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HAUPTTHEMA, 

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ÖVP-Spitze unter Druck: Ganz Twitter


witzelt über Foto-Leak von
Diensthandy
11. April 2021

Bild: Sebastian Kurz - MS Foto; Hintergrund: By MEDIACRAT, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?


curid=11601527

Zuallererst muss man die Frage stellen, wie es in einer rechtsstaatlichen Demokratie
möglich ist, dass höchst private Inhalte eines Telefons – Diensthandy hin oder her – aus
der Untersuchungsakte einer Staatsanwaltschaft an die Presse geleakt werden. Doch
es ist geschehen – und die Öffentlichkeit wurde zumindest via Twitter mit den
schlüpfrig-ungustiösen Details konfrontiert. All jene, die den Bundeskanzler seit Jahren
verächtlich „Kurac“ nannten, bekommen jetzt kräftig Auftrieb. Die Menschen in den
Sozialen Medien sind so gnadenlos, wie man es Kindergartenkindern vorwirft.

Anfang 2020 wurde bekannt, dass der ÖBAG Chef Thomas Schmid der immer  als enger
Berater und Freund  von Sebastian Kurz galt, im Visier der Staatsanwaltschaft ist.  So
berichtete der Kurier bereits im Februar des Vorjahres von 2.395 privaten Fotos am
Diensthandy des Managers, welche dieser gelöscht hätte.  Im Juni 2020  berichtete der
ermittelnde Staatsanwalt  dem Ibiza-U-Ausschuss, dass ÖBAG-Chef Schmid sein Handy
komplett zurückgesetzt – also gelöscht hatte.  „Es handle sich um Daten, die
verständlicherweise von hohem politischen Interesse seien. (sic!),“ so die Kronenzeitung
damals.

Drogen und männliche Geschlechtsteile


Auch wenn Medien rasch auch die schlüpfrigeren Inhalte der SMS des Diensthandys von
ÖBAG Chef Schmid geleakt wurden, hielten sich alle in dem Bereich zurück, der sexuelle
Belange betrifft. Davon gab es tatsächlich einiges zu finden. Und auch Inhalte über
gewisse pulverförmige Substanzen konnten Ermittler aus den Daten des Telefons
extrahieren und sofort fleißig an die Medien weiterspielen.  Das behauptete
Drogenproblem Schmids wurde auch ausführlich bei der ersten Anhörung
Finanzminister Blümels vor dem Untersuchungsausschuss erörtert.  Das  wörtliche
Protokoll der Sitzungist hier online abrufbar.

#Beidlgate auf Twitter


Seit gestern, 10. April 2021, explodiert in der „Blase“ der österreichischen Twitter-
Community der so genannte Hashtag „#Beidlgate„.  Losgetreten wurde die Diskussion
des dem Linksextremismus nicht gänzlich abgeneigt erscheinenden Politberater Rudi
Fußi.  Sie explodiert quasi im Gesicht des Noch-Bundeskanzlers Sebastian Kurz, der
wegen mehrfacher  angeblicher Falschaussage  vor dem  Untersuchungsausschuss  ohnehin
schon stark unter Druck ist. Der Straftatbestand ist mit 3 Jahren Haft bedroht. In den
Aussagen geht es unter anderem um die Bestellung von Schmid als ÖBAG-Chef. Ja, es
geht immer noch um  den Schmid, auf dessem Diensttelefon nun angeblich „2.500
Penisfotos“ gefunden wurden. Denn die Ermittler haben diese offenbar in monatelanger
Arbeit Pixel für Pixel rekonstruiert, ausgiebig bestaunt und offenbar anschließend an
Amtsfremde weitergemeldet.

Seit der Indiskretion durch Fußi kommen die sozialen Medien nicht mehr zur Ruhe.  Dem
wie gesagt noch amtierenden Bundeskanzler wird von verschiedener Seite direkt und
indirekt Homosexualität unterstellt. Ob der Vorwurf haltbar ist, wird die Zukunft zeigen
– denn die Bilder wurden bekanntlich auf dem Handy von Schmid gefunden. Ob sie auch
die Geschlechtsteile von amtierenden Politikern der Republik zeigen, ist möglicherweise
Gegenstand der Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft.
Diese wird sich jedenfalls die Frage gefallen lassen müssen: Warum? Und weshalb
erachten Beamte der Republik es als legitim, diese Informationen an die Presse
weiterzugeben? All jenen, die Sebastian Kurz seit langem verächtlich „Kurac“ nennen, gibt
die Affäre jedenfalls kräftigen Auftrieb. Denn das Wort aus der slawischen Sprachfamilie
ist eine umgangssprachliche Entsprechung von „Penis“ – zu Österreichisch auch: „Beidl“.

Wer den Schaden hat


Der angerichtete Schaden ist jedenfalls nicht mehr wiedergutzumachen. „#Beidlgate wird
hängenbleiben“, erklärt einer der Twitteruser. In Folge einige Zitate: