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Das Bildungssystem der Schweiz bietet zahlreiche Möglichkeiten an Ausbildungswegen.

Die Schulpflicht dauert insgesamt elf Jahre und der Besuch der öffentlichen obligatorischen Schule ist für
alle Kinder unentgeltlich.

Schweizer Bildungssystem: Alles beginnt mit der Primarschule

Beim Eintritt sind die Kinder meist zwischen vier und fünf Jahre alt. Als Stichtag gilt mehrheitlich der 31. Juli.
Wer bis dahin das entsprechende Alter erreicht hat, tritt bei Schuljahresbeginn im Herbst in die
Primarschule ein. Acht Jahre lang besuchen die Kinder die Primarschule, wobei die ersten zwei Jahre im
Kindergarten verbracht werden.

Nach der Primarschule treten die Schüler direkt in die Sekundarstufe I ein, die umgangssprachlich auch
Oberstufe genannt wird. Diese dauert drei Jahre, nur im Kanton Tessin vier. Die Sekundarstufe I läuft nach
unterschiedlichen Modellen ab, die vom jeweiligen Kanton oder gar der Gemeinde gewählt werden.

Beim geteilten Modell werden die Schüler entsprechend ihrem Leistungsniveau in unterschiedliche
Schultypen eingeteilt und dementsprechend unterrichtet.

Beim kooperativen Modell werden die Schüler in Stammklassen mit unterschiedlichen


Leistungsanforderungen eingeteilt. Zudem werden bestimmte Fächer wie beispielsweise Sprachen oder
Mathematik in Niveaugruppen unterrichtet.

Das integrierte Modell hat Stammklassen ohne Selektion. Das bedeutet, dass Schüler in Klassen mit
durchmischtem Leistungsniveau unterrichtet werden, wobei sie wiederum für einzelne Fächer, wie beim
kooperativen Modell, Unterricht nach Niveau besuchen.

Wer nach den drei Jahren noch nicht weiss, wohin es gehen soll, für den bietet das Bildungssystem der
Schweiz verschiedene Brückenangebote, wie zum Beispiel das 10. Schuljahr.

Die Sekundarstufe II unterscheidet zwei Ausbildungsgänge

Nach der Sekundarstufe I beginnen die Jugendlichen entweder eine berufsausbildende oder eine
allgemeinbildende Ausbildung.

Die berufsbildende Ausbildung

Die berufsbildende Ausbildung ist eine Lehre in einem gewählten Beruf, die drei bis vier Jahre dauert. Sie
endet mit der Lehrabschlussprüfung: Wird diese erfolgreich bestanden, erhält der Lehrling das
eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ).

Für leistungsschwächere Jugendliche bietet das Schweizer Bildungssystem die Möglichkeit, eine zweijährige
berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) zu machen, früher Anlehre genannt. So
werden sie auf die Ausübung eines Berufs mit einfacheren Anforderungen vorbereitet.

Zusätzlich zur Berufsausbildung kann die Berufsmaturität gemacht werden. Entweder geschieht dies
während der Lehrzeit oder im Anschluss an die Ausbildung. Für die Zulassung gelten verschiedene
Anforderungen, wie zum Beispiel Zeugnisnoten oder Zulassungsprüfungen. Wieder wird dies von Kanton zu
Kanton unterschiedlich geregelt.

Wer die Berufsmatura bestanden hat, kann prüfungsfrei einen dem Beruf verwandten Studiengang an einer
Fachhochschule FH besuchen. Und wer zusätzlich zur Berufsmatur die Passerellen-Ergänzungsprüfung
bestanden hat, kann sich an einer Universität oder an der Pädagogischen Hochschule PH einschreiben.
Die allgemeinbildende Ausbildung: Gymnasium, Fachmittelschule oder gymnasiale Maturitätsschule?

Bei der allgemeinbildenden Ausbildung gibt es verschiedene Wege, ans Ziel zu kommen. Diese Ausbildung
ist nicht berufsqualifizierend, sondern soll die Jugendlichen auf Ausbildungsgänge auf der Tertiärstufe
vorbereiten.

Wer später einmal an einer universitären Hochschule studieren möchte und nichts gegen weitere vier Jahre
Schule hat, besucht das Gymnasium oder die gymnasiale Maturitätsschule, meist auch Kantonsschule/Kanti
genannt. Je nach Kanton gelten unterschiedliche Aufnahmeverfahren, meistens wird jedoch eine
Aufnahmeprüfung sowie ein bestimmter Notendurchschnitt verlangt.

Fachmittelschulen (FMS) eignen sich für Schüler, die gerne weiter eine schulische und allgemeinbildende
Ausbildung möchten, diese jedoch berufsbezogen aufgebaut sein sollte. Auch hier sind die
Aufnahmebedingungen kantonal geregelt, es gibt auch prüfungsfreie Eintritte. Nach drei Jahren Vollzeit
erlangen die Schüler den gesamtschweizerisch anerkannten Fachmittelschulausweis. Mit diesem gelangen
sie an höhere Fachschulen (HF). Wer noch ein zusätzliches Jahr, meist in Form eines Praktikums sowie einer
Maturaarbeit, absolviert, erhält das Fachmaturitätszeugnis. Dieses ermöglicht den Zutritt zu verschiedenen
Fachhochschulstudiengängen (FH). Mit bestandener Passerellen-Ergänzungsprüfung können mit diesem
Abschluss auch Unis besucht werden.

Noch weiter hinaus auf der Tertiärstufe

Nun wissen Sie, mit welchem Ausbildungsweg Ihre Kinder welche Wege beschreiten können. Nach der
ganzen Büffelei gilt es nun zu entscheiden, an welche Hochschule es geht. Das Bildungssystem der Schweiz
bietet folgende Hochschulen auf Tertiärstufe:

Universitäre Hochschulen: kantonale Universitäten und Eidgenössische Technische Hochschulen (ETH)

Fachhochschulen (FH)

Pädagogische Hochschule (PH)

Die höhere Berufsbildung bietet folgende Ausbildungsgänge an:

Eidgenössische Berufsprüfungen und eidgenössische höhere Fachprüfungen

Abschlüsse höherer Fachschulen (HF)

https://www.familienleben.ch/kind/schule-ausbildung/wie-funktioniert-das-bildungssystem-der-schweiz-
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