Sinne rniisse verstehen kéinnen, in de or selber sin eigenes
Verhalten verstiinde, und das heifitz aus verniinftiger Entscheidung be-
griinden k6nne. Es it das Prinzip der teleologischen Naturerkliirung, das
Plato her der jonischen Wissenschaft entgegensetzt.
Nun macht aber Anaxagoras it de Prinzip der Vernunft gar nicht
ernst, sondern léiflt seiner Nus rein mechanisch wirken, as den ersten An-
stoB des Wirbels, durch den sick die Welt bidet. Daher wendet sick Sokra-
tes von solcher An, nach der Ursache des Entstehens und Seins zu fragen,
am Erode gan und gar ab.

P/mid. 98a-I 02a


Indent sick Sokrates von diesel Weise der Forschung abwendet, ent-
schlieiit er sick. zu der zweitbesten Fahd. Von einer zweitbesten Fahrt spra-
chen die griechischen Schiffer, Venn ihnen Kenn giinstiger Fahrwind blies,
sondern sie durch miihsames Rudern igor Ziel ansteuern mullten. Hier stellt
sick die nee Fahrt als die Wendung zu den Logoi dar. In ihnen m6chte So-
krates die Wahrheit und das wahre Sein zu erkennen suchen. Dieser nee
Weg ist das, was Plato spite Dialektik nennen sollte.
Dialektik it fair Plato in ester Linie die Kunst, in Gesprach zu fiihren
oder einen Gedankengang durchzufiihren, ohne sick durch sophistische
Argumentationskiinste verwirren zu lassen. Der erst Schritt auf diesem
Wege it die ,,I-Iypothesis des Eidos", die Ansetzung von Ideen. In der
Sprache der moderner PhiinomenolOgie wurde das die ,,eidetische Reduk-
tion" genannt, durch die all empirischen Fragen ausgeklamrnert werden
und reine Wesensverhaltnisse apriorischer Art das Thema sind.
Es war irrig, dies Darlegungen des ,,Phaidon" it de Hypothesenbe-
griff der neuzeitlichen Naturwissenschaft und de Begriff des Naturgeset-
zes zu identifizieren, we Cohen und Natorp das gear haben. Der Sinn von
Hypothese it in den Erfahrungswissenschaften an gan anderer, as es die-
ser aus de Verfahren der Mathematik iibernommene Begriff der Hypo-
these im Griechischen mint. Die Naturwissenschaft print die Hypothese
an der Erfahrtnng. Die Hypothese des Eidos dagger wind nicht gepriift,
sondern auf ihre Konsequenzen hin entwickelt, um selby den Priifstein zu
bilden, an de die Sachangemessenheit von Rode und Argumentation sick
priifen lassen mud. Mit ardeen Worten: die Diadektik client der Uberwin-
dung der Sophistik. Das is in Resultat, de nicht our Simmias und Kebes
emphatisch zustimmen. Plato unterstreicht vielmehr die Bedeutung diesel

76
Zustimmung noch eigens durch das Kunstmittel, das Rahmengesprich ei-
nen Augenblick lang herzustellen. Auchder erziihlende Phaidon und sin
Partner teilen die allgemeine Zustimmung. (l02a)
In der Tat it it diesel dialektischen Wendung zur Ides erreicht, daft der
verwirrende Schein eliminiert wind, der von der Relativitéit der Gréilienbe-
stimmungen ausgeht und den die trivialen Argumentationskiinste der So-
phisten auszubeuten pflegten. (Vgl. Phil. l4b.) Es it die Entdcckung des
eidetischen Seins, des Seins der Zahlen we des der Gréiienbestimmungen,
das Redon von der ,,GreBe an sick" und der ,,Kleinheit an sick", das all
solche Verwirrung auf16st. Demit tut Plato fiber die pythagordsche Identi-
fikation von Zahl und Sein einen entscheidenden Schritt hinaus. Die Har-
monic der T6ne und der Sphéiren beruht war auf de Verhéiltnis reiner
Zadtlen, aber das heiflt nicht, dais das Sein nichts als Zahl it.

Plaid. 1034-105c
Plato bedient sick wider sines raffinienen Kunstmittels, um diesen em-
scheidenden Schmitt deutsch zu machen. Ein Ungenannter - ,,we es war,
erinnere ich mich nicht gena" - wendet in, dai! man dock friiher geradezu
behauptet babe, dal! able Verinderungen zwischen den Gegenséitzen or
sick gehen, und jetzt bestreite man, daB ,,Gr6Be an sick" und ,,Kleinheit an
sick" iiberhaupt der Verinderung unterliegen. Die pythagoreische Lehre
von den Gegensitzen war in der Tat as Argument fir den ester in ,,Phaui-
don" vorgebrachten Beweis fir die Unsterblichkeit der Seele gebraucht
Worden. (70c-72 a)
Es it offenbach vielsagend, dai! der Berichterstatter, der diesen Einwurf
mitangehiirt hat, sick nicht erinnern kann, we es war, der in diesel Weise
die Gegensiitze selby it de an den Gegensitzen Teilhabenden verwech-
selte. Man sell offenbach verstehen: _eder aufier Sokrates, eder der die Wen-
dung zur Idee noch nicht vollzog, let in diesel Verwechslung. Das gilt
selby noch fir den Pythagoreer Kebes, Venn er es such am liebsten abstrit-
te. (l03c5)
Diese Annahme der Ideen, die von den Erscheinungen zu unterscheiden
sind, von Aristoteles spite unter de Stichwort des Chorismos, das heifit
der Abtrennung der Ideen von den Erscheinungen, as eine sinnlose Ver-
doppelung kritisiert, it nun aber keineswegs der letzte Gedankenschritt,
der her getan wind. Daft die Ideen fir sick sind und von den Erscheinungen
unterschieden, chardtterisiert nicht die platonische Lehre as eine Art Elea-
tismus der Ideen, sondern stellt our den ester Schritt dar, der die Dimen-
sion der Diadektik éiffnet, die nicht Sophistik ist. Das wind im ,,Phaidon"
allerdings nicht we im , ,Sophistes" in theoretischer Allgemeinheit entwik-

77
belt, sondem erklirtermallen ds bloile Vorbereitung zu de Beweisziel der
Unsterblichkeit der Seele. Zwischen den Ideen bestehen Wesensbeziehun-
gen. Die eine schliefit die anders notwendig in oder notwendig aus. So
schlieBt Wirme Feuer an, die Drei und die Fiinf und die Siebert schlidien
das Ungerade in und schlieiien das Grade aus. Auf diesel Grundlaige wer-
den Aussagen und Erkenntnisse miiglich, die nicht mehr solche dnfachen
Tautologien sind we die, day! das Warme durch die Wiirme warm it. So
sell der Beweis erbracht werden, dais it Seele notwendig Leben mitgege-
ben it und umgekehrt Totsein und Untergang ausgeschlossen it.
Dai! es sick her um Wesenszusammenhinge handel mule und nichtum
kontingente Quadifikationen, lehr der Zusammenhang und insbesondere
das Beispiel der Zahlen. Daher mud! such der Zusammenhang von Wiirme
und Feyer in de Sinne verstanden werden, day iiberall, we Wiirme auf-
tritt, Feyer ,,darin" sein mufi. Das bestitigt sick durch Phil. 29bc, we (we
her l 05b2 et 1:q'8 oa3,uau) von de Feyer be us, das heiiit von der orga-
nischen Lebenswirme die Redo it. Man wind such an Tim. 61d ff. erinnert,
we das Gefiihl der Wirme bzw. des Frierens aus der Elementengeometrie
des ,,Timaios" abgeleitet wind. Offenbar ist das Feuer in Vergleich zur
Wiirme her ads das Allgemeinere gemeint. Ahnlich kann Plato such von
Gattungen des Feuers sprechen, eta von Flamme und Licht. (Tim. 58c)

Plaid. I05c-107b
An der folgenden Beweisfiihrung fill nun zweierlei besonders auf.
War un wind der Beweis in wei Teilen gefiihrt, einmad fair das Unsterblich-
sein (,,todlos sin", d19¢i'vatov) und sodann fiir das Unverg§nglichsein
(&va61a19gov )? Es it offenkundig, dai! diesel Zweischritt der Beweisfiih-
rung wei Arlen von Vergehen unterscheidet, das Bntweichen und das Zu-
grundegehen. (102de) Das erstere it reiner Ortswechsel, das letztere impli-
zien das Nichts. Nun fiillt es auf, daft die Auszeichnung der Seele (Psyche)
offenbach darin bestehen sell, dai! sie nicht our den Tod von sick ausschlieiit,
sondern daft such noch dazu feststeht, dais sie, aLls das Todlose (Unsterbli-
che), unverginglich sin mud! und deshalb woandershin entweicht, Venn
der Tod kommt. Es iiberrascht, dai! urn der Auszeichnung der Seele willer
Sokrates her so weir geht, sugar von de Geraden und de Ungeraden so
zu reelen, as wire sie im Unterschied zur Seele vergiinglich. Das kann na-
tiirlich immer our von de gelten, das jewels eine bestimmte Zahl an sick
hat. Das Gerade selby oder das Ungerade selby it we jede Zahl ,,wig und
immer". Vom Vergehen des Geraden an sick oder irgend einer Zahl as sol-
cher kann kane Redo sin. Wohl aber we iii man, day! etas, de sine ge-
rade Zahl zukommt, such nicht sin kann. Offenbar argumentiert Sokrates

78
nun so, dais im Unterschied dazu das Lebendige, das unsterblich is, nie
nicht sein kann. Das wind mit Emphase von den Unsterblichen gesagt, aber
such fair ,,das Eidosdes Lebens ds solchen" beltauptet. lm Unterschied zu
de Grolisein an sick oder de Ungeraden an sick, die, Venn natiirlich
such unverginglich, an de, was it, nicht immer do sind, ist das, was as
die Seele unsterblich it, selber an Seiendes, das nie nicht sein kann. Daher
isles nicht our unsterblich, sondern such unverginglich und mud also ir-
gendwo sin, Venn es aus de Lei be entweicht.
Das wind gar nicht as problematisch empfunden, sondern ads sine Selbst-
verstindlichkeit in Anspmch genommen. Es wind durchaus nicht bewie-
sen. Was bewiesen wurde, war lediglich, dai! das Eidos der Psyche, die Le-
bendigkeit, das Totsein ausschliefit.
Das ist nun das Zweite, was us screwer eingeht, insbesondere set Kant
die rationale Psychologie widerlegt hat, wobei er iibrigens die aufklareri-
sche Bearbeittmg des platonischen ,,Phaidon" durch Moses Mendelssohn
ausdriicklich im Blick hatte. Plato will it seine Beweise nicht our das
Wesensverhiltnis von Seele und Lebendigkeit geltend machen. Er mint
demit such fiber die konkrete Einzelseele etwas ausgemacht zu haben. Frei-
lich it or sick dariiber im karen, day! solche rationale Beweisfiihrung die
Angst or de Tode nicht wirklich iiberwinden kann. Er spricht in diesem
Zusammenhang von der Schwéiche des menschlichen Herzens, fair die such
in gelungener Beweis nie endgiiltig sin kann. Was die Art von Beweisan-
spruch betrifft, die Plato it seiner Beweisfiihrung verbindet, so babe is
glaubhaft zu machen versucht, dai! dies Beweisfiihrung our in de negati-
ven Sinne Geltung beansprucht, dais sie die Widerlegung der Unsterblich-
keit der Seele, d. h. die materialistische Argumentation, it der das gauze
Gesprich anhebt, ads unhaltbar erweist. Ein positiver Beweis fir die Un-
sterblichkeit der konkreten Einzelseele, in dem Since, in de der einzelne
Befreiung von seiner Angst wiinschen mag, kann darin nicht lieger. (Vgl.
reine Arbeit in ,,Wirklichkeit und Reflexion", Festschrift fir W. Schulz,
1973.)

Die Konsequenzen
Das finder seine plastischen Ausdruck in de Schlufi des Dialogs. Auf
unseen Text folgt sine (her nicht mehr wiedergegebene) Schilderung unse-
rer Erde und des Totengerichts, die Sokrates mit farbenfreudiger Phantasie
ausmadt. Sie sell offenbach nicht allzu wéirtlich genommen werden, sondern
client der Abhebung und emelen Hervorhebung der Gelassenheit des
wahren Philosopher. Den Schluil bildet die ergreifende Schilderung, we
Sokrates den Schierlingsbecher trinkt - eine Art Tatbeweis, den Sokrates

79
I
fir seine Glauben an die Unsterblichkeit der Seele und fair die Kraft seiner
diadektischen Beweise erbringt. Das Bild des sterbenden Sokrates war, we
Nietzsche sagte, das neueldead, das in die Stelle von Achilles trot, de
fortan die edelste griechische _lugend nachlebte. , ,|
Das had nun such seine philosophische Bedeutung. Denn went randie
Bedeutung des ,,Phaidon" fair die platonische Philosophic wirklich aus-
schOpfen will, dart man sick nicht auf die ausdriicklichen Darlegungen be-
schranken, die Sokrates fiber die Ideen macht. Vielmehr liegt in de Gan-
zen des platonischen Works, de Gesprachsgeschehen we seiner Beglau-
bigung durch den sterbenden Sokrates, die eigentliche Aussage. Man ml!
dieselbe in der Perspektive des platonischen Werks und inshesondere in der
Perspektive der dialektischen Dialoge sehen, die der Spatzeit zuzuzéihlen
sind (Theatet, Sophistes, Politikos, Parmenides, Philebos).
Zunéichst ist festzuhalten, was es bedeutet, dall die Psyche bzw. das Sein
des Lebens selby immer schon as das Lebendige, das Beseelte verstanden
wind und nicht as eine blondie Qualifikation von etas - also .im Unterschied
zu Bestirnmungen we Gr6{Se oder das Ungradc. In der Sprache der aristo-
telischen Kategorienlehre heifit das, daB die Seele ,,ousia" ist und deshalb
ohne einen Gegensatz (Aristoteles Eudemos-Dialog, Fig. Ross Nr. 7).
Aber schon Plato artikuliert dies kategoriale Verhéiltnis, sofern er das ii
und das fofo unterscheidet (z. B. oben S. 69, 71).
Die zweite spekulative Konsequenz ist von allgemeinerer Bedeutung.
Offenbar mull in positives Verhaltnis von Idee und Erscheinung ange-
nommen werden, Venn die Redo von Ideen iiberhaupt Sinn haben sell. lm
,,Phddon" seen wir, day nicht our die Trennung des Eidos von de, was
an ihm teilhat, gedacht werden mull, sondern grade such die Untrennbar-
keit des Eidos von de, was an ihm teilhat. Nur damn ist-der ,,Beweis"
iiberhaupt sinnvoll. Sein Argument tut aber noch einen weiteren Schritt,
idem es Untrennbarkeit gewisser ldeen voneinander behauptet. Das it
nun das eigentliche Thoma der platonischen Dialektik. Die Rechenschafts-
gabe, die der Philosophy zu Geber hat, verlangt as estes, daft man das Eidos
,,voraussetzt" und in seine vollen Implikationen derk. Das aber heilltz
feststellt, was es einschlieiit und was es ausschliefit. Dann aber mu!! man
water fragen, was de so vorausgesetzten Eidos zugrundeliegt. Das aber
heiiit, man mud es abermads in seine Verhéiltnis zu ardeen Ideen explizie-
ren.
Die bekannteste Form, in der Plato solche dialektische Rechenschafts-
gabe in seine spiiteren Diadogen vorfiihn, is die Dihairesis, die Einteilung
sines Gattungsbegriffs in sine Arten, bis hin zu ,,letzten", nicht water
tcilbaren Ideen. Das Verhiltnis von Gattung und Art enthalpy offenbach im-

80
mer sine Aussage fiber AusschluB und Einschluii von Ideen. Pferd und Esel
sind as I-Iuftiere zusammen do. Sie gehéren diesel Gattung an. Sofern Esel
Zweihufer sind und Pferde Einhufer, schliefien sie sick aber aus. Theiitet
fliegt nicht -» das schliefit sick aus. Menschen sind kane Véigel. ,,The§tet
sitzt": das kann durchaus sin. Auf diese Weise ,,weir" man etas, Venn
sick das Seiende von der Idee 'aus und durch siren Ort in Gefiige der Ideen
bestimmt. Der Sachs nach it das die aristotelische Lehre von der Defini-
tion, die ausdem Genus proximum und der Differentia specifics besteht.
Die Definition sagt insofern such fiber das einzelne, das an igor teilhat, etas
aus. VOgel k6nnen fliegen, Theiitet nicht. Lebendigkeit bzw. Seele kann
nicht tot oder vergiinglich sin, Wéirme kann nicht ohne Feyer sin.
Nicht immer freilich l§i3t sick das Verhiiltnis zwischen Ideen in Schema
von Gattung und Art denken. Es gibt gewisse oberste Ideen, z. B. Sein,
Einssein, Eines- und Vieles-Sein, Selbigkeit und Verschiedenheit, Gleich-
heit und Ungleichheit us. Wie dies sick zueinander verhalten, was fir das
eine Sein das Sich-Einschlieiien und das Sich-Ausschlieiien desselben be-
deutct, ist der Gegenstand der I-Iypothesendialektik des Parmenides-Dia-
logs. Sie bidet den Hauptteil des Dialogs und schliefit sick unmittelbar an
das Dialogstiick an, das aus de ,,Parmenides" 'her abgedruckt wind.

Parmenides
Palm. 130/9-13719
Der oben abgedruckte Text aus de Dialog , ,Parmenides" bildet einen in
sick geschlossenen Gedankengang. Vorher babe, so wind erzéihlt, Zen of
seine vierzig Beweise dafiir vorgelesen, dai! die Annahme von Vielem in
Widerspriiche fiihrt. Sokrates sah darin nichts water as sine indirekte Un-
terstiitzung der eleatischen Einheitslehre des Parmenides. Solchedialekti-
schen Widerspriiche schienen ihm nicht sehr aufregend. Wenn man nim-
lich die Ideen selber von de, was an ihnen teilnimmt, getrennt halt, damn
entsteht kein wirklicher Widerspruch. Etwas kann durchaus an Entgegen-
gesetztem teilhaben. Wir erinnern us der Argumentation des ,,Phaidon".
Es ist eine triviade, im schlechten Sinne sophistische Widerlegungskunst,
die sick an solchen Widerspriichen delektiert.
Dagegen wind es von Sokrates as eine absolute UnmOglichkeit bezeich-»
net, dail sick die Ideen selber miteinander vermischen oder voneinander
sondern kOnnten. Die Ausdriicke fir Vermischen und Sondern ( avy-
xegdwvm9az, 6¢axgivegz9a¢ 129c) klingen nach de Vokabular einer
Korpuskulanheorie und sind offenbach von metaphorischer An (we das

81
nléxsodaz l30a). Sie deter auf jens Diadektik der Ideen, die in zweiten
Tale des Parmenides-Dialogs in experimentierender Allseitigkcit, in ,,So-
phistes" in differenzierender Beschrinkung auf fiinf ,,grete Gattungen",
vorgefiihrt wind. Der junge Sokrates kann sick das noch nicht vorstellen. Es
it nun voller Witz, we Plato durch die Konfrontation des Sokrates it den
Eleaten den Blick in die nee Dimension der Dialektik der Ideen éiffnet.
Parmenides und Zeno sehen einander lichelnd an. Offenbach haben sie die
von Sokrates fiir unméiglieh gehaltene Forderung fir sick selber léingst er-
fiillt. Darning sind sie selby der sokratischen Annahme fiir sick seiender
Ideen noch voraus .
Bringt man die nun folgende Katechese des jungen Sokrates durch den al-
ten Parmenides auf eine begriffliche Forniel, so bedeutet sie

Palm. 130b-e
¢ 1. daB die Annahme von Ideen nicht auf die normative Idealitéiten von
Mathematik und Moral beschrinkt werden dart. Solche Beschrinkung
wind von Parmenides auf die jugend des Sokrates zuriickgefiihrt: or nehme
auf die Ansichten der Menschen noch zuviel Riicksicht (Palm. l30e). In
Wahrheit miisse iiberdl don, we man einen reamen gebrauche, die Hin-
sichtnahmc auf die Idee - wir weirder sage: die Ideaditéit der Bedeutung des
Wortes - anerkannt werden. Dali Sokrates sick zu diesel Konsequenz nicht
recent verstehen will, begreift sick gut. Die Idealitlit mathematischer Ge-
bilde und normative Sittenbegriffe, an denen or die Annahme von Ideen
einfiihrt, bedarf kaum einer Rechtfertigung und stellt or kein Problem der
Teilhabe. Die mathematischen Gebilde sind von den Gegenstinden der
Physik gan und gar zu scheiden. So sind sie ,,gerneint": nicht as ,,dies",
sondern als ,,es" (z. B. Dreieck oder derril.). In gleicher Weise mint das
sittliche Bewufitsein die Ideaditit der Norm und besteht auf ihrer Unabhin-»
gigkeit von blotter Konvention. Will man dagger die Annahme von Ideen
such auf das von Natur Seiende ausdehen, so geriit Sokrates berets in Zwei-
fel. Das kann man verstehen. Auch ihm it ja nicht unbekannt, dai! nicht die
Ides, sondern ,,der Mensch den Menschen erzeugt", um it Aristoteles zu
reelen. Vollends fiirchtet Sokrates in einen Abgrund von Geschwiitz zu ge-
raten, Venn er ohne Einschriinkung von allen, was it, Ideen anniihme.
Und dock ist diesel Annahrne nicht auszuweichen, we am Ends des her
vorgelegten Textstiickes deutsch wind. Da sagt es Parmenides selby: Wenn
man iiberhaupt Verstindigung durch sprachliche Mitteilung retten wolle,
miisse man fir in cedes jewels sine Idee annehmen. Sokrates babe das our
,,zu friih" gear, bevor er sick geniigend in dialektischen Argumentationen
geiibt babe.

82
Palm. 130e
Parmenides geht nun auf die Schvderigkeiten in, die it der Annahme
der Ideen verkniipft sind, und west adlerhand anscheinend hoffnungslose
Widerspriiche auf, in die man sick be der Frage nach der Teilhabe des Ein-
zelnen am Allgemeinen verstrickt. Dabei it nicht zu verkennen, dai! dies
Schwierigkeiten die Annahme von Ideen nicht eta as wirklich false oder
entbehrlich erweisen wollen. Vielmehr trent Parmenides it Sokrates in
iiberlegenes pidagogisches Spiel: erst hat or ihn getadelt, dais or es an der
nOtigen Konsequenz in dei' Annahme von Ideen fehlen lasso, und jetzt grit
dies Annahme zum offenkundigen Vergniigen des Parmenides, der in ei-
ner ans Sophistische grenzenden Manier und durch bOswillige Interpreta-
tion die sokratische Intention irreleitet, in absurd Widerspriichc.

Palm. 1314-e
Das erst Argument sett be de Begriff der Teilhabe an, ds ob es sick
her um sine Relation zwischen Dingen handelte. Dann stellt sick die Alter-
native: Teilhabe kann entweder an de Ganzen der Idee oder an Teilen der
Idee statthaben. Die erstere Méiglichkeit wind von Sokrates durch einen
gdstreichen Vergleich verteidigt: Der Tag set iiberall der gleiche und den-
noch durchaus nicht von sick selby getrennt. Es it offenkundig, daft Par-
menides die Sache vergréiben, Venn er start dessert die Zeltplane einsetzt,
unter der vile Menschen Platz haben. Da hat in eder our an eire Teile
tell. Die Idee kann aber nicht teilbar sin. -- Das Argument behandelt in der
Tat das Verhéiltnis von Idee und Einzelnem, as ware es das Verhiiltnis
zweier Einzelner, die bade derselben Seinsordnung angehiiren. Proklos,
der neuplatonische Kommentator des Dialogs, gebraucht her geradezu den
Ausdruck épotayés, das heillt ,,der gleichen Ordnung angeh6rig".
Das Resultat diesel Diadektik der Teilhabe ist verwirrend. Weder kann
die sine Idee as gauze von sick selby getrennt in de Teilhabenden sin,
noch such kann das an der Idee Teilhabende our an eire Teil der Idee teil-
haben. Beides wire absurd.

Palm. 1324
So zeigt Parmenides einen ardeen Weg, idem er scheinbar verstiindnis-
voll auf Sokrates eingeht, aber in Wahrheit das nee Argument schnell -ad
absurdum fiihrt: Man k6nnte under der Ides der Gr6Be die Hinsicht verste-
hen, unter die man dies Grolle stelle. Dann aber kann man einwenden, es
bediirfe abermals einer weiteren Hinsicht, die die sine Gr6i3e an sick und
die vielen grofien Dinge miteinander gemein hiitten. Das ergiibe einen

83
unendlichen Regreil. Das Argument it aus Aristoteles ads das Argument
des ,,dritten Mcnschen", demzufolge eben der Ides des Menschen und
den einzelnen Menschen abermals in drifter Mensch stiinde, bekannt.

Palm. 132b-c
(
Sokrates such diesel Konsequenz auf wei Wegen zu entgehen: Die Ides
set our ,,in den Seelen", set also our in Gedanke - oder aber, sie set ,,in der
Natur" as Vorbild. Die baden Auswege entsprechen den baden Grund-
orientierungen, denen die sokratische Annahme von Ideen folgt: an der
Mathematik, die esit entia rations zu tun hat, und an der Moral, die den
Abstand vom Vorbild einschlielit, also es it Normativem zu tun hat.
Beide Auswege scheitern.
Wenn Teilhabe Teilhabe an eire Gedanken it, it sie denkende Teil-
habe. Das miiiite bedeuten, day! alles Teilhabende denkt, oder aber dal! es
Gedanken gabe, such Venn demand sie denken kéinne. Beides erscheint als
unsinnig.

Palm. 132d--1334
Der zweite Weg, der Schwierigkeit auszuweichen, it, daft die Idee Ur-
bild in der Natur it. Das aber sett sine Beziehung der AhMichkeit zwi-
schen de Teilhabenden und der Ides, woman es teilhat, voraus, und dammit
geriete man wiederum in den unendlichen Regrell. Man miillte in Etnas
annehmen, it dedas Urbild we das Abbild iibereinstimmen. SO bleibt
die Schwierigkeit im Problem der Teilhabe bestehen.

Palm. 133b-1356
Die I-Iauptschwierigkeit kommt aber erst, und dies Schwierigkeit ist in
Wahrheit ungefihr das, was it der Zweiweltenleltre des traditionellen Pla-
tonismus ins Spiel kommt. Da gibt es einen Aufstieg der Seele von der Sin-
nenwelt zur intelligible Welt, der de Ausfluli von allen aus de Einen,
der Emanation, entspricht. Parmenides dagger sieht iiberhaupt kane
Vermittlung. Die radikade Trennung der intelligible und der sinnlichen
Welt fiihrt zu der absurder Konsequenz, daft die Ideen fiir us iiberhaupt
unerkennbar sind. Das it in unannehmbares Resultat. Aber das ist noch
nicht alles. Das Argument gelangt zu seiner héichsten Spitze, sofern daraus
folge, daft nicht our us Menschen die Erkenntnis der Ideen verwehrt wire,
sondern umgekehrt such de Gott die Erkenntnis der sinnlichen Dinge.
Das wind als in noch b6herer Grad von Absurditit behandelt. Offenbar it
in Gott, der so vom Hiesigen ausgesperrt wire, etas gan Undendtbares .
Bbensowenig kiinnen aber dock wohl die Ideen von de Hiesigen abge-

84
schnitten sin. Parmenides schlieiit it der allgemeinen Versicherung, day!
all dies Schwierigkeiten unvermeidlich erschienen und dai! daher die Ver-
teidigung der Annahme von Ideen sine auiierordentlich schwierige Auf-
gabe darrelle. Kein Zweifel, dal! das as Aufgabe ernstgemeint it und nicht
eta sine hOfliche Form der Zuriickweisung der Ideen oder gar in Zeugnis
fir Platos Preisgabe der Ideenlehre darstellt.
Dem moderner Leser wind dies Hauptschwierigkeit in anderem 'Lichte
erscheinen, as es fir den griechischen Loser der Fall sin mulite. Denn Wis-
senschaft mint her etas anders. Bei den Griechen it es immer das am
Beispiel der Matlternatik veranschaulichte Wissen, das weifi, we es sin
mufi, und das daher durch Lernen und Einsicht erworben werden kann,
ohne daft es der Bestitigung oder Kontrolle durch die Erfahrung bedarf.
Der modern Begriff der Erfahrungswissenschaften hitte fir ihre Ohren
we in hiilzernes Eisen geklungen. Umgekehrt rnulite eine ,,Wissenschaft
fir us", die nicht die Wissenschaft der Ideen wire, eine vOllige Absurditéit
sin und nicht sine ernsthafte Frage, we sie es fir den Empirisrnus war und
we sie selby noch Kant und der Kritischen Philosophie die Frage auf gab,
we synthetische Urteile a priori mOglich seen.
Damit wind der Ubergang in den §ulSerst riitselhaften zweiten Teil des
Dialogs vorbereitet. Parmenides liifit sick bewegen, in dialektischen Mu-
sterdeduktionen das Verfaihren dialektischer Priifung vorzufiihren, in de
sick Sokrates noch iiben miisse.

Der Sinn der dialektiscben Ubung (Palm. I37b-166c)


Der Sinn dieses zweiten Tales it sehr umstritten. Do wind in einer Reihe
von Hypothesen, dai! das Eine it, in dialektisches Spiel vorgefiihrt, von
de man nicht weir, was es eigentlich sage will. Stellt es wirklich nichts als
eine koméidienhafte dialektische Ubung dar, we in Dialog selber aller-
dings behauptet wind? Oder it dies didektische Behandlung der eleati-.
chen Einheitsthese in verhiillter Entwurf einer philosophischen Theolo-
gie, die it den Mitten der ,,negative Theologie" einen philosophischen
Gottesbegriff ausarbeitet, we derspatere Platonismus des Altertums ange-
nommen hat? Man kann von einigen formalen Beobachtungen ausgehen.
Offenbar handel es sick be-diesen dialektischen Gangen immer datum,
dais wei Extreme zur Durchfiihrung gelangen: all erdenklichen Bestim-
mungen treten erst so auf, daIs sie de Einen abgesprochen werden, und
damn wider erweisen sick umgekehrt all erdenklichen Bestimmungen as
it de Einen mitgegeben. Diese formate Struktur wiederholt sick durch
able Variationen der Hypothese hindurch. Es fall dabei auf, daft die Durch-

85
fiihrung inner sumrnarischer wind. Was sick darin spiegelt, it we in
Lernprozeli. Man sieht sozusagen den Mechanismus diesel dialektischen
Beweisfiihrung inzwischen in und hilt sick nicht mehr a 1lzulange demit
auf. Auffadlenderweise bricht nun dies An der Vorfiihrung einfach ab,
ohne daft die Diadoghandlung zu irgendeinem Abschlufi gebracht wiirde.
Trotzdem kann man nicht eta annehmen, day es sick um in fragrnentari-
sches Werk handelt. Das summarische Verfahren, it de zum Schluli
operien wind, it we das Setzen eines abschlieiienden Zeichens oder bosser :
entspricht den drei Punkten, it denen wir eine evident gewordene Folge-
rung andeuten.
Eine weitere formate Feststellung kOnnte auf die eigentliche Absicht die-
ses dialektischen Spieles hinausweisen. Der symmetrische Aufbau wind
niimlich nach der Durchfiihrung der ester wei dnektischen Ginge durch
in asyrnmetrisches Stiick unterbrochen, das we in drifter Gang einge-
fiihn wind (1Z5d--1'77b). Das ist auffallend. Das Dritte as das Wahre? Soll
das sage, dal! our das, was an baden Extremen teilhat, am Ausschlui3 von
Allen we am Einschluli von allen, das Wirkliche is? Dafiir spricht, dal! es
tatsichlich die logische Struktur des Wirklichen it, fir die Plato oft den
Begriff des de Son entgegengesetzten Werdens gebraucht, was her zttm
Gegenstand der dialektischen Andyse gemacht wind. Es hat die Struktur
der Metabole, des Umschlags, der im _Iéihen des Augenblicks erfolgt. Es
stellt sick heraus, day! Der Umschlag an baden Extremen teilhat. Man sell
daraus schlielien, da{3 der Ideenbereich ads solcher dialektisch it und daft,
Venn sick beides ergibt, Einschlieiiung we Ausschlieliung aler méiglichen
Gedankenbestimmungen, das in Wahrheit kein Widerspruch sin sell,
sondem die Konkretion des Wirklichen angemessen zur Darstellung
bringt. Was wirklich it, das it bestandig in Bewegung und in Umschlag.
Es hat nicht an diesel oder an jeer Ides tell, sondern notwendig an der ei-
nen we an ihrem Gegenteil und am Ends an ihnen allen, Venn such viel-
leicht an den einen in der Weise des Einschlusses, an den ardeen in der
Weise des Ausschlusses. Man kéinnte also eta folgende Exemplifizierung
vornehmen: Pferde sind kane Esel. Ein wirkliches Pferd it also durch sin
Pferdsein bestimmt, aber nicht our dadurch. Denn es heiiit zugleich, dais es
kein Esel ist, und das bedeutet, dai! es in Sinne des Ausschlttsses such an
de Eselsein.teilhat. Die logische Folgerung mull also tauten: Teilhabe is
immer beides, Einschluli wie Ausschlufi. Das is nun gena die logische
Struktttr des Genos und seiner Spezifizierung. Das Einzelne hatlan de
Allgemeinen our so tell.
in der Tat wind or allen im ,,Sophistes" dies Folgerung gezogen. Sein
die Nichtnin, Identity und Verschiedenheit koren notwendigerweise

as
allen Seienden zu. Diese Bestimmungen sind selber kane Gattungsbe-
stimrnungen, sondern lieger ads die ,,gliSten" Allen sonstigen Gattungen
voraus. Sie sind die Bedingungen der Miiglichkeit der Unterscheidung von
Arten innerhalb einer Gattung, d. h. sie sind die Voraussetzung fir die di-
hairetische Dialektik. Der Parmenidesdiadog 6ffnet den Blick in dies Di-
mension des Begriffs, die unterscheidendes Denken miiglich mach. Wir
nennensie die Dimension der Reflexion, die nicht our das Hinsehen auf die
Idee, sondern das Durchlaufen der Verhiltnisse der Ideen zueinander ein-
schliefit.

Der 7. Brief

Wir besitzen in einziges philosophisches Textstiick, in de Plato nicht


durch den Mund eines ardeen spricht, de or Gedanken in den Mund legt,
sondern in seine eigenen Namer. Das it das Stiick, das sick in de soge-
nannten siebenten Brief befindet, eire groiien politischen Sendschreiben,
das Plato an seine Anhinger geschrieben hat, nachdem sin Freund Dion,
de soeben der Sturz des Tyrannen von Syrakus, Dionys II., gelungen
war, durch einen Mordanschlag aus seine eigenen Reihen umgekommen
war. Die Echtheit dieses Briefes war, we vile Philosophenbriefe des Alter-
tums, large Zeit bestritten Worden und hat sick schlieiilich aus rein histori-
schen Griinden als glaubhaft erwiesen.
Innerhadb des Zusammenhanges dieses politischen Briefes begegnet nun
das oben abgedruckte Textstiick, das sick offenkundig aus Allen heraus-
hebt. Es handelt von der Schwierigkeit, philosophische Gedanken ardeen
so mitzuteilen, daB sie zum wirklichen Verstéindnis berm ardeen fiihren.
Auch die Echtheit dieses Stiickes wind vielfach angezweifelt, or allen des-
wegen, well die Darlegungen des Textes it de strengeren philosophi-
schen Sprachgebrauch in den Dialogen nicht recent zusammenzustimmen
scheinen. Auf der ardeen Seite hitte es, Venn es sick um eine sogenannte
Féilschung handelte, an adlzu hokes Main von Kongenialitéit it de plato-
nischen Denken zur Voraussetzung. Die Sachs wiirde eta so aussehen we
in jeer beriihmten Anekdote, in der Bernhard Shaw sagt, es set gan klar,
dal! die Dramen Shakespeares nicht von Shakespeare geschrieben Worden
seen. Sie seen offenkundig von eire anderen Autor. Er babe such Shake-
speare geheiiien .
Das Studium des kleinen Textstiickes mull jedenfalls im Lichte der von
Plato in seiner Dialogen entwickelten Problem gesehen werden und stellt

87
am Ends die Begriindung dafiir dar, arum Plato niemads eigentliche Lehr-
schriften verfafit hat. Die Darstellung eines dialogischen Geschehens it der
von Plato gewiihlte Weg, sick selber Adler dogmatischen Berufung auf seine
eigenen Lehrer zu entziehen und seine Aussage so ins Offene zu stcllen,
we es von Werken der Dichtkunstgilt. Unset Textstiick hat die ausdriickli-
che Funktion, zu eigen, arum es kane authentische Darstellung seiner
Lehre geber k6nne und dai! jemand, der diesen Anspruch erhebe, demit
our beweise, day! er in sin Denken nicht wirklich eingedrungen set. lm Zu-
sammenhang der Darstellung, die Plato von seine Erfahrungen it de
jungen Tyrannen von Syrakus in diesem Briefe gibt, kommt unseer Text-
stiick eine entscheidende Bedeutung zu. Man rent es zu Unrest einen er-
kenntnistheoretischen Exkurs. Zwar it es richtig, daB es sick um einen Ex-
kurs handel. Der Stil is anders, it mehr technisch-schulgerecht und zeigt
such eine systematische Geschlossenheit, die seine I-Ierausléisung aus de
Briefzusammenhang méiglich mach. Is babe aus stilistischen Griinden die
Vermutung geiiuiiert, dai! es sick her urn eine Art~Einleitungsspruch han-
delt, den Plato seine philosophischen Unterricht in der Akademie vor-
auszuschicken pflegte und in de er seine Schiller or blinder dialekti-
schem Eiferemnm warnte. jedenfalls it es klar, dai! wenger die Erkenntnis
as die Uberrnittlung von Erkenntnissen das Thoma der Eriinerungen dar-
stellt.

Ep. VII 34247-al3


Fiir den moderner Leser it die Aufzihlung der fiinf Momente, die be
der Ubermittlung von Erkenntnis sine Rollo spielen, dadurch etas ver-
bliiffend, dai! ihre Bestandteile so we nig hornogen sind. Es it sine fast ar-
chaische Anreihung von Ungleichartigem. Einmal wind do die Sache selby
mitgeziihlt, die dock nicht eines der Mittel ihrer Erkenntnis it. Dann aber
such figurer die Erkenntnis selby as in Viertes, obwohl sie es dock it,
die sick der ester dei as ihrer Mittel bedient und daher nicht in einer Reihe
it ihnen steht.
Um das richtig zu sehen, mufi man festhalten, we der Anadyse sine Art
Auiienaspekt zugrunde liegt. Da gibt es Kérperliches, und das sind die er-
sten dei Moments, die ads Stirnme oder ads visueller Anblick auftreten.
Dann gibt es das ,,Seelische" von Mei fen und Denken, das our ,,in der See-
le" it, und schliefllich gibt es die Sachs selby, die weder von sinnlicher
noch von psychischer Seinsart it.
Ferner fillt es auf, und das hat marche Gelehne an der Authentizitit des
Textes zweifeln lassen, day Logos oder Begriffserkliirung her lediglich ads
sine Zusammensetzung von Name und Zeitwort erscheint, also grade

88
nicht in seiner genuine Einheit, die die konventionelle Sphiire der Namer
hinter sick liifit.
Entsprechend kann es befremden, day! die Begriffserkliirung her it de
Modell (der mathematischen Figur) so in Parallele gesetzt is. Als wohlge-
schulter Platoniker und Logiker wiirde man die Begriffsbestimmung lieber
it der Sake selby gekoppelt sehen - um es aristotelisch awzudMcken:
den 6940/469 it de to iv slvac .
Aber offenbach kommt es Plato her our darauf an, die Sache selby (und
allenfalls noch die igor vol entsprechende Einsicht = Nus =,,unmittelba-
res" Innesein) von all den Momenten abzuscheiden, die der Verwirrbarkeit
ausgesetzt sind.

Ep. VII 342d-e2


Der zweite Abschnitt unsees Textes gibt de Begriff der Idee (der frei-
lich her nicht ds Terminus auftritt) die denkbar weiteste Ausdehnung. Er-
innen man sick an die diesbeziiglichen Zweifel im Parmenides-Dialog, so
it klar, do! Plato her den Begriff der Idee in weitester Anwendung aner-
kennt. Das wind insbesondere bezeugt durch die nonipcata xi xa191§,ua-
ta avpadwa .Denn dies it dock wohl nicht auf den Bereich des Seelischen
zu beziehen, sondern ml! ebenso ontologisch verstanden werden, we das
entsprechende Begriffspaar, das in der aristotelischen Kategorienliste auf-
tritt. Hier mint es im gan weiten Sinne all das, was von anderem her der
,,Sache" zukommt, entspricht also eher de aristotelischen av/43c#qx6c,
Der Sinn diesel Ausweitung it offenbach, dal! es das ,,Es selby", fair das
Plato such Ides oder Eidos sagt, iiberadl geber mufi, we Verstindigung ge-
lingen sell. Parmenides hat recent.
Fair all dies Momente gilt die allgmeine Schwéiche der Rede, start der
,,Sache selby" (wir wiirden sage: start de ,,Wesen") das Zufillige, Kon-
tingente zu vertnitteln. Damit ist gleichsam die Ankiindigung fair die fol-
gende Beweisfiihrung gegeben .

Ep. VII 3433-c5


In eire zweiten Durchgang, der jetzt beginnt, wind die Sache an eire
Beispiele vorgefiihrt. Es handelt sick um das Beispiel der mathematischen
Figur des Kreises. Dali das reine Was-Sein des Kreises nicht it der Figur
verwechselt werden dart, defen sick der Mathematiker bedient, steht her
begreiflicherweise an ester Stelle, und erst an zweiter Stelle kommt die
Schwiche der reamen und der aus ihnen zusammengesetzten Begriffserkli-
rung. Auf die Reihenfolge der verschiedenen Mittel kommt offenbach nichts
an. Die physische Figur und der sprachliche Ausdruck, aber such beides, so

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we es eta in Gediaichtnis festgehalten is, bleat der Kontlngenz iiberant-
wortet und it nicht die Sache selby.
So tritt es den fast we sine kategoriale Unterscheidung auf, Venn jetzt
der Unterschied von Sein und So-Sein gleichsam ads der Hauptgrund, auf
de dle diadektische Verwirrungsméiglichkeit beruht, namhaft gemacht
wind. Dai! das So-Sein, der zufillige Anblick oder Ausdruck, fair die Sake
selby genommen wind, is der Grund aler dialektischen Verwirrung. Wir
erkennen in diesel Besehreibung wider, was der ,,Phaidon" as die Hypo-
thesis des Eidos eingefiihrt hatte. Durch sie sollte ja all sophistische Ver-
wirrung vermieden werden. Es it in der Tat der erst konstitutive Schritt in
die Dialektik, dai! man zwischen de Es-selbst des Eidos und de vielfiltig
Teilhabenden scharf unterscheidet.

Ep. VII 34365-343.8


lm folgenden mach Plato nun einen *nusdriicklichen Unterschied zwi-
schen den Fallen, in denen die sophistischen Widerlegungskiinste bedeu-
tungslos sind, und jere anderen Fallen, in denen es darauf ankommt, auf
de wahren Selbst zu bestehen. Offenbar will Plato es de Anfingcr recent
deutsch machen, dali die theoretische Rechenschaftsforderung sine nee
grofle Zumutung darstellt. Ahnlich sehen wir im Philebos, we es sick such
um gan junge Leyte handel, dai! der sophistische Unfug ausdriicklich as
blondie Albernheit abgewiesen wind. So iiberrascht es in we nig, dal! es her
als sine schlechte Ubung bzw. Erziehung bezeichnet wind, daB wir nicht
iiberall auf der Rechenschaftsgabe bis ins Aullerste hines bestehen. Das it
von eire Ideal her gesprochen, das in Wahrheit gar nicht immer as Mafi-
stab diena kann. So sehen wir eta, dai! an wirklicher Mathematiker sick
durch sophistische Polemiken, we sie eta Protagoras gegen die Mathema-
tik vorzubringen liebte, iiberhaupt nicht anfechten léiilt - so we nig, we man
die Kiinste ernstnehmen wind, it denen (in den Wolken des Aristophanes)
der von Sokrates ausgebildete Sohn seine Vater aufspielt. Das it our ko-
misch.
Dagegen sieht man sick dort, we man es theoretisch wirklich gena
mint, in eire ernstlichen Sinne der sophistischen Verdrehungskunst aus-
gesetzt. Und das it die bleibende Schwiche des Logos (bzw. aler vier
Former der Vermittlung des Wdiren), von der her die Rede it. Das it eine
Erfahrung, die eder Lernende, und dammit such eder Lehrende, zu machen
hat. Arch Venn man ernstlich auf die Wahrheit gerichtet is, kann man sick
nicht gegen die sophistische Verwirrung in idem Sinne gefeit wizen. Es it
durchaus nicht sicker, daB der wirklich recent hat, der im dialektischen Streit
das letzte Wort behéilt. Aber Venn man die Sache selber wirklich mint, das

90
heifit den Blick auf die Sache festhilt, wind man in franzen dos der Verwir-
rung Herr werden. lm Austausch von Frage und Antwort wind am Erode
Einsicht und Verstiindnis herauskommen.

Ep. VII 343e-344d


In unseer Sprache weirder wir sage, dai! es nicht sine iiberlegene Ar-
gumentationskunst it, was den Philosophen gegeniiber de Sophisten
auszeichnet, sondern der Instinkt fir die Sache. Das it es, was it der
,,Verwandtschaft it der Sache" gemeint it. Gar nichts Mystisches, nichts
von ,,Erleuchtung". Es is gan schlicht gemeint, da{3 man sick be de Ge-
sagten und Mitgeteilten wirklich etas zu denken vermag und dai! dazu
mehr gehOrt as bloke Auffassungsgabe und Gedéichtnis. Wenn es sick nun
um das Wissen und die Wahrheit von ,,Gut" und ,,Schlecht" (Arete und
Kdda) handel, it das ohne weiteres einleuchtend. Normative Erfahrun-
gen lassen sick nicht andemonstrieren. Nun is das offenbach die ables zu-
sammenfassende Aussage dieses Vorspruches fiber Lehren und Lernen,
fiber Philosophie und Sophistik, dai! man fiber Gut und Schlecht nicht zur
wirklichen Einsicht gelangen kann, ohne zugleich in die Wahrheit und den
Irrtum des franzen Seins Einsicht zu gewinnen. Der Dialektiker Plato, der
fiber alles Rechenschaft fordert, das heifit , ,Es selby", die Idee zu erkennen
verlangt, hilt den Ausgangspunkt der sokratischen Frage, die Frage nach
de Gut en, die wir aus de Phaidon kennen, durchaus fest. Aber sie geht
ihm it der Frage nach de wahren Sein zusammen. Das is die Art des
wahren Dialektikers, der der wirkliche Philosophy is. Der greise Plato (oder
we immer Platos Gesamtintention in. diesem angeblichen Brief aus den
spiiten _Iahren Platos formuliert hat) hat die sokratische Frage nicht aufge-
geben, such Venn es ihm um die ,,Wahrheit des franzen Seins" geht.
So bestitigt der Exkurs die Einheit der sokratischen Frage und der plato-
nischen Universaldialektik.
Die Schilderung diesel Dialektik wind damn in eire Argument a potion
auf das Rroblem der Schriftlichkeit angewandt. Wenn schon be aler miind-
lichen. Unterweisung die geschilderten VerwirrungsmOglichkeiten beste-
hen, kann schriftliche Fixierung nie volte Authentizitéit beanspruchen .
Plato spricht das gan general aus und exemplifizien ausdriicklich it den
kodifizierten Gesetzen. Das zeigt, worauf or zielt. Dort it es klar, daft die
Intention des Gesetzgebers, die auf gerechte Ordnung zielt, nicht durch
den blollen Buchstaben des Gesetzes erfiillt wind. Ebenso it es aber it der
Philosophie. Der KoMlikt zwischen de Geist und de Buchstaben it
niemals durch Buchstaben iiberwindbar.

91
O

Die Anwendong . 4

Fragt man sick zum Schlufl, welch Anwendung dies Gedankenginge


auf die platonischen Dialogwerke haben, so wind man zunachst die mimeti-
sche Darstellungsform, die Plato wahlt, bosser begreifen. Es liegt nicht ein-
fach alles an der richtigen Aussage. Es bedarf ihrer Stiitzung durch das dia-
logische Geschehen. Ein Argument it nicht einfach in Satz, der sick Von
de abléisen lalit, Der das Argument gebraucht, und von' der Situation, in
der or es gebraucht. Dafiir l§8t sick aus de platonischen Werk marches
Beispiel Geber. Was vom Standpunkt der moderner Logik aus den Charak-
ter logischer Fehlerhaftigkeit gewinnt, behalf dialogische Wahrheit. Es set
daran erinnert, day! such der oben aus de ,,Phaidon" wiedergegebene Un-
sterblichkeitsbeweis seine letzte Uberzeugungskraft nicht in sick selber
trig, sondern aus de vorgelebten Beispiel ruhig-gelassenen Sterbens
empféingt, das Sokrates gibt.
Man wind aber erwarten, dais die her geschilderte Schwache aler Logoi
such in der Reflexion zum Ausdruck kommt, die Plato in seine Dialogen
fiber das Wesen der Dialektik und der Sophistik ~anstellt. Das wind insbe-
sondere fair den , ,Sophistes" gelten. Dort it die Unterscheidung des Sophi-
sten vom Philosopher die eigentliche Aufgabe des Gespréichs. Sie néitigt die
Gespréichspanner zu einer weir ausgreifenden Diskussion der eleatischen
Einheitsthese und zu de Nachweis, daIs it de Sein Nichtsein, mit der
Selbigkeit Verschiedenheit unl6sbar verflochten it. Das it eine Vorbedin-
gung dafiir, day! Reden fadsch sin k6nnen. Daft Falsches den Schein des
Wahren hat - und das nennen wir Irrtum -, it dammit noch nicht erkléirt und
noch wenger der falsche Schein, it de sick der Sophist zu umgeben Weill
(vol. reine Arbeit ,,Plato und Heidegger" in ,,Der IdealismS und seine
Gegenwart", Festschrift fir Werner Marx, S. 173 ff). Auch im ,,Sophistes"
sell die wirkliche Unterscheidung des Sophisten vom wahren Philosophen
nicht dadurch schon geleistet sin, dais seine Begriffsbestimmung erreicht
it. Ihn as einen, der sick verstellt und das Wissendsein our mint, zu
durchschauen, das vermag our einer - um it de siebenten Brief zu re-
den -, dessert ,,Seele" unwiderlegbar und unverwirrbar bleibt.

92
Bibliographische Hinweise
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Hermann Cohen: Platos Ideenlehre und die Mathematik. Marburg 1878.
Wiederabdruck in: Klein Schriften ~~

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3. Aufl. Bern 1975. jetzt in:\Vegmarken. 2., erweiterte u. durchges.
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Frankfurt 1939, 4. Aufl. 1973). Hrsg. v. R. Schaeffler. Frankfurt 1978
(Klostermann Texte Philosophie)
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94
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Ausgaben .

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Platonis Opera, ed. et comm. Stallbaum
Plato's Phaedo. Ed. with introduction and notes by John Burnet. Oxford
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Robert S. Brumbaugh: Plato on the One. The Hypotheses in the Parmeni-
des. New Haven 1961 (Yale University Press)
Platos Briefs, hrsg. v. Ernst Howaldt 1923
Fischer-Lesebuch Bd. 1, hrsg. v. H.-G. Gadamer
Plato-Ausgabe der Kollektion Bude it franzOsischer Ubersetzung
Loeb-Classics it englisher Ubersetzung

Ubersetzungen
von Friedrich Schleiermacher, such in Rowohlts Klassiker-Ausgabe
Ubersetzung des Artemis-Verlages
Ubersetzung in der Philosophischen Bibliothek (Felix Meiner) durch Otto
Apelt

95