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Autodesk

AutoCAD 2011
Dietmar Strobel Grundlagen
1. Ausgabe, August 2010
AUC2011
I AutoCAD 2011 - Grundlagen

1 Informationen zu diesem Buch ..............4 6 Objekte zeichnen ................................... 64


1.1 Voraussetzungen und Ziele ........................4 6.1 Linien......................................................... 64
1.2 Aufbau und Konventionen.........................5 6.2 Kreise zeichnen ......................................... 66
6.3 Kreisbögen zeichnen ................................ 68
6.4 Ellipsen zeichnen ...................................... 69
6.5 Rechtecke zeichnen .................................. 70
2 Grundregeln für die
Programmbedienung ..............................8
2.1 Vorteile eines CAD-Programms ..................8
2.2 Grundlagen zu AutoCAD ............................9 7 Objekte ändern ...................................... 74
2.3 AutoCAD 2011 starten ..............................10 7.1 Die Grundregeln für
2.4 Das AutoCAD-Arbeitsfenster ....................11 Änderungsbefehle .................................... 74
2.5 Das Zeigegerät ..........................................12 7.2 Objekte löschen und zurückholen ........... 75
2.6 Methoden der Befehlseingabe.................13 7.3 Objekte verschieben ................................. 75
2.7 Besonderheiten von AutoCAD .................19 7.4 Objekte kopieren...................................... 81
2.8 Befehle abbrechen und zurücknehmen...21 7.5 Geometrische Änderungen ...................... 87
2.9 Transparente Befehlsausführung .............22 7.6 Änderungen durch Griffe......................... 95
2.10 Das Arbeiten mit Dialogfenstern .............22 7.7 Trimm-Funktionen .................................... 99
2.11 Die AutoCAD-Hilfen..................................24 7.8 Objekte auseinanderbrechen................. 105
2.12 AutoCAD 2011 beenden ...........................26 7.9 Richtung wechseln.................................. 107

3 Zeichnungen neu anlegen, 8 Hilfen für die Objektwahl................... 108


laden und speichern ..............................28 8.1 Hintergrundeinstellungen...................... 108
3.1 Die MDE-Umgebung .................................28 8.2 Die Auswahlhilfen .................................. 110
3.2 Zeichnungen neu anlegen ........................29 8.3 Schnellauswahl durch Filterung ............. 116
3.3 Bestehende Zeichnungen öffnen .............29
3.4 Zeichnungen schließen .............................32
3.5 Zeichnungen speichern .............................32 9 Text eingeben und ändern ................. 118
3.6 Automatisches Speichern..........................36
9.1 Das Grundprinzip für Beschriftungen.... 118
9.2 Der Befehl STIL /_STYLE .......................... 120
9.3 Zeichnungen beschriften........................ 122
4 Anzeigesteuerung..................................38 9.4 Texte ändern........................................... 128
4.1 Die Anzeige verändern .............................38 9.5 Tabellen einfügen................................... 130
4.2 Regenerierung und
Neuzeichnen-Modus .................................43
4.3 Grundeinstellungen ..................................44
10 Schraffieren und Flächen füllen ........ 132
4.4 Das Übersichtsfenster................................45
10.1 Assoziative Schraffuren .......................... 132
4.5 Benannte Ansichten..................................46
10.2 Gefüllte Flächen...................................... 142

5 Hilfen für das exakte Zeichnen ............48


11 Layertechnik und
5.1 Das Arbeiten mit Koordinaten .................48 Objekteigenschaften ........................... 146
5.2 Einheiten festlegen ...................................53
11.1 Objekteigenschaften .............................. 146
5.3 Das Koordinatensymbol............................54
11.2 Layertechnik............................................ 147
5.4 Das Raster ..................................................54
11.3 Objekteigenschaften ändern ................. 158
5.5 Der Ortho-Modus ......................................55
5.6 Der Fang-Modus........................................55
5.7 Der Polar-Fang...........................................56
5.8 Der Objektfang und 12 Mit Blöcken arbeiten........................... 162
die Objektfangspur ...................................57 12.1 Grundlagen zu Blöcken .......................... 162
5.9 Prioritäten bei Punkteingaben .................63 12.2 Interne Blockdefinitionen ...................... 165

2 © HERDT-Verlag
Inhalt I

12.3 Das Fenster DESIGNCENTER ................... 167 15 Bemaßungen erstellen und ändern... 202
12.4 Blöcke oder andere Zeichnungen 15.1 Vorbemerkungen zu Bemaßungen........202
einfügen.................................................. 169
15.2 Bemaßungen erstellen............................204
12.5 Unbenutzte Blockdefinitionen
bereinigen............................................... 176 15.3 Bemaßungen bearbeiten........................216
15.4 Bemaßungsstile .......................................220

13 Maßstäbe, Plotten, Modell- und


Papierbereich .......................................178 16 Prototypzeichnungen.......................... 222
13.1 Grundlagen ............................................. 178 16.1 Das Grundprinzip ....................................222
13.2 Zeicheneinheiten und Maßstab ............. 179 16.2 Prototypen anlegen ................................223
13.3 Modell- und Papierbereich..................... 183
13.4 Layouts .................................................... 184
13.5 Das Plotten.............................................. 190 Anhang ...................................................... 226
A.1 Die Programminstallation und die
Produktaktivierung .................................226
14 Messen, abfragen A.2 Empfohlene Einstellungen für
und Hilfsfunktionen ............................194 Systemvariablen ......................................227
A.3 Die Übungsdateien .................................227
14.1 Grundlagen ............................................. 194
14.2 Der Befehl LISTE /_LIST ........................... 195
14.3 Der Befehl ID........................................... 196
14.4 Der Befehl ABSTAND /_DIST................... 196 Stichwortverzeichnis ............................... 252
14.5 Der Befehl FLÄCHE /_AREA .................... 196
14.6 Der Befehl BEMGEOM /
_MEASUREGEOM.................................... 197
14.7 Der Befehl ZEIT /_TIME ........................... 198
14.8 Der Befehl STATUS ................................. 199
14.9 Der Befehl INFO /_ABOUT ...................... 199
14.10 Benannte Objekte umbenennen ........... 200
14.11 Prüfen und Wiederherstellen................. 200

© HERDT-Verlag 3
3 AutoCAD 2011 - Grundlagen

3 Zeichnungen neu anlegen, laden und speichern

In diesem Kapitel erfahren Sie


D welche Eigenschaften die AutoCAD-MDE-Umgebung besitzt
D wie Sie neue Zeichnungen anlegen und bestehende Zeichnungen laden
D wie Zeichnungen vom Anwender oder automatisch gespeichert werden

Voraussetzungen
D PC-Grundkenntnisse und Grundregeln für die Programmbedienung

3.1 Die MDE-Umgebung Schnellansicht-Zeichnungen

Eine der herausragenden neuen Eigenschaften von AutoCAD 2000 war die MDE-
Umgebung (Multi Document Environment). Seither können Sie gleichzeitig mehrere
Zeichnungen öffnen und bearbeiten. Davor war dies nur über den Umweg möglich, Abb. 3.1 Ausschnitt
mehrere AutoCAD-Sitzungen zu starten. Dies erforderte mehr RAM und bewirkte aus der
eine höhere CPU-Belastung. Statuszeile

Im Gegensatz zum allgemein üblichen Standard MDI (Multi Document Interface), wie ihn z. B. die Microsoft-
Office-Programme verwenden, besitzt die MDE-Umgebung darüber hinaus folgende Eigenschaften:

D Sie können Objekte kopieren, indem Sie sie mit der linken Maustaste
in ein anderes Zeichnungsfenster ziehen und dort loslassen (vgl. Ab-
schnitt 7.4).
D Sie können eine komplette Zeichnung importieren, indem Sie sie z. B.
aus dem Fenster des Windows-Explorers in das betreffende Zeichnungs-
fenster ziehen (linke Maustaste). Wenn Sie für denselben Vorgang die
rechte Maustaste einsetzen, werden über ein Kontextmenü zusätzliche Abb. 3.2 Kontextmenü
Möglichkeiten angeboten (Erklärungen zu den Themen XRefs und
Hyperlinks finden Sie im HERDT-Buch AutoCAD 2011 - 2D-Aufbaukurs).
D Jede geöffnete Zeichnung besitzt eine eigene Befehls-Umgebung.

Beispiel: Sie möchten einen Kreis zeichnen und geben das Zentrum ein, müssen aber den Radiuswert aus
einer anderen Zeichnung übernehmen. Sie wechseln in diese Zeichnung, holen sich die gesuchte Information
und kehren zurück zur 1. Zeichnung, wo der Befehl KREIS immer noch auf die Eingabe des Radius wartet.

Die MDE-Eigenschaften gelten nur, wenn die globale Systemvariable SDI den Vorgabewert 0 besitzt (Single
Document Interface).

Mit STRG können Sie zwischen allen Zeichnungsfenstern zyklisch umschalten.

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Zeichnungen neu anlegen, laden und speichern 3

In der rechten Hälfte der Statuszeile (vgl. Abb. 3.1) können Sie durch
Anklicken des Symbols "Schnellansicht-Zeichnungen" die bereits ge-
öffneten Zeichnungen in kleinen Vorschaubildern (Dias) anzeigen
lassen. Klicken Sie das gewünschte Dia an, um in dieser Zeichnung zu
arbeiten. Mit dem Symbol der Reißzwecke können Sie die Dias dauer-
haft einblenden. Nach dem Fixieren ändert sich das Symbol und die
QuickInfo lautet jetzt "Schnellansicht-Zeichnungen lösen". Öffnen
Neu Schließen
Schnellansicht-
Zeichnungen
fixieren
3.2 Zeichnungen neu anlegen
Abb. 3.3 Beispiel für Vorschau-
Wenn Sie eine neue Zeichnung anlegen möchten, bietet AutoCAD bilder
folgende Möglichkeiten, die teilweise von Hintergrundeinstellungen
abhängig sind:

D Mit dem Anwendungsmenü > Neu > Zeichnung,


Menüleiste > Datei >, Neu... oder STRG N
starten Sie den Befehl NEU /_NEW.
D Die globale Systemvariable STARTUP steuert,
welches Dialogfenster der Befehl NEU /_NEW
öffnet (Dialogfenster NEUE ZEICHNUNG ERSTELLEN
oder VORLAGE WÄHLEN) und ob beim Programm-
start ein Dialogfenster START erscheint.
D Der Button im Schnellzugriff-Werkzeug-
Abb. 3.4 Ausschnitt aus dem Register DATEIEN des
kasten bzw. im Werkzeugkasten STANDARD
Dialogfensters OPTIONEN (Vorlagendatei
startet den Befehl SNEU /_QNEW, der unmittel-
definieren)
bar ein neues Zeichnungsfenster öffnen kann
(ohne Dialogfenster).
Der Befehl SNEU /_QNEW kann erst arbeiten, nachdem im Register DATEIEN des Dialogfensters OPTIONEN
eine DWT-Datei als Vorlage bestimmt wurde! Andernfalls verhält er sich wie der Befehl NEU /_NEW.
D Wenn Sie in der Statusleiste das Symbol "Schnellansicht-Zeichnungen" anklicken, wird Ihnen ebenfalls
der Befehl SNEU angezeigt (vgl. Abb. 3.3).

Wenn auch der Befehl NEU kein Dialogfenster anzeigt, ist die Systemvariable FILEDIA ausgeschaltet (Wert 0;
wirkt sich auch auf andere Befehle aus).

3.3 Bestehende Zeichnungen öffnen

Öffnen aus dem Fenster des Windows-Explorers


Um eine einzelne Zeichnung zu öffnen, müssen Sie auf eine DWG-, DWT- oder DXF-Datei doppelklicken.
Sie können aber auch mehrere Zeichnungen markieren und gemeinsam öffnen. Benutzen Sie zum Markieren
die Tasten STRG oder × UMSCHALTEN , oder ziehen Sie ein Auswahlfenster auf. Drücken Sie anschließend die
RETURN -Taste.

Der Befehl ÖFFNEN /_OPEN


Mit dem Befehl ÖFFNEN /_OPEN können Sie Zeichnungen (*.dwg), Standards-Dateien (*.dws), DXF-
Dateien (*.dxf) oder Zeichnungsvorlagen (*.dwt) laden (Anwendungsmenü > Öffnen..., STRG O oder der
2. Button im Schnellzugriff-Werkzeugkasten bzw. im Werkzeugkasten STANDARD). Es erscheint das Dialog-
fenster DATEI WÄHLEN:

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Ordner erstellen Extras > Suchen

"Auswahlliste"

Schreibgeschützt
und/oder partiell laden

Abb. 3.5 Beispiel für Dialogfenster zum Öffnen einer Datei

Sie können eine Zeichnung zum Laden wie folgt auswählen:

D Durch Picken auf den Dateinamen. Die Zeichnungen sind als Vorgabe alphabetisch geordnet, und
eventuell muss bis zum gesuchten Namen gescrollt werden. Im Bereich VORSCHAU kann ein Bild der
Zeichnung erscheinen, sofern diese Option aktiviert ist (→ Listenfeld ANSICHT). Mit der Schaltfläche
ÖFFNEN oder RETURN müssen Sie die Wahl bestätigen.
D Durch Doppelklicken auf den Dateinamen. Die Zeichnung wird unmittelbar geöffnet.
D Wenn Sie in der Statusleiste das Symbol "Schnellansicht-Zeichnungen" anklicken, wird Ihnen ebenfalls
der Befehl ÖFFNEN angezeigt (vgl. Abb. 3.3).

Sie können mit den Tasten STRG oder × UMSCHALTEN auch mehrere Dateien gleichzeitig auswählen und über
die Schaltfläche ÖFFNEN oder die entsprechende Option im Kontextmenü (rechte Maustaste) laden.

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Zeichnungen neu anlegen, laden und speichern 3

Die Optionen der Auswahlliste

Symbol Bedeutung

VERLAUF zeigt die zuletzt bearbeiteten Zeichnungen.

EIGENE DATEIEN und FAVORITEN öffnen gleichnamige Ordner aus Ihrem Windows-Profil
(C:\Dokumente und Einstellungen\Username\Eigene Dateien bzw. Favoriten).

FAVORITEN wechselt in den Favoriten-Ordner und zeigt dort die darin enthaltenen
Dateien an.

FTP listet die Internet-Adressen von FTP-Servern, die Sie zuvor über das Listenfeld
EXTRAS (rechts oben im Dialogfenster) unter FTP-ADRESSEN HINZUFÜGEN/ÄNDERN eingeben
müssen.

DESKTOP bietet den Zugriff auf alle Ordner und Laufwerke des PCs bzw. des Netzwerks.

BUZZSAW wählt eine Internet-Verbindung zum gleichnamigen Autodesk-Portal.

Hinweise für das Dialogfenster DATEI WÄHLEN


D Sie können beliebige Ordner aus dem Anzeigefenster per Ziehen und Ablegen in die Auswahlliste
aufnehmen, daraus entfernen oder die Reihenfolge ändern.
D Sie können auch Miniaturansichten aller Zeichnungen anzeigen lassen.
D Mit den Buttons und Listenfeldern im Menübereich des Fensters können Sie z. B. im Verzeichnisbaum
navigieren oder neue Ordner erstellen ( ALT 5 ).
D Das Kontextmenü der Dateien bietet ähnliche Möglichkeiten wie im Windows-Explorer (z. B. Dateien
kopieren, löschen, einfügen oder mit Senden an... auf einen Wechseldatenträger kopieren).
D Mit dem gleichnamigen Menüpunkt aus Abb. 3.6 können Sie
eine Zeichnung schreibgeschützt öffnen. Diese Datei kann
dann nicht oder nur unter einem neuen Namen gespeichert
werden.

Zeichnungen partiell laden Abb. 3.6 Verschiedene


Der Menüpunkt Partielles Öffnen ist bei DWG-Formaten ab Öffnungs-
AutoCAD 2000 verfügbar. Es wird ein gleichnamiges Dialogfenster möglichkeiten
geöffnet, in dem Sie steuern können, welche Layer geladen werden
und welcher Zeichnungsausschnitt angezeigt wird. Das Thema Layer
wird in Kapitel 11 erklärt. Bei partiell geöffneten Zeichnungen
erscheint in der Titelleiste des Zeichnungsfensters ein entsprechender
Hinweis.

Sie können bei Bedarf mit dem Befehl TEILLAD weitere Layer nachladen (Menüleiste > Datei > Partielles
Laden).

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Zeichnungen suchen
Wenn vollständige Informationen zur
gesuchten Zeichnung fehlen, wählen Sie

das Listenfeld EXTRAS > SUCHEN... (vgl. Abb.  
3.5). Es wird das Dialogfenster aus Abb.
3.7 geöffnet.

Sie können im Eingabefeld BEZEICHNUNG 


Wildcards verwenden (z. B. T* für alle
Zeichnungen, die mit dem Buchstaben T
beginnen) und über den -Knopf  im
oberen Listenfeld vorherige Eingaben
reaktivieren. Die Schaltfläche JETZT SUCHEN
 startet den eigentlichen Suchvorgang.

Zeichnungen aus Vorgänger-


Versionen
AutoCAD 2011 ist "abwärts kompatibel", Abb. 3.7 Suche nach Namen, Datum und/oder Laufwerk
kann also auch Zeichnungen von
Vorgänger-Versionen öffnen.

3.4 Zeichnungen schließen

Die Zeichnungen werden geschlossen, wenn Sie die Zeichnungen explizit verlassen oder AutoCAD beenden.

D Um das aktuelle Zeichnungsfenster zu schließen, können Sie den Befehl SCHLIESSEN /_CLOSE, im
Anwendungsmenü > Schließen > Aktuelle Zeichnung oder > Alle Zeichnungen oder STRG F4
verwenden.
D Alle Zeichnungsfenster gemeinsam können Sie durch den Befehl ALLESSCHLIESSEN /_CLOSEALL schlie-
ßen oder über das Anwendungsmenü > Schließen > Alle Zeichnungen.
D Selbstverständlich können Sie auch mit dem Windows-Schließfeld (vgl. Abb. 2.2) beenden.
D Wenn Sie in der Statusleiste das Symbol "Schnellansicht-Zeichnungen" anklicken, wird Ihnen im
Vorschaubild ebenfalls der Befehl SCHLIESSEN angezeigt (vgl. Abb. 3.3, linkes Vorschaubild).
D In der Menüleiste finden Sie den Befehl über Datei > Schließen.

Falls Änderungen noch nicht gespeichert wurden,


erscheint ein Warnfenster. Mit RETURN oder der
Schaltfläche JA veranlassen Sie die Speicherung, mit NEIN
schließen Sie das Dialogfenster, ohne zu speichern.

3.5 Zeichnungen speichern


Abb. 3.8 Warnung bzw. Frage bei nicht
gespeicherten Änderungen
Speichern und Absturz
Mit Absturz wird ein Zustand bezeichnet, in dem das Programm nicht mehr bedienbar ist. Ursachen sind Soft-
oder Hardware-Probleme oder der Ausfall der Spannungsversorgung. Wenn der Absturz von AutoCAD ver-
ursacht wird, schlägt das Programm vor, die Änderungen als neue Datei Zeichnungsname_recover.dwg zu
sichern, die beim Öffnen automatisch eine Wiederherstellung auslöst.

Unter Speichern wird allgemein das Ablegen von Informationen aus dem Arbeitsspeicher (RAM) auf einem
Datenträger (z. B. Festplatte) verstanden. Im RAM sind die Daten zwar sehr schnell verfügbar, aber höchst
unsicher, da sie im Falle eines Absturzes verloren wären. Auf der Festplatte sind die Daten dauerhaft verfüg-
bar, allerdings langsamer im Zugriff.

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Der Befehl KSICH /_QSAFE


Der Befehl KSICH /_QSAVE speichert die aktuelle Zeichnung unter ihrem Namen in das Laufwerk und den
Ordner, aus dem sie geladen wurde (Anwendungsmenü > Speichern, ein Button im Werkzeugkasten STAN-
DARD, im Schnellzugriff-Werkzeugkasten, Menüleiste Datei > Speichern oder STRG S ). Zuvor wird die be-
stehende DWG-Datei in eine gleichnamige Datei mit der Endung .bak umbenannt (engl. backup = Siche-
rung). Falls schon eine BAK-Datei vorhanden war, so wird sie kommentarlos überschrieben (also gelöscht).

Beispiel: Sie bearbeiten eine Zeichnung Kurs.dwg. Beim Speichern wird die vorhandene Datei Kurs.dwg in
Kurs.bak umbenannt. Eine eventuell bereits vorhandene Datei Kurs.bak wird gelöscht. Der aktuelle Zustand
der Zeichnung wird als neue Datei Kurs.dwg auf die Festplatte geschrieben.

Der Befehl heißt KSICH (= KurzSICHerung), weil er annimmt, dass Sie genau den oben beschriebenen Mecha-
nismus ausführen möchten, was normalerweise üblich ist. Allerdings gibt es Situationen, in denen Sie beim
Speichern zunächst ein Dialogfenster benutzen möchten. Setzen Sie in diesem Fall den Befehl SICHALS /
_SAVEAS ein.

Anmerkungen: Sie können die Erstellung von Sicherungsdateien auch unterdrücken und die Version des
DWG-Formats bestimmen (vgl. Abb. 3.11). Falls der aktuellen Zeichnung noch kein Name explizit zugewie-
sen wurde, erscheint zunächst das Dialogfenster aus Abb. 3.9.

Der Befehl Sichals /_SAVEAS


Beim Befehl SICHALS /_SAVEAS (Anwendungsmenü > Speichern unter ..., Menüleiste Datei > Speichern
unter... oder STRG × UMSCHALTEN S ) erscheint immer das Dialogfenster ZEICHNUNG SPEICHERN UNTER, das
weitgehend identisch ist mit dem Dialogfenster des Befehls ÖFFNEN /_OPEN. Sie können ab AutoCAD 2000
Zeichnungsnamen bis zu einer Länge von 255 Zeichen eingeben, einschließlich Leer- und Sonderzeichen
(außer |*?/\<> ":',=). Die Endung (z. B. .dwg) wird automatisch angehängt.

Abb. 3.9 Datei Speichern

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3 AutoCAD 2011 - Grundlagen

Benutzen Sie den Befehl SICHALS,

D um zu ermitteln, in welchen Ordner und in welches Laufwerk die Datei gespeichert wird,
D um eine Kopie der Zeichnung zu erzeugen, indem Sie einen neuen Namen, ein anderes Laufwerk
und/oder einen anderen Ordner wählen,
D um eine DXF- oder DWS-Datei zu erstellen (Æ Listenfeld DATEITYP),
D um eine Vorlagedatei (DWT-Datei) zu erstellen ("Prototyp"; vgl. Kapitel 16),
D um explizit das Format bzw. die Versionsnummer der DWG- oder DXF-Datei zu wählen, z. B.
AutoCAD 2004 oder 2000, bei DXF auch AutoCAD 12. Diese Wahl gilt ab AutoCAD 2000 auch für alle
weiteren Sicherungen mit KSICH /_QSAVE!

Würde bei diesem Speichern eine vorhandene Datei überschrieben, so erscheint ein entsprechendes Warn-
fenster (Vorgabe: NEIN; bei der Eingabe RETURN wird also nicht gespeichert).

Der Befehl DWGEIGEN /_DWGPROPS


Der Befehl DWGEIGEN /_DWGPROPS (Anwen-
dungsmenü > Zeichnungsprogramme > Zeich-
nungseigenschaften, Menüleiste Datei > Zeich-
nungseigenschaften...) öffnet ein
Dialogfenster NAME.DWG EIGENSCHAFTEN.

Sie können dort in den Registern DATEI-INFO


und BENUTZERSPEZIFISCH Hintergrundinforma-
tionen ablegen.
erscheint im Windows-Explorer
Die Einträge in den Registern ALLGEMEIN und als Register ÜBERSICHT
STATISTIK werden aus den Daten des Betriebs-
systems und den internen AutoCAD-Daten
über die Erstellungs- und Bearbeitungszeit der
Zeichnung erstellt (vgl. auch Befehl ZEIT
/_TIME).

Die so gespeicherten Daten können einerseits


in AutoCAD ausgelesen und benutzt werden,
z. B. für die Suche nach einer bestimmten
Zeichnung über das Designcenter (vgl. Abb.
12.11), andererseits auch auf Betriebssystem-
Ebene, indem Sie z. B. im Windows-Explorer
das Eigenschaften-Fenster einer DWG-Datei
öffnen (Zeile Eigenschaften im Kontextmenü).
Das Register DATEI-INFO heißt dort aber
ÜBERSICHT.
Abb. 3.10 Zeichnungseigenschaften

Hintergrundeinstellungen
für das Speichern
Format bzw. Versionsnummer der Ausgabedatei
Sie können im Register ÖFFNEN UND SPEICHERN des Dialogfensters OPTIONEN (Anwendungsmenü Schaltfläche
OPTIONEN oder Alias O) vorbestimmen, welches Format und welche Versionsnummer die Dateien erhalten
sollen, die Sie mit den Befehlen KSICH und SICHALS erzeugen. Die Einstellung gilt für alle Zeichnungen, die
Sie anschließend öffnen oder neu anlegen.

Wenn Sie im Dialogfenster ZEICHNUNG SPEICHERN UNTER direkt ein anderes Format wählen, hat diese Einstellung
Vorrang gegenüber der aus dem Dialogfenster OPTIONEN.

Verwenden Sie zum ersten Speichern SICHALS, und kontrollieren Sie die aktuelle Einstellung.

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Zeichnungen neu anlegen, laden und speichern 3

Sicherungs- oder Backup-Dateien


Das Kontrollfeld SICHERUNGSKOPIE BEI JEDEM SPEICHERN ERSTELLEN im Register ÖFFNEN UND SPEICHERN des Dialogfensters
OPTIONEN steuert, ob bei jedem Speichern eine Backup-Datei (*.bak) erstellt wird (→ Systemvariable
ISAVEBAK). Durch Ausschalten können Sie das Speichern beschleunigen und die Festplatte entlasten; aber
sollte im Falle eines Systemabsturzes die DWG-Datei nicht mehr lesbar sein, bleibt nur noch die Hoffnung auf
die durch das automatische Sichern erzeugte sv$-Datei (vgl. Abschnitt 3.6).

gilt für alle Zeichnungen

ISAVEPERCENT

Voreinstellungen

Abb. 3.11 Einstellungen für das Speichern

Inkrementelles Speichern
Beim inkrementellen Speichern wird nicht die gesamte Zeichnungsdatei neu geschrieben, sondern es werden
nur die Änderungen an die vorhandene Datei angehängt.

Vorteil: Die Speicherung erfolgt schnell, da weniger Daten beim Schreibvorgang auf die Festplatte
geschrieben werden (wichtig vor allem bei großen Zeichnungen).
Nachteil: Die Datei wird immer größer, der Bedarf an Speicherplatz steigt somit.

Dieser Nachteil entsteht, weil beim Ändern von Objekten der "alte" Eintrag zwar gelöscht wird, die neuen
Daten aber in der Regel nicht in diese Lücke geschrieben, sondern an das Ende der Datei angehängt werden.
Erst wenn der "verschenkte" Platz den eingestellten Prozentsatz übersteigt, erfolgt erneut eine komplette
Speicherung, bei der die Datei wieder auf die tatsächlich benötigte Größe schrumpft (→ Systemvariable
ISAVEPERCENT; Vorgabewert 50).

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3.6 Automatisches Speichern

AutoCAD 2011 kann auch eine automatische Sicherung durchführen. Sie erfolgt ohne weitere Rückfrage,
sobald das voreingestellte Zeitintervall abgelaufen ist, wobei folgende Regeln gelten:

D Der momentane Zustand einer Zeichnung wird unter einem automatisch generierten Namen mit
der Erweiterung .sv$ gespeichert ( z. B. Kurs.dwg → Kurs_1_1_4567.sv$). Diese Sicherungsdateien
liegen in einem Ordner, der im Register DATEIEN des Dialogfensters OPTIONEN bestimmt werden kann
(globale Systemvariable SAVEFILEPATH):

Loginname
alte Dateien 1 x pro
Woche löschen

Abb. 3.12 Speicherort bei automatisch durchgeführter Sicherung

In der Grundeinstellung des Windows-Explorers wird dieser Ordner nicht angezeigt. Dies können Sie über das
Pull-down-Menü Extras > Ordneroptionen... im Explorer ändern:

Beim korrekten Beenden des Programms werden die sv$-Dateien


automatisch gelöscht.

Abb. 3.13 Versteckte Objekte ein-


Dies bedeutet: blenden

D Das automatische Speichern ist kein Ersatz für das "normale" Speichern mit den Befehlen KSICH
oder SICHALS, sondern dient nur für den "Notfall": Das System reagiert nicht mehr und Sie haben
davor längere Zeit nicht gesichert.
D Die sv$-Dateien lassen sich nicht direkt laden. Sie müssen sie in DWG-Dateien umbenennen, z. B.
mithilfe des Windows-Explorers. Der Befehl ÖFFNEN akzeptiert auch DWT- oder DXF-Dateien.
D Der Zeichnungswiederherstellungs-Manager bietet eine weitere Alternative (Anwendungsmenü >
Zeichnungsprogramme > Zeichnungswiederherstellungs-Manager oder Menüleiste > Datei >
Dienstprogramme... > Zeichnungswiederherstellungs-Manager...).

Empfehlungen für das automatische Sichern


D Aktivieren Sie das automatische Speichern, und setzen Sie das Zeitintervall auf einen nicht zu hohen
Wert (z. B. max. 20 Minuten). Sie finden im Register ÖFFNEN UND SPEICHERN des Dialogfensters OPTIONEN
ein Eingabefeld sowie ein Kontrollfeld (→ Systemvariable SAVETIME; vgl. Abb. 3.11).
D Löschen Sie 1 x pro Woche im SAVEFILEPATH-Ordner alle Dateien, die älter als 1 Tag sind, da sich hier
"Datenmüll" (auch von anderen Programmen) ansammelt.

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